|lt,24B.36.3«lTt!t. LezngSvretSi SieclefiäS" 7Ä) itU monatl.2 60 SRt trctinä pauä oocaujjatjibai. Eiiijclne ilummexn 10 trenm�. i'oübe�ug; äRonaili®. 50 Ml., eih. Zuilellungs- gebühr. Qmei)lteu>banb mt Deullch» and u. Leilerreich-Ungarn.76 SRI, iür das übrige Äusland».TS Ml. bei läzllch einmaliger llunellnng 776 Ml. PoilbeneUungen nehmen in Däne» mar. Holland Lurembura. Schweden und die Schweiz Eingetragen m dl« «oit».«ltunat-Prrislisle. Der.Sorwärts' ericheint wochenräxNch zweimal. Sonntag, ernma. Abend-Ausgabe. Zelegramni-Ldreffe: .Soziaidemetra» Berlin" ** f berliner DolKsblait. (lOPfgnnjg) Au�slqenpreis: Die achigeivaltcne Sionpareillezeil» loilei 1,20 Ml.„kkleiiie Änreigeli". das iellaedruckle Lorl Sli Pfg. izulässia 2 iettaedruckic Wone>, iede° wcilerc Sari LS Psg.«lelleng-iuche und Schlaislellenanzeigen das eriie iiiori so Pig.. iedes wcilere Dorr 20 Lig. Sorte über lb Buchilaben zählen iür zwei LZorrc. Teuerungszuichtag SOV Aaniitien-Anzelgen. volitiiche und gewerlichaitliche Lereins- ilnzeigen 1,20 Ml. die Zeile. Anzeigen iür Sir nächüe itlummer müisen bis ä Uhr nachminaqs im öandlgelchäit. Berlin EW.S8. llindeiislrasc S. abgegebeil werden. Geöftner von S llbr früh bis b.ihr abend-. Tentralorgan der rozuldcmokratifchen Partei Deutfchlands. Redoftion und Expedition: SW. öS, Lindenstr. Z. »ernivrecher: Am« Morinvla«. Nr. t.,» SO— ISI!>7. Dienstag, den 13. Mai 1V19. vorwarts-verlag G.m.b.H., SM. b8, Lindenftr. 3. Ferniprcchcr: Am« Moritiplah, Nr. 117 53—51. Erklärungen des Reichspräsidenten. die Arbeiter können Veutschlond Ü!�'hÄ.'K. �'.7 mZ retten! Von Frisdrich Eberl. In einer Unterredung«rnt einem Mitglied u nierer Nedaibion machte gestern Reichspräsident Eoert folgenide Ausführungen: Auch in einer so surchtboren Siwation wie der, in der sich unser Volk jetzt befindet, ist es die Pflicht seiner beauftragten Vertreter, einen klaren Kopf und ruhige Nerven zu belhulten. Unsere Aufgabe ist es jetzt, zu den Staatsmännern auf der anderen Seite als Menschen zu Menschen zu reden. und ihnen vor dem Forum der ganzen Welt den zwingenden Nochweis zu liefern, daß das, was sie fordern, mit G e nichts versprechen soll,- was man nicht halten kann. Ich würde es für ein Weltunheil halten, wenn dieser Grundsatz im Verhältnis der Völker untereinander verlassen würde und wenn man geheiligte Staatsverträge abschlösse mit dem Bewußtsein, daß»sie doch nichts anderes sind, als faitlc Kavalierwechfel.., Heute hoffe ich noch, daß man nicht versuchen wird, dem deutschen Volk eine Zustimmung abzupressen," die nichts anderes fein könnte, alseineaus derVerzweiflung geborene Lüge: und ich hoffe, daß das deutsche Volk nicht bereit sein wird, mit einer Lüge in den neuen Ab- schnitt seiner Geschichte einzutreten. Gewiß, wir sind in einer furchtbaren Lage, aber, Mut verloren, alles verloren. Wir müssen olles tun, um für die w i s s e l> u n d V e r n u n f t n i ch t z u v e r e i n b a r e n ist. kommende schwere Zeit die Geschlossenheit unseres Volkes Titz Welt braucht Fr' ehen, nickst nur wir, auch unsere''-.«--»—-'—"" Gegner brauchen ihn. Wir wollen den Frieden ehrlich und aufrichtig, und gerade darum müssen wir uns bis aufs äußerste zur Wehr setzen gegen die Schaffung eines Zustandes, der kein Frieden, sondern nur die trügerische Vorsp'egelung zu erhalten: wo sie gestört ist, wieder herzustellen. Wir müssen unseren Volksgenossen, die fremde Gewalt gegen ihren Willen von uns trennen will, unverbrüchliche Treue balten. und zur Ti'''-t»st'ihrung auch der schwersten Entschlie- ßung bereit sein. Wir mögen in freier Aussprache reiflich eines solchen ist. Es ist Zeit, daß die Loidenschaflen schweigen überlegen, was wir zu tun gedenken: kommt es aber f::m und daß die ruhig?. Uebe.rlcWng. der Sachverständigen, ganz, �---ti---- � besonders der volkswirtschaftlichen, zu' Worte kommt. Ich kann wir nicht denken, daß bei der Adfassung des Entwurfs auch nur e i n Nationalökonom oder Sozial- Politiker von Rang gehört worden ist, sonst hätte er doch anders aussallen müssen. Es kann nur dem allgemeinen Interesse aller Völker dienen, wenn der Entwurf einer sorg- faltigen Prüfung unterzogen wird, bei der grundsätzlich tiefgreifen de Korrekturen nicht ausgeschlossen sein dürfen. Vor allem aber ist es notwendig, daß mit uns sachlich verhandelt wird. Ick bin ein alter Gewerksckiofter und darum immer geneigt, Bilder aus der gewerkschaftlichen Praris zu nehmen. Daß soziale Kämpfe ohne Verhandlungen nicht zu Austrag und Abschluß gebracht werden können, ist das A und O aller gewerkschaftlichen Pölitz k. Ich meine nun, daß Völker mit Völkern nicht so verkehren dürfen, wie die Arbeitgeber der alten Zeit mit ihren Arbeitern, daß sie nicht sagen dürfen:„Das und'das sind meine Bedingungen, und wenn du sie nicht annimmst, magst du sehen, was aus dir wird." Ohne Verhandlungen würde es nie eine soziale Ruhe geben, ohne Verhandlungen kann noch viel weniger ein Frie- den zustande kommen, der seinen Namen verdient. Sollte sich Herr Lloyd George heute zu andern Auffassungen be- kennen, so brächte er damit ein Opfer des Intellekts. Man wird dagegen einwenden, daß das Fr'edensbedllrf- nis der Welt eine rasche Lösung erfordert und daß durch Ver- lmndlungen Zeit verloren wird. Aber wir sind nicht schuld daran, daß die Gegner sechs Monate zur Herstellung eines Entwurfs brauchten, über den wir uns nun binnen 14 Tonen äußern sollen. Ich bin auch fest davon überzeugt, daß Ver- Handlungen rasch zum Ziele führen können, wenn auf die Grundlagen der 14 Punkte Wilsons zurückgegangen wird und die anhere Seite die gleiche Bereitwilligkeit zeigt, sie ehrlich durchzuführen wie wir. Kein Mensch kann aber glauben, daß es möglich sei, die Ruhe Europas dadurch wiederherzustellen, daß man den Ver- such macht, uns die Bedingungen der Gegenseite aufzuzwingen. Ein solcher Versuch müßte an seiner inneren Unmög- lichkeit scheitern. Man kann eine.fluh n'cht durch Entziehung des Futters dazu zwingen, mehr Milch zu geben. Man kann die komplizierten Probleme der Wirtschast nickst mit Gewalt lösen. Das haben wir unle'ren Spartakisten immer vorgehal- ten, wir sind heute genötigt, auch die Staatsmänner der Entente daran zu erinnern, z. B. auch den Minister Vandervelde. belgischen Friedensdclegierten auf der Konferenz von Versailles. Gewalt kann nur eins: zu Grunde richten. Würde man den Vernich machen, die Friedensbedingungen der Entente durchzuführen, so würde Deutschland durch Sterblichkeit und Abwanderung in kürzestek Zeit ein dünnbevölkmtes Agrar- land werden. Vielleicht erscheint das manchem Politiker auf der Gegenseite ein erstrebenswertes Ziel. Aber die ganze Welt würde arm und krank werden, wenn das deutsche Volk zum langsamen Absterben verurteilt würde. Auch der englische Friedensdelegierte Barnes wird an dieser Tatsache nicht�word> zweifeln können. � f£e« Handeln, dann darf nicht ein Tefl des Volkes dem andern in den Rücken sollen. Würde die entscheidende Stunde ein Volk finden, dos sich selber zerfleischt, dann wäre alles ver- loren. Vor allem sollen die A r b e it er bedenken, daß es ietzt um ihr. Hatztes und Höchstes, geht: ein zertretenes Deutschland kaiM nichts leisten für den sozialistischen Fort- schritt der Welt und für das Wohl einer arbeitenden Be- völkerung. Die Arbeiter können, indem ste allgemein in die Weae der Vernunft einlenken und ihre