Zlr.AAF. 36» Jalfrg. Bezugspreis! SiecteliäSrl. 7,60 1KL monafl.aBO SH. ireiins Haus. oorauSzahlbar. Einzelne Slumuicrn lv Pfennig, Poilbezug: Wonallich S,KO MI., exkl. Zustcvungs. gebühr, llincr Kreuzband für Deutich- >and u. Oeilerreich-Ungarn S.7ö MI. für das übrige Slusland S.Tö MI. bei lüglich einmaliger Zuslellung 7.76 Ml. Postbeilcllungen nehmen an Däne- mart. Holland, Luxemburg. Schweden und die Schwerz, Eingetragen in die Posl-�elmngs-Preisllsie. Der.Borwürts' erichcinl wochemügltch jweünai. Sonnlagr einmal. Morgen-Ausgabe. Telegramni-Adrefli: »Soziaweniotrar Berlin- f. Vevliner Volksblstt. AnzeigenpreiSi Die achrgelvaltene Nonbarcillezeiie loilil 1,20 MI,.Klein« Anzeigen-, das ietllicdrrnkle Wori 62 Pjg. izulüssig 2 isttgcdrucltc Worte), fedes weUere Wori 26 Pfg. Stellengsiuchc und Echlafstcllenanzeigen das erne Wori so Pig., ies-S weitere Wort M Mg. Worte über 16 Luchiiabeu zähle» inr zwei Worte. Teuerungszuichlag 60°/» Familien-Anzelgcn, voiitilche und gcwerllchaiMche Vereins- Sinzeigen 1,20 MI. die 8«>le. knzeigrn lür dir nächste Nummer müfien bis 5 Uhr nachmittags im Hauvlgeichäii, Berlin EW. OK. Li.id-nstratz- 3, abgegeben werden. Sebisne» oon S Uhr früh bis b Uhr abends. Zentralorgan der loÄaläemokratil'cken Partei Dcutfcblands. Reüaktion und Expedition: EW. öS, Linöenstc. 5. Fernsprecher: Amt Moritivlav, Nr. IXISV— Dienstag, den Äl). Mai IVIÄ. vorwärts-verlag G.m.b.H., EW. öS, Lindenstr. 2. Fernsprecher: Amt Muripplatz, Nr. 117 53—51. Arbeiter! Parteigenossen! Der Kampf um einen gerechten �eieöen, öer auch öem üeutichen Volke öie Lebensmöglichkeit sichert, isi noch nicht entschieden. Während die Entente-Machthaber noch darüber beraten, ob sie unseren Jorderungen entgegenkommen sollen, wird von den Unabhängigen Sozialisien eine starke Propaganda betrieben, daß öie Regierung auch den jetzt vorgelegten Gewaltfrieden unter allen Umständen unterzeichnen soll. Sie selber wollen aber weder die Regierung übernehmen, noch den frieden unterzeichnen. So fällt man unseren �riedensdelegierten und dem deutschen Volke in den Rücken und stärkt den Entente-Jmperialismns. Arbeiter! Jrauen! Ihr selbst müßt hierüber entstheiden, denn um Euer Leben, Eure Wohlfahrt, Eure Zukunft handelt es fich. � Erstheint daher in Massen zur großen Vemonsirati ons-Versammlung am Mittwoch, den 2t. Mai 1010, nachm. S'/. Uhr, auf dem Milhelmsplatz. Redner: Scheiöemann, Krüger, Juchacz, Müller. Der Vorstand des Sezirtsverbanöes Groß-Serlin der SoZialöemskratisthen Partei Deutsthlanös. Die/reien�ßranzosen dürfen nichts erfahren Versailles, 19. Mai.(Eigener Drabtberickt des„PonvärtS".) Die französische öffentliche Meinung erfährt gegen axirtig absolut nichts von dem wachsenden Widerstand, dein der Friedensentwnrf sowohl in Amerika wie in England begegnet. Auf die englischen Liberalen haben die Noten des Grafen Brockdorsf- Rantzau namen i- lich über die wirtschaftlichen Folgen des Fricdensenttvurfs einen sehr starken Eindruck gemacht, wie aus hier voriiogcuden Auf- sätzcn des„Manchester Guardian" und der„Daily News" hervor- geht. Dom französischen Publikum aber wurden diese Stimmen bis jetzt planmägig verschwiegen. Es bat den Anschein, als ob die Oeffentlichkcit in Frankreich niemals wahrend des Krieges so ge- knebelt worden ist, wie jetzt. Ein Beispiel dafür, wie sich die re- gierungstreue Presse zu dieser Aufgabe•Ijcrgi'bt, bietet der heutige „Jntransigeant"(„Der Unversöhnliche"), der die weitere Vorcnthal- tuug des Wortlauts des Friedensvertrages damit begründet, dass man— täglich weitere. Druckfehlcrberichtigungen vor- nehmen müsse, man warte daher so lange wie möglich, um dem Par- lament und dem Volk einen absolut endgültigen Wortlaut zu bieten. Letzthin hatte die Fraktion der Radikalen in der Kammer beschlossen, ein Mitglied mit der Verfassung eines Berichtes zu bc- auftragen, der dem Friedensentwurf zustimmt, obgleich der Wort- laut des Friedensvertrages hier noch gar nicht bekannt ist. Es scheint aber, als ob die wachsende Opposition innerhalb des Parla- nicnts gegen diese Behandlung auch die Radikalen veranlasst hätte, diesen Beschluß rückgängig zu machen. Gestern hat eine Sitzung des Exekutivkomitees der radikalen Partei nach langer Aussprache folgenden Beschlutz gefasst:„In Anbetracht dessen, daß es skandalös ist, daß die deutsche Presse im Besitze von Tokunienten ist, die sogar dem französischen Parlament vorenthalten werden, drückt das Exe- kutivkomitee den Wunsch aus: 1. dass der B e la ger u ng s z u- stand aufgehoben wird, 2. dass die Zensur unverzüglich beseitigt wird, und ferner fordert es den Parieivorstand aus, das Exekutivkomitee sofort nach Veröffentlichung des Friedensvertrages einzuberufen. päpstliche Aktion für milderen§rieöen. Breslau, 19. Mai. Wie die„Schlrsische Zeitung" erfährt, hat der Fürstbischof von Breslau aus seine Bitte an den Papst um dessen Intervention für Mildenung der Friedens beding«»gen durch den N u» z i u S in München die offizielle Mitteilung erhalten, dass der Papst bereits in dieser Richtung tätig sei. Paris, 19. Mai. Laut HavaSmeldung auS Rom schreibt „Epoca": Der Vatikan bestreitet die Gerüchte, daß er bei Bildung der Donau-Konföderation mitgeholfen habe. Schwedens Sozialdemokratie gegen üen Sewaltfrieüen. Stockholm, 10. Mai. Laut„Sozialdemokraten" be- schloß die sozialdemokratische Papteilritung, eine Erklärung an- zuscotigeu, die gegen die harten Friede, lsbedin zun gen protestiere» wird, die die Eutrutcwächic Trutschlaud auferlegen wolle». Aushungerung Deutschlands. Ententeilnfragc an die Schweiz. Bern, 19. Mai. Aus zuverlässigen nichtschwcizcrischen Quellen erfährt die schweizerische Agentur, daß die alliierten und assoziierten Regierungen heute an die schweizerische Regierung eine Anfrage gelangen ließen, ob sie geneigt wäre, eine strengere Maßnahme bei der a l l f ä l l i g e n B e r s ch n r s n n g der Blockade gegen Teutschland zu ergreifen. Es handelt sich darum, ob sich die schweizerische.Regierung dazu verstehen würde, die g c- s a m t c E in- und Ausfuhr mit Deutschland zu vcr- bieten mit Ausnahme derjenigen, di« die Alliierten zugestehen wurden. Die Anfrage bezwecke, jede größere Maßnahme einer Ein- schräukung der schweizerischen Zufuhr resp. Einführung des Ratio- nierungssyslems zu vermeiden. Wir wissen nicht, wie sich die Schweiz zu diesem edlen Ansinnen stellen wird. Aber, wenn sie, der Not gehorchend, ihni ftatigibt, dann wird sie es gewiß mit Widerwillen tun und mit Ekel im Halse. Mit der Hungerpeitsche soll Deutschland in den Friedens- pferch getrieben werden und die Neutralen werden gezwungen, dabei Helfersdienste zu leisten. Das ist der Sieg der Mensch- lichkeit und Freiheit durch den Sieg der Entente! Protest üer sächsischen Kammer. Dresden, 19. Mai. J-n der heutigen Sitzung der sächsischen Volkskammer, aus deren Tagesordnung als einziger Punkt die Eni- gegennahmc einer Regierungserklärung über die Fbiedens- bedingungen stand, führte Ministerpräsident Dr. Grad- nauer u. a. aus: Die Bedingungen, die in Versailles unserer Delegation vorgelegt worden sind, vernichten die Hoffnung auf Völkerversöhnung im Keime. Nichts anderes als Gewalt und Be- drückung spricht aus diesem Friedensvertroge. Der Präsident des Reichsminiftcriums Scheidemann hat über den borliogen- den Vertrag die inhaltschweren Worte gesprochen: Unerträglich, un- erfüllbar und unannehmbar! Zu diesen Worten steht die überwälti- gcnde Mehrheit des deutschen Volkes. Auch die sächsische.Kammer wird dem Reichspräsidenten E b e r t zustim-men. der gestern das Wort gesprochen hat: Wir lehnen diese Bedingungen a b, mag kommen, was da wolle. Es muß das Äeusserste aufgeboten werden, um eine gründliche Umarbeitung der irncrfüll- baren gegnerischen Bedinyungon zu erzielen. Nach eingehender Aussprache, in der die Empörung der Redner aller Parteien über die borliegenden Vertragsbedingungen in mehr oder weniger scharfen Worten zum Ausdruck kam, nahm die sächsische Volkskammer gegen die Stimmen der Unabhängigen eine Kund- gebung in diesem Sinne an. Das rote Wien. Jakob Reumann Bürgermeister. Wien, 19. Mai.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts'.) Der sozialdemokratische GemeinderatSklub, der die Mehrheit der Stadt- Vertretung darstellt, bat beschlossen, die Genossen Jakob Reumann zum Bürgermeister, Georg Emmcrling und Max Winter zu Vize- bürgermeistern zu wählen. Die drilc Vizebürgerincisterstelle fällt de» Christlichsozialeu zu, die seit 1995 unumschränkt im Rarhause geherrscht haueo, der Notenwechsel über das internationale Mrbeiterrecht. Tie Antwort Clemenceans ans die Note Brockdorff- Rantzaus über das internationale Arbeiterrecht ist ein Ver- such, die deutschen Angriffe zu entkräften und die deutschen Gegenvorschläge als überflüssig erscheinen zu lassen. Tic deutsche Note hatte die Bestimmungen des Vertragsentwurfs beanstandet, weil sie hinter dem in Deutschland bereits ver- lvirklichten Mindestmass von Arbeiterrechten weit zurück- blieben. Ferner war in der deutschen Note gesagt, dass nicht die Zugehörigkeit zum Bölkerbunde Vorbedingung für die Teilnahme sein dürfe, sondern dass allen Staaten die Beteiligung freistehen müsse. Zur Aufstellung eines diese Anstände berücksichtigenden neuen Entwurfs für ein Ar- bciterrechtsabkommen hatte die deutsche Note den Zusammentritt einer 5k o n f e r e n z von Arbeitcrver- t r e t e r n angeregt, die ihren Beratungen die Beschlüsse des Arbeiterkongresses in Lecds(1916) und Bern(Februar 1919) zu Grunde legen sollte. Die Antwortnote Clemeuceaus spricht zunächst die Ucberzeuguug aus, daß die Lösung der Arbeiterfrage leichter zu finden wäre, wenn das Gemüt der Menschen von dem Druck der Angst vor dem Kriege und die Industrie von der Last der ihr durch den deutschen Militarismus auferlegten Rüstungen befreit sein werde. Dabei lvird übersehen, dass die vorliegenden Friedensbedingungen alles andere als eine dauernde Beseitigung der Kriegsmöglichkeit auf der Welt herbeizuführen- geeignet sind und dass durch die jahrzehntc- lange Besetzung deutschen Gebietes die Fortdauer milr- tärischer Rüstungen unausbleiblich sein würde. Die Antwortnote führt ferner aus, dass die aufgestellten Grundsätze für ein Internationales Arbeitsrecht nicht als ab- geschlossen anzusehen, sondern der EntWickelung durch die internationale Organisation fähig seien. Sie vertröstet auf die Zukunft. Von unserer Seite wird dagegen die Not- wendigkeit betont, jetzt schon zu einer umfassenden intcr- nationalen Regelung dieses Rechtsgebictes zu schreiten. Der Entwurf der Enteute bietet kaum einen Ansang, weil er zumeist nichts weiter enthält als leere Redensarten. Ganz anders dagegen der auf den Leedser Beschlüssen