Ur.Ä24.�tt.Aahrg. Bezugspreis- SierteljShrl. 7Z0-Kl. monall.2.50 Ml. frei ins Haus oorauszahibar. Einzeln« Nummern lv Bsenmg. Poslbczug: lvionalllch IBO Mi. crfl Zustellungs. gefiOfc Umei Kreuzband iür Deutschland u. Ocsierreich-Ungarn i.TB MI. für das übrige Ausland 9. TB Ml. de> lägiich einmaliger Zustellung 7.75 MI. lloltbeilellungen nehmen an Düne- marl. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schwerz. Eingetragen in die Posl-ietlungS. Preisliste. Der.SorwÜrts' ericheint wochentügllch zweimal. Sonntage einmal. Telegramm-Sdrefie- »Sozialdemokrat©etUa", Morgen Ausgabe. berliner Volksblstt. ( 10 Pfennig) AinergenpretS: iie ackugcsvaltcae NonvarMercile lostet l,S0 MI.»Kleine ilnzeigen", das lctla cdruclle Sori 5? Psg. lzulässig 2 iettgedruitlc Worte), ledes wettere Won 25 Lsg. Stelle ngestichc und Schlaistellenanzeigen das erste Wort lv Big., icd-S weitere Wort 20 Lsg. Worle über 15 Buchstaben rählen für jwei Worte. Teuerungszuichlag bO%, zainilien-SInzcigcn. volttische und gewertlchaitliche Bereins- Anzeigcil 1,20 Ml. die Zeile. Anzeigen iür die aachilc Nummer müssen bis 5 llhr nachmittags im vauvlgelchäst. Berlin SW.S8. Ltndenstratze 3. abgegeben iverden. Weösfnel von 9 llhr srüh bis i> Uhr abends. ZcntraXorgan der rozialdemokratt leben Parte» Deutfchlands. Neöaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3. aernsprecher: Amt Morivplatz, Rr. 15190—15197. Sonnabend, den 3. Mai 1919. Vonvärts-Verlag G.m.b. h-, EW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritiplav. Nr. 117 5Z— 51. Ungarn vor dem Ausammenbruch. W i c n, 2. Mai.(H.N.) Die„Neue Freie Presse" mel- dct: Wie die Jndcpendcnce„Rumains" zu berichten weih, hat das Oberkommando der Ententetruppen nach Bukarest die Note Bela Khuns übermittelt, in der die t e r r i t o- rialen Ansprüche Rumäniens anerkannt wsr- den und um Einstellung der Feindseligkeiten gebeten wird. Da bis Freitag kein Ministerrat stattfindet, ist über die Angelegenheit noch kein Beschluß gefaßt worden. Wi e n, 2. Mai.(H.N.) Die„Mittagspost" meldet aus Budapest: Mit den fremden Truppen wird auch eine un- garische Legion in Budapest einziehen, die in Szegedin kon- zentriert wird. Es ist aber nicht unwahr schein- lich, daßdieRätercgierungnoch vordem mili- tärischcn Zusammenbruch mit Rücksicht auf die in den Städten immer steigende antikom- munistische Bewegung unter der Arbeiter- schaft gezwungen sein wird, das Feld zu räu- m c n. In diesem Falle würde eine sozialistische oder Äoalitionsregieruug gebildet werden. Man spricht aber auch von einer aus Bürgerlichen und Sozialdemokraten bestehenden Regierung mit Tibor Batthany als Minister- Präsidenten._ Die Prüfung der ßrieöensbeöingungen. 5?rist Vogel oder stirb. Genf, 2. Mai.(TK) Pariser Fnsormationen zufolge wird der deutschen Friedensdelcgatiön eine Fri st von 14 Tagen zur Prü- � fang der F r jeden sbe d ing unge n gewährt werden. Den deutschen Vertretern ist von feiten der Alliierten eine entsprechende Mitteilung Stürmische Maiseier in Paris. Hunderte von Verletzten. Versailles, 2. Mai. Zur Feier des 1. Mai ruhte gestern in ganz Frankreich die gesamte Arbeit. In Paris selbst waren alle Betrieb:, Fabriken und Geschäfte geschlossen. Automobile, Drosch- ken, Omnibusse und Straßenbahnen verkehrten nicht. Der Vor- mittag verlief ruhig. Erst gegen Mittag begannen die Straßen sich zu beleben. Kurz vor 2 Uhr begannen die ersten Temonstrationszüge sich in Richtung auf die innere Stadt in Bewegung zu setzen. Polizei und Truppen waren zur Aufrcchterhaltng der Sicherheit auf- geboten worden. Sie versuchten die Zugänge zum Place de la Eon- corde, wo die Hauptknndgebung geplant war, zu versperren. Die Kordons wurden gesprengt. ES kam zu den ersten Z u- sammen stoßen in der Nähe der Madelainckirche. Diese Zu- sammenstöße dauerten dann bis zum Abend an verschiedenen Stellen der inneren Boulevards fort und nahmen den ernstesten Charakter in der Nähe des Opernplatzes, auf dem Place de la Republiquc und auf dem Boulevard du Temple an. Die Truppe ging gegen die Manifestanten vor. Die Kavallerie griff ein, Schüsse fielen. Die Manifestanten bedienten sich aller erreichbaren Wurf- gegenstände und rissen die Gitter aus. Besonders heftig waren die Zusammenstöße am O st b a h n- gemacht worden, daß dieser Zeitpunkt der äußerste Termin für die Hof, der von Manifestanten besetzt und dessen Zugänge ver- Uebersendung der schriftlichen Repliken ist.! rammelt waren, so daß Polizei und Truppr eine richtige Belagerung Aus Pariser diplomatischen Kreisen wird mitgeteilt, daß die beginnen mußten. Von 5— 6 Uhr abends dauerten hier die Kämpfe. Alliierten für ihre Gegenantwort höchstens fünf Tage benötigen' Erst um 8 Uhr wurde die Ruhe völlig wiederhergestellt. werden. Nach der Ueberreichung dieser Duplik an die deutsche De- Bei den Zusammenstößen wurden I o u h a u x, der Abgeordnete legation soll die Debatte über die Friedensbedingungen beendet Poncet und der Munizipalrat S e l l i e r verwundet! insgesamt Kohlen- und Lebensmittelsendungen aus Amerika nach Italien ein- gestellt werden. Ferner soll Italien keinerlei Kredite erhalten, falls es weiter darauf bestehen sollte, den Südslawen den Zugang zum Meere gelvaltsam abzuschneiden. sein und die deutsche Vertretung wird wesentlich die Erklärung ab- zugeben haben, ob sie gewillt ist. die Friedcnsbcdingungen anzu- nehmen oder ob die deutsche Regierung den Vertrag ablehnt. Es wird demnach nun doch der Frieden der Gewalt dem Ler Verständigung vorgezogen. Die deutschen Delegierten haben nach anderen Meldungen absolute Vollmacht, den Frieden in Versailles siebständig zu unterzeichnen. Sie werden ihn wohl unterzeichnen müssen. Nicht, weil sie ihn für Recht halten, sondern weil sie sich der Gewalt fügen müssen. Der wahre Frieden wird erst später kommen. Das enttäuschte Delgien. Prioritätsrechte an der Kriegsentschädigung nicht anerkannt. Haag, 2. Mai.(HM.) Aus Amsterdam wird gemeldet: Aus wurden etwa 250 Polizisten verwundet, davou 50 ziemlich schwer. 50 Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Zahl der Manifestanten wird sehr verschieden an- gegeben. Laut„Humanite" näherte sie sich einer Million, während mehrere bürgerliche Blätter etwa 100 000 nennen. Die EonfHdH- ration G�uHrale du Travail sowie der Verband der Pariser Ge- werkschaftcn protestierten gegen die Gewalttätigkeit der Polizei, die auf Befehl der Regierung die Zwischenfälle herbeigeführt habe. Tie sozialistische Presse führt eine sehr scharfe Sprache. Die „Humanite" schreibt: Da die Regierung beschloß, die großen Ereignisse des 1. Mai blutig zu gestalten, trägt sie allein die weit- gehenden und gefährlichen Folgen ihrer verbrecherischen Handlung. .Journal du Peuple" sagt: Neue Zeiten beginnen. Cle- meuccaus Aufgabe auf der Friedenskonferenz endet. Seine Volks- tümlichkeit nimmt ab. Er muß zurücktrete«. Dir Arbeiterklasse hat ihm und seiner Regierung ihren Willen gezeigt. Wolke« türmen Regierungskreisen erfährt der Antwerpener Korrespondent des M auf. Morgen wäre es zu spät. Die bürgerliche Presse meint ..Telegraaf", daßberRatderDreidas Prioritätsrecht bei der dagegen, daß nicht das Volk, sondern nur die Führer der Sozialisten Bezahlung der Kriegsentschädigung für Belgien nicht auerkannt«esteru manifestiert hätten, und daß nur diese Führer die ganze habt Schuld der blutigen Vorgänge trügen. Belgien hat demnach mit seinem Berlaitgen, von den Deutschland aufzuerlegenden Kriegsentschädigungen vor allen anderen seinen Teil zu erhalten, keinen Erfolg gehabt. Man TW 1 fttöl IN ßrufleL darf daraus schließen, daß man argwöhnt, Deutschland werde'..." die Bedingungen nicht restlos erfüllen.» ckiuhiger Verlaus. Brüssel, 2. Mai. Havas. Der 1. Mai ist hier ruhig verlaufen. Die Geschäfte waren geöffnet. In sozialdemokratischen Versamm- lungen wurde das allgemeine Stimmrecht gefeiert und der Achtstundentag gefordert. Nachrichten aus der Provinz ver- zeichnen Arbeitsniederlegung in den Industriegebieten. Italienisch-franzö'sisches Zeuergefecht. Ter Streit um ftfimne. A g r a m, 29. April. tCorrburcau.) Französische Truppe« haben die Brücke zwischen Fiume und Sufsak besetzt, weil die Italiener dir Absicht hatte», nach Sussak vorzudringen, welches von serbischen Bataillone« gehalten � In Wie». Wien, 2. Mai.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Die taj,s �„.,. � I in jedem Stadtbezirk veranstalteten Versammlungen und Umzüge w,rd. Der ftanzo„schc Kommandant hat die Italiener verstand, gt,: hatten eine Massenbeteiligung zu verzeichnen. Die Koni daß«r jeden llebergangsversnch m»t Waffengc-� munisten unternahmen einen eigenen Umzug, an dem ungefähi walt verhindern werde. Montag erfolgte der erste Z u sammen stoß zwischen französische« und italie- Nischen Truppen, die nach Sussak vvrdringin wollten. Es kam zu einem Feuergesccht. Tie Italiener mußten sich zurück- ziel cn und liehen 3 Verwundete zurück. Englisches Militär hat Sussak besetzt. Eine amerikanische Trohung an Italien. Amsterdam, 2. Mai.(TK.) Nach Meldungen amerikanischer Blätter auS Washington bereiten die Vereinigten Staaten für den Fall, daß Italien mit seinen Drohungen an den Friedensberatungen nicht mehr teilzunehmen Ernst macht, wirtschaftliche Re- pres fallen gegen Italien vor. Es sollen sämtliche 1500 Personen teilnahmen und der ohne Zwischenfall verlief.' Am Nachmittag fanden in allen Theatern und den großen Kinos Vor- stellungen für die Organisationen statt, auf den Sportplätzen wurden Wettspiele abgehalten. Mai-Zufammenftöße in Spanien. Zahlreiche Verwundete. Haag, 2. Mai.(HR) AuS London wird gemeldet: Reuter mel- dst aus M a d r i d, daß es bei der Feier des 1. Mai dort zu Kolli- swuen gekommen ist, wobei 29 Gendarmen und eine größere Anzahl Demonstranten verwundet wurden. Reaktionäre Katzenmusik. Während am 1. Mai das Proletariat mit wehenden Bannern und klingendem Spiel die Straßen Groß�Verlins durchzog, und so den Maigedanken kräftig vor der Ocffent- lichkeit zum Ausdruck brachte, tröstete sich der verärgert da- heimgebliebene Spießer und Reaktionär in seinen vior Wänden mit dem Katzenkonzert, das seine Presse mit allen jour- � nalistischen Mitteln der Kakophonie anstimmte. Man braucht ! nur einmal die Ueberschristen aneinanderzureihen, welche die alldeutsche Presse ihren Maibetrachtungen gibt, um den Grad der Wut und des Hasses zu ermessen, der die Gemüter der Herrschenden von gestern beim Anblick des feiernden Proletariats erfüllte.„Der National-Jammertag",..Der Bußtag des Proletariats",„Das Tanzfest der Totengräder i Deutschlands", das sind nur einige Proben aus dem Schimpf. � lexikon ohnmächtig geifernder Wut. Es war allerdings wenig konsequent von einem Bruchteil des Proletariats gehand:lt. j wenn diese Ergüsse am Morgen des 1. Mai in die Hände ! der Leser gelangen konnten, während die sozialistische Presse an diesem Tage nicht niebr ausgetragen wurde, so daß diese Haßgesänge allein das Feld beherrschten. Den Ueberschristen entsprach der Inhalt der Artikel: stupideste Verständnislosigkeit gegenüber den Idealen, die l das arbeitende Volk an diesem Tage beseelten. In der � Schrift eines liberalen Politikers, die mehrere Jahre vor i dem Kriege erschien, erinnern wir uns, folgende Klage ge- ! lesen z» baben: Das deutsche Bürgertum habe jeden höhe- j ren Idealismus preisgeaeben, es huldige nur noch dem Geiste des Bismarckschen Erfolgmenschentums. Ideale gelten ; als lästiger Ballast, sie störten nur die Karriere, deshalb j fort mit ihnen! Die Pflege von Welt-, Menschheits- und ! Kultnridealen. die überlasse man— so seufzte der liberale Verfasser— mit Seelenruhe sozialdemokratischen Maurer- gesellen! Diese Armut an wirklichen Kultnridealen spricht ans jeder Zeile, die reaktionäre Blätter zum 1. Mai geschrieben haben. Das angebliche Ideal, das sie pflegen, das natio- nalistische. ist sa auch nur eine Erweiterung des schranken- und rücksichtslosen Egoismus, der das Wesen der weiland preußischen.Herrscherkaste ausmacht.„Wir sind die Besse- ren, wir sind die Auserwählten, unsere Interessen sind die . allein maßgebenden, erst kommen wir, dann die andern", ! diesem Jundamentalsatz entsprang sowohl ihre innere wie äußere Politik. Leute, die ihr angebliches Christentum nicht ostentativ genug betonen konnten, huldigten einer» denkbar »nchristlichen Geistesrichtung, der ödesten und blindesten Selbstverberrlichung. Heinrich Mann hat in seinem Roman„Der Untertan" den Tvp des vom bismärckischen Erfolgstrebertum verseuch- ten Bürgers der wilbelminischen Aera in seiner ganzen gci- stigen Hoblbeit und Jdeenlosiakeit für alle Zeiten sestgehal- ten. War nicht dieser Manael an iedem tieferen Geist und ieder wirklich großen Idee das tvvische Kennzeichen der staat- lichen ssejertaae. wie wir sie vor dem 9. November kannten? An Kaisers Gebnrtstaa wurde einem Menschen gehuldigt, den keine geistige Leistung, kein bervorragendes Können. sondern der vlatte Zufall der Geburt an dje Svitze des Staates aestollt batte. Seinen eigenen Servrlksmns, seinen beschränkten Uutertauenverstaud, der sich eine eingebildete Erbabeubeit als wirkliche Größe vorsetzen ließ, feierte der loyale Nuraer cm diesem Tage. Und der andere staatliche Testtag? Das war der Se- danstoq. die ansaesvra-�eue Verherrlichung des brutalen Er- folges. der stärkeren Macht, der besseren.Ktzinonen. Und bier wie dort nichts als glänzender Varadeslitter zur Ver- deckunq der unsäglichen geistigen Armseliakeik. Wabrlich. einer De'-knnasgrt. die in solchen WnschcuiitN- gen gross geworden ist. kann man es kaum veriisseln. wenn sie ein Test nicht begreift, das nicht dem Ich gilt, sondern her Aliaen'-änsspit� nicht einen Menschen versserrlichtz, son- siern W w-nsch�st, nicht einen einmaligen blutigen Sieg der Waffen feiert, sondern ei"?n Sieg, der täglich, der stund- lich"rrungen wird in den Köpfen der Menschen, den Sieg der T�ee. Die re-'ktm'-äre!Rrnsse b-ft den Tag für gut aebasten, um uns all di? Wirrnisse und �chmiei-inkeispn aufzu»ählen, in denen wir uns— immer nach— befinden. Um für zehn Beispiele eines anzuführen, zitieren wir aus der„Kreuz- zeitung": Das,.leuchte nde Maigetvaud", von dem sozialistische Schwär- mer faselten, siebt grau und zerrissen au? und aus seinen Fetzen scheint die Dürftigkeit und Hilflosigkeit der in die Praxis über- setzten Marxschen Theorie erbarmungsvoll hervor. Nur künst- Nch wird die Stimmung aufrecht cichafkn. Phrasen müssen heute noch mehr als sonst darüber hinwegtäuschen, wie„der po- litische und soziale Fortschritt" mu sieht. Ter Katzenjammer der Revolution>var schon lange vor dem Feste da; aber heute macht er sich besonders bemerkbar." Und dann kommen lange Klagen darüber, daß man am 1. Mai habe zu Fuf? geben müssen, wobei die„Deutsche Tageszeitung" noch ihrer besonderen Freude über den zeit- meiiigen Regen Ausdruck gibt. Glauben diese Leute, mit ihren schnoddrigen Redens- arten und gereizte» Witzen jemals vergessen zu macheu, dag das Elend und die Verarmung Deutschlands das Erbe i l? r e r fluchbeladenen Herrschaft sind? Ter Zusammensturz eines auf falsche Pläne gebauten Hanfes hört nicht schon in dem Moment auf, wo man den unfähigen Vaumeistec zum Teufel jagt. Es ist kein Kinderspiel, einen m allen' Fugen krachenden Vau vor gänzlichen! Einsturz zu bewahren. Wo alles bis aufs Fundament hinab marsch und brüchig ist, da müssen noch fortwährend Teile nach- stürzen. Der davongejagte Baumeister triumphiert:„Das bin ich nicht mehr, das seid Ihr, denn mich habt Ihr sti fortgeschickt." Welchem denkenden Menschen will er damit imponieren?! Doweit das Volk irgendwie denken kann, erkennt es den Zusammenhang. Es begreift, dag unser jetziger Elends- zustand die notwendige Folge des alten Systems, aber nur die z n fji l l i g c Begteiterscheinnng des neuen Zustandes ist. Deshalb weist es den Gedanken weit von sich, das eiiigestürzte Haus noch einmal nach den alten Plänen aufzubauen, die sich als verderblich erwiesen haben. DaS Katzenkonzert des reaktionären Presseorchesters dringt kaum bis an das Dhr der Massen. Der Bau des neuen Deutschlands vollzieht sich trotz allem auf der Grundlage der gei- stigcn Ideen, denen zu Ehren der 1. Mai gefeiert wurde. was in Libau vorging- Reichswehrmimster N o s k e schreibt uns: Ter Offizier, der den Artikel aus Libau geschrieben hat, den der..Vorwärts" am Mittwoch veröffentlichte, hat sich einer groben Täuschung der Redaktion und der Oesfcntlichkeit schuldigjwmackit. Seine Tarstellung der Vorgänge, die zur Auflösung des'Ooldateii- rat? geführt haben, ist im höchsten Mäste tendenziös, ja unwahr, da die wesentlichsten Tatsachen unterschlagen Iverden. Drei Mitglieder des Soldatenrats tu Libau haben mir von den Vorgängen eine Schilderung entworfen, die sich rast gar nicht von dem Bericht unterscheidet, der mir in Libau selbst von dem Chef des Stabe? de? Gouverneurs, dem Major HeinerSdorf, und dem General v. d. Goltz erstattet wurde. Der Soldatenrat Libau hat eigenmächtig versucht, seine Machtbefugnisse auszudehnen, indem er auch die Freiwilligen- verbände, für die bekanntlich'das System der Soldatenräte nicht bc- steht, seiner Kontrolle zu unterstellen versuchte. Als unzulässig ist es auch von der Reichsregierung zurückgewiesen worden, datz dieser OrtS-Soldatenrat, der sich selbst zum Zentral-Soldatenrat für ganz Lettland befördern wollte, sich in austenpoliiische Angelegenheiten einmischte. Der Offizier, der dem„Vonvärts" berichtete, hat die Dreistigkeit, zu behaupten, als Vortvand zur �Auflösung des Sol- datenrateS habe ein angeblicher Eingriff des Soldatenrates in die Befehlsgewalt des Gouvernements gedient. Abgespielt hat sich folgendes: Ein Soldat der Frestvilligenformation. desien Dienstpflicht ab- gelaufen war, wurde von dein Konipagnieführer nicht von neuem verpflichtet. Der Mann veranlagte eine Anzahl Soldaten, sich mit ihm solidarisch zu erklären. Daraufhin ist perfügt worden, dast wenn die Leute ihren Truppenteil verlassen wollten, unverzüglich ihre Abreise in die Heimat erfolgen solle. Dia Riannschaften waren zum Abtransport bereit. Daraufhin hat der Soldatenrat den Ab- irasport untersagt, weil er das Recht haben müsse, mit dem Gouverneur wegen, dieser Angelegenhost Verb.rndlungeii zu füh-en. Bei einer Rücksprache mit dein Gouverneur haben ztvei.Mann sich scharfe Ausfälle zu schulden kommen lassen, so dast ihr« Inhaftnahme ver- fügt wurde. DaS hat einem Mitglied deZ Soldatenrats, einem Matrosen. Anlast gegeben, in die Kaserne zu gehen und dort eine Kom- pggnie aufzurufen, um die beiden Inhaftierten zu befreien. Tat- sächlich sind die Leute in das Gefängnis eingedrungen, um die beiden Festgenommenen herauszuholen. Die beiden Inhaftierten waren verständig genug, den Leuten das Unsinnige ihres Verhalten klar- zuniack?eir und zu erklären, dast sie in der Haft verbleiben würden. Während dieses Vorganges im Gefängnis, ist ein anderes Mitglied Der Vorläufer neuzeitlicher Erfinöer. Zur 400. Wiederkehr des TodeStageS von Lionardo da Vinci. Arn zweiten Mai jährte sich zum vierhundcrtstcn Male der Tag, an dem einer der gröstten Künstler, Gelehrten und Erfinder aller Zeiten iif Amboise die Augen schlost. Als Gast deS französischen Königs Franz l. verbrachte Lionardo da Vinci seine letzten Lebens- jähre fern von der Heimat. Als der König von Frankreich am tt>. Oktober ISIS in Mailand einzog, wurde ihm ein mechanisches Spielzeug überreicht, das einen Löwen darstellte, der erst einige Schritte vollführte, sich dann öffnete und eine Anzahl Lilien umher- streute. Das Werk stammte von der Hand des damals dreiund- sechzigjahrigen Lionardo. Franz I. bewunderte diesen Künstler, zog ihn an seine Seite und setzte ihm ein jährliches Einkommen von 40 000 Frank aus. In Frankreich schuf Lionardo den wundervollen..Johanne» den Teurer" des Lrnivre. während er gleichzeitig die Arbeiten an den Schleusen zu Sas am Kanal Roinorantin, die seine Erfindung waren, leitete und ein Wer! über die Ebbe und Flui bei Bordeaux vollendete. Räch drei Jähren erkrankte der Künstler und starb am 2. Mai 1519. 