bewundernswerte moralische Widerstandskraft in den Dienst des Vvlksganzen stellen. Deutschland retten, und ich hoffe Zuversicht- lich, sie werden es tun! Amerikas demokratie. Berlin, 12. Mai. Der Reichspräsident E b e r t gewährte gestern dem Vertreter der„Associated Preß" eine Unterre- d u n g, deren Inhalt uns in der nachstehnden schriftlichen Fest- dung, in deren Verlauf er u. a. sagte: Die Kundgebung, die ich hiermit durch Sie an die amerikanische Oeffentlichkeit richte, bedeutet die moralische Kriegser- k l ä r u n g des neuen Deutscbland an das aan*e übriaaebliebenc System der alten internationalen Politik. Das deutsche Volk hat die Herrschaft der Gewalt und der Unwahrhaftigkcit bei sich zu Hause zertrümmerst ES hat das nicht getan, um die Hand dazu zu bieten, daß dieses selbe System in sinnlos gesteigerter Form der�zanzen Welt die Zukunft diktiere. Das Ausbleiben eines sofortigen elementaren Ausbruches all- geniciner Empörung im gcMzen deutschen Volke ist das charakte- ristisöbste Zeichen für die Wirkung, welche die Bekanntgabe der Frie- densbcvingungen ausgeübt hat. Alles war im Augenblick wie niedergeschmettert. Nach all den Erklärungen und Versicherungen, es solle ein Frieden des Rechts und der Gerechtigkeit, der Versöhnung und der Verbrüderung der Völker geschlossen wer- den. konnte daS deutsche Volk auf«in derartiges ungeheuerliches Dokument nicht gefaßt sein.» Der Entwurf, den man uns. borgelegt hat, wirkt zugleich e n t- setzenerregend und abstoßend. Er bedeutet nicht nur eine Verdrehung, sondern sogar eine vollständige Regierung des vom Präsidenten Wilson aufgestellten FriedensprogrammS der 14 Punkte, dieses Programms, auf dessen Verwirklichung wir ver- traut haben und worauf uns nach der Note des Staatssekretärs Lanstng vom 5. November 1918 ein Recht zustehst Wo ist in dem Fricdcnsentwurf, den Präsident Wilson mit unterzeichnet hat, auch nur eine Spur all der aroüen Ideale, die er ausgestellt bM? Auf die Note des PabstcS antwortete Wilson am 27. August 1917:„Der Friede ist nicht gestchert, wenn er sich gründet auf politische oder wirtschaftlickie Betchränkungen, die einigen Nationen zugute kommen, andere jedoch bemmen und lähmen." Wann ist jemals seit 2099 Iahren einem Volke ein frieden angeboten worden. der so systematisch auf seine völlige körperliche und geistige, auf sc-ne materielle und moralische Lähmung für alle'Zukunft ausging? In der Boflckiaft an den Kongreß vom 4. Dezember 1917 sagt Wilson:„Das entsetzliche Unrecht, da? in diesem Kriege begangen rden ist. darf nicbt dadurch gutgemacht werden, daß gegen t s ch l a n d und seine Verbündeten ähnliches Unrecht begangen In dem Kulturkampf, dessen Schauplatz der deutsche Osten ist. können Amerika und sein Präsident nicht die Geschichte einer schaffenden staatlichen und wirtschaftlichen Arbeit von fünf Jahr- Hunderten rückgängig machen. Wenn man auf diese Weise die Ge- schichte rückgängig revidieren will, wo bleiben dann die Rechte der Amerikaner auf Amerika?) Noch wünschen und hoffen ich und alle, die heute die furchtbare Last der Verantwortlichkeit für die zu treffende Entscheidung auf sich nehmen müssen, dqß diejenigen, die unbeirrbar immer noch ihre Hoffnungen auf Wilson und Amerika setzen, sich nicht betrogen sehen. Stellt sich die amerikanische Demokratie wirNich e.if den Standpunkt dieser Friedensbedingungen, so macht sie sich zum Genossen politischer Erpresser. Sie gibt den Grundsatz des fair play auf und zieht das hohe Ideal der wahren Demijkratie in den Staub. die französische Antwortnote fertiggeftellt. Oesterreich-Ungarns Grenzen. Versailles, 12. Mai.„Temps" meldet: Der Bierer- rat legte heut« vormittag den Wortlaut der Antworten fest, welche namens der Konserenz als Antwort aus die beiden letzten N o t e» der deutschen Delegation an Graf B r o ck d» r s s Rantzau gerichtet werden sollen. Ter frühere Zehnerra« tritt heute nachmittag wiederum zusainmrn, um die Grenzrn Oesterreich-Ungarns, über die die fünf Außenminister schon letzte Woche entschieden hatten, endgültig festzulegen. Des- gleichen sollen die in Vorbereitung bcfindtichen Verträge für Oesterreich und Ungarn in ihrer Gesamtheit besprochen werden. Solange nur ein Rest von Hoffnung bleibt, doß die Ver-' wird. Die Welt wird das Begehen ähnlichen Unrechts als Mittel nunft der Völker siegen wird, werden wir kein letztes Wort zur Wiedergulmachung und Neuregelung nicht dulden." sprechen. Stellt sich heraus, doß man uns diesen unmög- i Da« ganz« deutsche Volt hosst, daß die Welt das nicht dulden wird. lichen Gewoltfrieden aufzwingen will, so werden wir unsere Erwartungsvoll bört es bereits die ersten Stimmen aus der«ng- Entschlüsse'zu fassen haben.'Ich für meinen Tefl kann nur l.ischen ustd französischen Arbeiterschaft. Laue Haltung üer französisiben Sozialisten. Spekulation auf Unterzeichnung durch Haase. Versailles, 12. Mai.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts". Die gestrige Protestversammlung des Seinebundes gegen den Friedensvertrag zeigte neuerdings die absolute Machtlosigkeit der flau zösischcn Sozialisten. Doch um diese zu vertuschen, haben sie ein bequemes Mittel gefunden, sie beschimpfen, wie(lach in in seiner gestrigen Rede, die Regierung Ebert und kündigen die baldige /Bildung einer unabhängigen Regierung Haase- K a u t s k y an. Im übrigen zeigt sich immer die Politik El e m e n c e a u s. Stark gegen Friedensvertrag ist allein„P o p u- laite", der ihn weiter bekämpft. Doch er ist verhältnismäßig schon beruhigt, seitdem er gehört hat, daß die„Freiheit" s i ch für d�e Unterzei chu u ng f ü.r alle Fälle a u s sp r i w:. Die Organe von Compöre Morel und V ar en n e, die Zeitungen„P o l i t i q u e" und„F r-a n c e l i b r e", sind beide z u. frieden.„Bataille", die am Sonnabend noch den Vertrag verteidigte, regt sich zwar noch immer sehr über, zwei Tote von der Demonstration am 1. Mai her aus. das Schicksal mehrerer Millionen deutscher Proletarier, die weiter Hunger leiden und sterben tverden, weil die Ententekapitalisten die Kriegskonsunktur auch in den nächsten 29 Jahren ausnutzen wollen, läßt das Blatt Jouhaux ganz k.alt. DaS Blatt, in dem die Sozi-allisten Sem bat, Aubriot und andere täglich«Lei.-artikel schreiben,„L'heurc", findet sogar im Schicksal des deutschen Voltes Anlaß zu höhnischen Vemertünac». Unter der Uebcrschrift„Deutscher Bluff" schreibt nämlich„Scheute"; „Alle diese Mache wird nichts nützen. Die Alliierten werden un- erschütterlich bleiben..Wenn die Deutschen gut geschrien, geweint und mit den Zähnen geknirscht haben, dami werden sie unterschrei- be». Darüber ist kein Zweifel möglich..Aber werden sie ihre Verpflichtungen halten? Dieses Volk, daß die Theorie inaugurierte, wonach Verträge Papierfetzen sind, ist wohl außerstande, eine angere zu verfolgen." Das ist die Hilfe der westlichen Demokraiien, auf die die Unabhängigen ihre ganze Theorie stützten, daß der Aull- gang des Krieges die deutsche Arbeiterklasse nicht interessiere. Jetzt ist es auch logisch, oaß dieselben hiesigen Sozialisten heute ihre ganze Hoffnung auf die kommende Regierung Haase setzen, die den Frieden unterzeichnen und durchführen soll. (Inzwischen hat Haase in der Nationalversammlung erklärt, daß seine Partei selber gar nicht daran denke, zum Zweck der Untcrzeichtung die Regierung zu übernehmen. Red. d.