Nr. 186. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret In's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonntag, den 12. August 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Polizeihilfe für den Ring. wiffen, in eine ähnliche ihnen von den Kapitalisten mit| getroffen. Wenn Müller u. Schulze oder Levi u. Cohn ihre Advokatenkniffen gestellte Falle zu gehen, und die gesammte Ar- Waaren nicht mehr in den Zeitungen empfehlen lassen, Ihr unablässiges Gerede von der Nutlosigkeit des beiterschaft Dresdens, Sachsens, ganz Deutschlands, soweit sie wenn keine Plakate mehr angeschlagen werden dürfen:„ Die Boykotts widerlegen die Leiter des Brauereirings und ihre ihre Klaffenlage erkannt hat, würde um so zäher, mit tiefer ein- beste Seife fauft man nur bei Schmierfett u. Co.", oder den Breßtrabanten schlagend durch ihre nicht minder eifrigen gegrabener Erbitterung den Kampf gegen die Fallensteller und besten Katao liefert Cornelius van Bott"- was soll denn Bemühungen um Mittel zur Verhütung oder Beseitigung deren Verbündete durchführen. Eine Abschwächung des Boykotts werden aus dieser besten aller Geschäftswelten? der Uebel, die der Boykott über die Ringbrauereien würde auch aus dem Gelingen der Dresdener Erpressungs- Dahin führt aber der blinde Eifer der sächsischen Polizeiund deren Kneipenvasallen verhängt. Mit freudigem klage nun und nimmer sich ergeben, nicht in Dresden und genies. Und wenn sie uns antworten: Ja, Arbeiter, das Geschnatter wird jedes Vorkommniß in der gegnerischen Presse nicht anderenorts, wo die Arbeiter in ihrer Vertheidigung ist ganz etwas anderes; was Dir verboten ist, muß begrüßt, das nur halbwegs Abhilfe verheißt. Schier außer gegen den Uebermuth des ausbeutenden Kapitals zu dieser Schmierfett u. Co. erlaubt bleiben, dafür sind das fich vor Freude und bebend in unterthänigster Erwartung Waffe zu greifen genöthigt sind. Kapitalisten, so ist das wiederum ein Beweis das der Segnungen, die ihnen obrigkeitlich bereitet werden, Aber in Sachsen ist auch die Polizei viel zu„ helle", für, daß es zweierlei Recht giebt im Klassenstaat, zeigte sich die Ringgefolgschaft, als die Nachricht kam, daß als daß sie nicht noch andere Mittel gegen den Boykott wiederum ein Sporn für die Arbeiter, sich von solchen ein höherer preußischer Beamter mit einem sächsischen eine ausfindig machen sollte, nachdem sie einmal es als ihre Zuständen zu emanzipiren und sicher keine Förderung Konferenz abgehalten habe, um sich von ihm darüber be staatsretterische Aufgabe erkannt hat, den Kapitalisten in der Kapitalistensache. Viel Erbitterung wird dadurch gefäer lehren zu lassen, durch was für Polizeimittel man im ihren Kämpfen gegen die Arbeiter beizustehen. Der mit in den Herzen der Arbeiter, aber deshalb kein Tropfen Königreich Sachsen den Arbeitern die Verwendung des Boy- Recht bei allen Polizeigenies so sehr beliebte grobe Un- Boykottbier mehr verschänkt. totts in ihren wirthschaftlichen Kämpfen erschwert. fug"-Paragraph des deutschen Reichs- Strafgesetzbuches hat Und darum: fruchten auch die sächsischen Polizeilehren auch gegen den Boykott herhalten müssen. Man hat Nte bei preußischen Beamten die Sozialdemokratie werden sie dakteure oder Redner, die die Arbeiter davor gewarnt nicht irre machen im Boykottkampf, dort wo er nöthig ist, haben, in bestimmten Geschäften ihre Einkäufe zu und nicht aufhalten in ihrem Siegeslaufe. machen, die Produkte bestimmter Unternehmer zu konsumiren, das Bier bestimmter Brauereien zu trinken, mit Ob die königlich sächsischen Polizeilehren in den aufhorchenden Ohren des preußischen Beamten auf fruchtbaren Boden gefallen sind, wissen wir nicht. Aber das wissen wir, daß die königlich sächsischen Polizeimittel gegen den Boykott den Rechtsanschauungen Hohn sprechen, die selbst in dem von kapitaliſtiſchen Interessen beherrschten öffentlichen Leben Strafmandaten wegen„ groben Unfug“ bedacht, froßdem Die Nothlage der Landwirthschaft. Deutschlands maßgebend waren. ein unumstößliches Kriterium dieser Bergehenskategorie, die Bei einer früheren Gelegenheit haben wir flargelegt, Belästigung dritter Personen, vollständig fehlte bei den Folgende interessante Ausführungen gehen uns von einem wie der staatsanwaltschaftliche Plan, die Unterhandlungen fraglichen Ankündigungen und Aufforderungen. Die Leute, gelegentlichen Mitarbeiter zu: wegen Aufhebung des Boykotts den Arbeitervertretern an die sie gerichtet waren, wurden keineswegs belästigt bekanntlich der liebliche Kehrreim aller Nothstandsreden und Schreien wir! Schreien wir! Schreien wir!" Das ist als Erpressung auszulegen, den gesammten Geschäfts- dadurch, vielmehr erfreut und ermuthigt in ihrem brüder- bekanntlich der liebliche Kehrreim aller Nothstandsreden und verkehr lahmlegen müßte, da genau das nämliche Verfahren, lichen Zusammenhalten mit bedrängten Genossen. Und noch ihren trok dieses Nothstandes recht entwickelten Stimmmitteln Nothstandsgedanken unserer nothleidenden Agrarier. Und bei der Hinweis auf Vortheile, die der einen Seite erwachsen viel weniger konnten dadurch die Brauer und sonstige machen sie auch unstreitig Eindruck auf die maßgebenden Faktoren würden, wenn sie der anderen Zugeständnisse macht, tag- Unternehmer belästigt werden, da für sie die Aufforderung von Gesetzgebung und Verwaltung. Jedenfalls bleiben die Herren täglich im Geschäftsverkehr vorkomme. Noch haben die nicht bestimmt war. Man könnte vielmehr sagen, daß ihnen troß ihres Schreiens nach wie vor die berufenen Stüßen von sächsischen Gerichte in der Sache nicht gesprochen; noch ist eine Belästigung durch übermäßigen Kundenzuspruch fern- Thron und Altar, sie werden von den hohen und höchsten Stellen es möglich, daß der" Erpressungsversuch" eine gehalten wird. Doch ob logisch oder nicht, mit dem groben aus nach wie vor gestreichelt und gehätschelt, und wenn man Phantasieschöpfung der Dresdener Staatsanwaltschaft Unfug" suchte man dem Boykott ein Bein zu stellen. auch vernünftigerweise ihre Forderungen, die sie in naiver bleibt und schließlich als ein mißlungener Ver- Indeß auch dieser Polizeistreich blieb ein Schlag ins Weise in die Welt schreien, nicht erfüllen fann, so macht man und doch wenigstens Versprechungen das Kuriositätenkabinet Wasser. Werden die Arbeitervertreter verhindert, vor deutschen Büreaukratenthums gelegt werden muß. Doch boykottirten Waaren oder Lokalen zu warnen, so können sie auch kleine Abschlagszahlungen, um ihre bewilligungsfrohe Laune nicht zu verderben. auch der mißlungene Versuch würde uns zeigen, wessen wir doch den Zuspruch boykottfreier Lokale und die Beschaffung nicht- Ganz anders, wenn einmal die wirklich nothleidenden uns gewärtig zu halten haben, wenn einmal zur Befehdung boyfottirter Waaren e mi pfehlen. Das geschah denn auch in Proletarier, denen Arbeitslosigkeit und Hunger entgegengrinst, der Arbeitersache mit allen tauglich scheinenden Mitteln die Sachsen. Nunmehr verfielen die findigen sächsischen Polizeigenies das schöne Vorbild nachahmen und auch einmal schreien wollen! amtirenden Büreaukraten dem Kapitalismus sich zur Verfügung auf den erstaunlichen Gedanken, auch die Empfehlung bestimmter Mit ihnen verfährt man viel kürzer. Ihnen wird der Mund ftellen. Sollte aber wirklich der geplante Streich gelingen, sollten Waaren und Lokale als groben Unfug" mit Strafmandaten mit Säbel und Gummischlauch gestopst. Nach oben die SammetLand- und Reichsrichter der neuen Rechtsidee das Siegel zu berücksichtigen. Man dente sich nur einmal die Konsequenzen pfötchen, nach unten die Krallen, so läßt sich's das Volk der Denker gefallen!" aufbrücken, dann würden dadurch zwar ein paar jedweder dieser großartigen Entdeckung auf dem Gebiete der Unter- Und diesem schönen Beispiel von Regierung und Polizei Schuld unbewußte Männer ins Unglück gestürzt werden, thanenbevormundung aus! Da wird ja der Kapitalismus folgen auch die Volksvertretungen. Unser Genosse Kühn sagte ihre Genossen würden jedoch für die Zukunft sich zu hüten in einer seiner geheiligtsten Einrichtungen, dem Reklamewesen, bei der letzten Mothstandsdebatte im Reichstage, daß die Herren such der Rechtsneubildung in Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. Dritter Theil. Erstes Kapitel. 111 It's der Haß, der wehe thut mit seinen 933 ihnen doch " gelegentlich so wankelmüthig, so ungleich in seinem Wollen ist der Verbindung Wallradens auf sich geladen, die sie endlich Mensch, dennoch umklammerte er jetzt mit aller Liebe nicht mehr leugnen konnte. Den Namen des Mannes, den Knaben. In ihm sah er jetzt die letzte Stüße seines der Wallradens Gatte geworden war, hatte sie genannt; Alters und seines Hauses; im nächsten Augenblicke fürchtete einen Namen, den Diether vorher nie gehört. Den Urer den Bastard in ihm zu erkennen. Aber trotz diesen sprung jener Liebe, die Begebenheiten bis zur ehelichen Zweifeln, trotz diesem Treiben zwischen Vaterliebe und der Verbindung des Paars hatte sie ziemlich genau angegeben. Angst eines Getäuschten, hätschelte und pflegte er den Ein Wetterstrahl hatte eine Scheuer auf Wallradens Gute Knaben, da er der einzige zurückgebliebne, der letzte seiner entzündet, und die Feuergefahr den Hütten der Knechte, Lieben war. Margarethen's Flucht war ihm entsetzlich, wie dem Wohnhause gedroht. Die Nothglocke auf dem und senkte einen nimmer ruhenden Stachel in seine Brust. Thürchen des einsam gelegenen Meierhofes hatte die fern Wo war sie hingeflohen? Durfte er jemals hoffen, sie wohnenden Nachbarn herbeigelockt, und einer der fernsten, wiederzusehen? Sollte er bereuen, was er gegen sie ge- gerade zu jener Zeit im anstoßenden Forste auf seinen grimmigen Streichen? Argwohn und Mißthan? Sollte er sich beruhigen mit dem Gedanken, Wildgängen verweilend, war mit den übrigen herbei trauen schmerzen tiefer, die freffenden daß er ihr gethan, wie sie verdient? Aehnliche Zweifel gekommen, und hatte durch seine entschlossene Besonnenheit Schlangen. bestürmten ihn, gedachte er Dagobert's, deffen Heim das allermeiste zur Rettung von Wallradens Habe beigetehr nach der geschehenen Ladung des heimlichen tragen. Diese Hilfeleistung hatte dem Junker von der Rhön, Das zweifelhaftefte und unschlüssigste Herz, das jemals Gerichts sich nicht erwarten ließ, da bei dem Namen einem nicht reichen, aber altadeligen schönen Manne ge geschlagen, schlug in des Altbürgers Diethers Brust. Die schon der beschlossenen Acht, der Gerechte wie der wisse Rechte auf des Fräuleins Dankbarkeit gegeben. Liebe Eröffnungen, welchen er auf dem Rathhause beigewohnt, Schuldbewußte schen das Krenz schlug, und entwich, wo ward daraus, und ein Feind dieser Liebe entstand: des hatten das Gebäude seines Argwohns bis zum Grunde er er nur entweichen konnte. Und Wallrade endlich? War Junkers Vater, der Wallradens minder adeligen Stamm schüttert, aber es nicht gänzlich niederzuwerfen vermocht. sie nicht die Beute eines Räubers, vielleicht das Opfer des verachtete, und einer Zusage zufolge, seines seligen WaffenDaß nicht Margarethe, daß nicht Dagobert den Mord gegen Mords geworden? Und, kam sie jemals auch ins Vater bruders verwaiste Tochter zur Gattin für seinen Sohn ihn gedungen, daß weder Sohn noch Gattin die geliebte haus zurück, mit welcher Stirne sollte er fie empfangen? erzog. Hingegen fand sich auch ein helfender Freund, ein Wallrade geraubt, daß der kleine Hans wirklich sein, bei Mußte er sich nicht, wie sie sich einft von seinem Hause deutscher Herr, der im nächsten Städtchen in AngelegenWillhild verpflegter Johannes sei, das war ihm völlig klar losgesagt,-lossagen von ihr, die ihm den Sohn ge- heiten seines Ordens verkehrte, und täglich auf Baldergrün geworden; die Bilder seiner Hausfrau, feines wackern Da- raubt, ihn der Hilflosigkeit Preis gegeben hatte, von ihr, zur Einkehr war. Er war es, der eines Abends einen goberts, trüb und düster umflort, bisher in dem Hinter die den Unfrieden verschwenderisch in seinem Garten gefäet Mönch zum Meierhof brachte, der das Paar, väterlichem grunde seiner Erinnerung verweilend, näherten sich ihm, hatte, während sie doch selbst auf der Bahn der Schuld Verbote zum Troy, einfegnete, zu einer Ehe, aus welcher Heller, glänzender, wie Sterne, die das dunkle Gewölb geschritten war, wie nur zu deutlich das Töchterlein bewies, ein Kind entsprang. burchbrechen, aber noch immer zweifelte er an ihrer völligen mit welchem die furchtsame Mago entkommen war, ehe Bis hierher hatte der Altbürger durch unablässiges ge= Reinheit; noch immer versagte er ihrer Unschuld die voll- man darüber völlige Auskunft hätte sammeln können. Die schicktes Forschen die Magd in ihren Geständnissen gebracht. ständige Anerkennung; noch immer fand er es möglich, Bofe hatte auf alle Fragen, die Diether an sie gerichtet, Es schien nach ihrer Verwirrung und ihrer Angst, die sie daß ein verbrecherischer Bund zwischen Beiden bestanden, mit der größten Seelenangft geantwortet, und dadurch den oft zu Thränen zwangen, noch manches Geheime aus Licht daß Johannes die Frucht desselben gewesen. Und dennoch, Berdacht einer thatkräftigen Mitwissenschaft an der aeheimen des Tages treten zu wollen, da unterbrach des Schult Gehen wir doch einmal dieser sogenannten Nothlage der Landwirthschaft auf den Grund. Eehen wir, ob sie überhaupt vorhanden ist, event. worin sie besteht, welches ihre Ursachen sind und auf welche Weise ihr abzuhelfen wäre. Zunächst: Giebt es eine Nothlage der Landwirthschaft? Ja, es giebt eine, daran ist nicht zu zweifeln. Aber diese Nothlage ist eine ganz andere wie die des Proles tariats, von dieser so durchaus verschieden, daß für sie eigentlich ein neues Wort erfunden werden müßte. Bei der Nothlage der Landwirthschaft ist nicht von Arbeitslosigkeit und Hunger die Rede, sondern sie besteht kurz in folgendem: Das in der Land: wirthschaft angelegte Rapital verzinst sich durchschnittlich nicht in dem gleichen Grade, wie das in Handel und Industrie ans gelegte. Der sogenannte nothleidende Landwirth steht keineswegs vor dem Nichts, sondern er sagt sich: Ich habe in meinem Betriebe dasselbe Kapital angelegt, wie der Banfier A. und der Fabrik besitzer B. in den ihren, dennoch erziele ich nicht denselben Profit wie jene; also bin ich ihnen gegenüber nothleidend! Also nicht der Landwirth selbst leidet förperliche Noth im Sinne des hungernden Proletariers, sondern sein Kapital, das landwirthschaftliche Kapital, leidet Noth im Vergleich zu den übrigen Rapitalien. " Der dauernde Schutzoll hat also nicht die Tendenz, den landwirthschaftlichen Reingewinn und damit die Grundrente zu er höhen, sondern er steigert den Marktwerth der landwirthschaftlichen Grundstücke, er stellt sich also dar als ein Kapitalgeschenk an die augenblicklichen Besizer der Grundstücke. fich wochenlang über die vermeintliche Nothlage der Landwirth-| Landwirthen giebt, die aus ihrer Wirthschaft eine nach den Be- J übernimmt, muß es zu dem durch den Schutzzoll erhöhten Werthe übernehmen, und nach diesem Werthe werden natürlich die schaft unterhalten, aber davonlaufen, wenn einmal zwei Tage griffen der Bourgeoisie durchaus angemessene Rente erzielen. lang über die wirlliche Nothlage der Proletarier verhandelt Ter bauptsächlichste Grund für die Nothlage der Landwirth übrigen Erbtheile berechnet, die er herauszahlen muß und die wird. fchaft ist aber noch ein anderer. Er liegt in der Preisbildung nun infolge des Schutzolls höher ausfallen, als ohne einen solchen. Auch auf die Nothlage des Erben hat also der Schuhder landwirthschaftlichen Grundstücke. Während bei freiem Walten der Gefeße, die unfere heutige zoll feinen Einfluß. Nun aber der augenblickliche Grundbefizer felber! Er hat Wirthschaftsordnung beherrschen, der Marktwerth eines Grundftücks gleid. feiner, nach dem jedesmaligen landesüblichen Zins- doch einen Vortheil durch den Schutzzoll! Allerdings, aber sehen fuße fapitalisirten Grurdrente sein müßte und dieser Preis in- wir näher zu. Wird der Besizer etwa sagen:„ Der Werth folge des Mechfels von Angebot und Nachfrage nur geringfügig meines Grundstücks war bisher der und der; jetzt habe ich einen nach oben und unten schwanken dürfte, ist der Preis der land- um so und so viel höheren Heingewinn, also rentirt sich mein wirthschaftlichen Grundstücke thatsächlich stets ein weit höherer. Rapital um so und so viel höher als früher", und wird dann Und da ist es denn ganz natürlich und selbstverständlich, daß zufrieden sein? Mit nichten! Er wird sehen, daß bei Vervon diesenr höheren Anlagekapital nicht der landesübliche Bins täufen und Schäßungen um ihn herum alle Güter höher bewerthet werden als bisher, und er wird sich schließlich sagen: gezogen werden kann. Woher tommt nun diefe eigenthümliche Erscheinung, daß der Nein, mein Gut ist heute mehr werth als früher, ich muß bei der wirkliche Marktwerth der landwirthschaftlichen Grund- Berechnung der Rentabilität mein Grundstück mit einem höheren stücke den wirthschaftlichen Werth derselben stets er- Werth zum Ansaz bringen, weil es alle anderen auch so machen". beblich übersteigt? Das tommt daber, daß bei dem Betriebe und bei der Ausrechnung wird er dann finden, daß sich sein der Landwirthschaft nicht ausschließlich wirthschaftliche Gesichts- Gut troz Schutzolls nur ebenso schlecht rentirt wie früher, und punkte in betracht kommen, sondern zu einem sehr großen Theile durch diese Erkenntniß ist er dann plöglich wieder der nothGesichtspunkte und Rüdsichten ganz anderer Art. So die Rück- leidende Landwirth geworden. ficht auf die Machterhaltung der Familie, die zu allerlei Bindungen des Grundbesitzes führt, namentlich zu den Fidei kommissen, durch die das ohnehin schon beschränkte Angebot von Grundiücken noch weiter eingeengt wird. So ferner die RückSehr bezeichnend für das Verhältniß des heutigen Staates ficht auf den Stand, die es zu Wege bringt, daß selbst Leute um zu den sogenannten produktiven Faktoren: Kapital und Arbeit jeden Preis" Landwirthe", richtiger Gutsbesizer werden oder ist es, daß er der Nothlage der Landwirthschaft, also der Noth bleiben wollen, die von der Landwirthschaft feine Waffe Ahnung lage des Kapitals, durch gefeggeberisches Eingreifen auf hoben. Es gilt nun einmal in vielen Kreisen für standesgemäß, Kosten der Konsumenten abzuhelfen sucht, während er eine Ab- Gutsbesitzer zu sein. Häufen sich doch sogar die Fälle, in denen hilfe der Arbeitslosigkeit, also der Nothlage der Arbeit, meist reich gewortene Bankiers sich durch Ankauf von Rittergütern ein Das Recht auf Arbeit wird in Air der Vornebmheit geben wollen. An sich würden wir ja da, Der dauernde Schutzzoll ist also keineswegs ein Heilmittel rundweg verweigert. Theorie und Praxis auf das Entschiedenste bekämpit; das gegen gar nichts einzuwenden haben, wenn nur die Herren den gegen die Nothlage der Landwirthschaft. Und wenn man be Recht auf Rente wird zwar nicht ausdrücklich Lurus, den sie sich leisten wollen, auch bezahlen möchten. Aber denkt, daß durch ihn die kleinen Landwirthe, die gar kein oder anerkannt, aber doch thatfächlich wird nur zu häufig das wollen fie nicht! Vornehme Herren um jeden Preis wollen nur wenig Getreide verkaufen, überhaupt feinen Nußen, die die Klinke der Gesetzgebung für dasselbe in Bewegung gesetzt. sie sein, nur darf es nicht an den Geldbeutel gehen. Wenn fleinsten sogar direkten Schaden haben, daß nur die großen Kann es eine bessere Beleuchtung des heutigen Staats in seinem irgend ein anderer Erwerbsthätiger unter der Ungunst der Ver- von ihm profitiren, und zwar desto mehr, je größer sie sind, man ferner bedenkt, daß durch ihn die armen Charakter als Klassenstaat geben, als diese? hältnisse leidet( ausgenommen natürlich ein Großer, für den die wenn Regierung immer ein fühlendes Herz hat), so weist man seine und ärmsten Schichten der Bevölkerung vorwiegend bedrückt Klagen hohnlachend ab. Für das Sonderintereffe der Land- werden, so muß man zu dem Resultat tommen: Fort mit ihm! Die anderen Mittel, die die Agrarier zur Abhilfe ihrer wirthschaft aber läßt man die ganze übrige Bevölkerung bluten, denn in der Landwirthschaft finden sich eben die besten Stützen Mothlage angewendet wissen wollen, sind im Verhältniß zum Schutzzoll unbedeutend, wenn wir von der Währungsfrage abs der heutigen Gesellschaftsordnung. sehen. Und auch sie laufen ja fast alle, einschließlich dieser letteren, nur darauf hinaus, den augenblicklichen Besitzern Vortheile in den Schooß zu werfen, während sie die Nothlage der Landwirthschaft als solche garnicht berühren. Die einzige For derung, die hier einen gewissen Einfluß a süben könnte, ist die Forderung eines gesonderten ländlichen Erbrechts, namentlich des Anerbenreats. Aber die Verwirklichung dieser Forderung würde so viele Unzuträglichkeiten und Ungerechtigkeiten im Gefolge baben, daß dadurch der geringe Nugen, den sie stiften könnte, aufgewogen wird.. Nachdem wir gesehen haben, worin die Nothlage der Land: wirthschaft eigentlich besteht, wollen wir den Ursachen dieser Nothlage nachgehen. Die Agrarier selbst geben als Grund vornehmlich die aus ländische Konkurrenz und die dadurch bewirkte Herabdrückung der Getreidepreise an. Sehr schön! Die Thatsache soll nicht bestritten werden. Aber das ist doch keine Ursache, deren Be seitigung man mit einem Schein des Rechts fordern dürfte! Wir leben nun einmal in einem fapitalistischen Staat, und die Agrarier gehören ja gerade zu denen, die diesen Staat mit zähem Stumpffinn vertheidigen. Heute bildet sich nun einmal der Preis der Waaren auf dem Weltmarkt, und dagegen antämpfen zu wollen ist eine Thorheit. Eine chinesische Mauer fann heute fein Staat mehr um feine Grenzen ziehen, es wäre das gleichbedeutend mit seinem Untergang. Und die ganze Schutzzollpolitik hat nur die eine Wirkung, das Geld aus der Tasche der einen Staatsbürger in die der anderen hinüberzuzaubern. Nur schade, daß die einen die Armen und die anderen die Reichen sind. Zudem erfüllt die Schutzzollpolitik ihren eigentlichen Zweck, der Nothlage der Landwirthschaft abzuhelfen, doch nicht, wie unten gezeigt werden wird, sie ist also weiter nichts als eine durchaus nuklose, aber desto unheilvollere Spielerei. Aus den Ursachen für die Nothlage der Landwirthschaft ergeben sich von sell st die Mittel zu ihrer Abhilfe. Die Agrarier selbst fordern vor allem Schutzölle, recht hobe Schutzölle. Wenn man selbst zugestehen wollte, daß die Schutz zölle zu Zeiten greignet jein tönnen, um über eine augenblickliche Nothlage, die etwa infolge einer Mißernte eingetreten ist, hin. wegzuhelfen, so muß erklärt werden, daß es sich um eine solche Nothlage ja gar nicht handelt, unsere Landwirthschaft befindet sich vielmehr in einer ständigen, einer chronischen Notblage, mögen die Ernten nun gut oder schlecht ausfallen. Und gegen über dieser Notblage sind die Zölle absolut wirkungslos, mögen sie noch so sehr in die Höhe geschraubt werden. Denn bei dieser Mothlage verlieren die Schutzölle natürlich die Ten denz, die eigentlich in ihrem Wesen liegt: möglichst bald wieder aufgehoben zu werden, sobald sie ihre Schuldigkeit gethan haben, sobald also die Mißernte