Nr.SZz�S.Z-Iirs. SezngSvretSi 8ierteltä6rl. IJß St:. montxa.iBO SRI lreiinZHauS oorauSzahibar. Swzeln« Niniunern 10 Piemna. Poslbezux Sl?!onall>ch i»0 ML nrfl Zuslellung». Unier Aceutbanb für Deuts Stand u. Oesterreich-Ungarn xlä MI, für das adrige Ausland S.7d Ml. bei täglich einmaliger liuitellmig l'S Mi. •Boftbenellungcn nehmen an Däne- marr. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Singetragen tu die LoiVieltuncs-ijreislifte. Der.Vorwärts' erscheint wocheiuägNch zweimal,«oimtage etumiu. Morgen-Ansgabe. lelegramm-Adreffe: .?»>>»ldem»beat UeelinV � f. berliner Nolksblstt. (lO Pfennig) A'i.elgenvreiS: Tie achlgeivalte ae Aonvareillezeile lojlei 1,20 SRI..»leine lltn, eigen-, das ieilgesiuSte Wort so LIg. izuläsjig 2 tettgedruckte Worte), ledes weitere Lori W Lsg. Stellengesuche und kchlasstellenanzeigen das erste Werl iO Vig.. ledes weitere Wort 20 Psg. Worte über IS Buchstaben zählen sür zwei Sorte. Teuerungszuschlag KO«,«. �amilien-Anzeigen, dolitische und geweelichastliche Screins- Anzeigen 1,20 MI. die Seile. Anzeigen für die nächste Rummer müssen bis S Uhr nachmittags im vaudtgeschäst. Kerlin 6:3.88. Lindenstrage 3, aozegeoen werden.(Beäffnei von 9 Uhr früh bis i Uhr abeildd. Tent�alorgan Äer fosialäemokratifcken Partei VeutfcklanÄs. Neüaktion unü Expedition: SV. öS, Linöenstr. Z. trernivrecher: Amt Moritchlatz, Nr.»sIS0— 1StS7. Donnerstag, den 8. Mai 1919. Vonväcts-Verlag G.m.b. h., SW. öS, �inüenstr. Z. Fernsprecher: Amt Mortttplatz, Nr. 117 53— 54. G Jrieöen üer Vernichtung. Die FrieZtenSbedingun gen siitd den deutschen Delegierten k»eute übergeben worden. Die deutsche Presse hnt bis zum W- schluß des Blattes noch keine eigenen Berichte darüber. Aber auf dein Wege über England ist uns ein Auszug, der die wich- tigsten Bedingungen für Deutschland enchält. übermittelt worden. Wir entnehmen daraus den rücksichtslosen Willen, Deutschland m i t G e w a lt für dauernd zu Boden zu drücken., Die Ententemächte— allen voran Amerika, das beson- ders salbungsvoll durch den Mund Wilsons die schönen Phrasen von Gerechtigkeit. Nechtsfrieden. Tauerfrieden. Bölkcrversöhnung usw. verkündet hat— hoben nun auch offiziell die Maske vom Gesicht gerissen. Mit kecker Pose stehen sie zu ihrer Heuchelei, mit der sie uns im Herbst vorigen Jahres die Waffen aus der Hand gewunden haben. Einen Rechtsfrieden auf Grund der 14 Punkte Wilsons wollte man mit uns schließen. Ten Völkern sollte der Stachel gegenseitigen Hasses fortgenommen, ihre Lebens- interesscn sollten geschützt und ihr Selbstbestimmungsrecht sollte gewahrt werden. Die Welt, die einst gläubig aufhorchte und Hoffnung auf eine versöhnliche Zukunft schöpfte, wird nun bitter e n t- täuscht sein. Das deuffche Volk aber mutz sehen, daß man seine augenblickliche Ohnmacht rücksichtslos und gewissenlos für die materiellen Interessen der Sieger ausnützt. Große Teile des deuffchen Volkes sollen unter fremde Herrschaft gezwungen loerden. Die für die Wirtschafts- kraft Teutschlands wertvollsten Gebiete links des Rheins,- in Oberschlesien, in Posen will man uns entreißen. Die deutschen Kolonien fallen in die Hände der Gegner und außerdem sollen uns finanzielle Lasten, neben den Materiallieferungen und neben den Kosten für die Besetzungen, in unmöglicher Höhe auferlegt werden. Zunächst will man zwanzig Milliarden in Gold oder anderen Werten haben. Außerdem sollen wir grundsätzlich zur„V e r- gütung aller Schäden" verpflichtet sein. Was beißt das: Vergütung aller Schäden? Will man uns die gesam- ten Versorgungslasten für Kriegshinterbliebene und Kriegs- beschädigte in fremden Ländern aufbürden? Will man uns alles, was an materiellen Verlusten bei unseren Gegnern entstanden ist, bezahlen lassen? In den Ententelänbern muß man gegenüber der Wirt- schaftskraft des deutschen Volkes völlig blind sein, oder man muß toll geworden sein! Man verkündet, daß die Alliierten unter diesen Bedin- ßungen allein mit Teutschland Frieden schließen werden, und un dritten Abschnitt des Völkerbundentwurfs werden wir noch besonders verpflichtet, die durch den Frieden in Europa her- beigeführten politischen Veränderungen anzunehmen. Unter anderen Bedingungen will man mit uns nicht Frieden haben. Man verhindert uns aber durch schwere Drohungen,'diesen Frieden abzulehnen. Wir wissen zur Stunde noch nicht, ob diese u n g e- heuerliche Vergewaltigung unseres Volkes von uns unterschrieben werden wird. Die großen Ernäh- rungsschwierigkeiten Deutschlands logen uns besondere Pflich- ten aus. Soviel aber sei gesagt, wenn wir diesen Frieden unterzeichnen, dann geschieht es nur, dem Gebot'der Gewalt folgend. Innerlich lehnen wir diesen Frieden entschieden ab! Und in diesem Gefühle wissen wir uns eins mit dem internationalen Proletariat, das süngst erst in Amsterdam erklärt Hot. gegen einen Gewalt- frieden den Kampf aufzunehmen.—. Wir können nicht annehmen, daß unter �en Westvölkern sich auch nur ein Mann mit fünf gesunden binnen befindet, der daran glaubt, daß dieser Frieden von Dauer sein kann. Jfin solcher Friede ist nichts anderes als latenter Zer- st.orun g s krieg,-der Ausrattungsversuch eines Volkes mcht mit offener Waffengewalt, mit den Mitteln brutalster wirtschiftiichn Sklaverei.- . Wir vertrauen auf die starken Volkskräste, die gegen- wartig in der Well lebendig sind, und die man nicht durch Unsinnige Versuche, vom grünen Tisch aus ein verzerrtes. unnaturliches Weltbild zu gestalten, im Banne halten kann. w�Ä'�t in Versailles den Frieden schließen, man wird doch nichts tun. als der Welt ein p a p i e r n e s Dokument icyenren. i m"rlre frieden, der einen gerechten Ausgleich � Qui die Dauer eine versöhnliche Stim- mung Ichafft. ist durch dieses papierne Hemmnis nicht auf- zuhalten. Er wird auch diesen Friedens-Putschls- mus, diese S a b o tierungderRechtsidee überwin- den, und imn allein, nickst aber den Gewalttätern von Paris und Versailles wird das deuffche Volk sich beugen. flusZug aus üem Zrieöensvertrag. A m fl e r d a m, 7. Mai. Der von Reuter veröffentlichte Anszug aus dem Fr i e d e n s v e r t r a g enchält u.a. folgende Au- gaben: Teutschland tritt an Polen den größeren Teil von Ober- schlefien, Posen und die Provinz We st Preußen auf dem linken Weichsrlufer ab. Die siidlichr und östliche Grenze Ost- Preußens gegenüber Polen wird durch Volksabstimmungen bestimmt. Tanzig wirb mit feiner unmittelbaren Umgebung Freistadt. Belgien erhält das strittige Gebiet von MoreSnrt und einen Teil von preußisch MoreSnrt. Teutschland verzichtet auch auf alle Rechte über Eupen und Malmed«, deren Einwohner das Recht haben sollen binnen 6 Monaten gegen diese Aenderung im ganzen oder teilweise zu protestieren, worauf der Völkerbund end- gültig entscheidet. In einer Sst-Kilomctcr-Zone östlich des Rheins darf Teutschland keine Befestigungen oder Streitkräfte halte». Das Saarbeiken, auf das sich die bereits bekannte Regelung bezieht, erstreckt sich von der Grenze Lotbringens nach Norden bis St. Wendel, schließt im Westen das Saargcbiet bis Saarhorlzbach, im Osten die Stadt Homburg ein. Die Volks- abstimmungen im Osten sollen stattfinden: im Regierungsbezirk A l l e n st e i n zuzüglich der Kreise Angcrburg und Oletzk«, ferner in einem Teil Westprenßens, bestehend aus den Kreisen Stuhn und Rosenbcrg, sowie aus Teilen der Kreise Marienburg und Marirnwerbcr. Ostpreußen soll freien Zugang zur Weichsel und die volle Benutzung des Stromes erhalten. Die Nordostecke von Ostpreußen soll an die assoziierten Mächte abgetreten werden. Bon der holländischen Regierung wird die Auslieferung Kaiser Wilhelms verlangt. Grundsätzlich soll Teutschland zur Vergütung aller Schäden, die durch den Krieg entstanden sind, verpflichtet werben, soll aber jedenfalls die Vergütung aller den Zivilpersonen zugefügten Schäden übernehmen. Die Gesamtsumme der Schadenvergütung wird spätestens bis Mai 1921 festgesetzt. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll Deutschland 20 Milliarden in Gold, in Waren, Schiffen und dergleichen bezahlen. Bezüglich der Handelsschiffe soll Deutsch- land die Ersatzpflicht Tonue für Tonne und Klasse für Klaff« auerkennen und den Alliierten alle deutschen Handelsschiffe von lksill Tonnen und darüber, die Hälfte seiner Schiffe zwischen 1000 und IKlM) Tonnen und ein Viertel seiner Fischdampfer und andere Fischereifahrzeuge ausliefern, sowie für Rechnung der Alliier- ten während der nächsten fünf Jahre jährlich Handelsschiffe von 200 000 Tonne» bauen. Zur Sicherung der Durchführung des Fric- densvertrageS soll das deutsche Gebiet westlich des Rheins und die Brückenköpfe 15 Jahre lang besetzt bleiben. Bei getreuer Ausführung der Bedingungen sollen bestimmte Gebietsteile, darunter auch der Brückenkopf von C ö l n, nach fünf Jahren geräumt werden. Andere Gebietsteile, darunter der Brückenkopf von Koblenz nach 10 Jahren, wieder andere, darunter der Brückenkopf von Mainz nach 15 Jahren. Bei früherer Erfüllung sämtlicher Friedeusbedingungrn werden die Besatz»»- gen sofort zurückgenommen._ vororientiert. die ftieöliche Waffe öer weltöurchöringung. Bon Erwin Barth. Von der Macht des Verkehrswesens in seinem ganzen Umfange haben die meisteii Menschen kaum eine Borstellung. Straßen, Eisenbahnen. Post und Tetegraph umspanne» den ganzen Erdball, haben die kleinsten Zellen in der Familie der Völker miteinander verbunden und sie den gegenseitigen Einflüssen zugängig gemacht. Das Verkehrswesen, in seinen letzten Auswirkungen vervollständigt durch die Presse, ist zu einer internationalen Rotwendigkeit geworden- Millionen großer und kleinster Kanäle vermitteln die innige Verbindung der Völkerschaften, der Staaten, der politischen und der Wirt- schaftlichen Interessen. Im Nahmen eines Artikels ist ein näheres Eingehen darauf nicht möglich. An dieser Stelle soll der Versuch gemacht werden, in großen Linien die Bedeutung des internationalen Nachrichtenverkchrs aufzuzeigen. Die Intensivierung der Wettwirtschast. deS Handels ui.d die damit verbundene Notwendigkeit, Informationen aus allen Weltteilen zu sammeln und überallhin zu geben und politische Einjlüsje überallhin ausstrahlen zu lassen, erzwang sich eine Organisation, die mit fabelhafter Raschheit alle Ansprüche er- füllen konnte. Das Auftreten des elektrischen Telegraphen bildete den Anfang zu der modernen Entwicklung des Nachrichtenverkehrs. lNach und» nach sind in allen Ländern tclegraphische Zentralen für den Nachrichten- Verkehr entstanden, die in engster Verbindung zunächst mit dem Handel und dann aber mit der Presse und der Industrie das ganze Gebiet des Nachrichtcnmarktes mono- polisiert haben. Die ober st c Qualität einer Nachricht besteht in ihrer Neuheit, und ihr Wert wächst mit der Rasch heit ihrer Verbreitung- Vor uns liegt ein Buch von Friedrich F u ch s: Tclegraphische Nachrichtenbureaus. Verlag Dietrich Rctincr. Berlin, in dem mit seltener Sorgfalt alles geschichtliche Material für die Entwicklung des Nachrichtcnvcrkehrs zu- sammengetragen ist und das mit seiner klugen Würdigung dieses ganzen Apparates zu einer unentbehrlichen Jnfor- mations- und Belehrungsquelle für alle die wird, die den Wert dieses Gegenstandes erkennen wollen. Ursprünglich waren es lediglich kaufmännische und sinan- zielle Interessen, die auf eine rasche, zuverlässige Nachrichten- Übermittlung hindrängten, später traten dazu neben den militärischen natürlich— insbesondere auch die politischen und die Publizistischen Interessen. Heute haben wir fast kein Land in der Welt, in dem nicht das ganze Nachrichten- Verkehrswesen durch Spezialburcaus zusammengefaßt wäre. und unter sich sind alle die Telegrophenbureaus zum gegen- seitigen Nachrichtenaustausch und zur Vervollständigung und Verengerung'des um die ganze Welt gelegten Netzes der- bunden. Wenn auch der Nachrichtendienst im allgemeinen fach- l i ch und unpersönlich ist, und lvcnn er auch namentlich Dos„8-Uhr-Lbendiilatt glaubt bereits witteilen zu Hemdoks» itmlt Finrni-froftcn ofinc ein Höchstmasi von Ku- fönncr, wie die Reichsregierung sich gegenüber den FnedenSbedin-" und ohne an«O�tMOB von ZU gungen verhalten wird. Die Reichsrrgierung pflegt keine Ent- verlassigkelt und Obiekttvliat gar Nicht denkbar l>t, so wirkt scheidungen zu treffen, bevor ihr nicht die erforderlichen Unterlagen gegeben sind. Auch das„8-Uhr-Abendblatt" hätte wissen kön- n r n, daß der Text des Friedenstraktats am Mittwochabend noch nicht im Besitze der Rcichsrcyierung war und daß andererseits die Reichsrrgierung Beschlüsse, wre die, um die rS sich hier handelt, nicht auf unverbürgte Zeitungsnachrichten hin trifft. Zolls wir nicht unterzeichnen.«. Paris, 7. Mai.(SavaS.) Der oberste Wirtschastsrat hielt gestern eine Sitzung ab, die von Lord Cecil präsidiert wurde. Er prüfte die Maßnahmen der wirtschaftlichen Adschlietzung Deutschlands lür den Fall, daß die deutsche» Delegierten sich weigern würden, die Friedenspräliminarien zu unterzeichnen. Auf Empfehlung der Finauzkommission hat der Rat beschlossen, folgende Erleichterungen eintreteu zu lasse»: Die schwarzen Listen werden, so weit sie nicht heute schon verschwunden sind, aufgehoben. Die Neutralen sollen die Freiheit haben, Deutschland alle Kredite zu gewähren, die deutschen Guthaben sollen zur Bezahlung der Einfuhr frei- g e g e b s n werden Der Ertrag der deutsche» Ausfuhr kann zur Bezahlung der deutschen Einfuhr Verwendung siude». Es kann die Erlaubnis der GoldauSfuhr zur Bezahlung erteilt werden. Diese Beschlüsse sollen den einschlägigen Finanzkommissionen zugestellt werden. Der Rat prüfte darauf nochmals die Frage der Donauschiff. fahrt. Die Schiffahrt soll unter seine Oberhoheit gestellt werde». er doch im politischen Leben sehr stark als Förderer der be- sonderen politischen Absichten der einzelnen Staaten. Für polittsche Nachrichten kommen als erste nnd ziwer- lässigste Quellen die Regierungsstellen selbst in Frage, und oluvohl die Nachrichtenburoaus nichts anderes tun, als sachlich und ohne Tendenz die politischen Mitteilungen wciterzu- leiten, wirken sie damit als ein Instrument für die Verteidi- gnng, Stärkung und Vertiefung der politischen Absichten einer Regierung. Die Negierungsinformationen, die nach den besonderen polittschen Bedürfnissen abgestimmt sind und meist einen gewissen Eindruck und Einfluß erzielen wollen, bilden das Propagandamaterial, und die Tele- graphenbnreaus wirken als technische Verbreitungsapparat«. Die Bedeutung dieser politischen Waffe, die somit diese Nachrichtenbureaus darstellen, hat wohl keine Regierung schärfer erkannt als die englische. England hat durch eine äußerst kluge Förderung des bedeutendsten der internationalen Nachrichtenbureaus, des Neuterschen, seinen Einfluß über die ganze Welt hingestrahlt. Es hat sich Reuters nicht allein zur technischen Nachrichten Verbreitung bedient, sondern es hat ihn auch durch die Unterstützung der von ihm verlangten Kon- zeffionen in Gebieten, deren Beeinflussung für Englantd ganz besonders wertvoll war, geradezu zu einem polittschen Propa- gandainstrunrent emporwachsen lassen. Als einziges Beispiel mögen die angestrebten und nur teilweise verwirklichten Reuter-Konzessionen in Persien Mencrt. Neuter war nahe 5aran, das gesamte Verkehrs- Wesen Persiens zu organis'�en und monopolisieren und die Banken und die Ausbeutung des Landes für sich allein zu sichern. Erst die russische Intrige vermochte die bereits for- mell erteilten Konzessionen wieder rückgängig zu machen. aber Reuter erhielt dennoch die„Kaiserliche Bank Persiens" und die Konzession für die Haupttelegraphenlinie, die das ganze Land von Nordwesten nach dem Südosten durch- schneidet, und mit ihren zahlreichen Niederlassungen und Agenturen Beeinflussungszentren im ganzen Lande schuf. Die Waffe der Propaganda hat England meisterhaft ge- handhabt, und mit ihr bat es letzten Endes die ganze Welt gegen Teutschland mobilisieren und schließlich den Krieg ge- Winnen können. Die staatliche Förderung, die Reuter in England erfährt, ist keiner anderen Teveschenagentur in irgend einem anderen Lande bisher zuteil geworden, weil in keinem anderen Lande die Bedeutung der Beeinflussung aller Plätze der Welt scharf genug erkannt wurde. Was die Presse auf beschränktem lokalem Gebiet ist— der politische Führer für den von ihr erfaßten Kreis — das ist das telegraphische Nachrichtenbureau für Millio- neu und Abermillionen, die sich über den ganzen Erdball zerstreuen. Ein Land kann die beste und vorsichtigste Auslandspolitik machen, das wird ihm aber gar nichts nützen, wenn sie nicht bekannt wird, und wenn draußen in der Welt nicht der breite Resonnanzboden für die Auswirkung dieser Politik geschaffen wird. Man kann Gesandtschaften, Konsulate und politische Agenturen ins>Ausland verlegen, kann Faktoreien. Banken. Handelshäuser gründen, sie werden nur halben Wert fiir die Förderung der Allgemeininteressen ihres Heimatsstaates haben, wenn sie nicht schnell und eindringlich über olles was vorgeht und was geplant ist, unterrichtet werden. Es muß aber mit besonderer Getviisenhaftigkeit auch dafür gesorgt werden, daß die politischen Absichten einer Regierung — soweit sie für die Oeffentlichkeit überhaupt dargestellt werden uüssen— die öffentliche Meinung der ganzen Welt durchdringen. Wenn die Presse als politischer Führer fiir ihr besonderes lokales Gebiet bezeichnet worden ist, so geht daraus die Wichtigkeit einer unausgesetzten Befruchtung der Zeitungen mit den, hervor, was fiir die Politik eines Landes von Wichtigkeit ist und was geeignet ist, jene fremden Leser- kreise zu beeinflussen. Man hat gesagt, daß im Frieden