„Vorw.".) Es scheint, daß die Empörung viel ehrlicher ist bei einer kleinen Gruppe von Radikalen, die Armand Charpentier, der sich im heutigen„Journal du Peuple" gegen den Frieden dcS Imperialismus und der Gewalt tapfer ausspricht, weil naturgemäß kein bürgerlich-republikanisches Blatt sich für einen solchen Aufsatz hergeben würde. Aber wenn 199 Sozialisten in der�Kammer machtlos und übrigens nicht einmal einmütig sind, was soll ,man dann von einer Handvoll ehrlicher Demokraten er» warten, deren Führer außerdem seit über anderthalb Jahren ein- gekerkert ist?! Abreise der Irleöensdelegation von Wien. Eine Ansprache Tr. Renners. Wien, 12. Mai. Corrbureau. Tie deutschZsterrcichische Friedensdclenotivn ist unter;>lllirung deS CtaatSkanzlerS Dr. Renner abends avacreist. Am Bahnhef hatten sich sämtliche Staatssekretäre, UntrrsjaatSsckrctäre und Mitglieder der fremden Misstonen, darunter der französische Gesandte Allize,«ingcfun- den. Ruf eine Ansprache des Redakteurs Dr. Roscnfcld, der de» Staatskanzler im Namen der Wiener Presse begrilhte, und die Hoffnung auf einen erfolgreichen Abschluß der Verband. lungs» ausdrückte, erwiderte der Stantskanzler, er werde versuchen, das Möglichste zu erreichen. Wir müssen aber, sagte er, bedenken, daß wir als unterlegener Staat nicht allzu große Hoffnungen hegen dürfen. Als der Zug sich in Bewegung sehte, erklangen stürmische Hochrufe und die Worte:„Bringen Sie einen guten ssrieden mit! Wir wessen Deutsche sein und bleiben. Wir wollen denAnschlußandaSDentscheRei 41" Der österreichische 5rkeöensvertrag vor dem Abschluß. Die Ttellunss SüdtirokS. Paris, 12. Mai. Reuter. Ter österreichische F r i e. densvertrag nähert sich seinem Abschluß. Die Klausel über die Verantwortlichkeiten ist mit dem deutschen Bertrag iden« tisch, unterläßt aber jede Erwähnung deS K a i s e r s. Die Klau. scl sieht die Einleitung von Verfahren gegen„militärische Ber- brecher" vor einem internationalen Kriegsgericht vor. Wie vre- tautet, wird S ü d t» r o l, obwohl es eine deutschsprechcnde Be- völkerung hat, in die italienische Grenze einbezogen, um Italien etne strategische Grenze zu gebe», die ausreichenden Schuh gewährt. Englische Vorbereitungen, „Mcnn Teutschland ablehnt." London, 12. Mai. Das Rcutersche Burtau erfährt: Falls Deutschland die Friedenkbcdingungen nicht annehme» sollte, wa? für unwahrscheinlich gehalten wird, so sind militärische Vorbereitungen dafür getroffen, daß die alliierten Armeen genau so vorrücken, wie sie getan haben würden, wenn Deutschland die Waffen still st aodSbrdingungen nicht angenommen hätte. Sonar 5aw zur deutschen Kriegs- entschädigung. „Eine AbschlassSzahlunss." London, IL. Mai. Unterhaus. In Veantworwng von Fragen bezüglich Entschädigungen sagte Bonar Law, die Bezahlung von SOOO Millionen sei eine Abschlagszahlung und präju- diziere keineswegs die gesamten Forderungen der Alliierten, die von jeder alliierten Macht vorbereitet werden. Auf die Frage, welche Macht die Alliierten hätten, um die Bezahlung der Obligationen in den kommenden Jahren zu«zwingen, sagt« Bonar Law, die Bürgschaften dafür feien in dem Auszug de» Friedensvertrags erwähnt. Die Alliierten würden weitgehende wirtschaftliche Bürgschaften habe«. �ondtagswah! kn Steiermark. Graz, 13. Mai.(Eigener Drahtbericht de?„Vorwärts".) Bei den LandtagSwahlen in dsm nicht bcsrhten Teile der Steiermark wurden 24 Sozialdemokraten, 36 Christlichsoziale und 16 andere Bürgerliche gewählt. Dieser verhältnismäßig ungünstige Wahl- ausfall ist wahrscheinlich auf die zahlreichen Stimmenthaltungen der K o m m u n i st« n zurückzuführen, die insbesondere in Graz größeren Anhang hoben. Kant über Gewaltfrkeöen. Wir suchen dauernd«, nicht vorübergehende Grund- lagen für den Frieden der Welt und müssen sie aufrichtig und furchtlos suchen. Wilson in seiner Botschaft an den Kongreß vom 4. Dezember 1617. Der große Königsberger Philosoph, der ein ebenso großer Menschheit», und FreiheitSireund gewesen ist, Immanuel Kant, hat in seinem Büchlein„Zum ewigen Frieden", daS in diesen Tagen wieder unser aller Trost- und GlaubcnSschahkästlein ist, auch den uns drohenden Gewalt- und Unterdrückungsfrieden behandelt. Im ersten Abschnitt seiner Schrift stellt er die Präliminarartikel zum ewigen Frieden auf. Gleich der erste Artikel lautet: „ES soll kein Friedensschluß für e�inen solchen gelten, der mit dem geheimen Vorbehalt de» Stoffs zu einem künftigen Krieg: macht wird." Dies eben Ist unser Fall. Freilich nicht In dem Sinne, daß das deutsche Volk die hinterbältige Absicht hegte, die durch Vertrag oder Gewalt aufgenötigten Bedingungen bei'passender Gelegenheit zu brechen und in einem neuen Kriege abzuschütteln. Mit diesem Vorbehalt ist der Frankfurter Friede 1371 von den Franzosen g«. schlössen worden, sind überhaupt die meisten-Friedensverträge«in» gegangen worden. Sie waren im Grunde immer bloße Waffen» stillstände, Aufschub der Feindfeligfeiten. wie Kant ausführt. Wer dieser Friede'. sollte nach Wilson» idealen Plänen und den Verheißungen der angeblich für Demokratie und Völkcrglück kämpfenden Entente zu einem Dauerfrieden werden und da» Zeit» alter de» Völkerbundes und Weltfriedens einleiten. In diesem Sinne haben di« besten»nd sreiesten Männer und Frauen in allen Ländern den Waffenstillstand und den kommenden Frieden bewill. kommt. Jeder Verantwortlicher wird beute in Deutschland eingestehen müssen, daß auch bei der ernstesten Entschlossenheit und dem absolut guten Willen, die aufgenötigten FricdcnSbedingungen innezuhalten. niemand die Vcrpflichmng der Durchführung übernehmen kann. Man kann Unmögliche» wohl versprechen und unterschreiben, aber nicht innehalten. Mit unentrinnbarer Notwendigkeit wird also dieser Friede, wenn er nach den Giftrezepten der Entente zustande kommt, dauernde Zerrüttung im Innern Deutschland» und«in« ewige Beunruhigung und Gefährdung de» Bölkerfrieden« bedeuten. Di« erst« Vorbedingung jede» künftigen ewigen Frieden» ist also schon im Keim« erstickt. Wec den Krieg und Völkerhaß ver» ewigen und Europa, und damit die Welt, zu einem Herd« gewalt. samer Erplosionen machen wollte, konnte diabolischerweise kein besseres Mittel dazu ersinnen al< diesen von ollen Schußgöttern der 14 Punkte verlassenen FriedcnSvorschlag. Die Ursachen zu künf- ftgeu Kriegen find wicht, wie Kant«S wall«, vernichtet, sondern Oer �mperator� abgeliefert. Hamburg, 12. Mai. Die Mannschaft deS ÄrmpftrS Imperator hat diesen am ss. Mai an die Franzosen abgeliefert und ist am Montag mit der Rugia in Brest der Hamburg— Amerika Linie nach.Hamburg zurückgekehrt. Von Brest werden an jedem Tage zehntausend amerikanische Soldaten mit erstklassigen deutschen Dampfern in di« Heimat zurückbefördert. Ehn'stlistbes, allzu Ehristlickes. In einem Protest gegen den Gewaltfrieden beteuern Vertreter sozialer Katholikcnvercine, daß sie den Krieg nicht gewollt hätten. Treu hätten sie ihre vaterländisch« Pflicht erfüllt und fich in ihrer erdrückenden Mehrheit von jeder nationalistischen Politik fernge» halten. Ein Appell an die deutsche— Vergeßlichkeit! Habt Ihr, Geistliche— so fragen wir Euch heute— nicht Sonntag für Sonn» tag den McnschheitSgcdankcn von der Kanzel mit Füßen getreten? Habt Ihr nicht di« Waffen gesegnet, die Ihr, gute Ehristen, hättet verfluchen müssen? Habt Ihr nicht den deutschen Sieg als Zeichen göttlicher Gerechtigkeit, die