vorüber ist 2c. Sie erhalten bier vielmehr die Tendenz einer dauernden Einrichtung. Daß dieses auch thatsächlich der Fall ist, sehen wir ja an der er der Bindung des 3,50 Mark- Zolls in den Handelsverträgen auf bitterten Agitation gegen den russischen Handelsvertrag und an 12 Jahre. der auf der Sand liegt, ist die durchschnittliche geringe Bildung Ein wirklicher Grund für die Nothlage der Landwirthschaft, der landwirthschaftlichen Unternehmer. Und zwar gilt das sowohl von der allgemeinen Bildung wie von der Berufs. Nun, ein solcher Boll fann die Landwirthschaft aus ihrer bildung. Das ist der Grund dafür, daß auf keinem Gebiete der Nothlage nicht befreien. Seben wir uns zum Beweise für diesen Produktion die Fortschritte der Technik sich so langsam einbürgern, Sag die Wirkung eines solchen Schutzolles an. wie in der Landwirthschaft. Die Söhne der Großen verbringen Kurz gesagt: Er erhöht die Getreidepreise! Diese Wirkung die Zeit, die sie vernünftigerweise einem gründlichen Studium scheint nun allerdings im ersten Augenblick durchaus dazu ge der Landwirthschaft widmen sollten, als Offiziere oder im Staats- eignet zu sein, die viel erwähnte Nothlage zu mildern oder gar dienst oder als Sporte leute resp. Pflastertreter, und was den zu beseitigen, und ein wirklicher, auf ganz furze Zeit eingeführter Söhnen ter Kleinen in unserer herrlichen Volksschule außer Schußzoll ist auch dazu geeignet. Bibelsprüchen und Gesangbuchversen geboten wird, das ist ja zur Ganz anders der dauernde Echuzzoll! Er erhöht die GeGenüge bekannt. Geht es in irgend einem anderen Berufe einem treidepreise dauernd, und damit die Grundrente. Dieses Plus untüchtigen Manne schlecht, so findet man das ganz natürlich, an Rente wird dann kapitalisirt und so dem Werthe des nur in der Landwirthschaft wundert man sich darüber. Wie viel Grundstücks zugeschlagen. Kommt nun ein Käufer, so muß er mehr gebildet ist der durchschnittliche Handwerker, als der durch für das Grundstück einen höheren Preis als vorher zahlen, das schnittliche Bauer! Nun, ich bin der Meinung, daß es nicht Kapital, das er in dem Gute anlegt, wird sich also troh des leichter ist, ein Bauerngut rationell zu bewirthschaften, Schutzzolls um feinen Deut höher rentiren, als das Kapital feines als ein Handwerk gut auszuüben. Daß dieser Grund Vorgängers sich ohne den Schußzoll rentirte, und für den Käufer thatsächlich von großer Bedeutung ist, erhellt schon daraus, ist die alte Netblage sofort wieder da. Aehnlich ist es beim daß es in der That eine große Zahl von intelligenten Erbgang, wenn mehrere Erben da sind: der Erbe, der das Gut Wie die Einführung eines dauernden Schutzzolls weiter nichts bedeutet, als ein Kapitalgefchent, so würde umgekehrt die Aushebung eines für dauernd gehaltenen Schutzolls wieder gleichbedeutend sein mit einer Vermögenskonfiskation der augenblicklichen Grundbesizer. Neben einer besseren allgemeinen und beruflichen Bildung der ländlichen Bevölkerung, welche durchzusetzen die Agrarier ja in ihrer Macht haben, fann nur eins gegen die Nothlage der Landwirthschaft helfen: Zurückführung des heutigen, unvernünftig hohen Marktpreises der Grundstücke auf ihren wahren wirth schaftlichen Werth. Das mag für die Betroffenen recht hart sein, aber es ist wirklich der einzige, innerhalb der heutigen Wirth. schaftsordnung allein mögliche Weg zur endlichen Beseitigung wird aber erst dann möglich, wenn die Rücksichten geschwunden der Mothlage der Landwirthschaft. Die Zurückführung der Grundstücke auf ibren wahren Werth find, die eben dem Grund und Boden einen Busaßwerth verleihen, der sich rein wirthschaftlich in keiner Weise rechtfertigen läßt. Der Landwirthschaft tonn unter dem Zeichen des Kapitalismus nur dann geholfen werden, wenn fie oone allen Unterschied alle jene Rücksichten ent giltig fahren läßt, die sich nicht durch rein wirthschaftliche Erwägungen rechtfertigen lassen. but Was bleibt sonst der Landwirthschaft übrig. Höchstens der Sozialismus, da eine andere Wahl als die zwischen Kapitalismus und Sozialismus heute unmöglich ist. Politische Ueberlicht. Berlin, den 11. August. Gegen das allgemeine Wahlrecht ereifern sich wieder einmal die Organe des Nationalliberalismus, die Kölnische Zeitung" und die National- Zeitung" im Namen der„ gebildeten und ruhigen Staatsbürger". Das ist nichts neues. " heißen Willkür und der Dirne leicht verzeihliche Flucht die staunte er, da der Mönch nicht allein jede Gabe verschmähte, wisser Ansprüche wegen, mit der Reichsstadt veruneinigt Reihe ihrer Bekenntnisse, und Diether fand darin mur die sondern ihn selbst mit einer unerwarteten Kunde beschenfte: hat! Und diese Ansprüche, sind sie nicht geschlichtet? Diefer einzige untrügerische Gewißheit, daß Wallrade seiner aus mit der Botschaft von Wallraden's Aufenthalt, von ihrer Span, ist er nicht in Minne beigelegt worden? Hat gezeichneten Liebe nicht würdig gewesen. Zwar fand das vereitelten Flucht, von ihrer Rückkehr in die traurige Saft, nicht vor drei Tagen erst Bechtram Friede mit uns geFräulein einen kräftigen Vertheidiger an dem Prälaten, von der Gefahr, in welcher sie schwebe, von ihrem einzig macht, sonder Gefährde, in Treu und Glauben, und in welchen das Unglück die unabänderlich erfolgte Absetzung auf den Vater gesetzten Vertrauen.- Diether, ob Gegenwart der verehrlichsten Zeugen, der ritterlichen Herrn und Verweisung aus seinem Stifte zu Cesena wie wohl in Born glühend ob Wallradens Vergehen, fühlte vom deutschen Orden? Ein Märchen also der ganze Beder zum Stammhause getrieben hatte, als einen Obdach doch sein Vaterherz beben bei dem Berichte ihrer Leiden. richt; der Schöff' entweder selbst getäuscht, oder im Begriffe suchenden und Pflege heischenden Gast. Allein, so innig Allein, so schnell auch sein Entschluß gefaßt war, alles uns zu täuschen, und die Klage ohne Grund! Diether's, Diether auch den gelehrten Bruder geliebt hatte, so konnten aufzubieten, um sein Kind zu retten, so schnell gesellte sich wie des Mönchs Wahrhaftigkeit wurden jedoch um ein Gutes dennoch seine Reden nicht mehr den Eindruck machen, wie diesem Vornehmen auch der Verdacht bei. Wiißtrauisch vergewiffert, da der jüngste Bürgermeister mit einem Gevor längerer Zeit, denn Diether erkannte, je länger, je maß er den Mönch von Kopf bis zu Fuß, verwickelte er sicht voll Zorn und Wildheit in die Versammlung trat, den mehr den Geist der Heuchelei, des demüthelnden Stolzes, ihn in verfängliche Fragen, und ließ ihn nicht undentlich Wirth vom Einhorn auf seinen Fersen. Gott verdamme der in dem Prälaten regierte, und der Vaterlandsliebe des merken, daß er versucht sei, ihn für ein Werkzeug jener doch alle Verräther und Meineidige!" begann er heftig, wie Altbürgers galten die Worte des Bruders schon deshalb Räuber zu halten, und die ganze Botschaft für eine Schlinge, man es an ihm gewohnt war bei wichtigem Anlaß: Vers gering, weil dieser lettere deutsche Sitte und deutsche Ord- welche seiner Habe, wo nicht gar seinem Leben ge- nehmt doch, Ihr lieben Herren und Freunde, welche Mär nung nicht aufhörte zu schmähen, und dagegen Wälschlands legt sei, wie jene Ladung zum Sprünglinsteine gewesen. unser guter Bürger und Wirth zum Einhorn Euch zu Vorzüge zu preifen, ob er gleich jeho, aus seiner zweiten In dem matten Auge des Mönchs bligte eine Flamme bringen hat." Ter Wirth erzählte also nach vorhergegangener Heimath gestoßen, unter einem deutschen Dache sein Haupt ritterlichen Unmuths auf, und seine Lippe warf sich auf, um Aufforderung, daß schon seit manchem Jahre der Kausdiener niederlegen mußte, an einem deutschen Tische seinen Platz fühn und trotzig den schuöden Verdacht von sich zu wälzen. Conrad Schwarz, gemeinhin, seines Vaterlandes und seiner um der Liebe willen faud, aus deutscher, ehrlich erworbener Doch bezwang er sich und erwiderte, so ruhig als die er- Mundart halber, der Schwabe oder das Schwäblein ge= Habe seiner Bedürfnisse Gewährung schöpfte, und von all regte innere Bewegung ihm verstattete, daß er sich willig nannt, und zu Diensten des weltberühmten Hauses Ulrich seiner wälschen Herrlichkeit nur das zweideutigste Kleinod als Bürge und Geißel darstelle für jedes von ihm ge- Arzt in Augsburg stehend, auf seinen Meßzügen und Reisen Fiorilla, behalten hatte. Es fiel dem zu Argwohn und sprochene Wort; daß übrigens das heftige Fieber, das ihn ins Brabant sich in der Herberge zum Einhorn eingefunden Verdacht gereizten Diether nicht schwer, das wahre Ver- auf einen unfern gelegenen Dorfe ergriffen und ihn abs habe, und stets als ein ehrlicher Geselle und guter Zahler hältniß zwischen dem Prälaten und seiner Freundin zu ers gehalten, am verwichenen Tage bereits in Frankfurt zu sein, von dannen gefahren sei. Ein solches sei ebenfalls vor gründen, theils jedoch benahm das, von Gebrechen aller schon der beste Bürge für sein Verweilen in jeder beliebigen drei Tagen geschehen, an dem Tage selbst, da Bechtram Art belastete Alter des Monsignore dieser Verbindung das Haft sei, und daß er fürchte, es werde sollte ihm Hilfe von Bilbel und des Raths Freunde und Abgesandte öffentliche Aergerniß, theils schloß sich Fiorilla mit wahrer und mildere Sorgfalt noch ferner entgehen- mit seinem im Deutschherrenhause ihren Frieden gemacht. Nun habe inniger Liebe an den kleinen Knaben Hans, der ohne alle Leben bald zu Ende sein. Der eisige Frost, welcher des aber er, der Wirth zum Einhorn, heute Morgen durch einen weibliche Pflege geblieben war, weil Diether, bei der ersten Gequälten Glieder durcheinander schüttelte, und ihn beinahe Landmann vom Maingehöft einen Bettel erhalten, den ein Kunde von Margarethens Flucht, im Aufwallen seines zu Boden warf, machte Diether's natürliche Barmherzigkeit reisiger Ruccht demselben zur Bestellung übergeben; einen Zorns die, jede Mitwissenschaft leugnende Else aus dem rege. Er ließ den todkranken Mönch auf einer Tragbahre in Bettel, von dem Schwaben selbst geschrieben, worinnen er Dienste gejagt hatte. Der arme Kleine fand in Fiorillas das Kloster des Ordens bringen, zu welchem der Unglückliche, berichtet, der Herr von Vilbel habe ihn am bewußten und seiner Kutte nach, zu gehören schien, und empfahl ihn der Sühntage, im Heinireiten begriffen, von der Straße Sorgfalt Elfeus Pflege in doppeltem Maße wieder, Diether,- sah er die Liebe der Pflegerin zu dem Knaben angelegentlichen Fürsorge des Paters Reinhold, Marga aufgefangen, nach Neufaltenstein geschleppt, und ihn bedauerte nur eins so sehr, daß ihm der Zufall Wall rethens Beichtvater. Er selbst jedoch eilte auf den Römer, genöthigt, diesen Brief zu schreiben, damit der Wirth radeus holdes Töchterlem geraubt, und ihm tein Mittel um die erhaltene Botschaft demi Rathe zu verkünden. Seine zum Einhorn zweihundert Mart Silbers als Lösegeld für zu Gebote stehe, etwas Gewisses von dem Schicksale der Freunde in demselben staunten; seine Feinde schüttelten den Gefangenen nach Neufalkenstein trage. Er, der Wirth, kleinen hübschen Agnes zu erfahren. Ueber das Geschick ungläubig die Köpfe und behaupteten, der Schöff täusche begehre nun zwar nicht, das Verlangte zu thun, sinte ihrer, sogenannten Mutter kam er dafür binnen einigen Meister und Rath mit unhaltbaren Gerüchten, und halte malen ihm bang geworden um sein Geld und seinen eigenen Tagen ins Klare. muthwilliger Weise die Stadt sammt ihrer bewaffneten Gewalt Leib; er habe jedoch nicht verfehlen wollen, den geEine Mönchsgestalt, vom Fieber geschüttelt, und von in Athem. Hätte er einen andern als Räuber genannt,- ftrengen Herren solches zu berichten, damit sie in ihrer Blässe entstellt, trat eines Morgens, der giveite nach riefen sie,- dann wäre ein Schein von Glaubwürdigkeit Weisheit das nöthige beschließen möchten, ob vielleicht der jenem Verhöre auf dem Römer, auf einen Stab ge vorhanden; aber gerade diesen Bechtram von Vilbel zu ehrliche Kaufdiener aus seiner Augst erlöset werden fönnte. stützt, vor den Altbürger. Dem Leidenden eine milde Gabe nennen, diesen alten wackern Kämpen, der so lange der ( Fortschung folgt.) an reichen, war Diethers erster Gedanke, aber wie er- Stadt treu gedient, der sich in der letzten Frist unr, ge V Romisch ist nur, daß davon geredet wird, in Presse und sexistirt das Verbot, milde Gaben an Bettler zu verab- Izu einer Partei Konferenz nach Berlin zusammenzuVersammlungen solle darauf hingewirkt werden, daß die reichen. Das Organ der konfervativen Rittergutsbesitzer, rufen. Auf dieser Konferenz wollen wir Rechenschaft ablegen öffentliche Meinung unwiderstehlich die Wahlreform die bekanntlich die christliche Gesinnung in Erbpacht haben, über unsere agitatorische Thätigkeit im verflossenen Jahre. fordert." Die öffentliche Meinung wird denn doch das„ Vaterland" schreibt: Man hat dabei übersehen, daß bei uns in Sachsen vielfach " reise an dieser für uns so wichtigen Konferenz betheiligen mögen, zeichnet mit sozialdemokratischem Gruß Das Agitations Romitee für die Provinz Brandenburg. nicht mehr von den paar Philistern gemacht, die Man hat dabei übersehen, daß bei uns in Sachsen vielfach weiter wollen wir mit Euch berathen, welche Mittel die ge= die Kapitalistenklasse in der Deffentlichkeit repräsentiren. ein ähnliches Berbot schon lange besteht. Oft genug fann man eignetsten sind, unsere Ideen in die noch zurückgebliebenen Da haben die Anhänger des allgemeinen Wahlrechts am Gingang eines Dorfes lesen:„ Das Verabreichen von Gaben Theile der Provinz zu tragen. Die Konferenz tagt Sonntag, und das ist die große Masse des Volkes an Bettler ist verboten." Das Verbot hat seinen guten Grund, den 16. September, von Vormittags 9 Uhr ab in den doch auch noch ein Wörtchen mitzureden. Wenn die öffent- Man wird nur dann den Bettel mit Erfolg bekämpfen können, Oranienhallen, Oranienstr. 51, am Morigplatz. Im Anschluß das Verabreichen von Almosen aufhört. So lange der liche Meinung entscheidet, wird nie das allgemeine Wahl- Bettler noch auf milde Gaben rechnen fann, wird er immer an diese Bekanntmachung ersuchen wir die Parteigenoffen der recht abgeschafft. Gefahr droht ihm nur von einer kleinen, diesen reichlichen und leichten Erwerb, so weit es ihm irgendwie Reichstags- Wahlkreise, nunmehr schleunigst Versammlungen einaber rührigen Klique, die zum Staatsstreich hetzt. Und möglich ist, allen anderen vorziehen. zuberufen und darin die Wahlen der Delegirten zur was dieser Klique die Wege ebuen will, nennt sich liberal! Wenn es noch eines Beweises bedürfte, daß unsere Parteikonferenz vorzunehmen. Die Zahl der Delegirten jedes Deutlicher kann die Versumpfung des Bürgerthums taum Staatsstüßen, die die Religion so oft im Munde führen, Kreises darf drei nicht übersteigen. Die Konzu Tage treten. dem Christenthume zur Schande gereichen, so wäre der Beferenz wird einen Tag in Anspruch nehmen. ParteiDie Verwirrung über die Militärstrafprozeß- weiß durch das„ Vaterland" geliefert. if genoffen, die auf einen oder mehrere Tage in Berlin Logis Ordnung scheint man durch die Offiziösen vergrößern zu Der frühere Leiter des in vorstehender Notiz er- nehmen wollen, werden ersucht, sich an Hermann Mattutat, wollen, um den schlechten Eindruck der letzten Mittheilungen wähnten Vaterlands", Dr. Dertel, wird die Berlin SO., Wrangelstr. 124, zu wenden. Die Tagesordnung über die Aussichtslosigkeit der Reformpläne zu verwischen Deutsche Tageszeitung", das tägliche Organ bestimmt die Konferenz selbst; als provisorische Tagesordnung und dabei doch kein Zugeständniß machen zu müssen. Die des Bundes der Landwirthe, als verantwortlicher Redakteur schlagen wir vor: 1. Bericht über die Thätigkeit des Agitationshochoffiziösen Berliner politischen Nachrichten" bestätigen zeichnen. zwar, daß die Meldung aus München, der zufolge nichts fomitees; 2. Die fernere Gestaltung unserer Landagitation; davon bekannt sei, daß den Einzelregierungen der Entwurf Bundes der Landwirthe, versendet auf rosarothem Papier Unterzeichneten zu richten. Mit dem Wunsche, daß sich alle Die Deutsche Tageszeitung", das Organ des 3. Anträge.-Alle Anfragen und Zuschriften find an den einer reformirten Militärprozeßordnung vorgelegt sei. Dann seinen Prospekt. Klüglich verschweigt sie, wessen Organ sie bemerkt das offiziöfe Organ weiter: seinen Prospekt. Klüglich verschweigt sie, wessen Organ sie Denn es liegt in der Natur der Sache, daß der nach den ist und nennt sich Unparteiische Zeitung. Damit schlägt sie Erklärungen des Kriegsministers von Bronfart im Kriegs- schon dem in's Gesiicht, dem sie dienen will, der Ehrlichkeit ministerium vorbereitete Entwurf eines solchen Gesetzes und Wahrhaftigkeit. Sie lügt, wenn sie sagt, sie will ein solchen Gefeßes und Wahrhaftigkeit. Sie lügt, wenn sie sagt, sie will ein den Bundesregierungen als preußischer Antrag nicht eher Blatt sein für den, der draußen hinterm Pflug oder drinnen vorgelegt werden kann, als bis als bis er die Zustimmung des in der Werkstatt seine schlichte, stille Arbeit verrichtet, denn obersten Kriegsherrn gefunden hat. Man wird aber thatsächlich will sie im Interesse des Großgrundbesizes das Volk in der Annahme nicht feblgehen, daß in dieser Be bethören, sie wettert gegen den zu stumpfsinniger Frohnarbeit Aufrufs gebeten. ziehung eine Entschließung bisher nicht erfolgt ist. Daraus, daß zwingenden Sozialismus". Als ob nicht gerade die Agrarier, dem Bundesrath ein bezüglicher Entwurf nicht vorgelegt ist, ist die das Blatt gründen, die Landarbeiter jahrhundertelang daher vorerst noch kein Schluß auf den weiteren Verlauf der user Sieg bei der Landtag3- Nachwahl im Sache zu ziehen. zu Frohnarbeit gezwungen hatten und wieder zwingen 15, st artenburgischen Wahlbezirt ist, wie die in Vertrauensselige können wieder auf eine Besserung möchten. Tas Blatt behauptet, Stellung nehmen zu wollen Gießen erscheinende Mitteldeutsche Sonntags- Zeitung" be= uniever mittelalterlichen Militär Strafprozeß Ordnung Arbeit". Würde es das thun, so müßte es gegen die Zölle giltige Entscheidung durch das Loos stattfinden mußte. Im gegen alle Auswucherung und Echädigung der deutschen richtet, feineswegs ein bloßer Glückszufall, trotzdem die endhoffen, wir glauben, es bleibt alles beim Alten. eintreten, die die bösartigste Auswucherung im größten Stile vorigen Jahre wurde unser Parteigenoffe Cramer mit 18 Stimhöhung der Lebensmittelzölle eintreten. Aus diesen Stichproben ebenfalls 11 und die ligament nicht auf einen Kubbandel mit bedeuten. Das wird das Blatt nicht thun, sondern für eine Er- men gewählt, die Freifsinnigen hatten 11, die Nationalliberalen Ultramontanen ersieht man, daß das Organ des Bundes der Landwirthe den Nationalliberalen einließen, errang unser Genosse den Sieg. durch, daß die Freisinnigen sich feine unparteiische Zeitung sein kann, daß Ehrlichteit und Dies Mal hatte unser Kandidat 21 Stimmen, nachdem bei der Wahrhaftigkeit in ihr nicht gefunden werden kann. Die Erfahwahl in Sprendlingen sämmtliche 7 Wahlmänner unserer Deutsche Tageszeitung" wird fälfchen und verläumden wie Bartei gewonnen worden waren. Dies Mal aber hatten sich die ihre Konkurrenten. Ihr Redakteur hat am Leipziger Freifinigen mit den Nationalliberalen und Ultramontanen zuBaterland" eine treffliche Schule nach dieser Richtung ge- fammengethan und der freisinnig- nationalliberale- ultramontane gemischmasch hätte auch gesiegt, wenn nicht ein Ultramontaner Chrgefühl genug gehabt hätte, sich dem Schachergeschäft zu ent ziehen und einen weißen Bettel abzugeben. So standen 21 Sozialdemokraten gegen 21 Mischmasch- Männer und das Loos mußte entscheiden. Es gab das Mandat dem, dem es gebührte. $ ſchaftlichencan loloch Militarismus nichts Die Kulturaufgaben leiden nicht, aber für wissen übrig. Rürzlich legte der Vorstand der Sternwarte zu Berlin in einem Gutachten dar, daß die Anstalt, wolle sie in ihren Leistungen nicht zurückbleiben, in den Besitz eines Fernrohres neuester Konstruktion, wie ein solches z. B. auf der Lidsternwarte in Kalifornien in Gebrauch sei, gelangen müsse. Troß der Befürwortung des Kultusministers erklärte jedoch der Finanzminister, daß die geforderte nossen. Summe, 500 000 M., im Budget nicht unterzu bringen fei. Militarismus und Arbeitslosigkeit. Eine neue Kulturthat des Militarismus wissen die„ Dablener Nachrichten" ein sächsisches Amtsblatt, zu vernielden; dasselbe veröffentlicht in seinem amtlichen Theile eine Bekannt machung, wonach das kgl. sächsische Ulanen- Regiment Nr. 17 zu Oscha erbötig ist, den Grundbefizern Arbeiter zu stellen, um die Ernte- Arbeiten zu fördern. Demuach scheint die Arbeitslosigkeit dem sozialpoliti schen Obersten dieses Regiments noch nicht groß genug zu sein, so daß er dieselbe burch Soldaten, welche den freien Arbeitern ebenso wie die Strafgefangenen Konkurrenz machen follen, weiter steigern. Der Gegen des Militarismus wird so dem legten Arbeiter klargemacht, licher Atlefte darüber, " Cinc J. A.: August Völker, SO., Reichenbergerfir. 