beruhende, mit dem Programm des Berner Gewerkschaftskongresses der Hauptsache nach übereinstimmende deutsche Entwurf eines Arbeiterabkommens, der ausser eingehenden Vorscbrif- ten über den Arbeiterschutz, die auch auf das bisherige Stief- kind der Arbeiterschutzgesetzgebung, die Heimarbeit, gebüh- rend Rücksicht nehmen, das weiter in den gegnerischen Grund- sätzen gänzlich beiseite gelassene Gebiet der Sozialever- s i ch e r u n g mit umfaßt und ausser dem dort nur allgemein erwähnten Rechte der Arbeiter auf Vereinigung die über- aus wichtigen Fragen der Freizügigkeit der Arbeiter sowie der Arbeitervermittelung und der Arbeitsstatistik mit be- handelt. Die Antwortnote Weist weiter darauf hin, dass das Ar- beitembkommen in dem Friedensvertrag enthalten, also auch von Deutschland anzunehmen sei, das durch die Uufna|j»I w neu girnKiuiinp m-icy me Vnrgmoiaiask an uer Mlörnano- nalen Organisation für das Arbeiterrecht erlangen würde. Diese Vertröstung auf die Möglichkeit eines in das Belieben der jetzigen Gegner Teutschlands gestellten späteren Ein- tritts in die Organisation schafft die Tatsache nicht aus der Welt, daß, so wie die Organisation von Deutschlands Geg- nern geplant ist, weder dieses noch andere zurzeit dem Völkerbund nicht angehörige Staaten an der Organisation beteiligt sein und daß sich sonach eine Reihe von Staaten für längere oder kürzere Zeit außerhalb der Or- g a n i s a t i o n und der für deren Mitglieder aufgestellten Grundsätzen befinden sollten, während die deutschen Vor- schlüge für alle Staaten die Möglichkeit der Teilnahme an dem Völkerbund und an der Organisation für das Arbeiter- reckü vorsehen. Was die Beteiligung �Deutschlands anlangt, so wäre es der Gipfel der W i d� r s i n n i g k e i t, Deutschland als das auf diesem Gebiete führende und vor- bildlich wirkende Land bei der EntWickelung des internationalen Arbciteri'echts und der diesem Zwecke dienenden Or- ganisation auszuschalten. Tie deutsche Anregung, eine Arbeitcrkonferenz n a ch V e r s a i l l e s einzuberufen, um an der Hand der Berner Gewerkschaftsbeschlüsse ein internationales Arbeits- recht aufzustellen, wird in der Antwortnote mit der Begrün- dnng abgelehnt, daß die Berner Beschlüsse geprüft und daß bei der Ilufstellung der Vorschläge zum Friedensvertrag Ar- beitervcrtreter zugezogen worden feien, sowie daß an der in diesen Vorschlägen vorgesehenen ersten Konferenz, die im Oktober d. I. in Washington stattfinden werde, auch Ar- beitervcrtreter beteiligt sein würden. Für die Arbeiterschaft der Welt wird diese Begründung wenig einleuchtend sein. Wenn die Prüfung der Berner Beschlüsse und die Mitwir- kung von Geloerkschastsvertretern bei der Aufstellung der Vorschläge zum Friedensvertrage fiir dessen das Arbeiter- recht betreffenden Abschnitt ein derartig dürstiges Ergebnis gehabt hat wie das vorliegende, kann sich die Arbeiterschaft auch von einer Beteiligung ihrer Vertreter an der Kon- ferenz in Washington wenig Gutes versprechen, ganz abgesehen davon, daß das Ergebnis erst noch der B e- stätigung der beteiligten Regierungen unterliegen soll. Endlich sucht die Antwortnote dein deutschen Entwurf für das internationale Arbeiterrecht Lücken und Mängel nachzuweisen, namentlich insofern darin für die Konferen- zen keine Vertretung der Arbeiter vorgesehen sei, während nach den Friedensbedingnngen jedes Land zwei Regierungs- Vertreter und je einen Vertreter der Arbeitgeber und' Ar- beitnehmcr zu den Konferenzen entsenden können. Dazu in folgendes zu bemerken: Wenn der deutsche Eni- wurf eine besondere Vertretung der Arbeiter auf den Konse- reryen nicht in Aussicht genommen haste, so sst er damit den Beschlüssen der englischen, französischen, italienischen und bel- gischen Gewerkschastsdelegierten aus dem Kongreß in L e ed s gefolgt, die zwar solche Konferenzen vorgesehen, aber nichts über eine Vertretung der Arbeiter dabei geäußert, haben: er ist aber über diese Beschlüsse hinausgegangen, in- sofern er entsprechend einer Anregung in den Beschlüssen des im fechte 1917 in Bern abgehaltenen Kongresses der Gerverk- schastSVertreter der Mittelmächte und der neutralen Staaten in der ständigen Einrichtung zur Vorbereitung und zur Heber- wachung der Durchführung der Konferenzbeschlüsse einen Vertreter des internationalen GeWerk- schaftsbundes als Mitglied vorgesehen hat. Dagegen ist in den nach Ausstellung des deutschen Entwurfs gefaßten Be- icklüssen des Berner. Sie kommt gerade recht in dem Augenblick, wo die Gewaltpolitik der Alliierten sich räuberisch oui das besiegte Deutschland stürzt, unr es zu bestrasen. Sie läßt die Stimme der inteinationolen Gerech- tigkeit ertönen. — Musik. Im D o m veranstaltet Walter Fischer am kom- wenden Donnerstag, 8 Uhr, ein Orgelkonzert; Marie Ekeblad vom Berliner Opernhaus iSopran) und Chorlotte Keilich tAIt) wirken mit. Eintritt frei gegen Entnahme eines Programm«. — Dickterabend. Friedrich Moest liest diesen Mittwoch, abend»?:/, Uhr. in der Reickerichen Hochschule. Fasanenstraße 88, Novellen von Johannes V. Jensen. — Wichtige Erfindungen. Eine Gesetzesvorlage der holländischen Regierung fordert die Bereitstellung von 600 000 Gulden für den Bau einer Probeanlage zur Untersuchung zweier holländischer Erfindungen, die jetzt Aufsehen erregen. Die«ins betrifft, wie die, Tecknil" mitteilt, ein ganz �neuartiges Ver- fahren. Eisen und Stahl direkt aus Erzen zu.gewin- nen. ohne Vermittclung van Hock- und Koksöfen und mit einem Drittel der Kohlenmenge, die sonst in einem Hoclwsenkomplex be- nötigt wird. Die zweit« Erfindung betrifft einen Metall- scheideprozeß. Durch ihn lassen sich Kupfer, Blei, Silber, Ziak und Kadmium aus wertlosen Mengeerzeu zurückgewinnen. Nr. 255 ♦ 36. Jahrgang Seilage öes Vorwärts Dienstag, 2S. Nlak 1919 GroßGerün Tie Flucht des Oberleutnants Bogel. Entführer: der Mörder Rosa Luxemburgs? Am Sonntag wollte Kriegsgerichtsrat Jörns die im Zellenge- fängnis untergebrachten Verurteilten Vogel und Runge sowie Liep- mann aufsuchen, um ihnen mitzuteilen, daß bis zur Entscheidung über ihr Schicksal noch geraume Zeit vergehen werde. Von der Leitung des ZellengcsängnisseS erhielt Kriegsgerichtsrat Jörns jedoch die Auskunft, daß der Gefangen« Vogel ja bereits durch einen Osfi- zier abgeholt worden sei. Es wurden sofort die Beamten und der Zellenschließcr verhört und festgestellt, daß am Sonnabendnach- mittag ei» Offizier, der sich als Leutnant L i n d e m a n n vom Stabe des Garde-Kavallerie-Schüßenkorps bezeichnete, erschienen war, und einen Ausweis vorlegte, der zwar nicht den Stempel des Korps, Wohl aber die sorgfältig gefälschte Unterschrift des Kriegsgerichtsrats Jörns aufwies.« In diesem Schreiben wurde das Zcllengefängnis ersucht, dem„Transportführer" Leutnant Linde- mann Vogel zu überliefern, da L. den Befehl habe, Vogel nach dem Tegeler Gefängnis zu bringen. Man zweifelte an der Echtheit des Dokuments keinen Augenblick und so wurde Vogel vorgeführt, dem der angebliche Leutnant Lindcmann in dienstlichem Tone mitteilte, daß er beauftragt sei. ihn nach Tegel zu überführen. Der falsche Transportführer fubr mit Vogel im Auto davon, nachdem er die Ikbernahme des Gefangenen quittievt hatte.. Das Garde-Kavallerie-Schühenkorps ließ sofort die Wohnung der Eltern Vogels in Berlin durchsuchen. Es wurde jedoch nichts gefunden. Man neigt der Ansicht zu, daß der angebliche Lindemann der geheimnisvoll« Fremde gewesen ist, der in der Mordnacht vom 15. zum 16. Januar sich in dem Auto befand, mit dem Frau Luxem- bürg fortgeschafft wurde. Bekanntlich weigerte sich Vogel in der Verhandlung, über den Fremden Auskunft zu geben und ließ durch- blicken, daß dieser möglicherweise den verhängnisvollen Schuß ab- gegeben Hobe.— Gegen Vogel ist ein Steckbrief erlassen worden und die Zivil- und Militärbehörden an der holländischen und der schweizerischen Grenze sind auf den Flüchtling besonders aufmerk- sam gemacht worden. Näte-VoNversa»imsung. Mittwoch 16 Nbr, Knmmeriäle, Teltower Straße. Tagesordnung: Friedensfrage, Näte-Finanzierung, Freiwilligen-Boykott. R. Müller. Fr. Brolat. » S. P. D.-A.- u. S.-Räte erscheint pünktlich und in anbetracht der wichtigen Tagesordnung vollzählig in der Vollversammlung. S. P. D.-Räte pünktlich ö Uhr im Weiße» Saal der Kammersäle. __ Fraktionsvorstand. Haas«. Bericht von der Nationalversammlnnfl in Weimar. Dienstag, 7 Uhr: PbaruSfäle, Müllerstr. 142, Anhalter Ressource, Bkörfcrnsir. 114; Mittwoch, 7 Uhr: Großer Saal des ebem. Herrenhauses; Aula Bockumer Str. 8. Referenten: Die Abg. Engen Ernst, Richard Fischer, Hugo Heimann, Wilhelm Pfannkuch. Der Vorstand. Protest- Resol»t!oncn gegen da? Liebknecht-Luxemburg-Urteil geben uns fortdauernd zu. Wir haben keinen Platz sie abzudrucken. W'e die Sozialdemokratische Partei über das Urteil und die ganze Militärgerichtsbarkeit denkt, ist in der von nnS veröffentlichten Eni- schließung des Bezirksvorstandes Groß-Berlin ausgesprochen. DaS grenzenlose Elend der Rentenempfänger kommt in zahlreichen brieflichen und verlönlichen Beschwerden o» lins immer wieder zum Ausdruck. Mit Berremden müssen wir senstelleil, daß trotz unlerer wiederbolten Hinweile bisber die»n- e, läßliche Abbilsc nicht einmal angekündigt worden ist. Nun scheint mich bei den Arbeiterinvaliden der Gedanke der Selbsthilfe durch Organisation durchzudringen: Ein Bund d-rArbeiterinväliden und sonstiger Erwerbs ii nfäbigen wurde gegründet. Anmeldungen und Zuichriiten an die Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Einhorngaffe 2. Zur Ziegcnwurst-Ritualmordhetic haben die in den Ziesten- Wurstfabriken beschäftigt gewesenen Fleischergesellen eine Eni- schließung angenommen, in der sie das Perbot des Schmutzblattes „Freie Presse" sorbern. Sie wenden sich dann auch gegen den „Vorwärts", obwohl wir nachdrücklicher als sonst je- in ach d der ganzen Hetze entgegengetreten sind. Aber wir haben eine scherzhafte Notiz gebracht, daß zwei Hunde eine Ziestenwurst nicht fressen wollten. Wir konnten wirklich nicht wissen, daß diese Notiz so tragisch genommen würde, als hätten wir— wie es in der Resolution heißt—„die Behauptung aufgestellt, daß in der Ziegenwurst Hundefleisch enthalten sei." Das ist uns gar nicht eingefallen. Für all da? Zeug aber, was irgendwo in Groß-Berlin verkauft werden mag und auf dessen Herstclliing die organisierten Gebilien vielleicht gar keinen Einfluß haben, werden sie gewiß selbst die Verantwortung nicht übernehmen wollen! Männervorträge über Geschlechtskrankheiten am 21. Mai in allen Stadtteilen. Die Vorträge werden von der Deutschen Gesell- schast zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, der Landesver- sicherungsanstalt und der Allgemeinen prtskrankenkasse veranstaltet. Vortragende sind bekannte Fachärzte. Vortragslokale: N., Luisen- städtisches Gymnasium, Gleimstr. 