07 Jahre all. Lionardo da Vinci kann als Vorläufer der Erfinder der Unter- secbote, Luftschiffe und Tanks gelten. Denn der Schöpfer de» „Abendmahls", der„Mona Lisa", der„Leda" und de»„Neptun" war gleichzeitig einer der genialsten Ingenieure, obivohl das jahrhun- dertelcmg in Vergessenheit geraten war. Die italienische Kommis- sion, die mit>dek Herausgabe seiner Arbeiten betrmit ist, wird an- läßlich des vicrhundertjährigcn TagestageS drei Manuskripte veröffentliche» und damit seine Werke, die mindestens 20 Bände um- fassen werden, wieder um einige wertvolle Stücke fördern. Auch wurde ein„Jnstituto di Studi Vinciani" gegründet. Aehnlich wie Aristoteles wurde auch Lionardo unwiderstehlich von den Geschehnissen der Natur angezogen, deren Rätsel er zu losen hoffte. Ja, er unterzog sogar die Geheimwissenschaften einer sorgfältigen Prüfung, weil er nichts unversucht lassen wollte, die Wahrheit zu ergründen. Als Mathematiker und Geometer ergab er sich mit Leidenschaft der Mechanik, die er das Paradies der Wissen- staften nannte. Schon vor Kopernikus bewies er die Bewegung der Erde; er erfand ein Dynamometer und stellte vor Watt und Papin die Theorie von der Kraft und Dehnbarkeit des Dampfes auf. Seine immer geniale und immer tätige Erfindergabe schuf unzählige Ria- schinen, bei denen er die Kraft des Windes und das Ineinander- greifen von Rädern nutzbar machte. Er verfertigte einen Wege- incsser, eine Walze zur Herstellung von Walzcisen, eine Bohrmaschine. cnl?» mechanischen Pflug und eine Schiffsschraube. Es gab über- Haupt wohl kein physiaklisches Problem, das ihn nicht beschäftigt hätte: das Gesetz der Schwere, die Dampfkraft, die Schmelzbarkcit des Soldatenrates mit zehn oder zwölf schwerbewaffneten Leuten in das Gouveriienmentsgebäude eingedrungen und bat dort den General b. d. Goltz und den Chef des Stabes für verhaftet crklärt. Dobei hat der Mann in der tollsten Wesse aufgetrumpft, bat den General angcfastt�und erklärt, er habe die Macht in Libau und werde sie auszuüben verstehen. Der General und fein Stabschef sind von hinzueilenden anderen Truppen ans ihrer peinlichen Situation be- freit worden, ehe man sie auf die Strasse zu schleppen vermochte. Diese Vorgänge nennt der Offizier, der dem„Vorwärts" schreibt, einen Vortvand, und er spricht von einem angeblichen Ein- griff des Soldatenrates in die BefcASgewalt des Gouvernements. Danach kann man ermessen, welcher Wert seinen weiteren Angaben über die Vorgänge in Libau bcizuinesseu ist. N o s k e. Dazu ist zu bemerken: Wir hatten Gelegenheit, die Eni- Wickelung der Vorgänge in Libau seit Monaten zu verfolgen, und zlvär aus Grund von Unterredungen und Berichten nicht mir einiger, sondern vieler Kameraden der verschiedensten Dienstgrade. Wir können aus der obigen Erlviderung Noskcs nur entnehmen, daß er einseitig unterrichtet ist. Der Ueber- griff eines Unbesonnenen, der v. der Goltz verhaftete, war uns bekannt und soll nicht verteidigt werden. Der Reichswehr- minister gesteht aber selbst zu, dast dieses Vorgehen weder den Auftrag, noch die Billigung des Soldatenrats fand, daß vielmehr der verhaftete Leutnant Quer und seine Genossen alles taten, um diesen Uebergriff rückgängig zu machen. Es geht auch nicht an, daß der Reichswehrminister das W e s e n t l i ch st e des von uns gebrachten Artikels mit der Bemerkung beiseite schiebt, das von ihm Gerügte lasse auch den Wert der sonstigen Anklagen im ungünstigen Lichte erscheinen. Im Gegenteil sind wir der Ansicht, daß daS Problem tiefer liegt, als es Genosse NoSke betrachten will._ Das erneute Verbot öer„Republik�. Berlin, 2. Mai. Das Erscheinen der„R e p u b l i I" ist auf Befehl des ReichAvehrminifterS Ztoske erneut verboten worden. DaS Verbot stützt sich, wie die P. P. N. an zuständiger Stelle erfahren, auf einen Vorgang,, der in der journalistischen Praxis glücklicherweise zu den Seltenheiten gehört. Bekamrtlich hatte die . Freiheit" die Nachricht verbreitet, dast am 1. Mai RegterungS- trnppen in Zivil, mtr mit dem Revolver bewaffnet, auf die Strasse gehen und sich nrter die feiernde Menge mischen würden. Diese Falschnielduig war sofort dementiert worden, und die Abendblätter hatten hiervon auch in gebührender Weise Kenntnis genwnmen. Dessenungeachtet hat die„Republik" am nächsten Morgen die aufreizende Behauptung der„Freiheit" weiterverbreitet. Dieses Verfahren, da» die politische Taktik der„Republik" und ihre Methode der Hetze um jeden Preis kenn- zeichnet, hat das Verbot herbeigeführt. Berlin, 2. Mai. Der ReichSwchrmtmster teilt mtt: 1. Es wird darauf hingswiesen, daß das Erscheinen und die Verbreitung der Roten Fahne verboten ist; 2. daS Verbot deS Erscheinens der Weltrevolution wird aufgehoben. Die Maifeier im Reiche. Stettin, 2. Mai.(Eigener Drahtbericht deS„Vorwärts".) Die Maidemonstration war eine genwlttge Heerschau für die Sozialdemokratie. lieber 30 000 Personen nahmen toil. Unabhängige und Kommunisten hatten besondere Demoust rattcmen. Der Strayen- bahnbetriev ruhte. Frankfurt a. M., 2. Mai. i Eigener Drahtbericht des„Bor- wärts".) Die Vormittagsversammlung in der Festhalle war ausser- ordentlich gut besucht, an der Unterhaltung am Nachmittag nahmen 15 000 Menschen teil. Die Unabhängigen veranstalteten einen Um- zug mit 8—10 000 Teilnehmern. Die Kommunisten schimpften im „GcwerkschaftshauS" auf die Mchrhcitssozialisten und verteilten ihre bekannten Flugblätter gegen die Regierung und gegen den ge- fetzlichen Dstnfesttag. Hamburg, 2. Mai.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Auch hier scheiterte die von den betderseitien Maifeierkommissionrn bereits vereinbarte gemeinsame Feier an den Unabhängigen, die nachher in der Resolution durchaus den Sturz der Regierung for-, dcrn wollten. Trotz schlechtem Wetter waren unsere Versammlungen stark besucht. Strassenbahn und Hochbahn feierten, auch die Mu- siker zum Teil, die Kellner arbeiteten. Kiel, 2. Mai.(Eigener Bericht dcS„Vorwärts".) Die dies- jährige Maifeier verlies in imposanter Werse. An den fünf teil- und Dehnbarkeit der Metalle, der Magnetismus, die Farbenlehre — mit alledem befaßte er sich, erfand ein ausgezeichnetes Barome- ter, studierte die Schallwellen und ahnte Telephon und Teleskop voraus. Ganz besonders eigenartig berührt es gerade in unseren Tagen, daß Lionardo bereits einen grossen Teil der im Weltkrieg verwende- ten Kriegsgeräte erfunden oder zum mindesten vorausgesehen hat. In einem Brief-an den Herzog Ludovico il Moro führt er einige seiner Ideen an, die sich auf Schiffsbrücken, auf die Möglichkeit, künstliche Rauchwolken zu erzeugen, aus Schützengräben, Minen, ja sogar auf Tanks beziehen; letztere schildert er wie folgt:„Bedeckte Karren, sicher und unangreifbar, die, wenn sie mit Artillerie bewaff- net in die feindlichen Reihen eindringen, auch die stärkste Linie durchbrechen müssen. Hinter ihnen könnte die Infanterie ohne Ge- fahr und Hindernis angreifen." Ferner schlägt er Stickgase vor, die aus Rauch von Federn, Schwefel und Arsenik hergestellt werden sollten. Endlich denkt er an Maschinengewehre mit mehreren Läu- fen und an Hinterlader. Aber das ist noch nicht alles; denn sogar das Unterseeboot erstand bor seinem schöpferischen Geiste. Er hält es jedoch für ein gefährliches Kampfmittel und will seine Er- sindung nicht bekanntgeben, wie aus den nachfolgenden Sätzen her- vorgeht:„Da ich die Schlechtigkeit der Menschen kenne/will ich das Mittel nicht verraten, das ich entdeckt habe, um ein Schiff unter Wasser zu halten. Sie würden es dazu benutzen, Ueberfälle in der MeereSttefe zu unternehmen und unzählige Schiffe samt deren In- fassen zu versenken." Was das Problem deS Flugzeugs anbetrifft, so war Lio- nardo wohl einer der bedeutendsten Vorläufer der Erfinder des „Wagens in der Luft", wie man seinerzeit sagte. Unausgesetzt be- fchöftigte ihn der Flug der Vögel; er widmete ihm sein besonderes Studium lind beobachtete ihn ohne Unterlatz auch während seiner Spaziergänge. Besonders verfolgte ihn das Geheimnis des Flügels; auck fertiche er allerlei Flugapparate an. Er erfand die vorwärts- treiliende Schraube und wollte sie der Luftschiffahrt nutzbar machen. schliesslich erfand er den Fallschirm, der es ermöglichen sollte,„sich, von welcher Höhe eS auch sei, herabzustürzen, ohne Schaden zu nehmen". Die Bibliothek zu Winds c>r besitzt eine Zeichnung von der Hand LionordoS, die aus dem Jahre 1516 stammt. In einem Schiff- che sitzt ein junges Kalb und hält in den Vorderfüsten einen, den gegemoärtigen ähnlichen, runden Luftballon. Als Motor ist der Wind gedacht, der ein Segel bläht. Das Gefährt mutet wie ein Mittelding zwischen Automobil. Flugzeug und Motorboot an. Die Genialität der Erfindungsgabe LionardoS, die seiner Zeit um Jahrhunderte vorcmeilte, trug aber auch die größte Tragik in fein Leben: unverstanden, verkannt, verlacht, ja zeitweise sogar als Ketzer, der mit dem Teufel im Bunde steht, angesehen, war er zu geistiger Einsamkeit verdannnt. Italien und namentlich Florenz feiern ihn am 2. Mai. Aber nicht nur Italien gedenkt an diesem Tage dieses etnzigarttgcn Genius, die ganze ztvilsierte Welt erneut weise überfüllten Massenversammlungen nahmen insgesamt etwa 20 000 Besucher teil. Abends fanden festliche Veranstaltungen statt, für die sich die gesamte Künstlerfchaft zur Verfügung gestellt halte. Die Unabhängigen und Kommunisten hatten separate Veranstal- tungen, die von über 2000 Personen besucht waren. Die Musiker und Kellner streikten, trotzdem nahmen die Veranstaltungen einen würdigen Verlaus. Zwischenfälle sind nicht zu verzeichnen gewesen. In Flensburg nahmen an der Feier 8000 Personen teil. Die Lage in Gberschlesien. Ruhiger Verlauf der Maifeier. Kattowiy, 2. Mai. Zur Streiklage ist zu melden: Zu den am Mittwoch streikenden Gruben ist noch der Menzelschacht hinzugekommen. Es streiken somit die Gleiwitzer Gruben, Berg- inspektwn 2 Zaiborze, Berginspcktion 3 Bielschowitz, Berginspektion 4 Knurop, ferner Wolfgang. Graf Franz, Aschenborn, Hildebrand, Denzel. V»n der Montanindustrie streiken die f i s k a l i-- scheu Hütten in Gleiwttz. Neu hinzugekommen sind die O b c r- s ch l e s i s ch e n K o k» w e r k e in Hindenburg. Die Huld- f ch i n» k Y lv e r k e in Gleiwitz haben heute die Arbeit wieder aufgenommen. Die Maifeier ist in ganz Oberschlesien Wider Er- warten unter starker Beteiligung der Bevölkerung ganz ruhig verlaufen. Die unabhängigen Sozialisten hatten an einigen Orten Demonstrationen angesetzt, die jedoch nagend» grösseren Umfang annahmen. Die Feier des l. Mai in Oberschlesien endete durchweg mit einem machtvollen Bekenntnis zum Programm der Reichsregierung. Die Nationalpolen hatten in Beuthen, Kattowitz und Rybnick Versammlungen verabredet. Die Beteiligung an diesen Versammlungen reichte jedoch reicht entfernt an die B e t e i l i- guug der deutschen Veranstaltungen. Militär und Polizei waren Überall zurückgezogen. Die Parteien selbst sorgten für Ruhe und Ordnung, die nirgends gestört wurde. Der gesamte Verlauf der Feier in Oberschlesten war in jeder Beziehung würdig intd kann al» ausdrückliches Bekenntnis Ober- schlesiens für fein Verbleiben am Reiche ange- sproche» werden. Auch im Ruhrrevier, wie überall im Reiche, find die Feiern ruhig verlausen. Die ßoröerungen üer Sergarbeiter. Eine Eingabe an den Zechenverband. Bochum, 2. Mai. Die Arbeitsgemeinschaft der vier �Bcrgarbeiterverbände hat an den Zechenverband eine Eingab« gerichtet mit folgenden wirtschaftlichen Forde- ruregen: Lohnerhöhung, Ausgleich der Löhne, Beseitigung der grossen Lohnunterschiede, dreimalige Lohnzahlung im Monat, AZr- füllung der Forderungen ans knappschaftlichem Gebiete, Einführung erneS Urlaubs für die Bergleute bei Fortzahlung dos Lohnes, Ein- fetzung einer Kommission zur Prüfung der Frage der Sechs- stund cnschicht, Schichtregulierung in Betriebspunkten mit hoher Temperattir, Ausschaltung des Unternehmer- tum? im Bergbau, Vergütung für die Revierräte, einheitliche stiogelung der Dcputatkohle für die Witwen»red Hinterbliebenen der Bergleute, Anerkennung der vier Bergarbeiter- organifationen als alleinige Interesse nver- tretnng der Bergarbeiter Deutschlands. Zolgen öes Kohlenmangels. Die Schuldigen an der Fortdauer der Lebensmittelnot. An zuständiger Stelle wird den P. P. N. bestätigt, dass die faktische Erleichterung unserer Le be n S in i ttelv er- s o r g u n g noch s e h r g e r i n g ist. Die Einsuhr aus der Schweiz, Holland und den skandinavischen Ländern ist zivar freigegeben, aber Deutschland darf weder mtt Gold, noch mit ausländischen Zahlung»- Mitteln zahlen und durch die ewigen Streiks ist der Natural- austau sch unterbunden. Die Fischerei im Kaüegatt, dt« ebenfalls fvei geyeben ist, liefert keine Erträge, weil die Fisch- d a m p f e r wegen Kohlenmangels nicht ausfahren können. Die Fortdauer der Schwierigkeiten der Lebensmittelver- sorgung ist also ausschliesslich auf die spartakistische und unab- hängige Verhetzung der Arbeiterinassen zurückzuführen. das Gedächtnis dieses geistigen Riesen, der gleich gross war als Künstler, genialer Erftnder unid edler, für alles Schöne und Er- habcne begeisterter Mensch.______ Notizen. — Der R ä t e g e d a n k e und der freie Schrift- st e l l e r. Ueber dies Thema spricht Ulrich Rauscher in einer vom (schutzverband Deutscher Schriftsteller einberufenen öffentlichen Versammlung heute abend 8 Uhr im Plenarsaal des Abgeordnetenhauses. Anschliessend freie Aussprache. — D i e zukünftige Leitung des Schauspiel- bauses wird(nach einer Mitteilung der„Voss. Ztg.") vielleicht Leopold Jessncr zufallen, der jetzt in Königsberg tätig ist und dessen Rcgiearbeit in Hamburg durch ihren realistisch vcr- ständnisvollen kernigen Lebensgeist sich besten Ruf erwarb. Die Theaterkritik unseres Hamburger PartetblatteS erkannte JessnerS Attbeitervorstellungen stets dankbar an. — Theater. Im Lessingtheater lvird als nächste Erst- aufführung Hermann EssigS Tragödie„Ihr stilles Glück" vor- bereitet, die Während deS Krieges einem Zensurverbot unterlag. — Solisten. Konzerte. Sigrid Hoffmann-Onegin ist als Sängerin«ine phänomenale Erscheinung. Pompöser Stim- nienklang, ein die räumliche Tonskala zwischen paftorem Alt bis silberheller Sopranhöhe umspannendes Register; grazile Leichttgkeit und dramatische Wucht, bedeutende, wenn auch noch zeitweilig durch sprachliche Verschwommenheit beeinträchtigte VortragStunst. Das nicht alltägliche Programm wies lauter Gesänge mit grossem Or- chester(Ausführende: die Philharmoniker mit Camilla Hildebrand als Dirigent) von Gluck bis auf Strauß und Bruch auf. Ursprung- lich mit Klavierbegleitung geschriebene Lieder von Weber und Rein- bardt. dem frühesten Verfasser Goethescher Lyrik, hatte E. B. O n e g i n, der Gatte der Sängerin in modernster Orchestersprach-, doch taktvoll instrumentiert. Hierin scheint seine Stärke zu liegen woraus drei eigene, gleichfalls mit Erfolg vorgetragene Gesangs- stücke schließen ließen. Sehr charakteristisch war das(orientalische) Lokalkolorit im„Lied der Ghawaze gemalt.— In der Singakademie gab Alfred Wittenberg sein drittes(letztes) Violinkonzert vor einer ansehnlichen Gemeinde bc- geisterter Hörer. Zuoberst ftgurierten in seinem Programm erlauchte Namen: Bach, Mozart, BrahmS usw. Daneben auch Tarnni(„Teuselstrillersonate) und Paganiin(Capricen) Wer technisch und künstlerl,ch solche faduVs schwierigen Stücke be- zwingt, ist wohl selber ein Meister. � ek, — Dichterabend. Im Metstersaal liest am 5. Mai, 8 Uhr, Eleonore KalkowSka Szenen«niS ihrer dramatischen Dichtung„Die schuldige. — Arnold Schönberg, der kühne Neuerer der Musik, hat ein Drama mit Musik„Tie glückliche Hand" und ein Monodrama .Ewsartung' geschaffen. Preußisthe Lanöesvsrfammlung. Der Wahl prüfungSaus schütz erklärt« am Freitag die Wahlen sür die Bezirke 3(Berlin), 10(Oppeln) und 15(Hannover) für gültig. Der Dia atZ Kails haltsaus schütz beschäscigtc sich am Freitag mit Anträgen. Angenommen wurde der Antrag Dr. Hetz(Zontr.) betr. öntseliädignng für die Gemeinden und öinwohner in den besetzten Gebieten. Ferner wurde im Pvin. zip zugestimmt den Anträgen Gräf-Anklam(Dnat. Lp.). Adolf Hossmcmn(ll. Soz.). Dr. Gebe schütz(T. Lp.) betr. Vergütung der Aufr ii br schaden durch den Staat. Hierzu wurde ein Antrag angenommen, der die Regierung ersucht, für beschleunigte Tntsckxi. digung zu sorgen und auf eine reichsrechtliche Regelung hinwirken zu wollen.