Nr.W9.S«.Z«chrs. ec|K««>ccMt mauctstn. 1JC0 m. mmati.xmws. rraln» Haus coiauS�afjibat. tiniebu Stumurern 10«fenmg.«oftbejng; Monatlich iSO'KL. eitL ZuNtllungS. gebühr. Unter«reu, band ite Deutschland a. Deileneich" Ungarn..75 Mi. für da» übrige ÄuSiond 9.75 ML. bei lüglich einmaliger Zustellung 7.75 ML Poslbeslellungen nehmen an Düne» marl. Holland Luremdurg, Schweden und die Schwel, Eingetragen i» die «osl-letlunat-chretslilte. Der.LornxtrtS' erscheint«ocheutügWch Aweunal. Sonntogi! einmal. teleqramm-Sdrest«! ,«o,laldemotr»t Berltm�. Verlinev Dolksblatt. ( 10 Pfennig) A»,ejqenpretS: Die achtgdvallcne Jfondateille�ite ioftei 1,20 Kf..Kleine An, eigen", öaS'etniediUtttc Wort 60 ütg.;,ulftl|lg 2 fettgebnuftc iäorie). icdef wettere Wort 25 l'fg. Stellengesuche und Schlassicllen anzeigen daZ eriie Wort «0 Pfg.. iedes weitere Wen 20 Iis». Sorte über 15 Suchitoben rähten für >wei Sorte. leucrungSzuichlag 50°/» iyamtlien-Anzetgen, volitische und geweriichaitlic!e Sereind- tln, eigen 1,20 Ml. die Seilt. Anzeigen isir die ltüchne Hummer mlltsen bit S Uhr nachmittags im HauvtgeichüIL Serlin SS.ilS. tiindenstrage 2. adtegeben »erden. ÄeSisnei oon 2 Übt früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokrati fehen Partei Deutfcblands. Redaktion und Expedition: SV. öS, Lindensk. Z. �eruivrechert Ami Moriupla«, Str. 15190— 151«7. Sonntag, de« 11» Mai 1919. vorwärts-verlag G.m.b. l)., EW. öS, �indenstr.?. Feruiprecher: Amt Morikplatt. Nr. Il7 55—51. Versailles unö Oesterreich. « e r s« i l l e«, 10. Mai. Wie<,Matin" melbet, hat der> Fvnferral gestern die Festsetzung der Ssterreichischen Grenze mit Südslawien auf Ansuchen Italiens dem Ausschuß für südslawische Angelegenheiten iibetwicfen. Ferner hat der Fünfrrrat die Verpflegung von Riga und Estland besprochen, wo die Teutschcn sich angeblich zu breit machten. Ferner hat er beschlosten, die hollandische Regierung aufzufordern, Be- vollmächtigte nach Paris zu schicken, um mit Belgien und den Alli- ierten eine Revision der Verträge von 1839 zu erörtern. Wie„Eclair" meldet, hat im Haushaltsausschuß Finanzminister Klotz über den Negicruiigsantrag berichtet, daß die Bank von Frank- reich dem Staate weitere drei Milliarden vorschießen und vier< Milliarden neuer Banknoten soll ausgeben können. Klotz erklärte � dir Annahme der Vorlage für unbedingt nötig, um die weiteren Zahlungen sicherzustellen; ober dieser Borschuß sei zweifellos der letzte, da die Regierung künstig Anleihen aufnehmen werde. Ententesozialiften gegen Gewaltfrleöen. Gefterreichs proteft gegen Sie Heschränkung öes Selbftbeftimmungsrechts. Wien, 10. Mai. In der.A r b e i t e r z e i t u n g" schreibt 2 u d v Hartmann: Die von der Enicnte verlangte Anerkennung der Unabhängigkeit Dentschösterreichs seitens Teutschland mit dem Zu- sah«:.Diese Unabhängigkeit bleibt unveränderlich, ausgenommen die Zustimmung durch den Völkerbund" ist eine u n- «rträgliche Einmischung in die Souveränität und in die wahre Unabhängigkeit Deutschösterreichs. Falls aber die Sieger uns des Selbstbcstimmungsrechtes berauben wollen, ist un» der Weg vorgeschrieben. Wir müssen uns an den Völkerbunv wenden, nacktem wir den Willen zum Anschluß deutlich auSg»- sprvchcn haben, das heißt, wir müssen auf Grund eines PlebiS- z i t S vom Völkerbund verlangen, daß er das Selbstbestimmungsreiyi anerkennt und daraus die Folgerungen zieht. Hegenrevolutionäres aus Ungarn. Dir ungarische Räterepublik leistet sich eine Justiz, von der selbst die.Wiener A r b e i t e r- Z c i t u n g", die die K. u. K. Kr.egs- stisliz so gründlich kennt, sagt, daß sich diese ungarische Justiz mit s keiner anderen vergleichen lasse. Abfällige Reden imdcn mit so langjährigen Zuchthausstrafen geahndet, daß sich[ die schlimmsten Blutrichter des wilhelminischen Preußens beschämt i fühlen müssen Es ist nicht erstaunlich, daß ein derartiges Re- gieren Verschwörungen hervorruft, wobei natürlich nicht zu leugnen ist. daß gegen jedes sozialistisch Regime eine starke Reaktion der Kapiialisten und Militaristen arbeitat. iltachdem erst letztbin Ofsizicre der aufgelösten Armee den Putsch gegen die ungarische Gesandtschaft in Wien unternommen und kurz darauf andere die Grenzstation Bruck an der Leitha zu besetzen versucht hatten, hören wir jetzt, daß in Budapest ehemalige � aktive Offiziere unter der Führung der Oberstleutnants Dormandy versucht hatten, die revolutionäre Regierung zu stürzen und bis zur Ernennung eines Kabinetts Lovaszh eine Militärdiklatur einzusetzen. Dieser Tormandy war von der Re- gierung Karolyi mit der Mission betraut, sie bei der Militärmission der Entente zu vertreten. Durch seine Vermittlung wurde die Entente über die Verhältnisse in llngarn informiert. Die rumä- nische Offensive vereitelte seine Pläne, er wurde entdeckt und ver- haftet. Seine Mitverschlvoreneu planten für den 3. Mai einen neuen Putsch, die Regierung wurde aber rechtzeitig gewarnt und konnte fast alle Führer verhaften. Aus beschlagnahmten Schrift- stücken geht hervor, daß die Bewegung eine antisemitische Tendenz hatte und Pläne für ein Pogrom bereits ferug waren. (Hier bei uns arbeitet man jetzt m:t der„Ziegenwurst aus Kinder- fleisch"— von einem Einschreiten gegen das«chmutzblatt„Freie Preüe" bat man noch nichts geböriis � Nach einer Meldung des christlich-sozialen, asio� geifiß nicht bolschewistischen Wiener.Deutschen Volkkblattes" haben die Rumänen an der Theiß eine Niederlage erlitten und sich «ui das linke Ufer zurückgezogen; der Widerstand der roten Armee werde jedenfalls stärker. Tatsache ist ja, daß die ongekund.gie Besetzung Budapests durch Entente- truppen stark auf sich warten läßt. Hilferufe aus Weftunyarn. Räubernde Rotgardisten. ien, y. Mai. Als Cck'utzmoßnobme wurde der Grenz- per. i nrÄ' Ungarn von Freiiaa an vollsländig gesperrt Wien. tv. Mai. Die Blätier melden au« Fürst enkeld� daß die Hilferufe aus den westungarischcn Gemeinden andauern Die R o i g a r d i st e n requirieren dort alles und verschleppen Lebensmiilet und Guter. J» Sl Gotthard erschien ein Budapester «u?>chuß und vertcblcppie Fabrikwaren im Werte von!0 Millionen Kronen, deren Besitzer deutschösterreichijche Fabrtlanten find. Versailles, 10. Mai.(Eig. Drahtbcricht des„Vorwärts" „Humaniis" und„Journal de Pcuple" fahren fort, den Friedens- Vertragsentwurf auf schärsste zu bekämpfe», während die„France librc", daS Organ der Barennr-Gruppe, ihm z u st i m m t. In der auswärtigen Prcsscrunbschau zitiert die ,„Humanitö" das englisch c Sozialisteitblatt„Daily Herald", das schreibt:„Diese schamlosen absurden Vestimmungen sind nur das Vorspiel zu neuen Streitigleiten zwischen dcu Rassen, zu neue» Gruppitrungc» für iicueu Krieg." Tie französische Presse. Versailles, 10. Mai.„Humanste" erhebt wieder vereinzelt Widerspruch gegen den Entwurf eines Gewaltfriedens; ein wahrer Völkerbund werde durch jeden Vertragsparagraphen unmöglich ge- macht. Deutschland solle abrüsten, die Ententestaaten rüsteten um so stärker. Man wolle, daß Deutschland zahle, nehme ihm aber seine Kolonien und Auslandswerte, so daß seine Gütererzcu- gung herabgesetzt und seine Zahlungsfähigkeit geschwächt werde. Was wird das deutsche Proletariat tun, fragt das Blatt, wenn die] Jugendlichen deutsche Regierung gestürzt wird? Wird eine Diktatur NosieS oder ning, Schutz eine kommunistisch)« Regierung kommen? Was wird dann Rantzaus Unterschrift wert sein? Wir können diese ungeheuren Fragen heute nicht erschöpfen und begnügen uns, die Sackgasse zu zeigen, in welche unsere Regierungen geraten sind. Angesichts der bevorstehenden Ankunft der österreichischen Ver- treiung besprechen einige Blätter Oesterreichs Politik, die von dem Wiener Beschlüsse bsherrsch ts«i, d«n Gedanken an eine Vereinigung mit Teutschland auszugeben. Pariser Blätter erfahren aus New York, daß Wilsons Versprechungen, dem Senate ein VertcidigungsbüdniS mit England und Frankreich vorzuschlagen, viel besprochen wird. Die Grganisatlon der Arbeit im Friedensvertrag. Von Robert Leinert, Versailles. finürs Taröieu zu üen verhanülungen. Haag, lS. Mai.(Msidung des Holtandsch NieuwsbureauS.) Aus London wird gemeldet: Der Sonderkorrespondent des „Daily Chronicle" in Paris berichtet: Als Andre Tardieu nach seinem ersten Eindruck bei der Zusammenkunst der alliierten und deutschen Delegierten gefragt wurde, sagte er lächelnd: Graf Brockdorff- Rantzau hat uns heute die zweite Austage seiner Weimarer Rede vorgelesen. Damit hoben wir gerechnet, doch es wird nicht verhindern, daß der Friede ungefähr am 1. Juni geschlossen wird. Dies ist, so meint der Korrespon- dem, der allgemeine Eindruck. BcrettS in Berlin hat Graf Brockdorff und seine Kollegen durch die Mitteilungen der alliierten Presse Gelegenheit gehabt. sich über die wichtigsten Forderungen, die jetzt gestellt sind, zu informieren, und er hat Zeit gehabt, über die meisten, wenn nicht über alle Punkte zu beraten. Im Falle der Nichtunlerzeichnung des Friedensvertrages solle» die Mahnahmen sofort in Aktion trectn, die östkich des Rheins einen noch furchtbareren und dauernderen Zustand der Unordaung hervorrufen werden. Ernüchterung? Englische Eindrülke in Versailles. Amsterdam, Ist. Mai. Wie das„Algemcen Handels- blad" aus London meldet, schreibt der Pariser Vertreter der „Times", die schwierigste und gefährlichste Periode der Friedensverhandlungen stehe noch bevor. Die Rede Ranbaus sei ein Warnuntssstgnal für die Alliierten gewesen. Wenn Graf Rantzau wirklich im Namen der deutschen Regierung und des deutschen Volkes sprach, so sei es klar, dast kein Friede auch nur mit einem Scheine von..... Sicherheit, das; die Bestimmungen dieses Vertrages auch Die ansgeführt werden, unterzeichnet werden könne. Ranbau habe alle durch seinen rauhen Ton über- rascht, am meisten die britischen Delegierten, die vor dem Kriege stets in engen Beziehungen zu de» Deutschen gestan- den hätten._ Amerika nimmt üen poftverkehr wieüer auf. Amsterdam, 10. Mai. Die Niederländische Telegraphen- agemtur meldet drahtlos aus New Dork: Das amerikanische De- partement für das Postwesen teilt mit, daß der Post- verkehr zwischen den Vereinigien Staaten und Deutschlands Oesterreich. Jugoflavien und der Tschechoslovakei via Niederlanbe wieder aufgenommen wird. Vorläufig werden nur eingeschriebene Briefe und Postkarten in den Vereinigten Staaten für den Postverkehr nach den beiden erstgenannten Ländern angenommen, während der Postpaketverlehr noch nicht zugelassen ist. Der Fricdensvertragsentwurf der Entente handelt in seinem 8. Teil von der Organisation der Arbeit. Der Welt- frieden sei nur ans dem Boden der sozialen Gerechtigkeit zu begründen. Dazu gehöre die Beseitigung der Unzu- friedenheit über Arbeitsbedingungen, die Ungerechtigkeit, Elend und Entbehrung für eine große Zahl von Personen erzeuge. Bewegt durch Gefühle der„Gerechtigkeit und Menschlichkeit" hat man vereinbart, eine ständige Organi- sation zu begründen, die sich mit folgenden Dingen beschäf- tigen soll: Marimalarbeitstag, Arbeitsvermittelung, Be- kämpfung der Arbeitslosigkeit, Zusicherung eines Lohnes, der angemessene Daseinsbedingungen garantiert, Schutz der Arbeiter gegen Krankheiten und Unfälle, Schutz der Kinder, und Frauen, Alters- und Jnvalidenversiche- der Interessen der im Ausland beschäftigten Arbeiter, Anerkennung der Koalitionsfreiheit, der beruflichen und technischen Fortbildung. Die ursprünglichen Mitglieder des Völkerbundes sind auch die Mittslieder der Organisation der Arbeit. Zur stän- digen Organisation gehören 1. eine allgemeine Konferenz der Vertreter der Mitglieder, 2. ein internationales Ar- beitsamt unter Leitung eines VeNvaltnngsrates. Mitglie- der sind die Negiernngen. Die Konferenz der Vertreter dieser Negiernngen setzt sich zusammen ans je vier Ver- tretern der Negierungen, von denen zwei Dele- gierte der einzelnen Negiernngen sind, die übrigen zwei ein Arbeiter und ein Arbeitgeber. Giernach ist der Ein- f l u ß der Arbeiter auf ein Viertel der Beteilig- ten beschränkt. Das Ganze atmet große Astgst vor den Ar- beiterorganisationen. Am Sitze des Völkerbundes wird ein internatio» nales Arbeitsamt errichtet, als Teil der Einrichtun- gen dieses Völkerbünde?. Das Arbeitsamt besteht auS 24 Personen, wovon 12 Vertreter der Negiernngen, 6 Ar- beitgeber und 6 Arbeitnehmer sind. Die Aufgaben des internationalen Arbeitsamtes sind die Sammlung und Ver- tcilnng aller Jnformatianen in Vezua ans die internationale. Negelnng der Arbeitsverhältnisse und Arbeitsbedin- gungen, das Studium derjenigen Fragen, die der Konferenz vorgelegt werden sollen, zum Zweck? des Abschlusses inter- nationaler Abkommen und die Durchführung der von der Konferenz beschlossenen Untersuchungen. Das Amt ist aber keine EinrichffiNfl, mit der die Urb fferorganisationen aller Länder direkt in Verbindnna treten können. Nnr die Ministerien der angeschlossenen Länder können mit dem Direktor direkt verkehren. Die Tagesordnung der internatio- n n l e n Konferenz ist 4 Monate vor ibrer Eröffnung allen Negiernngen mitzuteilen. Daniit sich aber diese inter- nationale Konserenz nicht mit Angelegenheiten beschäftigen kann, die den Negierungen uvanaenebm sind, hat jede Regierung das Necht. die Anfnabme eines oder mehrerer Punkte in die Tagesordnung abzulehnen. Diese von einer Regierung abgelehnten Gegenstände können nur ans die Taaesordnnvg kommen, wenn zwei Drittel der abgegebenen Stiumen der anwesen- den Delegierten dies beschließen. Damit wird auf der Kon- ferenz die bestimmende Teilnahme der Ar- beiter unmöglich gemacht. Die Konferenz kann Vorschläge beschsießen, die die Form einer Empkebli'vg oder des Entwurfs einer durch die Mit- glieder zu ratifizierenden internationalen Abmachung haben. anaeschlassenen Negiernngen müssen sich verpflichten, cabres den Entwurf oder die Abmachung vorzuleaen. Lehnt für die Zustimmung zuständige In- Ver- innerhalb eines den zuständigen Gesetzgebnngsfaktoren die Negiernna oder die WW stanz das Abkommen ab, dann unterliegt es keiner pflichtiing zur Durchführung der Bestimmungen. Wenn eine Vereinbarung von einer Regierung nicht in genügender Weise diirchaeffibrt wird, obgleich sie der Ver- einbarung beigetreten ist so kann diese Regierung aufgefordert werden, eine Erklärung abzugeben. Der Verlval- tnngSrat kann sich aber auch mit dieser Regierung in Ver- bindung setzen und. wenn er es für notwendig erachtet, die Bildung einer Untersuch nngskommissian veran- Kassen. � Diese verfaßt einen Bericht, in dem nötigenfalls anch diejenige Bestimmung wirtschaftlicher Art festzulegen ist, die die Kommission für angebracht erachtet, und deren ; Anwendung durch die anderen Regierungen ibr gerecht- i fertigt erscheint. Die angegriffene Negierung kann aber tmch die Vorschinge absclincn und sie dem standigen Gerichtshof des Vö!kerbundes unterbreiten. Dieser entscheidet endgültig. Mgt sich die betreffende Regierung auch dann nicht, dann kann jede dem Völkerbund angeschlossene Regierung diejenigen Sicherungen wirtschaftlicher Art anwenden, die die Gerichtsentscheidung für anwendbar bezeichnet. Die schuldige Regierung kann erklären, daß sie die notwendigen Maßnahmen ergriffen hat, und den Verwaltungsrat auffordern, eine Ilntersuchungskommission einzusetzen, um ibre Angaben nachzuprüfen. Diese Organisation verpflichtet zu nichts und erfüllt insbesondere die berechtigten Forderungen der Arbeiter in keiner Weise. Im Oktober 1919 findet die e r st e S i tz u n g der internationalen Konferenz in Washington statt. Auf der Tagesordnung stehen der Achtstundentag, Mittel zur Verhinderung der Arbeitslosigkeit, Beschäftigung der Frauen vor und nach der Niederkunft, Miitterschifts- Pflege, Nachtarbeit der Frauen, ungesunde Beschäftigung der Frauen, Beschäftigung der Kinder und Ausdehnung des Verbots der Verwendung weißen Phosphors im der Zündholzindustrie. Irgendeine grcistmre Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch den Friedensvertrag wird der internationalen Arbeiterschaft nicht gebracht? sie wird mit einer Organisation und mit schönen Redensarten abgespeist. Unter den aufgestellten Grundsätzen befindet sich auch der, daß in jedem stände die in Bezug auf Arbeitsbedingungen erlassenen Vor- vfjriftcn allen Arbeitern, die in dem betreffenden Lande ihren gesetzmäßigen Wohnsitz haben, die gleiche wirtschaftliche Behandlung sichern. Da der Friedensvertrag Deutschland in seiner wirtschaftlichen Entwickelung auf die von vor 309 Jahren zurückschraubt, kommt es darauf an, ob die auS Dentschland auswandernden Deutschen in den anderen Ländern einen gesetzmäßigen Wohnsitz erhalten. Ist das nicht der Fall, dann haben sie keinen Anspruch auf gleichmäßige Behandlung und können auch dort wie Sklaven beschäftigt werden. Ferner soll jeder Staat einen AuftichtSdieust, der auch Frauen umfaßt, einrichten. Zur Durchführung der zum Schutze der Arbeiter erlassenen Vorschriften und Verordnungen. Im großen und ganzen bedeutet da? alles lediglich die Nebernabme der internationalen Arbeiterichntzkonferenzen in den Völkerbund ohne Verpftichtung der Regierungen, wirksame Arbeiterschutzvorfchriften zn erlassen. Hierbei muß noch berücksichtigt webden, daß die Arbefterschutzbesftmmun- flen lediglich der industriellen Arbeiterschaft zugute kommen, aber von irgendwelchem Schutze der landwirtschaftlichen und sonstigen Arbeiter nicht die Rede ist. Wollte man den Arbeitern Vorteile gewähren, so hätte der Achtstundentag rnid insbesondere der Schutz des KoalitionsrechteS für sämtliche Arbeiter sofort in den Friedensvertrag als eine seiner Bestimmungen Aufnahme finden müssen.