58: Dr. Gebert; NO., Königstädt. Realgymnasium, Elisabethstr. 57: Dr. Holzapfel; NO., Königst. Oberrealschule, Pasteurstr. 44: Dr. Herbert; NW., Luisen-Gymna- siuiv, Turmstr. 87: Dr. Loechel; W., Monunsen-Gymnasium, Wormser Str. 11: Dr. Ciiron; S., Luisenst. Oberrealschule, Dres- dener Str. 113: Dr. Schwerin; SW., Askanisches Gymnasium, Hallesche Str. 24: Dr. Pulvermachcr; O.. Anbreas-Gymnasium, Koppenstr. 76: Dr. Roesckmann; C., Sophien-Ghmnasium, Wein- meisterstr. 15; Dr. Matthias. Ein Eiiibrcchcrnest wurde Potsdamer Str. 92 auSaeboben. Dort verkehrten bei einer Italienerin Pelegriiii allerlei iweiielbafte Leute. Kriminalbeamte fanden bei ihr zwei Einbrecher Bolke und Fischer und nahmen sie fest. Sie waren mit Eiiensweeren, Lötlampen und anderen Einbruchswerkzengen wobl ansgerüstet. Bei ihnen fand man u. a. eine Schreibmaschine, die eben erst in der Neuen Winter- leldistraße gestohlen worden war. Einer der Einbrecher besaß ein Verzeichnis von allen Kinogrößen, sogar mit Lageikizzen ihrer Wohnungen. Die Ermittelungen ergaben, daß zu der Bande noch zwei Mann namens Peter Steiner und Otto Fels gehörten, die noch nicht ermittelt sind. Ein Gauner macht sich an Leute heran, erzählt von Kartoffeln und anderen Lebensmitteln. Er faselt, daß er an der Eisenbahn beschäftigt ist und Lebensmittel billig kaufen kann. Er führt die Leute nach der Eilgutabfertigung am Lehrte rBahn Hof, läßt sich tos Geld geben und verschwindet. Er ist 1,62— 1,65 Meter groß, blond mit winzigem gestutztem Bort, 23—25 Jahre alt. in- telligentem Gesicht, felbgraner Litewka und Hose, hellgrauen Wickel- stamasckvn, Militärschnürschuhen untz neuer blauer weicher Eisen- bahnmütze.. Städtische technische Zlngeüellte und Beamte. Morgen Mitt- woch, 7 Ubr, im Margarcten-Lhzeiim. Itflandsir. 9—11: Proteslversammliing wegen andauernder Ve, schleppung der Forderungen derKriegSbiltstechniter, Hinauszögerung der TaiisverlrngSverhandlungen und Nichtersüvung der Forderungen der technischen Beamten. Es soll über die Aniuiung des Schlichluugsauslchiisses und die weiteren Schrille Belchluß gesaßt werden. Kriegsbeschädigten-Lbleitte und Kommissionsmitglieder des SicmeiiskonzcrilS! teute Dienstag, 5 Uhr: Wichtige Besprechung im VoUShaus, Ebarlotteiiburg, Rosinenstraße(Slehbierballc). Slrbeiterröte der Kriegsorganisationeii. Heute, Dienstag, vor- mittags 9'/, Ubr, im Herrenhaus, Saal 6, Sitzung. Vollzähliges Erscheinen dringend ersorderlich.___ Spandauer Werke. Zu der!u Nr. 250 abgedruckten Zuschrift eines Arbeiters wird uns geschrieben: Es wurde schon läng« vor der Revolution geschrieben und ge- sprachen, daß ein jeder an seiner Arbeitsstelle gehen sollte, welche er am 1. August 1914 besetzt hatte. Hauptsächlich waren es Berliner, die sagten, wenn bloß erst per verfluchte Krieg zu Ende wäre, daß ich aus dieser Klamottenbude raus wäre! Auch haben wir in Berliner Fabriken sehr viel«, welche schon 20 und noch mehr Jabre in einer Fabrik arbeiten. Schiebungen bei Reklamationen sind auch in Berlin reichlich vorgekommen, z. B. mit Leuten, die Lebens- mittel vcrsckzaffen konnten, also von außerhalb Zugezogene. Ich selbst bin eingezogen worden, weil ich beim Direktor vorstellig ge- Ivorden war wegen eine? Lohnerhöhung, welche die jungen Leute von 20— 30 Jahre schon bekommen hatten, nachdeni ich schon 22 Jahre hier beschäftigt tvar und so ist es noch vielen hundert Span- dauern ergangen. * Munitionsfabrik Spandau. Sämtliche Vertrauensleute der S. P. D. sind heute nackimittag pünktlich 3 Ubr in Spandau im Hohenzollern-Kasino, Wüittenibcrgftraße, EckeGolhastratze, beiMurra. Der Obmann. Heute findet die juristische Sprechstunde von 3 bis 5 Uhr statt. Wilmersdorf. Man hätte mehr Proletarier erschießen sollen. In der Fortsetzung der Etatsberatung in der Stadtvcrordnetenver- sammlung erinnerte ein Teutschnationaler mit Wehmut an die schöne Zeit vor der Revolution, wo es immer so ruhig zugegangen sei, weil in dem Wilmersdorser Klassenparlament immer Einigkeit bestanden habe. Ten Herren Teutschnationalen wurde�es nämlich sehr unbehaglich, als der sozialdemokratische Lehrer Simson ein langes Register deutschnationaler Schulpolitik in den � Wilmers- dofcr höheren Schulen vorführte. Danach mißbrauchen viele Schul- direktoren ihr Amt auch heute noch zur Beeinflussung der Lstgcnd im Sinne der Alldeutschen und Antisemiten. Ein Musterbeispiel ist auch'der Direktor des Reform-Real-Gymnasiunis II, Dr. L eich- s e n r i n g, der seine Gesinnung dadurch glaubte dokumentieren zu können, daß er vor versammeltem Lehrerkollegium bedauerte, daß nicht mehr Proletarier niedergeknallt wor- d e n s e i e n, denn dann tv ä r c nach seiner U e b e r- zeugung die Revolution nicht s o weit gediehen. Das skandalöse Verhalten dieses Direktors rief in der Versamm- lung die heftigste Kritik hervor. Unter dem Beifall der Versamm- lung forderte Dr. Helmke sTcinokrat), daß für einen solchen Schul» manu heute kein Platz mehr- sein dürfte; gehe er nicht freiwillig, dann mit Gewalt. Ein sozialdemokratischer Antrag, den Direktor Dr. L e i ch s e n r i n g aus seinem A m t zu entfernen, wurde mit großer Mehrheit der Schul- d e p u t a t i o ii a l s Material überwiesen. Tort soll auch untersucht werden, ob es reine Zufälligkeiten sind, daß in den Wik- mersdorfer höheren Schulen nur Lehrkräfte evangelischer Kon- fession zu finden sind und daß ein sozialistischer Lehrer, trotzdem er auch von politischen Gegnern als tüchtiger Schulstinnn anerkannt ist, bei passender Gelegenheit der Aufhebung bzw. Zusammenlegung der höheren Schulen kaltgestellt worden ist. Die M a g'i st r a t s h i l f s k r ä f t e erhalten vom 1. Mai ab die erhöhten'Lohnsätze wie in Berlin. Mehrkosten etwa 1 Million jährlich. — Maulradikaler Krakeel.' Zu unangenehmen Auflrikten kam es in der am Sonnabendabend stattgehabten Sitzung des kommu- nalen Arbeiterrats Wilmersdorf. Seine letzte Sitzung hatte sich auf Sonnabendabend zu einer nichtöffentlichen Sitzung ver- tagt. Unter Berufung auf einen Beschluß des Groß-Bcrliner Voll- zugsrats hatte die am Orte 185 Mitglieder zählende Kommunistische Partei unter ausdrücklicher Zustimmung der Unabhängigen bereits 10 Mitglieder ihrer Organisation für die Sitzung-delegiert. Der Bcrhandlungsleiter Genosse Dr. Holz mrnbte vor Beginn der Sitzung darauf aufmerksam, daß der kominnnale Arbeiterrat eine nichtöffent liebe Sitzung abhalte. Bevor nicht vor erfolgter Aussprackie die Sitzung in eine öffentliche umgewandelt werde, müßten die zu unrecht Anwesenden das Lokal verlassen. Hierüber stimmten die Kommunisten im Verein mit den Unabhängigen ein wahres Jndiancrgeheul an. Nach einem ziniruchtbareu Wortgeplänkel verließen unsere Genossen die gastliche Stätte. Ueber den weiteren Verlauf dieser unerfreulichen Angelegenheit, der wir mit größter Seelenruhe entgegensehen, werden unsere Genoffen zu gegebener Zeit benachrichtigt werden. Lichtenberg. �Stadtverorbnetenversammlnng. Genosse John ist als besoldeter Stadtrat von der Regierung oestätigt und bereits in sein Amt eingeführt ivorden. Kur Verlängerung der Zubringer» bahn hat sich die Hochbahngesellschast bereit erklärt, wenn Lichten» berg Zinsgarantie und Ausbau der Straße 15 übernimmt. Be- lastung für die Stadt 16 000 M. pro Monat. Bezüglich des Abbaues der Vorschulklzzssen ist der- Magistrat dem Beschluß nicht beigetreten und er ersucht in einer neuen Vorlage, ihn aufzuheben. Dies wird abgelehnt, nachdem Gen. Jobn darauf hingewiesen hatte, daß der Magistrat bei rechtzeitiger'Stellungnahme in der Lag« gewesen wäre, toc sch-ttechnttchea Schwierigkeiten zu überwinden. Ebenso wird die Genehmigung zu der erneut beantragten Neuerrichtung einer dritten 8. Klasse an der Knabcnmittelschule verlangt. Für den A�'auf oon Kleidun, ksiücken in belt->r Onalität werden einstun- mig 85 000 M. bewilligt. Eine Vorlage aus Gleichstellung der mitt- leren und Unterbeamten sowie der dauernd auf Privatdienstvertrag beschäftigten mit den Berliner Beamten wird an eine Kommission verwiesen, während der Gewährung einer pensionsfähigen Gehalts- zulage an die dauernd auf Privatdienst Beschäftigten zugestimmt wird. Der Gaspreis wird auf 33 Pf. erhöht. T u r m fll. Soz.) erhebt schwere Porwürse gegen den für die Lebensinitt�lverteilung verantwortlichen Beamten Dr. Jntzc. den er beschuldigt, für sich und seine Freunde nicht unerhebliche Mengen von Waren der allge- meinen Verteilung entzogen zu haben. Die Behandlung der Be- 6i Die Verbreitung Ües Wortes. Von Ludwig Barts. Aus dem Ungarischen von Stefan I. Klein. „Jawohl! Wissen Sie, diesen Winter war es so, aber so entsetzlich kalt, daß ich schon dachte, jetzt legst dich hin und stehst nimmer auf... die Kellerwohnung ist eisig wie der Friedhof, und kein Stück Holz, kein Stück Reisig, nicht ein- mal ein trockener Maiskolben, kein Bissen Brot, und dazu ist noch das Weib... fast sind uns schon die Augen aus deni Kops gesprungen, wir haben nickst mehr gesehen, denn alles ringsum hat geflimmert... da breche ich m den Keller des Richters ein, nehme einen Metzen Weizen, verkaufe ihn dem Juden..." „Bitte, Herr Geschworener, noch ein Glas... denn mein Herz..."' „... Und dann noch einen Metzen und noch einen. Ich wurde dafür eingesperrt. Doch war auch ein Maurer ein- gesperrt, der hat immer gesagt; die Pfaffen sind cm allem schuld! Wir hobst» nicksts, denn sie haben alles Land... Da sag ich ihm: bei uns gibt's keine Pfassen. denn wir sind Pro- testanten... da sagt er; dann gibt es bei Euch vielleicht reiche Gutsbesitzer!— die gibt es— jag ich— daß sie doch alle der Teufel... wohin ich schau, überall nur Herrschaft- licher Besitz... so ist das, hol doch der Teufel das Ganze!..." „Ihr seid vielleicht Sozialist?