deutsche Niederlage als Zeichen göttlichen Zorn? verkündet, in mittclaltcckickzen Jdeengängen befangen! Aber wir danken Euch dafür. Wir werden sorgen, daß Eure Haltung im Volke unvergessen bleibt, und besser als jede Propaganda werden Eure chauvinistischen KriegStatcn die KirchenauStrittSbewegung fördern. Eine Täusckung! Tie Unabhängigen nicht für Unterzeichnung. Am Tage nach der Veröffentlichung der Friedcnsbedin» gun'gen brachte fre„Freiheit" die große Ue-berschrift:„W i r müssen unterschreiben." jedermann mußte das so auffassen. daß die Unabhängigen nicht nur die Regierung ahm Unterschreiben aufforderten, sondern sich auch selbst bereit erklärten, die Konsequenz ihrer Anschauung zu tragen. Jetzt zeigt sich, daß die Parole irreführend war. Man schrieb zwar„w i r müssen unterschre'ben", aber der Abgeordnete H a a s e hat in seiner gestrigen Rede dies« Worte so interpretiert, daß sie in Wirklichkeit heißen:„Ihr müßt unterschreiben". Haase erklärte: In versch-icdcnen Zeitungen wird meiner Partei für den Fall einer Regierungskrise zugemutet, den Krieg formell zum Ab- fchluß zu bringen. Meine Fraktivn lehnt diese Aufgabe ab. Sie erachtet es für die Verpflichtung derjenigen Parteien, die die Kriegs>kolitir unterstützt haben, auch den Abschluß des Krieges hevbeizufühvcn. In dem heutigen Le'tortikel der„Freiheit" wird dieser Standpunkt noch mit folgenden Worten unterstrichen: Die unabhängige Sozialdemokratie müßte genau so kurz» sichtig sein: wie etwa die rechtssozialistische Partei, wenn sie jetzt um eines Scheinerfolges willen d-ie Leitung ber Regierungs- gcschäfte übernehmen wollte. Und dann setzt die„Freiheit" auseinander, daß diese Regierung nur von kurzer Dauer sein würde, weil sie nach der Unterzeichnung„von den inzwisckxn von einem nationa- listischcn Taumel gehetzten Volksmassen verjagt werden könnte". DaZ ist allerdings eine sehr bequeme Politik, wenn man sich hinstellt und erklärt: Unterschrieben muß werden, aber wir selber/ wir werden uns hüten zu unter» schreiben>md uns damit den Unannehmlichkeiten und Ge- fahren die-les-S6)rittes mrszusetzem Dann läuft die Haltung der Unabhängigen schließlich auf genau dasselbe her- aus wie die Politik der übrigen Parteien. iMllich auf V e r- Weigerung der Unterschrift. DenWes kommt«'cht darauf an, was man andern zu tun rät. sondern was man selbst zu tun bereit ist. Andernfalls könnten sich auch die jetzigen Mehrheit sparteicn genau so wie die Unabhängigen ans der Schlinge ziehen, indem sie erklären:„Die A l l d e n t- s ch c n. d'e am Ausbruch des Krieges mitschuldig sind, müssen unterzeichnen, wir lehnen es ab." Niemand würde sagen können, daß in dieser Stellungnahme eine Bereitwilligkeit zur Unterzeichnung läge. direkt aufgerichtet. E» würde künftig keiner Jesuilenkasulstik und keines bösen Willen» bedürfen, um diesen Elend», und Schmach- frieden al« unerträglich hinzustellen, lieber allen menschlichen Willen Hin-Weg würde die Logik der Taisacbcn sich durchsetzen. Sin zum Aeußersten getriebenes Volk würde sein und seiner Nachbarn Haus in Brand stecken und einen Wcllbrand von infernalischem Umfange heraufbeschwören. So wird der von Kant erhofft«„owige Friede", da» erstemal, da ihn wirklich die ihrer Aufgaben bewußte Menschheit will, vor- zeitig vernichtet. Das Tor, da» unsere und aller wahren Frieden»- freunde Hoffnung so weit geöffnet hatte, wird wieder krachend zugeschlagen. Zerrissen und ohne keuchende» Ziel steht j>ie Unglück- selige Menschheit da: schon die erst« Voraussetzung jede» wahren Frieden» bleibt unerfüll: und der Kannibalismus, der sich durch Unterdrückung und Ausbeutung fremd« Völker nährt, herrscht weiter. die propeller-�isenbahn. In Versailles arbeitet man an der Vernichtung de» deutschen Volke». Die Entente legt un» Bedingungen von beispielloser Härte vor, die das deutsche Wirtschaftsleben erdrosseln, Kraft und ffieisi unsere» Volke» dauernd lähmen sollen. Da» ganze Volk bäumt sich bicrgcgen auf und zu derselben Zeit. In der man mit nicht zu über- bietender Grausamkeit der deutschen Kultur den Todesstoß versetzen will, xegt sich auf» neue deutsche Schaffenskraft und deutscher Er» findcrgeist. um der Kulturcntwicklnua neue Bahnen zu weilen. ES ist ledenfall» eine nute Absicht, daß man. wenigsten» im neuen Deutschland, jene Kräfte, di« bisher vorzugsweise dem Mili- tanSmuS dienten, numnebr für wirkliche Kulturaufgaben nutzbar machen will. Wie da» geschehen ka-nn, zeiat unter mancherlei Bei- svielen und Plänen die Verwendung von Fliegermowren im Eisenbahnverkehr. Der erste Eisenbahnwagen, ausgerüstet mit zwei solcher Flieqermotore und mit mächtigen Propellern versehen, wurde am 11. Mai in Berlin zu einer größeren Probefahrt angesetzt. E» handelte sich um einen Versuch, von dem man sagen kann, daß er gelungen ist und eine günstige Weitereniwickelunq erwarten läßt. Unter Leitung de» Erfinder» Dr. Steinitz setzte sich der Vro» pellerwagen mit den geladenen Gästen lRegierunaSvertretern. Mit. gliedern der Natlonolversammluug, Eiscnbahnfachmännern ukw.) vom Bahnhof Grunewald in Bewegung und durchfuhr in der üblichen PersonenzugSgeschwindigkeft die Strecke bi» Beelitz. Da? Knattern der Motor« und da» Gurren der Propeller lenfte die Aufmerksamkeit der zahlreichen Passanten auf da» ungewöhnliche Fahrzeug, und auf den verjchiedenen Stationen gab e» zahlreiche erstaunte Gesichter. Daß die unter dem bisherigen BerkebrSsvstem alt und grau gewordenen Eisenbabnbureavkraten der neuen Erfindung wenig Svmnntbi« entaegenbrinaen, ist menschlich begreiflich, in dem ietzi- aen Stadium der Erfindung vielleicht auch N'cht ganz unberechtigt. In der Tat läßt sich auch über die weitere Entwicklung der Propeller-Eisenbahn noch kein klare» Bild gewinne«. Sollte aber, wa» Und deshalb können auch die NnabhängigOt nicht für sich in Anspruch nehmen, daß sie für die Unterzeichnung des Friedens sind, solange diese Ausgabe nur andern zuschieben, selber aber die Verantwortung eines solchen Schrittes scheuen.__ Oer Sali Ööbbeke. Wir erhalten folgende Zuschrift: Kaiserhotel. Fnrdrck stioßc. Berlin, den 10. Mai 1019, An die Redaktion de«.Vorwärts", hier. In Ihrer Morgenausgabe vom 16. Mar 1919 Nr. 237 erbebe« Sie unter dem Triel:„Keine Maßregelung; der Fall Döbbele", auts neue kck werbeleidigende Anschuldigungen gegen mich, die teils ganz wabrhettswitssfkg, teile wahiheitienistcllevd sind. Ich bade weder kleine noch große. Schiebungen' in Lebensmitteln oder anderen Waren gemachi. Ein Slia'vcrfohien wegen KellenhondelS ist gegen mich nicht»ingeleitet gewesen. Ich Hab« feinem„Bor- gesetzten" Homosexualität vorgcworien. sondern lediglich eine über einen RcgieiungSrat allgemein verbreitete Behauptung im Wahlkampi. in dem ich von dem Betreffenden in der verletzendsten Weile persönlich angegriffen worden war. wieten.egeben. Der Beschluß de» VollzugSo»S>chustcS 26. ArmeelorgS, durch den ich unbetugter Weiie ausgeschlossen wurde, ist von der nach- folgenden Delegienlonferrnz aller Eoldoieniäte de» 26. A.