Nr. 188. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit tlluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Jnsertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeiaen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochene tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlins Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 15. August 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Betracht. Diese " Und dann die Portion unbeschränkter, nicht einmal auf mäßigen Inanspruchnahme der Gehilfen für erforderlich, die Ver Die Ausnahmen wendung der letzteren zu gelegentlichen gewerblichen Dienfileistungen zwei Stunden begrenzter Mehrarbeit, die nach dem im vorigen im Bäckerschutz- Gesehentwurf. außerhalb der 12- bezw. 13ftündigen Arbeitsschicht auf einen Zeitraum Artikel wörtlich angeführten§ 4 gestattet sein soll! Wenn von zwei Stunden zu beschränken. Die Beschäftigung der Gehilfen mit Mit dem Zwölfftundentag für die Bäcker mag man häuslichen Arbeiten§ 121 der G.-D.) kommt hierbei nicht in man noch über die Üeberarbeit vor Festen und„ besonderen sich einstweilen als Abschlagszahlung zufrieden geben. Aber nicht der Kommitsion solche mit dem Betrieb des Gewerbes hat sich ein Hallenser Innungsmeister das besondere WohlAls gelegentliche Dienstleistungen werden nach der Gelegenheiten" wegsehen will( in der mündlichen Enquete die Sicherheit dafür, daß der Zwölfftundentag auch Wirt zusammenhängenden Arbeiten anzusehen sein, welche außerhalb wollen der Kommission dadurch zu erwerben gesucht, daß lichkeit wird, muß durch Aufnahme einer Begrenzung nach des regelmäßigen Fortgangs der Haupt- und Nebenarbeiten des er immer nur von patriotischen Festen" sprach!), wenn der Tageszeit( nicht vor 10 Uhr Abends und nicht nach Betriebes zeitweise vorkommen. Arbeiten dieser Art, z. B. das man keinen zu starken Nachdruck darauf legen will, daß 10 Uhr früh beispielsweise) gefeßlich gewährleistet werden. Abladen einer ankommenden Sendung von Mehl oder Kohlen, diese Ueberarbeit beliebig lang bewilligt werden kann, und Und das Urtheil darüber, daß diese Sicherheit im Entwurf das Ueberbringen von Waaren an einzelne Kunden, nehmen in wenn man als gut anerkennt, daß statt der nachgiebigeren fehlt, muß um so schärfer lauten, als zahlreiche Ausnahmen der Regel nur kurze Zeit in Anspruch. Nicht als gelegentliche unteren Verwaltungsbehörde die obere mit der Bewilligung vom Zwölfftundentag geplant werden, die theilweise gar Dienstleistungen gelten hiernach die regelmäßigen Nebenarbeiten betraut ist was soll neben allen diesen Zugeständnissen des Betriebes, z. B. das tägliche Austragen von Backwaaren an nicht, theilweise nur nach Einführung jener Garantie zu bie Kunden, das Reinigen der Backstuben, der Bleche, der Ma- an den Geschäftsprofit nochmals und außerdem", rechtfertigen find. Das war das Ergebniß unserer ersten schinen u. bgl. Arbeiten dieser Art sind auf die tägliche Arbeits- wie der Entwurf so schön sagt, die Möglichkeit der Ueber. Betrachtung über die soeben bekannt gewordene Vorlage fchicht anzurechnen." arbeit an 20 bezw. 40 ber Bestimmung des der Reichskommission für Arbeiterstatistit. Sehen wir uns Arbeitgebers überlassenen Tagen"? Und was zur Begründung" fagt zum Hauptpunkt, heute das System von Ausnahmen etwas näher an, das soll die geniale„ Kontroll" Bestimmung hierzu in§ 12, nach den Maximalarbeitstag für Bäcker, den ersten Marimal Dauer der Ruhezeit und zu ihrer färglichen Bemessung welcher in der Backstube eine mit dem polizeilichen welcher in der Backstube eine mit dem polizeilichen arbeitstag für erwachsene männliche Arbeiter in Deutsch auf acht Stunden, gar nichts, so daß es scheint, als Stempel versehene Kalendertafel ausgehängt sein muß, auf ließe sich eben die Herabsehung auf acht Stunden, die der jeder Tag, an dem Ueberarbeit auf grund des§ 4 Die volle Ruhezeit von zwölf Stunden zwischen den gerade nur für den thierischen Schlaf sorgt, überhaupt ver Absatz 1 Biffer 2 stattgefunden hat, spätestens am Ende zwölfftündigen Arbeitsschichten ließ sich gesetzlich nicht fest- nünftig nicht begründen, was auch unsere Meinung ist der Woche mittels Durchlochung oder Durchstreichung mit legen, das soll wiederum von Anfang an zugegeben sein, sodann beruft sie sich wegen der gelegentlichen" zwei Tinte tenntlich zu machen ist"? Wir fragen: was soll weil sich die Arbeit auf zwei Kalendertage vertheilt und stündigen Verlängerung des Maximal- Arbeitstages lediglich dieser Ueberfluß von Ueberarbeit, wie er in der Willkür des weil die Aufeinanderfolge der einzelnen Schichten bei der auf die" Hausgemeinschaft", die meistens zwischen Meister Unternehmers gestellt wird, und diesmal giebt die" BeBäckerei keine ganz regelmäßige ist und sein kann, der An- und Geselle beſtehe. Ebenso gut wie für die Verlängerung gründung" der Kommission hinreichende Auskunft. paffung an die Bedürfnisse des Lebens halber. Aber wes- kann diese Hausgemeinschaft aber gegen dieselbe angehalb ist man nun gar auf eine gesetzliche a cht stündige Ruhe- rufen werden. Es wird ohuedies recht schwierig werden, sagt, nachdem sie die gelegentliche" und die" festliche" und die besondere" Ueberarbeit zu rechtfertigen versucht hat: zeit zwischen den Arbeitsstunden heruntergegangen? Und wes- gerade bei dieser Hausgemeinschaft die Junebaltung der Ein weiteres Bedürfniß nach Ueberarbeit kann dadurch halb hat man außerdem nochmals 2 Stunden zu gelegent Zwölfstundenschicht ordentlich zu überwachen. Nur der Ge- entstehen, daß entweder erhebliche Berzögerungen lichen Dienstleistungen" freigegeben, also die, gelegentliche" Audante daran, daß mindestens kleine Ruhepausen inner in der Beendigung des Arbeitsprozesses einArbeitsschicht treten, oder gelegentlich einmal größere Bestellungen dehnung des Marimalarbeitstages auf 14 Stunden gleich halb dieser nächtlichen, anstrengenden vielfach skandalösen Arbeitsräumen vorkommen, vorliegen, welche sich innerhalb der für die Dauer der Arbeitsgesetzlich möglich gemacht? Die Begründung der Reichs in tommission giebt hierüber ähnlich ungenügende Auskunft, läßt die Zwölfstundenschicht als vorläufig annehm schicht im§ 1 gezogenen Grenzen nicht erledigen, oder bei den Konditoreien durch eine fürzere Arbeitszeit gemäß§ 3. Wie kann man es aber rechtfertigen, wie über das Fehlen der Begrenzung der Arbeitsschichten bar erscheinen. nach Tageszeiten. Es heißt da: nochmals zwei Stunden für gelegentliche Dienstleistungen" Biffer 1 nicht ausgleichen lassen. Fälle unerwarteter Bestellungen treten nach dem Ergebniß der Erhebungen bei den Konditoreien „ Durch die Bestimmungen im Absatz 2 soll den Gehilfen eine preiszugeben? Die Beschränkung auf Dasjenige, was die weit häufiger ein als bei den Bäckereien. Andererseits dürften angemessene Ruhezeit zwischen den Arbeitsschichten gesichert wer Reichstommission unter solchen Dienstleistungen versteht, bei diesen auch die Fälle, wo infolge unvorherzusehender und unden. Eine Verwendung der Gehilfen zur Herstellung von Back wird sich ja teinesfalls in der Praxis kontrolliren lassen. vermeidlicher Verzögerungen in der Beendigung des Backprozesses waaren in dieser Zwischenzeit soll danach völlig ausgefchloffen Wo bleibt also die Zeit für einen Erholungsgang, für die nach§ 1 zulässige Arbeitsschicht nicht ausreicht, verhält. jein. Ein allgemeines Verbot, die Gehilfen außerhalb dieser Bildungsbestrebungen, für die Tbeilnahme an den Organißmäßig felten sein. Aus dieser Erwägung wird im Abs. 1 Ruheheit auch bei gelegentlich vorkommenden Dienstleistungen unisationsbestrebungen der Arbeiter? Die Reichskommission Biffer 2 vorgeschlagen, außer an den unter Ziffer 1 bezeichneten Jeschäftigen, erschien namentlich mit Rücksicht auf die 40 Tage im Jahr eine, der Bestimmung des Arbeitgebers überpausgemeinschaft, in der die Gehilfen noch in den meisten will die Bäcker, wie es scheint, für diese Dinge auf ihre Tagen den Bäckereien noch für 20, den Konditoreien dagegen für Fällen mit dem Meister stehen, be bentlich und angesichts der achtstündige„ Ruhezeit" verweisen; sie sollen sich die Zeit laffene Berlängerung der Arbeitszeit zu gestatten. Die Ueberür die Ruhezeit vorgeschriebenen Mindestbauer nicht geboten. dafür vom Schlaf absparen. Sind das noch Schuß arbeit bei den hier in Frage kommenden Fällen von einer Dagegen erachtete die Kommission es zur Verhütung einer über- bestimmungen? Wir glauben: nein! obrigkeitlichen Erlaubniß abhängig zu machen Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. 8weites Rapitel. 113 Schauet doch und fehet, ob irgend ein Schmerz sei, wie mein Schmerz, der mich getroffen hat! Denn der Herr hat mich voll Jammer gemacht am Tage seines grimmigen Borns! Jeremias. -Sie legenheit blieb, um leichtsinnige Bürgersöhne, oder über- und derselbe, der zur Entdeckung Anlaß gegeben, nahm müthige Prahlhänse von Junkern, oder unerfahrene Kauf sich auch des Rächeramtes an, und ging dem Gauner mit leute und Diener zu rupfen, und um ihr blankes Geld zu dem Degen zu Leibe. Allein derselbe war ein Raufhahn bringen. Wurde hin und wieder ein solcher Spielgauner nebenbei, und wehrte sich mit dem Langen wälschen Rappier ertappt, so wußte er schon recht gut, welch' ein Schicksal dermaßen, daß, obgleich die Anderen dazwischen sprangen seiner harrte, und er wehrte fich daher, oft von Spieß- und der Wirth nach Hilfe lief, der Angreifer durch gesellen unterstützt, seiner Haut dergestalt, daß die Rauferei bohrt auf dem Estrich lag, ehe noch die Klingen dreimal nicht immer zum Vortheil der Rechthaber ausfiel. Der heiße gekreuzt worden waren. Der Schreck, den der Fall des Stein wurde dann oft ein blutiger, und nur die öffentliche Fechters einflößte, half dem Spitzbuben zur Flucht, und die Gewalt vermochte in der wüsten Spielherberge Ruhe und herbeikommende Nachtwache fand weder Mörder noch Zengen Friede herzustellen. Ein ähnlicher Handel fiel auch an dem mehr im Hause, sondern einzig und allein den todten Mann, benannten Abende vor, denn ein wälscher Gaudieb, der sich den man für des Oberstrichters Sohn, einen leidenschaft über die Messe zu Frankfurt verweilt hatte, war dem Ver- lichen, ausschweifenden Menschen, erkannte. Sprach nun bot des Raths zum Troße, welcher selbst die Würfel an gleich die ganze Stadt, es sei an dem Wüstling gar nicht Es geschah, daß an dem Abend desselben Tages, an den heißen Stein lieferte, mit eigenen aus