— fragt der Solhat. „Nein, wir wissen hier noch gar nicht, was das ist; Hab auch nur so davon gehört; bin ein gewöhnlicher, armer Teufel, arbeite bis ich auf die Nase ffalle, dann ist Schluß.. Kreischend spricht der gnomköpfigc, bucklige, barfüßige Bettler; „So ist diese Welt. So ist's auf dieser Welt! Hier werde ich geboren, hier lerne ich auch— denn ich bin Reiter — und Bürstenbindermeister— eröffne dann ein Geschäft, halt mir einen Gesellen, fahr auf die Märkte... so ist's auf dieser Welt... ich geh zugrunde, es wird mir alles ver- lizitiert, ich hob niemand, setzt wird mir die Zuständigkeit abgesprochen, man will mich nicht erhalten, obschon ich hier geboren bin. mein Vater hier Steuer gezahlt hat... So ist's ans diewr Welt... barfuß und solche kranke Beine; im Winter sag ich jeden Tag: na, jetzt bleib ich in diesem Graben, wenn nickst in diesem, so im nächsten! Wozu ist eine solche Welt! Eine andere müßte kommen! Eine bessere!" Ter Viehtreiber spricht; „Schade, daß in der Welt so große Stille herrscht. Nichts ist von irgendeiner Rebellion zu hören... und da muß man dann so krepieren... seit drei Tag�n treib ich achtzehn Stück Vieh, bekomm fünf Sechserln für den Tag. Hab jetzt noch einen zu gehen, und dann bleiben mir acht Kreuzer..." Der alte Soldat spricht: „Da seid Ihr schlecht unterrichtet, denn es wird dies nickst mehr lange so sein! Ich bin einmal mit einem An- archisten gewandert!... nun, alle Könige werden vertrieben, so viele es ihrer nur gibt, alle; dann wird der Wille des Volkes herrschen... die vielen Schätze werden allen gehören! Jeder wird so viel Geld haben, daß er davon ohne zu ar- besten bis an seinen Tod wird leben können... Dies möchte ich noch gerne erleben." „Es ist nicht möglich, daß man ohne Arbeit leben kann" — meint der Tagelöhner. „Was wißt denn Ihr, mein Freund?"— erwidert zornig der alte Soldat.—„Dazu seid Ihr zu rungl Könnt nur Zigarren lutschen. Die haben soviel Bomben, daß sie die ganze Welt in die Luft sprengen könnten, wenn sie wollen... haben sie neben dem Schwarzen Meer in einer großen Höhle sicher verwahrt..." „Ein Fleischhacker hat die achtzehn Kühe auf dem Markt gekanft, icki treibe sie ihm jetzt nach Hause... er verdient zwei-, dreihundert Gulden, mir bleiben acht Kreuzer..." „Ich hab't— so der Tagelöhner—„vorigen Sommer fünfzig Joch Weizen abgemäht und mußte im Winter denn- noch zum Einbrecher werden.. „Warum seid Ihr nicht Sozialist?"— sagt der Soldat und steht auf.� „Auf das versteh ich mich nicht." „Für einen armen Mann gibt es bloß zweierlei: er hat entweder Anarchist oder Sozialist zu sein." „Ich will keine Bomben werfen. Das fruchtet nichts. Da kommen einepn bloß die Gendarmen holen..." „Ihr müßt Euch ja nicht mit Bomben abgeben. Braucht bloß bei jedem Anlaß aufzustehen und zu rufen; Rechte dem Volk! Rechte dem Volk!" „Wie sagt Ihr das?"— fragt den Soldaten der buck- lige Bettler, „Nicht einmal dies wißt Ihr?! So muß nmn das rufen" — und der alte Soldat stellt sich auf die Bank:„Rechte dem Volk! Hechte dem Volk!..." Es regnet, der Himmel dröhnt, die Stürme heulen, die Blitze zucken und die ganze Welt rumort und erbebt. Cr- schrocken dreinblickende Kleinbauern sitzen aneinander ge- schmiegt am Ende eines langen, braunen Tisches und lauschen dem sonderbaren Gespräch, gleichsam wie die Tiere mit ge- weiteten Nüstern den Geruch der Erde und der Gräser ein- atmen. Sie sitzen dort; schwarz, wie in ferner Weite in Er- Wartung des Frühlings ein geheimnisvoller Waldileck... der Wald steht dort im prächtigen Spiel der Dämpfe, unbe» kümmert der Zeiten, denn er weiß, daß ans ihm der Früh- ling erblühe... Eisenbahnbau. Jedes Jahr erdröhnten in den hundertjährigen Forsten die Jagdgewehre. Die Hirsche und Rebe sielen von den Kugeln der königlichen und prinzlichen Jäger. Ihr rotes Blut floß auf die Dammerde, sickerte in den-schlämm ein. Tausende von Morgen umfaßte der erzherzögliche Wald und aller Boden ringsum gehörte dem Erzherzog, einem Erzherzog aus jenem Stamme der Habsburger, der einst mit Ottokar gekänipst... In dem flaöbcn Boden ruhen längst zerstaubte Fronbauernknochen, oben aber, über den braunen Schollen, wogt das Gold der gelben Nehren. Viele tausend Joch ge- ruhsam liegenden Bodens; mst lächelnder, fruchtbarer Heiter- keit den Himmel betrachtend, glückselig das Brot gebärend, ohne zu fragen, wer heimst es ein? Gegen Norden, gegen Westen, gegen Osten; überall fremder Prinzen, kleiner deut- scher Fürsten weitausgeb restete Besitztümer; lauter königliche Schenkungen aus der Zeit der Raubzüge und Plünderungen. Viele Ochsen im Joch, viel stattliche Pferde vor Wagen sind dort zu sehen; alle ziehen sie die Gefährte fremder, ge- krönter Herren; der Beamten weiße Häuser dehnen sich in- mitten der weiten Ländereien, im Sonnenschein, mit breiter Vornehmheit, muten wie üppige Kurtisanen großer Herren an; die roten Knechtshänser erwecken den Eindruck, als hätte sie ewige Knechtschaft, Hoffnungslosigkeit mit dem e'genen Blute rot getüncht... geweißte Stangen stehen allerorten längs der breiten Straßen und Lakaien verharren immerfort mit demütiger Steifheit in Erwartung dessen, daß auf den» kiesigen Pfad jemand vorfahre... Doch pflegen diese Be- sitzer, wenn die Jagdzeit vorbei, nie herzukommen. (Fortj. folgt) dolferung durch LaZ städtischc Verkaufspersonal könne nicht scharf iienug gertrgt werdein Es müssen Mittel und Wege gefunden wer- den, um das berüchtigte Anstellen zu beseitigen. Stadtsyndikus Dr. Marctzky hebt hervor, daß die Unabhängigen als stärkste Partei in den Unterausschüssen reichlich Gelegenheit haben, die vor- handenen Mißstände festzustellen und auf deren Abstellung hin- zuarbeiten. Die Differenz bei dem Erbsenpreis erkläre sich dadurch, daß die von Lichtenberg verteilte Ware aus srüher eingekauften teueren Beständen herrühre. Ter Zeitpunkt für die Verteilung war ungeeignet. Genosse Mirus wandte sich scharf gegen Dr. Marctzky. Dr. I n tze erklärte, daß er die Beschuldigungen ent- schieden� zurückweise und im übrigen gegen die betreffenden Per- sonen �-trafantrag stellen werde, sobald ihm die Namen bekannt sein werden. Turm lehnt vorläufig die Angabe der Namen ab, obwohl er in seinen Darlegungen ausdrücklich betont hatte, daß seine Gewähröiuünner bereit seien, ihre Angaben vor Gericht zu beschwören. Mehlhose(U. Soz.) erklärt, daß nur das Rätes-Ystcm eine Wendung zum Besseren bringen könne. Wie wird eine skbengliedrige Prüfungskommission eingesetzt. Auf An- — darüber äußert sich der Redner nicht. Auf Antrag Mirus krag der s. P. D. wixd zur Frage der Umgestaltung der kom- inunalen Verfassung in Groß-Bcrlin eine Deputation von vier Ma- gistratsmitgliedern und zwölf Stadtverordneten eingesetzt. Adlershof. Aus der Gemeindevertretung. Die Gemeindever- tretung vergab zunächst die Arbeiten für den Klcftuvohnungsbau an der Waldstraßc. Mit den Arbeiten wird nun boffentlich bald begonnen werden. Als Vertreter für die Berliner Vorortgemcinschaft wurden gewählt: Zabel lToz.), Schwarzlosc(II. S. P.), v. Büchner (bürgcrl.), Kramer(Soz.), Kloth iU. P. D.) und Krause chürgerl.). Die Satzungen des Bcamtenausschusseö wurden vorgelegt und nach kurzer Debatte angenommen. Die Gemeindeverirciung beschloß die Einrichtung einer Gemeiiideverkaussstelle im Erdgeschoß des Schul- geöäudcs in der Radickestraße und bewilligte die Kosten bis zur .Höbe von 7000 M. Gemeindeverir. Kloth(II. S. P.) rügt, daß eine Firma sich geweigert habe, einen Schwerkranken nach dem Kranken- haus zu transportieren. Es sollen Maßnahmen getroffen werden, daß die Gemeinde das Kranckentransportwesen in eigene Regie übernimmt. Karow. Aus der Gemeindevertretung. Am Donnerstag legte der Gcmeindevorsleber sein Amt nieder. Der Schöffe Schwarz, der in einer früheren Sitzung eiklärie, sein Amt auch niederzulegen, wurde von den Bürgerlichen derart dearbeitet, daß er behauptete, ex habe dieS ine erklärt. Gewählt wurde als Gemeindevorsteher Genosse August Burkhard(S. P. D.), mit 8 von 12 Stimmen bei ö«ozioldemokralen in der Vertretung. Als Schöffenstcllvertreter wurde Robert Schmidt, Revolverdreher(U. S. P. D.), gewählt. Zum erstettmal ist ein Nichtlandwirt— dazu noch ein Sozialdemo- trat— Gemeindevorsteher. Für die Bürgerlichen hier am Ort etwas Unfaßbares. Nowawes. Gemeindevertretung. Genosse O s m e r behandelte die Eingemcindungsfrage und kam zu dem Ergebnis, daß für Nowawes nur die Eingemeindung nach Berlin in Frage käme.' Die Schulfrage und die geplante Zeniralisation der gesamten Wohlfahrtseinrichtungen wurden ebenfalls von ihm eingehend besprochen. Sein Schlußwort klang aus in einen allseitig mit Beifall ausge- nommenen Protest gegen den Gcwaltfriedeii Geplant ist, den Ge- meindesteuerzuschlag auf 200 Proz. festzusetzen. Die Errichtung eines Wohnungsamtes wurde beschlossen. Geplant ist, jeglichen Zu- zug nach Nowawes zu verbieten, da die Wohnungsnot die denkbar größte geworden ist. Voraussichtlich sieht sich die Gemcindeverwal- iyng gezwungen, einen Teil der Schulhäuser zu Wohnungen herzu- richten. Die Aufstellung von Baracken und der Ausbau des Rc- servelazaretts tyird nicht als glückliche Lösung angesehen. , Spandau. Der sozialdemoki�ttische Wahlverein veranstaltete Montagnachmittag im Pichelsdorfer Brauereiausschank eine Kund- gebung gegen den Gcwaltfrieden, die gut besucht war. Nachdem die Abgg. Jahnke und Stahl kurz gegen den„Friedensvertrag" gesprochen hatten, ging Gen. Heil mann in kurzen Zügen auf den Fnhalt des Pertrages ein, den er als das Todesurteil Deutschlands bezeichneie. Er schloß mit den Worten:„Unsere Feinde mögen uns töten und verhungern lassen, aber unseren Namen setzen wir nicht unter diesen Vertrag." Die Versammlung nahm eine Entschließung gegen diese Fricdensbodingungen an. Groft-Berliner Lebensmittel. Berlin. Ab heute auf„0 I'- und ,0 II'-Karte je eine Büchse Kon« dcnsmilch für i Tage. Die übrige Belieferung bleibt wie bisher.— Das wahlweise mit dem Amerilamehl zur Ausgabe kommende inländische Weizenmehl ist nur in den durch besonderen Aushang gckcnn- zeichneten Geswästeii erhältlich. Ltchterfelde. In dieser Woche 50 s; Bratcnfctt, 375 g Marmelade aus Nr. 2t der LebenSmiiteltarte, 250 g Kmdergerstenmehl auf Nr. 35 und 36 der Jugendlichen-Karte, Verkauf in den Konfitürengeschästcn. Verkauf ausländischer Fleitchprodukie auf Abschnitt M4 der Einsuhrzuiatzkarte(125 g 1,65 M.). Bczugskarten für londentieris Milch für Kindel! vom 7. bis 12. Lebensjahre müssen bis zum 23. d. M. zur Anmeldung vorgelegt werden. Tempelhof. Verkaus von 250 g ausländischem Weizenmehl aus Ab- schnitt 0 3. Verkauf von Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, bis Mittwoch, den 28. stu derselben Zeit Veikauf von 100 g getrocknetem Weißkohl(0,44 M.) aus Abschnitt 4 der Lebensmittelkarte. (Köpenick. Stadtseilig verteilte Lebensmittel gelangen von Donnerstag ab in den Lebensmittelhandlungen zum Verkaus. Pankow. Ab heute 500 g Kunsthonig(23) Wittenau. Die Gemeinde hat gestetn in dem Kellergeschoß der Schule Conradstraße einen Massenspeisungsbctrieb eröffnet. Die Liter« Portion tollet 40 Pf. Wochenkarten werden in der Schule Sonntags, vor- mittags von 9—12 Uhr, und werktäglich von 3—5 Uhr ausgegeben. Spandau. Als Fleischersatz für die lebten zwei Wochen werden Acker- bahnen oder Hülsensruchtmebl verteilt. Es kommen aus 2 für die Woche vom 5.— 11. Mai geltende Abschnitte der Reichsfleischvolltarte 50 g Acker» bahnen und aus 5 für die Woche vom 12.— 18. 5. geltenden Abschnitte 100 g Ackerbohneu oder Hülsenfruchtmehl zur Verteilung. Die gleichen Mengen gelangen aus je 2 für die Woche vom 5.