-K. wieder amgeboben und der gante VollzugSanSichuß dieserbatb ieme« Pesten« enlbobcn worden. Im übrigen stelle ich nochmals fest, daß die ganze sozialdemotransche Oeffenllichleit beider Richiungc» in Allen- stein, vor deren Augen sich mein Fall obipielte, damals und auch heute für mich Partei ergriffen Hai. Sin„ordentliches" Ber- fahren wird mir von der Justizbehörde verweigert. Ich biiie, vorstehende Berichtigung in die nächste Nummer Ihres Blattes aufmiiebmen Ronrad Doebbele. Wir sieben dieser Erwidcrunz des Angegriffenen Raum. mfiffen aber betonen, daß nach unserer Kenntnis der Dinge der Fall nicht so harmlos.liegt. Jedenfalls hielten wir es sür richtig, wenn Herrn Doebbele in einem ordentlichen Verfahren Gelegenheit geboten würde, sich gegen liie Anschuldigungen zu verteidigen. WTB wird poetisch. Die Tatsache, daß sich sämtliche Einzel- regierungen cm dem Protest der Nationalvotsammlung gegen den Gewallfricbcn betciliglen,.wird von WTB in folgender Form mitgeteilt:„Wie früher in wichtigen Zlugenblicken der deutschen Geschichte sich die deutschen Fürsten um den Kaiser scharten, heben sich in dieser schweren Echicksälzstunde der jungen deutschen Republik usw.." WTB soll berichten, und zwar so zu- veriläffig wie möglich, aber nicht dichten. Elegien auf entschwun- dene Füfflenherrlichkeit nehmen wir gern in Goldschnittbang ent- gegen, bitten aber, mit ihnen den Fernschreiber nicht zu belasten. Di« armen LandrSte! Eine hiesige rechtsstehende Korrespondenz regt sich sehr darüber auf, daß die Herren Landräte in ihrer»Ar» beitSfrcudigkcit" stark hcrabgcdrückt würden. Sozialdemokratische ParteiburcauZ bekämen es fertig, gegen diese Biedermänner Male- rial zu sammeln, um es dann der Regierung zuzustellen:— Da» ist allerdings ganz uncrhöctl Wie kann sich jemand unterstehen, einen königlich preußischen...... pardon.«inen Landrat überwachen und kontrollieren �u wollen. Di« Herren werden sich aber' noch an vieles gewöhnen müssen. Lstmarkenvercin-„Ersatz". UnS wird geschrieben: Seit einigen Monaten spielt sich der Reichöverband Ostscliutz. Bund aller Bereine zugunsten des Deutschtum» in den Lstprovinzen. in Berlin als De- schützer de« Ostens auf. EZ erscheint durchaus notwendig, oirtmal nachzuforschen, wer hinter diesem Verbände steht. Wer sich diestt Mühe unterzieht,"wird schnell' ftnden; daß� e»' der Vorstinch de» Deutschen Lstmarkcn-Vereins ist. der diesen Reichsverband Ostschu? nicht nur.mit Rat zur Seite steht", sondern auch geldlich unter- stützt. Ferner ist der Bund der Landwirt« eng befreundet. Tie-« beiden Verbände haben der Förderung des Deutschtums im Osten bisher sehr wenig gedient und der großpolniscken Propaganda dau- «rnd Wasser aus die Mühlen geliefert. Damit aber nicht genug, hat sich jetzt der ReichSverband ziu tätigen Mithilfe für seine be« vorstehende Massenkundgebung gegen den Gewaltfrieden«inen der größten antisemitischen Hetzer verschrieben. Gibt e» kein Mittel. um diesem antisemitischen Treiben unter nationalistischen Vor- wänden ein Ende zu bereiten? durchaus zu erwarten ist. eine weiter« Vervollkommnung dieser neuen Erfindung herbeigeführt werden können, so wäre da» für unser sehr darniederliegende» Verkehrswesen von nicht zu unter- schätzender Bedeutung._, fto öie Laterne. Unter dem Titel„An die Laterne" veröffcntNcht Emtl Ludwig ein Buch„Bilder au» der Revolution" in Felix Lehmann» Verlag, Charlottenburg. Der etwa» veraltete. Blutrünstigkeit atmende Titel des Büch- leinS deckt nicht ganz das Bestreben des Verfasser», in einer Reihe von Stimmungsbildern seine Eindrücke von der Umwälzung im November 1918 zu spiegeln. Es wird niemand an di« Laterne ge- knüpft, kaum lewand totgeschossen. Emil Ludwig, der vorher Dramen, psychologische Studien. Romane schrieb, auch die Sporen de« Kriegsberichterstatter» anschnallt«, begibt sich pünktlich am J. November von Innsbruck auf die Reise nach Wien, erzähl: von der Zersetzung der österrcichisch-ungarischen Soldateska, findet die Wiener Revolution gemütlicher al» die Berliner, die ihm fast zu trocken erscheint und nach seiner Ansicht ein unverändert gehör- sameS Land und königliche Preußen ohne König hinterläßt. Er vermißt in Nordd:utschland das Empfinden und den Begriff der Freiheit, entdeckt zu wenig von großer Farm der Emvörung, zuviel von Lohnstreik und Debatte Unter V6 Millionen wählender Deut- schen zählt er 46 Millionen, die brav und still sind, neun verraten einige Bewegung, nur une ha! Revolution im Leibe. Di« Kieler Ereignisse werden geschildert. NoSke und Anhänger des alten System» treien auf. erbalien biographische Waschzettel. Bremen, Dessau. Mecklenburg ziehen in dem flottgemalten fcuilletonistischen Panorama vorbei. Richard Dehmels.„sehnige Gestalt" redet über da» zu erstrebende dritte Reich, den Bruderbund aller Völker. Melo- dramatisch fließend« AuSklänge überlasten e» dem Leser selbst. irgendwelche Folgerungen oder Zukunftslinien aufzuspüren. Solche mit festem Pinsel z» ziehen, lag wobl auch gar nicht in der Absicht bei der Belichtung dieser Momentphotograpbien. deren Betrachtung sicherlich Anregung und Erbolung geben kann zwischen der protzen Wucht schlverer und erschöpfender Lektüre, die unsere Zelt schreibt. _ H. G. Notizen. — Kunstchronik. Walter Grepiu», der zum Direktor ber Weimarer Kunstak'ldemie ernannt worden ist, ha» Lyonel Fei» ninger. den in Deutschland führenden Vertreter de» Kubismus. an die Akademie berufen. Feiningers Werk wird eben jetzt im Gra> �hifchen Kabinett von I. B. Neumann ausgestellt. — Im Deutschen Opernhaus aeht wegen Erkrankung des Fräulein Henriette Gottlieb statt der.Hügelmühle"„Martha" in Szene. — Vorträge. In der Urania. Taubenstraße, spricht abend» 3 Uhr im Hörsaal am Mittwoch Prof. Dr. Donath„Licht und Farbe". Donnerstag Dr. W. Bcrndt.Staat und Sozialismus in der Natur", Freitag Oberlehrer Kissc„Ton und Klang". Moröprozeß Äebk In der heute vormittag fortgesetzten Beweisaufnahme wurde zuerst der Zeug? N o l l v? r S vernommen. Er war zur Zxit der Tat Chauffeur bei der Garde-Kavallerie Tchützen-Division und soll den Auftrag erhalten haben. Liebknecht u'nd Rosa Luxemburg zu überfahr e'n. Der Zeuge versichert. er wisse nichts von einem solchen Auftrage und könne auch nichts zum Fall Liebknecht-Luxemburg sagen.— Zeuge Fah- ncnjunker v. Br a u n m ü h l wird befragt, ob er etwas wisse von einer Verabredung der Offiziere gegen Liebknecht.— Der Zeuge gibt an, er wisse von alledem nichts.— Zeuge W o i d'a war. wie er angibt, als Kriminalbeamter im Eden-Hotel angestellt. Er soll angeblich wissen, daß die Leiche Rosa LuxenburgS mit Steinen beschwert utnd mit Ttacheldraht um. wickelt in» Wasser geworfen worden sei. Der Zeuge sagt, er wisse gar nichts davon, er sei geisteskrank und in einer Irrenanstalt behandelt worden. Zeuge Wegmann hat als Mitglied des VollzugSrat» dem Vorverfahren beigewohnt. Durch seine Vernehmung soll dargetan werden, ob die Untersuchung gegen die Angeklagten einwandfrei geführt worden f:st Er sagt, ein Herr Wolt labe zu ihm gesagt, er sei mit dem Cbauf'eur Ianschkow gusammenaekommen. der etwas über den Fall Liehknecht-Suremburg wigen wolle, aber feine Aussage davon abhängig mache, daß er eine Entschädigung bekäme.