Nr.S46.3«.I»I,r». Se-i»gSpret»i BletteljöJJr!. 7L0 iÄU monoM. 2 SO SSt ftriins®auä. voiautzsthlbai. Swzevu Summern IC Pfennig,■üotlbcjug: itiiomulicn 2 so SiL. erfL Zuftcllunys. gebühr. Umer jircmbant) für Deutfid- :aui u, Oeflerreich- Ungarn..TB VU, für das übrige Ausland n.TS KL. bei lüglich einmal ig ei fuiiellung 7. TS MI. Pmrbeiteüunqen nehmen an Düne- Marl. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Singetrageu m die Loil-lieilunoS-Preislilte. Der.Sorwürli' ericheuu wochemügkch zweimal. Somuagi. eiimuu, Morgen-Ansgabe. Telegramm»Ad reffe: .Cattalfeemofca«©er Ii**. tf- f Verlinev Dolksblatt. (10 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achlgewaltene Sonvareillezeü« lollei 1.20 MI..Kleine Anzeigen». da» fetigedruckle San SV Pfg.(zulüffig 2 fetigedrultie Sorte), jebei weitere Ooo 25 Pfg. Stelle ngefuche und Schlafstellenanzeigen das erire Wort tv Plg.. ledeS weitere Wort 20 Ps... Worte über IS Buchstaben zähle:, ihr zwei Sorte. TeueniNgCzufch'ag SC». Finnilien-Snzeige». volitifche und gewerflchastliche«eretns- Anzeigen l.» MI. die Zeile. Anzeigen für dir nächste Kummer müssen dt« S llbe nachmittag« tm Hauptgeschäft. Berlin «•8.88, Ltndenltrafze 3, abgegeben «erden,»eüffnet von S Uhr früh bi« i Uhr abend b. Zentralorgan der rozlaldcmokratifd�cn Partei Dcutfchlanda. Reöaktioo und Expedition: EW. 68, Lmdenstr. 3. acrnsprrcher: Amt Morit-vlad, Nr. 151 iH>— 13197. Donnerstag, den 15. Mai 1919. Vonvärts-Verlag G.m.d. h., SM. 68, Linöenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 117 iiZ— 54. Was tut öle Internationale! Entsendung von StndienkommissZonen. Genf, 14. Mai. sSigener Drahtbcricht drS„Vorwärts'.) Das in Paris tagende Aktionskomitee der internatio» nalrn Sozialistenkonferenz hat, wie die HavaS-Agentur mrldet, beschiossen, dem Rai der Vier einen Bericht über seine» Standpunkt bezüglich d e s Friedensvertrages vorzulegen. Das AttionSkomitee hat den Friedens vertrag auf Grund der von der Berner Konferenz festgesetzten Grunde sätze geprüft und gibt seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß der Pariser Völkerbund e i» e L i g a d e r Z! e g i e r u n g e n, aber nicht ein Bund der Sölker sei. DaS Komitee verlangt die sofortige Zu- laffuug Teutschlands Und Rußlands zum Bölkerbund und fordert auch von den Alliierten die Herabsetzung ihrer militärischen und maritimen Rüstungen. Die Trennung Deutschlands in zwei aucrinanderfallende Teile und die Bedingungen bezüglich des Saardcckens sowie die Austeilung der deutsche» Kolonien wird kritisiert. Wie die„Humani.'s" mitteilt, wird das Aktionskomitee der Friedenskonferenz die Beschlüsse der Amsterdamer Konserenz vorlegen und für die Internationale neue Statuten ansarbeiten. Räch Deutschland, Bersaillrs und Italien sollen Studienkommisfionen geschickt werden, die mit den sozialchifcheu Parteien Fühlung nehmen » solleu. Zu einer eiadrnckSvolle» Kundgebang des Pariser Proletariats gestaltete sich die am 11. Mai statt- ge>undeue Versammlung de« sozialistischen Seinedundes. Aus den Reden der vier Redner tönte klar und denilich der Ruf nach einer befreienden revolutionäre» Tat. Loriot sagte» der Friedens- vertrag sei nichts anderes als ein KrirgSvertrag und bei der Wahl zwischen Krieg und Revolution»erde dir letztere am wenigste» Tränen und Blut losten. In der einstimmig gefaßten Nr- solutio» wurde die kräftigste Aktion gegen de« jetzt demaslierten Imperialismus der Entente de- schlössen. Tie Regierungszeitungen, namentlich der„Temps" nud das„Journal deS Döbats" zeigen sich infolgedesien ziemlich denn« ruhigt und suchen in ausführlichen Artikel» de« französischen Sozia- lismus klar zu machen, daß sie durch ihre Ideen dir deutsche Regierungspvlitit unterstützen und mit einem Bölkersrieden nur den Bolschewismus verwirklichen helfen. Tie Haltung der französische« Sozialisten. Versailles,!4. Mai. Wi« wenig von der Aktion der fran- zösischen Sozialisten erwartet werden darf, um bessere Be» dingungcn durchzusetzen, zeigt sich in einem Artikel des„Jour- nal du Peupl«", welcher einen völligen Umschwung in der Stimmung dieses Mattes bedeutet. Henri Fabre schreibt heute in einer Beurteilung des sozialistischen Manifestes: Ich finde, daß die sozialistische Internationale um der Keime willen, welche der Frie. densvertrag enthält, mit Recht gegen ihn protestiert. Die sozio- listische Internationale will eine allgemeine Brüderschafi und ist deshalb ein unerbittlicher Gegner alles dessen, was den Haß der- ewigt. Aber die französischen Bürger und Steuerzahler werden es nicht unangebracht finden, daß das Volk, welches die größte Kriegsverantwortung trägt, auch den größten KricgStribut bezahlt. In seinem Unglück wird Deutschland unS gegenüber den großen Vorteil besitzen, daß es kein Kricgsbudget mehr haben wird. Es ist unzulässig, übermäßig die Deutschen zu beklagen, wenn wir unsererseits so schlecht dabei wegkommen. Bevor wir ihre Wunden verbinden, denke ich an unsere Verwundeten. H e r v e schätzt in der.B i c t o i r e' die Zahl jener, welche eine Aktion zugunsten Deutschlands möchten, nur als eine Handvoll Fananter. Ob Deutschland sich bolschewisiere oder nicht, in Frank- reich werde sich niemand rühren. Jeder Gedanke einer sozialen Re- Volution, auch nur eine» RevolutionSversuch», sei in Frankreich augenblicklich vollkommen ausgeschlossen. Pressestimmeu zur Rede ScheidemannS. Versailles, l4. Mai. Zur Rede ScheidemannS. welche von der gesamten Presse abgedruckl wird, liegen»n der heungen Morgenpresse auffallend wenig« Kommentare vor.„ P« i i t Journal*1 ist von dem heftigen Proteste Scbeidemanns und der Noimnalveriammlung gegen die Fliedensbedingungen niibt über- ro>cki. denn jeder Verurteilte protestiere, wenn die Stunde der Sühne nahe. Dcutichland müsse die Folgen ieineS Verbrelden« trogen. Die Enlenleregierungei: würden sich ebeniowenig durcki interessierte Ausrufe wie durch derlappte Drohungen beernfliisien lassen. .Hamm» Ii b re i erklärt; Bei all seinen Klage« ist Scheide- mann Scheidemann geblieben. Alle von ihm belundele« schönen Gefühle doben nur de» einzigen Zweck, Deutstbland dor der Gerechtrgleit, vor dem Frieden, vor dem M a r t p r' u m z« retten Wenn Sweidemann sich von den Greueln der Gewalipoliiit und de» rohen Militarismus ichaudernd abwendet, will er eben nur permeiden, daß alle Kräite Deurichlands zur Wi dergutmachiing der Schäden verwertet werden sollen. Englisthe Blätter zur Neöe Schelüemanns. Rotterdam, 14. Mai. Wie der»Nieuwe Rotterdamsch« Eon- rant' aus London meldet, wird die Rede ScheidemannS von den konservativen englischen Blättern aufs schärfste der- urteilt, findet jedoch Anklang bei den liberalen und so- zialistischen Blättern.„Daily News" schreibt: Wir wollen einen Frieden, der eine tüchtige Regierung, die von der Mei- nung des Volkes gestützt wird, stärkt und die die anderen Mächte als Trägerin der Verantwortung ansehen können. Aber wie die Sache liegt, so ist die Annahme des Friedensvertrages ebenso cher- hängnisvoll wie die Hoffnung aus eine stetige Regierung in Deutsch- land, als die Ablehnung des Vertrages, und doch hätte dies eines der Hauptziele der Friedensdelegierten sein müssen. „Daily Herald** sieht voraus, daß statt Entschädigungen zu erhalten, man deutsches Gebiet wird besetzen müssen. und schreibt, die Militaristen in allen Ländern, vor allem in Frank- reich, würden dem zujubeln, aber eS bedeute die militärische Skla- verei für England und alle anderen Völker, die sich an der Besetzung beteiligen. Die Völker würden genau so bezahle» müssen wie Deutschland. Ein Siegesfricden? Die„Washington Post' stellt die flBerraschende Theorie aus. daß die jetzigen Friedensbedingungen nicht end« gültig sein, sondern redigiert werden sollen. Italien, Frankreich und England würden diese Bedingungen nur annehmen, um mit Wilson korrel'.e Beziehungen aufrecht zu erhalten und die Zeit ab- warten, bis ein Regicrnngswcchsel in den Bereinigten Staaten die Hinderuiffe teseitigr, die eine« wirkliche» SiegeSfriedea entgegen- stehen._ Der internationale ßrauenkongreß. Aufhebung der Blockade und Bölkerbund. Zürich, 14. Mai. sSchweizerische Drpeschenagentur.) In der gestrigen Nachmitlagssitzung des internationalen Frauen- kongresseS teilte die Vorsitzende mit, daß die Resolution zur Hungerblockade in noch etwas verschärfterer Form sich für die Aufhebung der Blockade und unverzügliche Ber«. sorgnng der ausgehungerten Gebiete ausspricht Zur Behandlung kamen sodann verschiedene Vorschläge zum Völkerbund. Frau Hertzka-Wren vertrat die Auffassung, daß der Pariser Entwurf vollständig die Grundsätze der gegenseitigen Hilielerstung außer A»t lasse. Die Frauen lönnten sich auf kernen Kompromiß einlassen, sondern müßten eine ideale Lösung versuchen Miß Wilkinron-Manchester wreS auf die großen Umwälzungen in den Zentralmächlen hin. Wie dort, lönnten auch die Verhältiriste in den Enlenteländern sich ändern. Wie die Deutschen den Kaiser und die Russen den Zaren abgeschafft haben, besteht auch die Möglichkeit, daß Englano Lloyd George abschaffe. ES wurde schließlich be- schloffen, praktische Borschläge zu dem VölkerbundSeniwurf nach Paris zu senden._ der§r!eöe für Deutsch-Gefterreich. Tic Wiener Presie gegen den Bernichtnngsfrieden. Wien, 14. Mai.(Korrbureau.) Bei Besprechung der noch nicht bestätigten Meldungen der Pariser Zeitungen über die B e- diugungen an De utsch-Oe st erreich heben die Blätter hervor, daß. wenn die Meldungen auf Richtigkeit beruhen würden, alle Befürchtungen gerechtfertigt' wären, mit denen den Borsch lägen der Entente entgegengesehen werden mußte. Der Friede, wie ihn der Verband für Deursch-Oesterrerch und Ungarn plant, hätte dasselbe Gesicht wie das für Deutschland. Er wäre ebenfalls ein VernrchtungSfriede, den Deutsch» Oesterrreick ebenfalls nicht unterzeichnen könnte. Genf, 14. Mai.(TK.) Wie aus Pariser diplomatischen Krei- sen verlautet, besteht seitens Frankreichs die Absicht, Oesterreich be: den Friedensverhandlungen mit großem Wohlwollen zu behandeln, da Frankreich in sämtlichen Ländern der alten Habsburgischen Monarchie seine natürlichen Verbündeten in Mitteleuropa sieht. Nach anderen Meldungen soll Oesterreich vor die Entscheidung gestellt werden, ob eS sich an Deutschland anschließen und dann dessen Geschick teilen oder ob es sich durch Neutralisierung Wirt- schaftliche Vorteile von feiten der Entente sichern will. Zur Aufnahme Deutscblanös in üen Völkerbund. Amsterdam, 14. Mai.„Daily Herald' vom 12. meldet: Sowohl in England al< auch in Frankreich gewinn« der Gedanke an Boden, daß Deutschland t« de» Völkerbund sofort aufgenommen werden sollte. Der Gedanke, daß Deuischland erst eine Probezeit durchmachen sollte, tritt immer mehr in den Hintergrund. v»e Zrleöensverhanölungen. Bon Lvbdig M e h e r- Kvifiiani» Für di« Auffassungen in den stcmtnnavischen Ländern logt die Stimme des alten geschätzten Mitgliedes der nor- wegischen Ardeiterpartm Ludvuz Meyer neues Zeugnis ab, Bir kennen alle die Geschichte vom Streit zwischen dem Wolf und dem Lamm. Sie stritten darüber, lver dem an- deren das Wasser triibe. Das Lamm stand zu unterst am Bache und glaubte daher in seinem sonnenklaren Rechte zu sein. Der Appetit des Wolfes indessen entschied die Frage, und dos Lamm wurde gefressen. Die Alliierten haben sich durch den Waffenstillstandsver- trag ausdrücklich verpflichtet, nur Ersaß für den Schaden, der privaten Interessen zugefügt ist, zu verlangen. Trotzdem wollen sie jetzt Deutschland die Hinterbliebenen« und Jnvalidenfürsörg« aufbürden. Diese Zusatzentschä- diaung verlangt, in einem Endbetrag ausgedrückt:, kaum weniger als 150 Milliarden. Frankreich und Polen sollen Genugtuvng für altes Unrecht erhalten. Es handelt sich um Ereigniise, die äO-HOV Jahre zurückliegen. Der Bevölkerungszmvachs Deutschlands in den letzten Jahrzehnten ist im wesentlichen auf diese Eroberungen zurückzuführen. Jede Politik muß mit Tatsachen rechnen, und keine Tatsache kann man weniger außer acht lassen, als die Bevölkerungsdichte eines Volkes im Verhältnis zu seinen Hilfsquellen. Zur' gleichen Zeit, wo Deutschland so ungeheure Entschädigungen abverlangt werden, soll eS an allen Ecken beschnitten und gelähmt werden. Deutschland der- liert seine Kolonien und Besitzungen in fremden Ländern und Weltteilen, der größte Teil der deutschen Handelsflotte wird geraubt, und zwischen Deutschland und dem russischen Nachbärnwrkt werden Grenzmauern errichtet. Die Forderungen werden ohne Begrenzung erhoben: die Forderungsberechtigten behalten sich das Recht vor, sie zu beliebiger Zeit nach Gutdünken zu erhöhen. Kann ein Volk solche Verpflichtungen tragen, ohn e ge- krochen zu werden? Das deutsche Volk zeichnete sich vor allen anderen europäischen Nationen durch Gelehrigkeit, Zielbewußtsein und Arbeitsfreude aus. Können diese Eigen- schasten erhalten werden, wenn alle Arbeit für Generationen vergebens ist? Würde ein siegreicher deutscher Friede sich ebenso über berechtigte Rücksichten hinweggesetzt haben? Man ist auf deutscher Seite, jedenfalls kaum berechtigt, mit etwas anderem zu rechnen. Die Forderungen, die von einer Anzahl weit- verzweigter Landesverbände aufgestellt waren, gingen in mancher Hinsicht in ihrer Rücksichtslosigkeit noch weiter. Es wird Deutschland auch nicht gelingen, seine Gegner davon zu überzeugen, daß es die Verantwortung für den Krieg— jedenfalls die direkte— nicht trägt. England hatte in den letzten Jahren in verschiedener Weise einen Verständigungs- willen zu erkennen gegeben, der dem Wettrüsten ein Ende ohne Weltkatastrophe hätte bereiten können. Der Uebersall auf Belgien und alles, was-darauf folgte, bewiesen auch, daß der Machtgedanke in Deutschland di« weiteste Verbreitung gefunden hatte. Indirekt tragen imnierhin alle Großmächte ihren Teil der Verantwortung. Selbst ivenn den verschiedenen Zielen. die sie verfolgten, eine gewisse moralische Berechtigung viel- leicht nicht abzusprechen ist, hat keine Großmacht sich gescheut. ihren Willen mit Anwendung von Gewalt durchzusetzen. Englands Verständigung mit Frankreich über Aegypten und Marokko trug zur Beschleunigrmg des Kriegsausbruches bei Frankreich hat im vergangenen halben Jahrhundert einen so unverhältnismäßig großen Kolonialbesitz erworben, daß es einen Teil davon hätte anwenden müssen, um einen Ausgleich des schlvierigen Machtverhältnisses zu Deutschland aus jeden Fall anzustreben. Aber Frankreich gab den Revanchegedanken nicht auf, es war bereit äugen- blicklich zuzuschlagen, sobald das ohne allzu großen Einsatz ge- schehen konnte. Jetzt handelt es sich darum, von alten Gründen abzn- rucken und die Zukunft auf gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis aufzubauen. Die Frieden sbedingungen der Alliierten enthalten leider nicht viel davon. Bon Frankreich war auch nichts anderes zu«nvarten. Die Franzosen werden sicher nicht ohne Gnmd als ritterliche Nation bezeichnet. Aber sie find ein Volk, das fich gern von seinen Leidenschaften be» herrschen läßt. Und di« Leiden, die Frankreich im Kriege durchgemacht hat, find fürchterlich. Präsident Wilson ist ohne Zweifel immer von dem Wunsche durchdrungen gewesen, seine großen und edlen Gedanken in die Tat umzusetzen, aber rTirn fehlte die erforderliche Unterstützung. Die englische Ccher- flaffe erkennt mit Schrecken, welche Verpflichtungen der Welt- krieg auch ihrem L-ande auferlegt hat, Verpflichtungen, die in der jetzigen sozialen Lage nur auf Kosten ihrer sozialen Vor» rechte ingehalten werden können. Zugleich herrscht in breiten Schichten des englischen Volkes ein tiefer Unwille über die rücksichtslose deutsche Kriegführung. Auf Grund dieser Strömungen errang Lloyd George einen anscheinend bedeutenden Wahlsieg, und um zu diesem Ergebnis zu kom- men, bestärkte er seine Ansichten über Entschädigung� möglich leiten, an die er offenbar selbst nicht glaubte. Der Fluch der bösen Tat bewirkte, daß er die Gelegenheit verpaßte, bei den Friedensverhandlungen eine seiner guten Seiten und seiner persönlichen Ueberzeugung entsprechende Haltung einzunehmen. Manche Engel haben reiche Gaben über Lloyd Georges Wiege ausgestreut, aber wie es den Lieblingen der Götter leider oft geht, einen stählernen Charakter gaben sie ihm nicht. In einem religiösen Gerechtigkeitsdrang liegt indessen der Schwerpunkt des englischen Äolkscharakters. Wenn Deutschland in dieser schicksalsschweren Zeit sich auf dieses Gefühl versteht und verläßt, irrt es nicht. In diesem Gefühl liegt das Geheimnis, daß England seine Macht- stellung bewahrt hat. Dieses Gefühl hat England Vertrauen und Sympathie in der ganzen Welt verschafft, so daß es in der Lage war, den Krieg zu gewinnen. Der Uebergang zum Fnedenszustand geschah unter heftiger Erschütterung, und ein so tiefes imd gehaltvolles Gefübl braucht Zeit, um sich unter neuen Verhältnissen zurechtzufinden. Die paar Neu- wählen zum Parlament, die in den letzten Monaten stattfanden, zeigen indessen, daß der entscheidende Durch- bruch bereits erfolgt ist. Wenn die Verhältnisse, wie es hier der Fall ist, sich zu einer einzigen großen moralischen Frage zusammenknoten, so reißt England mich Amerika mit sich. Deutschland muß so handeln und reden, baß seine Gegner es verstehen. Das kann nur dadurch geschehen, daß die deutsche Denkart sich in einer einzigen Persönlichkeit kristallisiert. Allem Anschein nach hat Deutschland in der Person seines jetzigen Ministers des Auswärtigen einen Mann gefunden, der sich im Geiste und in der Wahrheit die Gedanken und Gefühle