Ur. 230. 36. Jahrg. BezugSvretS: Si-rt-YSHrl. Iff) M. monall.aBO Stt frei ins$aus. ootouSjoftlbat. Einzelne Nummern 10 Pjennig. Postbezug üionaüid) 2.50 Mi. extl. ZuslellungS- gebühr. llnler Kreuzband iür Deutsch- »ind u. Oeiterreich-Ungarn h.T5 Mi. für das übrige Ausland 9.75 Mi, bei läglich emmaliger Zunellung 7.75 Mi. Poilbeilellungen nehmen an Däne- mar!. Holland. Luxemburg. Schweden und die Saiweiz. Eingetragen in die Sofi-semmgs-l'tcislifte. Ter.LorwärtS' erscheint wochentäglich zweimal. Sonmags einmal. Telegramm-Adresse: .Eozialdemokrat Berit»". Abend Ausgabe. � P- Nerlinev VolkSblstt. (lopksnnig) Ml. AnzeigenpreiSt Die achtgeibaltene Nondareillezell« loslel 1,20 Mi.»Klein« Sin, eigen-, daS setlgedrulitc Sori 50 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte■motte). ied«s wettere Boti 25 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen anzeigen das erste Bott 40 Big., ledeS weiters Wort 20 Big. Worte über 15 Buchstaben zählen sür zwei Worte. TeuerungSzuichlag 50»/» Familien-Anzcigen, volitilche und gewertichaitltche Vereins< Anzeigen ILO MI. die Zeile. Anzeigen iür die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags im Hauvtgeschäft. Berlin 628.68, Lindenstratze 3, abgegeben Verden, Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozlaldemokratlfcben parte! Deutfcblande. Redaktion und Expedition: SV). öS, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Morttzplatz. Nr. tätSV— tSKS?. Dienstag, den 6. Mai 1319. Vonvärts-Verlag G.m.d. h., SV. öS, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritzplah, Nr. 117 SS— 34. öuöapeft besetzt. Paris, k. Mai. Das französische Depeschenbureau Havas verbreitet die Nachricht des rumänischen Presie- bureaus aus Bukarest, daß die alliierten Truppen in Budapest einistarschicrt sind. Danach hat der letzte leidenschaftliche Appell Belo KHiinS an die ungarischen Arbeiter, die letzte«' Kampfesreserben aufzu- bieten, um sich die Feinde mit einem letzten Ausfall vom Halse zu halten, das VerhängwiS nicht mehr aufhalten können. Die ungarische Räterepublik ist zu Grabe getragen. Jäh und impulsw wie sie in einem Ausbruch nationalistischer Ver- zweiflung auS dem Boden gestampft worden ist, ist sie unter- gegangen. Wir haben im Anfang darauf hingewiesen, daß der Rätekommunismus in Budapest nur vorgeschoben worden ist, um die national« Zertrümmerung Ungarns aufzuhalten. Nun ist alles zerbrochen. Der Nationalismus ist unterlegen und der Kommunismus, der vor seinen Wagen gespannt worden ist, hat sich für alle Zeiten durch wüste Ausschreitungen in Ungarn kompromittiert. Was jetzt in Ungarn kommt, wird wahrscheinlich nicht ein« sozialistisch�, sondern eine bürgerliche Regierung mit sozialistischem Einschlag sein. Zur Ueberreichung üer Zrieöensnote. Die Teilnahme am offiziellen Akt. Paris, L. Mai.(HavaS.) Amtliche Mitteilung. Wilson, Lloyd George und Clemenceau versammelten sich Man- tag nachmittag, um sich über die im Trianon-Palast zu den Sitzun- gen der Konferenz getroffenen Verfügungen Rechenschaft abzulegen. Zu der Mittwochsitzung, in der der Präliminarfriedensvertrag der deutschen Delegation überreicht wird, werden zugelassen die Bevollmächtigten der Vereinigten Staaten, Grotzbri- t a n n i e n S und der Dominions, Frankreichs, Jta- lienS, Japans, Belgiens und der tschecho-slowa- tischen Republik. Tie Bevollmächtigten werden von je einem Sekretär für jede der Mächte begleitet sein. Es wurde gleichfalls beschlossen, daß Vertreter der Presse zugelassen werden, und zwar in einer Gesamtzahl von 30 für die Großmächte und die Dominion?, 10 für die Mächte mit besonderen Interessen.-Tie deutsche Tele- gation wird durch sechs Bevollmächtigte, begleitet von Sekretären und fünf Zeitungskorrespondenten vertreten sein. die italienistben Schwierigkeiten. Von amtlicher französischer Seite ist die Verzögerung der Ueberreichung der Fricdensbedlngungcn mit den techni- schen Schwierigkeiten bei der Drucklegung begründet worden. Es liegt indessen ziemlich offen zutage, das; die Schwierigkeiten in der Haltung Italiens liegen. K r i n e s f a l l s ist die ein wenig plötzlich gc- kommene Mitteilung, dass die Bedingungen nun doch am Mitt- woch an die deutsche Delegation überreicht werden sollen, ein Erfolg der dringenden deutschen Anfrage, denn wenig« Stiin- den vorher hatte ja Clemenceau noch der deutschen Delegation sagen lassen, dasz ein Termin nicht angegeben werden könne und daß es den Reichsministern Giesberts und Landsbe/g freistcbe, nach Berlin abzureisen. Die Tatsache und der In- halt dieser Erklärung Elemcnccaus zeigt, daß das Hindernis nicht in der Drucklegung, sondern rn der Haltung Italiens zu suchen wan__ Tie italienische Krise beigelegt. Wie aus B e r s a i l l r S gemeldet wird, haben Orlando und S» n n i n o unerwartet erklärt, daß sie Mittwoch srüh wieder in Paris eintreffen werden, um an den Verhandlungen teilzunehmen. Damit dürste die italienische Krise beige- legt sein. Der amtliche Auszug aus dem Fricdcnscntwiirf wird am Mittwoch abend durch die amtlichen englischen und franzd- sischrn Bureaus an die Entrnteprcsse und die der neutralen aus- Belleben werden. Anschluß Deutschöfterreichs eine llebensbeüingung. Aus der grofideutschen Vereinigung. Wie«, 0. Mai.(Korrbureou.) Wie die. deutschen Nachrichten melden, wurd« in einer Vollversammlung dec Großdeutschen Ver- c'niguno gegenüber anderslautenden Blättcrmeldungen festgestellt. daß von einer Aenderuug der Anschauungen der Großdeutschen Vereinigung in der Frage des Anschlusses an Deutschland keine Rede sein kann. Vielmehr betiachie die Vereinigung den Anschluß als eine Lebensbedingung für das deutschöster« r e i ch i s ch e Volk. Ferner wurde an die Regierung das Er- suchen gerichtet, daß Vertreter der strittigen Gebiete Deutsch- Oesterreichs in-i-e Friedensdelegation aufgenommen werden. der vorstand des Völkerbundes. Eine um Spanien verlängerte Entente. Versailles, 0. Mai.(Eigener Drahtbe�icht des„Vorwärts".) Der„T e m p s" feiert stürmisch die angekündigte Rückkehr Or- landos und läßt durchblicken, daß die Lösung der Adriakrise und die Erfüllung der italienischen Forderungen erfolgen müsse. Der kommende Frieden mit Deutschland lasse übrigens diese Frage offen, da Deutschland sich im voraus zur Anerkennung jeder später zu leistenden Vereinbarung über früher österreichisch-ungarisches Gebiet bereit erklären müsse. Ein gleiches Desinteressement scheint, wenn auch nicht ausgesprochen, die Wilson zugedachte Rolle zu enthalten. Heute tritt das Exekutivkomitee zur Festlegung der Völker- bundssatzuug zusammen, bestehend aus Amerika, England, Frankreich, Italien, Japan, Belgien, Brasilien. Griechenland, Spanien. Aus denselben Staaten soll künftig der Borstand des Völkerbundes gebildet werden, als» eine nach Spanien vertöngcrte Entente. Dor„Popnlaire" enthält nichts über den Frieden, aber ein Haase-Jnterview aus Amsterdam mit großartigen Auf- schneide rcien über die Macht der Unabhängigen. Die Scheidemann- regieruug müsse gehen, eine rein sozialistische Regierung mit den Mehrheitssoziaftsten aber ohne deren Führer sei in Sicht. Der Spartakismus sei kein« Gefahr, auch er kann mit in der Regierung sein wenn er will. Alles Uebel komme von Scheidemann. Die G e- w i s s c n l o s i g k e i t solcher Schwätzereien ist im gegenwärtigen Augenblick erstaunlich, sie ist entschuldbar nur durch die Ahnungslosigkeit Haases, welche Wirkung sie hier haben mutz.. Stampfer. Eroberung Petersburgs üurch finnische Truppen! Amsterdam, K. Mai. Dem„Telegraf" zufolge soll nach einem noch nicht näher bestätigten drahtlosen Bericht Peters- bürg von finnischen Truppen erobert worden sein. Slft-r geben vorstehende Mitteilung, die uns ziemlich unwahr- scheinlich erscheint, mit allem Vorbehalt wieder. Es sind aus Ruß- laud in den letzten Jahren schon zu viele Meldungen eingelaufen, die sich nachher nicht bestätigten, so daß es voreilig erschiene, irgend- welche Schußfolgerungen an obige Meldung zu knüpfen. Kämpfe vor Wilna. Vorrücken der Bolschetviki. Berlin, 5. Mai. Nach Meldungen auS K o w n a vom 2. Mai rücken die B.o l s ch c w i k i erneut mit starken Kräfte« auf Wilna vor. In unmittelbarer Nähe von Wilna ist es bereits zu Kamp- f e n gekommen. Die Stadt wird von feindlichen Granaten er- reicht. Tie Pole» haben mehrere angesehene litauische Bürger ver- haftet und halten zahlreiche Haussuchungen ab, wobei sie häufig Geld und Wertsachen mit Gewalt wegnehmen. der belgische Ministerprästöent über öie verhanülungen. «Eine glänzende �uknnft. Brüssel, 5. Mai.