— Ferner wurde.angenommen der Antrag Tr. Fried- b-rg(Tem.) auf Räumung der Schulen und anderer öffentlülien Gebäude von Truppen. Für die Kommission wurde von der Re- gierung eine Nachweisung verlangt, welche Schulen und waruni sie mit Militär belegt sind. Tie Anträge Tr. Hetz(Zentr.) betr. Er- böhung der Teuerungszulagen im besetzten Gebiet uird Schsilmg (Zentr.) betr. Beschäftigung der Kriegsbeschädigten im Staats- und Ge m c i n d e d i e n st. Bevorzugung bei Bewer- bung uin Aemter usw. wurden einem 1IntcranS?chutz uberwiesen.— Am Sonnabend wird der Äusschutz sich u. a. mit den Anträgen betr. die Notlage der« jungen Lehrer, insbesondere derjenigen, die am Kriege teilgenommen babcn. und mit einem Antrag betr. Milderung der Not der stellenlosen Lehra in tsbe Werbelin- n e n beschäftigen. Tie S i c d l u n g S k o m m i s s i o n der Preutzischen Landes- Versammlung begann cm Freitag die Beratung des Gesetzes über die Lande st uli urdchörden. Tanach führen die bishcri- gen Spczialkommissioncn und Generalkommissionen fortan die De- zeichnung Kulturämter und Landeekulturämter und das OberlandcSkullurgericht die Bezeichnung Oberlandeskulturamt. Die Vorlage grenzt die Befugnisse der Aemter im einzelnen� ab und sieht auch die Errichtung von Spruchkammern vor, die über Streitigkeiten zu entscheiden haben,(siegen die vorgeschlagen« Art der Ernennung der Mitglieder dieser Kammern wurden von kon-- servativcr seit« Bedenken erhoben und Wünsche geäußert, wo- nach einerseits die LandwirtschaftSkanimern vor der Ernennung nicht lediglich gebärt werben sollten, sondern mitzubestimmen hätten. Ferner wurde volle rickiterlichc Qualität für die Mitglieder der Spruchämter verlangt. Zu einer Entscheidung kam CS noch nicht. Tie Debatte wird am Sonnabend fortgesetzt. Seamtenfragen vor üem preuß-scken �aushaltungsausschuß Nach längerer Debatte wird die AuSarbeimng von Richtlinien ■für die Besserstellung der Beamten einem Unteraus- f ch u tz überwiesen, der mit der Regierung zusammenarbeiten soll. Es folgt die Beratüng der rechtlichen Stellung der Beamten. Schubert l.S. P. D.) als Berichterstatter bemerkt: AuS dem Gerede, datz in der neuen Zeit die Beamten ihre Rechte verlieren würden, sind eine Anzahl Anträge entstanden, die aber überflüssig sind, weil die Regierung an ein Beschneiden dieser Rechte nicht denkt. Andere Anträge wollen neues Recht für Beamte. Für Preußen allein kann dieses neue Recht niebt mehr allein geschaffen werden, da vom Reich die Schaffung eines solchen Recht» in Angriff genommen ist und den Einzelstaalen nur die Ausfüllung dieses Rahmens übrig bleiben würde. Vorweg nehmen kann man Neu- crdnung des Tifziplinarrechis, Entscheidung über daS Streik- recht der Beamten, Abschaffung der geheimen Personalakten und Offenlegung der Personalakten für die Beamten ist nottvendig. Von Eintragungen in die Akten ist den Beamten Kenntnis zu geben, damit sie Gegenerklärungen machen können. Allgemein« Urlaubs- rcgelung kann auch schon heute erfolgen. BeamtenauSschüssc und -kammern müssen geschaffen und den oberen Beamten das Hand- werk gelegt werden, die Ausschüssen Schwierigkeiten machen. Ter alte Standpunkt, datz die Disziplin gelockert werde, wenn man die Beamten mitwirken lätzr, mutz aufgegeben werden. Die Frage der unkunlbbaren Anstellung aller Lehrer wie mancher anderen Be- amten muh gründlich geprüft werden. Die Vertreter des StaatSministeriumL, Minister Südckum und Geheimrar Leander, erklärten auf Anfragen aus der Kom- mifsson, datz die bisherigen Rechte der Beamten gewahrt bleiben und auch die Weiterentwicklung sich auf der Grundlage eines geschlosse- nen Beamtentums vollziehen werde.— Auch die weitere Beratung dieses Fragenkomplexes wurde dem UnterauSschuh überwiesen, der über den ersten Teil, die wirtschaftliche Lage der Beamten, noch vor Zusammentritt des Plenums Bericht erstatten soll. Au? Auflösung ües Depots üer R. S. W. Eine Erklärung gegen den„(vorwärts". Von militärischer Seite wird folgende Erklärung an hie Presse und auch an uns versandt: Die Auflösung des Depots 11 R.S.W., ehemaliges Regiment Liebe, ist in der Presse als ein �Willkür- akt", im.Vorwärts' als ein.Ilebergriff des Korps Lüttwitz' be- zeichnet worden. Diesen unberechtigten und irreführen» den Behauptungen gegenüber sei bemerkt, datz den matzgebenden militärischen Stellen seit Wocken zuverlässige Mittei- lungen darüber zugegangen sind, datz leider nicht geringe Teile dieser Formation sichboi Ausübung des Wachdienstes usw. in einer Weise benommen haben, die sich unter keinen Umständen mit den Pflichten der mit der Wahrung der öffentlichen Sicherheit betrauten Organe und Personen vereinbaren lätzt. Während die Formation bei den Märzunruhen sich noch gut gehalten hat, ist in'den letzten Wochen unter einem Derbe ihrer Mitglieder ein Gesinnungsumschlag erfolgt, der zu ebenso bevechtigten wie lebhaften Bedenken Anlatz geben mutzte. Eine scharfe Agitation, die sich gegen die Regierung wendet«, hat bei einem erheb» liehen Teile der Formaiion sichtbaren Erfolg gehabt. Ver- schärft wurden die Bedenken durch die Tatsachen, datz die For- mation ganz bedeutende Vorräte an Waffen ange- sammelt hatte. Sie besatz statt der rund 1200 Gewehre, deren sie für den Tionstgebrauch bedurfte, etwa ISOO Gewehr« und 60 Maschinengewehre, statt der dienstlich notwendigen 40. Unter diesen Umständen konnten die entscheidenden militärischen Stellen die Ver- antwortung für daS weitere Bestehen der Forniation nicht mehr tragen. Es mutzt« zur Auflösung des Depots geschritten werden. um nicht, wie bei Truppenkörpern, die früher bestanden haben und dann aufgelöst werden mutzten, in kritischer Stunde recht üble Ilcberraschungen zu erleben. Ein erheblicher Teil der Mann- schaften wird unter anderen Verhältnissen wiederum Verwendung finden. Diese Erklär, mg ist nicht irnstcmde. unsere Anschauung uder den Fall zu ändern. Was zunäcksst die„zuverlässigen Mtttetlungen über die schlechte Ausübung des WochÖuenstes chwernfft, so steht dieser Behauptung die Tatsache gegenüber. datz noch am 13. April ein Telegramm des Gouver- neurs Schopflin der Truppe die vollste Aner- ke n n u n g ausgesprochen hat und daß serner noch am Diens- tag bei der Auslosung Hauptmann Gericke vom Korps Lütt- Witz den kfuhrern des Depots 11 bestätigt hat, datz mili» tarrich ber lhnen alles in vorzüglicher Örd- nuug gewei en sei. W o d a p p, daß bei den erneuten Verhandlungen zwar nicht in allen, aber doch in ver- schiedenen Punkten weiter« Zugeständnisse zugunsten der Arbeiter erzielt worden sind. Die Lohnkommission ist einstimmig der Mei- nung, daß jetzt nicht mehr herausgeholt werden kann, nochmalige Verhandlungen also keinen Zweck mehr haben und deshalb der Ab- schlutz des Tarifs auf der Grundlage des Abkommens zu emp- fehlen ist. In der sehr lebhaften Diskussion kam eine starke Strömung für die Ablehnung des Tarifs zum Ausdruck, hauptsächlich deshalb, weil die Forderungen der Bierfahver nicht im vollen Umfang erfüllt worden sind. Schließlich stimmte aber die Versammlung mit lbll gegen "6 Stimmen dem Abkommen zu und ermächtigte die Kommission, den neuen Tarif abzuschließen. Mahregelungen infolge des Streiks im Baugewerbe. Uns wird folgendes geschrieben: Trotz der Revolution kam- wen heute mehr denn je Maßregelungen der Arbeitnehmer vor. So wieder jetzt nachdem in Berlin die Bauhandwcrker, um ihre dem Verband Borliner Baugeschäfte gestellten Forderungen durchzu- drücken, in den Streik getreten waren. Jetzt aber, nachdem der Streik von den Arbeitnehmern abgebrochen wurde, setzen die Arbeit- geber des Verbandes Berliner Baugeschäfbe ihren vorsintflutlichen -berrenstandpunkt auf und glauben mit den Arbeitern machen zu können, was sie wollen. Zunächst ist vom Verband der Baugeschäfte allen Mitgliedern besohlen, den Arbeitern, die nicht wieder einjgestellt werden können oder sollen, keinen Entlassungsschein auszustellen, so daß alle, die üch einmal beim»Herrn Arbeitgeber" unbeliebt gemacht haben, beule auf der Straße liegen und nicht einmal Arbeitslosenunter. stützung erhalten. Hiergegen ist jedem Arbeiter zu empfehlen, so- fort den SchlichtungSausschuß Schlegelstr. 2 anzurufen, um sich dort sein Recht zu suchen. Außerdem befolgt der Verband Berliner Baugeschäfte momentan eine Praxis, die besonders eNvähnt zu werden verdient: Der Per- band setzt sich einfach über alle Verordnungen, die seit der Revo- lution erlassen und ihm nicht angenehm sind, hinweg und erklärt. daß die ArbeiterauSschüsse, die in einzelnen Betrieben(leider noch lange nicht in allen) gewählt sind, nicht zu Recht bestehen. Dieser Kampf wird jetzt bei der Firma Gustav H a l l e r t, Baugeschäft, Wilhelmshavener Str. 21, der fast nur kommunale Bauten hat, also wohl am ehesten auf die Gesetze Rücksicht nehmen müßte, durchgefochten. Hallert hat bei der Beendigung des Streiks dem Ar- lieiterausschrch erklärt, daß er denselben nicht mehr anerkenne. Auch nachdem in Betriebsversammlungen>der Ausschuß von der gesamten Arbeiterschaft der Firma in öffentlicher und geheimer Abstimmung als Beauftragter der Arbeiterschaft anerkannt wurde, hat Hallert abgelehnt, mit ihm zu verhandeln. Bei einer Besprechung vor dem Bollzugsrat mit einem Ver- trcter der Firma und einem Vertreter des Verbandes Berliner Baugeschäfte ist von beiden erklärt, daß die Firma nicht zu Verhand- lungen bereit sei, sondern fordert, daß die Arbeiter wie in der guten alten Zeit untertänigst um Arbeit anfragen dürften. Die Verordnungen gingen sie nichts an. Solche Zustände herrschen heute 6 Monate nach der Revolution noch in Berlin und gerade beim Inhaber einer Firma, der vom Zimmerpolier durch die Knochen seiner Arbeiter mehrfacher Millo- när geworden ist. Wir hoffen, daß sich der Demobilmachungskommissar schlcu-. nigst der Sache annimmt. Die Stadtverordneten tun gut, wenn sie sich hierauf einmal die Unternehmer etwa? genauer bei der Ver- gebung von Arbeiten ansehen. Die Zivilangestellten der Heeresbetriebe in Grost-Berli« vollzogen am Mittwoch in einer Versammlung der Angestellten. Ausschüsse den Anschluß an den Z e n t r a l au S sch u ß der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenver. 'ände unter Bildung einer eigenen Fachgruppe. In Sachen d«S angestrebten Kollektivvertrages wurde die weitere Ber- ':etung der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbünde über- ragen, womit die Ausschüsse sich aus den Boden der freigewerk- chaftlichen Organisationen und des Klassenkampfes stellen. Den Widerspruch der Zivilangestellten hat die Verfügung des Kriegs- Ministeriums hervorgerufen, die sie in die Reichswehr ein- beziehen will, was ihnen den Verlust des für die Angestellten zu erkämpfenden Mitbestimmungsrechtes bringen wind«. Bevor die von den Gewerkschaften sofort angebahnten Verhandlungen mit dem Kriegsministerium staiigefunden haben und beendet find, sollen — das ist einstweilen zugesichert worden— Entlassungen der den Eintritt in die Reichswehr ablehnenden Zivilangestellten nicht stattfinden._ Eine überfüllte Versammlung arbeitsloser Lithographen, Stein- druckcr und verwandter Berufe im Gewerkschaftshaus nahm nach einem Referat von.Kasper zwei Entschließungen an, in denen die Erwerbslosenunterstützung als unauskömmlich bezeichnet und vom Staat gefordert wird, dieselbe entsprechend zu erhöhen. Desgleichen wenden sich die Versammelten gegen die im Beruf noch herrschenden niedrigen Löhne. Von den in Arbeit stehenden Kollegen wird die Vermeidung jeglicher Ueberstundenarbeit erwartet; dort, wo wegen Arbeitsmangels Entlassungen erfolgen sollen, müßten solche durch entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit vermieden werden. Auch dürften die Berufskollegen nur eine Maschine bedienen und keine Heimarbeit leisten. Bei Nichtbefolgung dieser Forderungen sei es Ehrenpflicht aller Kollegen, dies der Verwaltung zu melden, damit solche Firmen in der Fachzeitung veröffentlicht werden könnten. Vorher hatte die Versammlung eine Arbeitslosenkommission gewählt. Auch Itnirde der Zusammenschluß aller im graphischen Gewerbe tätigen Berussgruppen zu einen? Jndustrieverband drin- gend gefordert. Ein Tarifvertrag für die Filmindustrie. Die seft 11 Wochen währenden Verhandlungen zwischen dem Arbeitgeber verband der doutschen Filmindustrie«inerseiis und den zuständigen Fochgewer kschciften und dem Zentralverband der Film- und Kinocmgchörigcn andererseits sind nach Ueberwindung zahl- j reicher Schwierigkeiten am frühen Morgen des 1. Mai zum Ab- schluß gekommen. Die Schlußverhandlung dauerte über 14 Stunden. ' Während über die Gruppen der Fab rikati onsarbeiter, Atelierarbeiter. Einzeldarsteller, Massendarsteller(hier mit einer kleinen Ausnahme), Hilfsregisseure, kaufmännische Angestellten eine Eini- gung getätigt werden konnte, war dies bei den Tarisen der Film- sriseure, der geistigen Arbeiter(Dramaturgen, Regisseure, Autoren usw., und der Ausnah mevpera teure nicht möglich. Der Arbeitgeber- verband steht hier auf dem Standpunkt, daß eine Tarffverung hoch bezahlter Arbeiter mit einem Jahreseinkommen von über lOWX) Mark bzw. von 800 Mk. monatlich, nicht möglich ist, weil eS sich hier um individuelle Leistungen handÄt, die der freien Verein- barung unterliegen und daher nicht tarifterbar sind, lieber die nicht zustande gekommenen Tarife wird vor dem SchlichtungSaus- schütz Grotz-Berlin verhandelt werden. Eine Versammlung der Angestellten und»rbeiter der Schult- Heiß-Brauerei nahm nach einem Vortrag« des Genossen K a l i S k i eine Resolution an, welche sagt, daß nur durch das Räteshstem die Sozialisierung der Produktion möglich ist. Die Regierung wird aufgefordert, die Ueberführung der kapitalistischen Produkrion in Gemeinwirtschaft zu beschleumgen, da dies die einzige Möglichkeit ist, den Wiederaufbau des deutschen Wirtschaftslebens durchzu- führen und die Arbeitsfreudigkeit der Kopf- und Handarbeiter tat- kräftig zu heben. Weiter wurde eine Resolution angenommen, welche sagt: »Die Versammlung protestiert entschieden gegen den über Groß-Bersin verhängten Belagerungszustand sowie gegen das un- würdige Paktieren des ReichSwehrministerS RoSke mit der Reaktion und der so tief verachteten Offizierskaste.— Die Versammlung verlangt die Entfernung der raublustigen RegierungStruppen." Ans anderen Verbänden. BmerkenSwerte Beschlüsse faßte die Hauptversammlung des Kaufmännischen Vereins von 185 8. Zunächst wurde die satzungsgemäße Festlegung des Vereinscharakters als Arbeit- nehmergewerkschaft gemäß den von den Arbeitergewerkschaften auf- gestellten Richtlinien beschlossen. Ferner sollen vom 1. Mai 1919 ab auch weibliche Angestellte'mit gleichen Rechten und Pflichten als Mitglieder aufgenommen werden. Das wesentlichste ist aber, daß eine Entschließung zur Annahme gelangte, durch welche die Ver- schmelzung samtlicher Angestclltenverbände bzw. die Errichtung eines Einheitsverbandes aller Angestellten in Han- del, Industrie und Landwirtschaft gefordert wurde, welcher völlige religiöse und parteipolitische Neutralität zu beobachten habe und Angestellte beiderlei Geschlechts aufnehmen müsse. Parteinachrichten. Die Wiederaufnahme unserer Bildungsarbeit. Der Zentralbi'ldungsausfchuß hat seine Tätigkeit, die er in- folge des Krieges fast ganz hatte einstellen müssen, wieder aufge- nommen. Die Leitung der parteigenössffchen Bildungsarveit liegt wie früher in den Händen des Genossen Heinrich Schutz. Die Sekretariatsgeschäfte führt Genosse W ei mann. Alle Zuschriften in Bitdungsangolegenheiiten sind zu richten an Heinrich Schulz, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Wir ersuchen die Partei- und Gewerkschastsorganisativnen. an allen Orten neue Bildungsausschüsse ins Leben zu rufen oder die alten wieder in Tätigkeit zu setzen. Ebenso sind für die Partei- bezirke wieder Bildungsau sschüss« einzurichten. Die Ausschüsse sind wie früher aus Vertretern der Partei- und GewerkschaftSorgani- fatitmen gemeinsam zu bitten. Di« Adressen der Orts- und Bil- dungSausschüsse sind sofort dem ZentralbildungsauSschutz mitzu- teilen. In einem Mitteilungsblatt, das in den nächsten Tagen an die Organisationen versandt wird, werden Richtlinien für unsere wichtigsten und dringendsten BildungSaufg«ben aufgestellt. Die Organisationen, die das Mitteilungsblatt nicht erhalten, wollen es vom ZentrallbildungSaluSschuß einfordern. Gang besonders sei daraus hingewiesen, daß auch die Lichtbildzentrale ihren Betrieb wieder aufgenommen hat. Ein Verzeichnis der Lichtbildferien ist dem Mitteilungsblatt beigefügt und kann auch direkt vom Zentral- bildungSausschuß bezogen werden. Ueber die notwendigen Aufgaben unserer Bitdungsarbeit wird fortlaufend durch die Presse und das Mitteilungsblatt berichtet werden. Gegen östliche Annexionen. In stark besuchten Versanrmlungerr. u. a. in Schwerin a. Warthe, Meseritz, Birnbaum, sprach Genosse W. Schulz. M. d. N.-V., über .Die Nationalversamlung und die innere und äußere Politik". In allen Volksversammlungen wurde seinen Ausführungen zugestimmt und ein« Entschließung angenommen, die besagt: Die Ver- sammelten stehen auf dem Boden eines RechtSftiedenS und der Volke rversiniignng. Sie verwerfen jede Art von Gewaltftieden und erwarten von der Reichsregierung, daß sie nur einem Frieden entsprechend der 14 Wilsonschen Punkte ihre Zustimmung erteilt. Bor allem erwarten die Versammelten für den Osten eine Gren v regulierung, die die deutsche Kultur ntcht bedrückt, sondern in ihrem bisherigen Bestand garantiert. Soziales. Eine vom Verband der Zivilmufiker einberufen« Veffamnriung findet am Montag, den S. Mat, vormittags 10 Uhr, im Vereinshaus, Kaiser- ZLIlhelm-Straße ZI, statt, in der die Frage des Tarifs und die soziale Lag« im Enscmblewesen besprochen werden soll. HecrcSbettieb Spandau. Heute nachmittag 4 Uhr»Neue Welt' Sitzung sämilicher Arbeiterrätc. Arbeiter- und A>rgestelltenausschüsse und Vertrauensleute der HeereSbetricbe Spandau. Der Zentealarbeiterrat der Staatsbeirieb« Spandaus, gez. Holldorf. Wernicke. Die Genossen der S. P. D. des Fenerwerkslaboratoriums. Gewehr- und Munitionsfabrik, treffen sich in der heutigen Versammlung um 12 Uhr mittag« in StoldergS Konzerthaus, Klostersir. 