das Nachrichtenwesen als friedliches Mittel der Weltpolitik nichts anderes ist als die Militärmacht im Kriege. Beim Nach- richtendienst kann es sich nicht um die gewaltsame Aufzwin- gung einer Ueberzengung handeln, sondern nur um ein Durchdringen fremden Gebietes mit dem Wollen und Können einer Nation. Hoffentlich lernt Deutschland aus diesem Satze und schätzt neben den anderen Mitteln, die der Ausbreitung des Ansehens Deutschlands dienen, den Wert des telegraphischen Nachrichtenwesens mit dem Ernst ein, den es verdient. Da- mit� werden wir uns in die Lage versetzen können, in der übrigen Welt die Gefühls- und ideellen Werte fiir uns zu schaffen, die wir für den Wiederaufbau unserer Stellung unter den Völkern nötig haben. svritisch en Protektorats in Aegypten fest unii annul- ' licrt die Algccirasaktc. Der fünfte beschränkt den Umfang der deutschen Armee und Flotte und schafft die Dienstpflicht in Deutschland ab als ersten Schritt zur allgemeinen Abrüstung. Ter sechste regelt die Rückkehr der Kriegs- gefangeucn. Ter siebente handelt von den Verantwortlich- leiten und der Bestrafung und sieht ein gerichtliches Verfahren gegen Kaiser Wilhelm vor. Der achte handelt von der Schadenvergütung und Wiedergutmachung und enthält besondere Verfügungen über die Rückgabe der Trophäen aus früheren Krie- gen. Der neunte enthält finanzielle AuSführungsbestim- m u n g e«. Der zehnte die wirtschaftlichen Bestimmungen und setzt die nichtpolitischen internationalen Verträge und Konventionen wieder in Kraft. Der elfte Abschnitt befaßt sich mit der Luft- schiffahrt, der zwiilfte regelt die internationale Konttolle von Häfen, Flüssen und Eisenbahnen mit besonderer Verfügung für den Kieler Kanal, der dreizehnte enthält das Arbeitsabkom- men, der vierzehnte bestimmt die Garantie für die Durchführung, nämlich die Fortdauer der militärischen Besetzung deutschen Gebiets. Ter fünfzehnte bringt noch eine Reihe von Klauseln über die Au- erkennung anderer in der Folge abzuschließender Verträge, die Be- stätigung der priscugerichtlichen Entscheidungen usw. V i n e s bestimmt unzutreffend sind. Sie scheinen sich in! Sicherheit gebracht zu haben. Die norVegische Sozialöemokratie für öie „örtte internationale". Kopenhagen, 7. Mai..Politiken' meldet ans K r i st i a n i a: Der Landesvorstand der norwegischen Sozial-- demokratie beschäftigte sich gestern mit der Tagesordnung für den zu Pfingsten abzuhaltenden Parteitag. Die Mehrheit des Vorstandes sprach sich dafür aus, daß die norwegische Sozialdemo- kratie aus der Zweiten Internationale austreten und sich der Dritten Internationale anschließen soll, deren Präsident Lenin ist, und die ihren Sitz in Moskau hat. Die einzelnen Teile ües Zrieüensvertrages. P a ri S, 7. Mai. Reuter. Der Friedensvertrag zerfällt in 15 Abschnitte. Der erste enthält den BSlkerbundSver- trag. Der zweite beschreibt die Grenzen Teutschlands. Der dritte verpflichtet Deutschland, die durch den Frieden in Europa herbeigeführten politische» Veränderungen anzunehmen, errichtet die Tschechoslowakei und Polen, revidiert die Grundlagen der belgischen Souveränität und ändert die Grenzen Belgiens, er- richtet neue Regierungssystrme in Luxemburg und im Saar-, hecken, gibt Elsaß-Lothringen an Frankreich zurück, stellt die Grundsätze für die Regelung der s ch l e S w i g s ch e n Frage auf! und verpflichtet Deutschland, die Unabhängigkeit Deutsch�j öfterreichs anzuerkennen. Der vierte Abschnitt enthält einen allgemeinen Verzicht Deutschlands auf seine ausländischen Be- sitzungen und Rechte, stellt die internationale Anerkennung des Wahnsinn oöer verbrechen! «Hrschiesfunfl von 21 vermeintlichen Spartakisten. München, 7. Mai. Die Erbitterung über den Geisel- mord und über den wahnsinnigen Widerstand der Spartakisten hat jetzt zu einer Schreckenstat geführt. Laut amtlicher Meldung wurden gestern abend dreißig Personen in ein Gefängnis am Karolinrnplatz eingrlicfert, weil sie im Norden der Stadt eine Vre- samnilung abgehalten hatten. Gegen 9 Uhr abends dran- gen bewaffnete bayerische Soldaten in das Ge- fängniS ein, die im Glanben, Spartakisten vor sich zn haben, 21 Personen erschossen. Die Schuldigen sind verhaftet. Kriegsgerichtliche Untersuchung ist im Gange. Tie Generale von Oven und von Mahl bedauern äufS lebhafteste diesen Ausbruch entsetzlicher Leidenschaft. Es wurdcn scharfe Bcsrhle erlassen, baß jeder Soldat, der eine unrechtmäßige Er- schießnng vornimmt, als Mörder behandelt und erschossen wird. Wie dazu noch gemeldet wird, sind die Erschossenen Mitglieder des katholischen Gesellenverrins St. Joseph, dir einen Brreinsabend abhielten. Diese Meldung offenbart die ganze furchtbare Bestiali- tät des Bürgerkrieges. Ein Schauder erfaßt den, der sehen mutz, wi« das endet, was am 6. November mit so friedlichem Austakt begann. Die Maßnahme gegen die Mörder ist eine Selbswerständlichkeit, aber sie kommt zu spät! Fünfhundert Tote... München, 7. Mai(TU) Noch der„Münchener Zeitung" darf man annehmen, daß die Befreiumg Münchens in München selbst bestimmt mindestens 459 bis 599 Menschenleben gekostet hat. Noch immer finden Angriffe aus einzelne Posten der Regierungstruppen statt. In Giesing wurde ein Pionier erschlagen und drei Brücken- Posten von rückwärts erschossen. Heute nacht wurde ein Posten in der Brienner Straße erschossen. Das Oberkommando Oven teilt mit, daß das Ermittelungsveffahcen wegen der auf der Flucht er- folgten Erschießung der Spartakisttnführer Egelhofer und Lan- dauer bereits im Gange ist. Sicher erfährt die„Münchener Zoi- tuwg" jetzt aus dem Oberkommando, daß die Gerüchte über Ge- fangennahme oder Erschießung Tollers, Leviens und L e- Genosie �luer wieüer vollkommen her- gestellt. München, 7. Mai. DaS Befinden des Ministers Auer hat fich in den letzte» Wochen so gebessert, daß er bereits in ad« srhbarer Zeit geheilt die chirurgische Klinik verlassen kann. Das Befinden des Grafen Areo. Münchcu, 7. Mai. Graf Arco ist von seinen schweren Per- wundungen, die er bei dem Attentat auf Eisner erhielt, soweit wieder hergestellt, daß er am Diensiag von der chirurgischen Klinik nach dem Strafvollstreckungsgefängnis Sradelbeim gebracht werden konnte, wo er bis zu seiner Verurteilung interniert werden wird. Graf Arco war am Mittwoch, den 39. April, von Rotgardisten gewaltsam aus der Klinik enifernt und ins Kommu- nistenquartier in Holzhausen verschleppt worden, ebenso der gegen seine Entführung protestierende Vorstand der Klinik, Geheimrat Dr. Sauerbruch. Letzterer wurde am nächsten Tage von dem Stadtkommandanten Eglhofer verhört, wobei es einer nachdrücklichen Vorstellung von dritter Seite gelang, Dr. Sauerbruch nach eintägiger Hast seinem Beruf zurückzuführen. Ebenso ist Graf Arco wieder in die Klinik gebracht worden. Die Aufstellung üer Reichswehr in Hapern. Bamberg, 7. Mai.(TU) Im Aeltestenrat teilte gestern der Regierungsvertreter mit, daß die Aufstellung der Reichswehr in Bayern so rasch wie möglich erfolgen weiche, und zwar auf der Basis und in der Hauptsache mit den Beständen der jetzigen Frei- willige ii korps und der B o l k s w e h r. Von der MüNchenee Garnison und von allen jenen Truppen, die, wenn auch nur vor- übergehend, der Räteregierung sich zur Verfügung gestellt haben, soll kein Mann in das künftige Heer aufgenommen werden. Dis Soldatenräte bleiben für die Zukunft von aller politischer Tätigkeit ausgeschaltet. Diesen kommt nur der Charakter von Vertrauensleuten in wirtsch-ckstlichen und diszi- p l i n ä r e n Fragen zu, aber keinerlei Einfluß auf die Kommandogewalt. In einer amtlichen Bekanntmachung wird mitgeteilt, daß vom 19. Mai ab samtliche Zuschriften an die Ministerien nicht mehr nach Bamberg, sondern wieder nach München zu richten seien. Bis zur völligen Klärung der Lage dürften aber die Minister mit ihrem notwendigen Personal ihrcu Sitz in Bamberg behalten. Konferenz beim Reichswehrminisier. Tie Frage des Freiwilligenbavkotts. Berlin, 7. Mai. Wir erhalten folgende Mitteilung: Heute nachmittag fand beim Reichswehrminister Nosk« eine Konferenz statt, die sich mit der Frage der Boykottierung von Ange- hörigen der Reichswehr beschäftigte. Auf Grund der Beschlüsse von Gewerkschaftsversammlungen am 22. April und 6. Mai war daS Ultimatum gestellt worden, zwei Angestellte zu entlassen, weil sie bei den Freiwilligen-Perbändcn Dienst getan hatten. An dieser Konferenz mit dem Reichswehrminister nahmen die GeschäftSleitung der Firma, der Arbeitsausschuß und die Borsitzenden mehrerer Ber- linex Gewerkschaftsverbände teil. Der Reichswehrminister gab seiner tiefen Entrüstung Ausdruck über den schamlosen Terror, der Versuche, Arbeitskollegen nicht im wirtschaftlichen Kampfe, ftmde,!» ihrer politischen Gesinnung wegen auf die Sttaste zu setzen und dem Hunger preiszugeben. Er erflärte, daß diese Be- schlüsse, die darauf abzielen, Deutschlands jetzige Wehrmacht zu zertrümmern, objektiv Landesverrat bedeuten. Deutschland befinde sich noch im Kriegszustand und die Regierung werde mit allen ihr zu Gebot« stehenden Machtmitteln die Durchführung der angedrohten Boykottierung jener Männer, denen Deutschland Dank schulde, verhindern. Es ist zu erwarten, daß die Mehrheit der Berliner Arbeiterschaft die Ungehenerlichkrit»ntb Undurchführbarkeit der bereits erfolgten Boykottbcschlüge einschen und es in der schwierigen Lage, in der sich unser Vater, land befindet, nicht auf eine für sie aussichtslose Kraft- probe ankommen lassen wird. Der politische Dichter. Von Walter Hasenrlever.� Xbr frclbeitobampfer, werdet �mbeitsrtcbter, Bevor die fallcben 6uer Merk verraten. Von ftrtnamenten Itelgt der neue Dtcbter Berab zu irdischen und größern Caten. In seinem Huge, das den Jorgen wittert, Verliert die ISacbt das Cbaoa der ambüllung. Die siuae flieht. Von feinem Seift umzittert Baut Heb die Erde auf und wird Erfüllung. äünglinge ftebn in Universitäten nd Söhne auf, die ihre Väter baffen. Oer Schuß gebt lo». In ausgedörrten Städten stlinifter nicht mehr an den Cafein prallen. Das Volk verdirbt. Sie reden von Crlbünen. Schwemmt nicht die Oaebe Blut In ihren Saat? Mann werden fie die Qual der Coten fübnen? Schon durch die Länder läutet das Signal.— Der Dichter träumt nicht mehr in blauen Buchten. Er lieht aus Böfen belle Schwärme reiten. Sein fuß bedeckt die Leichen der Verruchten. Sein Baupt erbebt lieh» Völker zu begleiten. Gr wird ihr führer fein. Er wird verkünden. Die flamme feines Msrtes wird Hfuflk. Er wird den großen Bund der Staaten gründen. Das Recht des ßlenfchentums. Die Republik. ffidit Kriege werden die Gewalt vernichten. Stellt Generale an auf Iahrmarktfeften i Dem frieden eine Stätte zu errichten, Versammelt find die EdeUten und Besten. sKicbt mehr in Waffen liegt ein Volk, Du weißt es; Denn keine Schlacht entscheidet feinen Lauf. So steige mit der Krone Deines Geistes, Geliebte Schar, aus taubem Grabe auf I Der tote Punkt. Di« Rebolution ist an der gefährlichsten Stell« angelangt, an dem Wendepunkt vom Niederreißen zuin Neuausbau. Wie ein 1000-atmosphärischer Dampfdruck hat die Volkslraft ihre Bewegung vorwärts geschnellt bis zum Aeußersten. Der Druck, die Spannung besteht weiter. Jetzt heißt es, sie umzuleiten zum Bewegen nach der anderen Seite, da» Rad der SlaatSmaschine zum Drehen zu bringe». Sm tote» Punkt steht die Bewegung. Wird ihr Schwung stark genug sein, ihn zu überwinden? Wird der heiße, tobende Dampf richtig in die fruchtbare, schaffende Bahn geleitet werden können? Die in den vier Jahren eingekeffelten Lebenskräfte des Volkes haben den Kolben herausgeschleudert, daß er in kräftigem Schwung die Räder über die feffelnden Bremsklötze hinwegtrieb— eine halbe Umdrehung, keuchend bebt der Kolben, steht sich am Ende ange- langt—. Wird er den toten Punkt Überwinden, im nächsten Augenblick wetterdrehen das Rad? Oder wird da? Rad stehen bleiben und einrosten, der gewaltige Druck die Maschine sprengen? Im Volk liegt der Schwung, in den Führern die Klugheit, die den toten Punkt überwinden kann l Die örohenöen Seuchengefahren. Während in früheren Zeiten die Kriege schwer« Gefahren für dt« VolkSgesundheit brachten, hat es diesmal den Anschein, als ob den Seuchen, die im Kriege unterdrückt waren, durch den Frieden Tür und Tor geöffnet nxrden. Die» betont Prof. Rubner in einem Aussatz der„Deutschen Revue', in dem er auf die drohenden Ge- fahren bei der Neugestalt-un« ber politischen Verhältnisse in Ost- europa hinweist. Die SanitätSorganisatwn Deutschlands und Deutschösterreichs hatte während des Krieges«inen Grenzwall gegen die Einschleppung von Seuchen aus dem Osten ausgerichtet. Mit der Auslösmig der Armeen und dem Eindringen de? EntenteheeeeS in die biÄ>er von den Mittelmächten besetzten Gebiete hat di« SanitätSorganisation Mitteleuropas ein Ende gefunden. Die schirm- men Wirkungen dieser Tatsache zeigen sich bereits. Seit Anfang Dezember bat die EinschlePPung von Pocken und Flecktyphus in Preußen erheblich zugenommen und Anfang Februar schon eine bedeutende Höhe erreicht. Außerhalb Deutschlands war der Fleck- typhus Anfang Februar bereits in Mähren eingedrungen; Serbien und Galizien sind in großer Ausdehnung verseucht. Nun findet der Flecktyphus nirgends ein besseres Fortkommen als bei einer schlecht ernährten Bevölkerung, weshalb«r auch den Namen Hungertyphus führt. Dazu kommt noch, daß durch die Blockade die körperlich« Reinlichkeit aus Seifenmangel überall gelitten hat und die Läuse, die U eberträger des Flecktyphus, nicht energisch genug bekämpft werden können. Ein großes Hindernis gegen di« Verbreitung ist zurzeit noch der unterbunden« Reiseverkehr; aber die neuen Erpreß. Verbindungen über Frankreich nach dem Balkan dürften die Ver- schleppung auch nach dem Westen befördern. Di« Airfhebunig der deutschen und deutschösterreichischen Ab- toehrorganisarion hat eine ungeheure Gefahr für ganz Europa her- aufbeschworen. Denn die.neuen" Staaten haben weder den Drang, noch die Tradition zur energischen Bekämpfung der Epidemien. Für Deutschland und Deutschösterreich ist es ungemein schwer,»he senritäres Bollwerk aufrechtzuerhalten, weil es an einer scharfen 2llvren«lnaSbme gegen Böhmen und Mähvm fehlt und die gleiche» schwierigen Verhältnisse an der polnischen Grenze gegeben sind. WaS an deutschen Sanierungseinrichtungen in Polen durch unsere Vre- waitung geschaffen war, wird vernachlässigt und beseitigt.„Der Flecktyphus wütet im Osten," schließt Rübner..Mit internatia- nalen SanitätZkommissionen, die man jetzt als Heilmittel anruft, nachdem die Scheunen brennen, wird wenig geholfen." Notizen. — Musik. Der Dirigent des Berliner Philhannonischen Orchester«, Camilla Hildebrand, verläßt nach siebenjähriger Wirksamkeit seinen Posten. Er folgt einem Rufe als Operndirektor und Konierileiter nach Freiburg i. Br. --- Dichterabend. In der Philharmonie liest Ernst Deutsch am 11. Mai, nachmittags 4 Uhr, für die Sozialistische Studentenpartei aus Werken von Frank, Tolstoi, Werfet. — Eine Peter-Hille-GedächtniSfeiet wird am Sonntag, mittag« 12 Ubr. im Harmonium-Saal, Steglitzer Str. Sö, stattfinden. U. a. wird Theodor Loo« au« dem„Mysterium Jesu", einem nachgelassenen Werk Hilles, vorlesen. — A u S st e l l u n g. DaS Graphische Kabinett Neumann, Kur- fürstendamm 232. eröffnet am 10. Mai die erste Gesamtschau der Gemälde des Kubisten LyonelFeiniger. — U e b e r den Kun fisch uH im Westen sprach im .Bund deutscher Gelehrter und Künstler' Direktor Dr. Demmler vom Berliner Kaiier- Friedrich«Muieum, der seit 1916 als luirn- wissenschaftlicher Berater der Heeresleitung zugeteilt war. vre führte aus, daß wir mit uneigennütziger Sorgfalt alle uns er- reichbaren Kunstgegenstände aus öffentlichem und pf'ba.em Besttz an sicheren Orlen zu bergen nnd zu erhalten gesucht baben und dazu fünf große Bergmigsstätten in Sedan. Cb�rleville. Fourmie«, Maubeuge, ValeneienneS, Brüssel,«mqenckjiet halten. Nach Eintritt deS Waffenstillstandes find sie den Besitzern unvertehrt wieder zuruckaegeden worden.», Mar Osborn zeigte in Lichtbildern eine ganze Anzahl Herr- licher Kunstwerke, die von un? gerettet worden sind, darunter die Sammlunq Latour aus St. Ouenttn Und endlich bewies Ge- beimrat Clemen aus Bonn, der feit KriegSbegtnn mit der Wahr- nehmung der Denkmalpflege auf den verichiedenen Kriegsschauplätzen betraut war daß wir auch im Osten, m Italien, ja selbst in Palästina und Kleinafien die Kunstwerke der Pyramiden zu schützen versucht Haben...... In einem demnächst er'cheinenden zweiband, gen Beucht werden die dabei tätigen Kunstgelehrien ihre Maßnahmen dem Au-lande aeaenüber verteidigen. — Die Berliner Putsche. Unter diesem Titel sind die Beratungen der Verfassunggebenden Preußischen LandeSversamm- lun« über den Antrag Hoffmann auf Aufhebung des Stand- rechts und Belagerungszustandes im Verla., der Buch- Handlung Vorwärts als Buch(186 Seiten) erschienen. Al« Anhang ist die Erklärung d«S Ministerpräsidenten Paul Hirsch über da-, Programm der preußischen Regierung(2S. März) abgedruckt, Preis S M.