— Aber die kapitalistischen Vertreter der imperialistischen Regierungen denken nicht daran, freiwillig den Arbeitern ernsthafte Zugeständnisse zu machen._ Neutrale pre�eftimmen. Tie schwedische Presse. EioMvlm, V. Mai. Die sck'wcdiiche Presse käbrl fort, den Friehe»SvertragSelitwurf mihJ schärfst« ja frtiVfiortn. Die Blätter aller Richtungen veröffentlichen Artikel, in denen sie gegen einzelne Teile oder auch das ganz« Schriftstück Ltellmra nehmen. Mehrfach wird auf die Rede des Grafen Brockdorfs» Rantzau zustimmend hingewiesen, die nach einem Telegramm h'.i Pariser Berichterstatters von Svendka Telegramdhran auf die Vertreter der C-ntentemächte bei der Ueberreichnng des Dokuments eines tiefen S i n d r u ck gemacht bat. AuS den zahlreichen ZeitungSftimmen seien folgende hervorgeboben: .Stockholm? Dagbladel* schreibt: Das sind die PraNminarien «ine» Machtfriedens, die hier borgelegt wurden, ni-bt. wie Wilson «och vor einigen Wochen in Aussicht stellte, eines RechtSfriedenS. Man kann sagen: so wird mit mathemalischer Sicherheit datz Urleil der Nachwelt lauten, und es wäre setdil gegen die Herren der Welt, wollte man nicht jetzt schon fteimütig diesen Tatbestand feststellen. .SvenSka Dogbladew spricht von einem strieden de» Siegesräusche? und meint, wenn man in diesem Augenblick ieine Blicke aus W'lionS l4 Punkte lenkt, so geschieht da« eigentlich um de? kontrasiierenden Eindruck« willen. Wer spricht noch von einem ssrieden ohne Sieger und Besiegte, für den der amerikanische Prä stdent noch»ach beinahe zwei Jihren Wellkrieg im Namrn der Zivili'altan und der Zukunit kämpiie? .SvenSka Handelstiden- e' behandelt vor allem die Wirtschaft- sich« Seite de» stwedenkvemageS, dessen Ziel nach der Aiisichl bek Bloite» die Ermöglichung einer wirtschasilicheii Erneuerung der Welt sein sollte. Die Zeitung urteilt: Ansiait fllr die Zukunft sichere ttomuren und be'reiende, llare Ausblicke zu geben, bringt das Dokument einen tleberslatz von Einzelheiten, deren unmen'ch- sicher und deniüiigender Ton die Frage nach ihrem Zweck und ihrei praktischen Durchführbarkeit beinahe nebensächlich erscheinen läßt. .Sonaldemokraten-' erttält: Wir sehen den Friedensschluß deS KapititlS. Wir erwarten den FriedenSichlutz der Arbeit- TieseS FriedenSwrrk in seiner jetzigrn Form drmütigt und fordert nicht mir dir? deutsche Boll heraus, sonder« unS nllr, deren Frieden?» ideal Meuschl chicit, BiUikkrit und Grrrchiigkeit ist. Das jungkozlalistische Blatt.Politiken" führt au?: Hier stehen wir vor Realitäten und deren schreiendem Widerspruch gegen die Ideologie von Wilsons Kundgebnngen. ja gegen die Jk>ee deS BölkerbundcS. Die Bedingungen übertreffen an Hörte und Scham- losigkeit und durch den deurlichen Slempel de? Erobererfriedens auch die dunkelsten Ahnungen, die man vorher haben konnte. Es ist ein typisch kapilalislisch-imperialistischer Frieden. Bestürzung in der schweizerischen Presse. Vera, 10. Mai. Die Friedensbedingungen scheinen auch in der Wfttschweiz Bestürzung bervorgrrufcn zu haben, Zwar spricht.Democratie" von einem gerechten Frieden, stellt die Lausanner.Revue' fest, daß Völker für die Fehler der siöuige büßen müsien, zwar schreibt die Genfer.Suisie', dah die Sünden der Väter auf die K'irder zurückrallen, und bemüht sich in.Tribüne' Profesior Roisier, lang und breit auseinanderzusetzen, daß die? allein ein wirklicher Friede sei. aber der Ton der Biätter ist doch verändert. Die noch vorgestern voll Leidenschaft gegen Deutschland überschäumten, sind von einer merkwürdigen nüchternen Ruhe erfüllt, welche darauf hinweist. daß auch nach ihrem eigenen Empsinben, die groß« bombastische Phrase nicht mit der ollgemeinen Stimmung in Einklang gebracht iverden könne. In der Genfer.Feuille' findet der berühmte Pazifist Debrit ergreifende Worte für die Not des deutschen Volkes, an dem ein Scelcurauh schlimiüster Art getrieben werde, das verfemt und verpestet werden solle und daS doch nicht verzweifeln würde, weil über allen Tod immer noch ha« Leben gesiegt bobe. Die deutschlchweizerische Presse ist weiterhin auf den Ton schärfster Kritik gestimmt. Die katholische» „Neuen Züricher Nachrichten' schreiben, die Weltgeschichte kenne keinen Friedensakt von solcher Schwere und solcher Grausamkeit. ES sei ein Gewaltr'rieden schlimmster Art, den die alliierten Mächte Deutschland auferlegen wollten, und es komme einer gänzlichen Versklavung des deutschen Volke« gleich. Die radikal-sozialrstische.Tagwacht' schreibt u. a., die Naiven, die bis gestern noch an«inen RcchrS- frirde» und an Völkerverirchnung geglaubt hätten, würden grausam enttäuscht sein. Kein« Spur v»n Mild«, rücksichiMoS fordere der Sieger Koairibiitiearn und Annexionen, die alle Tesürchtnnge« überträfen. Der Wille, Deutschsands kommerzielle und finanzielle Kraft niederzuhalten oder im Interesse der alliierten Kapitalisten auSzu- beuten, ziehe sich wie ein roter Faden durch den Verlrag, dnrch den die wirtichaflkiche Unabhängigkeit Deutschlands formell und materiell aufgehoben sei. Jene Mächtegruppe, die in dem großen imperia- liktischen Ringen Sieger blieb, begnüge sich nickt mit dem Sieg der Waffe, sondern wolle erst um der Berfllavmig der Unterlegenen zusrieden sein._ „Die Rettung der Revolution." veßsr dieses Thema� sprechen\ beute vormittag 10 Uhr in den Germenis-FestsÄen, Ehausseestrahe, die Genossen B r o l a t vom BollzugSrat und Redaitsur Z i ck I e r. i E!n Erlaß öes Neichsernährungsmknkfters. Heranziehung von Arbeitnehmern und Konsumenten in Ernährungsfragen. Eine recht bemertenswertc Anordnung hat der ReichSernäh» rungSminister Genosse Robert Schmidt vor einigen Tagen er» lassen. Er verfügte, daß in allen Fällen, in denen Vertreter der Arbeitgeber der Landwirtschaft oder eines bestimmten Zweige? von Industrie, Gewerbe oder Handel zu Besprechungen heran» gezogen»werden, auch Vertreter der entsprechende» Arbeitnehmer dabei mit heranzuziehen find. Ferner sollen, sofern die Interessen der Verbraucher berührt werden, Vertreter der Verbrauch» aus Bedarfskreisen lKonsumentenausschüsse. Kon» sumverein«, Arbciterräte) beteiligt werden. Diese Verfügung ist äußerst notwendig. Während bisher ür- folge ihrer engen Beziolmngen zu den Ministerialbeamten die Unternehmer in Industrie, Landwirtschaft und Handel auf die Gesetze und Verordnungen schon bei den Vorbereitungen einwirke» und ihre besonderen Interessen wahrnehmen konnten, waren die Arbeiter dazu weist erst in der Lage, nachdem die Gesetze dem Parlament überzeben, die Anordnungen und Verfügungen fertig waren und zur Anwendung kamen. Wer die Dinge kennt, weiß, wie schwer, ja nnwögbich eS ist, einmal herausgegangene Verord» nungen und Erlasse zu ändern oder gar zu beseitigen, selbst wen» ihre Unzweckmäßigkeit und Schädlichkeit offenkundig ist. Die Verfügung des ErnäbrimgSminisier?»-eist nun die ihm unterstehenden Dienststellen und Kriegsgesellschaften an, schon von vornherein bei allen Verhandlungen Vertreter der Arbeitnehmer und Verbraucher mit heranzuziehen, sobald Ar- bei'aeber gehört werden. Die Heranziehung bänat erfreuFcher- weise nicht mehr von dem Grad der sozialen Einsicht des in Frage kommenden Geheimrots ab. Daß der Erlaß auch durchgeführt wird, darüber müssen die in Frage kommenden Brbeitnohmer- und Kohnsmnentenorganisationen mit wachsam sein und sich melden, wenn sie übergangen werden sollten. Dringend notwendig erscheint, daß. die übrigen Reichs, und die Landeöministerien dem guten Beispiel des Ernährungsminister» folgen. Insbesondere sollte der Minister des Innern die Ober» präsidentenn. Regierungspräsideten, Landräte usw. mit zwingender Vorschrift anweisen, in allen die Arbeitnehmer und Verbraucher betrelsenden Fragen sich mit den Vertretern ständig in Kühlung zu halten. Vieles wäre heute anders und besser. Unathöngiger ffofk!atsck. Tie Sorgen der„Freiheit" in dieser Zeit. Die.Freiheit" glaubt in diesen Togen W-m Ernst der Lage am besten dadurch gereckt zu werden, daß sie ihren Leiern allerlei .Hosnackrichlen" ouftischi, die fick meist als falsch,»»mindest aber als entstellt erweisen. Zu der Miiteilnng. daß beabsichiia> sei, dem Reichspräsidenten als Sommersitz das.Kavalierbau«' in Vabelsberg zuzuweisen, wird festgestellt, daß diese Meldung glatt erfunden ist. Nnler der NebersKrift:.NaSke in Wishelm» Bett', wird dann >n der gleichen. Ausgabe der.Freiheit" ein Schreiben veröffcnisicht, in dem die Reickswerft angewiesen wird,«ine Reibe von Möbeln. die sich im Inventarmagazin Kiel sowie an Bord der alten»Hoben« zollein" befinden und die für die Dienstwobnnng des Reichswehr- minister« bestimmt sind, nach Berlin zu senden. Dar» ist z« bemerken, baß der Reichswebminsster seinerzeit auf die Dienst« Wohnung deS Staatssekretärs de« kieichSmorineaml« verzichtet und die viel kleinere Wohnung de» Cdef« des MarinekabinetiS bezogen hat. Diese Wohnung war unmöbliert. Da die Ein» richtung eine Ausgabe erfordert hätte, die mit der trmiricen Finanzlage de? Reiches nickt zu vereinbaren gewesen wäre, und da andererseits den, Neichswehrminisier, der dazu übtigenS auch gar nickt imstande gewesen wäre, nickt zngemuiet werden'onnle. die Eine i chtt mg auS eigenen Mitteln zu besorgen, so bat der Reick?« finanzmiinster vorgeschlagen, zur Einrichtung Mobiliar ans dem Inventarmagazin und von der ehemaligen Jacht.Hobenzollern" zu übernehmen. Durch die Verwertung dieser Einrichtung, die zum Teil bereits länger als 80 Jahre benutzt worden ist und die selbstverständlich Staatseigentum bleibt, ist daS Reich vor sonst notwendigen größeren Ausgaben bewahrt geblieben. wa!ter yasenclever. r:'' f Beethoven saal. Gepacktester Tatsachen g« ist, gelebteste Gegenwart, s-li reitendstes Erleben! Walter Hasenclevers Dichternatur ist nur auHzudrückcn mit Worten, die da? Unmittelbarste an wechselwirkerrdcr B'ebnnden- heii von Geist und Welt bezeichnen. Und sein Gedicht wird beut- lkcher, wenn er selber es spricht- Sein Auge ist erraffter Bugen- k>i:ck und ziali doch über jeden Augenblick hinaus; feine Brauen 'trecken sich scharf, wogerecht wie feste Träger, Linien sicherster Be- stunmtheit-, um seinen Mimfc zuckt bisweilen«in niedergekämpftes innges Lächeln, da? immer schon entschwunden ist, ehe sich'S noch fttffen läßt. Aus diesen Mienen dringt gehärtete Entschlußkraft. Wenige jähe Bcwegimgen des JörperS vollenden diesen Eindruck. So aber ist zugleich das innerste Leben des lyrischen SchcnicnS und Handelns, das über den verdrmkelten weilräumigen Beelhovensaal „jniönt. Denn ein Handeln sind diese Gedichte Hssen�leverS. Sie find Dat. Ju LebonSbewußtheit draftsewordene Tat. Also stärkste Kunst. Das Warden dieser Art deutet und weilet sich in HasencseverS erstem Buche«Dor Jüngling". Strophen daraus legten dem Abend �esten Grund zum Beginn. Es gibt sich lehrhaft, ist aber ein Selbst- bekennen voll Ringen überlegener, siegender Leidenschaft. Gm Reifen und Wachsen im Erobern der Welt. Ein Sehnen und Aus» dehnen. Schon überklommene Stufen und Schwellen, aber nur scheinbar ein Rnckschnuen,«n Wirklichkeit ein rlrusch bereites Schkbrfoii der Kraft zum Weittrklimmen.„Wer viel«» aht, der wird auch vieles sehn." Schon klang im harten Grauen der Straße das Wort: Wer reitet den andern im Leben! Wer hilft ihm im Tod! Sind wir nicht alle Menschen, Brüder und Schwestern, In dem zweiten Buch„Tod rnid Buferstebung" schwillt dann dieser Fünft: zum Lodern, Der Krieg warf seine, blutigen Scht ecken«" schsit« in die lagernde Glut, daß sie groß-nisqeue. Aus zvli tische« Gedichten tüomte Walwr Hasenclovor seinem starken Abend den ab- schsiehcndsn Teil. Schon haben diese Schöpfungen ihren ho hon Platz t» der Feitdicht'.mg der aus den Fugen gerissenen Gegentvart. Ange- beuerster Aufruhr der Seele hat sie herausgeschleudert. Sie haben nichts mit irgendwelchem Partei ziiel zu tun, find einzig Kultur- reb.llion, Bussttirm empörten MenschbewußtseinS,«nd daS reißt ihrer Wirkunz meitum aste Schranken aus dem Wege. Die deutsche twlittsch? Lyr,t h»t mit d'oson Sdwpftwg»» gang Neues gowonnen. Ein oinztgsr dmetsckor Dichter hat in innerstem Asfrvhr ton verwandte Strophen gebor«»: Sevme, ab» er ljft4 seine E<«gie auf smeon Fest« in Warschau und anderes niederschrieb. Wbn Hasencleve rS Künstlerkrast ist ungeheurer. Die Gedichte auf JaureS. das Gedicht.Der politische Dichter', dann„Turatt spricht in der Kammer' sind weligeschichLiche Fanale. Im massigem Gedränge von Wut und Schrecken häufen sich auspeitschende Rede und Bilder furch chcrrsber- WirksittckeitSwechrheit. Ueidei gipfelt wurde die? Bekannte durch ern 1917 entstandenes noch ungedrucktes Gedicht, das dem Andenken Karl Liebknecht» ge- widmet ist:.Die Mörder fitzen in der Spar'._ Die Klmst des TichterS, Tatsachen in knapp-streesfttem Satz hinKuguadern uns gigantisch smnbauond«mßzuoevhen, so daß sie Sprache airsschvctender Leidenschaft rnid ontsesselter Zwlbegieeite werden, wächst hier zu Massmgsistgiwcrltsn. Dies ist das Gedicht, das in großem Haß s alles Entstehen des Weltkrieges und allen aufbäumenden feesischen i Abscheu und W.derstench im eins faßt. ES wiegt alleS andere auf. ! Die Lava der Revolution kocht in seinen Dängen in letzter Se- künde vor dem Ausbruch der Glut. Als«in brikschmetterndor Fluch geellt im d-m �eisenden Schrecken wieder und wieder und bis zum letzton Azisklamg d'S Bild schonungslosen Enihüvems: Die Mörder sitzen im Rosenkavalier. Eiimebramit»nS Schuidbuch einer verbrecherisch herrschendem, nun sinienden Kultur, ist dies«n Ende des Krieges ein awderer Hatzgesangl Auch die? ein Haß, der toten mutz, um sich zu stillen, aber ein l»ksserer wahrlich als jener vom lS14. Eine fürchterlich wichlende riesige Wölke vo»«llm. Slriw.wi gehetzt und geformt, zervissen und fiiimrr wieder himmelhoch gaballt, so stampfte das Gedrcht vor- über. In aussteigender Eroegung vorgetragen, riß eS die Hörer- m-enge zu müeh-t-igstem Beftallsdank hin. lrck. professornle Hetze. AuS studentischen Kreisen wird un« geschrieben: Zr, Beginn seiner Barlesung über„Deutsche Grammatik' kam Pvof. R« e t h e am Freitag in sehr bewegten Worte» anf die furchtbare Sage zu sprecken, in die unser avxtee Vaterland durch den unmenschricken Getoa.'tfrieden der Alliierten gestürzt wird. Daß er den zahlreichen setwa SOG) anwesenden fimgen Stltdenten und Studentinnen das Andenken an diese Stunde ttsf ins Herz brennen wollte, kann jeder Deutsche völlig billigen. Aber Herr Roetde erlaubte sich, össentlich zu sagen:.Eine solche Schmach könnte man nur einem Volke anzutun wagen, daß durch Sozial- demokratie und Judentum verhetzt sei.' Herr Roethe scheint noch immer nickst zu begreifen, wieso eS kommt, daß zahlreiche ssiner eigenen Kollegen an der B.-rliner Arilversstät und zahlreiche Studenten sowie Studentinnen es wa. gen, andere als atld ntsche Po'ttik zu betreiben oder gar als Nicht- ängedörige zur„großen, blonden, bla, längigen Rasse, die überall die vornehmere Kaste kennzeichnet', germanische Lust zu atmen. Herr Roethe. der als Literaturhistoriker bedeutender ist als in seiner Tätilfteit als Kanzelredner deS Antisemitismus und alkdeutscher Propagond«. scheint zu glauben, daß in Deutschland FreiheidlickeS, Po'ftischos und R..'sigiö>«s nnmvr noch von jedem beamteten Pro- fessor versorgt und zensuriert werden kann. Daß dieser prosessora- len Hetze nur ein ganz schüchterner Protest folgte, der un'er Bei- sallSyetrampel erstickt wurde, kennzeichnet den Geist des Berliner Studententums, smveit eS sich nicht offiziell von diesen Leuten los- gesagt hat. Die Sozialdemokratie rst ein« so überzeugte Anhängerin der Lehrfreiheit, daß sie auch in diesem frassen Fall nicht nach Amt«- eingriffen rieft Aber die Frage möchten wir doch auswerfen, wa« Wäre einem Dozenten passiert, der unter dem alten Regime die Junker und Schwerinduftri:klen verdientermaßen als di« Kriegs- Urheber in öffentlicher Vorlesung gebrandmarlt hätte? Notizen. — Die Volkshochschule Groß- Berlin. Am ein» bereits drohende Zersplitterung in der Volkshochsckulbeweguna in Groß-Berlin zu verhüten, um ferner zu verhindern, daß der Name ..VoUsh«chschule' von einzelnen Kördersckaftrn oder Privatpersonen für ihr- Bntenu&mutigen unberechtigterweise mit Beschlag belegt wird, ist«nter Beteilig:, na von Vertretern der Groß-Berliner Ge- meinden. der Univerfsiäl des KriltiiSministerinmS ftwie der Ar- beiterschaft und'der größeren PolkSbildnngSoereiNignneen e,n „Ausschuß für die Pollkehockschule Groß-Verlin' gegründet worden. Da? Bureau des Alis�chnffes befindet sich«m Gebauoe des Mar« stall. Berlin C. 2, Breite Ttr. 86.„. � A»ch die Huniboldt-Hock, schule will sich allrn neuen Zerterforder. niffem äirpasssn. Si' veranstaltete am Freitag c'ne Aussprache über die Vokk�hockifchulaufgaben der Berliner Gemcinoen -»nser Recht auf Gesundheit. Unter diesem Ttte! findet am 14. Mai im Künstlerhaus«ine offentlicke K u n d. g e b u n g statt, durch die zur Frage des Re'ckswohlfahrtS- und Ge« sundheitSamtes Stellung genommen werden soll._ — Theater Für d-e S-mmerspielzgit der Vokksbubne wurde W Kienzls Oper.D e r K u h r e i g e n' zur Aufführung an. genommen. � �. — Die Ausstellung der Freien seeesfion kann am IS. Mai noeli nicht eröffnet Werden. - Berliner K o o z e r t e. Fran, M i k o r e t> b-S� vor kurzem Generalmusikdirektor in Dessau, machte uns.n der«mg. akad-mie mir ein paar neuen Instrumentolkomvosttionen bekannt. Zweisellos ofkenbarte ein„Don Ouizote-VorspiÄ von Artu- Wolfs, desgleichen-ine„Nachttanlaste. Konzert kur Violine mit Orchester von Richard?l r n h e i m entschiedenes Talent. Zunächst aber sin» gewisse Vorbilder zu überwinden und dafür ureigne musi. kasisch? Gedanken einzutauschen. Moderne Iustrumentationstecknir allein wtS nickt Eine„Ksnzert-Romanze" für Vioün?»nd Or- ckester vom Konzeriveronftalter zeigte eii-en sattelkesten Tonsetzer, der stck aus der Farbenplatte eines großen Orckesters auSkemir. Mikorev sübrte daS B l n t h n e r- O r ck e st e r mit überlege- ner K-rait. zumal int„Don Juan von Strauß. ek. — Der Kampf gegen die deutsche Chemie. Ver« treter der film verbündeten Großmachte»nd Belgien» hielten t« Paris, so lesen nur in den.Times". e?ne Konseren, ab. in der prinzipiell die Gründung e,ner interalliierten Gesellschaft für reine und angewindte Ebemie be,»lassen wurde. Man hofft, daß auf der Titzung der Keselllckaft für chemisck)e Industrie, tS.—IS. Julfi hie interalliierte Gesellschaft endgültig geschaffen wird. Der englische Chemieprofessor Loui? sagte auf der Tagung: Deutschland habe den chemischen Markt großenteils durck Bluff be« herrsifst. Tatsächlich seien alle großen chemischen Fortschritte eng. lisch- französischen Ursprung». �Deutschland habe den Weitmarkt mit Pichftkationen überschwemmt. Dem werde die neu« Gesell- schuft in erster Linie entgegenzutreten haben. Große öffentliche sozialöemotratißhe Kundgebung gegen den Gewaltfrieden der Entente am Dienstag, öen 15. Mai, nachmittags 5 Uhr, auf öem Königsplatz. Es werden foziakdemotratijche /lbgeerdnete der Nationalversammlung, der preußijchen Landesversammlung und moss-m! Der Vorstand des sozialdemokratischen Sezirksverbanöes für Groß-Derlin. Drunhilöe auf dem Kriegepfad. Ein neues antisemitisches Tchandblatt. Schon mehrfach haben wir auf die geradezu gemein- gefährliche antiscmitiche Hetze Angew esen, die von einer Spelle, die ihren Sitz in der Nöthener Straße hat. unter ver- schiedenen Decknamen getrieben wird. Nach dem Aufruf zu Pogromen, nach der Wiedererweckung des Ritualmord- Märchens, nach der Bildung ankisemitifcher Freikorps geht diese Stelle jetzt mit einer neuen Verhetzung der niedrigsten Art vor. Ein günstiger Wind weht uns folgendes Flugblatt auf den Schreibtisch: Vertraulich! �lugiblott Nr. 1001 BIS Handschrift gedruckt! S&iite weitergeben I 1«eckrufl Deutsche Männer und Jünglinge! Gerade ein Sozialist sollte zuerst Verständnis dafür haben, daß das Enteutcprograillm glatt auf die w i r t- schaftliche Erdrofselung Deutschlands herausläuft. Ballod aber stellt die Theorie auf: Für«in bürgcrlich-ind»idua!:stisch-kapitalistischet Deutsch- land bedeutet dieser Friede den Tod.... Ganz ander» steht ein sozialistisches d. h. ein wirklich sozialtstische» stein scheinsozia- listischcs heutiges) Teutschland da. Und nun entwickelt Professor Balloid Theorien, wonach eS einem sozialistischen Dnitschlaad geradezu spielend gelingen müßte, der Entente alles zu liefern, wonach sie begehrt und noch genug und übergenug für sich zurückzubehalten. Der Bau von zwcihunderttausend Tonnen Schiffsraum für die Entente pro Jahr erscheint Ballod eine„Bagatellsackfe", denn er steigert unsere Schiffserzeugung, die im Frieden noch keine sünfhunderttausend Tonnen pro Jahr betrug(in Gedanken!), Ich frage Euch uor Gott und Eurem Gt'wissen vor unserem hernfz auf eine Million Tonnen pro Jahr. Daß es uns jetzt ga-nzen Bolle, vor allen deutschen Frauen unb�Madchen, vor■ n|� gelingt, auch nur im bescheidensten Maße mit unserer zerstörten Volkswirtsckzast irgendwo an die Fricdcnsproduk- tion heranzukommen, darüber macht Ballod sich weiter keine Gedanken. Nalürl ch ist auch die Kohlenlieferung an Frank- reich von sieben Millionen Tonnen pro Jahr, die wir trotz Verlustes de? Scmrgcbictes und Oberschlesiens noch zu leisten haben, für Ballod spielend zu bewältigen, denn et' mobilisiert im Handumdrehen zwei bis drei Millionen Pferdestärken aus den Wasserkräften Deutschla«chs. Daß die Mobilisation dieser Euren Müttern und Schwestern, vor Euren Gattinnen und � Bräuten! Ich frage Euch bei Eurer Mannesehre: Wollt Ihr weiter i vatcntos zusehen, wie eine unfähige Negierung unser Land und! Boll von Tag zu Tag näher an dar Abgrund bringt und ver- 1 wüstet? Wollt Ihr stumvfsinnifl wrjtee zusebrn, wie die Juden und die ganze Schar rtl/r Wüstlinge planmäßig unsere besten Volks- Lenossimren verseuchen, in Elend und Schande bringen? I Deutsche Jungmcnuren l> Wasserkräfte im besten Falle erst das Produkt mehrjähriger Seid Ihr« zufriedrn. daß Eure Schwester« von Juden und! Arbeit sein konnte, und wie wir uns bis dabin helfen sollen, darüber erfahren wir von Ballvd nichts. Die Geldentschädi- gungsforderung der Entente bezeichnet Ballod zwar selber als„Ewren