Welschland ge- viel verloren, so redete das Vaterherz doch anders, und Wie denn das der Oberstrichter, der von vielen Kindern diesen Einzigen welchem Dagobert nach Hause kehrte, ein böses Stücklein brachten Würfeln daselbst aufgetreten. in der Stadt verübt wurde. Es war in der Neustadt ein Neue immer dem Gewohnten vorgezogen wird, so waren groß gezogen hatte, überließ sich der stummen Verzweiflung, Haus belegen, das man" Bum heißen Stein" nannte, und die Spielgäste, junge Brausetöpfe aus reichen Bürger- da ihm die abgerissene letzte Blüthe seines Stammes Die Morgenröthe fand ihn neben worin schon mancher seine Hölle auf Erden gefunden hatte. geschlechtern, mit dem Willen des Fremden einverstanden, heimgetragen wurde. Man pflog nämlich daselbst des Spiels mit Würfeln und und zwangen den Spielwirth, die ausländischen Würfel auf dem starren Sohne sigend, und dessen Hand in der seinigen Und also ging dann das Rumoren und haltend, und brütend über dem Verhängniß. Da nun die Brett, und es ging scharf dabei her, mit Geld und Gut legen zu lassen. und fahrender Habe. Zu verschiedenen Malen war schon Geklapper los, und der Italiener gewann und gewann, Sonne heraufstieg, und das Trauerhaus eben so gut mit da nun der der Reiche als ein Bettler aus diesem Hause getreten; seltener und sein Beutel wurde immer straffer, während die Geld Gold bekleidete, wie das Haus der Freude, gebeugte Bater sich erinnerte, daß sein Schmerz, obgleich jedoch der Habenichts als ein vermöglicher Mann, meil taschen der Mitspieler sich leerten bis auf den Grund. Aber nicht minder die Geduld der Verlierenden versiegte, der eines Gewaltigen, im weiten Kreise der Welt nur ein ber Zufall nicht immer allein waltete in diesen Spielen, sondern auch gar oft und häufig die geschickte Hand und und da des Fremdlings Gewinn immer mehr und mehr schwacher Punkt sei, unbeachtet von allen denen, welchen der falsche Würfel. Es hatte sich schon häufig, nament- anschwoll, so ergriff einer von den heftigsten Spielern im des Mörders Klinge nicht gleich ihm in's Innerste des lich während der Messen zugetragen, daß trügliche Spieler Born die Würfel, die ihm socben die letzten Goldkronen Herzens gedrungen war, da legte sich die Verzweiflung zur aus dem Fenster waren geworfen, oder dem Arm des Ge- gekostet hatten, und warf sie mit dem Rufe:„ Ei so sei Ruhe und ein milder Schmerz trat an dessen Stelle; nicht richts übergeben worden, das ihnen nachher zum Lohn für doch Du verdammt sammit Deinem Spielzeuge, vermalebeiter der nach Rache dürstende Jammer, sondern der versöhnlich ihre Frevel die Augen hatte ausstechen, sie selbst aber in Schelm!" dergestalt auf den Boden, daß einer derselben weinende Gram. Bitternd blickte der alte Mann in sein den Main werfen lassen. Diese schreckliche Strafe hatte zersprang und es sich ergab, daß er mit Blei gefüttert ge- Leben zurück, und suchte nach einer Wurzel dieses Verderbens, indessen die Frevler nicht ausgerottet, sondern nur ihre wesen, und immer die Sechsen, wenn die geschickte Hand das sein ganzes Geschlecht dahingerafft, denn der Mensch Behutsamkeit und Vorsicht vermehrt, indem es doch immer des Wälschen die Knochen regierte, oben liegen mußten. greift zum Aberglauben, um den leitenden Faden zu finden, für Abenteurer aus der Fremde eine gar zu lockende Ge- Darob ergrimmten denn die Herren sammt und sonders, den ihm sein unbewaffnetes Auge nicht zeigt im Leben. wie dies von einer Seite vorgeschlagen worden ist erschien Ju Reklame überbieten sich jetzt die kon dem schlecht verhehlten Wunsche der Kreuz- Zeitung" namentlich aus dem Grunde nicht rathsam, weil sich hier servativen Blätter, daß Herr Mosse fast erröthen erkommunizirt, wo nicht verbrannt werden. Heute fährt das Bedürfniß meist unvorhergesehener Weise geltend macht und, tönnte. Die neuen Gründungen, die mit dem ganzen das Blatt wieder das schwere Geschütz gegen die Göhre, wenigstens in den Bäckereien, in zahlreichen Fällen auch zu einer Apparate kapitalistischer Reklame auftreten, rufen Selbst. Weber, Naumann und Genossen auf, weil diese die Zeit auftritt, wo die rechtzeitige Einholung einer beräucherungen beim Volt" und beim Reichsboten" patriarchalischen Zustände in Ost- Elbien nicht als das Jdeal obrigkeitlichen Erlaubniß nicht wohl möglich beräucherungen beim„ Volk" ist, oder eine vorherige Aufklärung der Verhältnisse den hervor. An stelle des Kampfes gegen die billige liberale eines sozial zufriedenstellenden und mit chriftlichen Voraus Behörden nicht wohl zugemuthet werden kann." Presse scheint ein Kampf auf Leben und Tod in den Reihen segungen in Einklang stehenden Zustandes betrachten. Soviel Säße, soviel Beweise für das Bewußtsein der der konservativen Presse zu treten. Uns läßt dieser Kapitalismus und Militarismus. Immer theurer Schwäche gegenüber dem Unternehmerthum, welches aus diesem Kampf ebenso fühl, wie der geplante, und wie es wird die Ausrüstung der Offiziere, fegt ist sie wieder Vorschlage der Reichstommission spricht. Verzögerungen scheint schon fast aufgegebene gegen die Organe der Moffe vertheuert worden durch neue tostspielige Offiziersschärpen. in der Beendigung des Arbeitsprozesses" tönnen nicht so und Ulstein. Die Voss. 8tg." bemerkt hierzu: Sind wir doch die lachenden Dritten. ,, erheblich" sein, daß sie die völlig willkürliche Anordnung von Ueberarbeit durch den Unternehmer nöthig machten, ebensowenig größere Bestellungen", die doch vor Beginn des Arbeitsprozesses einlaufen, auf die man sich also einrichten oder die man abweisen kann, wenn sie nur mit der äußersten Ausnutzung des Personals auszuführen sind. Für elementare Ereignisse, die ohne jede Schuld der Betheiligten eintreten und den Betrieb stören, ist ohnedies Niemand verantwortlich. Endlich ist es nicht richtig, daß die Einholung obrigkeitlicher Erlaubniß selbst in dringenden Fällen nicht möglich wäre"- der Gewerbe Inspektor ist stets zu er reichen, wenn man sich nur entschließen wollte, ihn endlich mit den nöthigen Wachtbefugnissen auszustatten. Die Reichskommission für Arbeiterstatistik spannt den Bogen mit ihren Vorschlägen für Ausnahmen also etwas gar zu stramm. Die gelegentlichen" zwei Ueberstunden in §1 § 1 und die in die Willkür des Unternehmers gestellte Üeberarbeit in§ 4 müssen aus dem Entwurf gestrichen werden, wenn der Zwölfftundentag nicht blos auf dem Papiere stehen soll. Politische Ueberlicht. Berlin, den 14. August. Trotz der Zukunftsstants Debatten und unserer letzten Wahlfiege, die eine vollständige politische Nieder lage und den geistigen Bankrott des Sozialistentödters Eugen Richter bedeuten, sucht der„ Reichsbote", seinem kapitalistischen Solidaritätsgefühl damit ein Opfer bringend, Eugen gegen die wohlverdienten Hiebe in unserer heutigen Nummer zu vertheidigen. Das Pastorenblatt schreibt: So vertheuert sich die sonst so einfach gewesene Ausrüstung des Offiziers von Jahr zu Jahr; unter Buhilfenahme eines Breistourants vergleiche man nur die Ausgaben für die Achselfrüher, siehe dann ferner in Betracht, daß neben den langen stücke, die Portepees, die Degenkoppel, die Degen selbst gegen auch furze, in die Stiefel zu steckende Paradebeinkleider vorhanden sein müssen, daß außer den gewöhnlichen furzen Stiefeln auch doppelte Garnituren hoher Stiefeln zu Feld- und Paradedienstzwecken zu beschaffen sind und endlich, daß jeder Offizier Der Vorwärts" erkennt die Rechnung Richter's als richtig in früherer Zeit alle fünf Jahre und jetzt sicher alle zwei Jahre an, allein nur für den jetzigen Staat, nicht aber für den Zukunfts- einen neuen Paletot braucht. staat; jetzt würde zu viel Rapital unproduktiv verschleudert. Mit Man will wohl noch mehr als bisher die Offiziersstellen dem Verschleudern dürfte es im Zukunftsstaat erst recht arg werden; zum Monopol der ganz Reichen machen. Hierdurch verjezt schützt schon das Eigenthum vor dem Verschleudern, aber schärft man vielleicht nicht ohne Absicht den Gegensatz alle Erfahrung beweist, daß da, wo es sich um Gemeinheitsgut handelt, in der leichtfertigsten Weise verschleudert wird, ja noch zwischen Volk und Offizierkorps, man schafft aber damit mehr, daß auch die Produktion, die Arbeit sehr viel zu wünschen auch dem Militarismus neue Gegner, worüber wir nicht gemeinden, wo ja die Gemeinwirthschaft in gewiffer Weise übrig läßt man vergleiche die Zustände der russischen Bauern böse zu sein brauchen. Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebensmittel herrscht. Im Zukunftsstaat würde sich also das Einkommen betrugen im Juli im Vergleich zu den in Klammern beigefügten the noch sehr bedeutend vermindern. Es würde ein Sklavenstaat Junipreisen: für 1000 Kilo Weizen 136( 135) M., Roggen 121 von Bettlern sein, das Land würde verwüsten und die Menschen( 119) M., Gerste 126( 130) M., Hafer 140( 144) M., Rocherbsen verhungern. 219( 220) M., Speisebohnen 240( 241) M., Linsen 457( 460) M., Mit Leuten, die den Urkommunismus der sich eben Gßkartoffeln 51,7( 47,1) M., Richtstroh 45,9( 49,1) M., Heu 57,2 von der Wildheit emanzipirenden Menschen mit der auf( 69,7) M., Rindfleisch im Großhandel 1075( 1059) M.; für ein höchster Produktionsstufe arbeitenden sozialistischen Gesell- Kilogramm Rindsteule 1,34( 1,33) M., Rindfleisch vom Bauch Das Abkommen zwischen Deutschland und Frank- schafts- Ordnung verwechseln, ist nicht zu streiten. Wir 1,15( 1,14) M., Schweinefleisch 1,32( 1,32) M., Kalbfleisch 1,24 reich vom 15. März 1894, betreffend die Abgrenzung des tönnen den Leuten vom Reichsboten" nur rathen, zuerst( 1,23) M., Dammelfleisch 1,28( 1,21) M., ger. inl. Sped 1,67 Schutzgebiets von Kamerun und der Kolonie des französi- zu lernen, und dann erst von Dingen zu sprechen, von( 1,67) M., Ebutter 2,14( 2,09) M., inl. Schweineschmalz 1,64 ( 1,64) M., Speisemehl aus Weizen 0,26( 0,26) M., aus Roggen schen Kongo, sowie über die Festsetzung der deutschen und denen sie heute noch weniger verstehen, wie ein ABC- Schüße 0,23( 0,23) M., für ein Schock Gier 2,94( 2,88) M. französischen Interessensphäre im Gebiete des Tschadsees, der Nationalökonomie. Der Vergleich der sozialpolitischen Enqueten Engwird heute vom Reichsanzeiger veröffentlicht. Ju der ,, Noch ein erledigter Reichstagsfit" überschriebenen Siebzigjährige Geburtstage feiert in diesem Jahreschen Sozialstatistik war den deutschen Staats- und in der vorletzten statt Kampfgegner" auptgegner lands mit dem täglichen Zustand der