- Der historifthe Tag von Reöe SrockSorff-Rantzaus. Versailles, 7. Mcn. Die Ansprache des Reichsministers Grafen Brockdorfs-Rantzau hatte fügenden Wortlaut, den wir etwas ver» kürzt wiedergeben: Meine Herren! Wir sind tief durchdrungen von der erhabenen Aufgabe, die uns mit Ihnen zusammengeführt hat, der Welt rasch einen dauernden Frieden zu geben. Wir täuschen uns nicht über den Umfang unserer Niederlage, den Grad unserer Ohnmacht. Wir wissen, daß die Gewalt der deutschen Waffen gebrochen ist. Wir kennen die Wucht des Hasses, die uns hier entgegentritt. Und wir haben die leidenschaftliche Forderung gehört, daß die Sieger uns zugleich als Ueberwundene zahlen lasten und als Schuldige be st rasen sollen. Es ivird von uns verlangt, daß wir uns als die allein Schuldigen am Kriege bekennen, ein solche? Bekenntnis wäre in meinem Munde eine Lüge. Wir sind fern davon, jede Verantwortung dafür, daß es zu diesem Weltkriege kam, und daß er so geführt wurde, von Deutschland abzu- wälzen. Die Haltung der früheren deutschen Regierung auf den Haager Friedenskonferenzen, ihre Handlungen und Unter- lastungen in den tragischen 12 Julitagen mögen zu dem Unheil bei- getragen haben, aber wir bestreiten nachdrücklich, daß Deutschland, dessen Volk überzeugt ivar, einen Verteidigungskrieg zu führen, allein mit der«chuld belastet ist. Keiner von uns wird behaupten wollen, daß das Unheil seinen Lauf eist in dem verhängnisvollen Augenblick begannt, als der Thronfolger Oefterceich-Ungarns den Mörderhänden zum Opfer fiel. In den letzten 50 Jahren hat der Imperialismus aller europäischen Staaten die internationale Lage chronisch vergiftet. Die Politik der Vergeltung, die Politik der Expansion und die Nichtachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker, hat zu der Krankheit Europas beigetragen, die im Weltkriege ihre Krisis erlebte. Tie russische Mobilmachung nahm den Stoatsmännern die Möglichkeit der Heilung und gab die Entscheidung in dte Hand der militä- rischen Gewalten. Die öffentliche Meinung in allen Ländern unserer Gegner hallt wider von den Verbrechen, die Deutschland im Kriege begangen habe. Auch hier sind wir bereit, getanes Unrecht einzugestehen. Wir sind nicht hierhergekommen, um die Verantwortlichkeit der Männer, die den Krieg politisch und nrilitäresch geführt haben, zu verkleinern und begangene Frevel wider das Völkerrecht abzu- leugnen. Wir wiederholen die Erklärung, die bei Beginn des Krieges im deutschen Reichkstaat abgegeben wurde: Belgie/» ist Unrecht geschehen und wir wollen eS wieder gut machen. Das Maß der Schuld aller Beteiligten kann nur nur eine unparteiische Untersuchung feststellen,«ine neutrale Kommission, vor der alle Hauptpersonen der Tragödie zu Worte kommen, der alle Archive geöffnet werden. Wir haben eine solche Untersuchung gefordert, und wir wiederholen die Forderung. Bei dieser Konferenz, wo wir allein, ohne Bundesgenossen der großen Zahl unserer Gegner gegen üterstehen sind wir nicht schutzlos. Sie selbst haben uns einen Bundesgenossen zugeführt: Das Recht, das uns durch den Vertrag über die Friedensgrundsätze gewähr- leistet ist. Tie alliierten und assoziierten Regierungen habe» in der Zeit zwischen den 5. Oktober und den 5. November 1918 auf den M a ch t f r i« t> e n verzichtet und den Frieden der Ge- rcchtigkrit auf ihr Panier geschrieben. Am ö. Oktober 1918 hat die deutsche Regirrung die Grundsätze deS Präsidenten der Bereinigten Staaten von Amerika alsFrie- ' d e n sb a s i s vorgeschlagen. Am ö. November hat ihr der Staatssekretär Lansing erklärt, daß die alliierten und assoziierten ! Mächte mit dieser Basis unter zwei bestimmten Abweichungen ein- verstanden seien. Die Grundsätze des Präsidenten Wilson sind als« für beide Kriegsparteicn, sür Sie wie für uns, und auch sür unsere früheren BundeSge- nassen bindend geworden. Die einzelnen Grunidsätze fordern von uns schwere nationale und wirtschaftliche Opfer. Aber die heiligen Grundrechte aller Völker sind durch diesen Vertrag geschützt. Das Gewissen d:r Welt steht hinter ihn; keine Nation wird man ungestraft verletzen dürfen. Als nächstes Ziel betrachte ich den Wirderaufbau der von uns besetzt gewesene» und durch den Krieg zerstörten Gebiete Belgiens und Nordfrankreichs. Die Verpflichtung hierzu haben wir feierlich übernommen, und wir sind entschlossen, sie in dem Umfang auszuführen, der zwischen uns verein'bart ist. Dabei sind wir auf die Mitwirkung un- i serer bisherigen Gegner angewiesen. Wir können das : Werk nicht ohne die techmfche und finanzielle Beteiligung der Sieger � vollenden; sie können es nur mit uns durchführen. Das ver- armte Europa mutz wünschen, daß der Wiederaufbau mit so großem Erfolg und so wenig Aufwand wie möglich durchgeführt wird. Der Wunsch kann mrr durch eine klare geschäftliche Verstän- d igung über die besten Metboden erfüllt werden. Die schlechteste Methode wäre, die Arboit weiter durch deutsche Kriegsgefangene besorgen zu lasten. Gewiß, diese Arbeit ist billig, aber sie käme der Welt teuer zu stehen, wenn Haß und Verzweiflung das deutsche Volk darüber ergreifen würde, daß seine gefangenen Söhne, Brüder und Väter über den Vorfriedon hinaus in der bisherigen Fron weiter schmachteten. Ohne eine sofortige Lösung dieser allzu lange ver- schleppten Frage köniren wir nicht zu einem dauernden Frieden ge- langen.> Unsere beiderseitigen Sachverständigen werden zu prüfen haben, wie das deutsche Volk seiner finanziellen Entschädigungspflicht Genüge leisten kann, ohne unter der schweren Last zusammenzubrechen. Ein Zusammcnbrilch würde die Ersatzberechtigten um die Vorteile bringen, auf die sie Anspruch haben, und ein« unheilbare Verwir- rung des ganzen europäischen Wirtschaftslebens nach sich ziebcn. Gegen diese drohende Gefahr mit ihren unabsehbaoen Folgen müssen Sieger wie Besiegte auf der Hut sein. Es gibt nur ern Mittel, um sie zu bannen: Das rückhaltlose Bekenntnis zu der wirtschaftlichen und sozialen Solidarität der Völker, zu einem freien und umfasse»- den Völkerbund. Meine Herren! Der erhaben« Gedanke, aus dem furchtbarsten Unheil der Weltgeschichte durch den Völkerbund den größten Fort- schritt der Menschheitsenttvicklung herzuleiten, ist ausgesprochen und wird sich durchsetzen. Nur wenn sich die Tore zum Völkerbund allen Nationen öffnen, die guten Willens sind, wird das Ziel erreicht werden, nur dann sind die Toten dieses Krieges nicht umsonst g« st o r b e n. Das deutsche Volk ist innerlich bereit, sich mit seinem schwerer LoS abzufinden, wenn an den vereinbarten Grundlagen des Friede: nicht gerüttelt wird. Ein Friede, der nicht im Namen des Recht- vor der Welt verteidigt werden kann, würde immer neue Wider stände gegen sich aufrufen. Niemand wäre in der Lage, ihn mit gutem Getvissen zu unterzeichnen, denn er wäre wßrfüllbar. Niemand könnte sür sein« Ausführung die Gewähr, dir in der Unterschrift liegen soll, übernehmen. Wir werden das unS über geben« Dokument mit gutem Willen und in der Hoffnung prüfen, daß das Endergebnis uirsecer Zu sammenkunst von uns allen gezeichnet werden kann! WohIfahriSminister teilnahmen. Gegenstand und Erörterung Wae die Forderung der Berliner Eisenbahnarbeiterschaft entweder eine Ermäßigung der Lebensmittelpreise herbeizuführen oder eine weitgehende Lohnerhöhung zu. bewilligen. Tie zweite Forderung konnte nach Lage ver Staatsfinanzen nicht eriüllt werden, dagegen wird der an erster Stelle gemachte Vorschlag der Berliner Eisenbahnarbeiter tatkräftig versolgl werden. Bei den Erörterungen ließen die Minister keinen Zweifel darüber, daß die Durchführung der Lohnerhöhung nicht nur mit den Staarsfiiianzen absolut unvereinbar sei, sondern auch eine schwere Schädigung des allgemeinen wirtschaftlichen Lebens zur Folge haben würde. Außerdem würde die Beschaffung der zur Durchführung der Lohnerhöhung erforderlichen mehrere Milliarden Mark sich umsetzen in eine sehr starke Steuerlast, so daß die Gesamlbevöikerung das Opfer bringen müßte, um einem be- schränkien Kreise von Arbeitern eine Besierung der Lebenshaltung zu ermöglichen. Bei dieser ganzen Sachlage gäbe eS, wie alle drei Mmister übereinstimmend darlegten, nur einen Weg, der Besserung verspreche, und der sei eine möglichste Förderung der Einfuhr von Lebensmitteln, die einen Rückgang des unerfreulichen Schleichhandels und damit eine Senkung der Lebensmittelpreise zur Folge haben würde. Diele Frage habe bereits in einer Tags zuvor stattgehabten Besprechung zwischen Reichs- und Slaatsbchörden eine eingehende Erörterung gefunden. AIS ein erstes Ergebnis dieser Besprechung könne die bereits in der Preffe gemeldete Bestellung eines SioatskommiffarS betrachtet werhen. desicn Be« lätigung aber nicht allein in der Erhöhung der Warenausfuhr, sondern vor allen Dingen auch in der krähigen Steigerung der Lebensmitteleinsuhr zu sehen sein wird. Habe auch die Lohnforderung keine Erfüllung finden können, so dürfe doch die Arbeiterschaft die Befriedigung hegen, daß sie durch ihren Antrag zur Förderung dieser augenblicklichen wichtigste» Frage wesentlich beigetragen habe, wie ja von ihr selbst in ihrer ersten Eingabe dargelegt worden sei. daß die Lohnforderung erst dann gestellt worden sei, als ihrer Meinung nach die Bemühungen um Verbesserung der Lebensbedingungen keinen befriedigenden Erfolg versprochen hätten. Gegenüber diesen Ausführungen, deren Gewichtigkeit sich die Arbeiterverlreler nicht verschließen konnten, wurde es allseilig für angezeigt erachtet, zunächst im kleineren Kreise, an dem Vertreter aller Eiienbahnarbeiter-Organisationen teilnehmen sollen, zu er« örtern, was zu Gunsten der Arbeilerschaft unter den gegenwärtigen Verhältnisten noch weiter geschehen könne. Deutsche Nationalversammlung. Ausschuhbcricht. Der HaliShaltsanSschuß der Nationalversammlung begann am Mittwoch im Neichsfinanzministerium zu Berlin mit der Etatsberatung. Zunächst wurde der Etat de? Reichspräsidenten erledigt. lPräsi- denlengehall von jährlich 100 000 M. und 500 000 M. für sachliche Ausgaben.» Namens der Deulschnationalen erklärte Abg. Mumm, daß seine Freunde die Monarchie nach wie vor sür die beste Siaatsform hielten, aber bereit seien, das GeHall des Präsidenten zu bewilligen. Beim Etat für daS ReichSministerium beantragte Abg. Dietrich namens der Deutschnationalen Herabsetzung der Au>wandSgeIder auf 24000 M. Finanzminister Dr. Dernburg führte aus. man müsie bedenken, daß künftig 50 bis SO Proz der hohen Gehälier für Steuern bezahlt werden mühten. Auf Anfrage Dr. Rießner erklärte Ministerpräsident Scheidemann, daß der Gesetzentwurf für den Staats- gerichtshof in Vorbereitung sei. � In der weiteren Debatte wurde allgemein verlangt, do& die politischen Minister keinerlei Nebenberuf ausübten dürften. Gegenüber Klagen der Deutsch- nationalen, daß der amtliche AufklärungSdienst für die Sozial- demolratie arbeite erklärte Ministerpräsident Scheidemann. daß nach seinem Wissen in den Pressestellen überwiegend Demo- k r a t e n seien. Nur drei organisierte Sozialdemokraten seien vor- Händen. Die Forderung selbst wurde bewilligt und die Weiter- beratung auf D onnerstag, vormittag, vertagt. Der �lrbeiterrat zur Ernährungsfrage. Die auf dem Boden der S. P. D. stehenden Arbeiterräle. kom- munalen Ärbeiterräle und Soldatenräte traten am gestrigen Mitt- woch nachmittag im Sitzungssaal de? Herrenhauses zu einer Sitzung zusammen, um insbesondere die ErnährungSfrage zu besprechen. An der äußerst stark besuchten Sitzung nahm auch der Er näh- r u n g? m i n i st e r. Genosie Schmidt,«tl. Als erster Redner schilderte Genosse Dr. Caspar» die Verhältmne aus dem Ge- biete der Bolksernährung, die er als unballbar bezeichnete. Er zeigte die Rückwirkung dieser ungünstigen Verhältnisse aus die all- gemeine politische Lage. Der Hunger lei der beste Vorkämpfer de« Kommunismus und der beste Slreikhetzer. Gegen schleich- bandet und Wucher müsse mehr als bisher vorgegangen werden. Ilm dem Mangel an Zucker abzuhelfen, solle die Herstellung von w?. �5' der außerordemlich große Mengen von Zucker ,m rd Li. Schleichhandel« verarbeitet würden, verboten werden. m ReichSernährungsamt auf. die Aib-.t-rraie und zur int-nsiv-n Bekampwng deS ""i Wuchers heranzuziehen. Die Landbevölkerung !. i. den Ernst der Lage erfaßt zuhaben. .mderelieit« muffe die Arbeiterschaft mit den SireikS in den lebenS- �mchiigen betrieben aufhören. SJor allem verlangte der «1 V"„_-Oft Ii i l c 111 ü C--- r b.« milV0?«usland gelieferten LebenS- 'kr'�'�elten und kinderreichen U" au geringeren Preisen zu- I* ,rnf/rT cfL i ben Besser, ituterten und K i n d e r l° � derwies u. a. auf das veiipiel von Straß- bürg wo d'e,° Berl-.lunqsmelhode für die inländischen LebenS- 'ZmaSSV"" m" Der ReichSernährung'minister Genosse Robert Schmidt erörterte die Gründe, die zu der LebenSmittelknappheit im Kriege führen mußien. Er wies darauf hin, daß Deutschland bereit« im Frieden aus die ausländischen Zufuhren angewiesen gewesen sei. Deshalb sei die Rationierung der Lebensmittel unbedingt notwendig gewesen und diese werde wohl auch noch weiter beibehalten werden müssen. Die Erfahrung habe gelehrt, daß daS eingeführte System der Erfassung und Verteilung der Lebensmittel durchaus richtig war. Er begrüße das Anerbieten der Arbeiterräte, bei der Be- lämpfung des Schleichhandels und LebenSmittelwuchers mitzu- arbeiten, er erwarte allerdings, daß gerade von unten geholfen werde, man solle nicht immer auf die Hilfe von oben rechnen. Gleichzeitig teilte er mit, daß er sich mit dem Vollzugsrat Groß-Berlin in Verbindung gesetzt habe, und von dieicm die Stellung von gel eigneten Personen verlangt habe, die als Hilfsbeamte des LandeSl polizeiamtS in der Bekämpfung des Schleichhandels tätig sein könnten. Dem Vorschlag einer Staffelung der Lebensmittelpreise st ehe er durchaus sympathisch gegenüber, er müsse aber bemerken, daß dies Sache der Gemeinden sei, die durch eine dies bezügliche Erklärung deS Reichsernährungsamts diese Maßnahme l ä n g st hätten einführen können. Der Minister schloß seine Ausführung mit dem Hinweis auf die absolute Notwendigkeit intensiver Arbeit zur Herstellung von Pro- dukten als Gegenwert für die aus dem Ausland zu importierenden Lebensmittel. I», Anschluß an die beiden Referate ergab sich eine rege Diskussion. Es wurde u. a. folgender Antrag des Genossen CaSpari angenommen: Der FraktionSvorstand wird beauftragt, die Groß-Berliner Magistrate und Stadtverwal- tungen, Gemetndevorstände und Gemeinde- v e r t re tu n g en z u e r su ch e n, unverzüglich von der Ermächtigung des ReichsernäbrungSamtS G e« brauch zumachen, die Preise für die zur Ver teilung gelangenden Lebensmittel, insbe- sondere für die ausländischen, nach dem Ein- kommen und der Kinderzahl der Bevölkerung fe st zusetzen. Diese Maßnahme l-erscheint im Jnteresie der minderbe n» titelten und linder- reichen Teile der Bevölkerung zur Erleichterung der Lebenshaltung unbedingt erforderlich. Im weiteren Verlauf der Sitzung beschäftigte sich die Versamm- lung mit dem nachstehenden Beschluß vom 3. d. M.: Der Beschluß des BoIkzngSrats vom 17. April 1919, betreffend dl« Ausschließung'von Arbeitern ims Betrieben wegen politischer Meinnngen und Handlungen verstößt grgen die elementarsten Joter- esse» de« Proletariats, gegen Demokratie, Sozialismus und Selbst- achtnng. Die Fraktion der S. P. D. verlang» von dem BvllzugSrat «b-NV«N�M!st?"' 60 � �-mmeu- Die Versammlung stellte sich nach wie vor auf de» Boden dieses Beschlusses.' Die Zorüerungen üer Eisenbahner. Berlia, 7. Mai. Im Ministerium der öffentlichen Arbeiten fand am 3. Mai eine Besprechung mit den vier großen Eisenb a h n arbeit er-Or g an isa tionen statt, an der außer dem Eijenbahnmuuster auch der Fmanzmintster und der Um öle tzeereswerkstätten. Von Qberingenieur L. M. Cohn, Berlin-Friedonau. Lange hat es gedauert und viele Millionen Volksvecmögen sind vergoirdet worden, ehe man sich entschlossen hat, Heeresbetviebe, die mimer noch dem Kriegsministerium unterstanden, endlich der Zivil- rertvaltung zu unterstellen. Jedoch auch hier zeigt sich wieder die Unmöglichkeit, technische und wirtschaftliche Fragen auf dem Weg« Kompromisses zu lösen, denn der Pferdefuß des Be- ; daß einzelne Betriebe, die ausschließlich sür den Be- j darf von Heer und Marin« arbeiten, ausschließlich dem Kriegsmimsterium unterstellt bleiben sollen, führt zu weiterer Ver- geudung von Millionen. Das aber wurde jetzt für die Spandauer Betriebe beschlosten. In einer Denkschrift, welche auch dem ReichSwehrminister NoSke zugegangen ist und die auch den zuständigen Stellen im Kriegsministecium bekannt ist, habe ich nachgewiesen, daß irgend- eine zwingend« Notwendigkeit für die Unterstellung der technischen Werkstätten unter das Kriegsmintsterium nicht besteht. Unzählige Techniker und Kaufleut« werden mir bestätigen, daß der MilitariS- mus im.Wumba" und in den Heereswerkstätten dem Staate Millionen gekostet hat. In dem erwähnten Aufruf ist nur davon die Rede, daß nur die in Zivilverwaltung übergehenden Werke entmilitarisiert werden, während die Geschützgießerei und Artillerie- Werkstatt Nord dem Kriegsminsterrnm und der Feldzeuzmeisterei unterstellt bleiben. Es soll also in diesen weiter der Unfug Herr- scheu, daß an Stelleu, in denen in Privatbetrieben die tüchtigsten Kaufleute sitzen, Verwaltungsoffiziere gefetzt tverden sollen, die ihrer Erziehung entsprechend, ihre Aufgaben für erfüllt halten, wenn sie dem toten Buchstaben der berüchtigten Dienstvorschristen ge-- nügen. Von den n> die Zivilverwalwngen übergehenden Betrieben wird verlangt, daß sie ihr« Unkosten selbst decken und«m« an- gemessene Verzinsung und Tilgung des Anlage- und Betriebskapitals ermöglichen. Das deutsche Volk ist zu arm gewoodeu, um diese Bedingungen nicht an alle Betrieb« stellen zu müssen. Der Umfang unserer Rüstung wird uns von unseren Feindeil und von unserem schmalen Geldbeutel vorgeschrieben. Selbst wenn wir hohe Zahlen annehmen, so ist es ausgeschlossen, daß dadurch die Geschützgietzerei und Artilleriewerkstatt Nord auch nur annähernd wirtschaftlich ausreichend beschäftigt werden könnte. Von allen Reichsstellcn wird immer wieder bewnt, daß wir uns überall in der Technik im