(HavaS-Reuter.) Der M i n i st r r p r ä- s i d e n t sagte in einer Erklärung, die er bezüglich des Ergebnisses der Verhandlungen in Paris abgab: Wir können einer glänzenden Zukunft entgegensehen, wenn unsere Fordcrun- gen auf wirtschaftlichem Gebiet erfüllt werden, wenn die Frage unserer Flußmündungen endgültig geregelt ist, und wenn wir zu rincm aufrichtigen wirtschaftlichen Uebereinkommc« mit Holland und Luxemburg gelangen. Innerhalb des Krön- rates herrscht eine Meinung bezüglich der Politik, die bcsolgr wer- den muß, um die R c v i s i o n des Vertrages von 1 8.3 g zu erlangen. Die Kammcrkommission für auswärtige Augelcgenhcjten nahm Darlegungen Hvmans bezüglich der Pariser Verhandlu»- gen entgegen. Alle Mitglieder billigten die von der Regierung getroffene Entscheidung und waren der Ansicht, daß der Vertrag zwar nicht im weitesten Sinne entgegenkommend, jedoch mit der Ehre vereinbar und zufriedenstellend sei. Anerkennung der Unabhängigkeit $innlanüs. Amsterdam, 6. Mai.„Algrmren HandelSblad" meldet auS Paris, daß die Friedenskonferenz die N n a b h ä n g i g k e i t F i n n- lands unter gewissen Bedingungen mit einem Vorbehalt be- treffS der finanziellen Verpflichtungen Rußlands anrr- kaimt hat. der Streikhetzer Hunger. Von Otto Hite... In einer agrarkonservativen Publikation tvar dieser Tage eine sich mehr durch Gehässigkeit als durch Sachkunde auszeichnende Darstellung der Streiks in den Bergwcrksbezirken zu sin- den. Die auch von den Werksverwaltungen zumeist anerkannte lebensbedrohliche Unterernährung der Bergwerksarbeiter und die sich hieraus ergebenden sozialrevolutionären Folgen werden eben in agrarischen Kreisen immer noch so wenig ge- würdigt wie im Frühjahr 1917. als der Kohlrübenjaminer scho» die Belegschaften von über 89 Ruhrkohlenzechen zur Arbeitsein- stellung btwog, was Vertreter der Konservativen in devHaus- Haltskommission des preußischen Landtags zur Scharfmachera gegen die„Landesverräter" im Bergmannskittel bewog, statt unerbittliche Strenge gegen preistreibende I i e f e r u n g s- unlnstige Landwirte zu fordern. Damals wie heute noch immer fehlt es in sehr weiten agrarischen Kreisen ganz und gar an dem Verständnisse für die schwere Nahrungsmittelnot, unter welcher die Arbeiterbevölkerung namentlich in den großen. Industricbezirken leidet. Diese Not macht die Massen empfang' lich auch sür die Annahme der unsinnigsten Radikalkurpläne, denn der furchtbare Streikheßer Hunger raubt den von ihm Gequälten schließlich jede Besinnung. Würde es aus beruflichen Gründen angängig sein, danrt möchte man eine wenn auch nur vorübergehende Auswechselung der großindustriellen Arbeitersckxist mit der nur landwirtichaft- lich tätigen Bevölkerung vornehmen, um letzterer praktisch zu lehren, daß sie, ohschon auch.eingc'chränkt lebend, doch während der ganzen Kriegszcit noch nicht erfahren hat, was Hunger heißt! Von vornherein ist die zugestandene Nahrungsration auf dem Lande viel reichlicher als die dem Industriearbeiter gereichte. Dieser hat jetzt schon wieder seit Wochen, teilweise seit Monaten nur eine kläglich geringe, zeitweilig gar keine Kartoffel- belieferung. Auch die geringe Fleischvcrsorgung setzte stellenweise wochenlang aus, von der winzigen Fettration gat nicht zu reden. Gemüse muß zu Apothekerpreisen be- zahlt werden, ist trotzdem häufig gar nicht zu haben. Tcmgegen- iiber möge die agrarisch tätige Bevölkerung nur ehrlich einge- stehen, daß sie wenigstens an den nötigsten Nahrungsmitteln noch keinen ernstlichen Mangel gelitten hat. Man sehe sich die Scftaren von Männern, Frauen und Kinder an, die als sogenannte„Hamster" aus den Industrie- gebieten die meist wcitabgclegenen Dörfer abklopfen, um dort Nahrungsmittel einzukaufen. Sie kommen zurück mit Säcken voll Kartoffeln, auch Hülsenfrüchte, Pichl, Eier, Butter, Ge- müse werden eingekauft, und sie wissen zu erzählen von einer vorgefundenen N a h r u n g s f ü I l e, die dem halbverhungerten Industrieproletar schier niärchenbaft anmutet. Das spricht sich heruni und weckt begreiflich Erbitterung über die krasse Un- g l c i ch h e i t der Versorgung. Und zu welchen Preisen müssen die hungrigen„Hain- sterer" ihre Lebensnotdurft bei den Landwirten selbst erstehen?! Daß für den Zentner Kartoffeln weit über 39 Mk. gezahlt wer- den muß(Friedenspreis bis 4 Mk.), scheint„Taxe" ge- worden zu sein. Eier wurden das Stück zu 9,89 bis 1,29 Mk. vom„Erzeuger" abgegeben(Friedenspreis 8 bis 19 Pf. um diese Jahreszeit), nachdem der Höchstpreis kürzlich noch auf 35 Pf. stand. Unter 29 Mk. pro Pfund will der„Erzeuger" die Butter nicht abgeben(Friedenspreis 1,29 bis 1,59 Mk.).' Die gleichen wabnsinmg hohen Preise sind dem„Erzeuger" für Speck und Wurst zu zahlen. Für Hülsenfrüchte, die in Frie- denszeit sür 9,29— 9,35 M. gern losgeschlagen wurden, müssen nun dem„Erzeuger" 2,59—2,59 M. gezahlt werden. Zu diesen ungeheuerlich hohen Einstandspreisen kommen sür den ,. Hamsterer" noch seine hohen Reiseunkosten. Man kann sich danach vorstellen, in welcher Gemütsverfassung schließ- lich Abrechnung abgelegt wird. Durch die zahlreichen Ein- käufer erfuhren die darbenden Industriearbeiter, wie unvergleichlich besser und reichlicher die Ernährung„auf dem Lande" ist, derart, daß noch große Quantitäten zu tatsäch- liehen Wucherpreisen verkauft werden können. Will sich der Arbeiter besser, als es ihm seine böhövdlich abgemessene Ration erlaubst ernähren, dann muß er den zehn-, ja, den z w a n z i g f a ch e n Preis, als er vor dem Kriege üblich war, dafür zahlen! Da er das nur ausnahmsweise kann— zahllose Arbeiterfamilien können es überhaupt nicht — so ist der Normal z» stand der Hunger. Wer wollte nicht begreifen, daß hierdurch endlich ein Ver» zweiflungszustand erzeugt wird, der schwere Erschütterungen unseres Wirtschaftslebens zur Folge haben muß. Diesen an ihre Zukunft verzweifelnden Menschen kann man mit den schönsten Vernunftgründen nicht mehr bei- kommen. Die unvernünftigsten Verheißungen werden am chesten ffegfait5f. Diese Menschen eriöcrrlen Wunder, weil sie. körperlich und geistig zermürbt, ixrs Selbstvertrauen der- lorcn haben. Völlig abwegig ist das immer wieder zu hörende Argu- ment von den»hohen Löhnen". Was hilft es dem Berg- mann, daß er, als Hauer, einen Schichtverdienst von 15 bis 20 M. hat, also 200 bis 300 Proz. mehr als in der Vor- kriegszeit, nun er 1000 Proz. und noch mehr für seinen not- dürftigen Lebensunterhalt zahlen muß, sofern er es nicht vorzieht, mit den zugewiesenen Rationen total zu verhungern?! Der Durchschnittslohn der höchst- bezahlten Bergarbeitcrklasse pro Schicht betrug im letzten Quartal 1918 an der Ruhr 14,52, in Oberschlesien 15,18, im Saargebiet 12,21, in Niederschlcsirn 9,50, im Haller Bezirk 9,60 M. Für diesen Lohn kann der Empfänger sich heute nicht einmal ein Pfund Speck kaufen im Schleich- Handel, während der Lohn in der Vorkriegszeit