zu eigen gemacht hat, auf die eine neue Zeit aufgebaut werden muß, wenn sie anders und besser als di« alle wer- den soll. Deutschland braucht eine Wiederaus- nähme der Aushungerungspolitik nicht be- fürchten, wenn die Alliierten er st erkannt haben, daß es sich hier nicht um das Aufflam- men eines Augenblicks handelt, sondern daß das deutsche Volk entschlossen ist, bis zum äußersten auszuhalten. Dagegen muß Deutschland darauf vorbereitet sein, daß fremde Truppen in alle Teile des Landes einrücken, die Vermögensabgaben, die noch auszubringen sind, einziehen und Gruben und andere Kraft- Miellen mit Beschlag belegen. Alsdann sind die Alliierten ge- zwungen, selbst die Derwaltting zu übernehmen und Arbeit und Unterhalt zu schaffen, und sie werden Gelegenheit haben, Tcf) damit vertraut zu machen, was man einer Nation ab- zwingen kann, die ihrer Lebensfreude beraubt ist. Die Deutschen sind ein methodisches Volk. Es war daher auch ganz natürlich, daß sie Macht- und Gewaltpolitik bis zun! Sprengpunkt trieben. Man wird sich nicht wundern, wenn sie nun auch den neuen Gedanken em sicheres Funda- ment errichten._ Der«Plan zur Volkserhebung�. Ei« besonders plumper„Freiheitt'-Schwindel. Von zuständiger Stelle wird uns mitgeteilt: ES gibt Nachrichten, deren Unsinnigkeit so offenbar ist, daß ihnen ent- gegenzutrctcn, nur dann notwendig wird, wenn bewußte Bös- Lponel Zelninger. Ausstellung im Graphische« Kabinett J. B. N e u m a n n. Sin Führer des deutschen ZdubiSmuS tritt hier zum erstenmal mit einer Gcsamischmi seiner Werke vor die Oeffentlichkeit. Der KubiLmnS verfolgt, wie der gesamte Expressionismus, zu dem er gehört, die Tendenz, ausschließlich durch die reinen Kunstmittel, die Linie und die Farbe, zu wirken, und er läßt die Nawrnach- aymung, das«Gegenständliche", nur als Mittel zu diesem Zweck gelten. Was den Kubismus insbesondere charakterisiert, ist das Be- streben, in der Sprache der Linien sich nach Möglichkeit den ein- fachen, statt suggestiv wirkenden Formen geometrischer Figuren und Körper anzuschließen. Das wichtigste technische Problem, das der Kubismus zu bewältigen hat, ist die Gestaltung des Raumes ohne Zuhilfenahme der Perspektive. Er löst es rn der Regel durch Schaffung von Kulissen, die eine Tiefenwirkung erzeugen, wobei häufig die Bildfläche als Hintergrund behandelt wird, vor dem das eigentliche Bild sich reliefartig aufbaut. Der Kubismus ist vor- wiegend Linienkunst, und die stilistische Strenge seiner Formen gibt den Werken stets einen mehr oder weniger, monumentalen Cha. raktec. Lhonel Feininger wurde zuerst als Illustrator«nd Ka- rikaturist bekannt, und unter den ausgestellten Arbeiten zeigen die ältesten(aus den Jahren 1907— 1912) ihn fast ausschließlich von dieser Seite. Es sind Werke, die unter dem Einfluß von Matisse uns Cezanne stehen und den allmählichen Uebergang zu der neuen Richtung erkennen lassen. Der Kunstler zeigt sich nicht nur beim Beginn seiner Entwicklung, sondern bis heute als ein ernst und schwer Ringender, und er geht namentlich aus dem Kampf um die organische Einschmelzung des Gegenständlichen anfangs nicht immer «IS Sieger hervor. T,e«Badenden"(1912) lassen z. B. eine einheit- liche Wirkung noch nicht aufkommen, weil hier die Sprache der reinen Kunstmittel nicht so statt und überzeugend ist, daß sie die Abweichung von der Naturtreue in den gegenständlichen Elementen übertönte. Daher wirken Einzelheiten dieses Bilde? lediglich als Perzerrungen der Wirklichkeit. Aber der Weg gehl rasch und!on- s-guent aufwärts, und schon im nächsten Jahr erreicht Feininger mit den«Hohen Häusern II" einen Gipfelpunkt seines Schaffens. Tie Eigenart des zu einem selbständigen Stil gelangten Künstlers könnte man als patheiische Romantik charakterisieren. In stolzem Schwünge bauen sich blaugrüne oder goldig leuchtende Kristalle zu rnichtigen Massen aus. Oft scheint— wie in der«Hohlen Gasse", einem der vollendetsten Werke der Ausstellung, oder in«Kroms« darf II"— der breit aufwärts strebende Linienfluß den oberen Rand der Bildfläche zu sprengen; zuweilen türmen sich—«Del- meroda VII",«Gelmeroda II"— um einen dunklen, schweren Kern klare, leichte Linien, die resolut nach einer Richtung drängend die anfangs verworrene Bewegung in ruhiges, harmonisches Fliehen auSktingen lassen. Oder kompakte, wuchtige Massen—«Benz VI* — sammeln sich von unten her langsam gegen den Mittelpunkt, von wo«ruS sie in plötzlicher, leidenschaftlicher Bewegung aufwärt» ge- kchleuderl werden. Andere Arbeiten— z. B. Geltow II"—»eigen keine Bewegung, sonder« geben w breiter Lagerung eine Auf» arttg?ell den offenkundigen llnstnn dazu mißbraucht, Agitation um jeden Preis zu treiben. Dies g>!t für die aberwitzige Nachricht, daß unter Billigung der Reichsregierung offen und heimlich zur Entzündung eines neuen Krieges gehetzt werde und daß in Sonderheit der Geiicralstabschef in Berlin bereits einen Plan zur Erhebung des deutschen Volks ausgearbeitet habe. Derartigen Wahnsinn zu widerlegen, wäre überflüssig gewesen, wenn nicht die.Freiheit" mehrfach diese Alarmnachrichten für ihre parteipolitischen Zwecke ausgebeutet hätte. Um solchen Umtrieben ein für alle mal den Boden zu entziehen, sei darum ausdrücklich festgestellt, daß keine verant- wortliche Stelle in Deutschland, ja überhaupt kein Mensch mit gesunden Sinnen daran deuteln noch daran denken kann, aufs neue zum Kampf mit den Waffen auszu- rufen, und daß auch der G e n e r a l st a b s ch e f— der übrigens nicht in Berlin, sondern in Kolberg Feinen Sitz hat— an nichts weniger denkt als an die Aus- arbeitung eineS Plans zur bewaffneten E r- Hebung deS deutschen Lölkes. Zielbewußt, prinzipienfest. Die unabhängige Politik in der Friedensfrage. Jemand, der bisber gewohnt war, seine politische Anficht nach der Meinung der Unabbängigen und ibrer Presse z« orientieren. klagt unS sein Leid. Er hat auch jetzt versucht, zur Friedens» frage Stellung z« gewinnen, indem er da» Zentralorgan der Nnabhängigen, die.Freiheit", die offiziellen Erklärungen der Partei. die Reden ihrer Parlamentsvertreter Haose und Adolf Hoffmann studierte, aber seine Bemühungen haben vollkommen Schiff- bruch erlitten. Zunächst— so teilt uns der Betreffende mit— suchte ich mich über den wirklichen Eharalter der Friedrnsbedingungen zu orientieren. In der.Freiheit" las ich zunächst, der Berlrag sei vom imperialistischen Standpunkt aus«recht maßvoll" und ich glaubte das. Aber wenige Tage später erschien der Aufruf sämt- licher Parteiinstanzen der U. S. P., der die Friedenöbedingungen mit den Worten kennzeichnet:„DaS WirlschaftSleben wird erwürgt, da? deulfche Proletariat versklavt".— Ich sollte nun also glauben, daß wir«recht maßvoll erwürgt und versllavt" würden. DaS gelang mir nicht. Besonders interessierten mich die mutmaßlichen Wirkungen der FrledenSbcdingungen auf die S o z i a l i s i e r u n g. Da laß ich in der«Freiheit" einen Artikel deS Professor» Ball od, der zum Ausdruck brackite, daß die Sozialisierung es ermöglichen würde, die Bedingungen der Entente spielend zu erfüllen. Aber genau 24 Stunden vor diesem Artikel hatte die.Freiheit" geschrieben. daß diese Bedingungen dir Gmndiagen zertrümmere, auf denen allein der Sozialismus aufgebaut werden könne. Jedoch konnte ich nicht verstehen, wie uns der Sozialismus über die schweren Be- dingungen hinwegbringen könnte, wenn eben diese Bedingungen seine Einführung unmöglich mochten. Von höchster Wichtigkeit schien mir natürlich die Frag«, ob man dieien Frieden, der uns«maßvoll erwürgt", unterzeichnen solle. Da las ich zunächst an der Spitze der.Freiheit' in zoll- hohen Buchstaben:«Wir müssen unterzeichnen". Seitdem träumte ich nur noch davon, wie Hugo Haas«, Oskar Cohn und Rudolf Brettscheid mit dem Federhalter in der Hand ihre Namen unter den Friedensvertrag setzten. Umso erstaunter war ich dann, auS dem Munde HaaieS zu erfahren, daß diese für da» Unterzeichnen so eingenommenen Herren selber ans da! Heftigste ablehnten, etwa die Regierung zu übernehmen und die Unterschrist unter den Vertrag zu setzen, falls di« jetzige Regierung flch dessen weigert. Auch das geht über meinen Horizont- Besonder» unverständlich war mir folgendes: Zu Beginn hatte die.Freiheit" gedroht, daß die jetzige Regierung, wenn sie nicht unterzeichne, in wenigen Tagen davongejagt werden würde. Jetzt schrieb sie: Wir lassen unS nicht verlocken, die Regierung zu übernehmen und zu unterzeichnen, damit w i r gleich darauf von teilung der Fläche, deren Rhythmus sich dem Bildrahmen in architek- tonischer Strenge eingliedert. DaS Pathos der Liniensprache erhält durch die Eigenart der Farbengebung oft einen Zug von Romantik. Au» geheimnisvollen Tiefen strahlen und funkeln blaue, rote, grüne und goldgelbe'' Lich» ter, oder da» Ganze ist von einem märchenhaften, träumerisch mat- ten Glanz umflossen. Immer aber klingen Farben und Linien zu einheitlich harmonischer Wirkung zusammen und erzeugen eine klare Gesamtstimmung, deren Zauber jeden gefangen nimmt, der sich nachfühlend in die Sprache reiner Kunstmittel zu versenken vermag. Die einfache, großzügige Monumentalität der Werke läßt den Wunsch entstehen, daß dem Künstler einmal Gelegenheit geboten werde, seinen Stil in der Schöpfung umfangreicher Wandgemälde zu erproben. Die Ausstellung, deren Besuch unentgeltlich ist, erscheint in hohem Maße geeignet, auch Fernstehende in den Geist dieser neuen Kunst einzuführen. Denen, die bereits heimisch darin sind, ver- mittelt sie die Bekanntschaft mit einer ungewöhnlich starken, reinen und tiefen Künstlerpersönlichkeit. Dr. John SchikowSki. dle.öre! Hnvalttgea. Aktuelle» aus Goethe» Faust, 2. Teil. R a u s e b o l d: Wem» einer nur in'» Auge sieht. Werd' ich ihm mit der Faust gleich in die Fresse sahreu. Und eine Memme, wenn sie flieht, Fass' ich bei ihren letzten Haare«. H a b e b a l d: So leere Händel, das sind Possen, Damit verdirbt man seinen Tag. Im Nehme« sei nur unverdrossen. Nach allem andern frag her» ach!. H a I t e f e st: Damit ist auch nicht viel gewonnen! Bald ist ein großes Gut zerronnen. Es rauscht im LebenSstrom binab. Zwar nehmen i st recht gut, doch besser ist'S Laß Du den grauen Kerl nur walten fbehalte«, Und niemand nimmt Dir etwaS ab! Die propLller-«e» Entwurs ausgearbeitet, in dem die Wirderhrrstellaug eiaer ftreage» Blockade vorgesehen ist. über deren Inkrafttreten der Biererrat beschließe« würde. Der Biemrat besaßt« sich auch«it de» Ernährungsverhält- »isscn in den baltische» Provinzen. Damit also glaubt man unS schrecken zu können! Da- rum muß hervorgehoben werden, daß eine Ablehnung deS Friedensvertrages nur in vollem Bewußtsein der Verant- '.vortung des ganzen Volkes erfolgen würde. Nicht nationa- listische Gesichtspunkte leiten uns. Lehnen wir ab, so geschieht das. weil wir dem Irrsinn deS Siegers nicht noch dadurch Nachdruck verleihen wollen, daß wir unsere Unterschrift da- runter setzen, die den Tod uufercs Volkes besiegeln würde. Die an sich schon vötkerrechtswidrige Blockade konnte seinerzeit zur Not noch sittlich gerechtfertigt werden als letztes Mittel gegen eine große Macht, die in Belgien selbst das Völkerrecht gebrochen hatte und kriegerischer WelteroberungS- Pläne verdächtig war. Heute existiert diese Macht nicht mehr, sondern es gibt nur noch ein unglückliches Volk, das seine letzte moralische Widerstandskraft zusammenrafft. um sich gegen die Knechtsvcrsuche fremder Imperialisten zu wahren. Dieses Volk zur Aufgabe des letzten moralische» Widerstands zwingen zu wollen, indem man seine Frauen, Kinder und Greise durch Hunger zu töten versucht, wäre das scheußlichste Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ein Verbrechen. gegen das sich das Empfinden aller anständigen Mensche» ohne Unterschied der Nation aufbäumen müßte. Das deutsche Volk wird entschloffen abwarten, ob sich der Entente- imperialismuS auch noch mit diesem Verbrechen beflecken will oder ob seinen Führern nicht noch rechtzeitig die Erkenntnis wird, daß sich ein Uebcrmaß von Brutalität schließlich gegen feine eigenen Urheber wendet. Verhaftung LrvinöS. AuS München wird gemeldet: Der Russe L e V i n 6- N i j s e n ist in der Rächt zum Mnlwoch verhaltet worden. lagen, konstruiert« unser Kamerad Gefreiter Schunack im Verein mit dem Werkmeister der Abteilung eine Propeller-Eisenbahn. Auf einen zweiachsigen Güterwagen war ein 160 LL-McrcedeSflugmowr aufmontiert, der«inen Propoller zum Antrieb brachte. Mowr und Propeller waren so aufmontiert, daß die Zugrichtung nicht auf- wärtS, sondern ein wenig dem Erdboden zu gerichtet war. Das hintere Ende des Wagens wurde statt beschwert, damit der Wagen in der Balance blieb. Mit diesem modernen Vehikel sind wir öfters von Tell eschschemann nach Haifa gefahren, um uns dort durch ein erfrischendes Bad zu erquicken. Die etwa 14 Kilometer lang« Strecke legten wir in wenigen Minuten zurück. Die Erfindung des Pulvers schreiben sich bekanntlich mehrere Völker zu, die Ersin- dung der Propeller-Eisenbahn dürft« vielleicht das gleiche Schickta! haben, denn die Flieger der Ententeheere werden wahrscheinlich auch auf die naheliegende Erfindung gekommen sein. Daß wir Deut- scheu die Erfindung zweimal gemacht haben, einmal m Palästina und einmal dann zu Hause, ist sicherlich angenehm� zu hören. _ Max Schöpfliu. j Notizen. — Berliner Konzerte. Der«Oratorien-Ver� ein" führte unter seinem Dirigenten S t e h m a n n in. der Gar- nisonfirche vor einer gewaltigen Masse andächtiger Hörer HaydnS »Schöpfung" auf. Kein Konzertsaal vermöchte wohl die weihevolle Stimmung 3« erzeugen, von der man hier gepackt wurde. DaS wundervolle Werk wirkt ewig neu, sobald es auf die ihm eigene. Rhythmik und dichterische Musikalität gestellt wird. Und daS geschah. Ter gediegen durchgebildete Chor, das Orchester, die Solisten bilde, ten einen Organismus von lebendigstem Schwung, der in der chorr» scheu Zusammenfassung deS Schluß-RezitativS seinen höchste» Gipfel erreichte. Michael Bohnen, ein Baß von edler Stimmgewalt. fang Rafael und Adam, Bothel den Uriel, Lulu Laubenthal-Kässer Gabriel und Eva. Ihr schöner Sopran klang silbern durch den wsi- ten Raum. ek. — Theaterchronik. Mary Dietrich, die von ihrer Er» krankung wiederhergestellt ist, wird am Donnerstag in der Volk?» bühne die Penthesilea in Kleists Drama wieder aufnehmen. — Da» Recht der Bühnenautoren wurde zwischen den Vorständen des Deutschen BühnenvereinS, deS Verbände» Deutscher Bühnenichriftsteller und der Vereinigung der Bübnen- Verleger in Berlin beraten. Durch Tarif- und Normalveriräg« sollen die Beziehungen zwüchen Bäbnenichriitstellern und Bübnen- leiiern geregelt werden. Man bat sich u. a. dahin geeinigt, daß die {Budnenleirer nur noch Werte von iolchen Autoren und Komponffre» aufführen dürren, dr« dem Verband deul'chec Bübnenschriflsreller angehören und ihre Werke durch da« Kartell der Verleger verrreibe» lasten, während diese beiden Korporationen Nur noch mit solchen Bühnen Aufführungsverträge abschließen dürfen, die Milglieder de» Deutschen BühnenvereinS sind. Dre definitive Zustimmung der Organisationen scheint gesichert. — Hans Thomas Rückrritl. HanS Thoma, der im Herbst 8V Jahre alt wird, hat seinen Abschied ol« Galeriedirekror in Karlsruhe genommen. Wie die.Franks. Ztg." ondeuiet. ist dieser Abschied einer llnpe'ch'cklichkeil d«S Ministeriums zu danken, und man boffr, den Meister noch für die Leitung der Anstatt wieder ge« wiuneu zu können. Nr. 246 ♦ 36. Jahrgang 1. Heilage öes Vorwärts Doanerstag,1S. Mai 1619 Moröpöozeß Liebknecht-Luxemburg. Der Anklagevertreter®. R. JoernS führte weiter auS: l Beweis seiner SchuL» verwertet werden. Oberleutnant Bogel sei - r c.__ er».......■ jc. i*1■? 1 1 r' �____ tT____ � 1»» l)***£*[% S. v-T«»• t Tvrv* ♦»/* �-»Ä 4iTt*t ltdj, das; Oberleutnant Bog el den Runge nicht hätte hindern können, R«ch den geltenden B orschriften darf auf einen fliehenden Ge- fangeuen nur dann geschr��x� werden, wen» ei» besonderer Befehl dazu gegeben, oder die anderen Waffen als unzureichend erscheinen. — Für den vorliegendes Fall kommt in Betracht: Liebknecht war durch den Kolbenschlag-�schwächt. Auf der anderen Seite standen sechs kräfNgc junge Me.nnrr und nicht einer von ihnen hat den Bcr- such gemacht, den Fli chcnde« zu fassen oder ihn einzuholen. Die Schlisse sind aus ein er ganz nahen Entfernung abgegeben. Der Führer des Transport � Kap.-Leut. von Pflug-Hartung hat gar nicht abgewartet, ob der Fl jchende auf den Haltruf halten würde, sondern gleich geschossen.(Ts lag keine Beranlassung für den Waffcnge- brauch bor, besonders nicht für den Gebrauch der Schuhwaffen. Der Borsatz der AHigcllagtcn, die geschossen haben, war, Liebknecht zu töten. Das lgagen sie selbst angegeben. Sie haben nach seinem Rücken geschossen. Vielleicht war ihnen die Ge- legenheit willkomi„en. einen Mann, den sie wegen seiner politischen Haltung haßten, zu beseitigen. Daß eine vorherige Ber- abredung der Lfftz j�re stattgefunden habe, ist nach Lage der Sache nicht anzunehmen. Verabredung zwischen den beiden Brüdern ein Mensch, der für ein« Sache, die ihm nahestehe, bis zum letzten Augenblick unter Hintansetzung seiner eigenen Person einsteht. Darin liege ein gewisser Altruismus. Der Angeklagte habe die Garde-Kavallerie-Schützendwisioa vor jedem Ungemach betvahren wollen. Bei der Darstellung der Vorgänge bei dem Transport der Frau Luxemburg an der Hand die Ergebnisse der Beweisaufnahme und der darin zuiage getrete- nen Widersprüche in den Zeugenaussagen betont der Verteidiger u. a., aus den Bekundungen der Zeugen ergebe sich, dah Vogel den Willen gehabt habe, sie bei dem Abtransport vor der Menge zu schützen. Da sei doch nicht anzunehmen, dah wenige Sekunden darauf dieser Entschluß zur Lebenserhaltung in den Entschluß zur Lebensvernichtung sich umgewandelt haben sollte. Wenn er ge- wollt hätte, daß Frau Luxemburg getötet wurde, hätte er doch ein- fach der Erregung der Menge freien Lauf lassen können. Der An- geklagte ist nach der festen Ueberzeugung des Verteidigers nicht der Schütze gewesen, denn nach der bestimmten Aussage hat der Täter aus dem Trittbrett gestanden, Vogel aber hat nicht auf dem Trittbrett gestanden. Deshalb m u ß der Angeklagte freigesprochen »verden. Wegen der ihm weiter vorgeworfenen Dienstwiorigteiten v. Pflug-Hartung wäre allerdings der Situation nach möglich ge-> ü�d der Befestigung einer Leiche sch'eine'milde Strafe am Platze. »„i». I'ut-z absichtlich°uSge?