9t, 219/222. Z«. Zxhtg. Abend-Ansgabe. ( 10 Pfennig) �'■VIA.K., Nummern 10 Pfennig. Postbezug: M-natlnh 150 äW, ejl ZullellungZ. gebühr, llniei Nreu-band ,ttr Deutsch- mnd u. Scslerre-.ch-Unglirn 5.75 MI. für das übrige Ausland 9.7o Ml. bei täglich einmaliger liusiellung 7.7S Ml. Polibeiiellungen nehnien an Däne- mart. Holland Luremburg. Schweden und die Schweiz Eingetragen in die Loii-:ieimnos-brelSlilie. Sex.SonDOTts" erscheint wochemäglich jweunal. Sonnrag- emmm. Telegramm-Adresse: »Soziaidemokrai iiez.itt' BcHiucf Volksblstt. Die achtgelvalteae Slonvareiuezeile losict Hüll MI.»Kleine Anzeige»", daS setigebruckte Kori öll Psg. lzuläsjig 2 settgedrullie iSortel, scdcs weitere Wori 2ö Pfg. Slellengeiiiche und Echlafstellenanzeigen das criie Äort 10 P,g.. sedes weitere Wort 20 Li«. Worte über 16 Buchilaben zähle»'ür zwei Worte. Teuerungszuschlag br>°i» shamilien-Anzergen. dolilische u«m gewerllchastliche Verein?- Anzeigen 1,20 MI. die ejeilc. Anzergen iür!>>c nachsic Nummer müssen bi? ä li:,» nachminags im Haudtgeschäsi. Serlin SW.Sö. ilindenltraSc d, aorcgeben werden. Beöftnet von 9 Uhr jrüh brS 5 llhr abend?. Zcntralorgan der rozialdcmokratifcbcn Partei Deutschlands. Reöaktion unö Expeöition: SW. öS, Linüenstr. z. aernivrechcr: Am, Morinpla», Nr. Mittwoch, den SV. April(1. Mai) 1919. vorwärts-verlag G.m.b. H., SV. bö, LinSenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moritiplali. Nr. l.l.7 it'i— 54. Qleltfciertag der Hrbcit! Vor öer Veröffentlichung ües Jrieöens- Vertrages. Ucberrcichun!) Freitag oder Sonnabend. Rotterdam, 30. April.„Nicuwe Rotterdamsche Courant" meldet auS Paris, das; der Fried ens vertrag de» deutschen Bevollmächtigten im Laufe des Freitag oder am Sonnabend morgen ausgehändigt werden wird. Clemenceau wird Persöul ich dem Grafen Brockdorff den Text deö Vertrages übergeben. Den Blättern wird der Inhalt des vorläufigen Friedensvertrages wahrscheinlich nicht vor Freitagabend mitgeteilt werden. » Amsterdam, 30. April. Telegraaf meldet auS Paris, daß die Kommiffion, die mit der Redaktion des Friedensvertrages beauf- tragt ist, Tag und Rächt an der Aufstellung des Textes der Präliminarien arbeitet, der nicht iveniger als 120 OVO Worte um- faßt. Folgende Fragen müssen noch geregelt werden:' 1. die Frage des Austritts Luxemburgs auS der Zoll- union; 2. K i a u t f ch o u und das Gebiet von Schantung; 3. einige militärische und maritime Bestimmungen; 4. die Frage bezüglich der deutschen Gefangenen, die mit. der Frage der Arbeitskräfte, die Deutschland Frankreich stellen muß, zusammenhängt; b. die wirtschaftlichen Bestimmungen der Friedens- Präliminarien; es werde z. B. gefordert, dah Deutschland ohne Gegenseitigkeit die Alliierten als meistbegünstigte Nationen bc- handelt; 6. die Frage bezüglich der Verfügung.über die Deutschland ab- genommenen Telegraphenkabel; 7. die Verwaltung des Kieler Kanals. Verletzung ües waffenftillftanöes üurch öie Jugoslawen. Dcutsch-amerikanischcr Protest. Wien, 20. April. Wie das Wiciicr Korr.-Bureau meldet, über- schritten südslawische Truppen heute die Demarkationslinie in Körnten und überrumpelten die von den Kärnterischcu Landes- »ruppen gehaltenen Sicherungen. Die Demarkationslinie war unter Mitwirkung der amerikanischen Kommission festgelegt «ordr«.— Dieser ganz uncrwartete Bruch der unter Vermittlung Amerikas getroffenen Vereinbarongen hat daS Land Kärnten äußerst beunruhigt, zumal der abgeichloffene Waffenstillstand nicht gekündigt worden war.— DaS Staatsamt des Aeußcren protestierte sofort beim südslawischen Gesandten Pogacnil gegen die Uederschreitung der Demarkationslinie, forderte die Zu- rückziehung der Truppen nnd erklärte, daß die Verweigerung dieser Forderung als feindlicher Akt angesehen«erden würde — Der heutige KabinettSrat deschSftigte sich mit der durch den Einbruch geschaffenen Lage und die dadurch hervorgerufene Ge- sährdung der für die L e b e n S m i t t e l t r a n s p o r t e nötigen Bahnverbindungen._ Die Arbeitszeit in öen Sergwerken Selgiens Brüssel, 20. April. fHavaS-Reuter.» Die Studien. kommiision für die Frage der Verkürzung der Arbeits» zeit in Bergwerken sprach sich für die Einfühlung des 8'/,- si ündigen Arbeitstages ab 1. Juni und des Acht- stundentages ab 1. Deztmber dieses Jahres aus. Die Arbeits. zeit der Bergleute über Tag darf vom 1. Juli dieses Jahres ab neun Stunden nicht überschreiten. Sitzung ües Virtsttzastsrates in Varie. Befriedigung der deutschen Fischercirechte. Baris, 30. April.(S a» a S.) Der oberste Wirt f ch a f t S- rat breit unter dem Vorsitz von Lord Cecrl s-w« 15. Sitzung ®* Ter Rat beschloß, Schritte zu unternclimcn, um das Berlangeu der Deutschru bezüglich der Fischercirechte im Kattrgat und«tagerrak zu befriedigen. lthor öer Versöhnung. Zum 1. Mai. Bruder hat hahbitter mit dem Bruder gerungen. Bruder ist dem Bruder sprühend an die kehle gesprungen. Bon Wut geschüttelt, von Zorn übermannt hat keiner sich mehr im andern erkannt. Wik würgendem Grifs, mit Stoß und hieb Zanken und zerren sich viele im kreis, Und hat doch jeder den ander« lieb. Wenn er nur«wisj: Genossen sind wir alle im Zielt Brüder, wir waren des Irrsinns Spiel. Wem der Wahn aus den Augen fiel, Kann nicht länger würgen und hasieu. Bruder. Iah dich jubelnd umfassen! klopft unser herz nicht gleichen Schlag heute am hohen Feiertag, Dem Weltvolk der Arbeit zur Freude beschleden? horch! Die Sonne singt: Frieden! Frieden! Schau um dich! Aus allen Enden und Ecken Fahren Hände, die sich nach uns sirecken. kein Fäusteschülleln, kein Schullerrütieln, kein Würgen. Ringen. Stöhnen und Raufen: Rur liebendes Zn-die-Arme-Laufen! Brüder, wir wollen nach allen Seilen Hände breiten. Bruder, näher an meine Brust! Uns allen wird es heute bewuht: Zn Deutschtand, England, Ruhland, über Alpen und Rhein Wüsten alle Werfleule in einigem Bunde sein, Wüsten alle Fabriken an diesem Tage stille stehn, Dajj alle Schaffer in großer Wallfahrt zur Sonne g�a. Karl v r ö g e r. Die Opposition öer italienischen Sozialisten. Lugano, 30. April.(TK) Die von den italienischen Behörden g«° schickt inszenierte national« Entrüstung über die Ablehnung der italienischen Ansprüche, die in der heutigen Kammersitzung ihrem Höhepunkt erreichen soll, gelangt nicht zur vollen Auswirkung, weil die Sozialisten der Regierung die Gefolgschaft verweigern. Die sogialistische Kammersraition wird sogar die von Orlando verlangte einmütige Kundgebung des Parlaments dadurch hintertreiben, daß si« der Regierumg das im Anschluß an diP Rede Orlandos beanspruchte Vertrauensvotum- der- weigert. Ter Sogialistenführer Turati erklärte dem„Avanti" zufolge, daß die offiziellen Sozialisten ihre Stimme gegen Or- lando abgeben müßten und sich mit einer einfachen Stimmen- enthaltung nicht begnügen könnten. Zu der Regierung hätten die Sozialisten kein Vertrauen und könnten es auch nicht haben. Zum 1. Mai. Unruhen in Zürich. Barrikadeukämpfe. Bern, 30. April. In Zürich kam es am Montag im Laufe einer Proteiiver'nmmlung des Verbandes des BantperfonalS zu Unruhen. Das Militär mußte gegen die Dcmonstranlen blank- ziehen, die darauf eine Barrikade errichteten, welche von Militärautomobilen gesprengt wurde. Es gab einige Ver- wundele. Die Jorüeruny öer italienischen Sozialisten. Lugano, 30. April.(TK) Die italienischen sozialistische» Parteien veröffentlichen dem„A V a n t i" zufolge zum ersten Mai eine Kundgebung, in der folgend« Forderungen aufgestellt werden: Vollständig« Abrüstung., volle Bürger- und Preß- freiheit, allgemeine Amnestie für alle politischen und militari- schcn Vergehen, Zurückziehung der italienischen Trup- prn aus Rußland. Vordringen öer Regierungstruppen in öapern. Einschliehung Münchens. Uebcr die Lage in München wird brrichtet: Starnberg, S ch o n g a u und A m P f i n g sind von den Regieriingstruppen eingenommen. Es wurde eine Anzahl Spartakisten gefangen, auch gab eS einige Tote. Ter Ring um München schließt sich, alle Anzeichen deueten darauf hin, daß die Rote Armee vor dem verfall steht. Von Philipp Scheide m aun. Etwas für alle altpreußischm Gehirne Unfaßbares ge- schreht. Wir feiern den 1. Mai als g e s e b i i cb e n Feiertag. Die Ungesetzlichkeit von gestern ist die Ge'etzlichkeir von heute. In den Schicksalen des 1. Mai offenbart sich das Wesen der Revolution. Der 1. Mai als gesetzlicher Feiertag, das ist ein Symbol für die gesteigerte Macht der sozialiftiich denkenden Arbeiterschaft. Seit einem halben Jahrhundert kämpft das Proletariat um die politische Macht. Das Ge'etz über die Feier des 1. Mai ist ein Meilenstein auf seinem Wege. Aber wir sind noch nicht am Ende; lvir sind erst am An- fang. Wir halten ein Stück der politischen Mackck, dock wir haben sie noch nicht ganz, weil noch nicht die Mehrheit des Volkes zu uns steht. Diese Mehrheit zu gewinnen, sie zu einer festen, dauernden zu inachen und damit sicheren Grund zu legen für die großen wirtschaftlichen Erfolge, die die kapi- talistische Gesellschaft zu einer sozialistischen umwandeln sollen, ist unser Ziel. Aber selbst lvenn sich die Volksmehrheit am 19. Januar für uns entschieden hätte, würden wir die politische Macht noch nicht ganz so haben, wie wir sie haben wollen, denn irfrcv ihr stände die Macht der S i e g e r und über dieser lvieder die Macht wirtschaftlicher Tatsachen, die sich nicht ini Handumdrehen beseitigen lassen. Ein vierjähriger Krieg hat uns den Hunger ins Lgnd gebracht, den kein Wrtschartssystein der Welt mit einem Schlage abschaffen kann. Blickt nach Rußland! Der Hunger schafft Arbeitsunlust und Unruhe. Er bildet den Nährboden für phantastische Vorstellungen nnd reizt zu unbedachten Taten, die das Leben des Volkes und den Fort- schritt der Arbeiterklasse gefährden. Der Hunger schafft Unzufriedenheit, Unzufriedenheff mit allem und jedem, ganz besonders auch natürlich- mit der Regierung. Wir wären nicht wert, Sozialdemokraten zu sein und verdinteu sofort von unseren Plätzen heruntergeholt zu werden, wenn wir nicht für solche Bewegungen volles Ler- ständnis besäßen. Aber dieses Verständnis enthebt Ulis nicht der Pflicht, vor Unbesonnenheiten zu. warnen und politischou Methoden eiffgegenzutreten, die das Unglück nur vergrößern können, statt es zu mildern. Der Arzt versteht sehr gut, daß ein Fieberkranker ans Fenster eilt, um biuauszuspriugen, daß ein Verlvundeter, von unerträglichen Schmerzen gepeinigt, seine Verbände abreißen will. Wird er aber den Leidenden deshalb in seinem ieltm- mörderischen Vorgehen unterstützen? Massenstreiks und Un- ruhen— was wäre in dieser Zeit verständlicher als sie! Aber ! sie sind Volkstod, und es bleibt unsere harte und undankbare Pflicht, die Arbeiterklasse von einein Vorgehen abzubringen, das ihre Zukunff ruiniert. Wir alten Sozialdemokraten, die imr imser Ziel fest im Auge behalten und uns nicht von Stimmungen herüber und hinüber treiben lassen, mögen aus den Reihen unserer Zeit- genossen oft unfreundlich betrachtet werden. Aber wir sehen init voller Zuversicht dem Urteil der Geschichte entgegen, wir vertrauen auf die reife Urteilskraft unserer erfahrenen Ge- nossen und ertragen gern jede Kritik. Wind und Wetter wechseln und unser Schiff ist fest. Wenn uns jetzt von links gesagt wird, wir hätten den Boden unter den Füßen verloren, so erinnern lvir uns daran, daß die Presse der Rechten im Herbst 1918 jeden Tag ver- sicherte, die Sozialdemokratie habe nichts mehr hinter sich. Ein paar Wochen darauf entpuppte die Sozialdeiuokmtie sich als die weitaus stärkste Macht im Lande. Die Totsagerei im- ponsi't uns nicht mehr! Darum will ich auch in diesem Zusammenhange kein Wort mehr zu unserer Verteidigung sagen, die wir in diele r furchtbar schweren Zeit zur Verwaltung der Reichsgeichäste berufen sind. Aber in keinem Augenblick dürfen wir aufhören, unsere Ideen zu verteidigen, die auf den Wegen einer ge- ordneten Demokratie zum Sozialismus streben und die sozialdemokratischen Methoden der Politik, die die Arbeiter- klasse in Deutschland zu einer stärkeren Macht gemacht haben als in irgendeinem anderen Lande der Welt. Nach innen und außen steht die Sozialdemokratie heute in cineni titanische it Kampf; ringt sie im Innern gegen rechts und links um ihre Geltung, so kämpft sie nach außen nicht minder um die Anerkennung der Grundsätze über das Zu- sammenleben der Völker, die den Leitstern ihres.Handelns bilden. Wir kämpfen um die Möglichkeit, Deuffchland aus Trümmern zu einem Reiche der Freiheit und des Wohlstandes nachzudenken fttofim eS führen mnh, wenn in einer Zeitspanne, in der von allen Mauern der Stadl an großen Plakaten die Aufforderung i�nr Arbeit ergehr, künstlicki arbeitslose Tage ge- ichaffen werden, und wie inkonsequent die Regierung ist, wenn ne beute Arbeit predigt und morgen für das ganze Volk einen Zwangsruhelag verordnet, Wir nehmen den nenerwachten Maieifer des alldeutschen Organs gsbührend zur Kenntnis. Die Arbeiterschaft aber kann aus diesen Ausführungen ersehen, ijiit welch' schmunzelndem Behagen die Reaktion es begrüßt, wenn durch Neber- trcibungen der Maigedauke diskreditiert würde. wieder aufzubauen, nicht nur zu imferem sfgenm Wohle, sondern zum Wohle her ganzen Welt. Das ist es, was der Maiseier für 1919 so außerordentliche Bedeutung gibt. Wir proklamieren die Solidarität des ar- beitendeu Volkes aller Länder und legen das feierliche Ge- löbms ab, daß wir diese Solidarität beweisen wollen durch die Tat. Nickt darin ist das Ende des Krieges, das Ende aller Kriege zu suchen, daß der Neger dem Besiegten nach Belieben hohe Lasten auferlegt, sondern darin, daß sich die Völker gegenseitig helfen, aus dem Sunips des Lebens heranszu- kommen, daß der Stärkere den Schiväcksercn stützt, daß die Ersahrungen des weiter.fortgeschrittenen Landes dem rück- ständigeren zunutze gemacht werden. Wenn das arbeitende Volk Deutschlands bereit ist, in solchem Bestreben bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit zu gehen, so schadet es sich selber dabei nicht, im Gegenteil, es nützt sich selber. Ans dre Armut eines Landes können nur Schiiiarotzerktassen, emheinrische und ausländische, Vorteil ziehen: aber noch nie' ist, ein Volk vom Elend eines anderen Volkes reich geworden. Hier gilt vielmehr das umgekehrte Gesetz: Wer sinkt, zieht andere mit sich, wer steigt, hilft unöeren empor. In diesem Geiste wollen wir alle gemeinsam aufwärts. Aus der Erkenntnis, daß die schlechten Arbeitsbedin- gnugen des einen Landes die Veibesserrnch der Arbeitsbedingungen im anderen verhindern, ist ja die Feier, des 1. Mai geboren. Er fordert internationalen Arbeiterschntz, internationalen Achtstundentag, damit alle gemeinsani aufwärts können. Er verkündet das hohe Ideal der Völkcrverbriide- rnng, er predigt mit feurigen Zungen Feindschaft gegen jeden Krieg! Gegen Berge von Widerständen kämpft die große Idee. Sic leidet dabei unter Verzerrungen, die ihr die Leidensckmft der Zeit ins Antlitz geprägt hat, an inneren Reibungen und Splitterüngen. Aber sie wird so sicker einmal, wenn nicht heute, dann morgen siegen, wie aus Nacht Tag wird. Darum, trotz alledem, Arbeitervolk, Kopf hock. Nacken st e i s, A u ge n klar! Trotz alledem: Glückauf zum 1.' Mail die demotratisierung öer Verwaltung. Die Wut der Reaktion. „Fallen seh ich Blatt um Blatt," so kann die Reaktion seufzen.' Ein reaktionärer Verwaltungsbeamter nach dem andern wird ausgeschifft,. Oberpräsidenten, Regierungs- präsideiften iwid Landräte fallen wie die Fliegen. Je weiter der Prozeß der Demokratisierung der inneren preußischen Verwaltung fortschreitet, desto größer wird die Unruhe und Besorgnis der Reaktion�, die hier ihr letztes Bollwerk zer- bröckeln sielst. Tic Gefühle entladen sich in polternden Schimpfartikeln, wie wir jetzt wieder einen in der„Deutschen Tageszeitung" sindcn. In dem Artikel heißt es: Der preußische Ministcr des Innern besitzt die be Mertens- werte Erkenntnis:„Mtt der Gesinnung.mein ko"ii man kein Ami ausüben. Praktische Erfabrung, auier Wille, Hingabe und Fleiß pehören dazu." Die praktische Erfahrung umschließt Wohl auch für einen großen Teil der zu besetzenden Stellen eine e n t- sprechende Vorbildung; deshalb hat die Regierung die Bestimmungen, die bisher über die Qualifikation zum kk a n d r a t s p o ste n in Geltung waren, kurzer Hand beseitigt. Es ist klar, was aus dieser Art der Stelleubesctzung in Ver- tnndung mit der völligen Neuzusammensetzung der Kreistage ichiietzlich als Endergebnis herausspringen muß: Die völlige Sabotierung der Selbstverwaltung infolge, der Lähmung ihrer Organe, die zu geordneter Arbeitsleistung gar nicht imstande sind. Gut gebrüllt, Löwe!. Die Sache ist nur die, daß das alte Eijstem nur der Verwaltungspraxis e-twa so oerfahren ist, wie eine Magier-, od er Priest ertaste mit ihren G e h e i m n i ff e n. Auf das ängstlichste wurde dafür Sorge getragen, daß niemand, der auch nur im leisesten liberaler Nei- gmigen sierdachtig war, die VettvalttingSpraxis erlernen konnke. Der jetzige Oberpräsident von Westfalen, Lothar S ch ü ck i n g, hat vor Jahren, als er noch Bürgermeister im Holsteinischen war, eine kleine Schrift herausgegeben„Die Reak- tion in der inneren Verwaltung Preußens", in der dieses System der Welt enhüllt wurde. Dafür hat ihn die Reaktion prompt ge maßregelt, aber damit die Wahrheit seiner Ausführungen nur bestätigt.