72 a. Die Provinzialblätter werden um Abdruck vorstehenden Die Hetze gegen unseren Genossen Dr. Arons, welche sich an die von uns schon längst als erlogen gebrandmarkte Nachricht von den 300 000 Mark knüpfte, nimmt trotzdem ihren frisch- fröhlichen Fortgang. Wir haben keinen Anlaß auf die Ausführungen der bürgerlichen Blätter ein- in den letzten Wochen auf dem Lande gegen 6000 Broschüren Von der Agitation. Der Wahlverein in Durlach hat zugehen. Wenn die Rheinisch Westfälische Zeitung", welche und Flugblätter verbreitet, außerdem eine große Zahl gelesener am meisten Gehässigkeit zeigt, von" Theologen, Juristen, Beitungen. Medizinern, Geheimräthen, Professoren, Literaten oder Künstlern" schreibt, die aus den gebildeten Schichten der Partei Organisation. Der Reichstags- Wahlkreis HagenNation sich in den Dienst der Umsturzpartei stellen," so ist Schwelm ist von einer damit beauftragt gewesenen Kommission die Erklärung für diese Erscheinung die theinisch- in folgende Agitations Beairte eingetheilt werden: Westfälische Zeitung" sucht naturgemäß nach niedrigen Mo- Amt Böyle- Sagen, die Stadt Herbecke,' bas Amt Wetter, bas 1. Haupt Agitationsbezirk agen; dazu gehören: das tiven-schon vor langer Zeit im Kommunistischen Amt Breckerfeld mit Dahl, vom Amt Volmarstein, die Orte Manifest" gegeben. Dort heißt es( S. 16): Die Rechtfertigung des Stehlens auf marxistischer Grundlage, soll nach der Norddeutschen Augemeinen Beitung" Elisée Reclus versucht haben. Der Preßkuli Bindter II, der dies geschrieben hat, weiß von Marg so viel, wie ein Esel vom Chinesischen.Bommern und Wegern. # stein nur der Ort Volmarstein. hausen. Da die Kommission nicht in der Lage war, jedes einzelne Gehöft oder Dertchen in die Gintheilung aufzunehmen, so wird es nothwendig sein, daß die Genossen der Hauptbezirke im Früh jahr und Sommer nach allen Richtungen ihres Bezirkes Ausflüge unternehmen, und dabei mit den Genossen der einzelnen Orte Fühlung nehmen, um so die Grenzen ihres Bezirks feststellen zu tönnen, damit es nicht wieder vorkommt, daß Orte bei der Vertheilung von Flugblättern zweimal belegt werden. " In Zeiten endlich, wo der Klassenkampf sich der Ents 2. Haupt- Agitationsbezirk Haspe; dazu gehören: das Amt Eine Rechtsverweigerung eigener Art hat sich in Berlin scheidung nähert, nimmt der Auflösungsprozeß innerhalb der infolge des totalen Mangels hinreichender gefeßlicher Bestim- herrschenden Klasse, innerhalb der ganzen alten Gesellschaft, einen Guneperstraße, Westerbau und Waldbauer, vom Amt Börde die mungen, die das Aerzte und insbesondere das Physikus- Weser so heftigen, so grellen Charakter an, daß ein kleiner Theil der Dörfer Börde, Oberbauer und Hasperbach, vom Amt Volmarregeln, herausgebildet. Wir führen nur zwei Fälle an. Fall herrschenden Klaſſe ſich von ihr lossagt und sich der revolutionären 8. Haupt- Agitationsbezirk Gevelsberg; dazu gehören: eins. Gin geistig gefunder, nervös gewesener und des Klasse anschließt, der Klasse, welche die Zukunft in ihrer Tasche vom Amt Volmarstein die Orte Asbeck, Berge, Gsborn, Grundhalb entmündigter Handwerker beantragt unter Beifügung ärzt- trägt. Wie daher früher ein Theil des Adels zur Bourgeoisie schöttel und Silschede, vom Amt Haßlinghausen nur Haßlingdaß er geistig gefund geworden, überging, fo geht jest ein Theil der Bourgeoisie zum Proletariat die Entmündigung wieder aufzuheben. Das Amtsgericht ver- über, und namentlich ein Theil der Bourgeois- Ideologen, welche 4. Haupt- Agitationsbezirk Schwelm; dazu gehören: das langt vor Eingehung auf den Antrag Beibringung eines Phyfitats. zum theoretischen Verständniß der ganzen geschichtlichen Be- Amt Ennepe, bestehend aus den Orten Mühlinghausen, Deltingattestes. Der Phyfitus erklärt dem Handwerker, ohne Erwegung fich hinaufgearbeitet haben." fuchen des Gerichts bescheinige er dem Handwerker nicht, Der geschichtliche Hinweis auf den Emanzipations- bie Orte Altenvörde mit Unterbauer, von Haßlinghausen die hausen, Schweflinghausen, Rügeberg, Milspe; vom Amt Börde ob er geistig gefund fei. Tas Amtsgericht weigert sich, folch kampf des dritten Standes sollte die bürgerlichen Ortschaften Linderhausen und Hiddinghausen 1. Ersuchen zu stellen und erklärt gleichzeitig, des Physikus Journalisten zur Besimung bringen. Der dritte Stand 5. Haupt- Agitationsbezirk Langerfeld; dazu gehören: Nächste Meigerung sei durchaus in Ordnung. Der arme Handwerker is hat die Unterstützung aus den Reihen des Adels und der breck, vom Amt Haßlinghausen Gennebreck, das Amt Sprockhövel fomit abfolut rechtlos. Fall zwei. Ein schwerkranter Redakteur Geistlichkeit gern angenommen und seine Parteigänger aus mit Hiddinghausen 2. beantragt, unter Beifügung eines ärztlichen Attestes, jenen Schichten als freigeistige, von Vorurtheilen nicht beihm Strafaufschub zu bewilligen. Die Staatsanwaltschaft verlangt von ihm, zunächst folle er ein Physikate attest über seinen fangene Männer gefeiert. Gesundheitszustand beibringen. Der Redakteur wendet sich nach einander an 4 Physici. Reiner erscheint. Weshalb? Ja, weil feinem Physikus eine Pflicht obliegt, ohne Requisition einer Be hörde einen Fuß zu rühren. Wir wissen nicht, ob nicht gar in folge des Nichtbesuchs durch einen Physitus der schwerkranke Redakteur bereits in das Gefängniß transportirt ist. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn eingeladen, sich in das Gefängniß zu be= Das englische Unterhaus nahm die dritte Lesung geben( Rummelsburg), in dem vor wenig Jahren ein Redakteur der Bill betreffend die schottische Lokalverwaltung, sowie durch den Zwang, einen gemeinsamen Trinkbecher mit Syphilis ber Bill betreffend die Errichtung von Priesengerichten in tranten zu benutzen, felbft syphilitisch wurde. Die Oberstaatsanwaltschaft erklärte auf Anfrage des schwer geschädigten Re- den Kolonien an. dakteurs, außer stande zu sein, anzugeben, wen die Schuld an Dem Moloch Kapitalismus ist wieder eine mehr der Berurfachung der schweren, efelhaften Krankheit treffe, die fache Hekatombe geopfert worden. deur Redakteur im Gefängniß zugefügt war. Nette Zuñände nämlich gemeldet: Aus Warschau wird im Rechtsstaat" Preußen. Steht es in Sibirien schlechter? Die Koblengruben der Franco- Italienis Landes 3tg." wird unterm 8. August von Turlach bei Karlsruhe infolge einer. Gasexplosion in Flammen. Eine Seitung Material für die Sittlichkeitsvereine. Der N. B. schen Bank in Dombrowa( Russisch- Polen) stehen geschrieben: Ein Aussehen erregender Prozeß wird in nächster ber in der Grube befindlichen Bergleute Beit zur Hauptverhandlung gelangen. Es handelt sich um die erscheint unmöglich, so daß mehrere hundert skandalösen Borkommnisse in dem hiesigen ersten Hotel zur Karlsburg", wofelbft Jahre lang in der göblichsten Weise gegen Menschen als verloren anzusehen sind. den§ 180( gewohnheitsmäßige Kuppelei) vergangen wurde. Die Japanisch chinesischer Krieg. Wie dem„ Neuter'schen Hauptangeklagte( Besizerin des Hotels) ist dermalen noch so Bureau" aus Shanghai gemeldet wird, verlautet bort, daß japa leidend, daß der gerichtliche Austrag der Sache seither so weit nische Truppen in Stärke von 12 000 Mann in Fusan und 8000 hinausgefchoben werden mußte; mitangeklagt find noch eine Mann in Quensan gelandet seien. Diese Truppen würden sich Tochter und ein Sohn der Hotelierin. Wie versichert wird, war um Söul zusammenziehen, um den von Norden kommenden chinedas Stelldichein gewisser Lebemänner aus dem Beamten- fischen Truppen entgegenzutreten. und Offizierſtande in den oberen Räumen der Karls # Der Sozialdemokratische Verein für den 6. sächsischen Reichstags- Wahlkreis( Plauenscher Grund bei Dresden) zählt in 63 Ortschaften zusammen rund 500 Mitglieder. " Ueber die Schießaffäre in Autonienhätte bringt die polnische Arbeiterzeitung azeta Robotnicza" eine Mittheilung, die vollständig von den Berichten der bürgerlichen Presse abweicht. Wir geben sie mit der ausdrücklichen Bemerkung an die Leser des Vorwärts" wieder, daß immerhin erst, wie bei allen Berichten über Begebenheiten, wo es sich um die BetheiInhalt der Mittheilung der„ Gazeta Nobotnicza" ift kurz zusammenligung von Hunderten und Tausenden von Menschen handelt, das Ergebnis der Untersuchung abgewartet werden muß. Der gefaßt folgender: Der jetzt verhaftete Brutop, der sich mit unter der Menge befand, die vor dem abgesperrten Lokal vergeblich auf Einlaß wartete, versuchte die Menge zu beschwichtigen und sie zum Nachhausegehen zu bewegen. Zu diesem Zwecke schickte er den Genossen erbitten, einige Worte der Aufklärung an die Harrenden richten Sosna zum Amtsvorsteher, um von diesem die Erlaubniß zu 8 dürfen und sie zum Nachhaufegehen aufzufordern. Sosna trifft nur den Stellvertreter bes Amtsvorstehers an. burg" mit den Vertreterinnen des ewig Weiblichen ein Tsungli Damen den im Innern des Landes lebenden Fremden wird sich die Menge ebenfalls verlaufen. Dieser Weifung Einer Meldung der" Times" aus Shanghai zufolge, hat das Von diesem wird das Verlangen Sosna's mit der Bemerkung abgewiefen: Gehen Sie nur nach Hause, dann fo zwangloses, daß vorherige Anmeldung in den unteren Schuß und Sicherheit verbürgt. Räumen gar nicht nothwendig war. Der Eingeweihte" wußte Eine Depesche aus Tschifu vom gestrigen Tage meldet: Die leisten denn auch Prufop und Sosna sofort Folge. Die Menge schon genauen Bescheid. Unter der Einwohnerschaft sprach man japanische Flotte griff heute früb Wei- hai- wei an. Auf der einen weiß in dem Augenblick nicht, was geschah und geht Prukop nach. allerdings schon lange von der modernen Pflanztätte einer un- Seite zurückgeschlagen, versuchen die Japaner jetzt auf der andern nach einem Weg von ungefähr 15 Minuten wendet sich Prukop eingefchräntten freien Liebe, aber eine sichere Unterlage zu öffent- Seite durchzubringen. um und fordert die ihm Folgenden auf, ruhig nach Hause zu licher Anklage fehlte immer noch, bis endlich dem Faß der Boden eingeschlagen wurde. Bon sozialistischer Seite wurde die Be- eine Depesce, welche kategorisch bestreite, daß die Japaner eine alter Geigenspieler, der feine Weifen ertönen läßt, giebt Die japanische Gesandtschaft in London erhielt aus Tolio gehen, da keine Versammlung stattfinde, Er selbst fährt nach dieser Bemerkung weg. Ein zufällig am Wege stehender hauptung aufgestellt, daß viele Namen von Beamten in den Niederlage erlitten haben. Annalen des dritten Stockes der Karlsburg eingegraben ständen. jetzt Beranlassung, daß sich die Menge um ihn schaart, Daß der frühere Bürgermeister und Landtags- Abgeordnete Friederich um feinem Spiel zuzuhören. Dem Gendarm Burdinka scheint auf der Karlsburg" eine nicht unbedeutende Hypothek siehen hat, diese Unterhaltung nicht zu gefallen, denn ehe die erstaunte ist allerdings reiner Zufall; denn hätte er eine Ahnung von dem Menge zur Besinnung gekommen ist, hat er bereits den GeigenTreiben in diesen Räumen gehabt, sicherlich wäre er dazwischen spieler gefaßt und wirft ihn mit Vehemenz auf die Erde, sodaß getreten. Nuumehr ist die Affäre beim Gerichte anhängig und der Angegriffene besinnungslos liegen bleibt. Sierauf fordert es wird sich zeigen, wer die Schuld an diesen standalösen Vorder Gendarm von den Zuschauern, daß sie den Bewußtlosen tommnissen trägt. empörte Menge giebt ihren Unwillen in manchen herben Bemerkungen wegtragen. Die durch die Handlungsweise des Gendarmen Parteinachrichten. Aufruf an die Parteigenoffen Berlins und der Provinz Brandenburg. Parteigenossen! Nach dem glänzenden Aufschwung unserer Gaben an Bettler verboten. Nicht nur im Kreise Parteibewegung innerhalb der Provinz Brandenburg anläßlich zu erkennen und leistet der Aufforderung des Gendarmen, den Be Lübben sondern auch in dem christlichen Königreiche Sachsen I der letzten Wahlkampagne halten wir es für unsere Pflicht, Euch finnungslosen fortzuschaffen, in ihrer begreiflichen Erregung feine Folge. In diesem Augenblick greifen die Gendarmen zu ihren Waffen, die nun jene schreckliche Katastrophe herbeiführten, deren Verlauf das bereits geschildert worden ist. Wie ferner mitgetheilt wird, ist Die Frau, die ein Opfer der polizeilichen Schießerei geworden ist, rath an der Ansammlung ganz unbetheiligt gewesen. Sie war in Be gleitung ihres Bruders, der bei ihr zu Besuch war. Die Unglückliche befand sich in schwangerem Zustande und hinterläßt ihrem Gatten drei unmündige Kinder. Ja, die höheren Töchter", ihnen ebnet man mit Vergnügen Terrain zum Kampf ums Dasein! Aus Brünn meldet der Boltsfreund": Der Streit in der Hutfabrit von Trollers Söhne hat mit einer Niederlage der Arbeiter geendet. des sächsischen Städtchens 2aufigt glücklich gekommen. Sur Einführung einer Stener auf Brot ist der Stadt Aus Antwerpen schreibt man der Köln. Zeitung": Die Die dortigen Bäckermeister behaupteten, die Konkurrenz der aus- wallonischen Arbeiter in der Drahtfabrik zu Hemirem, wärtigen Bäckereien nicht mehr aushalten zu können, und so die 6 bis 8 Fr. täglich verdienen, stellten die Arbeit ein, um die that ihnen der Stadtrath den Gefallen, auf jedes eingeführte zurückweisung der Vlamen zu erzwingen. Diese wollen, sobald Brot 5 Pf. Steuer zu legen. Der Beschluß bedarf der Bestätigung sie das Gewerbe kennen, für 2-3 Fr. Tagelohn arbeiten.. Aus Washington wird gemeldet, daß sich die Gorei'sche verrückte ehemalige Polizist Lämmersdorf noch immer in gefärbte Bünftler zweifellos auch schwarz- roth und grün- weiße Arbeitslosen Armee aufgelöst habe bis auf 88 Mann, In Mainz ist, wie die dortige Boltszeitung" meldet, der des Ministeriums. Da die Bäcker Lausigts als in der Wolle Sprenger ist bis jetzt mehr als eine Woche vergangen und einiges Kopfzerbrechens bedürfen, um über die Antwort, die man die von der Polizei als„ Landstreicher" verhaftet worden wären. Internationaler Tabakarbeiter Kongrek in Basel. Lämmersdorf ist durch nichts gehindert, wenn er will, seine Gedem Stadtrath ertheilen muß, ins Reine zu kommen. Die weiteren Verhandlungen betrafen die Stellung der Tabak waltstreiche fortzusehen. Hätte ein Sozialdemokrat ähnliches be= arbeiter- Organisation zu den politischen Parteien. Der Bericht gangen, er wäre längst unschädlich" gemacht. darüber folgt in der nächsten Nummer des Vorwärts". Heute seien die hauptsächlichsten Beschlüsse geschäftlicher Art furz er vähnt, die bisher gefaßt wurden. noch Gewerkschaftliches. Ausländer = Ueber die Mitgliedschaft an Krieger, Bürger, Parteigenoffen! Parteigeuoffinnen! Am 16. August Schützen oder ähnlichen Vereinen fagt die Elberfelder sind es drei Monate, daß durch den Uebermuth der Brauerei- Auf Antrag Belgiens wurde dem Generalsekretär in Ant" Freie Presse" u. A. Viele unserer Anhänger waren Mit proßen 500 Arbeiter, zum größten Theil Familienväter, welche werpen eine Kontrollkommission, bestehend aus den Vertrauensglieder solcher Vereine, bevor sie die Sozialdemokratie fennen jahrelang in ihrem Arbeitsverhältniß standen, die ihre Gesund männern der Landesorganisation, beigegeben. Der Antrag lernten. Sie wollen nun nicht ohne Weiteres, durch Austritt, heit dem unersättlichen Kapitalismus geopfert haben, auf das Hollands auf Einführung internationaler Reisekarten und gegenauf ihre durch langjährige Beiträge erworbenen Rechte verzichten. Pflaster geworfen wurden, um sie nebst Frau und Kindern ins feitige Rüdvergütung der für fremde Arbeiter verausgabten Sie bleiben deshalb Mitglieder, nehmen aber in der Regel an Elend zu stoßen, um sie dauernd brotlos zu machen. Daß unter Reiseunterstützungen durch die einzelnen Länder wurde abgelehnt. der bürgerlichen Allotria dieser Vereine weniger Theil. Eine diesen Ausgesperrten sich die besten organisirten Parteigenossen Deutschland erklärte, daß ihm schon durch das Vereinsgeseh ver folche Taktik ist zwar nicht zu entschuldigen, immerhin aber zu befanden, ist wohl selbstverständlich, denn diese wollte man ja wehrt sei, einem solchen Beschlusse beizustimmen. Auf Wunsch erklären..... Wir müssen es als eine nicht glückliche Taftit auch in erster Linie treffen. Dieser Brutalität der Brauerproßen, Hollands aber erklärten die Delegirten der verschiedenen Länder, betrachten, wenn die Parteigenossen, wie wir dies schon die wohl einzig in der Geschichte der Arbeiterfämpfe dasteht, daß sie, ohne durch Beschlüsse gebunden zu sein, so wie so häufiger in fleineren Orten gefunden haben, wo im All steht die Opferfreudigkeit des gesammten Proletariats, insbeson- die fast ausnahmslos in ganz ähnlicher wie gemeinen die Scheidung der Geister ja Der ihre unterſtüken, weniger bere die der tlassenbewußten Berliner Arbeiterschaft gegenüber. Weise eigenen Landsleute. eines internationalen stattgefunden hat, als in den größeren Industrieſtädten, Sie schon allein giebt den Ausgesperrten die Bürgschaft, Antrag Hollands auf Gründung über folche einzelne Vorkommnisse lange und breite Debatten daß dieser Riesenkampf zu unseren Gunsten durchgeführt Fachorgans wurde vom Antragsteller zurückgezogen. Die vom heraufbeschwören, z. B. darüber, ob solche Genossen aus dem werden wird, daß den Herrn Ausbeutern ihre Absicht, uns zu Rongreß beschlossene Flugschrift soll in der Schweiz redaktionell Verein oder aus der Partei ausgeschlossen werden sollen. Solche verderben, uns der Hungerpeitsche zu überliefern, zu schanden fertig gestellt und dann zur Uebersetzung und zur Anbringung Debatten müffen naturgemäß nur zu leicht einen persönlichen etwaiger Aenderungen und Zusätze an die Vertrauensmänner der und gehässigen Charakter annehmen und zur Parteienbildung verschiedenen Nationen versandt und dann in den einzelnen innerhalb der Partei führen. Lezteres ist eben unter allen Um Landeszentren auf Kosten des internationalen Fonds gedruckt Ständen vom Uebel und geeignet, den Fortschritt der Partei aufwerden. Dem Generalsekretär der internationalen Organisation zuhalten, mindestens der Partei weit mehr zu schaden, als die wurde eine monatliche Entschädigung von 10 Fr. bewilligt. Als fogenannte Doppelthätigkeit eines Ginzelnen es vermag. Unseres Hauptort der Organisation wurde wieder Antwerpen gewählt. Erachtens ist es in solchen Fällen das Beste, wenn in den Wer Der nächste internationale Kongreß soll in 2 Jahren in London sammlungen darauf aufmerksam gemacht wird, daß ein ziel stattfinden, und die englischen und amerikanischen Tabakarbeiter bewußter Sozialdemokrat allerdings, sofern er nicht in Widersollen vom Generaliekretär zu diesem Rongreß sowie zum Anspruch unit sich selbst gerathen will, solchen bürgerlichen Vereinen schluß an die internationale Organisation eingeladen werden, nicht angehören fann, man hüte sich jedoch vor Ausübung von Zwangsmaßregeln, sofern dieser bürgerliche Verein es nicht notorisch auf die Bekämpfung der Sozialdemokratie abgesehen hat. " " wird. Parteigenossen! Auch die Ausgesperrten haben ihr Solidaritätsgefühl der Berliner Arbeiterschaft gegenüber oft bewiesen und werden es, eingedent der außerordentlichen Opferfreudigkeit, in noch größerem Maße auch ferner beweisen. Aber bie lange Zeitbauer des Kampfes foll die Parteigenossen nicht abhalten, nach wie vor zur Unterstügung der ausgesperrten Brauerei. Arbeiter beizutragen. Hoch die Solidarität! Darum nochmals, Parteigenossen! Gedenkt der ausgesperrten Brauerei- Arbeiter! Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um größtmöglichste Berbreitung dieses Aufrufs ersucht. Die Kommission Depeschen: ( Wolff's Telegraphen- Bureaut.) Samburg, 11. August. Die„ Hamburgische Börsenhalle schreibt: Die Nordatlantic- Dampfer- Konferenz hat gestern in Hamburg getagt. Die damit von Berliner Blättern in Verbindung gebrachten Passagepreis- Erhöhungen sind jedoch gegenstandslos. Es hat sich vielmehr in den Verhältnissen der NordatlanticKonferenz durch die geffrige Tagung nichts geändert. Danzig, 11. Auguft. Der hiesige Polizeidirektor macht be fannt, daß bei einem erkrankten Schlosser aus Althof Cholera festgestellt worden ist. Wien, 11. Auguft. In der galisischen Gemeinde Zaleszczyki ist in den letzten 24 Stunden keine Eifrankung und kein Todesfall an Cholera vorgekommen. Lemberg, 11. August. In der Stadtgemeinde Baleszczyki weht heute die weiße Fahne, weil seit gestern fein CholeraTodesfall vorgekommen ist. Amsterdam, 11. August. Hier sind heute eine choleraverdächtige Erkrankung und zwei Cholera- Todesfälle vorgekommen, in Maastricht zwei Ertrantungen, in Halfweg bei Harlem ift eine ganze Familie bestehend aus den Eheleuten und vier Kindern, an Cholera geftorben; in Harlem und in Zaandam ist je eine Erkrankung vorgefommen. Rotterdam, 11: Auguft. Die Erkrankung an Bord des Rheindampfers" Siegfried" hat sich nicht als cholera asiatica herausgestellt. der Brauer und Brauerei hilfsarbeiter. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Der Redakteur der Bielefelder Volkswacht", Achtung, Vergolder! Der Ausschuß hat im Einverständniß Emil Groth, hat eine 14tägige Gefängnißftrafe angetreten. mit dem Hauptvorstande Fragebogen an die Filialen gefandi, -Wegen Beleidigung des Fabrikanten Fiedler war der um, da durch verschiedene Umstände aus der letzten statistischen Redakteur des" Sächsischen Voltsblatt", H. Reiher, Erhebung kein übersichtliches Resultat zu erzielen war, eine neue in einer Privattlage vom Schöffengericht in Crimmitschau zu Statiftit aufzunehmen. Auf den Werth einer zuverlässigen Stadrei Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Seine Berufung tistit wollen wir an dieser Stelle nicht eingehen, indem wir vor Dagegen ist jetzt vom Zwickauer Landgericht verworfen worden. aussehen, daß derselbe den meisten Arbeitern bekannt ist. WorDie Mannheimer Bolts stimme" hat 50 m. auf wir mit diesem Aufruf hinzielen, das ist, es den einzelnen ans Herz zu zu legen, ohne Geldstrafe zu zahlen, weil sie den antisemitischen Reichstags- Kollegen recht deutlich Abgeordneten Liebermann von Sonnenberg„ beleidigt" hat. Dieser Scheu wahrheitsgemäß die einzelnen Fragen zu beantworten. höfliche Mann hat bekanntlich noch niemals jemand beleidigt, An die Kollegen, welche in Möbelfabriken, bei Malern u. s. w. nicht einmal die Juden. Es begreift sich daher, daß er in arbeiten, richten wir das Ersuchen, sich die nöthigen Fragebogen hervorragendem Maße dazu berechtigt ist, auf irgend einen An- von E. Köpnic, Schillingstraße 30 a, abzuholen. Insbesondere alle Nichtmitglieder fordern wir auf, sich unbedingt an dieser griff mit einer Beleidigungstlage zu antworten. Gegen die Auflösung der Turnabtheilung des Volts: Statistit zu betheiligen, denn ein vollständiges Bild unserer VerBildungsvereins in Wurzen und gegen das damit verknüpfte hältnisse läßt sich nur gewinnen, wenn alle Kollegen ohne AusBerbot bes Turnunterrichts überhaupt hatte der Vorstand dieses nahme die Fragebogen gewiffenhaft ausfüllen. Die Fragebogen Bereins bei der Leipziger Kreishauptmannschaft Beschwerde ge- find so schnell wie möglich an den Unterzeichneten oder in den führt. Diese hat jest entschieden, daß die Auflösung der Turn Bablstellen mindestens bis zum 1. September ausgefüllt abzuabtheilung zu Recht geschehen sei, weil sich die Turnabtheilung liefern. Die Ortsverwaltung der Filiale Berlin J. A.: Emil auch mit anderen als Turnangelegenheiten befaßt habe; das Verdes Verbandes der Vergolder c. bot des Turnunterrichts getraute sich die genannte Oberbehörde Schmidt, Mustauerfir. 37, 4 Tr. aber doch nicht zu bestätigen. Eie hob es auf und so dürfen im An die Porzellan, Galanterie Galanterie und Glasmaler Wurzener Bolts- Bildungsverein künftig wieder, unter Aufsicht Berlins! Die Galanteriemaler haben beschlossen, an die des Vorstandes, die Geheimnisse der Kunst des Altmeisters Jahn Fabrikanten mit der Forderung heranzutreten, ihnen eine neungelehrt werden. ftündige Arbeitszeit und für den Durchschnittsarbeiter einen Nach der Verfassung des Großherzogthums Hessen können Minimallohn von 45 Pf. pro Stunde zu gewähren. Am 30. Juli die hessischen Staatsangehörigen jeder Zeit und an jedem Orte sind diese Forderungen an 70 Unternehmern versandt, von denen sich versammeln und ihre Angelegenheiten öffentlich verhandeln 37 die Forderung anerkannt haben und zwar gehören hierzu die und zum Ausdruck bringen. Trozdem untersagte ein Gendarm bedeutendsten größeren Malereien. Die Selbständigen haben sich in Klein Steinheim beim Stiftungsfest der Gesangs- gleichfalls bereit erklärt, unsere Bewegung zu unterstüßen. Paris, 11. August. Der Appellhof von Paris beschloß, die abtheilung des Sozialdemokratischen Vereins jede politische An- Andererseits fönnen wir mittheilen, daß zwei Maler bei der Verfolgung des Intransigeant" wegen eines vorgestern in demsprache, und zwar, wie er erklärte, im Auftrage des Kreisamts. Firma Hase entlassen sind, weil sie eine Lohnerhöhung forderten. selben erschienenen Artikels, durch welchen die augenblicklich dem Der Vertrauensmann Orb hat nun unter Berufung auf jene Sollte uns ein Kampf aufgedrungen werden, so rechnen wir auf Schwurgericht angehörenden Richter beleidigt wurden, in corpore Gesetzesstelle das Kreisamt ersucht, den Gendarmen zu rektifiziren. das Solidaritätsgefühl unserer Berufsgenossen. Karl Hugl, zu beantragen. -Desterreichisches. In Prag untersagte, wie eine Brigerstr. 