Unsinn",»ber schließlich wird er auch mit ihr fertig. Freilich läßt er rnnintersucht, aus welchen Mitteln wir sonstigem nichtsnutzigem Gezücht Ta» für Tag geschändet und! entjungfert werden, so daß für Euch nltz Gattinnen schließlich nur noch feile Straßendirucn und geschändete Weibsbilder zur Ehe da find?! Wollt Ihr Bolschowksten, Spartakisten und.Kommunisten weiter mit unerhörtem Terror unter Judenleitung wühlen lassen? Wollt Ihr landfremdem Gesindel. Verbrechern und dem Auswurf der Menschheit weiter durch Eure Lauheit und Feigheit' Borschub leisten. Zur Begründung und Aufrichtung der tom- m I! r-nti sch-bol>ch ew-i stis chen Republik, die nch immer mehr ent- puppt als eine raffiniert« jüdische Organisation! zur Ausrottung aller selbständig denkenden Deutschen? Wollt Ihr hinein in den Abgrund? Wollt Ihr»ö tatenlos dahin kommen lassen, daß wir Frauen und Mädchen allesamt zum Staatseigentum für diese vertierten Wüstlinge erklärt werden sollen, so wi« es unter der jüdischen Leitung und Bolschewcstenherrschaft der Revo- lution bereit« in Ruhland geschehen ist, gleich als weini wir Frauen dein willenlosen Vieh gleich zu achten wären, wie � die aus dem sinstarstpn Mittelalter von den Juden heute noch ' befolgte To! m u t und Nabbinermoral lehrt? DannFluchüberEuchl Wehe Euch Unholden! Ihr werdet«n» deutsch«! Frauen kennen lernen! Es folgt dann in demselben Stil noch ein ganzes Schock Verwünschungen, unter anderem wird gedroht, daß die deut-> schen Frauen„gleich unseren germanischen Ahn- frauen, die ihren Männern in die tosende Schlacht folgten, selbst zu den Waffen grei- fen werde nl". Daran schließt sich eine ebenso schwung- volle Aufforderung an Frauen und Mädckjen, dein unter- zeichneten Walkürenbunde beizutreten, und das Ganze schließt mit folgenden Worten: Fort mit den landfremden Eindringlingen! Fort mit den bwts- und rassefremden Betrügern! > Kommt zu uns! Mr führen Euch! Wir beschirmen Euch! Mitglleder zahle« 6 Di. I a h r e s m i n d e st- ■ beitrug. Abschriften und Geldspend«, zum Kampf, und Wehrschatz «ibete,! an: Großer Franenschutz» und Trutzdund Brüuhild. Barden. Beleda. Berlin W. S. Köthener Straße 45. Hof I. Diese Flugblätter sind gegen Erstattung der Selbstkosten zu beziehen durch Druckerei und Verlag der.VoltSstimaie', Berlin W. 9, Köthener Str. 19 I. Hoffentlich finden imsere Unterhändler in Versailles einen Weg. die Köthener Straße mit„Brünhild" und „Veloda" zur beliebigen Verwendung an die Entente loszuwer den. Aber wir fürchten, mcin wind sie auch dort nicht aufnehmen." obwohl man bei unseren Gegnern für alle Berrücklheiten gegen das deutsche Volk sonst das beste Verständnis hat._ Gefährliche Illusionen. Professor Ballods Phantasien. Ein« sehr gefnhrl'che Theorie entwickelt Professor »a II o b in bn Sonnabend-Ausgabe der..Freihelt". Wir hotten bisher die Parole der„Freiheit":„Wir müssen unter- 211, bobin velflanden daß uns in unserer jetzigen ver- zweifelten Lage n chts anderes übrig bliebe, als uns gegen unsere Überzeugung der Gewalt zu fügen. Das läßt sich ver- stehen, darüber kann man diskutieren. Für gefährlich aber, ja verwerflich halten wir es. wenn man versucht, diese Paroce in der Wcife.zu begründen, daß man Volk und Ar- beiier'stwst u b e r die Schwere der uns auserleg» te" V* b»n gu n gen hinwegtäuscht. Tos tut Pro- fessor Va-lod. Wie das alte System nock) in seiner Sterbe- stunde an die-stresse die Parole ausgab, sie solle schreiben, es w alles nur"halb so schlimm", so taucht mich Professor Ballod leine Feder m rosarote Tinte und die drückendsten Forderungen der Entente verwondeln sich für ihn .Bagatellen". inzwischen die Kosten der öfsentlichen Verwaltung, Volks bildnng, der KriegSbeschädigteniinterstiitzimg psw. decken sollen. Die Landwirtschaft bringt Ballod(in Gedanken) z* so fabelhafter Produklivität, daß wir kein Körnchen Getreide mehr einzuführen brauchen, wobei ihn die Abgabe riesiger Londwirtschaftsslächen im Osten an Polen und die Auslieferung eineS großen Teils unseres Viehbestandes an die Entente keinerlei Kopfschmerzen verursacht. Der Sozialismus wird eben alles machen. Aber wie wird uns? Genau vierundzwanzig Stirn- den vor dem Ballodschcn Artikel haben wir m dersekben „Freiheit" wörtlich folgendes gelesen: lind ebenso wie mit der Negelung der Gebiet»fragen steht«s mit den u n g e h e n r e n L a st e n, dl« die Sieger dem deutsche« Volke auferlegen wollen.... Werden sie unS aufqezwunzcn, so ist die wirtschafttiche Entwicklung Deutschlands aus Jahrzehnte gehemmt und damit der Vobrn zertrümmert, auf dem allein die sozialistische Umgestaltung Deutschlands vor sich gehen kann. Die„Freiheit" bestätigt hier— mit unserer vollen Zu- stimmung— dem Professor Ballod, daß gerade durch die Friedensbedingungen unserer Gegner die Grundlage für den Sozialismus zertrümmert wird. Sic kennzeichnet selber damit trosseud die Unsinnigkeit Boll od schen Optimismus. Denn es geht doch wohl nickt an, die Entente- forderungen durch den Sozialismus zu erfüllen, wenn durch eben diese Forderungen seine Einführung in Deutschland unmöglich gemacht wird. Der Memoirenfchreiber auf üem Kriegspfaüe. Berlin, 9. Mai. Da» Kriegsministerium teilt mit: In der tm Verlag von August Scherl erschienenen Schrift de» Obersten Bauer, der im Kriege der Obersten Heeresleitung angehört hat: -Konnten wir den Krieg vermeiden, gewinnen oder abbrechen?" wird über die Tätigkeit der militärischen H e i m a t» b c h ö r d e n in einer Weise geurteilt, die scharf'« Zurückweisung ver. dient. Tie Zeit ist zu Preßsehden über vergangenc» Unglück denk- bar schlecht geeignet. Um so mehr muß es aber bedauert werden, daß ein höherer Offizier auf dem unfesten Grunde von Teiltennt- nissen absprechende Urteile über Arbeitsgebiete ausspricht, auf denen seine Kameraden mit der äußersten Hingabe im Krieg tätig waren. Grfunöene Interviews. Schwinde! der„Neuen Berliner". Die.Neue Berliner Zeitung" hat ein Interview der Reich». minister Lanbsberg und GieSbert« und des Professor» Schücking aus Versailles gebiacht, die nicht geringes Aufsehen erregt haben,«lach dem Bericht deS Interviewer» hatte z. B GiesbcrlS in di-ier Meinungsäußerung über die FiedenSbedingmige» mit einer auk deuiicde Verhält,, isje übertragenen Art von Bot. schewtsmns kokeltirrt. Wie dem Auswärtigen Amt aus Ver» iailles auf telegraphische Antrage von den beliefseiiden Herren er. klärt wird, haben die genannte» Reichsminister sowohl als Pro. Fessor S-hückulg nirmuls ei« derartig«» J-lervirw gehabt und die Herten haben ihr t'.efste» Bedauern darüber anSgesprochen. daß in dieser ernsten Zeit«in deutscher Pressevertreter sich z n Der- artigem hergegeben hat. Um so beste«. Die..Post" äußert große Gorgen. daß bei dem Grohreinemaelen im NeichSiogSgebäud« nicht nur die Läuse, son- dern auch die Hohenzollecnbilder«ntiernt werden sollen.— Warum IN i nicht? Im Reichstag der Republik haben weder Hohewzollern noch l Läuse etwa» zu suchen. War alles Lüge! Die sittlichen Grundlagen der Rätediktat«. In dem Augenblick, in dem in Boyern die Rätcdiktawr an dem Versuch gescheitert ist, die Demokratie aus dem Felde zu schlagen, ist es vielleicht von Juteresse, etwas über deS grundsätzliche Verhältnis der Kommunisten zur De- mokratie zu erfahren. In einer von der russischen Sowjet- regierung herausgegebenen Schrift„Dos Programm der Kom- munisten- unternimmt es M. Vurcharin, dieses Verhältnis näher auseinanderzusetzen. Vricharin läßt einen fingierten Gegner(aus Seite 30) den Einwand stellen: „Warum ree«t«n die Bolschewik, früher nicht von Ver» nichrung der völligen Freiheit für die Bourgeois,«? Warum waren sie früher selbst für«ine bnrgerlich-demo- kratische Republik? Warum waren sie früher selbst für die Kon st iiu ante und redeten nicht davon, der Bour» geoisie da» Wahlreckst zu entziehen? Mit einem Wort: warum haben sie jetzt in diesen Fragc» ihr Programm geändert?" Auf diese Einwände antwortet Bucharin mit einem ver- blüffenden Zynismus: .Sehr einfach, warum. Die Arbeiterklaffe hatte früher noch keine Krast, um aus direkten Sturm der bürgerlichen Festung loszugthen." Bucharin führt das dann näher aus: Hatten z. B. die Kommun!st»n früher von den Kapitalisten verlangt, daß sie anstatt bürgerlicher Zeilungen nur noch Arbeiterzeitungen druckten, so hätte man sie ausgelacht. .Deshalb sagte die Arbeiterklasse(und unser« Presse sägte «S auch): E» lebe die Preßfreiheit(der ganzen Presse, auch der bürgerlichen)!" Noch ein zweites Beispiel gibt Bucharin. Die Unter» nehmerv'rbände konnte man früher nicht abschaffen und an ihre Stelle einfach die Arbeiterverbände setzen. „Dazu fehlte e» an Kräften. Daher sagt« unser« Partei: wir fordern Freiheit der Verbände(überhaupt, nicht nur der Arbeiter). Run aber haben sich die Zeiten geändert!" Dieser Tiefstand der Moral ist allerdings etivaS völlig Neues in der Arbeiterbewegung. Diese Moral steht atwa auf einer Höhe mit der unserer Alldeutschen, die für das Selbstbestiminungsrecht der Völker nur Spott und Hohn hatten, solange sie sich Sieger glaubten, die jetzt aber, wo es Deutscklland an den Kragen geht, sich 21mal am Tage aus dieses Selbftbestimmungsrccht berufe», die jetzt den Eid aus die 14 Punkte Wilsons leisten, über die sie vordem Gift und Galle gespien haben. So wäre wirklich daS Eintreten der Arbeiterschaft für Freiheit und Recht nur politische Heuchelei, nur ein schlauer G c s ch ä f t s t r i ck gewesen? Die Arbeiter- schaft hätte das Ideal der Freiheit und des Rechts nur so- ! lange auf ihre Fahne geschrieben, als sie selber schntzbedürf- tig war und davon Nutzen hatte? Wenn das der Fall ist, dann ist jeder Gesinnungslump in der Polt« t i k gerechtfertigt. Tann sind die Leute die vernünf- tigsten, die pazifistische Redensarten führen, solange sie , schwach sind und' Eroberungspolitiker werden, sobald sie ge- nügend Macht in Händen haben. Dann ist der Gauner als Esirenmonn zu preisen, der mit salbungsvollen christlichen Phrasen seinen Gläubiger veranlaßt, ihm sein» Schulden zu erlassen, der aber selber hohnlachend seine Angestellten ab- weist, wenn sie ihr Eclialt von ihm fordern. Gegen die Unterscheidung solcher GesinnungS lumpe- rei wird die gesamte deutsche Arbeiterschaft mitEntrü st ungprote stieren. Einberufung der pre»Aschen Nationalversammlung. Verlin, 19. Mal.(TU) Der A«ltest«nau»schuß der Yveutzischen Rat'.onaivcrsarnmilung tvat heut« nachmlittag zu einet Besprechung zusammen und beschloß, die nach sie Vollsitzung am Dienstag, d«n IS. Mai, nochircittcg» t Uhr, abzubitten. Auf der Tagesordnung steht: 1. Besprechung der vom Mmsterpräsi- deuten in ber Sitzung am 8. Mai cchgcgebenen Erklärung über die Friedensbedingungen. 2. Bericht des WahlprüsungsauS- schusse». L. Erste Beratung eines NechtragSetatS betrcffenb Ministerium für Volkslvohl fahrt. Im Anschluß an den letzten Gegenstand der Tagesordnung soll»ine teoitere Fortsetzung der Generaldebatte über den Etat zulässig sein. Zu der Friedensfrage werden die Parteien einzeln Erklärnngeu ab» gSbon._ Tie sozialdemokraiisihe Fraktion der Rätionalversammluna hielt am Sonnabendnacbmittag gemeinsam mft dem Parteiausschuß unter Hinzuziehung von Pactei-Redakteuren und Mitgliebcrn oci Preußischen LandeSpersammIung eine Sitzung im alten Bibliotlreks- Gebäude ab. Räch einem lurzen einleibenden Referat de» Genossen § ermann Müller(Parteworftand) über unsere Siellnng zu den riedensfragcn fand eine lebhafte Aussprache statt, die am Montag. morgen noch sorigesetzt werden soll. Zum Fraltlonsredner für dl« MontagSsitzung der Nationalversammlung wurde. Genosse Her» mann Müller bestimmt. C'iiirn Ausruf, in dam er mit gleicher Leidenschaft für die Diktatur des Proletariats wie gegen jede Gewalt» t L t i g k e i t zu ihrer Erdrigung eintritt, verbreitet der bekannte Hauptmann v o n B e e r f e I d e. Er appelliert an die.Menschen- liebe, dU Seele alles Sozialismus", v. Beerfelde ist ein schwärme» rischer Idealist, aber seine phrasenreiche Sprache kann nicht über seine völlige Weltfremdheit und Unkenntnis der wichtigsten Tatsache» hinwegtäuschen. Selbst daS übersieht er, daß Diktatur ja auf deutsch Gewaltherrschast heißt. Trotzdera glaubt er au Diktatur ohne Gewalt. OewerkschaflsbewEimg Hegen Sie Verhetzung im Metallarbeiterverbanü. Die im Lehrerverein-�hauS tagende Versammlung der B e r- trauenSleute de? Deutschen ivictallaröcilervcrbandeS, Orts- ßruppe Berlin, die auf den Boden der S. P.®. sieben, faßten einstimmig eine Entschließung, in der sie den Jnball des Fing- blatteS �ur Sammlung von Unterschriften zur Einberufung eines außerordentlichen VcrbandStages alö eine grobe Irre- fubrung der Kolleginnen und Kollegen bezeichnen. Die Eni- schließung betont t ganz besonders tritt dies in den Sätzen in die Erscheinung, in denen dem Hauptvotstand vorgeworfen wird, er beabsichtige eine Spaltung des D. M.-V. bcrbeizuiühren. Ww stellen fest, daß durch die Gesinnungsunterdrückting der Angestellten und Kollegen, die darin ihren Ausdruck iand, daß in Bertin und vielen anderen Verwaltungsstellen nur die U. S. P.-Mtigliedschafi den Kollegen die Qualifikation gab, die berablten und unbezahlten Posten und Acmter einzunehmen, gerade von den V rsafiern des Flugblattes die anders denkenden und hinler dem Hauptvorstand stehenden Kollegen zu Mitgliedern zweiter Klasse de« gradiert wurden, was mit Demokratie in der Gewe ckichaft und auch sonst n'chi das mindeste gemetn hat. Gerode durch derartigen Gesinnungslerror arbeitet man einer Spaltung m die Hände. Wir verweisen ferner auf die Belaiintmachung des Haupt- voistandes im.Abend-Vorwärts' vom 1. Mai und stellen ix st. daß Kollege Ruich in Stuttgart dem Hauptvorstand das Zeugnis aus- stellte, daß er u»r das Beste für die Organi- sation will. Alto in Stuttgart so. und in dem Flugblatt so. Wir sehen in Ruhe dem Berbandstag im September d. I. ent- gegen, lehiien es aber ab, Belbatidögelder für einen außer« ordentlichen Verbaudstag. aus dem auch nur wieder Terror und Ges innungsjchnüfselei betrieben werden soll, sortzu- werfen. AuS diesem Grunde verweigern wir die Unterschrift aus den Lrslen. Jin öie Mteiter öer Sxanüauer Nekchsbetriebe. Das Neichsichatzniiuislerium hat, um die, durch die Kündigung aller Arbeiter in weite Kreise getragene Benuruhigung nachKrä'ten zu lindern und eine weitgehende Arbeitslosigkeit zu verbüten, tn der letzten Woche fiebervait gearbeitet und folgende Maßnahmen ge- troffen: Es werden zunächst von den Spandauer Werkstätten einige Gewerke der Artilleriewet kitäite Nord, der Geschützaießeret und der Grsckoß'ablit in Betiieb genommen und zwar schon vor dem E n i l a i s u n g s t e r m t n>26. Mai), so daß iür viele Ar bester, insbesondere die älteren, die ausgesprochene Kikdiguttg gar nicht erst wirksam wird. Ei handelt sich bei der Art der Beschäfii ung nur um ssr edetiSaibeit, deren Herbeischaffiittg zwar zunächst mit Ovietn verknüp't ift, die vorläufig die Regrerung übernimmt, dir sich aber ipärcr hoffentlich in wirkrich rentable Arbeit umwandeln wird. Die anderen Werksiätten werden in kurzer Frist lolgen, io daß mit ziem icher Sicherheit alle Betriebe, bei denen es sich irgendwie ermöglichen läßt, in den nächsten vier Wochen wieder in Betrieb lornnren. In besonderem Umfange soll für das Wohl der Krieg?« bet'chäd igten, vor allem der Schwetbeichädtglen. aeiorat werden' Die Staaisiabriken werden es als ihre vornebmfie Pstichi ansehen, atich den Schtvetkriegsbeichädigten lAmpitlieile») solche Arbeiten ziizuwetsen. die den vollen Bcrdteitst im Wettbewerb mir den get linden wieder zulassen. Es wnd dabei von der Boraus- sctzung ausgegangen, daß bei richtiger Wahl der Arbeit. Arbeits« Willigkeit der Beschädigten und der dem notwendigen Entgegen« kommen der Vorgesetzten die rlchtige» Plätze ermittelt werden ' köiiiien. Endlich soll der Gedanke der konstitutionellen Fnbril in den Spandaner Staalsbclriebeil zum erstenmal zur Verwirttichung kommen Es toll ein iozialpolrtischcs Bureau ins Lebe» treten, das beruien ist, alle wirischa ilichen und sozialen Fragen der Arbeiler'choft zu bearbeiten, im Eiuvernebmen mit der.Bett iebS- lriinng. den Augestellren und Arbeitern. Der Einfluß der Arbeiter ati' die zulünftige Gestaltung der Reichsbetriebe ist gesichert. Wir hoffen, daß es dem guten Willen der Regierung, gestützt an» fach- veritändtge Mitarbeit aller interessierten Kreise, gelingen wird, den großzügigen P.an zu vetwirkltchen und die Spandauer Fabriken nicht bloß zur Beruht. ung der Spandaner Bevölkerung zu etbalieu, sondern sie trotz aller Schwierigkeiten als Musterinstitute für die deutsche Jiidttsirte he- auszuarbeiten. Arbeitervertreter der Hauptverwaltung der Reichsbetriebe. rtnMige tmMZri'sche Leikmg verwirtschaftet habe, was im? go bei- wirtsck>aften gelvescn sei. So habe die Gcschoßfabrik Flußeisen hergestellt, dieses sei. stat eS im eigenen Beariebe zu verarbeitn, an einen Händler verkauft und, nachdem es einen Ketten- handelswg durchlaufen habe, als Stahl wieder an das Werk gelangt. Natürlich sei der Wuchergewinn, um den die Werkstätten geprellt seien, in die Hände der Händler gelangt Nur durch die Aufmerksam- keit eines Expedienten, der einen erst vier Tage vorher hinausge- gangenen Waggon nebst Ladung als Lieferung wiedererkannt habe, sei der Schwindel entdeckt worden. Tie Werksleitungen hätten nichts für eine Umstellung getan. Es werde unbedingt die Tren- nuttg der technisch- industriellen Betriebe von militärischer Leitung verlangt. Die Arbeiter müßten unbedingt Klarheit darüber haben, was mit ibnen wird. Man müsse auch mit Bestimmtheit vermuten, daß die Schließung der Betriebe eine parteipolitische Maß- regelung sei. Bei der W i e d e r e i n st e l l u n g der Arbeiter müsse unbedingt das Mitbestimmungsrecht des Arbeiterrats gewahrt werden. Auf Veranlassung des Zentralrates würden dem- nächst Beratungen der Behörden über die Wiedereröffnung ge- pflogen Die Arbeiter verlangen, hierbei mitwirken zu können. (Be't'll.) Herr Schöneberg als Vertreter des Reichsschaßministe- rtums erklärte, daß da? K r i e g s m i n i st e r i u m darauf v e r- zickttet habe, die Betriebe unier militärischer Leitung zu behalten und daß tüchtige K a u f l e u t e und Techniker hierfür ange- stellt werden sollen. Die Kommission der Beirtebsarbeilerräte 'werde zukünftig zu den Beratungen zugezogen(Bcefall.) Es sprachen ferner Neumann lU. S. P.) und Rasch lK. P.i vom � Vollzugs rat. Kurtlauch im Auftr-'ge des Zcntralrales, Brühl lU. S P.) und Giebel sS. P. D.) als Fraktionsvcrtreter der Nationalversammlung und Büchner(U. S. P.l Es wurde eine Ent- schließtma angenommen, die sich inhaltlich mit den bisherigen Kundgebung»» der Svandauer Arbeiter deckt, die sofortige Wieder- ervffnung der Betriebe und Wiedereinleßttng der bisherigen Ar- beitcrräte verlangt und auf energische Verhandlungen drängt. Ein Teil des Westens war zur Vermeidung von Unruhen militärisch besetzt. E? gab keinerlei Zwischenfall. Sämtliche Vertrauensleute und Funktionäre der S. P. D. der Hceresbetricbc Spandau treffen sich beute vormittag 16 Uhr bei Lau, Hamburger Straße 167. Wichtige Besprechung. Versammlung von Arbeitern der spandauer Heeres- Werkstätten. Vielleicht 16 666 Personen nahmen am Sonnabcndnachmittag an der Sportpalast-Versamm.'ung teil. E i ch l e r schilderle eingehend die Vorgeschichte der Schließung, betonte, daß die Arbeitsbeschaffung für. die Werke an passivem Widerstand der Behörden gescheitert sei und behauptete, daß die Drohender Ttrcik im Portiergcwcrbe! Die Mitglieder de« Detttstfien Ponierverbandes sind mit der gleichen Branche deZ Demichen Transpo- tarbeiterverbandes in eine Lohnbewegung getreten und haben dem Bund der Haus» und Grund- befitz-r»otvie dem Verband der Gestäfis- und Fndust' iebatis- bellyer ibren TarEvetttag übetreich». Wäbrend nun der.Bund' sich zu Verhaudlitnaen bereit erklärt hat ist von dem Verband