ausreichte für den Einkauf von 3 isb 5 Pfund derselben hochwertigen Nahrung! So muß�man rechnen, um die fürchterliche Ent- Wertung des Geldlohnes drastisch zu illustrieren und um zu zeigen, daß auch weitere Lohnaufschläge das Elend nicht bc- seitigen können, sondern daß dies nur durch einen starken Herabdruck der Lebensmittelpreise möglich ist. An den agrarischen„Erzeugern" liegt es nicht zuletzt, diesen unbedingt nötigen Gesundungsprozeß mitzu- bewirken durch eine erhebliche Herabsetzung ihrer wahnsinnig hochgeschraubten Verkaufspreise und restloser Ablieferung aller entbehrlicher Nahrungsmittel. Eine möglichst starke Preisnioderhaltnng der importierten Nahrungsmittel ist die Voraussetzung dafür, daß die viel zu spät von der Entente zugestandene Versorgung unserer halbverhungerten Jndustriearbeiterschast mit Auslandsioare günstig auf die Massenstimmung einwirkt. Geschieht das nicht, dann wird der Streikhetzer Hunger noch mehr von den Gepeinigten in die Arme Derer treiben, die den nun so gern Glaubenden erzählen, durch eine„radikale Aenderung der Regierungs- form" und eine anarchistische„Sozialisierung" werde man des Hebels alsbald Herr werden. Es hilft nichts, den Dar- denden den eklatanten Mißerfolg dieser neuesten Messiade in Rußland und Ungarn vorzudozieren— der knurrende Magen bestimmt die Gedankenrichtung. Der Blick auf die erbärmliche Bekleidung und Behausung der Familie bestärkt den Armen in der nihilistischen Auffassung seines Da- seinSztvecks. Aus dem so gedüngten Boden sprießt üppig der Glaube an die Wunderwirkungen des„allgemeinen General- streiks", von dem sich die ruhige Ueberlegung sagt, daß er sich jetzt nicht mehr gegen den Kapitalismus, sondern tatsäch- lich gegen die Demokratie und den sozialistischen Aufbau un- serer Volkswirtschaft wendet. Aber der, Streikhetzer Hunger läßt dos vergessen. Niemand kann mehr die Notwendigkeit einer systemati- scheu Erhöhung unserer Produktion erkennen als Schreiber dieses. Deshalb habe ich während der Kriegszeit immer wieder scharf Front gemacht gegen den Raubbau an Menschenleben, der im Bergbau vor sich ging und der natur- notwendig, im Verein mit der zunehmenden Unterernährung, die Leistungsfähigkeit und den Bestand unserer Bergarbeiter- 'chaft herabmindern mußte. Die Tatsachen hoben meine Warnungen vollauf bestätigt. Den neuesten amtlichen Aus- weisen zufolge sind im Jahre 1917 im preußischen Gesamt- bergbou 2531 Menschen getötet worden, gegen 1822 im Jahre 1913, obgleich damals über 115 000 Arbeiter mehr beschäf- ligt wurden! Im preußischen Steinkohlenbergbau verun- glückten auf je 1000 Beschäftigte tödlich 1913: 2,477, 1915: 3,085, 1916: 3,468, 1917: 4,084!!! Dieses grauen- halt starke Bergmanns st erben ist auch eine Folge der zunehmenden Unterernährung. Außerordentlich stark haben sich auch die Erkran- kungen vermehrt. Im Knappschaftsverein der Rnhrberg- beute entfielen im Oktober-November 1916 auf pro Arbeiter 0,83 Krankheitstage, in den gleichen Monaten 1917 waren es ILO und in 1918 ivurden es 2,20! In diesen Zahlen drückt sich eine wahrhaft erschreckende körperliche Verelendung volkstümliche Wiffenjchaft. Ein wahres Erlebnis: Ein Fachgelehrter soll sich als Mit- ardeiter an einem große«» volkstümlichen Werke beteiligen, desien Herausgeber von der Fachwissenschaft seit zehn Jahren«instimmig da? Zeugnis erhielt: feine Arbeiten würden der Wissenschaft ge- «cht, und von den Lesern: seine Schriften entsprächen den Be- oürfnissen. Der Fachgelehrte antwortet:.An dem Buch beteilig« ich mich gern".. aber:„Mein Chef würde rasen, wenn er sähe. daß ich mich literarisch in dieser„unwissenschaftlichen" Weise be- tätige."--- Wissenschaft für„daS Voll", das heißt für all«, die nicht Fachgelehrte eines Wissenschaftszweiges sind, geistig frucht- bar zu machen, ist ein« selbständige Aufgabe von Rang und Wichtigkeit. Sie hat menschlich, sachlich, der Form noch w e s« n t- lich andere Voraussetzungen als Fachgelehrtenium. Beiden Auf- aaben innerlich gerecht zu werden und mit der Tat dauernd zu dienen, das übersteigt die natürliche Spawrnvdte menschlicher LeistungSfähigleit.' � Di« vecachtimg vieler Fachleute gegenüber dem Popularisieren ist erklärlich. Es wird gar so viel schändlich Dummes und Flaches auf dem Gebiet- geleistet, und der Fachmann verfällt überdies leicht dem Gefühl: Die entscheidenden Ziel- und Ouellfraqen, die seiner wissenschaftlichen Arbeit Leben und Richtung geben, entzögen sich durchaus dem angemessenen Begreifen des Laien. Dieses Gefühl beruht auf Irrtum, auf Horizontenge. DaS muß erkannt werden.. Hier liegt eine Aufgabe vor. die wissenschaftlichen, praktischen und vadagogisch-psychologischen Takt zugleich erfordert, aber im allge- meinen vollständig lösbar ist. Daß die Aufgabe innerhalb eines Volkes gut gelöst wuvd«, ist entscheidend wichtig für di« Gesundheit seine? geistigen GesamtlebenS. DaS Volk ist wach. Wehe den Gelehrten, die in Dünkel oder Dummheit glauben, sie dürften daS Popularisieren als helotisches Handwerk mit Verachtung abtun. Ihr« Eiszöpfe werden schmelzen wie Aprilschnee. Sozialistische Gtudenten veröffentlichen ein« ungesprochene Grabrede auf Kurt TiSnec. Darin heißt eS:.Die Universität von h«ute'st«in Zerrbild— nicht univer-ita». geistige? Gesamtleben de« BolkeS, sondern Abbild einer Klassenbildung im Klassenstaate. Darum sagen wir ab der Universität, wie sie war und heute ist. Wir sagen ab der Gesellschaft, die diese Hochschulen hervorbrachte. Wir fordern nickt Reform, sondern Tod und neue Geburt..." Ach: Blindheit aus Leidenschaft und Bbindheit aus fauler, dum. mer Eigensucht, beide kennen keine Zuflucht als bei der brutalen Gewalr Beide werden den kranken Deutschen nicht heilen, geistig noch weniger als wirtschaftlich. Brüder! Nicht Gewalt weckend- Gewalt. Nicht krästevergeudenden Haß,.Sondern verstehen und unserer Bergarbeiterschaft aus. Dieser VerelendnugSzustand muß es ohne wcitees erklären, warum die Bergleute nach der Beseitigung der kapitalistisch-militaristischen Diktatur mit ihren längst erhobenen, aber nicht bewilligten Forderungen auf Lohnerhöhung und Schichtverkürzung stür- mNch hervortraten. Wöbet besonders in die Augen springt. daß gerade die Belegschaftsteile, die bisher politisch und gc- werkschaftlich meist indifferent oder sogar der modernen Ar- beiterbewegung feindlich gesinnt waren, dem allerradikalsten Bewsgungsflügel zufielen. Das sind übrigens auch die Be- legschaftsteile, die am meisten der alldeutschen Annexions- Propaganda Gefolgschaft leisteten und durch den militärischen Zusammenbruch aus allen Himmeln gestürzt sind. Auch dieses Stimmungsmoment ist bei der Beurteilung der berg- männischen Ausstandsbewegnng zu beachten. Von der äußersten rechten wechselten jene iikr zur äußersten linken Partei— und auch sie genügt manchen schon nicht mehr. Aber das Entscheidende ist der Hungerl Das ist der S t r e i k h e tz e r, der die größten Massen in Bewegung setzte und nur durch dessen erfolgreiche Bekämpfung wir auch der Nutznießer dieses Zustandes Herr werden können. Daran, ihr agrarischen und ionstigen„Erzeuger" von Nahrung. Klei- dring, Wäsche, Schuhzeug usw., müßt ihr denken! Hier ver- mögt ihr sehr wirksam zu helfen an der Gesundung unserer Volkswirtschaft, indem ihr, die ihr noch keinen Hunger ge- litten habt, vielmehr durch den Krieg„sehr gesund geworden" seid, eure Verkaufspreiseauf ein anständiges Maß herabsetzt, abliefert an Nahrungs- Mitteln, was ihr tatsächlich, ohne wirkliche Not z u leiden, entbehren könnt. Wenn diese un- bedingte Notwendigkeit jetzt nicht begriffen und vorbeugend gehandelt wird, dann treibt der Streikhetzer Hunger die an das Eintreten besserer Zeiten verzweifelnden Klassen immer wieder