— Wie wurde man denn früher in Preußen Venvaltungsbeamter? Die Verwaltungslausbahn war angeblich ständig„überfüllt", d. h. jeder Referendar oder Assessor, der sich zur Verwaltungslaufbahn meldete, wurde unter diesem Vorwand zurückgewiesen, wenn das Geringste in seinen Personalien der herrschenden Clique nickt paßte. Wer nicht aus adliger oder sehr reicher bürgerlicher F a ni i I i e stammte, nicht als Student einem feudalen Korps angehört und es nicht zum Reserveoffizier ge- bracht hatte, der war auch bei glänzendster Befähigung ohne weiteres von der preußischen Verwaltungslausbahn a u s g e- schlössen. Unnötig zu erwähnen, daß natürlich auch nur die leiseste politische Betätigung in oppositio- nellem Geiste dieselbe Folg? hatte! So stellte der von der neuen Regierung übernommene Ver- walwngsapparat eine Musterauslese der preußi- scheu Reaktion dar. Nur ein Narr kann unter diesen Umständen verlangen, daß die Regierung alles beim alten läßt, bis ein neues Geschlecht von Verwaltungsasscssoren hcrange- gezüchtet ist, was zirka zehn Jahre und länger dauern müßte. Natürlich weiß die preußische Regierung, daß der Verwaltungs- apparat sabotiert wäre, wenn man mit einem Schlage sämtliche alten Beamten entfernen wollte. Aber das geschieht ja gar nickt. Tie Regierung geht den einzig niöglichen Weg, indem sie, bei den reaktionär st en Beamten be- ginnend, s ch r i t t w e i se die Erneuerung des alten Apparats betreibt.— Aber auf diesem Weg wird konsequent weiter- gegangen werden, trotz des Wutgcsckreis der Reaktion, die ja nickt nur ihre Macht, sondern auch die Futterkrippe schwinden sieht, an der sie sich sblangc auf Kosten.des Volkes sattgeftesscn hat._ Maibegeffterunq öer �Täglichen Nunöschau�. Für strengste Nrbeitsrnhe! Es geschehen Zeichen und Wunder. Reaktionäre werden zu Fanatikern des 1. Mail Ein orthodoxer Rabbi kann nickt strenger darüber wachen, daß seine israelitische Gemeinde am Sabbath auch die kleinste Bewegung unterläßt, die qls Arbeit gedeutet werden könne, als die„Tägliche Rundschau" dafür besorgt ist, daß auch der letzte Arbeiter in Deutschland den I.Mai streng feiert. Ihrer ncuerwachten Orthodoxie ist unsere Notiz„Verderbt den 1. Mai nicht!" als ketzerisch auf die Nerven gefallen und sie kanzelt uns folgendermaßen ab: Wir küimen die Sorge des„Vorwärts", daß durcki-ine all- gemeine Nibeiisrnbe auÄ'der Anaestellien aus dem Gastwirts- gewerbe U'w. Gas ist eine kleine Fälschung, umerer Appell rirbtcte sieb nicht an die Gastwirtsa-bilken, sondern an die Gas- und Wasserarbeiter. Red, d, V.l die sozialtsiiiche Maifeier für die ionalisiiiche Arbenerschait den Wert verliert, vollkommen begreifen, können aber nickt cinseben, lvesbalb gerade ein Teil der Aibeiterickait am 1. Mai arbeiten soll, nackdem nun ein- mrl der l. Mai als allgemeiner Rnbetag in weitgehendem Maße bestimmt worden ist. Die Arbeiter in den Gaslwirtsbetricben, in den Eiienbabnen»!w, haben schließlich in gleichem Maße Anspruch auf einen völlig freien Tag wie die Arbeiter der anderen Berufe und infolgedessen ist der Appell des„Vor- � wärts" an die Arbeiterschaft einzelner Kategorien im Grunde genommen unberechtigt. Nackdem die Regierung und die Sozialdemokratie nun einmal den 1. Mai in dieser Form beschlossen haben, als ollgemeinen Ruhetag anzusehen, muß in a n es als selb st ver ständlich nehmen, daß am I.Mai keine Ausnahmen gemacht werden. Nur dann. wenn die Arbeitcrichait gezwunaen ist, iniolge der ArbeitSruh? aller Veikehrsmiiiel ui'w zu Hau'e Zwischen den vier Pfählen zu sitzen, wird sie am ehesten Gelegenheit haben, darüber Ein£teö im höheren Chor. Von Richard Dehme!. I.. Der Auserstandcne schreitet dem Frühling entgegen: endlich, endlich können sie frei sich regen, die Mühselige» und Bcladcnen. O, nun wird die Erde zum Paradiese? Und er nimmt einen Tauttopfcn von der Himmelswirse und leuchtet über die Völker.-- II. Und sieht ein Heer Kriegsgefangene fronden und stöhnen, das fünf andere Heere frohlockend verhöhnen, Menschenheere! Nud ein Volk von Brüdern schwelgt in Straßenkrawallen Und zerfleischt sich selbst mit freien Naubticrkrallen. Und er läßt den Tautropfen znr Erde fallen Und weint über die Volker. III. O, fühlt ihr nicht meine Himmelssaat sprießen? Wollt' ihr noch immer nicht Frieden auf Erden schließen und den Hauch der Erlösung genießen, ist dcinl nicht Völkersrühling? Oder sprießt, dir Freiheit ohne Grenzen ewig nur aus Torneiikränzen? Und er sieht die Welt vom Tau seiner Tränen glänzen und lächelt über die Völker. der Zührer. Von Ludwig Hermann Borgwardt. Tie Hochspannung seiner Nerven ließ mit einem Male nach, als er üi fein Zimmer trat. Erschöpft sank«r in einen Stuhl. Die klare Linie der Gedanken, die er mit dem Aufgebot aller Wil- Xenskrast auf dem Kongreß vertreten hatte, war wie wsggeblascn. Vor seinen Augen taumelte der Spuk der erregten Sitzung. Wie- der sah er hundert Maischen brausend vor Wui gegen ihn die Arme heben. Bis auf zivci Schritt vom Rednerpult sprang einer mit drohenden Fäusten heran. Grelle Stimmen schrien, begleitet vom Beifall der andern:„Unsinn!— Quatsch!— Feige seid ihr!— so lange habt ihr geredet, jetzt wcks zum Handeln kommt, zieht ihr euch zurück!" Und et immer wieder:„Nehmt doch Vernunft an. Wenn wir übcrstür.zt vorgeben/schaden wir uns am meisten. Die pür unser Leben lang bekämpf: hohen, ziehen den Vorteil daraus." Gellend überschlug sich eine Stimme:„Schluß!" Einige Sekunden tiefste Stille. Dann brach der' Orkan los. Kein Wort war mehr zu verstehen im überschäumenden Tosen von Rufen und Schreien.=- Irgendeiner mußte ihn hinausgeführt haben; er fand seine Besinnung erst wieder, alS er auf der Straße stand. Die kühl- Abendlust weckte ihn, sein Gehirn arbeitete wieder. Als er sich erinnerte, daß die Menschen, mit denen und für die er kämpfte, ihm das Wort entrissen hatten, lohte sein Zorn auf. Sein Selbst- gefühl trieb ibm die Schamröte ins Gesicht: Seit dreißig Jahren setze ich meine Kraft für eure Interessen ein. Wenn'» auch viel- leicht in meiner Jugend Eitelkeit war, die mich bcwog, eure Sache zu meiner zu machen— unter Kämpfen und Verfolgungen habe ich erfahren, daß Führer sein der schwerste Beruf im Leben der Ge- sellschaft ist. Und ihr behandelt mich, als sei ich euch heute zu- gelaufen wie ein herrenloser Hund. Ihr, die ihr duinpf und. stumm hinter der Maschine standet, als ich in heißer Arbeit den Weg bahnte, der euch den heutigen Tag brachte. Dankbarkeit? Was verlange ich Dankbarkeit von euch! Nur mein Tun und Händeln sollt ibr anerkennen und nicht dreißig Jahre Schaffen in den Schmutz treten.— Als er in fein Zimmer kam, war die flackernde Zornesflamme verpufft. Erschöpft warf er sich in einen Stuhl und versank in tiefes Brüten. Er lachte bitter auf. Was will ich überhaupt? Hätte ich doch jedem stir sich selbst sorgen lassen? Hätte ich mir mein Leben nur nach meinem eigenen Gefallen eingerichtet! Heute könnte ich in irgend einer kleinen Stadt ehrsamer Handwerksmeister sein, könnte mich nach Lust und Liebe über die Leute lustig machen, die für aiidre---. Wenn ich noch einmal mein Leben begänne, wer weiß, waß ich tun würde. Wert ist keiner, daß man für ihn den Finger rührt. So lange sie in Ketten sitzen, rufen sie Beifall, wenn man ein Glied nach dem andern durchfeilt. Sind sie frei, werden sie maßlos.— Mit einem plötzlichen Entschluß sprang er auf und ging an den Schreibtisch. Einmal will ich ihnen noch die Wahrheit sagea und dann Schluß! Seine Erregung tobte sich auf dem Papier in harten Worten aus. Ein Gefühl der Genugtuung überkam ihn; wenn sie das lesen werden, wird mancher anders denken— aber zu spät. Er warf aufatmend den Federhalter hin und überlas die letzten Sätze:„Entwickelnngen werden durch ein« Uirsumme von bekannten und unbekannten Faktoren beeinflußt. Nur wenn die uns bekanutcn in t> r Mehrzahl sind, kann es uns gelingen, eine Entwicklung nach unserem Willer. zu lenken. Absolut Neues aus dem Boden zu stampfen, ist Wahnsinn. Und das wollt ihr! Habt ihr schon einmal einen Ingenieur gesehen, der eine Maschinenanlage baute, ohne jedes einzelne Glied zu kennen und erprobt zu haben? Der In- genieur wäre ein Verbrecher und müßte zur Verantwortung ge- zogen werden. Und ihr auch!"— Eigen Augenblick überkam ihn ettvas wie wohlige Müdigkeit: Ekel und Zorn hatte er sich vom Herzen geschrieben. Scherzend sagte er zu sich: wie schön muß es sein, den ganzen Rummel als uickefanLener Beobachter wAanzusehen, irgendwo in Stille und Die Stimme öer Versunkenen. Vor einem Fahre. Ist es wirklich erst ein Jahr her? ES scheint, als müßten Jahrzehnte seitdem verflossen sein. Aber nein, es sind wirklich erst 365 Tage vergangen, seitdem die nachstehenden Reden gehalten wurden. Gerade vor einem Jahre, am 1. Mai 1918, tobten im preußischen Dreiklassenparlament heftige Kämpfe um das gleiche Wahlrecht. Mit unerhörter Verbissenheit stemmten sich die R-allionäre aller Schattierungen, von den Konservativen bis zu den Nationalliberalen, gegen den Abbau ihrer Privilegien. Heute klingen diese Stimmen ans dem Grabe wie ein Spuk aus längst vergangener Zeit. Herr v. Heydebrand— damals noch ungekrönter König von Preußen— tobte seinen Zorn u. a. in folgenden Worten aus: Unter dem gfeichen Wahlrecht werden wir hier 12 9 bis 139 Sozialdemokraten,«ine-ehr verstärkte Pokensraktion ii ich sine sehr starke Linke haben, und auch bei den anderen Parteien wird der mittMändischc Ckiarakter sehr stark beeiiiirächtigt werden. Die Zusammensetzung des Hauses wird ungleich mehr von dem abhängen, was man„VolkSgnnst" nennt. Elsmenke, die sich mehr durch SprcchanismuS(Heiterkeit rechts) und Agitation hervortun, merden aus den Schild erhoben und die. die am meisten versprechen, werden die besten Aussichten im Wechlkampf haben. (Zuruf links: Bund der Landwirte!) Ob es dann möglich sein wird, dcn stark autoritativen Charakter unseres preußischen Staates aufrechtzuerhalten, ist zweifelhaft. Das steuerliche Rückgrat unseres ganzen StaatöhauShstUes sind die direkten Sieucnn�auf den Be- sitz, und nur. wollen Sie die Besitzlosen über die Steuern ent- scheiden lasten, die die Besitzenden zahlen sollen? Ein ähnliches Angstgeschrei wie Herr v. Heydebrand erhob der Natirmalkiberale Dr. L o h m a n n: Wir beftirchten bei einer Gesetzwerdung der Vorlage ein sehr starkes Antvachsen der Sozialdemokra- t i s ch« n P a r t e i... Es wird stets ein« große Menge des Volkes hier geben, die sich nur eine knappe Lebenshaltung leisten kann. Es ist nakürftch, wenn diese große Schicht stärkere Ansprüche an .da? Leben stellt als sie befriedigt werden können. Etwas anderes ist es aber, daß man diejenigen politischen Parteien zur Herr- ich oft bringen will, die bisher ihre Lebensaufgabe darin gesehen hat, U n erfüllbares zu veusprechen. Und Herr L ü d i ck e der Sprecher der Freikonservativen, schlug in die. gleiche Kerbe: Wir sind überzeugt, daß das gleiche Wahlrecht nicht zum Segen Preußens fein wird. Die große Mehrheit meiner Freunde wird nicht dafür eintreten. Wir können die Verantwortung dafür nicht tragen, weil das gleiche Wahl rech! den Bestand des preußischen Staates gefährdet. Wir bedauern den Konflikt im Interesse Preußens, aber wir wissen uns frei von jeder Schuld. Wir sind zum Wablkompf bereit. So feierte die Reaktion im preußischen Dreiklassenhaus vor einem Jahre den ersten Mai! Aber an ihr erfüllte sich, was Genosse Hirsch damals aussprach: Sie mögen das gleiche Wahlrecht jetzt zu Fall bringen, die Macht baten Sie. Aber gkaulcn Sie nicht, daß der Wahkkamps dann zur Ruhe kommt.... Tie Sck i ck sa ls st u n de Preu- stens bat geichlagsn. Das alte Preußen wird stürzen, ober ein besseres Preußen sscki gns f'inen Trümmern erheben, Diese Warnung hat die Reaktion damals nicht verhindert, das gleiche Wahlrecht abzulehnen. Von dem damaligem zum heim» gen Preußen— welcher Weg! Gleichgültigkeit vergraben, wo man Zeitungen und Flugblätter mrr als Einwickelpapier benutzt. Alles laufen lassen, wie cS will. Es finden sich immer genug Dumme, die Ideen haben und für deren Verwirklichung Hr Leben ruinieren.-- Ich bin spät klug ge- worden, aber gründlich.-- Wer weiß schließlich, ob meine Ideen die richtigen waren.-- Er versank immer tiefer in Ruhe und Traum. »» * Erstes Tageslicht fiel schwach ins Zimmer, als er aufmachte. Er schüttelte den Kopf und wurde allmählich gewahr, daß er die Nacht im Stuhl zugebracht batte. Langsam wurden ihm die Er- oignisse» des Vortages klar. Als er wieder dachte— jetzt bin ich frei— fröstelte ihn; er wunderte sich, daß nicht mehr wie am Abend freudige Gefühle diesen Gedanken begleiteten. Er nahm das Maiiuskr.pt zur Hand, das er vor dem Einschlafen geschrieben Haide, und las es aufmerksam durch. Die Sätze hatten an Leucht- kraft verloren. Er stutzte! Was hakte er da geschrieben?„Von heute ab habe ich mit euch nichts mehr zu schassen. Unsere Wege trennen sich. Ihr wollt zerstövcn, wo ich bauen will." Sein Verstand, der heute frei von Zorn und Ekel war, griff ein. Hast du nicht auch zerstört? Hast du nicht selbst die Art und den Hammer geschmiedet, die alte morsche Zeiten zertrümmerten? Willst du jetzt' dein.