deut Notis unferer letzten Nummer finden sich folgende Druckfehler: In ber 6. Zeile von oben soll es statt„ mußte" dürfte, die zusammengeschrumpfte nationalliberale Partei. Nach männern immer unbeqem, deshalb muß die Nordd. Allg. heißen. Bennigsen's und Haminacher's fiebzigsten Geburtstag wird 8tg." heute gegen die letzte großartige Enquete der Royal jetzt der von Ho brecht von den Mannesseelen der Partei Commission on Labour mit ihrem durch Sachkenntniß Der zweite Prozeß gegen den Berner Ar. Drehscheibe begangen. Sollten diese Männer sich an ihre gänzlich ungetrübten Urtheile loswettern. Wir wundern better setretär Dr. Wassilieff ist am Sonnabend Jugend beim Knallen der Champagnerpfropfen erinnern, uns bloß, daß sie nicht gleich behauptet hat, daß die Arzu Ende geführt worden. Die Geschorenen sprachen Wafftso wird ihnen der Genuß vergällt werden. An Stelle der beiten der Reichskommission für Arbeiterstatistit die Leistungen lieff nicht schuldig der Anstiftung zum AufIdeale in den Kreisen ihrer Genossen ist jetzt öde Selbstfucht aller anderer Länder auf sozialstatistischem Gebiete in den ruhr aber schuldig der Anstiftung zur ge getreten; vom Liberalismus ist ihrer Partei nichts übrig Schatten stellt. Wagt sie dies doch in Bezug auf unsere waltsamen Befreiung von von Gefangenen. geblieben wie der Name und was für sie, hätteit sie das Arbeiterschutzgesetzgebung zu thun. Und auf eine Lüge mehr Der Staatsanwalt beantragte 40 Tage Gefängniß nach AbGefühl der Selbsterkenntniß, das betrübendste ist: sie müssen kommt es ihr doch nie an. sich eingestehen, daß ihr biegsames Rückgrat, ihre mangelnde Heiteres in ernster Zeit weiß der New- Yorker zu drei Monaten oder zehn Tagen nach Abzug der überEnergie den Wünschen Bismarck's gegenüber, ihre Vertretung tapitalistischer Interessen die Hauptschuld an der Ver- Sun" zu melden. Dessen Berliner Korrespondent hat näm- standenen Haft und zu 400 Frants Kaffationsprozeßkosten. Verlich Herrn Pindter interviewt, die Journalisten- Jutertommenheit ihrer Partei trägt. Das englische Parlament ist das einzige, das noch views sollen in diesem Sommer die Seeschlange ersetzen- tagt, und dabei einen großen Eifer entwickelt. Jm Wie's gemacht wird, um Unrichtigkeiten, wie z. B. und Herr Pindter erzählte in seiner bekannten Wahrheits- Unterhause wurde über den A cht stundentag in die über Dr. Arons in der Presse trotz eines jede Unklar- liebe langes und breites von seinem großen Einflusse auf den Bergwerken verhandelt und dabei ein Abs heit ausschließenden Dementis weiter zu verbreiten, verräth die deutsche Politik, von seiner Anregung, die Reichs- änderungsantrag angenommen, durch welchen die Dauer die Norddeutsche Allgemeine Zeitung", der das Unglück regierung zur Inangriffnahme einer sozialpolitischen Gesez des Gesetzes auf 5 Jahre beschränkt wird. Darauf wurde paffirt ist, daß einige Bismarckische Blätter ihr nach ihrer gebung zu veranlassen und so manches anderes, auf das in die Erörterung des Abänderungsantrages Thontas eins Angabe eine Meldung fälschlich unterschoben, nachdem sie einzugehen sich wahrlich nicht lohnt. Eines muß nur er- getreten, nach welchen das Gesetz für jede Grafschaft nur dementirt wurde. Das Blatt, das es ja wissen muß, wähnt werden: Anwendung findet, wenn es von der Mehrheit der Grubens schreibt: Am Schlusse der Unterredung führte Herr Pindter arbeiter der Grafschaft angenommen wird. aus, er werde, wenn er von seiner Erholungsreife Jm Oberhause beantragte der Vertreter der Res zurückkehre, ein neues unabhängiges( Blatt gierung Lord Spencer die zweite Lesung der irisch ent Bächterbill und erklärte, die Pächter hätten mit gründen. Schwierigkeiten zu kämpfen welche eine exceptionelle Vorlage rechtfertigen. Das Vorhandensein gesetzter Bächter gefährde die Ruhe des Landes; die Regierung glaube, eine obligatorische Maßregel sei der sicherste „ Es ist nach unserem wiederholten Widerspruch gegen diese Unterstellung auch nicht anzunehmen, daß sie noch in gutem Glauben vorgetragen wird. Vielmehr bleibt nur die Ertlärung übrig, daß nach einem bekannten System eine unwahrheit fo lange wieberholt wird, bis sie Kurs als Wahrheit erlangt hat." Die unschuldvolle Norddeutsche" treibt das Verleumderhandwerk nach der gleichen Methode. wir ihm verdanken, verpflichtet. Herrn Pindter sind wir für die heitere Minute, die Paftoren sollen Diener des gefestigten Gutsbesiges sein, löcken sie aber gegen den Stachel, so sollten sie nach zug der überstandenen Haft. Das Gericht verurtheilte ihn " 1 auss Der Er gedachte feines strengen Amits, der vielen Schuldigen, fehl erhalten hatte, David zu Jochai zu führen.„ Gott Von Esther weiß ich nicht," äußerte der Richter:„ jedoch die feine Thürme verschlungen hatten;... der wenigen gnade unsern Ohren!" sprach der Brummbär, nach Dein Sohn,... soeben bringt man ihn." Unschuldigen, die wieder daraus hervorgegangen waren. Den Schlüsseln suchend: das verdammte Volk wird ein Man muß den leidenschaftlichen Schmerz der Völker Er gedachte jener Vielen, die noch unter der Hand des Geschrei und Geflage anheben, daß man sein eigen Wort des Südens gesehen haben, um David's furchtbaren Kummer Henkers ihre Unschuld betheuert hatten, und quälende Zweifel, nicht versteht, und es hilft doch zu nichts. Der Schurke sich denken zu können. Er strebte gewaltsam vorwärts ob er auch immer recht gerichtet, stiegen in ihm auf. muß dennoch fort." Der Oberstrichter wiederholte falt aus den Händen der Wächter, die im Begriff waren, ihm Blöglich erinnerte er sich der Juden, die, allen Zeugnissen und bestimmt seinen Befehl, und ließ sich indeß Jochais die Ketten abzunehmen, und hätte sich mit der ganzen zufolge, schuldlos und unverdient, höchstens nur einer Gemach öffnen. Da lag der Greis, ausgestreckt auf einem schweren Eisenlast über den Körper des Vaters geworfen, leichten Büßung wirdig, fim Kenter schmachteten und an elenden Lager, das doch immer im Vergleich mit seinem wenn man es zugelaffen hätte. Endlich von den Banden diese Gestalten des Elends reihte sich eine andere aus ferner vorigen modernden Strohbette eine föstliche Ruheftelle war, befreit, stürzte er an dem Bette nieder auf die Knie, faßte Vergangenheit, die blinde Mutter, die des Oberst ganz allein, ohne Hilfe, ohne Labung, und nur der Tod war die erschlafften Hände des Sterbenden, tüßte sie und den richters Vater in die Flammen geworfen hatte, und bis bei ihm, begriffen in seinem traurigen Geschäft. Das Gesicht bleichen Mund unter Thränen und Schluchzen und stieß an seinen Tod nicht wegbringen konnte von seinem Kopf- hatte schon beinahe die Züge angenommen, die der alte von Beit zu Zeit ein Geschrei und eine laute Klage aus, tissen, wie er oft dem Sohne mit bitterlicher Reue geklagt. Arzt Hippokrates als die letzten bezeichnet; die Brust hob die man im Munde des Weibes, aber nicht auf den Lippen Wer weiß," seufzte der betrübte Richter, wer sich ängstlich und keuchend, weil in ihr das Leben sich sträubte des alternden Mannes erwartet haben würde. weiß, ob nicht von jener unbesonnenen gräulichen That das gegen das Erlöschen, während schon die Glieder regungs- ungestüm dieses Auftritts, welchem der Oberstrichter mit Unheil ausgebrütet wurde, das mich und die Meinen schon los ruhten, unvermögend, den armseligen Wasserkrug, der Thränen im Auge entfloh, um nach dem Hause seiner betraf? Wer weiß, welch gräßliches Verhängniß meiner zu Haupten des Bettes stand, an die fiebertsch zitternden eigenen Trauer zu kehren, und zu überlegen, was ferner noch im schwachen Alter wartet, wenn ich nicht vergüte, Lippen des Sterbenden zu bringen. Der Oberstrichter er zu thun sei, banerte eine gute Weile hindurch, und Jochai was in meiner Wacht steht?"-Diesen trübsinnigen Ge- wies diesen Dienst dem Sterbenden, er unterstützte deffen schien diese heftigen Schmerzäußerungen als den schuldigen banten nachhängend, kämpfte der Oberstrichter lange mit Haupt, und sprach sanfte Worte zu ihm. Das Labfal der Tribut der findlichen Liebe hinzunehmen. Endlich verdem wilden Vorurtheil, riß sich alsdann männlich empor, fühlenden Tropfen und der milden Rede rief den Ent stummte jedoch der allzulaufe Jammer in ängstliches und begab sich mit einer Haft, als möchte es im nächsten schlummernden zur Besinnung zurück, und die ftarren Augen Stöhnen, und auch dieses hörte auf, da Ben David das be= Augenblicke schon zu spät sein, zum Thurme, in welchem belebten sich wieder und fahen in der feindlichen Amts- fümmerte Auge auf Jochais erlöschendes richtete, gleichsam Ben David und sein Vater schmachteten. Der Wächter tracht einen Menschen an dem Bette des Todes stehen, als wolle er die Augenblicke zählen, die noch dem Der Greis begann nun mit zog achfelzuckend ein langes Gesicht, da der ehrfame Herr Der hochgelobte Gott folt Guch vergelten," sprach der Sterbenden übrig blieben. nach dem alten Jochai fragte." Mit ihm wird's wohl am Greis, welcher den Oberstrichter gar wohl erkannte, mich brechender Stimme ein Gebet zu murmeln, in welches der längsten gedauert haben," brummte der rohe Mensch seit hat überfallen die elende Zeit, da uns der Herr hinweg- Sohn einstimmte, und das bald beendigt war. Nun sprach gestern Abend hat's ihn angefallen, wie ein tödtlich Gebreste, gehen heißt aus dem Leben und Versöhnung befiehlt mit Ben David trostlos und zögernd: Raaf! wirst Du mich und mein Schwager, der Scherer am Liebfrauenberge, der dem Feinde." Auch unser Gott nicht minder will Ver- fegnent, bevor Du hinweggehst, oder wird mein Name ver den Alten gesehen, meint, es gehe mit der Judenseele zu söhnung im Sterben," entgegnete der Richter mit trübem flucht sein von Dir? Raaf! Du haft mit gegeben das Leben, Ende." Der Oberstrichter entsetzte sich, ohne jedoch ein Blicke und dumpfer Stimme: Vergieb meiner Pflicht, was und ich habe Dir gegeben den Tod; ach! es ist wahr ges Wort des Mitleids vor den Ohren des Kerfermeisters zu ich Dir Böses gethan, und fluche meinem Namen nicht." worden, was Du gesagt haft in Weisheit. Du stirbst hin wagen. Hat man denn dem alten Manne keine Hilfe ge- Da sei Gott vor," redete Jochai,„ daß ich fluche dem, in edomitischen Banden, und ich habe es verfchuldet, daß reicht?" fragte er fast gleichgiltig." I wozu, ehrbarer der meinen Mund genetzt hat mit fühlem Wasser. Ge- Dein Angesicht bleich wird außer Israel und den Hütten Herr?" fragte der Wächter entgegen: Das Gesindel be- nommen sei von Euch jeglicher Fehl und das Vergehen Jakobs!" Sohn!" entgegnete Jochai sanft: So Du mir darf keiner Arznei. Der Teufel hilft seinen Jungen ohne Eures Baters, denn ich fann Euch vergeben für Ifrael, hättest Gift gegossen in den Leib, würde ich Dir doch verhin, wenn sie nicht sterben sollen, und der alte Schelm doch nicht für den gebenedeiten Gott, welcher Edom verzeihen, nun ich sterbe, denn wir werden doch theilen bas von hundert Jahren fährt auch geradezu in die Flammen; banimt hat zum Feuer. Ich will aber bitten für Euch im Paradies mit den verderbten Kindern, da wir ihnen nicht so hat der hochwürdige Pater Reinhold gesagt, der erst vor Thale Josaphat, so Ihr mir gewähren wollt zwei Bitten." entziehen das Erbtheil dieser Welt?