Interesse des Neuaufbau? der ratio» nellsten Acbeitsweife zu befleißigen haben, und hier führt ein« ganz verfehlte Krompromißpolitik dazu, daß daS Reich selbst gegen dies« Grundsätze verstößt. Jeder Sextaner der Volkswirtschaft und Technik muß sehen, daß Werkstätten, die allein die Heereslieferungen ohne Konkurrenz durchführen sollen, wenn sie auf Grund eines Etats arbeiten, der bei unseren heutigen Verhältnissen nur ein sehr beschränkter sein kann, in aller Kürze veralten, steril werden und weder kou- struktiv noch produktiv auf der Höh« bleiben können. Will das Militär nicht dos Odium auf sich laden, daß eS nur aus Machthunger oder um feinen Angehörigen Stellungen zu ver- schaffen, zum Nachteil des Volksvermögens in selbstsüchtiger Weise kechnische Werkstätten unter die Verwaltung des Kriegsministeriums zwingt, so muß es selbst dafür eintrete», daß alle Hcercsbetriede unter Zivilverwaltung gestellt werden. Selbstverständlich ist eS, daß allen früheren militärischen Werkstätten die Verpflichtung auferlegt wird. Aufträg« des Kriegsmini st eriums vorzugsweise zu behandeln. DaS KriegSminifterum hat dann statt der zwei willkürlich aus einem grpßen Organismus herausgeschnittenen Werkstätten, eine große Anzahl von Betrieben zur Verfügung, die zur wirtschaftlichen Ar- beit gezwungen, dem steten Fortschritt der Technik folgend, sich auf voller Höhe befinden. Wir sind zu arm und die Angelegenheit ist zu wichtig, als daß sie am grünen Tisch auf dem Wege des politischen Kuh- Handels erledigt wird. Haben die Militärs wirklich fachliche Gründe, dann heraus mit chnen an die Oeffentlichkeit, damit die weiten technischen und kauf- männischen kreise, dte vor und während des Krieges den militärt- schen Betrieb vollauf kennen gelernt haben, Gelegenheit erhalten, mtt�uraten. GewersschaMenWung Die vierte Mitglieüer-Million haben biv dar G�neralkoninnssion angoschlossenen Zentralverbände Cnbc April überschritten. Ani Ende des 3. Quartals 1918 zählten die deutschen Gnvcrkschaitcn I 415 452 Migüeder. BiS slalires- schlutz erreichten sie etwa 2 Dtillimen, Tnde Januar 2% Millionen, Ende FÄruar 3 Millionen unb seitdem haben sie ihre Reihen wieder um 1 Million verstärkt. Wenn die Entwicklung im gleichen Tempo so weitergebt, so wird der Deutsche Gewerkschaft>bund, dessen Satzungen auf dein Ende Juni in Nürnberg stattfindenden Gewerkswaslokongress beschlossen werden sollen, wahrscheinlich seine Wirksamkeit mit einer Gesamtmitglicderzahl von fünf Millionen beginnen können. Von den 59 Gewerkschaften zählt der Deutsche Metallarbeiter- Verband allein 1 00 ß 993 Mitglieder, während 10 Verbände zwischen 100 000 bis 400 000 Mitglieder aimveisen(Fabrik- arbeiter 4 00 00 0, Transportarbeiter 2 72 000, Banaribeiter 270 000, Eisenbahner 2 50 000, Halzarbeiter 222 043, Textilarbeiter 210 6 6 9, Bergarbeiter 200 000, Gemeinde- arbeiter 1 6 6 1 5 5, Landarbeiter 1 50 000 und Handlungsgehilfen 13 5 0 0 0). Seit der Vorkriegszeit haben die Gewerkschaften um 1,5 Millionen Mitglieder zugenommen. Von dieser Zunahme ent- fallen allein 88 Proz.(1,3 Million! aus die Verbände der Metall- arbeiter, Fabrikarbeiter, Landarbeiter, Gemeindearbeiter, Hand- kungSgehilfen, Bergarbeiter, Textilarbeiter, Transportarbeiter, Schiwider, Holzarbeiter und Schuhmacher: dazu kommt der neue Verband der Ciseitbahner mit 250 000 Mitgliedern. Dagegen sind die baugewerblichen �Verbände mit etwa 130 000 Mitgliedern gegen- über der Vorkriegszeit im Rückstand geblieben, weil das Bau- gowerbc noch völlig daniederliegt. Doch können sich nach Wieder- aufnähme der Bauarbeit ganz erhebliche Verschiebungen ergeben. Der starke Mitgliederandrang stellt natürlich an die Gewerk- schastsfumktronäre ganz austerordentliche Ansprüche. In manchen Verbänden reicht die Zahl der besoldeten Kräfte nicht auö, um den Anforderungen nach Verwaitungsarbeit und Tarifabschlüssen zu gc- nügen. lim so wahnwitziger ist das Treiben eines Teils der der Unabhängigen Sozialdemokratie und den K o m m u- nisten nahestehenden Geuwrkschaftsmitgliedcr, die die alten er- fahrenen Gerne rkschaii Sa ngestc llten kündigen und mastregoln, weil ihnen ihre politische Gesinnung nicht gefällt. Keine Organisation kann jetzt ihr« Kräfte entbehren. Die Arbeiterschaft hat selbst den empfindlichen Nachteil davon, wenn sie dieser Nlastregelnngspraxis noch länger ruhig zusieht._ Tie Maßregelung von Gewerkschaftsangestellten im Transportarbeiter-Vcrband. Aus Kreisen deS TranSportarbeiterverbandeS wird uns ge- schrieben: Vor einigen Tagen fand die Fortsetzung der Gcneralversamm- lung des Bezirks Grost-Berlin des Deutschen Transportarbeiter- Verbandes statt. Gleich zu Anfang warnten einige Anhänger der U. S. P. D., die Opposition nicht in der Art wie in der letzten Generalvecsamm- lung weiter zu betreiben. Den Hauptpunkt dieser Generalversammlung bildete die Neu- Wahl der Bezirksleitung. Nicht um die Wahl von Angestellten, die die Fähigkeit besitzen, ein« Organisation von ca. 90 000 Mitgliedern zu leiten, handelte es sich diesmalig, sondern um eine pacieipolttische Wahl. D«n U. S. P. D.-Leuten liegt nicht so sehr daS Wohl und die Zukunft ihrer Organisation am Herzen, als vielmehr, ihr Partei- süppchen bei den Wablen zu kochen. Dast diese Taktik zur unvermeidlichen Spaltung führen must, liegt klar ans der Hand. Die Hauptsache ist, dast die„G e W e c k- scha st sb o n z e n" der S. P D.-Richtung verschwinden, um den ,G«w e rk s ch a f t S b o n z e n" der U. S. P. D. Platz zu machen. Die Haupft'chreier in allen Versammlungen sind die Konsum- angestellten. Die Leute, die durch die Arbeiterschaft in ihre jetzigen Stellungen hineingekommen sind, können in Radikalismus gar nicht genug machen. Es hat sich unter den Mitgliedern der Konsum. aenossenschast Berlin ein« graste Miststimmung über das Benehmen derselben, besonders aus Anlast des sogenannten geplanten General« streiks usw. breitgemacht, die empört darüber sind, dast die Konsum- angestellten es zuerst waren, die die Zufiihrung deS BcoteS nach den Verkaufsstellen«instellten. Nicht etwa bei den letzten Unruhen in Lichtenberg, denn da konnten sie nicht fahren.— Das Resultat der Wahl der Bezirksleituna war denn auch ganz nach den Wün- schen der ll. S. P. D. Es wurden gewählt als 1. Bevollmächtigter Ortmann(S. P. D.), als 2. Bevollmächtigter Klos«(U. S. P. D.), als Kassierer Bretzke(ll. S. P. D.) und als Schriftführer Böhmer (U. S. P. D.). Vor der Wahl wurde selbst von Unabhängigen gewarnt, Bretzke als Kassierer zu wählen, da er der Aufgabe keineswegs gewachsen feit es half aber nichts, stand doch nicht die Tüchtigkeit der Anqe- stellten, sondern U. S. P. D. zur Wahl, und wer U. S. P. D. ange- hört, ist zu allem fähig. So wurde denn Bretzke mft 277 Stimmen gegen 243, die der frühere Kassierer Steinicke erhielt, gewählt.— Gegen die gemastregelien Kollegen Werner. Sieinicke, Liebenow konnte wegen ihrer Geschäftsführung nichts eingewendet werden, nur dast sie eben während des Krieges nicht links genug gestanden hätten. Der Rest der Tagesordnung konnte wegen vorgerückter Zeit wicht mehr erledigt werden, er soll in der am Montag, den 12. Mal, abends 7 Uhr. in den.AndreaS-Festsälen" stattfindenden ordentlichen Generalversammlung behandelt werden. Zieht man das 1 Fazit dieser drei Generalversammlungen, so must man die Befürchtung hegen, dast bei der Verwaltung Grast- Berlin des TransportarbefterverbandeS leider die SpalwngSmög- lichkeit sehr nahe gerückt ist. Der BeWust her vorletzten Generalversammlung am 22. April in den Musikersälen, den«Vorwärts" nicht mehr als PublikationS- organ zu benutze r� hat bei einer grasten Anzahl Kollegen tiefgehende Verstimmung hervorgerufen. Sie werden sich diese Bevormundung nicht gefallen oder sich gar zwingen lassen, daS Hetzblatt„Freiheit" zu abonnieren, um durch diese von den Veranstaltungen ihrer Organisation Kenntnis zu erhalten. Wir rufen deshalb der Opposition zu: Haltet ein mir der Zer- splitterungSpolitik, treibt in unseren Verband nicht auch die Spal- tung hinein! Besinnt Euch in letzter Stunde, che es zum Aeustersten, zur Spaltung kommt, die nur die Arbeiterschaft schädigen kann. Wollt Ihr jedoch den Bcuderkampf, so nehmen wir ihn auf? Wir lasten unsere Organisation, für die wir viele Jahre gekämpft und gearbeitet haben, nicht durch unüberlegte, unverantwortliche Heistsporne vernichten._ Generalversammlung der Fabrikarbeiter. Die Generalversammlung des Verbandes der Fabrikarbeiter (Zahlstelle Grotz-Berlin) bcfastte sich mit der Stellungnahme zum Gswerkschaftskongrest. Die Ausführungen der Diskussionsredner gingen dahin, dast auf dem Gemerkschaftskongrest für das Rätesystem eingetreten werden müsse. Eine entsprechende Resolution wurde angenommen. In einer weiteren Resolution wurde Aufhebung des Belagerungszustandes. Auflösung aller Freiwilligenformationen, Freilassung aller politisch Gefangenen und sofortige Jnangriff- nähme der Sozialisierung verlangt. Es wurde allgemein bemängelt, dast über die Arbeitsgemeinschaften nicht genügend Klarheit herrsche. Vor dem Kriege wären die Arbeitsgemeinschaften eine Errungen- sehaft gewesen, amders liege es jetzt. Auch wurde der Standpunkt vertreten, dast vor dem Kriege von den Gewerkschaftsführern Be- deutendes geleistet worden ist. Wenn während des Krieges dies anders war, so hätten die Arbeiter die gröstte Schuld, da dieselben sich nicht genügeiid um ibre Organisation gekümmert hätten. Groster Groll habe sich gegen die Göwerkschaftspolitik während des Krieges aufgespeichert, da sei es ganz natürlich, dast auf dem Gewerkschaftskongreß ein« gründliche Abrechnung erfolgen müsse. Gegen eine Belchneidung des StteikrechtS fand ein« entsprechende Resolution einstimmig« Annahme. Ms Delegierte zum GewerkschcrftSkcmgrest wurden die Kollegin Lungwitz und der Kollege Ziebe gewählt. Zum Schluß teilte Bruns mit, daß er heute zum letztenmal hier präsidiere, da er vom Haupt- vorstand für ein anderes Amt bestimmt sei. Bruns bittet, der neuen Zahlstellenleitung daS Vertrauen entgegenzubringen, welches man zu ihm hatte. Auch weiterhin wolle er als Funktionär des Verbandes stets bestrebt sein, seine Schuldigkeit im Interesse der Organisation zu tun. Von der Verwaltung wurde W. Reimann als erster und Rücker als zweiter Bevollmächtigter vorgeschlagen. Tic Generalversammlung erklärte sich damit einverstanden. Streik der Berliner Schildermaler. Die Schildermaler Grost-Berlins stehen seit dem 5. Mai in einer Lobnbelveguna. Sie haben den Unternehmern crm 30. April 1919 nachstehende Forderungen zugestellt: Stundenlohn ab 1. Mai 3 M. Tägliche Arbeitszeit 8 Stunden, Sonnabends 5 Stunden. Ueberstunden find unbedingt zu vermeiden. In dringenden Fällen: 1. Ueberstunde 25 Proz.. 2. Ueberstunde 50 Proz., austergewöhnftche (Nachtarbeiten) 100 Proz. Zuschlag. Austenarbeitsn 10 Proz., Gicbelacbetten 30 Proz. Zuschlag. Nach �jähriger Tätigkeit Urlauh von 4, nach einjähriger Tätigkeit Urlaub von 8 Arbettstagen unter Vorausbezahlung des Lohnes. Die Vertrauensleute haben bei Ein- stellungen und Entlassungen das Mitbestimmungsrecht. Unbedingte Anerkennung des Arbeitsnachweises der Schildermaler. In einer VertrauenSmännersitzung der Schildermaler am 2. Mai 1919 wurde beschlossen, am Monitig, den 5. Mai, die Arbeit bei Nicht- bewilligung der Forderungen einzustellen. Bei der ersten Streik- Versammlung am Montag fanden sich über IM Kollegen ein. die die Arbeit niedergelegt hatten. Me Schsibersiibrikanten haben sich nach Eintreffen der Fcaderungen, infolge eines Zirkular? von feiten de» Unternehmerverbandes, organisiert. In der«Täglichen Rundschau" vom 6. Mai 1919 wird behauptet, der Unternebmerverband habe die Streikleitung unterrichtet, daß, falls seitens der Arbeiter Ver- Handlungen gewünscht werden, der Unternehmerverband zu Ver- Handlungen bereit wäre. Der Arbeiterorganisation sind bisher der- artige Mitteilungen orftziell nicht zugegangen. Dast jede Arbeiter- organisation im Streikfalle iederzeit zu Verhandlungen grundsätzlich bereit ist, dürfte auch den Unternehmern bekannt sein. Die am Dienstag, den 6. Mai, abends 7 Uhr, stattgefundene Versammlung der streikenden Schildermaler, in der auch ein von den Unternehmern inzwischen ausgearbeiteter Gegentacif zur Sprache gebracht wurde, zeigt«, dast die Kollegen fest entschlossen sind. an ihren Forderungen unbedingt festzuhalten, da dieselben daS Mindestmaß dessen darstellen, was unter den obwaltenden Verhält- nisten zum Leben nötig ist. Der Stand des Streiks ist ein guter; bis Mittwoch sind 21 Be- Billigungen erfolat. Vermittelungen von Kollegen an bewilligte Firmen erfolgen ständig._ Tarifb wegung im Photographen-Gewerbc. Am Montag, den 28. April, hatten die Meister der Zwangs- innung der Photographen zu Berlin den GehilfenauSschust zu einer einleitenden Darifverhandlung geladen. Mangelhaste Kenntnis des Tariftvesen» sowie reaktionäre Ausflüchte seitens der Meisterschap verhinderten an diesem Tage jede sachliche Verhandlung! Die Prin- zipalität lehnt« die Verhandlungen mift dem GehilfenauSschust im Beisein der Gewerkschaftsvertreter ab und hoffte so, die VerHand- lungen inS Unabsehbare verschleppen zu können. In der am Dienstag, den 6. Mai, in der Handwerkskammer angesetzten Versammlung der Fnnungsgehsifen versuchte die Meister- schaff, ihren Einfluß aus die Gehilfenschast in der Tariffrage gel- tend zu machen. Aber weder die kläglichen, absolut unsachlichen Ausführungen des Obermeisters Tiedemann, noch die sachlichen unp — wenigstens für die Prinzipale— auck> praktischen Ratschläge des Herrn Tietzentoler konnten die Anwesenden von den bereits gefaßten Beschlüssen betr. des Tarifs abtrünnig machen Aus der Dritte der Versammlung wurde eine Resolution, die den GehilfenauSschust mit der unverzüglichen Weiterbehandlung des Tarifs im Beisein der GewerkschattSvertretec beauftragte, zur Ab- siimniuiig eingebracht. Als Verschärfung wurde rückwirkende Kraft der Tariflöhne bis 1. April 1919 gefordert. Die Verhandlungen müssen bis zum 12. Mai wieder ausgenommen werden. Die Ab- stimmung ergab 237 Stimmen für, 37 gegen und 4 Stimmenthaltungen. Das dürfte beweisen, dast die krampfhasten Anstrengungen der Meisterschaft, die Gehilfen für ihre Zwecke zu fangen.völlig um- sonst waren und daß die Gehilsenschaft trotz aller Bedenken der Meister ihr Heil einzig und allein in der gewerkschaftlichen Organi- satton sieht._ verbanüstag See Aivilmusiker. Am Mittwoch wurde die Diskussion über die Frage der Einheitsorganisation zu Ende geführt nnd folgende Re- solution angenommen: «Der 6. Verbandstag erblickt in der Einheiisorganisation die emsige Möglichkeit, den Interessen der Musikerschaft wirksamen Nachdruck zu geben und sie zur Geltung zu bringen. Er begrüßt deSbalb die Taftache, dast auch die Telegiertenversammlung des A. D. M.-V. einen dahinzielenden Beschlust gefaßt hat. Der Verbandstag würde es schmerzlich bedauern, wenn die Ein- heitsorganisation an den von der Delegiertenversammlung des A. A M.-V. aufgestellten Richtlinien scheiterte, sieht sich aber gleichwrf* genötigt, aus gewerkschaftlichen Gründen daran festzuhalten, daß alle im Musikrach beruflich tättgen Personen zugelassen werden und dast jede Souderbündelei außer- und innerhalb der Einheitsorgani- scttion ausgeschaltet sein must. Soweft ein« spezielle Vertretung der besonders gelagerten Interessen der in den unter, chiedlichen Berufsbetrieben tättgen Kollegenkreise«rfordeclich ist, kann; diese durch im Verbände zuzulassende, den GesomtorganisationSleittingen unterstehende Sektionen am wirksamsten gewahrt werden. Ueberzeugt, dast auf dieser Basis die Verschmelzung beider be- stehenden Musikerverbände möglich und erreichbar ist. schließt der Verbandstag sich der Anregung auf Einsetzung einer Achtzehner- kommission. die mit allen erforderlichen Vollmachten zu versehen ist, an und wählt seinerseits 9 Mitglieder in dieselbe. Beim nächsten Punkt der Tagesordnung: Forderungen der Musiker an die Gesetzgebung und Verwaltung, wurden klare Bestimmungen gcstordert hinsichtlich der rechtlichen Lage der Musiker, die bis jetzt in der gewerblichen Rechtsprechung nicht nach einheitlichen Grundsätzen behandelt werde.— Ferner kam die Frage der Sozialisierung von Theater- und Kouzertuntrrnehmungen zur Sprache. Hierzu bemerkte der VerbandSvorsitzcnde F a u t h, eS werde gesondert, daß bei den Verhandlungen, welche von Regierungs- stellen itiegen Sozialisierung von Theatern zurzeit mit Jnter- essen ienkreisen geführt Vierden, auch die Gewerkschaft der Musiker mitherangezogen werde. Wenn die Sosialisierung oder Berstaat- lichung so ausfallen sollte, dast die Interessen der Musiker dabei nicht berücksichtigt werden, dann könnten sich die Musiker eines Tages veranlostr sehen, den ganzen Betrieb sttllzulegen. Um das zu ver- meiden, solle man die Musiker zu den betreffenden Verhandlungen heranziehen. Von den Gewerkschaftsgenossen, die jetzt in den Mini- stevien sitzen, sollte man doch erwarten, daß sie dies« berechtigte Forderung erfüllen. Ferner wurden die Miststände besprochen, die vielfach im Lehr- lingS- und Ausbildungswesen bestehen. Faufit forderte die Ausbildung in öffentlichen Fachschulen und Fortbildung in staatlichen und städtischen Orchestern._ Deutscher Transportarbeiterverband. Die Delegierten zur örtlichen Generalversammlung des Ver« kiandes, welche auf dem politischen Standpunkte der S. P. D. stehen, werden zu einer Aussprache am Freitag, den 8 Mai. abends 7 Uhr. in da? Lokal von Rasier, Michaelkirchsir. 29. einge- laden. Mitgliedsbuch der S. P. D. und Delegiertenkarte legitimiert. Angestellte deS Tabak- und ZigareenhandelS vettammeln sich Freitag VU Uhr Oberwasserltr. 