42. Wolff'sche Depesche meldet, die Polizei dem„ Politischen Arbeitertlub" die Fortseßung seiner Thätigkeit. In Erlangen ist auf Anregung der dortigen Zahlstelle des Ungarisches. In Budapest, gelegen im Lande der deutschen Holzarbeiterverbandes fast in allen Schreinermert. freien" Magyaren, wurde der Redakteur der Voltsstätten von den Meistern die zehnstündige Arbeitszeit einftim me" verhaftet, weil er„ aufreizende Agitation" getrieben geführt worden. haben soll. Infolge der Verhaftung, werden am 19. August 30 Arbeiterversammlungen abgehalten, worin auf die Frage Antwort gegeben werden soll: Wie behandelt man die Arbeiter in Ungarn? Kopenhagen, 11. Auguft. Der Führer der radikalen Oppo fition des Folkething, Brandes, begründet die Niederlegung seines Reichstags- Mandates mit dem Hinweis auf die Zwietracht zwischen den Gruppen der Oppositionspartei, durch welche eine Wiederaufnahme des Streites mit Aussicht auf Sieg binnen absehbarer Zeit unmöglich sci. Paris, 11. August. In dem Anarchistenprozeß sind noch etwa zehn Plaidoyers zu erledigen, die weitere Berhandlung wurde deshalb vertagt. Paris, 11. Auguft. Die Kommission für Erfindungen hat gestern Turpin sämmtliche Gegenstände wieder zugestellt, die sich auf seine Erfindung beziehen. Die Angelegenheit bleibt Zuzug ist fernzuhalten: von Bandagisten und daher Turpin allein überlassen. Der Präsident Casimir and schuhmachern nach Berlin, Papajewsky; von Belour Perier wird morgen in Pont- sur- Seine die belgischen Delegirten, Webern nash Berlin, bei G. Feibisch, Adresse: Julius Janz, welche mit den Unterhandlungen bezüglich der Kongofrage Königsbergerstr. 35; von Tischlern nach Bremen( Schulze's beauftragt sind, empfangen. Der„ Temps" glaubt, daß die Werkstätte), Delmenhorst, Laage i. M., Rabenau, Wilhelmshaven, Unterhandlungen zu einem befriedigenden Ergebnis führen Bieliz- Biala; von Bürstenmachern nach Budapest; von würden. Nach einer Depesche aus Annecy wurden dort bei Formern nach Stiel; von Klempnern nach Dortmund, wo einer Haussuchung in der Wohnung eines Anarchisten Namens ein Streit in Aussicht; von Töpfern nach Rostock und( von Schumacher anarchistische Schriftstücke aufgefunden. Arbeitszeit und Arbeitsleistung. Daß die Verkürzung Werkstubenarbeitern) nach München; von Zabatarbeitern Madrid, 11. Auguft. Unter den maroffanischen Stämmen der Arbeitszeit wenigstens in Gewerben, wo lange Arbeitszeit Regel ist, eine Verminderung der Produktion nach Lieguiz( Dehmel), von Steinfegern nach Stettin; von Steinfegrammern nach Königsberg i. Pr.; von 3im nach sich zieht, wird wieder durch zwei amtliche Beugnisse be merern nach Bremen( Brückenbau); von Seilern nach wiesen. Der Gewerbe Aufsichtsbeamte im Unter- Elsaß schreibt in seinem Jahresbericht für 1893: Im Jahresbericht Schlotheim i. Th. die Soziale Uebersicht. = in der Umgebung von Mazagan herrscht nach hier eingegangenen Meldungen eine nicht unbedeutende Bewegung. Der Gouverneur befürchtet einen Angriff. Die europäische Kolonie bittet um Ent. sendung von Kriegsschiffen. # New York, 11. August. Nach einer Meldung der„ NewWork World" aus Caracas haben die Aufständischen die Res gierungstruppen im Norden von Bolivar geschlagen und dens jelben bedeutende Verlufte beigebracht. für 1891 wurden einige Erhebungen über den günstigen Erfolg leber 17 000 Mitglieder hat jetzt der sächsische der Einführung einer um 1/12 verkürzten Arbeitszeit angeführt. Berg arbeiter Verband. Je toller man gegen die Dr Seitdem ist in einigen Betrieben, welche unter ihrer Belegschaft ganisation wüthet, um so kräftiger wächst sie. einen erheblichen Prozentsatz von Arbeiterinnen haben, Aus dem Senftenberger Revier wurde der Märkischen New York, 11. August. Bei einem Eisenbahn- Unglück, alle elfstündige Arbeitszeit für einErwachsenen Boltsstimme" berichtet: In Meuro haben am Sonntag Morgen welches vorgestern Abend bei Lincoln in Nebraska fich ereignete, geführt worden, und damit Gelegenheit zu weiteren Er- ein berittener und ein Fußgendarm sowie der stellvertretende wurden 24 Personen getödtet. Ursache des Unglücks war die fahrungen gegeben. Heute liegt nun das zahlenmäßige ErOrtsvorsteher bei dem Delegirten zum internationalen Berg- böswillige Entfernung einer Schiene. Als des Berbrechens ver gebniß der Erfahrungen aus einer großen Baumwollweberei vor. Diese schränkte mit dem 1. April 1892 die Arbeitszeit allgemein arbeiterkongres E. Bobl eine refultat lose aus dächtig wurde ein Neger verhaftet. such ung nach dem Mitglieder Verzeichniß des ( Depeschen- Burean Herold.) von 12 auf 11 Stunden ein, dabei blieb die Leitung der Fabrit Bergarbeiter Verbandes vorgenommen. Mitgenommen in den gleichen Händen, die Webstühle und deren Gang wurden die Bücher: Bebel's" Frau" und das Kegel'sche Lieder- beck entgleifte ein Güterzug. Die Lokomotive überschlug sich. Brüffel, 11. Auguft. Zwischen hier und der Station Schaer geschwindigkeit, die Fabritate, abgesehen von der Verwendung buch, sowie die Sammelliste Nr. 191 für die Deister Berg Der Heizer wurde lebensgefährlich verletzt; ein Maschinist ver festerer Garne, und die zugehörigen Affordsätze wurden nicht verarbeiter. Aus fünf Quittungsbüchern, die sich Pohl angelegt, brannte im Feuer total. Man glaubt, daß ein anarchistisches ändert; gleichwohl stellte sich keine Verminderung, sondern eine haben die Haussuchenden die Namen notirt. Daß die Beamten Attatat vorliegt. Die Ostender Züge nach Deutschland haben Theil erhöhter Güte der Arbeit heraus; die Leistung der Arbeiter so schlecht unterrichtet find, Bücher zu konfisziren, die ungehindert viers bis fünfstündige Verspätung, da die Geleise gesperrt sind. heißt es in dem Bericht des Gewerbe Inspektors im Ober- nicht davon, daß sie sich groß um die Liste der verbotenen und Petersburg ein lebhafter Depeschenwechsel statt. Wie es Elsaß: Als Beweis, wie wenig durch die verkürzte Arbeitszeit aus den Privatbüchern des Genossen Pohl mit dem Gesetz in heißt, habe sich die französische Regierung mit der russischen verdie Produktion in Webereien verringert worden ist, dienen die feiner Weise in Einklang zu bringen sein, da nach§ 110 der ständigt, daß die Flotten beider Länder in Korea gemeinschaftlich Angaben einer Weberet mit 80 Webstühlen. Daraus geht hervor, Strafprozeßordnung eine Durchsicht der Papiere des von der vorgehen werden, falls eine andere Macht eine Aenderung der daß im Jahre 1889 bei der I angen Arbeitszeit die Produktion auf keinen Fall größer, sondern kleiner gewesen ist als im Haussuchung Betroffenen nur dem Richter zusteht, oder wenn gegenwärtigen dortigen Lage zum Nachtheil Rußlands herbeider Inhaber dies gestattet. Das letztere ist hier aber absolut führen sollte. Jahre 1898. nicht der Fall. Wir werden ja sehen, wie die vorgesezte Behörde die Handlungswetse der Beamten beurtheilen wird. Es ist eben noch eine Lücke in unserer Gesetzgebung, daß die Beamten für derartige Handlungen nicht hajtbar gemacht werden begeht aber eine Privatperson aus Untenntniß der zahlreichen Strafparagraphen eine strafbare Handlung, dann heißt es: Un fenntniß der Geseze schüßt nicht vor Strafe. war infolge der Verkürzung der Arbeitszeit gestiegen. Ferner Die Berg Gewerbegerichte für Schlesien beginnen ihre Thätigkeit am 1. September d. J. Die Stadtverordneten Wurzens hatten es abgelehnt, dem vom Stadtrath für die" höhere Töchterschule", eine Privat anstalt, bewilligten Zuschuß von 2000 m. zuzustimmen. Die Kreishauptmannschaft in Leipzig gab auf die Beschwerde des Stadtraths den Stadtverordneten Recht; das nunmehr angerufene Ministerium aber bestimmte, daß die Privatschule die 2000 m. zu erhalten habe. Bücher bekümmert haben, ebenso dürfte das Notiren der Namen Die Tischler Budapest's haben den Streit begonnen, da ihnen ihre Forderungen nicht bewilligt wurden. Zuzug ist aufs strengste fernzuhalten. Paris, 11. August. Aus den Bezirken von Rheims, Epinay und Chalons wird gemeldet, daß die Reblaus in verschiedenen Orten aufgetreten fei. Paris, 11. August. Hier zirkulirt das Gerücht, die Polizei habe eine anarchistische Geheimdruckerei entdeckt und eine große Anzahl Flugschriften konfiszirt. Mehrere Personen sollen ver haftet worden sein. Die Polizei verweigert jede Auskunft. Rom, 11. Auguft. Die Blätter besprechen die Arbeiten des Ausschusses, welcher am welcher am Montag behufs Untersuchung des Verhaltens der Behörden im Banca Romanaprozeß zusammentritt. Man erwartet standalöse Enthüllungen. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Druck und Verlag von Waz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 186. Sonntag, den 12. August 1894. Arbeiter! Varteigenossen! 11. Jahrg Die Einigungsversuche vor dem Gewerbegerichte find an dem Widerstande des Bier- Ringes gescheitert. Der barbarische Akt des kapitalistischen Uebermuths, die unerhörte Maßregelung der völlig schuldlosen Brauereiarbeiter ist nicht zurückgenommen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Bierproken die einzig mögliche Antwort ertheilt. In zweiunddreißig großen Volksversammlungen ist der Bierboykott auf sämmtliche Ringbranereten ausgedehnt worden. Arbeiter! Parteigenossen! Eure Ehrenpflicht ist es, nicht zu dulden, daß Hunderte von Klassengenossen der Unternehmer- Willkür zum Opfer fallen, daß der Brauerring in brutalster Weise seine ökonomische Macht mißbraucht. Zum Kampfe gedrängt wird die Arbeiterschaft Berlins ihre gerechte Sache mit aller Energie führen und mit rücksichtsloser Entschlossenheit diejenigen Mittel anwenden, welche den Sieg verbürgen. Arbeiter! Parteigenossen! Sorgt dafür, daß nirgends Ringbier getrunken wird. In keinem Hause, in keiner Werkstatt, bei keinem Ausfluge darf ein Tropfen Boykottbier getrunken werden. Alle Feste und Vergnügungen in Lokalen, in denen Ringbier geschänkt wird, sind zu unterlassen; alle etwa bereits getroffenen Verabredungen rückgängig zu machen. Den Gastwirthen muß klar gemacht werden, daß sie zu wählen haben zwischen der Kundschaft der Arbeiter und der Gunst der Bierproben. Wir wollen jede Schädigung der Gastwirthe vermeiden, indem wir dieselben auffordern, sich Bier aus boykottfreien Berliner oder auswärtigen Brauereien anzuschaffen, dann werden die Arbeiter nach wie vor bei ihnen verkehren. Weder Maßregelungen noch Saalsperre schrecken uus; wir kennen keine Furcht und wissen, daß an der Solidarität der Arbeiter das Unterfangen des Brauerrings scheitern wird. Mit unbeugsamer Entschlossenheit halten wir den Boykott über lämmtliche Ringbrauereien so lange aufrecht, bis unsere gerechten Forderungen erfüllt sind. Arbeiter Berlins, thut Eure Pflicht, meidet das Ningbier und die Lokale, in denen Euch Boykottbier vorgesetzt wird. Und auch Ihr, Arbeiter und Parteigenoffen in Deutschland, helft uns, indem Ihr kein Bier aus den boykottirten Brauereien Berlins trinkt. Der Boykott, dessen Ende nicht abzusehen, ist den Berliner Arbeitern durch einen Akt unerhörter Brutalität aufgezwungen. Wir appelliren an das Ehrgefüh aller klassenbewußten Arbeiter und wissen, daß ihre Solidarität sich stärker erweisen wird als die Zufallseinigkeit des dividendenlüsternen Unternehmerthums. Vorwärts, Arbeiter und Parteigenossen! Trinkt kein Boykottbier! Meidet die Lokale in denen Ringbier ansgeschänkt wird! Kauft kein Flaschenbier, welches aus Ringbrauereien Stammt. Letzteres empfehlen wir besonders den Frauen zur Beachtung. Die Boykottkommiffion. Hoch die Solidarität der Arbeiter! Boykottirt sind die folgenden, dem Ring angehörenden Brauereien: Aktien- Brauerei Friedrichshain, Berlin. Aktien- Brauerei- Gesellschaft Friedrichshöhe, vorm. Patzenhofer, Berlin. Attien- Brauer ei- Gesellschaft Moabit, Berlin. Attien- Gesellschaft Schloßbrauerei Schöneberg, Schöneberg. Bergschloß- Brauerei, Attien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Bockbrauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Kronen- Brauerei, Attien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Unions- Brauerei, Berlin. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch, Berlin. Brauerei Oswald Berliner, Berlin. Brauerei Julius Bözow, Berlin. Brauerei Borussia, Attien- Gesellschaft, Niederschönweide bei Johannisthal. Brauerei Gambrinus, Aftien- Gesellschaft, Charlottenburg. Brauerei Carl Gregory, Berlin. Brauerei F. Happoldt, Berlin. Brauerei Königstadt, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Brauerei Pfefferberg, vorm. Schneider u. Hillig, Berlin. Brauerei A. Werm, Berlin. Bürgerliche Brauerei, Berlin. Bürgerliches Brauhaus, Otto Müller, Berlin. C. Habel's Brauerei, Berlin. Gebrüder Josty, Berlin. Norddeutsche Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Schultheiß' Brauerei, Aktien Gesellschaft, Berlin, Abth. I Schönhauser Allee. desgl. Abth. II Tivoli. = Brauerei Schweizergarten, Berlin. Tokales. Aber Herr Happoldt! Wie der Bierboykott wirkt, davon legt folgendes Schreiben des Millionärs Happoldt beredtes Zeugniß ab: Berlin, den 3. August 1894. Herrn Brauerei- Besitzer Fr. Neichenkron. Charlottenburg. In meiner Eigenschaft als Vorsitzender des Vorstandes des Verbandes Berliner Brauereien und im Auftrage dieses letzteren überreiche ich Ihnen in der Anlage ein Verzeichniß derjenigen Gastwirthe, welchen Sie nach den vorliegenden Anzeigen der 7 boyfottirten Brauereien in der Zeit vom 17. Mai bis 30. Juni cr. Ihrerseits Bier geliefert haben, nach dem Sie erfahren hatten oder bei ordnungsmäßiger Erkundigung hätten wissen müssen, daß diese Gastwirthe Kunden boykottirter Brauereien im Sinne der Verbandssazungen sind. Ferner mache ich Sie darauf aufmerksam, daß Sie gemäß § 3 Absatz 1 der Verbandsfagungen die Verpflichtung hatten, die Ihrerseits geschehene Bierlieferung an Kunden boykottirter Brauereien dem Vorstande anzuzeigen; dieser Verpflichtung sind Sie bis zum heutigen Tage noch nicht nachgekommen. Auf grund des§ 3 des Verbandsstatuts haben Sie 4 M. für jede Tonne bezw. 3,20 m. für jeden Hektoliter Bier, welche Sie an die Kunden der boykottirten Brauereien geliefert haben, zu zahlen, und ersuche ich Sie daher laut beifolgenden Berzeichnisses, an die Spandauerberg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei zu zahlen. Charlottenburg. Vereinsbrauerei Nixdorf. Versuchs- und Lehrbrauerei, Berlin. Bittoria- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Germania- Brauerei, David u. Martin, Berlin. Brauerei Stralau. Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, lottenburg. Friedrich Reichentron, 1. Brauerei Karl Grogory für F. Happoldt 123 2. 3. " 57 t. 228, 2901/2 t. 1162, " Schultheiß I Schultheis II " 67 t. 268, 245/8 hl. 78,80 " 11 2177/8 t. 871,50 " 2492/8 hl. 797,60 " 4. Spandauerberg- Brauerei 5. Böhmisches Brauhaus 241/2 t. 966, 6. Vereinsbrauerei 7. Schloßbrauerei Schönebg., 5381/8 hl. 2152,50 10 Kein gefärbtes Waffer. Einen erheiternden Anblick ges nossen am Sonnabend Morgen furz nach neun Uhr die Passanten der Kommandantenstraße. In voller Fahrt rasselte ein schwer beladener Bierwagen des berühmten Hoflieferanten Böhow dahin. Kein einziges Faß auf dem Wagen war leer, alle trugen das braune Naß in sich, das während des Boykotts gut ablagern konnte und nach den Versicherungen der staatserhaltenden Presse auf den Philister eine weit größere Anziehungskraft ausübt, als felbst das Hacker- und Tucherbräu. Da passirte mit einem Male ein Unglück: der Spund eines großen Faffes war losgegangen und das schäumende Bier ergoß sich in dickem Strom auf die Straße. Bier? Aber ja, was war denn das? Das Bier war ja ungefärbt, flar, wasserklar, es war Wasser, bestes Wasser, reinstes Waffer, Wasserleitungswasser, wie Palmatika im Bettelstudenten sagt. Man kann sich das Halloh denken, das unter den Straßenpaffanten entstand, den Spott der Arbeiter und die verdußten Gesichter der wohlbeleibten Ringfreunde. Selbst der Führer des Bier Pardon, Wasserwagens der Firma Bötzow besaß Humor genug, vor dem Hause Nr. 11 in der Kommandantenstraße sein Gefährt anzuhalten und dem zahlreich versammelten Publikum die beschwichtigende Versicherung zu geben, daß der edle Trunk, der sich in den Fässern befinde, nicht an die Kunden, auch nicht nach Hofe, sondern an die Brauerei geliefert werden solle, wo der Herr Hoflieferant Bö how es erst färben werde! Indem ich die Geltendmachung aller weiteren Rechte des allen Seiten sprangen die dienstbeslissenen. Kellner, ob des in Verbandes gegen Sie dem letzteren vorbehalte, zeichne ich Hochachtungsvoll Max Happoldt Vorsitzender des Vorstandes des Vereins der Brauereien Berlins und der Umgegend und Verbandes Berliner Brauereien. Also in 6 Wochen hat allein eine boyfottfreie Brauerei um die Tonne zu 20 M. gerechnet 33 705 M. den Sting geschädigt? Das freut uns. Herr Happoldt verlangt von Reichen fron Ersatz von 6524,40 M. Aber Herr Happoldt, hat denn der Boytott auch auf das Rechtsverständniß des Rings gewirkt? Char- Beiß der Ring wirklich nicht, daß sein Anspruch gegen Reichenfron ein total hinfälliger ist? Sollen wir dem Ring einige Reichsgerichtserkenntnisse zur Verfügung stellen oder zieht er es vor, sich durch unseren Brieffanen Auskunft über die Rechtsungiltigkeit von Erpressungsverträgen zu holen? Dann bitte, legen Sie Ihren Anfragen die Abonnements quittung bei. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kinz u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Exportbrauerei Nathenow, Niederlage bei May Denn hardt, N.W., Hannoversche Straße 18a. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. dem Urtheile mancher Spießbürger soll das Bier der nicht dem Das sanre Boykottbier. Eine lustige Geschichte. Nach Ring" angehörenden Brauereien deshalb gesundheitsschädlich" sein, weil es zu früh zum Verkauf gebracht wird, wo hingegen das alte abgelagerte Ningbier, grade watt Schönet" wäre. Wohl in Voraussetzung des Letzteren begaben sich am Dienstag Nach mittag eine Anzahl Meister, Komtorbeamten und auch einige fromme" Arbeiter der großen Lampenfabrik von Wild u. Wessel, Prinzenstr. 26, nach der Beerdigung des Klempners Kerbs vom Neuen Jakobikirchhof in Briz aus nach der „ Nixdorfer Vereinsbrauerei", um sich zu stärken. Ach die Aermisten, sie wurden bitter, vielmehr fauer enttäuscht. Von jetziger Zeit in diesem Lokal seltenen Besuches auf's Höchste überrascht und erfreut herbei, und bald stand der gewünschte„ Stoff" vor den Gästen. Profit! scholl es von Mund zu Mund, doch auf einmal ward es still über den Gewässern, Einer sieht den Andern fragend an, ja, was ist denn das? Das Bier ist ja sauer und es wegsprudelnd schreien sie durch= einander: Kellner, schnell anderes Bier!" Unter allen möglichen und unmöglichen Entschuldigungsgründen werden die Gläser von den Kellnern fortgeräumt, das Bierfaß zugeschlagen und ein neues angestochen". Unterdessen tröstet sich die Tischgesellschaft mit Aeußerungen: Na, es kann ja Jeder einmal rinfallen", nur gut, daß die Rothen( die übrigen Arbeiter der Fabrif) schon längst vorüber sind u. f. w. Die zweite Lage" tommt." Hoffentlich entschädigt sie uns! Profit! Wohl be fomm's!"" Man trinkt und wieder dieselbe Geschichte; das Bier war wieder sauer. Nun war der Humor vorüber, Alle standen auf und gingen jedenfalls zum Sanitätsrath Happoldt. Giner fonnte es doch nicht über sich bringen, das ihnen passirte Malheur anderen Tags einem Kollegen auszuplaudern und jetzt erzählt sich die ganze Stadtgegend von dem Reinfall der Angestellten von Wild u. Wessel mit dem sauren Bier der boykottirten Vereinsbrauerei in Rixdorf. An die Gastwirthe Berlins und Umgegend! Um den regelmäßigen Bedarf an Bier seitens der Gast- und Schankwirthe Berlins und Umgegend zu decken, haben die verschiedenen außer dem Ring befindlichen Brauereien von auswärts selbst hier Niederlagen von ihren Bieren eingerichtet. Die unter Niederlage bei zeichnete Kommission glaubt, daß dadurch ein jeder Gast- und Eine Aktie gefällig? In der gegenwärtigen Zeit des Schankwirth, der seine Gäste befriedigen und denfelben ring- Bierkrieges ist es leicht begreiflich, daß die Machinationen Frankfreies Bier verabfolgen will, dazu in der Lage ist, umfomehr als der Brauereien im Vordergrunde des öffentlichen Interesses wiederum zwei außerhalb bestehende Brauereien hier Niederlagen stehen und daß Vorkommnisse an Bedeutung gewinnen, die eingerichtet haben. Verhältnissen einer größeren eSollten dennoch unpünktliche und unregelmäßige Lieferungen achtung sich entziehen würden. Unter diesen Umständen erheischt von Bier vorkommen, so ersucht die Kommission, alle Beschwerden auch ein größercs Interesse folgende Börsennotiz: an die unten genannten Adressen zu richten, wonach dann das Weitere veranlaßt wird. Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), furt a. D. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Berg- Brauerei, Brandenburg. Vertreter: H. Wolff, N., Dragonerstr. 31. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: Max Fleischer, Reichenbergerstr. 155. Bürgerliches Brauhaus, Hamburg Gilbed, Rellerei und Niederlage, SW., Berlängerte Trebbinerstr. 7. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage G. Spiekermann, Weberstr. 66. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, Mühleustraße 49a Norden. Sche b 3, Reinickendorferstr. 7; Haferlandt, Bellermannfir. 87. Osten. Lorena, Koppenstr. 47; Tempel, Langestr. 65; Wilfe, Andreasstr. 26; Spietermann, Weberstr. 66; Stabernad, Mühlenstr. 49a. Süd- Ost. Köhn, Naunynstr. 83; 3ubeil, Naunyn ftraße 86; ente. Gr. Frankfurterstr. 78 und Naunynstr. 86. Süden und Westen. Schon heim, Gräfestr. 8. Charlottenburg und Schöneberg. Wernicke, Charlottenburg, Krummestr. 19. unter normalen 4proz. Anleihe der Brauerei Paßenhofer Berlin. Die Attien Brauereigesellschaft Friedrichshöhe vorm. Pazenhofer hat eine 4 proz. Anleihe 1 Million Mark Nominal freirt, die an der Berliner Börse freihändig zur Begebung gelangen soll. Die Patzenhofer Brauerei ist bekanntlich diejenige, welche sich durch ihre tilligen Bierausschänke sehr bekannt gemacht hat. Ihr Bier hatte in Berlin eine weite Verbreitung gefunden und erfreute sich einer besonderen Beliebtheit. Da kam der Bier boykott und nunmehr die Millionenanleihe! Sollten beide in Wechselbeziehung zu einander stehen? Jedenfalls ist jetzt allen Brauereischwärmern willkommene Gelegenheit geboten, ihre Die Absage der Weißbierbrauereien an den Ring, der von den ersteren nichts mehr und nichts weniger verlangt, als zu seinen Gunst en die Existenz aufs Spiel zu stellen, macht die Deutsche Brauindustrie" zum Gegenstande einer Betrachtung, in welcher der folgende Absatz, an die Adresse des Ringes gerichtet, auch für die Leser des Vorwärts" von Interesse sein dürfte. = | platonische Liebe durch die That zu beweisen. Gine Attie| genossen folgen ihm- so weit ihr Athem und ihr Kapital bem einen Bahnhof bekommen die Dienstleute 10 Stück für 10 Pf., gefällig? reicht. Angesichts dieser Entwickelung noch an gemeinſame auf dem andern, z. B. auf dem Lehrter Bahnhof, sind sie geInteressen" zu glauben, ist wahrhaftig nicht so leicht. Auf die zwungen, gleich für 50 Pf. zu kaufen! Dann sind auf dem einen Beantwortung der Frage, was die Rolle, ausschließlich zum Bahnhof die Scheine zum Aufkleben eingerichtet, auf dem anderen Subm des großen Rösicke zu arbeiten, eigentlich für Berlockendes dagegen nicht, so daß der Diensmann gezwungen ist, fich einen Kleistertopf zu halten. Aus dieser Verschiedenartigkeit der Verbat, kann man einigermaßen gespannt sein. hältnisse entstehen für die Tienftlente selbstverständlich abermals allerDen Parteigenossen zur Nachricht, daß der Schankwirth band Unzuträglichkeiten. So wurde am 2. d. dem Dienstmann S. Kreifel, Claudiusiraße 20, von der Liste des ersten Nr. 150 auf Bahnhof Friedrichstraße ein Musterkoffer, den er Wahlkreises zu streichen ist, da derselbe wieder boykottirtes abgeben wollte, nicht abgenommen, weil der Aufbewahrungsschein, ... Troßdem suchen die Ringbrauereien die gewünschte Bier verschänkt. der auf dem genannten Bahnhof furz zuvor gekauft worden war, Solidarität zu erzwingen und greifen dabei zu allen mög. Tempelhof. Aus der Liste derjenigen Wirthe, welche nicht aufgeklebt war. Erst nachdem sich der Dienstmann beschwert lichen Mitteln, für die sie in der Tagespresse und leider auch in cinem Theil der Fachpresse Gehör finden. So kann man in der boykottfreies Bier ausschänken, ist der Restaurateur Fischer, und darauf hin Kleister zum Aufkleben erhalten hatte, wurde der Großbrauer Zeitung, der Allgemeinen Brauer- und Hopfen- Berlinerstr. 