*) Aber Du bist nicht turgem hinwegging. Der verfluchte Handelsfude hat sich Sprich!" erwiderte der Oberstrichter. Jaget ben gewesen die Schlange der Wildniß, und weil mich der nicht befehren wollen, und der Pater versichert, daß ihm Pfaffen von meinem Lager," versetzte der Sterbende weh- Herr geschlagen hat mit Schwäche und Blödheit da ich angst und bang bet dem Sünder geworden sei: dermaßen müthig: seine Götter sind mir ein Gräuel des Baal, und lebte, so hat er mir verliehen Gewalt und Kraft vor dem habe der Teufel, der in ihm fißt, geschnauft und gefaucht weil kein Rabbi stehen kann zu meiner Seite und keiner Tode. und geknurret, so oft der Pfaffe mit Gebet und Beschwö- von den Freunden, so will ich sein allein mit dem Engel, rung angesetzt." Ist denn der Sohn bei dem Sterben der da bringt das Ende." Der Oberstrichter nicte, und den?" fragte der Richter, und der Wächter schüttelte den der Alte fuhr fort: Sehen möchte ich noch den Sohn, " " " " 1 " ( Fortsetzung folgt.) *) Die jüdische Lehre verbietet, ein Kind zu enterben, aus Kopf. Das Kopfschütteln begann wieder, als er den Be- meinen Bechor, und dessen Tochter, die arme Esther."-welchen Gründe es auch geschehen möchte. Weg, die Frage zu lösen. Die Alternative eines falul- tcüiven Gesetzes sei nur dann möglich, wenn eine Bürg- schafl dafür vorhanden sei, daß beide Theile es loyal durch. führen. Die irischen Deputirten hätten sich bereit erklärt, den Grundbesitzern entgegenzukommen, wenn sie die Sicher- heit hätten, daß die Grundbesitzer loyal handelten. Das Haus habe jetzt Gelegenheit, der öffentlichen Meinung in Irland ein Zugeständniß zu machen; diese Gelegenheit dürfte nicht wiederkehren oder doch nicht unter gleich günstigen Verhältnissen wiederkehren. Das Oberhaus stehe daher vor einer großen Verantwortlichkeit. Lord Balfour of Burleigh, einer der Führer der konservativen Lords, beantragt, die Vorlage zu verwerfen.— Gegen die Anarchisten macht Herr Crispi Gesetze und gegen die Soziali st en wird er sie anwenden. Dies behaupteten wir von Anfang an und die Thatsachen bestätigen nur zu schnell unsere Vermuthungen. Jetzt wurde der für den 5. d. M. nach Carpi bei Wtodena ein- berufene Kongreß aller der„Sozialistischen Arbeiterparrei in Italien" angehörenden Vereine der Provinz Emilia angesagt. Der Präfekt von Modena hat unter Berufung auf ältere Polizeigesetze und die neuen Bestimmungen über Versamm- lungen, die die öffentliche Ruhe und Ordnung bedrohen, die Abhaltung des Kongresses verboten. Natürlich bestreiten die Sozialisten, daß ihr Kongreß eine Gefahr für Ordnung und Ruhe bedeute, und sie haben folgenden, von den Abgeordneten Prampolini und Agnini und dem Ausschußmitglied Gabriui unterzeichneten Einspruch erlassen: „Der Kongreß der Vereine der Emilia, die der„Sozia- liftischen Arbeiterpartei" angehören, ist durch den Präfekten von Modena untersagt worden. Dieser Herr, der unser Programm verleumdet, indem er daraus den Artikel ö des Gesetzes vom 19. Juli 1S94 anwendet, hat in brutaler Manier die Vertreter der Vereine gehindert, sich öffentlich oder im geheimen zu ver- sammeln. Wir enthalten uns des Einspruchs gegen diese neue Erscheinung des Klassenhasses. Aber wir weisen vor aller Welt oarauf hin, daß die Erklärung unserer Partei, die im Parla- meute und in den Blättern die schlecht verhehlte Tücke der Aus- nahmegesetze, die gegen die sozialistischen Vereine gerichtet sind, aufgedeckt hat, schon jetzt ihre Bestätigung erfährt, bevor noch der Widerhall der Regierungs- und Kammererklärungen ver- klungen ist, nach deren ausdrücklichen Versicherungen die Grund- sähe und Verfahrungsweisen der sozialistischen Arbeiterpartei, die vor versammeltem Parlamente betont worden sind, von der An- ivendling der erwähnten Gesetze nichts zu befürchten haben sollten. Wir erhebe» gegen die Verfügung des Präfekten von Modena keinen Einspruch, weil wir daran denken, daß dem Untergange jeder Tyrannei der Triumph der unverschämten und unsinnigen Willkür voraufgehe." DaS bulgarische Parlament wurde aufgelöst und die Neu- wählen auf den 23. September festgesetzt. Jedenfalls wird durch den üblichen Wahldruck die am Ruber befindliche Gesellschaft eine ebenso erdrückende Parlamentsmajorität gewinnen, wie dies früher Etambulow gelungen ist.— Die Zollreform in den VereinigtenfStaaten scheint nun doch endlich zu einem vorläufigen Abschluß kommen zu sollen. Eine Reihe von Zöllen sind ermäßigt und so die Schärf« der Mac Kinley-Bill wenigstens einigermaßen ge- mildert worden. Aus Washington, dem Sitze der parla- mentarischcn Körperschaften der Vereinigten Staaten, liegen heute die folgenden Meldungen vor: Washington, 13. August. Die vom Senate angenommene Tarisbill führt erhebliche Herabsetzungen der Zölle ad valorew ein auf Fayencen, Glaswaaren, Eisen, Stahl, Weißblech, Schraubengewinde, Blei in Platten, Nickel, Baumwollen, Wollen- waaren. Der Gesetzentwurf läßt die Zollfreiheit zu für nicht gewalzte Kupferplatten, Bindfaden, Gemälde und Skulpturen. Ferner setzt der Gesetzentwurf fest, daß roher Zucker 40 pCt. ad valorem zahlen soll. Zucker über 16 pCt. holländischen Standard bezahlt Vs pCt. Zuschlagszoll, und aus Ländern, welche Prämien zahlen, Vm» pCt. Zuschlag; geschnittene nicht gefaßte Edelsteine sollen LS pCt. Zoll zahlen, gefaßte 30 pCt., nicht geschnittene 10 pCt. Wolle soll zollfrei bleiben; der Zoll für Weißblech be« trägt IVis Cents pro Pfund und tritt am I. Oktober in Kraft. Washington, 18. August. Die demokratischen Mitglieder des Repräsentantenhauses beschloffen bei Annahme der Resolution zu Gunsten der Tarifbill, wie sie von dem Senate angenommen ist, gleichzeitig in dem Repräsentantenhause neue Vorschläge be- treffs der Zollfreiheit für Zucker, Eisenerze und Kohlen einzu- bringen. Das Repräsentantenhaus nahm Abends die Tarifbill in der vom Senat beschlossene» Fassung mit 132 gegen 10b Stimmen an und genehmigte ebenfalls mit 160 gegen 104 Stimmen die Zollfreiheit für Kohle. Ferner wurde mit 1L3 gegen 102 Stim- men die Zollfreiheit für Eisenerze beschlossen. Washington, 13. August. Das Repräsentantenhaus nahm im weiteren Verlauf der Sitzung mit 276 gegen 11 Stimmen einen Antrag auf Zollfreiheit für Zucker an und vertagte sich sodänn aus Mittwoch. Ein südaftiranischer Krieg scheint wieder zu drohen. Nach einer Meldung des„Reuter'schen Bureaus" aus Pretoria haben nämlich die Kaffern im Norden von Transvaal sich empört, den Weg nach Murchison blockirt, die Besihthümer der Farmer verbrannt Und sich des in denselben befindliche» Viehes bemäch- tigt; gegenwärtig belagern die Kaffern die Regierungsgebäude in Agatha, in welche sich die Einwohner geflüchtet haben; es sind Truppen zur Hilfeleistung dorthin abgegangen.— paefetnatfieiiftlen. Parteikonferenz. Der Landesvorstand der württembergischen Sozialdemokratie ladet zur diesjährigen Landesversammluna ein. Dieselbe soll am 23. September im Saale der Arbeiterhalle in Stuttgart stattfinden. Die vorläufige Tagesordnung lautet: 1. Thätigkeits- und Kassenbericht des Landesvorstandes und Be- richt der Revisoren. 2. Bericht über das Parteiorgan. 3. Orga- nisations- und Agitations- Antröge. 4. Neuwahl des Landes- Vorstandes, ö. Verschiedenes. Herr Dr. Brnno Wille/der erst letzthin in der biSmarck- tollen und für die russische Knute schwärmenden„Zukunft" des Herrn Harden gegen die Staatsknechtschaft des Sozialismus wetterte und im Gegensatz dazu der„vielgeschmähten" Bourgeoisie „seine Bildung und Sinn für persönliche Unabhängigkeit" nach- rühmte, hält sich zur Zeit im Rheinland auf, wo er es nicht verschmäht, stch von den„Staatsknechten" Versammlungen amngimt zu lassen und deren Unterstützung auch sonst in An- sprnch zu nehmen. Unser von dem Genossen Lütgenau redigirteS Partci-Oraan. die„Rh.-Wcstf. Arb.-Ztg." widmet diesen Bor- gängen folgende» uns sehr angebracht erscheinende Zeilen: „In unserem Elberfelder Partei-Organ, der„Freien Presse", finden wir einen eine volle Spalte füllenden Bericht über«inen in Elberfeld von Dr. Bruno Wille gehaltenen Vortrag. Der Vortrag ist in einer öffentlichen Versammlung gehalten worden, zu deren Gunsten die Sitzung des sozialdemo- rratischen Volksvereins ausfiel. Der Vortrag bestand nach dem Bericht von Anfang bis Ende anS so öden Gemeinplätzen, und daneben einigen argen Dummheiten, daß wir weder begreisen, wie der Redner ohne eine scharfe Kritik davon- kommen koNNte, noch warum der Vorfrag einer so ausführlichen Wiedergabe gewürdigt worden ist. Auch fällt uns auf, daß Herr Wille vor Sozialdemokraten die Angriffe, die er vor einem bürger- lichen Versammlungs- oder Lesepublikum gegen unsere Partei zu richten pflegt, muthig unterläßt, sich vielmehr als einen Freund unserer Partei aufspielt."