13/15. Technische«ngrftrllte de, Chirurgic-Mechanik mit Ausnahme der Werkmeister werden gebeten, umgehend ihre Adressen an den Bund der tech- nisch-industriellen Beamten. Berlin RW. 52, Werfstr. 7,«inzureichen. Es handelt sich um den Abschluß eines Tarisvcrtrages. Der Zenttalverband der Zivilmufiker hält am K. bis 9. Mai in Berlin seinen 6. BerbandStag ab. Der wichttgste Punkt der Tagesordnung ist die Verschmelzungiftag« mit dem Allgemeinen Deutschen Musskerver- band. Dieser bat auf seiner diesjährigen Delegiertenversammlung in Weimar den einstimmigen Beschluß gefaßt, sich der Generalkommission der freien Gewerkschaften anzuschließen, das heißt, sich mit dem Zenttalverband der Zivilmusiker zu verschmelzen. Zu diesem Zwecke sollen beide Ver- bände eine Neunerkommisston wählen, welche die Formalitäten der Ver- schmelzung endgültig»u regeln hat. Die Tagesordnung weist noch fol- genden Punkt ans: Welche Forderungen hat die Musikeifchaft an Gesetzgebung untd Verwaltung zu stellen bezüglich der Regelung ihrer allge- meinen Rechtslag«, der Verstaatlichung oder Verstadtlichung von Theatern und KonzertnMernehmungen, des Lehrlingswesens und der Militär- beamten- und Ausländerkonturrenz? Zeittrawerein der Bildhauer. Heute, Sonnabend, 5 Uhr. Vertrauens- männerversammlung der Holzbildhauer Berlins im Gewerkschaftshaus, Saal 10:»Die Situation der Lohnbewegung in der Holzwdustrt«.' Wegen der Wichtigkeit muß jede Werkstatt vertreten sein. Di« Branchenkommisston. Aus der Welt der Akten. In Rr. 213 erwähnten wir, daß bei der R e i ch s v e r s i ch e- rangSansta lt für Angestellte die Entscheidung über einen Antrag auf Abkürzung der Wartezeit eines Kriegsbeschädigten nach sieben Monaten noch ansstom-d. Wie mögen solche und noch schlimmere Verzögerungen, die uns von Rentenanwärtern aller Art sehr oft gemeldet worden, zu erklären sein? Zur Beant- Wartung dieser Frage kann vielleicht die folgende Schilderung bei- tragen, die sin Kenner der Verhältnisse bei der Reichsversicherungs- anstatt für Angestellte uns gibt. Wenn ein Brief eingeht, wird er zunächst mit den: Eingangs- ftempol versehen und der beireffenden Buchungsstelle überwiefen. Schon da» erfordert meist mehrere Tage, weil die Versicherung s- anstailt täglich große Mengen Briefe erhält, die sortiert werden müssen. Das Verfahren der Sortierung, für die es bisher Grvb- sortierer, Feinsortierer, Numerierer und Schreiber gab, ist vor kurzem unter Ausschaltung der Fei-nsortierer und Numeriere r vereinfacht worden. Bei der Bearbeitung der Eingänge ist zunächst zu prüfen, ob sich eines von den etwa 200 Formularen anwenden läßt. Ist das nicht möglich, so wird ein Entwurf angefertigt, der an den Vorprüser geht. Dieser gibt ihn nicht selten nur deshalb zunick, weil er«fct paar Worte ändern zu sollen glaubt. Dann kommt der Brief gewöhnlich nach acht Tagen(«S kann auch langer dauern? wieder zur Buchungsstelle, wo der Entwurf nun noch einmal ge- schrieben werden muß. Nachdem das geschehen ist, geht die Sache wieder zum Vorprüser und nach erteilter Billigung weiter zum Referenten. Dort kann sich aber die Bemängelung wiederholen, und es kommt nicht selten vor, daß der Referent(ein Assessors und der Vorprüfer(sin Sekretär) sich in die Haar« geraten, weil sie über einen Ausdruck verschiedener Meinung sind. Ist der Entwurf endlich von beiden genehmigt und unterzeichnet, so gebt er wieder zur Buchungsstelle zurück. Won dort wandert er zur Kanzlei; wo nunmehr der Bescheid abgeschrieben und sorgfältig nachgelesen wird. Daraus setzt er seine Reise fort, macht nochmals halt beim Referenten, der ihn unterschreiben muß, und erreicht dann glücklich die Versendestelle. Diese Darstellung des Geschäftsganges läßt es be- gveiflich scheinen, daß selbst bei Ausschaltung aller Verwicklungen, die sich immerhin in manchen Fällen ergeben können, die .glatte" Erledigung eines Bescheides vier Wochen Ze>itin Anspruch nimmt. Müssen auch noch Akten aus an- deren Abteilungen angefordert werden, was häufig vorkommt, so kann es noch viel länger dauern. Bielleicht wird mancher diese Schilderung aus der Welt der Akten fast amüsant finden. Aber für Rentenanwärter, die unter den Verzögerungen und Verschleppungen zu leiden haben, hat die Sache wirklich nichts Erheiterndes. Verantwortlich wr Politik Artnr stidler, Sharlottraburg, für den llbriaen Teil des Blattest Alfred«ch-lz. Renkölln: für Anzeigen Tiersbat«locke. Verlin. Berlaa Vorwärt S-Perlag». m. i. H.. Berltn. Drucke Vorwärts-Bnitidruckerei und Verlagsanstalt Paul Slnaer u. To in Verlin. Lindenstraße 3. Hierzu 2 BcUagen. Zeitungs-Ansgabestellen und Jnseraten-Annahme. Zentru«! Mar Menzel, A-kerftr. 174, am Koppen- platz. Geöffnet von 9—6 Uhr. Süden und Südwesten: Gustav Schmidt, Bärwald- straße 42, a. d. Tnelsenaustraß». Geöffnet von 9—6 Uhr. Süden: Et. ssritz, Prinzenftr. ZI, Hof rechts pari. Se- öffnet von 9—6 Uhr. Osten: Gilh. Arndt. Markusstr. Z6. Geöffnet von 9—6 Uhr.— Karl Melle, Petersburger Platz 4 fLaden). Geöffnet von 9—6 Uhr. Südosten: Paul Böhm, Laufitzer Platz 14/lö. Geöffnet von 9— 6 Uhr. Rordvsten: Leo Jucht, InrmauucMrchstr. 12(Hof). Se- öffnet von 9—6 Uhr. Moabit: Joseph, Wilhelmshavener Str.«.«»«ffnet von 9— 6 Uhr. Weddlng: I. Hönisch. MMerstr. Z4», Ecke Utrechter Straße(Laden). Geöffnet von 9—6 Uhr. Ztosenthalee und Vraulenburgee Vorstadt: A. Wolgast. Wattftr. 9. Geöffnet von 9-6 Uhr. Kesundbrunne»: Fischer, Basti anstr. 7(Laden). Geöffnet von 9—6 Uhr.-. Schönhauser V«rst->dt: Karl Mar». Sr-«fenhagener Straße 22. Geöffnet von 9—6 Uhr. Ndlershof: Feuerstein, Btsmarckstr. SD SU-«lte»>ck«, Falkenberg: Talzmann, Falkenberg, Gartenftadtstr. 19. DanmschuUwK«! Karl«Ipke,«i-fholzstr. 179. K«»»». Röntgental, geperudl,«chiinbrück und«u»: Heinrich Bros«, Bernau, Mühlenstr. S(Laden). Biesdorf. D. D-nneberg. Viktoriastr. N. / Bohnsdorf: Hörle««»». Senossenschastshaus»Pa- radies". Bachholz: P. Blitzt, Ztosenthalee Sie. 15. Sharlottendneg: Gustav Scharnberg, Sefenheimer Straße 1. Geöffnet von 9—6 Uhr. Aug. Etrie- m c r, TauroggeneS Str. 11. Dabendorf: Kerm. Zi-ich stein. Sggersdors: Schönherr, Landsberger Str. 19. Sichwald«, Schmöckwitz: Otto Krone, Gtchwalde, Stuben- rauchstraße Ivo. Erkner: Alb. ssernick«,«önlgstr.«. Fichtenau: Hugo Richter, Moltkestraße. Fried«»»»: F. Fiebelkorn, Lauterlir. SO, Sartenh. n, Feederadors-Peteeahoge»: Uffenwasser, Petershagen. Friedrichshagen. Sirfch« arten: Haffmann, Friedrich». Hägen, Kurz« Straß« 1....... Grün»»: Franz Klein. Friedrichstr. 19. Herzfcld«: R. W- i d- m- n n. Hennigsdorf: Emmulat, Rathenaustr. 7. Sermsdarf. Glienicke, S-H.».«»..d.r,.»Irkenw-rd«: A. P i t t a ck, Hermsdorf, Berlrner Str. 124. Z-han-iath-l: Gonfchur. Parkstr. 2Z. Kanlsdsrf: W. Schal,. Si-f-str.»o. Kleiu-Gltenlcke: Fron, D r o g- r. Lemkellr. 1. Ketzin». H.!« r u m n o w, Plantagenstt. ö.- Könige. Wusterhanle», Mederlehme,«ckwnkendarf: Friedr. B a u m a n n, Luckenwaldcr Str. 3. Klpendl! Emil Wißler. Kietzer Str. S(Laden). Se- öffnet von 9—6 Uhr.. Kremmen: Adolf Zeitz. Ruppiner Str. 128. Lichtenberg J, Friedrtchafeld«. Hahenfchönhanse»: Ott« S« i k e l, Dartenbcrgstr. 1(Laben). Seöffnet vo» 9 bis 6 Uhr. Lichtenberg II, Rnmmelsbnra, Stralau: A. Rosenkran I. Alt-Poxhagen 56. Geöffnet von 9—6 Uhr. Lichtenrade! Pollex, Bahnhofstr. Z5. Lichterfelde-Vst, Lankwitz! Wenzel, glethenstr. 15 Lichterfelde. West: S. Albrccht, Dürerstr. z. Mahlaw: Jos. Marschall, Trebbiner Str. 15. Mahlsdorf: Wiedemann, Wagnerstr. 3. Rariendorf: August L« t p, Ehausseestr. 29. Marienfelde: W. Schulz, Berliner Str. 116. Reucnhagen: Benzke, gicgelstr. 71. Reukilln: M. Heinrich. Rcckarstr. 2(Laden). Geöffnet von 9—6 Uhr. RenkSlln-Britz: Rahe, Siegfriedstr. 28/29. Geöffnet von 9-6 Uhr. Rlederfchönhaul«»: G. Schliebener, Treskowstr. 14. Riederfchöneweide: Wilhelm Unruh, Brllckenstr. 10 ll. Rowawes: Karl Krähnberg, Eifenbahnstr. 19. Potsdam: Hörig. Waifenstr. 24. Vranienbnrg: Alb. Ernst, Dartenstr. 4. vterfchönewetde: Rodert Paul, Mathildenstr. S. Paniow.«ordend,»lankeuburg: R i ß m a»». Pankow, Mühlenstr. 79. Rahuadsrf: T« i ch e r t, Forststr. 7._ Reinickeadorf-Ost, schönholz:«Ibett Wohle, Provinz- straße 56(Laden). Reinickendarf Rafenthal: Paul Slpel,«velwetßstr.?. Potsdamer Str. 26. SchSuedeeg: Wilhelm'»äumler. Beiziger Str. 2? (Laden). Geöffnet von 9—6 Uhr. Spandau, Siemeusstadt. Seegefeld: Schwarz, Spandau, Potsdamer Str. 26. Südeud«: Ludwig, Halskestr. S6. Steglitz: Hans Kegel, Echildhornstr. 11. Tegel, Borsigwalde. Wittenau,«aidmauualust, Freie Sch»», irnd R-inick'ndarf.Wrtt: Paul K i- n oft. walde, Röuschstr. 19. Seöffnet vo« 9—1 Uhr. Teltow: Krüger, Schönow. Dorffw. v. Tempelh-f- Schmach». Kaiser-Wilhelm-Str. 18. Treptow: Rod. Gramen,.«iefholzftr. VZ. vorn 1 T, Betten: Willy Stile, Luifenstr. Z. 5t- «eißenfee: Wafielewski, Berliner Alle, 11. Wildau-»- herlehm«: R u d. L« t t o w. «ilh-lmohagr»,«estenwlukel: Artnr Schi«»».«», landstr. 98, 9S. Geöffnet von 9-6 Uhr'' m' «ilhelmshage». Hesse»», nkel: Arthur s'ch i e f k. Mit. helmshogen. Dernburgstr.?i.«>y' r, r e. Wn- W-ltersdorf: B- e n f ch. Bahnhofstr. ZZ aablow-zernsdorf: H. Iaeiel. sseuthea, Mieesdorf: Ernst B i n t e r k' n. »urfllrstenstr. 46.:-o> n I c r I 1. gössen: Wehrmeister.»irchplatz 7. Sämtliche Parteikiteratur sowie olle wissenschaftliche» Werke werden geliefert. Sonntags find die Ausgadestelle« geschlossen- Nr. 224 ♦ 36. Fahrgang 1. Seilage öes vorwärts Sonnabenö, 3. Mai 1914 GroßGerlw Der ewige Teutone. Weiht du. Haemsch, was ich trämnte? Ich ging zur ShtituSmjniftrei, wo ich in Ehrfurcht mich verbäu-mte— da stand statt Wikhelms Konterfei auf deinem Pult ein hübsches Bildchen — es wavd mein Geist in Staunen still dran pendelte ein kleines Schildchen: »Ick tu und lasse, wat ick will!" Zticht Adolf wars, der Radikale, wie milde lächelnd du gedacht. der sich mit solcherlei Geprahle in deinem Reiche mausig macht. Der Adolf ist ja längst von hinnen zur Zunft, die dich nicht heftig liebt und zwischen Mannheim und Gmnbinneu die Milch der frommen Denkung trübt. Das Ganze war ein Briefbeschwerer: Die Republik als voller Topf, drauf sah ein teutscher Oberlehrer mit Bakel und mit Totenkopf. Die neusten deiner Schulerlasse hielt er zur Würdigung bereit... Ein Traum. Es schreit ja doch die Gasse plakatbeklcistert: Reue Zeit! Paulche«. Ter Mai-Jugendtag des Vereins„Arbeiter-Jugend" soll eine Massenkundgebung der gesamten arbeitenden Jugend wer- den. Treffpunkte sind aus dem heutigen Inserat zu ersehen. Die erwachsene Arbeiterschaft ist zu dieser Verarrstaltung herz- lachst eingeladen. Ter Gesetzentwurf über Grotz-Bcrlin. Der Gesetzentwurs dürft« in etwa 14 Tagen den Gemeinden Groh-Berltns zur Besprechung zugehen, so daß mit einer Vovloge an die Landesversammlung frühestens Ansang Juni zu rechnen ist. Der Gesetzentwurf sieht eine Emheitsgemeinde Grotz-Berlin unter weitgehender Auseinanderlegung der örtlichen Verwaltung in VerwalwngSbezirken vor. Er soll am 1. April 1S20 in Kraft treten. Schiedsspruch betreffend Magistratshilfskräfte. Der heftige Kampf, der zwischen den MagrstratShilfskräften, vertreten durch den Verband der Bureauangcftellten und dem Ma- gistrat Berlin seit langer Zeit bezüglich ihrer Gehalts- und An- ftellungsverhältnisse geführt wurde, ist vom Schlichtung sauSschuh nunmehr zugunsten der Angestellten entschieden worden. Nach einer lebhaften Auseinandersetzung zwischen dem Stadtrat Dr. Franz und dem Gewerkschaftssekretär Bauer wurde am Mitt- woch durch den Borfitzenden des SchlichtungSausschusseS Land- gerichtsrat Wulfs der folgende einstimmig gefahte Schieis- spruch verkündet: 1. Den Bureau- sKanzlei-) Hilfskräften irnd den Hilfskräften im Unterbeamtendienst wir® das Mitbestimmungsrecht in allen wirtschaftlichen und das Arbeitsverhältnis berührenden Fragen zuerkannt; insbesondere bei Siirstelvungen, Kündigungen und Entlassungen, Festsetzung von Gehältern, Urlaubsbewilligun- gen und Beförderungen. Das Mitbestimmungsrecht wird von dem AnyestelltenauSschuh «rusgeübt. Bei Unstimmigkeiten zwischen Magistrat und Angestellte ttauS- schuh ist merhalb dreier Tage ein Schlichtung SauSschutz anzurufen. Bei Kündigungen und Entlassungen hat der Widerspruch des Ange- stelltenouSschusseS aufschiebende Wirkung. Der Schlichtungsausschuh besieht aus 6 Stadtverordneten und einem unparteiischen Vorsitzenden. Wird über daS Mitbestimmungsrecht der Angestellten ein Reichsgesetz erlassen, so bleibt die Ausstellung neuer Regeln für die Tätigkeit des Angestelltenausschusses in Gemeinbetrieben der Stadt Berlin Und neuen Verhandlungen vorbehalten. I. Urlaub. Nach zweijähriger Dienstzeit 2 Wochen; nach dreijähriger Dienstzeit 3 Wochen. Für Kriegsteilnehmer gilt das in der Vereinbarung vom heutigen Tage gesagte. 3. Gehalt. Ledige werbliche unter 13 Jahren erhalten ein Monatsgehalt von 2W M. d) Die sonstigen Gehälter werden wie folgt festgesetzt: 1. Einfache Hilfskräfte: e) Ledige, AnsangSgehalt 335 M., nach 1 Jahre 355 M., nach 2 Jahren 376 M. b) Verheiratet«, An- fangSgehalt 386 M., 410 M.. 436 M. 2. Qualiftzierte Hilfskräfte(Regrstratoren): Ledige, An- fangSgehalt 365 M., 385 M., 406 M. b) Verheiratete. Anfangs- gehakt 415 M., 435 M., 460 M. 3. Expedienten und HilssbuchHalter in der Stadthauptkasse: 3.) Ledige, AnfangSgehalt 365 M., 400 M., 420 M. b) Verheiratete, Anfangsgehalt 415 M., 450 M., 475 M. 4. Einfache weibliche Hilfskräfte: a) Ledige, AnfangSgehalt 280 M., 280 M., 295 M. b) Verheiratete und Witwen mit eige- nein Haushalt, AnfangSgehalt 335 M., 355 M., 375 M. 5. Qualifizierte weibliche Hilfskräfte einschl. Stenotypistinnen: a) Ledige, Anfangsgehalt 335 Dt.. 355 M., 375 M. b) Verheiratete und Witwen mit eigenem Haushalt, AnfangSgehalt 385 M, 410 M., 425 M. c) Hilfskräfte mit Sondervergütungssätzen erhalten bei einem Monatseinkommen bis zu 400 M. eine Aufbesserung von 20 Proz., über 400 M. 15 Proz., soweit nicht nach obiger Tabelle höhere Gehälter gezahlt werden. ä) Diese Gehaltsfestsetzungen und Gehaltsveränderungen treten am 1. Mai 1919 in Kraft. Als Ausgleich für die von den Angestellten geforderte Nachzah- lung der Gehaltsdifferenzen ab 1. Januar 1919 wird eine einmalige Entschulduugssumm e in der Höhe des äb 1. Mai 1919 festgesetzten Monatsgehalts gewährt und möglichst bis 15. Mai ausgezahlt. Bezüglich der Kündigungsfristen, des Urlaubs bis zweijähriger Dienstzeit sowie einiger unwesentlicher Bestimmungen bezüglich der Gehaltszahlung war vorher zwischen den Parteien eine Verein- barung dem Wunsche der Angestellten gemäß erfolgt. Der Schlichtungsausschuß setzt sich zusammen aus den Herren Landgerichtsrat Wulff als Vorsitzendem, Fabrikant Baer, Direktor Bolle und Direktor Schraub als Arbeitgeberbeisitzer; Ingenieur Schmidt vom Bund der techmsch» industriellen Beamten. EmontS vom Allg. Bankbeamtenverein und Silbermann vom Zentralver- band der Handlungsgehilfen. Die Parteien haben sich innerhalb von 3 Tagen zu erklären, ob sie dem Schiedsspruch zustimmen. » DI« Hilsskristc des Magistrats Berlin werben vom.Zchner-AuSschutz" für morgen. Sonntag, vormittags 10 Uhr zu«wer Massenversammlung im Sportpalast eingeladen. Tagesordnung: Bericht über die Verhandlungen beim Schlichtungsausschub und Entscheidung. Forderungen der Feuerwehrmänner. Freitag vormittag tagte im Sophiensaal eine Versammlung der Berufsfeuerwehren Groß-Bertins, welche sich mit der Forderung einer Gehaltserhöhung beschäftigte. Der Referent Müller schilderte die traurige wirtschaftliche Lage der Berufsseuerwehrmärmer. Die Gehälter stehen in einem schreienden Mißverhältnis zu den Preisen der Lebensmittel. Di«; Feuerwehr m änner stehen vor dem wirtschaftlichen Ruin. In der Hoffnung, daß die sozialistische Regierung für den Abbau der Lebens- imttelpreise sorgen werde, sind die Feuerwehren nur mit geringen Lohnforderungen an die Magistrat« herangetreten. Sie sehen sich aber in dieser Hoffnung getäuscht. Während des Krieges, wo kein Dtangel cm Arbeitskräften bestand, haben die Feuerwehrmänner in ihrer dienstfreien Zeit Nebenbeschäftigung verrichtet, um lvenigstenS den notwendigsten Lebensunterhalt zu erwerben, denn das Gehalt reicht dazu nicht auS. Mit Rücksicht auf die jetzt herrschende allge- meine Arbeitslosigkeit sind die Feuerwehrmänner nicht mehr ge- willt, Nebenarbeiten auszuführen. Sie verlangen deshalb ein« Be- foldung, die ihnen ihr Auskommen auch ohne Nebenbeschäftigung gÄvährlofftei. Di« Feuerwehrmänner verlangen nicht mehr, als ihre wirtschaftliche Gleichstellung trat den Arbeitern. Der gesetzliche Achtstundentag besteht für die Feuerwehr nicht. Sie haben jeden zweiten Tag 24 Stunden Dienst. Das ergibt eine wöchentliche Ar- beitszeit von 84 Stunden. Bei der Ginstellung erhalten die Feuerwehrmänner, die meist Familienväter sind, wöchentlich 82 M., also noch nicht eine Mark für' die Stunde. Der Stundenlohn für Rein- machesceauen beträgt gegenwärtig 1,10 M. Es ist beschämend, daß der Feuerwehrlohn noch hinter dem Lohn der Roinmachefrauen zurücksteht. Mit Rücksicht auf ihre verantwortungsvolle Tätigkeit im Interesse des Allgemeinwohls haben die Feuerwehrleute noch nicht von der den Arbeitecn zustehenden Waffe des wirtschaftlichen Kampfes Gebrauch gemacht. Sie erwarten auch jetzt noch, daß ihre berechtigten Forderungen erfüllt werden. Im Laufe der Diskussion wurde ein Antrag gestellt, der mit der Arbeitsniederlegung droht für den Fall, daß die Forderungen nicht innerhalb einer Frist von zwei Wochen bewilligt werden. Mitgeteilt wurde noch, daß ein Jahresgehalt von 4800— 6800 M. gefordert wird und eine monatliche Zulage von 50 M. für jedes Kind. Nach lebhafter Diskussion wurde der mit der Arbeitsnieder- legung drohende Antrag, gegen den sich außer anderen� Rednern auch Stadtverordneter Genosse D i t t m e r wandte, zurückgezogen und einsti-mmig beschlossen: „die Magistrate von Grotz-Berlin aufzufordern, an die Be- amten der Feuerwehren von Grotz-Berlin die von ihnen geforderte einmalige Teuerungszulage auszuzahlen und sofort eine Regelung der Gehälter in der beantragten Sähe vorzunehmen. � Sollte unfern berechtigten Wünschen nicht stattgegeben werden, so lehnen wir die Veraantwovtung für die sich aus der Nicht- berücksichtigung ergebenden Folgen ab. Die Versammelten erwarten, daß ihre berechtigten Forderun»- gen alsbald erfüllt werden. Ter Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Groß-Berltn wird beauftragt, innerhalb zwei Wochen Bericht über diese Angelegenheit zu erstatten, um evtl. weiter Stellung zu nehmen."