41, zu streichen, da derfelbe wieder Ringbier vers Koffer ihm abgenommen. Darüber war dem Mann aber eine Zeitung"( Nr. 88) lesen:" Dr. Wallburg stellte sich unter die zapft. Ferner machen wir die Parte genoffen Berlins darauf volle Stunde Beit ungenützt verloren gegangen. Vm 6. d. stand Kontrolle der Sozialdemokraten." E3 lag aber Herrn Dr. Wall aufmerksam, daß der Wilhelmsgarten"( früher Nieke), Berliner ein Dienstmann mit einen Koffer auf der Abfahrtseite am Lehrter Bahnhof von früh bis Nachmittag, weil er feinen Aufbewahrungsburg, Brauerei Müggelschlößchen Müggelschlößchen( Wallburg u. Janssen), straße, gesperrt ist. Die Lokalkommission für Tempelhof. schein hatte. Der Aermite hatte von der Neueinrichtung keine nachdem ihm der Vorwurf in der Tagespresse gemacht Nachtrag. In Wilhelmsberg, Kreis Niederbarnim, Ahnung gehabt und geglaubt, daß noch das alte, gute und einwar, er beziehe Nachts heimlich Bier aus dem Böhmischen schänkt auch die Wittwe S ch nich boykottfreies Bier. alisonfache Berfahren mit den Tagesmarken üblich sei. Warum den Brauhause in Berlin, in Berlin, doch nur daran, zu beweisen, Achtung, Schöneberg! Folgende Wirthe sind noch in der Dienfimännern auf diese Weife ihr wahrlich nicht leichter Erwerb daß er kein fremdes Bier als eigenes verkaufe. Konnte Herr Liste nachzuwagen: F. Muste, Groß- Görschenstraße Nr. 8; noch immer mehr erschwert wird, das ist auch eins der vielen Dr. W. denn auf andere Art den unlauteren Verleumdungen Senftleben, Gedanstr. 48; Bischoff, Afazienftr. 14; ungelönen Räthsel aus dem Reiche Thielen. entgegentreten? Daß Herr Dr. W. Vorsitzender des Vereins der Winkel, Golsfir. 31; Berg, Nollendorfftr 27; Werth, mittleren und kleinen Brauereien der norddeutschen Brausteuergemeinschaft ist, hat doch wahrlich mit seiner Rechtfertigung nichts zu thun. Herr Dr. W. vertritt den richtigen Standpunkt und jeder mittlere und fleine Brauer in der Provinz sollte sich an ihm ein Beispiel nehmen." Auch diese Auslaffung, die wir wörtlich zilirt haben, um keine Mißdeutung aufkommen zu lassen, läßt ahnen, daß in der That der Ring verzweifelte Anstrengungen macht, die unabhängigen Brauereien in sein Netz und damit ins Verderben zu ziehen; Aussicht auf Erfolg hat dieses edle Bestreben momentan weniger wie je. Hauptstr. 142. zu streichen ist das Lokal Hauptstr. 22, ba bort ein neuer Wirth, ber Boykottbier schänkt. Gerner machen wir noch darau aufmerksan, daß uns in Schöneberg nur der Saal und Garten von Keßner, Grunewaldstr. 110, zur Verfügung steht. Die Lotalfommission von Schöneberg. J. A. Schubert. 3 Eine größere Betriebsstörung entstand am Freitag Abend gegen 9 Uhr auf der Stadtbahn. Um dieſe Zeit bemerkte ein stange des Geleises Nr. 1 an der Ausfet gesprungen sei und Stationsbeamter des Bahnhofs Charlottenburg, daß eine Sperr hierdurch der gerade eingelaufene Zug, Zoologischen Garten fommend, sobald er die Weiterfahrt nacy Westend antrat, zur Entgleisung gelangen mußte. Der Verkehr blieb bis zur WiederZum Bergmannsfest in Rüdersdorf. Folgende Wirthe herstellung der Geleise, die etwa eine Stunde in Anspruch nahm, chanan boyfottfreies Bier aus: Kaltberge Riders gesperrt. Die sämmtlichen Stadtbahuzüge erlitten dadurch eine oorf: höppen, Wagner, Hennig, Hildebrandt, größere Verspätung. Förster, Fellinger, Mary, Geschw. Erpel; Die„ Berliner Neuesten Nachrichten" theilen mit, daß Zur Interessengemeinschaft". Wer die eigenartige Woltersbur: Gillmann; Woltersdorfer Schleuse: die alte Frau", deren vermuthlichen Besuch in der Redaktion Stellung mancher Gastwirthe so recht würdigen will, muß sich Holldorf. Tiejenigen Schankbuden, welche kein boykottiries des Bismarck Reptilchens wir fürzlich avisirten, bei ihnen erauch vergegenwärtigen, in welcher Position sich dieselben vor Bier schänken, sind mit Plakaten der Ezel'schen Brauerei ver- fchienen sei. Wo der Kinderschänder und Begründer der„ Neuesten Beginn des Boykotis gegenüber den Brauereien befanden. Die sehen. Die Lokal- Kommission. J. A.: E. Neumann. Nachrichten", Herr Sternberg, sich jetzt aushält, hat die„ alte wiederholten Versuche der Gastwirths- Bereinigungen, die groß- Glänzendes Elend. Die Konfektionsfirma Stein und Frau" nicht mitzutheilen vermocht. mächtigen Brauer zu einer Regelung des Flaschenbier- Geschäites Philippson, Kronenitr. 89 40, beschäftigte vom April bis jetzt einen Das Passage Panoptikum, dessen rührige Direktion, wie zu veranlassen, wurden in den meisten Fällen brüsk abgelehnt, kommis, der auch bei ihr gelernt bat, für einen Monatsgehalt der Erfolg der Dahomey- Ausstellung zeigt, mit Geschick und ja man antwortete einmal sogar mit der geschmackvollen Rede von 40 Mart. Man weiß nicht, was man mehr bewundern Glück arbeitet, ist dabei, ein neues Phänomen zu Ruhm und wendung, die vielen Außenstände, welche sie( die Brauereien) foll, ob die Härte, mit welcher der Unternehmer die Lebens- Ehren zu führen. Wer erfährt, daß es sich diesmal um ein unter den Schaufwirthen hätten man fabelte von 11 mil haltung seiner Lohnsklaven herabdrückt, oder die Indolenz. Menschenkind handelt, das noch in einem Alter steht, in dem lionen. bestimmten sie, von einer Regelung dieser Materie welche troß diefer geradezu erbärmlichen Zustände immer noch in andere seinesgleichen nur Vater, Mutter und diverse Tanten gerade das Hervorheben der 11 Millionen- Schuld die Meister im Bringipale wohl gejagt, hätten, wenn ihr Kommis ſich ſeinem durch ihre feinen i mit Recht Beventen in die abzusehen". So unlogisch dieser Grund aber auch ist, so zeigt den weitesten Handlungsgehilfenkreisen herrscht. Was die Herren durch ihre kleinen Fortschritte in mehr oder minder Braugewerbe auch als Meister im Aufschneiden. Es ist in Gehalt entsprechend flandesgemäß" gekleidet hätte? Dann Ankündigung der Direktion setzen, und uns selber trieb mehr der der That unmöglich, daß eine solche Summe das hätten sie ihn vermuthlich schon früher fortgejagt als jetzt, wo weifel als der Glaube zu der Vorführung des eindrewierteljährigen Konto der Schankwirthe belasten könnte, der größte Theil der stille Geschäfte gang ihnen selbst diese horrende Ausgabe als naben Otto Böhler aus Braunschweig, der nach der Ander ausstehenden Kapitalien dürfte sich wohl in den großen zuviel erscheinen ließ. fündigung es bereits zum Lesen gebracht haben soll. Das Ausschanklokalen der Brauereien frystallisirt vorfinden. Gerade der gegenwärtige Boykott ist die Probe auf das Exempel, daß Berliner Droschkenfutscher. Schon zu wiederholten Malen haben Publikum vorgeführt, welches, fich Folgende Warnung richtet die Allg. Fahr- 3tg." an die kleine Knäblein wurde von seiner Mama einem geladenen ch auf frühere Erfahrungen die Zahl der unabhängigen Gastwirthe doch noch eine be- wir darauf animerksam gemacht, daß die Droschfenfutscher füßend, nichts anderes, als eins jener unmenschlich dreſſrten deutend größere iſt, als die Führer des Ringes für gut fanden, alle diejenigen Personen, die nicht mit ihnen gefahren find, Wesen zu sehen erwartete, welche als Wunderkinder sich von einzugestehen. Daß die gerühmte Roulanz" derselben gegenüber ihren Abnehmern meist nur in der Phantasie der letzteren besteht, sich trotzdem aber Fahrmarken für eine bestimmte Summe Beit zu Beit auf Spezialitätenbühnen quälen laffen müssen. Geldes von ihnen ausbitten, entschieden abweisen und Aber das Debut des kleinen Otto ließ wirklich nichts von Zwang seigt die Geschichte der letzten Monate doch ebenfalls deutlich sich feinesfalls auf solches Ansuchen einlassen sollen. Wie verrathen; mit der Ungebundenheit und dem drolligen Eigenfinu, genug. Allen voran, wenn es gilt, von einem armen Teufel von Gastwirth eine geringe Summe einzutreiben, schreitet natürlich versichert wird, kommen täglich Angestellte aus größeren Ge- die lebhafte Kinder feines Alters tennzeichnen, trat er auf und wieder Herr Richard Röfice, wie das jetzt wiederum durch einen schäften, Banken, ja selbst Ministerien u. s. w. zu den Droschten las im buchstäblichen Sinne des Wortes spielend vom Blatte Fall festgestellt wird, den man uns aus Schöneberg berichtet. futschern, besonders denen von der zweiten Klasse, und bitten sie herunter, was ihm, geschrieben oder gedruckt, in Antiqua oder Als der Gastwirth D., welcher solange guter" Kunde der Schult um Fabrimarken. Diese Leute bekommen das Fahrgeld für eine Fraktur vorgelegt wurde. Das Kind ist in der That ein psycho= heiß Brauerei gewesen war, durch den Boykott genöthigt, nicht Droschke dann ausbezahlt; sie haben aber nie eine Droschke be- logisches Räthsel, wie es in der menschlichen Gesellschaft noch freiwillig, das Bier abbestellte, erhielt er als Antwort dar nutzt, sondern haben die Strecke entweder mit Pferdebahn oder nicht vorgekommen sein mag, ein Wesen, deffen phänomenal frühauf mittels eingeschriebenen Briefes die Aufforderung, inner minibus abgefahren oder zu Fuß zurückgelegt. Die Chefs 2c. zeitige Entwickelung den Männern der Wissenschaft zu denken halb 24 Stunden einen Restbetrag" von ca. 670 M., deffen werden um das Fahrgeld betrogen und die Droschkentutscher geben wird. Im Interesse des kleinen frühreifen Weltbürgers Zurückzahlung sonst noch Jahre lang gedauert hätte, zu begleichen. haben das Nachsehen. Geben diese die Marken aber nicht ab, wollen wir nur hoffen, daß seine geistigen Kräfte derart geschont Wäre diesem Echankwirth nicht noch in letter Stunde ein Helfer dann werden die Herren schon Droschken benußen und ihren werden, daß er nicht dem Schicksal der meisten Wunderkinder in der Noth erstunden, der ihm die Summe vorstreckte und ihn Auftraggebern das Geld nicht schenken. Der Vortheil für die verfällt. damit aus den Händen seines Gegners befreite- ohne Droschfenfutscher ist dann ein zweifacher: sie bleiben ehrliche Männer und verdienen noch dabei, Gnade hätte schließlich auch er das Loos derer theilen müssen, die aus reiner Menschenfreundlichkeit von den Brauereien aufAllerhand Scheerereien find jetzt die Berliner Dienst gespeist werden. Die Interessengemeinschaft zwischen diesen männer auf den Bahnhöfen ausgesetzt. Früher durften sie auf beiden Gruppen ist in der That nichts als eine hohle Phrase. ihre Tagesmarke Gepäckstücke auf den Bahnhöfen abgeben. Bei Für den urtheilsfähigen Meuschen ist es übrigens flar, daß die etwaigen Unregelmäßigkeiten waren sie selbst oder das Expreß Rösicke'sche Tendenz unzweifelhaft darauf hinaus geht, auch den Institut haftbar. Seit etwa einem Jahre hat die Bahndirettion gesammten Verschleiß des Bieres in seine allmächtige Hand eine Neuerung dahin getroffen, daß die Dienstmänner sich Aufzu bekommen, planmäßig drängt er die Bierverleger zurück und bewahrungsscheine fausen und diese auf die betreffenden Gepäck planmäßig dehnt er das Netz seiner Ausschantlokale immer weiter füde auffleben müssen. Zunächst wird nun der Verkauf dieser aus, und was das interessanteste ist: seine Freunde und Ring- Aufbewahrungsscheine" sehr verschiedenartig gehandhabt. Auf Spaziergänge durch boykottirte Lokale. I. fahren, daß der Boykott mächtig wirkt." Mehr als der Garten tragen die Stadtgeschäfte dazu bei und wie bald kommt der Winter. Zu einem Hilfsmittel eigner Art, und einem Rückgang ihres Konfume vorzubeugen, hat man im Ausstellungspark, der bekanntlich der Schöneberger Brauerei gehört, greifen müssen. Für das Entree von 15 Pfennig, das der Besucher dort zu zahlen hat, fann er verschiedene Spezialitäten", Theater, Konzert, Sänger und sonstigen Klimbim genießen und erhält außerdem noch ein Glas Boykottbier aus der Schöneberger Brauerei. Warum auch nicht; lieber wird's jetzt verschenkt, als daß man's später weglaufen lassen muß und nur diesem Umstande ist es zu danken, daß der Rückgang hier nicht ein allzu starker ist. Das Berliner Aquarium hat durch mehrfache NeuErwerbungen die Bestände seiner gefiederten und beschupaten Bewohner des See wie des Süßwassers erheblich vermehrt. aus der Nordsee zwei jener stattlichen Neber Geeftemünde Vögel an, die eine noth ve.idige, das Auge erfreuende Staffage der Küstenstriche und weiterer Meeresstrecken bilden; die beiden Möwen sind auf dem Biberteich, in Gesellschaft eines in Gefangenschaft seltenen Wasservogels, eines Haubentauchers, untergebracht. Helgoland bat eine Auswahl niederer Seethiere, Blumenpolypen 2c. gefandt und dabei die absonderliche Ausbeute eines Farges, nämlich einen langschäftigen Mannesstiefel, eine In gleicher Weise wie Bolz sucht auch Herr Brochnow in der Sebastianstraße Ersay zu finden für die frühere Kundschaft. Auch er hat der Kunst eine Freistätte gewährt. Sing- Sang, Taschen spielerkunststückchen und Tanz- Alles für 10 Pfennig. Aber auch dieses Publikum, bestehend zum großen Theil aus Frauen, jungen Mädchen und jugendlichen Herrchen, scheinen für Ringviernicht sehr zu schwärmen. Herr Brochnow scheint das auch schon zu wissen und richtet sich demgemäß ein, denn an einem sogenannten Benefiz- Abend, an dem eine Bauernmandel Leute mehr da waren, wurde das Ringbier alle und die anwesenden Koryphäen der Saalverweigerungs- Kommission, Stü cfenburg und Genossen, mußten ihren Aerger über die Bierschnüffler" in Sett ersäuren. 0 Er wirkt er wirkt nicht er wirkt, der Boykott natür lich so lautete jedes Mal die Antwort, wenn ich die Knöpfe meines Sonntagsrockes darüber befragte und wenn ich die an meinem Arbeitstittel abzählte, stimmte es auch. Für mich war also die Sache klar: er wirtt. Aber mein Freund wollte das nicht recht zugeben und immer, wenn wir uns sahen, donnerte und wetterte er auf die Berliner Arbeiter, die ihm lange noch nicht scharf genug" sind und wie er meinte- den Boykott nicht In Keller's hojjäger" werden ebenfalls alle An- thalerstraße bewirthschaftet, wurde, wie viele andere, durch genügend beachten. Um diesen Zweifeln ein Ende zu machen, strengungen gemacht, um Publifum heranzuziehen. Für 20 Pi. die Brauerei( Königstadt) gezwungen, den Verweigerern beizutreten. beschlossen wir, uns in den Lokalen der Saalverweigerer selbii fann man hier d. h. am Donnerstag, den Elitetag", sonst Er hofft, daß die Musensöhne ihm das im Keller lagernde Ringüberzeugen. Unser Weg führte uns zunächst in die Hafenhaide. wahrsaeinlich noch billigersofern man Lust hat, Militärmuşit bier vertilgen werden. Das erste Lokal, was da rechts an der Straße liegt, ist und norddeutsche und süddeutsche Sänger anhören. Ter Besuch In ganz gehöriger Weise wirkt der Boykott aber in ben Sliem's Vollsgarten". Ruhig und friedlich sah es da aus, war aber so mäßig, die Arbeiterfeste sind natürlich auch Konkordia Fensälen". Der große Saal, der sonst jede nürrisch schaut der Kellner drein, er wartet schon stundenlang hier alle rückgängig gemacht worden, daß man hier den Woche einige Male von Gewerkschaften oder den politischen Berauf den ersten Gast, in der Ecke aber sitzt der Wirth Boykott ganz gehörig spürt. Mehr noch als der Lokalinhaber einen besetzt war, steht jetzt leer und ebenso die kleinen Säle. mit bedenklicher Miene und rechnet feinen Gewinn? felbst erleidet hier eine mächtige Schlappe der Lieferant Herr Herr Säger, bei dem natürlich gleichfalls sämmtliche Oder will er der Saalfommission" feine Forderungen Happoldt, was schon daraus hervorgeht, daß jetzt an Sonn- Arbeiterfestlichkeiten abbestellt worden sind, hofft, daß ibm im unterbreiten? Mein Freund, der ungläubige Thomas, der den tagen gegen 8-10 Tonnen Weißbier verschänkt werden, während Winter einigermaßen ein Retter erstehe durch die reichstreuen Sonntag ins Feld führte, tonnte sich bald aus bester Quelle dem man früher hier fast nur bayerisches Bier trant. Vereinigungen. Die Arbeiterfeste allerdings können diese niemals versichern lassen, daß dieser den Rohl auch nicht fett mache. Les Am meisien, soweit die Hasenhaide in Betracht kommt, hat ersehen, denn nur bei diesen ist erfahrungsgemäß etwas zu ver Sonntags verkehren hier ein groß Theil junger balbwüchsiger jedenfalls die Neue Welt" unter dem Boykott zu leiden. Die dienen. Die Angehörigen der sogenannten besseren Gesellschaft" Burschen, nur des Tanzes wegen, diese aber trinken nur wenig. ganze Woche über ist der große Garten öde und verwaist. Um machen wohl riesige Ansprüche, begnügen sich aber mit einigen Diejenigen aber, die, vom Durste übermannt, sich in den Garten das bessere Publikum" heranzuloden, werden sogenante Elite Schnitt Bier. Ein volles Haus giebts da felten, 4-500 Personen retten, beschränken ihren Konsum aufs äußerste und trinken tage mit Elite- Feuerwerk arrangirt, aber das bessere Publikum" verlangen den Riesensaal, der sonst von vielleicht 1500-2000 höchstens eine Weiße. Wir gingen und der Wirth rechnete ist undankbar, die Inhaber der Passepartouts fommen gerade zur Arbeitern besetzt wäre. Herr Säger muß schon einen nach vielen weiter. rechten Zeit, um sich das Brillantfeuerwerk anzusehen und Tausenden zählenden Schaden zu verzeichnen haben, wenn ver man bedenkt, daß das Lokal täglich beinahe 200 Thaler In der Unions Brauerei sorgen 15 Pfennig Entree ohne ein Gläschen Boykottbier getrunken zu haben ihm diesen dafür, daß der kleine Geschäftsmann und der Sechsdreier- Rentier schwinden sie wieder. Die vielen großen Arbeiterfefte, welche Miethe kostet. Wird die Talles- Kommission mit dem profanien Arbeitsvolk nicht zusammen kommen. Hier diesen Sommer in der„ Neuen Welt" bestellt waren und die er- Schaden ersetzen? Unsere Sorge soll das ja nicht sein, aber unwerden die Weiber nicht zu Hyänen nein zu Retterinnen fahrungsgemäß die Rausreißer" für den Wirth bilden, sie erwähnt wollen wir doch nicht lassen, daß, wie in vielen Fällen, auch hier die Spigen der Saalverweigerer mit recht eigenthümvon's janze Geschäft". Das Familien- Kaffeefochen steht hier in finden nun nicht statt. höchster Blüthe, und die Männer müssen des Abends wool oder Wenn aber in der Hafenhaide die Gärten es find, welche lichen Mitteln es dahin gebracht haben, daß sich Säger ihnen übel nachkommen und die Familie abholen. Aber selbst hier ist die Generalpleite in etwas verzögern, so guckt in den Stadtlokalen anschloß. Einmal drohte man ihm, daß man dafür Sorge tragen Daß alle Geschäfte bürgerlicher Gesellschaften der Bierkonsum zurückgegangen, wurden doch bei einem fürzlich der Dalles an allen Enden heraus, so sehr sich auch die Saal- werde, Dann hat auch, wie dort stattgefundenen Kriegerfeste recht ansehnliche Quantitäten verweigerer Mühe geben, denselben zu verhüllen. Verlassen und rückgängig gemacht werden würden. es scheint, die Furcht vor der heiligen Hermandad dazu - Selterwasser vertilgt. Sämmtliche Arbeiterfeste aber find verwaist, das ist das Fazit unserer Inspektionsreise. abbestellt. Bei Boly, wo ehedem euerstein, das jetzige Haupt beigetragen, Säger zu dem Verweigerungsbeschluß zu Das Gleiche ist der Fall in Schnegelsberger's der Saalverweigerer, sich durch Arbeitergroschen emporarbeitete bringen. Uebrigens glaubt Herr Säger, daß nach Aushebung Festsälen". Herr Schnegelsberger, deffen Eintreten für die bis zum Rentier und Aufsichtsrathsmitglied der Nixdorfer Ver des Boykotts sein Lokal doch zu voller Geltung wieder Saalverweigerung und die Rixdorfer Vereinsbrauerei sich übrigens eine brauerei, sind jetzt ebenfalls Spezialitäten engagirt, um Wirth tommen werde, da die Sozialdemokraten seinen großen Saal daraus erklärt, daß er, gleich seinem Kampfgenossen Feuerstein, und Kellner einigermaßen über das Troftlose ihrer Lage hinweg eben brauchen". Eein vis- à- vis, der Herr Jo I, hat jetzt gewaltig viel Zeit Sauptaltionär dieser Brauerei ist, glaubt die Echarte durch die zu täuschen. Ginige treugebliebene Stämmgäste finden sich Veranstaltung von Tanzvergnügen wieder auswegen zu fönnen. immerhin allabendlich noch ein, um ruhig und friedlich einige zum Spazierengehen, weil der Boykott wirkt. So sehr wirkt Die Söhne des Mars, die dort ihr Tanzbein schwingen und die Schoppen zu trinken. Denn rund herum in den zahlreichen er hier, daß bei ihm, wo sonst fast jeden Abend, auch im Sommer, Verehrer der Damenkapelle, die der Aktionär Schnegelsberger für Sälen und Zimmern, die sonst alle Abend von Vereinen besetzt ein reges Leben und Treiben herrichte, meist alles in tiefstem fich spielen läßt, tönnen aber das Arbeiter Publitum feineswegs waren, herrscht die tiefste Ruhe. Böse Ahnungen scheinen das Dunkel gebüllt bleibt. Seit Langem sucht der Herr Joel Herz des Saalverweigerers zu beschleichen, nicht blos wegen der einen Käufer, niemand will seine von der Arbeiterschaft ge ersetzen. In Happoldts Brauerei, deren Garten des Sonn- langen Dauer des Boykotts, sondern auch um der späteren miedenen Räume. tags meist noch sehr gut besucht sein soll, fonnten wir doch erfolgen.- Flasche und einen alten eisernen Topf, welche, nachdem sie vordem[ 0 fich anzusiedeln und somit zeigen jehe Zufifprung = larbeit", Uebungsstunde bei Deftreich, Tempelhofer Ufer 15, 9-11 Gefangverein Männertlang übt Montags von 9-11 Uhr kleine Kurstr. 10 bei Stolle. Bergnügungsverein Auf Selgoland Gigung jeden Montag 9 Uhr bet inte, Bergstr. 54, Fidelitas. tribal- 2be traße 8.Adalbertstr. 21, Abends 9 Uhr. Alle 14 Tage Tanz. Bergnügungsverein Ginigteit 1890. Jeden Montag Gigung bei Roll, Bergnügungsverein„ Eulalia" bei Herrn Reggentin, Barnimstr. 4-5, Privat- Theater- Gesellschaft So ffnung, Sigung b Sauermann, Adalbertjeden Sonntag Abend 6 Uhr: Sigung mit Damen. Nach der Sigung: Dilettanten Berein Beilchen, Landsbergerstr. 82, bei Albert, anstränzchen. Pfeifentlub Felfenfeft, Abends 9 Uhr, bet Wilte, Andreasstraße 26. Rauchtlub Elvira, Abends 9 Uhr bei Lehmann, Friedrichsfelber Rauchklub Veronia", Sigung Montag Abends 9 ute, 1 i Damen. Nad ftraße 27. Staligerfir. 65, bet Krause.- Rauchflub Bruder bunda jeben Montag bet Gerrn Grande, Laufizerfir. 50. Stattlub Roth Junge". Sigung alle Dienstage nach dem 15. und Spielabend alle Dienstage von bis 11 ühr im Restaurant Böchstr. 