— 11. 5. bezw. vom 12.— 18. 5. geltenden Abschnitte der Reichssleischkindertarte zur Ausgabe. Dlc Abschnitte verlieren Donnerstag ihre GiUtigkeit. Nowawes. Heute und morgen auf Mschnitt(4 3 der Eiufubrzusatz- karte 125 g Schwetnefleüchprodukte. Heute, in der Zeit von 8—1 Uhr, in den Verlaufs stellen der Gemeinde Verkauf von Seefischen. Groß-öerliner parteinachrichten. Kreisgeneralversammlung NieSerbarnim. Die Genossen Niederbarnims nahmen am Sonnabend in ihrer Generalversammlung Stellung zum Parteitag. Das einleitende Referat hielt Genosse Albert Müller, der in ausführlicher Weise auf die Aenderungen im Organisationsstatut einging. Zur Räte- frage, mit der sich der Parteitag auf alle Fälle beschäftigen muß, erklärte der Redner, sei es unmöglich, etwa die auf dem Räte- kongreß angenommene Resolution sich zu eigen zu machen.— Für die Einigungsbestrebungen sind wir von jeher zu haben ge- wesen, nur dürfen wir uns hier keinen zu großen Hoffnungen hingeben, da die ganze Art und Weise, wie die U. S. P. D. jetzt in den Gewerkschaften vorgehe, hierzu keine Veranlassung geben. Die außerordentlich rege Diskussion über die einzelnen An- träge beschäftigte sich mit den Freiwilligcnverbänden und mit der Soziali-sierung. Angenommen wurden einige Anträge Tegel, wo- nach Doppelmandate in Zukunft vermieden werden sollen, ferner der„Vorwärts" nach wie vor das Organ der Berliner Arbeiter- schaft und das Zentralorgan der Partei bleiben soll. Dein müsse die Redaktion unbedingt Rechnung tragen. Verlangt wurde des- halb eine energische Vertretung unserer proletarischen Grundsätze � und unbedingte Opposition gegen bürgerliche Reaktionsgelüste. Von den Lichtcnbergcr Genossen wird verlangt, daß die Parteischule wieder eingerichtet wird und daß in den einzelnen Orten Kurse für die neugewonnenen Mitglieder eingeführt werden sollen. Beide Anträge wurden angenommen, ebenso ein Antrag Niederschön- hausen zur Schaffung einer Feuilleton-Zentrale und ein Antrag Buch, welcher die Fraktion beaustragt, die sofortige Aufhebung der geistlichen Schulaussicht zu verlangen.— Zu Delegierten wurden die Genossen Schlemmingcr, Wessel und Ramsbrock gewählt. Die Neuwahl des Vorstandes ergab: 1. Vorsitzender Leh- mann- Frtedrichsfclde; 2. Vorsitzender Albert Müller- Niederschönhausen; Schriftführer Mittenzweig- Friedrichs- bagen; Beisitzer Scktönberg, Peterhansel, Herm. Müller, Frau S ch e i b e n h u be r; Preßkommisfion Alb. Müller, Misbachp Jugend Ad. D o m m n i ck; Bildung D'o m m n i ck, I a c o b s c n, Oberlehrer Goldmann; Neuner- kommission Taub mann. Einige Anträge den Kreis betreffend wurden dem Borstand überwiesen. Neukölln. Die am Freitag tagende Generalversammlung be- schäftigte sich mit der Stellnngnabme zum Parteitag, worüber Ge- nossc Scholz referierte. Von ihm sowie von den nachfolgenden Diskussionsrednern, den Genossen Meyer, Backhaus, Heit- mann, N e u m a n n und Winklet, wurde vor allem die noch rückständige Exekutivgewalt unserer Regierung und die Gefahr der Freiwilligenvcrbände behandelt. Zum Schluß wurde eine Reso- lution angenommen, wonacki eine Einigung der beiden sozialdemo- kratischen Parteien für unbedingt erforderlich erachtet wird, um die Errungenschaft der Revolution sicherzustellen. Das Jnternativ- nalc S.kretariat soll ersucht werden, solche Einigungsvcrhamdlungen einzuleiten. Wilmersdorf. Fveitag, 7 Uhr, im Restaurant Stadtpark, Kasser- allee 51-52, Gcsellschaftsabend. Karten. 1 M., im Parte i- burcau, Uhlandstr. 98-09. Namhafte Künstler wirken mit. Reiuickendorf.Wcst. Heute 7 Uhr. Aula der 5. Gcmcindeschule: Mitgliederversammlung. 1. Vorirag über die politische Lage. 2. Bericht von der Kreisgenernlversammlung und der Frouenkonferenz. 3. Verschiedenes. Vollzähliges Ericheinen erwartet Die Bezirlsleitung. Röntgentbal-Buch-Zepernick. Heute Dienstag Mtgliedervcrfammlung bei Kramm in Buch. Die Einbeiisichuie. Mablsdorf(Lftbah»). Mittwoch 71/, Uhr bei Drager(Rellaurant Heidclrug), Köpemcker• Allee; Mitgliederversammlung. Tagesordnung; 1. Jugendorganisation. 2. Parteiangelegenbeiten. 3. Verschiedenes. Gggersdorf. Mittwoch, 8 Uhr, be! Lindcnberg: Mtglicderverfammlung. Potsdam. Außerordentliche Mitgliederversammlung, Miltwoch, 8 Uhr, bei Becker, Lindenilraße. Bericht vom Prooinzialpartcitag und von der letzten Kreisgeneralversammlung. vereme unü Versammlungen. Der RcichSbund der Sriegsbeschitdigten. ehem. Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen, Ortsgruppe Neukölln, veranstaltet am Mittwoch, 7 Uhr. im„KartSgarten" eine Mitgliedervcri' nmlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom i. Quartal 1919. 2. Wo! eines Beisitzers. 8. Wahl der Beisitzer zum Beirat der slädlischen Kriegssürsorge. 4. Bcr- schiedenes.— Sozialdemokratische Sozialbeamte(in sozialer Berufsarbeit tätige Männer und Frauen) t Er'te Zusammenlrtnsl morgen Mit!- woch. 7 Uhr, Herrenhaus, Zimmer 20. Vortrag Adele Schreiber: Vom Geist des Sozialismus und der sozialen Arbeit.' Weitere Neserate: Wally Z e p l e r und Dr. Herz.— Freie Hochschnlgrmelnde für Prole» tarier(Arbeitcrrüte aller Branchen). Freilag, 6 Uhr. Aula Gymnasium Kochstr. 13: Vorbesprechung einer Vortragsreihe über Bantwesen.— «setreranSsicbren cur das mittlere NorddeutlMlant v«s Miltwoch mittag: Im Osten noch vielsach wollig ohne erbebliche Nieder- schlage bei wenig veränderter Temperatur. Im Norden ctwaS wärmer, trocken nnd vieifach heiler. Im Westen etwas wärmer. Zur Erlangung eines kräftigen körperlichen Zustandes, in welchem gesundes, reiches Blut in den Adern fließt, wird der Gebrauch von LeciferrinsTabletten eindringlichst empfohlen. Wirkung hervorragend, Preis M. 3,- in Apotheken. Tuw&im&eriaa Jtograf&Co.bt �Kanonier»ötr». 9-£>6Plin- Tauentzienstr 1Ö2j EBür Ankauf� aoldeneBucbdesWeibes Ii) Kapitel aus dem intimsten Leben der Frau. 6. Aufl[ Von R. deriing.— I5J Seiten. 164/S| Inhalt: Wie erhält die Frau das Eheglück?— Warum 5 verblühen so viele Frauen so früh?— Pflege u. Er- 1 haltung weibl. Schönheit.— Das Geschlechtsleben in I der Ehe.— Die Bedeutung der Kiankheiten für das Eheleben.— Gesundheitspflege während d. Schwangerschaft.—Die Regelung des Kindersegens.— Unfruchtbarkeit. Ihre Ursachen und Verhütung.— Wie erlaygt( man schöne u. gesunde Kinder?— Das Recht der Frau j und das Eherecht.— Preis 3,— M., gebunden 4,— Bl. Oranla-Verlair. Oranienburg Ori. Platin ❖ Gold o- Silber kaufen zu höchsten Tagespreisen Peters, Nene Königstr. 52 III, Peters, Reinickendorfer Str. IÄ, Möbus, Waldst. ö, Ecke Turnistratze, Ermel, Gubener Str. 39, Ecke Franks. Allee, Tegener, Schöneberg, Bahnstr. tik.«s/io» Billiges Möbelangeüot wegen Aufgabe der Fabrikation. Herren-, Speise- und Sclllnfzimmer von einf. vis reichhalt. Ausführung direkt an Private| zu Fabrikpreisen. Kulm& Co., Möbelfabrik-Lager Breltestr. 29, gegenüber Rudolf Hertzog. Hygienische Gummi-Artikel jeder Art, Friedensware, kür Herren und Damen, krijlallkiarc Sauger per Stück Mk. l,3ö. Preisliste kostenlos. 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Heute z. 256 Male: Ssr gute Kuf Schauspiel von Sudermann. Sonntag 4 Uhr: JobannlNfcuer. Inisen-Theater. 71z Uhr: JugLNd. f0™ 3: W U. HlßtlÖ, Siz. 3; Maria Magvalena. Sonnt. 7'/,: Einmal. Aufführe W lasse m qhtn Casino-Theater. Lothring. Str. 37. TäaU'/�UHt Die Berliner Posse Der selige Hollschinski. Dazu erstklassige Spezialitiiten. v-onntag Si/z: Du ahnst es nicht. IVatfonal. Theater.?>/, DieKinopiippe Winjer-Gailen Täglich 7V, Uhr» Das Tollständige _ humoristische= Variete-Spielplan Rauchen gestattet! Ateals-FaiasL � Täglich VjS Uhr~ Sonntags 3 u. 7 Uhr Die neuen Ballette im Gespensterseliloß Wiener Walzer außerdem - Tanz» Revue•« dmirals'Kino. | Die Ulamanten des Zaren| Vlggo Larscn. Der oder Der! APOLLO Theater. Dir.: James Klein Friedrichstraße 218| 7% Mai?'/. | Sonntags 3>/, u. Tl, 1 | Gastspiel Ferdinand j Bonn | in seinen klassischen! Meisterszenen Eilein- Kusu [Wiens ISjähr. Souhr. I 1 lOukrain.Tanzsternel !4Ethorsiksaptie,,e { Bonltu Bcrol I d. 8jähr Spitz,-Tänz.| Sovereipw�tmsm f j Rütnani-IriflT;"' Qu.weit. Attraktionen:! i Sonntags uVa icdei f 1 Erwachs. 1 Kind frei 1 Theaterk. ab 10 Uhr ununterbr. geöffnet Rauchen gestattet. SÄ« J KABARETTS |OEHWENSTR.saT Senta Söneland{ n ihrem Sketsch „Alles da!•■ Paul Stelnitz Ciaire Feldern Paul Göhel Margarets Rose und uas führende Gyigyi'Koozcrte. Dessin g-The«t er Direktion: Victor Barnowsky V/t Uhr: Dies irae. Mittwoch: Der Blaufuchs. Donnerstag: Der Blaufuchs. Deutsches Künstler- Theater. Allabendlich 7V, Uhr: Das Schloß am Waunsee. Centrai-Theater Kommandantenstraße 57. Jhr: Die SchönstE?od Allen. Deutsches Opernhaus 7 uhr Carmen. FFieöf.-Wiüielnist. Theater TVaUhnDuHätierliiaas I. Teil. Kleines Theater. vk uhr: KtioeltJlättclien. Komisehe Oper vlli: SehwarzYi'aidinäriel. Lustspielhans Uhr: Die spaniselie Fliege. Metropol-Theater. 7 uhr io: Die Fasehingslee. A'eues Operettenhaus uhn Die keosebe Susanne. Palast-Theater V/t Uhr: Die Q schämige. Die Frau ohne Beruf. Haupttreffer 33. Ballett. Schiiler-Theat. Chart. v/t u.: Wie es encfi gefällt. Thalia-Theater 7-/.u.- Zur wilden tiamme). Th.am%'allendorfplats 7 uhr: Der Jnxbaron. Theater des Westens 8 uc Wo die Liebe hinfällt Theater d. Frfedrlchstadl 7V,Uhr; Hutmacher Seiner Durchlaucht. Walin er-Theater ?»/, uhr: Geisha. Theater a, KottiiuserTor (fr. Sanssouci Kottb.StrA) Abends 7V, u. Sonntag nachmittag 3 Uhr: 8Ute Sänger 9 ehemal Mitglied, d. Stettiner Sänger Blüthgen- Konzert, Beginn 7 Uhr. Vorverkauf 11-1 Uhr. Sonnt nachm. ermäß. Fr. Kurtürstendamm 23S. Direktion: Siegbert Ooldschmldt Trotz des Riesenerfolges unwiderruflich letzte 2 Tage. FH / ejii«: Richard Oswald UNTER MITARBEIT von SAN.-RAT DR. MAGNUS HIRSCHFELD Torverkanf 11— 1 Uhr. Potsdamer Str. 38 Turmstr. 12 Verlorene Töchter. II. Teil Opfer der Mchmach von W. Kahn. Friedenau, Rheinsir. 14 Eine junce Oame von Welt. Alexanderplau-Passage. Bettler G. m. b. H. 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Gitarre, IDonoermanboI. 45.—, crtflBS.—, aonjcrttonle 125.—, 145.-(Unterricht 8.— Monatshonorar,«venu. lüstdz. SchnellfursesttSnfttemiofine mit Zubehör 125.—, flonjett geige 65.—, Emst, Owniea- strafte 168111.• Kleines Theater �llladenültch wieder personal 4200 Verkaufsbureau für Berlin und Provinz Brandenburg: Berlin W 66, Leipziger Str. 123a, Ecke Wilhelmstr. Clou (Mnncrstr. 82) Wiener Prater- leben RoDelbatin Eintritt ab 6 Uhr 1, M. Schweizergarten Vortrag Die Prostitution I Von Dr. Martin Olpe.