« Gehrkftn im Stich lassen, weil sie die Werk- zeuge des Zer stören L nicht rasch genug mit den Werkzeugen des Aufbauens vertauschen? Sein Verantwortungsgefühl stieg riefengroß in ihm auf. Du bist der erbärmlichste der Menschen, wenn du in dieser entscheiden- den Zeit, da das Verneinen in das Bejahen umgelenkt wird, die Hände sinken läßt. Du hast geholfen, das Chaos zu schassen. Nun hilf auch, daß die hohe Weltordnung, die du immer gepr/zigt hast, aus dem Chaos auswächst. Du dackitest, wenn alles zerschlagen wäre, hättest du genug getan; der Wiederausbau sei«Aur ispicl. Jetzt zeige,)mß du dreißig Jahre lang dich auf diesen Tag vorbe- reitet hast; jetzt stemme dich dem Strom entgegen, dem du selbst das Bett gegraben hast; leite ihn dorthin, wo et Nutzen bringt. Willst du zusehen, wenn er blind, verheerend über das Land hin- wegbraust? Ein. Riß! Das Manuskript flog in dcn Papierkorb. Er nahm das Telephon.—„Wann ist die Sitzung heute?"— „Ich komme!"_ Shakespeares„(Tocialon' int Schauspielhans. Nur eine ganz ungewöhnliche schauspielerische Kraft wie die des unvergessenen Maikowski, vermag die Hemmungen zu über- winden, die her Wirkung dics.s Dumas erwachsen. Wenn auch der Dichier den ungeheuren Frevel, in den blinder Stolz den römischen Feldherrn verstrickt, in keiner Weise verhüllt und viel zu gesund empfindet, um irgendwie in einen schillernden„Ucbermenschen"- Kultus großaenücken Verbrechertums zu versa lleu. tritt doch der Lernt kosmisch Senken! Eine Feiertagsbetrachtung. Im Miltelpunkt des Wellenalls liegt die Erde, die Erde be- herncbt der Mensch und über dem Ganzen lfuont in Erhabenbeit die Gottheit. Ein Gedanke, der zweifellos viel Grobe und Tiefe enthält, den aber die Naturwissenschasl mehr und mehr, je tiefer sie in das kosmische G e i ch e h e u eindrang, als voll- kommen irrig zurückwies. Die Erde ist nicht der Mittel- Punkt der Welt, und wenn wir auch über nrctaphysischc Wahrheiten nichts oder nur wenig wissen, so können wir doch so viel sagerl, das; die Erzählung vom Himmel und der Hölle, von Engeln und Teufeln in das Reich der Fabel und der schönen Märchen zu ver- weisen ist. Diese Talsache sollte zu denken geben. Stand durch die eingangs erwähnte Weltanschauung der Mensch in direktem Zu- sammenhang mit Gott, io find diese Beziehungen bei dem Heu- tigeu Stande unserer Naturerkenntnis gelockert. Und auch die Erde— so hat man erkannt— ist nicht der Mittelpunkt des Wellshstems, sondern nur ein verschwindend kleiner Stern in der Fülle der Gestirne, der sein Licht und seine Kraft von anderen Welten empfängt, der vom Mond und von der Sonne gespeist wird. Diese Tatsachen sollten zum Nachdenken anregen: der Mensch, der nunmehr erkenne» inuh, das; die Welt nicht um seinetwillen geschaffen ist, muh sich bescheiden lernen. Er si�l ein. das; es höhere Ziele, höhere Sinne gibt als ihn, das; er nicht zum Herren der Welt beruien ist. Tie» i st der Weg, um kosmisch denken z u lernen. Naturgemäß miihte eine Auffassung, welche die Erde als Wellmittelpunkt ansah, gewisse Beschränktheiten in der Denkweise des einzelnen hervorrufen. Gab es nur eine Erde, so war die Nation, tvclcher der Mensch jetoeilig angehörte, ein beträchtlicher Teil dcS All, und dte'e Betrachtungsweise begünstigte eine Nationale, aus der sich, aus verschiedenen anderen Ursachen begünstigt, nur zu leicht eine nationalistische Denkweise entwickelte. Heule aber wollen wir den Menschen an den Lich'auell der Erkenntnis zurückführen. Indem wir ihn an seine Stellung im Ä o S m o S'geinabnen. Lernt er einsehen, dah er nur ein ver- schwindendes Teilchen im Weltenraum darstellt, so beginnt sich>cin Gesichtskreis zu erweitern, sein Denken erhebt sich, eröffnet ihm neue �Bahnen und führt ihn einer tieieren, umtassendercu Welt- aufsassung entgegen. �>ier ist der Zeitpunkt gekommen, wo er sich nicht mehr als Deurickcr, Engländer, Frau ivie fühlt, sondern wo er nur noch eins empfindet: Mensch zu sein. Das aber ist das Ziel der Gesamlentwickelnng überhaupt, uns zur reinen Menschlichkeit, zum edlen Menschentum binzurübren und uns, die wir uns aus dem Tierreich organisch zunächst entwickelt baden, zu iiberorganlschcn Wesen, zu neuen Individuen und damit neuen Geiellschaststormen zu rühren. Bei dieser Betrack- lung flieht der Geist des einzelnen, dcni kühnen Wolkengrenzen über- fliegenden Luiterobcrer gleich, über die Grenzen seines Landes hinaus, rüart ihn zu anderen Nationen«nd löst in ihm einen neuartigen Gedanken aus, den in so ausgeprägter und reiner Form narronale Anschannngsweise niemals zeitigen kann: den Menschbeits- gevanken. Jetzt fühlt er sich nicht mehr verloren im Weltall, sondern er empfindet die Krar't der Veteinigung und das Streben nack� Zusammenichlutz der ganzen Menichheit, das Heist scbniüchlig empfundene Wort:.Seid umschlungen Millionen! Dielen Kust der ganzen Well!"' verleiht ihm ungeahnten Aus'chwnng und daS sichere. ollen Gott- und Göiterglauben an innerer Stärke weit überragende Bewnstliein; der ein-e ne ist nichts, die Gesellschaft alles und nur sie vermag ihre Bedeutung auch im Kosmos zu bewahren, sie belleht, während Nationen untergehen, und sie verkündet bis in ferne Zeue» vom Aufstieg dcS Lebenden, vgn der Entwicklung vom Tier zum Memche», von der Entwicklung r.uS zersetzendem Kamps zu reinem edlen Menschentum. Ein interview tzaases. London, 30. April. HnvaS. Der unabhängige Sozialist H o a s e erklärte in einem Jnleiview in Amsterdam, dah die sozial- demokratischen und die bürgerlichen Staatsmänner in Deutschland das Recht FrankicichZ anerkennen, die Saarkohle zur Wiederherstellung seiner Gruben zu verlangen, dost sie aber einer Annexion des SaarbeckenS und der Stadt Danzig durchaus abgeneigt seien. kriegerisch aristokratische Zeiteinschlag seines Wesens hier besoradeeZ markant nervor. Die Masse■d-er Blejeber erscheint alz eine bloste Horde ausge- regt« Schreier, die der Verachtung der.Herrscherkaste ioiu.dig ist. Menenius Agrippa, der Fürsprech des h istigen Coriolan. trägt ihnen die altberübmte. in der Vergleichung lelvndiger Menschen mit den selbstlosen Gliedern des menscklichcu Leibes, iv.e Marx sagt,„abge- schmackten" Fabel vor. Auch die Tciöunen, die des Volkes Rechte verfechten, sind ohne jeden Zug der Sympathie gezeichnet. Als Coriolan sicgrach aus dem Volflerkrisa zurückkehrt und durch die Wahl des Volkes Konsul werden soll— selbst da vermag er seinem übermütiger Plcbejcrhgst nicht Zügel anzulegen. Verbannt, führt er das Heer der Voijker gegen Rom. wn m unersättlichcr Rachgier olles zu vernichten. Erst als die Mutter kniend ihn befchtvört, schmilzt sein selienbarter Sinn. Aus die Mutter fällt im Stück ein Glorienschein. Doch was in der Gestalt verherrlicht wird, ist Geist vom Geiste CoriolchiS. In ihrer schrmüciilosen Bewunderung für des Sohnes Helden laben glüht aller Wahnsinn c-iner kriegerischen Rbcofiyrie. Theodor Decker brachte bedeutsame Qualitäten für die Rolle mit: eine hochragende geschmeidige Gestalt, ein südländisch icharrgrm nitten«? Antlitz, dessen Mienenspiel dizp Affekte des Zorns. des Hohns, des Hochmuts sehr eindrucksvoll widerspiegelte, und ein Organ, da» in dem Sturm der Leidenschaft mächtig anschwoll. Nur dast dabe! osters die Deutlichkeit- der Worte verloren ging. Er erntete grasten Beifall. Die Figur der Mutter war durch Agnes Straub, die des Agrippa durch Herrn Kraustncck das Tribunenpaar durch Herrn Max Pohl und Hermann Leffler gn. vertreten. Die Regie Brucks kiihrte Wr malerisch beweate Massenbilder vor.___' dt. Notizen. — Im Schiller-Theater E h a r l o t t e n b u r g et« halten die Abonnenten für die am l. Mai ausfallende Boistellimg eine» Gil'chein kür enie Borsi'?,,,,» z-ci»„Wie es>»ch»e'äat". — Musik. Richard Straust' Melodrama.E n o ch A r d e n" wird durch Ernst Deutsch am-t. Mai, IL Uhr miltagA, j,» Theater des Westen» zur Aufführung gelangen. Vorher singt Hertha Stolzenburg einige Gruppen Lieder von Straust.— Ein r u ss i. scher Liederabend von Cäcklie Dcesz-Back findet am 6. Mai, 7� Uhr, im Leethovensaal statt. .—_ Der«riewewiet Keller-Heyse ist von der deulivöilerreichi'chen Regierung dem Schweizer Bundesrat in dank- barer Anerkeiiniing der von der Schweiz jeyt der Stadt Wien ge- leisteten �Hilte ,nm Ge>che»k übermittelt worden. — D�i e österreichische M a i i e st s ch r i f t, von Joiepb Lurtvoid Siern gestaltet, bringt als Titelbild eine Zeichnung von Karl Hanuich. dj?„n?„m ihrer iftilichtwabren Kia'l willen lieb isir ein junger Arbeiter histi ans ein Voritadldach im Fiühlingssturm die Maieiif.ibnc. Das Bild wurde vor zehn Jahren zuerst in unserem Dresdener Parieiblatt velöffenllicht. Maiaiiiiätze von Renner(der die alten Ziele und neuen Aufgaben der Sozialdemo- kralie erörteril, Leuihner, Danneberg«. a., symbolische Zeichnungen des jungen Anton Babion. der gleich Hannuich aus dem Proletariat hervorgegangen ist. und ein Blau mit de» Bilecrn der Sozial- demolraien üi oer ölierreichiiche» Nationalversammlung geben dem Festblatt den Charakter. ES kostet 1 Krone. Die Sozialisierung öes Kohlenbergbaus. Ter Zusammenschlitst der Erzeuger. Die Reichsregierung fordert gemäß§2 des Gesetzes über die Regelung der Kohlemvirtschaft die Kohlenerzeuger auf, sich zu Bezirksverbänden zusammenzuichliesten. Als Frist ist für den zwangsweisen Zusammenschluß der Juni fest- gesetzt. Die Regierung bat aber zum freiwilligcnZusammciischlustaufge- fordert, der etwa bis Ende Mai zu erfolgen bätte. Er soll nach solgenden Bezirken organisiert werden: l. Oberschlesien, 2. Niederschlesien, 3. Ruhrbezirk, 4. Aachener Bezirk, 5. Saarbczirk, 6. die Steinkohlenbergwerke in Oberkirchen, Barsinghauien, Ibbenbüren mir den be- nachbarten Bergwerken, 7. sächsischer Steinkohlenbergbau, 8. Kohlen- bergbau des rechtsrheinischen Bayern, S, Braunkohlenbergbau östlich der Elbe. Ferner ist vorgesehen— vorbehaltlich weiterer Vcrhand- lungen— 10. ein Verband des mitteldeutschen BraunkohleiibergbaueS, einschließlich der Freistaaten Sachsen und Sachsen-Altenburg, sowie Casiel und lt. ein Verband des Cölner Braunkohlenbergbaues emschliestlich Wcsterwaldbezirk und Hessen. Schliestlich werden 12. sämiliche Gasanstalten im Deutschen Reich, die Koks erzeugen und absetzen, einen Verband(ReichSgaSkokssyndikat) bilden. Werke, die nicht in die Bezirke falle», haben sich dem nächste» Bezirksverband anzugliedern. Wird ein freiwilliger Zusammen- schluy abgelehnt, so würde der zwangsweise Zusammenschluh von der Reichsregierung bis zur zweiten Hälfte des Jani angeordnet werden. Eine erftmöene Kabinettsüebatte. Gegenüber den in der Poefie erschienenen Behauptungen, dast das Reick-srablnett sich mit der angeblichen Gefahr gegen- revolutionärer Bestrebungen durch die O st s ch u tz- t r u p p e besastt habe, wird uns von zuständiger Stelle versichert, dast ein« solche Besprechung niemals im Kabinett statt- gesunden hat, und daß gleichfalls die Reise des ReichSwÄrnninisters Noske an die Ostfront mit der„geg-mrevol utivnären Gefahr" nicht das mindeste zu tun hat, sondern dah die Reise NoSkes rein mili- l ä r i s ch e n Zireck hatte. Der SchWinöe!-„5?e;heit� Maienblüte. Unter der Ncbcrschrift„Wozu geschieht daL?" behauptet die „Freiheit", dah am 1. Mai Soldaten in Zivil«nd mit Re- v o l v e r n bewaffnet sich unter die Feiernden mischen sollen. Daran ist, wie unS von unterrichteter Seite berichtet wird, kein Wort wahr. Ebenso ist eS unwahr, daß nach Berlin für den 1. Mai Truppen herangezogen worden seien. ES bestellt lcdig- lich dir normale, allerdings volle Bereitschaft. Im übrigen sind die maßgebenden Stellen überzeugt, daß der 1. Mai völlig ruhig verlaufen wird. Die Sesetzung öes!in?en Rheinufers. Tifscrenzeu zwischen Wilson und szfoch. Genf, 30. April. Wie der Vertreter der„Telegrafen-Kompagnie" von diplomatischer Teile erfährt, haben sich die Gegensätze zwischen dem Präsidenten Wilson und Marschall Foch erheblich verschärst, weil der französische. Oberbefehlshaber an den von ihm verlangicn weitgehenden nrilitärischen Sicherungen mit ungewöhnlicher Hart- näckigkeit festhält. Foch besteht aus der dauernden iiiilitärischcn Be- setzung des linken Rheinufers und lehnt alle Zugeständnisse unter dem Hinweis ab, dast Frankreich sich gegen alle Eventuali- täten schützen müsse. Präsident Wilson i st ein e n l- kchicdcner Gegner dieser dauernden Okkupation und bat be- veils mit einem besonderen dcutsch-amerikanischen A b k o'm in e n gedroht, falls Marschall Foch seine Forderungen nicht mit den von Wilson vertretenen Grundsätzen in Einklang bringt. Daß der Präsident entschlossen ist, sich in der Okkilpationsfrage nicht den Wünschen Fraukreichs zu fügen, geht unzweideutig daraus her- bor, daß die amerikanische Besatzungsarmee schon vor Unterzcich- nung des Friedensvertrages reduziert worden ist. Im Einver- nehmen mit General Pershing werden soviel Truppen aus dem be. setzten Gebiet zurückgezogen, daß nur. noch sieben amerikanische Di- Visionen an der Rhoingrenze• stehen. Nach Ratifizierung des Friedensvertrages sollen weitere amertkanische Truppen zurück- genommen werde::, trotzdem Foch damit keineÄv-egS einverstanden ist. Msiauen Als oberfch lesischen Streiks. Ka t t o w i tz, 30. April.(Eigener Trohtbcricht des„BorwärtS".) ES streike» in Oberschleste» n»r noch 20 Proz. der Belegschaften. Die Verhandlungen mir der Lichtzcntrale in Ehorzow haben zu einem völlig günstigen Ergebnis geführt, so daß in Oberfchlcsicn die Licht- und Kraftanlagen wieder in vollem Nmfanze tätig sind. Briilhcn, 30. April. Auf der Heinitzgrubc bei Bculhen war die Beamtenschaft in den A b w e h r st r e i k getreten, um gegen die verlangte Absetzung einiger Beamten zu protestieren. DaS Maschineupersoval hatte gleichsnllS mit einem Abwehrstreik gedroht, jallS die Belegschaft weiter im Ausstände verharre. Diese Maß- nahmen hatten zur Folge, daß bei der gestrigen Mittansschicht bereits sänszig Prozent der Belegschaft wieder zur Arbeit erschienen waren. Heute kann der Ausstand als beendet angesehen werden. Em sozialüzmokratischer wahlsieq. Stuttgart, 30. April.(Eigener Drchtbericht des„Vorwärts".) Bc' den Arbeite rratswahlcn in Göppingen entfielen bei 6000 abgegebenen Stimmen 4000 auf die Liste der MehrheitS- sozialdemokratie, 1600 aus die Unabhängigen und 400 auf die Kommunisten, so dah die Mehrhcitssozialdemotrw- t i e mehr als zwei Drittel der Stimmen erhielt. Erweiterter Erholungsurlaub für öie Postbeamten. RetchSvojtmimster GieSberiS hat Bcstiimnunoen über einen erweiterten Erholungsurlaub getroffen. Danach sollen erhalten: alle nicht planmäßig angestellte» Beamten, ferner nach einer Be« schäfligungSzeit von 6 Monaten auch die Postamenten, die im Vor- bereitungSdienst befind ich«» Beamten, sowie Sie Gehilfinnen bei Püstamteru III. Klaff« und die dauernd beschäftigten Anwärtc- rinnen und Markenverkäuserinen 2 Wochen; alle planmäßig ange- stellten Beamten, die das 40, Lebensjahr noch nicht vollendet haben, die nicht planmäßig angestellten Post- und Telegraphenassisleuten, die nicht planmäßig angestellten Assistenten nach einer fünfjährigen diätarischen Dienstzeit und die nicht planmätzig angestellten unteren Beamten mit einer anstellungSbcrechtigten Dienstzeit von 10 Jahren: 3 Wochen; alle planmäßig angestellten Beamten, die das 40. Lebens- jähr vollendet haben: 4 Wochen; die dauernd beschäftigten Tele- grapbenarbefler. je nach der anstellungSberechtigten Dienit.wi!,»? bis 21 Tage; die jugendliche TelegramwVe steller, Arbeiter, Aushelfer und AuShelferiiincn nach Bejchästjgungdzeit von 1 Jahr 7 Tage und nach 5 Jahren 14 Tage.— Diese UrlaubSversügung bringt säst allen Boamtengouppcn zum Teil erhebliche Derbesserunsen. j Republikanische Freiheit. Verbot von Kundgebungen in Paris. Paris, 30. April.