12. Saat, zu einer Erörterung dringender Fachangelegenbetten. Tagesordnung: Borlage und Besvrechung �—•-*•—-~— de» otto« l Feger- Metollarbeiter- Vertrauensleute der S-V. D. Die ,n heute nachmittag anberaumte Konferenz findet im Lehrervereinshau« nachmittags S Mr statt. Zentralverband der HandlnngSgehilfe«. Sekttonsvettammlung der Angestellten aller Kttegsgesilllchasten am Freitag, den 9. Mai. abend« 7 Uhr. in den.Sophicnsalen'. Sophienstz 17/l8. Tagesordnung: Die Angesiellten und da« RätelyNem. Net. Ernst Däumig.— Bezirk Tempel bof-Mariendorf. Die sür Freitag, den 9. d. MtS.. angeletzte B-riammlung kann umständehalber erst am Sonnabend, den 10. d. MtS., staUfinden. Betriebsräte und BertranenSlente de»«orvs„ Stachrichten. Park Garde. Freitag, den 9. Mai. nachm. S'/, Uhr: Zusammenkunst im Restaurant Beer. Stralaucr Allee 47. Verantwortlich für Politik«rhu»iSler. Ch-rl-ttc-b-r«. für den übrigen Tel! de, Blatte« i«irrt» edmlz. Neukölln: für»metaen Zbeodor«t-ckr, Berlin. Berlag: VorwärtS-Lerlag 9. vi b. H., Berlin Druck: BorwörtS-Buckibruckerel und Verlags anstall Paul Sinaer u.«» w»-rlln. Sindeultrab« 3. «ieiju 2 Beilage». Annahme zum Reinigen und Umfärben von Kleidungsstücken. Decken, Stoffen usw. Gardinen-Wäscherei und Spannerei Herren- Artikel Sirohhüte neue Formen...... vonl5«75an FilzhÖte welch, verschiedene Farben... von42.50an Spazierstöcke.... von 3.60 an Hosenträger dauerhaftes Curlband......... von 3. 90 an Krawatten Selbstbinder. neue Muster....... von 6-75 an Krawatten Selbstbinder gestickt......... von ll.SOan Oberhemden, Kragen, Vorhemden, Schlaf- Anzöge Kinderhüte Malrosenform, verschiedenes Strobgeflecht...... von 9*50 an Herren« Bekleidung Herren-Anzüge dunkelgrau nnd bräunt, gemustert 250,60 195.00 Herren-Anzüge elcg. Macharten, aus guten Stoffen, in vielen Preislagen Jünglings- Anzüge"cwSlawS S;S?195.0«5rS1lg.2t«.00 Jünglings- Anzöge aus fmbigen Stötten, in verschiedenen Preislagen Frühjahrs- Ulster med. Formen, aus guten Stoffen, in hübschen Farben Frühjahrs-Paletots in dunkelgrau und schwarz, gute Paßform Wenden n. Umarbeiten von Herren- Kleidang Knaben- Bekleidung Kieler Anzug aus modefarbigem Leinen, mit Marinekragen und Stufpen, Knoten nnd Armstickeici, fßr ungefähr 5 Jahre........ 55,00 Jede wt« re Orfßc 8 ab 9 Jahre 4.50 mehr Sport-AnZUg offene Form, aus grünem, cheviotartigem Stoff, für ungefähr 9 Jahre...... 75,00 Jede weitere Qröße S U. mehr. Knaben- Mantel ans braunem und blaugrauem hallbaren Stoff, gefüttert. mit aufgesetzten Taschen und__ Stepperei, für ungefähr 2 Jahre 57.00 Jede weitere Qrflßc 4.50 mehr. Knaben-Jacken' Sport- und Schlupfanzttge Kieler AnzUoe und Mäntel -* r A«• w*fe I Lederwaren Reise-Artikel Geldtaschen D«men"und Herren 3.50 4.50 6.50 10.50 Gcldscheintaschen_ für Banknoten, Leder, von 5.75 an Damen-Hnndlaschcn in verschiedenen Formen« r« und Lederarten... von 1o.5U an Handkotfer In verschiedenen Ausführungen,..». von 5S bis 70 cm.. von 14.5u an Handkofter Rmdleder.mitundohne Einrichtung, in verschiedenen Ans- führungen und Größen Reise- Handtaschen Rindieder, in verschiedenen Formen und Größen Bahnkoffer aus Holr- und Rohr- pl arten, wräfgobt gesirmssfer Bezug ParfUmerien Rasier-Apparatc 5.00»» 30.00 Rasier-Pinsel 75plhs 5.00 Rasiernäpfe 50 Pf. 1.25 2,00 Streichriemen. 1.25 b« 9.50 Zahnbürsten 1.25 hb 5.00 ZahncrCmc 90«. 1.50 1.80 Zahnpulver 8«« 20�-�40� Zahnpulver �udtt 55 w.«d 65 m. Toilette-Essig Flasche... 3.75 Reiserollen... 4.85 bis 20.00 Schwammbeutel 2.00 bis 7.50 Lcvantincr und Gricchcn-Schwamme Haar-, Kleider-, Hut- und Taschenbürsten in großer Auswahl. Nr. 2ZZ�ZH. Jahrgang 1. Seilage öes Vorwärts donnerstag, S. Mai 1919 GroßSerlm Drei Seltsamkeiten. Von Paulchen. Noske als Erzieher. Mein Bub ist zwei Jahre alt. Ich sitze mit meiner Frau und besagtem Buben in einem Wagen der Großen Berliner, der mit verhängten Zügeln durch die Hauvtstadt sprengt. Wie gesagt, der Junge ist noch nicht alt genug, um kunstgerecht zu denken. Er reißt sich die Mütze vom Kopfe und wirst fie zu Boden. Die Mutter setzt ihm, ohne über die Kausalzusammenhänge nachzu- grübeln, die Mütze wieder auf. Er schmeißt sie wieder hin.?ln» gesichts dieses Rückfalls lasse ich mein väterliches Wohlwollen fallen und hauche ihn an: „Wenn du die Mütze noch einmal runtertust, hole ich N o s k e!* Das Publikum verfällt in epileptische Zuckungen. Am Wagen brennt die Sicherung durch. Ter Bub behält die Mütze oben. Der Mann im Wartezimmer. Im Februar 1917 erscheint ein Mann auf der Redaktion. Er wird nach Wartezimmer II geführt. Seine Visitenkarte wird im Rcdaltionszimmer 7 niedergelegt. Ter Schreibtisch von Zimmer 7 bildet infolge dilettantischer Häufung von Manuskripten eine schiefe Ebene, auf der besagte Visitenkarte in den gähnenden Rachen des Papiertigers gleitet. Wartezimmer II wird drei Tage später wegen Ueberflüsssgkeit unbesehen verschlossen. ES folgen die Oster- botschaft des.Kaisers, die Cambraischlackt, die Oktoberrevolution der Bolschewiki, das Michaelisaastsviel. Kaisers Gebur'stag, die Durch- bruchsoffensive, Fachs Spielverderbereien an der Marne, die Revo- lution— und ivas weiß ich. Die Holzsohlen des Mannes im Wartezimmer setzten Knospen an, trieben Eicheln und welkten ab. ... Werden und Vergehen der Natur. Im Januar 1919 sauft ein« Granate durchs Fenster und reißt ihm die rechte Gesichtshälfte ab, aber edle Teile werden nicht verletzt. Im Avril des gleichen gesegneten Jahres wird das Zimmer wieder geöffnet. Der Mann ist etwas ungeduldig, hat wenig Zeit und Ivird gleich vorgelassen. Er entnimmt seiner Brusttasche ein Manuskript und sagt, jede Silbe betonend:„Ich habe hrer eine Berechnung, wonach der ver- schärfte Unterseebootkrieg mi' mathematischer Sicherheit znr Nieder- läge Englands in wenigen Wochen führen muß...* U e b e r s a tz. London, 1. April. Wie die„Daily Mail" aus Paris erfährt, berichtet der Mailänder„'secolo" aus Cctinje. daß die„Wiener Abendpost" nach einer Stockholmer Nachricht ans Petersburg folgendes erfährt: Ein spanischer Kaufmann, der direkt von Bukarest eingetrosten ist, kann mitteilen, daß dortige amtliche Kreise in Er- tabrung gebracht haben, daß man in Berlin über die in London herrschende Stimmung ganz genau unterrichtet ist. Sollte sich diese Meldnna bewahrheiten, so läßt sie allerdings außerordentlich inter- cssante Rückschlüsie auf die Gestaltung der politischen Lage in den nächsten Jahren zu. lAnmerkung der Redaktion: Leider ist die Zurückziebung ver obigen Artikel aus technischen Gründen nicht mehr durchführbar.) Leben wir in einer Republik? Vom Griebnitzsee bis zur Glienicker Lake zieht sich ein Ver- bindungsgraben. Bäke genannt; er ist durch Anlage deö Teltow- kanalS außer Gebrauch gekommen uwd bestndet sich im Zustand der Versumpfung. Das ganze Jahr hindurch entströmt ihm ein unangenehmer Geruck», der sich im Sommer zu einem p e st i l e n z- � r.t.' ß G e st a n k auswächst, so daß es den Anivohnern zeit» ttw.)e nicht möglich ist, die Fenster zu öffnen. Da dieser Gräben außerdem die beste Brutstätte für Mücken, Fitegen und anderes Ungeziefer ist, so kann sich jeder einen Begriff davon machen, welche Landplage hier blüht. Der wiederholte Versuch, den Graben zuzuschütten, scheiterte daran, daß er zur Hälfte dem Herrn Fried- rich Leopold Hoheiizollern gehört und dieser seine Zustimmung ver- weigerte. D:e neue Gemeindevertretung sah es als eine ihrer ersten Aufgaben an, die Zuschüttung zu bewirken; da aber der„Prinz" aus seinem ablehnenden Standpunkt verharrte, so machte sich em Enteignungsverfahren gegen ihn nötig. Zu der als Notstands- arbeit anzu sehenden Zu schüttung wurde ein Reichs- oder Staats- zuschutz erbeten. Trotz Befürwortung durch den Landrat ist dieser Zuschuß ebenso wie die Zustimmung zur vereinfachten Enteignung versagt worden, weil es eine sanitäre Arbeit sei und die Beschäftigung von 75 Arbeitern gegenüber der riesigen ArbeitHlc-sen- zahl nichts bedeute!! Bor zirka 14 Tagen erfolgt« bei dem Gemeindeamt ein teLphomscher Anruf des Regierungspräsidenten: In einer Stunde wird bei Ihnen ein neues, Sr. königlichen Hoheit, dem Prinzen Friedrich Leopold gehöriges Auto vorfahren, das sofort zu stempeln ist. Der Wagen soll heute abend noch verladen werden, um nach Jnnnlau m Tirol transportiert zu werden, woselbst Allerhöchst- ! dieselben seinen Aufenthalt genommen haben. Der Gemeindevorsteher, ein zwar konservativer, aber auf- rechter Mann, erklärte, daß er es ablehne, die Stempelung nach den I Dienststunden vorzunehmen, die Stempelung könne erst am nächsten Tage stattfinden. Im übrigen sei.ihm eine„königliche Hoheit" un- bekannt. In einer Zeit, wo ein derartiger Wagenmangel herrscht, daß nicht einmal die Kartostelbelieferung der Gemeinden pünktlich inne- gehalten werden kann, hat man einen Wagen übrig, dem Herrn Friedrich Leopold einen Luxuswagen nach Tirol nachzusenden. Vor einigen Tagen erschien ein Herr Sieyismund Hohenzollern auf dem Gemeindeamt und beschwerte sich in höchst ungnädiger Weise darüber, daß die Beamten ihm in letzter Zeit nicht mehr die nötigen Ehrenbezeigungen erwiesen, er verlange aus- drücklich, daß er stets mit königliche Hoheit angeredet würde. Selbstverständlich wurde dieses Ansinnen von dem Genreindevor- steher rundweg abgelehnt, worauf er erklärte, daß er sich bei dem Regierungspräsidenten beschweren würde. Nach Lage der Sache darf man erwarten, daß der Gemeinde- Vorsteher einen tüchtigen Rüffel bekommt und ihm die nötigen Be- lehrungen erteilt werden.... Leben wir in einer Republik? Kohlenstreik und Kartostelnot. Die pommersche Provinzialkarto-ffelstelle schreibt dem Kreis Niederbarnim: Wenn die Provinz Pommern mit einem größeren Teile der zu liefernden Speisekartoffeln im Rückstände verblieben ist, so liegt dies in der Hauptsache weniger an einem bereits eingetretenen Mangel an greifbarem Material, als an der Ungunst der den Fortgang der Lieferung nachteilig beeinflussenden sonstigen Ver- Hältnisse. Die Landwirte sind infolge der Wetterlage, besonders auch wegen der Spätftöste, mit den Bestellungsarbeiten stark zurückgeblieben und müssen ihre knappen Arbeitskräfte jetzt der Früh- jahrsarbeit widmen. Aber auch diejenigen von ihnen, welche sich entschließen, jetzt ihre Leute und Gespanne zur Kartoffelabfuhr zu verwenden, kommen nicht vorwärts, weil der Mangel an Kohlen den Berkehr der Kleinbahnen, auf denen der Abtransport in der ' Hauptsache sich ausbaut, stark beeinträchtigt. Solange eine aus- reichende Kohlenversorgung fehlt, ist es leider trotz allseitigem guten Willen nicht möglich die zahlreich eingehenden Anträge auf unverzügliche reichliche Karwffelablieferung vollkommener zu er- füllen; wie sebr auch die Forderung einer reichlicheren Versorgung ! des dortigen VerbrauchsgebieteS als berechtigt anzuerkennen sein mag._ Kraftwagenkontrolle. Auf Anordnung deS Gouverneurs wird jetzt durch Patrouillen eine ickiarie Kontrolle aller militärischen und privaten Perionen- und Kraftwagen ausgeübt. Diese Kontrolle ist unbedingt not- wendig, um sowohl die der HeereSverwaltuna gestohlenen Wagen wieder ergreifen zu können, wie um in Rücklicht auf den Mangel an Material zu verhindern, daß die Wagen zu anderen Zwecken alS zu denen, zu denen fie zugelasien sind, und von nicht zur Fahrt berechtigten Perionen benutzt werden. In mehreren Stadtteilen begegnen nun diese Patrouillen, die mit vom Gouverneur unterschriebenen Ausweisen verleben sind und eine weiße Armbinde tragen mit der Ausschritt:„Militär-VerkehrS- Polizei, Gouvernement von Groß-Berlin", oftmals bei ihrer Tälig- keit der offenen Feindschaft deS Publikums. Es ist dies ein sehr bedauerliches und kurzsichtiges Verhalten der Einwohner; denn durch diese Kontrolle werden dem Staat und damit der All- gemeinheil ganz bedeutende Mittel erspart und den Ver- gnügungsfahrten mit fiskalischen Wagen ein Ende bereitet. Hoffentlich wird hiernach das Publikum den Patrouillen nicht mehr die Ausübung ihres Dienstes erschweren und gegen sie Partei er- greifen.__ Tie Vollversammlungsfrage der 2l.- u. S.-Räte. Ter BollzugSrat hielt am 7. Mai eine Sitzung ab, in der als Antwort auf die in der Sitzung vom 5. Mai abgegebene Erklärung der Mitglieder der U. S. P. von der Fraktion der S. P. D. fol- gendes erwidert wurde: I. Es mag sein, daß die gegenwärtige Zusammensetzung der kommunalen Arbeiterräte unhaltbar ist. Aber die Behauptung, daß diese Zusammensetzung„den Grundsätzen deS RätesYstemS widerspreche", ist nicht stichhaltig, da es 1, allgemein anerkannte Grundsätze über das Rätesystem über, Haupt noch nicht gibt, 2. selbst in den Reihen der U. S. P. die grundsätzlichen Auf- fassungen hierüber bekanntlich auseinandergehen, 3. neben den auseinandergehenden Grundsätzen der ll. S. �P. die D. P., K. P. und S. P. D. wiederum verschiedene Grundsätze über das Rätesystem vertreten. II. Die Behauptung, daß die Polizeiverwaltung ein Teil der Stadtverwaltung sei, ist, soweit Charlottenburg in Frage kommt, unrichtig. Richter ist Staatsbeamter, nicht städtischer Beamier. Damit entfallen auch die Forderungen, die von der U. S. P. auS dieser angeblichen Tatsache gezogen werden; somit besteht das Räte- Mandat des Polizeipräsidenten Richter zu Recht. III. Betreffs des Beschlusses der S. P. D. und D. P. wegen Aufhebung des Beschlusses der letzten Vollversammlung haben wir zu erklären, daß unsere Parteigenossen nicht eher an Voll- Versammlungen teilnehmen werden, bevor nicht die Mitglieder der U. S. P. und K. P. D in ihren Fraktionsversamm- lungen beschlossen haben, in der nächsten Vollversammlung ihren Beschluß, den Genossen Richter auszuschließen, rückgängig zu machen. In dem HmtaeiS auf die angeblich irrtümliche Auffassung des Protestes erblicken wir nur einen Versuch, die eigene Schuld auf den Vorsitzenden der S. P. T. abzuwälzen. Die Mitglieder der sozialdemotratischen und demokratischen Partei nn Vollzugsrat. Die Fraktionsvorstände der sozialdemokratischen und der demo- kratischen Partei der Arbeiterräte. Der VollzugSrat beschäftigte sich außerdem mft der AuS- schaltung der Arbeiterräte bei. der Ausarbeitung von Gesetzentwürfen chie ftir die Arbeiterschaft von Bedeutung sind, insbesondere sozialpolitischer Art. So ist z. B. weder dem Zentralrat noch dem Bollzugsrat Gelegenheit gegeben worden, bo« dem Entwurf des Gesetzes für Betriebsräte mitzuwirken. Der Vollizugsrat beschließt, den Zcntralrat aufzufordern, bei den in Frage kommenden Reichsämtern dahin zu wirken, daß die Ver- treter der Räteorganisation zu der Ausarbeitung von Gesetzent- würfen, die die Räte betreffen, sowie solcher sozialpolftifcher Llrt unter allen Umständen zugezogen werden müssen. * Wir werden um Aufnahme folgender Mftieilung ersucht: Die Mitglieder der freien demokratischen Fraktion der Arbeiterräte Groß-Bcrlins versammeln sich morgen Freitag, nachmitags 3 Uhr. zu einer gemeinsamen Besprechung Mit der S. P. D. im großen Saal des ehemaligen Herrenhauses. Arbeiterräte Grost- Berlins, kommunale Arbeiterräte und Soldatenräte S. P. D. Freitag, 9. Mai,»achmittagS 3 Uhr, im Plenarsaal deS Herreu- hauseS: grmcinsanie Sitzung. Tagesordnung: Stellungnahme zur nächsten Vollversammlung. ES wird gebeten, vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Legiti- mation mitbringen. Der FraktionSvorstand: P. Hanse. Hungerlöhne im Grunewald. Die Obleute der Notstandsarbeiter im Grunewald schreiben unS: Vor zirka 4 Wochen wuade in einer öffentlichen Versamm- lung im Tattersaal Grunewald durch Vertreter des Transport- arbeiterverbandeS, welcher di« größte Zahl der Organisierten bHtzt, 18, Ein Doppelganger. Erzählung von Theodor Etorm. (Schluß.) Ich hatte damals dieser Rede nicht geachtet; mich schau- derte, da mich die Erinnerung jetzt befiel; der feuchte Nacht- wind, der mich anwehte, tat mir wohl, vor allem, weit er von heut und nicht von damals war; ich wußte, der Brunnen war vor ein paar Jahren zugeschüttet.„Zu Bett!" sprach ich halblaut zu mir;„und. Seele, geh du auch zu Bett!" Ich löschte das Licht und ließ das Fenster offen, damit alles, was lebendig war, zu mir heremkönne; und bälder, als ich gedacht hatte, kam der Schlaf; nur mit einem freundlichen Bilde spielle noch der Traum: ich sah die von der Morgensonne nur noch halb erleuchteten Straßen meiner Vaterstadt; ick, hörte einen Wagen heranrasseln, und zwischen zwei lieben alten Leuten auf dem offenen Sitze saß die kleine Christine, und sie nickte mir freundlich zu, als ste bei mir vorbei und, über dem Zingel zur Stadt hinausfuhren. Der alten Marikcn dachte ich nicht weiter; ich wußte, daß sie vor langen Jahren in St. Jürgens Stift ein ruhiges Sterbekissen gefunden hatte. -- Als ich spät am anderen Morgen in das Haus hin- unterkam, erhob sich der Lobbraune von der Matte vor der Tür des Wohnzimmers und begrüßte mich wedelnd als einen Gast bes.Hauses: als ick, aber eintrat, war niemand drinnen: nur die Magd öfftiete eine Seitentür, guckte herein, als ob sie bestellt sei, meine Ankunft zu berichten, und lief dann rasch von bannen. Ich beschäftigte mich indes damit, die Bilder an den Wänden zu beschauen, aus denen deutlich zwei Gene- r„'0ncn Zu erkennen waren: auf der einen Jagd- und Tier- stucke von Steffeck und dem alten Ridinger: über dem Sofa dagegen fand ich eine Kreuzesabnahme von Rubens und je zur Seite die Bildnisse von Lutber und Melanchthon. Am S°to. aus dem lichtlosen Wandstücke am Fenster, hing, wie im Schatten der Vergangenheft, eine halberloschene Photo- graplue; aber ein Kranz von Immortellen, wie Johns Toch- ter sie gestern aus unserm Waldgang gepflückt hatte, wohl gar denelbe, umgab den dunkeln Rahmen. Mit Schau fast trat ich näher: es war das Bildnis eines Soldaten m Uniform, wie dergleichen die jungen Landleute während wrer Dienstzeit anfertigen lassen und nach Hause schicken.