_ $uc Vermittlung von Arbeitskräften. Zu der hierüber in der Sonntagirummer enthaltenen Notiz. die vom Nachrichtenamt der Stadt Berlin veröffentlicht wurde, wird uns aus Gewerkschaftskreisen geschrieben: Die Notiz, welche von der Verpflichtung der Arbeitgeber hau- delt, ihren Bedarf von 5 und mehr Arbeitskräften innerhalb 24 Stunden dem zuständigen Arbeitsnachweis anzumelden, ist, so abgefaßt, unrichtig und steht im Widerspruch mit der Ver- ordnung des Demobil machungsamtes vom 27. 11. 18, welche besagt: ... Alle Arbeitgeber sind daher verpflichtet, ihren Bedarf an Nr- bertÄräften jeweils auf dem schnellsten Wege bei einem nicht ge- werbsmätzigen Arbeitsnachweis zur Anmeldung zu bringen. Diese Pflicht haben nicht nur die privaten Unternehmer, sondern auch alle Reichs-, Staats- und Komnrunalbchörden, bei denen ein Bedarf an Arbeitskräften vorhanden ist, ganz besonders Post und Eisen- bahn.... Die Verordnung des Demobilmachungsamts Nr. 117 vom 17. 2. 19, nach welchem offenbar die in Frage stehende Notiz abgefaßt ist, spricht allerdings im§ 1 von 5 und mehr Arbeitskräften in dieser Hinsicht. Im§ 6 heißt es dann: »Bereits ergangene weitergehende Verordnungen der Demobil- machungsbchörden über Meldevorschristen im Sinne dieser Ver- ordrarng bleiben in Kraft." Somit ist ohne weiteres die Rechtsgültigkeit der Verordnung des Demobilntachungsamtes mit ihrer weitergehenden Anwendung vom 27. 11. 18 gegeben. Es wäre ja auch geradezu eine Verkennung der Umstände, das ganze Klein- meistertum und größere Gewerbebetriebe von der auferlegten Ver- pflichtung der Benutzung des Arbeitsnachweises zu entbinden. Denn praktisch genommen läuft die ganze Sache zum Schaden der be- treffenden Arbeiter darauf hinaus. Wir haben auch in letzter Zeit gesehen, so z. B. erst wieder in der Sonntagsnummer der „Vvlkszertung", daß ein Arbeitgeber unseres Berufes nach 4 Ar- beitskräften annoncierte. Also auch die größeren Unternehmer haben e? vollständig in der Hand, das Gesetz zu umgehen, um in kurzen Abständen nacheinander 4 Arbeitskräfte einzustellen. Dieses kann doch nicht in der Absicht des Gesetzgebers gelegen haben. Der Magastrat macht die Arbeitgeber des Elast- und Schank- Wirtgewerbes im Anschluß an die Verordnung des Demobil- machungsausschusses vom 24. April 1919 aufmerksam, daß die Meldung der offenen Stellen für weibliches Personal in der weiblichen Gastwirtsabtcilung des Arbeitsnachweises der Stadt Berlin, Rückerftr. 9, geöffnet von 9—6, zu erfolgen hat. dagegen für männliches Personal in der Abteilung Jägerstr. 11. Weg mit den Spielklubö! Der Gouverneur von Berlin hat daS Polizeipräsidium ersucht, sofort mit aller Energie gegen die zahl- reichen wilden Spielklubs vorzugehen, in die jedermann Eintritt hat ohne besondere Förmlichkeiten, und ebenso auch gegen die Be- Wucherung, die von einem Teil der Berliner Droschkenkutscher— 14] Cm Doppelgänger. Erzählung von Theodor Storm. Wenn aber am Feierabend der Vater da war, wenn sie mit aller Wichtigkeit ihm erst gezeigt hatte, wie weit sie heute auf der Tafel oder im Melhuch gekommen sei, und wenn sie dann miteinander ihr kleines Mahl verzehrt hatten, so ging er wohl � noch einmal mit ihr hinaus unter den Sternenhimmel, auf die i Straßen oder, war es dort zu laut noch, in das Gärtchen und weiter in die Wege, die in das Feld hinausliefen..Dann hob er oft sein Kind auf beide Arme, und was er tags erfahren hatte, oder was nur an Gedanken bei der Arbeit ihm gekommen war, was sie verstand oder nicht verstand, das flüsterte er in die kleinen Ohren; er hatte keinen anderen Vertrauten, und ein ewig Schweigen soll kein Mensch ertragen können. Wohl bog das Kind bisweilen das Köpfchen zu dem seinen auf und lächelte ihm nickend zu; manchmal aber erschrak es und bat:„Nicht so! O, sag das nicht, mein Vater!" Er wußte nicht, war diese Tochter ihm ein neues Glück, war sie ihm nur ein Trost für ein verlorenes; denn immer wieder nach dem toten Weibe in Reu und Sehnsucht wollte ihm das Herz zerbrechen; noch im Traum betörte ihn der Reiz des längst vergangenen Leibes, daß er, vom Schlafe auffahrend, ihren Namen durch die dunkle Kammer schrie, bis er endlich faßte, was unrettbar der Vergangenheit gehöre. Manchmal in der Nacht hatte auch das Kind nach der Mutter gerufen und die Aermchen weinend nach ihr ausgestreckt;! wenn er dann am Abend darauf sie durch die Einsamkeit der Gassen auf seinen Armen trug, erzählte er ihr, wie Süßes oft im Traunie ihm geschehen, wie schrecklich sein Erwachen ge- Wesen sei. Dann frug das Kind wohl zitternd:„War denn Mutter bei dir in der Nacht?" „Nein, Christine; es war ja nur ein Traum." Und das Kind frug weiter:„War denn Mutter so schon?" Tann drückte er sie heftig an sich:„Für mich das Schönste auf der Erde! Weißt du das nicht mehr? Du warst schon drei Jahre alt. als sie starb!" Als er das letzte Wort gesprochen hatte, stockte ihm die Rede plötzlich; ein Frösteln rann durch seine Glieder. Konnte er so einfach von ihrem Sterben sprechen?! Er wollte sein liebes Kind doch nicht betrügen.— Die Kleine aber, die eine Weile gesckiwiegen hatte, sagte jetzt traurig:„Mein. Vater, ich weiß gar nicht mehr, wie Mutter aussah!" „Wir hatten nimmer Geld zu einem Wide; wir dachten auch nicht an den Tod!" antwortete John, und seine Stimme bebte; „aber er ist immer bei uns; streck nur den Finger aus, so kommt er schon!" Die Kleine drückte angstvoll das Köpfchen an seine Brust. „Nein, nein." sagte er,„so ist's doch nicht I Du kannst schon deine beiden ganzen Händchen ausstrecken! Der liebe Gott ist doch über ihm; der hat auch versprochen, daß wir die Toten alle wieder- sehen sollen: so lange mußt du warten." „Ja, Vater," sagte das Kind, und der kleine Mund drückte sich auf den seinen,„aber du mußt bei mir bleiben." „Wie Gott will.". -- War bei ihrer Nachhausekunst Alt-Mariken noch wach, oder hatte die Haustürschelle sie wieder aufgeschreckt, dann schalt sie John, die Nacht sei nicht für Kinder, er trage sie noch in den Tod. Er aber sagte dann wohl halb für sich selber: „Besser früher Tod, Als spät die Not." Da bim jener furchtbare Winter in den vierziger Jahren, wo die Vögel tot aus der Lust fielen und die Rehe erfroren im Walde zwiscken den von Schnee gebeugten Bäumen lagen, wo die armen Leute mit ihrem leeren Magen, um nicht gleichfalls zu erfrieren, in ihre kargen Betten krochen, die in ungeheizten Kammern'standen; denn auch die Arbeit war mit eingefroren. John hatte sein Kind auf dem Schoß; er sann wohl darüber nach, warum in solcher Zeit das Mitleid nicht den Armen Arbeit schaffe; er wußte nicht, daß es an ihm vorbeigegangen war. Die lange nicht gestutzten Haare hingen über seine eingefallenen Wangen; die Arme hielt er um sein Kind geschlungen. Der Mittag war vorüber, wie die zwei leeren irdenen Teller aus- wiesen, die mit Kartoffelschale bedeckt neben einem Salzfaß auf dem Tische standen. Ein kaltes graues Zwielicht war in der Kammer: denn das Tageslicht konnte durch die dick mit Eis- blumen überzogenen Scheiben nur kaum hineindringm.„Schlaf ein wenig, Christine!" sagte John.„Schlaf ist gut; es gibt nichts Besseres; es wird auch wieder Sommer werden!" „Ja!" hauchte das Kind. „Wart nur!" Und er nahm ein Wollentuch, das Hanna einst getragen hatte, und bedeckte sie damit.„Das ist Mutters Tuch." sagte er,„deine kleinen Füße sind so kalt." Sie ließ sich das gefallen und schmiegte sich au den Vater. der vergebens hoffte, daß der Schlaf ihr kommen werde. Er hatte die letzten drei Torf so vorsichtig in den kleinen Ofen ge- heizt, aber es war doch zu kalt geblieben. Da schellte die Haus- türglocke, und Alt-Mariken trat nach einer Weile in die Kammer. Sie deckte ihre kleinen Augen mit der Hand, denn das graue Zwielicht dadrinneu hatte sie geblendet: dann nickte sie den beiden zu.„Das glaub ich," sagte sie,„ihr könnt euch aneinander wärmen! So gut hat's unsereiner nicht; denn sieh, John, das Kinderkriegen Hab ich nicht verstanden. Nim einmal war's ein totes, aber das zählt ja nicht." John blickte nicht aus.„Da braucht Sie heute auch nur für sich allein zu frieren," sagte er und nahm die lallen Füßchen seines Kindes in seine großen Hände. „Nun, nun," erwiderte die Alte;„ich weiß mir schon zii helfen; sorg nicht um mich, John! Die alte Senatorn hört gar zu gern die Geschichten von Anno damals, vom Kosakenwinter; und da kann ich aushelfen, John! Die haben mir heut drei Tassen heißen Kaffee eingebracht; da kann man's dann schon wieder aushalten, wo nur der Winter einheizt!" Sie lachte: „Ihr beiden solltet einmal tanzen! Das hat mir früher oft geholfen; die Tanzbein sinj mir nur abhanden gekommen." Da hob das Kind sein Köpfchen aus den Umhüllungen und sagte:„Vater, morgen ist doch Weihnachten; darf es hier dann, nicht ein wenig wärmer sein?" John sah nur finster auf sie hin; die Alte aber huckte sich neben ihm und der Kleinen zu Boden:„Kind, Gottes Engel!" und fühlte nach den Schillingen, von denen sie nicht geredet, die rief sie und streichelte mit ihrer warmen Hand Stirn und Wan. gen der Kleinen: dabei griff sie mit der anderen in ihre Tasche und fühlte nach den Schillingen, von denen sie nicht geredet, die sie aber neben dem Kaffee von der Senatorin als Fest- sie aber neben dem Kaffee von der Frau Senatorin als Fest- geschenk erhalten hatte.„Ja, ja, Christinchen, sorg nur nicht! Unser Herr Christus hat dazumal auch warm in seinem Kripp- lein gelegen!" John schwieg noch immer; das Wort seines Kindes war ihm wie ein Schwert durchs Herz gegangen. Aber vor seinem inneren Auge stand jetzt plötzlich jener einsame Brunnen draußen auf dem Felde; er sah'den Bretterzaun im Froste flimmern. Sein alter Arbeitgeber, von dem er ihn einst selbst erbeten hatte, war jahrelang tot; auch sie. um derentwillen es geschah— wen kümmerte das von damals noch? Hatten die Bretter einst sein Weib geschützt, sie konnten nun sein Kind erwärmen!— Das Blut stieg ihm zu Häupten; sein Herz hämmerte heftig. (Forts, folgt.) Heuptsächlich bti KraftwazemüHrer— ge�trüBer Ben Sinivo'hnern netrieBeu wird. Tem Polzcipräsidmm ist angeraten worden, die tfrage, ob die Kutscher bei den jetzigen Tarifen bestehen können, durch eine Sachv-rsränidigenkommission prüfen zu laffen und evtl. neue Tarife festzusetzen, dann aber unbedingt deren Einhaltung durchzusetzen. Die Rcnteil der Sftemichischr» SUegSverletztcn. Die deutsch öfter reichisch« Sesandtschoft in Berlin schreibt uns, daß diese Renten fortan vom deutschösterreichischen Konsulat ausgczalilt werden. Auch die m Berlin wohnenden nichldeutschen KriegSverlehten, die Angebörig« eines der Nationalstaaten find, die auf dem Gebiet« der«henialigen österreichisch- ungarischen Monarchie st» gebildet haben, werden, soweit ste auf Renten Anspruch befitzen, solche vom deutsch österreichischen Konsulat« in Berlin nach Mastgabe der diesem von den entsprechenden Regierungen erteilten Vollmachten und zur Verfügung gestellten Mittel erhalten. Helft unseren gefangenen LandSlruten! Am 3. und 4. Mai Opfertagr. Heute Vollversammluug der A.« und S.-Räte. Vormittags 10 Uhr, in den KammersAen, Teltowor©trage, Vollversammlung der Grog-Berti uec Arboiterräte, der kommunalen AitbeiterrÄ« sowie der Delegierten der Soldatenräte. Tages- ordnuugl!. Bericht de? Vollzugs oats, 2. Erledigung zurückgestellter Anträge. Die Vorsitzenden der kommunalien Arbeite rräte werden ersucht, die neuen Legi ti m-atienskarteu ain Eingang des Saales in Empfang zu nehmen. Der' Vollzugs rat.' gez. Richard Müller. Bcolal Interfraktionelle Gemeinschaft geistiger Arbeiterräte. Geistig« Arbeiter der Apbeeberräte Grotz- Berlins lll. S. P. D., s. P. D., D. P. D.s werden hiermit zu einer Vorbesprechung zwecks interfraktionellen Zusammenschlusses im„Wilhelmshof", Anhalt- jtratzc 12, zum Mittwoch, den 7. Mai, abends 8 Uhr, eingeladen. Dr. P. Krische, Stiehl. Tie bürgerlichen Zeitungen find auch am Morgen de? 1. Mai erschicncn. Zumeist in AestiagSnuminern, was bei ihnen eine be- sondere Mass« von Inseraten bedeutet._3o bot der„Lokalanzeiger" 17 seilen Inserat«, zu denen die drei Seiten Text nur eine knappe Einleitung darstellen, über den SBeltfeicnog dek Proletariats wurde dabei noch ein Gefaire erhoben— und solch ein Blatt wird noch iimner von vkeien.Arbeitern gelesen. Die Eingekapselten. UnS Wird geschrieben: Das Krankenhaus„Bethanien" setzte sür den 1. Mai kein« Besuchszeit fest. Trotzdem aber war eine große Zahl von Besuchern erschienen. Um nun die Menge nicht zu erregen, ließ man sie herein mit der gleichzeitigen Weisung an die Schwestern, die Besuchszeit abzubrechen und die Besucher zum Verlassen der Krankensäle aufzusordern. Ob man glaubt, durch solche Mätzchen den Weltfeieriag beseitigen zu können, oder lieft man in Bethanien keine Zeitungen, so daß man vielleicht von dem Beschluß der Nationalversammlung noch gar keine Ahnung hatte! UnS erscheint eines so dumm wie das andere. Ten Angehörigen der Svtvaten, die in den Grenzschutz Ost so- wie in die militärisch organisierten und lediglich militärischen Kom- mandobehörden unterstellten besonderen Sicherb est Struppen eilige- treten sind, itebt bei Bedürftigkeit Anspruch auf die gesetz- Iiche Z' a m i l i e n u n t e r st ü tz u n g zu. Zur Erlangung der Unterstützung stellen die zuständigen militärischen Stellen den Mannschaften EinstellmigsauSweise aus. — Die Geschäftszimmer des E r s a tz b a t. Regimts. Alexander sind von der Priuz-Friedrich-Karl-Straße 1 nach der sfüsilierkascrnc ni der Alexandrrstraße äö verlegt worden Keine Toppclversvrgung. Beschwerden darüber, daß Angebövige der sfreikorps trotz der militärischen Verpflegung noch die Rationen für ihr Zivilmenschenium bezögen, veranlahte uns, nicht ein Ge- schrei zu erheben, sondern beim Magistrat anzufragen. Er antwortet uns jetzt:„Wir erhalten ständig Listen der eingetretenen /freiwilligen durch die betreffenden Formationen. Es wird dann hier durch eine besondere Abteilung die E i n z i eh u n g der Nah- rungSmiitelkarten der Freiwilligen veranlaßt. Neue Karten wer- den nichi mehr ausgehändigt. Wir gehen dabei mit allen Mitteln gegen die Personen vor, welche der Berpflichrung, die Karten ab- zuliefern, nicht nachkommen und verfolgen die Nichtabgabe der Lebensmittelkarien auch häufig strafrechtli ch." Angabe von Fällen, wo nicht danach gehandelt wird, ist dem Viag ist rat(Brot- Versorgung) erwünscht.__ Ter Raubmord in der Adolfstraste aufgeklärt. Den Kriminalkommissaren Kunze und Dr. Anuschat ist es ge- lungcn, das Kapitalverbrechen aufzuklären und die Mörder hinter Schiaß und Riegel zu bringen. ES sind dies der 1898 in Reinicken- dorr geborene frühere Eisenhobler Matrose Max Sicbenhaar, der 1897 in Kiel geborene Arbeiter Wilhelm La n kau. der sich ohne Wohnung in Berlin aushielt, der lS97 zu Mühlheim geborene Schneider Paul B irr scheid und dessen Geliebte, die 1888 zu Colmar geborene Viktoria Rvback, mit der er Gr. Krankfurterstraße 31 wohnte. Bunche id hatte ein« bei der Fräu Herwig wohnhafte Wally Rehmet kennen gelernt, die ihm als ein brauchbares Obsekt für seine Zuhälterdieitste erschien, und durch diese die Verhältnisse der Grcistn kennen gelernt. Burscheid besuchte auch Wide» den Willen der alten Frau die Rehmet in der Kellerwohnung und sah sich die Ocrilichkit genau an. Seinen Plan, die Greisin zu über- fallen und zu berauben, teilte er zunächst seiner Geliebten mit. Diese machte nun die Bekanntschast der Rehmet und zog sie an nch. um sie aus der Wohnung der Greifin fernzuhalten. Burscheid hielt cS nicht für angängig, den Ueberfall allein auszuführen und gewann hierzu zunächst den Arbeiter Wilhelm Lankau, ein„wil- der" Straßenhändler, den er in einem Lokal am An- dreasplatz traf, und den Matrosen Max Siebenhaar. Nachdem alle vier dingfest gemacht worden waren, legten sie ein Geständnis ab. Treptow-Stenn» arte.? essen klicke gemeinverständliche Vorträge. Heute S Uhr: ,DaS bayerische Hochland und die Königsschlösser'(Filme): Tonn- tag, 8 Uhr:.Bedemung des Films für Wissenschaft und Technik'(Filme); (neuer Bottrag von Dir. Dr. Archenhold) 5 Uhr:.Bilder aus dem Har;, ThÜttngen und dem Riesengebirge'(Filme); 7 Uhr:.Japan, Land und Leute'(Lichtbilder und Filme); Dienstag, 7 Uhr:.Entstehen und Ber- gehen der Erde'(SichtbUvervorttag von Dir. Dr. Archenhold). Mit dem großen Fernrohr werden jetzt am Tage Venus, Sonne, und am Abend Mond, Jupiter und Saturn mit ihren Monden gezeigt. Eine freche Zuckrrschiebung wurde am Mittwoch vormittag vereitelt. Vor dem Eissalon Niederwallstraße 26 wurde«in Faß mit t Ztr. Inhalt, als..EiSp.ilver" deklariert, abgeladen. Auf dem Wagen waren weitere 36 Ztt. und andere Genußmittel. In Wirk- lichkeit handelte es sich um 40 Zentwer Zucker, die dann zum Polizeirevier Kommandantenstt. 8b geschafft und der Reichs- zuckersttelle überwiesen wurden. „Postalischer Stumpfsinn". Die ReichSposwerwaliung erklärt, daß die de u t s ch ö st e r r e i ch i s ch e Postverwaltung es ablehne, eingeschriebene Briefe von Deutschland anzunehmen, aber Ein- schreibebriefe nach Denrschland nimmt sie an. Unverständlich! Wenn es aber so liegt, war unser Tadel an die falsche Adresse gerichtet. Tie rntlaffrnen Zioilougcsteatrn und Arbeiter des Fliegerhorstes TSbe- ritz, die erwerbslos und fest entlchlossen find, ihr« Ansprüche gemeinsam vor dem SchltchMutzSauSschuß Groß-Berlin gellend zu machen, werden a»fg«- fordert, sich morgen Sonntag, vormittags io Uhr, im»Nordischen Hof', JnvaUdenstr. l2S, einzufinden. Persönliches Erscheinen wegen schriftlicher Vollmachtserteilung Bedingung. Nichterscheinen hat Nichwettrttung zur Folge. Entlassungsschein als AuSweiS mitbringen PostouShelfer und-ttuShelfcrmnen Kroß. Berlin«. Morgen, Sonniag- nachmlttags l'i Uhr, im SewerkschastShaus, Saal 4, Versammlung: 1. Be- richt der Lohnkommission. 