ührt wurde, zj�z bie Hauptanklage gegen Vogel betrifft, so sei zu sagen: zu l�t Nllllt Si»« mil iMttrtn.■________ cn-„v- jc.i____ co____~ r-.: v;« W i. Des! cine� Panne des Autos absichtlich ausgeführt wurde, Daß Liebknecht den Leutnant Schulze mit-einem Messer gestochen f haben soll, ist nicht aufgeklärt.— Der Anklage- vcr:rctcr bespracht nun den Fall Luxemburg. Es ist unwahrschein- lich, daß Oberleutnant Bogel den Runge nicht häte hindern können, die Kolbenschläge gegen Rosa Luxemburg zu führen. Räch derx Pause nimmt Verteidiger Rechtsanwalt Grün» f p ach daS 5 Gort zu seinen längeren tatsächlichen und rechtlichen Ausführung« n wobei er betont, daß er auf eine weitere Einleitung verzichten'wolle, obgleich der Anklagevertreter außer anderen schweren Strafen gegen einzeln« Angeklagte das Leben von vier untadeligen, unbescholtenen Kämpfern fordert. Runge sei nicht nur vermindert�, zurechnungsfähig, sondern unzurechnungsfähig. Schon iun Zwcise,l an der Zurechnungssähigkeit müsse das Gericht zur 6' r e> s p ch u n g führen. Eventuell würde nur schwere Körper- verletzun»-� und Wachvergehen in Frage kommen und da müsse gegen einer Anklage genüge ein Verdacht, zur Verurteilung aber sei die Grundlage eine Ueberzeugung, die so fest stehe wie ein Felsen aus Erz und sich durch nichts erschüttern lasse.— Ucbergehend zum Fall Liebknecht, beantragt der Verteidiger die Freisprechung der Angeklagte», da sie unschuldig seien. Im Edenhotel sei kein Plan zur Tötung Liebknechts verabredet worden, auch auf der Fahrt nicht, es bestand keine Absicht, Liebknecht das Leben zu nehmen, sondern eS ist auch hier alles getan, um da? Leben Liebknechts gegen die furchtbar aufgeregte Menge zu schützen. Der Angeklagte Kapitänlcutnant von Pflug-Harttung, der Führer des Kommandos, wußte, daß die höchste Vorsicht geboten war. wenn er den Mann zu transportieren balte, der als Führer der Spartakisten galt, der schon während des Krieges als einziger Deutscher öffentlich auf dem Pols- damer Platz die Massen aufzurütteln gegen die Hohenzollern ver- ihn mit�, Rücksicht auf sein umnebeltes Hirn eine geringe Strafe...—...., verhäng� werden. Politische Gesichtspunkte und einen Hinweis! sucht hat und der hervorragend cm den Unruhen beleUlgt war. cur hk-e politische Bedeutung der beiden Opfer wolle er hier nicht> Daher ist ss durchaus nicht auffallend, daß der Leiter deS Kom- steltetod machen. Frau Luxemburg war für große Kreise wertvoller i mandos daS Auw abseits lenken lieg, und es ist auch klar erwiesen. Mensch und Kämpfer, aber man müsse andererseits berücksichtigen, daß die Panne deS Auws keine gemachte war. Bei dem Flucht- daß d.ie Tat begangen ist in höchster politischer Erregung, ferner versuch Liebknechts seien andere Augenzeugen wie die Angeklagten die S,zimlnung der Soldaten, die im Straßenlampf standen gegen nicht vorhanden gewesen, deshalb müsse er sich darauf beschranken. -■■■~ daß Runge ein Mann ist, bei den Nachweis zu führen, daß dieser Fluchtversuch durchaus -•~- wahrscheinlich sei. Liebknecht war ein Mann von selrener politisaUhe Gegner, und die Tatsache, dem del- Trieb«ine viel größere Rolle spielt als der Verstand. Sein« Taj� jft weniger eine Berirrung des Menschen als eine Ver- i r r u n g-.id e r Natur und ein Mensch, der sich unter solchen Auspizien �entwickelt hat wie Runge verdient mehr Mitleid als Strafe. StDer Verteidiger bekämpft sodann die Ausführungen des AnklagevertrrreterS bezüglich der wegen Begünstigung angeklagten Personen beantragt die Freisprechung der Angeklagten Liep- mann un�d Wellers. Was den Angeklagten Vogel betrifft, so könne, N�enn er wirklich der Täter sein sollte, von einer ruhigen llebcrleg�ng nicht gesprochen werden. Wenn man daran denkt, in ioelcher �Gemütsverfassung die in die Erscheinung tretenden Betäti- gungeiz�, des Bolschewismus und— um mit der.Republik' zu .R-vftlch.- tFvchjy*.den letzt bgben inüf iien, der ein Kämpfer gegen jene Erscheinungen des Bolsche- wisf snuS ist, so wird man ohne weiteres einsehen, daß eine ruhige lIebL,'rlegung nicht in Frage kommen kann, sondern nur ein« Tat des.�höchsten Affekts und der höchsten Erregung. Gegen die lieber- leaüvgi'S spreche auch die Ausführung der Tat. denn der Angeklagte als<._ilter Soldat hätte sich doch sagen müssen, daß, wenn er in der Weist"«, wie behauptet wird, geschossen hätte, auck der Nebenmann gctrnkffen werden mußte. Bogel sei schwer herzleidend und sein Ncr�denshstem zerrüttet. � Der Verteidiger bekämpft sodann die Aue-führungen des Anklägers über den Versuch am untauglichen Objir�ft, wenn angenommen werde, daß Frau Luxemburg schon in ihref'' letzten Zügen lag, ehe geschossen wurde. Vogel aber bestreite nach tvie vor energisch der Täter zu sein, und sein« Weigerung, denJfMann zu nennen, der noch im Auw gesessen, könne nicht als Ä Dt 1 u l Mussprechen, was ist! La» Erich Kuttner. Die Parole, um die mit aller Leidenschaft gestritten wird, erscheint selbstverständlich und ist dabei grund fälsch..Unter- zeistchnenl' rufen die einen,.Nichtunterzeichnen I' die anderen, inii� beide Teil« befinden sich dabei in einer gefährlichen Jl- hAton. & Das irgend etwas an der Sache nicht stimmen kann, er- gnbt sich daraus, daß beide Parteien zu unmöglichen Konse- Auenzen kommen. Die NichtUnterzeichner wissen keine klare Antwort, was geschehen soll, sobald die Entente alle Pressions- mitte! äUlwendet. um uns zur Unterschrist zu zwingen. Die Unterzeichner können uns keine Antwort auf die Frage geben, was sie tun wöCstn. wenn sich die von ihnen unterschriebenen Friedensbedinaun�en faktisch als der Tod des Volkes erweisen. Daß beide MeinunKen mit einer glatten Unmöglichkeit enden, zeigt, daß hier irgendein Fehler im Denken vorliegt. " Wo aber liegt dar Aehler? Darin, daß man sich scheut, die letzte Erkenntnis auszusprechen, daß man nicht den Mut lxtt, einzugestehen, lixus ist, daß man noch immer einen Willensakt heuchelt, wo, es in Wirklichkeit keinen Willen mehr gibt. i Die Wahrheit, die' es auszusprechen gilt, ist folgende: Es gibt kein Deutsches Reich, e s gibt keine deutsche Regierung, es gibt keine deutsche Volksvertretung mehr. Es gibt nur noch eine K o- lonie der Entente, ine infofern seltsam ist. als ihre „Eingeborenen" hochzihilisierte Fndogermanen find, die sich aber im übrigen um kein Haar von irgendeinem Kolcmialland in Afrika oder Asien unterscheidet. Wir sind die Eingeborenen einer Kolonie. Das ist die ganze grausame und unerbittliche Wahrheit, über die man im Reinen sein muß, ehe man lveitcr denkt. Wo wir auch bei uns die Merkmale eines smiveränen Volkes suchen, wir finden sie nicht. Souveränität heißt freier Wille, aber wo ist unser Wille frei?! lieber welches Stück unseres Gebietes können wir verfügen, welche innere Einrichtung können wir treffen, wenn es unseren Gegnern nicht gefällt?! Unsere Wehrmacht, unsere Geldausgaben, unsere Ein- und Ausfuhr, alles wird uns vorgeschrieben, den reichlichen Tribut nicht zu vergessen, den wir zu zahlen hecken. Kein Funke von Souveränität ist uns geblieben I Damit sinken aber auch Regierung, Parlament zu bloßen Schemen herab. Sie sollen Willensorgan« des Volkes sein. Wie kann aber ein Volk Willensorgane befitzen, das keinen eigenen Willen hat?! Trotzdem beläßt uns die Entente den falschen Schorn der Souveränität. Nicht aus Liebe, sondern weil sie es nötig hat. Sie— aber nicht wir— hat ein Interesse daran, den wahren Znstand der Welt zu verschleiern, weil er aufgedeckt unerträglich wirken würde. Wir stehen der Entente in genau derselben Lage gegenüber, wie das preußische Parlament der preußischen Regierung zur Zeit des Verfassungskonflikts, als Lassalle seine berühmte Rode hielt:„Wrs nun?" In dieser Rede, die noch heute ein Musterbeispiel für wirklich politisches Denken liefert, setzt sich Lassalle mit dem Bestreben des Absolutisinus auseinander, der mit allen Mitteln der Welt einen Scheinkonstitlstionalismus vorzu- spiegeln sucht, während er sich in der Tat über das Paria- meist hinwegsetzt. Der Sch ei nlon sti tutümal-is rnitS, sagt Lassalle, besteht darin. daß die Regierung das ausspricht, was nicht ist: daß sie den Staat für oinen knstttutionellen erklärt, während er in der Tat ein absoluter ist; er besteht in der Lüge. Demgegenüber bezeichnet Lassalle als das Kampf- und Siegesmittel der Kammer, die Lüge aufzudecken, den Schein zu zerstören, mit einem Wort: auszusprechen, was ist. Die Lage des scheinbar ohnmächtigen Parlaments gegen- über dem Absolutismus ist unsere Lage gegenüber der En- tente.. Wenn diese der Welt vorgaukeln will, daß trotz ihrer Friedensbedingungen Deutschland in dem alten Sinne— als selbständiger Staat— ruhig fortexistiere, indem sie uns eine Schein souveränität, eine Scheinregierung und ein Scheinparlament konzediert, jo müssen wir diese Lüge zerreißen, indem wir offen der Welt zu erkennen geben: wir sind kein selbständiges Deutsch- land, sondern eine Entente- Kolonie. Betrachten wir doch einmal das Spiel, das in Versailles mst uns gespielt wird: man sagt uns:„Schickt Unterhändler," aber den Unterhändlern lehnt man mündliche Verhandlungen ab. Man fordert schriftliche Gegenvorschläge, aber auf Gie erste Kritik seines.. Entwurfs erwidert Clemenceau schroff: iTfifvfV*» k».i kTCl t v» S i)• /■* rt Vrv-r-»«!�,. k» V., T.... bil. L S. � i. 1.1— // rrs � Ol....... I i � s.; Si*-m r*-v. r w.-....■' wendet, um die Fiktion der Verhandlung zu wahren, sieht man, wieviel ihr daran liegt, der Welt ein souveränes Deutsch- land vorzutäuschen... � Was sollen wir also tun? Lbssalle schlug semerzert der Kammer vor, sie solle der Welt den wahren Zustand darlegen, indem sie bis zur Aufl)ebung des unwürdigen Zustandes ihre Tätigkeit einstellte. Das müssen wir auch. Aber die Tätig- keit einstellen, heißt nicht, eine Unterschrist verweigern, son- dern die gesamte Tätigkeit als Regierung, Volksvertretung, Verwaltungsapparat nie- d erlegen. Die Frage ist nicht, ob man der Entente mit Willfährigkeit oder mit Trotz entgegentreten soll, sondern man muß sie einfach an die Tatsache erinnern, daßsieden Willen des deutschen Volkes ausgeschaltet hat. Man muß ihr etwa folgendes sagen:„Ob tmr unter- zeichnen, liegt nicht bei uns. Denn Ihr habt die Mittel, uns dazu und zu noch Schlimmerem zu zwingen. Wir geben Euch die Unterschrift aber nur mit dem Vorbehalt, demjetzlgen( unwahren Zustand soforteinEndezu machen.- Wir sind Eure Kolonie geworden. Eine Kolonie aber hat keine Regierung an der Spitze, sondern einen G o u v e r- neur. Mit dem heutigen Tage treten wir zurück, um dem von Euch einzusetzenden Gouverneur Platz zu machen. So- lange wir äs kaeto eine Kolonie sind, wird es. in Deutschland weder eine deutsche Regierung noch ein deutfffsS Parlament geben." Man wendet ein, das hieße Deutschland mutwillig �Uex,- sklavenl Nein, das heißt nur eine Sklaverei vor der West ausdecken, die tatsächlich doch schon best e.b ob wir sie eingestehen oder nicht._/ Warten wir ab, wie lange die Weltgeschichte. vertragen kann, daß im Herzen Europas eine englisch-französische Ko- lonie mit 60 Millionen weißen Negern existiert:. Je offenkundiger dieser Zustand ist. desto weniger langte. Nur, wenn man die Lüge der Scheinsouverämtät ausrichtet, läßt er sich ins Endlose verschleppen. Die Zerreißung der Lüge wird nach iinnen wie nach außen wohltätig wirken. Nach innen besteht-jetzt die Gefahr, daß die deutsche Scheinregierung, als bloße Zw-schen Meisterin der Ententeausbeutex, den Haß für die Maßregeln erntet, die in Wirklichkeit die Entente diktiert. Zwingt uns z. B. die Entente, was leicht geschehen kann, sämtliche Zahlungen an Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebene einzustellen, so müßte jetzt ein solcher Erlaß von der deutschen Scheinregie- rung unterschrieben werden, und nur mit Mühe würde dem Volke klarzumachen sein, daß in Wirklichkeit der Erlaß nicht von ihr, sondern von der Entente stammt. Haben wir einen Ententegouverneur in Deutschland, dann ist alles glatt und klar: dann muß die Entente selber durch ihr Organ unter- schreiben, was sie uns auferlegt. Und ebenso ist es stach außen: Die Nnterzeichnung des Friedens, die die Entente schließlich doch erzwingen kann, hört sofort aus, als deutscher Willensakt gekennzeichnet zu werden, wenn wir durch Aufgabe unserer Souveränität zu er- kennen geben, daß wir gar keinen Willen haben. Den ver- blendeten imd betrogenen Völkern, denen eine feile Presse �'.—.{'fl, iUt„feil tj-*,- Augen aufgehen, wenn Ire erkennen, daß Deuts �r Kolonie geworden ist.._ Also fort mit dem hohlen Schein der Souve��.. fen wir ihn von uns, bis wir das W e s e n der souverän- tat, die freie Selbstbestimmung wieder haben. Nif*„ e.,? hat ein Interesse an der Aufrechterhaltung der~ll5e' baß es noch ein selbständiges Deutschland gäbe. Wir$QYn nur, cm Interesse: die Lüge zu zerstören und der We- wahren Zustand zu offenbaren.' *V Sriefkaften der Redaktion.» Lebet für den Briefiasten bestimmten«nfrage sage man e t n e n und eine Nummer bei. BrieUilbe Auskunft wird nicht erteilt.-J'P*,,;;"' tragen trage man in der Juristischen Sprecl, stunde, vindenstr. Z, 3.•VstG"!1®' i Treppen. 4 bis 7, Sonnabenb» 3 bis 5 Ubr nachmittags vor. t>'a>"Mtuae und Verträge stnd mitzubringen. Max®t«inf«. Georg Tavidlohn, Berlin, Kaiserstr. 10.-ss«•ne» Kopenhagen. Zur Zahlung der Steuern find Sir oerpflichtet, tauge St« dort gemeldet find. Wir emvsehlen die schleunige Abmeldil"�' Ideal. 1. bis 3. U. E. müssen Sie den ganzen Preisauslchlag zahl«?', 100 W. K. Verlangen Sie von dem Notar eine Ablchrisl und wiedcs��«" Sie alsdann Ihre Ansrage unter veisügung der Abschrist.— H. J-'*•, Ja.—®. 9. Nur dann, wenn etwa mit der Gciverlschast eine°ahlN' gehende Vereinbarung getroffen ist. Wir stellen anbeim, sich beim zu erkundigen— F. A. 77. Wir stellen anbeim, sich mit einer Pr,. G an die Stadtverordnetenversammlung zu wenden.— W. S. 8»!. Bei c.» Stadthauplkasse.— O. M 41. 1. VersorgungSabteilllüg deS Bezirks kommandoS, Bülowstr. 88. 2. u. 3. 8-3 gelten noch die alten Sätze.— S. H. 19. U. 8. haben Sie Anspruch aus eine Fahrerlaubnis. Dir empschlen Ihnen, sich mit der Gewertschaslskommission, Berlin, Engelufer 15, in Verbindung zu setzen.— 31. G. 6. Wenden Sie sich an das Vezirls- kommando.— H. Ich. 1884. 1. An das Justizmimneriilm. 2. Ja. — I. R. 1. I. Ja. 8. Die Banknoten behalten den-elben Werl wie die anderen Papiere.— F.«. SO. Wir halten die Gesellschast für ertatz- bfllchtig und eine Klage sür durchsühlbvr.— B. M. 100. Wenden Sie sich beschwerdeführend an das Preußische Ministerium deS Innern.— B. Z. N. I 1. und 2. Ihre Fragen find unverständlich, kommen Sie in die Sprechstunde.— V.<5. 5. 1. Ja. 2. Ja. an den AiSeiisnachwcis. —®.®. 7. 1. Die Erben könnten ansechten. 2. Ja.— M. Z. 085. Amtsgericht Berlin Mitte, Neue Frieorichstraße 12/15, falls Jbr Schioiegersohn dort edensalls zuletzt gewohnt gewohnt hat.— kammer, Teltower Straße, an.— M.®. 4. VormundschastSamt der Stadt Berlin, Landsberger Str. 43.— M. Z. 33. Hochschule für bildende Künste, Hordcnbergsu. 33.— C. B. Bis jetzt noch nicht.— P. 9)1. 30. Sie können Lieferung der seiner Zeit gekansten Gegenstände oder solche in derselben Güte beanspruchen, evtl. für die setzt geiieserten Hcrabsetzliiig des Kaufpreises beanspruche».— W.®. 1001. U. 8. steht Jbiien ein Finder. bezw. Bergelobn nicht zu. Sie können fich jedoch an daS KriegSministerillM wende».— Dg. 36. Wenden Sie sich au die WaffenstilliiaudSkommisfion, Berlin, Budapeiter Straße 14.— C.®. 99. 1. Ja. 2. und 3. Kein. 31. 15. Nicht geeignet.— 34. ICO. 1. Wir empfehlen Weiter- verftcherung, 20 BeilragSmochen in zwei Jahren und rechizeiiiger Umtausch der Starte, da sonst alle Ansprüche erlöschen. 2. Nein.— 31.«. 10. Bei« Bormundschastsgericht maß die Bestellung eines Pflegers veranlaßt werden der alsdann die Unterhaltsklage erhebt— F. B. II. Wenden Sie sich an die Gewerkichaslslommisswn, Berlin, Engeluser lö.— Oskar 34. 1. Ja. 2. Befragen Sie einen Fachmann—(si. M. 4. Die früheren Bestiinmungen bestehen noch zu Recht.— SOjähriger Abonnent, l. Sie können Lteserung von mängelsreien Sachen fordern, eventuell Rückzahlung des Kaufpreises unter Setzung einer Friii. 2. DaS ist zweckmäßig. 