7 bei Herrn Stattlub Grand", Abends 9 Uhr bei K. Subrich, Lübbenerftr. 22. Herrath. Freie Bereinigung der Kaufleute. Jeden Montag gemüthLiches Beifammensein im Restaurant Rosenthalerstr. 11-12 bet Brüning. Zu Tode gefchleift. Der 18jährige Sohn des am Hönower vielleicht als nicht mehr brauchbar verächtlich ins Meer geworfen Weg wohnenden Handelsmannes W. veranstaltete, wie die worden, am Grunde desselben wieder zu Ehren gekommen waren. Volts Zeitung" meldet, am Donnerstag in Gemeinschaft mit Denn in das zarteste Rosa, Gelb und Weiß gekleidete Seenelten dem gleichaltrigen Rutscher B. zur Feier seines Geburtstages und Seerosen, mit feinen Rankenfüßen ausgerüstete Geepocken mit den beiden Pferden seines Vaters ein Kunft Wettreiten auf u. a. m. haben es nicht verschmäht, an und auf ihnen, nament der Landsberger Chaussee. Als nun der junge Mann auf seinem lich an der Flasche und an allen aufgefiichten und scheute plöglich das Pferd. W. fiel aus dem Gattel, blieb mit hier im Aquarium in einem der oberen großen Seerofenbaffins einem Fuße im Steigbügel hängen und wurde von dem dahin ausgestellten drei Gegenstände förmliche Kolonien der interessantesten rasenden Pferde eine Strecke weit fortgeschleift. Hierbei schlug Meeresbewohner aller Größen und Entwicklungsstufen. der Unglückliche mit dem Hinterkopfe auf einen Prellstein; er er litt einen Schädelbruch und verstarb in wenigen Stunden. Der Beilenschinderei und Anderes. Durch die Blätter liefen obengenannte Kuischer, welcher dem jungen W. zu Hilfe eilen dieser Tage mehrere„ hochwichtige" Mittheilungen über einen wollte, erhielt von dem Pferde einen Hufschlag gegen den Messerfund im Grunewald der natürlich mit der Ermordung Unterleib, sodaß er bewußtlos zusammenbrach und vom Blaze der Krankenpflegerin Frl. Schweichel in entsprechende schaurige Verbindung gebracht wurde. Wie vage derartige geheimnißvolle getragen werden mußte. Der Arzt hat bei ihm einen BruchKombinationen sind, ergiebt sich jezt aus der Thatsache, daß, schaden konstatirt. wie sich jetzt herausgestellt hat, das berühmte Messer an einem Die Firma G. Neidlinger theilt uns zu der Instruktion ganz anderen Ort, als an welchem der Mörder sich aufgehalten, für ihre Agenten 2c., die wir fürzlich veröffentlichten, ergänzend entdeckt worden ist. Wenn auch über die Thäterschaft an dem mit, daß die Bermiethung keineswegs der einzige Modus sei, Morde das Dunkel mithin so wenig wie bisher gelichtet bleibt, unter dem sie Nähmaschinen an das Publikum ohne Baarzahlung wenn auch unsere in politischen Dingen so überaus schneidige ablaffe. Sie verkaufe nach wie vor ihre Fabrikate auf Abzahlung. Eine Bande jugendlicher Taschendiebe stand gestern Polizei diefem, fowie vielen anderen gemeinen Verbrechen nach Die Vermiethung der Maschinen gegen die Vergütung von 1 M. wie vor rathlos gegenüber steht, so ist doch der Hauptzweck er 50 Pig. sei ein neuer Modus, der dem Publikum den Vortheil vor der ersten Ferienstraffammer am Landgericht II. Der reicht, es sind so und so viele Beilen à 5 Pf. herausgeschunden biete, daß das Miethsverhältniß jederzeit gelöst werden könne. 14jährige Arbeitsbursche Gustav Emil Bernhard Kuthning, So brauche Jemand für die Zeit seiner etwaigen Arbeitslosigkeit Karl Sarnowski und Emil Klenke und die 13jährigen die gleichaltrigen Buchdrucker- beziehungsweise Zimmer- Lehrlinge Apropos, die Polizei. Von Unthätigkeit gegenüber Ber- nicht obendrein noch die Kosten für die Maschine zu tragen, Schulknaben Max Kiente und Karl Kubisch, sämmtlich aus brechern und solchen Leuten, die sie dafür hält, fann bei ihr fondern er könne sich, wenn er wieder Arbeit bekomme, eine neue Berlin, hatten sich verbunden, Taschendiebstähle auszuführen. natürlich keine Rede sein. Im Gegentheil, sie ist geradezu miethen. Der Anführer und Lehrmeister war Sarnowski, dieser raftlos thätig, wie der Fall Mittler ergiebt. Der Fall Mittler? Ja, ist denn das schon wieder ein neues Sittlichkeits verbrechen, ein neuer Luſtmord? Ach, nichts von alledem, der Fall Mittler liegt viel schlimmer als derartige Kleinigkeiten, es ist ein geradezu zähneklappernder Fall. Wir selber haben schon vor einigen Tagen die schändliche Geschichte gemeldet, daß ein altes Weib aus dem Hause Kochstr. 68, in welcher die Buch handlung von Mittler u. Sohn bis zur Stunde noch ihr Dasein fristet, von wegen anarchistischer Drohungen ausgezogen ist und in der Redaktion der Neuesten Nachrichten" sichere Unternoch ergänzend worden. Gerichts- Beitung. Ein schwerer Unglücksfall ereignete fich am Freitag in zeigte den anderen, wie sie im Gedränge unbemerkt die der Thurmstraße, Ecke der Wilsnackerstraße. Gegen 3 Uhr Nach- Billettaschen der Herren plündern konnten. Solche Diebmittags wollte eine bisher noch nicht refognoszirte- Frau den von ſtähle führten die Angeklagten wiederholt in der„ Neuen ihr benutzten Pferdebahnwagen der Linie Rosenthaler Thor- Welt" in der Hasenhaide und während der landwirthschaftlichen Waldstraße verlassen; beim Absteigen blieb sie jedoch mit dem Ausstellung im Treptower Part aus, wo sie über den Zaun lose gewordenen hohen Abfaz des rechten Stiefels am Trittbrett tletterten. Dem Kriminal- Wachtmeister Dierbach gelang es hängen. Sie fiel so unglücklich, daß sie bewußtlos mit schweren schließlich, die Bande abzufassen. Der Gerichtshof glaubte nur inneren Verlegungen nach dem städtischen Krankenhause Moabit von langen Freiheitsstrafen eine bessernde Wirkung auf die ver überführt werden mußte. ſtädtischen den 5. Auguſt, in Blögensee liegen geblieben ist, wird gesucht, Der Eigenthümer eines Ueberziehere, der am Sonntag, Der Betreffende kann sein Kleidungsstück im Lokale von Grefse, Beusselstr. 17, abholen. kunft gefunden hat. Wie wir heute füus ete ochter dieser mittheilen tönnen, ist die zwölfjährige Lame von dem Gründer dieses illustren Blattes, dem bereits gestern von uns gekennzeichneten Herrn Sternberg in liebevollen Echutz genommen worden. Aber weiter. Der geistvolle Unbekannte, der in dem Drobbrief seinen Stil und feinen vermeintlichen Biz erprobt hat, hat dem ersten Streich einen zweiten folgen lassen und die Herren Mittler u. Sohn mit noch wurde. einem Drobbrief haranguirt, der in allem Ernst gleich dem ersten der Polizei überliefert wurde. Ueber den verhängnißvollen Erfolg, den diese kuriose Ueberlieferung hatte, berichten die Abend Ohne daß man bisher weiß, ob die Angelegenheit einen ernsten Hintergrund hat, oder ob es sich um bloßen Unfug han delt, ist die Sicherheitsbehörde nach allen Richtungen bin tätig. 36 banbelt sich nicht blue wahrlosten Burschen erhoffen zu können. Sarnowski erhielt geklagten kamen mit einem Berweise davon, weil sie zur Zeit ein Jahr, Ruthning sechs Monate und Ernst Klenke awei Monate Gefängniß. Die beiden letzten Ander That eben erst das 12. Lebensjahr überschritten hatten. er, im Polizeibericht. Am 10. d. M. Nachmittags entstand in Wegen einer Affäre im sogenannten Scheunenviertel einer Sd antwirthschaft in der Elsasserstraße eine Schlägerei, bei hatte sich der Stepper 2. am Sonnabend vor dem Schöffengericht der ein Arbeiter von zwei Männern am Kopfe erheblich verlegt zu verantworten. Der berühmte grobe Unfug Paragraph war Am Schöneberger Ufer wurde ein Arbeiter mit einer angezogen worden, weil der Betreffende, als er mit einem anscheinend von einem Falle herrührenden bedeutenden Verlegung Freunde in der Nacht zum 11. Juni die Koblankstraße passirte an der Hüfte angetroffen und nach der Charitee gebracht. In und von den dort domizilirten Zubältern ſtart beläftigt wurde, der Nacht zum 11. d. M. sprang eine Frau aus einem Fenster laut" nach dem Schuhmann und Wächter gerufen hatte. Daß ihrer im dritten Stocke des Hauses Wilhelmstr. 10 belegenen er fich hierbei auch noch auf sein Recht als Steuerzahler berufen, Wohnung auf den Bürgersteig hinab und erlitt außer einem fiel anscheinend noch als erschwerender Umstand ins Gewicht. Bruch des Ellenbogens und des Handgelenks schwere inuere wie das so geht: Der Ueberfallene wurde zur Wache zitirt und Verlegungen. erhielt als Denkzettel für die empfangenen Schläge noch ein Strafmandat über B Marf, gegen das Witterungsübersicht vom 11. August 1894, Beugen des 2. waren nicht geladen, während der NachtGefühl seiner Unschuld, Berufung einlegte. Die vier wächter sich noch zwei Beugen" mitgebracht hatte, die natürlicherweise die Renitenz" des Angeklagten bestätigten. Der amtirende Richter hielt das Vergehen des Angeklagten für er wiesen, denn ,, er brauchte ja nicht diese Straße zu passiren". Entgegen dem Antrage des Amtsanwalts, der 6 M. als Sühne des Bergehens beantragte, erkannte das Gericht auf eine Strafe von 4 M. oder 2 Tage Haft. Trotz der ständigen Vermehrung der Sicherheitsbeamten scheint es also in der Residenz noch gewiffe Straßen zu geben, die man streng meiden muß, wenn man nicht allerhand Unannehmlichkeiten ristiren will. Die Polizei fann ja allerdings nicht überall sein.-Stati wachung des Gebäudes durch uniformirte Schuhmänner, denn diesen dürfte die geringere Aufgabe zufallen.( Hört, hört!) Die Schuhmannsposten haben demgemäß auch nur die Anweisung, das Betreten das Betreten und Berlaſſen der und Berlaffen der Sanfesta Hauses zu beobachten, alle aus- und eingehenden Personen aber ruhig Stationen. des Weges gehen zu lassen, unbekümmert darum, ob sie Packete tragen oder nicht.( Man erwäge den Edelmuth, der der Polizei zugeschrieben wird!) Aber man höre auch die wichtige weitere Mittheilung: Die Hauptarbeit, so heißt es, fällt der poli Swinemünde. tischen Polizei zu und erstreckt sich auf die Ermittelung des Hamburg Briefschreibers und den mit ihm etwa zusammenhängenden Per Berlin sonen. Die Maßnahmen dieser Abtheilung werden selbstredend Wiesbaden. völlig geheim gehalten und entziehen sich dem öffent München. lichen Auge. Wien Wer nach dieser schauerlich- süß geheimnisvollen Mittheilung Saparanda noch an der Umsicht und dem vielseitig rafflofen Bethätigungsetersburg trieb der Berliner Polizei den geringsten Zweifel hegt, der verdient bei den Manen aller Ermordeten, deren Mörder bisher im Bannkreise von Berlin unentdeckt geblieben sind, einfach mit den schnöden Wichten von Redakteuren auf eine moralische Stufe Langitt zu werden, die nach dem übereinſlimmenden urtheil des Herrn Staatsanwalts Benedig und der Kammer Brausewetter unsere brave Polizei in der glorreichen Gummifchlauch- Affäre bis zu fünf Monaten schwer beleidigt haben. Und das von Rechtswegen! G Wie der gute Ruf der Schnulente gewahrt wird. Gine mit Polizeifreisen in Verbindung stehende Korrespondenz schreibt: Verboten ist der Berliner Echugmannschaft der Besuch von Wirthshäusern nach Beeendigung beziv. vor Beginn gerichtlicher Termine, zu denen die Beamten als Zeugen geladen worden sind. Diese Verfügung des Polizei- Präsidiums hat der Zweck, den guten Ruf der Ed, ugmannschaft zu wahren. G ist unvermeidlich, daß die Beamten in den Wirthschaften mit den gegnerischen Parteien zusammentreffen und von oder jener Perſon zu einem Glaſe Bier eingeladen werden. Daraus aber fönnte der Schluß gezogen werden, daß es sich um eine mit der Aussage vor Gericht in Zusammenhang zu bringend eine wirthung handle. Wenn auch ausgeschlossen erscheint, daß solche Einladung auf das Verhalten vor Gericht von Einfluß in. so tönnte doch der Schein einer versuchten Bestechung bezi. Ver leitung zu einer Aussage dadurch erweckt werden. Diesem aber will die Behörde vorbeugen." dud Ein Scherz in der Borussia- Vranerek. Zur Verhaftung mit Cork.. Aberdeen Paris Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Winditärke WSW 757 759 W 758 NNW 762 W 764 SW 762 750 756 W 769 762 765 NW WNW 41433334428( Stala 1-12) Wetter wolfig Temperatur 50 G. 4° R.) ( nach Celsius • 16 halb bedeckt wolkig 15 16 halb bedeckt 15 bedeckt 14 Regen 15 bedeckt : 16 bedeckt bedeckt 14 halb bedeckt 13 bedeckt 19 17vor Wetter- Prognose für Sonntag, den 12. Auguſt 1894. Ein wenig wärmeres, zeitweise heiteres, vielfach wolliges Wetter mit mäßigen westlichen Winden und ohne erhebliche Niederschläge. 2 Berliner Wetterbureau. Wegen Duldens von Glücksspielen hatte sich am, Freitag der Schaufwirth Wilhelm Reitowsti aus Briz vor dem Rigdorfet Schöffengericht zu verantworten. u Im Sommer v. J. fanden sich des öfteren im Lokal des Angeklagten Briger Landwirthe und Geschäftsleute ein, welche dort eifrig dem Hazardspiel huldigten. Besonders beliebt war Meine Tante, deine Tante", wobei ziemlich hohe Geldbeträge gefeht wurden. Schließlich kam die Polizei dahinter und erstattete Anzeige. Da der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist, wurde er zu 20 Mart Geldstrafe ev. vier Tage Gefängniß verurtheilt. " Ein sächsisches Urtheil. In einer Privatklagefache vertourtheilte urtheilte das 3 widauer Schöffengericht den Redakteur der sächsischen Bergarbeiterzeitung Glückauf!", Strunz, wegen Versammlungen. Beleidigung des Bergdirektors Weigel zu 6 Monaten Ge eingelegt. sigung und Fidelitas am Sonntag, den 19. Auguft. Vergnügungsverein Normannia 2. früher Luftige Jugend" fängniß. Selbstverständlich wird gegen das Urtheil Berufung Sterbekaffe von Arbeitern der Berliner Maschinenbau- AktienGesellschaft, Heut Bahltag bei Stümfe, Aderftr. 123. Orto- Krankenkasse der Schuhmacher. General Berfammlung am Montag, bent 13. August, in den Amin- Hallen, Kommandantenuraße Nr. 20. Tagesordnung: Bertreterwahl. Näheres siehe Annonce. Arbeiter Gesangverein„ Nord". Montag, den 13. August, Abends for: Monatsfigung bei Auguſtin, Raftanien- Müce. 8% Verein der Militär- Invaliden für Berlin und Umgegend. Am montag, den 18. August, Abends 8 Uhr, Etzung bei Tettenborn, Wallstr 91. Betition, Berathung über Wanderversammlungen in größeren Städten. Verein deutscher Schuhmacher, Filiale 3. Berjammlung am Montag, den 13. Auguft. bei W. Träntler, Solmeftr. 44. Freie Vereinigung der Kaufleute. Sigung jeden Montag gemüth Daselbit Ausgabe der Bibliothetbücher und Annahme von Beiträgen. Arbeiter Sildungsschule. Montag bends 8-10% Uhr: orb ftr. 179a und Südost. Echule, Waldemarir. 14: Nationals iches Sufammenfein im Reſtaurant Julius Wernau, Rosenthalerstraße 57. Schule, with left forefachern werben neue Zgellnemers zamen und Ver Briefhaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Baht anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Für das Tölcke- Denkmal gingen ferner ein: Th. Kipper, Menden 3,45. Banbreker, Holland 2,-. W. Bänisch, Boffen 8,80. Aug. Krüger, Spremberg 48,10. Jul. Teſſindorf, AltDamm 11,05. W. Meinert, Brackel 3,-. Sozialdem. Verein, Offenbach 25,-. H. L. Dortmund 2,-. Das Tölcke- DenkmalKomitee. Geldsendungen find zu richten an E. Ewald, Dortmund, Hövelstr. 11. ,, Volksstimme" Budapest. Sendung für's Archiv dankend erhalten und abgegeben. zweier Perionen hat der Unglücksfall in der Borussia- Brauerei serien, jeder Belt aufgenommen in Nieder- Schöunveide geführt. Wie die gerichtliche Untersuchung im Laufe des Semefiers, eintreten. Bei allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen au jest, wir unsere Mittheilung, daß die Boykottkommission feitens der Louiseu- Brauerei. Auf verschiedene Anfragen wiederholen ergeben hat, ist der Tod des verunglückten Montag, Abends 8-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Brauerei feine Erklärung erhalten hat, ob sie dem Bierring anMaschinisten Lehmann durch eine geradezu unerhörte Rohheit unterricht in Gefeßestunde. Südost- Schule, Reichenbergerstraße 138: gehört oder nicht. von zwei seiner Kollegen hervorgerufen worden. Ter Eine da: Deutsch. Ost Schule, Maitusstr. 31, Unterricht in Gefebestunde. Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklube. Mar Kayfer, 555. B. u. 2., Lampenfabrik. Das ist gänzlich auss Das ift gång von, Namens Janz, hatte den Waschinisten im Scherz, wie der jeden Com tag Vormittags 10% Uhr in Restaur. Schömann, betmitr. 16.- gefchloffen. 100 Verhaftete angiebt, angegriffen, mit ihm furze Zeit gerungen und eim er, jeben Wiontag, Abends 9 Uhr, bei Rudolph Bahr. Gerichtstr. 19 C. P. 9. Jbre Lokalangelegenheit haben wir der Boykottden Gegner dabei in die mit hundert Pferdekraft arbeitende gund der geselligen Arbeitervereine Serline und Umgegend Maschine geschleudert. Nachdem das Unglück geschehen, hat ichten an B. Gent, Adalbertstr. 95.) Sonntag: Theatergesenschaft, No= ( Alle Buschiften, den und der geselligen Arbettervereine betreffend, fad zu kommission überwiesen; vielleicht sprechen Sie selber beim Genossen Mattutat, Wrangelstr. 124, vor. Unsere Stellung zum Janz die Maschine zum Stehen gebracht und den Leichnam des melia" 14 Tage, Adalbertstraße 8 bet Sauermann. Ber: Gummischlauchorgan sollte Ihnen doch schließlich bekannt sein. 5-6 Uhr. Lehmann herausgenommen, um jeden Verdacht der Zhäterschaft gnügungsflub Oftend, Krautir. 6 bet Rudolf von Rigdorf, Boykottliste. Senden Sie fortan Ihre Zuschrift von sich abzulenten. Während dieser Zeit hat der Brauerei uhr nacin belgoland 2, Zangefir, a bet Ryczemsty, alle 14 Tage 4 6 Nachu. Bergnügungsverein Seerofe, Krautstr. 6 bet Rudolf an die Expedition des Vorwärts". solists arbeiter Koch die Thür von außen zugehalten, um das Entfliehen Vergnügungsverein Glück stern 2, Fennstr. 2 bet Wiesner. Montag: Neigeufeind u. a. Wir haben die Angelegenheit der Humoristischer Verdes einen oder des anderen Kämpfenden zu verhindern! Zu be- Pfeifentlub Felfenfeft Andreasstr. 26 bet Wilte. ein Pipifar bei Krösche, Fichteftr. 29. Bergnügungsverein Felsen Boykottlommission übergeben, die das Weitere veranlassen wird. merten ist, daß die drei Personen noch nie einen erusten Streit feft", rborf, Sermannst aße Nr. 167 bei Fülleborn, 8 Uhr. Kartentlub M. P. Pfisterfarl war früher im Bauhandwerk thätig, unter einander gehabt. Lustige Brüder", Krautftr. 48 bei Nattte, Abends 8 Uhr. bann etablirte er eine Kneipe. Aus Solidaritätsgefühl Gefang-, Turn- und gesellige Bereine. Sonntag. Theater- und Bergnügungsverein Sarletin, heute Nachmittag 5 Uhr Beugbofitr 8. wurde sein damals in Berlin belejenes Lokal massen= Theaterverein haft heaterverein Concordia euphofiiraße 8 bei Stoch. von Genossen besucht. Pfisterkart erfparte Othello feben conntag& be bet og penderfir, lacher: artiges Sümmwen, erwarb ein Haus, zog noch Charlottenburg, Theaterverein offnung, jeden Sonntag, Nachmittags 4hr, hat dort Ecke Grolmannstraße eine Kneipe offen und schänkt bei Knebel, Danzigerstr. 11: Sigung mit Damen. Fidelitas. Theaterverein„ Concordia", Sigung Sonntag, Nachmittag& utbr, bet boykottirtes Bier aus. Aeltere Genossen treffen Sie bei ihm Nach der Sigung Fidelitas. Theatergesellschaft schwerlich. Krebs, Ohmgaffe 2. Crescendo, Sonntag bei Meißner, Linienfur. 142/143, Gigung. Nachher Aus dem Fenster gesprungen ist am Sonnabend Morgen um 1 Uhr ein etwa 30 Jahre altes Mädchen, Namens Nieger, das in dem Pensionat B., Wilhelmstr. 10, wohnte. Auf dem Hofe des Grundstücks wurde ein dumpfer Fall gehört und man fand die R., die sich im Nachtgewande aus dem dritten Stockwert herausgestürzt hatte, bewußtlos auf. Innerlich schwer verlegt, wurde sie nach der erst seit kurzem errichteten Unfall: station 1. in demselben Hause gebracht, wo sie behandelt wird. Der Verlauf des Vorfalles läßt sich mit Sicherheit nicht vorausfagen. Die Rieger ist als Trinkerin bekannt. Fidelitas. Fidelitas. " ein 5. G. 100. Er fann die Rückkehr verlangen. M. S. 1. Nein. 2. Der Ortsarmenverband. 3. Nein. Vorwärts". R. R., Spandau. Nein, aber von der Eröffnung des Ges werbebetriebes müssen Sie der Behörde Anzeige machen. Vergnügungsverein Germania, alle 14 Tage Versammlung Linienfiraße 150.- Bergnügungsverein Deutsche Einigkeit, Dachm. 4-6 ubr, 4. Blumenstraße 20 bei Bernice. Nachher: Fidelitas. Bergnügungsverein Titania, Machm 5-6 Uhr, bei Tempel, angestr. 65. Nachher: Fidelitas. Bergnügungsverein Nord, Sigung Sonntag Abends 6 Uhr bei Keller. Theater Verein Lustige Seelen, Sonntag 4 Uhr bet Stegmann Melchiorfir. 15. Bergnügungsverein 2uftig, Sonntag, Staligerstr. 54( S. Sente), 5% uhr: Gigung, Tanz, Fidelitas. Vergnügungsverein Gemüthlichteit, Sibung jeden Sonntag Nach mittag 6 Uhr im Restaurant Schröbler, Urbanſtr. 87. Bergnügungsverein Normanta 2. Sigung 4% Uhr im Admiralsgarten, Admiralstr. 38. Nachher Fidelitas. Vergnügungsverein Alpenrose, Situng Sonntag Nachmittag 4 Uhr Tas räthselhafte Verschwinden der jugendlichen Blumenhändler Friedrich Weitkuß und August Pullwitt von NeuWeißensee ist schnell aufgeklärt worden. Tie beiden Knaben waren, nachdem sie ihr„ blühendes Geschäft" gefchloffen batten, zu einer Erholungsreise nach Berlin aufgebrochen. Nachdem sie mehrere Ausflüge nach dem Thiergarten unternommen hatten, war die gemeinschaftliche Vergnügungskaffe so sehr zusammengeschmolzen, daß sie ihre Pässe wieder nach Neu- Weißensee bet seft, Brunnenstr. 155. visiren ließen. Hier wurden sie von den Eltern zwar mit offenen Gelang- Turn- und gesellige Vereine. Montag. Gefeller Berein Armen empfangen, doch wollen mehrere Nachbarn ein Geräusch 8 wiebelfische, Rirdorf, Abends% 0 Uhr in Barta's Votal, Berliner Bergnügungsverein Freundestreue, jeden Montag bet gehört haben, wie bei der Bertheilung von Knüppelholz während möring, Admiralfir. 18c.- Gefelliger Klub Namenlos, jeden Montag im Restaurant sum Butunjisstaat, Kastanien Ailee 83. G... I Der Auktion im Grunewald. raße 120, M. y. 722. Tas ist tein Chefcheidungsgrund. Zur Alimentation der Ehefrau auch außer dem Hause ist der Ehemann verpflichtet, wenn der Aufenthalt außer dem Hause mit seiner Genehmigung erfolgt. 106. er schriftliche Vertrag gilt. Ihre Kündigung war verspätet. Briefkaffen der Expedition. J. A., Wien. Bebel, der deutsche Bauernfrieg, ist im Buchhandel vergriffen und ist eine Neuauflage nicht in Aussicht genommen. Für den Inhalt der Jnierate über Armin- Hallen nimmt die Redaktion dem Bublikum Kommandantenstraße Nr. 20. gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 12. August. Lessing- Theater. Die Großstadtluft. Rehdenz Theater. Jugend. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Bellealliance- Theater. Der Wild: schütz. Montag: Trompeter von Säkkingen. Alexanderplat Theater. botene Liebe. Ver Montag: Dieselbe Vorstellung. National Theater. Susanne im Bade. Montag: Dieselbe Vorstellung. Täglich: Frei- Konzert im schönen Natur Garten. Säle. Vereinszimmer. Heute Sonntag: Ungar. Magnaten- Kapelle Sarközi Lajos. Nachmittags von 3 Uhr an Kaffeeküche. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Große öffentliche Versammlung am Montag, den 13. August, Abends 8 Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 20. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Gustav Heymann über: Die Wirfungen des Kapitalismus auf das Nervensystem des Menschen". 2. Dis tuffion. 3. Verschiedenes. Die Genossen werden ersucht, recht zahlreich zu 276/3 erscheinen. Frauen haben Zutritt. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Orts- Krankenkasse der Mechaniker, Optiker und verwandter Gewerbe. Außerord. Generalversammlung fämmtlicher Herren Bertreter am Montag, den 20. August 1894, Abends 8 Uhr, im Restaurant" Armin- Hallen", Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: 2245b 1. Beschlußfassung über eventuelle Anstellung eines Staffirers. 