eine Antwort auf die brftistete Zufiellima nicht emaeaanaen. Dies veranlaß» die VerbmtdMeimnae» den sebr bescheidenen Forderimaen oer Mitglieder den cnt'prechenden Nachdr- ck»u verleihen und d'e avS der abw«i>ei»'en Haltuna der Geschälts- un"' In'ustriehaus- belwer sich ergebenben Koniegtien>?n zu zielten. Es ist nicht ans- geschlossen, daß die Arbeils'ünstelliing der Fndu'ttieuotiiet« auch mit die WohnstanSvortiers übergreifr, denn die wirtschastliche Lage dieser Lenke ,st eine noch vtel tronriaere und eniipricht den jetzigen »euren Zeiten sowie den gegcnwättigen Vcrdäi missen tn keiner Wet'e. Ein endaültiger Beschluß soll in der am lß. Mar in den Armin- hallen stattfindenden öffentlichen Ber'ammlung gefaßt werden. Näheres im Jnseratemetl der heutigen Nummer. Fu den Joröerungen öe? Eisenbahner. Die im Gewerktchastshause vel'amineilen Funkt'onäre deS Deutschen EiienbohnerverbandeS faßten einstrnrmig einen Beschluß, in welchem es beißt: Die Funlrionäre sehen ein, daß inlolge der wirl'chatrlichen Lage Deutschlands und der Friedensbedtnaungen die Bewilligung tbrer Forderung an dte E>>cnbobiter nicht zu verbefiern aeetgnet ist, vielmehr wird thte Lage duich die Oltiimawl der Re- gierttng von Tag zu Tag schlechter. Indem sich alle Ftinktiottäre der Traawette ihres Beschlusies bewußt sind, fordern sie statt deffen die Regierung auf.»o'ort einen dutchgreisenden Abbau der Lebens- inirtetpreise durch tunthren, daintl die Eisenbahner eine meii'chen« würdige Dasetnsextstenz haben. Si-llte von dieser Maßnahme in Kürze nichts zu verspüren sein, ballen dte Et'enbahncr ihre Forderung aufrecht und werden sie zur gegebenen Zeit mit allen»hnen zu Gebote stehenden Mitteln in die Tal umsetzen./ Schmutziges Manöver der„Freiheit". Jedesmal, wenn es den unabhängigen Drahtzieben» gelungen ist, mit- den belanrnen demagogtschen Mitteln in Gewerltwatls- Versammlungen gegen den.Vorwärts' Stimmung zu machen, greint die Freiheit:.Auch die... werden rebellisch', auch die... tehnen den.Vorwärts' ab'. Das edle Blatt vergißt nur zu be> kennen, daß der Giund dieser gegen den.Vorwärts' gerichteten sliminungsmache ledigltch iein eigenes und ichmutztges Konkurrenz- manöver ist. Es muß»eben daß alle erbärmlichett Kampfesmerboden, mit denen zu operterett sich jeder anständige Mcn'ch schämt, der ExffK»»» de«.Vorwärts' nicht de« mindesten Eintrag wen, daß die übergroße Mehrzahl der gewerktchasllich organtsierten Arbeiter fest zum.VorwärlS' steht und daß es lediglich eine fanatrfierte, jede Mei- nungSfreibert unterdrückende Clique rft. die jene Beschlüsse in den Gewerlschaften faßt. Da muß dieses Blatt ab und zu sich solcher Täuschungsmanöver bedienen. So sehr aber die.Freiheu' auch aus d'e»Borwärts'-Leter spekulieren mag, wir werden ihre dunklen Absichten zu durchkreuzen wissen. Und ihre unabhängigen Ge» werkschaflsführer mögen es sich getagt sein lassen, daß sie threZ augenblicklichen»Sieges' nicht froh werden dürsten. organisierte Landarbeiter. Wie wir der neuesten Nummer des Organs des Deutschen Landarbetter-Verbandes entnehmen, lonrne biete junge Organtsation Ende April rund 156 666 Mitglieder auiwetsen. Dieses ErgebniZ ist urnio beachtenswerter, als der Landarbeiter-Verband bis vor Ausbiuch der Revolution einen borten Kampi für die kulturelle Besserstellung des Landproleiariats zu führen hatte. Jetzt, nachbem die Kesseln, die dte-Landarbeilcrichaft in unerträgliche Knechrschast hielt, gesprengt sind, wird die prächtig gestärlte Organiialion mit größerem Erfolge den kulrurellen Aufstieg der Land- und Forst« arbeiler die Wege ebnen lönnen. Die vierte Million. Der Vorstand des Verbandes der Bergarbeiter Deutschland« teilt uns mit, daß die Miraltederzahl des Verbandes am 31. De» zember 1918 bereits 326 7-t7 betrug, wählend in dem vorn gewerk» tchaitlichen Nachrichtendienst gebrachten B.'iichr, den wir abdruckten, rund 266 666 angegeben waren. Hterzu kommt noch, daß dte Mit» gltederzahl seil obigem Zeitpunkte weiter gestiegen ist. Genaue Zahlen liegen jedoch noch nicht vor. Die Auflage der.Beraarbetter- Zcittmg' beträgt gegenwärtig über 166 666, wobei zu beiücksi.vligen in. daß zirla 34 606 Mitglieder im besetzten Saarrevier und Nteder- rhein keine Zetiungen beziehen können. Warnung vor sz-ahrstnhlführerschulen. Durch markltchieteritche Inserate tn mehreren Berliner TaaeS« zettungen werde»»»ür sogenannte Fahistnhlführerschulcn täglich Per» tone» geinchl, die Lust haben, sich zum KahrstiidUtUner ausbilden zu lassen. Wir ertlichen alle diejenigen, dte beabsichtigen, einen KutitiS tn solcher Schule durchzumachen, sich vorher»rit uns in Verbindung zu setzen, um sich vor ev. Schädigungen zu bewahren. Deulicher Traiisporiarbetterverband sBranche der Fah>st»hlrül.rer und PorticrS) SO., 16, Engelufer 15 IT, Zimmer 33. Dcut'cher Portier-Verband Geschäftsstelle: Berlin W. 62, Beyreuiber Str. 31. Ausdeutung von steklenloscn Angestellten. Von der Arbeits- gemeinichaft sreier An gestellten verbände wird uns geichlieben: In einer Reihe von Tageszeitungen iuchi ein Herr Dr. Schorlmann, Bertin-Lichtelfetde, Söthfir. 3. als.Vertrauensmann sür atademi'che, technische und kan'männiichr Bernte' tür den wrritchastlichen Ausbau nach Friedensschluß benemp'oblene Bewerber. Zunächst wird von jedein Bewerber eine Einschreibgebühr von 5M. ver« langt. Es handelt fichbtcroffenbar umeinsebr bedentliche? Unternehmen, da» den stelleiiloien Angestellten dte Etuschre bgedübr abnimmt, ahne daß ihnen irgend eme Gewähr iür den Nachweis einer Stellung geboten wird. Die A.». A. bat sich deshalb auch sofort an das Polizeiptäsiduim gewandt, um durch ein Eingreiien dieser Behörde die weitere Ausbeutung ker Stellenlosen zu untetbinden. Tie slillenlosen Angestellten weiden hiermit gcwatnl, aus jene Anzeige hereinzufallen._ Deutscher Metallarbciterverband. Dienstag, den l3. Mai, abends 6'/, Uhr, Branchenverlammlung der FabrNudtmontcur« und Heiler im Uokal ,'tz chcnboler ü ervala l-, ffeled�ch- maße 134 Tagesordnung: Brancheiiaiizelegenbc.ten Veilchiedenes. Die Kollegen lolgende» Bcliicbe werden besonders ersucht, anioeiend zu lein: erow. Giinpcl, Schneider u. Co. und Kitzer. Mitgliedsbücher mitbringen. Vertrauensmänner treffen sich um 5 Uhr. Zenirolvcrband der Handlungsgehilfen. Verbandssunkt-onSre der Mete,llinduiirie Montag, den 12. Mat, adcnvs 7 Uhr, Veilammlung in den Äufitcrsälen. Kaiser-Wilhelm-Ttraße 3l. Vollzähliges Erich.-nen wird er« wartet. Ernlag nur gegen Vorzeigung der F u n l t i o n är» AuSweiskarte. Verband der Bureauangeltellten, Ortsgruppe Grog-Berlin. Zentralverbaud der Bildhauer. Montag, den 12. Mai cr., abend« '1,7 Uhr. Versammlung aller Holzbi.dbaiier im GewerfichaslSbaus, Saal 4. Tagesordnung: Di» Bewegung in der Holzbranche. Zabtrerchen Besuch er- wartet Dte StreitNiluiig. Tcurlcher rransportarbeiterverband»Bezirl Groß-Bertin.) Drle. gierte zur örtlichen Geucraloersainmtuiig I vioirtag, den 12. Mat. adendS 7 Uhr.:n den AndreaS-Festtälen. Andieaoilr. 21: O e r l l i ch e General» Versammlung pro I. Quartal ISIS. Ohne Delegier teutarte und Äilgl edsbuch keinen Zutritt. Porteicniller und Reisrartitellortler. Montag, den>2. Mai, abends 7 llirr, bei Giauurann, Narmonitr. 27: Branchenoersatnarlunz. Bericht von de» Verbaiidlunge» mit den Fabt ttanteu. Verantwortlich sllr Pvlitil«rwr glSler, illiarlotteiidurg, ftlr den Übrigen Teil de, Blaues«tsrld Schot«. Neulolln: iür An«cigen Tbcodor»vloite, Berlin, vertag: BorwärlS-vertag W. m. d. H.. Berlin. Druck Vorwöris-Buchdruckerei und LerlagsanflaU Paul Sinaer u Co in Berlin Cinventiraiie 3.. Hrerj« 3 Beilagen. Verkauf am Wäschclaycr Waschbluse 0075 aus Punkt-MuU, halsfrei � Waschbluse aus Voile, reich ccoa gesticlcl, mit Umlegekragen und Spitze j j Wasch b USC aus Voile, gestickt �TQOO vorn ut.d im Rücken, hals rei.... Ul? 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V' Z-T dazu Nachthemd 4�00 1�00 Batist, mit Stickerei 1*....../ t Untertaille mit Stickerei..... 1903 Untertaille» 1 775 mit Spitaen und Banddurchzug.... 1' Eleganter Stickerei- Rod 6300 Herren-Tashemd Verkauf am WSrchelagcr (nar auf Bezugsschein vom 1(�35 Maglsfraf Berlin).......... 10 Hemdentuch (bexugsschcinpfilch.ig) sehr gute Qualität Mater 12 D exxltcXveYCo�TXÄC H Cognaebrmnereien Preufi.-Stargard Nr. 139 ♦ ZS. �ahrgaag 1. Heilage öes vorwärts Goaatag, 71. Mat19l9 Parteigenossen! Auf Trund de« Org anis ationSstatutS der Partei beruft der Parteivorstand de« nächste« Parteitag auf Dienstag, den 10. Juni 1919. nachmittags 4 Uhr, »ach Weimar ein. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Bericht des Parteivorstandes a) Allgemeine«. Berichterstatter: Otto Wel«. b) Kasse. Berichterstatter: Fr B a r t e l«. 2. Berickt der Kontrollkommisfion. Berichterstatter: Fr B r Q h n e. ' 3. Bericht der Organisationstommisfio«. 4. Bericht der Kommisston zur Beratung der Presse- angelegenheitcn. 5. Berickt der Fraktion der verfassunggebenden National- Versammlung. Berichterstatter: Paul L ö b e. 6. Die Aufgaben der Partei in der Republik. Bericht- erstatter: PH. Scheidemann. 7. Anträge. 8. Wahl des Parteivorstande«, der Kontrollkommisfion und des Orte«, an dem der nächste Parteitag statt finden soll. Parteigenossen! Wir fordern Euch auf, die Vorarbeiten für den Partettag, besonders die Wahlen der Delegierten und die Stellung von Anträgen, rechtzeitig zu bewirken. Die Anträge der Parteiorganisationen müfien späte st ens am l 7. M a i im Besitze des ParteivorstandK sein, wenn sie nack den Bestimmungen des Organisationsstatuts veröffentlicht werden und in der gedruckten Vorlage für den Parteitag Ausnahme finden sollen. Den Anträgen beigegebene Be- grün düngen können nickt veröffentlicht werden. Die Vorstände der Wahlkrcisorgantsationeu werden dringend eriuckt, dem Parteivorstand die Namen der gewählten Delegierten unter genauer Adreffenangabe alsbald mitzuteilen damit ihnen die Vorlagen und sonstigen Mitteilungen zugestellt werden können. Wegen Wohnungsbcschaffung muffen fich die Delegierten außerdem beim Lokalkomilee melden. Abreffe: Julius Palm, Weimar, Bertuchstr-L». Die MandatSsormulare werden rechtzeitig vonunS verschickt. Berlin, den 3. April 1919. Der parteivorftanS. Parteinachrichten. # Militarismus von heute! lieber diese« Thema sprach Genosie Anton Fischer in einer gestern abend in den Germaniasälen einberuseneu Parteiversamm» U.;ig. Der Redner entwarf in großen Zilgen ein Bild von dem MilNaiürn»« der vorrevolutionären Zeit, wie wir Sozialisten e« scvon lange kannten und auch von jeher bekämpft haben. In der Diskussion verbreitete sich Genosie«ölitz besonder» ausführlich über die Auflöning de« 11. Depot« der!Ä. S.-W. in Weitzensee. Besonder« ausreißend wirkte, dafi Genosie ftölitz ein Telegramm de« Gouverneurs Scköpflin verlesen konnte, in welchem dem Depot noch wenige Tage vor der Auflösung die besondere Anerkennung über die vorßiiglichen Leistungen und seine bisherige Haltung ausgesprochen wurde. Genosie S i m m e l kam dann aus die Entwicklung der zum Teil unhalldaren Zustände bei den Freikorps zu sprechen. Jedenialls. betonte der Redner, sei e« a»i«geschlosien, daß sich die Regierung durch eine militärische Macht am Ruder balten könne, in welcher die sosialistisch denkenden und sühlenden Genosien der Willkür der von un» seil jeher bekämpftzen Offizierskaste ausgesetzt seien. Genosie Lennewitz wie« dann daraus hin, dah die Partei eine beionder« Ausklärungsstelle sür diese militärischen Angelegenheiten ernchiet habe, wo alle Beschwerden. Uebergriffe und Misiliände untersucht werden. Die Partei wird dann ans Grund de« gesammelten Material« rücksichtslos eingreifen und die ver» ontwortlicheu Stellen zur Verantwortung ziehen. Eine im Sinne der Redner geiahte Resolution fornd einstimmig« Annahme. In dieser wird mit Entrüstung davon Kenntnis genommen, datz die R. S.-W. von den allen Militaristen mit brutaler Waffengewalt auseinandergejagt worden ist. Diese« vorgehen wird als der letzte Akt eine« systemanich betriebenen Feldzuge« bezeichnet, um die Sozialisten au» den Kreiwilligenverbänden zu entfernen. Die Versammlung erkennt daraus, daß die sozialistischen Mitglieder der Koalitionsregierung machtlos den Offizieren gegenüberstehen. Die Versammlung ist ferner der Ansicht, daß die grausamen Friedens- bedingungen zu einem großen Teil auf diesen nenentslandenen Militarismus zurückzusübren sind. Die Versammlung sieht die einzige Rettung für die sozialistische Sacke in der Bildung einer rein sozialistischen Regierung, die den vor- revolutionnreii Militarismus überflüssig machen und damttetn wichtiges Hindernis für die Einigung der Bruderparteien beseitigen kann. Da sich noch eine große«»zahl von Rednern zur Diskussion gemeldet hatten. wurde die Versammlung wegen der vorgerückten Zeit vertagt und beschlossen, in allernächster Zeit eine zweite Versammlung einzu- berufen. Erfreulich war. daß trotz deS sehr aufreizenden Matena lS die Veranstaltung einen ruhigen, disziplinierten Verlauf nahm. Eine Sonfrrrnz der sozialdemokratische» Lehrer und Lehrerinnen für dra Rrgiernngsbczirk Frankfurt a. D. fand in Guben statt und beschloß noch eiuen, Vortrag des Genosien Gehler- Leißnitz, die Gründung einer BezirlSgruppe der Arbeitsgemeinschaft sozialdemo- kraiiicher Lehrer und Lehrerinnen Deutschland« für den Bezirk sslanksurt a O. Ferner wurde ein« Entschließung angenommen, d>e die Forderungen der sozialdemokratischen Lehrer zur Schul- reform zum Ausdruck bringt. vereine unü Versammlungen. « Mi rtrrvrrrin,, Mr,.liandbapS-. Ecke Kaneiahsc rmt Vmrttoa Straße: Aussprache 06«: die groß- Notlage der Penstoiiarc. der»»wen und der Waisen.— Kricgsteilurhmcr. welche m den ilriegSorgontsattonen tätig sind. Verjammwng Donner«» tag, nachmttagS 4'/, Uhr, im Herrcnhaufe, PlenarsitzungSsaal. Moröprozeß Äebtnecht-�uxemburg. zveererauSit»»««» t»r da« münett»orddeuttchlan» dt« Montag mittag: Oeftkich der Oder noch grShtentekkS trocken und viel. lach heiter,«m Tage warm, weiter westltch stärke» bewäM IM» desimder« im vstraeniatidt jtnch««!« Eewlller. i Der Zeuge Milisinckraftfaihr« Pesch«! Hab« fich nnu mit der Reparatur beschäftigt und sich nicht weiter um die Insassen de» SutoS getünrmert, die ausgestiegen waren nird fortgingen. Etrvo ein bis zwei Minuten später hörte er Schüsse. Vors.: Haben Sie irgend etwa» von einer Verabredung gehört, daß eine Panne her- beigeführt werden sollt«? Zeuge: Rein.— Vors.: Ist Ihnen sonst irgend etwa« Verdächtige» oufge. fallen, was auf eine solche Verabredung schlie- ßen läßt?— Zeuge: R«iu.— ES wird festgestellt, daß der Zeuge in Untersuchungshaft war unter dem Verdacht, an der absichtlichen Herbeiführung einer Panne beteiligt gewesen zu sein. Da die Verdacht kgründe nicht ausreichend waren, ist der Zeuge auS der Haft entlassen worden. Leutnant Herbst gibt als Sachverständiger fem Gutachten über die Ursache der Panne de» Motor« dahin ab: TS handelt sich um e.ineu Defekt an der Benzinzuführnug zum Vergaser. Ali die Zuführung ganz versagt«, konnte der Wagen nicht weiterfahren. ES sei ans» geschlossen, daß jemand durch einen willkürsickpen Eingriff in den Motor den Defekt vernrsackst Hab«. Dieser müsse auf einen Fabri- kationSfehlor zurückgeführt werden. E« fei ein Defekt an der Druckluftpumpe, die das Benzin»uS dem Behälter de» Mowr zu- führt. Der zweite Sachverständig«, Jngeiilenr Dr. Heller, ist derselben Ansicht. Zeuge Schwartz, Heilgehikfe der Unfallstation, wo die Leiche Liebknechts abgeliefert wurde, er habe da« fragliche Taschenmesser gleich nack der Emliefttung gesehen. E« hatte«ine dunkle Schal«, aber nicht Schildpatt. Es war lein Mut an dem Messer.— Vors.: Dr. Jakob, hat ausgesagt, er habe Blut an dem Messer ge- sehen.— Zeuge: Ich habe das Messer genau angesehen und kein Blut bemerkt. Da? unzuverlässig« Elemente entlassen feien, habe ich gesagt, aber ich habe damit gemeint, daß Neueingetretene wegen d i e n st l i ch.e r Unzuverlässig keit entlassen seien. Zeuge Stadtrot Grüvnrr: Ich h»tt« als Offizier Dienst nn Edenboiel. Leutnant Sander nahm mich nnf die Seite und sagte in gedämpftem Ton z« mir, er babe Suftrag vom Hauptmann Pabfl, mir mitzuteilen, ich solle ans dir Mannschaft einwirken, daß ste günstig aussage. ES seien unzuverlässige Elemente unter der Wachmannschaft, fünf davon seien schon entlassen. Ich fragte Sander, was denn das bedeuten solle. Er wiederholte das Gespräch und setzte hinzu: ich wissr'doch, waS im Edrnhotcl passiert sei. Ich antwortete, ich werde mich auf daS Ansinnen nicht.-inlassen, sagen Sie dem Herrn, der Ihnen den Befehl gegeben hat, daß er bet mir an die falsche Adresse gekommen ist. Ich würde mich ja, wenn ich den Befehl befolge, der Verleitung zum Meineid schuldig machen. Sagen Sie dem Herrn, was er von mir verlangt, ist auch eine politische Dummheit. Ferner sagte Leutnant Sander zu mir, Rosa Luxemburg sei niedergeschlagen und wie ein Bündel in« Auto ge- warfen. Auf Vorhalt bemerkt Zeuge Grützner, e» könne möglich sein, daß er den Namen de» Hauptmann« Pabst, den er bei diesem Gespräch mit Sander noch nicht kannte, erst später damit in Verbindung gebracht habe. Bestimmt weiß ich aber, daß Sander mir de» Auftrag als Befehl von der Division bezeichnete. Leutnant Sander erklärt hierzu,«S habe ihm ferngelegen. den Zeugen Grützner zur Zeugenbeeinflussung veranlassen zu wollen. Wenn Grützner das so aufgefaßt habe, Daum sei da« eine falsche Auffassung.. Zeuge G r ü tz n« r: Ich hatte den bestimmten Eindruck, daß versucht werden sollte, die Vorgänge ander» darzustellen, als sie tatsächlich waren. Leutnant Sander: E« ist«»glich, daß ich gesagt had«, ich habe den Auftrag vom Hanptmann Pabst. Wen» ich r« gesagt haben sollte, dann habe ich mich versprochen. Zeug« Schein iSokdats bekundet, nachdem die Begleftumnu- schaffen vom Transport Liebknechts zurückgekehrt waren, sprachen sie untereinander und äußerten, die Panne sei eine Mache ge- weken imd der Fluchtversuch Liebknechts fei nur vorgetäuscht war- den. Ans den Gesprächen— sagt der Zeuge— konnte man den Eindruck oewinnen, daß Liebknecht hinterrücks niedergeschossen worden sei. Er, der Zeuge, habe aber«ff solches Gerd« nicht» gegeben. Es st>lgt die Vernehmung von Zeugen über die Behauptung RungeS, er sei anläßlich de» Novrm!l>er-DemvnstrativnSstreikZ von Liäbkn eckt rmd Rosa Luxemburg miit dem Revolver bedroht worden. Schlosser Schindler, der mit Runge zusammen bei Siemen«-Schlickert gearbeitet hat, sagt: Liebknecht und Rosa Luxemburg sind nicht bei uns genoeseu, sie haben auch nicht in unseren Versammlungen gesprochen. Angckl. Runge behauptet, der Vorfall, wo er von Liebknecht und Rosa Luxemburg mit der Pistole bedroht sei, habe sich d o r d e m Fabriktor abgespielt.— Zeuoe Schindler erklärt,« wisse nichts davon. Zeuge Ziebarth, der ebensall« mit Rurige zSsammen- gearbeitet hat, weiß auch nichts davon, daß Liebknecht und Rosa Luxemburg anläßlich des DemonstrattonSstoeik» bei Siemens« Schlickert gewesen sind.— Zeuge Arbeiter Lobi tzki sagt: Runge war bei uns nicht beliebt. Mir macht« er öfter Vorhaltungen, daß ich zuviel«ckeite.— Boos.: Sie meinen also, er war faul?— Zeuge: Ja, so kann man es auffassen.— Aus weitere Fragen sagt der Zeuge: Bei dam Demanstr atiovsstreik war weder Liebknecht noch Rosa Luxemburo anwesend. Runge hat sich an dem Streik nicht beteiligt. Wir traten zur Temonstraiian abieilungStvoisc am. Da Runge zu meiner Abteilung gehörte, hätte ich ihn sehen müssen. Er sagte zu inir, er werde nicht so dumm sein und den Streik mit- mache». Er gehe lieber nach der Kommandantur, um sich einem Entlaffungsanzug zu holen. In seinem Verhalten markierte Runge immer den teckierseu. den Spartakisten. Er war mit nichts zufrieden.— Vors.: Rirng«, das sind die Zeugen, die Se selber vorgeschlagen haben. Was saoen Se dazu? Hier geben Se sich doch als Patriot aus.