3. Bc! dem Geiicht. in dessen Bezirk dar Vertäuter seinen Wohnsitz hat. Bei Ueberzeugungstreuc, bereit, sich für seine Ideale aufzuopfern bis zum Tode. Ohne Rücksicht auf persönlich« Vorteile, lebte er nur seinen Ideen und der Verbesserung des Lebens deS nach seiner Meinung bedrückten Volkes. Deshalb habe ihn nicht Feig« h« r t zu dem Fluchtversuch veranlaßt, sondern die Ueberzeugung, daß er sich dem Volke erhalten müsse. Der Waffengebrauch der Angeklagten dem Fliehenden gegenüber sei nicht rechtswidrig, son- dern berechtigt gewesen. Auf Versuche und Experiment« durfte sich der Führer nicht einlassen. Man vergesse dl« damaligen un- sicheren Zustände und die damals immer zu erwartenden Eventua- litäten und Ueberraschungen, die bei einer solchen wichtigen Mission von dem Führer im gegebenen Augenblick ein schnelles und ent-,....-!>:.>.......*■■■■- r schiedenes Hörgehen verlangien.'-m laiTd ein �VetTläjNfe7yi*f� f daß�dM der Wflsonfn�.,, � dtS Erwägungen über die Bedeutung der unklaren Schießvorschriften E"Y anstellen; sollte er fich aber in der Auslegung dieser vom legis- latorischen Standpunkte nicht zu billigenden Vorschriften geirrt haben, so liege ein Tatirrtum vor und bei einem solchen sei die Freisprechung geboten. Die anderen Angeklagten seien gleichfalls freiztisprechen, denn für sie lag ein Befehl ihres Vorgesetzten vor. Der Verteidiger schließt mit dem Ausdruck der festen Ueberzeugung, daß für dieses Militärgericht, gegen dessen Spruch eS keine Revi- sion gibt, keine anderen Erwägungen Platz greifen können als das Bestreben nach einer vollendeten Gerechtigkeit, ohne nach links oder rechts zu sehen und ohne Rücksicht auf die Wirkung d»S Spruches. ("Schluß des Bericht» im HaupMatt.) t-jj I Ueber die Grundzllgc wird überhaupt nicht debattiert." Das Ganze ist ein raffinierter Versuch, eine Ver- Handlung vorzutäuschen, während diktiert wird. Aber an der großen Mühe, welche die Entente aus- eines Aiiwails notweiidig.— G. F. 46. Ja. salls Beduiftigkeit vorliegt und batgelan werden kann Antrag bei der Gemeindebehörde.— I. 53. DaS ist zutäfstg, falls bei der Ausreiseerlaubnis bescheinig» wird. — ZU. 24. Wenden Sie sich an die EntlaffungSstelle I. Planufer 63. — T. 45. Ja.— R. R. 800. Ja, unter Kürzung des Beitrages. Kernhaus Der Evaageliraana. Anfang 7 Uhr. Scbaaspletas Corloiao. Anfang 7 Uhr. Volksbühne Theater am Bülowplati. Direktion Friedrich KayBlor. V/j Uhr; Penthesllea. Direktion Max Reinhardt. Deutsches Thester. 7>/z Uhr: Wie es euch rcfilft. Fit 71/,: Wie es ciiri stfälit. Kammarsnlelo. V't Uhr: Der klar. Freit. T'/x! Oer KliiSerfrotn«!. Kleines Schauspielhaus 7>/z.: Die BSchse der P anders. FrL 7Va: DDchgo der l'anäora, Theater!. d. PniagrätzeyStraße Dlrc C.Meinhard-R.Dernaucr ■ Uhr: MuÄiU. l'lg.: Slfliren der Oesrtteehal!. ebd.: Slütxea der Gneilschari. KomMleHhaES an der Marsctiaübrfickt V«8 Uhr: Der Vater.(Ladtrig Harum, AUiria OrasaJ Freitag; Erdrelst Sonnab.; Der i-cMhermtEgal. Berlfser T!ief% 7- uhr: Sterne, 41c. wie der leuohtävj, MM-Mi»? Untergrund:»- v'os,:crrtr«6«, Ausßanu Str. auer StraBe. Tdtflich S Uhr: M WK»J. Schauspiel von Sudermann Regie: Alfred Retter. WalaTia�fff�to?." 7»/, Uhr: MHMMMM Esiae-Theater. TU, Uhr: Lstate AaSfßhr.t Kleino. Sklavin. l'fkrioB-TiieateL Rh f. Frietfrichstr.Xtr.>127 JMi TA gl. t U. Heute I. Vtl. Male: NkrgNtsAN� Schauspiel von Suderrobnn.' .�on na*'.-,4: Schaoa�ittchco. 1 1 Sonntajt X U.: Atc-acnbrOtf fc!.| i CaslBO-Töeatcr. ing. ett.37. Tilgt»/«»Uhr Jtae C»ch hin Sonu�sg Vater Knolle. iRahta, jutn i tilo« Male: 1 Der seiige ß�iseWBskl- Sanntaft ä'.y. Alvt fi fei süh. Ißisen-föeater. j �j-uhe- A�geud. RinberaptfhHnng; Z™-?• Schnrcnicißchell benh u« ri,.', »Rd Nufcurot. öonnt 3; 3nm:iaaioc,6ale*n E�wstacvTheater DfrekhoD: Victor Baroovsky 7% Uhr: Die» Irato. Freitag: Reer Oynt Sonnabend; Peer Ojnt DantneKna Kftnstler- T bester. T»f« Uhr: Uehe. ITeftag: Der ScöBttfrr. Sbd.: SctifoB am Wannree. Camtnal-mrater KommandantenstraSe 57. w/;: Die S?!iöns{e 733 Alien. Ocntnehes Opemhfta» 7 uhr-. Martha. FrfeivWiliietast Hester vtin Gss Dort ofine Siecke. Eleises Tiiester. 7v, uhn Liebelei. Komlscbc Oper uh'r: SdiwarzwaldnräßeL I/ns tupi<>Ui suh Karfbralentlamm 236. Direktion: Slegbem Uoldschmidt, Wegen des Riesenerfolges noch eine j weitere Woche 1 W dr teieriMiferTor (fr. 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Wunde», Geschwüre: Sichnnir.geu sowie Rinder» i iahmuug: Stoffwechie!fr>nt!h«>tm, gmtertrnukheit; S«wt»,- .Harn», und llnfrrlei'aedraufhelteii.— AretiVlMae,! briefliche cwid menbtlche Olaertentnueeea srSher- bcchanbeRev ßnb gahelUcr pailewteM, die angeben. ,vr der Behandlung in unserer Anstel. aabeeiseKia »ha« Sri:t!a dehundeit werden zu sein: kB.:!, nni- 2. schreibt Herr Lehrer Zletste au» Zachzeubrstck de! .stoffen am Zl. Dezember ISIS: Nachdem ich w einre:! Äebtrgs�onawrtnm sstr LungenirmUe d Monat» ohne! dehandeit wordrn bin, Hab« ich tn Ihrer Heit-- 3» b» —.—»—- X-RJHws* CCTTDOäI. W. itrie lltrchoech, Steglld, Mbrrchtstrak« 1 smuei von«rschirtruen L«fd«n geheUi(gern darüber deretti.- Ist Frau stf. tDcmbeeK �. fftea' Setiin, Echwedter Straffe SSO; Bon ntegea- Dormgcfchroftcen geheilt.— 30. Frau CS- Rcgl Sfriln. Neanderstraffe 5: Bon JtecoenJchmccjen ganzen ftScpec gehellt.— Getrennte Behandlangs- niantc für Damen n. Herren!— Sprech- n. Bebandlnngs- zelt: 9—1, 4—7'/»— Sonn- und Feiertag! 9—1, Seitliche AastaltSfriTmig: HetlenflaRbdeflster Professor P. Mistelsky graduiert und approbiert im Ausland Lerlin LG. 16, Brückenatr. lOÜ Raimhof dTMusawltabrUek*. snmnragmsesffiseiEBtsaRf WM- Nor allein-MDU Knnsispiel• Pianos u. Flügel Virtuola ermöglichen gleichzeitige Wiedvrr-ih* rrr nach Auffssun; d. Künstlers u-Se.j.uiüa.i Römhildt A.-G. HtMMWWWf CSiKfWai 5';;ckc isrung Ueipxlter Straße '«9»19-120,».Stock wieder Heilung gesunden und«urd« vom Krei»» ! arzt, der mich vorher fllr bienstnnflihle erklitrt hatte, nach ' arnauer Untersuchung wieder fllr d.rnitsdhtg befunden. Seit dem lS. Oktober ISIS erteil« ich t Stunden unuuter» drochrn Unterricht. Die» schrride ich Ihne» ohne jegliche Peetnstussung Zhrerseife. Auch meiner Frau,»te bei > Ihnen behandelt wurde geht ts ansgezetchnet(Utt en 1 Nidertul. Halsdrkts enoereitrruna)."— Herr 38«tmt(ln ! p. VSfttr, Berltn. Iltrechter Str. 35, schreibt: �iachdein ! ich mehrere Wochen in»wer Srztklchen ilitnit ohne Srsolg l I behandelt worden war und mir schltefflid) der rechte Arm! ! abgenommen werden sollte, habe ich mich in legte r Not| an Ihr« tlnstalt gewandt und bw mit«5 Behandlungen. I von mewer OluloerglRrttig tmö Decelfeccag beal ——V a,!C J«C yaü« yeheur worden." 4. Frau MaglstriitsaJMrnt tsteeemaan aus Ilottdu»,{ | Lauilher Str. 14, schreibt: �Ich bw von meine» Mngon- geschwUeoa mit 30 Behandlungen vNNg w Ihrer An»! j statt gedeih worden, raAStni iq 12 Zehre laue endet»- tocltia ohne Srfolg behandelt worden war. Ich fithie mich! so wohl und gesnnd, wie ich mich»och nie gech-lhit habe.-"— stHeer Feuert» erkaleuwaw Nlafchlanka, Z'euWlln, Weser»! ettuge 31(jetzt Königsberg L Pr.) schreibt:.Meine! Mutter, nuhtt Schwester, meine Frau und Ich smd in 1 Ihrer Anstalt geheilt»nd gebrsserl worden; dir Mutter - von chronischen! UlageuIstSea. die Schwester von Kops- schmerzeu an» Sdin-eestSrii-ke«, annt Frau son l 0«tj- ttn» Hiacealeibim ans ich von aßgeaietnee{ neraüfe« Sk'&lpaanana.'*— S. Frau Restaue. Höring. Berlt», Schönhauser Alls« 37, schreibt:.Ich bw vor I 1 mehrrrrn Jahre» bei Ihnen von Herzleiden an» i Vasedawsryer fteanthcil geheilt worden. Aus Dan!» barfett habe ich Ihnen viele Patienten mit gleichem Leiden( empfohlen. Sollte sich irgend eilt Leiden bei mir beowtl» bar machen, so werbe ich mich sofort wieder an Sie wenden.«— 7. Herr W.»Je esc, Tempelhof, flatserw» Augusto-Straffe 07: Bon S Monat« alter, stark eiternder,\ breiter Opcratioab-Srnuß- aab Dcemftftaf geheilt (vorher zweimal operiert).— S. Herr 29." ilahnsboc!, Dorfstr. 9; Bon tnbrcfnlöiec Nippen fr Itorreiternng geheilt.— 9. Herr». SchSn, 1 | Sdarlottenburg, Svaudauer Berg 21: Bon Bronchi»>- afkbtua g-dttlt(anhatt. Heilung 9 Monat» spsttrr de» siiittgt).— 10. Frau tlt. Bornernanu. Berlw-Treviow. Drasuftr. S: Bon Ztterrn» n. vlasenletden gehellt.— ll. Frau Sennesch, Berlin. Schrewerstratze 11: Bvn Rnierleibnletdsn um- Istagetoereltarnng gehellt (Finger sollt« ebgeitommen werde»),— 12. Herr y. Bbtrvfom, S�chSnebeeg, Gbtrsfw. BS: Bon cß- gem einer Zleneasthenie, Herz» u. BIa«|cnn«neo|c und Vnaemic geheilt(vorher dreimal Rervenchoy.— 13. Frau C. Freund, ffhoiiottenbuca. Peltolozztstr. 53. Bon Bencnenfzanbcns Im Ankerscheu fel geheilt.— 14. Frau iL Jieutiaiicr, Chorwttenbnrg, Aatserw» AugustwWre 91, 1. Ausg. l Tr.: Bon sUerueuschwvrzer. w der Hllst, und Ur.sähialrtt»itm Gehen geheilt.—| 16. Frau ffi. Hadorf, Berlin, stolberger Stretze ZL/» Bon Nerven- n. aoechenhauf-CafianOrno(aoO- I Rfiubla gcMbnO geheilt.— 16. Frau AI. ftuorr, Lichtenberg, Scharnweberstr. 82: Ru verschiedenen Malen[ von akuten und chronischen Leiden geheilt, u. a. v« Herzschwäche, Lederschwellang u. Alageufreba.- 17. Frau Ll.»uedauer, Charlottrnburg, Rats»» l Friedrich-Stroffr 102: Bon allgetnelner NeuraNhenie, i Sedeenwschweßaa« und Sallensteineu geheitt(nach htrzrr Behandlung Abgang von lS«cllmsiewen).— 18. Romi" Bier Prrs« Ansstinst f Die Friedensfonierungen der Entente. Berfdierte deutsche Debersetzoog der Vsrsailler Bedlngingeo. Vollständige BolksanSgnbe! Mit nser A,rte der geforderte« GebictSverA«dermlgen. Hernaogrgeben von der Deutschen Liga für BSIkerdund. JMS« M, l.ZS ftoi 10% Sorllwmrtrr.TettrrimgOznichiag Der amtliclia französisciie anii englisclie Text der Friedens- ttedingengen. Herausgegeben oan der Sentschrn Liga für BSUettenh, Prot» Je«k. 2,5« pw, 10«b SMtlmeBtn:-Snt«naBe|u«cht ©tffcftrtf Fslfgschrtst der Deutsche« Kg« str BSlterbnud: Walter Schülking KoZWZZküMsr? Skritik cm Pariser Bö l kerbn«de«twurf. Gl» Vortrag de» deutschen Frtedenadel-gtrrten In Versailles, ptstn JB, 0,90 pftts Wf, Sortimeuter-Trnerungsznschlag. Zz KM Hüv'mMmm«MM! Verlag: Hans Robert Engelmann, Ssrllü W 15.™ �»etzen erschien: Pamw Dftr friede unö öer Sozialismus qto«*» 7° Nfemrifr gm Äriene bum Deutschland d�ch�Jrseden zM-wirMch-n Sirger werde«. Wie diese� Wer! z« vollziehen ist. zeigt ParvuZ' vierter Brief, der die FriedenKfrage im»usamnienhang mir dem SoziattSmn« in. aktueller Weise behand«»- «rrlas fix S»zi«lwifse«schaft. Beefla«B. M, Lwbc�kirast» 214. BÜCHER» 1 K M A IT I.EEEH jacsa: Der Weg«.r Ehe o» oovm-%S»•«'»•»' Ron\- (Ziomau). Preis 8— Mark. ner. V4T2» V»,- Die vornehme Kochter. von«net Aram. Peels vornehm gebunden 730 yj�- ....... 8» llegt oft etwas SrvFt?"— tn diestr durchdringenden Art ,n ollhüüen. Juge»tdsü«de» Bon Äutt Aram._ Breie geheftet 7�0 SRC, getu-ndeu W? Wi. Da» alt« Thema, dem Wedrkwds F�httngo- erwachen zur Bersthmthell verhall, dletdi Mll"".I. Die erste« Mensche«. Srsttfche« Mysterium. Prrt» steif geheftet 4,— vornehm gebd. Dt« Düch«« si»d ei«z«l» • h*x»ssamme» g» beziehen Vogler& Co., Berlin W.? »Slheuor»keche 2t. Stbt A. LuNUSN XL Haisir anke.! tastrnfrrj briehrn. Meltbcr Hrtwirth. ahn? � HRI vr.«Zebbnr-'-�* t'ie- ßerlin 1,7. Para*«— rStr. 10c Der schönste BalkonsibMuck »Zener-. r soianz e I ball?» ! der Vorrat reicht: Ist krZstir.e Exemvia?« mit C 1 Cm Freien übennüitrrt also vollständia abgeh�l) für ! M.S, S St. SOLU, 50 6t M.A, 100 6t ««sstoLrsvsrei yölkzze. ' hiesige Berwattungosteae sucht ivm h Zum dner1 ersten CesehäftsfQhref. a«rechnet wird ans«tue erste straft. Bewerber Müll?' allen Berdandsewrichtungen sowie Rasse» und Unietitif".si?' wesen vertrant sein itnd agttdtorische Iahiglette» besitze. Anstellung erfolgt nach drn Beidilüssen der Brrslai�s ,?'!/ stSlnrr«eneralversammluna. Bedingung stinfsährige tl>" ig'ied. schafl. Bewerbungen mtt Angebe de? Alters, der Du::",. RttgUedschittt und der bisherigen Tätigkeit w der Ar!.� beweauna sind mit der Aufschrift.Bewerbung' oerseb'",„ zum 20. Ma!«n die GlcfdfcfiftcfUlic Oes Ceulschen»75. 7 acbeilec-Becbanbea. Cudemnalbc. Beelitzer Strafft"f-,■ richten.______i_ ZMISk Btnnolt, HiMtg i.D Zufolge Dahl des jetzigen Redakteurs als besoldeter L suche« wir zum baldigen Antritt einen MW IM». Wir refleMerrn auf einen gewandten, rrfahreren Iourn�'�'" »ehatt nach der Bedingung de» Brrem? Arbeiterpreff«.„ 4 Arbeiter zw Zaim ahlu cbstefnfabrikatlon sofort gasne111 Avtnv Mfiliop Bauten und Indnstrfewerke, FE mlUT Dl Uli«2, Johannisthal, QroB-Beriiner Dami' J Wirfu�MiS mtfcce srwmchanifth�W-rkstätte w'dauern�� long einen tSchttgen, butchous selbständig arbeitend;,� SÄ dös feabll" ti «El? Beeil« ZMr tri»« Sorita, tU.tnehmx, loch InU all Ha Ware» frei B FtOER krtdttitn bdkemmaa; dta dort r.etttUten Zahianga- laitoigangen sind laicht za arimian edel Mtiut dia Praita iea heutigen Zeiieu ettl- sprsetuni Uthgal berechnet. A.VJP' JKHEniT Uornehm» 'Damen-Kleidung X l a l ä• r, X o 1 1 ü m», Mimt el. 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(v-ztrk Lichierfrld»j Allen MUzlletxrn mt Nachricht, dah nttf««N- noffc 11)6/20 Willielm Sroeh im Altrr Don 79 Ishrr» g«. liorben ist. Ehre sewo» Aidoftai Die Beerb igm»z fttött heute na&mitfofl>>/, Uhr auf dem Parksr! Zahlreich« erwartet Sie Ty�Mt-ieltomg. rietstmj flcti BetetliMmg Unseren traurig eZ!>. iangiSdriger glteberu die! i unser z «erh' Senrffe ttöliüM tseiidsoli verstorben ist. Die Beerdig llsg 19«! fln! heute Donnerstag, den Ui. Mai, nachmittna» S auf brm Fried dok hrr Uhr. WWWGW.,.. Fred reliziöfen D-ineind«, peiallee, statt. Tfchenbach war ein e!> vstichtbnrubterMttardl Wir werden ihm«in ehrendes Andenken bewahren. Xoiiksta>'&a«n«!!Äaft Berlin and liAzegend E. a m. b. H. Zratrslverband der bsndlangiqeyjlten Ortrgrupae»rotz-Derlln. Di« Beerdigung unser« strllegea Tstch ttglliisna tseddRli findet nicht, wie detannt- aegeden, um« Uhr, sondern heute nachmittag 3»he von der Leichenhalle der Fceircliaidsen Demeind«. llee Vi, au» statt. Die OtksovrtvaKnBg. Am IL Mai traf tm» die traurige Nachricht, dah an« am 10. Mai plöstiich nnd unerwartet unser steber Sohn nnd Druder Karl Artz im Alter von 14 Jahren nach schwerem Unfall auf der Straß«, tmrch den Tob entrissen wurde. In rieser Trauer Familie Panl«ich. Berlin SS«, Simeo�k-T i*.-------- ei lag, den 16, Stal. nach» ttag« 4 Uhr, von der ichen Halle d« St-Siureon- rchhof-s, Briß, Marie»- cfer Weg. aus statt. Am 12. Mai eutichltef sanft nach kurzem schweren Leiden uns«« iiede Mutter. Schwiegermutter nnd Großmutter. Frau Ww. Milk Lenze im 64. Lekensjah«. Die trauernden Hinter- blieben ea. Di« Beerdigung(bebet am Freitag, den 16. Rai, nachm. 2 Vi Uhr, neu der Halle d« stSdl. Friebhaf» in ReukMa am Marien- borfrr Weg au» statt. lOSa BrmwKtni. jhstr alle in den Ort. schalt« ifiehittkaald« MeSch Wmt, Forsts BernSks« Gfen, rnit Ättt-nSerz unb Stübnch. Hanttner Gem. nnd Guts- heztrk. ttrenzbvnch GmiL. Neuhollaud Äeru..«ichlnst Ger», tnil Uhleichal rmd KaiDsei�edh, Liebenthai Gem. beschöstigte» oderkvohnhaft« verftch-rANISpsticht'.grn VT.l verficherrniglberichngt. Person en sowie sstr die ebenda vorhandenen Urbestzober wird mit dem »«. Mol»«» ein? Zweigstelle nnsrrrr Sasse in LiedeMmakd«. Zehdenicker Straße 17». eröffnet. L7S/1S Dies« kv w-rUS�ich von S Uhr vorm. bis 1 Uhr nachm. zröffnet. B-rvit. den IL. Rot»Ist. Sissgemetme OrtHrranken- lasse Ntederdarntm. gez. Peuoit. Borsthender. SWlllMW.«ei IkSWASS. Eisenbahner aller Grade! Dannrrvtag, den 12. Ret. abends»»Hr. in der großen l?« des Stevrhausrs, kSinqanq Untergrnnd- BahiMj."v.. Gr. KiscsbshiZkh'-KttsWNimz. Tag«»o�n„,g: NT« Tbrechttmig mit den Tssnden der Sstreaukratie. Aesrrenk:«Nfendahin�te�mstrnt Nh»r»°». ÜfSST" Freie".laaivrO'.O'-"Zt&ü «Ä«Mmesestte» vehZrd f.««-.-qlbttgestelken stwt« aste NoNezen gab dringend cinciHd�o Dricheiut in Rest?». fehle. geht«m Bttjftx chzkst-nz. ____ Der igctd�Tngfiflwfc. MMWisMi sAZWÄ. Krfnn» l 2rÄ de» 19. Mit, ebentis I Ith«. erevaniasstiori. tkhsusseeffr. Iis): Partei-Bersammlttttg. Fortsetzung Lber da? Thema: Militarismus von hcutid. Referent-. Genofi? Anton Fischer. HiUi'ilt»er gegen Vorzeignng deZ A.itqiiedvdncheg. 8öSÄÄSkZt Zesclilecbis-, ilout-, diauen- eiden. Behendl. schmerztos Ihne BeruisstOrung. Blut- mtersuchung. Teilzahlung. Separates Damenzimmer. Wustidislr.lllähSyS flaut- miBiranl »aaltdtrtrut Dr. HGIlcr, FriEdrielistpaßB 198 11. Eingang Kronenstraße.» (pr. Ii— i. 5—7, Sonnt. II— L Ertolgrelche HeUortoig«. flzsl- sai Mni ßr. med. WoekenluS, InMlM'. IZSbmÄ. Spr. ll-l, 6-7. 123/7* HrMcniclM----- StkkvnwachvZlg. Fstr alle in des Ortsthasten aaledoro« mit den itolo- Kien Qiiiterlwcg*, Alte 1 SiiNvi: Cooöhuf, tirtedce. I «m lloip, afiSaeflOhtn 1 Gamain»». 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Oktober IUI» wird silr den Gemeinbe- bezirk der Siebt Bertin bestimmt- L «Bf«bstbu« Ar.» der rt-.rjr.-Sflwttw««ThenstTttaerftiriv mtt Ansdemi.Stadt Aeelm' ist SÄHSram»" zugebe». JtaBflSsnig ab- ri. Die Presse jSc stunsthonis betrug«»: 7»«. fite 1 Pld. im«vustlch. «».»1. in fertigen Pstnmpddimzen m. 9k«rtiellllSsthntll N».» der«.-»cheöerSner«hernrnttiei. karte Ulli«nfdrtich �Siwdtverihr' darf»« d» «chet des awhov nnd zwar in der Feit vom Soneerstog, de»«i, Mai ist« bis Seena de»», den n. Mai m»»inhhkirstSch. vhö trjtftt sflSSHiL >' 9 w 1'■■ de—«Wv rv, hnch de» «user ist denchAnIchlag bei der Entnahm« de» fdduld«c dt» Wate zur -> � Km ; der BeriSnser Hai dmi » stch t»«ehmen. V, 9k JtWtchBttJks»et*» die M» Ihnen oRgntomaniun JiefWIabTchnttt. nt den«rosshSndke. twu dem st» de» stunst- hrniu beziehen, mttmrder durch Vota» oder ringefchridbenen tan Sk, M durch wmShnNchen«rtrt kst rnzakflstig. : ch-ossbank»! Hut dk'Adschnitt, sofort a» die st-ckev- P»chesSschaft wetteegngehen; von dieser stnh dle Ad- �ut-iIuu�-»»-s.llschttst wette-P�ede»!