— Aus einer der letzten Nummern des Solinger Parteiorgans ersehen wir. daß Herr Dr. Wille auch in Wald, Bockert und Solmgen sprechen wird. Dagegen wäre nun an sich gewiß nichts einzuwenden, daß aber das genannte Parteiblatt für die Vorträge eines Mannes Reklame macht, der im offen ausgesprochenen Gegensatz zur Partei sich befindet und Hand in Hand mit Werner und Konsorten seinerzeit die Partei zu sprengen versuchte, das kann nicht ungerügt bleiben. Man sollte auch in Solingen wissen, daß es nicht angeht, zwei Herren zu dienen. Parteifinanzen. In einer* Parteiversammlung in Viele- f e l d wurde beschlossen, den, Bausonds der„Volkswacht" 400 M. zu überweifen. Der Geschäftsführer der„Volksivacht" brachte die Abrechnung über den Bau, soweit die Rechnungen vorlagen, zur Verlesung. Danach beziffern sich die Baukosten inkl. Platz, Straßenbau und den noch anzubringenden Putz auf 38 000 M. in runder Summe. Ursprünglich war das Unternehmen mit 24 000 M. veranschlagt. Die Mehrkosten sind entstanden, daß theilweise vom ersten Bauprojekt abgewichen wurde und durch die Straßenbaukosten, welche allein die Summe von 2400 M. ausmachen. »« Ueber die Neaktionsgeliiste unter dem Deckmantel der Bekämpfung„revolutionärer Bestrebungen" schreibt die„Frank- furter Zeitung", indem sie an die Süddeutschen appellirt, auf der Wacht zu sein:„In Bayern machen sich bereits Strömungen be- merkbar, die ähnlich wie in Preußen auf eine Einschränkung der Versammlungs- und Vereinsfreiheit hinzielen, einstweilen durch das Mittel der Gesetzesauslegung, wobei sogar„freisinnige" Magistrate munter assistire». Württemberg hat ebenfalls einen Erlaß über die„beste" Bekämpfung der Sozialdemokratie heraus- gegeben, der aber bislang nur die Unklarheit in den Köpfen einiger„Lebenslänglicher" vermehrt Und der Sozialdemokratie keinen Abbruch gethan hat. Roch unwirksamer im Guten, aber auch wirksamer für die Sozialdemokratie erwies sich die Unterdrückung ihres Organs in Elsaß-Lothringen. Nach diesen Beispielen scheint man nun auch in Baden nicht mehr zurück- bleiben zu wollen, wie die Anklage gegen die Mannheimer„Volks- stimme" und die schleunige Verhaftung ihres �iedakteurs, wie ihrer Direktoren unier der Anklage der Vorbereitung zum Hoch- verrath beweist.— Fassen wir diese Erscheinungen in das Auge, vergleichen wir sie mit denen in Sachsen, so wird es jedem klar sein, daß die Reaktion ihr Haupt erhebt und das bischen deutsche Freiheit ganz zu unterdrücken bemüht ist. Seien wir daher wachsam. Bauer und Sozialdemokrat. Der„antikollektivistische Bauernschädel" wird zum Entsetzen des Ordnungsbreies immer mehr zur Legende. Mit Schaudern müssen die bürgerlichen Parteien gewahren, daß ihre„geistigen Waffen" versagen und daß unsere Landagitatoren mit wachsendem Entgegenkommen von der Landbevölkerung empfange» werden. Gegenwärtig macht in der süddeutschen Parteipresse ein Artikel die Runde, der von einem„praktischen Landwirth" geschrieben ist. Der Verfasser sagt von sich, daß er durch allerlei Zufälle zum Studium iozia- listischer Schriften veranlaßt worden sei und daß er sich aus„vollster Ueberzeugung" dersozialdemokratischen Partei angeschlossen habe. In längeren Ausführungen entrollt er ein Bild von der Nothlage der kleinen Bauern und kommt zudem Schluß, daß nur die Sozialdemo- kratie diese endgiltig beseitigen werde. Aber auch der zweite Theil des Programms, der die Forderungen enthält, die unsere Partei an die h e u t i g e Gesellschaft stellt und die in derselben auch bereits zu verwirklichen sind, ist nach ihm bei der Land« agitation sehr gut auszunutzen. Ueber diesen Theil schreibt der Landwirth: „Der zweite Theil des sozialdemokratischen Programms ent- hält so Vieles, was den Bauern mit einigen Bemerkungen klar zu machen ist, daß dieses geschehen sollte, um ihm zu beweisen. daß keine Partei so folgerichtig und zielbewußt für das gesammte darniedergedrückte Volk eintritt, als die Sozialdemokratie. Ich will nur erwähnen die Punkte: Allgemeines Wahl- und Stimmrecht«. Gesetzgebung durch das Volk, Selbstverwaltung in Reich, Staat, Provinz und Ge- meinde. Erziehung zur allgemeinen Wehrhaftigkeit(also Ab- schaffung des Militarismus!) k. Erklärung der Religion als Privatsache, so daß die Geistlichen nichts mehr in die Politik hineinzureden haben oder vielmehr das Christenthum nicht zur Unterdrückung des Volkswohles gemtßbraucht werden kann). Die Unentgeltlichkeit des Unterrichts u. s. w. Die Unentgeltkichkett der Rechtspflege und des Recktsbetstandes. Rechtsprechung durch vom Volk gewählte Richter(und picht durch ge> lehrte Juristen, die von den Bedürfnissen und Leiden des Volkes nichts wissen). Unentgeltlichkeit ver ärztlichen Hilfeleistung einschließlich der Geburtshilfe und der Heilmittel. Unentgeltlich- keit der Todtenbestattung. Wie schwer es dem Bauer z. B. wird, die Mittel für Doktor und Apotheker zu beschaffen und weswegen er oft erst den um- ständlichen Weg zum Doktor macht, wenn es schon zu spät ist, das weiß Jeder, der die Verhältnisse auf dem Lande kennt. Solche Forderungen verfechtet aber nur die Sozialdemokratie, und muß sich auch befleißigen, sie dem Bauernvolke klar zu mache» in einem volksthümlich ohne Fremdwörter verfaßten Schristchcn und in nicht zu kleinem Druck, wenn er Winters bei seiner schlechten Lampe liest, von dem kleinen Druck nichts wissen will. Wenn die Landleute erst alle wüßten, was die Sozialdemokraten eigentlich wollen, so würden sie sich nicht wehr von den Geistlichen verhetzen lassen, sondern in noch viel größerer Zahl wie bisher in daS Lager der Sozialdemokratie übergehen." Dänische Partclfiiianze».' Der Baseler„Borwärts" veröffentlicht folgende erfreuliche Berichtigung: In unseren, Stluationsbericht über Dänemark findet sich die Bemerkung, daß das Zentralorgan der dänischen Sozialdemokratie einen jährlicken Ueberschuß von 16—17 000 Kronen abwerfe. Genosse Olfen- Kopenhagen macht UNS darauf aufmerksam, daß wir ihn insofern mißverstanden haben, als der jährliche Reingewinn dieses Zeitungs-UnternehmenS nicht 16—17 000, sondern 60—70 000 Kronen beträgt. • �* Polizeiliches, Gerichtliche»»c. — Genosse Hülle Erfurt, Redakteur der„Thür. Tribüne", ist am Sonnabend ans dem Gefängniß entlassen worden, nachdem er 3Vg Monate als PreßsüNder dort geschmachtet hatte Hülle hat außerdem noch 6 Monate und sein Mitredakteur G ü l d e n- b e r g 4Va Monate Gesäugniß zu verbüßen. — In Gera wurde Genosse Leven, Redakteur der „Reuß. Tribüne" wegen Beleidigung in drei Fällen zu b Mo- naten Gefängniß verurtheilt. — Genosse P i st o r i u s- M a g d e b u r g hat mit gestrigem Tage seine vierwöchentliche Gesängnißstrafe in Gommern an- getreten., �. — Eine Freisprechung in Sachsen. Wegen Vergehens wider gß 17 und 18 des Preßgesetzes stand Redakteur Emil R o s e n o w vor dem Schöffengericht zu Chemnitz. Vier Mitglieder des Turnvereins zu Markersdorf waren wegen unbefugter Erlheilung von Turnunterricht an Schulkinder zu 10 Mark Strafe von der Aintshauptmannschast verurtheilt worden, welche Verfügung der„Beobachter" wörtlich abgedruckt hatte. Die AmtshauptmanNschast betrachtete ihre Verfügung als den Theil eines Strafprozesses, vermuthlich weil später die Bs- straften gerichtlichen Entscheid beantragt hatten. Sie übergab die Sache der Staatsanwaltschaft, welche auf Grund genannter Paragraphen Anklage erhob. Der Angeklagte bezog sich vor Gericht u. a. auf Landgerichtsdirektor Mangold in Dresden, der in seinen Anmerkungen zum Preßgesetz ausführt, daß der Straf- prozeß erst mit der Uebersendung der Akten an die Staats- anwaltschnft beginnt und war der Meinung, die Verfügung der Amtshauptmannschaft sei unter Gerichtsbeschlüsse, Theile eines Strafprozesses w. nicht zu rechnen. Nach ziemlich langer Be- rathung trat das Schöffengericht dieser Anschauung bei und sprach Rosenow frei. — In Z w i ck a u wurde das zum 12. Angnst geplant ge- wesene Stiftungsfest des Berg- und Hüttenarbeiter- Verbandes verboten. Während des Sozialistengesetzes hat der Verein das Fest stets unbehelligt abhalten können, unterm gemeinen Recht wird es verboten.— In derselben Stadt bestand seit stebenund- zwanzig Jahren der Gesangverein„Sängerlust". Auch unter dem Sozialistengesetz schmetterte er seine Lieder. Jetzt, unterm„neuen Kurs", bat man ihn aufgelöst. — Verboten wurde eine in Reichenau b. Zittau ein- berufene Versammlung, in welcher der Reichstags- Abgeordnete S e i f f e r t sprechen sollte. Man hatte die Anmeldung nur bei der Ortspolizei bewirkt, währenddem es nach der neuesten Praxis in Sachsen bei der Anitshau�tmannschäft zu ge- schehen hat. Sszials llclicfltdjt. Die Auflöfmtg des Konsumvereins rheinisch-west- fälischer Bergleute„Glückaus" ist am letzten Sonntag in einer Generalversammlung beschlossen worden. An Vermögen (Waaren, Inventar und Außenstände») sind im Ganzen 44 602,60 Mark vorhanden, an Schulden 21 117,87 Mark, so daß die Mit- glicder durch die Liquidation einen finanziellen Schaden nicht haben werden. Es wurde konstatirt. daß dem Verein durch die verdächtigende» Notizen der bürgerlichen Presse der Kredit ab- geschnitten worden ist. Der Konsumverein ist todt, die Berg- arbeiterbewegung wird darum nicht untergehen. Zu Gnnsten der Abkürzung der Arbeitszeit spricht sich der Gewerbeaufsichtsbeamte für U n t e r- E l f a ß in seinem 1893er Jahresbericht wie folgt aus: Im Jahresbericht für 1891 wurden einige Erhebungen über den günstigen Erfolg der Einführung einer um Vis verkürzten Arbeitszeit angeführt. Seitdem ist i» einigen Betrieben, welche unter ihrer Belegschaft einen erheblichen Prozentsatz von Arbeiterinnen habe», die elf- stündige Arbeitszeit für alle Erwachsenen eingeführt worden, und damit Gelegenheit zu weiteren Erfahrungen gegeben. Heute liegt nun das zahlenmäßige Ergebniß der Er- sahrungen aus einer großen Baumwollweberei vor. Die- selbe schränkte mit dem 1. April 1392 die Arbeitszeit allgemein von 12 auf 11 Stunden ein, dabei blieb die Leitung der Fabrik in den gleichen Händen, die Webstühle und deren Ganggeschwindigkeit, die Fabrikate, abgesehen von der Berwen- dung festerer Garne, und die zugehörigen Akkordsätze wurden nicht verändert; gleichwohl stellte sich keine Verminderung, sondern eine Vergrößerung der Produktion bei gleichbleibender, zum Theil er- höhter Güte der Arbeit heraus; die Leistung der Arbeiter war in Folge der Verkürzung der Arbeitszeit gestiegen. Im sächsische» BergwerkSbetriebe wurden im Jahre 1892 bei dein Erzbergbau 6880 Beamte und Arbeiter, bei dem Steinkohlen-Bergbau 21 0SS Männer Und 432 Frauen und bei dem Braunkohlen- Bergbau 2392 Männer und 144 Frauen be- schäftigt. Gruben waren im Betriebe bei dem Erzbergbau 101. im Steinkohlen-Bergbau 38 und im Braunkohlen- Bergbau 114. Das gesammte Ausbringen dieser Gruben betrug o 139 273 Tonnen im Werthe von 47 554 823 M., davon kommen 39 753 672 M. ans Steinkohlen und Anthrazite. 5 097 412 M. ans die Erzeugnisse des Erzbergbaues und 2 698 729 M. aus diejenigen des Braunkohlen-Bergbaues. PsrtmrmastregeliiNg? Es bestätigt sich, daß der Pfarrer Naumann, der durch seine ziemlich vern!i»ftix;cn Ansichten über die Arbeiterfrage vortheilhaft von dem Gros seiner Kollegen absticht, vom Konsistorium z» Frank furt a. M.«inen Ver- weis erhalten hat. Ein anderer Pfarrer, Herr Battenberg, ist ebenfalls mit einem Verweis bedacht worden.