— Angefl. Runge bestreitet die Angaben des Zeugen. Wi« will der Zeuge behaupten, ich bin Spar- takus.— Davon hat er ja nicht gesprochen, daß die Spartakus» bestrebungen das Richitge seien, aber er machte immer den Schar» fem, forderte uns auf, mehr Lohn zu verlangen und wollte inuner alles besser wissen. Später, nachdem er dem Militäranzug hatte, änderte er fein Verhalten. Hilfsschlosser Höhn weiß ebenfalls nichts vom Bedrohungen durch Liebknecht und Rosa Luxemburg.— Vorst: Runoe, aurh diesen Zeugen haben Si« vsrge,chlagen.— Angsfl. Runge: Dann weiß ich nicht, was ich dazu sagen soll. Zeugin Gabriel, eine WohnungSnachbarin RungeS: Runge war sonst gut. ab«: wenn ihm einer«i den Wagen fuhr, dann war er mcht fern Mit sein« Frau lebte er in Einigkeit. Einmal hat die Zeuoin' gesehen, daß Runge einen Ohmmachtsanfall hatte. Krau Runge, die«Heft»» des Angeflagtn, sagt, ihr Mann sei leicht erregbar, er bekomme ruanchnial Wutanfälle, die Hand rutsche ihm manckmal aus. Er habe öfter Anfälle gehabt, wo er bewußtlos wurde und ihm Schaum vor den Mund trat.— Der medizinische Sachverstände Geheimrat Leppmann findet die letzteren Angaben insosarn auffallend, aks Runge mehrmals im Lazarett und in onier Heilauftatt behandelt wurde, wo aber nichts vom derartigen AmafUn bemerk worden fei. Angaben üb» die beichte Erregbarkeit RungeS machte»»och imfarr Zeuge Karl R u nge, bet Binder de» Angeklagten, der in emer Paus« am ersten VerhandlnngStage vom Angeklagte» im Gerichtsfaal angegriffen wurde, wird vernommen, nachdem der Angeklagt« Runge abgeführt war. Der Zeuge sagt, soin Bruder sei im Jahr« 1917 eingezogen und nach Perleberg gekommen. Bors.: Hier hat er«S so dargestellt, als ob er den ganzen Krieg mitgemacht hätte.— Zeuge: DaS ist destimmt nicht wahr. Weiter macht der Zeuge Angaben darüber, daß sein Bruder in un reeller Weise eine Invalidenrente zu erlangen ver sucht habe.— Der Zeuge versichert auf Befragen, er habe keine» Haß gegen feinen Bruder.— Der Zeuge wird zur Prüfung serner Glaulmmrdigkeit nach seine» Vorstrafen gefragt. Er der- weigert die Aussage darüber.— Der Sachverständige, Ge heimrat Leppmann, stellt Fragen an den Zeugen, auS denen hervorgeht, daß er beide Brüder Runge ivegen Nervenstörungen behandelt hat und daß auch der geistig« Zustand de» Zeuge» Kar! Runge nicht einwandfrei ist.— Festgestellt wird, daß sich Karl Runge als Zeuge gegen seinen Bruder beim Anklagevertreter g c meldet hat. Der Zeuge sagt, er sei dazu veranlaßt worden au» Erregung darüber, daß ihn sein Bruder im Gerichtssäle an gegriffen Hobe.— Weiter gab der Zeuge an, sein Bruder sei im Herbst 1917 mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse erschienen. das er aber zn Unrecht trage, denn er habe e» sich gekr»»ft. Auch das Eiserne Kreuz erster Klasse, daS der Angeklagte jetzt trägt, habe er gekauft und sei nicht berechtigt, e» zu trogen. Angekl. Runge wird wieder hereingeführt, um sich zu diesen Angaben seines Bruders zu äußern. Er erklärt fiesür«»wahr. 'behauptet, er habe den Krieg von Anfang an mitgemacht und sagt, seine Mililäralteu müßten so ausweisen, daß er da» Eisern? Kreuz zweiter und erster Klasse rechtmäßig trage.— Der Vor fitzende stellt ei» sehr eingehendes Verhör mit dem Angeklagten Runge an über seine militärischen Erlebnisse, die Veranlassungen zur Verleihung der Eisernen Kreuze usw.— Der Angeklagte kann nicht angeben, wann er die Auszeichnungen bekommen hat uud wegen we Icker Taten sie ihm angeblich verliehen find. Ueber fein: angebliche Beteiligung am Kriege macht er so widersinnige Angaben,> daß deren vollkommene Unwahrheit sofort zu erkennen ist. Sa will er u. a. die Schlacht bei Kowno im Herbst 191<5(wo fich Äotonc längst in deulschen Händen befand) mitgemacht und dann mii seiner Truppe in 2 bis 4 Stungen von Kowno nach Dünaburg marschiert sein.— AuS den Akten werden verschiedene teils äußerst unflätig« Drohbriefe verlesen, die der Angekl. Runge früher an ihn behandelnde Aerzt«, avch an den Sack> verständigen und an BerufSgenossrnschaften geschrieben hat.> Gehcimrat Leppmann erstattet ein lehr ausführliches Gut- achten Über den Geisteszustand des wiederholt von ihm behandelten Angekl. Runge. Er kommt zu dem Schluß, Runge sei ein in hohem Grade geistig minderwertiger Mensch» er ssi aber nicht geisteskrank, auch nicht geistesschwach, sondert: geistig sehr unreif. Sein Zustand sei jedoch nicht derart, das. man annehmen könne, er sei zur Zeit der Tat uuzurechnungt fähig gewesen. ES lägen aber beftn Angeklagten schwere geistige Mängel vor, die wesentlich seien zur Beurteilung der Frag«, ob er mit Vorsatz und Ueberlegung gehandelt habe. Jeden falls sei er anders zu beurteilen wie ein geistig gesunder Mensch Hierauf werden wieder Zeugen in bezug auf die Tat de. übrigen Angeklagten vernommen. Zeuge Oberprimaner Berg er hat in der vovuulersucknnu ausgesagt, er habe gehört, daß die Mannschaften im Edenihotei davon sprachen, daß die Panne und der Fluchtversuch Liebknechts nur Mache waren, daß Rosa Luxemburg durch«inen Schuß iu den Kopf getötet und die Leiche, mit Steinen beschwert, in» Masse. geworfen fei.— Jetzt, vor Gericht, will der Zeuge von alledem nicht» wissen. Der Vorsitzende hält ihm vor, ob er denn bei seiner ersten Vernehmung die Unwahrheit gesagt habe.— Der Zeute anb wortot, er Hab« damals ohne Ueberlegung«»»gesagt und könne jetzt nicht» mehr angeben. Infolge einer Anfrage des Verteidiger« stellt der Anllage- Vertreter fest, daß der Zeuge in der Voruntersuchung ihm vi- protokollierten Angaben gemacht habe. Die Beisitzer vom Zentralra: und vom Bollzugsrat haben keine Fragen an den Angeklagten gc stellt.— Verleidiger: Ans die Auslage dieses Zeugen hin find die Angeklagten in Hast genommen worden.— Anklagevertreter: Nicht die Angaben dieses Zeugen allein, sonder« die Aussagen von drei Zeugen gab mir Anlaß zur Perhängung der Untersuchungshast. Zeuge Leutnant Schunk hat in dienstlicher Eigenschaft di- der Leiche Liebknechts auf der Unfallstation abgenommenen wachen erhalten, aber ein lvi c> s e r war nicht dabei. Zeuge Jäger L i n k.e hat gehört, daß die zurückgekehrten Transportmannschaften im Geipräch sagten, ein Oberleutnan l habe Rosa Luxemburg durch die Schtäfe geschossen. Zeug« Jäger G r a n d k e, einer au» der Begleitmmmfchaft stein: Transport Roia Luxemburg«, sagt auS: Nachdem Frau Luxemburg die Kolbenichläge von Rüge bekommen batte, wurde sie in das Auto gebracht. Ich saß links neben ihr auf den: Rücksitz, an ihrer rechten Seit« saß em anderer Mann. Aus dem Führersitz neben dem Führer iaß ein Mann im Mantel. Neben mir, auf dem linken Trittbrett. stand Jäger Hoppe und ein Oberleutnant, den ich damak nicht kannte. Später erfuhr ich, daß e« Oberleutnant Bogel war. ES wurde auch gesagt, dieser Oberleuinant sei der Trans- porfführer. Als wir abgefahren waren, nahm der Oberleutnan i feinen Revolver heraus uud wollt« auf Frau Luxemburg schieße:'.. Der Schuß ging aber nicht loS, weil die Waffe nicht entsichert war. Im Auto wurde gesagt, er solle nicht schießen. Aber der Oberleut nant entfichcrte den Revolver nnd schoß Fron Luxemburg i» die liakc Schläfe. Sie zuckte nach dem Schutz zusammen, dann blieb sie liegen. — Vors.: Frau Luxemburg soll doch schon infolg« der Kolbenschläg? tot gewesen sein.— Zeuge: Das kann wohl nicht sein. Ich habe doch gesehen, daß sie nach dem Schutz zusammenzuckte. Der Körpe: wurde nur mit emer Decke zugedeckt. Dann fuhren wir weuei Nach kurzer Zeit hielt der Wagen, die Leiche wurde herausgezogen. auf den Boden gelegt und weitergeschleppt. Ich habe nicht gehört. daß gesagt wurde, wir wollen sie in« Wasser werfen, ich habe auch nicht gesehen, daß fie hinabgeworfen wurde, aber ich habe e« angenommen, wetl wir ohne dir Leiche zurkckfnhre». ES kann sein, daß bei der Rückfahrt einer gesagt hat:»Die liegt gut." Bom Vorsitzenden und vom Verteidiger wird der Zeuge sehr eingehend befrag», nomeiklich darüber, ob er genau wisse, daß es Oberleutnant Vogel war. der den Schuß abgab.— Der Zeug? bleibt ölen Vorhaltungen gegenüber mit voller Sicherheit bei seinen Angaben. Nur darin schwankt er, ob der Mami, der den Schuß abgab, einen Mantel trug oder nicht. Er meint aber, er habe die Ojfiziersachselftücke gesehen, auch daß der Betreffende ein Monokel trug und versichert ohne Schwanken, daß er in dem Angeklagten Vogel beer Manu, welcher schoß, wiedererkenne. Am Montag sollen zunächst. zwei weitere Zeugen au« der Be- gleitmannichaft beim Transport von Rosa Luxemburg vernommen werden, die in der vorunterjuchnn« bt*«ngeklagten Böget eben- fiifls fuiti frfiflftft Nt.m Nr 70. BERLIN C SjtanAautr Str. 16 Gegründet 1815 Seiöenstosse Virkwaren Weißwaren 11.75 Di»liia»r»eicle thvrmn, 43«m, Mtr. Measalmseide._ farbig. 45 cm Mtl. LI'10 Glanz«ei(ic fuk 34.50 Mattglänzende Seide 85-100 cm.. M»j 48.00 Reinseid. T aft «onOgQekc QucRtlt, ccbwan oder Urbig. jr\ f\/\ % cm.... 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Heilage öes vorwärts Sonntag, II.NallHIH GroßSerün flür die„Freiheit" des Gemüse« und Obsthandels. Der Zweckverbond Berliner Fruckilgrohhändler harte gestern eine siark besuchte Versammlung. Die Grojzhändlcr haben in ihrem Kam p f g e g e n die weitere öifentliche Bcwirticdoflug von Gemüse und Ob st gröhtenieils die Verbindungen mit dem Maginrat gelöst, sie wollen aber ibre MiNvirkung bei der Verteilung des oui Anbau« und Liefeiungs« ver.iräge eingebenden Gemütes nicht Verlagen, ialls die von'bnen gestellten Zoiderniigen erinlli werden. Eni Referat des General- sekreiärs v Wusiow erörierte die Bedingungen, darunter baupisächl ck die folgenden: Die onulicbe Verteilung ioll ihre auf eigene iliechurtng im sieien Veikebr bereing� brachte Ware nicht dem Gros Handel verlaufen, sondern unmittelbar an den Klein- bandet angeben. Jeder Grotzbändler darf für eigene Rech- ming inneihalb des Kontingents i» der Reihenfolge der Mel- dun,, en AuSlankSware beziehen, Für den Berliner Markt weiden Höch'ipreiie f, stgc'eßl, doch.daii der einsühieiide Gros, Händler stets nur den gesetzlichen Grotziiondelsausschlag»elmen. Jeder Eiiisüh« rende gibt unniilielbar an den Kle ndändler ab, Zur Konliolle will de�t ,iiucl tgiotzhandel alle Verläufe>ofo>r der PreisprüfungSstelle Gros;-Bcil,n melden. Er erklärt, die Bevölkerung veriorgen zu können, wenn im rreien Handelsverkehr keine Hindernisse bestehen. Die aus Äiibau« und Lic'erungsverirägcn slammende Ware will er waggoiweiie gegen Ig Proz. Veilau'Spiovision abnehmen. Die Äbi ahme soll zu'ommen mit dem LcbiNimilielveiband durch eine Koiumiision des Fruchigronbandeis gcreaelt weiden. Diere Bedin- gungen seien, schlosj der Rererenl. das Äeutzerste an»Eutgeaen- k, Milien�, wa,u der Handel bereit sei. Der Berliner Siadt- rai Runge erwiderte, auch er wünsche freien Handel. Euiitiveilen sei aber Mitwirkung der Geineinden noch nötig! man könne in der KebergangSzeit die D'iiigf noch nicht frei laufen lassen. Mit Enischiedcnheit sprach er sich gegen das Verfahren aus, die Verbindung mit dem Magiiliat zu lmen Das laufe auf Streik hinaus. Der Berliner Magistratsrat H e n i ch e l führte aus, im Augenblik köiine freier Handel ichou deshalb nicht geivährt werden, weil noch das freie Spi'l de, Krä le in Angebot und Nachträge fehle. Begreiflicher- we ie wolle der Händler verdienen, daraus ergebe sich aber bei Warenlnappheit die Geiadr der P r e i» il e i g e r u n g. Gerade das weide ober dem Handel iwadeu, weil es das Verlange» nach K o n,», u n a I i s t e r u» g de« Gemüke- und ObstdandelS fiärken wüide. Der LebenSm'itelverband wolle dem nunmehrigen Wunsch des Grotzhaudels entiprechen und Sie aiinliche Verteilung werde vi' wandelbar an den Kleinhandel abgeben, womit allerdings der Grotzbandel sich selber cruSschalte. Bei de» noch schwierigrn Eruäbrinigsverhältiiisien Halle der Verband sich sür ver- pfli'.tet weiter auch feineiseilS olles zur LebenSmitielveriorguna zu tun. GrotzbänKer Gebrke richtete gegen die VerteilungSstelle wieder, wie in einer früheien Versammlung. he>iiaste An- griffe wegen siarken Waienveiderbs, Uuicr dem Bii'all der Ver- sanimest, n rief er: von h e u l e a>r S ch l u h! Wir spielen nichr mehr mir! Die Vevvikerung wollen wir ver'orgen, aber den Mo iistral schalten wir aus. Wir fühte» Leben- nritlel ein, nehmen de» gefetzlicheu Auf>ck!ag und schreiben dem Kleinhändler den Preis »or um Preissteigerung-» verbülen. In der weit ren Debatle stellte Geheimrat von Heinz als Vcrtie'.er der Reichsiielle»ür Gemü'c und Oblt weneren Abbau der Zwangswirtschaft in Aussich? Der Rcierenl teilte mit, binler dem Gioßhandel stehe in die'em Kamps»der gesamte Kleinhandel�. Als Verireier der Kleiiihändlerorgauisaliv» erliärie Heir Schreiber, eine Stellung» üaame ici noch nichi eiiolgt. Aver auch der Kleinhandel sei gegen jede Zwangswi tichaft. Hierzu teilt der Magistrat mit: Entladen wurden vom August!S18 bis Februar lSIL lööSJ Waggon Gemüie gleich 155 470 000 Kilo, Hiervon sind nach dem Frachlbriesgcwicht eingelagert worden 21 748 094 Kilo. Unter Berücksichtigung des sehr niedrig angenommenen Reise- schwiindS sind höchstens als unverweiibar 20 Pioz. der Menge ge- blieben. Hierzu kommt, daß Wcihkohl und Mohrrüben zum Teil einen Rerseichwund von 35 Proz. und mehr aufwieien. Der reine Lagerschwund belauft sich au? etwa 20 Proz. Be- ionders ungünstig aber war, dost die Ware monatelang lagern mutzte, weil der Handel einlach nicht in der Lage war, Weihkohl und Mohrrübe» bei den enormen Eingängen abzusetzen, Auch die arohe Nässe setzte die Lagerkähigkeit bedeuleud herab, Hiernach blieb nur übrig, von der noch umiatzbaren Ware zu retten, was bis zum etstmöglichen Zeilpnnlte zu hallen war. Wenn man den Lagerschwund gegen die gesamte umgesetzte Gemüicmenge von 155 Millionen Kilogramm abwägt, dann ergibt sich unter Abzug der 20 Proz. Nei'eichwund bei einem Lagerichwund von 5 Millionen K'lo ein 3'/z prozeniiger reiner Lageischwund, und das ist eine Menge, die gegenüber der gesamten umgesetzien Menge nicht ins Gewicht fällt. Zur �crnsprechnot. Kürzlich wurde der Presie eine Notiz übermittelt, wonach daS Gouvernement die Oberpostdirekiion dringend ersucht hat. die Mist« stände im Telrphoiwerlebr abzustellen, durch energisches Vorgeben gegen die Angestelllkn. denen mangelndes Pfltchlbcwubtsein und Arbeitsunlust voi geworfen wurde. Gegen d>eie amtliche Mitteilung sind unS eine Anzahl Zu- ichrifien zugegangen, aus denen wir ein'gcS erwähnen wollen. So ichreibt eine Äng, stellte: .Die geiamie Beomtinnevschaft empfindet diese so ungerechte Beschuldigung als einen Schlag ins Gesicht, Wir hoben bewiesen, dasz wir Arbeitswillen und Pfl'chlbewutzlieln in hobem Mahe besitzen. Die Beanitmncn haben zwei bis drei und vier Stunden weite Fuszwege nicht gescheut, um während der Sparialuswochen, oft unter Lebensgefahr, pünktlich im Dienst zu sein. Wir mutzten in dieser Zeit nacht? 11 und 12 Uhr. morgens 5 Ubr aus der Straste sein,»»an wurde vom umher» treibenden Gesindel belästigt U"d bedroht; angesichts der ichweren Zeit nahmen wir das alle« hin. Wir machten beide Feiertage Dienst. Wir lennen kaum noch einen iieien Sonntag. Wir sitzen oit mir aiifgepeilichten Nerven vor linieren überlasteten Plätzen recht? und links ungeübte ArbeiiSkrä'ie fei» Plodnkt der fiüdere» Spariamkciti, für die B'amlinnen mitarbeiten müssen. Der Nacht- dienst wird jctzr nur einfach, früher l'/zfach, beweitet, dadurch Hai sich da? Marz linkerer Dienstiiiideri weiter erböbt. Man mns; sich nur wundern, wie es die fast durchweg nntcrernährie und zum arosze» Teil luiiflenkranke Bronilen'chasl sanch ein Produkt der früheren Sparsamkeit) fertig bringt, da-Z zu leisten, w.r? sie leistet. Massenkundißung von Kleiulandwirten. In der Nähe des Bahnhofs Teltow sind jetzt einige künfzig Parzelleupächter von der Landge'ell'chafl gekündigt worden, weil der ElienbahnfiSkuS dort NotstandSöaulen zur Erweiterung der Anhalter Bahn aus üdren will. Das; die'e Envestening notwendig ist, wird niemand bestieilen und ebenso wenig wird jemand etwaS dagegen haben können, dasz für Arbeilsgelegenbeit geiorgi wird. Ader alle diese Parzellen sind natürlich längst bestellt, manche sogar mit Haier, und jetzt soll die ganze Saat und Arbeit verloren sein, aber naiütlich auch die Ernte. Der Voilscrnährung droht also eine gar nicht unwc'entliche Schädigung. Es find iogar Par« zellen gelündrgt worden, die einige hundert Meier vom B idndaniin cii'.serni liegen. D>e Eide wird zur Aiiischütlung des Babndamm'S gebraucht. Der Boden Hestedt aber dorr auS einer böchsteus eine» valven Meter tiefen Sandickich«, und dam, kommt fener Lebm, der taurn auSaeschachtet werden kann. An die Prrzellenbesitzer werden natürlich sehr bedeutende EntichädigungSbelräge gezahlt werde» müssen. Eine öffentlrche Ausllärung erscheint sehr erwünscht. Die Gewährung v»n UebcrtcucrungSzuschüssen aus öffentlichen Mitteln soll, nach einem neuen Erlast deS Staatskommissars für das Wohnungswesen Scheidt, nur solchen Klein- und Mittel- Wohnhäusern zukommen, die nach jeder Bez'cbunq als einwandfrei bezeichnet werden können. Da? schliestl die Förderung der Er« richiung von vielaeichoistgen Reihenbäusen sowie von Seitenflügeln und Hintergebäuden aus. Ueberall, wo es die Verhältnisse zulaffen, soll der Flachbau in der Form des Kleinhaukes sür ein oder zwei Familien mit Garten gesörvert werde»; erstrebenswerter Typ: Haus mit Erdgeichost und einem Obergeschost. Auch da, wo unter einem Dach mehrere Familien untergebiacht werden sollen, wird es bei mästigen Bodenprei'en«'cht nötig iein, zu einer höheren Bauweise überzugebeu. Für jede Wohnung soll Gartenaelande, möglichst Nicht unter 200 Oliadratmeier. gewährt werden. Wo es sich um die Be- bauung von Gelände handelt, das iür Flachbau nicht gee'gnei ist, Ivo z. B, an einer völlig bebauten Slraste die Höhe des Neubaues dem Nachbarbau anqepastl werden miist ioll keinesfalls die nach der Bauordnuna zuläisige Ausnutzung obne weiteres mastgebend sein. sondern eS sollen aub hier die einzelne» Wohnungen i» bezug auf Grundrist, AnSstaliung, Wobnungsbyziene. Luft und Licht allen erfüll bare» Anipiüchen gerecht werden. Bei N'chiachtung dieser Grundiätze enlstehl Gefahr, dast die Baukosienzuschüsfe abgelehnt werden._ Die Versammwng der U. S. P.« und K. P.