(HnvoS.) Die Negierung untersagte die Kundgebungen am 1. Mai in Paris. Die ZcitungS« dircktoren von Paris beschlossen, die Blätter am 1. Mai nicht rrschciurn zu lassen. Gleichberechtigung der Nationalitäten in Ungarn. Budapest, 30. AprÄ.(HR) AüS Budapest wird vom A. April gemeldet: Eine heute erlassene Verordnung der revolutionären Räteregierunq bestimmt die Gleichberechtigung aller Nationalitäten. In der Verordnung heißt c.i: Die ungarische Räterepublik will jede Art von Unterdrückung der Prole- lavier beseitigen und eine Art der Unterdrückung bildet auch die national! stische Unterdrückung der Bevölkerung nicht irngarischsr Muttersprache. Diesem Zustand macht die ungarische Räterepuiblik, die auf einen Bund der verschiedene Sprachen sprechenden, aber gleichberechtigten Völker basiert und einen Nationalitätenfrage im bisherigen Sinne nicht kennt, sin Ende. Bis zur Feststellung der Verfassung der Räterepublik wird die Wahl des deutschen»ich des russischen Rates angeordnet, wobei die deutsche n und r u s s i- s ch c n Volkskommissariate zur Durchführung der Wahlen ermächtigt werden._ -* Erklärung. Zu dem Artikel:„Ein Ikbergriff des Korps Lüttwitz' teÄt uns das Reifhswebrministerimn Gruppenkommando I mit, dah der Vertreter des bei Erlah des Befehls abwesenden Reichswehr- Ministers als Libenbe seblSha der der Kommandierende General von Lüttwitz war. Da eS sich bei der Entwasfnung deS Depots um eine reiite militärische Mahnahme handelte, zu walcher der Vertreter deS Oberbefehlshabers völlig berechtigt tieat, so könne von einem ezgeumäebtigen Ueberarisf nicht die Rede, sein. Di« sachliche» Gründe, die zur Auslösung des Depots ll der R. S. W, zwangen. wird daS Generalkommando Berlin als unmitdeöbax vorgesetzte Dienststelle der R. E. W. dorthin mitteilen. Wie wir lwren, wird sich der Reichswehrminister Noske noch selber zu der Sache Lüstern. Unsere Feststellung, dast er von der Sache nicht unterrichtet war, wird durch die obige E'.cklärung bestätigt. parteinachrichten. Arbeiter! Genossen! Sozialisten! De Uneinigkeit der Sozialdemokratie ist eine große Gefahr für unsere Republik, für Misere eigene Existenz und flir den gan- zen internationalen Sozialismus. Die volinschen Handlungen der führenden Geuosfen, die sozialistische Presse und die Polemik in den Bruderparteien stehen unter dem Einfluß der vom Haß verblendeten Rechthaberei und persönlicher Gegnerschaft. Dadurch wird die Aus- erstebung des am Boden liegen deutschen Wirtschaftssystems ge- lähmt, das politifcke Leben vergiftet und die sozialistische Bewegung kurz vor dem Endziel zertrümmert. De Reaktion richtet sich auf an dem Ruin der Demokratie, Sozialisten! Nehmt die Binde von den Augen. Wendet im letzten Augenblick das Unheil ab und tretet ein für die Einigung der deutschen Sozialdemokratie. Ehe eS zu spät ist, werbt unaus- gesetzt iu Euren Organisationen für die Vereinigung. Werdet Mitglied der Zentrale für Einigung der Sozialdemo- kratie. Gründet überall Zweigstellen, Ausnahmematerial er- hältlich bei Otto Zimmermann. Neukölln, Joltzinw-Huß-Strahe 1. Es gilt der alte Schlachtruf: Auf. Sozialisten schließt die Reihen! Sozialisten Deutschland», vereinigt Euch! Der Propagandaausschuß der Zentrale für Einigung der Sozial- demokrarie. Inöustm emö hanSel. Börse. Die Börse wurde durch die Anfrage Davidsöhn? in der Natio- nalversammlung, die Kurssteigerung der nicht beschlagnahmten Aus- landspapiere betreffend, Weiler beunruhigt. Da gleichzeitig von den neutralen Plätzen eine weitere Steigerung de» Marlkurses gemeldet wurde, ließen Valutawerte zum Teil erbeblich nach. Vor allem: raren Kanada angeboten, die eteaJJO Proz. verloren, auch Kolönialwerte waren durchweg niedriger, Scham ung gaben 4 Proz. nach. Ans den Hauplmärkten Ivar das Geschäft gerin,?. Schiffahrtsaktien wiesen etwa» festere Kurse auf, dagegen waren Montan-, Elektro- und Farbwerke durchweg schwächer. Am RüftungSaktienmorkt verlor Hirsch-Kupfer b Proz.. Daimler 4 Praz., dagegen ivaren Deutsche Waffen fest. Durchweg höher waren heimische Anleihen, auch Kriegsanleihen. So�iaZss. Ejn Arbeitsamt ist von der Gruppe Brandenburg des Bundes deutscher Referendare und Rechtsprakti'anten zur Vermittlung entgeltlicher Beschaftl. gung cm die Mitglieder eingerichtet wovoen. In Frage komme» vornehmlich Vertretungen für Anwälte, Kommunalbeamte. Syndicr, sowie HiltSarbeiterposten bei Kommunen, Kriegsgesellschaften, in Handel und Industrie und bei sachw issenschaftlichen Arbeiten. Zu- schristen mir entsprechenden Veschaftigungßnachweisen werden zur Geschäftsstelle Berlin, Elcditschstr. 47, erbeten. Gericktssssstung. Fernbleiben vom Geschäft bei Verkehrsstreik. Die im Berliner Holzgeschäst von M. u. R. beschäftigt gewesen« Buchhalterin H. reiche rn der großen Streitwoche alle Uebertage. Nachdem der ein« Inhaber am Mittwoch dem Personal errtärt hatte, wer noch einmal wegbleibe oder zu spät komme, der sei iofort entlassen, fehlte die Gehilfin trotzdem wiederum am Freitag. Ihr«? deshalb criolgtc Entlassung focht sie gestern vor dem Berliner Kauf» mannvKericht an. Sie habe an den Tagen, an denen sie in» E'e« schäst ging, vier Stunden laufen müssen. Von diesem Weg sei sie am anderen Tage wie zerschlagen gewesen. Zu der körperlichen An- strencglng käme die seelische Erregung. Oft habe sie im stärksten Maschinengelvehr seuer gehen müsien. Die Extraomnibusse wollte der Chef auch nicht bezahlen, st« könne aber nicht von ihrem Gehalt täglich 2 M. für Fahrgeld ausgeben. Das KausmannSgericht hielt auch die Entlassung nickt für ausreichend begründet und verurteilte die Beklagte zur Zablung von 400 ZK'. In dicü» anormalen Zeiten könne man nicht gleich zur fristlosen Entlaffuna schreiten, wenn in Tagen bei Verkehr» stillstondch der Gehilfe nicht im Geschäft zw» Dienst erschein«. Gewerffchaflsbewegung Der Tarif für Sie Cinzelhanüelsgeschäfte. Als der Streik der Angestellten in den Warenhäusern mti> Einzelhandelsgeschäs len beendet war. wurden die Verhandlungen über den Abschlust eines Tarifvertrages fortgesetzt und sind kürzlich zum Abschluß gelangt. Einer am Dienstagabend im Sportpalast ebgehaliencn Versammlung der Angestellten wurde der Tarif zur Entsox'iidung unterbreitet. Er setzt die tägliche Arbeitszeit auf 8 Stunden netto fest und bestimmt, daß die bei Geschäftsschluß anwesende.Kundschaft noch bedient werden muß. Dafür wird in jedem Monat ein halber freier Tag gewährt.— Die?l ngestclltenausschusse haben ein Mit- bc sti m m u n g Ste ch t in den Fragen der Lohn- und Arbeits- Verhältnisse sowie bei Kündigungen. Entlassungen, Neueinstcllungen und Versibunaen von Personal. Wenn in diesen Fraaen eine Eini- gung zwischen dem Angestellicuausschuß und der Geschäftsleitung nicht zustande kommt, entscheidet der Schlichturorsausschuß.— Das Mindesteinkommen beträgt für Lehrkräfte und jugendliche Angestellte im ersten, zw.nlen, dritten Jahre monatlich 60, 86, 100 M Die. Angestellten über ld.Jabre sind nach der Art ihrer Tätigkeit und der Qualität ihrer Arbeit in vier Gruppen geteilt. In der ersten Gruppe beträgt Sa« monatliche Mindesteinkommen je nach dem Lebensalter 150—240 M. für männliche, 138— 215 M. für weibliche Angestellte. Tie.Höchstsätze dieser Gruppe steigen bei den männlichen Angestelllen in den folgenden sechs Berichtsjahre» um ie 20 M., bei den weiblichen in den nächsten drei Jahren nni je 15 M., in den folgenden drei Jahren um je 20 M., so daß im 28. Lebensjabre die mäniilicheii Angestellten moiratlich 360 M., die weiblichen 320 Ac. baben.— In der zweiten Gruppe erhalten die männlichen Angestellten bis zum 27. Lebensjahre 400 M., die Weib- kschen 340 M. und in den folgenden Jahren 20 M. Zulage.— Die Angestellten der dritten Gruvpe s.Hauptkassierer, Hauptbuchhalter, srenrdiprachliche Korrespondenten usw.) erbalten ohne Unterschied des Geschlechts 475 M. und in jedem der folgenden 5 Jahre 20 M. Zulage.— In der vierien Gruppe(Obereinkäufer und Oberver- waltungsbsamte) beträgt das Griuidgehalt 650 M.— Urlaub erhält jeder?liigestellte im ersten Jahre seiner Tätigkeit eine halbe Woche, in, zstveitcn Jahne eine Woche, im dritten und vierten Jahre 2 Wochen, im fünften bis zehnten Jahre 2'/j Wochen, nach mehr als zchil Jabrcn 3 Wochen.— Konkurrenzklauseln dürfen nickt per- einbari werden. Der Arbeitgeberverband mißbilligt Vcreinbanin- gen unter seinen Miigliedern, wodurch die Angestellten in ihrer Freizügigkeit beschränkt werden. In der Versammlung wurden verschiedene Punkte des Tarifs kritisiert. Zu den Gebaltssätzen wurde bemerkt, daß sie den Er- Wartungen der Angestellten nickt entsprechen, aber für die Waren- Hausangestellten der unteren Gehaltsgruppen bedeute der Tarif eine GehaliSaufbesscrung von etwa 60 Proz. Die Angestellten der Spezialgeschäfte, namentlich der Bekleidungsbranche, wünschen Acr.-dsrungen in der Einteilung der Beru'sgruvven und erklären sich dagegen, daß der Tarif eine besondere Vergütung für den Sonn- tag vor Weihnachten ausschließt.— Aus Antrag der Angestellten der Bekleidungsbranche beschloß die Versammlung fast einstimmig, daß wegen dieser Punkte nochmals verhandelt werden soll. Gegen die Machinationen der unabhängigen Drahtzieher. Das skandalöse Borgehen der Unabhängigen in den Gewerk- schaften hat unter zahlreichen Mitgliedern eine grenzenlose Erregung ausgelöst. Diese kommt in vielen an uns gerichteten Zisichrilten zum Ausdruck. Die Absender dieser Zuschriften sind meist Arbeiter. die jahrzehntelang in den Gewerkschaften gewirkt baben und die nun rnhia»»sehen sollen, wie ein politi>'ches Demagogcntnm die aewcrkschaftl'chen Organisation zum Tummelplay ihrer iinsanberen Pläne mißbraucht. Heute schreibt uns ein langjährige? Mitglied de? ManrerverbandeS ans Tegel: Am 15. d. MtS. wurde in der Delegiertenversammlnug des Bauarbeiterverbandes der Zablstelle Graß-Berlin beWofien. den ..Vorwärts' von der Publikation v-m Verbandsnachrichten auSzu- 'chließen. Di-S entspricht dem in letzterer Zeit immer frecher ber- vortretenden Terror der Delegierten der politischen Richtung der N. S. P. D. Durch dielen Beschluß ift nun den vielen.VarwäriS'- Lehern, soweit dieselben nicht selbst Delegierte sind, die Möglichkeit "enommen. ivichtige Beschlüsse der Delegiertenversammlungcn auS ihrem Parteiorgan recht, eitig zu erfahren. Wallen nun die Kolleg-n meiner Richtung sich dielen un- verschämten Terror willenlos gefallen lassen? Ich protestiere auf das energischste daneaen und werde in der nächsten Zahlstellen- Versammlung zur Weitergabe an den Barstand einen entivrech-nden Antrag stellen. Pflicht oller Kollegen ist es, sich geaen diese Recht und Freiheit terrorisierenden Elemente wirksam zur Wehr zu setzen. Die Gelben an der Arbeit. In den SiemcnSwerlen wird eine Zeitung, betitelt.Der frei- deutsche Arbeiter" verbreitet. Der Leitartikel spricht über Terror, der nach Meinung dieler Zeitung seit dem 9. November v. IS. an der nichtsozialdemokratischen Arbeiterschaft verübt wird. Auch die anderen Artikel sind im gleichen Stil gebalten. Das entwickelte Programm ist dasjenige von früher, nur den heutigen Zeiiveihältnisien angepaßt. Neu eingeführt ist die Arbeits- losen«, Streik- und Gemaßregellen-Unterstützung. Ebensalls wird der Abschluß lanasriftiaer Tarifverträge, die unter möglichster Per- meidung schädlicher ArbeitSkämpf« abgeschlossen werden sollen, ver- langt. Insbesondere stellt der Verband die Forderung auf die voll? Gleichberechtigung deS ArbeitersiandeS mit allen übrigen Ständen unter Ausschaltung des Klassenkampfes und jeder Klassenherrschaft. Wir warnen die Arbeiterschaft aller Betriebe und rulen ihr zu: .Augen aufl Tretet jeder Agitation taikräftig entgegen." Der Arbeiterrat der Firma Siemens u HalSke A-G.. Wernerwerk. Zuspitzung der Lohnbewegung im Groh-Berliner Buchhandel. Durch die Haltung der Arbeitgeber im Groß-Berliner Buch- Handel droht die Lohnbewegung der Angestellte» und Handels- Hilfsalbeiter zu einem Lohnkampf großen Stils auSzuwachien. Die Arbeitgeber machten zunächst nach längerer Verschleppung äußerst minimale malerielle Zugeständnisse, gestanden aber wenigstens das Miibestimmungsrechl zu. Nachträglich scheuten sie aber nicht davor zurück, sogar von den völlig unzureichenden materiellen Zugestand- Nissen Abstriche zu machen und daS Miibestimmungsrecht io einzu- ichrnitkeii, daß eS zu einem reinen Dekorationsstück ohne praktische Bedeuiung würde. Obendrein versuchen die Arbeitgeber die Be- weguiig zu ipaUen, indem sie erklären, mit den TranSporiarbeitern erst»ach Abschluß der Verhandlungen mit den Angestellten ver- handeln zu wollen. Wenn die Arbeilgeber nicht in letzter Stunde zur Einsicht kommen, werden die Folgen bei der bestehenden außer- ordentlichen Verbitterung der Angestelllen und Arbeiter infolge der gedrückten Lage sehr ernster Natur sein. Zur Entgegennahme des BerichlS über das Ergebnis der Ver« Handlungen und Beschlußfassung versammeln sich die Arbeiter- und Aiiaestelltenausschuß-Obleule aller Groß-Berliner bnchbändlerischen Betriebe, in Betrieben ohne Ausschuß die Vertrauensleute am Freitag, den 2. Mai, abends 7 Uhr, in den Prachtiälen.Alt-Berlin", Blumenstr. 10 Von den die die Bewegung führenden drei Organisationen: Angestellten-Verband de? Buchhatidels, Buch- und ZeitungS» gewerbes. Deutscher Transportarbeiter-Verband und Zentralvelband der Handlungsgehifen ist ein Aktionsausschuß eingesetzt worden, der bereits seine Arbeiten aufgenommen bat und dessen weitere Weitungen. ach Beschlußfassung durch die Versammlungen unbedingt Folge geleistet werden muß. Deutscher Metallarbeiter-Berband. Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Die Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen Metallarbeiter- Ber- bandeS bat beschlossen, zum sofortigen Antritt 7 Angestellte wählen zu lassen. Bewerber müssen vollkommen mit den Verbandsgelchästen vertraut: und rednerisch begabt jelu. VorauSietzung für die Bewerbung ist eine füns- jäbrige Mitaliedichast. Au» der Bewerbung muß Alter, Berits sowie die biSbei ige Tätigkeit in der Arbeiterbewegung hervorgeben. Die Bewerbungen ünd bis zum 9. Mai 19t9 mit der Ausichrist.Bewerbung" an den Kollegen Oskar Rusch, Berlin R. 54, Llnienstraße 83/85, einzusenden. Später ein- lausende Bewerbungen werden nicht berücksichtigt. Branchenveriammliing der Zigarettenmaschwensührer Freilag. den 2. Mai, nachm. 4 Uhr. in den Musikersälen, Kaiser-Wilhelm- Straße. Tagesordnung: 1. Bericht der Schlichtungskommission und Stellungnahme zum Taris.— 2. Neuwahl des BraiichenkeiterS und Ersatz- wähl von zwei KommilsionSmitgliidern.— 3. Verschiedenes. Verantwortlich Für Politik Brtur siickler, Charlotte, bürg, für den übrigen Teil des BlatleS Alkrcd vch-lz. Neukölln: wr Anzeigen Theodor Stocke, Berlin. Verlag: VorwärtMlerlag S. m 6. H.. Berlin. Druck VorwZrls-Buwdruckeret und Verlagsanstalt Paul ktnaer u. Co tn Berlin. Lindenftratze 8, Hier,, 2 Beilagen ichtige Mitteilung für alle ßeser des Alls Leser des„Vorwärts" erhalten gegen Einsendung des, nebenstehenden Gutscheins ein Gralis-Probeheft ber rühmlichst be- kannten illustrierten Zeiischrist„Welt und wissen-. Dieselbe bringr| von ersten Schriftstellern gemeinverständliche Abhandlungen aus allen Wissenschaften. Jedes Heft enthält ca.MArtikel, z. B.: Der ÄKensch in der Pfahlbauzeit.— Wenn die Erde erzittert.— Wie erhalt- ich mich gesund.— Der Wille und dessen Gymnastik.— Das Leben unter Wasser.— Fernphotographie.— Liebe und Ehe bei den Natur- Völkern.