2. Verschiedenes. Berlin, den 11. August 1894. Der Vorstand. J. A.: D. Reich now, Vorsitzender. Castan's für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Große öffentl. Bersammlung Versammlung aller in der Panoptikum. am Mittwoch, den 15. d. M., Abends 8 Uhr, bei Möhring, Admiralstr. 18c. Kürschuerbranche Hawaiische Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtv. Genossen Theodor Mehner über: Kommu nales". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Theater Unter den Linden. Der Königs- Tänzerinnen. feinen. Gafe haven Zutritt. Bigeunerbaron. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Der Araber Hassan Ali, Spezialitäten der schwerste Mensch der Welt Kaufmann's Variété. Spezialitätens Vorstellung. 278/4 Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erDer Vorstand. Gäste Sozialdemokratischer Wahlverein Parodie- Theater. Spezialitäten- Drts- Krankenkasse der für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Novität. Novität. Bum 2. Male: Susanne im Bade. Große Posse mit Gesang in 5 Aufzügen von Eugen Prudens. Musit von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Samft. Kaffenöffnung 3 Uhr. Anfang 7/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Lehmann auf der Weltausstellung in Schuhmacher. Montag, den 13. August 1894, Abends V 7 Uhr, findet Kommandantenstr. 20 ( Armin Hallen) eine Versammlung der Herren Arbeitgeber, welche Raffenmitglieder beschäftigen und Bei träge aus eigenen Mitteln leisten, be huss Ergänzungswahl von 60 Vertretern statt. 22566 Daselbst findet Abends 8 Uhr eine Versammlung der Herren KassenMittwoch, 15. August, Abds. 8½ Uhr, in Fiebig's Salon, Große Frankfurterstraße 28: General- Derlammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Fünfzehner- Kommission betreffs Reorganisation des Wahlvereins. 2. Vorstandswahl. Mitgliedsbuch legitimirt. 279/2 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein mitglieder behufs Grgänzungswahl für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. von 88 Vertretern statt. Für erstere legitimirt die Anmeldung der Arbeiter, Versammlung für lettere das Quittungsbuch der am Dienstag, den 14. August, Abends 8 Uhr, im Mitglieder. " Colberger Salon", Colbergerstr. 23. Tagesordnung: Chicago, große Posse, sowie Auftreten von Spezialitäten ersten Ranges. Ferner findet Freitag, den 17. August Montag: Große Fest- Vorstellung des d. J., Abends 8 Uhr, in demselben Konsumvereins, Nord- Ost". Im Garten: Lokale eine außerordentliche Gene1. Vortrag des Genossen Apelt über: Wie fördern wir die LandGroße Extra- Spezialitäten- Borstellung ralversammlung der Herren Ber- agitation"? 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. verbunden mit Familien- Tanzkränzchen. treter statt; zu dieser legitimirt die 283/6 Passage- Panopticum. Vertreterkarte. Der Vorstand. 51 wilde Beiber 3 inkgießer aus Dahomey. Das lesende Kind alt 134 Jahr. Berliner Aquarium. und Stürzer. Dienstag, den 14. August, Ab. 81/2 Uhr, bei Schuhmacher, Pücklerstr. 49: Ordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Rajjenbericht. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 296/1 Der Vorstand. Unter den Linden 68a- Ecke der Schadowstr.- Eing. Schadowstr. 14. Beerdigungsverein Berliner von Heute, Sonntag: Eintrittspreis 50 Pf. Reichhaltige Ausstellung Land- und Seethieren, wie Affen, Riesenschlangen, Krokodile, Haiund Tintenfische, Quallen etc.[ 51M Danksagung. 22546 Für die vielen Beweise der Theilnahme bei der Beerdigung meines unvergeßlichen lieben Mannes sage ich Allen meinen tiefgefühltesten Dank. Berlin, den 11. August 1894. Amalie Leue, geb. Bremer. Zimmerleute. Die nächste Monatssigung findet Umstände halber erst am Sonntag, den 19. d. M., früh 10 Uhr, im Lokale von Nieft, Weberstr. 17, statt. 2270b Der Vorstand. " Der Vorstand. beschäft. Arbeiter u.Arbeiterinnen am Montag, den 13. August, Abends 81/2 Uhr, bei Feindt, Weinstr. 11. Tagesordnung: 1. Bericht des Beisigers vom Ge werbe- Gericht. 2. Ausstellung eines Kandidaten zum Gewerbe- Gericht. 3. Bericht des Delegirten der Ge werkschafts- Kommission. 4. Gewerkschaftliches. 155/3 Die Vertrauensleute. Gelegenheitswaaren! Feinste branne Veilchen- Seife vorzügl. parfümirt, statt 50 Pf. für 10 Pf. gr. Stücke, Beste Cocosnuß- Seife, fatt 10 Bi. für 3 Pf. Pafirgellack, statt 10 Pf. Stange für 3 Pf., 1 Pfd.= 8 Stangen für 22 Pf. Brieffegellad, feinste Qualität, Stange 3 Pf., 1 Pfd. gleich 16 Stangen für 40 Pf. Französ. 50 Pf. für 20 Pf. Echt japanische Goldfächer mit Malerei, Stück 7 Pf. Seidene Kravatten, Schleifenfaçon, Stück 6 Pf. Feinte Gloria feidene Regenschirme für Herren und Damen, St. 2,10 m. Löffel, Messer und Gabeln etc. zu SpottMoschusseife, St. 10 Pf, Dyd. IM. Beste Glanzwidle pro Schachtel statt 10 Pi. für 3 Pf. Eine Partie hochfeiner sehr starker Gummi- HosenPaar, Dutzend 6 M. von 1 Duh. an. Hornfrißerkämme, 7" lang, itatt Verein zur Wahrung der Interessen der Stock- prefen in enormer Auswahl. Frinkte arbeiter und verw. Berufsg. Berlins. Montag, den 13. August, Abends 8 Uhr: Versammlung. träger, statt 1,20 M. für 60 Pf. pro Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Paul Jahn über: Die Kommunisten des 18. und 19. Jahrhunderts". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Ber- Sozialdemokraten- profe schiedenes. 229/1 Der Vorstand. Achtung! Einsetzer. Achtung! Große öffentliche Versammlung aller in und um Berlin wohnenden Einseßer am Mittwoch, den 15. August, Abds. 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Röllig, Neue Friedrichstrasse 44. Tages Ordnung: " 1. Vortrag über: Gewerbe- Schiedsgerichte". 2. Diskussion. 3. Aufstellung eines Kandidaten zum Gewerbegerichts- Beijißer. Der Einberufer: B. Misch, Wollinerstr. 81. 116/3 Schneider und Schneiderinnen! St., per Dyd. 15 Pf. Ganze Bouquets 10 Pf., Dugend 85 Pf. Vorstecknadeln mit Porträts von Lassalle und anderen bekannten Parteigenossen, Stück 20 Pf., Duhend 2 M. NickelSchwedenhülsen mit Sozialdemokratenführer St. 5 Pf., Dyd, 50 Pf., diefelben mit Cigarrenabſchneider Gine Partie Damenstrümpfe, engl. lange( übers Knie zu tragen), garantirt echt diamantschwarz, ftatt 60 Pf. für 30 Pf. Paar, Dyd. Paar 3 M. Ebenso prima- prima, beste Qualität statt 90 Pf. für 45 Pf. Paar, Dyd. Paar 4,80 m., verstärkte Spiße und Ferse. Gewöhnl. Schwarze Damenkniestrümpfe, Dhd. Paar Dienstag, den 14. Angun, Abends 82 Uhr, in den Arminhallen, 1,60 M., Paar 15 Pf. Kommandantenkrake 20: beſtehend in 2 fenſtr. Stube, 2 fenſer Versammlung des Schneider- und Schneiderinnen- Verbandes Eine frdl. Wohnung m. Gartenaussicht, Küche 2c., Umst halb. z. Oftbr. z. verm. Näheres b. R. Hascheck, Alexandrinen= straße 37a, Quergeb. 8 Tr. Metallarbeiter! Montag, den 13. August, Abends 8 Uhr: 2227b und verwandter Berufsgenossen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Böhm, praft. Arzt, über: Werth und Wesen der Naturheilmethode. 2. Abrechnung vom zweiten Quartal. 3. Die Einrichtung des Zuschneide- Unterrichts. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht, recht zahlreich in dieser Versammlung zu erscheinen. 218/3 Die Bevollmächtigten. Verband d. Möbelpolierer Berlins u. Umg. Ab. Oeffentl. Versammlung Morgen, Montag, 26. 8 Uhr, bei Wilke, Hochſtr. 32a im Lokale von Kessner, Schöneberg, Grunewaldstr. 110. Tages Ordnung: 1. Können die Metallarbeiter durdy die GewerkschaftsOrganisation etwas erreichen? Referent: Otto Näther. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Zu dieser Versammlung sind besonders die Kollegen der Firmen Görtz, Pfeifer& Druckenmüller, Göbel zu Schöneberg, Bamberg und Stickrath zu Friedena u und Füss zu Steglig eingeladen. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Näther, N., Antlamerstr. 44. 174/6 Bund der gesell. Arbeitervereine Berlins u. Umg. Versammlung am Sonntag, den 19. Auguft, Vormittags 10 Uhr, Annenſe. 16. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Aufnahme neuer Vereine. 3. Bundes angelegenheiten und Fragekasten. Agtung! 93/2 Versammlung, wozu alle Kollegen, speziell die des Nordens, hiermit eingeladen werden. Lages Ordnung: Dizd. Paar 1,70 M. Herren- Soden, prima Qualität, 5 w. für 8 m. per Dyd. Paar, att M. 3 nur so lange der Vorrath! Eine Parthie Herrenkragen, ( garantirt 4 fach Leinen) in allen fonit mit 5 bis 6 M. per Dußend ver Weiten. Steh oder Umlegekragen, die fauft, für nur 2,40 M. per Dhd. Beste Manschetten per Dutzend 3,50 M. Französische Wachsstreichhölzer, 5 Minuten- Brenner, statt 10 Pf. für 5 Pf., per Dyd. 50 Pf. Parthien Sonnen- und Regen1,75 M. und 2 M. 1/4 Jahr, pro Schachtel tarifs von 1890. 2 Distuffion. 3. Errichtung einer Zahlstelle im Norden Nachtlichte, statt 10 pi. für 3 Bi. 1. Unsere jezigen Arbeitsverhältnisse unter Berücksichtigung des Lohn- schirme pottidig statt 3 Mart für eventuell Wahl der Beamten hierzu. Recht rege Theilnahme der Kollegen an der Bersammlung ist Pflicht. Cigarren, Sumatra fer J. A.: Robert Weber. neuefter Ernte, statt 4 M. für 2 M. 50 Pf. pro Riste 100 Stück. Verein Deutscher Schuhmacher( Filiale III).onego, jedes Stück in elegantem Versammlung Ring,( Habanna non plus ultra), echt amerikan. Tabat, hochfein, in eleganter am Montag, den 13. August, Abends 81/2 Uhr, bei Tränkler, Solmsfir. 44. Packung, 9 Ctm. lang, 5 Gtm. start, 222/4 Der Vorstand. Johannisthal, Nieder- Schönweide u. Umgegend. Montag, den 13. Auguft, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Senftleben in Johannisthal: Große öffentliche Bilderrahmenmacher. tus! Versammlung für Männer u. Frauen. Montag, den 13. August, Uhr, in den ,, Armin- Hallen", Sommandantenstr. 20: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: = Tagesordnung: 1. Der gegenwärtige Stand des Bierboykotts. Referent: Reichstags: Abgeordneter Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1. Unsere wirthschaftliche Lage und welche Bedeutung hat die 253/20 Gewerkschaftsbewegung? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 94/1 Zur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. Der Vertrauensmann. per Rifte von 50 Stück M. 2,50. Schützenlist, etwas Exquisites, per Kiste von 100 Stück M. 3,60. Länge 103/4 Ctm., Umfang 5/2 Ctm. Elegant ausgestattet. frische türkische Cigaretten, Delicioje bochfeine Badung, statt 3 M. für 1 M. per 100 Stück. Deutsche Cigaretten in 10er und 25er Packung, 30 Pf. per 100 Stück. Berloosungs- Gegenstände in enormer Auswahl spottbillig. Japanische Metalltablets, haltbar wie Silber, statt 50 Pf. für 25 Pf. p. St. Versand nach außerhalb von 3 M. an unter Nachnahme oder Vorherbetrag. Segr. Pflicht und Ehrenfache eines jeden Stollegen iſt es, in dieſer Verſamme Küuftl. Zähne schmerstos eingeſetzt, fefſiſikend. Reparaturen fofort. Weniger 1871. L. Brockmann, 1871. lung zu erscheinen. Bemittelte Ermäßigung. Kreslawski, Spittelmarkt 13. 26 Kaiser Wilhelmstr., Berlin. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthitraße 2. 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 186. Sonntag, den 12. August 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Varteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Gewerkschaftliches. Versammlungen: standen. Ferner ergänzen die Fabrikanten aus dem vorhandenen Bestande der Streifenden ihren Bedarf an Arbeitskräften so Iange, bis alle untergebracht sind; erst dann sollen Man schreibt uns: In unserer Parteipresse macht augen- Engagements von außerhalb zulässig sein. Zum Anlernen sind Im Verein deutscher Schuhmacher( Filiale II) hielt am blicklich eine Bekanntmachung der General Kommission der Ge- die Fabrikanten nicht verpflichtet; find z. B. teine Zuschneider 31. Juli Genosse Fleischer einen beifällig aufgenommenen merkschaften die Runde, die sich auf den Aus stand der unter den Ausständigen mehr vorhanden, so können dieselben Vortrag über„ Gefängnißarbeit". Alsdann verlas der Kassirer Schuhmacher in Burg bezieht. Es ist darin gesagt, daß von auswärts engagirt werden. In den Fabriken sollen so bald Struck die Abrechnung vom 2. Quartal und giebt gleichzeitig der Ausstand bereits 15 Wochen dauere, irgend eine Aussicht, als möglich ohne jede Einwirkung seitens der Fabrikanten Arbekannt, daß spätestens zur nächsten Versammlung sämmtliche den Ausgesperrten in Burg noch Arbeit zu verschaffen, aber beiter Ausschüsse gewählt und es soll mit diesen bei rückständigen Beiträge bezahlt werden müssen, widrigenfalls die kaum mehr vorhanden sei, da die Fabriken mit fremden Arbeitern etwa eintretenden Differenzen zunächst verhandelt werden; ergiebt fäumigen Mitglieder gestrichen werden. und Streitbrechern besetzt wären. Nach derselben Quelle sind sich dabei keine Einigung, so ist die Vermittelung noch ca. 100 Ausgesperrte, darunter ein Drittel weibliche Arbeiter, des Vorstandes in Nürnberg oder des Ver- Die Stuckateure hielten am 6, August eine Vereinsversamm zu unterstützen. Die Generalfommission knüpft an diese mit trauensmannes in Gotha anzurufen. Die bis- lung ab, in der den Mitgliedern der Kassenbericht unterbreitet theilung die Aufforderung, die Opfer des Kampfes zu unterstützen. herige Streitkommission bleibt unter dem Namen Arbeiter- wurde. Danach betragen die Einnahmen 391,71 M., die AusWir schließen uns dieser Aufforderung aus vollem Herzen an, fommission einstweilen bestehen und hat bei Besetzung der gaben 140,22 m., mithin ist ein Bestand vorhanden von 251,49 M. find aber weiter der Meinung, daß der Verlauf des Burger Stellen mitzuwirken. Bis Dienstag, 5. Juni, dem Ver- Der Antrag auf Auflösung des Vereins und Umwandlung des Schuhmacherstreits und sein jezt von der Generalfommission der handlungstag, Abends 8 Uhr, hatte dieselbe eine Liste der in ſelben in eine Verbandsfiliale wurde von der Versammlung ab. Gewerkschaften festgesetztes End- Ergebniß. eine Lehre für Burg anwesenden Ausständigen einzureichen; betreffs der Zugelehnt. die Arbeiter enthält, die nicht sobald verreisenden ist es in das Belieben jedes Fabrikanten gestellt, sie zu Eine öffentliche Versammlung der Sattler tagte am gessen werden sollte. Wie die Leser des Vorwärts" sich engagiren oder nicht." 9. August in der„ Ressource". Den Bericht der in öffentlicher noch erinnern werden, sollte der Streit in Burg durch einen Ver- Man vergleiche mit vorstehenden Bedingungen die Bekannt- Versammlung gewählten Arbeitsvermittelungs- Kommission er gleich beendet werden, dessen Bestimmungen von beiden in Unter- machung der Generalfommission, wonach jetzt die Pläge mit ſtattete deren Obmann Schneider. Aus demselben ging herhandlung befindlich gewefenen Theilen, den Unternehmern einer Streifbrechern besetzt sind, hundert Arbeiter ohne Beschäftigung vor, daß der Nachweis im letzten Geschäftsjahr( Juli 1898 bis und dem Vertrauensmann der Schuhmacher, W. Bock, anderer- und Verdienst in Burg und andere hundert nach Arbeit suchend, Juli 1894) prozentual schlechter funttionirte als im Vorjahre. seits, afzeptirt waren. Der Vergleich trat nicht in Kraft, weil aber durch schwarze Liſten verfehmt, auf der Landstraße liegen, In die Listen des Arbeitsnachweises ließen sich 150 organisirte die Majorität der Streikenden seine Bedingungen nicht akzeptiren die früher vorzügliche Organisation aber gesprengt ist, und man und 50 unorganisirte Kollegen eintragen; gemeldet wurden nur zu können glaubte. Eine im Anschluß an die Vergleichs wird zu einem milderen Urtheil über Bock's Vergleichsbedingungen 75 offene Arbeitsstellen, von denen 52 an organisirte und 10 an verhandlungen bekundete unbegreifliche Vertrauensseligkeit des kommen. Wir stehen nicht an zu behaupten, Bock habe in unorganisirte Kollegen vermittelt wurden. In 15 Fällen waren Genossen Bock den Fabrikanten gegenüber, die letztere dann dem Vergleich erreicht, was nach Lage der diese Stellen bereits besetzt, für die übrigen fanden sich keine selbstverständlich in schamlosester Weise ausuüßten, rief damals Sache überhaupt zu erreichen war. Reflektanten. Mehrere Redner erklärten dieses sehr unErstaunen und Entrüftung in allen Arbeiterkreisen hervor und in Die Gegner Bock's behaupten freilich, wenn er nicht mit den befriedigende Resultat als die Folge einer nicht gewissenhaften Versammlungen und Parteiblättern wurden sehr herbe Urtheile Fabrikanten unterhandelt hätte, so hätten diese die Forderungen Verwaltung. Unter den 10 in der Deffentlichkeit gewählten über Bock laut. Ein Nachspiel werden diese Vorgänge wohl der Arbeiter akzeptiren müssen. Der Versuch, irgend einen Be- Kollegen, welche allabendlich sich ablösend die Geschäfte des auch noch auf der Generalversammlung des Vereins deutscher weis für diese Behauptung zu erbringen, ist nie gemacht worden, Arbeitvermittelns zu erledigen hatten, befanden sich auch unSchuhmacher und möglicherweise auch auf dem Parteitage in bloßen Worten ist aber keine Bedeutung beizumessen. Genosse organisirte, welche wenig Interesse für den Nachweis bekundeten Frankfurt haben. So einstimmig aber auch das Urtheil darüber Bock konnte für sein Vorgehen die in diesem Falle schwer- und es mit ihren Pflichten nicht sehr genau nahmen. Dadurch ist, daß Bock einen unverzeihlichen Echniger gemacht hat, als er wiegende Thatsache ins Feld führen, daß die Streikkaffen der blieben sowohl Arbeitgeber wie auch Arbeitsuchende dem Nach den Fabrikanten Tack und Konsorten die Grlaubniß gab, in Schuhmacher erschöpft waren. Die Gegner Bock's hofften auf weis fern und um ihn vor dem gänzlichen Verfall zu schützen, seinem Namen eine öffentliche Erklärung über die Been die Ergebnisse der Sammlungen. Daß man darauf hin keinen sei es nothwendig, ihn wieder in die Hände eines Vereins digung des Streifs loszulassen, ohne daß er den großen Streit finanziell halten kann, zeigte sich in diesem Falle zurückzulegen. Aßmann gab die Erklärung ab, daß Wortlaut dieser Erklärung fannte, so verlangt anderer wieder, wie es sich in hundert gleichen Fällen früher ge- der Verein der Sattler und Fachgenossen" den Arbeitsnachweis seits die Gerechtigkeit anzuerkennen, daß Bock, als er den zeigt hat. mit sämmtlichem Inventar sehr gerne der Verbandszahlstelle" Vergleich zu stande brachte, die Interessen der Ar= Es steht also fest, daß eine schwere Niederlage einer starken überlasse, sobald seine Mitglieder in die Listen des Nachweises beiter und seiner Gewerkschaft beffer wahrte, Arbeitergruppe hätte vermieden werden können, wenn man unter als gleichberechtigte organisirte Kollegen eingetragen und in Arbeit als feine Gegner, die den Vergleich zu Fall Würdigung der thatsächlichen Verhältnisse mehr der fühlen Ver- geschickt werden. Schneider stellte dies als selbstverständlich brachten. In der Aufregung über die Tack'schen Depeschen, nunft und weniger den Eingebungen der Leidenschaft gefolgt hin. In dieser Voraussetzung stimmte die Versammlung einem die fälschlich Bock's Unterschrift trugen, wurden seinerzeit die wäre. Leider sind diese Fälle durchaus nicht vereinzelt und Antrage zu, den Arbeitsnachweis vom 1. Oktober 1894 ab der Bedingungen, unter denen Bock den Streik für beendet erklärt manche Schlappe in den gewerkschaftlichen Kämpfen wäre zu Berliner Verwaltungsstelle des Verbandes der Sattler und Tapehatte, faum beachtet; ja es wurde sogar in der in- und aus vermeiden gewesen, wenn die Betheiligten nur den Lassalle'schen zirer zu übergeben. Den Bericht der Agitationskommission unterländischen Arbeiterpresse eine Lesart in Umlauf gesetzt, wonad Rath befolgt und sich klar zu werden versucht hätten überbreitete Saffenbach. Die Tellersammlungen einiger öffentdie Vergleichsbedingungen ein" Faustschlag in das Gesicht der das, was ist. lichen Versammlungen ergaben die Summe von 15,70 M., wovon Streifenden" gewesen sein sollen. Wie sehr diese in der Aufregung Freilich nicht immer zeigen sich die Folgen einer falschen nach Abzug der Ausgaben 3,55 m. verblieben. Der Ertrag der aufgestellte Behauptung über das Ziel hinausschoß, möge der und unüberlegten Tattit so flar, wie im Burger Fall, und wir„ Maiſammlungen" belief sich auf 55 M.