-Nate hörte nach Fortgang der Vertreter der S. P. D. und D, P. einen Vollzugsraibericht Maltzcchns, der behauptete, die Mastregelung des Drehers W. sei nicht wegen politischer Gesinnung, sondern wegen einer ehrenrührigen politischen Hanndlung(I!) erfolgt. Tie Schfliestug der Betriebe sei eine Matzrogelnng der revolutionären Spandauer Arbeiter! Der Vollzugsrat werge be- 'spitzelt und seine Telephongespräche von der Zentrale des� Eden- hoiels abgehorcht. Di« militärische Macht liege völlig in den Händen der Reaktion. Lange„diente" aus seine Weis« der Einigung der Arbeiter, indem er das Streben noch ihr auf schlot» ternde Angst der Regierung und der S. P. D. vor den revolutio- nären Arbeitern zurückführte. Marx verlangte die Solidarität der Arbeiter für die Angestellten bezüglich der Bezahlung d«r Sireiktage. Hierauf wurden Entschließungen angenomnien. di« gegen die Cpandaucr Entlassungen und die Auflösung der Span- dauer Arbeiterrate Prolestieren und ihre Nückgängigmwchuna for- dorn. Zu den Friedensbedingungen der Entente führte Richard Müller aus, dast man über die Bedingungen erst dann detat- tiercn könne, trenn man sie ganz kenne. Fest stehe, dost eine grau- sam-bruta!e imperialistische Eewoltpolitik von den kapitalistischen Ententemächten getrieben loeide, wodurch man das � deutsche Proletariat vernichtend zu treffen suche. �Ti« Bedingungen seien übcrhart und ungerecht. Auf Antrag der Anbeilslosen wurde eine Entfchliestung angenommen, ihre Forderungen durch die werk- tötig« Arbeiterschaft zu unterstützen. Verbraucherkammern. Die für beute angesetzte Tagung des Gesamtvorstandes vom KriegSauS schust für Kon s» menteninleressen wurde gestein eingeleitet durch eine Sitzuna, in der die Frage der Ver« braücherkammern eröriert wurde. Es wird daran oedacht, auch nach dem Kriege die Ausschüsse als Verbrauchervertretung weiterbestehen zu lassen und sie in Verbrauwerkimmern umzuge« stalten, wie das in verschiedenen Orten bereits geicheben ist. E>ne Verwicklung bar sich allerdings daraus ergeben, dast die Konsum- g e n o s i e st i ch a f t e n d-m Krieasausstblist zuvorgekommen und ielbständig mit der Schaffung von Verbraucheikammern auf ge« nossenichafrlicher Grundlage vorgenangen sind. In der gestrigen Sitzung entwickelte Herr Schloefier, Mitglied der wisienstbast« Subt. Erzählung von Panl Haupt. fSchluß) Sie waren am Bahnhof. Sie löste ihre Fobrkarte. Schweren Herzens, Tränen in den Anrien, rissen ste sich von- einander los, als der Zuq abfuhr. Bis der.letzte rote Schim- n?er der Schlnstlichter von der Täinnktzrung venchlunqen. harrte der Kleine auf dem Bahnsteig aus, unaufhaltsam rollten seine Tränen, schließlich stapfte er langsam, traurig nach.Hause. Sie aber zog kurz vor Berlin den Svieg"! aus ibrer.Handtasche und betupfte die Spuren der Zähren mit Bnder, zog ihre Boa kokett auffällig den.Hals.hinauf, als sie ausstieg. In ihrem Zimmer aber angelangt, warf sie die Kleider von sich, stieg fröstelnd in das Bett und wachte a,'a!vosse. tränenebfüllte Stunden, bis ste die Müdigkeit übermannte. Am nächsten Abend aber mußte sie hinaus,(üeld ver- dienen. Ihre Wirtin hatte sie gesteigert, wie Bubis Pflege- eltern. Wenn sie nur einen schwerreichen Kriegsgewinnler bekäme, der sie nnt Sekt und schwüler Cafämusik berauschte, bis sie vergaß und wiede? lachte! Und sie veraaß und lachte in den Nächten, verschlie ihre Tro? ngkest in bleischwerem TaaeSfckifaf. In der Stunde des alten schlafmühmen Prosessors, der ZGrifpsisch gab, war die Klaffe, in der Bubi saß, noch un- aufmerksamer als saust gewesen. Alst der Bank, wo der Plast d�s Bürgermeistersobns war, batte man unaufbörlich getuschelt?ind aelacht. Als die Pause gekommen, trat er auch an B"b!s Bank mit dem.Bild, das sein? Nachbarn be- lustiat. Nuterrot wan-dten sich einia? Schüler, andere vristMen verlegen nnd blinzelten heimlich auf die Karte. Ibr Besser, der sich fern von Bubi hielt, weil es ihm zu .ffwist? he�bkay. und ihn instinktiv hoffte weaen seines anti- gen»rfi srnfßsgen B�r-mens, er seshst heland sich schon im »M'üon sp pXn'tf'op Klaffe, schaff ihm die Karte bin. sab em nasts-s Weib in einer Stellung, die ibm die in una'-oan trsoh seine Kindessees? sohlte die lffameinhest de? Nstdes er wollte hinans ans der Bank. Da t�ststen zwei lüsterne Augen in die seinen, zischelte sein steind: -r. Tir nur genau an, Du. so verdient Deine Mutter inr r"nio.* �rn a�ffer Aufschrei,»wei Knabenfänste hämmern auf � ios KinderzZbne rastuen nach einem Jungen- Haie, sch�sen stla moftschffler auf-- �nnn H(>r h??u . n' i /ich von wyönnprföistten znrilckgeristen siebt Ptn hlrfer,«?. N.nn Nor sich aine Hand die eine Karte hält. starte 9��__. ;'/ f iTT1'�t sie dem Bfiraermeisterssohn aus der Hand, e?ne krokstge Obisterae wrrst ibn an die Wand.„Du Sckiwein. hinaus! In den Armen des Lehrers weint Bubi sich aus. „Ist es wahr, Herr Lehrer--?" Worte, deren jedes ein Dolchstich ist, entringen sich seinen Lippen, trostlos, hilfeheischend forschen seihte Kinderaugen unbelügbar scharf in denen des Lehrers. „Bubi, es ist nicht wahr, der Kerl lügt, so verdient Deine Mutter ihr Geld nicht--* Aber verlegen weichen seine Augen denen des Kindes aus. Er muß ihn nach Hanse bringen. Den ganzen Nach- mittag sitzt.Herr Bester an Bubis Bett und tätschelt ihn un- bebolfen väterlich. Wortlos, er versteht den Jammer des Jungen und ahnt, daß Worte nur mißtönender Schall für ihn wären.— ! Bubis Mutter kann mit sich zufrieden sein,, wie sie sich, 1 zum Ausgehen fertig, im Spiegel besieht. Ihr Kostüm bringt die schlanke, volle �igur herausfordernd, keck zur, Geltung, ihre Fingernägel blitzen, zwischen schwarzen Kohle- strichen leuchten ibre Äugest heiß, reizend und begehrlich.! ! Sie zuvft die kupfernen Locken kokett unter dem Hut her- vor. Beim Hinausgehen reicht ihr die Wirtin einen Brief, geschrieben mit steifen Knabenschriftzügen. Ach, von Bubi! Sie freut sich, von ibm eine Nachricht zu bekommen. Schade ' nur. daß sie sie nicht sofort lesen kann! Doch es ist scbon i spät, er wird schon warten, der Kavalier von gestern. Sie schiebt den Brief in ibre Tasche, eilt hinaus.— Generalstalast! Alles, was ein lustversenchtes. stürm- reifes Geschlecht an sinnlosem Luxus und zügellosem Ans-! rasen leisten kann, scheint sich hier vereinigt zu haben. Not verhängte Azetnlenlampen surren, verschleiern d'e ge- schminkten Gesichter der Halbweltdamen, die brutalitätszer- frestenen, anfgedunsenen der Herren. Auf dem Parkett schieben die Paare, torkelnd von dem in die Magen ge- pumpten Sekt. Blumen, zu Preisen, die einen halben Ar-' beiterwochenlabn ausmachen, welken an Bilsen nnd Gür- i tcln, Schokolade, Austern, feinste Kuchen werden im Rausch! � verschlungen. Gleich, was es kostet. „Laß man— Mädel, immer weg mit dem Lappen, eh — Eberts— Vermögensabgabe kommt," lallt ein junger Lebemann.,: Zur Tür hinaus taumelt ein Paar. Bubis Mutter und ein behäbiger Kerl mit verschmitzten Gesichtszügen, dem man , den Winkelkgi'fmann gnsiebt. Sie kommen nicht weit A» der Ecke umschlingen sie die Litfgßsänle und erbrechen sich. Lachend schwanken sie weiter zum nächsten Hotel Bubi." sie lehnt sich gegen den Tisch, kramt in ihrer! Handtasche herum,„hier habe— Zch noch— einen— nen Brief von meinem— anderen Bnbi. den— richtigen—", Ihre trunkenen Finger zerreißen den Umschlag, mit Miibe' setzt ste sich zu ihm. der betrunken und satt auf dem Sofa liegt nieder. „Einen nen an— deren— Bubi." spricht st? schwerfällig, Ihre weinstarren Augen uberfliegen das knabenhaft ungelenke Gekritzel obne Bewußtsein, langsam erst zerreist der Sinn der Worte den Dunst, der um ihr Gebirn nebelt, i Sie liest: 1 „Liebstes Muttchen! Du mußt nicht böse sein, aber ich bin furchtbar traurig, ich muß sterben. Der Karl vom Biir- germeister bat was gesagt, wgs Gemeines. Und das darfst Du nicht sein. Und weil Du es für mich tust, darum muß ich sterben. Ich gehe beute nacht, wenn Belters schlafen. Und Du mußt mir nicht böse sein, und auch nicht weinen. Ich kann ja nicht anders. Ach Mutti, die letzten Grüße nnd Küsse Dein Brb'," Langsam bohren sich die Worte in ihr Gehirn ein. Ihre Augen weiten sich entsetzt. Sie beginnt am ganzen Körper zu zittern. Schweiß bricht ihr ar.s den Poren. Sie schlägt die Hände bor das Gesicht und beult auf. „Nanu— was ist denn Dir?" Eine kraftlose Hand greift nach ihr. Aergerlich richtet sich der Mann auf. „Dummes Ding" knurrt er, greift zum Kelchglas, füllt es, reicht es ihr.„Da trink!" Matt wehrt sie ab, läßt sich aber dann willenlos den Sekt einflößen. Glas um Glas, bis sie das Bewußtsein ver- liert. Alles drebt sich um sie. stier lachend schlingt sie die Arme um seinen Hals, läßt sich von ihm zu Bett schleppen. Er ziebt die Decke über beide. Zwei Meeschen schlafen. Am Boden, neben einer um- gestürzten SeUÜasche, ans einem koketten, stork duftenden Svitzenböechen lieot ein Stück Novier bedeckt mit unge- lenken, trä�efper-wischten Knobenschriftzügen. Im Ebaickseegroben fand der Gendarm einen einge- schstckenen Knaben in Vollöl durchnäßtem, schmntziaem Anzi-g. An den Handaelenken tri'g er Ritze van Glasscherben, Er wallte al'ssprinoen und davonlaufen, als er ibn weckte, da er ibn aber festhielt nnd fraote,„wo w'ffst Dir denn bin," antwortete er verffört.„nach Berlin, zu Mutti, sie muß mit mir, uns tatmachen." Nur mübselig, mit viel Gedi'ld war ans dem scheuen. verzweifelten Kinde berauszubekammen. wer er sei, und waber er komme. Bubi, er war ein Knabe, macht-' keine weiteren Fluchtverst'che. ließ sich willenlos in das Waisen- haus brinaen, wabin man ibn aab, da seine Mutter ver- mögenslas krank in der Nolizeiahte'li'no der Eba-ns/ lag. Still schüchtern gleichgiist'g, ließ sich Bubi emieben, nur an manchem Abend, wenn die Hausmutter durch den schlaf- saal ging, schlief er noch nicht, legte vertraulich die Arme um ibren Hals und fragte: „Nicht wabr, meine gi'te Mutti ist nicht schwer krauf? Bnbi wird so etwas nie wieder tun, damit sein Muttchen sich nicht w'eder kraus höpmt." „Bist ein anter Bub i-ud wenn Du bubsch artig bleibst und sch'äfff besucht ste Dich bald." Sie sab ibm gewaltsam ebrlich in die analschon �"gen, bis er sich bernbigt in die Kiffen ki'schelt? einsch/ies. Dmn ging sie weiter, und das zuruckaebastene Blut ßch�ß ihr in die Wanaen ob ibrer Lüge und bong fraate sie sich: „Bubi, mein kleiner Bubi, was sollst Du noch alles er- fahren, ertragen-- IWen Kommission be? KrieflSininssler'umS, dio von ibm au?� grarl euele» N>chlliliien siir die ichaffe»k>e» Beibrauckelkammi�n. Im(Äe�cnUiy M den flunfimincnoffenidiafteii toünfdit« iören Wufoiiu auf öet breiteten Gruiiviaqe einer allgemeinen Be, draucketverttetung, ander auch DtRantfotionen der Sltbetiet, SÄnfleiicnten, Beamten, Mietet, Hauöftauen u'w. heran- aezogeu werden sollen. Selbstverständlich mitbte den Verbrauchet« sainmern die fl e 1 e tz l i» e A n e t k e n n II n a gewährt werden. damit sie als legitimierte Iiiteresfenvertretimgen der Vxrfrancher -relteir. eben'o wie die Irxeressenverireiunaen der Landwirtschaft, de» Handels und de» Haiidwetl». Die Ve'prechnng ergab allae- ineine UebStetnslimmting niit dem Referenten dahin, dah für die BetbrauchSsammern die breitere Grrindlaoe nörig ist Die sftaoe, ob etwa da» Rätesystem eine besondere Organi'ation der Kon» sumenien übet flüssig in.ichen limnte. wurde verneint,©ehofft wird, dah e» awiiche» dem tlriegsausschusz sür 5lonstimenten>nieiefle» un.d dem Zeniralverbatid deutscher KoiisuNivereine au einer veiständi« gung kommen wild. Vertretet des Zeirtralverbande» waren eingeladen wotden, nahnten aber an der Sitzung nicht teil. «von den sozialdemokratischen Gemeindebeamte«. Die Vertrauensleute der soataldemokrattlchen Beamten, Angestellten und HtlflZiräite der Gemeindebehörden Grok-BerlinS tagten am Mittwoch im Berliner Rathaus. Es wurden Satzungen auSge- arbeitet und beschlosien,«tue Werbeichrtst drucken a» lasten. In den einaelnen Bororten sollen We-besammlungen abgebalten werden. In Beilin ivird eine solche in der nächsten Woche statlfinden. Eine längere Aus pinche über Beamte»- und AngettelllenanSschllste führte gu dem Ergebnis, eine Kommisston au wählen, die Botsckläge aur ' Wohloidnuiig und z»m Ziisaitintenschitih dieser Ausschüsse auSarbeilen soll. Kollegen, die gew lli sind, dei Bereinigung bciaulrelen, werden gebelen, sich bei dem Kassierer Schlüter. Stadlhauptlasse, zu melden. Sonstige Anfragen an B. Mücke, Rylestr. 2. Gcxen Fremdherrschaft— sür«vSlkerdrrsShnung! Auf Beranlostung der ArbeilSgemeinichafl für ftaalSbürgerliche und wirlschattliche Bildung Sonntag, den 18 Mai, vorm. 11 Uhr in den größten Berliner Sälen groste Bolkskundgebung. Namhafte Redner aller Parteien und Richtungen werde« a» den FriedenSbedingungen Stellung nehmen. Näher« Angaben übet Redner und Säle erfolgt durch Inserate und Plakate. Alle Parteien und Verbände werden eiligst ersucht, st« mit der Arbeitsgemeinschaft für staatsbürgerliche und wirtschaftliche Bildung, Berlin, Kroneustr. S/S, in Berbindung zu setzeit. Die Hohenzollernpalaste als Wohlfahrts-Institute. Di« Preußisch« LamdcSvcrsammIung hat am 12. April be- schlössen, die Hohenzollernpalaste für WohisahrtSeinrichtungen zur Bersügung stellen. ES wäre wünschenswert, daß endlich h y g i e- nische Museen eitigerichtet würden, für di«. in den frei gewordenen Schlössern genügend Raum vorhanden wäre. WünschenS- wert wäre eS, wenn damit Hörsäle verbunden würden, in denen regelmäßige Aüsklärungsvorträge über hygienische Fragen statt- fänden und in demselben Gebäude Volkshochschulen, in denen auch Vorträge über Hygiene bzw. Berufshygiene gehalten werden. Auf diese Weis« würde einerseits den PolkShochschullehrern die Möglichkeit gegeben, ihre Vorträge durch reichliches und gutes An- fchauungsmaterial zu unlerftützen, und andererseits würde das An» schauungSmaterial zweckentsprechend ausgiebiger Benutzung Aug«- führt. ES würde auf diese Weis« nicht nur der breiten Oeffcnttich- keit zugänglich sein, sondern in den Kursen in kleineren Kreisen genauerer sachmänniscber Aufklärung dienen. In regelmäßigen Zeitab ständen könnte das Militär gruppenweise in dies« Räum« zu hygienischen Kursen geführt werden. Nwsere Berliner Museen dienen im allgemeinen nur Wissen- schasllern und Künstlern zur Vertiefung ihres Studium». Die breit« Masse des Volkes hat keinen direkten Nutzen durch diese Museen, obwohl alle diese Kunstbauten mit ihren Sammlungen Millionenwerte darstellen. Im Hinblick darauf ist es unbegreiflich, daß man für hygienische VpllsaufNärung und di« dafür nötigen Hygiene-Museen bisher keine Gelder aufgebracht hat. Mußte wirk- lich erst unser Boik gesundheitlich zusammenbrechen, um di« so wich- tigen Forderungen der hygienischen Aufklärung zu Gehör und zur Verwirklichung zu bringen? WaS Helsen alle politischen Kampfe, wa» Hilst die Schaffung von Arbeitsmöglichkeit und Brot, wenn nicht alles getan wird, um die BolkSgesu-ndheit von dem augenblicklichen bedauernswerten Tief- stand zu erheben? Deshalb sorge man auch für hygienische Museen und sür hygienisch« Aufklärung; es find genug Räume da. Man gedenle dieser Forderungen, weim man über die Räumlichkeiten der Schlösser bestimmt I_ R. Flügge, Lehrer. „HungerkSstne im Grunouiald." Geegn die beantragte Anwendung eines LohntarifeS zwischen der Siadigcmeinde Berlin und den Transporiarbeiiervcrbänden habe ich mich ablehnend ausgesprochen, weil Z 1 die forstwirlschaft- lichen Arbeiter ausdrücklich ausschließt. Es ist nicht richtig, wenn die Obleute von l2 M. Lohn für Verheiratete und 10 M. ür Unverheiratete lprcchen, denn die Tagelöhne betrag« tatsächlich nSgesaint 13 M. für Verheiratete und 1l M. für Unverheiratete bei nur 7 ständiger Arbeitszeit. Alle Arbeiter haben Gelegenheit, zu lLS M. ein ausreichendes Mittagsmahl»itt wöchentlich drei- biS viermaliger Fleifchzulage an der Arbeitsstelle einzunehmen. ES ist ferner nicht von der Verbandsverwaltung behauptet worden, daß die Arbeiter 40 Proz. weniger Arbest liefern als sie leisten könnten, sondern es ist von den Arbeiiervertretern anläßlich von Erörterungen, die zur Bezahlung von Sireiktagen und Gewährung einer Fahrgekdzulags geführl haben/ der Berwal- tung zugesichert worden, daß aus eine nach Ansicht der Obleute sehr gut mögliche 40prozent!ge Steigerung der Arbeitsleistung hinge- wirkt werden würde. Schließlich ist au« woltl der Ausdruck der Obleute, mnn mute ihnen zu, andere Arbeiter zu denunzieren, nicht am Platze, denn es bandelt sich in dem vorliegenden Falle um die Anzeige eine? gewöhnlichen Diebstahls von Holz. Die Vorarbeiter haben die Verwaltung in der Aufrechierhalluug der Ordnung zu unterstützen und sind in erster Linie berufen, darüber zu wachen, daß das lomnrunale, der gesamten Groß-Bcrliner Ein- wohnersckaft gehörende Eigentum so sorgfältig verwaltet wird, wie eS auch eine einzelne ehrenwerte Privawerson mit der Verwaltung eines ihr anvertrauten Wertes halten würde. Auch der Schlußsatz des Ariilels würde falsche Auffassungen entstehen lassen, wenn ich nicht hierzu erläuternd bemerken würde, daß im Grunewald ein Arbeiterrat alsbald nach den ersten Revolutionstagen im No- ventber 1918 entstanden ist, der allerdings infolge der großen Slr- beitervermehrung durch Annahme der Notstandsarbeiten nunmehr auf eine breitere Grundlage gestellt wird. Das auf Grund der zivingetiden geschlichen Vorschriften durch Beachtung der Fristen sich nicht gerade besonders schnell abwickelnde Wahlverfahren hat. allerdings noch nicht zur Bildung eines neuen RaieS geführt. Der Perbandöverwaltung liegt eö fern, Uneinigkeit und Gehässigkeit in die Arbeiterschaft zu trogen. Allerdings besteht die Absicht, eine MinderzaKI von süngcren Elementen, die an den die Allgemeinheit ollmählich empfindlich schädigenden tzolzdiebstählen beteiligt sind, demnächst zu entfernen, da sie nach Beschwerden van anderen Not- ftandsarbeilern der besonnenen und arbeitswilligen Mehrheit auf jede Weife bie Lust zum Schaffen zu nehmen versucht. Turnabtcilntigen für Mädchen und Franen 1 im Süden Berlins er öffnet die Freie T u r n e r! ck> a f t Berlin diesen D t e n ö t a g Turnhalle Dieffettbachst-aße 61. D»e er st, Mädchen-Abteilung fKinder bis t4 Jahren) turnt Diensiaas und Freitag» von 6— 8 Uta abends. Beitrag monatlich 2b Pi., Eintwretbepeld 4b Pi.— Die l Fiauen-Abteilung turnt an denselben Tagen von 8— 10 Uhr abends. Beitrag für Mitglieder von 14— 17 Fabren niuitatlidt 40 Pf., für Mitglieder übet 17 Jahre 70 Pf. Eiuschreibegeld 4b Pf. Tie Assistenten an der Technischen Hochschule beschioffen in einer Betsammlnng einstimmig, an dem morgen Mentag bevorstehenden Beginn des Sommer-SemeflrrS die wiffenswastliwe und Lehttäng- keii in der bisherigen Weife wetterzu führen, zumal vom Ministerium die Bewilligung der wetentlichsien Forderung in Ans- ficht gestellt wotden ist. Der Vorstand wurde beauftragt, in beireff der abgelehnten Fordetungett einen Ausgleich herbeizuführen. Die Bezahlung ist übrigen» nicht itil mehr als einem halben Jahre dieselbe geblieben, sondern in mehr al» einem halben Jahr- hundert!_ Kinder in die Tchtveiz. Die Naitonalstisning sendet an« eigenen Mitteln etwa taufend nnterentähne Krieget Waffen att» den Industriezentren lür einen techswöwigen Ausenthait nach der Schweiz. Der erste Zog, etwa 400 Ktndcr au« Groß-Berlui, wird Ansang Juni abgehen. Dte Auswahl bei Kinder erfolgt aus Vorschlag der amtlichen Fürsorge- stellen sür KrtegShtittetbltedene. Zur Kohlenversorgung. vom Donnerstag, den Ib. Mai 1919 ab. dürfen zur Entnahme und Abgabe von Kohlen bis auf weitere« nur die folgenden Ab- schnitte verwendet werden: 1. Abschnitt 4—7 der Kochkarte, 2. Ab- schnitt 4—10 der b-Zeniner-Otenkarte. Abschnitt 4—7 der 10 bt» SO-Zentner-Otenkane. 3. Abtchiiiit 1— 10 der Kokskarte. 4. Abschnitt 1—14 der Sonderkarte. Bevorzugt zu beliefern find die bereits früher freigegebenen: 1. Abschniit 4— 6 der Kochkarie, 2 Ab- schnitt 4—6 lO-OO-Zentner-Osenkarte, 3. Ab'chnitt 1—8 der Koks- karte, 4. Abschnitt 1—12 der Sonderkarte. Auf die Abschnitte 1—3 der Kochkarte und der sämtlichen O'enkarten dütfen demnach vom lb. Mai 1919 ab Kohlen nicht mehr abgegeben werden. vom Sonntag, den II Mai ab hat der Betrieb der ZenttalheizungSanlagen bis auf weiteres zu unterbleiben. An die Berliner Lehrerinnen und Lehrer sowie sonstige al» Jttgendleiter geeignete Damen und Herren, welche gewillt find, an der Förderung de» Berliner Kinderturnen» mitzuarbeiten, ergeht die Bitte, sich an den Vorsitzenden der Freien Turnerschast Berltn, Fritz Stühm, Neulölln, Pannterstr. 13, zu wenden._ Notschrei des Familienvater«. Stoffe für Kinderbekleidung? Nneischwmgü» l AuS Heeresbeständen? verschoben I Kindel- schuhe? Seil August 1918 und länger wartet man auf die Be- lteserung der Bezugschein». In den Stadtgegenden der Besitzenden sieht man noch Kinder mit Leden'chuben. in den anbeten fast niit noch Holzsohlen und Papierstoff. Ist eS«»ahr, daß in Proviantämtern noch Kakao und Ret» lagern, während man lür die Kinder nicht? hat? Durch die tzolzschuh« kriegen di« Ktndcr Plattfüße Ter Kamerabenvere!» der L. Polizeihmiptmannschaft legt ent- schieden P oiest ein gegen die Bestiebungen, eine militansierie Polizeiiruppe zu bilden und die Schuymaniischast zu einer Wohl- fahrispolizei herabzudrücken. Der Verein steht hierin eine Herab- Würdigung feines Beruie» und«ine Mißachtung de« einstimmigen Beschluffe», geschlossen hinter di« Regierung zu treten. Er forden rerner die Entfernung de« Reg.