«n di »chN ii, MM, '«CT{yiwrt waa»cgnn�)tf7W'iir nfziuiXTKOrfL tSgtfSL Magistrat. AvServttrsorgttng&fteTt*. ______,■....._______________ tstv in der wir dir 6et>«Ihi)atbe Erhdhirng der Da-preise anzeigte«, dringe» wir hiermit zu» lteimtni», dess in Iteukdkl« Hasen» heibe) von dem Sag« ab, an dem im Monul Aflrtl ISIS die laufenden Sa»mri!erftSnde oafgentmrracn werden sind» der Preis für da» Kubikmeter®o» di» auf weitere» 52 Vf.«inschNUhNch tt&t)lvn- und Tbnsechfhmer deträgt. Für bat durch«ihezg-t-amsser entnommen««du» eryllht sich diese- Prei» um die<»a»ii»sser.«htrtchr.t!tgsm>rt«. 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Es muffe die Aufgab« der Parteien sein, dt« im Zentrum stehenden Masten zu vereinigen. Leichter werde dies bei dem linken Flügel der Mehrheitssozialisten und dem rechten Flügel der Unabhängigen sein. Dr. I o e l s o h n entwickelte die Möglichkeiten einer Verständigung. Die Regierung war durch de» MinderheitS- terror gezwungen, mit den bürgerltchen Elemente» zusammen zu arbeiten, fich bei der Aufstellung der Truppen sogar aus reaktionäre Elemente zu stützen. Regierung und die Rationalversammlung be« seitigen heitze den Kranken anstatt ihn durch Morphium ,u betäuben fänsliglich zu töten. Der Redner ging dann auf die Streitfrage zwiicheu beiden Parteien, auf da« Räte system,«in und bezeichnete eS als«in« Zweckmäßigkeit»», keineswegs al« eine Lebensfrage. Angesicht» der von diesem.Friede»'' drohenden Aefahreu sei die Einigung der sozialistischen Parteien die bitterste Notwendigkeit. Eduard Bernstein bezeichnete e» al» ein« Torheit, daß die llnab» bängigen au« dem Kabinett ausgetreten und so die Spaltung nach der Revolution hervorgerusen haben. Dadurch seien die MehrheitSjozialisien ebenso in Abhängigkeit vom Bürgertum und MilitarrSmu» geraten. wie die Unabhängigen in die Knechtichasr der Kommunisten. El sei ein Wahnsinn, wen» man von der Deutschen Republik verlang«, daß sie schon jetzt eine rein sozialistische Republik sein solle, anstatt eine Republik m»t sozialistischen Tendenzen. Der Redner schilderte auS- führlich die furchtbaren wirtschaftlichen Vesahren, die ein Fried« bringe, welcher Millionen Menschen brotlos mache und der vielleicht Au'ständ« erzeugen könne, gegen weiche auch die Rosk«» Truppen hilflos fein würden. Da bedürfe e« der sofortigen Eint» g u n g beider Parteien, auch wenn die Führer gehen müßten Bern- stein behandelte die Fehler der R gierung. Er schloß mit der Mah- nung. jeden Parieihaaer zu vrrgestea und angeficht» der furchtbaren Tatfachen zu einer Einigung zu gelangen. Auch S t r S b« l. der ja gleichfalls f&x die Einigung wirkt. sprach in diesem Sinn«. Zum Schluß der Verhanbkunge» würbe beschloffen, i» der nächsten Sitzuno Stelluno zv dem Friedensvertrag 5» nehme». Hierzu liegt folgende Erklärung Büchel vor: .Der von der Entente vorgeschlagen« Friebe» dedervet de» Sieg de» kapitalistische» Imperialismus»ud einen Pernichtungsversuch gegen de» internationalen Soztali»«»». Wir protestieren mit aller Schärf, gegen diese» Gewaltfried«» und verlritgen von da deutschen Re.ck»Sregi trung, daß verfuchl wird, zu verhardlnngen zu komm-m. Wir Protest er«, aber a ,ch gegen den versuch der deutschen kapitaltft.sch-bürger» lich:» Prc'fe ven vorges-blai'.'nen Fr'd-n dazu zu denapen. durch cino si-npell»fr»«tionalistischr Hey, die medr.gste» natio. nalch.'tch-n Lridtni-basten zu entfesseln, d.e«eignet find, den So» zial.SntuS in Deutschland selbst zu tre-Ken Tel Versuch de» Herrn grhrenbach den Rcranchegedanke» rm deutsche» Bolke zi» wecken.:st ein verbreche» am deutschen Volke und am inter- nationalen Proletariat. Dach auch da» Spiel mit der A b l« h- n u n g des Frieden» von feiten der büraerlich-kapitolistifchen Kreise Deutschlands bedeutet eine furchtbar« Gefahr für die deutsch« Ar- beikerschaft. Di« Ablehnung de» Friedensverträge» heißt die Wiederaufnahme de» Kriege», ohne Aussicht, das FriedenSergebni» z» ändern. Die Arbeiterschaft al» der Hauptbeftandt«,l de» deutsche» Volke» würde in dies«» Fall« wieder die Hauptlast de» neuen Kriege» zu trage» haben. Der Will« de» deutschen Proletariat» verlangt be» Friede» und deshalb auch von der sozialistischen Regierung die Nnterzeich. «uag de» Friedensverträge». Dies« Unterzeichnung ist kein Verzicht aus die Rechtsansprüche de» deutschen Volke«, die der von der Entente diktierte Gewaldfrieden durch Abtrennung rein deutscher Gebiete ohne Befragen der Bevölkerung durch den Raub der fto. lonien, durch Absperrung de» Auslände» und durch ungezählte andere Einzelbestimmungen des Friedensverträge» in der stärksteu Weis« verletzt. Die deutsch« Arbeiterschaft ruft aber dem inter. nationalen Proletariat zu. die Ketten zu zerbrechen, die durch diesen Frieden gegen da» Selbstbestimmungsrecht der Völker und den Sozialismus geschmiedet werden solle».' Die Renovierung deS ReichstagSgebSvdeS, Vorläufig ist nicht daran zu denke», daß die Raiioualverfamm« lung hier ihre Sitzungen wird aufnehmen können. Durch die über da» Gebäude verhängte Quarantäne von 4V Tagen ruht jede Re- novierungZarbeit vollkommen. Erst End« Juni, nach Aufhebung der Sperre, tft von der Verwaltung in Aussicht genommen worden, mit den Jnftandsetzungtardeileu zu beginne«, die bei dem großen Umfange der Beschädigungen und Zerstörungen, die durch die mehrmonatlichr Belegung mit Militär angenchtet wur- den. längere Zen in Anspruch nehmen werden. Wenn auch bereit» ein ganze« Heer von Arbeitskräften bereitgestellt worden»st. um sofort die Arbeit aufnehmen zu könne», so wird doch die Renovie- rung nicht vor Ansang Herbst z» End« geführt werden können. El,« Verlegung der Rauonalversammlung in hat Herrenhaus kommt deshalb nicht tn Betracht, wetl hier nur 300 Plätze vorhanden und die übrigen Nebenräume durch Behörden belegt worden stnd.— Wir meinen, bei einiger Konzentration der Redner könnte« beide Parlament« halbtägig im Abgeordnetenhaus tagen. Was mau jetzt erlebe» iaun. Ich hafte mir Unter de» Linden da» geülagSftwPerf angehört and fuhr darauf tn der SiemenSbahn noch Haus«. Steigt da gleich in der Nittel straß« ein Mensch arrf, der eine gcroaltige Amtsmiene zur Schon trägt. I» der Tür de» gefüllte» Wagen» zieht er so eine Ar, Blech marke heraus, die er den Wßgeniusajse» Mchtig hin. hält und gleich wieder fortsteckt. .Ich stimm« vom Polizerpräfidinm. Ich bin beauftoagt. die Aegttimotioueu der Fahrgäste zu prüfe». Wer sich auStveise» kann. bleifit frei. Wer ohne Ausweis ist, kommt mit mir nach dem Prä- fidimn. Er hat indessen gegeo ein«.Kaution von L0 Mari die Mög- lichteit, M'r seine Adresse anzugeben, die dann nachgeprüft wird. Eaversen'.ich sein« Angaben ch.S richtig, so bekommt er die Kaution zurück. Also bitte, meine Herrschafte», �hre Legitimationen.' Ken, Mensch erhob Widerspruch. Einige Herren zeigte» eine» Ausweis oder was einer sein sollte. Ich selbst hatte meine Mit- gliedskart« S P. D. bei mir. weil ich ohne dieselbe niemals au». geh«. Reben mir saßen zwei jung« Dame», die be» verlangten Ztvougigmark schein heraussuchten. Jetzt erhob fich«in junger Mann in Soldaten un> form. Er trat dem Fremden«utgoge». .Jetzt möchte ich mal ihr« eigene Logitimatm» sehe». .Herr, was erlauben Sie sich! Ich habe«ich legitimiert. Reden Sie noch ein Wort, so verhafte ich Sie.' .Macht nicht» I Zeige» Sie mal Ihre Leu>llnurtio»k' Und al« e» der Ganner nicht tat. befahl der junge Manu dem Schaffner:.Lassen Sie diesen Menschen nicht hinan». Ich sorge dafür, daß er nach Rümmer Sicher kommt.' Der Schaffner sperrt« den hinteren AuMzang, et» ig« Herren ließen den Mann vor» nicht hinan». Echo» noch gang kurzer Zeit kam der junge Mann mit etliche» SicherheitSbeamte» zurück. Auch diesen gegenüber versuchte fich der Gauner zunächst auf» hohe Pferd zu setzen. E« half ihm nicht». Er wurde abgeführt. Aber ich frage: Wa» wäre geschehen, wenn der fonge Mann nicht im Wogen saß? Zum mindesten hätte» hie beiden Damen neben mir jede SO Mark eingebüßt. Heber den Hauptmann von Eöpenick hat seinerzeit seder gelacht. Aber weshalb hat von allen Herren im Siemensevagen mir der jung. Mau» überlegt: Es ist aanz unmöglich daß die Polizei versäht, wie dieser Mcusch be- haupiet. Da» ist ein Schwindler. Darum, liebe» Publikum,«icht Bfaft Aber Frechhett«nd Gaunertum zetern, sondern selbst die Auge« offen halte»«nd zur rechten Zeit den Mund auftnn. Da» Gaunertum verschwindet bald in seine Schlupfwinkel, wenn e» Leute» gegenübersteht, die sich nicht durch eine oft so durchsichtige Polizei maSke«nd est» freche! Austreten täuschen läßt. Wir meinen, soM* Kontrvtke i» der Straß enkahn wäre Vau de« Schaffnern von vornherein zu verhindern. Wen« etwa ei» fliehe». der Verbrecher verfolgt wird, so soll fich der Kriminalbeamte einen uniformierte» Schutz warm in die Straßenbahn mitnehmen. lieber Haupt, da Blechmarke» tu»»rechte Hände geriete», wäre«in anderer Ausweis einzuführen._ 8« der Adlon. Stänkeret am Dienstagabend schreibt mg der sozialdemokratisch« Wa h IveremSv orstand Eharlottendurg:.Der .vorwärts' schrieb, daß die Teilnehmer des Zuge» meist lhar- lottenburger waren. E» waren wohl dt« Charlotienburger Partei- sahne» und Enblem« im Zug«. Dt« Teilnehmer de» Zuges waren aber nicht nur Tbaklottenburger, sondern fast all« Besucher der Versammlungen am KömgSplatz.' Wir haben weder angenommen. »och geschrieben, daß S» z i a I d»m 0 krate»«Ildentsche» Hetzer» zu folge» bereit geweseu wäre«. tl« di, Alezemwurst. Wer woR« daraas schwören, daß nie und»innner auch ander« HauStiere zur Ziegen Wurst beitrage» müssen 1 Uns wird mitgeteilt, daß ein Ziegenwurftkäufrr feine» beiden Hunden eine Freude damit machen wollt«, wa» st« aber nach veriechung dankend abl ehnte». Die Vermutung liegt nah«, daß die Rassensolidarität, in der die Hund« den Mensche« dieser herrlichen Zeit entschieden über find, die Wurftltebhabcrei be- siegt hat.... Der Raubmord am KurfSrstendamm. Der seit 8 Jahren verwitwete und allei» lebende Sekivertretet Hans Wendelstadt hatte sein« Wohnung Kurfürstendamm 188/18V künstlerisch ausgestattet. Wendelstadt war Dieuölag abend zu Hause. Erst nacht» gegen oder 1 vernähme» st« Schritte. durch die Teppiche sehr gedämpft. Sie glaubten, daß Wendelstadt au» den Wohnräume» nach seinem Schlaszrnuner gehe. Kurz darauf hörten sie im Badezimmer da» Wasser laufen. Di« Tritte rührten vielleicht von dem Mörder her, der fich in der Badestubs vom Blut gereinig! haben mag. Auf den schweren Teppichen der Marmortrepp« hat ih» de: Pförtner im Erdgeschoß nicht gehört. Al» der Mann morgen»«icht zu« Vorschein kam, sah da» Personal erst im EchlafzitMAer nach und stcnd W. aus dem Flur an der EingangStür tot in seinem Blut« liege». Die Besichtigung ergab eine Kopfverletzung und eine Stichwunde im Halse. Der Kamps scheint i« einem kleinen Zimmer nebe» dem Eingang, anscheinend«tuem Musikzimmer, begonnen zu haben. Dort lag ei« Stuhl nmgeworse». Vermutlich hat ih« der Ermorden zur Airorhr benutzt und dann aus den Tep» pich fallen lasse». Ja der Westentasche fehlt« eine Briestasch« au» schirarzem Leder mit runden, goldene» Ecken und einem goldene» Monogramm H. 23..Wahrscheinlich ist sie mit eine», größer« Geld. betrag geraubt Wörde». Es fehle» ferner eine golden« Uhr, ein« golden? Ubrkette mit einer kleinen goldenen Börse, in der Wendel» stadt Goldmünzen zu tragen pflegte, eine lang« golden« Schlüssel- kette mit zwei Schlüssel» und einem filbernc« Bleistifthalter und eine brünierte Stahluhr mit Leuchtziffer» und Läutewerk. Dre golden« Uhr hat im oberen Deckel ein runde» Loch, durch da» man di« Zeit sehen kann, ohne de» Decket zu öffnen. Ein Teckel- Hund, der m dem Kleiderram» lag, i» dem Stiefel und Klei« dungSstücke gereinigt wurde», hat nicht angeschlagen. Der I Hund mag nicht» gehört habe», weil dte Türe geschlossen war. Die Ermittelungen haben zu der Feststellung geführt, daß de» i Mörder von W. noch in später Abendstunde, nach 1l Uhr,«mp- sangen worden sein muß. Er muß zu der Haustür eine» Nach. � schlüffel besessen habe». Nach Ausführung de» verbvechens ist der t Mörder noch durch mehrere Räume gegangen, wie Mutfleck« be- weifen. Da» Geheimfach de» alten Schreibtische», in dem der Er» mordete Geld aufzubewahren pflegt«, war leer. Ein zweite» Fach, da« Preciose» euthält, war noch verschlossen und sein Inhalt un- berührt. Der Kampf de» Mörder» mit seine« Opfer muh sehr hart gewesen sein. W. war ein eifriger Jäger und trotzte noch alle» Ge. ähren. Lweifello» hat er auch, al» der Mörder über ihn herfiel, ich sofort mit allen Kräften zur Wehr gesetzt. Dieser hat ihm die chwere» Verletzungen mit einem ziemlich große» und scharfen Dolch beigebracht. Aber auch der Mörder hat allem Anscheine nach Verletzungen bei dem Kampf davongetragen. Er bat fich wahrscheinlich mit einen, Handtuch dessen Fchlen festgestellt ist, verbünde». In der geraubte» Brieftasche, di« der Mörder seinem Opfer mit Gewalt aus der innere» Westentasch« entrissen bat, pflegte dieser ständig ungefähr 2000 M. bei fich zu trage». Da» Geld ist neben de» Goldsachen, dt« er bei sich trug, verschwunden. Außerdem enthielt da» Schubfach in dem Sekretär noch mindesten» weitere 2000 M. Es kann aber auch zufäMg einen weit höheren Betrag enthalten haben, da der Ermordete auch oft, wenn er An- kaufe für feine Kunstsammlung zu machen beabsichtigt«. Beträge von 20 000 R. und mehr tn diesem Geheimfach aufbewahrte. 8000 Mark Belohnung find für Personen au» dem Publikum bestimmt. die Angaben machen, die zur Aufklärung de» Verbrechen» und Wer- haftnog de» Mörder» führen._ JBemißU Kinkel! Nnheimlich« Gerd'te Aber vermißte Kinder find seit einiger Zeit in ganz Groß-Bert derbreitet. Sie gingen a«S von einem Flugblatt, wurden weitergetrngen von einer Wochen« schrist.Freie Presse' und haben sich riun überall, besonder» aber in den kinderreichen Arbeilervienelu festgesetzt. E» wird behauptet, daß über 200 Kinder vermißt würden, daß man bisher von ihn«» noch keine Spur gefunden habe und vermute, daß da» Fleisch dieser un« glücklichen Kinder tn die Ziegenwurst verarbeitet worden sei. Dies« q Die Verbreitung öes Wortes. Po« Ludwig Bart». An» dem llngavifche« vom Eteßm I JHeta. Ein kleine» Kistchen war sein gesamte» Gepäck; darin: Zange. Hammer. Schraubenzieher. Oelkännchen. Dieser blau- gekleidete Mann war nämlich Mechaniker. An der Landstraß« stand eine Schenke; er ging Wein, in die Schwemme, und fragte: .Was denken Sie. Herr Wirt, gibt e» hier Maschinen pm reparieren?' JD, di« hat e» hier genug N— gab der Wirt zurück. Und der blaugekleidete Mann begann zu pfeifen, denn also gebot e» ihm da» Herz: er war nämlich heiteren Mute», wie eine Lerche, flinkbeinig, wie eine Meise, und stet» waren seine Lippen zum Pfeife« gespitzt, dem» tiefer Friede herrschte in seiner Seele.... Eine Zigarre im Munde, einen kecken Hut auf dem Kopf, Frohsinn in den Augen, so lacht er. hüpft er. Und geht durch» Leine Tor in den Hof hinem. „.Haben Sie Maschinen zu reparieren? RähmasHuen, Dreschmaschinen, Häckselinaschineu oder andere?' So geht er zu den Toren hinein; wo eine kranke Maschine, dort bleibt er und heilt sie; dann zum Tore hinaus und wieder in ein andere» hinein; von Tor zu Tor; die Sonne scheint... schöne» Frühlingswetter: die sein« Futztapfen küssende« Sonnenstrahl«» lieaKiten Bchriafc seuw pfeifende, stngende, flinke, leichte Fröhlichkeit... da» ganze welkende Dorf heitert sich auf: dam» von Tor zu Tor zog der glückselige Friede..,. ** * Kinder Pflegen mit Trommeln, mit Trompeten zu spielen; stecken einen Zweig in den Mund, binden ein« Schnur daran, tollen, schlagen Reifen, klettern auf Bäume, springen im Sande, kugeln sich im GrvS, schlagen auf dem Dreschplatz Purzelbäume ... sie spielen und in ihrer Seele tanzt die Jugend und fingt ein fröhlicher Vogel.... Auch dieser blaugekleidete Mann war wie die Jugend, die in der Kinder Seele tanzt, wie der Bogel, der m den Herzen sioat.... Und die Bauern standen und grübelten, in de« niedrigen Stuben, hinter den kleinen Fenstern, auf den Höfen, neben ihren Baumpflanzungen und neben der Scheune, auf diesen Luft- Plätzen ihres engen KerkerS: oder sinnierten te den verschiedenen Torfluren, mit bleichem Geficht, da» ans der Ferne blaß leuch- tende Schicksal empfangend.... In ihren Herfen gab e» schon seft langer Zeit nichts Neue» mehr; bloß tief m den Knochen, in den Eingeweiden und Nieren, von denen sie nicht recht wissen, daß sie sie besitzen, nicht wissen, was sie stnd: dort bebt« matt. mit heimlicher Beklommenheit vor der unbekannten Zukunft, nahender Zeiten wandernde» Fieber.... Sie stauben umher und betrachtete» de« vlaurock. wa» er macht, wie er schafft, wie er Pfeift.... Er blendete ihre Augen; sonderbar« Freude erregende. kleine Blutstropfen riefeften durch ihr Herz; di« Frauen wären für diese Freude alle sein geworden, und auch den Männern flackerte mtt flüchtigem Lächeln ei« ftille, klare Heiterkeft um Mund und Augen.... Schon lange hotte kein Matregen derart die Felder zu er- frischen vermocht, wie dieser blaugekleidete Mann, ähnlich einer pfeifenden Drossel, die Herze»«frischte. Wie wen» er mit tausprengendem, grünen, frischen Laub te der Hand, am Oster- tag«, von Tor zu Tor geeilt wäre, da» Dorf entlang, die Sacke» detauend.... „Wer seid Ihr?'