[36/15 Heute Dienstag, d. ZU. d., abends 8 Uhr. Eintritt 0.50 und 1 M. Num. Karten 2 M. Kassenitfinung b Uur Vergnügungspalast Groß-Serlin Irüher Xliems Jestsäle, Kasenheide 13-15 Inh. Karl Knoppe. Sonntag, den 18., Mittwoch den 21. und Donnerstag, den 22. Mai: Großer Ball mit verstärktem Orchester. — Anfang Sonntags 4 Uhr, wochentags 7 Uhr' Die eleganten Säle und Sommer- Theater sind an Gesellschaften und Vereine unter kulanten Bedingungen zu vergeben. 940L* Kr. 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SMMMK Mlii Filr die Beweise herzlicher Tulnahmc bei demHeimgange meines unvergeßlichen Mannes, unseres lieben, guten Vaters so cn wir allen, insbesouderc Herrn Dube, slir seine lrost- reichen Worte unseren herz- lichstrn Dank. ZbOZb Frau Anno»agrrl n-dst Kindern. l- SanitLtsi'at vr. Mlüllei', krjeliriciiZti'ske 1S0!I. Elngznx KronenstraBe.* Spr. ll— I, 5—7, Sannt. II— I. Enolgreiche hcilertolge. MsiM»! Dr. med. Koebcn, FrieüriEhstF.81 t&L Rönisstr. 58-81 lÄ"- Spr. 10— I n.5— 8, Sonnt. 10—1. Erfplgrelclie Btliandlung.* Dp. rael WnckenM, FrieilriPiistr. IMÄr. Spr. 11—1. 0-7. 123/7* Erfolgreiche Behandlung. Ii Haut-" Haraarzl Erfolgreiche Behandlung. Königsti'. 34/36 Alexanderplatz. 10—1, 5—8. Sonnt. 10—1. Spezialarzt Geschlcchis-a Haut-, Frauenleiden. Bchandi. schmerzlos ohne Berutsstörung. Blutuntersuchung. Teilzahlung. Separates Damenzimmer. Fmctistp.lll�'�M. i- l>r. med. Haucht, FFiedi'iclistr.Mstldumhni'Toi. Spr. 10—1 u. 5—8, Sonnt. II— 1. 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Mai, abends 7 Uhr, im Lohrerorrrin»- hau». Verlin, Aiexanberpiatz, statlfinbenbe» 2805b MmrMSen GevemlÄersamAlUW werben die Mitglieder hierzu freundlichst eingeladen. Das Statuleubuch ist als Legilima- lion mitzubringen. bkvsmsieaWft VilrgnMlde!. Mk E.«.m. b. H. ver vor st and. Verlram. Mergarb. Tie Kanzlei der Kaiserlich Türkischen Botschaft bisher Rauchktrafie 20, de- findet sich vom 21. b. Mis. ab in der 36283) Tiergartenstr. 19 woselbst alle Angelegenheiten in der Zeit von t l bis 1 Uhr vorm. erlebigt werben. au, garantiert nur reinen Tabaken hergestellt, liefert das 100 zu M.«5.— franko jeder deutschen Post- station unt. Nachnahme, f2030* Artur Damm Zigarrenhaus z�urtwangeu sBadru). B Eichung 4.— 10. Juni BS Rote 4- Geld- Lotterie S0000 Lose A 3,80.«�."extra. BerliDer losezEDtrale Berlin C2, Mühiendammä. iL@d3r-| mm®v Fabrik! verkauft direkt •Uno Zwisclienb&ndel Klubsessel und Leder-Sola; in pr. garant. echt. Leder* zu billigen Preisen.' Curt Roede? 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Mai, abends 7 Uhr, in den„Pharussälen", Müllerstr. 14�, u. in der Anhalter Ressource, Möckernstr. Il�, u. am Mittwoch, den Ät. Mai, abds. 7 Uhr, im gr. Saale des ehemal. Herrenhauses und in der Aula des- Friedrich-Wcrderschen Gymnasiums, Bochnmer Str. 8. Tagesordnung: bertllik o. ö. Hortoaflloerfainnrtung in f eimat. Ncserenten: Die Abgeordneten Enxon£rn.t, R. Flbchcp, H. Heilmann, W. I'funnknch. 199/13 vor vorslaud. Der Rnugretz sklmllicher BeNetbuug»- und Zustand- setzungsämler gndet am 26. Mai und folgende lege, morgens 9 Hör, im Gewerlschaflahaus, Engeluser IS, Saal 5, statt. Auf der Tagesordnung steht: t. Tätigkeitsbericht des Fünier-Ausschusses. 2. Umwandlung der Bekleibung»- und Instanbsetzungsämter in Zivilbetricbc. Referent: Genosse Willy Lehmann. 3. Aufbau der wirtschaftlichen Industrie und Rätesyftcm. Referent: Genosse Richard Müller, Bollzugsratsmitglieb. 4. Zusammenschluß der Aemter zu einer Wirtschastsgenossenfchast. Referent: Genosse Richard Bock. 5. Stellungnahme der Gewerkschaften zu den Bekleibung«- und Instanbsetzungsämtern. Referent: Genosse SB. Schumacher, VorHenber des Verbandes der Schneider, Filiale Berlin. 6. Antrage. Bleuwahlen. 7. Vcrschecbcnes. Außerdem findet für die Delegierten der Beklcibnngs- und Instanbsetzungsämter eine MelMnng sonnlgg.2S.M. nmöm.lHör. im Gewerks ehustshaus, Engelufer 15, Saal 2, statt. Weiter bitten wir um frühzeitige Bestellung von Logis. Fleisch- und Brotkarten sind mitzubringen. Ilm zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Tor«hünfer- Audichnst. I. A.: Willy Lehmann. 161/18 Verband der Schneider, Schneiderinnen nnd Wäschearbeiter Teutschlands, Zebastianstr. 37,38. Dolmetscher! MWerKMerMMMMM Bureau u. Arbeitsnachweis: NO 43, Weinstr.8, Ffpr. Alex. 2783 Donnerstag, 2Ä. Mai, abends pünktl. 7 Uhr SelliUMksWMlW iserUWiiMe in der Anla des SoPhirn-GymnasinmS, Weinmcisterstr. 15. Tagesordnung: . l. vis aegenwSrllgen Lohn- und Arbeiloverhällaiste in der pelzbrauche. Rrferent: Kollege Karl Dittman». 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Kollege» erscheint in Massen. Niemand darf fehlen. Wer' fehlt, schädigt sich selbst nnd die Allgemeinbeit. Die Lctsverwolluug. MSilöns sök slnnWijrgerlllöe vorlrüge. Oderlickitsaaß der PMlkarnioaie, Bernburger Etr. 22/23. Henke Dienstag, den 20. Mai 1919, abends 8 Uhr, Dr. Edgar v. Schmidt-Pauli, Pressemltglied der deutschen Friedensdelegatlo». „Versailles" Persär.lichc Eindrücke und Ausblicke. Der Reinerrrag fließt dem Fonds für die drutschen Kriegs- gefangenen(Hilfswerk) zu.— Karten zu 3, 2 und I M. bei Bote& Bock und A. Wertheim.— Tageskasse Dienstag, den 20. Mai, ab 2 Uhr nachm., in der Philharmonie(auch Stehplätze?.!! 5" Pf.). 2798b Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, meldet Euch zum Grenzschutz Ost unter den bekannten Bedingungen. Während der Zu- gehärigkeit zur Dolmetscherschuie gelten in bczug aus Lohnung und Verpflegung die bekannten Reichswehr- bcbingungen. Mobile Löhnung nebst b. Grenzschutzzulag. setzt nach Inmarschsetzung zum Grenzschutz vst ein. Russlseiie und polDisctie Dolmetsclicr. aber auch Illlauische, lettlsehe, esthnisthe und tschechische sowie sraazSsische und englische Dolmetscher find uns willkommen. �wsfttshrsz'Z Für den Grenz- und Heimatschuiz werden dringend im Kraftfahrwesen erfahrene Unteroffiziere nnil Mannschaften mitFiihrer- sctieln 11 und Iii!) sowie Facharbeiter deuW. Bedingung; Mobile Löhnung, Zulage pro Tag 5 M.. freie Verpflegung, Ausrüstung und Lnterbnngung.' Verpflichtung erstmalig auf 1 Monat, nachher Hlägige Kündigung. Miütärpapicrc(Entlassungsschein) sind beizulegen Bezw. mitzubringen. Meldungen schriftlich oder persönlich an den Referenten für Kraftfahrwesen, Cjouvernement Qroß- Berlin, Berlin W, Potsdamer Str. Z2a 1297 0 Rur Kameraben, die ernstlich gewillt sind, strenaste Disziplin und freiwillige Unterordnung unter die Vorgesetzten zu wahren, sind uns willkommen. 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SigismnndftrLO / Prozeß Leöebour. Nachdsm der Gcrichisorzt von der Untersuchung de� Ange- Kagtcn Tänrnig zurückgetetirt war, belundetc er, Dmrmig habe seiner Angabe nach gestern noch starkes Fieber gehabt, heute gehe es ibm besser. Ter objetlive Befund habe ergeben, daß Däumig I vorläufig noch nicht verhandlungSfähtg ist. Wann er Verhandlung� fähig fein wird, lasse sich nicht angeben. Auf Antrag der Verteidigung teschlotz das Gericht, den Däumig behandelnden Arzt Dr. Dahle an Gerichtsstelle rufen zu lassen, damit er vielleicht Auskunft gebe, wann Däumig Verhandlung� fähig sein werde. Rechtsanwalt Th. Liebknecht beschwert sidi darüber, daß der direkte Zugang von der Haupttreppe nach dem Anwalts- zimmer durch ein Mafchinengetvebr besetzt und durch Soldaten ab- gesperrt sei. Der Vorsitzende möge doch gegen diese militärischen Mastnahmen einschreiten. _ Der Vorsitzende bemerkt, fiir die ousterhalb des Saales ge- t rosse neu Sicherheitslnastnahinen sei er nicht zuständig. Rechtsanwalt Th. Liebknecht: Als vorhin beantragt wurde, dem Angeklagten Ledebour einen Tisch zur Verfügung zu stellen, hat ein Geschworener gesagt: Na ja, auch noch ein Chaiselongue und ein paar Flaschen Wein. Ich darf wohl erwarten, daß der Herr, welcher diese Aeusterung machte, sich meldet und auf die Mit- Wirkung in diesem Prozeß verzichtet. Es meldete sich aber niemand. Rechtsanwalt Liebknecht: In einen: hochpolitischen Prozeß, wie dieser es ist, muß es aufsallen, daß nur wenige Personen im Zuhörerraum such. Es sollen aber Eintrittskarten für alle vor- handenen Plätze ausgegeben sein. Hiernach liegt die Annahme »iahe, daß sich Agenten einer Seite, die daran interessiert ist, daß von diesen Verhandlungen möglichst wenig m die Oeffentlichkeit kommt, die Karten verschafft haben, sie nicht benutzen und es so denen, die ein Interesse an den Verhandlungen haben, unmöglich machen, den Zuhörerraum zu betreten. Der Vorsitzende sagt zu, die Ausgabe der Eintrittskarten, die immer nur für einen Tag ausgegeben werden, solle so geregelt werden, daß ein Mistbrauch ausgeschlossen fei. Inzwischen war Dr. Dahle erschienen. Er erklärte, die Per- handlungsutffähigkeit Täumigs könne noch 8 bis 14 Tage dauern. Das Gericht beschloß, das Ausbleiben des Angeklagten Däumig als hinreichend entschuldigt awzusclien und gegen Ledebour allein zu verhandeln.—• Ledebour ist angesagt wegen Aufruhr in Tateinheit mit La nb sr i eben sb euch, Bildung bewaffneter Hausen und Vergehen gegen das Dhnamitgeietz.— Auf Antrag der Verteidigung erhielt Ledebour seinen Platz nicht aus der Anklagebank, sondern am Verteiidigertisch. Nachdem die Geschworenen ausgelost und die Zeugen aus- gerufen waren, sollte die Vernehmung des Angeklagten Ledebour begonnen werden.— Dagegen»oandtc Ledebour ein, er sei während der Untersuchungshaft gewöhnt, um 12 Uhr Mitlag zu essen. Fetzt fei es 1 Uhr vorbei, sein Essen stehe vcrmmlich in der Zelle und werde kalt. � Entweder solle jetzt eine Pause gemacht oder die Per- Handlung für heute abgebrochen werden. Nach kurzen Erörterungen wurde die Verhandlung bis Dicns- tag 9 Uhr vertagt. Dtp und S.-Rate der S. p. D. zur ßriedensfrage. Die Groß-Berliner Albeiter- und Soldatenrät« und Gemeinde- Arbelteiräte erörterten gestern die Stellungnahme zum F r i e d c!i S s ch l u st. In seinem Reserat richtete Max Cohen vom Zentralrat scharfe Angrissc gegen die Regierung. Die Friedens- oedingungeu und, führte er aus, eine ungeheure Härle, aber allzu überrascht töunen ivir nicht sein. In den sechs Monaten seit dem Waffenstillstände hat die deutsche Politik gar nichts dazu beigetragen, uns vernünftige Bedinguuge» zu stcheni. Mit dem bloßen Protestieren und der bloßen Berufung auf Wilsons 14 Punkte ist es nicht getan. Es ist falsch, heute von.annehmen oder ablehnen" zu sprechen. Man muß erst mal das Resultat � der Verhandlungen abwarten. Sogar Scheidemann hat schon von �.unannehmbar' gesprochen.