-Rat» Doye von seinem Posten»nd Ersetzung durch eine» Man», der der neuen demokratiichnt Z-ii entspricht. Freie Hochschulgemeinde für Proletarier. Erste allgemeine ver- anstaliung beule Sonntag, vormittag» II Uhr. in der«uta Koch- ftrafee 18. Alle Hörer mit ihren Angehörigen und Freunden find dazu eingeladen. Tie teuren Eier. Die PreiSprülungSstelle Groß-Berlin weist darauf hm. daß Eiethändlcrn ein Aufschlag von höchsten» 100 Vroz. aus den GesteblingSprei» zugebilligt werden kann, und daß fich jeder Händler durch Rechnungen oder'onstige Belege über die Herkunft der Eier ausweisen muß. Im übrigen haben nmfaffende Er- mitllungen bestätigt, daß die gegenwärtigen sehr hoben Preise für Eier keineswegs etwa auf übermäßige Preisforderungen der Händler, sondern aus solche der Produzenten zurückzujühren sind. Ein schrecklicher NnglückSfatl. Sonnabend spät nachmittags hatte da« schwere GeschättSauto deS.Vorwärts- daS Unglück, in der Gegend deS Kieu-berge« einen Ibjähngen jungen Meirichen tot- zusabren. Er balle fich an einen voransfahrenden Platten wagen angehängt, wurde vom Kutscher mil Schcltworicn wcggewresen. sprang zurück und geriet unier daS schwere Auto. Wir sprechen den Angehötigen unser Mitgefühl au«. Tie zpygiene und Vrzieliung im Spielalter de? Kinde» de- bandellc ein vom Batcrlandiiche» Frauenoereiri oeranilaltctci Voriiog«. zyllu«. Die Vo träge find je 40 Pf. durch die Aelchäjtsstelle, W b7, groben- sNaße 1, zu beziehen. Im Rpollo-Tbeater splett auch während Ser Tvauerwoibe allabenb- I!ch n»!, llirr Ferbinanb Von» in ilasstichen Meilteiszenen wcilcruin ein leriöieS Öarieti- Programm, Sonntag» 3'/, und 7'i« Uhr. NachmUtugs Hai jeder Erwachsene ein iiinb frei. 9trbiffferräte der KriegSorganisatlonen! D i e n« t a g vonnlttag« 9 11hr: verjammlung im Herrenhauje, Saal 20. Vollzählige« Erscheinen notwendig. Der Park deS Schlosses Belledne ist, tri« da» Finanzministerium mitteilt, feit 9. Mai von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr m dem- selben Umfang« wie früher dem Publikum geöffn-et. Der Eingang befindet sich an der Spreestraße. Mariendors-Slibende. Ter Gemelndesteuerzuschlag ist nicht auf 160, iorrdern auf 260 Proz. festgesetzt worden. Bei der Eiatdetatring wird auf Anfrage vom Gkmetiidevvrsteh.r noch miteeteilt. daß der Betrieb der.Aiiker"-Auto-Gesellschast nunmehr am Ib. Mai eiössiiel werden soll: außerdem iolle» noch weitere Automobilverbindungen lit 8 ii sstiltt stehen. Wach der Eiaiberatung lam ein Antrag Biandt und Bciioslen(U. S. P. D.) zur Beratung: detselbe wünschi die Bus- Hebung der Sleuetvorrechte sür Beamte, Lehrer und Geistliche. Vom Geiioffeu Mewes w>td dieser Amrag dahin ergänzi, daß die Sleuerstei« beil und bie Vorrechte iüriäiniiiche Personen, welche dieselben ausGrund veralteter Gesetze genießen, ausgehoben wird. Nachdem Gäuner für die Deniofroten nnb der bürgerliche Vertreter Hesse sich in zustimmenver Weise für diesen Antrag ausge-prochen haben, wird derselbe mit dem Zui'atz einstimmig angenommen. Bei der Abneihme der Rechnung über verschiedene Straßen- bauten wurde beschloffen, die Anlieger mii der höchsten zuläsfigen Summe von 90 Proz. heranzuziehen. Nunmehr wurde über den «iiirag aus Leistung von Geinemdezu'chtiffen zur Einwohneiwehr in Beratung getreien. Dem Bericht des Gemeinbevoistehers über die Einwohnerwedr ist zu entnebmen, daß dieselbe zur Feit 365 Mi'glieder zäblt. gur Unierhaltung soll die Gemeinde einen Zuschuß von 2.30 M. pro Mann und Kops leisten. Außerdem wäre eine Versicherungssumme von 8280 M. zu zahlen. T'« Ge- noffen Gerlach und Walbheim. sowie K ü t e r(ll. S. P.> wandten st« gegen die Bewilligung von Mitteln, nachdem die Un- adbängigen vom Beitritt ausgeschloffen werden sollen und auch un'ere Genoffen nur als Dekoration geduldet werden. Die Demo« traten Stüdner und Liifchen treten für Bewilligung ein.— Be- fchloflcn wurde, die bisherigen Ausgaben in Höbe von 2000 M. zu zahlen, jede weitere Unterstützung aber abzulehnen. Die Schul- räume in der Dorfstraße sind sojort zu räumen. Ei» Antrag der Unabbängsgen, an die Geiehgebimg beranznfreiett, daß den Rommniien zur Bestreitung ihrer Bedürfnisse die Eihebung von piogresfiver Einlommensteuer genehmigt wird, wurde angenommen. Rudow. Die Gemrindevertretiing beschäftigte sich mit dem Hau?« baltsvotanschlag. In der Geichä'tSordnungSdebatte hierüber kam es zu lebhaften Anseinailderii-yungen, weil tag» zuvor eine von den sozialde'nokratiichen Gemeindevertreiern einberu'eiie Volk»- Versammlung dem gesamten Gemein devor stand das Miß» trauen auSae prochen baue und die Genieindeverircter der S. P D., denen sich die Demokraten anschloffen, dem- -uiolge keinen HaiiSbalivotanichlag mehr ziistimmen wollien. Di« Beratung nahm v er Sitzungen in Anipruv, we'i die bürgerlichen Parteien de» Schöffen keinen, dem Arbeiierial starlen Widerstand entgegensetzten. Bekchloffen wurde, die Bedürfnisse der Kiraien- veiwaltung durch Kirchensteuer» zu decken. Der geiamle Ge» meindevorsiand erklärte schließlich»einen Rück- tritt Darau'bin aeneh-nigte man den Etat. Einlommeifftcuer mit 2f>0 Proz. Zuschlägen statt 100 Plo>.. Giundwertsteuer 'tatt S0�, ßleweibeiiencr Klaffe III und IV 150 Proz. wie im Vorjahr. Klaffe I und II 250 Proz. statt 2( 0 Proz. tzii-dertthö» bansen, ffweck« Gründung eines Mieierbunde» Sonnlag, vormitlag» 10 Uhr, im.Panlgraien': Oeffentliche Mlelerversammlung. Grost-Berlincr Lebensmittel. Berlin. Umtausch von Fleischtarten gegen v e, u q- scheine aus Grieß und Teigwaren vom 12. bis 14. Mai bei den zuständigen Brotloirmiisionen. Ans eine Vollfaflc wöchentlich 250>-, ruf eine Jlindei forte 125 g. Warenbezug wie bisher au� den bekannten, beivnders tcnnltich gcmaa ten Ge'chäilcn. Zum Umtausch bei echtigt sind diejenigen, die iiib auf Grund der Pelannlmachnng vorn 10. Cflaber bei ibier B, otfon, miiiion zur Eintragung in die Line gcmeibe! baben oder nuck« trägiich von der Abteilung lür" Fleiichocriorgung zugelassen worden sind. Wer Anmeldung ohne lein Verschulden lz. B. Infolge Kranlheii oder Ab« welerbgiti versäiiml bat. kann Ilmlausch ebenfalls an genannien Tagen von 8 bis 1 Uhr im Atireaii für Fleilchveiwrguna. Neue Frsiedrichstr. l, Zimm 7, bewirken.— Wieder 125 x amerifanitche Schweinefleisch- Produkte aus 03 der üiinubrzu'ozfarte durch den Fleiichverfäu>-r. Wer noch N!chl eingelraaen ist, lann sich im Bureau für Fieilchoerloigmu., Neue Friidi ichsir. 1, nachiiagen lassen. Amrrg kann auch ichruilich gesici t werden, ffieiichtarte und AuSwer«, au» dem zu erieben ist. daß Aninrg« steller in Per im woiml, mit einzureichen. Wegen Trichinengeiadr die anie- rilanischen Schweinefliiichvrodnile nur gargekocht oder dmchgcbraten genossen I— Kerzenmai ien sür Mona! Mai von morgen Mvnla r ab bei den zuständigen Brottommissioneu.— Vom 12. bis 18. Mai zunächst 3 Pfund K a r t o s s e l n aus 20«r— o. Tchouebeeg. B!S>3. Mai Voranmeldung für 250 Gramm Morgen- tranl<2l), 150 Gramm Grouven l28>, liX) Gramm Weizengrieß>34i iür zlugendiiche Ausgegeben werden nächste Woche 125 Gramm ainerifairiiche Schwelrresteiich Produkte(0 3). 200 störamm Teigwaren(20i und 2 0 Gramm Marmelade<2.'). Bi» 12. Mai in den Oroikoirrntiisiaitsbezirken I und 3 und bis 14. Mai in den Bröl kam, nissianSbezirlen 5, 6 und 8 12', Gramm Kaie. An Kinder bis zum S. LebenSjabr gegen Sonderbczu t«lcheme ein Pfund Näbrmiltel. an Kind-r vom 7. bis 13. LebenSsahr und ive denbe Müllei im 5. biS 7. Moria! je zwei Buchen auSläribüchc kondensierte Milch. Böllmersdorf. Fo»tl>dung des Verlaufs von Frifchstichen, Näiicher- fischen und Fiichloiilerven(X und dl). BiS 14. Mai 150 Gramm W.izen» griei;(18). BiS 12. Mai 250 Gramm Aus lanbS-Weizenmehl, io veil birrlür Voranmeldung vorgenommen, oder iuländiicheS Werzenm dt(O I).— N u- nnSgabe: 250 Grnnim Kuinidonig(22). 200 Gramm Teigware». 100 Gramm iftr fflugendliche(J 34). Pjb Salzheringe in den BrotkommiisionS- bczirken 3, 4 it. 5a, 5b, 6a, 6b, 7 und 8(T). 1 Pjd Haierflocfcn(irr Kinder im 1. LebenSjabre, 2 P(b. Haserfiocken im 2. und l Pid. Kinder gersteimiehl im 3— S. Lebensjahre(13 der Karle» � I, � II. öl. L ll, Ol und (3 ll).— NeueiMragring in bie Kunbenliste für Nährmittel und Brolaul- sliichmitlel nom>2. diS 16. Mai. SU'ukölln. Ausgabe von 1 Pfd. Marmelade. Die Händler zeigen daS Tinhciien eet Ware an. Im Bezirk der b. Liotlommrision bis einjirl, Montag 125 Gramm Käie Slarloffciration auf 3 Pjd. berabgeieht, Er'atz 200 Gramm Ka.tonelwalzmehi. Augerbcm 200 Gramm Nährmittel, Termm wirb noch belannlgegehen. Anmeldung zur neuen Kundenlrne bis emlchl. 18 Mai. In beu stä.liichen Bei tausönellen wieber ausländischer Mi chaoirrg freihändig. 250 Gramm Weizcnmebl ober iuländiicheS Mehl(b' ll). 125 Gramm magere Schwernefteilchprodutte(Q III). Britz. Auf Groß-Berliirer Lebe»Smiuelk nie, Ablchnitt20. ltXl Gramm Grien und>00 Gramm Suppcnlafein, auf Britzer ArrSroeiS, Adichaill 70, 1 Hering»der lli Ufo. tleliie(Piche,«dschnttt 71 und gegen Vorrage der Karte sur szugendiiche 100 Gramm Leder- oder Blutwurst, Adichnitt 72 und Miiciikarie für Kinder und Kranke 2 Pakete Zwieback. AfnchiiUt 73 1 Pjd. Pelulchken bei den Karrofseltleinliänblcr», Abichnitt 71 Sonderzuteilung Tempelhof. lOo Gramm Graupen(19). 200 Gramm Graupen(20), 200 Gramm Graupen(28). BeileUabfchnUlc lönnen vom Dieu-lag br» Donnersiag in den durch ein Ausgängeschild mtt Auldruck:„Zu- gelassen zum Handel mst Rährnriilel»» geleiinzclchirelen Gejchäfien gegen Abstempelung der Empsan iSabichnille avgelicfert werden. Nachträgliche Anmeldungen sind unzulässig. Momag bis Millwoch ff, Psb. Herrngc(29). Pankow. 125 Gramm Würzläle(28i. Tpanbtm. Die 200 Gramm Marinelabe ab Montag(212).— In einer größeren Anzahl von Glschäslen sind noch Teigware»(238) und lür Jugendliche Ib3). Die Felder verliere» Monlag ihre Gültigteit. In der Verkanss'ielle im Rathauie unger.ed.ncr Mohrrübeniamen tziowawes. Vom Monlag bis Donnerstag. RatvauS, Zimmer 7, lür Kinder bi» vollendetem 6. Lebenejaire, werbende und stillende Mütter, Kraute, sowie für Pcrionen über 70 Jahre ite Uisierte Vollmilch(Fl. 1,75.95), Die Ausgabe der Echweincsseiilbprobutte effolgl nicht Montag,(ondertt erst Dienstag und Mittwoch, und zwar zugleich mir dem allgemeinen Fler ch- oerlaus. Fleisch und Schweineflesschprodutle bursen durch die Fleischermeisler und Fleijchveikäufer nur nach der«undenliste abgegeben werben. Groß-Serliner parteknachrichten. öezirksorganisation Groß-0er!in S. p. v. Achtung, Arbciterrätc und kommunale Arbciterräte l Kursus für»irtschaffüche Fortbttbung. Re'erent Jngeuieur Aenr sie Dr. Alfred Striemer. O MontagSvorträge: 1. Geschichte und Grundbegriff der Wirffcha'l.— � L. Geld. Kopiiaß Kredit.— g. Weit und Preis.— 4. Oiganitoiion uns Reniakikität wiifchatilicher Beiriebe.— 6. WirtichafNichcr Welthandel.— 6. Sozialiiiening und Konimnnalrsierung der Beiriebe. Am IT, l9. und 26. Mai, 2, 16. und 23. Juni im Feiisaal des ehemaligen Herrenhauses. Legitimation: Fraliionsiarie und Parteimitgliedsbuch. Lurjusbeginu Montag, 12. Mai, 7 Uhr abends. Für die GInigung. In einer am 9. Mai in der Urania statt» gesundenen Versammlung von Arbeitern� und AngcUelllen der Betriebe Karl Beer mann, I. Hirschborn. Rieb» Sübne, MoSbors u. HochhäuSler, Holoch u. Ihm gelangte nach einem Reseral des Genossen Berger von der Zemralaelle für Emigung der Sozialdcmolralie folgende Rejolulioii mit allen Stimmen gegen eine zur Annahme: Die um 9. Mai in der Urania versammelten Arbeiter und Angestellten der Betriebe Kart Beer manu. I. Huschhorn, Riehn söhne, MoSdori u. HochhäuSler, Holoch u. Jgm begrüßen die Bestrebunge» der Zcnlral stelle nie Einigung der Sozuildemo.'ralie. Sie erwarten von den Genossen aller sozialist(chen Parieren, dag diese mst allen zu Gebote stehenden Mitteln aus das Lustaudekommen eines allgemeinen Parteita es hmarbellen. Berlin, zt. Slbt. Virsammttmg morgen Montag, abends 7ff, Uhr, bei Stessen, Landsberger Allee ISO. Die BezirkSzahIabenbe fallen in oresem Monal an«. Lanlwitz. Sitzung der Vorstandsmitglieder und ilunkstonäre, Montag, den 12. Mai, 8 Uhr, Restaurant Hermann. RechiSauSlunft Mittwoch, ebenda. -iLilmersborf. Mittwoch, nachmittag»«ff,— 6 Uhr, kvstenflerer .Märch-nnach mittag' für schutpssichtige Kaidee. Lilsttersetde. Mittwoch. 7'c, Uor. bei stlericher. Sälestr. 7, Rilglieber. Versammlung. Tag-sordliunz: Vortrag uver sozialssrei uug. Reierent! BerbembSsetrekär Genosse Ho rl> tz Aussprache, stolellungiiabm« zur zirekSgenera,versannlUuttg. Wahl des Deieglerten. verelnsangeiegenycitea. Milaüeüsbuch legitimiert. ttzrunewald. Donnerstag, abends 8 Uhr. in der Aula de! Reut- ayuu.unums, 5tvttigsallee, Ecke �KaSpar�Theib-Stra�e. LefjentUche Per- sammtung:.ElzieWtg und sozkatlsmus*. Referent: Dr. Richard/ Lohmann. Nudow. Montag, abend« 7", Uhr. im Lokal Palm, Mitglieder. vrrsamrnlung. Tagesordnung:«eschästliche«. Wahl der Delegierten zur Kreisgeneralversammlung. Berich ebene» Gäste willlommen. Pankow, Mitglieberocilammlung. Mittwoch 7 Uhr. bei Linbner. Breitestraße 31 Alk-Gttenickc- Falkcnberg. Zahlabeub Mittwochabend, R«tta»ra»t zun, Wasserturm, Schumerslrage. Kieler Anzüge J Knaben-Überjacken au« blauem Cneviot Z blau und farbig mm tartrtg* FMta«i•lotta« CQ p f\ GrAO« 2 �0« DÖ.OO Schlupfanzüge Jackenanzüge gamurUrta Stoffs, 6rö8« 3 von 66.65 a KittelanZÜge au« FanUctastoffan, GröB« 0 voa 46.65 a Schulanzüge in üoppanfonm., SsSSa 4 voa 8.66 a �welfeihige JackenanzÜAe vo-'147.36 a Voesch- Linknöpfanzüge. SsSva\ voa 38.15 a Kieler Waschanzüfge w» 58.56 a Waschbare Spielkittel Gfößa®-2 Gr.ovon 26.85 a Wasch-Kittelanzüge Gr. 0-2. GrMao voa 38.15 a Kieler-Waschblusen| Knaben-Hosen Wasch-Sportblusen I aus Wofl- und Waschetoffan LPH EiEISTZOO Backfisch-Blusen waifi und larblg. aus Seidan-«. 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Kr. 88 2a- 88- 46,- 64,- 46,- 74.- n- HO— _ lo» ioe no Ii*.- HS� iöS�r •itarren Hr. 184 m 198 189 IM Nt 1« IM 144 da- 74— 88,- 96- HO- 126.- 16»,- 40.- 68. Keane rt-L*natea Kr 169 158 nit kotilg*M&lltl*n** Bande« 158 169 16» ,66 Kr. 176 88- 178 % 190— 280.- 260,- 550— "TTw— m�r 180 171 Zlcbharmenlha, Wieoer, 10 Tsal.« Bast. 10« K*8 «a- 80,- 76- 96,- «Vll 86,- 110- 185.- «- Schulz& Gundlach, Berlin, UKaaatraase 18(t, Mio. v. kleiandarplata), Qraatte* MoslklattrumtotM- Lager Uratsotilaadk nUaleo üettbu�er Uamm 8, NeakOUa, Bergatr.lSS. Taimetr. 5». lavalldenatr.«I, am Bisttinai Hanaho. Jfldhel-Bossien 81 Ka*taBlen>AI)es 81. Riesenauswahl in Speisezimmern, Sohlatzlmmem, Herrenzimmer«. Wohnzimmern. Alte I.afl;erbe«tÄndc 1 r.iurBckgesetzt Mustern werd. spottbillig rerk«uft Automobile. Sthlttc faste*«»gebot in perlenen' nah CalfTcaftniancn. 93013«. Beck,«utomobllt, Haderolebcn(Schlcsw.) Sommersprossen Leben lecke. Mitesser, Pickel, unreiner Teint, Röte d Gesichts u d. Hände verschwind., d. 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Wir entnehmen dem Bericht folgendes: AIS die deutschen Truppen Anstalten machten, Wilna zu räumen, war eZ noch völlig unklar, wer fich nach Abzug der Deutschen als Träger der öffentlichen Macht etablieren würde- Das litauische Parlament ließ nicht» von sich hören, anzunehmen war ober, daff es al» Landesregierung energisch austreten und auch die Stadt Wilna in seine Hand nehmen würde; als Macht« Prätendenten traten auch die polnischen Agrarier auf. Da aber eine B-rständigung zwischen den Polen und dem litauischen Kleinbürgertum und Bauerntum völlig auSfichtSlo» war und gegen den Willen dieser erdrückenden Mehrheit der ve- völkerung die Polen nicht» ausrichten konnten, trat der dritte ftakior auf den Plan: da» Proletariat, das fich um den Wilnaer Arbeiterrat gruppierte Aber auch der Rat fühlte fich nicht einfluhreich geuug. um die Macht zu ergreifen. Unter dem Druck der Kommunisten fafzle schließlich der Rat einen Beschlust, fich als einzigen Träger der öffrnilichen Gewalt der Stadt zu erklären, was aber al» Moste De« monstralion au'gefastt wurde, denn die Deutschen hatten die Stadt noch nicht Verlasien und führten Unterhandlungen mit den Polen, um dtesen reaktionärsten Elementen de» Landes die Stadt zu über« geben. Nach Abzug der Deutschen waren formell die polnischen Agrarier Herren der Stadt. Ihre Herrschaft war aber von kurzer Dauer. Sie waren absolut machtlos, irgend etwa» gegen da» Eindringen der bolschewistischen Truppen zn unternehmen und verduftete» am b. Januar beim Einmarsch der Roten Armee. Sofort nach Einzug der bolschewistischen Truppen versammelte sich der Arbeiterrat und fastie eine Resolution gegen die Tode«- siraie und die Erdrosseluiig der bürgerlichen Freiheiten— gegen die beiden.bewährtesten' bollchewistischen RegierungSmethoden. Die bolschewistischen Behörden antworteten darauf mit der Sistierung von zwei bürgerlichen und zwei sozialistischen Zeiwngen, außerdem wurde da» RedaltionSlokal eines linken sozialrevoluiionären BlatieS zerstört. Ein Verircter dieser Parte', der auf einer Sitzung de» Arbeilerrats gegen die Erdrosselung der Arbeilerpreff« Protest er« hob. wurde ins Gefängnis geworfen. Der Arbeiterrat w il r d e a u f g e l ö st. Es wurden Neuwahlen angeordnet, wobei das Wahlrecht nur diejenigen Arbeiter beiatzen, dre fich in die von den Bolichewisten neugeschaffenen Arbeiterorganisationen verschrieben. D>e alten Gewerkichailen, die fich unter dem Einflust deS .Bund' und anderer.konterrevolutionärer' genehmigten Zeichnungen noch einmal 1: SV vorgelegt werden müffen, nur damit e» länger dauert und vielleiivt doch noch etwas zum Aendern ge- sunden werden kann. Unter solchen Umständen find die Sied- lungSgeiellicdaften genau so überflüssig wie die meisten KriegSgesellschasten e« waren. Trotzdem zur Finanzierung der Kleinen für Baugclder und Hypotheken schon eine provinzielle Siedlungsbank beste t. die nicht arbeiten kann, weil sie systematisch daran gehindert wird, will man eine Bau- dank gründe», um ebenfalls den SiedliingSgesellichaften. die man nicht bauen löstt, Geld zu beschaffen. ES ist da« alte Spiel wie im Kriege; wa» tue ich, wenn ich stellungslos bin 1 Ich kaufe mir einen Klubsefiel und gründe eine überflüssige Gesellschaft um ihn berum. Dost der Chef der neuen Baubank sich nickt überarbeitet, dafür sorgt dann eine freudliche Jnieressengruppe sowie einige so- genannte.Förderer' de» KleinHanSbaue», denen e»>n Wirklichkeit ungeheuer unangenehm wäre, wenn ein« gütige Fee plötzlich die biireaukratiichcn Hmderniffe aus dem Wege räumte, vor denen sie mit so rührender Beharilichkeit stehen bleiben. vor unö hinter den Kulijlen. Davor... Am 7. Mar abends wurde im Scköneberger Gemeindeparlamenl ein ausgezeichneter Vortrag geHollen: Das koinniunale Problem Grost-Berlin. Der Regieiungsvorichlag taugt nichts,„ichi IS sondern 2S Kilometer Radius um den Turm des Berliner Rathauses, d. h Machtvergrösteiung ist die Losung. Da- nebe» ein ichönes Programm für die innere Ausgestaltung dieses Kreises. So beriluti, dost jeder, der das alles gehört hat, aus- Soziales. Wie da? KriegSministerimn Sapitalabfindungcn beschleunigt! Ein Abonnent aus Thüringen schreibt uns, dast sein Kophalabfindung« verfahren zum Ankauf« eines kleinen Häu»chens ieir November v. I. schwebt und aus der Schwebe gar nicht herauskommen könne. Da nützen ihm keine Bitten und kein Betteln— es schwebt eben sonst und seltg weiter. Auf ein kürzlich wieder von ihm eingereichtes Bescbwcrdescdreiben antwortet das Kriegsminislerium, VersorgungS- und Justizdepartemcnt, wie folgt:.Berlin, 22. April 1019. Zum Schreiben vom 8. 4. IV..... Das Krrrgsininlsterium ist dauernd bemüht, auf eine vereinfachte und beschleunigte Erledigung der KopitalabfindungSalliräg« hinzuwirken und bedauert eS infolge dessen ganz besonder», dast durch eine Verkeilung aller möglichen Hinderniffe Ihr Antrag eine so unerirculiche Verzögerung erfahren hat. I. A. von Hosmann.' Dieser Brief ist am 22. L d. I«. geschrieben und am 80. 