~er Kopf war leidlich ausgevrägt erhalten und zeigte unr das kaum mehr als einmal gesehen«, aber un- vergessene Antlitz des Arbeiters John Gluckstadt; nur war in diesen Zügen noch nichts von Kummer oder Schuld; der kleine dunkle Schnurrbart saß unter der kecken Adlernase, und die Augen sahen ernst, doch sicher in die Welt hinaus. Es war John Glückstadt nicht; es war John Hansen, wie er im Herzen seiner Tochter fortlebte, für den sie gestern ihren frischen dauerhasten Kranz gepflückt hatte; mit diesem John hatte der doppelgängerische Schatten noch nichts zu schaffen. Es brannte mich, meiner edlen Wirtin zuzurufen:.Laß das Gespenst in deinem Haupte fahren; der Spuk und dein ge- liefcter Vater, sie sind nur eines: er war ein Mensch, er irrte und er hat gelitten!" Aber ich hörte die Stimmen meiner Wirtsleute von hin- ten durch die Gartentür ins Haus kommen, und ich wandte mich von dem bekränzten Bilde ihnen entgegen, um ihren Morgengruß und ihre Scherze über meine Langschläferei in Empfang zu nehmen. -- Wir lebten noch einen schönen Frühlingstag zu- sammen. Als ich aber spät abends mit dem Oberförster und seinem treuen Hunde noch einen Waldgang machte, da schwieg ich nicht länger: ich erzählte ihm alles, jedes einzelne, was in der vergangenen Nacht mir in Erinnerung und im eigenen Geiste aufgegangen war. „Hm, machte der besonnene Mann und ließ seine Augen treuherzig auf mir ruhen;„das ist aber Poesie; Sie sind am Ende nicht bloß ein Advokat!" Ich schüttelte den Kopf:„Nennen Sie es immer Poesie; Sie könnten es auch Liebe oder Anteil nennen, die ich rasch gemeinen Wirten genommen hätte." Es war zu dunkel, um zu sehen; aber niir war. als ob ein herzlicher Blick von ihm mich streifte.„Ich danke Ihnen, lieber Freund," sagte er dann;„aber der Vater meiner Frau— ich hatte freilich nur weniges von ihm gehört— ist mir nimmer so erschienen." „Und wie denn anders?" frug ich. Er antwortete nicht, mehr, sinnend gingen wir neben- einander, bis wir das Haus eerricht hatten. „Ihr seid sehr langsam gegangen,".sagte Frau Christine, als ste uns entgegentrat:„ihr HM mich schier vergessen!" ~~— Als ich am anderen Morgen fortging, begleiteten mich beide, bis wo der Waldweg in die Landstraße ausläuft. „Wir schreiben Ihnen einmal!" sagte der Oberförster.„Ich bin sonst kein Briefsteller: aber gewiß, ich tue es; wir müssen Sie festzuhalten suchen, damit Sie einmal wieder den Weg zu uns hinaus finden!" „Ja, kommen Sie wieder!" rief Frau Christine.„Ver- sprechen Sie es; Ihr Abschied würde uns nicht so traurig machen!" Ich versprach es gern; dann reichten beide mir die Hand, und ich stand und sah sie fortgehen; sie hatte sich fest an ihren Mann geschlossen: er legte sanft den Arm um ihre Hüfte. Dann kam eine Biegung des Weges, und ich sah sie nicht mehr. „Lob wohl, Jolm Glückstadts Tochter!" rief ich leise; „nur die erste Silbe, nur das Glück ist dein geblieben; es wird schon treu sein, denn es ist an rechter Stelle!" -- Schon nach vierzehn Tagen kam der erste Brief des Oberförsters und ließ mich im Aktenlesen eine lange Pause machen.„Ich muß Sie auch noch Ihres Versprechens entbinden," schrieb er;„gleich am Abend unseres Abschieds habe ich meiner Christine die Geschichte ihres Vaters erzählt, aus- sührlich, wie ich sie von Ihnen hörte. Sie mögen recht hgben, er wird wohl so gewesen sein, und er war dann doch noch ein anderer Kerl, als wie er bisher weichselig im Her- zen seiner Tochter ruhte; auch dürfen Mann und Weib nicht solch Geheimnis voreinander haben. Zwar ein leidenschaft- sicher Tränensturz war die erste Folge, so daß ich schier er- schrak und dachte, es möchte das Temperament des Vaters in meiner sanften Fra» erwacht sein. Aber ihr eigenstes Ich erschien bald wieder; und jetzt— mein Freund, das Geiß- blatt am Waldesrande, das jetzt wieder blüht, so lieblich, dünkt mich, hat es fast niemals noch geduftet; und das Bild des John Glückstadt trägt nun einen vollen Rosenkranz; seine Tochter hat jetzt mehr an ihm; nicht nur den Dater, sondern einen ganzen Menschen.— Den Dank und Gruß, den Frau Christine mir für Sie aufgetragen, versteh ick in der frauenhaften Weise nicht zu Papier zu bringen; ich kann Sie nur bitten, sich das Herzlichste zu denken." So schrieb der Oberförster damals; aber, wie es so geht, obgleich Briefe ein paarmal in jedem Jahre zwischen uns hin und her gegangen sind, ich bin nicht wieder dort gewesen. Aber hier links in der Ecke meiner Schreibstube auf zwei Stühlen steht mein gepackter Reisekoffer: draußen an den Wallzäunen blüht einmal wieder das Geißblatt und hier drinnen ist für eine Woche alles sauber weggeordnet; denn gewiß und wahrhaftig— morgen geht es fort zu meinen Freunden, zu John Glückstadts Tochter und zu meinem wackeren Oberförster. Sein Brief, der die Antwort auf meme Anmeldung brachte, war ein rechter Jnbelbrief.„Wir harren Ihrer mit Freuden." schrieb er;„Sie kommen just zur rechten Zeit: der Junge ist auch da mit seinem Examens- zeugnis in der Tasche: seine Mutter ist schier versiebt in ihn und studiert sein Antlitz, um darin immer, einen neuen Zug aus dem ihres Vaters aufzufinden. Kommen Sie also; uns fehlt nur noch der Freund!" —— Gewiß, wenn Gottes Sonnenschein mich morgen weckt, ich komme! bct minimale Tarifstuniien�ohn von 1,SS Z?. gefordert, mit rück- wirkender Kraft vom 1. Januar ISIS. Vier Wochen sind vergangen, wiederholte Vorstellungen bei Professor Giese Haien kein Ergebnis, es ist auch noch keine Abschlagszahlung erfolgt. Bei IL M. für Ver- heiratete und 10 M. für Unverheiratete pro Tag kann sich niemand etwas leisten, geschweige auf Umwegen etwas zu kaufen, und die Rationen sind bekanntlich zum Sattessen zu wenig und zum Ver- hungern zu viel. Daß bei einer derartigen Bezahlung Unlust zur Arbeit bestecht, müßte den Herren selbst Aar sein. Daß 40 Proz. weniger Arbeit geliefert werde, wird zwar behauptet, ist aber bisher nicht bewiesen. Ädan fordert die Vorarbeiter auf, jeden zu denunzieren, welcher außer Mittwoch und Sonnabend Holz mitnimmt, sucht uns hierdurch in Uneinigkeit und Gehässigkeit zu bringen und das Denunzianten- him zu fördern— echt preußisch! Der Zweckverband bat genug Forstleute zur Kontrolle zur Verfügung und nur diese sind Herzu verpflichtet. Außerdem wird im Ruck- und Zementsack nicht das Meiste fortgetragen. Wir gehen täglich unserer Arbeit nach und vermeiden hierdurch die Arbeitslosenunterstützung, welche doch von der Allgemeinheit große Opfer erfordert; aber wir sondern auch die Tariflöhne, welche Stadt- und Partverwaltungen zahlen, und zwar so schnell wie möglich, denn die Erbitterung in den Arbeiter- kneifen ist sehr groß. Da wir noch keinen Ardeiterrat haben, appellieren wir an die Oeffentlichkeit. Am Donnerstag und Freitag, den 8. nnd 3. Mai, findet die Juristische Sprechstunde von bis 146 Uhr statt. „Militarismus von Heute.* Mit dieser Tagesordnung morgen Freitag, de» 9., abends 7 Uhr, in den G r r m a»i a s ä l r n, Chauffeestr. 110: Versammlung. Referent: Genosse Anton Fischer. Die Mitglieder der R. S. W. sind zu der Versammlung besonders ein- geladen. Mitgliedsbuch legitimiert. _ Der Bezirtsvorstand. Ersah der Tumnltschäde«. Immer wieder gehen un» Anfragen und Beschwerden wegen der Tumullsckäden zu. Die Stadt Berlin lehnt die Ersatzpflicht ab und die Geschädigten sind genötigt, um nicht die vierwöchentliche „präkliisivische' Frist— also Ausschlußftist— de« Gesetzes vom 11. März 1850 zu versäumen, die Klage zu erheben. Wann endlich kommt daS Gesetz, da« die Eriatzpflicht klarstellt? Inzwischen entstehen den Geschädigten, eventuell der Gemeinde, also der Allgemeinheit, unnötig erhebliche Advokaten- und Gerichtskosten, abgesehen von der unsere? Erachten« überflüsfigen Belastung der Gerichte, den Scherereien und dem Aerger für die Betroffenen. Wir haben schon vor Wochen mehrfach darauf hingewiesen, leider erfolglos._ Der verlauste Reichstag. DaS Depot 11, früher Repnbl. Schutztruppe legt Wert darauf festzustellen, daß es nie im Reichstag geigen hat. Dieser jetzt wegen.Unzuverläsfigkeit* aufgelöste Teil der Sckutztriippe(Depot 11) lag vom ersten Tage an in der Oberfeuerwerkerschule. Lehrter Str. Der im Reichslagsgebäude untergebracht gewesene Teil der Republi« kanischen Sckutzlruppe, Regiment Reichstag unter Führung des Hauptmann Wehlmann, erkannte die Kommandozewalt an und wurde am gleichen Tage, wie der Teil in der Oberseuerwcrkerschule Depot 11 der R. S. W., Freikorps unter dem Namen Freiwilligen-Detache« anent Reichstag._ Selbstmord zweier Freundinnen. Herr Otto Difchke, Orarnen- stratze 8, stellt richtig, daß er feine Frau niemals mißhandelt habe. Sämtliche Postsendungen für Amerika und darSber hinaus müssen über England gelestet werden und unterliege» der englisch eu Zcninr. »Freie Tnrnerschaft« Berlin,«ine zweite' Männer.Abteilnng sN 0 r d a b t e i l u n g>-röfinet die Freie Turnerschast Berlin (durch U e b e r t r i t t des im Jahre 1905 gegründeten Vereins gleichen Namen«) morgen. Freitag, in der Turnhalle, Demminer Straße 27. Turnzeilcn: DirnsiagS»nd Freitags von 8— 10 Uhr. Beitrag monatlich 1 M., Einschrcibegcld 45 P;. I u n g e L e u t e im Alter von 14 bis 17 Jahren willkommen(ebenso in der ersten Männer-Abteikung, kiostbuser User 51). Dieselben bezahlen nur»wen Monatsbeitrag von nur 20 Pf.— AlterS- riege 11-Propagandaturnen am 12. Mai tn der Turnhalle Kott- bnscr User 51. Acltere Herren über 35 Jahre sowie alle Bruder» vereine können daran teilnehmen. Di«»Freie Turnerschast««harlottenvnrg veranstaltrt«Sonn tag nachmittag 3 Uhr aus dem Union-Sp ortplatz, Keplerstratze, ihr diesjähriges Anturnen. Leichtatbletische Wcttlämpsc, Faust- und Fußballwettspiele mit Beteiligung von.Fichte 17". Freunde und Gönner der Arbeitersport- bewcgung sind eingeladen. Bollversammlung derMagistralshilfSdiener, Akteuhefter, HtlfS- ausseher und anderer, welche bei dem letzten Schiedsspruch, betressend Er- böhiing dcS Gehaltes, Urlaubs und Mitbestimmungsrechts nicht berücksichtigt worden sind, am Donnerstag, den 8., nachmittags st,4 Uhr, in der Aula des Köllnischen Gymnasiums, Jnselstraße, Ecke Wallstratze. Staatsbetriebe Spandau. Die auf dem Boden der S. P. D. stehenden BertrauenÄeute haben än Spandau wie auch Berlin mehrere Bureaus eröffnet, wo die gesamte Arbeiterschaft von 9—11 und von 8—5 Auskunft er- halten kann. Metallarbeiter werden gebeten, ihre Berbandsbucher mitzn- bringen. D-ie AuSkunftSstellen befinden sich:_*__ i. Spandau: Restaurant Lau, Hauptbureau, Hamburger Str. 107, Tel. 903. 2. Spandau: Hohen zollernkastno, Württembergstr. Ecke Gothastr., Tel. 704. 3. Berlin: Restaurant Bauer, Große Frankfurter Str. 1, Tel. Alex 1462. 4. Berlin: Restaurant Kerfin, Pankstr. 80, Tel. Moabit 5344. 5. Moabit: Restaurant Schmidt, Wiclefstr. 23. 8. Eharlobtenburg: Restaurant Arndt, Kantstr. 61, Tel. Stein» plcch 38021. * Jnformationsbureau für die in den Staatsbetrieben Spandau beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, die im Osten und Nordosten ihren Wohnsitz haben, Gr. Frankfurter Str. 1 bei Bauer, von 9— 11 und 3— 5.— Vertrauensleute der Kriegsbeschädigten der A.-W. Nord Versammlung in der alten Kantine heute. Donnerstag, um 9 Uhr. Erscheinen aller wegen Dringlichkeit nötig. — Grschützgiesierei morgen, Freitag, 11 Uhr, Lohnzahlung an den üblichen Stellen, danach Betriebsversammlung. » Ein alter Gewerkschafter und Parteigenosse schreibt uns: Am DienÄag, den 6. Mai, ging ich zur Versammlung der Vertrauen?- leute, Arbeiter- und Angestelltenausschüsse sämtlicher StoatSbe- triebe Spandaus. Ich betrat gegen%U2 Uhr den Saal, während man in der besten Verhandlung war.— Aber was sehe ich denn da mit einmal im Saal— ich traue meinen Augen nicht und doch ist eS wahr— ich sehe, während oben jemand auf der Bühne spricht, einen Tisch vor mir gemütlich 4 Mann beim Man schein. Ich gehe weiter durch den Saal und beobachte dasselbe noch an 6 Tischen. In einer Funktionärsitzung, wo über da? zukünftig« Schicksal von 30 000 bis 35 000 Lkkassengcnossen beraten werden soll, da sitzt ein Teil der Vertrauensleute beim Glücksspiel! Und zumeist jene Leute, die sich jetzt in der Arbeiterbewegung durch radikale Phrasen so unangenehm bemerkbar machen, deren Urteil über sozio!« und wirtschaftliche Fragen aber durch keinerlei Sachkentnis getrübt ist. Kaum war dann die Mittagspause eingetreten, da war in knapp 5 Minuten der halbe Saal eine Spielhölle im Ivahven Sinne des Wortes. An 13 Tischen wurde gespielt. Skat, 17 und 4, Mauscheln und schlesische Lotterie. Und nicht um geringe Einsähe, denn ein Pfennigskat und beim Mauscheln eine Mark Äamm sind für einen Arbeiter nach meiner Meinung ziemlich hohe Einsätze. Kurz vor 2 Uhr wurde die Versammlung wieder eröffnet und selbst bei Eni- gegeNnahm« de? Bericht des Mitgliedes der Generaldi rekii on liehen sich einige der Spieler absolut nicht stören.... Anmerkung der Redaktion. Selbstverständlich wird durch diesen Bericht nicht die Versamm lang herabgesetzt; eine Befeuchtung solch unwürdigen Treiben? Einzelner scheint un?«über im drin- genden Interesse der Arbeiterschaft selbst zu liegen. * Obleute»nd Berte«menSlentr der Kriegsbeschädigte» der HeereSwerkstätten morgen. Freitag, mit-tog 2 Uhr, wichtige Besprechung in llffo-w« Bierhalle», Neue Frirdrichstr. 2. Erscheinen aller dveirgeitd erforderlich. « Die Entlassung von Arbeitern in Stxnrdau bezieht sich nicht nur auf die HereSwerkstätten, sondern aa f alle Betriebe. Jeder Gpandaucr Arbeitgeber ist danach— abgesehen von einigen Ausnahmen für höher bezahlte Angestellte, landwirtschaftliche Ar- berter nnd Dübnenmi tgl jeder usw.— verpflichtet, diejenigen Arbeiter zu entlassen, die weder o«f Erwerb angewiesen sind, noch bei Kriegsausbruch einen auf Erwerb gerichteten Beruf hatten oder bei Zfriegsausbroch oder später als Arbeiter in einem land- oder forstwirtschaftlichen Betriebe, als Bergarbeiter oder als Gesinde berufstätig waren oder die nicht sichern am 1. August 1914 in Spandau ihren Wohnsitz hatten. Als auswärtiger Arbeiter gilt auch. wer ni korke, lange, Stück 4 PI. kaolt Sperber, Zcbdcnlcktr Strafte 14(Roientbaler Tor). Norden 4803. Blondend woiß« Zähne duren ehiorodont die wunderbar erfrlscbcnde Zahnpaste Salat. Aahtrabt.»of-, 1 weist-. ISlrstngtohl. To- mate». läglich U-is» gezogen. empfehlen in jeder Menge. E. Boese& Co. O« ra. b» H«* Berlin C 25, LandsbergerStTett. oäsrne MeSvMlwan. Komplette SelMziminer iSöfl«.»«,, sowie Speise- und Herren- zlnuner in grofter Auswalil u. in allen Preislagen empfiehlt Möbelhalle„Osten" AlczaDdersti«iftc 14b. an der Schicklerstraüe. Tafelklavier oder ilteee» Piano, auchFlftarl sucht Hrrseber, Jleattan Detbrückstr. 58 III. Prrisangab erdeten. I) eemtcWel«sdiKal otXXM/iO Mosch« t.TS Ml. m Ka<■* oubntd.» Apotheken a. Drogerien „ bsbim. ftfrfltUcr«eopbarm- Sannover, che»»«»*b otefc; HB, Wlloks.«eokdlln. 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B.: L und ~ schreibt Herr Lehrer Steinte au» Iachzenbrllck bei Zoffcu am ZL Dezember 1916:»Nachdem ich in einem Sebirgs-Sanatorium für Lungenkranke& Monate ohne Erfolg behandelt worden bin, habe ich in Ihrer Heil- anstalt wieder Heilung gefunden und wurde oom strei»- arzt, der mich oorher für diensrunsäbig erklärt hatte, nach genauer Untersuchung wieder für dienstfähig befunden. well dem IS. Oktober ISIS erteile ich t Stunden ununter. Krochen Unterricht. Die» schreib» ich Ihnen ohne jegliche Beeinflussung Ihrerseit». Auch meiner Frau, die bei | Ihnen behandelt wurde, geht e» au�ezelchnrt(litt au «tun ärztlicht.....................» behandelt worden war und mir schließlich der rechte Arm abgenommen werden sollte, Hobe ich mich in letzter Not an Ihre Anstalt gewandt und bin mit«S Behandlungen 1 oon meiner Stutvcegiftung und Vereiterung des Ilten Sinnes und der Oos» geheilt worden."- n?cau Maaistratmisslstent Qenrmana au»«otltm», Lmilrtzer Str. 14, schreibt:»Ich bin oon meinen kRagcn- g eschwären mit SO B-Handlunoen völlig in Ihrer An- ftalt geheilt worden, nachdem ich lt Jahr« lang ander- meitig ohne Erfolg dehanbeU worden war. Ich fühle mich so wohl und gesund, wie ich mich noch nie gefühlt habe."— 5. Herr F-uerwerkoleutnant waschlanka, Reukölln. Weser- Straß« ZI(setzt Königsberg i. PÜ) schreibt:.Meine Mutter, meine Schwester, meine Frau und ich find in im Anstalt geheil, und gebessert worden: dl« tter mein« Frau gebessert worden: den, die Schwestei werhärigteik, meine Frau von und" Ihm Anstalt geHeist und. von chronischem Illaaenteiben, die Schwester von Aopf schwarzen„ad Zlchs"*---- Herz- und Magenleiden und ich von allgewelnar narväser Slbspannnng."— st Frau Restaur. Hering, Berlin, Schönhauser Allee 87, schreibt:»Ich dtn vor mehreren Iahren bei Ihnen von Herzleiden und vasedowscher«ranthett arbeist worden. Au« Dank- barkeit habe ich Ihnen viele Patienten mst gleichem Leiden empfohlen. Sollte stch irgend ein Leiden bei mir bemerk- bar machen, so werde ich mich sofort wieder an Bi» !5en'HZL„� � Strr W»eese, Demp.lhoL«aiserw- Augusta-Sttaße 67: Bon i Monate alter, stark eiternder, breiter Operolions-Vench. an» oarwftpel geheilt (vorher zweimal operiert).- st Herr». Horrmann. Rahnsdorf, Dorfstr. 9; Bon tnbertnlSser Brost, und -----...--- U---■—-. Herr«. Schön. Bon Bronchial- W--------. Monate später bestätigt).— 10. Frau M. Bornemann, Berlin-Treptow, Sraetzstr. 