an, bis zum völligen Niederbruch un- serer ganzen Volkswirtschaft. Und was habt ihr dann von euren gehamsterten Reichtümern?! In den vernichtenden Strudel werdet auch ihr, die beute noch nur an ihr liebes Ich denken, unweigerlich mit hineingerissen. Eine Maßregelung? Die Gesinnnngsfreiheit der Referendare. Aus Allen stein wird unS gedrahtet: Dem Referendar Conrad D ö b b e ck e, dem Vorsitzenden des Wahlvereins der Unabhängig«! Sozialdemokratie AllenstcinS, ist am 2. Mai 1819 ohne Angabe von Gründen von der vorgesetzten Behörde anheimgegeben worden, innerhalb acht Tagen seinen Abschied zu nehmen. Auf Grund seiner Tätigkeit im Vollzugsausschuß des 20. Armeekorps und seiner heftigen Propaganda während der Wahlen war Döb-becke von der rechtsstehenden Presse auf das gehässigste angegriffen war- den. Die Entlassung erfolgte auf Grund des veralletcn Regulativs des Justizministers von 1883 bzw. 1822. Der Wahlverein der S. P. D. sowie der U. S. P. D. in Allienstein und der Vollzugs- ausfchuß der Arbeiterräte haben an den Justizmiitister sowie an die Preußische LandeSversammilung einen Protest gesandt. Wir geben diesem Protest Raum, müssen aber in diesem Zu- sammenhang bemerken, daß uns vor einigen Wochen Allensteiner Matter zu Gesicht gekommen find, die sehr ausführliche und mir zahlreichen Einzolhoiten belegte Angriffe auf D. enthalten, die dessen persönlich« Integrität stark in Zweifel stellen. Wenn uns unser Gedächtnis nicht völlig täuscht, wurden D. u. a. sehr unsaubere Ge- schäfte in Löbens Mitteln, Schuldenmachcrei und an Betrug gren- zende Schädigung seiner Gläubiger zur Lost gelegt. Natürlich können w-ir von hier aus nicht beurteilen, wieweit diese Vorwürfe zutreffen. Aber wir sind auch in diesem Falle der Ansicht, daß dem Beschuldigten in einem ordentlichen Verfahren Gelegen- heit zur Klarstellung gegeben werden mutz. Die Willkürherrschaft gegen die Referendare, die ohne geord- netcS Verfahren entlassen werden können, muß auf jeden Fall beseitigt werden. Sollte hier wirklich eine politische Maß- regvlung vorliegen, so muß die? doppelt und dreifach ge- fordert werdcn. Schaffen. Brüder! Arbeit tut not. DaS Volk hungert. Auch am Geist. rtr. Wekngartner-Konzerte. Gewisse„allteutsche" Blätter haben seit Monaien gegen Felix Weingartner geeifert. Umsonst;— er braucbl nur als Dirigent zu erscheinen, und in Beifallsstürmen deS Publikums erstirbt das öde Gekläff. Und allemal, auch schon bei den Generalproben, ist die Philharmom« gepfropft voll. Am letzten Freitag und Montag brachte Weintvrtner HahduS köstliche Symphonie v-Dur. J/r der Hauptsache Beethoven: die. Erika'/ dann die 4. und 2. Symphome. Ein großer Stabmeister und Ausdeütcr, der er ist, hat er seine besondere, ihn von andern Dirigenten unterscheidende Auffassung. Der erste Satz in der„Vierten":„Jntroduzione ed Allcgro", näm- lich die Temp.nahme ist-hierfür b'zeickmend. Echt Wei-nqartnerisch. zugleich aber aus der Tiefe des Beethovenschen Schöpfergeistes er- klärt. Orchesterlenker von dieser Struktur sind nickt all?« n-ich- lich vorbanden. Berlin wäre Weingartner sehr wohl zu wünschen. Davon hätte man doppelten Nutzen: denn anrh dem Tonsetzer kommt Bedeutung zu. EZ sei, um nur ein Beispiel zu nennen, an die feine Musik zu seiner Spieloper„Dame Kobold" erinnert. Diesmal Höllen wir ein-dreisätziges„Konzen für Violonccll" mit Orchester. In Andante, das von zwei Allegri mit impulsivem Leben als Ecksätzen gerahmt wird, erkiingt ein edel und tief empfundenes. im weitern Verlauf von den Conirabässen beantwortete» Gesangs- Ihema auf, Paul Grümmer spielte das gebaltvolle Werk. Und dies« seine Leistung ist sicher nickt gering anzuschlagen, denn die Anforderungen an Technik und Vortragskunst dürfen als groß be» zeichnet werden. Jedenfalls stellt die Komposition, hier zum aller- 'ersten Male aufgesührt, der originalen Schöpferkraft Wcingartncrs ncuerdmaS ein beredtes Zeugnis äuS. Das Montagsprogramm hatte zu sagen in letzter Stunde, einer Aenderung benötigt.— Für die erkrankte Sopranistin Barbara Kcmp vom StaatSopernhauS war Leonid Kreutzer, der mit Recht gefeiert« Pianist einge- fprungen. Gewinn: BeeihovenS Konzert C-mc>II op. 37. Geradezu fravpant gestaltete Kreutzer im Allegrosatz den Teil, der seinem Instrument die dominierende alleinhcrrschende Aufgabe zuweist. Nochmals Nelnöhls Kchtunövkerzigerbuch. Erörterungen über Flugtechnik sind störend in die Besprechung abgestürzt, die wir in der letzten Nummer dem Gedenkbuch von Walter Reinöhl„Revolution und Nationalversammlung 1348" (Strecker u. Schröder, Stuttgart) gewidmet haben. Ter Schluß der Besprechung lautet: Tie kurzen Zwischcnerläuterungen ReinöhlS sind unsnibehr- kick, manchmal allerdings geben sie nicht genug lz. B. da« über die Altrechtler Gesagte). Die Abneigung gegen den Radikalismus verleitet zu einer sehr schiefen Cbarakteristik HerweghS. der als„unschträbisch" abgetan wird. Das stimmt nicht. Sein Jdea- lismus suchte allerdings die schwäbisch« Enge zu überfliegen, zu überwinden, aber die Wurzeln diese? Idealismus hat auch schwä- bische Erde genährt. Und«S trifft wirklich nicht zu,„kein anderer Kapitaliftische Schmarotzereien. Eine der wenigen Klassen, an denen die Revolution spur- los oder dock so gut wie spurlos vorübergegangen ist, ist die Klasse der Dienstboten, der Dienstmädchen insbesondere. Zwar sind die Löhne in gewissem Umfange gestiegen— wenn auch keineswegs entsprechend den erhöhten Preisen sämtlicher Bedarfsmittel— sodann ist für die Mädchen durch die gesteigens Nachfrage und das geminderte Angebot em gewisser Ausgleich geschaffen, aber im großen und ganzen hat die Aus- b e u t u n g in des Wortes übelster Bedeutung nicht nachgelassen. Genau wie vor dem Kriege werden„Mädchen vom Lande" oon den„Herrschaften" bevorzugt. Stellte man sie ehemals besonders gern in Dienst, weil sie noch nicht„verhetzt"— d. h. durch ihre Klassengenossinnen über ihre Klasseninteressen aufgeklärt waren— so weiß man sie heute wegen ihrer„guten Beziehungen" zum Lande ganz besonders zu schätzen. Vielfach bilden diese Beziehungen einen besonderen, natürhch nur mündlich vereinbarten Punkt des geschlossenen Dienstvertrages. Ehemals wurden Mädchen ohne„Anhang" bevorzugt, weil man von diesem gleichfalls eine„Verhetzung" befürchtete: heute sind Angehörige— aus dem Lande wohnende natürlich— geradezu ein Erfordernis für die„Herrschaft". Warum sollte man auch nicht das A n g e n e h m e mit dem Nützlichen verbinden? Die Belieferung der Hausbalte des Arbeitgebers mit ländlichen Lebensmitteln wäre nun an sich noch nicht so unbedingt zu verdammen, vorausgesetzt natürkich, daß die Lieferungen rein freiwillig stattfänden, und daß das Mädchen in vollem Umfange an ihren Vorteilen teil- nähme, wenn nur auch den Mädchen die e l e m e n t a r st e n Menschenrechte zugestanden werden würden. Zwar ist die preußische Gesindeordnung svon 1810!!) aufgehoben, aber die Forderungen auf Beseitigung der Ausbeütung, aus E i n f ii h r u n g d e s A ch t st ii n d e n t a g e s, auf A r b e i t s- ruhe sind noch heute unerfüllt. Noch heute besteht das von der„Herrschaft" so gern als„patriarchalisch" hingestellte Ver- hältnis der Abhängigkeit des Mädchens, daß dieses abends, wenn es„zu spät" nach Hause kommt-- die Kette vor die Wohnungstür vorgelegt findet. �Aber natürlich, die Moral des Mädchens muß ja geschützt werden. In alle diese Fragen, insbesondere betr. den achtstündigen Arbeitstag und dif Arbeitsruhe, mit energischer Hand radikal einzugreifen, sei den maßgebenden Stellen dringlichst ans Herz gelegt. Auch das ist ein Gebot der Stunde!