— Geschieht ihnen schon recht, warum hegen sie die sträfliche Ansicht, die Kirche habe ander« Pflichten, als die, das Boll in„Zufriedenheit" zu er- halten. Naturärzte. Die Zulassung von Naturheilkundigen be- treffend ist den eingeschriebenen Hilfskassen in Dresden fol- gende Verordnung des kgl. sächssschen Ministeriums des Innern durch den Rath der Stadt zugegangen: Nach der Verordnung des kgl. Ministeriums des Innern vom 24. März ds. Js. ist der in§ 6 Absatz 1 Ziffer 1 des Krankenversicherungs- Gesetzes vom 15. Juni 1693 erwähnten„ärztlichen Behandlung" die Behand- lung durch einen approbirten Arzt zu verstehen. Die Versicherten können daher jedenfalls im Erkrankungsfalle die Behandlung durch eine» approbirten Arzt und— ohne ausdrückliche Zustim- munß des Kassenvorstandes— keine andere als solche verlangen. Die Krankenlasse ist aber auch verpflichtet, den Versicherten die Behandlung durch einen approbirten Arzt zu gewähren. Dagegen ist es mit dem Krankenversichcrungs-Gesehe ver- träglich, daß Versickerte in einzelnen besonderen Ausnahmefällen mit Genehmigung veS Kassenvorständes iinter Verzicht auf die Behandlung durch einen approbirten Arzt an eine» Nichtarzt sich wenden können, und daß der Krankenkasse nnverwehrt sein muß, solchenfalls auch die Koste» des Heilverfahrens zu übernehmen. Hierbei muß selbstverüttndlich dem Kassenvorstande bezw. der Kassenverwaltung daS Recht vorbehalten bleiben, in Fällen, wo es die Art der Krankheit erfordert, auch gegen den Willen des Ver- sicherten die Behandlung durch einen approbirten Arzt bezw. durch einen Tpezialarzt vorzuschreiben. Aus dem Vorstehende» ergiebt sich, daß es unzulässig sein würde, wenn eine Krankenkasse lediglich sogenannter Sinturheilkundiger für die Behandlung erkrankter Versicherter sich bedienen wollte. Aber auch die Gleichstellung von approbirten Aerzten und sogenannten Naturheilkundigen rücksichtlich ihrer Betheiligung an den Kassenangelegenheiten ist unstatthaft. Es müssen insbesondere den approbirten Aerzten gewisse a»toritäre Befngntsse(Ze»gnißerlhei. lung, Gutachten über die Nothwendigkeit von Krankenpflege jc.) vorbehalten werden. Endlich verbietet es sich schon nach der Be- stimmung in K 147 Absah 1 Ziffer 3 der Gewerbe- Ordnung, wen» die Krankenkasse eine nicht approbirte Person unter der ausdrücklichen Bezeichnung als Kassenarzt anstellen wollte. Bei Mittheilung hiervon eröffnen wir den, Kassenvorstand, daß die ausschließliche oder überwiegende Behandlung der Vir- sicherten durch Naturheilkundige(Nichtärzte), sowie die Anerken- nung der von diese» über den Gesundheitszustand, die Erwerbs- fähigkeit oder-Unfähigkeit der Versicherten ausgestellten Zeugnisse Bestrafung nach sich zieht. Die Regelung der Arbeitszeit in Rnstlnnd. Die Ge- sellschaft zur Förderung des russischen Handels und der Industrie wird in kurzer Zeit dem Finanzministerinm einen von ihr anS- gearbeiteten Gesetzentwurf vorlege», welcher die Nachtarbeit in allen Betrieben, außer denjenigen, wo die Technik es erheischt, verbieten soll. Die Arbeitszeil soll ferner nicht länger als zehn Stunden für Bergwerte, Ii Stunden für Eisen-, Metall- und ähnliche Betriebe. 12 Stunden für alle übrigen Gewerke be- tragen dürfen, wobei die mit eingerechnste Mittagszeit nicht weniger als eine Stunde danern darf. Sollten sich im Lauf von 5 Jahren diese Maßnahmen bewähren unt so wohl aus die Ar- beiter eine gute Wirkung ausüben, wie ai ch für die Industrie ohne Schaden durchgeführt werden können, so empfiehlt der Ent- wurs eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit um eine Stund«. " " " Die Fabrikbefizer Petersburg's und Moskau's find die Lokalfommission von Tempelhof Bericht über die dortigen| Nach reger Diskussion, in der hauptsächlich die Unterstüßungs jetzt bemüht, die ihnen von der Fabrikgesetzgebung auferlegten Lokalverhältnisse. Die Sperre über das Käthner'sche Lokal, frage der noch 25 Ausständigen ventilirt wurde, und der Bes Pflichten von sich abzuwälzen. Sie gründen nämlich zu diesem Berlinerstr. 33, wurde aufgehoben. Folgende Resolution gelangte schluß der Neuner- Kommission mitgetheilt war, ein Flugblatt in Zwecke einen Verband der Fabrikbesizer und Industriellen für zur Annahme:" Da der Inhaber des Restaurants zum Wilhelms- nächster Woche zur Vertheilung gelangen zu laffen, nahm man gegenseitige Unfallversicherung ihrer Arbeiter und Angestellten". garten"( früher Nieke) sich fortgesetzt weigert, feinen Saal zu einstimmig eine Resolution an, laut welcher die Versammlung Der Verband beginnt seine Thätigkeit, sobald sich 20 Mitglieder öffentlichen Volksversammlungen herzugeben, verpflichten sich die sich verpflichtete, für moralische und materielle Unterſtügung der zusammengefunden, die nicht weniger als 15 000 Arbeiter und Anwesenden, energisch darauf hinzuwirken, daß das Lotal von Streifenden zu sorgen, bis der Sieg errungen ist. Kritisch bes Angestellte zu versichern haben. Der Verband bezweckt, seinen allen Parteigenossen gemieden wird. Ferner verpflichten sich die sprochen wurde dann noch der Rechenschaftsbericht der Gewerk Mitgliedern alle Verluste, die aus den Verpflichtungen, welche ihnen Anwesenden, während der Dauer des Bierboykotts feinen Tropfen schaftskommission. Ferner entspann sich eine lebhaftere Debatte das Gesetz für Unfall- und Lebensversicherung ihrer Arbeiter auferlegt, Ringbier zu trinken, auch in denjenigen Lokalen, wo solches ver- über die Zustände in der Fabrik Rosenthal u. Groß. Es wurde entstehen, zu decken und dadurch 1. eine bessere Sicherung der Ar- zapft wird, überhaupt nicht zu verkehren. beantragt, da sich der bisherige Arbeiterausschuß dortselbst nicht beiter- Interessen zu erreichen und 2. durch gegenseitige Hilfe das gre bewährt habe, an dessen Stelle einen neuen Ausschuß zu In einer öffentlichen Versammlung der Schiffer, Risiko der Arbeitgeber zu vermindern. Mitglied des Verbandes kann jeder Unternehmer oder Vertreter eines solchen werden, der welche am 9. d. M. in Reichert's Saal in der Müllerstraße statt- wählen, der diese Angelegenheit eingehend zu untersuchen habe. nicht minder als 50 Arbeiter beschäftigt. Ausnahmsweise können fand, referirte Genosse P. Jahn über die Organisationsfrage, Eine Studie über die Nationalhymnen, welche von einer mit welcher sich die Schiffer schon seit längerer Zeit beschäftigen, englischen Beitschrift veröffentlicht wird, stellt fest, daß eine Annach Beschluß der Generalversammlung auch Unternehmer, die weniger als 50 Arbeiter beschäftigen, im Verbande aufgenommen aber besonders durch die sauberen Machenschaften des bekannten zahl von fogen. Nationalhymnen mehr als Berherrlichungen der werden. Der Verband übernimmt die ganze Verantwortlichkeit Herrn Louis Gunow gründlich auf den Holzweg und infolge Fürsten anzusehen sind, die natürlich im Zeitalter des Absoluseiner Mitglieder sowohl dem Gesetze wie auch den Arbeitern ihrer Unterschrift unter den bereits von Genossen Bebel in tismus fich den Wahnsinn leisten konnten, sich mit der Nation, gegenüber, mit denen er jedes Mal, wenn nöthig, unmittelbar würdiger Weise gekennzeichneten Revers" recht oft in den Ge- mit dem Staat, zu identifiziren. Dahin gehören die National richtssaal gekommen sind. Es sei endlich an der hymnen Englands, Desterreichs, Dänemarts, Portugals, Rußverhandelt. Er hat das Recht, das Risiko ganz oder theilweise Zeit, daß den Schiffern angesichts ihrer gegenwärtigen lands, Schwedens und es wäre ein Wunder, wenn es anders auf andere sowohl russische wie auch auswärtige Versicherungs- traurigen Geschäftslage, die eher eine Verschlechterung als Beffe- wäre auch das öde Heil Dir im Siegerfranz", das von den gesellschaften zu übertragen. Es versteht sich von selbst, daß unter den Verhältnissen, die rung erlennen läßt, die Augen aufgehen und sie erkennen, daß Byzantinern frech als Nationalhymne Preußens bezeichnet wird. in Rußland herrschen, ein solcher Verband eine höchst schädliche sie nur von der sozialdemokratischen Partei eine Aenderung der Wirklichen Nationalhymnen nähern sich die der VerStaaten von Nordamerika, die von Holland, Wirkung ausüben kann. Die Mitglieder der Gesellschaft werden wirthschaftlichen Verhältnisse zu erwarten haben. In der sehr einigten und Norwegen. Eine dritte Klasse bilden ihre Pflicht dem Gesetze und den Arbeitern gegenüber als erfüllt lebhaften Diskussion, an welcher sich die Genossen Wagner, Ungarn Wachbrot, Brachmann, Grunow, Moriß und die revolutionären Hymnen, wie die Brabançonné in Belgien", betrachten, wenn sie den Mitgliedsbeitrag entrichtet haben; Kleinschmidt betheiligten, wurden nicht nur die God save Ireland" und die Marseillaise, deren herrliche Melodie an eine Berbefferung der Arbeitsbedingungen und der Schutz- Bestrebungen der Sozialdemokratie, fowie die Nothwendig auch Millionen deutscher Arbeiter und Arbeiterinnen das Herz maßregeln, welche die Unglücksfälle so selten wie möglich in ihren feit der Organisation anerkannt, sondern namentlich Herrn höher schlagen macht. Für den literarischen Werth der monFabriken machen sollen, würden sie fein Interesse mehr haben. 