8: Bon Bitten- n. Blasenleiden geheUL- IL Frau Sennesch. Berlin, Schreinerstraße II: Bon Anlerlelbsleläen und Finger» erelkernng geHeist (Finger sollte abgenommen werden).- ist Herr p. warstoev, Schöneberg, Edersstr. äö: Bon all- gemeiner Zlsnraflhenle, Herz» m. Magennenrase und Unaenile geheilt(vorher dreimal Nervi' � Ist Frau«. Freund. Eharlottenb Bon venenenlzündnng kW An ~ Jtenbi wura. P.fialozzistr. 58: 'frschenlel geHeist.— Ist Frau«. yodors. Berlin. Bon Zterven- a. Knock ständia getähwk) gehe! Lichtenberg, Echarnwederst---- von akuten und chronischen Lethen geheilt, u. a.___ Herzschwäche. Leberschwellung u. Magenkrebs._ 17. Frau A. Gnobauer, Eharlottenvurg, Kaiser» Friedrich-Etraße 102: Bon ollgemeiner Zleurasthenie. Oebernnschwellnng und Galleasteinen geHeist(»ach kurzer� Behandlung Abgang von 18 �Gallensteinen).- lolderger Slraß« 26/63- ochenhonl'ffntjflnbnng<00». ehttst.— kst Frau M. Itaoer, 62: Zu verschiedenen Malen ihm geheilt, u. a. von 107 t gern Ist Familie Kirchner. Steglitz, AW Vier Personm von verschiedmen Leiden gehei Auskunft darüber bereit).- Ist Frau tzstW' Berlin, Schwedter Straß« 250: Bon Mag.» vormgeschwllren g-heilL- 20. Frau«. Begtea. Berlin, Neanderstraße 5: Bon Aervenschmerzw, lw ganzen»ärper gehelst.— aetrennt» Behandlnngi- riumc fflr Damen u. Herreal— Sprech- tu Behdndlnug»- zeit: 9-1, 4-7'/»- Sonn- und Fderutf: 9—1, Aerztliche«»staltsleiiANg: Yeilonslottsbesltzer' Profeffor p. �istelskzk graduiert und approbiert im Anölaud Berlin SO. 16, Brückenstr. 10J am Bahnlior Janoowltabrllcke. BUDAPESTERSVR.2/J Kunstspiel> Pianos u. Flüge! VirtuoSa 1 ermöglichen gleichzeitige Wiedergabe der Stöcke f,1 nach Aulfssung d. Künstlers u. Selbsmüanclerung k! 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Schraub, als Arbcitnchmeroertreter Herr Ingenieur Lchmid, Herr Theodor Lilbermann� Herr Karl Emonts, als Vertreter des Magrssrats Herr Stabtrat Dr. Sekt, Herr Stadtrat Dr. Sf«a»fi, die Gegenpartei bestand ares den Herren Karl Bauer, Fritz «uhligk, Solln Drasch, Gustav Heiuricht, Bernhard Stria, Leo Fleckenstdeu, Engen Keller, Otto Dren-ke, Aartin Kindrowski, wurde, mischen den Vertretern der Bureau-sKanzlei-lHilfs- träfte und der Hilfskräfte im Unterbeamtendienst und den Vertretern des Magistrats der Stadt Berlin folgende Ver» einbarung geschlossen: 1. Kündigungsfrist.] a) Im 1. Monat: tägliche Kündigung; vom 2. Monat ab: monatliche Kündigung zum Mo- uatsschluß: c) nach 2 Jahren: sech-milchentliche Kündigung zum Schlutz des Quartale. Die Kündigungsfrist zu a) findet auf Kriegsteilnehmer vom 2. Monat ihrer Beschäftigung ab Anwendung. 2. Urlaub. a) Di« Urlaubsliste ist im Einvernehmen mit dem An- qestclltenausschllsfen beziehungsweise Arbeitcrräten der ein- zelnen Dienststellen aufzustellen. b) Während des Urlaubs hat grundsätzlich gegenseitige Sertretunq stattzufinden. Es ist von der Verwaltung Bor- sorge zu treffen, dag Ueberlaswnqen bei den Vertretungen »ermiede» werden. Andernfalls ist durch den Magistrat für Einstellung von Ersatzkriiftcn zu sorgen. c) Urlaubsdauer: nach cinbalbjähriger Dienstzeit 10 Tage, nach einjähriger Dienstzeit 14 Tage. Ueber die Urlaubs- datier nach zwei- bzw. vierjähriger Dienstzeit wird auf den unten stehenden Schiedsspruch verwiesen. Bezüglich der Kriegsteilnehmer, die 2 Jahre im Militärverhältnis ge» 'landen haben, sowie für Kriegsbeschädigte und Internierte soll vercinbarungsgemLst eine zweijährige Dienstzeit bei der Urlaubsdemessung angerechnet werden. Sie sollen den llr- laud nach 4 monatiger Dienfttätigkeit erhalten. S. Schalt. ») Einführung des Monatsgehaltes für alle Gruppen der Hilfskräfte. d> Auszahlung des Gehalte» spätestens am letzten Tage «es Monats. e) Für die Bemessung des Monatsgeholtes find nur folgende drei Klassen zu unterschcideu: I. Ledige unter 15 Jahren, 2. Ledig« über 15 Jahren, 5. Lcrheiratete. d) Männliche Ledige unter 15 Jahren erhalten ein Mo- natsgehalt von 22Z M. -> Sonder- und Funktionszulaqen bleiben bestehen. f) Diejenigen Berbeirateten mit Kindern, die nach den tterfügunaen des Magistrats vom 20. 1. und 15. 3..19 ein aäbere» Einkommen haben als die Neuregelung vorsteht, er- halten ihre bisher bestehenden Bezüge als Monatsgehalt. Neueingeliellte«erheiratete mit Sindern trete» sofort in den Genuft' dieser Bezüge. Gez.: Landgerichisrat«nlff,®.«aer, Dir. F. echrand, Ing. Schmidt, Kael Dauer, B-rband der Bureononaestellten, Martin«indrowsli, Vertreter des Freien Angestellten-Ver- bandes, Fritz Kuhligk. als Borsitzender de» Ausschusses der Sillskräftc, Dir. E. volle, Theodor silbermon«, Stadtrat Dr. Frantz. Schiedsspruch. Der Schlichtunasausschust Groß-Berlin hat in der Sitzung vom 50. April 191«, an der teilgenommen haben als unparteiischer Borsttzender Herr Landgerichtsrat Wulfs, als Brbeitqebervertreter Herr Baer, Herr Direktor Dslle, .*■ Herr Direktor Schraub, als Arbeitnehmeroertreter Herr Ingenieur Schmidt, Herr Silber»»»», Herr E«onta> in der Beschwerdesache der Bureau-sKanzlei-fHilsskräfte und der Hilfskräfte im Ilntcrbeamtendienst gegen den Magistrat der Stadt Berlin folgenden Schiedsspruch gefällt. 1. Den Bureau-sKonzlei-lHilfskräften und den Hilss- lräften im Unterbeamlendienst wird das Mitbestimmungs- recht in allen wirtschaftlichen und das Arbeitsverhältnis de- rührenden Fraaen zuerkannt: insbesondere bezieht stch dies auf die Einstellungen, Kündigungen und Entlassungen von Angestellten, auf die Festsetzung von Gehältern, Urlaubs- dewiAigungen und Befärdervngcn. Das Mitbestimmungsrecht wird von dem nach den gefetz- lichen Vorschriften gewählten Angestelltenausschufj ausgeübt. Bei Unstimmigkeiten zwischen dem Magistrat einerseits und dem Angestelltenausschust andererseits ist innerhalb dreier Tage ein Schlichtungsausschutz anzurufen, der Uber die Streitfrage endgültig entscheidet. Del Kündigungen und Entlassungen hat der Widerspruch des Angestelltenausschusses aufschiebende Wirkung. Der Schlichtungsausschutz setzt stch zusammen auf 5 Mit- gliedern der Stadtversrdnetcn-Berfammlung, die von Fall zu Fall zu je drei von den Arbeitnehmern und vom Mo- nstrat gewählt werden und einem unparteiischen Vorsttzen- den. Dieser, sowie sein Stellvertreter müssen die Besähi- I lim m Mlisme Das Delmmerone. gung zum Richtsramie hoben und sollen je auf die Dauer eines Jahres vom Reichsarbeitsministerium ernannt werden. Wird über das Mitbestimmungsrecht der Angestellten ein Reichsgesetz erlassen, so bleibt die Aufstellung neuer Regeln für die Täligkeit des Angestelltenausschusses in Gemeinde- betrieben der Stadt Berlin und neuen Verhandlungen vor- behalten. Z. Urlaub.. Nach 2 jähriger Dienstzeit 3 Wochen, nach 5 jähriger Dienstzeit 4 Wochen. Für Kriegsteilnehmer gilt das in der Vereinbarung vom heutigen Tage Gesagte. 3. Gehalt. ,) Ledige Weibliche unter 18 Iahren erhalten ein Mo- natsgehalt von 225 Mark. d) Die sonstigen Gehälter werden wie folgt festgesetzt: 1. Einfache Hilsskräfte: ») Ledige: Anfangsgehalt 535 M., nach 1 Jahr« 555 M., nach 2 Iahren 315 M. b) Verheiratete: Anfangsgehalt 365 301., nach 1 Jahre 410 301., nach 2 Iahren 435 301. 2. Qualifizierte Hilfskräfte fReaistratoren): a) Ledige: Anfangsgehalt 365 M., nach 1 Jahre 385 M., nach 2 Iahren 405 M. d) Verheiratete: Anfanasaehalt 415 M., nach 1 Jahre 435 M.. nach 2 Iahren 460 M. 3. Ervedienten und Silfsbuchhalter in der Stadehaupt- lasse: ») Ledig«: Anfangsgehalt 365 391., nach 1 Jahre 400 R., nach 2 Iahren 420 M. d) Verheiratete: Anfangsgebalt 415 M.> nach 1 Jahre 450 M., nach 2 Iahren 475 M. 4. Einfache weibliche Hilfskräfte: ») Lcdige: Anfangsgebolt 230 301., nach 1 Jahre 250 M., nach 2 Iahren 295 M. d) Verheirate!« und Witwe» mit eiaenem Haushalt: Anfangsgeholt 320 M., nach 1 Jahre 345 M., nach 2 Iahren 375 M. 5. Qualifizierte weibliche Hilfskräfte einschl. Stenotnpi» ftinnen: a) Ledige: Anfangsgehalt 335 Bl., nach 1 Jahre 3S2R., nach 2 Iahren 375 301. d) Verheiratete und Witwen mit eiaenem Haushalt: Anfanqsgehalt 385 M., nach 1 Jahre 410 M., nach 2 Jahren 425 M. e) Hilfskräfte mit Eonderverglltunassätzen erhalten bei einem Monatseinkommen bis zu 400 M. eine Aufbesserung von 20 Pro,., über 400 M. eine Aufbesserung von 15 Proz., soweit nicht nach obiger Tabelle h Obere Scbälter gezahlt werden. 50 verschiedene Sujets. Probe sortiert 20 Stuck 2,75 M. I IlOO Stück 10 M.; Porto extra. Grötz. Mengen beb. bMger. I 1001 Witze! | Müller A Winter, Abt. G. Lelptlg, Ärndstr. 66. Magistrat. Berlin C. 2., den 8. Rai»19. 616. G. B. 2/19. 3n Brief». St. 4559/2. U. Den Schiedssvruch vom 50. April 1919 i» Sachen der Hilsskräfte wider den Magistrat nehmen wir an. Da der Busdruck:»in allen wirtschaftlichen und das Arbeitsverhältnis berührenden Fragen" nicht völlig klar ist, legen wir Wert darauf festzustellen, datz wir ihn in diesem Zusammenhange auf alle die wirtschaftlich« Lag« und das Arbeitsverhältnis der Hilfskräfte berührende Fragen de» ziehen. gez.: Wersneth. An den Schlichwvgsanslchntz Srotz-BerNn, Hier. Berlin E. 2, den 5. Rai 1919. Spandauer Straße 10, Zimmer 1. An den Echlichtungsausfchutz Grvtz»BerNn, «erlin«. i, Schlegelstratze 2. In der Beschwerdesache der Bureau-sKanzlei-l Hilfskräfte und der Hilfskräfte im llnterbeamtendtenst teilen wir hierdurch mit, datz wir uns dem am 30. 4. 19» gefällien Schiedsspruch unterwerfen. Im folgenden erlauben wir uns, Berichtigung bzw. Er- klärungen zu dem gefällten Schiedsspruch dem Schlichtungz- ausschutz noch unterbreiten zu dürfen mit der Bitte, dieselben einzufügen bzw. hinzuzusetzen. 2. Urlaub. Nach zweijähriger Dienstzeit 3 Bochen, nach vierjähriger Dienstzeit 4 Wochen. 4. Gehalt. Weibliche Hilfskräfte: i) Ledige: Anfangs 280 M., nach 1 Jahre 295 301., nach 2 Jahren 320 901. !ju Punkt Gehalt ist noch folgende Einigung zwischen Magistrat und uns zustande gekommen:»Au, dem Heeres- dienst Entlassene erhalten sogleich den Perglttungssotz der höchsten Stufe ihrer Staffel ssei e», datz sie neu eintreten, fei«s, datz ste bereits im städtischen Dienst beschäftigt find)." Die Berhandlungskommisston. Im Auftrage: Unterschriften. flwbaiikcJuwctewI zum heutigen hohen Hut Margraf&Co.' zum heutigen� hohen Muro. Ü.M. »b.H. Seolin, Kononi'ensfnQ~Tel Zenfr>um 6664 J •ä wir kaufen u. verkaufen « Stoais- and Stadt-Anieüien» (In-undousHscMUeni Ssachgemässe Beratung über| Industrie-Aktien Eugen Bttö 6 Co., IMMW. Berlin HJ. Taubensirasse 46. lOOO Fahrräder mit Gummi sofort lieferbar. Ernst Hachnow, WeisieiiltrM tt. L8befis.-Slert)egel(}-aKranken-Versicherang. Bekanntmachung. Auf den unter dem 29. April ausgerufenen Abschnitt 20 der allgemeinen Lebensmittelkarte der Stadt Berlin werden nicht 200 Gramm Brietz, sondern Svv Gramm Ttiswaren ausgegeben. Berlin, den 7. Mai 1919. Magistrat. Abteilung für Nährmittel. Achtung Artilleriewerkstadt Süd Die nächste Lohnzahlung findet am Freitag, den 9. Idai 1919, gewerkweise und zu nachstehend au geführten Zeiten in der Kantine statt; Gewerke bezw. Dienststelle Ng.] Dr. 2 Dr. 3 Fr. 1 Fr. 2 Ng. 2 K. 6 Ng. 7 Or. 2 Rp. 2 Lu 1 B. 18 T. 18 HS. 2 Ng. 3 B. 5 K. 17 Wz. 1 Or. 1 Rp. 1 Ng. 3 An. Ng. 6 Zb. I Hs. 1 Lu. 2 K. 21 Ng. 9 T. 4 Arbeiter-Bureau Wz. 2 Dr. l Ng. 55 T. 15 Ng. 9 Arbeitsbureau männlich Lagerbureau Arbeitsbureau weiblich Zeit der Zahlung von 10 bis IlVs Uhr von II1/» bis I Uhr von 1 bis 2 Uhr von 2 bl» 3 Uhr Es wird zur Vermeidung von nachträglichen Auszahlungen dringend ersacht, die angegebene Zeit genau innezuhalten.— Die Lohnzahlbeamten melden sich 9 Uhr vormittags in der Kasse zum Geldempfang Spandau, den 7. Mai 1919. 22249 Artillericwerkstatt• Sü Hülsenfrüchte und den Grieß beziehen: a) in den durch ein blaue» Aushängeschild getan» zeichneten Krankenkostverkaufsstellen, b) in den nachfolgend genannteli Geschäften: Zentrum: Osten: Korden: Otto Echoening I. A. Lutze Julius Staege F. Otto E. G. Bruchmllller ltz. Dmtstg .. Mühlberg ' anz Klatoe _ ilius Staege Julius Staege Rud. Ebrig C. F. Flui Karl O'' A» Zu Triebe! BL Rönnebeck Itoebmeffen: C. F. Holzmann Fritz Holzmann lbert Sens Rudolf Fink P. Voigt Karl Richard SchmW Gebr. Zudis Earl Tamaschke Zuttus Staege IlL Die mit Fleisch nicht belieferten Abschnitte der Fletsch karte für Binnenschiffer sind in den nachstehend genanntes Geschäfte» zur Einlö ung vorzulegen: Westen: Südmeflen: Süden: Aleranberstr. 1. Heiligegeiststr. 16. Frank'surter Allee 80. Grüner Weg 48. Gr. Frankfurter Etr. 100 Kastanienallee 72. Ehoriner Sit 7. Schönwaider Str. 7. Znvalidenstt 120/12L Danziger Str. 6. Liebenwalder Str. B. Pankstr. 92. Etettiner Str. 14, llfedomstr. 3. Walbstc. 19. futlitzstr. 1. orolhcenstr. S Turmstr. 6. Eorneliusstr. L Potsdamer Str. 60. König grätzer Str. 33. Dresdener Str. 123. Dlllcherstr. 8. Zentrum: Osten: Sstdnsten: Barden: 3>L Hollstein Anna Rosenkranz Karl Berthold Fritz Meyer Iranz Fischerstr. 4. An der Fischcrdrücke II Eaprivista 2. Schlestsche Str. ZL Fennstr. 49. Alexanderufer 6. Kronprinzenufer 19. .iranz Schulz Ernst Haase Bordmesten: Hermann Grell IV. Kranke, denen von der Zentralstelle für Krankenernährnnf Sonderfleischkarten bewilligt find, werde» auf»II« für ihn Person ausgegebenen Karten voll mtt Fleisch bezw. Fleisch oder Wursttonserven beliefert. Sie habe» da, ihnen von d» Zentralstelle für Krankenernährung zugesandt« Bewilligungs schreiben dem Fletscher vorzulegen. V. Zuwiderhandlungen gegen diese Beflüauumgem»erdef gemäß§§79/81 der Reichsgetreideordnung für die Ernte 1911 vom 29. Mai 1915 bestraft. Berlin, de» 7. Biai 191». Z.- Nr. 323. V. S. Ia- M. SSJJdgifttllt» WermntlL Beilin-Anhaltische Maschinenbau- Aktien-Gesellschaft. Bllann am 81. Dea«»robep 1918. Aktiva. Grundstücke u. Gebäude.... Maschinen.... Modelle...... Gleis-Anlagen.. Werkz. u. Geräte Mobiiien..... Fuhrpark..... Kasse..... Wechsel... Effekten u. teilisung.... Hypotheken... Schuldner.... BOrgschafts-Ver- pflichtungen 5 472969,16 Vorräte...... Vortragsposten (Intenms-Kont.) Be- 5 427643 97 439451 3 3 3 3 3 335218 14203 2537892 30979 18518692 12846989 73088 40224173 96, 75 Passiva. Aktienkapital.. Gesetz). Reserve Reserve-Fonds II Kriegsschäden- Rückstände.. Talonsteuer- RQckstände,. Beamten- und Arbeiter-Unter- stDtz.-Fonds.. Hypotheken... Nicht abgehob. Dlvidenoe... Gläubiger ein- schieülich An- zmltmgen... Burgsctiafts-Ver- pfilchiungen , 5472969,16 Vortragsposten (Intenms-Kont) Erforderliche Rückstände,. Gewinn aus 1918 2244229,22 M- einschl Vortrag aus 1917 124487,71 M.. ä» IZOOOlXXsi 22000' i iooooo «00000 50000 1122 232 342500 4004 15932518 4238202 3 266000;-. 2368716 40224173 Gewinn- nnd Ycrlagl-Rechnnwc 1018. Soll. Abschreibungen Gezahlte Kriegsunterstützung. Unkosten der Zentralverwalt, Steuern, Tantiemen, Gratifikationen... Gewinn...... Haben. Vortrag aus 1917 UeberschnB... Die in der heutigen Generalversammlung auf 12 Pro» festgesetzte Dividende für 1918 gelangt von beute ab bei den Kassen unserer Gesellscbatt in Berlin Dessau und Köln-Bayemhal, der Anhalt» Dessauischen Landesbank ii Dessau, Berliner Handels-Gesellschalt in Berlin Deutscben Bank in Berlin, "" Dresdner Bank in Berlin, " dem A. Schaffhausen'schen Bankverein ä * Köln und Düsseldorf, Bankgeschäft A. Levy in Köln, gegen Aushändigung des Gewinnanteilscheines für 19« zur Auszahlung, Berlin, den 6. Mai 1919.. l52g Berlin-AnlialtischB Basefenban-Ma-GEseHseiialt. Zigarren aus reinem Tabak p Preislage 700 bU 2000 Mark, sofort ab Lager lieferbar 1 Regulus Kommanditgesellschaft Höndorf Berlin. Charlottenburg. Joachlimstbaler Str. 38. __ Verkaufszeit__ 31/16� Keine Wanze mehriu- nur mit Kammerjäger Bergs Nlcodaal I u II zu erzielen Jetzt beste Zeit jenr BrntverDichtniijj, Erfolg verblüffend, Kinderieicht anzuwenden. Gesetzllcl geschützt Doppel paket M, 2—. Ausreichend für l bl 3 Zimmer und Betten. 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Bei der Betrachtung des Eisenbahnetats im besondern darf nicht außer acht gelassen werden, daß die Schwierigkeiten und das bedauerliche Defizit nicht in erster Linie durch die Forderungen der Eisenbahner hervorgerufen worden sind. Gerade wegen der ungenügenden Besse- rung der Eisenbabnerlöhn« durch die alte Regierung war die neue Roriierung zu einem gründlichen Wandel gezwungen; so erklären sich die augenblicklichen bedauerlichen Verhältnisse. Jeder soziali- sterte Betrieb muß natürlich seine Unkosten decken können. Die Versündigungen der alten Regierung müssen durch eine vernünftige Steuerpolitik wieder wettgemacht werden. Die bisberige Steuerpolitik war ganz auf den kleinen Mann, den Arbeiter und den Angestellten zugeschnitten: diese Kreise konnten der Steuerbehörde keinen. Pfennig verheimlichen, weil ihre Arbeitgeber sogar zur Angabe der Einkünfte aus Ueberstunden gezwungen waren. Eine so scharfe Beobachtung de? Einkommen? ist von der alten Regierung auf dem Land«'nicht geschaffen worden Fetzt ist deshalb ganz besondere Gründlichkeit Vonnöten, denn es läßt sich nicht leugnen, daß das Land ganz außerordentliche KriegSge- Winne gemacht hat. Zur Sebuna der Produktion auf dem Lande befürworten meine Freunde die Entwicklung eines gesunden Klein- ba u e r n sta n d c s; die Aufbebung der Fidcikommisse ist eine un- bedingte Notwendigkeit. Fn erster Linie wird aber eine Produk- tionssteigcrung durch genossenschaftliche Bewirtschaf- t u n g zu erzielen sein. Wir fordern die Trennung von Kirche und Staat. Durch die Verwaltungsreform nmtz eine Verbillioung und Vereinfachung der Verwaltung herbeigeführt wer- den. Wenn die Streiks so weitergehen, wird unser Wirt- schaftslebcn zertrümmert. Schuld an dem Zusammenbruch sind die Alldeutschen, die immer weiter zum Krieg gehetzt haben.