— lieber da« Untersuchungsverfahren, soweit der Zeuge daran beteiligt war. kommt es zu einigen Erörterungen »wischen dem Anklagevertreter und dem Zeugen, die im wesentlichen darauf hinauslaufen, ob eine Verdunkelungsgefahr vorlag und die Angeschuldigten trotzdem nicht verhaftet wurden und ob cS, wie in einer von den Zeugen und den anderen Dsisstzern unterschriebenen Veröffentlichung behauvtet wurde, der Tätigkeit der Beisitzer zuzu- schreiben sei, dah die Untersuchung überhaupt ein Ergebnis hatte. Der Zeuge Wegmann hat nach der Vernehmung des ersten Angeschuldigten die Verhaftung aller A'n geschudigten verlangt, weil sie all« im Eden-Hotel zusammenwohnten und deshalb die Gesab? der Verdunkelung vorlag. Anklagevertreter und Vorsitzender weisen darauf hin, daß zu jener Zeit noch kein gesetzlicher Grund zur Verhaftung der Ange- schnldigtsn vorgelegen habe, daß sie aber, als die gesetzliche Handhabe vorbanden war, in Haft genommen worden seien. Die Haft dürfe nach dem Gesetz erst dann ver» füg! werden, wenn Tatsachen vorliegen, welche die Gefahr der Ver- dunkelung begründen.— Zeuge Wegmann gibt als Grund feines Mißtrauens gegen das UnterfuchungZvcrfahren an, daß die Ver. nsbmung de« Hauptmanns Pabft wegen angeblicher Krankheit de«- selben mehrere Tage hinausgeschoben und dann am Tage der Be. erdstgung Liebkn'ebtS vernommen worden fei. wo der Zeuge und d'e anderen Beisitzer der Vernehmung nicht beiwohnen konnten. Da Hauptmann Papst an diesem Tage die Absperrungsmaßnahmen leitete, habe der Zeug« angenommen, die Krankheit sei nur vorge- spiegelt worden. Der Anklagevertreter bemerkt, daß er die Beisitzer von der bevorstehenden Vernehmung deS HauvtmannS Pablt benachrichtigt ixrcd es ihm ferngelegen Hobe, diesen in ibrer Abwesenheit zu ver- nehmen.— Auf eine Frage de« Anklagevertreter« K-G-R. I o e r n S antwortete der Zeuge Wegmann, gegen die Person de« KriegSgerichtSratS Jorrnt habe er keine Bedenken, nur die Bcfra-ning de« Zeugen DrSger im UoterfuchungSverfahrcn fei ihm bedenklich erschienen. Da» Mißtrauen wegen de« Untersuchung»- Versahrens richte sich nicht gegen die Person deS K.-G.-R. J'v e r n S, sondern e« gründe sich auf da« allgemeine Mißtrauen, welches in weiten Kreisen gegen die Militärgerichte bestehe.— Der Anklag«. Vertreter bemerkt zu de« Zeugen Angaben über die Vernehmung Träger«, dieser habe in Gegenwart der Beisitzer sich nicht ge- das Volt gegen üen Gewaltfrieüen. Die Reichsregierung hat bereit»' darauf hingkwiesen. daß bei ihr eine Unzahl von Telegrammen und Schreiben au« ganz Deutsch. land fortgesetzt einläuft, in denen alle BevölkerungSkretse gegen den Eewaltsrieden protestieren. Auch gus dem neutralen Ausland« kommen Proteste der dort lebenden Deutschen. Samt. liehe Krindgebungen sind ein deutliche» Zeichen dafür, wie tief da« gesamte Volk durch diesen geplanten letzten tödlichen Schlag ge- troffen werden wird, und daß e« deSbalb alle» daran setzen wird, diesen Frieden, der dem deutschen Volke vollends den GarauS machen würde, abzuwenden. Di« t?auptsorge aller richtet sich auf unsere schwer bedrohte Ostmark. Am ergreifendsten sind die Kundgebungen, die au« der Ostmark selbst kommen. Au» Ostpreußen, da» durch die geplante Erenzgestaltung de» FriedenSv-rtrage» vom Reiche abgetrennt werden soll, sind de« weiteren Hunderte von Entschließungen au» fast allen Orten ein- gelaufen, in denen Hunderttausende gegen den Gewaltfrieden Pro» test erheben. Die Telegramme, die aus jenen Gebieten stammen, für die eine Dclkeabstimmung voraesehen ist, sind ein Zeichen dafür, wie diese AHtimmiing ai'»fallen würde. Auch der Gesamtverband der christlichen Ge» werkschaften Deutschland»«läßt«inen Aufruf, der den �swaltfriedcn al» unmöglich darstellt und gegen die Sklaverei im Pienst ausländischer Kapitalisten protestiert. _ Auch Wr Vorstand der Landwirtschaftska'mmer für die Provinz Schlesien ließ einen entschiedenen Protest an die Reich». reqierung ergehen, in welchem neben der Beibehaltung der alten Grenz« gefordert wird, daß der Weiterdurchzug der Armee Haller bi« zur Klärung der Fnedenifroge sofort s I st i e r t wird. da gerade Schlesien durch eine Verstärkung der panischen Streit- macht aufs schwerste gefährdet wird. Gegen die iviehabliefernng. Der stellvertretende Präsident de» Deutschen Land» wlrischaftSrat», Dr. Freiherr von Tetto-Reichevtshausen, hat an den Herrn Reichiminister de» Autwärtigen, Grafen von Brockvorff Rantzau, eine Depesche abgesandt, in der er sich gegen den schmachvollen Frieden wendet. E» heißt da u. a.:..Der For» derung der Viohablieferungen wird die Landwirtschaft den stärksten Widerstand entgegensetzen, weil sie dadurch zum Stillstand v«r. urteilt und da» deutsche Volk dem Hungertod« preis- gegeben würde." preußische Lanöesversammlung. Di«n»tag. den lS. Mai, mittags 1 Uhr. Am Miwistertisch: Da» ganz« preußische Ministe, r i u m unter Führung de» MwsterprSsidenten Hirsch. Auf der Taoesoridnung steht di« Besprechung der Erklärung de» Ministerpräsidenten vom 8. Mai. Al» erster ergreift da» Wort der Abg. Graef-Frankwrt a. M. lSoz.!. Er gibt der tiefen Enttäuschung darüber Ausdruck. daß die FrietzenSbedingungen so wenig den von Wilson während de« Kriege» und bei Gelegenheit d«S Waffenstillstandes aufgestellten Grundsätzen entsprechen. » Di« Preußische Landetversammkung wird sich, fall? die heutige Tagesordnung in einer Sitzung erledigt wird, angesichts der allge- meinen politischen Lage auf etwa 14 Tag« vertagen. Auch Aus» schußvtzungcn finden während dieser Pause nicht statt. necht-Luxemburg. traut, eine Aussage zu machon. Erst alst die Beisitzer das Zimmer oerlassen hatten, sei eS ihm. dem Anklagevertreter, gelungen, den Dräger zu'einer Aussage zu bewegen. Di« Zeugen Rusch vom BollzugSrat und Struwe vom Zentralrat, die ebenfall» als Beisitzer am UntersuchungSver. fahren teilnahmen, stimmen in den tatsächlichen Angaben über das UntcrsuchungSvcrsahren mit dem Zeugen Wegmann ül-ereia, und antroortan-ruf Befragen de? Vorsitzenden, daß sie außer dem in diesem Prozeß vorgebrachten Bcweisowtcrial kein weiteres Material vorbringen können. Geh. Modizinalrat Dr. Straßmann wird auf Antrag des Ver» teidigers über den Geisteszustand des Angeklagten Runge gehört. Er kann, gleich den bereits vernommenen Sachverständigen, n i ch r annehmen, daß sich Runge h«;. Ausführung der Tat in einem die strafrechtlich« Verantwortung ausschließenden Dämmerzustand befunden Hobe. Kraftfahrer Jan ch k o w. der das von Wegmann erwähnte Gespräch mit Wolf gehabt hat. wird vernommen und gibt an, ein Unbekannter hebe ihn aufgefordert, sich wegen einer Aussage mit den Unabhängigen in Verbindung zu setzen. Am folgenden Tag« sei er telephomsch nach dem„Fürstenhof" bestellt. Dort hätten ihn zwei Heilren erwartet, welche ihm erns Belohnung von 100 000 M. in Aussicht stellten, wenn er über die Tötung von Rosa Luxemburg die Wahrheit sage. Dab i st.-i er gefragt worden:.Nicht wahr, Oberleutnant Vogel bat sie doch erschossen?"— Der Zeuge habe darauf geantwortet,«r werde vor Gericht di« Wahr- holt kaaen Damit sei daS Gesprä-b aW�-rchen werden. Zeuge Leutnant Jansen stand Posten auf der Lichtenstein- brücke, al» das Auto mit Rosa Luxemburg dieselbe passiert«. Auf den Anruf deS Zeugen habe der Wagen gehalten, eh« er herankam fei ein dunkler Gegenstand aus dem Wagen geschleppt worden, der Chauffeur Hab« zu ihm gesagt, er solle sich nicht beunruhigen, e« fei die.Leiche von Rosa Luxemburg. Er habe dann auch etwa« im Wasser schwimmen sehen urd mit Leutnant Röpke zusammen dem Angeklagten, Hauptmann Weiler Mitteilung von dem Vorgang gemacht.— Ter Vorsitzende stellt fest, daß der Angeklagte Weller über diesen ihm bekannten Porgang bei seiner Vernehmung bewußt Unwahre Angabrn gemaib- hat.