— Der Mensch und die Geisterwelt.— Flüssige Lust.— Einfluß der Lebensweise auf das Menschenalrer.— Verschwundene Städte in der Sahara.— Eine Fahrt im Unterseeboot usw. „vorwärts Außerdem erhält jeder Abonnent eine große Wknerke AusMlWe! gralls und zwar zu jedem Jahrgang drei Werte. Damit jeder Leser darauf abonnieren kann, Ist der Preis auf nur 30 Pf. pro Heft festgesetzt. Gutschein V An den Berlaa„Welt und„Wissen" Berlin-Schönederg, Am Park U. Ich bestell« hiermit»K Probeheft kostenlos Name:______________ Ort: Weißwaren Jäbot mit Stehli ragen, lange Form'aus Tüll, mit A90 Säumchen garniert..... T Jabot n it Stehkragen, aus Tüll, mit breitem Spitzen- C50 Ansatz.......... 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Matelothut(AbbiWung 5). aus weißer Seide, mit Seiden- A ß"" garnitur............."O Elegante helle Seidenhüte aus eigenen Ate- 0 liers, mit verschie- ß � t UU denen Garnituren O«-// Fiugel u. Fantasies.,35 Qc modern, sehr preiswert., ,1 U VD Pf» Strau&aigrette groß, geknöpft, w Q75 � bellen Modefarben................-/ Schleier �aa,'we.iß;sc.h.wsad"ch". 675 —.Uli.«. Haibranken bunt....... 350 Halbranken weiß 750 450 3S0 Voüranken bunt....... Ipo Vollranken weiß....... 750 mm*.1- Spitzenartikel Reste und Abschnitte in Klöppel-, Zwirn-.Tüll- und Filet-Spitzen sowie Einsätze in vorteilhakten Längen Filetspitzen u Einsätze maschinengearbeitet, für Blusen und Wäsche geeignet in guten Ausführungen Jabot- Spitzen elfenbein oder crömefarbig, in Tüll und Chantilly in großen Sortimenten Klöppel-Spitzen und Einsätze maschinengearbeitet, für Decken, Wäsche u. Gardinen in guten Qualitäten neue Keic Herausgegeben von HANS OSTWALD und PAUL REMER Berlin S 14, Stailschreiberstraße 34-35. HEFT 5: DIE MAIFEIER ernstein Worte zum 1. Mai.- Der wirkliche Völkerbund. Jean Pierre de B6rangeri Der Bund der Völker. � Wilhelm Cremer; Friede und Menschheit. � Dr. Franz Diederich: Der Weltfeiertag. X Karl Henckell: Weltmai. Hans Ostwald: Die Maifeier als Volksfest. Dr. Helene Stöcker; Der Tag der Frau. � Armin T. Wegner; Funkspruch in die Welt. Worte zur Völkerversöhnung: j. G. Herder � Immanuel Kant � Anatole France � leo N. Tolstoi � Guiseppe Mazzini � Helen Keller. Zeichnungen von HANS BALUSCHEK. Einzelheft 20 Pfennig. Das Vierteljahr(13 Hefte) 2 Mark. Nr. 219/222 ♦ 36. Jahrgang 1. Heilage des vorwärts Mttwoch, 30. �prll(1. May 1919 tzeute zum 1. Mai: Rote Zahnen heraus! Völkerfrühling. Heute heben wiee Berichtigungen der Angegriffenen und die Erwiderungen der Angreifer(womöglich in meh> maliger Wiederholung), die Verleiimderabloehr der Zeitung selbst, die Beiprechung wichtiger Fragen, die Beleuchtung besonders hervortretender Mitzsläiide und E>n wordenen Arbeiters, Zeitungsschreibers oder BersammlungSrednerS etwa gar einen Konflikt mit dem treuen BundeSgenoflen in schim- mernder Wehr und Nibelungeirtreue anfing. Und außerdem: für die so unbeliebten Polen, die Tschechen und die sonstigen nichtdeut» scheu Nationen hatte man in der k. u. k. Diplomatie erst recht werug übrig und die auswärtige Lentretung des Doppelreichs war meist roichsdeutsch-magharisch gerichtet. Jetzt verschwindet daS Wappen der gewesenen Monarchie von den AmtSgebäuden, dieses neu« Wappen, das man im Kriege an die Stelle des alten Doppeladlers gesetzt hat und dem man— welcher Hohn der Weltgeschichte!— die Devise mitgab:»Unteilbar und untrennbar!� Mit der Botschaft halte er, der gewöhnlich« Oesterreich« Und Ungar, komm was zu tun. Er kam nur in die elenden Bretter- verschlage, die die Amtszimmer deö Generalkonsulats darstellten. Im Kriege erst haben die meisten damit Bekanntschaft gemacht, als trotz»Schulter an Schulter' die hier lebenden StoaiSange- hörigen der verbündeten Monarchie unter die schärfst« Polizeiauf- ficht gestellt wurden und alle paar Monate einen neuen Pah lösen muhten, was eine um so beträchtlichere Einnahmequelle für dvS k. u. 1 Acrar geioorden sein dürste, als die Umrechnung der Ge- bührensätze nach der Friedensvaluta erfolgte— eine Gewohnheit, die sich übrigens auch das Deutsche Reich im Auslände gefallen lieh. Und doch, wenn man so zurückblickt, man will es noch nicht recht glauben, daß man mit all den Lauten aus den anderssprachigen Gebieten deS gleichen Staate? nichts mehr zu tun haben soll. ES gab doch zu diele Fäden, Beziehungen, Verwandtschaften zwischen Ezernowitz und Trient, zwischen Tetsche» und Pola, zwischen Eger und Orsova Aber vorbei ist vorbei. Daß doÄäusig die deutsch- österreichischen PertrewngSbehörden auch noch die Interessen der Tschcchoflowaken wahrnehmen, stellt Wohl der Gutmütigkeit unser« österreichischen Volksgenossen ein glänzendes Zeugnis au»... So nehmen wir denn Abschied mit einige» gleichdedenteude», wenn auch verschieben klingenden Worten ans dem Sprachschatz deS ehemaligen Oesteveich-Ungarn: ServuSl Boheml Addio! r—»■ Unsere jungen Lehrer. lln» wild geschrieben: Die Not der jungen Lehr« ist besonder« gootz. Auch sie hoben draußen im Felle ihren Wann gestanden. Nun find sie zurück- gekehrt, hoffend, daß die Negierring sie für die Not und Qual vier lang« Kriegsjaihre dadurch«itstfyadigt, daß sie wenigsten» den Da- hetogcbliebenen gleichgestellt werden. Die leitenden Stelle« haben den guten Wllen zur Tat wiederholt zugesichert. Dabei ist eS aber monatelang geblieben; besonders darum, weil ein groß« Teil ihr« Unterorgane, die alten Herren Geheim-, Regier ungS- und Rech- nungsräte, rni» der königlichen Zeit stamme, id, den S. tziovember verschlafen haben. Wäre eS sonst möglich, dah man eS wagte, einem jungen Lehrer im Januar, Februar, März und AprÄ Monat- lieh je 0833 M. anzubieten, weil die noch zuständ-igei, kärglichen Teuerungszulagen bis zum lü. April noch nicht angewiesen waren? Könnte es sonst vorkommen, daß mau einem Lehrer, d« sich im Kriege kriegstrauen lieh» die unerhört« Zuurutung stellt, mit Frou und Kind— das zweite ist bald zu erwarten— in eine»Dienst- wohnung' zu ziehen, die aus einer kleinen Dochstube und ein« zur Küche umgewandelten noch kleineren Kamm« besteht? Und ein tzisgrerungSrat antwortete einem aus dem Felde zurückkehrende» Lehr«, der höflich um Anstellung bittet, rrontsch:»Ich habe für Sie keine Stelle mehr: melden Sie sich doch zum Grenzschutz!' Ist das wirklich noch möglich? Ein Lehr«, d« schwer verwundet aus dem Felde zurückkehrte— der rechte Arm ist«heblich»«kürzt. völlig gslalMt und kraftlos— tourde von seinen vorgesetzten Be- Hörden gezwungen, zur 2. Prüfung die vorgeschrieben« schriftliche wiffeirschaftliche- HanSarbeit anzufertigen und, mit der linken Hand mit unendlich« Mühe geschrieben, in Schönschrist abzuliefern l Nein, da fehlt überall der gute Wille zu helfen und zu mildern! Diese allen wrrknöcherten Bureaukraten tu den Regierungsstellen. die die Aufgabe, vernnrtelnds» Bindeglied zwischen Regierung und Lehrerschaft zu sein, nicht«füllen können od« wollen, müssen erü- ferni werden, und zwar sofort! ES scheint so, als wolle mau jetzt den jungen Lehrern heften: die Teuerungszulagen sind, wenn auch noch völlig unzureichend, um ein geringes erhöht; in der Frage der 2. Prüfung find für Kriegsteilnehmer etliche Erleichterungen eingetreten. Da» ist bis- her alles! Biel bleibt der Regierung noch zu tun, um die berech- daß da? Hervorbringen ein« reifen Leistung gar nicht erwartet werden kann, ja sogar kaum möglich erscheint. Da ist z. B. daS Abendmahl von Bruno Krauskopf, Berlin. Christus fitzt, wie immer bei diesem Motiv, mit seinen zwölf Jüngern um den Tisch. ES ist keine Frag«, di« Köpfe zeigen bereit» ein außerordentliche» Innenleben, eine starke Geistigkeit, die ein« seelische Wirkung auf den Beschauer auszuüben wohl imstande ist. DaS gilt bvsonder» vom Kops« de» JudaS. Ab« jedem von unS drängt sich ein ver- gleich mft den Qualitäten aller d« bedeutendsten Bild« auf. die seit Jahrhunderten dieses Thema behandeln. Die besten dieser Werke beweisen uns ab«, daß noch stärkere seelische und malerische Wirtungen mit den Elenvnten erreicht worden find, nnt denen die früheren Kunstwerk« ausgebaut wurden, und daß eS also«in Denk- fehl« sein muß, diese Element«— eine nat urwahr« Zeichnung und eine natürlichere Farbe— auszuschalten,»fit der Begründung, daß mit ihnen eine intensive Wirkung nicht zu«reichen wäre. Girno van F i n et t i, der in seinen älteren � Arbeiftn et» Könner war, bringt dieses Positive sein« Kunst naturlich rn seine neue Art mit. Trotzdem befriedigt sein Werk nicht ganz. eS ist rncht eigentlich groß in der linearen und fahrigen Komposition. sond«n nur im Formai. Willy JaeckelS.Gethsemane' ist schon ein be- deutende oer Schritt aus dem Wege zu einer neuen monumentalen Malerei. Hi« ist die Pereinheitlichnng von Form und Forde de» rechtigt« und best« geglückt. Er ist der einzige, bei dem man die Hoffnung hat, daß er un« ein« neuen monumentalen Kunst naher bringen könnte. Eine gewisse Reife zeigt Clau» Richter m feinem Gemälde.Friede', obfchou e» nicht monumental ist, und sehr wohl-ruck in einem klein««» Format ausgeführt sein könnte. Paul Scheu rich gibt in seinem.Narziß' einen etwa» rohen Gobelin. Alles übriae sind Erperimente. die noch so wenig reif sind, daß sie vorläufig nicht erkennen lassen, wie wir ans diesem W oc zu dem neuen monumentalen Wandbild gelangen sollen. Un!« den Zeichnern und Graphikern ist Ernst Oppier mit " einem ftimmungsvollen Interieur au» der«undervol en Kirche »St. Gudula in Brüssel zu nennen und mit ein« guten Radierung »eines GesteimratS. Hermann Struck zsiat ein charakt«iitiicl?cs Porträt des Ministers Hein«. Paul Palchke verschiedene flotte R'gen. gut in der Bewegung und d« Flerke rw«teilung. Von den Plastik«» zeigt Alexander O p p l e r die»Buite eineS Spani«S', ein« außerordentlich gute und feine Arbeft. ebenso die Bfifle d«S Verlegers S. Fisch«. Seine.Sklavin' ist wohl daS be- deutendste und reifste Wer? d« ganzen Ausstellung. Sie hat gar nichts mchr von dem Proltenatrsche», Suchenden und Tasrenden, das den meisten Werken d« Sezossionsausstellung eigen ist. Von dein leider zu früh verstorbenen Franz Metzner ist etile vorzi'gliche Porträtbüste des Herrn Zuckerkand! und ein gutes männliches Porträt zu sehen. Und endlich haben noch Totila Albert. Hugo und Joseph Thorak gute Düste» beigesteuert. JL W. ftgien Forderungen irr Jimglehrer zu erfüllen. ES« tat not, wenn die Regierung nicht will, daß der Nachwuchs der Lehrerschaft verhungert und verkümmert._— di— Vo« de» Anstell»«gsbrding»nge» der Reichsbank. Un» wird geschrieben: AlS befand««» Beitrag zu Ihren Der- öffentlichungen. wie von halbamtlichen Behörden irx StellungSlosig- Sert gefördert wird, erlaube ich mir Jhiwn beiliegend die»Be- dingungen für die Ausnahm« in den Dienst der Reichsbank' zu übersenden. Ein Kommentar hierzu ist überflüssig. Ich bemerke - hierbei, daß ich mich seit länger« Zeit auf d« Suche nach ein« i Stellung befinde und hatte in Erfahrung gebracht, daß die Reichs- � dank Personal benötigt. Als gelernt« Bankbeomt« glaubte ich. daß es mir nicht schwer fallen würde, dort selbst anzukommen, mußt« ab« zu meinem Bedauern di« Wahrnehmung machen, daß ich für diesen Dienst schon zu alt bin. Ich bin 28 Jahr« alt, verheiratet und kr ieg s beschädigt. Wie unt« den heutigen P«hältnissen ein BQverber, der Jahre im Felde war, di« höher« Schule besucht hat und 8� Jahr« geschäftlich tätig gewesen sein muß, noch 27 Jahre alt sein kann, ist mir ein Rätsel; denn be- kenntlich«reicht man in einem Alt« von lS— 20 Jahren da» Abi- wrium. Die Entschädigung, die geboten wird, 4 M. tägliche Diäten gleich 400 di» 104 M. im Monat, ist so gering, daß man es vor- zieht,«IS Arbeitslos« nickstS zu tun. Möglicherweise kommt zu diesem hohen Gehabt noch eine steine Teuerungszulage. In dem Anschreiben erwähnt der Präsident de» ReichSbank- Direkwrium«. dtrß die Reichsbank keinen Gebrauch von meinem Dienstanerbieten machen kann, da ich den anliegenden Aufnahle- bestinunungen nicht in allen Punkten entspreche. Der Vollständigkeit halb« machen wir darauf aufmerksam, daß e» sich nicht etwa um alte Bedingungen handelt. Das Formular, das dies«.neuzeitlichen' Bedingungen enthält, ist gezeichnet Form. 310. lU 4. 19. Wir würden empfehlen, daß iwr— hoffentlich be- stehende veamtenrat—> sofort eine Revision d« Anstelllnigsbedin- gungen beantragt._ Zur Ltedlrmg Sbef chaffuug. D« Staatskommissar für da» Wohnungswesen, Scheidt, hat sich bereit«klärt, auch für Holzhaus« solid« Ausführung und sicherer Konstruktion Baukostenzuschüsse nach den für end- gültige Wohnbauten geltenden Grundsätzen zu bewilligen. Neben de» fabrikmäßig herzustellende» Holzhäusern wird für ländliche holzreiche Gegenden auch der alte, vom selbsttätigen steine» Hand- werk gepflegte Holzfackiw«kbau empfohlen. Mit Lehm verputzt«, mit Brettern. Hohlstein, Schindel«wer Schief« verklerdetes Fachwerk hat sich al» wärme sicher und dauerhaft erwiesen, auch wenn die Riegel und Schwellen«cht mehr so stark gemacht werde« können toic früher. Der StantSlknnnniffar hat ferner bestimmt, daß Boukostenzu- sthüsse zum Bau von Ardeiterwohnungen in Landgemeinde» und für den größeren landwir tschastlicheu Besitz, insbesondere demjenigen in Gutsbezirken,«rnch dann gewährt werden können, wenn sich der be- treffend« Arbert�b« derpflichtrt, seinerseits de» auf die Gemeinde entfallenden Anteil zu den Zuschüsien aus eigenen Mitteln zu g» währen. Die Zuschüsse werden unter der Bedingung gezahlt, daß für die Wohnung eine nach Lag» d« Verhältnisse angemessene Miete vereinbart wird. Ein« Erhöhung d« Miete darf nur mit Zustim- mung des KreiSkommunalverbandeS erfolgen. Ein Bruch deS Ar- beitSderhältnisseS darf nicht ein« Kündigung de» Mietverhältnisses zur Folge hüben. Die Zuschüsse sollen in erst« Linie solchen Ar- beitgebern gewährt werden, die sich b««it erklären, die zu erbauen- den Wohnungen nebst dem dazugehörig«« Grund und Boden unter angemessene» Bedingunge»«S Eigentum der Arbeitnehmer übergehe» zu lasse«._ Rege« das Käsckapital. Da hat e» V« Ostern ia Charkottmchurg Ii planer Käse ge- geben. ES wurde ein Gefäß verlangt, weil d« Käse flüssig war. Natürlich wa>r eS keine Art Liptau«, sondern gewohnlicher Quark, wenn nicht Molkeneiweiß, mit eava» roter Farbe und etwas Päorika als Pfefferersatz od« mit Paprika« setz und mit sehr viel Waffer. Die ganze Käsesabrikation dient« fichtlich nur dazu, den wirtlich genügend hohen Höchstpreis ßür weißen Käs« wahnsinnig zu überschreite» und dober noch eine große Menge Waffer hinein. zuplanschen. Man trug für ein Pfund Käafe«in paar Gramm Rähv- stofse und nahezu ei» halbes Liter Waffer nach Haufe, und da» hatte man mit etwa 2 M. zu bezahlen. Natürlichen Quark hätte man z» Käsekänlche» für die Kind« Mocnteiten könne»», wa» man mit der rrnßnrbtren Paprikafchmi«« natürlich nicht konnte. Das ist nur ein« d« dielen Fäll«, in denen die Nahrung»- »«sorgung d« Bevölkerung zum Mitt-l unberechtigte» Kapital». gewinnS gemacht wird. Welche Schritte hat da« ReichSennäh rinigS- amt zur Ausscheidung de» Kapitalismus ans der Volkse cnährung bis jetzt getan?