2. Diskussion und Beschlußfassung. Großes MilitSr-Garnifonspottfest Sonntag, den 18. Mai. im Stadion. Sämtliche Miliiärpersonen Groß-BerlinS find nach dem Stadion zu ftted- lichem Wettkampf eingeladen. Weitkämpse sür solch«, welch« noch an kei- nem Spottfes« teilgenommen haben, und für alle. Sv-Kilomtt«i-Armee- Gepäckmarsch. Wer gesehen hat. wie ein Soldat, Gesreiter Hutb, am Dienstag -wischen 5 und« Uhr nachuiillag-, der mit der 25 von Tegel kam, in i« Rahe des Oranienburger Tores ohnmächtig wurde, wolle sich gütigst im Vereinslazarett Rart«nnen"s«r 2 meld«,. Lohnbewegung der Lichtenberger städtischen Angestellten. In erner Versammlung der städtischen Angestellten und Ar- bester Lichtenbergs, die gestern stattfand und stark besucht war, berichtete Hinke über die Lohnbewegung der städtischen Hilssangc- stellten. Angestellte und Arbeiter der Stadt haben eine Arbeits- gemeiuschast geschlossen, die den Angestellten in ihrem Kampf die Unicrftützung der Arbeiter sichern soll. Vor der Lohnkommis- s i o n des Magistrats hat Oberbürgermeister Ziethen erklärt, die am 16. April aufgestellten Forderungen der HUssangestellten könnten, well nicht die Gewerkschaft beteiligt sei, nicht ohne Ivette res akzeptiert wevden. Gegenüber der Absicht, über die Forde- rungen nur mit der Gewerkschaft durch Tarif- vertrag eine Abmachung zu trefen, betonte in der Lohllkommissionssitzung die Vertretung der Angestellten die Rot- wendigkeit sofortiger Hilfe. ES wurde dann das Provisorium eines Lohnes von zunächst 12 M. zugestanden, daS mit rückwirken- der Kraft vom 1. Februar ab bis zum Abschluß des Tarifvertrages dcmern soll, und aufdie zu erwartende Lohnerhöhung ein B o r sch u ß bewilligt, der sür männliche Angestellte 180, für weibliche 90 M. beträgt und am nächsten Montag auszuzahlen ist. Gegen diesen Vorschlag machte sich in der Versammlung starker Widerspruch geltend, teils weil auch bei sofortiger Vorschußzahlung nicht länger mit den geringen Löhnen auszukommen fei, teils weil bei Zustimmung zu einem Provisorium eine Verschleppung und ein spätere? Abhandeln befürchtet werden müsse. Ein Vertreter der Arbeiter wies darauf bin, daß niedrig entlohnte Ar- bester der städtischen Werke 16—18 M. haben; die Arbester selber würden nicht zulassen, daß die Hilssangestelltcn sich mit weniger begnügen. Folgende Resolution wurde einstimmig an- genommen:„Die zahlreich versammelten Hilfsangestellten, Ange- stellten und Arbeiter der städtischen Betriebe Lichtenbergs nehmen mit Entrüstung Kenntnis von dem minimalen Angebot des Ma- gistratS und erklären, fest au ihren ursprünglichen Forde- rungen vom 16. April halten zu wollen und die in diesen Forde- rungen zum Ausdruck gebrachten Wege streng innehalten zu wollen. Das angebotene Provisorium wird nur in der Form einer Nach- Zahlung deS Differenzbetrages der Lohnsätze vom 1. Dezember bis 30. Januar angenommen, als„Vorschuß" aber abgelehnt.— Die Forderungen vom 16. April stellen ein Ultimatum bis zum 8. Mai und kündigen an, daß bei Nichtzustandekommen einer Einigung zusammen mit den Arbestern in Streik ge- treten wird._ Groß-Berliner Lebensmittel. Kohle. Infolge unzureichender Bttketizufiihren kam, der Kohlen- verband erst Mitte Mai weiter« Abschinitc der Kohlenkarte freigeben. — Die Kohlenhändler sind ermächtigt, Zuschläge zu den Preisen für ober- schlesische Schmelzkohle von 1,25 M. auf den Zentner, rückwirkend vom 1. April 1219 ab, zu fordern.— Ziffer 3 der Allgemeinen Anordnung über Sammclheizungs- und Warmwasserversorgung!! anlagen in Mittränmcn vom 24. Apttl 1918, wonach der Btttteb der Zcnlralheizungsanlagen vom 1. Mai ab zu umerbleiben hat, ist bis auf weiteres aufgehoben. Tic Fleischzpsuhr ist so ungenügend, daß auch in dieser Woche nur ein Teil der üblichen Fleischmenge ausgegeben werden kann. Der Ersatz sür das entgangene Fleisch wird aber diesmal bei weitem reichlicher ausfallen, da für diesen Zweck außer Hülsenfrüchten noch Nährmittel zur Verfügung stehen, so daß auf jede nicht belieferte Fleischmatte 25 Gramm Ackerbohncn und 25 Gramm Nährmittel ausgegeben iverdcn können. Aus technischen Gründen lvird sich die Ausgab« leider etwas verzögern. Di« nicht eingelösten Fleischmarkc» müsse« also ausbewahrt werden. Berlin. Die Vollmilchkarten für Juni werden in Groß- Berlin in den nächsten Tagen ausgegeben, und zwar in Berlin für die Kinder im l. und 2. Lebensjabre am Montag und Dienstag, im 3. und 4. Lebensjahre Mittwoch und Donnerstag, im 5. und 5. Lebensjahre Freitag und Sonnabend. Jedoch sind den HaiisbalNingen, denen Kotten für verschiedene Alicröftuscil zustehen, sämtliche Milchkarlen an einem Tage auszuhändigen. Tie Inhaber der Vollmilchkarten haben die Jnnikarten bis zum 17. Mai dem Kleinhändler vorzulegen. Zum Ausgleich für die verkürzte Milchportiou wird den Kindern im 2. bis zum 6. Lebensjahre je 1 Pfund Nährmittel gewährt.— Käsevertcilung: Bis Montag in den Bezirken der 110., 112., 203. und 221. Brotkommiffion pro Kopf 125 Gramm Käse. Steglitz. 500 Gramm Marmelade(23), 250 Gramm ausl. Weizenmehl(E 1) oder 250 Gramm 94 Proz. inländisches Weizcnmebl66— Uhr, Turnhalle Manteuffelstraße. Für Mariendorf: Männer» und Lehrlings-Abteilung. Dienstag und Freitag Mfi—WO Uhr. Frauen-Abteilung Montag und Donnersiag)H8— WO Uhr. Schüler- und Schülerinnen-Abteilung Dienstag und Freitag Vbd— ZHS Uhr, Turnhalle Kur- sitrstenstraße. Sonniag, nachmittag 3 Uhr: Anturnen auf dem Spielvlatz T-mpelhof Friedrich-statl-Siraße< Löggen».— Der Arb-iter-Zarnnerei» Schö»»- brrg eröffne! eine neue stinderabteiluna heute in der Schulturnhall- stolonnenstraße. Beginn b Uhr abends. Um 8 Uhr B-rsammlung bei Genossen Obst. Sonniag Anturnen Turnplatz Rudensftraß«.— Arbcitrr-Samartter-Bund Kolonne Sroß-Berlia. Generalversammlung Sonntag, nachmittags Z Uhr. Melchiorstraße 15. Beratung des neuen Statuts. Wahl de« Borstonde». Kr- gönzungswahl des Bundesvorstandes. 4. Abt. Lichtenberg. Scharrenweberstr. 68, Montag, den 5. Mai, s. Abt. Ch-rlottenburg, Kaifrr-Friedrich-Str. 4bd, Don- ncrstag, den 8. Mai, 5. Abt. Neukölln, Weserstr. 8, Freitag, den 9. Mai. Vor- trag und Uebungsftunden. Gäste haben in den Lchrstunden einmal freien Zutritt.— Freie Znraerschaft WilM-rodorf-Schmargendorf eröffnet am Sonn- tag ihre» Spiel- und Sportplatz in der Bürttembergifchen Straße, Eck« Zäh- ringerstraße, verbunden mir Anturnen. Bormittags 8(4 Uhr vollstümliche Wetttämpfe. Nachmittags 2 Uhr Treffpunkt Berliner Ecke Badenfche Straße. Abmarsch mit Mustl nach dem Sportplatz, daselbst Massenauffllhrung und M-nnschaslswettlämvfe. Konzert von der Bereinsmufik. Gäste willtommen— Bund für Kultnrpolltit. Dienstag, 7Vi Uhr im Lefllng-Ruseum, Brüdcrstr. 13. Dr. L>. Haste über»Di« NrittNostgteit de» Zeitnngleser».' Karten» 50 Bf., Abendkafse und Borverkauf bei Iosty. Potsdamer Platz.— Reichsdnnd der Kriegsbeschädigten, ehem. Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen, Bezirk Sharlottenburg. Morgen. Sonntag, vormittags 9Ztz Uhr, im Bolkshans, Ro- ilnenstraße 4, Bczirksversammlung. Zutritt-nur mit Mitgliedskarte. Reu- aufnahmen am Saaleingang.— Die Kriegshinterbliebenen de» Reichsbnndes der Kriegsbeschädigte», Kriegsteilnehmer und Kriegshinterblirbenrn in Schöne- berg veranstalten heute im„Schwarze» Adler', Hauptftr. 144, rinen Bortraas- abend, wozu der Bortragskünstler Senff-Georgi gewonnen worden ist. Eni- trittskarien Ltndenstr. 114 und Schöneherg, Sustav-Müller-Str. 38». Sriefkasten der Neüaktion. Jeder für den Briefkasten beftlmmlen Anfrage füge man einen Buchstaben' und eine Nummer bei. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Eilige An- Kaaen trage man in der Juristischen Sprechstunde. Linden str. 8, S. Hof linkK. 4 Treppen, 4 bis 7, Sonnabends 3 bis 5 Uhr nachmittags vor. Schrlftstücke und B-r träge ssnd mitzubringen. R. T. 1V«. 1. Ja. 2. Mit der Wiederverheiratung erlischt der Mimen- tattonSanspruch.— O. I. 80. Watten Sie, bis sich die Steuerbeböide meidet— F. R. 80. Falls Ihr Naiye mit dem Buchslaben R. beginnt, an die EnllassungSstelle II, Planuser KZ.— P. 18. 1. Ja. 2. An die dortige Gemeindebehörde.— W. III. Falls Sie im Termin anwesend aewes-n sind, ist die BcrusungSsrist berestZ verstrichen, so daß irgend welche Schreiben aussichtslos sind.— P. H. 85. 1. Die Armenverwallung bat einen Ersatzanspruch. Wir empseblen ei» Gesuch, aus diesen Anspruch zu verzichteu, an die Armenverwallung zurichten. 2. Ja, LandesversicherungS- anstatt tn Berlin, Köllnischer Part 8.— Zl. Z. 1900. Leider zu wät. — I. BS. 101. ES kann Neuwahl angeordnet werden unter Ausschluß der Rittergutsbesitzer.—«. Z. 116. U. S. nicht.— A. B. 100. Tie Eltern können ibr PflichtteilSrccht gellend machen.— M.». 99. Wenden Tie sich an daS Mlitärbureau deS Magistrats, Klosterstr. 68.— A. III. l. Trotz der Amnestie kann ein Disziplmarverjabren eingeleitet werden. 2. Ja. 3. DaS wäre möglich.— 101. W. St. Senden Sie uns unter Wiederholung Ihrer Anfrage da? Schriststück oder eine Abichttst desselben, wonächst wir Ihnen Auskunft crleilen werden.—-0i. M. 90. Nein. — 100 Lippestne. Wenden Sie sich an die dortige Gemeindebehörde, euentl. an den Landrat.— B. R. 100. 1. Bis 8 Ubr. 2 Amtsvorsteber. — W. F. 46. 1. U. E. ja. 2. Truppenteil.— C.®. 18. 1. Eine Kündigung unter Jnnebattung der gesetzlichen oder vertraglichen Frist wäre zulässig. 2. Rein. 3. Machen Sie dem ReichsernährtmgSamt Mitteilung. B. 78. Ihre Forderung hallen wir für begründet. Wenden Sie sich an den Truppenteil eventl. mit einer Beschwerde an das Generalkommando eventl. Kriegsminislerium.— 4». 44. 50. Ja.— R. W. 70. VersorgungS« ableilung des Bezirkslommando, Berlin, Bülowstr. 88.— Dl.'45. 1. und 2. Ja. 3. Für den Monat in dem die Einstellung verlangt wurde, und jur die nachsolgendcn drei Monate. 4. SchlichtungSausschuß sür Angestellte, eventuell DemobilmachungsauSschuß Groß-Berlin.— X. f). Z. Neu, - P. F. 85. Eiuc dahingehende gesetzliche Vorfchrist ist nichl erlassen. P. B. II. 1. Nein. 2. Bescheinigung der Polizeibehörde, day&ie einen selbständigen Hausstand führen.— 4. K. I. l Auseinandersetzung kann daS VorrnundlchastSgcricht aus die BerNeigerutig de» Grundstückes dttngen. Unier den odwaltenden Umstanden müßte aber davon Abstand genommen werden. 2. Nur zulässig, wenn begründete Be- sürchtungen bestehen, daß die Interessen der Kinder nicht wahrgenommen werden, F-llS der VormundschaftSrichter d.« angedeutete �ordnung er- läßt, emosichlt sich Beschwerde an da» Landgericht.— O. BS. 60. Nein. Eordack 50. 1 Häng: von den Verl, ch-rungeb-dmgu,ig.n°b� 2. Falls -in- Eriatzpflicht besteht. ,u dem Vettau�P.e,� 3 Ermnern sie. rvenck mutt Klane erboben tvrrden.— w* l*» i.«.enden �ic|ich °n di«V.r,°rgun»-.ch.-ilung de- BezirkSkomm-mdoS Berlin Bülowstr. m. 2. Ja, sofern Sie nicht in Beschasligung getreten sind. 3. In 30 Jabren. sallS eS sich um etn bares Darlehen �bandelt. H» M. 100. BczirkSkommando.— Marti», �Oilmcrtdotf. 1. Sic sind zahlungspilichlig, 2. Fragen Sie einen Fachmann.—(f. 999. Wenden Sie sich an das AuSwarttg- Aml �Im Wilhelmstraßc 75. — R. 1058. Ems.— E. K. 1. 1, Bund der KttegSbeschadigten. Linden- straße 114. 2. BezirkSkommando. 3. Ja, falls Sie ein Grundstück er> werben wollen, wenden Sie sich deswegen an das BezirkSkommando. Eine Entziehung dürste nicht tn Frage kommen.— H. G. l»»«». Ja.— (f. rvi. 92. 1. Wenden«»e 11» noaimfllS an die VettorgungSabteilung deS LczirkSkommandoS, Deriin, Bülowstr. LS. 2. 1-24,— SiaalSeü, kommen- ileuer jährlich, zuzüglich der Ercmemdeemkommensteuer, deren Fell- setzung noch aussteht, Zu diesem Satz ab l, April,- 0. 40. Ja dl« Halst« d«S Satzes, zu dem Ihr Mann hätte veranlagt werden können, jallö dieser ausgeschieden ist—®, ff. I. Rtin. VorauSfichtlicheS Weiler bis Sonntag mittag. Zu, iäckst ziemlich mild und vorwiegend trübe mit weit verbreiteten Reaenfällen. später im Westen beginnende neue Aufheiterung und Abkühlung bei lebhaften, sich nach Nordwesten drehenden Winde«. I Wenige Stunden, nachdem er sein Amt als Vorstandsmitglied in unserer Gesellschaft niedergelegt hatte, um sich wieder seiner Priedenstätigkeit su widmen, verstarb völlig unerwartet Herr Richard M. Flatow. Vier Jahre ernstester Arbeit hat er In nie ermüdendem Eifer, in selbstloser Hingabe der Kriegsmetall-AktiengeseU- schaft gewidmet. Mit der schnellen Auffassungsgabe und dem klaren Blick für das Praktische, die ihn auszeichneten, mit der Energie, die er bei der Ausführung des Geplanten bewies, hat er unserer Gesellschaft die größten Dienste geleistet und sich um dos Vaterland wohl verdient gemacht. Seinen Kollegen und den Mitgliedern des Aufsichtsrats ist er in diesen Jahren gemeinsamen Strebens, in diesen schweren Zeiten ein treuer Geführte gewesen, vielen ein lieber Freund geworden, dessen Menschlichkeit und Güte, dessen Sinn für die idealen Werte des Lebens gar manche Stunde verschönten. Als einer der Besten und Hoffnungsreichsten, die die letzten Jahre dahingerafft hoben, wird er in unserem Gedächtnis unverloren fortleben. 101/9 Berlin, den 1. Mai 1919. AnMchtsrat und Vorstand der firiegsmetall-Aktiengesellschaft. Mit schmerzlichem Bedauern erttlllt uns die Nachricht von dem plötzlichen Ableben unseres hochverehrten Direktors Herrn R. M. Flatov. Wir verlieren in dem Verstorbenen ein hervorragendes Vorbild kaufmännischer Fähigkeiten, der uns allen durch seine unermüdliche Arbeitskraft stets ein Ansporn war. Seine aufrechte Persönlichkeit und sein gerechtes Wesen werden bei uns tn dauerndem Andenken bleiben. Im Namen der kaufmännischen, technischen und gewerblichen Angestellten der Kriegsmetall- Akclcngeseilschaft Die Angestellten-Ausschüsse: I. A.: Rubin. L A.: Thau. Die Arbeiterräte: Ree. Dr. Zielenz ige r. 191/10 Ifereio öerBerliaerßueMrucker o. Selriftg. In der Nacht zum 1, Mai verstarb nach langem schweren Leiden unser lieber Kollege und langjähriges Vorstandsmitglied Max Thiele. Wir verlleren in dem Dahingeschiedenen einen(reuen, pflichteifrigen Mitarbeiter, der durch sein kollegiales Verhalten sich stets unserer Achtung würdig gezeigt hat Wir werden sein Andenken in Ehren haKenl Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. Mai, nachmittags}'/, Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhofes, Pappelallee 15— 17, aus statt Der Vorstand und die Verwaltung. vtv V'V Wt L* Dr. med. Koebcn, FriedriclislrJl KÄm Rönigstr.§6-§I ffiür Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt. 10-1. Erfolgreiche Behandlung.• SozialdemoHrMitdw Ofrein f. Berlin(S. P.D.) Abteilung 1». Am Donnerstag, früh 1Z>/, Uhr, oerftoeb unser iBcitofTe, der Schrtstseher Max Thiele Prosfauerstr. 15 wohnhast. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Mai, nachm. 3'/a Uhr, von der Salle de« Sreirrligiijsen (Brmeinbcfrfebhofs, Pappel» allee 15 aus statt wirb"ge�tem� S,cttiUflunfl 199/8 Der Sotstanb. Zentralverband der Zimmerer Ceutldilands Zablft Berlin u. ümg. (Bejltf 20.) Den Berufsgenossen zur Nachricht, daß unser Mit- glied Karl Günther am 29. April im Etädt. StcantenHaus Sleutbün zu Buckow perstorben ist. Ehre seinem Andenke» I Äie Beerdigung findet am Sonnabend, den Z. Mai, »nd>mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Luisen. iriebhofeo Hermannstraße, 3teii£oun, aus statt . Ihn rege Beteiligung er- sucht Der Vorstand. Machrue, Am 12. April verstarb nach schwerem Leiben mein lieber Mann, unser lieber Sohn und Bruder AtaUer Benecke im blühenden Alter von 32 Zahren. Dies zeigt tiefbeteübt an Witwe Martha Ben ecke geb. Meeebzinsti nebst Estern u. Eeschwistern Strals»»b.SeiI!gegeiftsfr.73 Berlin 0«, Beymestr. 2«. Zanltfitsrat Dr. Müller, frleilriehstrsße 190 11. S.r.WÄÄ-L Erfolgreiche Heilerfolge. Bant- u Harnarzt Erfolgreiche Behandlung. Künigstr. 34/36 Alexanderplatz. 10—1, 5—8. Sonnt 10—1- .verband der Maler. Lackier., Bnllreich. ului. Filiair Berlin. Den Mitgstebern zur Nach. rtOlt!. 3Ritg!ic6, der Kollege Robert Bünger am 30. April verstorben ist. ffifjre seinem Anbenfm I Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 5. Mach ««.ÄKtZ Ziege Beteiligung erwartet Die Qrtsrcrwallung. Il-I Dr. med. HascbO, FriedrielistrJs.ÄJte.. Spr. 10-1 u. 5-8, Sonnt. 11—1. Erfolgreiche Behandlung. Wie einVnniler beseitigt D�h'sHaussalbe ied. Hautausschi- Flecht, I H aotj u ck, bes. Bclnsctaad., Krampfadern der Frauen I u.dergl, in Originaldosen I i 25. 7 so erhältlich In der[ Fdcfamen- Apotheke" Ii- Dr. med. WockenluB, Friedridistr. ISb�rör. Spr. 11-1, 6-7. 123/7" Erfolgreiche Behandlung. Dr. med. Geyer, FfiedriobstMH k�Ä) Spr. 10-1, 5-8. 123/11" Erfolgreiche Behandlung. Dr. Griitering Arzt für Haut- u. Harnleiden. Invalidenstraße 35 Ecke Chausseestralle am Stettiner Bahnhof.* 11—1, VjS-'/jT, Sonnt. 11-12. Habe ich ein 1909 erbautes, mit allem modernen Kom- fort, wie elektr. Licht Fon» tralheizimg. Warmwasser ist versehene» t« mit 5- und ä-silMmer-Woh- Minzen bei noch sehr billigen Mieten in II facker Miete sehr preiswert für TN, 360 OOO zu verlaufen. Kiwfer fann evtt bald eine 5- Zimmer- Wohnung beziehen. Auskunst erteilt Jnlins M. Bier, Leipziger Str. 26. Zentrum 12250/53. Ledersohlen mit Sperrholznnterlaaen in 5 Großen sortiert durchschnittlich 95 Pfg. pro Paar. 5 Dßd. Mufirrpakeir argen Nachnahme. Gaskao Sachs, Neue Grün- straße 30._ 26/20 GroBllclMelde am Händelplatz habe ich ein Herrschastiiche« Wohnhaus, 1914 erbaut, mit 3», 4- und 5-Zimmer- Wohnungen, elettr. Licht Ofenheizung, Warmwasser, bei noch sehe billigen Mieten, erbteilungshalber für M. 330000 zu verkaufen. 