— fragten ih« mtt ei staunte» Luge« die Frauen, und in ihrtm Innern bäumt« fich nochmal» Iris« die Sehnsucht nach Mutterschaft auf. .Wer seid JtzrN— fragten ihn«tt aufgewühlter Seele auch die Männer. Sie bätten wissen mägen, woher er f» viel Äugend, so diel lichten Glauben, so viel glückselige Haruwnie habe? Und alle hörten sie e», wie er sagte: „Wer sollte ich denn sein. Bin Maschinist. Mechaniker.' „Doch woher kommt Ihr, wa» ist Euer Glaube?' „Ich bin Sozialist I'— sagte er schlicht. Sie standen in den Toren und hörten, wie er e» sagte. „Ich bin Sozialist!' Sein Wort schrie ihnen ins Herz, doch fühlten sie keine Angst, sondern vielmehr etwas wie Erlösung.... Wie wenn der FrühlingSsturm in ihrer Seele Schollen zermalmt hätte.... Sie wußten nicht, wie ihnen gesckvch Doch hatten sie noch nie- mal» ein sg versöhnende», mächtia?» Slockevlvies vernomwe» Auf dem Schub. An einem heißen Augusttag näherte sich ein Gendarm dent Dorfe, auf der Landstraße, die Waffe um die Schulter gehängt? auf seine, n Hut glänzte grün der Federbusch, auf sr'nem Ge- wehr funkelte silbrig da» Bajonett. Er koumit die Landstraße daher, unter den Maulbeerbäumen, vor ihm: der Schübüng. Ein magerer, gealterter, schwarzhaariger, fihäbiger, ausgemergelter Mann ist der Schübling: er geht sehr langsam, kann da» eine Bete im Knie nicht biegen, denn dlese» Bein ist au» Holz. ES naht der Gendarm und naht der Schübling. Sie kom- men bis an» Gemeindehau», steigen dort die Treppen hinauf. Nachher geht der Gendarm fori; der Schübling aber bleibt. Der Notar läßt den Gemeindediener rufen; der Gemeindedienet erscheint in verschnürter Uniform. Der Notar klärt diesen übet den Fall auf, spricht dann zum Schübling: „Herr Török! Gehen Sie$11 Ihrer Familie! Dru amt- Lchen Teil wird der Gemeindedtener erledigen.' Sie machen fich aus den Weg und gehen die Straße dahin, im Schatten der großen, mächtigen Nußbäume. „Jetzt bist also. Du Gemeindediener?'— fragt der Schfib» sing. „Ja." „Äist der Jmrrss Gazsif „Ja: der Jana» Gazsi.' „Ich erkarmte Dich an der Aehnlichkett mtt Deinem Later,� „Und Ihr leid Onkel Scmdor au» Pest.' „Der bin ich." „Uni so?' „Jawohl, fv.«wedi Sohn."— „Und daS zweite... wenn ich Knch damit nicht beleidige?' „Das zweite... mein zweites Dein ist dort geblieben.' Auf der Straße ging niemand. In den Scheunen surrtett die Dreschmaschinen, die nagelige Trommel lärmte, schlug das Korn au» der Aehre, die Spreu flog umher, der Getteidestaub wirbette auf. die Leute schwitzten und der Staub legte sich beißend, juckend aus ihre schwitzenden Körper; ihre Bekleidung war von Schweiß feucht, ihr Haupt von Augustglut heiß, ihre Kehle trocken: ab und zu flimmerte es ihnen vor den Äugen« die Maschine surrte unentwegt.... „Jancsil'— sagte der Schübling—«geh Du hinem; ich setz mich dnlbm auf die Striae.' ßHmXL WMe� P >u«stremmg« Mcnen l-digNch der BtnfiMtmtbtH»der oad) de» Gelderwerb durch Censation. Allen Ausstreuungen gegenllber sei festgestellt. dai> jetzt in Groh-Berlin nicht mehr Sinder vermißt werden alS zur gleichen Jahreszeit im Krieden. Wie leichtfertig die Verbreiter der fall-ben. die ganze vedölte- rung beunrubiaenden Ausstreuungen vorgehen, ersteht man au« den einzelnen Fällen, die fie zum.Beweis� anführen. So heißt e« in dem Flugblatt, selbst wenn sich von den vielen, vielen ver» mißten Kindern noch da« eine und andere wiederfinden sollt«, dann bleibe doch immer noch die traurige Tatsache bestehen, daß ersten« der Knabe Mottet seit Februar ISIS, zweiten« die Jungfrau Raujok« seit Ostern lvlS, drittens der Knabe Boog seit dem 10. April auS GroßeBerlin spurlos verichwuvden find. To find fie geblieben? wird gefragt. Welchen Tod haben fie erlitten? Sicher hat sich ihr/, Stunde später gl« an den Werktagen und zwar erster Zug ab Ebarloltenburg 5.02 früh nach Erkner und ab Tcklestscher Babnhos 5.03 über Stadlbahn nach Halens«. Letzte Stadt« bahiizüge Sonntag« ab Ebarlottendurg 11.02 abend« nach Erkner, 11.09 nach KaulSdors, 11.32 nach FriedrlchShagen, 11.34 nach Grünau, 11.52 nach Töpenlck, 12.04 nacht« nach Niederschöneweide-JohannIS ihal und 12.0» nach Lichtenberg- FriedrichSielde. Gegenrichtung letzte Züge ab Schief. Bahnhof 11.3« nach Potsdam, 11.03 nach Westend und 12.13 nacht» nach Grunewald. Letzter Zug nach Halens« von Grünau kommend berrtt« 11.83 ab Schlefisch. Bahnhos._ In welcher Zeit lebe« wir? Im Tauentzien- Kino wird«in Film vorgeführt, der u. a. die französische Revolution von 178ö im Bilde darstellt. Dabei wird die.Marseillaise" gespielt. Am DienSiag abend erhob sich plötzlich ein ordensübersäter Oberleutnant, der gegen diese« Musikstück lärmend protestierte und in einer Ansprache verlangte, daß in Deutschland nur deutsche Lieder gespielt werden. Sollt« dai Stück bier noch einmal gespielt werden, io werde er da« Lokal demolieren lassen! Der zersiörungslustige Oifizrer scheint in seinem.nationalen" Dünkel die Historie jenes Liedes noch nicht begriffen zu haben, sonst müßte er wissen, daß die.Marseillaise" kein ipezifisch französisches Nationallied mehr, iondern längst in den Liederiwatz der inlernalionalen Arbeilersckiasl übergegangen ist. Der größte Teil de« Publikum« war vernünslig genug, aus die alberne Provokaiion de« Oberleutnant« nicht einzugehen.— Wegen der freiven Drohung wird man sich den Herrn wohl noch taufen, wenn man lhn kriegt._ Der notleidende„.Zoo". Die schwer« finangaell« Bedrängnis des ,Loo" erHibt für 1919 einen Fehllbeirag von 400 vi» M„ der nur durch eine BciihÄse aus öffentlichen Mitteln aufgebrocht wer» den kann. Das Finanswinisterium. das bereit« in de« Jahren 1«l7 urrd 1918 dem Zoologischen Garten zwei zlmSlose Darlehen don zusammen 450 000 M. bewilligt hat. hat sich bereit erklärt, eine eipuralige Beihilfe zu gewähren, trenn die zunächst beteiligten Gemeinden Groß- Berlin« Zuschüsse gewahren. Di« Stadt Berlin hat schon 100 000 M. in den Voranschlag eingestellt. Thar- lottenburg will 60 000 M. bewilligen. Auch ander« Gemeinden werden ri) beteiligen, es ist annzunehmen, daß die erforderliche Beihilfe in voller Höhe von den Gemeinden und dem Staat«ruf. gebracht wird. Eisenbahner 1 Heute Donnerstag. 6 Uhr. Stadkhall«, Kl-stetftraße: Große Versammlung. Thurau spricht über.Die Sünde» der Bureaulraiie". Freie Aussprache. Da« Freibad am Müggelsee wird am Sonntag erLsfnet.. Der Krr» t»efktzt«» veriw«ob»tlen Vororlen Abteilungen»nd»olle« sich Jnterefienten de« Schwimmsport« an den Vorsitzenden Zbchard Selchow. Lichtenberg, Goetheftr. II, wenden — tzlrbelter-Gchwimmveret».Süd-Vkt�. Sonntag. nachmtNag« 2 Uhr: An da den t» Deutsche» Bad, Treptow. Gäste willkommen Dt««Igewrtue OrtSkraukrukaffe«tederbarnim eröffnet am 20. Mai eine Zweigstelle w Ltebenwalde. Span da« er Werde. Der Syandauer DemobilmackiungSlommissar veröffentlicht gemein» schafflich mit dem Spandauer Arbeiterrat eine Bekanntmachung über die Wiedereinstellung der Spandouer Arbeiter in den Heereswerk» stätten. Es kommen danach zur Wiedereinstellung in Frage: l. Arbeiter, die am 1. August 1914 in den Belrieben beschäftigt waren 2. Arbeiterinnen, welche die einzigen Ernährer ihrer Familie find. 8. Kriegsbeschädigte, dl« weniger al« 60 Proz. erwerbsfählg find. Alle in Spandau wohnenden Arbeiter, die nicht unter diese drei Punlte fallen, haben fich in eine Liste eintragen zu lassen. Aus Grund dieser Listen sollen Verhandlungen mit den Reichs» und Staatsbehörden eingeleitet werden. Lohnzahlung für die Arbeiter der Pulverfabrik Spandau Freitag wie gewöhnlich. Bor der Auszahlung Abgabe der der Putverfabrik gehörenden Werkzeuge. Schutzkleidung, Spinden schlüssel uiw. Hierzu ericheinen die Arbeiter der A'SSetle nicht, die der übrigen Gewerke don morgen« 10 Uhr ab. Im übrigen siehe In- serat im Eonnabend«, Vorwärts". Sitzung deS Zentralrats. In Sachen der Spandau« Staatsbetriebe hat Mittwoch eine Sitzung des Zentrvlrates stattgefunden, an der Vertreter des Reichs- l'chatzmiinisterium», de» ReichSwehrminffter«, Abg. Stahl, die Ar- beider der Hauptverwaltung der Rcichsdetriebe, eine Kommission der bisherige» Lrboiterräte und je ein Mitglied der S. P. D.}inb U. ®. P. vom VollzugSrat teilnahmen. Vertreter de» Ministeriums teilten mit, daß die Betriebe gam Teil in kommender Woche, also vor Ablauf der Kündigungsfrist. die Arbeit wieder ausnehmen werden. Di« Arbeiter werdw unter Anerkennung einer provisorischen Betriebsordnung, die öffentlich de- kannt gemacht wird, eingestellt. Di« zuständigen Jnfwnien sine eifrig an der Arbeit zur Heranschaffung von Aufträgen, um baldig� ein« möglichst große Zahl don Arbeiter» wieder beschäftigen' zu können. Zu de» AuSsiöhrunqen der beide» Purteien wird der Zentrairrrt sein« Stellung noch präzisieren. Mitglieder der bisherige» ll. S.?..ArbeiterrSte versuche« in die Reihen der Arbeiter Beunruhigung hineinzutragen, in- dem sie behaupten, daß zur Linderung der bevorstehenden Arbeit». losigkeit nichts getan würde und» u r die alten Arbeiter, welche vor dem 1. August 1914 beschäftigt waren, eingestellt werden. Dem. gegenüber muß festgestellt werden, daß alle Reichsstellen fich intensiv mit der Sache beschäftigen und nach Kräften versuchen werden, eine gesunde Produktion der Staatsbetriebe herbeizuführen, um auch weiter Arbeiter aufnehmen zu können. Da die Betriebe bisher nur spezialisiert waren für HeereSgerät, macht ihre Um. stellung in FriedenSarbeit erhebliche vorarbeiten notwendig, die nicht in ein paar Wochen erledigt werden können. Die Interessen der Arbeiterschaft werden, dem Geist der Zeit entsprechend, ge- -wahrt. Sobald die Betriebe eine nennenswerte Zahl von Arbeitern in sich ausgenommen haben, finden die Neuwahlen für ArbeiterauS- schüsse. Arbeiterrat usw. statt. Di« Verwaltung der Betriebe wird o gestellt, daß auch die Arbeiter darin den ihnen gebührenden " i n f l u ß ausüben könne». Solle» die Staatsbetriebe zu Werk» statte« herausgebildet werden, die den»euzeiUichen Anforderungen entspreche», ist die Mitwirk»», der Arbeiter nnrrlählich. Pflicht- gefühl und ArbeitSlnst find die wichtige» Faktoren, auf die auch Staatsbetrieb«»icht verzichte» könne». Di« Lrbritcrschaff tut g»t, fich nicht vo» nnverantwort» lichen Personen mit dem übliche« Phrasenschwall beeinflusse» zu lassen, sondern daran z» denken, wa« zur Grs und» ng unserer da- niederliegende» Volkswirtschaft erforderlich ist. • «>e Urbeiter» Räte,«rteiter-»ab Angestellte«- AnSschsiffe»nd BertraaenSleut» I Heute Donnerstag. 12 Uhr miitag«, bestimmt in den Germoniasälen. Thausseestr. 110. Enigegennobme de« Bericht» der Dreirrlommission._ Eichler. Dom». Meyer. Niederschönhausen. Die S. P. D. hatte am Dienstag zu einer großen öffentlichen Protestkundgebung gegen die Knebelung Deutschlands eingeladen. Di« Mitglieder der Preußischen Lande«- Versammlung S t u r m. König,»ich die ostpreußisch« Lande«. Vertreterin Fräulein Jaquet sprachen in flammenden Worten die ungeheure Entrüstung de» gesamten Volkes au». Alle Sprecher waren fich darf» ewig, daß fich für diese» VernichtungSsliede« auch nicht eine Stimme au» dem Volke erheben dürfte. In diesen Ent- scheidungStagen hänge da» Schicksal de» Sozialismus der gesamten Welt davon ab, was Deutschland tun wird. Millionen unsere» Volke» werden nach diesem Friedensvertrag ohne Existenzmöglichkeit sein, sie werden zur Auswanderung oder zum Verhungern gezwun- gen. Das deutsche Volk muß in dieser ernsten schweren Zeit zu- sammen stehen, e« muh da» Proletariat aller Nationen aufrufen, mit un» zu kämpfen gegen die imperialistische Gewaltpolitik des Kapitalismus, um gemeinsam durch Verhandlungen einen dauern» den RechtSfrieden zu schließen. Die ostpreußisch« Genossin verstand eS vorzüglich, die Einkapselung und Abschnürung unseres rein deutschen Ostpreußens vor Augen zu führen. Nach einstimmiger Annahme einer Entschließung für den Gcrechtrgkeitsfrieden wurde die Versammlung mit einem Hoch auf ei» einige» Deutschland ge- schlössen. SiemenSstadt. Die.VocwärtS"-Spedition befindet sich jetzt beim Genossen August G r u s e, V o l t a st r 6. Dort werden auch Bestellungen auf»Freie Stunden",„Jakob" usw. angenommen. Grofi-Bcrliner Lebensmittel. Verlin. 200 Gramm Grieß 1211, 200 Gramm Graupen(28). 200 Gramm Hascrüvckcn(33. 34). Die tlblchnitte find bi« zum 13. Mai in den Geschäften abzugeben. 500 Gramm Kunsthonig(25). Dzr Bestcllabschnitt darf nur In demjenigen vuilergeichäst. in dem der Verbraucher in das Kundenvrrzeichni« eingetragen ist, abgeliesert werden bis Sonnabend, den 17. Mai einichlirßlich. Für die jetzige gemüleanne Zeil bat der Magtstral Salzgemüse, Sauerkohl und getrocknete Gemüse, noch auf Lager. Sie werden in den nächsten Wochen aus den Marli gebracht werden, so daß bis zum Eintreffen größerer Mengen Frühgcmüse der vedarj gedeckt werden kann und eine BejorgmS bezüglich der Gemüseoerjorgung nicht zu bestehen braucht. Groß-Serliner Parteinachrichten. Neukölln. Freitag 7>s, Uhr in Kllem« Festsäle, Hasenheidei Generalversammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zum Parteitag. Maricndorf-Südcnde. Freitag: Oelsentliche Volksversammlung.«dg. Giebel spricht über die FrtedenSbedin. gangen. Dt» Versammlung findet nicht, wie aus den EinladungSzetteln angegeben, w der Aula, sondern aus dem Schulhos des GqmnaftumS, Kaiserstroß«. statt.— vartetgenoffen. gestaltel diese Versammlung zu emer wuchtigen Demonstration gegen den Gewaltsricden. Riederschönhanse». Donnerstag, pünklltch h, S Uhr, tm»Schwarzen Adler', vlankenburger Str. 4: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Der Pailetlag in Weimar.— Bericht und Stellungnahme zur Ztzreis-Gc- neraloerjammiung.— Unsere Stellung zur Sidöffenwahl und Einwohnerwehr.— Ausbau der Organffation.— verschiedenes. Frirdrichsbagen. Heute abend 7'/, Uhr. findet bei Scholz, Friedrichstc. 82, Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: Der Parteitag in Weimar. vereine uaö Versammlungen. «rbeiter-Rabfahrerdunb.Solidarität». Ortsgruppe verlin Abteilung 1: Sonntag, Saalwtnlel. Stört l Uhr bei Wiemer, Bülowstraße 58. Gäste willkommen.— Lilmertdors. Sonnlag»ach Hoden-Reuendors zur DenlmalSenIhüllung. Start 10 Uhr, WUhclmSaue iDenkmal).— Berliner Rnderveretn»Frethetr«. Heute abend 8 Uhr: Außerordentliche Sitzung tm BootShauIe. Stralau, Tunnel» straße 28/2».— Wohnungsnot und Wohnungswuchcr. Oeftentliche Versammlung Mielerbund Groß-Sertin. Donnerstag abend« 7'/, Uhr, Aula. Ofen er Str. 7.— Montag, 19. Mal, nachm. 8H, Uhr, bei Beer, Gtraiauer Allee 47: Versammlung jämtltcher Betriebsräte und Vertrauensleute des KorpS-Viachrtchten-PorkS Garde. Jugenüveraaftaltongea. vtchtbNdervortrag.»Eine romantisch« Reise WS Rhelnlaub". Sonn» tag. abend« 7 Uhr. tm Jugendheim. Ltndrnstr. 8. 2. Hos lll. Etnlaßkatte» 40 Ps. im Jugendsetretai tat sowie an der»deudkaffe zu haben. Schönhauser Borstadt. Heut«, adend« 7 Uhr. Lotal Ladtsch. Gaudy» straße 9, Vortrag:»Dt« proletarisch« Jugendbewegung. vetrledSvertrauenslent« der arbeitenden Jugend des Bezirks Norden heute, abend» 7 Uhr, 1. Sitzung im Lokal von W. Burg lauer Allee 180. Wichtige Tagesordnung. Srschrtnen aller ist Pflicht. WerrerouSstchte» k»r da« i»«mere«ordveaiiwiane dt« Freitag mittag, Trocken und oielsach heiter bei ziemlich irischen nord. westlichen Winden. In der Nacht zu FreUag stellenweise Frost. Auch in den Tagesstunden ziemlich kühl vo» guter Führuag, möglich Ii scheel daemandt, Bimst bei den Bezirkokommando» und Betfori Berlin mit»edsthmlff« der nicht Mmosende»- str dm m> Dlmstantrttt gesucht. eldungm unter Borlag» ... iag»»er j orjl brr eondrvehr-ZnspaNtoa. Oeneral-papc-S iTa�e. Bapter» beim LeeNn-S chSaovoeg. S2V7D Die �aekikeit! SeNvritiick Ir-Isegeden.»»«man. emeOckende Akt- u. Modellkarten. 20 Karten M. i—, 100 Karten M. 1ZS0. Imeressante BOcherliste 30 PI. vorein«endung oder Nachninme. O, Ptacber Abt. 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Tie Haflstrafe ist durch die Untersuchungshaft verbüßt. Der Angeklagte Leutnant L i c p m a n n wegen Anmaßung einer Befehlsbefugnis zu 6 Wochen verschärften Stubenarrest. Ober- leutnant Vogel wegen erschwerten Wachvergehens, Miß- brauch der Tienstgewalt und Beiseiteschaffung einer Leiche so- wie Abgabe einer vorsätzlich falschen dienstlichen Meldung zu 2 Jahren 4 Monaten Gefängnis und Dienstentlassung. Im übrigen werden die Angeklagten Licpmann und Bogel frei- gesprochen. Die Angeklagten Kapitänleutnaut d. Pflug- Härtung, Oberleutnant R i t t g r n, Oberleutnant Stiege, Leutnant Schulze und Hauptmann V. Pflug- Hartung werden stcigesprochen. Das Verbrechen, das au den beiden Vorkämpfern der s spartak' frischen Bewegung verübt wurde, ist durch die Be- 'weisaufnahme und die Verhandlung nicht restlos aufgeklärt worden. Es muß aber betont werden, daß die Anklagebe- Hörde hieran keine Schuld trifft, sie ist allen vorhandenen Spuren nachgegangen, und ihr unnachsichtiger Strafantra�, der vier Todesurteile forderte, beweist ihre Objektivität. Die unabhängigen Mitglieder des Vollzugsrats, die mit der Ueberwachung der Voruntersuchung betraut waren, haben nichts Wesentliches angeben können, wodurch der Verdacht einer absichtlichen Verdunkelung bekräftigt werden könnte, im Qtegenteil, sie haben auf intensives Befragen unter Eid er- klärt, daß auch sie kein weiteres Beweismaterial zu beschaffen in der Lage seien. Die Agitationslügen, mit denen die„Freiheit" und„Die r o t,e Fahne" wochenlang gehetzt haben, sind damit als solche gekennzeichnet, wie bei- Ivielswcise auch von dem berühmten„Festgelage" der„Roten Fahne" nichts übrig geblieben ist, als eine harmlose Photo- graphische Gruppenaufnahme, bei der eine leere Weinflasche und ein Soldatenkochgeschirr den Tisch verzierten. Was aber ist mit jenem„Zechgelage" gehetzt und agitiert worden! Wenn trotzdem der Tatbestand nicht bis ins letzte aufge- hellt werden konnte, so liegt das eben an den Tatumständen. Nur Runges Tat war durch Zeugen einwandfrei festzustellen. Seine Kolbenschläge gegen Liebknecht und Rosa Luxemburg sind bew'esen, andererseits aber auch die M i n Ä e r w e r t i g- k e i t seiner gesamten geistigen Veranlagung, die das Gerichk bei Bemessung der Strafe wohl mit Reckst berücksichtigt hat. Schwer belastet war auch der Oberleutnant Vogel. Beiseitcschaffung der Leiche als erwiesene Straftaten ange- geben hat, gingen die Zeugenaussagen auseinander. Wir halten eS für erwiesen. TaS Gericht hat ihk jedoch nicht wegen Torschlags verurteilt, wobei sich im Augenblick, wo dies ge« schrieben wird, noch nicht feststellen läßt, ob es von der Vor- auSsetzung ausgegangen ist, daß sein« Täterschaft als solche nicht habe festgestellt werden können, oder ob eS dem Ange» klagten den Umstand zugute geholten hat. daß Rosa Luxem» bürg möglicherweise bei Abgabe des Schusses schon ein« Leiche war. In diesem Falle hatte allerdings der dekannte„Versuch am untauglichen Objekt" vorgelegen, dessen Strafbarkeit von der juristischen Wissenschaft sehr bestritten wird. Das Gericht hat nur Mißbrauch der Dienstgewalt und Begünstigung durch Beiseiteschaffung der«Li che als erwiesene Straftaten ange- nommen, und für diesen Tatbestand erscheint das ausge- worfene Strafmaß gerecht. Freilich wäre es viel zu gering. wenn man, wie wir, in Vogel einen Mittäter beim Morde Vder Totschlag erblickt. Besonders schwierig lagderFallLiebknecht. Hier gab es keine Zeugen, die Angaben der Angeklagten, wenn sie auch wenig wahrscheinlich klingen, waren nicht direkt zu wider» legen und mußten daher der Beurteilung nach allgemeines rechtlichen Grundsätzen zugrunde gelegt werden. Immerhin ist auch bei Annahme dieses Tatbestandes ein völliger F r e i s p r u ch derer, d!