(Lärm rechts.) Die Landwirte haben die Preise für Lebensmittel auf eine Höhe ge- trieben, die mit den Produktionskosten nicht mehr vereinbar ist. Durch diese AuShungeruugsvolitik ist sie mitschuldig an dem Streik- Wahnsinn.(Lärm rechts.) Alle Streiks, die heute erfolgen, sind ein Verbrechen. lLärm bei den U. Soz.) Die Lage der Arbeiter ist durch die Streiks nicht verbessert, sondern der-! schlechtert worden. lLärm bei den U. Soz.) Die Kriegsgesell- schatten haben mit dem Sozialismus nichts zu tun. Es ist uner- j hört, daß war, Dirckioren der Kriegsgescllschaften als D e l e- gierte nach Versailles geschickt Hai(Hört, hört!) Die Sozialisierring muß immer einer Produktionssteigerlmg gleich- kommen.(Beifall bei den Soz.l Vizepräsident Dr. Frenhel erklärt, daß gestern der Abg. Hoff- mann den Zusruf„L ü g e rr- R i c d e I" gebraucht haben solle. Wenn er ihn«ehört hätte, so würde er den Abgeordneten Hosfmann zur Ordnung gerufen haben. Abg. von Richter(D. Vp.): Der Vorredner hat Beweise dafür, angeboten, daß deutsche Unternehmer die Spartakistenbewegung durch 1 Geld unterstützt hätten. Er hat sich einer schamlosen Verleumdung schuldig gemacht. Vizepräsident von Krics rügt diesen Ausdruck. ?lbg. von Richter: MaS den Etat selbst betrifft, so hat uns der Finanzminister angegeben, daß das Fabr 1918 mit über 2 Milliar- den Mark Defizit abschließt, ein Ergebnis, das man bis dahin in der Preußischen Geschickte ft'ir undenkbar gehalten hätte. Weiter sollen die Einnabrnen durch eine erhöhte Einkommen- und Ergänz ungs st euer aufgebracht werden, wobei die Freilassung\ der Einkommen bis zu 3999 M. von Zuschlägen beabsichtigt ist. Das billigen wir, ebenso, daß die Zuschläge zu den höheren Einkommen höber sein sollen als zu den mittleren. Solange Deutschland kein Einheitsstaat ist, ist das Reick»erpflicktet, bei seiner Steuerpolitik auf die Existenz der Bundesstaaten Rücksicht zu� nehmen und darf ihnen die Quellen unter keinen Umständen entziehen, ohne die die Bundesstaaten und die Gemeinden ein selbständiges Dasein nickt ftibren können. Nun sind die an da? Reich gestellten finanziellen Anforderungen so ungeheuerlich, daß die alte Scheidung. dem Reich die indirekten, den Bundesstaaten die direkten Steuern, nicht auf re cht zu erhalten ist, sondern das Reich notge- drangen auch auf direkte Steuern die Hand legen muß, aber das darf nicht ohne vorherige Verständigung mit den Bundesstaaten geschehen. Die Notlage der Beamten hat einen Grad er- reicht, der von der Regieruna nicht weiter geduldet werden kann. Organischer Regelung bedarf das Gebiet der Unterhaltung der Volksschule; eine klar« Scheidung bezüglich der Leistungen� für die Schulen zwischen Staat und Gemeinden muß eintreten, die jetzige Buntscheckigkeit, wo niemand weiß, woran er ist, muß der-\ schwinden Bei der Auswahl der Beamten soll ohne Rücksicht auf die politische Anschauung und Parteizugehörig- k e i t entschieden werden. Wir müssen den höchsten Wert auf einen tüchtigen, ehrlichen, treuen, integren Bei ussdea m ten stand legen. Wir Deutschen sind auf Generationen hinaus ein verarmtes Volk. Angesichts des Vermchtungswillens unserer Feinde müssen alle Deutschfühlenden zusammenstehen.(Beifall rechts.) Landwirtschaftswinister Braun: Entsprechend der Reichssiede- lungsovdnung wird das Landwirtschaftsministevium dafür geeignete Domänen aufteilen, zur Aufteilung nicht geeignete dagegen so ver- werten, daß sie einen möglichst hohen Ertrag erbringen. Ein Vertagungsantrag wird gegen die Unabhängigen und Sozialdemokraten abgelehnt. Abg. Rosenfeld(U. Soz.): Der Wiederaufbau und die Weder- gefundung der deutschen Wirtschaft ist nur durch Soziaüsierung zu erreichen.(Lachen rechts.) Die Opfer des Bl' schmachten zn Hunderten und Tausenden in den Gefängnissen, und wie es dort aussieht, das Haiben wir ans den Nachrichten ersehen, die die unglücklichen Opfer haben an die Oefsentlichkeit kommen lassen. Es wird uns gesagt, die Voraussetzungen für eine Auf- hickmig des Belagerungszustandes seien noch nicht gegeben. Aber das Bolk�kann nicht und wird nicht länger warten.(Zuruf rechts: Wollen Sie sich mit den Millionen Ihres Schwiegervaters auch zum Volke rechnen?) Das ist leider nur ein Märchen, ich habe noch keinen Pfennig von meinem Schwiegervater bekommen. Vizepräsi- dent Frenzel: Ich bitte, die Zwischenrufe zu unterlassen!) Zu den tollsten Zuständen führt der Belagerungszustand auf dem Ge- biete der Preßfreihest. Die„Rote Fahne" und die„Republik" sind immer noch verboten. Eichhorn ist als Mitglied der Nationalver- sammlung immun. Troj&etn erkennt man das nicht an. Abg. v. Dannenberg(Welse) führt Beschwerde über die Ar- lbeiten am Mittellandkanal, durch die die Landes Versammlung vor eine vollendete Tatsache gestellt werden soll. Donnerstag, 12 Uhr, Weiterberatung. Schluß 61/9, Uhr.._ /wßeroröentlicher verbanöstag öer Bauarbeiter Oeutsthlanös. (Schlußtagung.) Weimar, den 6. Mai. Ucber den Abschluß eines neuen zentralen Ta- rifvertragS berichtet Paeplow. Nach einer Schilderung über den Gang der Verhandlungen geht er auf die Verbesserungen ein, die der jetzt vereinbarte Tarif gegenüber den früheren auf- weist. Die Agitationsklausel, die Arbei-tsnochweisfrage in Verbin- dnng mit der Einstellung und Entlassung von Arbeitern, die Re- gelung der täglichen Arbeit AzeH bei mangelnder Beschäftigung, die Akkordarbeit und auch die Festsetzung der Löhne für Hochbauarbeiter, wenn sie in Tiesbaubetrieben beschäftigt toerden, haben eine Aeiiderung erfahren, die den langjährigen Forderungen der Bau- arbeiier weit mehr gerecht wird als bisher. Das Ergebnis der ort- lichen Verhandlungen, soweit es sich bis heute überblicken läßt,:st dahin zusammer�ufassen. daß der jetzige Lohn die 3% fache Höhe des Friedenslohnes erreicht hat. Wo die örtlichen Verhandlungen nicht zu Ende geführt worden sind, wird die endgültige Regelung durch ein Schiedsgericht herbeigeführt werden müssen. Wenn der Verbands tag sich für den Abschluß des Tarifvertrags auf ein Jahr entscheidet, wird er den Verbandsborswnd mit der Vollmacht be- trauen müssen, die endgültige Regelung vorzunehmen. Heber den Tarifvertrag im Tiefbangewerbe berichtet B ehrendt- Hamburg. Der Wortlaut dieses zum ersten- mal vereinbarten Vertrages schließt sich mit wenigen Acnderungen dem des Höchbaugetvcrbes an. Fn bezug auf die Lohnhöbe besagt er, daß den Erd- und Tiejbauarbeitevn die gleieben Löhne gezahlt iverden müssen wie den Hilfsarbeitern im Hochbaugewerbe. In der Diskussion wird von einer Anzahl Rednern die Zu- sriedenheit über die erreichten Verbesserungen ansgesproch'n. Be- mangelt wird nur. daß eS nicht möglich gewesen ist, auch Löhne der Lehrlinge zu regeln. Es wird auch wiederholt gewünscht, daß eine Vereinbeitlichung der Löhne i den verschiedenen Sparten der Mitglieder eintritt zugunsten Kr ungelernten Arbeiter, deren Löhne aufrücken müssen. Ebenso ttnrd von den Rednern die zen- tralc Regelung der Lohnfestsetzung vorgezogen. Es wäre damit erreicht worden, daß eine größeve Einheitlichkeit in der Lohner- höhung erzielt worden wäre. Angenoinmen wird ein Antrag, dabin zn wirken, daß die Löhn« der Hilfsarbeiter denen der gelernten Berufe möglichst gleichgestellt werden. Der Abschluß der Tarifverträge für das Hoch- und Tiefbau- gewerbe wird gegen 6 Stimmen angenommen. Alsdann erfolgte die Regelung der Gehälter der Verbandsan- gestellten, die in minimaler Weis« erhöht wurden. Einige zum Statut gestellte Anträge wurden nach kurzen Be- ratungen und Klarstellungen abgelehnt oder durch Uebcrgang zur Tagesordnung erledigt. Beschlossen wurde, vorübergehend die Streikunterstützung um 59 Proz. zu erhöhen. Kriegsteilnehmer, die bis zum 39. Juni' 1919 22 erhöbt« Beiträge bezahlen, erhalten ebenfalls die höheren Unterstützungssätze. Zur SozialisierungSfrage sprach Ellinger, Redakteur deS„Grundsteins". Fn der mehr- stündigen Debatte platzten die Ansichten scharf aufeinander. H« ck e r t- Chemnitz forderte Rätesystem, Diktatur des Proleta- riatS, entschädigungslos« Enteignung der Kapitalisten, Fnangriff. nähme der Sozialisierung oller Betriebe innerhalb drei Monaten. Die große Mehrheit der Delegierten steht indessen auf dem Boden der Mehrheitssozialdemokratie, die die Sozialisieung vornebmen will aus dem Boden der Demokratie, und die entsprechende Reso- lution des Referenten wird angenommen. Mit begeisternden Abschiedsworten fand der Verbandstag sein Ende. parteinachrichtea. Die Landeskonferenz der Sozialdemokratische« Partei für Schwarzburg-Rndolstadt lehnte einen Antrag auf Uebertritt zur U. S. P. D. nach Anhörung eines Referats des Unabhängigen D i t t m a n n und längerer Dis- kussion hierüber mit 81 gegen 4 Stimmen ab. Dem Referenten trat namentlich Genosse A. Hofmann wirkungsvoll entgegen. Die KriegSsteucrn von 1918. Unter diesem Titel hat der Vor- stand der S. P. D. eine vom Genossen Keil verfaßte Schrift im Vocwärts-Verlag herausgegeben, die den großen Vorzug hat, in klarer, gemeinverständlicher Weise das letzte Steuerprogramm des alten Regimes zusammenfassend zu beleuchten. Die einzelnen Steuerarten sind angeführt und erläutert, die Modalitäten ihrer Behandlung im Parlament niedergelegt. So gibt die Schrift ein klares Bild des Stückiverkes, das— gegen den Willen der Sozial» demokratie— unsere Steuergesetzgebung beherrscht hat. Die Hol» tung der Partei zu den RegierungZentwürsen, die alle noch in der Hoffnung auf einen raschen Sieg formuliert wurden, ist ein bedeut- samer Beitrag für das Verständnis der künftigen Steuergesetz- gebung, welche die Gefahren des unfruchtbaren Kompromisses ftüherer Tage vermeiden muß, will sie nicht in die alten Fehler verfallen. Dem heimgekehrten Krieger ist diese Zusammenstellung eine überaus wertvolle Beihilfe, um sich in dem Wust der neuen Steuern zurechtzufinden. Soziales. Der Anwaltszwang. Bei allen Kollegialgerichten, d. h. bei Gerichten vom Land- gericht aufwärts, besteht für Zivilprozesse die Verpflichtung der Parteien, einen bei dem betreffenden Gericht zugelassenen Rechts» auwalt mit der Vertretung zu beauftragen. Diese für die Rechtsanwälte.sehr einträgliche Vorschrift bedarf der Aufhebung. Der Anwaltszwang erschwert nicht selten die Pro- zeßsührung und bürdet auch wenig Bemittelten unnötige Kasten auf. Die Anwaltskosten sind im letzten Jahrzehnt wesentlich erhöht, und die Rechtsanwälte streben auch jetzt wieder eine erhebliche Er- l höhung an. Solange ans finanziellen Gründen der Grundsatz: i„freier Rechisbeistand" nicht verwirklicht werden kann, muß die Be- l seitigung des Anwaltszwanges auch für die Zibilgerichte ge- � fordert werden_ Ein Verein der Zivilinvaliden hat sich in Bremen gebildet. Mitglieder können alle Unfall-, Invaliden- und AlterSrentner werden, sowie auch solche Personen, die bei Geburt als Krüppel zur Welt gekommen sind. In einer statt- ! gefundenen Versammlung wurde anerkannt, daß eine lokale Be- wegung nicht hinreichend sei, Verbesserungen in der Notlage der Invaliden zu erzielen. Es wurde deshalb beschlossen, sich an die Invaliden des Reiches zu wenden mit der Aufforderung, in aller. Städten gleiche Vereinigungen zu bilden, um geschlossen an die Reickßregierung herantreten zu können und die gemeinsam aufgestellten Forderungen zu unterbreiten. Die gezahlten Renten ständen in keinem Verhältnis zu der bestehenden Teuerung. Gleich den Kriegsbeschädigten sollten die Zivilinvaliden auf dem Posten sein. um ein Mitbestimmungsrecht bei der kommenden Regelung der Jnvalidengefttzgebung zu erhalten. Arbeiterfreundliche Zeitungen werden um Nachdruck gebeten. G. Nitsche, Bremen, Auf der Kuhlen 6. GeriKtszeitung. Die Charlottenburger Märzkämpfe beschäftigten das außerordentliche KriegSgerickt. Am 6. März fanden vor dem Charlottenburger Rathaus Krawalle statt, die sich in der ftirchstraw zu Kämpfen zweicken den Aufrührern und den RegicrungStrupper entwickelren. Der Heizer Franz Kurz, der den Krieg mckgemack und sich das Eiserne Kreuz erworben hat. galt dem Gericht dura die Beweisaufnahme für überführt. Schüsse auf die Regiennia« truppen abgegeben zu haben. Bei den Kämpfen hat es an beiden Seilen Tote und Verwundete gegeben. Der An- geklagte bestritt»eine Schuld, wenn er auch zugab, am 5. Mcii sich ein Gewehr aus der Sckule geholt zu haben. Er will dies nur geian haben, weil er sich über das Benehmen zweier junger Soldaten geärgert habe, die spitze Redensarten machten, als im Volksgedränge zwei weibliche Personen zu Boden gestürzt'seien. Nun hat er sich aber Arbeitskollegen gegenüber seiner Taten selbst gerühmt und sich dabin geäußert, er habe sich ein Gewehr geHoll und auf die RegiernngSiruppen geschossen; diese seien tüchtig ge- laufen. Der Angeklagte behauptete biS zuletzt seine Unschuld. Nach der Beweisaufnahme hielt ihn aber das Gericht überführt und ver» urteilte ihn zu 6 Jahren Zuchthaus. ?Set»«rauS9«t>ten für da? mittlere Norddentt-üland dt« Donnerstag mittag: Im Norden trocken und vielfach heiter. In de» Tagesstunden ziemlich mild, im Süden noch überwiegend bewölkt bei mägigen östlichen sowie südöstlichen Winden. Opernhaus Don Juan. Anfane 7 Uhr, Sciianspielhans Coriolan. Anlang 7 U h r. Volksbühne Theater am Bfllowplate. Direktion Friedrich Kayßler. TV; Uhr: Oa»._ Direktion Max Reinhardt Deutsches Theater. 7'/; U.; Wie es euch(rennt. Freilag'/; Uhr: Die Wupper, Kammerspiele. 7V, Uhr; Der Star. i rehag Vi, Uhr: Der Star. Kleines Schauspielhaus ?>/»: Die BDchfe der Pandora. Frl. 7V,' Büchse der Pandora. Theater I. d. KünigprätzerStraße Dir.: C.Meinhard■ R. Bernauer 7 Uhr: Zum I. Male: Die Stützen der Gesellschaft. Sehausp. in 4 Akten v, Ibsen. 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Mai, I starb nach langer«rankheit l der Sportgenosse Hermann Maafi. , Wieder ist einer omt der | ni e» Sarde dahingegangen. s 20 Jahre hat er Iren zun, I Verein gehalten und stch I durch seine Dpfersreudigfeil I ein dauerndes Andenfen > erworben. Die Beerdigung findet I heute, Donneestag, nach- I mitiag,' � Uhr, auf dem I Tbomas-.stiechhos in 3!tu- j iisstn statt | lege Beteiligung erwartet |3!X)ilk Der Oecffaaä. I- I- Bant- Baraarzt. Erlolgreiche Behandlung, Eöni&str. 34/36 Alexanderplatz lO—l, J— 8. Sonnt 1(4— 1. •>r. med. Hnschi, Wetttotr.BsÄVÄ 5pr 10-1 u.s-s, Sonnt. 11— 1. Enolgrelehe Behandlung.* ... med. Otycr, Fnedriclislr.ui Spr. 10- 1, 5-8. 12*1 Erfo.greicbe BehandlunK. Wie ein Woniler neseitiet onstraRh,'8Haussalbe jcd. Hautaussehl, Plecht.. Haut i u ek, bes. Heinsen ad., Krampfadern aet Frauen u.dergl. in Origmaldusen 4 25 7 SO erhältlich In der „Elefanten- Apotheke" Berlin SW IV. Leipziger Straäe 14 Frieöriclistr. IISbSJÄr. Spr. 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Achlv' g. yolzgldetker! Sennatvrnd. den 20. Mal. abends 7 llhr, bei«rein», sttungeftr. 30: Mit- gllederoersewmtnug. Tagesordnung: 1. Stellungnahme ZU unserer Lohniordcrung. Z. Berich! de» Obmannes. 8. Verbands- und Branchenangelegenhelten. Hiermit zur Aeunwi«, dnfi die Bureaus von Montag. 12. Mai, Bezirksverband Groß-Berlin(S.P.D.) Freitag, den 9. Mai, abends 7 Uhr: Parteiversammlung in den Germaniasälen, Chausseestr. AIO. Tagesordnung: MttitarisNMS»81t h-ttte. Referent Genosse zAntOn k'isctier. Die Mitglieder der 9t 6. W. sind zu der Lersnmmlung besonders eingeladen. Miiglicdsbuch legitimiert ziz/z __ Der Bezirksvorstand. ad von morgen» 9 Uhr di» mitlag» 1 Uhr und ucchmittna von i— 6 Uhr gebfinei find. Di» gostegen werden ersucht, im Interesse einer geregelten»dsertlgung, die angegebene gett genau zu beachten.«3,18 Die CrtSbenvaltunft. Achtung! Feuerwerks-- Laboratorium Spandau! Die Lohnzahlung findet In dieser Woche am Freitag, den 9. Mai 19 19 zur glelchea gelt und an demselben Ort wl' vorige Woche statt. Alle au« der Arderterdücherei entliehenen Bücher find aur Zahltage beim Pf? einer I an der Neuendorser Straß« an Ken Angestellten Kroll abzugeben. Oireflloo. I. B.: gez. Alp. 'Migliede Wir laben ansere Mltglleder zur dtessährlgen ordentlichen Generatversammlnng Zreitag, da» 23. Mal. nachmittag» S Ahr, kursllrslcn- douim 38 bei Iran Harz ein. Tagesordnung: L Bericht Uber da» abgelaufene cheschästssahr. 2 stassenderlchE 3. Genehmigung de» Jahresbericht» und Entlastung de, Borftand» und Schahmelfter». Im Anschluß an die Bersammlung findet elu» außerordent- llche Mitgliederversammlung statt, ttt welcher über d!» Ans- liiftmg de» Verein» und llder die Verwendung der vorhandenen Gelder Beschluß gefaßt werden soll. 2MD Schuhfürsorge für Groh-Berlin.. __ V. Alice N. Narr, Vorfitzende � iltZkü IM itektiiug, Kollegen! üroße öffentliclie Versammlung am 9. Mai d. Js., abends 6 Uhr In der Aula der Gemeindeschule, Berlin W.Winterfeldtstr. 16 1. Bericht über die Hotstandsirbeiteo der Stadt Berfin. 2. Allgemeines und Diskussion. Techniker, Werkmeister, Ingenieure, Architekten usw. sorgt für Massenbesuch I s/3 26396 Midin ietMftenntn) Zweck» ffirilndtm« eine» Bez.» Ben„Berlin Osten" durch Teilung von Bez. 4: SkrimiW am 8. Mal, abend»'-U Adr. im„Glchl-ofbanar- an der Warschauer Brücke. BurcsuksiK, nah» Aalsdamer Alah. In ganz ruhiger, vornehmer Seitenstraße haben wir ein zurzeit von Behvrde de- wohnte,, zum Jahresschluß ganz freizumachen de» Hau» mit ca.«0 Zimmern zu ver- taufen. Jetziger Mieisprri» ca. M. 100 900. Berlouss» preis M. I«0 000 M. I»r, Scdmldr SSda», Eelprlgrr Str. 1 12 E. Mauerst Zlr. 12660— 3 und 300«. Vertrauensvolle ProuB. Srnnnenffc. Auatunft u 26. MM Dr. ii. Berlin W Leipziger Str. 108 Hamburg Kolonnaden 26 Sprechet. II— I vorm, 5—7 nachm.. Sonnig. 11—1. Aufklärende BrotchUre Mk. 1,50(Nachnahme).['| Ivr. med. 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