2ouis Cunow gründlich der Text gelesen. Beim Durchlesen archischen Nationalhymnen" ist es bezeichnend, daß von einem Sorgt doch der Verband für ihr Risiko. Der Arbeiter aber, des nur auf seine Vortheile bedachten und mit aller Raffinirtheit großen Dichter nur die norwegische Nationalhymne„ Ja vi wenn er auch bei Unglücksfällen eine Entschädigung bekommt, hat von feiten Cunow's zusammengestellten Revers" weiß man Elster" ( Ja wir lieben dieses Land) stammt. Ihr doch viel mehr Interesse daran, vor Unglücksfällen möglichst ge- allerdings nicht, was man mehr bewundern oder bedauern foll: Verfasser ist Bjoernstjerne Bjoernson. Von einem großen schützt zu sein. Ein Verband der Unternehmer zur gegenseitigen die Geschicklichkeit" eines Gunow oder die Unbefangenheit Komponisten ist die österreichische Nationalhymne verfaßt, nämHilfe wäre noch erträglich, wenn der Mitgliedsbeitrag nicht nur der unterzeichnenden Kahnbesitzer und Schiffer. Andererseits wurde lich von Haydn. Die portugiesische Nationalhymne hat einen von der Größe des Unternehmens, sondern auch von den in den- der Rückgang und die Nothlage des Schiffergewerbes durch die Fürsten zum Verfasser nämlich Pedro I. von Brasilien, der am selben herrschenden Arbeitszuständen abhängig wäre. geradezu schauderhaft niedrigen Frachtfäße und die Konkurrenz Schlusse seines Lebens der Revolution in seinem Lande weichen Ser Gesellschaften, denen der Einzelne unterliegen muß, lebhaft mußte, und ein Wunder- so vernünftig war, einzusehen, daß betont, und durch eine am Schluß der Versammlung ein- das, was ihm in Brasilien geschehen, im Grunde ganz in der stimmig angenommene Resolution die Nothwendigkeit und Ordnung war. Gründung einer Organisation anerkannt und beschlossen. Bu diesem Zweck sollen in nächster Zeit weitere Versammlungen Schöneberg. Am 12. d. M. fand hierselbst eine öffentliche stattfinden. peli si pogodiste Agitationsversammlung für Maurer statt, in welcher Kollege Die Steinarbeiter beschäftigten sich in der am Sonntag Silberschmidt- Berlin in einem wirkungsvollen Vortrage die bei Deigmüller abgehaltenen Versammlung mit dem Streit in der Frage behandelte:„ Warum organisiren wir uns?" Am Schlusse Marmorwaarenfabrik von G. E. Kelch. Der Vertrauensmann empfahl Redner den Anschluß an den Zentralverband der Maurer Deutschlands. Nach einer im Einklange mit dem Referat bemerkte in seinem Bericht, daß durch die Wiederaufnahme der Arbeit seitens einzelner Kollegen der Streik ziemlich aussichtslos stehenden Debatte gab die Versammlung in einer einstimmig zur geworden sei; die Pläge der Steinmehen seien zum Theil, die der Annahme gelangten Resolution das Versprechen ab, sich dem Schleifer aber vollständig besetzt; die Firma sei daher in der Bentralverbande der Maurer Deutschlands anzuschließen. Lage, wenn auch mit großen Opfern, ihren Betrieb aufrecht zu erhalten. Von den Streifenden seien nur noch zwei auf die Unterstützung der Kollegen angewiesen. Man beschloß nach längerer Diskussion, die Frage, ob der Streit für beendet zu erklären sei, in der nächsten Bersammlung zur Entscheidung zu bringen; es soweit sie bekannt sind, der Deffentlichkeit zu übergeben; ge= nannt wurden: Rheinhardt, Schellam, Bovolat, Aumüller, Geier, Wagner, Anders, Fiedicke, Schallogani und Freskuro. Ueber die Statistik, und wie fie am besten zu handhaben sei, äußerte sich Buchmann, der hervorhob, wie andere Städte darin Bedeutendes leisten, während Berlin, der Vorort der Organisation, nachhinke. Zur Unterstützung des General- Amsterdam, 14. August. Hier tamen bisher 20 Cholerastatistikers wurde ein Kollege aus der Steinmeßbranche gewählt, fälle vor, von denen 9 tödtlich verliefen. die Schleifer werden in der nächsten Versammlung geeignete Vorschläge machen. Theilweise durch Nachlässigkeit der Arbeiter selber, zum Theil auch deshalb, weil die Innungsmeister in mehreren Fällen verhindert haben, daß ihre Arbeiter etwas davon erfuhren, ist die Betheiligung bei den Beerdigungen meist sehr mangelhaft gewesen; es wurde nun bestimmt, daß jeder fünfte Mann zur Theilnahme verpflichtet sei. Ueber die Frage, ob man das diesjährige Oktoberfest abhalten solle oder nicht, wurde des längeren debattirt, zu einem Beschluß fam es jedoch nicht. Gewerkschaftliches. An die Gewerkschaften Berlins! Die Arbeiter Berlins werden hierdurch nochmals auf die Kontrolle der Wählerlisten aufmerksam gemacht. Die Wählerlisten liegen nur noch bis zum Sonnabend, den 18. d. M., in folgenden Lokalen aus, und zwar in der Zeit von Abends 5-8 Uhr: 1. Jm Wahlbureau 2. In der Turnhalle 3. " 4. " 5. " 6. " 7. " 8. 9. " " Poftstr. 16, 2 Tr. Tempelhofer Ufer 2. Schmidstr. 38. Stalizerstr. 55/56. Strausbergerstr. 9. Gypstr. 28a. Kastanien- Allee 82. Pantstr. 7/8. Thurmstr. 86. Depeschen. 043 ( Wolff's Telegravhen- Bureau.) Alle Einwendungen gegen die Richtigkeit der Wählerlisten wurde aber für zweckmäßig erachtet, die Namen der Streitbrecher, Danzig, 14. Auguft. Der Polizeidirektor meldet: Bon den müssen bis spätestens Sonnabend, den 18. d. M., beim Magistrat angebracht werden. Versäume deshalb niemand, die Wählerlisten au tontrolliren. Der geschäftsführende Ausschuß ber Berliner Bewertschaftskommission. Achtung, Steinfeger! Die Steinsetzer in Köthen befinden fich in Streit. Es wird gebeten, den Zuzug fern zu halten. Aus dem Situationsbericht der Generalkommiffion. Die Direktion der Gera Greizer Kammgarnspinnerei in 3 wößen hat den streifenden Spinnerei- Arbeitern versprochen, Die Abtritte, deren Sigpläße sie hatte abreißen lassen, wieder in brauchbaren Zustand zu versetzen. Dagegen hat sie es abgelehnt, die Maßregelungen rückgängig zu machen. " Der Direktor erklärte, teine Brätitante" in seiner Fabrik dulden zu wollen und die Entlassungen seien nur aus diesem Grund erfolgt. Das Vorgehen der Fabrikanten richtet sich offenbar gegen den Textilarbeiter- Verband, dessen Filialvorsigender Behufs Besprechung der Handhabung der Sonntags. Schlesien. Adresse: Ernst Korb, Fischergasse 26b II., Brieg in Der Streit der Seiler in Schlotheim dauert noch fort. Zu unterstützen sind 150 Streifende mit ihren Familien. Die Fabrifanten befinden sich in großer Verlegenheit, so daß schon mehrere unter ihnen erklärt haben, lange könnten sie es nicht mehr aus halten. Sie trösten sich gegenseitig, indem sie von Woche zu Woche erwarten, daß die Unterstützung für die Streifenden auf höre. Wenn von den Vorständen der Gewerkschaften noch ein Scherflein zur Unterstützung der Streifenden beigetragen wird, so wird in kurzer Zeit der Streit mit dem Siege der Arbeiter beendet sein. Die Sammellisten vom Freiburger Maurerstreik sollen behufs Abrechnung eingezogen werden und ersucht der Vertrauensmann des Freiburger Gewerkschaftskartells die Inhaber von Listen um Zusendung derselben. Adresse: J. Furt wängler, Rarthäußerstr. 17, Freiburg i. Br. in die Quarantäneanstalt überführten Angehörigen der in Althof an Cholera erkrankten Personen sind gestern zwei choleraverdächtig erkrankt. Bei einer derselben wurde Cholera nachge= wiesen. Der Staatskommissar meldet: Bei einem Arbeiter in Einlage( Kreis Danzig) wurde Cholera festgestellt. In Maastricht ist heute ein Cholerafall zu verzeichnen. Die Gesammtzahl der dortigen Fälle beläuft sich bisher auf 58, wos von 27 mit tödtichem Ausgange. Aus anderen Städten werden ein Cholerafall und fünf Todesfälle gemeldet, von denen einer verdächtig ist. arbeiten vorgenommen. Fiume, 14. Auguft. Die gestern Abend in Brand gerathenen Magazine find sammt den dort lagernden Waaren vernichtet. Das Spiritusmagazin wurde gerettet. Die zerstörten Magazine waren versichert. ( Depeschen- Burean Herold.) London, 14. Auguft. Aus Lima wird gemeldet, daß eine große Menge kleinerer Insurgententruppen über das ganze Land Handel und Industrie liegen völlig darnieder. verbreitet ist, wodurch große Beunruhigung hervorgerufen wird. Wien, 14. August. Wie mehrere Morgenblätter aus Fiume melden, ist in einem Magazin des dortigen Bahnhofs, in wel chem große Waarenvorräthe lagern, gestern ein Brand ausgebrochen. Das Feuer, das auch ein zweites Magazin ergriff, nimmt große Dimensionen an. Es werden umfassende RettungsBeonhardt auch zunächst entlassen worden ist. Die Mehrzahl ruhe und der Mißstände im Hausir und Straßen Gran, 14. Auguſt. In der Gemeinde Kesztolcz verlangten aller Arbeiter der Spinnerei steht auf Seiten der Gemaßregelten; handel fand am 10. d. Meine öffentliche Versammdie wegen des Verkaufs einiger Grundstücke zu SchürfungsBeweis dafür ist, daß sofort 73 neue Mitglieder dem Verbandelung der Händler und Händlerinnen Berlins zwecken an eine Bergbau- Gesellschaft empörten Bauern den beigetreten sind. Es wird gebeten, den Zuzug von Spinnerei- und Umgegend statt. Referent war Genosse Jahn. Der Widerruf des Verkaufs. Da die Gendarmerie nicht ausreichte, Arbeitern von Zwögen bei Gera fernzuhalten. In Brieg i. Schlesien haben die Zigarrenarbeiter infolge Vorwurf, daß die sozialdemokratische Partei schuld sei an der wurde Militär requirirt, das die Ruhe wiederherstellte. Paris, 14. August. Das„ Journal officiel" veröffentlicht Lohnabzug( pro Mille 23 Pf.) die Arbeit eingestellt. 34 Personen gegenwärtigen, die Haufirer besonders schwer bedrückenden das Uebereinkommen mit dem" Deutschen Reich über die Abbefinden sich im Ausstand. Sonntagsruhe, präzisirte den Standpunkt, welche die Sozialdemo fratie den Händlern und Hausfirern gegenüber einnimmt und grenzung der beiderseitigen Gebiete in Kamerun. Paris, 14. August. Nach hier vorliegenden Meldungen aus tritisirte unter lebhafter Zustimmung der Anwesenden die Lima ist die Opposition gegen den Präsidenten Caceres im verschiedene Handhabung der Sonntagsruhe. Gegenüber den Wachsen. Bei einem Zusammenstoß blieben die Insurgenten auf Einschränkung des Haufirhandels gerichteten Bestrebungen Sieger. mies der Referent darauf hin, daß ganze Industrien auf den Hauſirhandel beruhen. Andererseits sei das Hausirgewerbe die lehte Zuflucht für ehrliche Arbeiter und sollte man schon aus diesem Grunde das Hausirgewerbe nicht beschränken. Allerdings würde das Hausirgewerbe mannigfach als Deckmantel für anderes Grenoble, 14. Auguft. Das Buchtpolizeigericht verurtheilte benutzt, doch hätte hiergegen jeder ehrliche Händler aus eigenem ein Individuum, das an den Ausschreitungen gegen das Antriebe Front zu machen, wie auch gegen alle Auswüchse italienische Konsulat am 25. Juni besonderen Antheil batte, zu des Hausirgewerbes. Wenn man das Hausirgewerbe be 2 Jahren Gefängniß und 20 Personen, die an den Gewaltaften schränken wolle, folle man zuvor für eine Verminderung der 14 Tagen Gefängniß. Arbeitslosen Sorge tragen. Die Ausführungen des Referenten gegen die Italiener theilnahmen, zu Strafen von 3 Monaten bis wurden mit großem Beifall entgegengenommen. Luther ging näher auf die Beschwernisse und Bedrückungen der Händler und Hausirer ein, die außerordentliche Nothlage derselben, vor Augen führend. Die Freie Vereinigung der Lokal- und Straßenhändler Viel Organisationsarbeit ist noch zu verrichten. Das Berlins und Umgegend habe das ehrlichste Bestreben, das Klaffen hrt uns der internationale Tabatarbeiter- Kongreß von Neuem. interesse der Händler zu vertreten und liege es im eigensten Nach den Berichten der Delegirten der einzelnen Länder gehören Interesse aller Berufsgenossen, sich dieser Organisation anzu an Deutschland von 150 000 Zabakarbeitern nur 13 865, also schließen.