{Zuruf; In dieser Form!) Ich halle auch �as uichl für glücklich. Mail sollte erst abwarten, welche Form der Friedensvertrag haben wird. In den sechs Monaten haben wir versäumt, den Franzosei, zu zeigen, daß wir ihre berechtigten Ansprüche besser erfüllen w»rden, als dieser Frieden es kann. Jnbezug auf die Wiedergutinackiung des Schadens unterlieg es die Regierung, selber rechtzeitig mir Anerbielungen an Frankreich heranzutreten. Immer wieder sahen wir Zwei- d-u'.igkeite» der Regierung, so daß die Sicherungspolitik der Franzosen erklärlich ist. Bon unserer Seite ist ihnen der bessere Weg der Verständigung nicht ge- zeig l worden. DaS noch jetzt zu tun, ist die Ausgabe der deutschen Friedensdelegation. Der vorgelegle Friedensvertrag ist ein eng- lncher. nicht nur wirtschaftlich, sonder» auch territorial. England will Frankreich gegen Deutschlond, aber auch Deutschland gegen tfraiikrelch ausipielen können. Ter polnische Pufferstaat wird eine neue Freundschast zwischen Frankreich und Rußland erschweren. Zur Verständigung mit den Franzosen mußten w i r den Anfang machen. Daß sie an uns mit billigen Vorschlägen berailtroien. konnte kein Politiker erwarten. Zu spät ist es aber auch jetzt noch nicht zu einer Per- ständignng. Den Friedensvertrag einfach ablehnen, hieße Dculich« land au den Abgrund bringen. Die Entente brauchte Deutsch- land gar nicht mit eigenen Truppen, sondern mit Kolonialtruppen besetzen. I» vier Wochen wären ivir erledigt. Jede deutsche Re- gierung würde dann sagen: Wir wollen unterzeichnen. {Zuruf: Wie muffen!) Jawohl, wir müssen l Aber w e n n wir unterzeichnen, dürfen wir kein Hehl daraus machen, daß dieser von uns nur in einer Zwangslage uiuerzeichnete Vertrag unerfülk- ß n r ist._ Alle unsere Handlungen müssen jetzt diktiert sein von denr Wunsch, eine Aenderung der Bedingungen zu er» reichen. Ich bitte Sie, lassen gerade Sie Sozialdemokraten sich nicht beirren von dem Geschrei: Wir wollen nicht, wir können nicht! Lassen Sie sich leiten von der ruhige» Ueberlegnng. daß wir alle Mit telinit Ausnahme der kriegerischen aniv enden müssen, f eine Korrektur dieses Friedensvertrages durchzusetzen. (Bei lall.) In der Diskussion trat Franz Krüger von der Groß- Berliner Bezirksorganiiätion dem Referenten entgegen. Welche Möglichkeit habe denn für Deutschland bestanden, an Frank- reich mit Borschlägen heranzutreten 1 Die Entente habe ja nur Friedensbedingungen diktieren wollen. Die Folgen der Nicht- Unterzeichnung des Friedensvertrages könnten nicht furchtbarer sein als die der Annahme solcher Bedingungen. Ein Sozialdemo- keat könne siir sie keine Verantwortung nbcriiehmei, und sie daher nicht unterschreiben.(Beifall.) Kaliski erklärte: Wenn wir nicht unterschreibe», wird die Entente mit ihren Zwangsmaßregeln vorgeben. Dann wird es für uns keine Kohle, keinen Babnverkehr, kein Licht mehr geben. Wir werden daS vollendete Chaos haben— und in vierzehn Tagen wird dann unterschrieben werden. Jeder Esel kann sagen: Ich unterschreibe nicht! Das ist aber eins Politik des Wahnsinns. Erst eine Politik der Verständigung kaiin dem uns auierlegten Friedensvertrag die Grundlag« entziehen. KaliSti legte eine Resolution vor. Sie spricht das Befremden darüber aus, daß die Regieruiig dem Friedensvertrag leere Drohungen und die Drohung des NichtunterzeickmenS ent« gegenstellt, und fordert konkrete Vorschläge zur Wieder- g u t m a ch u n g der Kriegs schaden und zur Z u s a m m e n- arbeit des deutschen Volkes mit seinen Nachbarvölker ii am g c in e i» s a m e n Neuaufbau Europas. Euie zweite Resolution KalistiS wandte sich gegen den„Bor- wärtS', der bei Wiedergabe der Berichte über die Haltung der französischen Sozialdemokratie sich der Pflicht! zur' Wahrhaftigkeit bewußt sein solle. Büchel begründete- seine{im.Vorwärts', Nr. 246, bereits mitgeteilte) Resolution die gegen den Gewallsrieden protestiert, aber von der Regierung fordert, daß sie nicht durch Ablehnung die Wiederaufnahtne des Krieges herbeiführt, sondern durch Verhandlungen den Verlrag zu ändern sucht. Brolat betonte, daß die Folgen dieses Friedensvertrages in erster Linie die Arbeiterschaft treffen würden, und auch Amend erklärte, diesen Friedensvertrag könne auch er nicht unlerschreiben. C a s p a r i äußerte, daß die Annahme der KaliSliichen Resolution einen Jubel in den Entenieländern auslösen würde. Dieser Friedens- vertrag bedeute den Tod des Sozialismus und sei daher unan- n e h m b a r. Er legle eine Resolution in diesem Sinne vor, die von der Regierung fordert, durch Verhandlungen einen Frieden oui der Grundlage der Wilsonichen 14 Punkte herbeizuführen. Nachdem noch Franl den Friedensvertrag als unerfüllbar und unerträglich und daher unannehmbar bezeichnet hotte, wurde die Debatte ge- schlössen. In der Abstimmung wurden dann sämtliche Reio- lutionen abgelebnt. Büchel stellte fest, daß somit die S. P. D.- Fraktion der A.- u. S.- Räte sich für keine bestiwmle Stellungnahme zur Friedensfrage entschieden Hobe. Die übrigen Punkte der Tagesordnung wurden vertagt. Der Vorsitzende Haast teilte mit, daß die Fraktion an der nächsten Sitzung der Vollver- iammlung teilnehmen wird. Zum Prozeß gegen die Mörder Neurings. Bor der Schwurgerichtssitzung. Aus Dresden wird uns geschrieben: Der Prozeß gegen die Mörder des Ministers Neuring wird voraussichtlich in der nächsten Schwurgerichtsperiode im Juni in Dresden verhandelt werden. Daß die Verhandlung nicht eher statt- finden konnte, lag an den umfangreichen Vernehmungen, die 70 Be- ichuldigie und mehr als 406 Zeugen um'äßle». Ein großer Teil der Beschuldigten, unter denen sich auch die Mörder NeuringS befinden, ist in der Unter- iuchungshaft sehr kleinlaut geworden. Die von der Regierung in der Nacht zum 13. versprochene Amnestie führte zur Frei- lassung eineS T-ileS der zuerst Verhafteten, jedoch wurden die an der Mordtat sowie an dem Sturm auf da§ Blockhaus und an den Mißhandlungen seiner Insassen unmittelbar Beteiligten selbst- verständlich von der Amnestie ausgeschlossen. Der Kommunisten- führer F r e n z e l, dem die Hauptschuld an der feindlichen Stimmung gegen Neuring zuzuschreiben ist, scheint im Augenblick der Tat die Flucht ergriffen zu hoben, denn es gelang ihm den Beweis zu erbnngeit, daß er zur Stunde des Mordes bereits wieder in Kaserne 177 war. ES wird ihm ferner das Vergehen des Hausfriedensbruches zur Last gelegt, weil er der wiederholten Aufforderung Neurings, daS Blockhaus zu verlasien, nicht iiachgelommen ist. Wegen Mordes werden sich Pietfch und Genossen vor den Geschworenen zu verantworten haben. Unter den Beschuldigten befinden sich auch Frauen, insbesondere diejenigen, die Neuring, als man ihn über das Geländer werfen wollte, mit der Hutnadel das Gesicht zerstach und damit eine besonders tierische Roheit an den Tag legte.' Wie die Leichensezierung ergab, wurde auf den Wehrlosen so- gar mit Messern oder Seitengewehren eingestochen. ES ist daS tragische Schicksal NeuringS, daß sich gerade die Leute unter seinen Mördern befanden, die ihm unendlich viel zu danken haben. Bevor noch die Einzelheiten der Tat erörtert sind, läßt sich schon heute sagen: Das Kapitel von, Meuchelmord an Neuring wird eineS der dunkelsten und beschämendsten in der Geschichte der Revolution sein._ Die Sozialdemokraten von Schleswig gegen die Abtretung der nördlichen Provinzen. Kiel, 10. Mai.(Eigener Bericht d-S„Vorwärts'.) In Flensburg tagte am Sonntag eine Konferenz der sozialdemokratischen Wahlkreise des 1.. 2., 3. und 4. schleswig-holsteinischen Wahlbezirks, in denen bekanntlich die Volksabstimmung stattfinden soll. Genosse M i ch e l s e n, Mitglied der Nalionalversammlung, behandeile in seinem einleitenden Referat die FriedenSbcdingungeu, insbesondere die Abschnitte, die sich mit der AbtrennungSfrage beschäftigen. Eine vom Genossen Kürbis als Vertreter des Bezirksvorstandes vor« gelegte Entschließung fand einstimmige Annahme. Sie lautet: „Die Vertreter der sozialdemokratischen Parteiorganisationen des 1.. 2.. 3. und 4. Kreises nehmen Kenntnis von den vernichtenden Bedingung«« des Gewaltfriedenö der Entente- Regierungen und legen schärfsten Protest ei» gegen die Verhöhnung des EelbstbestimmungSrechts der Völker. Sie verurteilen die unter den, Deckmantel eines scheinbaren SelbstbestimmungSrechlS beabsichtigte Vergewaltigung des deutschen Volkes, insbesondere der deutschen Bevölkerung des ehemaligen Herzogtums Schleswig. Die Genossen bekrästigen ouss neue ihre deutsche Zugehörigkeit und vetpflichten sich, mit allen Kräften einzusetzen zur Verwirklichung des Sozialismus. deutscher Sitte, deutschen Rechts und deutscher Kultur im Bewußt- sein ihres festen Glaubens auf eine glückliche Zukunft Deutschlands. In der Zuversicht, daß deutsche Arbeit, deutsche Intelligenz niemals getötet werde» kann, geloben die Anwesenden, ihre Gesinnung nicht zu verleugnen. Die Konferenz fordert die deutschen Arbeiter und Parteigenossen auf, bei der bevorstehenden Abstimmung deutsch zu st i m in x n und deutsch zu bleiben.' Neuer Konfliktstoff im mitteldeutsihen öergbau-Nevier., Halle, 20. Mai. Auf eiuen gegen die Regierung gerichtete» Aufruf hi» hat das hiesige Obcrbergamt mit dem Eiuverständ- nis des H a u d e l S m i n i st e r i» m S mit einem Schreiben dem Bczirksbcrgarbeitcrrat beim Lberbcrgamt Halle erklärt, daß es sciuc Tätigkeit nicht mehr zulasse; da* Dienstgebäude sei sofort zu ver- lassen, und die Zahlung der Bezüge würde eingestellt. Das Ober- bergamt ist gegen den BczlrkSbcrgarbcilerrat auf Gnind eines tele- graphische» Erlasses des Handelsministeriums eingeschritten. Der Lczirksbergarbriterrat hat i« ganzen mitteldeutschen Braunkohlen- Revier Protr st Versammlungen gegen dieses Borgehr« der Regierung einberufe«._ Mmiflerkonferenz beim oflpreußiflhen provinzialrat. Sooigsbcrg, 19. Mai. Am Montag vormittag fand zwischen dem preußischen Ministerpräsidenten Hirsch, den Ministern Braun und Heine einerseits und den Mitgliedern des o st p r e u ß i s ch e n ProvinzialratS sowie dem Oberpräsidenten v. Batocki andererseits eine wichiige Konferenz stalt. in der u. a. die allgemeine Volks- a b st i in m u n g der Provinz über die u n m c n! ck> t i ch e» Friede n Sbedingungen der Enteilte besprochen wurde, in der zum Ausdruck kam, daß der größte Teil der Arbeiterschaft Ostpreußens geschlossen hinter dem.Rem' der Reichsregierung steht- � Gefangen enbefrekung. Die Befreiung des Oberleuinants Vogel, des Verurteilten im Liebknecht-Suremburg-Prozeß. durch gleickgefinnte Offiziere, wird in ganz Deuischtand heftigsten Unwillen hervorrufen. Es scheint, als fühle eine kleine Gruppe von Menichen sich berechtigt, aus mißverstandener Kameradschaft sich über Gesetz und Recht hin- wegzusetzen. Wir erachten eS für selbftvelständlich, daß eine strenge Untersuchung eingeleitet, und alle, die an der Flucht des Leut- nantS Bogel aluv oder passiv beteiligt sind, wegen Begünsti- g u n g bezw. wegen Entweicheitlafsens von Gefangenen, gemäß dem Gesetz bestraft werden. Allerdings haben die Unabhängigen und Spariakisten, die jetzt da» lauteste Geschrei erheben, das gerinste Recht zur Erregung. Gerade sie haben in zahlteichen Fällen das böse Beispiel gegeben und die gewaltsame Gefangenenbefreiung zu einer Dauererscheinung gemacht. Erinnert f«i nur an die Erslür« mung zahlreicher Getängnisse. Eist jüngst wurde die verhaftete Spartakistin Rost Wöllstein von einem bewaffneten Hauten aus dem Gefängnis geholt. In Erinnsning ist noch, wie Eichhorn bei seiner vorübergehenden Verhaflung mit Gewalt befreit wurde. Die Freunde Vogels haben von ihrem Standpunkt aus genau dasselbe getan, wie die Anhänger Eichhorns oder Rost Wöllstein». Wir ver- urteilen da» eine wie das andeie. Wer ober selber gewaltsame Gefangenenbefreiung betreibt, hat lein Recht, sich zu entrüsten, wenn der politische Gegner ihn darin nachahmt. Die Verstaatlichung der fachstschen Kohlenbergwerke. Dresden, 19. Mai.