— Ange kl. Wellcr gibt da»»„ und erklärt sein Verhalten t. durch, daß er nicht in ei« GerichtSver- fahren verwickelt werden.vollte. Zeuae Leutnant R ö. k e: Al» da» Auto an der Lichtenstein- brücke hielt, wurde ein dunkler Gegenstand herausgetragen, den ich für ein Maschinengewehr dielt. Ich fürchtet« einen Sva-'». kistcriangriff, richtete ein Maschineiigewchr auf die Leute und rief: ..Salt oder wir schießen." Da wurde mir zugerufen:.Nicht schießen, wir bringen die Leiche von Rosa Luxemburg." Darauf sab ich, wie die Leiche inS Wasser geworfen wurde und hörte sie a»fichlagen. Dem Hauptmann Wcller erstattete ich die dienstlich« Meldung:„Die Leiche von Rosa Luxemburg ist eben ins Wasser geworfen, man kann sie noch schwimmen schert." Der Ankla'-evertreter hält dem Angeklagten Weller vor, daß er bei ftiner Vernehmung gesagt babe. er wisse nicht» von dem Vorgang mit der Leiche der Frau Luremlburg, er habe davon erst am folgenden Tage auf der Wach« gebört. Zeuge Stadiv. Wild(Charlottenburq) ist vor L bi» 3 Wochen mit dem Zeug-n Woida in Berührung gekommen, der ihm mitteilte. die Leiche Rosa Luxemburg? sei mit Steinen beschwert und mit Stacheldraht umwickelt in» Wasser gewo.rfcn worden. Woida hat dem Zeugen auch die Stelle gezeigt, wo die Leiche in» Wasser ge. warfen worden seit, solle. Tie Beweisaufnahme ist beendete In der Nachmittag»sttzung werden di« Plädoyer» gehalten. ?nöustrie und Handel. Tie Börse. An der Börse machle sich zu Beginn eine leichte Er. r e g u n g bemerkbar, die jedoch bald wieder verloren ging. Beran. lassung hierzu gab der Rückgang derKri«g»anleihen auf etwa 7g>4 Proz. Auch sollen vereinzelte Zwangsverkäufe vorge- nommen worden sein. Höher hatten Schiffahrtsaktien ein- gesetzt, die aber schließlich unter gestrigem Schlußkurs notierten. Auch einzelne Montan- und Rüstungspapiere waren gebessert. Stark angeboten waren Kanada, auch Kolonialwert« lagen schließ» lich schwach. Ziemlich gute Meinung bestand für österreichische Werte, im Zusammenhang mit der Besserung der österreichischen Valuta. Das Geschäft war sehr still; die Börse schloß matt. Friedensvertrag und Baiuta. Di« Bewertang des deutschen Geldes im Autland ist bekannt» lich der Gradmesser für da» Vertrauen, das da» Ausland der beut» scheu Wirtschaftskraft entgegenbringt. So ist e» jetzt bezeichnend, daß der Markkur» allerwärts wieder im Sinken i st, nachdem er sich vorher in der Zeit vom 26. April bis zum 7. Mai d. I. ganz erheblich erholt hatte. Eine kurze Tabelle, in der die von der Reichs- bank festgesetzten Devisenkurse angeführt sind, mag da» beleben. Es kosteten in Berlin: am 26. April 7. Mai 12. Mai 100 N........ 645,— 437,— 487,- Mk. 100 Schweizer Hr... 276.75 222.— 247/—. 100 Schweizer Kr... 859,76 296,— 821,—. Da« Steigen der Devisen in Deutschland entspricht dem Sinken de» Markkurses im Ausland. E» geht daran» unzweideutig hervor, daß, wa» auch in neutralen Pressestimmcn wiederholt zum Ausdruck kam— da» Vertrauen in Deutschland» Wirtschqft»lrast w i e de r auf» Neue Ins Wanken kommst, ganz gleichgültig, ob wir den Frieden annehmen oder ablehnen, da di« Erdrosselungsmaß. nahmen der Entente«in Wiedererstarken de» deutschen Wirtschaft». leben» zur Unmöglichkeit machen. Welch« Folgen die Entwertung der.Mark auf die Verteuerung ausländischer Lebensmittel und Rohstoffe haben muß, liegt auf der Hand. Selbst eine amerikanische Valuta-Anleihe, von der in letzter Zeit ja wiederholt gesprochen war» den ist. könnte diesen Prozeß auf die Dauer nicht aufhalten, weck» di« Entent« un» keinen Frieden gewährt, der uns erträglich« Le» benSbedingungen gibt. HroßSerlw Auch eine standrechtliche Trschiestnng. 6>ll da» verfahren sein, nach welchem im März der knapp lSjähriac l w i n 31 e qf e. frühere» Mitglied der Republikanischen So!- datenwehr in Neukölln, vom Leben zum Tode befördert wurde. Nach seinem Ausscheiden au» der R. S.-W. wurde, weil er da» Gewehr noch nicht abgeliefert hatte,»m« Haussuchung in der Woh, nung seiner Eltern vorgenommen, und dort fand sich in seinem Bett die Waffe. Nur aus diesem Grund« sei er. versichert sein« Mutter, sofort in Haft genommen worden, und aus ihr habe er nach etwa acht Tagen an di« Eltern geschrieben, daß er erschossen werden solle. Ter Bater setzte alles in Bewegung, den Sohn zu retten, konnte aber über seinen Verbleib und über sein Schicksal 'nicht? Bestimmte» ermitteln. Erst sechs Wochen nach jener Ver- Haftung erhielt er den niederschmetternden Descheid, daß man den Sobn tatsächlich erschossen hatte, aber eS fehlte jede Angabe darüber, wo die Leiche geblieben war. Nach weiteren zwei Wochen wurde dann im Mai unter den vielen in da» Berliner Leichen- schauhauS eingelieferten Leichen, die inzwischen aus dem Wasser aufgetaucht waren, auch die deS jungen Nehsc erkannt. WaS ist bisher geschehen, diese dunkle Erschießungsaffäre aufzuklären? Gegen die eigene Regie. Der BcrbandSauSschuß Groß-Berlin'hat sich auch, wie wix be» reit» berichteten, in seiner gestrigen Sitzung mit den zur Sieue- rung der Arbeitslosigkeit durchgeführten NotftandSarbeiten in den Tauerwäldern des Verbände? beschäftigt. Nach länaerer Erörte» rung wurde, wie wir erfahren, vereinbart, daß gewisse Notstand». arbeiten allmählich in Unternehm« rarbeiten übergeführt und die durch die ganz geringen Arbeitslei st ungen außerordentlich unwirtschaftlichen Regiearbeiten de« Berbapde» nach and nach abgebaut werden sollen. Ter Protest der Telephonistknneu. Vc-m Verein der Post- und Telegraphenbeamt-innen wird un» geschrieben: Ueber die Mißstände im Fernlprech Wesen hatte da» Gouverne- ment Berlin vor kurzem eine Beschwerde in di« Bcesse gebracht, in der den Angestellten mangelndes Pflichtbewußtsein und Arbeit». unlust vorgeworfen und dagegen energisches Vorgehen der Ober- Posidirektion Berlin verlangt wird. Die weiblickien Beamten der Groß-Berltner Fernsprechämter haben sich über die Notiz des Gou- vernements stark verletzt gefühlt und legen gegen den unsachlichen Angriff sowohl als auch gegen die Art und Weise der Beschwerde s-bärflte Verwahrung«in. Daß zurzmt schwere Miststände im Fernsprechwesen bestehen, soll nicht bestritten werden. Der neue Posthau»haltsplan für 1919 steht nicht umsonst 65 Millionen Mark für JnstandsetzungSorbciten an Fernsprechanlagen vor,»die durch die KriegSverhältniss« so in Rückstand geraten sind, daß mit dem Wiederaufbau mit Beschleunigung vorgeaangen werden muß". Die rorkonimenden Falschverbindungen, vorzeitigen Trennungen und da« lange Warten de» Teilnehmer» am Apparat sind auf die' durch di« Kriegszustände bedingten Mängel de» System» und die gleich» fall» damit zusammenhängende Ueberlastung des Personals zurück- zuführen. Tie Teilnehmer können da» selbst leicht daran prüfen, daß sie auf einzelnen Aeintern häufig die Entgegnung hören werden. daß sämtliche Leitungen nach dem verlangten anderen Amt be- setzt seien. Da« BerslMak in seiner Gesamtheit hat in den verflossenen KriegSsabren und der gegenwärtig schweren Zeit, die eine nie ge». kannte Benutzung des Fernsprechers zeigt., m vollstem Maße unter den schwierigsten Umständen und unter Aufbietung aller Kräfte seine Pflicht getan und dafür in mehrfachen Bermgunaen vom scheidenden Staatssekretär Rüdlin und dem Ober-Postdirektor Ge- �eim'-at Vorbeck re'-len Dank und vollOe Anerkennung ncerntet. Die Fernsprechbeamtinnen bezahlen ihre Pflichttreue mit ihrer Ge- sundheit. Medizinisch« Statistiken der Reichspostverivaltung stellten fest, daß unter 1000 