_ vom netten Geist in der Schutzmannschaft. Wie olle Beamtenschichten seit der Revolution aus ihrem Dorn- röSchenschlaf erwacht find, so auch unsere Echutzmannilbaft. Die starke Erregung gegen fle, die besonders in der Lrdeiierschast sehr groß war, sSwindet allmählich, weil ja auch der Schutzmann schließlich ein Produkt seiner Umgebung ist. Es ist daher zu be- grüßen, wenn endlich em moderner Geist hier einzieht,«erl eine neue Zeit auch neuen Geist atmen muß. Leider ift noch so mancher darunier, d« mit den veränderten veihäitnissen sich nicht abfinden kann und in dem sozialisnich denkenden Kollegen eine«.Kommunisten' oder.Hetz«' und ähnliche« fieht. In gus»rrsien an un» wird bitter Beschwerde darüber geführt, daß die politisch«ganlstrrten Beamten der Schntzmonnichafr vieOach Hänseleien durch töte vorgesetzten auSpeietzl find. Wir glauben, e« ist endlich an der Zeil. solch« vmgeietzte zu beleitigen, dir ihren Monarchismus absolut nicht überwinden können. Jedenfalls lann die sozialdemolralisch« Schutzmannschaft erwarte», daß ihr« modern« Auflassung auch re- spettiert wird._ Da« Ende eine««rbeiwrvrteranen. Zu dies««schüttennden und empövenden Mitteilung in unserem Montag-Abendblatt ist noch nuchziüragen. daß die Leiche vor Ungeziies« und Schmiiv nur mit der Dunggabel angefaßt werden konnte, um in den Sarg gelegt zu werden. Die Frag« des Richter» bei der Qbduftian, ob ein« Beschleunigung de» Tode« durch di« Verlaus«� herbeigeführt sei. beannvorteten die Qbduze«rt«n mit Ja. Eine künstterisch« Maifeier in Schk achtens««rcmstaltet die ArbatSaemeinschuft für staatsbürgerliche und wirtschaftliche Bildung Donnerstag. 11 Uhr. am Schmuckvkatz. Programm vergleiche Mitt- wochino rgenuin mer, P«sammlungSnachrichten. „Die AnNage der Gepeinigten'. Auf v-irte«nftagen ist mft. zuteilen, daß die Broschüre von d« Buchhandlung.Vorwärts', von allen anderen Biichdandki'npen oder direk« vom Firn-Verlag>W. 62> dezogen werden kann.(Preis 80 Pf.) <»n««r>is>ii«tie Grnitiud»'. Sonntag d Nkn. Uula der ,>ll«driil!. «erdeifb-n vdrrrralichule.?!te!»r»wa!!'lratze lr. vntra, de" Her.» Dr. SR,«Senzig über.Die Gestimungsbildliug in der neuen Schule'. Gäste willlemmen. E-le Leitung der Vaterländischen ZchansiMe'e teils uns mit, du«, Mc wsolge der STnil»'« ruslavend» 7 onnerSsag-RachmIIta-i« Vo> stell, mg M i g n o n'> m stieitag statlfindet. Dt« hierzu gelösten VilleitS bc hatten für Freitag Gülttgket. D«« internationale» Ringkämpfe im Zirkus Busch beginnen am 1. Mal. So teilt wenigsten« di- Direktton mit., Die Berliner Ortsgruppe de» BchnUverdandr» deutscher Schriftsteller hat am Montagabend Mar Lsborn. Artur De!>t!chcr. Robert Breuer. Adele Schreiber, HanS LandSberg, Rudolf Leonhard und Alfred ManeS tn den Vorstand gewählt. Lichtspiele»Reue Phllbormonie», Köpenicker Straße 96/97, vom 1 IUI ab �swet«ruf che»'. Hier»» �HerzmSopI-r'. Verlängerung der Polizeistunde am 1. Mai. Da» Polizeiptäiidium teilt mit: Für den 1. Mai dieses Jahre» ist im LandeSpolizeibeztrk Berlin die Polizeistunde auf 1 Uhr morgens festgesetzt._ Vernünftige ins Irrenhaus? I««ereinslazarett Buch bei Berlin besteht eine Station und Schule für Gehirnverletzte, der zurzeit 74 Mann angehören. Da da« Lazarett aufgelöst werden soll, ist die Verfügung«gangen, diese Kriegskrüppel nach der Irrenanstalt HauS Schönow überzusühren. ES handelt sich selbst bei den am schwerste» durch Kopsschüfle verletzten Kriegsopfern ausschließlich um Leute, die im vollen Besitz ihrer normalen BerstandSkräfte find, und die Absicht, diese armen Menschen durch eine Jnternierung in einem Jrrenhause ihrer Freiheit zu berauben, ist derartig empörend, daß wir die zuständige Be- hördeum sofortige Aufklärung biitenmllsien. Der Aufenibalt in einer der satisam bekannten Anstalten ist derartig deprimierend, daß anstatt eine Besserung eine Verschlimmerung deS Befindens der Leute zu erwarten wäre. Da kein Grund dafür besteht, vernünftige Menschen einzusperren,«heben wir den schärfsten Protest gegen diese Maßnahme und werden bei dessen Nichtbeachtung noch andere Wege finden, die beabsichtigten Schritte der Sanitätsbehörde zu verhindern Reichsbnnd»er Kriegsbeschädigte»»»p Hinterbliebene«. Be- ztrk Norde». Freitag 7 Uhr: LczlrlSversammIung. Seur wichtige Tagesordnung. Jeder muß erscheinen. Mitgliedskarte Ist Aus- weis Di« BczirkSIeitunz. KriegSbeschSbtnte«. BertranenSlentr der AB. N o r d- S p an d a ii. Versammlung Freitag, den 2. Mai, vom. 9 Uhr, alte Kantine. Erscheinen dringend erforderlich. IlngesielltennnSschiiffe der Waren-,«ans- und Spezialgeschäfte Groß. Berlins. Versammlung Freitag, den 2. Mai, 7'/, Uhr, Neue Roh- stratze 3(.Englischer Hos'). Tagesordnung: Stellung zum TarijverNag und Verschiedenes. Die Fünsertommisston. I. A.: Obmann Jacobowitz. Artilleriewerkstatt R»rd-Sp«nba«. Die Lohnzr.hlimg für Arbeiter und Arbeiterirme» findet am L. Mai zu denselben Zeiten wie am Montag statt. Die«ctriebSingenieore und BetrlebSaMenten der Groß. Berliner Metallindustrie wollen fich zn einer Fachgruppe zusammenschlicgen. Die Versammlung findet am Sonntag, den 4. Mal, vormittags 10 Uhr. im Berliner LehreroerewShanS statt. Tagesordnung: Gründung eine'. Fach- gr uppe. Stellungnahme zum Tarisoertrag. Verschiedenes. -20 M. Geldstrafe." Ein Arbeit« Wilhelm Schmidt, der ständig Arbeitslosenunterstützung«hielt, betrieb noch ein« ganz einträgliche „Nebenbeschäftigung'. Mit einem Soldaten schlich er sich tut FriedrichShain umher und spielt« Liebespärchen gegenüber, die dort Zärtlichkeiten austauschten, den Zdrnninalbeamten. Er verhaftete sie, fand sich ab« unterwegs bereit, eine sofort zu zahlende„Geld.- strafe von 30 SR.' anzunehmen. Zuletzt wurde« teurer. Jetzt fitzt er in Untersuchung. Gepäckschwindel. Die Fr»» Elise Koppen<*is der Adalbert- straße erließ Zeitungsanzeigen, daß sie für ihren Bruder in der' Provinz eine Wirtschafterin suche. Alle Mädchen und Frauen, die sich meldeten, nahm fi« an. Sie veranlaßte sie, möglichst bald mit ihr d«S Gepäck zum Dahnhof zu bringen. Dort gab sie es„bis zur gemeinsamen Abfahrt' w Verwahrung und behielt den Gepäck- schein. Wenn die Bewerberinnen dann zur verabredeten Zeit- wied« nach dem Dahnhof kamen, war Frau Köppen, die ver- schieden« Namen führte, mit dem Gepäck spurlos verschwunden. Gestern gelaug eS, die Schwindlerin festzunehmen. Tegel. Ans der Gemeindevertretung. Die am 28. April statt- gefundctie Gemeindevertretersitzung beschäftigt« sich mit der Wahl von S KreiStagSabgrordneten. Gewählt: Hälfe» SchörrfeTb (tt. Soz.), Stritte(Bürgert.). Betreffs Erhöhung der Hafengebühren wurde ein« Erhöhung von VO Proz. zugestimmt. Die Gebühren- ordnung der DeSmfettionSa'listalt wurde geändert; bis 5000 M. Einkommen bleibt frei, die Befreiung gilt nicht als Armenunter- stützung. Für die Errichtung ein« Ufermauer wird bei der Regierung de Ueberlassung des benötigten Seestreifens beantragt. Die Bezüge für die Ruhegehalts-, Witwen, und Waisengeldempfäng« wurden nach den neuen Gehaltsbezügen festgesetzt. Da auch für Sie Polizeibeamten der Achtstundentag eingeführt werden soll, so sind 13 neu« Stellen»i besetzen. Gerügt wurde das Verhalten der Händler Nehring, Brunowstr. 30e, der da? amerikanische Mehl ge- fälscht hat, und deS Händler» Kuflerow, Echlieperstr. 4. der zum Empfang der Ware zerschnittene und falsche Marken abgegeben und fich so zuviel Ware verschafft hat, di«« eingestandenermaßen ohne Marken vertauft hat. Beide» find die Gemeindewaren entzogen worden. AriedrichSfelde- KarkSborst. Di« Allgemeine Orts. trankenlall« Nlederbarnlm macht bekannt: Am S. Mal wird in FriedrichSIilde. verllner Straße A>, eine Zweigstelle für die OrtStcll« Frledrichsselde und KarlSborft errichtet Geichäslsstunden werkläqlich S— 1 Uhr. Zugleich gehen die Melde- und Zahlstellen in Fried, ichSseloe und KarlSborlt ei». Bon da ab find sämtlich« Au-, Ab- und Ummeldungen sowie Zahlungen au die Zweigstelle, Berliner Straße 20, zu richten. «einickendors. Freitag und Sonnabend von 12—4 und Sonntag von 9— l in der 1. flicmewdeschuli. Lindauer Straß«, Männeranzüge IIS bt» 125 M, dunkle Unterröik« tS M., wollene Decken zum Anseriigen von Damen- und Klnder-Wstern von SS M.; Kinderstrümpi« und Hemniocken. Treptvw-vanmschulenweg. Die Gemeindevertretung wählte als unbesoldete Schöffen fast einstimmig Kißner und L« m m(Soz.), Freigang und Lüdtke(ll. Soz.) und Justizrat Schaaff(Dem.). Die beantragte Gewährung von Mietebeihiifen an Personen, die erneut militärische Dienste genommen, wurde ab- aelehnt, weil gegenüber der KriegSzeit bei der heutigen Löhnung die Notwendigkeit nicht anerkannt wurde. Anträge der Unabhängigen, die schon von dem Kriege m der Vertretung auf unsere Anregung mehrfach behandelte Kommunalisierung einer Badeanstalt und die eine» Sonnenbades jetzt durchzuführen, wurden unt« prinzipieller Zustimmung ein« Kommission überwiesen. Wenig« glücklich waren die Unabhängigen mtt ihrem stark für die Tribünen zugeschnittenen . Antrag, di« Erwerbslos enunterstützuna vor jedem steu«lichen Eingriff zu schützen. Die verlang« Unpfändbarkeit hatte die von ihnen so gern verlästerte Regierung schon vorweg am 15. April 1910 angeordnet, und die Steuersreiheit für dies« eine Gruppe von Einkommen, die ihr FraftronSredn« e n t g e g e n seinen Genossen im Berliner Ratbause forderte, mußt« als durch. au» unsozial in dieser Form abgelehnt werden. Gr-"er kern Wort für da« Existenzminimum d« Unbemittelten al» solck« hatte, mußt« sich sagen lassen, daß man nicht Arbeitende mit modrigem Ein- kommen, unter Umständen arme Witnen. von 000 M«» besteuern könne und Nichtarbeitende mit Einkommen vi« 3000 M. unterschiedslos steuerfrei lassen könne. Ter ollein loz'alisinche Weg fei die Steuerfreiheit aller niedrigen Einkommen. In diesem Sinne ging dann der Antrag an«in« siomwission wwie: em ander« Unabbänaiaer die Gr sie v-rmbrene Srtuation durch Nenn«-'? v« Z'ftcr von 5000 M Mindesiemtommen ,u re'ten i-.'chw� I? da ArbeiterroiSlraqe ffibrn de Herrsew,! t» d«.-aa�-mpen Unabbönoia n ,» einem bert>en Verdruß st- fter u--'ärrpt Treptower Arbeit«».« b"» weder aul d,e Vermdmmg de» Zenn-'. ratS nock. bisher aus den Be'chluß der Gros..Ver!.iuir»rh- v" vom 5. Avril die von un» verlangte Rkiiivabl zugelassen. Taz>> aebören lbm trotz jene» Beschlusses nicht nur Gemeindevertreter als Mitalicdcr sondern sogar als besoldete Arbeilerräle an. Nun sollten setzt für den zweiten Gemeindeverlrel« a!» Arbeilerra, 450 M. für den Monat April bewilligt werden. Uns«« Fraktion beantragte zur Klarstellung der Legirimation. der Neuwah! und der Not- wcndigkeit— die beiden sozialistischen Fraktionen haben jetzt auch im Gemeindevorstaird die Niehrheit— Kommissionsberatung. Die Antwort waren persönliche Anrempelnngen. von der Tribüne siebe- voll unterstützt, so daß unseren Genossen zuletzt nichts übrig blieo. cla einen zart« Weise zurück gc Halteue» Grund für di« gefortzerte Kzmonsslonsberatung Wider Willen öffentlich zu nennen. T«Z Aprilgcld sollte nicht eher bewilüfll werden, ehe über die Erbebung eines doppelten Monatsgehalts für März Aufklärung gegeben war. Der zweit«, wirtschaplich recht gut gestellte„Vollsbeauftragte" mußte zugeben, daß er für März einmal volles Gehalt von seinem Arbeitgeber erhalten und ein weiteres Monatsgehalt nebst Aufwandsentschädigung als»entgangenen Arbeit?-- b e r d i e n st" von der Gemeinde erhoben habe. DaS schlug ein, deprimierend für seine Freunde unten und auf der Tribüne, so daß selbst der Vorstände der unabhängrgen Fraktion sich gezwungen sah, von diesem..Kontrolleur der Gemeindevertretung" energisch abzurücken. Nun war auf einmal die von der»ahnungslosen, ver- räierischen* Mehrheitssraktion geforderte Kommisfionsberatung zweckmäßig. Waidmannslust sLübars). Der Gewährung von UebertsuerungZ- zuichüssen für ein EimamilienhauS und sür einen Massenwohnungs- bau wurde nicht zugestimmt. Eine boiivtamiliche Stelle für eine techmiche Lehrerin, die den Turn« und Handarbeitsunterricht erteilen soll, wird an der hiesigen Schule eingerichtet werden. Da? Miets« einigungeamt konnte nach nicht in Tätigkeit treten, da der erste Vornyende die Wahl abgelehnt hat. Zu einem heftigen Zusammen« stoß mit den Bürgervereinlern und fem Gemeindevorsteher führte der nochmalige Antrag von fünf Gemeindeverordneten, die bis- herrge Entschädigung an ein Mitglied des Arbeiterrates weiterzu- zahlen. Trotzdem die Sache über vier Wochen spielt, fühlt« die reaktionär« Mehrheit das BedlirsiuS. sich erst noch zu infoimicren und faßte einen dahingehenden Beschluß. IlMcre Anträge, bis zur gesetzlichen Regelung zu zahlen oder einen Ausschutz zur Jnfor- rnahon zu wählen, winde abgelehnt. Ein Dringlichkeitsantrag aller Sozialdemokraten, eine Gemeindeverkauisstellc einzurichten, wurde abgelehnt, aber wenigstens ongeficht» der Unterschleife mit den übrigbleibenden Lebendmitteln beschlossen, daß die restierenden Lebensmittel unter die von der Gemeinde bestimmten Personen ab- gegeben werden dürfen. Der Bau der Schnellbahnstreck! Reinickendorf— Hirmbokdihain hat begonnen. Sie wird als Hochbahn ausgekaut und über den Bahnhof Gefundbrunnen hurweggcsührt. Grufj-Berliner Lebensmittel. Lichterfelde. Aul Nr. S der grauen Ha'krslo-keiikarte für Kinder bis -Ii 2 Jahren t Psd. kkindergerüeimiehl fSO PH) und t Pfd Hiifcrgocken S0 PI.) sowie aus Nr, 10 sür 70 jäbilgc b Pake!« Zwieback lstckSi zusammen ? S0 M,. Gegen Nückgcbe der Ahrll« M!lchkartenniil!,!!tücke g l lblau), Öl(biaim) und C 11(mau) bis 15. Mai in Konsilürengcjchästcn je 1 Psd Kindergerltenmedl(80 PH) Pankow. Von beute ab aol Abschnitt 28 der Pankower Lebens. miiieUvrte 125 Gramm Miichobst(2 M,.?!n dieser Woche bleibt Kürz-mg der A«, B« und L-Karte um I«'/« Liter bcftehon. Soweit'/,-L'trrlarten II berbauht nicht mit Frlichmilch bcltllrrt, Ersatz für 4 Tage eine Büchie Kondensmilch, sür'/.-LNer-Kranlenkarten muß bis 3. Mal eine Büchse tondensieite Milch verabfolnt werden. Puchbolz. Voranmeldung bis zum 2. Mai: Ablchnitt 18 und 10 250 Gramm Näbrmiltel, Abschnitt 22 250 Gramm Kunsthonig. Die Kailsleute haben die gesammelten Abschnitte bis zum Z. im AmtShause abzuliefern. Hennigsdorf. Sonnabend 280 xr Weizenmehl(58), 150 gt Graupen, Haseiflocken, Marmelade oder Stadeln(80). (bei Manny und Pctzfch. Nachmittags 3 llhr, Abmarsch und Umzug. Anschließend Kinderbelustigungen und Ball. Berein Arbeiterjugend Groß-Bcrlin. Die Abteilungen beteiligen fich an den großen Maiversanrinlungen, Treffpunkt morgens 9 Uhr vor den Ab.eiiungSiokalen.— Abteilung Moabit: nach- mittags 0 Uhr bei Schmidt, Wiclesstr. 17, Maifeier. Borsigwaldc-Wirtcnau. Nachmittags S Uhr, bei Schulze in Wittenau. Nsjcnthal-Niederschönhauscn-West. Treffpunkt um 12'/, Uhr bei Barth zum Abmaisch nach Lübars. Nachzügler daselbst»Zum fidelen Schin'en". Lankwitz. Oesfcntliche Versammlung vormittags 11 Uhr auf dem Nathansplatz. Nachmiitags: Zusammenkunft in Heyners, jetzt Lehmanns Festsäle, um 6 Uhr nachmittags. Spandau. Tie Generalversammlung nahm den Geschäfts- und Kassenbericht entgegen und nahm sodann die üblichen Wahlen vor. Die Vorjtnndswahl hatte folgendes Resultat: 1. Vorsitzender Willi Jahnke, 2. Vorsitzender Gottlob Münsinger, l._ Kassierer Robert Rabe, 2. Kassierer Hans Simon, 1. Schriftführer Wilhelm Hesse, 2. Schriftführer Schwertseger; Revisoren Schwarz, Appold und Pieck; Beisitzer H. Richter, Anna Ä p p o l d t, Ernst Vogel; AbteilungSführer R i e tz m a n n, Strehlke, Fechnrr und K a h l b o r n. Grsß-9erliner parteinachrichten. Maifeier». Neuklllln, Die Nachmittagsveranstalwng findet im Schultheiß- Ausschank, Halenbeide. statt. Eintritt 60 Pf. Frirdrichsfclde, KarlShorft, Oberschönoweide: Treffpunkt 8 Uhr morgen? bei Habcrland. Charlottctibnrg. Die Genoffen werden darauf aufmerksam ge- macht, daß die Maifeier aus dem Spandauer Bock stalifindet. Beginn des Konzeits 4 Uhr nachmittags. Marirnfelde. Am 1. Mai, vormittags V'/, Uhr, Zusammenkunft ZSlkmersdorf. Fortsetzung der letzten Versammlung, Sonnabend 3. Mai, im BiSmarck-Gymnasinm, Psalzburger Straße. Buchbolz. Freitag, 2. Mni, abends 7'/, Uhr, bei Kachne, Berliner Straße 3S. öfsentliche Vcrlammlmig. Tagesordnung: 1. Der Kreistag a!S Herd der Reaition lu Preußen. 