( verkauft wurden 275 Wortlaut der Bedingungen zeigen. Diese lauteten: haben denselben deshalb auch gewählt, um unseren Freunden in Marken à 20 Pfg.), die Ausgaben betrugen 8,70 M., somit vers Erinnerung zu bringen, daß unter Umständen auch für die ge- blieb ein Ueberschuß von 46,30 M. In seinem Besitz befinden werkschaftlichen Kämpfe das Wort gilt: Gin magerer sich zur Zeit demnach insgesammt 49,85 M. Nach kurzem Vergleich ist besser als ein fetter Prozeß. Bericht Böttcher's über die beiden letzten Versammlungen der Gewerkschaftskommission wurden, da dieser sein Amt niederlegte, Hagemann und Voltmann als Delegirte bezw. Stellvertreter gewählt. Der 5. Punkt der Tagesordnung betraf " Die Fabrikanten verpflichten sich, die Mitglieder der" Streitkommission wieder in Arbeit zu nehmen; die bezüglichen Engagements wurden an Ort und Stelle bewirkt und ergaben, daß sämmtliche Kom missions Mitglieder sofort Stellung fanden, allerdings zum Theil in anderen Fabriken, als wo sie bisher Sonntagsplauderet. spricht, erschütterte. Für die Berliner Nationalgallerie", Amüsementbedürftigen, die jetzt noch in den Seebädern dessen bin ich gewiß, wäre das Gemälde nimmermehr er- oder an Norwegens Felsengestaden sich tummeln. Nordlandworben worden. fahrten sind jetzt für jeden frommen Deutschen modern geIn der Ausstellung der sezessionistischen Künstlergruppe Ein Wert von ganz ähnlichem Gedankengehalt, wie worden. Selbst die Genußfähigkeit für Naturschönheiten zu München hängt in diesem Jahre ein merkwürdiges Ge- das des Deutschen Stuck, ist zugleich auf französischem Boden wird bei uns nach höchsten und allerhöchsten Anschauungen mälde von Franz Stuck. Es ist eine Allegorie und den entstanden und war zu Paris zur Schau gestellt. Man gemodelt. Wir werden also bald nicht mehr allein sein im noch wirkt sie, wie flammendes Leben selber. Nicht in ver sollte meinen, daß dort, wo künstlerisches Empfinden zu öden, betrübten Berlin. Tout- Berlin, Ganz- Berlin, wie es blaßten, schattenhaften Erinnerungen schwelgt die Allegorie, Aeußerungen sich verdichten kann, wie auf dem Bilde noch immer im geschmackvollen Zeitungs- Deutsch der Finanzvielmehr lodert Feuer der Empörung aus ihr hervor. Stuck's, das Bürgerthum gegen kriegerische Greuel energisch blätter heißt, wird bald wieder vollständig beieinander sein Grauen und Weh enthüllt sie; und was die Gemüther reagiren müßte, gleichgiltig wo sie auftreten. Allein und die erste Equipage, die auf Gummirädern durch den der Besten unserer Gegenwart mit brennendem Groll er noch immer ist fünstlerisches Schaffen bei uns so behutsam Thiergarten rollt, wird von allen, die sich tief unglücklich füllt, das spricht sie in der beredten Sprache echter Künstler vom vollen Leben gesondert. Gerade jene Klassen, zu denen fühlen im verwaisten Berlin jubelnder begrüßt, als nach schaft aus. Verdammt sei das blutige Kriegshandwerk! Gemälde wie der Krieg von Stuck überzeugungsmächtig langer Winterszeit die erste Schwalbe im Frühjahr. Nun Nicht ein hohler tendenziöser Protest gegen den Allwürger reden könnten, sind heute noch in der weit überwiegenden darf man doch wieder Mensch unter Menschen sein, den Krieg ist das großangelegte Gemälde. Ich glaube den Mehrheit von der Kunstbetrachtung entfernt; und nun geistvollen Wigeleien seiner Nachbarn bei Premièren in den Friedensfreunden vom Schlag des Herrn Rickert wollte sperrt man solch Bild in die Pinakothek. So mancher Foyers der Theater lauschen, man darf sich wieder zur Franz Stuck fich sicherlich nicht anschließen. Er trippelt Stenner läßt sich von ihm ergreifen. Der Troß der Philister, üppigen Tafel bei Abendgesellschaften einladen lassen; und nicht ängstlich auf den Zehenspitzen und wimmert ein ums der durch unsere Galerien zu rasen pflegt, hält ein Weilchen neu werden sich jene nächtlichen Freudenhäuser bevölkern, andre Mal: Jemine! o Jemine! Erlös uns von allem inne, macht pflichtschuldigst seine Reverenz und seufzt wohl gar: die, wie das Café National, in der letzten Zeit so viel Kriegsübel! Ach täm' nur ein süßes Zeitalter, da jeder Ja, ja der liebe Krieg! Er ist schrecklich, aber es muß Ursache zu bitteren Klagen hatten. Nichts scheint Schäfer im Hain seine fromme Lämmerherde friedlich hüten halt so bleiben!" Und dann geht der brave Bürger ein mehr ehrwürdig Zu sein in unseren bösartigen könnte! Von weibisch unnüßen, sehnsüchtigen Klagen Endchen weiter, verwischt ist der flüchtige Eindruck und Beitläuften, wenn selbst so altberühmte" Lokale, wie das hält sich sein mannbarer Künstlersinn fern. Mit wenn man ihm irgend ein brutal gemaltes, recht grell National- Café, aus Mangel an nöthiger Beachtung von trozigem Muthe und mit machtvoller Anschaulichkeit theatralisch arrangirtes Kriegs- und Schlachtenstück vor der stolzen Friedrichstraße zurückweichen müssen. Ein Stern, stellt er seine künstlerische Vision dar. Er gesellt sich nicht führte, seine biedere Seele würde hell aufjauchzen vor Lust. auf den jeder tugendsame Pfahlbürger mit leuchtenden, zu den Leuten, die alle Feiertage einmal zu einem Friedens Was befeuert die armen Japaner, was entzündet die feuchtverklärten Augen hinzuweisen pflegte, wenn er stolz kongreß wallen und dort rühr- und verbrüderungsselig, Gemüther der Soldaten China's, die jetzt zu Hunderten und ruhmrednerisch dem fremden Gast von den Herrlichwohl auch weintrunken eitle Resolutionen fassen. Er hingemordet werden? Was ist ihnen Korea und sie werden keiten des Berliner Nachtlebens erzählte! Und dieser Stern handelt, wie sein künstlerischer Beruf ihn zu handeln nöthigt. in den Tod hinein kommandirt um der Segnungen des beginnt zu verbleichen. Hoch zu Roß reitet eine düstere Jünglingsgestalt. Auf der lieben Handels willen, um die sich die oftastatischen Mächte Neben denen, die prahlerisch auf ihren gefüllten Geldehernen Stirne des finstern Helden steht geschrieben, was zunächst und indirekt lauernde Europäer balgen. Und was gilt sack zu schlagen vermögen und die dem todten Berlin neues das arme Gretchen von Mephisto sagt: er mag keine Seele dem gebildeten Zeitungslefer von heute das ferne Kriegsspiel Blut in die versiechenden Adern einflößen sollen, kehren lieben. Grausen verbreitet seine unheimliche Kälte. Es um Koreas Geftade? Man labt sich, wie in altväterlichen Beiten allgemach auch jene Hunderte von armen Teufeln heimwärts, ist der Krieg, der durch die Lande reitet. Es ist der an Krieg und Kriegsgeschrei, wenn's nur drunten in der Türkei" die in Berlin vielleicht mehr noch als anderswo Opfer moderne Krieg. Er tobt nicht wie ein Sturm tobt. Man folgt den Nachrichten, wie man einem absouder- ihrer falschen Schen sind, sich als Proletarier zu bekennen. wind durch die Gefilde; das ist kein wildes Jagen lichen Spektakel folgt, gegen den man gemüthlich nicht zu Ich meine die Dutzende von kleinbürgerlichen Familien, die mehr; nicht haben entfesselte Volks Leidenschaften reagiren braucht. Wozu sich in höchst überflüssiger sich zur Sommerzeit in dumpfe Winkel verkriechen, die trunkene Begeisterung erweckt. Gelassen, kalt, gefühllos, Humanität für den fernen Osten eschauffiren? Kann man neben schwehlenden Düngerhaufen billiges Logis suchen, die reitet der unbarmherzige Würger über todtwunde Männer für Japaner und Chinesen, die zu Krüppeln geschossen in bäuerlichen Ställen, statt in freien Stuben leben, um hinweg, über verstümmelte Glieder und krampfhaft zuckende werden, erhebende Wohlthätigkeitskonzerte oder Bazare er nur sagen zu können: Auch wir sind Römer! Auch wir Leiber. Ihn ängstigt das grauenhafte Gewühl nicht, ihn öffnen, wie für die Konstantinopeler, die vom Erdbeben bezogen unsere ländliche Sommerfrische." Arme Teufel stört nicht das Gestöhne der Zermalmten: in ihm lebt der betroffen wurden? Nein, das wäre lächerlich! Der japanische und Thoren dazu! Sie belügen sich selber. Was müssen Wille zur Macht, die erbarmungslos waltet, wie eine oder chinesische Krieger, der mag sich trösten. Er litt auf fie für Ungemach in mancher staub und sanderfüllten todsendende Maschine. Diese künstlerische Personifikation dem Felde der Ehre. Der unschuldige muselmännische Sommerfrische" bei Berlin ertragen, welche Qual der des Kriegs aus der Beitepoche Krupp wurde für die Münchener Bruder, dem ein tückisches Erdbeben grausam mitspielte, Heuchelei, wenn sie ihre materielle Noth mit allen Mitteln Pinakothek angekauft. Sie ist also in eine staatliche Kunst- hat solchen Trost nicht. Für den darf man sich schon verkleistern und verdecken müssen! Wie lange noch und fammlung aufgenommen, wohl freilich nicht in der Absicht, ein amüsiren! selbst sie werden zum offenen Bekenntniß und zum klaren Bewußtsein gekommen sein, daß sie zur großen Armee der Proletarier gehören; und von der bedrückenden Feigheit wenigstens, dies ängstlich verleugnen zu wollen, werden sie erlöst sein. Kulturdenkmal aus der Herrschaft des internationalen Milita Man amüsirt sich ja so gerne und doppelt gerne, wenn rismus der Gegenwart aufzubewahren. Den Mann, der das Ge- man zugleich das freudige Bewußtsein mit heimtragen kann, mälde für die Pinakothek erwerben hieß, fesselte mehr die ein wohlthätiges Echerflein zur Linderung fremder Noth Beherrschung der künstlerischen Technik, als daß ihn die beigetragen zu haben. Langsam rücken sie wieder ein und Idee, die aus dem Bilde wie eine tiefe, ernste Mahnung bald kommen sie zu Hauf in unser Berlin zurück, die Alpha. • " einen Protest gegen den Versuch des Vereins der Sattler und| ballen wurde das Verlangen gestellt, die 26 Kollegen wieder ein-| günftigere, dem Pfandleiher nachtheiligere Inhalt. Der Ver Fachgenossen, die den Sattlern Berlins gehörige Bibliothek dem zustellen, und dafür eine Reduktion der Arbeitszeit für alle ein- pfänder ist berechtigt, das Pfand jederzeit bis zum Abschluffe des Der Pfandleiher ist berechtigt, das Fachverein der Lederarbeiter zu überweisen", und rief eine fich zuführen. Eine Unterhandlung fam nicht zu stande, da die Verkaufs einzu lösen. bis lange nach Mitternacht ausdehnende Diskussion hervor. Von Firmeninhaber es ablehnten, mit Leuten zu verhandeln, die außer Pfand zum Zwecke der Befriedigung wegen seiner Forderung an den Anhängern des Verbandes wurde dem auf 8 Mitglieder halb ihrer Fabrit standen; damit war der Kollege Gillier ge- Rapital und Zinsen nach eingetretener Fälligkeit in öffentlich er zusammengeschrumpften Lokalverein zum Vorwurf gemacht, daß meint, der der Unterhandlungskommission angehörte. Im all- Auttion ohne vorausgegangene Klage verfaufen zu lassen. er durch den Beschluß seiner letzten Versammlung, sich auf ein gemeinen sei die Situation jetzt günstig, um pie geplante 50pro- Nach erfolgtem Verkauf des Pfandes hat der Pfandleiher den halbes Jahr zu vertagen", nur seinen Uebertritt zentige Lohnreduktion und die in Aussicht genommene verwerfliche für den Verpfänder nach Abzug der Pfandschuld und der Verin den Lederarbeiterverein" verschleiern will, dem einige seiner Affordarbeit zu verhindern. Es bedürfe jedoch neben der mora- steigerungskosten etwa verbliebenen Ueberschuß des Erlöses an Mitglieder übrigens schon angehören. Gleichzeitig versuche man lischen auch der finanziellen Unterstügung. An dem recht aus den Verpfänder zu zahlen oder für denselben innerhalb längstens Das Gesez durch ein schlau angelegtes Manöver die Bibliothek mit hinüber führlichen Vortrage schloß sich eine rege Debatte, die sich im 14 Tagen bei der Ortsarmenkasse zu hinterlegen. zu nehmen und auf diese Weise den Sattlern Berlins weg zu wesentlichen um die Unterstützungsfrage drehte. Ein diesbezüg- findet auf den Pfandleihgewerbebetrieb durch den Staat feine estamotiren. Die Bibliothek im Werthe von 200 m. durch licher Antrag wurde im Laufe der Diskussion wieder zurück- Anwendung; indessen sind die für die staatlichen Pfandleihhäuser Mittel der gesammten Sattler Berlins früher geschaffen, müsse, gezogen und den Mitgliedern der Vereinigung der Lithographen, erlassenen Reglements im allgemeinen mit vorstehenden Bestimso argumentirten die Redner, bei Auflösung des Fachvereins, Steindrucker und Berufsgenossen anheimgegeben, nach Kräften mungen übereinstimmend. unzweifelhaft der Verbandszahlstelle überantwortet werden, da durch freiwillige Beiträge Unterstüßung zu leisten; man stimmte An der Ruhr. Selbstverständlich hat die sozialdemo deren Mitglieder in ihrer großen Mehrheit als damalige Mit- zum Schlusse einmüthig folgender Resolution zu:" Die Versamm fratische Fraktion gegen das Gesetz über die Gewerbegerichte glieder des Fachvereins zu ihrer Gründung beigeheuert haben. lung erklärt nach dem gehörten Referat den Streit der Leipziger gestimmt. Die Gründe für diese Abstimmung sind des ausAßmann, der zeitige Borsigende des Vereins der Sattler 2c., Kollegen für vollständig berechtigt und verpflichtet sich, dieselben führlichsten bei Gelegenheit der Berathung des Gesetzes im Reichsgab zu, daß sich der Verein bis Januar 1895 vertagt" und er in jeder Beziehung, moralisch und materiell zu unterstüßen, um tage, ferner auf dem Parteitage und endlich auch in dem sehr die Bibliothek dem Lederarbeiterverein, dessen Mitglied er und sie zum endgiltigen Siege zu verhelfen." nüßlichen Werfchen Die Thätigkeit des Deutschen Reichstages seine Freunde seien, zur Benugung überwiesen habe, bestritt Friedenau. Im Kurhause hielt der Reichstags- Abgeordnete von 1890-1893, Verlag des Vorwärts" dargelegt. Einige der aber, daß die Bertagung" des Vereins einer Auflösung gleich Burm am 10. Auguft einen Vortrag über das Thema:„ Die Gründe, die zur Ablehnung dieses völlig unzulänglichen Gesezes führen mußten, sind folgende: Gewerbegerichte sind nicht oblikomme. So lange Eigenthum des Vereins und nur der Verein als solcher, nicht fapitalistische Produktionsweise und die Arbeiter". gatorisch, sondern fakultativ. Der Kreis der der Gewerbegerichtsdie öffentliche Versammlung habe die Verfügung darüber. Aehn- welche der Referent an den Vorgängen der neuesten Zeit übte, thätigkeit unterstellten Streitigkeiten ist ein viel zu enger. Neben lich außerte sich Schubert. Barth rietb, die Bibliothet wurde von der Versammlung mit lebhaften Beifallsbezeugungen den Gewerbegeri chten existiren die Innungs- Schiedsgerichte nach dort unterzubringen, wo sie nicht nur organisirten Sattlern begleitet. Iuth wies in der Diskussion auf das Mißverhältniß dem Gesetz nach wie vor weiter. Bei Summen über 100 m. ist und Lederarbeitern, sondern gegen Hinterlegung einer Kaution der relativ großen Stimmenzahl bei den Wahlen, und der geringen die kostspielige und im Werthe des betreffenden Buches auch unorganisirten Betheiligung an der politischen Organisation der Arbeiter am Orte hin und legte flar, aus welchen Gründen dieselben verKollegen zur Benutzung offen steht, so eher um fülle sie ihren Zweck. Nach längerem Für und Wider, anlaßt wären das Versäunite nachzuholen. Nach dem noch Gewobei auch gleichzeitig eine gegenseitige Kopfwäsche" für frühere noffe Flemming gesprochen, wurde eine, der Tendenz des Sünden" vorgenommen wurde, endete die Debatte mit der An- Vortrages entsprechende Resolution angenommen. Zur Lassalle nahme folgender Resolution: Die Versammlung spricht ihre feier, welche am 26. August im Kurhause stattfindet, wurde ein Verwunderung darüber aus, daß der Fachverein der Sattler, der liebengliedriges Komitee gewählt. Raipar- Steglit fritifirte die den Berliner Sattlern gehörende Bibliothek verwaltete, den das Verhalten gewisser behördlicher Organe, die eine höchſt Versuch unternommen hat, dieselbe einer anderen Gewerkschaft zu zwecklose Jagd nach Plakaten inszenirten und warnt vor dem überweisen. Sie erkennt die Berechtigung zu diesem Vorgehen Besuch des Schüßenfestes in Steglitz. Die Petition für Gr nicht an, verlangt vielmehr, daß der von einigen Bersonen ge- richtung eines Gewerbegerichts für Siegliß zc. wurde zur Unterfaßte Beschluß nicht ausgeführt wird und die Bibliothek dem zeichnung empfohlen. Verbande der Sattler, Tapezirer und verw. Beruisgenossen, als einzige Organisation der Berliner Sattler, überwiesen wird. Jeder Sattler und Berufsgenosse hat das Recht, die Bibliothek zu benutzen. In den Fachverein der Lederarbeiter setzt fie das Vertrauen, daß er auf ein solches Geschenk, zu dessen Hergabe die Geschenkgeber kein Recht hatten, gern verzichtet." " er= Die Kritik, an sind dem Arbeiter gefährliche Berufung Die Gewerberichter drei gelehrte" Richter zulässig. nach dem Gesetz einer Art Beaufsichtigung durch gelehrte" Beamte unterworfen. Das Wahlrecht tritt nach dem Gesetz erst mit dem 25, die Wählbarkeit erst mit dem 30. LebensJahr ein: Arbeiterinnen sind vom Wahlrecht völlig ausgeschlossen Die allermindesten Anforderungen, die zu stellen sind, um schnelle, . f. w. Die Prozesse ferner sind nicht unentgeltlich u. f. w. u. f. w. fachgemäße Entscheidungen in Gewerbestreitigkeiten herbeizuführen, finden Sie im Titel IV des von der Fraktion zuletzt 1890 dem Heichstage unterbreiteten Arbeiterschußgefeßentwurfs. An den Gewerbegerichtswahlen betheiligen sich unsere Genossen selbstverständlich, um wenigstens im Rahmen des durch das Gewerbegerichts- Gesetz Gebotenen nach Möglichkeit Unrecht an dem Arbeiter in Streitigkeiten zwischen ihm und dem Unternehmer abzuwehren. Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchfiaben oder eine Baht) J. K. 51. Darüber, wann Orchestrion, Klaviere und der anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll.. gleichen Ruhe störende Werkzeuge des Morgens in Bewegung ge= Schriftliche Antwort zu ertheilen lehnen fetzt werden dürien, ohne den Spieler der Gefahr, wegen Rubewir a b. störung und dergleichen angeklagt zu werden, auszusetzen, be Eine öffentliche Versammlung der Lithographen, H. J. Für Preußen ist das Pfandleihstehen teine Vorschriften. Ob strafrechtlich zu ahnender ruhes Steindrucker und Berufsgenossen tagte am gewerbe durch das Gesez vom 17. März 1881 störender Lärm"," grober Unfug" und dergleichen vorliegt, hängt 9. August in den Arminhallen. Als Referent war der Kollege geregelt. Die wesentlichsten Bestimmungen dieses Gesetzes im Einzelfall von der Art des Spiels, der Empfindsamkeit der Konrad Müller aus Leipzig erschienen, um den hiesigen find folgende. Der Pfandleiher darf sich an 3insen nicht Mußzuhörer und der musikalischen Begabung der Richter ab. Kollegen noch einmal die Ursachen, den Verlauf und den gegen- mehr ausbedingen oder zahlen lassen, als 2 Pf. für jeden Monat Uns ist kein Fall bekannt, in dem Anklage gegen uniformirte, wärtigen Stand des Streiks resp. der Arbeitseinstellung bei der und jede Mart von Darlehnsbeträgen bis zu 30 M., und 1 Pf. Nachts musizirende Leute wegen ruheftörenden Lärms erhoben Firma Wetzel u. Naumann in Leipzig llargulegen. Die Firma für jeden Monat und jede den Betrag von 30 M. übersteigende wäre. Selbstverständlich steht juristischer Interpretationskunft, hat sich aus den bescheidensten Anfängen heute zu einer Fabrik Mart. Es darf jedoch der Pfandleiher ausbedingen, daß Zinsen wie sie zur Zeit geübt wird, durchaus nichts entgegen, den entwickelt, die mit 500 Leuten arbeitet; dabei scheint ihr die mindestens für 2 Monate gezahlt werden müssen. Die Fällig musikalischen Lärm nächtlich herumziehender Militärleute als Absicht inne zu wohnen, den Druck, den ihre englischen Auftrag- teit des von einem Pfandleiher gegebenen Darlehns tritt nicht groben Unfug, vielleicht auch als Hochverrathsbeginn oder dergeber auf die Preise ausüben, gänzlich auf die Arbeiter vor Ablauf von 6 Monaten seit deffen Hingabe ein. Der Pfand- gleichen zu flassifiziren. abzuleiten. So fand zunächst im vorigen Jahre eine dreißig leiber muß in sein Pfandbuch eintragen: Datum des 223 M. J. Der Abzug ist unberechtigt, die Klage ist bei und Zuname des Verpfänders, dem Amtsgericht( nicht Gewerbegericht) anzustellen. prozentige Lohnreduktion statt; da dieselbe stillschweigend hin- Darlehnsgeschäfts, Vorgenommen wurde, folgte bald darauf im Laufe dieses Jahres eine Betrag des Tarlehns und der Zinsen, Bezeichnung des A. B. 9. Hinterlegen Sie die Miethe nicht, so sind Sie Eine Ab- der Gefahr einer Doppelzahlung ausgefeht. 50prozentige Lohnreduktion. Daraufhin fand am 29. Juli eine Pfandes, Zeit der Fälligkeit des Darlehns. Wettende. Selbstverständlich kann der Einwand, daß Sie Versammlung statt, in der bekanntgegeben wurde, daß auf grund schrift dieser Eintragungen muß der dem Darlehusnehmer einseitiger Kündigung( eintägige) 26 Kollegen entlassen worden zu übergebende Pfandschein enthalten; falls Pfandbuch Water mehrerer unehelicher Kinder sind, Sie von Ihrer Verfeien. In einer darauffolgenden Versammlung in den Kaiser- und Pfandschein nicht übereinstimmen, gilt der dem Verpfänder| pflichtung, die Kinder zu ernähren, nicht befreien. Rixdorf. Ethische Gesellschaft. In folgenden Lokalen wird kein Boykottbier ausgefchänkt. Sonntag, den 12. August, Abends 8 Uhr, bei Deigmüller, Berlinerstr. 117, Schaller. 136, Kummer. 84/85, G. Herzberg. Bergstr. 5, Wanzlick. 142, Schimmtäse. Cottbuser Damm 74, A. Hilfe. 99, Lau. " " 101, H. Schmidt. Delbrückstraße, Hoppel. Fallstr. 47, Fr. Lasch, Material- Gesch. Hermann- Platz 7, A. Barthel. Hermannstr. 9, Köhler. Jägerstr. 45, Stoof, Destill.- Niederlage. Karlsgartenstr. 1, Hilpert. 17, Peters. Kirchhofstr. 4, Klar. " 57, Wwe. Wutler. Ecke Bergstraße, Dückert. Rnesebeckjir. 11, Frau Schöneit. " 14/15, Wwe. Appelt. 77, Wiersing. Leffingitraße, Gde Kopjuraße, Mayer Maibach- Ufer 3, Schmock. Prinz Handjerystr. 7, Schütz. terial- Geschäft. 63, Schaumann. " 21, Oppermann. " " 84, Ostertag. 38, Fr. Bergmann. 41, H. Saffe, Ma" " 42, G. Schulz. " 48, Heitaus. " " 60, M. Hoffmann. 49, W. Weiß. # " 118, Babenschneider. 140, Daniel Böttcher. " 145. " 149. " Hobrechtstr. 9, Hohensee. " 19, Freund. 1, G. Schumacher.. Jägerstr. 2, Martinius. " 12a, Wanzlick. 29, Grünig. " 44, Ruppert, Bierverl. Schönweiderftr. 11, Kretschmer. 15, Nagel, 23, Brünning. Steinmegstr. 45, Nitschke. Treptowerstr. 4, Fricke. Thomasstr. 8, Reden. Ziethenstr. 24, Wulf, Vertr. Krebs. 42, Hübler. 71, Wanglick. Alte Jakobstraße 48a: Versammlung. I Tages Ordnung: Herzlichen Dank sagen wir allen Freunden und Bes stattgefundene Vermählung in so hohem Maße gesendeten Glückwünsche und Gratulationen. 2271b fannten für die bei unserer am 2. Auguſt Moritz Uhle, Restaurateur, 32,33. Kreuzbergstr. 32/33. Vortrag des Herrn Dr. Völkel aus Rudolstadt über: Konstantin Amanda Uhle geb. Meissner, der Große und die Einführung des Christenthums". Nachdem: Gemüthliches Beifammensein und Tanz. Gäste, Tamen und Herren, stets willkommen. Achtung! Tapezirer. 113.8 Achtung! Montag, den 13. August, Abends 8 Uhr, in der ,, Berliner Ressource", Kommandantenitr. 57. Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Aufstellung eines Kandidaten zum Gewerbegericht. 2. Bericht und Neuwahl der Agitations- Kommission. 3. Bericht des Delegirten der Gewert schafts- Kommission. In Anbetracht der wichtigen Punkte erwarten wir, daß jeder Tapezirer Die Agitations- Kommission. am Platze ist. 233/1 Fachverein der Tischler. Montag, den 13. Angult, Abends 82 Uhr, in den Armin Hallen", Kommandantenstraße Nr. 20. Gastwirthe, welche kein Boykottbier führen, und in diese iste auf genommen werden wollen, tönnen fich melden in dem Zigarrengeschäft von General- Dersammlung. R. Becher', Hermannstr. 148, und L. Herrmann, Richard- Platz 10. Oranienburg. 254/1 Verzeichniß der Gastwirthe und Kaufleute, welche boykottfreies( Münchener) Bier verkaufen resp. verschänken: Bahnhofstraße, Hesse, Bahnhof- Restaur.| Kanalstraße, Ziehm, Berlinerstraße, Brederet, Gastwirth. " Schley, Otto, Kiesow, Kaufmann. Bernauerstraße, Gitner, " " Lehmann, Gastwirth. Hensel, Bornheim, Greinert, " Cremmenerstraße, Winkel, Gastwirth. Stahl, " Savelstraße, Duve, 11 Burde, Kaufmann. Haertel, Ranalstraße, Süste, Gastwirth. " " " Lehmann, Gents, Kaufmann. Lücke, Tages- Ordnung: 1. Abrechnung des Kaifirers. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Bericht des Bibliothekars. 4. Verschiedenes. In dieser Versammlung wird Bericht erstattet über die letztgeführten Prozesse. Es ist nothwendig, daß sämmtliche Mitglieder erscheinen. Der Vorstand. 28/2 Schöneberg. Laden zur Restauration oder Materialgeschäft, desgl. ein Laden zu Wäschegeschäft oder Posamentierwaaren sofort zu vermiethen. Näh. Rankeſtr. 9 beim Portier. 21555 Freundl. Schlafstelle für Herren, sep. Ging., bei Frau Thomas, Manteuffel straße 44, 3 Tr. bei Reichert freundl. Schlafstelle, sep. Friedrichsgracht 44, v. 1 Tr. links Ging., an 2 Herren zu verm. 2244b Schlafstelle für 2 Herren, fep., zum 1. Septbr. Reichenbergerstr. 180, vorn 2 Tr. links. 2260b Freundl. Schlafstelle, sep. Eing., zum 15. od. 1. Alexandrinenstr. 17, 3 Tr. 22576 bei Aude. Anständige Echlafitelle für 2 Herren, sep. Eing., zu verm. W., Kirchbachstraße 18, Hof 2 Tr. b. Fieß. 2 freundliche Schlafstellen zu ver= miethen Nostizstr. 17 Hof 1 Tr. r. 21856 Eine freundl. Schlafit. f. 2 H. zu verm. Schüßenstr. 15 bei Walter, Quergebäude 4 Tr. 22626 Gut möbl. Schlafft., 2 Fenster, Eing. Dienstag, den 14. August, Nachm. 4½ Uhr, bei Keßuer, sep., Brizerstr. 12, 2 Tr. Hofrichter. Grunewaldstraße Nr. 110: Kurfürstenstraße, Braun," Gastwirth. Gr. öffentliche Versammlung der Schankwirthe Lehnigstraße, Gänsicke, Louisen- Play, Giler's Hotel. Mühlenstraße, Joen, Kaufmann. Herm, Ilmann, Gastwirth. Bartels, Poststraße, Dalchow, Gastwirth. Sandhausen. Woyde, Gastwirth. Wruck, Kaujmann. Oranienburg, den 8. August 1894. Die Lokalkommission. Kulmbacher Rini- Brän in dunkler und Münchener Farbe offerirt in Fässern und Flaschen billigst die : 2 b General- Vertretung: Heyden& Kutzner, Schönebergs und Umgegend. Möbl. saub. Schlafft. m. sep. E. zu verm. Raiser Franz Grenadierplay 5, Hof 1 Tr. r. " 22516 Schlaist. vermiethet Ademeit, Kraut2258b Tagesordnung: 1. Die Unregelmäßigkeit der Polizeistunde. Referent: straße 35, v. 4 Tr. Rollege Behrendt. 2. Distusfion. 8. Der Bierboykott. 254/2 Zur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. Der Einberufer. Arbeitsmarkt. Sozialdem. 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