4. d. IS. abend« schon zur Post gegeben worden, wie aus dem Poststempel zu ersehen ist; er hat alio von der Schreibstube des Herrn von Hofmann zu dem am Kriegs- Ministerium ange! rächten Briekkasten— ein Weg von 80 Meter Länge— volle 8 Tage gebraucht. Da» nennt man.beschleunigte Erledigung l' Die Rot der Diätarr und Anwärter. Gegen die Verschleppung ihrer Existenzfragen erhoben in einer zahlreich besuchten Beriamm lung die Diätare und Anwärter folgender K.-M.-Behörden Protest: Gencralstab, Landesansnadme, Intendantur de» Gardekorp«, In- tendantur deS III A. K. Garnisonverwaltung Potsdam, Garnison- Verwaltung Spandau, BekleidungSamt de« Gardekorpt, Militär- Versuchsamt. Heereswerkstattcn Spandau, Militäi-Vauämter, Tech- niiches Institut bei Pleue. Feuei werkslaboraiorium und Pulver- fabrtk. Di« Referenten der Versammlung betonten, dast die D'ätare und Anwärter zehn, fünfzehn, ja häufig dreistig Jahre lang unier den allerlläglicksten Emkomincnbedingungen ihie Pflicht getan hätten, immer>n dem guten Klauben an den ehrlichen Willen der Regierung, fie dafür im vorgeschrittenen Alter in die planmästigen Veamtenilellen einrücken zu laffen. fie sicherzustellen für ihr ganze« Alter und für ihr« Familien.— DaS Gegenteil sei seit dem v. No- vemder 1918 der Fall, man laffe die Stellen offen. Rur durch die A n st e l l u n g gelangle sie in den Genust der mit ihr verbundenen höhereP« Gehalt»« und WohnungSgeldsätze. Habe man doch noch heute die Diätare nach den Gehaltssätzen vom ersten Juli IVOS entlohnt mit einer HöchstteuerungSzulag« von Ivb M Nach 20— 80jähriger Dienstzeit finde man fie mit WO M. wenige ab, als die neun Monate lang beschäftigten Hilfsarbeiter bei' de, K.-H.-BehLrd«n, die zum grasten Teil ihr« Arbeiten unter de. Leitung der Diätar« gemacht haben und noch»errichte« D>« Versammlung stellt« in einer Entschlretzung ein« Reihe Forderung«» aus, die dem Reichsfinanzministerium übermittelt werden soll. Theater üer Woche. Volksbühne: 11., 18., 14., 16., 17., 18..�enthösilsa', 18., 16. .Gas'. 10. E.„Der Umzug'.— Opernhaus: 11. n.„Mignon', 18. n.„Orpheus', 11.„Mignon', 12..Carmen', 13.„Joseph in Aegypten', 14. ,�ohengrin', 15.„Evangelimann', 16.„FreissKitz', 17.„OrpheuS', 18.„Fidelio", 19.„Hof; mann» Erzählungen'.— Schauspielhan»: 11. n. Heimat', 18. n..LudaSg locke', 11., 18., 15., 17., 19.„Coriolan', 12.„Peer Gynt', 14.„Rathom der Weise', 1«.„Wilhelm Dell'. 18.„Maria Stuart'.— Deutsche» Theater: 11., 18. u.„Frühlings Erwachen', 11.„Und da» Licht scheint in der Finsternis', 1L„ 14.. lb„ 16., 19.„Wie«» euch gefällt', 13. „Faust I.*, 17.„Hamlet'.— Kammerspicle: 11., 18. n.„Minna von Barnhelm'. 11„ 18„ KL. 18..Der Kinderfreund', Ii, 14. 16., 17.. 19.„Der Star'.— Lesfing-Theater: 11, Ii, 16. 19, „Die» trae-, Ii.Fioter Hahn', 14., 16. 17.„Peer Gynt'. Ii „Blaufuchs', 18. n. JRüub der Sabinerimicn'.— Tentsche» Künstler-Theater: 11. 18. n.„Mein Nachbar Lmetse'. 11. 12. 16..Liebe', 18., 14. Ii„Der Schöpfer'. 17. Ii, 19...Schlotz am Wannsee'.— Theater in der Königoritzer Strohe: 11. n. �loSmerSbolm', 18. n.„Fünf Frankfurter', 11.. 13., 16. Ii „Stutzen der Gesellschast', Ii. Ii.Ftustk'. Ii Biberpelz'.— Komödienha«»: 11. 18.«.„Die Ehre', 11, 16. 18.„Der Bater', 13. 14. 16.„Erdgeist', 19.„Feldherrnhügel'.— Schiller-Theater: 11.„Alt-Heidelberg', 12. 14.„Wie tS euch gefällt', 13.„Braut von Meffina', 16. 16. ,>sappho', 17, 18.„König Krause'.— Deutsches Opernlym«: IL, 18. n.„Preciosa'. 11.„Traviala', Ii ,Diefland', 18.„Verkaufte Braut', 14.„Herbstftuvm', 16..Lntgel- tnühle", 16.„Carmen', 17..Mignon' 18.„Fidelio", 19...Zi- geunerbaron'.— Urania' 11. 13. 15.„Da« schöne Schlvabenland', Ii �Vierwaldstätter See', 14.„Lebensbilder', Ii.Iiilreise", 17. „Geschichte der Urwelt'. Täglich:»leine« vchanspirlhontz:„Büchse der Pandora". — Berliner Theater: 11. n.„Sterne, die wieder leuchten', Ii n. „Tolle Konitest', 18. 19.„Sterne, die wieder leuchten', sonst: „Der Katzensteg'.— Friedrich-Wilhelm städtische» Theater:„Das Dorf ohne Glocke'.— Refidenz-Theater:.Da? höhere Leben'.— Trianon-Thrater:.Der gute Ruf'.— Palasttheater:.Di« im Schatten leben'.— Rose-Theater: Meine Sklavin'.— Rational- Theater:„Die Grille'. Srwf?asten üer NeSaktion. Jeder flir den Vrtettaftrn bestimmten Anfrage Wae man»Ine» VuSsladen und eine Nummer bei. Briefliche Austunsl wird nicht erteilt. Eilige An- fragen trage man in der Juriftifchen Sprechflunde. LindensN. Z. 3. bot ItnIS i Treppen. 4 MS T. Eonnaben d» 3 bis 5 Uhr nachmitlags vor. EchriltslLck. und Vertrage find«itnlbringen. V. H. 40. TabltortbildungStchiiie S, WafieNhorstr. SL.— K. K. 44. Kunflgcweibemuleum, Dienstag und DoirnerStag von 6—7. 2. Frage» Sie beim Bund der.Kriegsbeschädigten, Lindenar. tl4, an. 4. Ja.— K. B. 70. Hypothekenbank M m. b. H., Tisenacher Str. 2t, Berlw- Schöneberg.— A.Z. lSAS. Nach unserer Annahme nicht.— H. t». 50. KänigltcheS Amtsgericht zu Berlin L. Nach Schluß de» Inulendcn Steuer. jabres.— R. K. 110. Fragen Sie in der Hochlchule für bildende Kiinile Hai denbergslr. 33. an.— F. W. 87. Einen gctetzlichcn Zwang übt das Kr, tiu«minister tum daraus nicht au».— fit. W. 1019. Fragen Sie beim Re-scbureau der Hamburg-Amerika-Linic, Unter den Linden 8, an.— B. B. 1000. Ein solche» Verzeichnis erhalten Sie in jeder besseren Buchhandlung. Danach können Sie sich leibst entscheide».— W. 21..Die Metallbörse', Berlin, Magdeburger Platz 4.— B. Z. 70. Unbekannt — R. M. 75. An die EnUassungSiielle VI, Lichtenberg. Marti itr. Ii— B.'VI. I. Falls der ArbeiterauSschust, bezw. die Mehrzahl der Ar heiter Ihres Betriebes, sowie der Uniernebmrr Ihre Weiterarbeil billigen, kann Lohnzahlung slir den ganzen Tag. 2. Trotz der vereinbarten eintägigen KünbigungSfrtit kommt vierzebnlägtge Kündigungsstift dem Geletz eru- ipr echend zur Anwendung. 3. ES können nur die Bezüge au« der Kranken kasse zur Anrechnung kommen.— Lohusrage 100. 1. d-S 4. Wende Sie sich an die ziiiländtge Gewerkschaft, deren Abmachm aen makgebe, find. Die Gewertschasl lann Ihnen eventi. über die ortsüblichen Löhn des Berus« Austunsl geben, ö. U. E. ja.— E. M. 50. Nach» biSheilge» Beilimmungen bis zum 17. Lcbeussahr. Es ist aber möcu dast biS zum Oktober eine Erweiterung erfolgt.— ÖL ÖL 1412. Da ballen wir für unstalihast und ftrasdar. Für den Fall der Pc, letznng Ist der Eigentümer schadenersatzpflichtig.— T. 0. Sie können Klage erheben und aus Grund de« Urteil« die Bezüge deS Schuldner« pfänden lassen.— W. H. 713. 1. Nur dann, wenn Vereinbarungen. etwa mit der Kewerkschast, vorliegen. 2. Sie können den bisherigen Lohnsah von 3 Marl fordern.— P. 50. Wir halten den, Abzug für berechtigt.— P. R. 57O. 1. Nein. 2. Ihr« Schwester kann tste Eirnichi»» miwehmen. 3. Einen Ersatzanlprnch hat Ihr Bruder nicht.,— B P. 87. Machen St« Mitteilung an ha» ReichSwuchcramt. Mggazinstraste 3/5 Waschstoffe BatlSt breite Streifen a. weiß Onrnd, ,�75 chwarz, marine, bleu, lila. Meter M. XJ MUSS Un bedruckt, in hellen und-j qqq mutieren Farben....... Meter M 1-7 Musselin große Tupfen auf weiß. oflOO Grunde, lio cm breit..Meter M. D\) Seidencrepe « ißer Grund mit farbigen Streifen. /1C00 'Oo cm breit... Meier M."-7 Seidene Damenhandschuhe Porös, farbig, schwarz u. weiß. Paar M. 4� Glatt, nur in weiß...... � 6� Porös, farbig, schwarz u weiß. Paar M. 69 J Glatt, in allen Farben...... 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U.; Sifrtee« der aeselUrtia«. : Musik. treu der Oesenschaft, MoiMüfentiäßs an der Mart>»a!l drücke 3 UIit: Bl« Ehre. •«S Öhr; Brdaeist. Miwaf: der Vater,(t.ttthrlg Hanau, Maria Orska.) Pienetag; Erdreiü. Bertlner Theater SL'hr. Sterne, die wieder leuchten. 7« Uhr; Der Kacreittttf. Montag b» rcltag: Der Kwnatf!._____ Wafiiafla Theater. Z U.: RattvnW�r T. HEmchi. m&mmiaom. Rose-Theater. 3 Uhr: Stfather als der Ted. TV, Uhu Kleine Sklavin. Otitrral-Tlieftter KotnmaiKSafitcnstraBf 57. iNSWMmM». DotteurKc« Opertnhnnn 7 IThr: Lg TlMiÄS. Frie�f.-SÄst Ttseater z Uhr: da« Dretmädenhans. � üas M etific Siecke. Kieities Theater. 3V, Uhr: Liebelei. T»/. Uhr: Liehelei. Komlnolie Oper � MwaWÄriM LnwhuwitxJlibn« Sie spisslc filcga. Setropol-Theater. 8 Ufere Wiener BInt. Sis kzsdjstM. IfeporetienDnn« ta Norden 281 Lfewslnit-Xlioater ulrcktion; Victor Barnowsky TV, Uhr: Dies Irae. Montag: Dies Irae. Oienstag: Der rote Bahn. Mittwoch; Peer 6jnt. ftonncrstsg: Dies inte. logischer Harten. Heute Frofta«: Peer Cynt, Sonnabend: Perr Qynt. Sonntag! Oer Blaufuchs. Momag: Bles irae. Deataehea Künstler- Theater. 7'/, Uhr: Liebe. Montag Liebe. Dienstag: Oer SchOpler. Mittwoch; Der Schdpfer. Donnerstag: Liebe. Freitag: Oer SchSpfer. Sbd.: ScIiIoB am Wannse«. Ztg.: Schloß»in V,'nnn«ec. Monlag; Schloß am Wannsee. Mcf s. Koter Top (fr. Sanssouci Kottb.Strch) Abends T'/s o. Sonntag ndebmittne Z Ufert Sitte Singer 9 enemal Mitei ed. d. Stüttiaer Slitger 7 Uhr 1«: Renen tfenc Schitfhsuerd> MW' Uhr; ff gewählte Blfithgen- Konzert. Mlnn T Uhr, ähr. der Landestrauer!. dieser Woch.eatra VortrSge aul unserem Spielplan. Vorverkauf II— I Uhr. Sonnt nachm. ermäß. Pr. Zoo Msiittart 5r«.> i Utk. Kinder die Haifte. AQUARIUM. Sriuer Krater Railnntenaflcc 7—9. 3/, Uhr v■ i jj WUderhoi an ä des lettt»« Lieder- and DBefted.Abead* Rudolf nnd I.ntv aubenthal Am Ktarler: Qeors Vollerffettn. Tellw. ntees Prdgramm populäre Preise.— Eine beschränkte Ansah! Konen bei. Bote 8 Bock, A. 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Mai. früh N/, Uhr, mein> innigstgeliebt. Mann, unser I ! guter, treusorgender Bater, ' Sohn. Schwiegersohn, Bru- l der, Schwager und Onkel � Otto Lockhoff j im 38. Lebensjahre. j Dies zeigt schmerzerfiillt an » I. Namen dchiinterbliebcnen Anna Lockhoff geb. Wertalla, j Hau» u. Feitz als Kinder. I Neukölln, d. 7. Mai 1919. I Roseqgcrstr. 87. A Die Eiuäscherimg findet Ä Montag, den lS. Mai, nach- & mittags 4 Uhr, im Krema- Ä torinm in der Gerichtstraße H zu Berlin statt. 79Ä !ü Sozialdcm. 6)al)Iverein j Ti'euHöüii- Den Mitgliedern die k traurige Nachricht, daß j unser langjähriges Mit glicd, der Beztrksflihrrr. Otto Lookdoff S 23 Bezirk, Ztoseggerstr. 37 j nach kurzem schweren Kran- kenlager verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet! 9 am Montag, den 12. Mai, nachmittags 4 Uhr, im Kre- 1 iä matorium Gerichtstraße I statt. Wir bitten um rege Be» i2 teiiignng der Genossen. A 237/13 Der Vorstand. ij Verband der citho- israpben, Steindrucfcer t und verwandten Berufe j Aahlflekle Berlin. Unseren Mitgliedern zur i Kennini», daß der Kollege,\ Steindrurter ] Oskar Meyer H am 8. Mai im Alter von 1::•) Jahren an Lung-ntuber- <*. kulosc verstorben ist. s Wirwerdenihmeinehren- si des Andenken bewahren. ,i Die Beerdigung findet! ch ani Montag, den 12. Mai, ,7 nachmittags 2>/, Uhr von 1 der Leichenhalle de« neuen St. Michacltirchhofcs in j j Neukölln.- Mariendorfer! I Weg aus statt. 199, 14 ! Necht rege Beteilig, mg j erwartet Die Berionlfnnlf. M ■■ Als Opfer dieses furcht» ist darcil Krieges, verstarb ■2 nach sechsmonatiger Seid laugenschast in England N anl 19. sscbruar 1919 in- K sol'.e Lungenentzündung .nein inniggeliebter, guter E! Sohn und Bruder, der K Mu skctier j kravZ 8to!?ki im Alier von 23 Jahren. Zm liefen Schmerz die ttauernde Mutter Witwe Anna Stolz». Wolter Stolz»\ Otto Sanske/*'ruo Anna wanslt, Schwägerin. NfutöUn, Knesebeckstr. 116. Dich hat der Tod so frilh ereilt. Das Schicksal traf uns schwer. Wenn auch die Zeit die Wunden heilt, Vergessen werden wir Dich tiimmerniehr. Auf stemder Erde schwer und milde, Zank hin Dein Haupt zur ew'gen Ruh'! Du schriebst: '..Lebt wohl, auf Wieder- i-i-rcr. J" Doch dieses tann jf nic! t mehr gcschehem Schlaf 2 wohl, geliebter Sohn und st Lruder D». Unsere Liebe 9 deckt Diät zu. Du warst so juno»nd starbst so friib, 8" Wer Dich gerannt, vergißt Di.1> nie. 1939! N»Iiefa»iI in fremder Erde! ; Nach schwerem, mit großer I sj Geduld ertragenem Leiden i '* verstarb am Donnerstag, ! den S. Mai mein über 'alles geliebter Mann, unser tieder, tteusorgendcr Baler, j der Anschläger 2692b Franz Boen im Alter von 4« Jahren. Wer ihn getannt, weiß. was wir verloren. Die tiefbettllbte Gattin Helene Hoeg geb. Qnrlh I nebst Tochisrn, Die Beerdigung findet am Montag, den IL. Mai, nachmittags 2 Uhr, vom Trauelhause, Nauaarder Straße 49, aus naw dem Bartholomäus- Friedhof. Falkenbecger Straße, statt. I Verein cker Prel- \ denket Sitz Berlin. Gegr. 190S. Geschäf>sstelle:BcrIinZVb8, 1 Oranienstr. 83,84, Geöfim v. I 19 6. Sonnabd. o. 19-2 Uhr. Am 7. Mai verstarb unser Mitglied, Herr 182/14 1 Bennann SchrödeF Genter Str. 62. Ehre seinem«ndenlen! Die Einäscherung erfolgt an> Montag, den>2. Mai, mittags 1 Uhr. im Kre» matorium Derichtstraße. Her Vorstand. Danksagung. Allen Freundeu. Bekannten, Kollegen»nd dem Nuderveretn „Vorwärts" sür die Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich der Beisetzung meines unser- geßlichcnSohncs sage ich meinen tiesgestlhltesten Dank. 26g4b Frau Marie lAn»!!. Montag, den 12. Mal, abenda TV, Ahr, bei Sfeffen, Landaborzrr Allee 150: B e r s a m m l« n g. Tagesordnung: Stellungnahme zum Parteitag. Referent Gen. Klingler. 1 1 Diskussion und Bereinsangelegenheiten. Vollzähliges Erscheinen erwartet 199/19 Die AbteHnrngnleHnng. Bezirk Schöneberg. Heute Sonntag, II. Mai 1919, vorm. 10 Uhr, in der Anla der Hohenzollernschule, Beiziger Straße: 2. öffentl. Voiksvcrsammlung. „Die einheitliche Front des Proletariats" Referenten: 259/15" Genossen Eduard Bernstein(S. P. D.) und Heinrich Ströbel(U. S.?.). Fortsetzung der Aussprache. Der Einberufer: I.A.; Dr. M. Bendiner, Kyffbauserstr. 9. Dr. R. Friedeberg (früher Berlin). 34, 2 praktiziert nieder Rad Rndorva. Hab« meine Praxis ip vollem Umfange wieder aufgenommen Dr.iIHLeii Prenzlauer SHttcc 187. Dr. Scott! Bant- o. Sarn-Arzt Erfolgreiche Behandlung Rosenthater Straße 69—70 in Heilünstek JMr 10— l, 5—8, Sünntagä 10— I. ]>r. med. Hasche, Srieiiriclistp.BOäkÄZf. Spr. 10— 1 u. 5—8, Sonnt. 1!— 1. Erfolgreiche Behandlung.* (- Dr. med. Geyer, PrisdFiclisir.lSl Spr. 10-1, 5—8. 123,11* Erfolgreiche Bchandiung. !■ i Dr. med. Koehen, FriEilFieiislrJ! raÄm Ränigslr. S6-§I W�r Spr. 10— I u. 5—8, Sonn'. 10— I. Erlclgreiche Keiiandlnng.• U- Iii u Dr. med. WoeSenfnS, frletlfiehslF. 125 ÄW Spr. 11-1, 6-7. 123/7* Erfolgreiche Behandlung. Hant-' Harnarzt. Erfolgreiche Behandlung. 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Mitgtiedsbuch legitimiert. 47/19 _ Dl« BcnnthenleW—g. «ielmeltiiWriiNkMli».,. winäslheldflrasze 29. WiSWe MkiKMsWMW Sonntag, den 11. Mai, vorm. Itt Uhr, in der Anla des Ochiller-Realgyumafivmö, Charlotten« bürg, Schillerstraße 26. Taoesordnung: I. Die Echmlergetder de» Eharlottenburger Grundbesttzer- Vereins. Ref.: Herr Venn» Maast. Dundeslchristfllhrer. Z Mieterräte. Referent: Herr Zeih Ozlegt, l. Bunde«- Vorsitzender. 3. Freie Aussprache. 259/9 Portiers. Fahrstohlfülirer, Wächterl Dienseng, den 13. Mal, abend» TV: Ahr. In b«M Armin- hallen, Sammanbantenstr. 59/59: Slche iiMlWje Msmalmzei. 5?ür den ZVesten. Donnerstag, den 15. Mal, abd». VI, Ahr, in bcc Anla der 20. cSemelndesthulr, Charlalfenbnrg, Bleibkrenstr.43 Tagesordnung: Die ablehnend« Haltung der Hansdesttzer zn unserm Tarif. Stellungnahme znm Streik. Kollegen, erscheint in Massen. 2688b Die Vcrbandaieltinix. Bekanntmachung. In der Woche vom 12. bis 18. Mai d. I. gelangen auf den Kops der Bevölkerung 125 Gramm amerikanische Schweinefleisch- produtte zum Preise von 1,65 Mk. zur Ausgabe. Der Bezug erfolgt gegen Abgabe des Abschnitt»„G.V der Einfuhr-Zusatz karte bei dem Fletschvertäuser, in dessen Kundenlish der Bev 8 bis 3 Uhr oder fchristlich beantragen. Die i?eischkorte und ew Ausweis, aus dem ersichtlich ist, daß der Etazuttagende in Berlin wohnt, find hietbei vorzulegen. Da eine Gewähr für Trichteensrrihett nicht stbernommrn werden tann. wird dringend empfohlen, die amerikanischen Srl'wcinesteischprodukte nur gargelocht oder durchgedraten zu genießen. Berlin, den 9. Mai 1919. Der Magistrat. W e r m» t h. - I.. Rr. 329. V. s. la. I».— Kekitnntmachung. »mtnnsch non»lelschtnelen gegen Bezugscheine ouf Seieh oder Teigwaren. Ave Berlwer Einwohner, die sich auf unsere Bekannt- machung vom 19. Ottoder 1918 zweck» Umtausche, ihrer Fieischlatten bei ihrer Brokkonnnisfion zur Eintragung in die Lifte gemeldet haben oder nachttäglich vom Magisttat, Ab» tei'.ung für Fleischversorgung, zum Umtausch zuaelasien worden find, können die ans die geit vom 12. Mai bt« 8. Juni 1919 ausgestellten Fleischkarten in der Zeit vom 12. bis 14. Mai 1919 bei der zuständigen Brotkommisfion umtauschen. Für eine Boll-Fieischkarte wird ein Bezugsschein aus wächemlich 259 Gramm, für eine Kinder-FIeischkartc ein solcher auf wöäientlich 125 Gramm Grieß oder Teigwaren ausgegeben. Ei» Anipruch aui eine bestimmte Art diese: Aaren besteht nicht. Die War? kann in den 93 in de» einzelnen Stadtteilen ge- legenen, durch Aushang kenntlich gemachten Berkaufsstellen gegen Abgabe des ifir die detteffende Woche gulttgen Bezugsschein- abschnitt« gekauft werde». Wer ohne Perschulden sz. B. infolge Krankheit oder Ab- wefenbeit) verhindert war, sich rechtzeitig bei der Brotkommisstvn zur Eintragung zu melden, kann den llmtmisei, in der--- 12. bis 14. Mai"" I~ d. 39., von 8 bis 1 Uhr. im Burea» rit vom »er Ab- teilnng für Fleischnerforgung, Zlene Friedrichstr. 1, Zimmer 7, bewirkrn. Die Umstände, die die rechtzeittge Anmeldung ver- lindert haben, find glandhnft zu machen. Entsprechendes gilt lir Personen, die nachträglich zuzieh m. Berlin, den 6. Mai 1919. I.-Rr. 295. Magistrat. Wermuth. V. S. la. 19. Erven yrsucht! Am 15. Juni 1918 ist zu Zorst(Laufitz) der Rentner Spinnmetster �UFUSt LiOTetlZ»erstorben. Als nächste Erbe» des Verstorbenen kommen in Frage desien BrIIder:». der 8chulimscver Julius Urnst Lorenz der Tuchmacher Joh. Taaugoit Lorenz ober deren Angehörige, und werden diese ersucht, sich bei dem Unterzeichneten zu meiden. 185/16 Zorn(L-nfitz). zfott Pitzka, KachiaSpfieger. zum heutigen hohen Kurö. Margraf&Co.bH Bertin, Kanon. enatp.Q Zentrum 8064 J Es gehen täglich Protestkundgebungen gegen den Raub des Saar- gebietes von Städten, Gemeinden, politischen Vereinigungen aller Parteien, Vereinen und Korporationen jeder Art, sowie einzelnen Persönlichkeiten aller Stände und Berusskreise und aus allen Teilen des Reichs in solchen Mengen bei uns ein, daß es uns ganz unmöglich ist, jedem einzelnen für seine patriotische Willenskundgebung zu danken. Mit Genugtuung stellen wir fest, daß das Schicksal des Saargebiets die weitesten Kreise des deutschen Volkes aufs leb- Hasteste bewegt, so daß den Ententevölkern nicht nur der einheitliche Wille der schwergeprüften Saarbewohner selbst bekannt geworden ist, sondern daß unsere Brüder an der Saar sich iu ihrem Bestreben, vom Mutterlande nicht willkürlich lösgerissen zu werden, auch auf die Zustimmung der Gesamtheil des deutschen Volkes stützen können. Wir wollen unsere Landsleute jenseits des Rheins in ihrer Not eben- sowenig verlassen, wie diese in den vergangenen Jahrhunderten trotz immei wiederkehrender!I ebergriffe des raubgierigen stanzösischen Nachbars, unerschütterlich die Treue zum deutschen Vaterlande hallend, von uns gewichen sind. Zede Nachricht aus dem Saargebiet und den angrenzenden Teilen der Pfalz ist uns nach wie vor willkommen. Bnarqebuttdmtz Berlin SW 68, Zimmerstr. 72—74. Telephon Zentrum 7207—08. Pf'.. gegen den i r« am Dienstag, den 13. Mai, abends 7 Uhr, nag, im Zirkus Busch, am Bahnhof Börse, veranstaltet vom Hansa-Bund und vom Bürgerrat von Groß-Berlin. 2246®' Redner: Geheimer Justizrat Professor Dr. Riester, Mitglied der Nationalversammlung, Präsident des Hansa-Bund. Männer und Frauen, erscheint in Massen! il- Ei Umni Dr. mid. Golsmanii, Frieilriclistr.Ül-Sl'i EckeDoro- Ibeenslr. Sprech»!. 10— 1 nnd 4—7 Uhr. Erfolgreiche Behandlung I- nltSter»« Dr. Müller, FrialrlcteSe 130 II. Eingang Xronensiralle.* Itt. 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