_ Weimar gegen Berlin. Tie Fraktion der Deutschen V o l k s p a r t e i hat sich in Weimar versammelt und an den Prä- sidenten Fehrenbach in Berlin ein Telegramm gerichtet, worin sie bittet, daß Plenum und Ausschuß auck icrner in Weimar tagen, da ersprießliche Tätigkeit in Berlin ausgeschlossen erscheint.�— Tie „Deutsch? Volkspartei' wird auch in Weimar nichts„Ersvrieß- liches" leisten. Ter verlauste Reichstag. Ei» Teil der Presse, sowohl von der äußersten Rechten, wie von der äußersten Linken, gefällt sich darin, in möglichst krassen Farben tie Verwüstungen zu schildern, welche die„Republikanische Schutzivuppe" im ReichstagSgcbÄlde onae» richtet haben soll, die äußerste Linke, um einer. Regierungsrrupp« eins anzuhängen, die äußerste Rechte, weil sie gleichfalls dieser For- mation übelgesinnt ist. die ibre Führer selbst wählte und eine freiwillige Disziplin nach demokratischen Idealen auSgestallete. Es ist ganz selbstverständlich, daß die monatelange Belegung eines frurckaus nicht zu Kasernenzwecken gebauten und eingerichteten Gebäudes int: einer b i S z u 3000 Mann starken Truppe nicht ohne schädlich? Folgen bleiben kann. Ein« Kaserne mit Klubsesseln. Tcppichen. Plüschvorhängen usw. ist eben ein Unding. Natürlich ist gar nicht zu vermeiden, namentlich unter den jetzigen Verhält- nissen, daß sich unter einer solchen Mcnschenzahl auch unlautere Elemente einschl?ick«n, die Diebstähle usw. begehen, doch ist jede bei der Truppe entdeckte Tat dieser Art auf das rücksichtsloseste ver. folgt worden. Wenn die„Freiheit" noch besonders mit der Ver- lausung deS Gebäudes auftrumpft, so ist zuzugestehen, daß Te'le der Truppe allerdings sofort verlausten, als sie zeitweilig in Ge- bäuide verlegt werden mußten, in denen UasHer Spartakistenscharen gehaust hatten, z. B. war das in dem des Spartakisten fortgenom- mencn„BorwärtS'-Geibaude der Fall. Sohn Württembergs" sei„in seinem engeren Vaterland« heute so vergcssen wie Herwegh". Da Reinöhl Absprechendes über Her« we�h zitiert, hätte etwa auch das, was«in Heine anerkennend und zugleich zweifelnd von der„eisernen Lercke dichterisch sagte, nicht verschwiegen werten sollen. Heine hat übrigens gegen die Sckwa- bendickter. nickt nur später gegen Herwegh, manchen gikibetupiterc Spottpfeil gespitzt, wovon das Eedenkbuch immerhin Notiz hätte nehmen sollen. Oder meinte Reinöhl. schwäbischer Kleinheimat- stolz würde ihm das noch heute verübeln?. Solche A engst. ickkeit wäre jedcn'alls nicht angelracht. Das Gedenkbuch hat keine Bilder, aber ein Bilderbuch ist eS gleichwohl, sogar ein buntes, und der Zweck reicht über ein bloßes Unterhalten mit geschichtlich«» Erinnerungen hinaus. Es soll zu seinem Teil der„ganz verkehrten EeschicktSanschauung" entgegen- wirken, die seit Jahrzehnten durch hochmütiges, bis in die Schulen hinein üblich gewordenes Ablehnen der achtundvierziger Bewegung enistanden ist, der GcschichtSanschauung nämlich,„die. von Volks- Politik weit entfernt, über dolikswirtschaftliche und soziale Fragen spchlend hinwegging und zu einer Kraft, und Ecwaltpoliiä auS- artete". ReiröHlS Büchlein will nun dem Geiste der BolkSpotitik zum Besten dveuen. Notizen. — Das M a i f e st b i l d der„Humanitö"..Der koM. mende Friede" ist daS Maifeicrbild überschrieben, daS die erste Seite der Pariser„Humanite" füllt. Einer Gruppe von proletarisch«.''. Männern, Frauen und Kindern, die enttäuscht dreinschauen, naht. auf eine Krücke gestützt, ausgemergelt und niederg:bückt die be- Helmte und bewehrte Gestalt des KriegSgotts und aus erhobenem Finger sitzt ihm ein nackter, zerrupfter Vogel, der ein dürftiges Blattstengelchen im Scknabcl halt: eine Spottgeburt statt der ersebn- ten Taube mit dem vollgrünen Oelzweig deS Frieden?. Unter dem Bilde steht:„Er war so schön von fern... während deS Krieges!" Das Bild hat kein Geringerer als Theophil Steinlen ge« zeichnet. Es hängt im Schaufenster unserer Buchhandlung aus. — Dick'terabend. Im Meistersaal las gestern Eleonore KalkowSka Szenen einer neuen Dichtung:„Die Schuldigen". Die Lyrik dieser Dichterin' ist so ernst, daß wir sie inmitten de? Kriegs einer eingehenden Betracktung für wert befinden konnten. Ein lyrische? Ringen beseelt auch die» neue Werk, daS in dramatisch geformten Bildern geyeben ist. Die Handlung ist ein« Snmbolik. deren qualzuckende Stimmungen und starke Ziel« vermutlich d'e KriegSzeit tief beeinflußt hat. Abwehr grau«r Versuchung, die in Verzweiflung und Verneinung dräng-n will, wird immer wieder Kern und Schwergewicht der Szenen. Tatbegchrender Lebenswille, unerdrückbare Menschengläubigkeit siegen, ww arg sie den Helden auch in Nöt« der Enttäuschung und in Kerkerbedrängnis ver- strickten. Die Dichtung wirkte wie die lyrisch« Ausdeutung einer Sinsen i«. In oft bannendem Erfülltsein laS die Dichterin ihr rhythmisch bewegtes Werk. eck. — Vortrage. Können wir noch Christen sein?! Ueber v:e» Thema eröffnet Theodor Kappstein Donnerstag, den 8. Mai- abends 8 Uhr, im Schill«rr-?aigymnasimn, Charlottanburg, Schiller» ftraße LS, eme Roche von Vorträgen. das letzte Wort im Zoll yerzoq. Wir veröffentlichten in letzter Zeit mehrere Angriffe gegen Herrn Wilhelm Herzog, den Herausgeber der„Republik". Sie stammten zum Teil von Herrn Siegfried Jakobsohn, dem Herausgeber der„Wcltbiihne". und dem früheren Mitarbeiter der„Republik". Herrn Tr. Goldschmidt, während der Artikel „Ter Herzog von Abfundicn" auf Informationen von dritter Seite beruhte. Wir nahmen diese Artikel im guten Glauben auf. um so mehr, als sie von einer Seite stammten, die wir für eine der politischen Auffassung Wilhelm Herzogs nahestehende hielten. Eine tiefergehende Untersuchung der Angelegenheit ver- anlastt uns heute, die Anschuldigungen gegen Herrn Herzog. soweit wir uns mit ihnen identifiziert haben, vollinbaltl'ch als unhaltbar zurückzunehmen, ebenso alle Kommentare, die wir daran knüpften. Tas gilt auch für den Artikel„Der Herzog von Abfundicn". Wir bedauern den persönlichen Angriff gegen einen Mann, dessen ehrlichen Kampf wir trotz der Meinungs- gegcnsätze nicht in Zweifel ziehen könzrcn. Damit ist für uns in dieser Angelegenheit das letzte Wort gesprochen. dos rote NieöerSfterresch. Wien, 6. Mai.(Eigener Drahtbericht bcS.Vorwärts".) Von den 129 Abgeordneten des niederösterreich'.-schen Landtage?, die am Tonntag gewählt wurden, entfielen avf die Sozialdemokratie 64, • auf die Christlichsozialen 45, die Deutschnationalcn 8 und die Tschechonationalen 3. Di« gewählten fünf weiblichen Abge- ordneten gehören sämtlich der Sozialdemokratischen Partei an. In den Wiener Gemeinderat sind 22 Frauen gewählt, davon gehören 16 der Sozialdemokratischen und 6 der christlich- sozialen Partei an. Dem Gemoinderat gehört auch«m bürgerlicher Demokrat cm. Nichts weiter... Aus dem Schwindelalbum der..Freiheit". Fn unserer M on tagabend-A u Sgab« bvschten wir zu den Mün- chener Vorgängen als L« i t a r t i k e l die sehr ernste Auseinander. sehung des Genossen Eduard Bernstein über die Frage der Geiseln und Repressalien, daran anschließend einige tatsächliche Meldun- gen aus München, und ganz zum Schlutz ein paar Zeilen über den ISjährigen Grafen Gottfried V. Schwerin, der bei der Roten Grad« diente und dem bei„Meinungsverschiedenheiten" von seinen .Kameraden drei Rippen zerbrochen wurden. Dazu heute die „Freiheit": Das Z'nteJorgan der Rechtssozialisten hat in seiner Montag» Abendausgabe zu den Meldungen auS München nichts weiter zu sagen, als folgendes Geschichtchen zu erzählen.