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Ueber den Weltfeiertag der Arbeit sprach der Redner m interessanten, wirkungsvollen Ausführungen. Den Mai- gc danken in seiner Entwicklung und Bedeutung beleuchtend, richtete Genosse Otto die Mahnung an alle Polizeibeamten, sich in den neuen Geist hineinzuleben und treu zusammenzuhalten. Vorträge der Genossen K i e s e b e ck und Lübeck trugen ihr Teil zur Ver- schönerung der Feier bei. Post- und Tclegrap Heuverwaltung. Zum ersten Male hatten sich auch die Angehörigen der Postverwaltung zusammengefunden, um den 1. Mai festlich zu begehen. Während sie am Vormittag an den Veranstaltungen ihrer Abteilungen teilnahmen, versammelten sich am Nachmittag die Genossen des Ostens und Rordostens mit ihren Angehörigen in der Aula GreisSwalder Str. 25. Mit dem „Gesang der Völker" von Kurt EiSner wurde die Feier eingeleitet; Festrede und Rezitationen folgten, während die Zwischenpausen von ernsten und heiteren Weisen der WusiRapelle„Waldhorn" ausge- füllt wurden. Von den Darbietungen sind besonders die Vorträge des Gesangvereins„Deutsche Post", Dirigent Otto Schenk, hervor- zuHeben, aber auch die erhebenden Festworte und Rezitationen unse« res Genossen Mamulla, getragen von einer glühenden Begeisterung für unsere Sache, fanden stürmischen Beifall. Mit einem begeister- ten Hoch auf die junge, deutsche Republik schlosi die würdige Feier. Trotz der Verkehrsschwierigkeiten hatten sich gegen 10») Personen eingefunden. Friedenau. Die Genossinnen und Genossen versammelten sich um Uhr auf dem Friedrich-WilHelm-Platz und gingen in einem stattlichen Zuge nach dem Stadtpark Schöneberg, um an der Ver- sammlirng der Schönebergcr Genoffen teilzunehmen. Die Abeud- Veranstaltung fand in der Aula der Luisen-Schule statt. Von guten Künstlern wurde ein vorzügliches Programm zum Vortrag gebracht. Die Festrede de» Genoffen Rickelt löste begeisterte Zustimmung der über 700 Teilnehmer aus. Marirndarf. Die Vormittagsversammlung im„Seebad" war von ungefähr 400 Personen besucht. Genosse Franke erwtet« am Schlüsse seiner Ausführungen begeisterten Beifall.— Die Nach- mtttagSveranstaltung wie» einen Massenbesuch auf. DaS Konzert konnte wegen der Musiker nicht stattfinden. Auch das Ulk-Trio fehlt«. Kinderbelustigungen, Tanz und Feuerwerk sorgten für Ab. wechselung. Eine ganze Anzahl Neuaufnahmen für den Wahlverein brachten unS die Veranstaltungen ein. In Lichtenrade hatten sich etwa 150— 200 Teilrnchmet vormittags versammelt. Nachmittags fand eine würdige Feier statt, in der Gen. Scholz-Neukölln die Festrede hielt. Etwa 900 Er- wachsen« und 450 Kinder Höchen an der Feier teilgenommen. Reinickendorf. Zum Bericht über die Maisizier sei noch nach- getragen, dasi das Referat des Gen. Zienau lobhasten Beifall famb. Pankow. Bor einer tecf besuchten Versammlung in der Aula des Lyzeums referierte Genosse D«. Dohle uitter bogvistertem Beifall. Lebhaste Zustimmung fanden feine Ausführuugsn über den Bruderstretit, der auf jeden Fall zu beenden sei. Nur daS ge- ernte Pnrfetaxwrt wird die Macht darstellen, die nötig ist, um die Mifficm der arbeitenden Klasse zu erfülle». Bezirk Waidmannslust. Die Genossen und Genossinnen cmS Hermsdorf, WaidmannAust,'Stolpe, Frohnau, Hohen-Newendorf und Wienicke gaben in dem letztgenannten Orte nach einer aus- ! sührlichen Marsestrede des Gen. F ende l erneut das Bekenntnis 1 ab, treu zur Internationale zu stehen zur Verwirklichung des Pro- � grammS der Sozialdemokratie. Alt-Glieuickr-galkenberg. Vormittags war die Aula bis auf den letzten Platz gefüllt. Chovgosänge unib Prologe der Schüler und -Schülerinnen dar oberen Voltsschulklassen oerschönten im. Feier. Genosse Lehrer Werl«mann hielt die mit grossem Beifall aufgenommene Festrede. Auch die Nachmittagveranstaitung erfreute sich grossen Zuspruchs. I« der voraufgeyangenen Versammlung sprach Genosse Kaufmann über die Bedeutung des 1. Mai. Der Arbeilergssangvevem Grünau trug einige stimmungsvolle Lieder vor. Buch, Röntgental, Z-epemick. Die gemeinsame Maifeier der ll. S. P. D. und der S. P. D. nahm unter Boteiligung von 1500 Personen einen guten Verlaus. Sie wurde um 9 Uhr morgen» in Buch durch eine Versanrmttrng für die Schuljugend ein- geleitet. Der Referent, Genosse Tillich aus Berlin, legte den Kleinen die ursprüngliche Bedeutung dieser Feier dar und führte sie, soweit es dem Ktnderherzen zugänglich ist, in die Gedanken- Welt des VAkerfrühlings ein. Nach der Versammlung setzte sich der Demonstrattonszug zum Restaurant„Tanne" in Buch in Be- wegung und marschierte gemeinsam mit den dort angesammelten Genossen unter Miisifl>cgleitinty noch Röntgental, wo sich inzwischen die Anhänger beider Parteien von Zepernick, Schönow und um- liegenden Ortschaften eingefunden hatten. Am Festplotze brachte der gemischte Chor.Lyra" und der Männerchor„Frisch voran" dem ! Tage entsprechende Lieder zum Bor trage. Die Ausführungen des Genossen Tillich, welche unter Berücksichtigung der noch bevor. stehenden Kämpfe uns zur Einigkeit und Geschlossenheit ermahnte und die Notwendigkeit deS Völker friedenS sich der Bökkerversohnuna betonte, fanden stürmischen Beifall. Mit einem dreifachen Hoch auf die Sozio ldeinokratte fand die Feier ihren Abschluß. Hervor- zuHeben verdient die grosse Zahl der Frauen und Kinder. Fredersdrrf. Die Versammlung war von 300 Personen be- sucht, nachmittags und abends in drei Lokalen, ftcmgert und künstlerische Darbietungen unter riefiger Teilnahme ganzer Familien der Parteigenossen. Verlauf überall gros; artig. Templin fllckm.i. Hier wurde die erste Maifeier zu einer gc- waltigen Demonstration für Vökkarfrieden, Arbeiterrecht und-schütz und Gefangenen-Entlassung. Am Umzug beteiligte» sich weit über 1000 Personen, die Kinder bekränzt in weiss, vom schöne» Wetter begünstigt. Ueber 2000 Personen hörten die Festrede deS Genossen Muss-Schöncberg auf dem Marktplatz. Im Schützenhaus war ein richtiges Volksfest. Köpenick. VonriwttayS Festmarsch durch die Stadt nach Neu- .Heringsdorf unter Beteiligung von 5000 Personen. Festreden von dem Genosse« Bartels mtd Ungar. Nachmittags und abends weite« Bewmstaltuny in dem überfüllten Räumen des Stadt- theaters. Zahlreich: Neuaufnahmen in die Partei waren zu ver- zeichnen. Biesdorf. Die gut besuchte Verunstaltung wurde vom Arbeiter- Gesangverein mit Gesang eröffnet. Genosse Trinis hielt die Festrede, m der er besonders der Hoffnung Ausdruck gab, dass die Errungenschaften der Revolution von einer einige« Sozialdemo» krcttie gesichert werden möge. Potsdam. Unabhängige Quertreiberei zerstörte die gestrige Maidemonstration in Potsdam. Das Kartell hatte die Feier ver- anstaltet und beide Wahlvereinc hatten zugesagt, sich daran zu be- teiligen. Zu der vormittags 10 Uhr im Lustgarten stattgefundeneu Versammlung hatten sich etwa 3000 Personen eingesunden. Staad sU. S. P.) referierte, nachdem sich vorher das Kartell von ihm die Zusage hatte geben lassen, unparteiisch zu sprechen. Der Vortrag gipfelte trotz der Zusage zum großen Teil in einer Beschimpfung der Regierung. Eine iin<Änn« der Unabhängigen gehaltene Resolution gelangte zur Annahme, doch stimmte nur etwa ein Viertel der Vcr- srmmelle r dafür, während sich der andere Teil passiv verhielt. Die irngünstige Wirkung des Vortrags kam denn auch bei dem sich an- schliefenden Umzug zur Geltung, an dem sich kaum 200 Personen beteiligten.— Um 2 Uhr fand dann eine von unserer Partei- orgatnsatton in der Aula des Bittoriaghmnasiums veranstaltete Jugend-Maiseier statt. Gen. T i le m a n n führte den Kindern die ' Bedeutung des 1. Mai in trefflichen Worten vor Augen. Die Nach- mtttagsfeier, bestehend aus Gesang, Rezitation und Vorführunge« nahm einen guten Verlauf, auch war der Besuch ein stark«. Bernau. Mscheaschaftrn der U.®. P. Unter ausserordentlich' : zahlrsichor Beteilignng fand vormittags etne Festversamorliing auf dem Marktplatze statt. Gemäss Stadtverordnetvttbeschluss sollte der I. Mai als Volksfest gefeiert werden. Da unsere Genossen im Stadt- Parlament mit der U. S. P. D. eine Fraktion bilde», einigte man sich dahin, bei der Feier alle« PartsÄwd« unerwähnt zu lassen. Den Redner stellte die U. S. P. D. Dieser(staubte offenbar feine Aufgabe darin erblicken z« müssen, eine ausgesprochene Hetzrede gegen die Regierung zu halten. Die vorher vo« dem(nicht- sozialksttfchen) Bürgermeistor gehaltene Aussprache konnte dagegen in Wahrheit den Charakter einer der Bedeutung des 1. Mai wt- spvechendsn Festrode beanspruchen. Don Höhepunkt der„Fest- stsimnung" erklomm dornt dvs leitende unÄchäitgiye Arbeiterrats- mitgüed mit der Verlesung einer kommunistischen Resolution, in der f»c die Welirevoluticm. gegen die Regierung, für Räterepublik demonstriert- wurde und dem Proletariat Russlands und Ungarns brüderliche Grüße übermittelt werden sollten. Als dann bei der Adstimiturng wicht genügend Hände erhoben wurden, brüllte man noch: Hände hoch. Trotzdem war das Absttmmungsresuktat ein klägliches. Unseren Parteigenossen war vorher immer wieder ver- sichert> norden, dnss es ein Fest in Friede und Eintracht ohne jede Gehäffigkett sein sollte. Bezeichnend für die Unaufrichiiakeit der U. S. P. D. Sprcmberg.(Militärbob«.) Noch nie sich unser Ort«inen solchen DemotrftKttionSzug. Es waren mindesienS 700 Teilnehmer, die nach dem>schützenhaus mit Musik nmrfchierten. Nach einem Liedervortrag sprach Genosse Hecht unter stürmischem Beifall. Angermünde. In der stark besuchten Versammlung hielt Ge- nosse Täubert- Berlin die Festrede. Si« fand vielen Beifall. Eine Resolution der fozialdentokrattschen Fraktion des Bollzugs- rats Berlin und zwei weisere Resolutionen, die die Herausgäbe unserer Gefangenen sowie eine bessere Betteilung der Lebensmittel forderten, wurden einstinrmlg angenommen. Bat einem Hoch auf die internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie lourde die Versanunlllng geschlossen. Im Anschluß daran bewegte sich ein Umzug zum LandratSamt, um für eine bessere Verteilung der Lebensmittel zu demonstrieren. Nachdem der Landrat m siner Ansprache die Zusicherung gegeben hatte, sein Möglichstes zu tuu, um eine bessere Verteilung anzustreben, löste sich der Zug auf. 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Sonntag nachm.; Die Ehre. Abends; Oer Feidberntbügel. Montag: Erdgeist Berliner Theater v» uhr: Sterne, die wieder löschten. Walhalla-Theater. 7>/, Uhr: MMNWMW. Residenz-Theater. Untergrundb. KlosterstraBe, Ausgang Stralauer StraSe. Tiglich T/, Uhr: Von Hermann Suderman*. Regie: Altred Rott er Engen Burg, Kaiser-Titz, Hansi Arnstadt Olga Limburg Roia Valetti, Emma Debner, Paul Bildt,|uL Falkenstein. Trlanon-Theater. Bhl.Frledrichstr.Ztr. 4927�3« Nachm.'MUhr kleine Preise: Hchneewlttelien. TlgU 8 U. heutf z. 229 Male: Der gute Ruf von Hermann Sudermann. Sonnlag 4 U.; Asch.nbrftdel. Casino-Theater. J-tHtin«. 6tr.«7. Tdgl.-�UHr: Letzter Monat Viter ZinüIIe. Berliner Bolt.hvck in 8 Alten. Dazn erftÄsfi.«peiiaUtate». Sonntag S>/,:«apji sei füB. Luisen-Theater. 1�2 täglich: Jugend. Sicbiäbrcma tum Max Halbe »an«.... Fritz«iltecfeibt Annchen.. Marlene SUechert Amandus. Willi Kraft et0a7 1: Marli Miflatoa. APOLLO T h e s t• r. 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Metropol-Theater. 7 uhr io: Die Faschingsfee. Sonnt 3 Uhr: Wiener Blut. henes Operetten haus Schlfh'auerd 4a. Norden 281. Die keusche Sasanne. Pal ast-Th eater 7 Uhr: Die O'schamiwe. Die Frau ohne Beruf. Haupttreffer 33. Ballett. Seh 1 11 cr-Theat. Chart. 3 Uhr: Wie es euch gefällt 7% U.: Wie es Thalia Theater T/iV.i Zur wilden Gnninel. Th. am NollcnderiVlutz 3'A Uhr— 7 Uhr Theater des Westens 8 Ud Wo die Liebe hinfällt. Theater d. Prledrfchstadt 7'/, Uhr: Hutmacher Seiner Durchlaucht. Wallner-Theater T/t Uhr: GelStUl. Stg. Z>/,: Graf v. Luxemburg. Hl« ül hr• Mls�ioiu(Ooer.b r: Wo die Lerche singt. Rose-Theater. T/t Uhr: Max und Moritz. � �. Kleine Sklavin. Zum 1. Male: Verein Hrbeiterjugend 6roß-ßerUn �ugendfekrctarUt Berlin CO. g, BeUevueltraOc /,» Crcppcn rechts. Hm Sonntag, den 4. Mi 1919, nachmittags 2 Ohr, im Reftaurant„Sanssouci", Kaulödorf-8Qd Mai-Jugenötag Die arbeitende Jugend demonstriert für ihre Forderungen. Programm: JVIännergeiang a Hnlprache a Rezitationen. SO/S DU Hbtcflungtn trefft* Ttdi morgens 7 Ohr*t> nachttehendm ptltzcn t �Joablt: Strom-, 6*« Curmltr-, Denkmal im kleinen Citrgarten. COedding: JSettelbecfc- plhtz(JSormaluhr). 6f fundbrunnen t Bahnhof, Oerundbrunnen, Ging. z. Vorortbbf. Prenzlauer VorftAdtt Oanztger Straße, Gebe Weißenburger Straße. SehSnbaulcr Torftadt t Bbf. Sthänhaufer Hllee Sing. Oretfenbagener Straße. fSTordoet t Hlcnandcrptatz (BeroUna). O(ten 1 8 ch lefircher Bbf., Sing, bladaiftraßc. SQdort: Obrlitzer Bbf. (Unfallstation). Süden t ZerusaL Kirche. Südwesten n. Weiten: Bbf. OroßgSrlchcnftr. Cbarlottenburg: Bbf. Charlotten bürg. IHeukSttn t ßabnbf. ftoi- Mtln. Wilmersdorf: Unter- grundbabnbf. Rohen- zollemplatz, Eingang —- ndr" nhlandltraßc. Steglitz t Bbf. Steglitz. SchSneberg i Bf.Sbersltr. Kömgswu rterbaufen t Babnbf. Königs wuster» häufen. Hartenfelde! Bahnhof HhTienfeldc. Weißen see: Bahnhof Weißen see. Pankow: pank., Kirche. Reinicfcendorf-Orti Bbf. Schönholz. Erkner i Bahnhf. Erkner. Kaulsdorft Bahnhof Kaulsdorf. Lichtenberg t Jugend- beim, Höllendorfftr. CSpenidtt Jugendheim. JugendgcnosTen v. Jugendgenossinnen l In Fabrik, Werkstatt und Kontor, beteiligt Euch in H»>sen! Oeltaltet diele Kundgebung zu einem Protest gegen Eure Ausbeuter. Die erwachsene Arbeiterschaft ist herzlichst eingeladen, an dieser Kundgebung teilzunehmen. Oer Hbtionsausfehuß. snrs KarfOrttendamm F rieft richstrasee Verftas vincSt? (Ofte Wasuritclt siegt; Splelselteo: WociiODta�a 5 unu 7*1, Uhr/ Sonntag 4 and 7 Oh» tiilrHtefcwl« lubeo n u r an Tage der eÄsosv; GOttigkad. ✓ Verve itaaf Ugitch wa 12-1 Uhr sä d. Kaste obengti. Ttieals/ Freikarten nahen Keine Gültigkeit ü.T NoIlfndorfi>latz Die Sonnenkinder : ciiuuspiel mit Karen Sandberg Äozardaai Die Diamanten des Zaren öchauaptoi von Hans Hyan iiaupt- Viggo Larsen rollen: Qertrud Weikar Wochentag« 6 und 8 Uhr Sonntag* 4, 6 und 8 Uhr U.l Welabeneswe*' bohönebarc Henny Porten im Ludtspiwi „ihr Sport** Eegle: R. Blebrach U.T Aienanderslatz Einejnnge Dome 901! Welt Schausoiei a&co dem Uouaan von F-edor v. Zobelttt« Mady Christians Helnrloh Sctiroth Hermann Vallantln U.T Uorltzplatz S HaaeoiMlda Obs tote Sch if f Bchauspi«! mit Waldemar Psliander Kammerlicvtsptele Das Spieizeug der Zarin bcitaa-iiiel in 5 Akten mit Ellen Richter Beel« Rudolf Meinart Wochaatag«£ und 8 Uhr Soaataga 4, 8 aad 8 Uhr Unterbaltunga-Rertaurant Wien- Jägerstr. 63 a. Erwin Sattner Elfriede Süderstrdm Martin Brauer Kapelle Onstow OottachaUc Qute Küche— Oute Weine. Anfang 7 Uhr Eintritt frei. WUll Horwltz Laurenz n. Partner Robert Nesemann Winter- Galten Täglich 7Vj Uhr: IM-Spielpli Rauchen gestattet I ftelebsliai-Tlieater Abend« 7Vs Uhr und »EoimL 3 Uhr: Stettiner NATION AL»THE AT ER. LaSoFg. Die Kinopuppe'." Musik von Walter Bromme. Frltzi Steinbern" Karl Wessel hLu�oiu das größte und schönste I Konzert Kabarett In Berlin 0. |= am Strausberger Platz. 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Sprechz. 0-7.» Senta Söneland in ihrem Sketsch: „Alles dal" Paul Stelnitz Clalre Feldern Paul QSbel Margaret« Rone und uas führende Mai-Pfognunm, Qyigyi-Konzerte. Kellers Festsäle, Koppenstr.29 Direktion: J. Werner. Der große Scnsati ons- und Aufklärungsfilm: Franen, die der Abgnmd verschlingt. D.e Tragödie einer Unw ssenden In 5 Akten. Ferner: QjS( � iaCflCndCS GiGCk? Ein Künstierroman a. d. Leben d. berühmt Komponisten> Franz Lehir mit Oesangteinl., u. d._glänz. Beiprogramm w Ädtnirais-Palasl f Ä Täglich»/«B Uhr R Sonntags 3 u. 7 Uhr ■j Die neuen Ballette. | Im GEspEDSiersehloB fi Wiener Walzer S außerdem Tanz. Revue Clrcua MB BiBsdb Tägl. T/t, Stg. T/t n. T/t VollBtftndlares Klrbaaproerrnmm u.*.; Hartini ""ÄwaSf«mDraiitseil. cgjje endung lln Fest noch dem Btlersrefeeht. Ilibcndllch 9 Uhr* | Groß. Internationaler 1 Binoer-Wettstreit � In d. gr. PreU v. Berlin üb. JOMXVLbar u. mehr. Ehren- reise. Bisher gemeldet l deutsche und 9 ausländische Heister-Ringer. RICHAfcP /OMALD JV UMTR MsTARften-« .>�n. Rat Dr. MAG NU/ Hlß/CHFELD HAUPTOARSTELLER: FRITI BECKMAN* ANITA BERBER GUSSY HOLL CONRAD VEIT ROD KLEiN-ROHDEN RITA CLERMONT REllUlOLD SCHUENZEL FÖIDINAND BONN MARO* KOEHLER KiSSA VON SIE VERS WILH. DiEOHLMANN PREBEN RIST EMiL LIND WERNER KRAUSS � � 3 T(I Ni HARCW KEIMS CC/LT»CK�T| vOÖVtRKAUB VOM t)~ 1 UHÜ. 1 erhoehte preise Damen-Vorträge I Minna Knbe, Berün: � Montag, den 5. Mai, abend» 7 Uhr, �ohenzolleru-SSle", Y XW, Bandelstr. 35; � Dienstag, den 6. Mai, abend» 7 Uhr, im„BolkShans", Charlottenbnrg. Rosinenstr. 3;>k . Mittwoch, den 7. Mai, abends 7 Uhr,„Sophievflle" � dk(Großer Saal). C, Sophienstr. 17/18; Donnerstag, den 8. Mai, abend» 7 Uhr,„Böhmisches Brauhaus", Landsberger Allee 11; Freitag, den 9. Mai, abends 7 Uhr, Prachtstie„Alt-Berliu", C, Blumenstraße 10. Thema: m öintseöen m W«es fa sielet langet ± Sem aas Sie MaAea sesfelSea? 1 wie«im Sie Mlett aal Sie Waheil?* Ivos Jeanen erdulden i x Der Schrei nach Lebensglück. Eheglück unö Zrauenklugheit. Hll öas, was üer Zrau � so vielen Kummer uns Schmerz bereitet uns ihr � Sic«rhM fich da« weidlich««schlecht a�s Mddchra. Fran, Mutter, sogenannte alt« Jungfer, S reisin, jung und schon? Die pflege und Erhaltung«ahrer 5 �ÜUljclmÜTOh�G�" ILEXAMDERSTRSSb Paul Dübel CISlre Feldern Brase Wnriltz Bella Prankht Karl StShr o. a. m. Ebener-Konzerte. Halensee xeiR] dicht am Kurfiirstendamm habe ich ew sehr schünes, herrschaftliches Wohnhaus mit elettr. Licht, Zentral» ' eizung, Warmwasser und ahrstuhi, im Borberhan» u. S-Zimmerwohnungeu, im Bartenhau« L-Zimmer- Wohnungen, autzerordeiit- iich preiswert in I I'/,fad)«r Miete für M. 270 oo« zu oerfaufen. Näheres durch dülivz Bier Leipziger Skratze 28. grätrum 12270.53. ncrsprossen— Trara Fetttge« Haar— Kahlwerden de» Kopfe, Starke Schwsitzbiidung. haare«— Eianzlose, fahle Haut— X. 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Leichtgewicht um die Meisterschaft Deutschlands. Höchstgewicht 100 kg— Es nehmen vorläufig teil: 1. Tomas Bartkowlak, Meisterschafts-Ringer r. Polen 86 kg 2. Hans Böhm, Meisterringer von Danzig..... 83, 3. Wilhelm Ccllon, Meisterringer von Luxemburg. 88, 4. Georg Etilen, Magdeburg.......... 84, 5. Fritz Oametta, Meisterschaftsringer der Schweiz 85, 6. ff ans Gocksch, Breslau, Inh, d. Meisterscluv Mitteid. 86„ 7. Joseph Goldstern, d. einzige JOdische Ringkämpfer, Leichtgewichts Meisterschaft von Warschau. 