2 Die Kreisiagswahien am 4. Mai(als erster Kandidat«doli Domnick, Redakteur, B««chholz). 3. Gcmeindeange- legendeiten, 4, Aussprache. Tic Geschäftsstelle der Zentralstelle für Einigung der Sozial- drmolratie befindet sich vom 2, Mai ab Potsdamer Str. 27 B, letztes Gartenhaus 2 Jvetwen, Fernsprechamt Kurfürst 2282. Die Vressekommisnon bcitcht aus den Gcnosicn tzochaus und Zlenau. Alle diesbezüglichen Mit- tcilungen an die obenbczeichnete KeschäsiSstelle,'.z, H. des Genossen Zicnau (GcichäflSstelle des Verlage?.Bundschuh') zu richten. iZ»tsltvvz. Ltte Sselin. llogr, 1AI5 IveschSftsfteNeiBerlwSVb«, Oraniensw. 83-34, EtätTn. 0. Iv-a. Sonnabb.n. 10-2 Uhr. «m 21. April oerstard unser Mttglled, Frau Ldarlotto Uoöi g«b. eerkiuo Groß» Frankfurter Str. S8, Ferner verftarb am 27. April unser Mitglied, Frau 8opd!k KeoÄvg geb. Meyer ReukNlu. Ricmrtzstratze 5. Die Cinilscheruiigen erfolgen Im.Krematorium Trevtaw- Bauinschulenireg am Sonnabend nachmitiag, erster» um 3'/« Uhr, tefiterc um2>/. Uhr. 182, ll Ferner verstarb am 27. April unser Mitglied, Herr Karl Weinert Steglitzer Strotze 8, Die EtnLscherung erfolgt lm llremotorium Gericht stratz» am Sonnabend vor- miUog 12 Uhr. Ehre ihrem Audeutr»! »er Voroeoait. Adonnvmentr-8<-olel!unx. ät- ,k3te-?8!tlll!g' veraen»nxenaannen bei losxenäea 8i>e40, 9965, Koilendf. 511. sZIstv Merkel& Co. Meißen empfehlen sich bei Dedarf von geltungstaschen, Delegierten. moppen, Markenmappen ic.' FlrLaßil-oiidWoiialiSüser oertause sehr vllllg an der volistöndtg rcaul irrten Echloh- Alle« in Nieberjchönhousen. dwit am Hchlotzvark, Grundstücke, die auch zur Selbstbrmirts chaftuug unb zur stiheren»upttalo- a>»l»>e besonder» geelgnee sind. Bequem« Verbindungen. An»- tunn auch E»nnlogs,«wischea 8-7 Uhr. Riederich-inhausen, Schlotz-AUee 40. S. Joseph. Amt Moabit 8675 10282 „Freöy" f'uica Brunnenstr. 17, Zigarren Zigaratieei A;nt Norden 2341*3 Pumpen für jeden 2« eck und Qröcc, klemsteHand pumpen mm Selbst- aufsteU.nach kostenlosen Anleitung. fachminn. Rat. 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Hatte jetzt Sprechstunden ab «tÄ t« stt. 37 (SirutiBberaet Platz) tdläije oom raicicndevplafe. Dschenl>> 2.4- 7 ZonntÄ— 12 -»Oölltizs. .tvrrön-�iZltZs .eier 30.-«.!«.. m. TüDhlaccr Koch Ä Sfidaad I ö. in. b. 1! 1 Oertmudtenstr, I Vcrtautszelr 20 21 I 8—7 Uhr. ei'e», U-fftUA. eiserne Senile c�iiul)«, Aanntiele, riiinven. Sau'er. Koch' mo>chmen. schwarzer und oerzintler Deohi Usw.. nini unb gebraucht, in grotzerAnswah! amLager roUxKshk.Ä'.'5 Hauptgeschifft: »i'sngZeuduk�el' iJfer2-3, � Lager: Volwirestraße. Ekk.- Dircksenstraße. (Uxlr. Valeeian cps.) nur»us rllaeiaonstottsu dsrsibob ?rei8 4 hl. Geüerzßeiiiil'. HotollOT-ipofteke, Berlin W 10 KOnigi-Aagusta-StraBe 5«.— Teieph.: Lüizow 133. MWBSM»«l«WN • Schwer-«.iail ,z \$ t.Licklgost»sa»s 1 iMSboStransporte bis 50 km per Achse Msiteni Zestnai. finpst Marks, Prenzloaer Str. 27, König ladt 3 7A Kopll uz besfitifi men ar. sr.. i-.-r«cn i mit den; sclinoU wirkender!| a r;'. Irl ,. 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Die Reife zum Sozialismus muß alio auch bei den Menschen zuerst geichaffen werden. Und da« ist ein Stück allerichwerster Erziehungsarbeit. Was nützt da» schönste SozialifierungSprogramm, wenn eS von den Menschen verdorben und verzerrt wird? In Rußland hat man. weil die Roizustände im Land« die soziale Solidarität erschüttert haben und weil jeder versucht ist, die ihm nöngen Unterhalts- mittel, ohne Rücksicht auf die Nebenmenschen, sich durch «in Minimum von Arbeit zu beschaffen, den glatten Banlerott deS Sozialismus organisiert. Damit hat man den Arbeitern der übrigen Lander für ihre Bestrebungen große Schwierigkeiten in den Weg geworfen. Der Bolschewismus hat Hal« über Kopf den Sozialismus ein« führen wollen. Er bat ein Zerrbild de« Sozialismus erreicht, und jetzt muß er sogar, um dem Volke, da« schlimmste Elend zu ersparen, da« ganze bißchenSozialiSmuS wieder a n P r i v a t« kapitalisten verkaufen. Di« norwegische Sazialdemokrati«, die bekcmtlich dem Bolsche- wiSmus na hefteht, hat einige ihrer hervorragendsten Mitglieder zum Studium der. Verhältnisse nach Rußland geschickt, darunter ihren zweiten Vorsitzenden Rechtsanwalt Stang und den Rechtsanwalt und Redakteur Michael Puntervold. Dieser letztere schreiksi nun im Stockholmer.Socialdemokraten". daß di« Sowjetregierung«uSländischen Kapitalisten ungeheure Konzessionen anbietet; eS feien die größten, die rn der Welt jemals vergeben wurden. Eine Konzession umfaßt Eiscnbahnbauten vom Ob bis Petersburg und Archangelsk in einer Gefamtlängr von 22vll Kilo« meiern, da» Nutzungsrecht an den?. äldcrn läng» dieser Eisen» bahnen, die 35 Millioncu Morgen groß sind, die Ausbeutung der dortigen Wasserfälle und der Erzvorräte, die beim Bau der Eisen- bahnen erschlossen werden. Außerdem sollen die Inhaber der Kon- Zessionen da» Recht erholten, an allen Eisenbahnstcutionen und in ollen Städten in der Nähe der Ensendahnen eigene Privatbanke» einzurichten. Tie Baukosten allein der Eiseabaha sind auf 4% Milliarden Mark veranschlagt. Da» ist der Ausverkauf dei kommunistischen Rußland. Führt man darum den Kommunismus ein, um dann di« nationalen Ge- meinschcfiSgüt«? wieder an ausländische Kapitalisten zu»er- schachern? Rußland hat den Teufel durch Beelzebub ausgetrieben. Tn« Arbeiter kommen dadurch vom Regen in die Traufe. Rußland � sinkt dadurch auf den Stand der Halbkolonialvölker herab, die schuften müssen, um auSIäirdifchen Kapitalisten die Beutel zu füllen. Wenn schon der KapitrckiSmu» nötig ist. dann ist der«inheimische vorzuziehen, denn dessen Profit kann für di« einheimisch« Finanz. gebahrung auf d«m Steu«rwcge leicht«rfaßt werden und ihm lassen sich viel leichter alle die Gesetze aufzwingen, di? zum Schutze der Arbeiter notwendig sind. 4 Ziehungen noch nie so starf wie gerade jetzt, wo dir Steuern eine Höh« erreicht haben, wie man sie früher für unmöglich gehal- ten hätte. Mängel in der Steuergesetzgebung, Ucderlastung der einzelnen Beamten, vielleicht auch der Umstand, daß bei der heuti- gen Organisaiiongen der Verwaltung gerade die Beamten, die die Verhandlungen mit den Steuerpflichtige» führen, eine» zu geringe» Einfluß auf die Veranlagung selbst ausüben und nicht an den Sitzungen der Kommissionen teilnehmen können, gehören mit zu den Gründen, die das unerfreuliche Resultat zeitigen. Bon ganz de- sonderer Bedeutung aber ist eS. daß in dem großen Berlin da« VeranlagungSgcschäft der Hauptsache nach von einer Zentrale. der Direktion für die Verwaltung der direkten Steuern, ausgeübt wirld, deren Präsident und Mitglieder unmöglich die Verhältnisse der einzelnen Steuerpflichtigen aus eigener Anschauung beurteilen können. Was hier nottut, ist vor ollen Dingen eine Dezentralisa- nahm« zum letzten Generalstreik Lehmann im Betriebsrat offen erklärt«, daß er mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln dafür sorgen werde, daß wir au» dem Amte entlassen werden, und uns öffentlich mehrere Male Streikbrecher geschimpft hatte, waren für un« die Boraussetzungen für sachliche» Zusammenarbeite« nicht mehr gegeben. Di« Verhältnisse de» Amte« stellten sein Fortbcstehen in Frag«. Dir beantragten beim Vorstand, so schnell wie möglich eine Neu» wähl de? ArbeiterratS vorzunehmen. Vom Wahlausschuß de» Boll- zugSroteS wurde un» dann auch der Auftrag erteilt, eine Neuwahl auszuschreiben. Der Arbeiterrat jedoch hatte nicht« eiligere» zu tun. aAl zum VollzugSrat zu laufen, um di« Neuwahl zu hint«i> treiben, wa» ihm auch gelungen ist. Dir hatten hiernach da» Empfinden, daß wir beim VollzugSrat nicht genügend unterstützt wurden; e» wurde darauf vom Kriegsministerium die Neuwahl angeordnet. Ohne dem Gedanken de» RätcshstemS zu nahe zu treten, kann man verschiedener Meinung darüber sein, ob unter den ob- waltenden Umständen der VollzugSrat oder da» Kriegsministerium Hon. ES ist unumgänglich notwendig, daß der Veranlagung»-> mehr berechtigt gewesen ist. darüber zu entscheiden, ob ein« Neu kommissar tunlichst aus eigener Anschauung den Wirkungskreis deSiwabl deS Arbcitc-rrateS noiwci big fei oder nicht. Die Wahl ist Dezentralisation öer Steuerveranlagung. Von Regierungssekretär Mietke. Die unerfreulich« Tatsache, daß große Stmerbeträge unge- achtet oller Bemühungen der Steuerbehrden hinterzogen werden, muß unumwuaden zugestanden werden. Di« Gründe hierfür sind mannigfacher Art. Zunächst war der Anrei zu Hinter- Steuerpflichtigen kennen lernt und mit ihm in möglichst nahe per sönliche Fühlung tritt. E» wird sich daher empfehlen, daß für die einzelnen historischen Stadtteile Steuerämter eingerichet und diesen wieder eine Anzahl Zweigsteuerämter unterstellt werden. Letztere können sich in ihrer örtlichen Ausdehnung etwa mit den Polizeirevieren decken und würden so im ganzen drei bi» vier Vor- einschätzungSbezirke umfassen. Als Leiter dieser Zweig- steuer ämter wären erfahrene Steuersekretäre zu bestellen und ihnen Dienstwohnungen in ihrem Bezirk anzuweisen, so daß sie sich dauernd über die Verhältnisse in ihrem Bereich auf dem Laufenden erhalten und in steter Fühlung mit den KommisstonSmitgliedern bleiben könnten. Nur so wird sich ein ersprießliche» Wirken erzielen lassen. Daß diese» Verfahren auch für den Steuerpflichtigen selbst (der manchen zeitraubenden Weg ersparen und viel leichter mit dein Steuerkommissar persönlich in Verhandlung treten könnte), von größtem Vorteil wäre, liegt auf der Han�t. Vor allen Dingen wäre eS aber auch erforderlich, daß da» G e- wisse-n der Bevölkerung selbst geschärst und die Einsicht immer mehr Gemeingut wird, daß jeder einzelne au« dem Volle Einbuße au einem Wohlsein und an dem allen gemein- samen Staatsgut erleidet, wenn nicht da« Einkommen mög- lichst aller Staatsbürger glcichwäßig und scharf erfaßt wird. Wer sich die? vor Augen hält, wird nicht dahin kommen, Widerspruch gegen ein scharfes Zugreifen der Veranlagung« behörden da, wo es nottut, zu erheben. Zum Streit im Spanöauer Sekieiöungsamt. Die Darstellung de» VollzugSratS in Nr. 205 de».Vorwärts� vom 23 April, der.Freiheit" in Nr. l93 desselben Datum», sowie in Nr. 13S vom 23. April bedeutet eine grobe Irreführung , der öffentlichen Meinung. Der.offiziell«" Bericht de» Vollzug»- rate«, sowie der Artikel der.Freiheit" vom 23. April erwecken den Anschein, der Arbeiterrat sei erst abgesetzt und dann eine Neuwahl Tz. glaubten eS besonders fluq arwistellen, indem st« erst in diese« angeordwet worden; das ist falsch. Bei der ersten« rbei terra t»Wahl 1 Betriebe kräftig für den Streik hetzten, wodurch eS gelang, daß ein . im Dezember 191« erflärte der bisherige Arbeitma« Domback, daß Teil der Beschäftigten die Arbeit niederlegte, sie selbst aber weiter- er Anhänger der MehrheitSpartei sei. Noch der Wahl arb iteten. um sich nach einigen Tagen von dem Dienststellm,» . schwenkte er sofort zur U. S. P. ab. E« war« die einfachst« poli-■ leitet beurlauben zu lassen, im Fall«, daß die Karre schief "~•-----------■ Arb�wrrat ging. Nunmehr glaubten sie ardeckt zn sein. Daher jetzt die tiefe Erbittern na bei den irregeführten an sich unschuldigen Kollegen, nachdem ihnen eine unparteiische Darstellnng über den Sinit und Zweck de? Strei!» gegeben worden ist. Di«.Freiheit" bringt nun in ihrer Nnmmer vom Mittwoch, den 23 April, unter der Heber- schrift.NoSk«. der Streiklwechcrschiitzer" einen Artikel, worin sie alle Mitglieder der S. P. D. kurzerband Streikbrecher nennt. Wir e, klären öffentlich, daß un» die.Freiheit" mit diesem Ausdruck nicht beleidigen kann, da sie durch ihre tendenziöse Derichterslatlung den Tatbestand zu verdrehen sucht, weifen wir ausdrücklich darauf hin. daß e» sich um einen Strsik rein politischer Natur bandelt, dabei kann e» keine St reift' recl-er aebon. Auch in der.Freiheit" vom 23. Aprik wird in einem Bericht von einer Versammlung der Zahl» stelle de« SchneiderverbandeS von Streikbrechern geiv rochen. Wenn die Verwaltung einer freigewerkschaftlichen Organisation, die doch wissen muß. daß es sich um einen poli tischen Streik handelt, in diesem Zusammenhange von Streikbrechern spricht, so hat sie da» Recht verwirkt, als GewrkschaftSlettung geachtet zu werden. rechtmäßig vor sich gegangen. U. T. P und Kommunisten profla» mierten Wohlenthaltung. Durch den ungeheuerlichsten Druck und Terrorismus von dieser Seite war e» auch einem großen Teil der Anhänger der S. P. D. nicht nioglich.Jich am der Wahl zu beteiligen. Di« ganz schwache Beteiligung ändert aber an der Gültigkeit der Wahl nicht da» geringste. Räch unserer und der Austassung derjenigen Unabhängigen, die noch einer ruhigen Ueher» legung fähig sind, haben die U. S. P. und Kommunisten wieder entmvl eine bodenlose Dummheit begangen. Bei seder Gelegenheit erklärt« der bisherige Arbeiterrat, daß e» auf dem Amt nur eine Handvoll mehrheitssozialistische Arbeiter gebe und eine Neuwahl gar nicht notwendig sei. weil er ja da» Vatrauen sämtlicher Beschäftigten aeiiirß« In Wirklichkeit beben sie sich an der Wabl deS» wegen nicht beteiligt, weil ihnen bei freier, unbehinderter Wahl« ausübung da» Resultat ganz gehörig in die kknochcn gefahren wäre, daher die Verhinderung der Wahl mit allen Mitteln. Durch die Nicht bei ei ligung an der Wahl haben sich unsere Gegner von link« jeglicktcS Recht verscherzt, gegen di« Notwendig- keit und Gplti.ikeit der Neuwahl Protest einzulegen. Der bisherige Arbeiterrat erklärte, nur der rohen Gewalt weichen zu wollen. Zu freiwilliger Uebecgabe erflärte er sich nicht bereit. Darauf wurde vom Korps Liiftwitz durch Besetzung de» Amte» der rechtmäßig ge- wählte neu« Arbciterrat in sein Amt eingesetzt. Also nicht NoSke und Generat Lüttwitz haben die Nrbefterräte willkürlich abgesetzt, sondern sie haben sich durch Nichtbeteiligung an der Walhl selbst hinauSwäblen lassen. Wenn wir«S bis jetzt nun auch gnindfätzlich auf da« schärfste bekämpft haben, daß andersdenkende Arbeiter auf Grund ihrer politischen Meinungen und Handlungen boNkottiert oder entlassen werden, so muß hier mit aller Deutlich- keit gesoat werden, daß der bisherige Arbeiterrgt nebst den 5 Be- trielisräten ibrer eigenen Kampsmethode, der Scbürung de» Terror?. selbst zum Ovser gefallen sind. Daraufhin wurde nunmehr von dieser Seite zum Svmpatbiestreik für die Entlassenen getrieben. Täglich kamen nach diesem Sireik Hunderte von Schneidern zum neuen Arbciterrat und erflärten, welch ungeheurem TerroriSmuS sie ausgesetzt worden waren. M< erflärten übereinstimmend, daß eine Abstimmung über Von Streik nicht zugelassen wurde. Sie wurden durch die Betriebsräte der U. S P. D. und K. P. g e» zwungen, den Betrieb zu verlassen. Ein paar Betriebsräte in tische AnstandSpfücht gewesen, seinen Posten al» niederzulegen Da« Hot er natürlich nicht getan. Fm Gegeutetl, er hat seine Funktion mit dem ehemaligen kommunifti- scheu Arbeitrrrat Lehmann dazu benutzt, die Angestellten und Ar» heiter de» BekleidungSamteS in einer ganz einseitigen parteipolift- schen Richtung zu verhetzen. Die Mitwirkung der S. P. D. in ihrem Sinne bei der Regelung der Arbeiter, und Verwaltung»- fragen de» Amtes wurde durch den erst gezüchteten TmoriSmuS vollständig ausgeschaltet. So oft in den DotriebSversammlimgen versucht wurde, die Ansichten der S. P D. zur Geltung zu bringen, wurden diese systematisch niederge brüllt und ihre Anhänger in der niedrigsten Weise beschimpft und bedroht. In den Betriebsrat». sitzungen wurde gegen die Betriebsräte der S. P. D. ein förmltches Kesseltreiben veranstaltet. Bei jeder Gelegenheit wurde zum gewaltsamen Sturz der Regierung aufgefordert, sowie die Genossen Scheidemann, Ebert imd Nokle in der schwersten Art be- schimpft und verleumdet. Handlanger der Kapitalisten und de» Militarismus zu sein. AI» auf Grund unserer Stellung» tS) Cia Doppelgänger. Erzählung von Theodor Gtorm. So waren nun wieder drei Bewohner in der Kate; und doch war es darin so still, daß die Buben und Pflastertreter, welche daran vorbeigingen, vergebens einen Zeitvertreib von dort erwarteten. Nur etwas Hübsches, das sie jedoch nicht zum Stillstehen brachte, gab es im Sommer bisweilen dort zu sehen. Tos war ein dürftig, aber allzeit sauber gekleidetes Dirnlein, das mit einer Puppe oder einem� anderen Spiel- werk auf der Haustürschivelle saß, wo die Sonne auf ihrem braunen Scheitel glänzte. Wenn aber von drunten aus der Stadt die Turmuhr Mittag schlug, i>ann legte sie hastig ihre Puppe auf die Schwelle und giny mit vorgestrecktem Köpfchen einige Häuser, so weit Alt-Mariken es lhr erlaubt hatte, in die Stadt hinab; auch wohl, bedächtig und immer das Köpf- chen rückwärts drehend, ging sie wiederum nach ihrer Haus- tür und nahm wie gedankenlos die Puppe iv die Hand; bald aber trieb es sie aufs neue auf, und endlich, mit jenem Auf- schrei vollsten Kinderglückes. flog sie dem von der Arbeit zu kurzer Ruhe heimkehrenden Vater in die ausgebreiteten Arme. Dann trug er seinen kleinen Trost die paar Häuser weit nach seiner Wohnung, wo schon die Alte mit ihren mun- teren Augen an der Türe harrte.