(T.U.) Die Regierung hat einen Gesetzentwurf über die Verstaatlichung der Kohlenbergwerke fertig« gestellt. Er wird der V o 1 1 s l a m in e r demnächst zugehen. Ein türkischer Gries an Vilstrn. Herr Präsident! Zu den Stimmen aller vergewaltigte» Völler, die(in lautem Widerspruch) gegen die Mißachtung des Vötlerrcchts, der Vkensch- lichkeit und Ihrer 14 Punkte sich erheben, will auch ich meinen Protest gesellen, überzeugt, aller türkischen Jugend au» dem Herzen und als ihr Vertreter zu sprechen, um Sie hinzuweisen aus die Ungerechtigkeit, die meinem armen Vaterlande widerfährt; denn diingsn meine Worte auch nicht bis zu Ihre» Ohren, so werden sie doch die Augen jenes Teiles aller Völker aus sich lenken, der Achiung empfindet vor den Geboten-der Gerechligkeit und werden für immer Zeugnis ablegen von einer Zeit, da Macht vor Recht ging. Die Bedingungen des Waffenstillstandes, den die Türkei am 1. November 1918 abschloß, waren aus der Basis Ihrer 14 Punkie aufgebaut; mit Ausnahme einiger strategisch wichtiger Orte war von einer miliiärischcn Besetzung der Türkei abgesehen. Bis Ende 1917 wurde auf Grund des Vöikerrechls zwischen der Türkei und Griechenland strikte Neuiralitäl innegehalten, dann die Beziehungen abgebrochen, jedoch niemals der Kriegszustand er- klärt. Jetzt judessen schwellen mit jedem Tage de» Waffenstillstandes die Forderungen der Griechen böber an und mit Hilfe der Entente- truppen ist nun von ihnen S m y r n a besetzt worden. Die Provinz Smyrna ist der sruchibarste Teil der Türkei und ihre Be- wohner sind rein lürkiich; die griechische Bevölkerung machi nur 7 Proz. aus, wenn sie in der Stadt Smyrna elwa» stärker ist, so beruht dies aus der Tatsache, daß die gute Aufnahme, die sie unler den Türken fanden, eine große Anzahl von Kolonisten dorthin zog. A d a l i a und A d a n a sind ebenfalls rein türlifche» Gebiet und die Einwohner ausnahmslos Türken. ES ist unmöglich, daß die Besetzung des Landes, wie angegeben, nach Volksabstimmung erfolgt ist, denn niemals könnie ein Türke und Mohammedaner feine Stimme dafür abgeben, die Volksgenossen jener Nationen ins Land zu rufen, mit denen die Türkei bis vor 5 Jahren sich in Kriegszustand befand, die stets unverhohlen ihren Willen offen- bacten, die Türkei zu zerstückeln und die mohammedanische Bevölke- rung zu vernichten. Die Türkei hat nur in den Weltkrieg einge- griffen, um sich aus den raubgierigen Fängen zu retten, die sich bis vor ö Jahren beutclüstern nach ihr ausstreckten. Wenn Sie heule verhindern wollen, Herr Präsident, daß in Zukunft neue Slröme Blutes fließen, dann richten Sie Ihre Be- mühungen nkcht ans die Festlegurig von Paragraphen hierüber, soitderii trachien Sie, alle Völker auf der Basis einsichtS- voller Gerechtigkeit etuigerniaßen zu befriedigen. Will Amerika leine Rolle als Feuerwehr im Löschen des großen euro- päischeu Brandes weiter spielen und nichr zum Stifter neuen Welt- blandes werden, den die Verzweiflung der gelnechleten Türken in ganz Assen entfachen würde, dann setze es sich ehrlich dafür ein, daß den Türken die Siechte belassen werden, dir sie bisher besaßen. H a b i b E d i b, Rechtsanwalt. Keine?nternationa!iflerung Konflantinopels. Ter Sultan bleibt religiöses Oberhaupt. Haag, 19. Mai.(H. R.i Aus Amsterdam wird gemeldet: Ter Korrespoudcnt des Handelz dl ad bestätigt die Meldung, daß der Plan, K o» st a» t i n o p c l zu i n t c r n a t i» u a l i f i r r e n, auf- gegeben wird, und daß wahrscheinlich der Sultan in Konstantinopel bleibt und die Amcritaner die türkische Regirrung bei der Verwaltung der europäischen Türkei unterstiitien. Dieser Beschluß wurde auf Borschlag der w o h a m m r d a n i s ch e n Delegation gefaßt, die aus Furcht vor Unruhen in Britisch-Jndic» wünscht, daß der Sultan nicht zu sehr erniedrigt wird und weiter als religiöses Ober- Haupt aiiftretc» soll. Haag, 19. Mai.(H. N.) Aus Paris wird gemeldet: In amerikaiiiicheii Kreisen herrscht gegenwärtig die Ansicht, daß man am besten mit dem Sultan der Türkei ein Kompromiß schließt. Wenn dieier Plan verwirllickit wird, bleibt der Sultan daS religiöse Oberhaupt der Mohammedaner mit dem Sitz in Konstantinopel, aber mit beschränlter weltlicher Macht. Konstantin opel, 19. Mai.(Havas.) Als die griechischen Truppen gestern abend spät bei Smyrna landeten, wurde» sie mit Gcwehrfcuer aus dem türkischen Lager rmpfangcu; an Toten zählt man 399 Türlcn und 100 Griechen. Die griechische Bevölkerung nimmt eine feindselige Haltung au: die Türken haben Maflenkundgebunge« veranstaltet. Die Lage gilt als außerordentlich schwierig._ Derenbach gestorben. Der früher« Führer der„VolkSmarine- division", Leutnant Dorenbach, ist der schwercwSchußvcrletzung, die er letzthin bei seinem Fluchtversuch im Moabiter Gerichtsgebäude erltuen hat, nach einer Operation erlegen. Ein kurzes, aoer stürmisch bewegtes Leben hat hier nach jähem Abstieg em krasse» Ende gefunden.' GewerkslWsbewWng verbanüstag der deutschen Reichspost- und Telegraphenbeamtinnen. Vom 14. bis 18, Mai fand in Cassel der 8. Verbandstag der deutschen Rrichspost- und Teleg'raphenbeamtinnen statt, zu dem auch das Reichspostministerinm und die Stadt Cassel, sowie viele andere Beamten« und s�rauenverbände Vertreter entsandt batten. Den Auftakt zu den Verhandlungen bildete die einmürige Ablehnung der unmenschlichen Friedensbedingungen. Aus dem Geschäftsbericht ist das außerordentliche Wachstum des Verbandes hervorzuheben. Nach einem vorjährigen Mitglieder- zuwachs von über"000 ist im abgelaufenen Geschäftsjahr eine weitere Steigerung um 6000 auf insgesamt W 300 Mitglieder zu verzeichnen. Es sind jetzt über"0 vom Hundert der gesamten weib- lichen Beamtenschaft der deutschen Post- und Telcgraphenverwab tung zusammengeschlossen. Der Verband beabsichtigt, die Schaffung eines Erholüngsheimes für Post- und Telegraphenbeamtinnen und hat dazu bis jetzt einen Betrag von 87 000 M. gesammelt. Ebenso soll ein« Kranken- und Tuberkulosefürsorgekasse ins Leben gerufen werden. Der Gesund- heitszustand der Beamtinnen ist geradezu erschreckend. Die nerven- aufreibende Tätigkeit im Fernsprechdicnst, in dem etwa 85 vom Hundert aller Beamtinnen beschäftigt sind, hat den Beruf in den Großstädten besonders seit Einführung des Dienstleitungsbetricbes zu den, ungesundesten Frauenberuf gestaltet, der in dieser Bezie- hung von keinem andere» auch nur annähernd erreicht wird. Die Todes- und Jnvaliditätsstatistik des Verbandes hat wertvolles Mate- rial ergeben, das die wissenschaftliche Auswertung zur Besserung der hygienischen Arbeitsbedingungen des Fernsprechberufs im Jnter- . esse des Personals und des Volksganzen verdiente. Im vergangenen ' Jahre fiel von de» verstorbenen Beamtinnen ein Drittel der Tubcr- kulose zum Opfer. Ebenso gefährlich such die vielen Betriebsun- fglle, zu deren Verhinderung von der Vertvaltung der hohen Kosten wegen leider noch nicht überall die wirksamsten technischen Siehe- rungSmaßnahmen eingeführt wurden. 'Die Frage einer Abfindungssumme für die infolge Verheiratung aus den. Dien st schet- de„de n Reichs- und Staats be amiinnen, ist ihrer Lösung durch die Herausgabe einer ausführlichen Denkschrift näher zu bringen versucht worden. Auf Grund ihrer RuhegehaltsaiUvartschaft, die sie bei der Entlassung restlos ver- lieren, beanspruchen die Beamtinnen als teilweisen Ersatz eine angemessene Entschädigungssumme, wie solche den Angestellten der freien Berufe in der angestellten Versicherung seit Jahren schon gesetzlich zugesprochen ist. Der anwesende Vertreter des Reichspostministeriums sagte die Unterstützung der verschiedenen Forderungen bei der Zentral- Verwaltung zu. Was bisher für die weiblichen Beamten ge- schehen sei. wären nur erst Ansätze, es bliebe noch unendlich viel zu tun. Der unglückliche Friedensschluß werde hier leider sehr hemmend wirken. Aus der Fülle der Anträge ist der mit großer Mehrheit ange- nommene Beschluß hervorzuheben, für die Aufhebung des Ehever- bots der Reicks- und Staatsbeamtinnen einzutreten. Mcht aus Gründen der Notwendigkeit, sondern ans Gründen des RechlS, zur Wahrung des Selbstbestimmungsrechts der beamteten Frau, sei die Abschaffung des Eheverbots zu fordern. Der nächste Verbandstag wird voraussichtlich in Magdeburg stattfinden._ Tie Generalversammlung der Metallarbeiter. Nach Erledigung des Kassenberichts und Annahme deS Antrages auf Entlastung des Kassierers gab Rusch den Bericht über die Prüfung der eingelaufenen Bewerbungen für die im Bureau zu besetzenden Stellen. Die Kommission schlägt von den 43 ein- gelaufenen Bswerbunge-n vor, 9 zur, engeren Wahl zu stellen, und da 7 Angestellte gebraucht werden, durch Urabstimmung den Mitgliedern die Auswahl unter diesen 9 zu überlassen. Dementsprechend wurde beschlossen. Die Urtvahl findet., Berlin. Druck. BorwSriS-Bmtidruckerei und Verlags anstatt Paul Sittger u. Co. in BerlM. Lindenttratze S. Hierzu 1 Beilage. \ Einkoch-Apparale\ 14.50 28.50 :: »•#«»«•••••••••••••••••«•*••**■*•*******••••******•••*••**•* Steingut Teegeschirr schwarz glasiert, bunt bemalt Teekannen........... 2.15 3.60 4.95 Tassen..................... 1.30 Butterdosen................. 3.15 Geleedosen.............. 2.55 2L5 Milchtöpfe.................. 1-35 Kaffeebecher................ 55 Pf. Kuchenteiler............. 1.10 3.25 Blumentöpfe Majolika... Blumenschalen Majolika ASVERfflOnt Leipziger Strebe KönigstraZc Rosenthaler Strebe Montzptatz Versand- Abteilung Berlin W 66, Leipziger Straße walB Porzellan bunt bemalt Bratenschflsseln oval.... 1.65 bis 3.50 Tassen............... 1.45 1.95 2.25 2.50 3.45 2.25 3.50 Beilageschalen......'.... 48 75 Pf. Brotteller................ 95 Pf. Salatschüsseln..... von 1.45 bis 5.10 Senfgefäüe................ 1.C5 Tunktschalen.......... 85 Pf. 2.45 Kaffeekannen Zylinder. von 1.40 bis 2.70 Milchtöpfe............. 8 42 Pf. Zuckerdosen.............. 45 Pf. 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