74„ 8. Karl Heide, Berlin............. 86, 9. Odert Hein, Weltmeister im Mittelgewicht... 87„ 10. Karl Herrntünn, Meistersch.-Ringerv.Norddeutschl. W/z» 11. Paul Kaddatz, Stettin............ 88» 12. Willi Laube, Königsberg........... 89, 13. Richard Meier, Berliner Leichtgewichtsringer.. 73, 14. Paul MSbus, Leichtgewichtsmeister von Berlin. 73» 15. Rcinhold Petltjcsn, Meisterschafts, inger V. Berlin 86»),» 16. Gustav Schneider, Meiste rsch.-Ringer von Sachsen 84, 17. Pietro Scholz, Meistersch.-Ringer v. Brandenburg 92» 18. Franz Schwnrzbauer, Hamburg........ 88» 19. Karl Voigt, Leipzig............. 82, Vorherl Spezialitäten l. Ranxes. Kordpalast- Sichtspiele 8 Kösfiner St. 8.:s Am Nettelbeckplatz. Vom 2.-8. Mal das große ErOifoungsprogramm. Ännc kleine Eva. d«« Der pimnisvolle lachtsübsttea, seGnÄs. u. üetektivlilm, bisherverboten. Erstaufführungen ürstkl.Künstlcrkapelle. Qr.schSn.Saal l.ctu800Pers. Beg nn der Vorstellung: Wochentags 6 u. 8 Uhr. Sonnt ab 3 Uhr f. Kinder, ab 5 Uhr f. Erwachsene a»-»otflra 5onnifl8 zur SsuNb'.üke uuS MM! Abf. 9 Uhr SHeidjaloflsuftr a.d.Marschallbr. KReiihstugsgeb. .!p/«UhrCharlottenb..Tegr>erwen nahe Bhnh. ZunHernh. Reeberel Kieck, Berlin, Falckenstemftt 48. Tel. Mpl. 8197 lemWiig!i!i' liezLliizedeMM von�VepKenderütimt. �eitßenc>88en 213 äem von cisr Vereinigung vernnstslteten PreisäusscKreiden im öetrsge von M. 1300,— Varianten auf das Gemälde in der Berliner Nationalgalerie: 27/7 „Die Jagd nach dem Glück" Reichbeschickte Ausstellung aus allen Gauen der Republik, in den Räumen der Geschäfts- stelle Berlin W 9, Schellingstraße 2. Besuchszeit: 3, bis 8. Mai von 9 Ms 4 L'hrl Eintritt frei!— Jedermann eingeladen! Um recht regen Besuch der Ausstellung vfrd gebeten. H>ormamint-Tableiie» O vernichten die ÄaNerien ln Mund und Aachen und gewähret» Schuh vor Ansteckung orgen wir bafüt. bok bie Arbeit wieder ewe Freude '(Soltsti.) Darum lest den sozialen Roman von A. Aegidln«: Jettitm m Well br. 5�0 M.. oeb. 6�0 M. lerlag: y. lg.»rfimlbt Tausch«»). r-u �Möbel-Cohn im osten: Kkgök Ekallkküttkr Str. 58 (5 Minuten vom Alexanderoiatz) im Norden: BadstraBe 47/48 Möbel gegen bar oder Teilzahlung! 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Fernwr. Amt Moritzplah 4787. ArbeifOUachmeia: iSormonnstr. 13. Fernspr. Norden 3791—97. Sonntag, Bett 4. Mai, oormiflags 10 Ahr: SeltlMMWMlW OK tMileCK im SugNsehett fSarlen, Aiexanderstrabc 27c. Tagesordnung: L Beratung der Anträge zur Seneralversammwng und Statutenänderung. 2. Berbandsangeiegeuhriten. 5. Unser« Lohnbewegung w den Wagen- und Uarogerie» betrieben. Da die Tagesordnung eine äußerst wichtige ist, wirb er- wartet, daß unsere N-Eegen und Kolleginnen zu dieser Der- sammiung zahlreich und pllnftlich erscheinen. RUIglieBsbad) legiHmletL 138/11 Die Setfionsleitttng. MWkl SslzMeilelVellmiili Oectaaifung Berlin. TeL: Ami Rorttzplaß 10623, 3578. Bureau: Rnngestr. 30 Branchenversamonlnngen Sonnfag, Ben 4. Mal 1919, aocmilfase 10 Ahe: BöSenleset uud Bohnet j,- lesorbnunx Kollegen, da in dieser Versammlung d se au.gegeben werden, ist es PflichL daß alle Kollegen geg Aoslaensfrahe 4, >!sston. 2. Z! 83/14 Ansee Tarif. Tarife ausgeae piinltlich erscheinen. Aschler. BeM kharlotteuSurg,«05°°'"�' Taaesorvnung: 1. Bericht der Komm! mahl derselben. 3. Unsere Teuerung sMlage. _ Die Ortgverwaltang. eu- Betriebsingenlenre, Betriebsassistenten der GroB-Berllntr Metallindustrie. Sonntag, nen 4. Hai, vormittag;« lO Uhr, im IjebrervercinBhanH. Alexanderplatz: Versammlung« Tagesordnung; I. Grüdunj; einer Pachgrappe innerhalb der bestehenden Organisation. 2. Stellungnahme zum Tarifvertrag. 8. Verschiedenes. 25320 Kollegen der Groß-Berliner Metallindustrie erscheint in Massen, es ist die hüchste Zeit, daß wir zum kommenden Tarifvertrag Stellung nehmen. Der VorbereltungsausschuD, Bank für Handel u. Industrie 66. ordentliche Generalversammlung. Wir beehren uns, unsere Aktionäre nach§§ 24 bis 27 der Satzung zu der am Sonnabend, 34. Hai d. J., nachm. S Uhr, In unserem Geschäftslokalc zu Dannstadt stattfindenden sechsundaechszigsten ordentlichen Generalversammlung mit folgender Tagesordnung einzuladen: 1. Bericnt des Vorstandes und des Aufsichtsrats Ober das Geschäftsjahr 1918; 2. Genehmigung der Bilanz und Gewinn- und Vertust- rechnung sowie der Gewinnverteilung; 3. Erteilung der Entlastung an die Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrats; 4. Wahl von Aufsichtsratsm'tgliedern. Die Hinterlegung der Aktien bezw. des ordnungsmäßigen Hlnterlegungsscneines eines deutschen Notars, der Reichsbank oder der Bank des Berliner Kassen-Vereins in Gemäß- helt des§ 24 der Satzung hat spätestens am 20. Mal a. er. währenu der üblichen Gcschaftsstunden zu erfolgen, und zwar entweder bei den Niederlassungen unseres Instituts in Berlin, Darmstadt, Amberg. Aschaflenburg, Augsburg, Bamberg, Bensbcim, Beutheu 0.-5. Biebrich a. Rh., Bingen a. Rh., Brauaschweig, Breslau, Cdln, Cottbus, Crossen, Cuxhaven, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Forst I. L., Frankfurt a. M., Frankfurt a. 0., Freiburg L B., Fulda, Fürth i Bayern), Gera, Gießen, Olatz, Gletwltz, Göppingen, Görlitz, Greifswald, Greiz, Guben, Halle a. S-, Hamburg, Hannover, Hellbronn, Hindenhiirg, Hirschberg(Schlesien), lauer, Kattowltz, Kehl, Kreuzburg, Landau(Pfalz), Lauban, Leipzig, l.eobschütz, Limburg(Lahn), Ludwigshalen a. Rh., Mainz, Mannheim, Michelstadt i. 0., München, Myslowitz, Neustadt(Haardt), Neustadt(O.-S.), Nürnberg, Offenbach a. M., Oppeln, Passau, Pforzheim, Pirmasens, P renzlau, Quedlinburg, Ratibor, Rjbnik, Schweinfurt, Senftenberg, Sorau(N.-L.l. Sprcmberg, Slargard i. P., Stettin, Slraü- burg I. E., Stuttgart, Trier, Wellburg, Wiesbaden, Würz bürg, Zeitz, oder in Bremen bei der Deutschen Nationalbanfc, Kommanditgesellschalt auf Aktien, Coblenz, Herrn Leopold Seligmann, Dortmund, der Deutschen Nationalbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Dresden, den Herren Albert Kuntze 4 Co, Essen a. Ruhr, Herrn Simon Hirschland, O'ogau„„ H. M. Flicsbach's Ww, Grünberg I. Sehl., H. M. Flicsbach's Ww, Heilbronn„ den Herren Rflntelin 4 Co, Königsberg L Pr., der Ostbank für ilaodel und Gewerbe, München den Herren Merck, Flnck 4 Co, Posen, der Ostbank für Handel nnd Gewerbe. Berlin und Darmstadt, den 30. April 1919. 2158 D Bank fDr Handel nnd Indnstrie. v. Simflon. Andreae. Bekanntmachung betreffend Ersatz für fleisch. Aus die Fleischmarken der' Woche vom LB. AprU biß 4. Mai ISIS, die nicht mit Fleisch deliesert worden sind, w'erdm Hülsenfrüchie und Nährmittel abgegeben und »war aus jeden Fleischkartenabichnitt(Fleilchmarke) 25 Gramm Hülscnsruchte und 25 Gramm Nährmiitel. Die Ausgabe, sär die noch besondere Bestimmungen er» aeben werden, kann erst nachträglich ersolgen. Die Nicht einaelüsten Fleischmarken find also auszubeivahren. Berlin, den 2. Mai ISIS. Magistrat, wermnfh.. L..Nr. 823. V. S. In. 1». Bekanntmachung. Vollmilch« Die Ballmilchkarten sür Juni ISIS werden in den zur Fettstelle tSroß-Perlm gehörenden(Boncinben in den nächsten Tagen ausgegeben. Es gelangen zur Ausgabe: a) für die nach dem L April ISIS geborenen Kinder role mit„AI" gelennzeichnete Milchfarten. b) füt die in der fielt vom L April 1917 bis zum 31. März 1918 gebotenen Kinder lila mit„All" gefennzeichnete Milchfarten, c) für die in der fielt vom 1. April 1916 di« zum 31. Mär, 1917 geborenen Sinder grtins mit„BI" gefennzeichnete Miichlarten, d) für die ra drr fielt vom L April 1915 bis zmn 31. März 1916 geborenen Kinder blaue mit„BII" gekennzeichnete Mtlchkarten, e) filc die m der fielt vom L April 1914 bis zum 3L März 1915 geborenen Kinder bcanne mit„Cl" gefennzeichnete Milchfarten, f) für die in der fielt vom 1. April 1913 dis zum 3L März 1914 geborenen Kinder grau* mit„Cll" gekennzeichnete Milchkarten. Die zu oerabfolgende Mllchmenge ist aus den Kranken- und Eonderkarten, nicht aber auf den Kinberkarten ausge- drudt. Welche Vollmiid'meuge aus die Kinderlarten verab- folgt wird, wird noch besonders bekannt gegeben werden. Ans die übrigen Karten ist die auigedrutkie Menge voll zu verab- folgen, soweit nicht eine abweichende besondere Anordnung er- geht.' Die Inhaber von Vollmilchkarten haben die Iunikarten di» zum 17. Atai d. 3. einschließlich dem Milchhändler vorzulegen. Die auf Grund dieser Renanmelduna eriolgende Beiieserunq gilt tllr die Zeit vom 1. bis 3V. Juni 1919. Die „AI*-,„Air-,„er- und„Bir-Kinterkarten, ferner die durch ein großes„A" in dem Mittelfeld gekennzeidineten Karten über >1, Liter und die Bollmiichdezug icheine, die zum Bezüge von „A- und B"-Mtlch berechtigen, dürfen nur in den„A- und B"- Milchgeschäften, die„Li- u. cil'-Kinderkarten, die Krankenkarten, serner die Vollmilchbezugsdieine, welche zum Bezüge von „C-MUch berechtigen. Dürfen nur in den.0"- Milch- gcschäften angemeldet werden. Die verschiedenen Arten von Desd)äfien find durch ein entsprechendes Plakat im Schau- fenster kenntlidi gemachL Der Milchhändler hat die Kontrollabschnitte abzuschneiden, den einen(links unten) hat er auszubeivahren, den anderen (rechts unien) hat er der Fettstelle Groß- Berlin(Milch) einzusenden. Die Milchhändler werden darauf aus- merksam gemacht, daß bie Kontrollabschnitte bis zum 24. Riol b. 3. bei der Fettstelle SroJ-Berlin(Milch), Berlin C 2, Poststr. 6> eingegangen sein müssen. Sin« Derlöngc mng dieser Jrisk tonn nnfet keinen Amsicinven erfolgen. Die Milchkarten dürfen von den Händlern nicht in Ge- wahrsam genommen werden, sondern verbleiben in den Händen der Bezugsberechtigten. Die Milchfarten sind täglich oorzu- legen. Der Milchhändler hat täglich den gültigen Tages- abschnitt abzutrennen und an sich zu nehmen. Berlin, den 20. April 1919. Fettstelle Grost-Berlin(Milch). Die Vollmilchkarten ftir Juni 1919 find in Berli» von den Brotfommiffionen für die Sinder tm ersten und zweiten Lebensjahre am Montag, den 5. und Dienstag, den 6. Mai 1919, für die Kinder im dritten und vierten Lebensjahr« am Mittwoch, den 7. und Donnorstag. den 3. Mai>919, für die Kinder tm ftinften und sechsten Lebensjahre am Freitag, den 9. nnd Sonnabend, den 10. Mai 1919 ad- zuholrn. Die Haushaltung«vorstände werden im eigensten Interesse darauf hingewiesen, daß die Karten an den vorde- zeichneten Tagen von den zuständigen Brottom- Missionen abgeholt werden müssen. Den Haushaltungen, denen Karten für verschiedene Altersstufen zustehen, sind sämtlich« Milchkarten an einem Tage auszuhändigen. Karten für Kranke werden wie bisher von der fienlralftelle für Krankenernährung zugesandt. Soweit sie sich bis zu den vor- stehend festgesetjten Anmeldungstcrminen bereits in den Händen der Empfänger befinden, ist die Anmeldung innerhalb der Frist zu bewirken. Die nach Ablauf der Frist Übersandten Karten tragen den Stempel„Nachanmeldung" und können jederzeit angemeldet werden. Den am 1. April 1917 und später geborenen Kindern werden im Monat Juni 1919 Nährmittel, und zwar je 1 Pfd„ gewährt: außerdem erhallen die Kinder, welche in der geit vom L April 1913 bi» zum 81. März 1918 geboren sind, je 1 Pfund Nährmittel zum Ausgleich für die verkürzte Miich- portion. Auf die„Ar-,„BI"-, Bir-,„Cl*-, uud Li r- Kinder- karten werden daher Bezugsscheine Uder je 1 Pfund, auf die „Air-Kinderkarten Bezugscheine über je 2 Pfund Nährmittel zur Ausgabe gelangen. Die Ausgabe der Bezugsscheine erfolgt zusammen mit der Ausgabe der Zimi-Milchkarien. Berlin, den 29. April 1919. Tgb. IV. 82 F. Mi. Magistrat. Bekanntmachung betreffend Bratfettperteilung. Gemäß§§ 17, 18, 29, 30, 32, 35 und 39 der Beianntmachung Übet Speisefette vom 20. Juli 1916 (R,G.BL S. 755) und den Verordnungen der Fettstelle Groß- Berlin vom 20. Dezember 1916 über Abgabe und Entnahme von Speisefetten und über die Anmeldung des Speisefett- bezngs wird für den Bezirk der Fettstelle Groß-Berltn de- stimmt: L Ans Abschnitt D 2 der Einfnhr-gnsatzkarte ctttfallen Sv Gramm Bratfett. Ii. Der Kleinhandelspreis für 50 Gramm D ratfett beträgt SO Pfennig. III. Das Bratfett ist in den zum Epeifefetwerkanf tm Be- zirke der Fettstelle Groß-Berlin zngeiaffenen Kleinhandeis- g eschästen gegen Abgabe de» Abschnitte» D 2 ber Sin- (»br-Zusol, falle unier gleichzeitiger'Vorleanng der Speise- settlarte in Empfang zu nehmen und zwar m der Woche vom Montag, de» 5. bis zum Sonntag, den IL Mai 1919. Das Bratfett ist in den Kieinhandelsgeschästen in Empfang zu nehmen, in weichem der Verbraucher zum Speisefett dezuge In die neue Rnnbenliffc eingetragen ist. IV. Die Kleinhändler haben die von ihnen für da. Brat- fett angenimmenen Abschnitte getrennt gebündelt zusammen mit den Speisesettkattenabschnitten am Montag, den 12. Mai 1919 NN ihren zuständigen Großhändler abzuliefern. V. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden gemäß ß 35 der Pelanittmachung vom 20. Juli 1916(N.G.BI. S. 755) sofern nicht nach anderen Vorschriften schwerere Strafen verwirkt find, bestraft. Ber lin, den 26. April 1919. Fettstelle Groß-Berlin(Butter). Tgb. Nr. 5005 Fdu. Mermuth. Preisändernng für Blei auf Kontingentfchein. In Verfolg der Bestimmungen der Bekanntmachung über die Verordnung betr. Eparmetalle während.der UebergangSzeit(verössentlicht im„Reichsanzeiger" Nr. 275 vom 21. 11. 1918) und unter Bezugnahme ans die Be- kanntmackung über Preisändernng für Blei aus Kon- tingentschein vom 81. 1. 1910(„ReichSanzeiger' Nr. 28 vom 3. 2. 1919) wird hiermit bekannt gegeben, daß der in der letztgenannten Bekanntmachung genannte Breis für Blei(90 M. für 100 Kilogr.) weiterhin nur noch für solche Lteserun geu Geltung behält, welche aus Beständen der KrtegSmeiall-Akitetigesellschasi bezw. der von dieser Ge- sellschast mit Lieferung beauftragten Läger aus Grund vor dem 1. Mai 1919 ausgestellter Kontinaentscheine be- ziebungSweise aus solchen abgeleiteter Teilkonlingent- Icheine ersolgen. Für Lieserunaen aus Grund von Kontingentscheinen. welche nach dem 30. April 1919 ausgestellt sind bezw. von aus solchen abgeleiteten Teilkontingentscheinen gtlt bis ans weiteres der Preis von Ivo M.(Hundert Mark) für 100 Kllogr. Blei. 101/8 Berlin, den 30. April 1919. Kriegsmetall-Aktiengesellschaft. StraBenhändlerl Arbeitslose! Durch Verkauf unserer Broschüren und Exlra- biäfter verdienen Sie viel Geld ohne Risiko. Meldungen Werktags von II bis 1 Uhr. IIMD* Grünes Kreuz, JoaciiiiDSltialer Str. 27. Bekanntmachung. i, 9a entfallen auf Abschnitt 18 nnb 19 der allßc meinen Cebensmiffeltacfe ber Stobt Berlin zusammen£50 gr Suppe» nnb auf Abschnitt 20 derselben Harfe 20O gr Grieß. II. Unter Ausschluß nachträglicher Annahme sind die Anme! düngen vom Donnerstag, den 1. Mai dl» Moutag, bei 5. Mai 1919 bei den Kleinhändlern abzugeben. III. Die Kleinhändler haben die Anmeldeabschnitte zu den obe-- aufgerufenen Nummern bei den Großhändlern am 6. Ma ISIS abzuliefern, IV. Nicht abgeholte Ware verfällt mit dem 6. Juni 1919. Berlin, den 25. April 1919. Magistrat. Abteilung für Nährmittel. Jr. Nr. 3932 Nü.___ Grelle Berliner StraBenbehn, Bilanz am 31. Dezember 1918. Afctlra. Bahnkörper............. Grundstücke und Gebäude...... Wagen............... Konzessionen n. Abschreib. v. M, 101600",— Maschinen„,,„ 79433,53 Einrichtungen,,,, 35872,87 Geräte............... Plerde nach Abschreibung von M. 76616,20 Geschirre............. Dienstkleidung n. Abschreib. v. M. 642874,55 Bestände an Baumaterialien...... „„ Betricbsmatcrialicn.... „„ Werkstattsmaterialien... Laufende Rechnung, Außenstände... Barbestand............. Wertpapiere und Hypotheken im Reser efonds......... in der TllgungsrOcklage...... als Sicherneiten der Beamten.... als Sicherheiten der Behörden'... Aktien der Allgem. Berliner Omnibus-A.-O. Sonstige Wertpapiere........ Passiva. Aktienkapital............ 4% Schuldverschreibungen M. 47 334 500,— Davon unbegeben.., 5 989 50 ,— 4'/,»/« Schuldverschreibungen...... 3'/,°/« Schuldsch. d. früh. Neben gesellsch. Hypotheken............. Unbehobene Dividenden....... 4%U nbehob. ausgel. Schuldverschr.) nebst 4>/,%„ /Zinsen Rückstellung d. Zinsen d. 4»/« Schuidversch ... 4■/,»/. Reservefonds............ Tilgungsrücklage.......... Talonsteucrrücklage.,....... Sicherheiten der Beamten....... Hatipiiichtrücklage..'....... Lauf. Rechn., Versch. Gläubig, u. Ftarsicherh. Erneuerung I............ Erneuerune II............ Lästige Betriebsverpfllchtungen.... Gewinn- und Verlustrechnung..... M. Ist 113 475 361 32 33 316 939 83 47 245 434 23 064 487 i 714 901 79 1- Iis i- i— 2 853 963,!. 3 076 767;St !4 758 354•. 12 068 899:1 1 39 144 V, . I 14 126 6131- 13 309 94964 875 612:— 804 552-5 i 8 343 9l)Vll7 17 260- 288 424 2:1 49 M. 100 082 41 345 27 380 10 080 7 022 56 916 226 46 438 14 126 32 415 1 093 834 3 595 14 596 10818 10 423 1 133 9 547 288 424 PI 400l- ooo|- ooo' 870:- 64! i- 69875 025; 852160 4251- 993'Vi 740. J 496 7. 146,90 391 fu 482;.'-) 487l;4 894,0', 323!79 M>S. 485 85 "Mfi Gewinn- nnd Verlnstrecirnucg. Soll. Schuldverschreibung, u. Hypothekenzinsen Gesamtabschreibungen....... Zuweisungen an Tilgungs-, Talonsteuer- und HaltpflichtrücKlage...... Zuweisungen an die Erneuerungsrücklagen Vertragsmäßige Abgaben....... Saldo............... Haben. Gewinnvortrag aus 1917........ Zinsen............... Betriebseinnahmen... M. 100 050 379,44 Betriebsausgaben.... 61 928 338 J8 M. 3 445 330 1 850 797 2 331 160 13 200 000 7 866 264 9 537 48 38 231- 38:3.1 Benin, den 20. März 1919. Di« Direktion. Dr. Wussow. Meyer. Dr. W. Micke. Otto. Nach vorgenommener Prüfung der Belege und BOchcr der Gesellschaft bescheinigen wir hiermit gie ordamtgs- mäßige Führung der Bücher und die Uebercisstimmung der vorstehenden Bilanz, sowie der Gewinn- und Verlust- rechnung mit denselben. Berlin, den 20. März 1919. Oskar Zwickau, öflentlich angestellter, beeidigter Bücherrevisor im Bezirk der Handelskammer zu Berlin. 2173» Efflli Krynil*. gericiitlieher büctawevisor 1 d Kammaagariaht u.Land gcricht I, Otund. anaunelh und beeidigt im BwMt der HandelalKäBIget ai fieM' in über 100 000 Expl. landen sie begeisterte Aufnahmel { 14/4 Nnr für reite Menaehon! 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