(Folgt unsere Dar» stellung.) Nichts weiter... ein Leitartikel von mehr a's hundert Zeilen wird einfach unter den Tisch cslamotiert' man hat ihn über eine Notiz von zehn Zeilen„übersehen"/ Nichts weiter... in diesen bespen Worten liegt'die ganze Schwindelmethode aufgedeckt, mit der die„Freiheit" ihre schmutzigen Konkurrcnzmanöver gegen den .Vorwärts" betreibt.' Znöuftrie unö Handel. Börse. Die für morgen in Aussicht genommene llebergabe der Frie> vensbedingungm legt« der Börse zwar nach wie vor Zurückhaliuna auf. doch war die Stimmung im ganzen ziemlich vertrauensvoll. Infolge der weiteren Steigerung des Macklurfes in Skandi» n a V r e n und der Schweiz gaben Valutawerte weiter nach. Da» gegen wiesen SchiffahrtSaktien und Montanpapiere KurSbesserungcn auf. Rüstungswerte waren uneinheitlich. Petrolrnnpapier« standen im Angebot. Am Einheitsmarkte überwogen KurSabsckwächungen. Heimische Anleihen waren ziemlich gut behauptet, fremd« Anleihen lustlos. /lußeroröentlicher verbanöstag öer Sauarbeiter veutsthlanüs. Im Volkshaus« zu Weimar begann am Sonniag, den 4. Mai, der BerbandStag unter Teilnahm« von zirka 186 Delegierten und Vorstandsmitgliedern. Als Borsitzende mit gleichen Rechtet» wurden Paevlow, Behrens und Odenthal gewählt. Vor Eintritt in die Tagesordnung, die zur Hauptsach« den Punkt Tarifvertrag enthält, gelangten zwei Anträge aui Berlin» Tvantxzu und Chennritz, die Vorstandsmitglieder Paeplow und Winaig„wegen ihrer arbeiterfeindlichen Gesinnung und ihrer real- tionräen Betätigung" aus dem Verband« auszuschließen, durch An- rrag auf Uebergang zur Tagesordnung zur Erledigung. Dasselbe Schicksal erlebte ein Antrag, der alle Mitglieder, die der. weißen Garde" angehören, aus dem Verband ausschließen will. Ten Bericht über den Stand des Verbandes gab Paeplow. Einleitend streifte er die Schwierigkeiten, die bei der Durchführung d«S auf dem ordentlichen Verbandstag in Nürnberg im Fahre 1618 b-Wossenen Statuts und den damit verbundenen geschäftlichen Maßnahmen verbunden gewesen sind. Die Erreichung weiterer Teuerung stzulagen hat auch im vergangenen Fahr« dem Vorstand viel Mühe gemacht. ES wurden im letzten Fahre weitere Zulagen erreicht in Söhe von 15 bis 26 Pf. die Arbeitsstunde. Mit der Revolution kam auch der Achtstundentag und die Umrechnung des Lohnes, di« letzten Endes durch einen. Schiedsspruch erfolgt«. Di« Mitglieerzabl des Verbandes, die zurzeit des Nürnberger Verbunds- tageS 7 617 6 betragen bat. ist bis zum Ende des FahreS 1618 auf .1 5 6 8 4 6, bis in die Mitte des Monats April d. I. auf rund 2660P0 gestiegen. Den alten Mitgliederbestand von 316 666. den der Verband kurz vor Ausbruch des Kriege» im Fahr« 1614 hatte, bat er also noch nicht wieder erreicht. Diese Tatsache ist in der SSauvtfache auf da» völlige Darniederliegen des Baugewerbes z"rück-»führen. Nach der Uebersicht des Verbände» standen 166 876 Mitglieder im Felde, von denen 16768 als gefallen ge- meldet worden sind. GroK ist auch die Zahl der Kriegsbefchä» oigten, von denen eine erhebliche Zahl nicht wieder in das Sauge» werbe zurücklehren kann. Tie Finanzen des Verbände» siud verhältnismäßig gut trotz der großen Ausgaben für Unter- stützunaen. Da» VerbandSvermSgen i-n der Hauptkasse ist von 1 4 825653 M. im Jahre 1617 auf 1 6156623 M. im Jahre 1618 da» Vcrbandsvermögen inSaefamt ist in derselben Zeit von 16 741 861 M. auf 18 131645 M. gewachsen. An Arbeitslosen» Unterstützung wurden im Fahre 1618 825 845 M. ausgegeben. Auf den Koos der Mttgliederzabl entfielen 8,65 M. gegenüber 1.67 M. im Fahr» zuvor. Die Krankenunterstützung verursachte ein« Ans. gak? von 727 166 M. oder 8,14 M. auf den Kopf gegenüber 5,77 M. im FaSr« 1817 Dm Bericht de» VerbandSauSschusse»«ab der Borsitzende Daehn« Berlin. T,e Zahl der Veschnxrden ist nur sehr gering. Der Redner betont, daß der Ausschuß die Ueberzeugung bat, daß der Veebard, vorstand alle» getan habe, die Rechte der Mitglieder zur Durchführung zu bringen. Heber die Redaktion und Ervedition de»„Grundstein" berichtet der Redakteur Ellina« r. Seen« AuSfübrungen befassen sich mit den diel«« Beschwerden über die unregelmäßige Belieferung an Zeitun- gen und sonstigen VerbandSmakeriasten, die au» den Filialen ge- kommen sind. Sie sind ausschUcßiich zurückzuführen aus die Schwierigkeiten infolge der mangelhaften Derkehcsverhältnisse. Ganze Sendungen sind verloren gegangen, und Nachlieferungen so großer Verlustmengen sind ganz unmöglich. Gegen diesin Zustand ist die Redaktion und Expedition völlig machtlos, und ein« Besse- »ung ist nur zu erwarten von dcm Wiedereintritt geordneter Ver» hälln'.sse im Deakchri eben. Durch den Papicrmangcl muß sich d:e Redaltion in Ausstattung des„Grundstein" überhaupt»große Be» schränkung auferlegen. Zcitweiliq war die Herausgabe des Blattes überhaupt in Frage gestellt. Der„Grundstein" wird erst dann wieder auf die alte Höh« kommen können, wenn die wicll�altliwin Verhältnisse besser werden und Ruhe und Ordnung im Lande zu- rückgekehrt sein wird.__ SewerkschaMewEung Zur Tarifbewegung im Baugewerbe. Der Verband der Baugeschäne hat, w'e das GeschäsiSamt desselben meldet, den Tchiedsspiuch angenommen, welcher der z»r Entscheidung der Tarisstieit'gkeiten im Hoch- und Tieibaugeweibe von beiven Seiten angerufene SchlichtungSausschutz Groß-Berlin getällt hat. Die Gcncralveisammlung des Verbandes hat be> schlössen, die den baiigewervlichen Arbeitern durch Schiedsspruch zugebilligte Lobnerböbung von 35 Ps. für die Aibeittstunde iofo:t in Kraft treten zu lassen. Die Lobntulaqe witd vom 1. April d. I. nachaezabl», und zwar auch denjenigen Arbeitnebmern, die in>wischen en'lassen wurden oder von sich ans da? AtbeilSverbSllmS gelölt baben, sosern sie sich bis zum 8. Mai bei dem früheren Arbeitgeber melden. �_ Die Obleute der Groß.-Bcrliner Persicher«mgSbetrirbe nastmen in ihrer Versammlung in den Sopbtcnsälen eine Resolution an, wonach sie gegen den durch die Tagespresse vetzbreiteten Standpunkt de» Reichswirtschaftsamtes bezüglich des MttbestimmMtgSrechtS der Angestellten„bei Einstellung von Angestellten in leitender Stellung den Arbeitgebern frsie Hand zu belassen", schärfsten Protest er- heben. DaS Mitbestimmungsrecht würde hierdurch völlig illusorisch werden; di« von der gesamten Ange stellten schaft auf? schärfste be» kämpft« Vetternwirtschaft würde weiter blühen und die„Freie- Bahn-dem-Tüchtigen"-Tbeorie keine Praxis finden. Tie Berfam- melten erklären, im Falle einer Vergewaltigung die gesamte An- gestelltenschast aufrufen zu wollen, um mit ihr gemeinsam unter Anwendung der ihr geeignet erscheineichen Mittel dagegen Front zu machen. Ebcwalige Angehörige be« Wcrnerwerks, die auf Grund der DcmobilmachungSveimdniing entlassen wurden und nack dem Kollekiivabkommen noib Lobn zu erhalten baben, müssen sich im Lohnbureau melden. Der Arbeiterrat. Siemen» u. Halste A.-G., Wernerwerk. Deutscher Veerkmeifterverband. Bezirksverein Berlin. Die Bc- zirlsvereinsvcllammluug findet nicht am DonnerSlag, den 8., sondern am Freitag, den S. Mai, abend» 7 Uhr, sla.t. Deutscher Metallarbeiterverbimd. Miltirock. den 7. Mai. abends 6'/» Uhr. Branisenversammlung aller in den Eilenionsiri'liionsbettirben bkichöstinten Arbeiter und Arbeite- rinnrn in der Aula des Sophien-LvzeumS. Deinmeisierstr. 15/17. Tages- ordnun": Bericht der Tarislommission. Diskussion. Verschiedene». Arbcitslosr Vletalldrück.r! Mittwoch, den 7. Mai, mittags 1 Ubr, Verlav mliina im Lokal von Klemens, Sophicnslr. K. De Tagesordnung wird in der Vettammlung bclonnt gemacht.— 14. Bezirk. Die Bezttts- ionfei enz der BerlrauenSIeute des IS. Bezirks(TOra�it) findet am Mittwoch, dcn 7. d. M.. abends 5 I1br, im Lokal von Sand, Beuffelitr g, statt. Einladung per Post findet nicht statt. Groß'-berlln Die Mieterbeisitzer der Mieteinigungsamter Berlins hielten eine Besprechung im Rathau» ab, um Stellung zu nehmen zu den neu gegründeten Verein der Vermieter- und Mieterbeisttzcr der M.-E.