« eingeftandenermaßen auf Liebknecht geschossen haben, u. E. nicht gerechtfertigt, und in diesem Punkte halten wir das Urteil für einen sehr bedauer» lichenFehlspruch. Fünf Offiziere konnten und mußten andere Mittel finden, um einen einzelnen Mann am Ent- wefchen zu verhindern, wenn er das wirklich gewollt haben sollte. Selbst die Darstellung der Angeklagten zugrunde ge» legt, halten wir hier zum mindesteneinenTotschlag nir erwiesen. Angesichts der völligen Freisprechung der an >er Tötung Liebknechts beteiligten Personen muß das Urteil als Ganzes unbefriedigend wirken, wenn auch die Gefängnisstrafen gegen Runge und Vogel wenigstens ein« schwache Sühne für die Tat geschaffen haben, die freilich zu rhrer Schwere in keinem Verhältnis steht. Zur Begründung des Urteils führte der Vorfitzend« n. a. an«: Es ist erwiesen, daß Runge zu seiner Tat nicht angestiftet ist. sondern au» eigenem Entschluß gehandelt hat. Daß er zur Zeit der Tat uuzurechnungZ- fähig war, hat das Gericht nicht angenommen, aber er ist geistig minderwertig und seine Tat ist deshalb ander» zu beurteilen wie die eines gesunden Menschen. Dem Dr. Liebknecht hat Runge einen Kolbenschlag und der Frau Luxemburg zwei wuchtige Kolbenhiebe versetzt, so daß fie zusammenbrach. Daß der Tod infolge der K o l b e n sch I äg e sogleich eingetreten ist, konnte nicht feftgestellt werden. Runge konnte deshalb nicht wegen bollendeten, sondern nur wegen versuchten Tot- s ch l a g s verurteilt werden. Möglich, ja wahrscheinlich ist es, daß der Tod infolge der Kolbenschläge eingetreten ist. Tatsächlich war Frau Luxemburg tot, als sie ins Wasser geworfen wurde. Im Falle S i e b k n e ch t gibt eS Indizien, die für eine«er» abredung der Offiziere sprechen. Dahin gehört die von einer Zeugin gehörte Aeutzerung. die Herren werden im Tier» garten erwartet, um Liebknecht zu begrüßen. ES ist aber nicht erwiesen, daß sich diese Aeußerung auf die An- geklagten bezog. Ferner da» Eindiegen in einen Seitenweg, nach» dem das Auto im Tiergarten stehengeblieben war. Da» ist nicht unauffällig, aber die Erklärung des Kapitänleutnants v. Pflug» Harttung, daß er diesen Weg eingeschlagen habe, um Fuhrwerke auf dem belebten Weg zu vermeiden, die Aenderung de» Trefs- Punktes, der Gebrauch der Schußwaffen nach dem Anruf und der Messerstich de» Leutnant» Schulze sprechen ebenfall» gegen die Angeklagten. Daß der Angeklagte Schulze den Messerstich von�Lieb- Inscht bekommen hat, ist nicht anzunehmen. E» ist möglich, jedenfalls nicht widerlegt, daß Dr. Liebknecht ein Messer gezogen hat. um es im Augenblick der Flucht zu gebrauchen. Auffällig ist. daß Leutnant Schulze, als er sich auf der Rettungswache verbinden ließ, sich als Ulan Schulze ausgab. Aber er trug Mannschaft». uniform und tat MannschaftSdienst. Verdächtig ist auch, daß der Chauffeur Pefchel Geld vom Kapitänleutnant v. Pflug-Harttung geliehen hat. Doch das kann ein zufälliges Aufammentreffen sein. Diesen belastenden Indizien stehen entlastende Indizien gegenüber: Die Angeklagten haben Liebknecht vor Gewalt- t ä t i g k e i t e n der Menge vor dem Lokal geschützt. Es hat sich nach Bekundung der Sachverständigen tatsächlich um eine echt« Panne gehandelt, die durch«inen Fabrikationsfehler verursacht worden ist. Besonders entlastend sind die Gutachten der medizi- nischen Sachverständigen über die Schußverletzunzen. Dadurch werden die Angaben der Angeklagten, daß Liebknecht einen Flucht- versuch gemacht hat und von hinten getroffen ist. unterstützt und bewiesen. Durch den Kolbenschlag war Dr. Liebknecht nach dem Sachverständigengutachten nicht so geschwächt, daß«r nicht einen Fluchtversuch hätte machen können. T» ist nicht ausgeschlossen, daß er tatsächlich einen Fluchtversuch gemacht hat und dabei erschossen ist. Die Angaben des Stadtrats Grützner, er habe durch Leutnant Sander den Auftrag erhalten, die Mannschaften im Edenhotel zu falschen Angaben zu veranlassen, beruht nach den Bekundungen des Leutnants Sander auf einem Mißverständnis. Die bekundeten Gespräche auf der Wache, daß die Panne und der Fluchtversuch nur Macbe seien, lassen sich nicht gegen die Angeklagten verwerten, denn eS handelte sich nur um leere» Gerede, worauf das Gericht keinen Wert gelegt hat. Nach alledem konnte das Gericht krm vrr» abredete»»der stilles Einverständnis der Angeklagten annehmen. Hinsichtlich des Wasfcngebvauchs ist zu berücksichtigen, daß«S im Tiergarten dunkel und unsicher war und daß es sich um ernen be» sonders wertvollen Gefangenen handelte. Der Angeklagte Ka» pitänleutnant v. Pflug-Harttung war somit objektiv und subjektiv zum Gebrauch der Schußwaffe berechtigt und mußte deshalb frei. gesprochen werden. Der Schuß de» TranSvortführerS war für die anderen recht- und pflichtmäßige Veranlassung, ebenfalls von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Deshalb mußten auch die anderen an dem Transport beteiligten Angeklagten frei» gesprochen werden. Daß sich Leutnant Liepmann der An» maßung einer Befehlsbefugnis schuldig gemacht hat in der Absicht, den Angeklagten Runge der Bestrafung zu entziehe«, ist erwiesen. Von einer Gefängnisstrafe har da» Gericht wegen der Jugend und der guten Führung des Angeklagten Abstand ge- nommen, auch deshalb, weil er glaubte, den Angeklagten Runge vor fpartaksstischen Angriffen zu schützen. Der Verdacht, daß Haupt. mann d. Pflug-Harttung die Panne verursacht habe, ist wider» legt. Im Falle Luxemburg war eS, wie festgestellt ist, dem Oberleutnant Vogel nicht möglich. Frau Luxemburg vor den Kolbenschlägen Rungrs zu schützen. SS ist festgestellt, daß bald nach der Abfahrt de» Auto» ein Schuß ge» fallen ist. Wer ihn abgefeuert hat, ist nicht aufgeklärt. In diesem Punkt widersprechen sich die Aussagen der Zeugen. Ein Schuld» beweis ist in diesem Punkt gegen Oberleutnant Bogel nickt er- bracht, er kann also nicht wegen versuchten Morde» oder Totschlag» verurteilt werden. Aber er ist der Begünstigung schuldig, weil er die Leiche beseitigt und eine falsche Meldung erstattet hat. ES war seine Pflicht, die Leiche an die zuständige Stelle abzuliefern. Er hat die Leiche beseitigt, um Runge und den, der den Schuß auf Frau Luxemburg abgegeben hat, vor Strafverfolgung zu schützen. Strafmildernd ist berücksichtigt, daß sich Bogel in Er» bitter ung gegen die Gegner der Regierung befand, anderer» keit» aber ist zu würdigen, baß da» Hineinwerfen der Leiche in» Wasser eine äußerst r»h« Handlung ist. Dem Angeklagten Haupt- mann W e l l e r kann nicht nachgewiesen werden, daß et bei feinet Aussage gewußt hat, e» sei tatsächlich die Leiche der Frau Luxem» bürg in» Wasser geworfen. Eine Begünstigung konnte ihm nicht naä�ewicsen werden, er mußte deshalb freigesprochen wer- den.— Der Vorsitzende macht die Verurteilten darauf aufmerksam. daß e» zurzeit kein Rechtsmittel gegen da» Urteil gibt. Si« konnten aber erklären, ob fie die Strafen annehmen. Angekl. Vogel bemängelt da» Strafmaß, Angekl. Liep- mann erklärt, er nehm« die Strafe an. Angekl. Siung« be» merkt, er wolle sich erst mit seinem Verteidiger besprechen. Um 3410 Uhr wurde die Sitzung geschlossen. Ueber die Urteilsverkündung geht»n»«och fokgender Bericht zu: Um 4 Uhr zog sich das Gericht zur Beratung zurück. Um 83h Uhr verkündete der Vorsitzende. KriegSgerichtSrät Ehrhardt, da» oben mitgeteilte Urteil, da? im Zuhörerroum, der meist von den Angehörigen der Angeklagten besetzt war, mit Bravorufen aufgenommen wurde. Der Borsitzende rügte dies« BeifallSäuße- rungen. Gegen Sie /luslänüerhetze. Mahnung des Poltzeiprästdente«. Berlin, 14. Mai. Der Polizeipräsident erläßt foh. zrnden Aufruf an die Berliner Bevölkerung: Tnrch ganz Deutschland geht eine fnrchtbare Erregung über die drohende Bersklavung der Deutsche» Republik? sie hat auch Berlin mächtig ergriffen. In Massenversammlungen ruft sich die Bevölkc- r«ng selbst zn entschlossenem Widerstand gegen unerträgliche und entehrende Zumutungen auf, sucht sie Ohr und Herz p«, fremde» Völker zu erreichen, die, v«n ihren Macht- habern irregeführt, in der Knechtung und Berelendung de» deutsche» BallcS vergebens ihr eigenes Glück suchen. Dies« gewaltige Bewegung darf»ichtdurch AuSschrei. tnnge« und Gewalttätigkeiten beschmutzt und von ihren eigentlichen Zielen abgelcnkr werde«. Dunkle El«, mente fordern zu einer Hetze gegen die in Berlin weilenden Ausländer ans. Diese Ausländer sind aber für die Polittk ihrer Regierungen nicht verantwortlich. Kein Ein- zeluer hat da» Recht, fie zur Rechenschaft zu ziehe». Sie stehen auf deutschem Bode» unter dem Schutz der deutschen Gesetze uud der deutschen Behörden. Nicht minder wird und muß ihnen der gesunde Sin» derBevölkernng»»«Schutze dienen. Wir kämpfe« gegen die ruchlose Politik de» Jmperia- liSmn», nicht gegen einzelne Mensche», die an ihr«aschuldig find. Wer Rassenhetze treibt, begeht ei« Unrecht und versündigt sich au de» Interessen de» eigenen Volkes aufs schwerste. Ich bin entschlossen, allen Ausschreitungen dieser Art, sowie der Aufforderung dazu, mit äußerster Schärfe entgegenzutreten, der- traue aber darauf, daß Einsicht und RrchtSgefühl der Bevölkerung e» unnötig mache« werden» dieser Mahnung»eitere Schritte folge« zu lasse». Tenüenziöse Herichterstattung. „Fre!heit"-Tchtvlnd5l zu den TienStag-Temonstratioue«. Man. schreibt unS: Mit oaS Bösartigste, wa« die„Freiheit" sich bisher gegen di» eigenen Klassengenosien von der Mehrbeitsiozialdemokrati« geleistel hat, ist ihr Artikel über die größte Prot« st Versammlung am DienStag auf dem KönigSplatz. Die„Freiheit" lfigt. die mehrheltSsozialistl'che Kundgebung gegen den Gewaltfcieden sei '„eine durch und durch naflonarlstische Hetzdersammkung" und nur von 5000 Teilnehmern bon-cht gewesen, von denen„nick: die Hälfte wirkliche Arbeiter und Proletarier, sondern sogenannte bessere Bürger" geweien seien. Jedes Wort der„Frechen" über den Inhalt der gehaltenen Reden»st erfunden. Ich habe mich während der anderihalbstündigen Dauer der Demonstrotlo» zeitweilig in der Nähe der verschiedenen Tribünen aufgehalten und dabei Gelegenheil gehobt, mir einen Gesamieindruck zu verichaffen. Wa» mir dabei ausfiel, war gerade die Tatsache, daß dio Besucher fast ausnahmslos Arbeiter und Prole- tarierinnen waren. Ich halte gerade den Eindruck, daß unter den vielen Tausenden kaum einige Dutzend NichtProletarier sich befanden. Wenn die„Freiheit" von 5000 Bcwchern faselt, so kommt man der Wahrheit näher, wenn man die unabsehbare Besucherzohl auf 80 000 oder noch weit mehr beziffert. Die Moffen sind ja mehrfach von BerufSphotographen und Filmleuten ausgenommen worden. Die in den nächsten Tagen herauskommenden Bilder werden die Schwindelei der„Freiheit" in ihrer ganzen Albernheit offenbaren. Bon ihren eigenen Saal Versammlungen am DienSlagabend berichtet die„Freiheit" in der gleichen Rummer. daß dort„Hundert- tausende" gewesen seien, die„begeistert"(!!) der Parole der Unab- hängigen nach Unterzeichnung des BorfriedenS zugestimmt haben sollen. « Die„Freiheit" behauptet, nach der Bersammltmg auf dem KönigSplatz sei ein„Trupp" sin Wirklichkeit waren es IL 000 Mensche«) vor die Reichskanzlei gezogen, wo Scheide- mann eine vorbereitete Rede gehalten hohe, die„zur selben Zeit" von den„Pol. Parl Nachr." schon im Wortlaut mitgeteilt worden sei.„Es gibt keine Regie", so schließt da» Blatt,„die BolkSscel- kommt ganz von selbst zum Kochen". Dazu wird uns au» dem Pcesseamt der RetchSregierung mitgeteilt:„In der Rcickskanzlei wußte niemand etwas von dem Herannahen der Demonstration. Sie kam für alle überrasckend. obwohl man eigentlich ja mit der Möglichkeit angesicht« der Nähe de« Königsplatzes hätte rechnen dürfen. So kam e«. daß die da» ReichskanzlerhauS bewachenden Soldaten zunächst nicht wußten, wie sie sich gegenüber den Demonstranten Verhalten sollten. Minister« Präsident TKeidemann mußte erst aufgesucht werden; et redete auf Wunsch der Menge, und zwar völlig au« den» Stegreif. Daß die Rede zur selben Zeit in den„Politischen Parl. Rachrichten" erschienen sei, ist vollkommen au» der Luft gegriffen."_ Anfragen über vermißte Kriegsgefangene. Berliu, 14. Mai. Der Vorsitzende der englischen Kommission in Spa teilte-der deutschen Wafsenstillstanldbkommisston am IL. Mai mm, daß alle Anfragen über den Verbleib von KriegSgefau- genen und Vermißten durch das Rote Kreuz an der englische AuSkunftS stelle für Kriegsgefangene! und Vermißte zu richten seien. Die Uebermittlung solcher Gesuche durch die WaffenstillstandSkomtwission hätte eine doppelte. Be- acbeitung zur Folge._ Versklavung öer Elsaß-Lothringer. Verweigerung des Optiousrechts. Au» Kreisen der AlL-Elfaß-Lothringer wird unS geschrieben: Die Ungeheuerlichkeiten des Friedensvertrages trete« immer klarer zu tage. Die Bedrängung des deutschen Volkes ?eschieht nicht nur auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet, andern auch persönlich werden Sklavenketten angelegt. Den" Alt-Elfaß-Lothringern verweigert Frankreich nicht nur das Optionsrecht, sondern es verlangt sogar vom Deutschen Reich, daß eS die alt-elsaß-lothringische Bevölkerung nicht als Deutsche weiterhin betrachten darf. Von dem oft ge- priesenen Selbstbestimmungsrecht keine Spur. Die Stelle im Friedensvertrag lautet folgendermaßen: V. Abschnitt Els.-Lothr. Anhang g L Mit de» 11. November 1018 werden ohne weiteres tu die französische Staatsangehörigkeit wieder aufgenommen: 1. Die Personen, die durch den französisch-deutschen Bertrag vom 10. Ma» 1871 die französische StaaiSangebörigkeit verloren und keine andere al« die deutsche Staatsangehörigkeit erworben habe«. 