etatSmäbig onaestellten Post und Te'earaphcn. gehilffnnen im Fahre durchschnittlich 1100 erkranken, während die gleiche Krankenziffer bei den Kontoristinnen z. B. noch nicht 250 beträgt. Solch« von völliger Unkenntnis der Verhältnisse zeugende Preßrwff»en sind nicht geeignet, den Verkehr durch den Fernsvrech-r zu erleichtern,' da sie das Publikum gegen die schwer belasteten Beamtinnen ausreizen. Wenn es üblich wird, daß e'ne Behörde «inen ganzen Stand in so schwerer Wci'e belechigt, wenn sie Grund zur Beschwerde über einzeln« Anaeböriae deS Berufes zu baben glaubt, so wird daraus bald«in Kamvf aller gegen alle ent» stehen. Das Gouvernement ist sich seiner Pflicht als oberste gutz- führend« Militärbehörde Berlin» nicht bewußt gewesen, al»«S dies« Notiz in die Press« setzte und hat den namentl'ch von den Militärs. s-ben Stellen besonder» scharf betonten dienstlichen Beschwordeweg völlig außer acht gelassen._ Bei der Eintreibung von Kirchenstenern kommen immer noch toll« Dinge vor. Sollte e» der Berliner Stadisbuode gar nicht möglich sein, in den Listen der Kirchensteuerpflich- tigen die notwendig« Ordnung zu schaffen? Seit vielen Jahren ist darüber geklagt worden, daß immer wieder Ani» forderungen zur Zahlung von Kirchensteuern noch an Perspnen aerichtet wurden, die längstt auS der Kirch« ansge'chieden waren. Daß trotz aller öffentlichen Rügen durch die Presse man keine wirk- samen Vorkehrungen gegen die Wiederholung solcher Mißgriffe getroffen hat, ist doch geradezu«in Slandal. E'n Leser meldet un». daß er noch setzt mit einer Aufforderung zur Zahluna von Kirchen. steuern für sich und sein« Frau belästigt wird, obwobl er schon im Jahre 1897 seinen Austritt aus der Kirche erklärt hat und sein« Frau im Jabre 1910 gestorben ist. Für den Fall, daß er nickt binnen acht Tagen zahlt, werden ihm ZwangSmaßregeln anoc. droht. Die Siadisynode hat einmal«inen Mann, der ihr auf eine unberechtigt« Kirchensteuerforderung mit einem derben Brief ge- antwortet hatte, wegen angeblicher Beleidigvng vor Gericht ge- schlepvt. Ist«S aber«in Wunder, wenn bei solchen Bummeleien den Belästigten der Arimip packt, und er eine nicht dem Kom- vlimentierbuck entnommene Antwort gibt? Unkundige welsen wir übrigen» ausdrücklich darauf hin, daß die Berliner S'adtsvnode nicht, wie oft irrtümlich angenommen wird, ein Teil der Berliner Stadtverwaltung ist. Sie hat mit der Stadtverwaltung nicht» zu hin und ist lediglich eine kirchliche Körperschaft für da» Stadt. gebiet Berlin. Drei Todesopfer in einer Familie. Di« Kutscherfrau Manze vermißt« sei den Unruhen ihren Ehemann und zwei erwachsene Söhne. Vor vier Wochen wurde nun der ein« Sohn au» der Spree gelandet, acht Tag« später der Mann. Gestern endlich fard man auch den zweiten Sohn, den 22 Jahre alten Arbeiter Karl Manze an der Waisenbrück« al» Leiche in der Spree wieder. Er hat ebenfall»«inen Schuß erhalten. Eine LiebeStragSdie bat sich gestern in dem Haufe Petersburger Straße 70 abgespielt. Hier wohnte der 24 Jabre alte Schneider Max Knuth. der von seiner Frau getrennt lebt«. Gestern abend um 8 Uhr fand ihn sein« Frau in seiner mit Go» angefüllten Schlafstube tot im Beffe liegen. Neben ihm lag die Lei-be«ine» Mädchens, dessen Persönlichkeit noch nicht festgestellt ist. E» liegt ohne Zweifel ein Doppelselbstmord vor. Ein Boot«nfall, dem zwei Personen zum Opfer sielen, er- eignete sich am Sonntag mittag aus der Spree in der Nähe der Preßluftwerke. Ter GerichtSbeamt« Trautmann auS Berlin machte mit seiner Frau und seinem Schwiegervater«ine BovtSvartie. In der Näh« der Preßluffwerke kenterte da» überladen« Boot und die Insassen fielen in» Wasser. Drei Arbeiter der Preßluftwerk« schwammen sofort nach der Unfallstelle und e» gelang ihnen, die beiden Herren, die sich an dem Boot festgeklammert Haffen, zu bergen. Frau Trautmann war bereits Untergegangen. Bei den beiden bewußtlosen BootSrnsc�ssen wurden Wiederbelebungsversuche angestellt, die jedoch nur bei dem Gerichtsbeamten von Erfolg waren. Sein Schwiegervater, Herr Toll, war woU infolge«in?» Herzschlage» verschieden. Die Leiche der Frau Trautmann ist bis- her noch nicht geborgen worden. Fortbildungskurse für Lehrer und Lebrerlnueu. Die«t a-«. lich« H-iuvtflelle Rr den naturwRens-taftli-ten Unterricht»er- aniialtet auch in diesem Sommer Lehrgänge„rr skorlh'tdung der Ledrer und Lehrerinnen Mroß»Berl>n». Reil eingerichtet find Fütxnngen durch da« Muinnn für Meereskunde fProsessor Etnhlbergl. serner Unterweisungen über die Einrichtung mineralogischer Sgmmlnnaen für den Unffriichl s0. Veilraucnslcute 12 Uhr. Ktirxsbcschüdiglcn-Füisorge der Hecleswinkslätten. I.A.: Schmidt. Vorträge. Der sitlberc RegicrungSrat jNaitin, der Versasser des so- eben erschienenen Buches.Tie so iale Reoolntion", svricht heute abend ?>/, Uhr in der Philharmonie über Die beulige Vage und die Verstaatlichung # aller Vermögen über 100 Millionen Marl und über die Friedcnssrage. Lich�iitder- Vorträge für Frauen und Mädchen. Am 14. Mai, abei ds st Uhr, über„Entstehung, n-esahren und Per bittung der Geichlechts- Irantheilen*. Diese Porti ägc sindcn In allen Sladltcil'N Berlins statt und zwar: Vliiienstädt. Gymnasium, Gleim st r. 58, Rednerin: srrau Dr. Kaus- mann; Königstädt. Aealgnmnasinm. Elisabeldilr. 57, Redner: Facharzt Dr. ilewill;.Königstädt. Obeirealschule, Paiieurstr. 44, Rednerin: Frauen« ärzlin Dr. Tlygodzinsli: Mommsen-Gymnasium, Woruchcr Str. II, Redner: Frauenar t Dr. Max Hiisch i Vuiseii.Gxmnasium, Turmstr. 87, Rednerin: Frauenärztin Dr. Bergmann; Luisenstädt. Oberrealschule, Dresdner Str. 113, Redner: Dr. Nocschmann: 5. Pflichliortbildungsschule. Lange'ir. 31, Red- ncrin: Frauenäiztin Dr. Cordes: Sophien-Realgymnasrum, Steinslr. 31. Redner: Facharzt Dr. Colman. Der Eintritt ist sreu Grosz-Verliner Lebensmittel. Vuchbolz. Die Gemeinde hat eine Berkauisstelle errichtet, in der in Zukunft sämllue von der Gemeinde zu vc: testenden Waren ausgegeben werden. Verkaufszeit von 0—1 und 4—8 Uhr Ve> läuse im Anilsh mfe und anderen Stellen finden in Zukunst nicht mehr statt.— Bei den Kaus- leiilen, bei denen de» letzic Kunsthonig gelaust woidcn, aus Flc schknitcn- abschnitt 20 rro Kopi 1 Hering(SOPs).— In der Gcmeindcverkaussstelle Zitronen, jede Familie 2 Stück a 50 Ps. Groß-öerliner Partemachrichten. Arbeiterräte Grost-B erlins. Kommunale Arbeiterräte und Toldatenräte. Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, im Plenarsaal des Herrenhauses gemeinsame Sitzung. TageSordnndg: 1. Tic Eiuigungsfrage. 2. Bericht von der Vollversammlung. 3. Pcrschiedincs. Legitinlation ! ist mitzubringen. Der Fraktionsvorstand. Haase. i ■wtw im i■»■ iXMmsnKamaaBMimmt?iurwrK-4*jmVatt»«r. I7/I». Kascde Kille b.qualvollem, be- sonders nacht, unerträgLpeirng. onngi O d« stiiier»>r- \ lende„Orlindabaisain", st. auch in hartnäckigsten liche» Bfutrcinigungspulver. Schacht. M. 2,-, 3 Schachteln 93.5,75. O.NeicheI,Berl.43.Eisenbahnst.4 Sanitätsrat Dr. Wegscheider'sj Brusttee u. Tropfen I nach Original-Vorschrift 1 gegen Husten und Hungen- leiden in Paketen zu Ä und 4 Mk. Elefanten• Apotheke Berlin, Leipziger Str. 74. 1 Dönhoffplatz. reparert unie Garantie der e-fahrene Fachmann MOnifiÄSÄ !!!Geld!!! |ür jede Wertsache. Höchste An» saufspreife Mr Pfandscheine, Brillanten, Goldgegenstände. Teppiche. Bücher usw. 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