-Ac. Groß-Berlin«. Nur zwei Redner sprachen sich für einen bedingten. Anschluß auS. alle übrigen waren dagegen. ES müsse abgelehnt werden, in einem Verein mit denjenigen zusammen zu sitzen, die von Anfang an für Abschaffung der MieteinigungS- ämtcr eingetreten sind und in ihren Mitteln niemals wählerisch waren. Di« Triebkräfte für den neuen Verein scheinen vielmehr �ort zu liegen, wo Stadlrat Franz, der Dezernent der Aemtcr seiner Gegnerschaft gegen letztere wiederholt Ausdruck verliehen habe und einer gedeihlichen Entwicklung stets hindernd in den Weg getreten fei. Dieser neu« Verein scheine nur dazu berufen, die Gegnerschaft zu verdecken, denn die jetzige Stellungnahme de» Stadtrat Franz sei unhaltbar«worden. Die in der Versammlung der Hausbesitzer am 27. April gefaßte Resolution beweise am besten di« unüberbrück. baren Gegensatz« zwischen Mietern und Vermietern und den Haß der letzteren gegen die M.-E.-Ae. Die Mieterbcisitzer müßten gegen diese Entschließung Einspruch erheben, die von„ein«? Verhetzung zwischen Mietern und Vermietern", sowie„einer Irreführung der öffentlichen Meinung durch die Richtlinien der M.-E.-Ae." spricht. Richtlinien für die'Spruchpraxis der M.-E.-Ae. bestehen bis jetzt nicht; falls e» zur Festsetzung solcher kommen sollte, so könnten d!«se nur in paritätisch zusammengesetzten Kommissionen beraten werden. Die von den Hausbesitzern verlängt« Kommission zur Festsetzung von Richtlinien für Mietssteigerungen, di« als Grundlage für die Entscheidungen der M.-E.-Ae. dienen sollen, sei alle» andere, denn paritätisch zusammengesetzt. Der gemachte Vorschlag sei einfach undiskutabel. Tie versammelten Mieterbeisitzer nahmen nach länge, rer Aussprache gegen eine Stimme nachstehende Entschließung an: „Tie heutige Versammlung der Mieterbeisitzer der M.-E.-Ae. Berlins lehnt et ab, Mitglied in den neu gegrüudetcn gemein- schaftlichen Verein der Beisitzer der M.-E.-Ae. zu werden, da die Gegensätze zwischen Mietern und Vermietern zu groß sind, um gemeinsam gedeihlich« Arbeit zum Schutz« der Mieter zu verrichten. Die heutige Versammlung steht auf dem Standpunkt, daß die Mieterbeisitzer von Zeit zu Zeit zwecks Aussprache über die M.-E-- A«. zusammen zu kommen haben.� Pflicht des Magistrats ist es daber, in erster Linie Zusammenkünfte aller Beisitzer, ge» meinsam mit den Vorsitzenden der M.-E.-Ae. einzube. rufen, um hier über die Handhabung der Verordnung zum Schutze der Mieter Aufklärung herbeizuführen." Sodann beschäftigten sich die Versammelten mit der Abstellung von Mißständen bei den M.-E.-Ae. Wiederholte Eingaben sind bis. 6er nutzlos gewesen, was hauptsächlich auf den Widerstand dei Stadtrat Franz zurückzuführen ist. Die ttnterbringuna in dm jetzigen Räumen ist eines MieteinigungvamteS der Stadt Berlin geradezu unwürdig. Die Mieterbeisitzer verlangen«inen«inheittickttn Beginn um 6 Uhr vormittag», damit sie in der Ausübung ihres Berufe» durch den verschiedenartigen Beginn nicht unnötig behindert werden; des- gleichen fordern sie die Vesetzung mit je zwei Beisitzern. Die Aus- zahlunq der Sitzungkgclder wird, wie bei Gewerbe- und Kauf- mannSaerichten üblich, sofort nach Beendigung der Sitzungen.ver'angt. Eine gewäblte Kommission wurde von den Versammelten beauf. tragt, weitere Schritte zu unternehmen. Arbeiterräte Groft-Berlins. kommunale Arbeiterräte und Toldatenräte L. P. D. Mittwoch, 7. Mai, nachmittags Z vhe, t» Plenarsaal de« Herrenhauses gemeinsame Sitzung. t Behandlung der E r n L h r u n g» fr a ge«. Referent: MeichsernShrungöministcr R. Schmidt. 2. verschiedenes. ES wird gebeten, vollzählig und pünktlich zu erscheine». Legi- timativn mitbringen. Der FraktionSvorstand: P. Hasse. Gössen den Terror im Turnverein„Fichte" bat nun auch der Kreis Sachsen de» Arbeiteriurnelbuiides Siellung genoiiunen. Einstimmig wurde au» dem Kreistag beichlossen, eaß die blrbenge parie polilische NculraUlät ver Arbcilernirnvcreine beibehalten werven»oll und daß jede Einmischung in Vie Panm- streiiigkeilcn z» venneiven ist. Die Anscueuina ver Massen zum volüiichcn Kamps sei Sache der Paiteien selbst. Pfl>chi ein.s jeven Turners ser e» aber, fitz em ttares poliliiche» Ucierl zu bilden. Der Bundesvorstand des Aibeltertarnerdiinde« unter- breitet zum Bunvestrirniag eine Reiolurion,»n der e« u. a. beifit:„Die Politik des ArbeiieriurneraunVeS erstieckt sich au» die Föiverung ver Leibesfibunze» im sozialistischen Sinne und Ei- zichiiiig seiner M tgliever im i o z i a l i N i i ch e n F r e i h e i l s- g e s ü v l. Für tas poliiiich-sozialistt'che Piogiomm sind Vie soria- linischen Parteiorgan, iarionen die ältive Verlietung. Alle Beschlüsie. welche die Mitglieder aus eine bestimmle Parteizugehörig« keit vetpfpchlen, sind für unwirksam zu erklären unv st r e n g fi e Neutralität zu üben.— Der Turnverem„Fichte" treib', dessen un.ieachlet die Parle'poiitik weiter. Ii« dir nächsten Vereinsver- iainmlung liegt ein Antrag vor. daß der„BorwärlS" ni ch r med» al» Pubtitalion Sorga« des„Fichte'-Voreiiis ,u betrachten ist. Man will eben mtt allen Milleln daraus hinwirken, daß die Mitglieder auf Pr.sse und Parteipro�ramir�, der Unabhängigen und Kommunislen festgelegt werden.- Waffensuche in Berlin N. Heut? vormittag würde in Berlin 31., in der Gegend der Elsasser-, Acker- und Jnvalidenstratze eine Waffensuche vorgenom- wen. Tie Straßen wurden von Truppen besetzt und abgesperrt: an den Straßenkreuzungen waren Maschinengewehre postiert. D e Durchsuchung der Häuser und Wohnungen war auf die Mitteilunz von spartakistischcn Waffcnlagern angeordnet worden.� Bei den Durchsuchungen wurde im Hause Ackcrstvaße 145 ein Hamsterlagcr entdeckt, dessen Vorräte w Miiitärkraftwagcn fortgeführt wurden. GaSvergiftuuz rincS greisen Ehepaares. Eine Gasvergiftung wurde gestern Nachmittag in der Zimmersiraße 71 entdeckt. Dort kamen der 78 Jahre alte Schneider Julius Gründler und seine eben- falls hochbetagte E Heft au Johanna, geborene König, nicht zum Bor- schein. Als man auf die Wohnung aufmerksam wurde und eintrat, faud man sie mit Gas angefüllt und das greise Ehepaar besinnung-5- las daliegen. Der Mann rvar schon rot. Tie Frau konnte ins Leben zurückgerufen werden und wurde in bedenklichem Zustande nach dem Kranlcnchaus« am Urban gebracht. 3!ach den Feststellungen liegt ein Unglück vor. Ein Gashahn war nicht gehörjg verschkol-en. Kreistags-Wahlergebnisse. Im Kreise Teltow sind bisher von 7g Kreistagsabgeordneten 67 als gewählt gemeldet, von denen 34 auf die bürgerlichen unv 33 auf die sozialdemokratischen Parteien entfallen. Die ländlichen Wahlbezirke Großbeeren und Ziethen stehen noch au§. Pankow: die Unabhängigen RohmS und Wyscka. die Mehr- Heftssozialisten Keller und Sillier, Bürgermeister Stawitz(Dem.) und die Bürgerlichen Körte, Kröpelin und Dr. Colling. Fried' r ich« selbe: der Beigeordnete Goger und die Sozialdemokrat.'» Spliedt und Schön. Schmargendorf: Bürgermeister Aolisch. Steglitz: 3 Sozialdemokraten(Atzmann. Szillat und Hamburg». 4 Bürgerliche(Bürgermeister Buhrow, Karthau?. Schwarz und Schösse Winkbcr), 3 Demokraten(Franz und Frau Seler-SachZ, sowie Schöffe Jpchems. Friedenau: Bürgermeister Walger, Dr. An der», Schöffe von Wrochem und Uhlenbrock(bürgerlich), Thoms- berger(Dem.) und Pasche(So?.). Köpenick: Herbst(Soz.) Schnorre. Maier und Lietze(U. Soz.), Lucht(Dem.) Zahlen. darf: die Bürgerliche» Bürgermei'ter Dr. Köster, Dr. Ltichier unk- Dr. Breithaupt. Mariendorf: Holle, Waldheim(Soz.) und Weber(U. Soz.) Adlershof: Beck(U. Soz.) und Zabel rSoz.). Niederschöneweide: Willigmann. NowaweS: Neumann und Treptow(U. Soz.), Osmer(Soz.) und llkathan(Dem.). Zos- sen, Teltow. Trebbin, Mittenwalde und Teuoitz' die Mchrheitösozialisten Ralow und Jacob sowie Bürgermeisftr Dr. Wirth. Wannsee. Nikolassee. Grunewald usw. (unmittelbare Wahlen): Liste Hecht(Teutschn.) 