2. Die ehelichen oder unehelichen Nachkommen der im Bor- hergehenden genannten Personen. Ferner: Artikel SS. ?» soll durch besondere Vereinbarung zwischen Frankreich und Deutschland Vorsorge für die Regelung der Interessen der Ein- wobner der im Artikel öl erwähnten Gebrete getroffen werden..... wobei wohl verstanden ist, daß Deutschland sich schon setzt ver- pflichtet, anzuerkennen und anzunehmen, die im beiliegenden An- hang festgestellten Regeln bezüglich der Nationalnät der Einwohner oder der au» den genannten Gebieten stammenden Personen und in keinem Moment und an keinem Orte al* deutsche Staatsangehörige gu beanspruchen diejeuigen, die unter irgend einem Titel zu Kran» zosen erklärt sind. Man muß sich an den Kopf fassen: Ist eS denn heute noch möglich, daß über Menschen bestimmt werden kann wie in der Blütezeit dcS Sklavenhandels? Vom 11. November 1918 ab waren auf Grund der vorstehenden französischen Be- stimmung alle Alt-Elsaß-Lothringer Franzosen. Jede Hand- lung nun, die sie im Interesse Deutschlands, fei eS als Beamte oder Privatleute getan haben, ist folgedcssen Hoch- und Landes- verrat uud wird nach französischem Gesetz mit dem Tode bestraft. So will Frankreich diejenigen Alt-Elsaß-Lothringer de« strafen, die sich mit Ucbcrzeugung auf den Boden der deutschen Republik stellten. Auch für den Teil des Friedensvertrages, der Tausende Deutscher dem sicheren Verderben preisgeben Will, gibt es nur eine Losung: Unannehmbar! Kein„OPmarkeuvereinS-Ersatz". Zu der von uns im gestrige« Abendblatt wiedergegebenen Zuschrift„OstmarkenveremS-Ersatz" schreibt unS der ReichSoetband Oü schütz: Der Ostmarlenverein ist nur einer der rund dreißig Verbände und Bereine, die unS angehören. Es ist unwahr, daß un« der Ost- markenverein jemals mu Geldmitteln unterstützt hat. Wir habe» von diesem Berein direkt oder indirekt bis jetzt auch noch nicht einen Pfennig erhalten. Ebenso uunzabr ist es. daß ein anlie semitischer Hetzer von uns zur tätigen Mithilfe für die bevorstehen da Massenkundgebung verschrieben sei. Wie wir zum Aniisemuis««» stehen, geht am besten daraus hervor, daß unser slellvei tretender Vorsitzender und zwei ferner« Boistandsmitglieder j ü d i i ch en Be- tennwifleS sind. Der ReichSverband Ol'nchutz verfolgt feine Ziel« obne Rücksicht ani Partei und B ekenniui». Danach dürfte unzweifelhaft feststehen, daß e» sich bei der hier ftaglüSen Luschrift um böswillige Unterstellungen handelt. GewerkZchüDbewWnz Dreißig �ahre Dachöeckerverbanü. Aus Airlaß des nächste Woche in Frarrkfurt a. M. tagenden Verbands tages der Dackdeckcr enthält die neueste Nummer der ..Dachdecker-Zeitung" einen Artikel, m welchem das- dreißigjährige Jubiläum der Organisation besonders gewürdigt wird. Jnsbe- sondere wird m diesem Artikel auch denjenigen ein« Lektion erteilt, die heute die alten erfahrenen Gowerkschaftsgenossen in hochfahren- der und schnodderiger Weise abzutun suchen. Die„Dachdecker-Zeitung" schreibt diesen Herren folgendes ins Stammbuch.'» »Wenn heute über die„Feigheit" der Gewerkschafter gejammert wird von Leuten, die oft kaum die Nase in die Organi- s a t> o n hineingesteckt haben, die noch in den Windeln lagen, als die Alten schon mit den Unternehmern, mit der Polizei und den Klerichte» tu ständiger Fehde lagen kann man sich c'nes Lächelns nicht erwehren. Alles, was heut« so selbstverständlich ist, wie Arbeiterschuh, AcMsnir.duitag. Tarifvertrag, Mitbestimmungsrecht e aller Art, dafür Halen ww ein Menfchenalter streiten müssen und« nicht nur mit der Zunge, sondern mit unserem Herzblut, unter Opferung von Familie und Existenz, mit dem Magen und auch mit der Faust, wenn es sein mußte. Die Leute zeigten mit den Fingern auf„einen solchen", die Meister bekreuzigten sich, die Polizei machte gleich drei Zlreuze hinter einen solchen Namen, aber trohdem ließen wir nicht locker. Das war damals tausend- mal schwieriger, wi« seht unter dem Schutz der Revolution. Wenn nun Leute, die erst durch den V. November 1918 den Mut gewannen, ihr revolutionäres Herz zu entdecken. heute die Gewerkschafter„Gegenoevolutionäre",„Lumpen" und „Feiglinge" nennen, so sagen wir nur:„Herr, vergib ihnen". Wie damals mit der Einsetzung der ganzen Person gekämpft wurde, um die Arbeiter vorwärts zu drängen, wi« gerungen werden mußt« mit Unverstand, Dummheit und Rückstand igkett aller Art, so setzen wir uns heute wieder ein und, wie wir betonen, für den gleichen Zweck: Wir wollen die Arbeiter vorwärts bringen, wollen fi« nicht d-.'nen ausliefern, die den revolutionären Elan nur benützen, um die Arbeiter vor einen Karren zu spannen, der in den Abgrund führt. Wer diese Dinge richtig kennt und einzuschätzen weiß, der wird sagen müssen: Die Gewerkschaften sind in ihrer Treue zur Arbeiterschaft die alten geblieben, ge- ändert haben sich nur die anderen, die früher in der Kirche, in der Schänke, beim Kartenspiel oder sonst- wo saßen und sich lustig machten, wenn wir währenddessen mit Flugblättern treppauf, treppab liefen, aus- oder eingesperrt, ge- maßregelt oder arbeitslos waren und den Hungerriemen enger schnallten. Daß solche Gedanken bei einem Jubiläum kommen, wird nie- mwnd wundern, der weiß, wie heute von unverständigen Leuten auf die Gewerkschaften geschimpft wird. Dabei wäve di« Revo- lution nicht möglich gewesen, wenn die Gewerkschaften nicht eine solche intensive Erziehungsarbeit geleistet hätten..." Tie technischen Angestellten und Beamten des Magistrats Berlin. stehen bereits seit Dezember v. I. mit dem Magistrat wegen Neu. rege lang ihrer Ticnstvechältnisse in Berhandluugen. Besonders hatten die während des Krieges eingestellten technischen Hilfskräfte darunter zu leiden, daß sie erheblich schlechter als di: übrigen auf Privatdienstvertrag angestellten Techniker bezahlt wurden. Die Teuerungszulagen wurden ihnen nur zu einem um die Hälfte ge- ringeren Satze gewährt, obwohl sie bei ihrer Einstellung in die üblichen Gehaltsskalen eingereiht worden sind. Die den Beamten und dauernd Angestellten zugebilligte Gehaltserhöhung von 100 M. im Monat wurde ihnen ebenfalls vorenthalten, obwohl sie mit den Kelchen Arbeiten wie die Beamten und dauernd Angestellten be- schäftigt werden. Trotz aller Eingaben und Verhandlungen mit dem Magistrat ist eine Besserung ihrer Lage bis jetzt noch nicht erfolgt, so daß eine außerordentliche Unzufriedenheit unter'bnen ent- standen ist. Jetzt hat der Deutsche Technikerverband und der Bund der technisch-industriellen Beamten dem Magistral einen Tarif- vertrag eingereicht, nachdem der Deutsche Städtetag die Aufstellung von allgemeinen Richtlinien für den Abschluß von Tarifverträgen für die technischen Gemeindeange stellten abgelehnt hat. Mit diesen Fragen und den Forderungen der technischen Beamten des Ma- gi st ratS Berlin beschäftigte sich eine Versammlung von 600 technischen Angestellten und Beamten des Magistrats Berlin in der Aula des Köllnischen Gymnasiums, in der der Gswerkschastsbeamte Händeler über daS Ergebnis der bisherigen Verhandlungen refe- rierte und in der die Stadtverordneten Pfeiffer, Wildegans und Wurm die Unterstützung dieser Forderungen zusagten. ES wurde nach einer lebhaften Aussprache folgende Entschließung ange- norn-men: „Die Versammlung der technischen Angestellten und Beamten des Magistrats Berlin ist sckwer enttäuscht darüte.r, daß der dies- jährige Etat der Stadt B.rlin nicht die berechtigten Forderungen der Techniker aus Gleichstellung mit den Verwaltungsöeamten er-; füllt hat. Sie stellt sich oimnüiig hinter die vom Deutschen Tech- nikerveobande und dem Bund« der technisch-industriellen Beamten zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft technischer Vereine der Stadt Berlin für die technischen Beamten singe reichten Anträge und erwartet von der Stadtverordnetenversammlung Hm. der ein-! zusetzenden gemischten Deputation, daß sie die an den Etatausschutz gestellten Anträge eingchend prüfen und sie, soweit sie bei diesem Etat nicht mehr durchgeführt werden können, dem Magistrat zur Berücksichtigung bei Aufstellung des nächsten Etats überweist Die Versammlung erklärt ferner, daß sie unbedingt den Abschluß eines Tarifvertrages für die auf Privatdienstvertrag angestellten Tech- 1 niker auf der Grundlage de? eingereichten Tarifvertragentwurfs fordert. Sie erwartet, daß der Magistrat rn der kommenden Sitzung am Freitag dieser Woche bevollmächtigte Vertreter zur Füh- rung dieser Tarifverhandlungen ernennt. Die Besoldung der tech- nischen Hilfskräfte ist derartig niedrig, daß unbedingt ein« sofortige Regelung erfolgen muß."_ Tas Einkommen eines Kriegskehrlings. Ein bei der Firma Siemens u. HalSke, Wcrnerwerk, bis vor kurzem beschäftigter junger Mann, der während des Krieges als Lehrling eingezogen wurde, klagt in einem Schreiben, daß er bei seiner Rückkehr äußerst niedrig entlohnt worden sei. Er schreibt: Lkrober 1915 trat ich bei der Firma Siemens u. Halske, Werner- werk, als Lehrkiaig ein. Ich hatte damals das 17. Lebensjahr schon überschritten, da ich bis zu diesem Jahre auf Schule war. Ein Jahr später, November 1916, wurde ich zum Militär einberufen und war von dieser Zeit bis Januar dieses Jahres Soldat. An- fang Felruar trai ich wieder bei der Firma ein, um weiterzulernen. Voachtenswert ist, daß ich jetzt im 21. Lebensjahre stehe. Und was bekam ich Lohn? Pro Woche 7,50 M. Trotzdem begann ich wieder dort zu arbeiten, weil ich annahm, die Firma würde schließ- lich einsehen, daß ein Mensch von 21 Jahren unmöglich mit 7,50 M. in der Woche leben kann. Abgesehen davon, daß ich in meinem Alter doch auch bedeutend mehr leisten kann als em Lehrling von 15— 16 Jahren, für den diese Summe festgesetzt ist. Ich hatte mich aber sehr getäuscht; bei der Firma heißt es oben im 2. Lehrjahre gibt es 7.50 M. Wochenlohn und damit basta. Ob der Lehrling 14 Jahre ist oder 21 Jahre, danach fragt die Firma nicht. Ich wollte ja durchaus keinen hohen Lohn haken, sondern nur etwas mehr. Als ich dem Direktor dieses untevbreiiete und mich auch gleichzeitig bereit erklärte, auch schließlicherweise irgendeinen an- deren Posten zu übernehmen, wurde mir ziemlich kurz erklärt, ein anderer Posten wäre nicht frei und wenn mir 7,50 M. zu wenig wären, könne ich ja geben. Im übrigen gäbe die Finna schon sehr viel Geld für Wohlfahrtseinrichtungen usw. aus. Ja, für Sachen, die an die große Glocke kommen, gibt die Firma Geld aus. Wo eS aber gilt, einem einzelnen zu helfen, da ist Schluß mit der Wohl- tätigkvit. Außerdem wurde mir auch noch erklärt, daß es schon sehr viel sei, daß ich wieder eingestellt worden wäre und meine 7,50 M. Wochenlohn bekäme. Wirklich sehr edel gehandelt von einem Unter- nehmen, das während des Krieges Millionen verdient hat und das einem Menschen, der vorwärts kommen will, solche Schwierigkeiten bereitet. Natürlich war es gänzlich ausgeschlossen für mich, noch länger bei der Firma zu bl erben, und es blieb mir nichts anderes übrig, als mich wieder zum Militär zu melden. Deutscher Holzoebeiter-Berbniid. sBerwaltimg Berlin) Heute DornieiSIog. den 15. Mai, abnds 7 Ubr, im Beidandshaus tAcbeitslosen- iaal). Rungeitr. 80: Branchenversammlung der Drechsler und der Treppengeländerbranche. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Denzer:.Das Rätelhitem und die deutschen Arbeiter". S. Bericht von de: Ecncralvcrlammlung. 3. Branchenangelegenbeiten. ES ist Pflicht aller Kollegen der S. P. D. in dieser Versammlung zu erscheinen. Orssrntlichc Versammlung der Entrmblemuflker Grotz-Berlins. Morgen Freilag, den 16. Mai, vormittags g>/, Udr. im Bcreinbaus, Kaiser« Wildelm. Strotz« 31. Tagesordnung: l. Die KatzeehauSbesitzer und die Tariflordcrungen der Enfemblemusiker. 2. Die Landestrauer und die Eiisemblemusiler. Kollegen erscheint in Massen! Verband der Lithogrepden. S:ei»drucker und verwandter Berufe. Morgen Freitag, den 16. Mai, abends pünktlich 5 Ubr. im Saale deS»Berliner Klubhaus", Ohmstr. 2 lnabe der Cöpenickcr und Brüsen- stratze): Liibograpbrn-Berlammiung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches 2. Vortrag über: Die Aulgaben der Gewerkschasten beim Klederausbau des BirtschastSlebenS. Neserent: Redakteur W e r m u> h. 3, Verbandsangclegenheiten und Versch ebenes. Alle Maschinisten und Heizer und im Siemenslonzern beschäftigten Funktionäre werden gebeten, am Freitag, den 16. Mai, bei Steinecke, Quitzowstr. 10S zur Besprechung zu erscheinen. Jo dem Verband der Biireanmaschlnonmechaniker wollen fich die am Platze befindlichen Angehörigen der Branche zusammenfinden.- Der Verband bot seinen Sitz in Chemnitz. GeschäslSilellc für Berlin, Bezirk X, Ernst Gemballa-Reulölln, Kaiser-Friedrich- stratze 25. Erstmalige Per-. lommlung heute Donnerstag, abend! 8 Uhr, im LehrervereinShauS' Alexanderplatz._ partemachrichten. Eine türkische sozialistische Partei in Berlin hat sich gebildet. Sie Hai das Erfunei Programm angenommen und gib! eine Zeit- schrift.Kurtuiusch" sBesreiung) heraus. Den Vorsitz sübrt Genosse W e b b i. Der Sitz der Orgamsalion ist rm Osmanische» Klub, Kantstraße 8._ Znöustrie und ßanSel. Vorsicht gegenüber Angeboten zum Ankauf von Kriegsanleihe. Der Zentvawcrband des Deutschen Bank- und Bankierge- Werves(E. V.) wilt mit: Eine anschliche„Kommanditgesellschaft für Vermögensverwaltung" zu Berlin S. 14, Prinzenstr. 41, er- klärt sich in Zirkularen bereit, Kriegsanleihe zum ZoichnungSkurs zu übernehmen, wenn ihr der Gegenwert auf zwei Jahre gegen eine Verzinsung von 6 Proz. überlassen wird. Hinter der ge- nannten Firmenbezeichnung steht ein Herr Fritz Kolbe; eine Person bichloit dieses NamcnS hat im Oktober 1912 und 1913 als Inhaber einer Auskunftei für Börsenangelegenheiten sowie als Mi Leiter der berüchtigten„Nordwest dank" die Zeitungen und die Gerichte ausgiebig beschäftigt. Gegenüber den Anerbietungen dieser Stell« erschoint in jedem Falle Vorsicht dringend geboten. Ein ähnliches Angebot wird KriegSanleihedesitzern von einer an- geblichen»Privat-Spar- und DarlehnSbank I. Vogt in Halle a. S." durch Agenten übermittelt; gegen den Genannten ist wegen Mißcrauchs der Bezeichnung„Bank" von zusränoiger Seite bere-its eingeschritten worden. Auch gegenüber Anerbietunzeu von dieser Seite sowie gegenüber gletchartigen Offerten einer Firma P. I. Kullberg in Hamburg ist Vorsicht am Platz«. Auch abgesehen von diesen hier namhaft gemachten Fällen empsiehlr es sich. Anerbietungen betreffend Uobernahme von Kriegsanleihe unter Kreditierung des Kaufpreises nicht ohne die sorg« fältigste Erkundigung über Person und Kredit« Würdigkeit des Anbietenden näherzutreten. Keine Verstaatlichung der Hyphthekenbanken. Berlin, 13. Mai. Zur Frage, ab di« Hypothekenbanken demnächst verstaatlicht werden sollen, wird von amtlicher Seite fest- gestellt, daß nach Ansicht der maßgebenden Stellen zurzeit ein« Verstaatlichung der Hypothekenbanken nicht in Frage kommt. Di« organische Eingliederung der Hypothekentanken in eine deutsche Gemeiinwirtschaft. wie sie angestrebt werden muß, wird späte« rer Zeit vorbehalten und dann in aller Oeffenttichkeit besprochen werden können, so daß Unklarheiten und Spekulationen auf diesem Gebiete vermieden werden. Gerichtszeitung. Angebliche Kartoffclschiebungen in Lichtenberg. Eine bemerkenswerte Gerichtsverhandlung fand am 10. dS. Mts. vor dem Schösfengerichi Berlin Mitte statt. Redakteur Dr. Neubauer hatte in der Wochenzenung„D>. r d e u t s ch e S b st- und Gemüsehändler" ein ganzes Jahr lang in verschiedenen Artikeln den Leiter der städtischen Kartoffelstelle in Lichtenberg. Kaufmann Freiwald, den städtischen Kartoffeigroßverteiler Albert Marks und dessen Angestellten Semt beschuldigt, daß sie mit den der Stadt Lichtenberg zur Versorgung der Bevölkerung überwiesenen Kartoffeln systematisch« Kartoffelschiebungen vorge- nommen hätten. Als erster der daraufhin angestrengten Prozesse stand nunmehr die Privatklage des Angestellten Semt gegen N. zur Verhandlung. Die Vernehmung der zahlreichen Zeugen ergab nichts Belastendes für die in der Zeitung öffentlich Angeschuldigten. ES wurde festgestellt, daß»eder direkt noch indirekt Kartoifeisen« düngen, di« für die Stadt Lichtenberg bestimmt waren, zu Wucher- preisen angeboten, noch verkauft worden sind. Ein einziger Zeuge. ein früherer Angestellter der Firma Zelder u. Plathen. konnte mir behaupten, daß die Firma an ihre Arbeiter Kartoffeln verteilt habe, die sie als Futterkartoffeln gekauft hatte. Da in der ange- gebenen Zeit(1917) Futterkartosfeln von den Gemeinden Groß- Berlins allgemein an Futterbalter angeboten und abgesetzt wurden, so konnte nicht erwiesen werden, daß diese Kartoffeln als Futter- kartoffeln von der Berteilungsstelle Lichtenberg hergerührt haben. — Der Angeklagte versuchte den Z 193 des StGB, für sich in An- spruck zu nehmen, einen ihm vom Richter angebotenen Vergleich lehnte er ab. Er wurde zu 500 Mark Geldstrafe oder 50 Tagen Gefängnis und Tragung der Prozeß- kosten verurteilt. Dem Kläger wurde das Recht der Publi- k a t i on in der von Dr. N. redigierten Zeitung zugestanden. Bus aller weit. 3« der verhängnisvollen Schieherei in Rathenow. Aus Rathenow wird uns geschrieben: Ein Trupp von etwa 20 Mann trat in das betreffende Lokal ein, um zu tanzen, weigerte sich aber, Seitengewehre und Sporen abzuschnallen, wo? der Wirt verlangte. Daraufhin drohten sie, das Lokal mit Gewalt von den anwesenden Zivilisten und Matrosen räumen zu wollen. Der Wirt wußte sich nickst anders mehr zu wehren, er holte seinen Revolver und gab damit einen Schuß in die Luft ab. Sofort zogen die Ulanen blank und suchten in das Lokal einzudringen, was aber von den Gästen, wobei sich die Matrosen wohl besonders hervo»taten. vereitelt wurde. Tvtz die Gäste dabei Stuhlbeine und Bierflaschen als Waffen benutzten, ist ja zu verstehen, denn mit der Faust kann ja doch kein Mensch etwas gegen Seitengewehre ausrichten. Die Ulanen mußten das Lokal räumen, kehrten jedoch nach kurzer Zeit mit Karabinern und Handgranaten bewaffnet zurück, umstellten das Lokal und gaben etwa 5 bis 6 Salven in das Innere des Lo- kals hinein ab. Daraufhin verließen die meisten Gäste fluchtariig das Lokal durch die Fenster, nur etwa 8 bis 10 Matrosen, die übri- gens bis aus eine Ausnahme alle aus Rathenow stammten, und einige Zivilisten blieben im Lokal. Nun drangen die Ulanen ein und schössen und schlugen alle? nieder, was ihnen in den Weg kam. Welch riesiger Mut dazu gehörte, ist daraus ersichtlich, daß jetzt kein Ulan mehr eine Verletzung erlitt, wogegen von den Matrosen einer einen Bauchschuß, zwei Kopsschüsse und außerdem noch ein Zivilist einen Lungenschuß erhielt. Die übrigen Matrosen und mehrere Zivilisten wurden außerdem durch Kolbenschläge und Stiche mit den Seitengewehren mehr oder minder schwer verletzt. Der getötete Mairose erhielt z. B. einen Schuß von hinten aus höchstens drei Meter Entfernung� Nach dieser Heldentat wurde noch die ganze in Ausregung versetzt durch umherziehende Patrouillen, die sich derartig benahmen, als wenn sie in Feindesland wären und nicht in ihrer Heimatstadt. Daß die Menschenmenge einen Pa- trouillenführer, den sie allein traf, lynchen wollte, mag nicht richtig sein, entspricht aber vollständig der Erbitterung der großen Masse der Rathenower Arberterschaft. Die Mitteilung von dem Abreißen der Abzeichen ist ein Märchen. Verantwortlich für Politik Vrtnr zicklrr, atiorlottcnburo. für den vbrloen Tri! de, Blattes Alirrd swol». Neulolln: tür Anzeigen rtzrodor l«Io-ke, Berlin. Verlag: VcrwärlS-Verlag vi. m. d. H.. Berlin. Druck VorwärlS-Bucddruckeret und VerlagSanflalt Paul Sinner u So In Berlin Linden ftratze 8 Hirrzn 2 CtUogtn Reinigen und Aufarbeiten von Herrenhüten AWERIfieM Q. au b. H. Leipziger Str. KönigstraSc Rosenthaler Str. :: I Umpressen und Garnieren- i von Damenhüten' 1 Mohlzplatz-. 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