„Nur herein, Johnl Nur herein!" rief sie;„die Kartoffeln Hab ich Euch gekocht; und da« Tövfchen Milch vom Nachbar Bäcker steht auch schon auf dem Tifchl" Dann band sie eine reine Schürze vor und ging mit dem irdenen Henkeltopf auf ihren eigenen Suppengang in die Stadt hinunter. John aber und sein Christinchen setzten sich an den Tisch, nactoern er zuvor au» der Schatullenschublade ein derbes -sckwarchrot hervorgeholt hatte. Er schnitt zwei Stucke ab und brockte sie in die Milch, die in zwei Kllmmchen verteilt wurde; zuletzt aßen sie mit etwa« Salz die dampfenden Kartoffeln. Nachbar Ttscblers bunte Kotze kam herein und strich dem Kmde um dle Beinchen; der warf Christinchen auch noch eine in salz gestippte Kartoffel zu. Aber die Katze beroch sie nur, leckte ein- mal daran und begann sie dann mit ihren Pfötchen in der Kammer umherzurollen. Da sachten Pater und Tochter. „Die mag keine Kartoffeln," sagte John;„da« ist ein Lecker- zahnl Schineckt es denn dir. Christinchen?" Und als die Kleine ihm schmausend zunickte, holte er noch einmal etwas aus der Schublade.„Nun merk aufl" rief er. „Nun komnit der Nachtischl" Es war aber nur eine Messer- spitze mit Butter, was er jetzt auf ihren Teller strich.„So." sagte er,„damit iß nun deine letzte Kartoffel I" Und de« Kinde« Augen leuchteten vor Vergnügen. Wenn die kleine HauStürglocke und Mariken mit ihrem Tcwfe wieder heimkam, dann g-z,; nach der Mütze und ging wieder auf seine Arbeit. Als Christinchen dann eines Tages in die Küche sief, sah'sie die Alte am Herde sitzen und mit besonderem Behagen aus ihrem Topfe löffeln; ein leckerer Duft schwamm ordentlich in der Küche, und nach dem mageren Mittag mochte ein begehr- sicher Ausdruck deutlich genug auf dem Kinderantlitz stehen. Die Alte legte den Löffel aus der Hand.„Komm. Kind. und halte mit!" rief sie.„das wird dir guttunl" Aber Christine trat zurück und schüttelte das Köpfchen: jJch Hab mit Vater schon gegessen." „Doch nicht von Frau Senator ihrer Sonntagssuppe!" „Ich darf nicht," sagte das Kind leise. „Was?" rief die Alte.„Wer hat dir daS verboten?" „Mein Vater," kam es ebenso von den Lippen deS KindeS. Wie Zornesröte flog es in das Gesicht der Alten.„So, so!" sagte sie und stemmte die staust mit dem Löffel aus ihr Knie. ,„Ja. ja. ich glaubs: du sollst nicht mit mir von meinen Bettel- i stippen essen!" Aber sie drängte die Worte zurück, die noch über > ihre Zunge wollten; da� Kind durfte das nicht hören..Komm." sagte sie und stellte ihren Topf beiseite,„ich bin satt; wir wollet? in den Garten, da find ich dir noch ein paar Stachelbeeren. Du bist ein braves Kindl Sei deinem Vater allzeit so gehorsam: da wird dir's wohlgehen l" Und sie wanderten miteinander in den Garten, und so dürftig auch die Ernte ausfiel, die Alte erzählte so alle? ver- gessen machende Geschichten von Prinzessin Pumphias Groß- mutter, daß der Leckerappetit der Kleinen, sie wußte nicht wie. verging. •• -- Das war in der Zeit, die sich so unauslöschsich dem Kinderherzen einprägte, daß dagegen alle?, was vorher war, in Dämmerung versank, von der die Frau, die einstmals dieses Kind gewesen war. mir heute noch gesagt hatte, daß es in ihrer Kindheit die Nosenzeit gewesen sei. John hatte dem Nachbar Tischler Wort gehalten; der Sarg der jitngm Frau war bis auf den letzten Dreier von ihm be- zahlt worden; er hatte sein Weib doch selbst begraben. DaS anmutige Kind, das so jählings mutterlos geworden, mit dem wM jetzt nachmittags die Alte durch die Ströhen prunkte, hatte daS Mitleid der Stadt erweckt, und war auch diese Teilnahme nicht von lqpger Dauer, es hatte dem Vater doch zu Arbeiten verholfen, die ihm sonst nicht gekommen wären, und da es meist VcrdingSarbcitcn waren, so half seine geschickte Kraft ihm jetzt zu gutem Verdienst. Und cineS Sonnabends— daS Kind mochte jetzt schon reichlich seine fünf Jahre all sein— da John am Feierabend einen tüchtigen Wochenlohn vor sich auf den Tisch zählte und dann einen Teil davon zum Mietzins abschied, stand auch Alt-Mariken dabei, und auf die vielen Schillinge niederschauend sprach sie:«Gib mir auch etwas da- von!" Als er verwundert aufsah, fügte sie schmunzelnd bei: „Du glaubst, John, ich will nun auch bei dir betteln!" „Nein, Mariken; aber was will Sie?" „Nur acht Schillinge, um eine Tafel und eine Fibc' v siir zu kaufen!" „Will Sie noch schreiben und lesen lernen?" „Nein. John, das Hab ich, Gott und meinem seligen Vater Dank, nicht nötig! Aber mit Christinchen ist es an der Zeit. Und das soll sie schon von dem alten Weibe lernen; ich war einst meines Vaters beste Schülerin." John reichte ihr, waS sie verlangte.„Sie hat wohl recht, Mariken," sagte er. ——- Und so lernte Christine diese schwierigen Dinge leichter und um ein paar Jähre früher, als es armen Kindern sonst zuteil wird, und jetzt waren eS andere Menschen als früher, nachdenkliche Leute, pensionierte Schullehrer, auch wohl alte Großmütter, die manchmal vor der kleinen Kate ihren Schritt ! hemmten und mit einem Ausdruck von zärtlichem Beifall auf daS eifrige Kind dort aus der Haiistiirschwelle sahen. daS. ohne umzublicken, unachtend der braunen Löckchen, die von der Stirn ibm in die Augen hingen, den Kops über eine Fibel neigte und, alles um sich her vergessend, den kleinen Zeigesinger von einem Wort zum anderen rückte, sobald das Mündlein die schwarzen Druckzeichen in den hellen Sprachlaut umgefetzt hotte. lFortj. folgt.? Die in der Sonnt aysnunrmer des„Vorwärts� vom 2?. April enthaltenen AuSnihrunaen der S. P. D.-MiWteder des Vollzugs- rates über daS Bek!eidungS>.:mt� treffen fachlich nicht zu, sondern finden ev. nur auf die anderen Staatswerkstätten von Spandau An- Wendung. A.- und S.-!)iat Beklsidungsamt Sprmdau. Karl Schulze. Johannes Köhler. Sriekkasten öe? ReSaktwn. Jeder für den Briefkasten destimmlen Anfrage füge man einen DuSstaben und«ine Nummer bei. Bricfiickie Auskunft wird nicht erteilt. Eilige An» lcaacn trage man in der Juristischen Sprechstunde. Lindenstr. 3. 3. Hof links. 4 Treppen, 4 bis 7, Sonnabends 3 bis B Uhr nachmittags bor. Schriftstücke und Verträge stiib mitzubringen. «. S. 777. 1. Zweckoeivand Groh» Berlin, Klopstocksir. 2t. 2. Ge- schaflSstelle der Freien Bollsbühne am Bülowplatz.—®. St. 2>!ittler u. Golm. Berlin. Kochstr.«S-71.- Nt. K. 1X3. Ist erst nach Wieder. aufnähme der diplomatischen Beziehungen möglich.— Max 72. Vorsitzender der ArbcltsgemPnschas! soz. Lehrer und Lehrerinnen ist Heinrich Schulz, Beriin, Lindenstr. 3— X. St. 40. Soviel uns bekannt, sind beide Scheine echt.— Tch. 100. Bund der Kriegsbeschödigten, Lwdenstr. ttt. — B. CnilaslungSslelle V. Anvaiidenslr. b3.— K. St. Der WaschansiallS- besitzer ist haslbar. Sie können evenll Klage erbeben.— Echtcrdieck, Knetterheide. 1. Ein Zloang, den Ort zu pcrlassen. besteht nicht. Der Nnternelmer hat aber die Entlasinngspflicht. Falls nicht eine Ausnahme in Frage kommt. 2. Die Frage läßt sich nur nach genauer>Lachdarsttllung, insdeiondere der Bckannigabe der persönlichen Dcihäilniss« des Beircsienden, beantworten.— Sl. K. 36. 1. Ja. 2. OrtSpolizribehördc. Etwa 5 M.— W.®. 4. Für die Äoniraltdauer können Sie allein über den(Zarten verfügen. Für den Fall der Kündigung wenden Sie sich an das dortige MieteiniaiingSamt, salls ein solches nicht besteht, an das Amtsgericht. Eine Verpflichtung für den Veimielcr brzw. Verpächter, Ihnen den(Zarten sür die Zeit nach Ablins der Bcrtragsdauer zu überlassen, beliebt nicht. Falls die Berechtigung zum Hallen der Hühner im Vertrage nicht untersagt ist, tönncn Sic solche auch weiter halten.— M. St. 136. 1. und 5. Nein. 2. Nicht notwendig. 3 Ebcnsavs nicht erjordcrlich, im Interesse der Bc- schlcutugung aber zweckmähig. 4. Solange das Gericht das Obselt nicht scstgeictzt hat, nicht zu beantworten.— St. S. 32. Bei der Enilassungs- stelle VI, Lichtenberg, Marktstr.12.— A.K» 1001. Prüsungsstelle Planus er 03, — I. 2. in Ot. Fragen Sie bei der Technischen Hochschule, Charlotien» bürg. Berliner Str. 171, an.— H. 2. 39. Es werden keine Kinder mehr angenommen.— A. 2., Lichterfelde. Wenden Sie sich an die Depnialion für die ffödttschen Fach, und Fortbtldmrgsfchulen. Spandauer Str. 10.— Fi. 2. 100. Buchhandlung Vorwärts, Berlin, Lindenstr. 3.— O. B. 9. Wir raten, einen Arzt zu befragen.— O. 2. 85. Kriegsbeschädigten- sürsorge Königin-Angustastratze lg.— A. W. 66. 1. Ist wiederholt durch Säulenanschlag bekanntgegeben. 2. Ist uns nicht bekannt.— PH. K. 07. Wenden Sie sich an das Patzbureau im Polizeipräsidium.— A. M. Nein. — A. K. 1313. 1. u. 2. Wenden Sie sich an den VollzugSrat. In den Zeiten 23. 3. Zweckverband Grotz-Berlin, Klopsto-Istr. 24. 4. Nein, da wegen Verletzung des Brieszchcimnisies strafbar, o. u. 6. DaS kann ge- schehen.—(srenzschuh Ost. 1. Ist von den Einstellungsbedingungen abhängig. Die Vcrlrauensleuie haben die wirischailiichcn Interessen wahrzunehmen. Wahl von Osiizieren nicht zulässig. 2. Ja. Für die Braut ist Geburtsurkunde, StaatSangehörigkeitsauSweis und ein Ehcbcjähigungs- zengnis der Heimatgcmeiudc erforderlich. 3. Wenden Sie sich deswegen an daS Zwswärtige Amt. 4. Kann von der Redaktion erst räch Vorliegen des Manuskriptes cheurteitt werden.— M. 100. Ergänzungssteuer von mehr als 4000 M.— W'bach. 1. Verlangen Sie Ersatz von dem Truppenteil, bei dem Sic die Sachen in Verwahrung hatten, evenil. bc- schweren Sie sich bei dem Kriegsministeriurn. 2. Auch hier schlagen Sie denselben Weg ein. 3. Nationalspende sür Deutschland, Berlin, Bellevuc- slratzc t>, oder Pasch-Greamche Unterstütznngsgesellschast, Arn Fcstungs graben 1. tnonatlici) nur» Hiarif. Rarlitts lSmtliche Ungekürzte Gesamtausgabe, S Doppelbänöe in Klassikerformat, fest gebuuüen, 44 M. Inhalt: Goldelse— DaS Geheimnis der alten Mamsell— Dos Heideprinzchchen— Reichsgräfin Gisela— Die zweite Frau— Im SchillingShof— Im Hauie des Kommerzien- ralS— Die Frau mit den Karfunkelsteinen— AmtmannS Magd— Schulmeisters Marie. Lieferung gegen monatliche Zahlungen von 5 Ä. Wollbrnck& Co., Buchhandl., Verlin N, Oranienburger Str. 59 (PosischeSonw 30517.) (In offenem Brief» Umschlag für 5 Pf.) aus dem «vorwärts- Der Unterzeichnete bestellt hiermit bei bec?nck>» Handlung A. Wolldrock& Co« Berlin IX, Oranifnburger Etratze 5ö E. Marlitts Romane s voppelbande, fest gebunden, 44,— Nl. Der Betrag Ist nachzunehmen— folgt nach Empfang— wird mit monatlich zehn Mark bezahlt. Erfüllungsort ist Berlm-Mti». Name und Stand. genaue Wohnungsangabc Donncratsg 6 Uhr: Bie Melstereing j. BMerg Schauspielhaus Donnerstag 7 Uhr: Wilhelm Teil. Volksbühne Theater am Bülowplatz. Direktion Friert rieh Kayßler. Don nerftT1/,: Penthesllea. Direktion Max Reinhardt. Deutsches Theater. Donnerstag geschlossen. Frtg.?>/,: wie es euch gefällt. Kammersplele. Donnerstag geschlossen. Freitag 7'/s Uhr: Fasching. Kleines Schauspielhaus Donnerstag geschlossen. Frt.7'/a- Büchse der Pandor«. Central-Theatcr Kommandantenstrabe 57. Donnerst, geschloss. Freitag: uhr': Die Schönste*od Allen. Deutsches Opernhaus Donnerst, eeschioss. Freitag: rühr Rigoletto. lPrledr.-Wtlhelmst.Th. Donnerst gesch oss. Freitag: Das Dort ohne Gloeke. Kleines Theater. Donnerst geschloss. Freitag: PI, Uhr: Komische Oper Donnerst, geschloss. Freitag: Jhr': Sehwarzwalilffläilel. liustaplelhans Donnerst. peschioss.'Fieitag; JZf: Die spanische Fliege. Metropol-Theater. Donnerst geschloss. Freiiag: r uhr io: Die Fasclüngslee. Ihenes Operettenhan» Schittbauerd 4a, Norden 281. Donnerst r.eschloss. Freitag: DJ« kensehe Susanne. Palast-Theater Donnerst, geschloss. Freitag: 7 uhr: Mikado. Schlller-Thcat. Charl. Donnerst geschloss. Freitag: r/t uhr; König Krause. ThaUa-Thcater Donnerst. geschloss. Freitag: P/.U.:_________... Th. am Xollenrtorfplatr. Donnerst, geschiiss. Freitag: r um: Der Juxbaron. Theater de» Westen» Donnerst, geschloss. Freitag: 8 Uhr: Zum>. Male; Wo die Liebe hinfällt Wallner-Theater Donnerstgeschloss. Freitag: rv, uhr: fieisha. National.Theater.?>/,: Die Kinopuppe. Casino-Theater. Lothring. Str. 37. Tägl.>/«8Uhr: Letzter Monat. Vstsr ünoüe. Berliner Bolksstück in 3 Alien. Dazu erstklaff. Spezialitäten. Sonntag 3'/a: Utaufi fei jüjj, Luisen-Theater. T1� täglich: Jugend. Liebesdrama von Mar Salbe Sans.... Fritz Rilterfelbt Annchen.. Marlene Ricchert Amandus. Willi Ernst. eZ' 8: Maria Magdalena. APOLLO Theater. Friedrichstraße 218| Dir.: James Klein Morgen I. Mai wird { bestimmt gespielt! SKAND1NAVIA Dlrcksenstraße 26/27, Alcxanderplatz(gegenüber Bahnhof). Sensation zum 1200. Male: Original-Sketsch Meyer mit'n Hängeboden. In der Hauptrolle Paul Bendlx. Ferner; Alice Rflnnau, Josef Horwitz, Ernau Landa, Marfl, Oskar Rlecfe. Orchester; August Schüpplch aus Wien. Weinstuben G Winzerlauben Orchester: Heinz Schmidt.— Gesang. Billarc!= Wettspiele Bar-Betrieb Direktion: Wilhelm Katrmayr. nun J w« ■ Gastsp J Ferdinand Mal 7'/, 1 in sein| Meisterf i szener 4 Klein- Rosa | Wiens leiähr. Soubr. j i A ukrainische IU Tanzsterne HEthorsÄ6' Bonita Berol | d. Sjühr Spitz.-Tänz. I Sovereipwdtmsml iRomani-TrloTkf" und weitere ! Attraktion« n Sonntags 3'/, ied. r Erwachs. 1 Kind frei' I Theaterk. ab 10 Uhr[ ununterbr. grölfnel Rauchen gestattet. Admirals-PalasL Täglich> z8 Uhr Sonntags 3 u. 7 Uhr Die neuen Ballette. im GespensterschioB Wiener Walzer außerdem • Tanz»Revue unter anderen: Jean Bruno. 25 50 100 200 vqjrätig. nanpt-Zieimng I vom 7. Mai bis 2. 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