1642, Liste Lange (D. V.) 1379, Liste Büchner(Soz.) 1386 und Liste Harnisch(Dem.) 1678 Stimmen. Johannisthal: Mehrheitssoz. 3369, Unabh. 2484, Teutschn. 1235 Stimmen; gewählt 2 Mehrheitssozialisten Nagott und Dürre. 1 Unabh. Krüger und 1 Bürgerlicher Stein (Grünau). Königswusterhausen: 1 Bürgerlirber. 8 So zialdemokraten Grotzklauß, Apostel und Metzing: AuS dem Krel» Niederdarnim liegen Wahlergehnisse erst aus den Wahlbezirken der Srädl« und großen Landgemeinden vor. Außer in den bereits gemeldeten Ge- meindsn wurden gewählt: W«ibens«e: die Unabhängigen Roßkopf, Andree und Schwenderlein, die Wehrheitssozialisten Schlcm- minger und Kaliski, die Bürgerlichen Braun und Frommund und Bm. Dr. Woelck; Oberfchöneweidc: die Unabhängigen Burg- schat und Beffen, Mehrheitssozialist Schwarzburger und Bm Bertbolt; Niederschönhauscn: Müller(Soz.), Buchwald (U. Soz.) und Froese(Deutsch».); Tegel: Schöffe HelfeS(Soz.). Schöffe Schönfeld(U. Soz.) und Bm. Stritte; Wittenau: Ouade(Soz.); Rosen t ha l: Schöffe Milhrodi(Soz.); Fried- richShagen: Schöffe Ranz(bürgerlich) und die beiden Schöffen Bartb und Tornow(Soz.); Oranienurg: Schaff(U. Soz.> und Westphal(Soz.). Bisher im Kreise Niederbarnim van 69 Kreistagsabgeordneten 42 gewählt, davon 29 Sozialdemokraten und 13 Bürgerliche. Mohlsdorf. Die Beteiligung an der Kreistagswahl ir-or sehr gering. Von 8864 eingeschriebenen Wählern haben nur 1349 abgestimmt. ES erhielten: S. P. D. 486, Dem. 456. U. S. P. 298, Teutschn. 98. Zersplittert 11. C a r o w bei Buch. Es erhielten S. P. D. 123, Deutsch. nationale 77, U. S. P. D. 58 und Demokraten 42 Stimmen. Friedenau. Die Spedition � unsere» Blatte» befindet sich nicht mehr Lai'terstr. 86, sondern Rheinstraße, Ecke Rönnctbergsrraße, Inhaber Pctermann.__ Groft-Berliner Lebensmittel. LI«! tcrfelde. stur dl« Zeit vcm 5. bl» lt. Mai ISIS dürfen aus die 16 Ablchnlite Ni. Ifa�s der Kartofietkarte je ein balbet Ptund Kar- Ioff> In, zu'imimcn hkchsttnS I ü n s Pfund Kartoffeln obl»e?cbeu »nd eninov-.mcn wciden.— Die Fletschwochenmenge kann in der B'rlk-e rrm 5 bis 11. d M. rur in der Höbe von 20a(�ramm ausvkpcben lrl-idcn.?in Stelle für je ausfallende 56 6ttamm Fleisch weiden 56 Grarrm L-üIserfiüchte und'6 i�iamm Siäk»mittel ausgegeben. Die nicht mit Flench bcüefcricn Flelschlnrienablchniile find dader autzüb»- wahren.— Vom 6. Mai wird in den bctannttn Bs'.kaussfiellen an di« dort eingeiragenen Kunden nur aus Nr. 13 der blauen Bczuglarte Räucherware abgegrbcn. Pankow. In dieser Boche bleibt die Kürzung der Ar B- und C. Kaiicn um je>/< Liter desieben. Die'/.«Liter-Kianlenfarten werden vom 5. Mai ab wieder mtt Friichmilch belietert.— Pom Mittwoch, den 7. Mai ab weiden in den befonnien Gefchaflen gegen Sibtrennung de» Bezug- und QuiitungsadfchnilicS 4 von der ailgemcincn LebenSmitletkatta LS6 Klainm Kunsthonig zum. Presse von 33 beziehungsweise 46 Pf. auS> gegeben._ Grosi-Serliner parteknachrichten. SB. Abteilnnq. Mittwoch. 7'/,Ubr. Zablabend für Ariedrich-A'Itielm- stadt bei Schaler, Hindrrslinllr. 1.— Neues Ho« aoterrrt bei Trüper, Ftei�Sburger Strafie 3.— Bevevueviertrl bei Fainil, Tpeneriirafi» 26. Staaken. Mtttwoch, abendS 7 Uhr, bei Horneniann, Mitgliederver- sammlung. Schöneberg. Nm Mtttwoch, den 7. Mai. abendS 8 USr. findet im Lokal von E. Obst, Maltin-Lniber-Sirage KS, ein Frauen-Lese- abend der Sozialdemokralischen Partei Natt. Referent.' Stadlveroidmrer R. Küter. Um zahlreiche« Erscheinui ersucht Der Vorstand. Sriefkasten der Redaktion. K. Ol. 1. Wegen der EnIIassungSgebührnifle wenden Sie sild an das BezirkSlommando, ebenfalls wegen Erhöhung dcrRente.— P. L. i>ö. Die Frau hat Aufbruch auf Atlersrente. Zluherdcm empfehlen u-ir ein Gesuch an die vorgeicfjle Tienfibchördc wegen lausender Unlcrsliitzung.— G. Z. ül. 1. ön. 2. Nicht notwendig.— Vt. A. 50. Ohne Kenntn S der näheren Umstände und der Anslcllungsbedinguiigen nicht zu beantworten. — B. T. I. Rückzahlung der Beiträge kann nur verlangt werden, wenn die versicherungspflichtige Beschäftigung infolge Verheiratung ausgegeben wirb. In Ihrem Falle empfehlen wir die Weilerversicherung, indem inner- halb der ersten zehn Kalenderjahre nach Beginn der Versicherung mindestens acht und in den späteren Jahren mindestens vier Beitragsmonale während elneS Jahres geleistet werden, cvcnt. kann auch eine Leibrente und die Aufrechterhaltung durch eine AnerkenriungSgebühc erzielt werden.— Toi- datciibricf. 1. bis 3 Nein.— Berlin 81. Wir empfehlen, die Angaben Ihrer Frau bei der Behörde zu berichtigen. Luxusslcuer kommt nicht in Frage.— M 24. 1. Ja. 2. Wir können das mehrere Druckseileu ausmachende' Gesetz nicht abdrucken. 3. Für die Sonntagsruhe gelten auch die Bcftimmmigen des ß 105 b, Abs. 2 und 3 der Gewerbeordnung. wonach an den ersten WeihnachtS-, Oster. und Pfingstseiertagen Angestellte überhaupt nicht, an den übrigen Festtagen nicht länger als süns Stunden beschäftigt werden dürsen. Durch statutarische Bestimmungen einer Gemeinde oder eines weiteren KommunalverbandeS kann die Beschäftigungsdaiier weiter eingeschcänkt oder ganz untersagt werden. Auf die Gcswäftsiirhabcr finden die Bestlmmungen keine Anwendung.— P. 29. Polizeipräsidium Berantwortlich für Politik Art»» Zickler, eharlottculmrg, für den übrigen Teil des Blattes: Alfred Scholz. Neukölln: für Anzeigen r Theodor Glocke, Berlin. Verlag! DorwSrtS-Vcrlag G. ur b. H.. Berlin. Druck. Vorwärts. Buchdruckerei und VerlagSanftalt Paul Singer u. Co. w Berlin. Lindenftratze Z. - Tirol--.' rTTT" 1.MT Für das Miftagsmahl des bürgerlichen Haushalles verwendel die sparsame Hausfrau Salzgemüse wie: Rolkohl, Weißkohl, Wirsingkohl, Spinal. Möhren. Bohnen. die sie bei federn Kleinhandlerbeziehen kann. Personal 4200 \. Agenturen für Lebensmittel 0. m. b. H, Berlin S 59; Hasenheide 88; Curt Beuermann, Berlin W 15; V erireicr. RSdolf Carius Berlin NW 52: Dalibor 4 Möhring, Berlin C 2; Johann Dettmann, Bln..Wilmersdorf, Landhausstr. 31; Franz Josef Gfrörer, Berlin W 50: H. Hackbarlh, Berlin N: Otto Hanke, Berlin-Tempelhof, Berliner Straße 145; Otto Hcrms, Berlin NO 55; Gerhard Hinsching, NW; Ludwig Kanter, Berlin W 30; Wilhelm Krantz, Berlin NW. Paulstraße 23; Georg Kiewitt, Berlin S 61, Bärwaldstraße 10; Walter Rösler, Berlin-Wilmersdorf; August A. Runge. Berlin N St; Heinrich Lotimann, Berlin SW, Hagelberger Straße 29; Fritz Manasse, Charlottenburg; Franz Pasch, Berlin SW 29, Gneisenaustr. 114; H. Passeck, Berlin W 50, Nachodstr. 24; Eugen Riel, Berlin W 57; Salo Rubin, Berlin NW 23; Wilhelm Runge, Berlin C 2; Eugen Szantl, Berlin W 30; August Schönebeck, Berhn N 58 Treskow- straße 47; Reinhard Schwarz, Berlin W57; J. 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Buchholz, Berlin-Cüpenick; Ernst Hoffmann, Berlin- Cöpemck, Kaiser-Wilhelm- Straße; Einkaufsgenossenschaft Cöpenicker Kolonialwarenhändler in Cöpenick; Otto Schoening 4 Co., Berlin-Friedenau, Lauterstr. 15; Paul Brand, Berlin-Cöpenlck; Einkaufsgenossenschaft Pankower Lebensmittelhändler, Pankow; Wilhelm N'orthe, Berlin; Albert Müller, Berlin, Petersburger Straße; J. D. Riedel A-G., Berlin; Wilhelm Hankeln, Schöneberg; August Adalbert Kunze. Berlin N. 54, Lothringer Str. 8; Robert L Liebrecht Nachf., Berlin N. 54, Lothringer Str. 1.6; Wilhelm Salzwedel, Berlin O 112, Knorrpromenade; Albert Herlitz, Berlin NO. 18, Waßmannstr. 15; Richard Retzlatl, Berlin-Cöpenick: E. Kosmaila, Neukölln; Marcuse 4 Orbach, Berlin; Albert Schenk, Berlin-Reinickendorf; H. W. Bahlmann, Berlin NW 52, Kirchstr. 15.• Bsrliner Herlin SSW 61. AutomobiS-Vertriebs G. m. b. H. Gltaohlnep Str. 107. Rohspargel- Versand zentnerweise in Zentnerkörben, auch an Private. ÄrtnrlMge, Braanseliwelg. Fernruf 4263. Postfach 55. 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