( Beifall.) Nach einer längeren Debatte, in der die nicht einmal 10 pct., ihrer Organisation an, in Luxemburg von Verhältnisse der Lokal- und Straßenhändler einer eingehenden 190 nur 55, in der Schweiz von 6630 nur 400, in den Nieder- Besprechung unterzogen wurden, gelangte folgende Resolution zur landen von 20 000 erft 2000. In diesen Arbeitermassen den Annahme: Geist der Zusammengehörigkeit zu wecken, ist des Schweißes der Die Versammlung erkennt in der Handhabung der SonnEdlen werth. tagsruhe eine Zurücksetzung des Händlerstandes gegenüber dem Der Ausschuß der Eisen- und Metallarbeiter in Buda- Millionär Herrn Bolle, und fordert, daß den Händlern dieselben pest ersucht uns um Veröffentlichung des Folgenden: Der Arbeits- Rechte wie Herrn Bolle gewährt werden. Sie fordert, des nachweis des Fachvereins der Eisen- und Metallarbeiter Buda- Sonntags von 7-10 Uhr Vormittags und von 2-7 Uhr Nach pest's befindet sich Jofila utcza 14( Jositastraße) VII. Bez., woselbst mittags handeln zu dürfen, da doch vor dem Gesetze alle Staatszugereisten Genossen unentgeltlich Arbeit nachgewiesen wird. bürger gleich sein sollen und die Händler des Sonntagshandels fei nach hier übergefiedelt, bestätigt sich nicht. Daselbst befindet sich auch die Zentrale der Eisen- und Metall- zur Sicherung ihrer Existenz dringend bedürfen, um sich und ihre arbeiter Budapest's. Alle Arbeiterblätter werden um Ab- Familie ehrlich ernähren zu können." bruck obiger Zeilen gebeten. Wenn die Händler eine gleiche Behandlung wünschen, sollten fie aber für sich feine 8 stündige Geschäftszeit am Sonntag verVom Budapester Tischlerstreit. Ein großer Theil der langen.( Die Redaktion.) Tischlermeister hat die Forderungen der Gehilfen angenommen. Der Streif bei Fürstenheim beschäftigte wiederum eine Der Streit ist infolge dessen im Abnehmen. Etwa 1000 Ge- von den lokalorganisirten Schuhmachern einberufene hilfen haben Pest verlassen und sind in die Provinz oder ins öffentliche Versammlung, die am 11. Auguſt bei Feind in der Ausland abgereift. Weinstraße tagte. Der Kollege Willner gab den zahlreich Versammelten noch einmal einen kurzen Ueberblick über die gegen wärtige Lage desselben. Zur Zeit seien noch 25 Ausständige, zum Theil Maschinenarbeiter, zu unterstützen. Entgegen der Meinung Fürstenheim's, nach welcher für ihn die Situation nicht ungünstig sein solle, verhalte es sich thatsächlich so, daß er sich höchstens noch vierzehn Tage halten fönne. Troß vielen Koften aufwandes durch Annonziren und Hinaussenden von Agenten, find die Versuche des Fabrikanten, geeignete Arbeitsträfte herbei- Sofia, 14. Auguft. Die Partei Stambulow's protestirt gegen Marienfelde, Eine gut besuchte öffentliche Volksversamm zuschaffen, mißlungen. Daß unter solchen Verhältnissen die die gestern dekretirte Kammerauflösung, weil dieselbe gegen die lung für Marienfelde und Umgegend tagte am 5. August im Situation fich für die Arbeiter günstig gestalten müsse, sei begreif Ronstitution verstoße. Teutschbein'schen Lokale. Nach dem beijällig aufgenommenen lich, zumal andererseits die Konkurrenzgefchäfte eifrig bemüht sind, Vortrage des Genossen Henke über den Bierbontott erstattete die Kundschaft des Herrn Fürstenheim für sich zu gewinnen. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Druck und Berlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2 Verlorener Streif. In einer Strumpf Fabrik in Gureghem( Belgien) streikten die Arbeiterinnen, mußten jedoch mangels jeglicher Organisation die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder aufnehmen. Versammlungen. Belgrad, 14. Auguft. Heute erfolgt die Eröffnung der inländischen Telephonleitung. Diefel be hat eine Länge von 250 Kilometern und verbindet Belgrad mit Nisch. Das Telephon= net foll über ganz Serbien ausgedehnt werden. Orsova, 14. August. Die serbische Grenzwache schoß gestern auf zwei ungarische Staatsangehörige, von denen einer getödtet wurde. Die Behörden erstatteten der Regierung Anzeige, da es sich um einen Aft serbischer Muthwilligkeit handelt. Brüssel, 14. Auguft. Die von verschiedenen französischen Beitungen gebrachte Nachricht, Frau Serevine vom„ Journal" dagegen, daß sowohl in Paris wie in den Provinzen mehrere Postdirektoren ihren Beamten italienische Münzen als Gehalt ausgezahlt haben, welche den Direktoren von der Zentralfasse zugingen, aber nicht fursfähig sind. Man fordert energische Untersuchung. Paris, 14. Aug. Der im Anarchistenprozeß freigesprochene italienische Maler Agnelli wird aus Frankreich ausgewiesen. Rom, 14. Auguft. Der Papst hat den Patriarchen der orientalischen Kirche nach Rom zur Konferenz mit den Kardinälen eingeladen. In dieser Konferenz soll die eventuelle Wiedervereinigung beider Kirchen zur Besprechung fommen. Paris, 14. Auguft. In den heutigen Morgenblättern_wird der Ansicht Ausdruck gegeben, daß die der Regierung durch den Ausgang des Anarchistenprozesses bereitete Niederlage für eritere schwere Folgen bei der Wiedereröffnung der Kammer haben werde. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 188. Mittwoch, den 15. August 1894. Arbeiter! Parteigenoffen! 11. Jahra. Die Einigungsversuche vor dem Gewerbegerichte sind an dem Widerstande des Bier- Ringes gescheitert. Der barbarische Akt des kapitalistischen Uebermuths, die unerhörte Maßregelung der völlig schuldlosen Brauereiarbeiter ist nicht zurückgenommen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Bierproben die einzig mögliche Antwort ertheilt. In zweiunddreißig großen Volksversammlungen ist der Bierboykott auf sämmtliche Ringbranereien ansgedehnt worden. Arbeiter! Parteigenossen! Eure Ehrenpflicht ist es, nicht zu dulden, daß Hunderte von Klassengenossen der Unternehmer- Willkür zum Opfer fallen, daß der Brauerring in brutalster Weise seine ökonomische Macht mißbraucht. Zum Kampfe gedrängt wird die Arbeiterschaft Berlins ihre gerechte Sache mit aller Energie führen und mit rücksichtsloser Entschlossenheit diejenigen Mittel anwenden, welche den Sieg verbürgen. Arbeiter! Parteigenossen! Sorgt dafür, daß nirgends Ringbier getrunken wird. In keinem Hause, in keiner Werkstatt, bei keinem Ausfluge darf ein Tropfen Boykottbier getrunken werden. Alle Feste und Vergnügungen in Lokalen, in denen Ringbier geschänkt wird, sind zu unterlassen; alle etwa bereits getroffenen Verabredungen rückgängig zu machen. Den Gastwirthen muß klar gemacht werden, daß sie zu wählen haben zwischen der Kundschaft der Arbeiter und der Gunst der Bierproben. Wir wollen jede Schädigung der Gastwirthe vermeiden, indem wir dieselben auffordern, sich Bier aus boykottfreien Berliner oder auswärtigen Brauereien anzuschaffen, dann werden die Arbeiter nach wie vor bei ihnen verkehren. Weder Maßregelungen noch Saalsperre schrecken und; wir kennen keine Furcht und wissen, daß an der Solidarität der Arbeiter das Unterfangen des Brauerrings scheitern wird. Mit unbeugsamer Entschlossenheit halten wir den Boykott über lämmtliche Ringbrauereien so lange aufrecht, bis unsere gerechten Forderungen erfüllt sind. Arbeiter Berlins, thut Eure Pflicht, meidet das Ringbier und die Lokale, in denen Euch Boykottbier vorgesetzt wird. Und auch Ihr, Arbeiter und Parteigenoffen in Deutschland, helft uns, indem Ihr kein Bier aus den boykottirten Brauereien Berlins trinkt. Der Boykott, dessen Ende nicht abzusehen, ist den Berliner Arbeitern durch einen Akt unerhörter Brutalität aufgezwungen. Wir appelliren an das Ehrgefüh aller klassenbewußten Arbeiter und wissen, daß ihre Solidarität sich stärker erweisen wird als die Zufallseinigkeit des dividendenlüsternen Unternehmerthums. Vorwärts, Arbeiter und Parteigenossen! Trinkt kein Boykottbier! Meidet die Lokale Meidet die Lokale in denen Ringbier ausgeschänkt wird! Kauft kein Flaschenbier, welches aus Ringbrauereien stammt. Letzteres empfehlen wir besonders den Frauen zur Beachtung. Hoch die Solidarität der Arbeiter! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, lottenburg. Die Boykottkommiffion. Keine Albernheit ist so dumm, fie findet doch ihr-rufene Organ des Herrn Rösicke pflichtgemäß so thut, als ob die bürgerliches Publikum. Die Nachricht, welche durch mehrere am Sonntag pon uns genügend beleuchtete Anleihe der PagenChardie Flinte in's Korn werfen wollen, ist ein neuer Beleg dafür. läuft sein arbeiterfreundliches Herz in folgenden Erguß über: Blätter ging, wonach die Böttcher, die Urheber" des Boykotts, hofer Brauerei mit dem Boykott in gar keine Verbindung stünde, Einmal sind die Böttcher gar nicht in der Lage, in der Boykott- Bei dieser Gelegenheit sei noch darauf aufmerksam gemacht, frage entscheidende Schritte zu thun- anderseits haben unsere wie sehr die Sozialdemokratie die hiesige Arbeiterschaft schä Genossen, gerade bei der gegenwärtigen sehr günstigen digt. Ursprünglich hatte die Direktion die Absicht, die Mälzerei Situation feinerlei Ursache, unseren Gegnern einen Ge- in Berlin zu errichten, und es waren an die Brauerei grenzende fallen zu erweisen. Die Zahl der unterstützungs- Grundstücke bereits dafür angekauft worden; die unleidlichen bedürftigen Böttcher hat sich von ca. 300 auf 160 vermindert, der Arbeiterverhältnisse in Berlin, die ein ruhiges Rest ist anderweitig in Arbeit gebracht. Diejenigen aber, welche Arbeiten nicht in Aussicht stellten, ließen es aber der Direktion die Hilfe ihrer Genoffen noch in Anspruch zu nehmen gezwungen zweckmäßig erscheinen, die umfangreichen Bauten lieber außerhalb sind, gehören zu den Arbeitern, welche zu den erprobten Kämpfern Berlins aufführen zu lassen." der Arbeiterklasse gerechnet werden können und die alle Hoffnungen der Feinde zu Schanden werden lassen. Die Lügenpeter der bürgerlichen Presse stehen also vor der Aufgabe, ein neues Märchen zur Beruhigung ihrer Brotgeber auszutifteln; was wird nun an die Reihe kommen? Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kinz u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Exportbrauerei Nathenow, Niederlage bei Max Denn, hardt, N.W., Hannoversche Straße 18a. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank furt a. D. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Berg Brauerei, Brandenburg. Vertreter: H. Wolff, N., Dragonerstr. 31. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: Max Fleischer, Reichenbergerstr. 155. Bürgerliches Brauhaus, Hamburg Gilbeck, Kellerei und Niederlage, SW., Berlängerte Trebbinerstr. 7. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage G. Spiekermann, Weberstr. 66. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, Mühlenstraße 49a. Tokales. " " im Wie sehr diese Mittheilung auf Schwindel beruht, ergiebt schon die jedenfalls auch der National- Zeitung" bekanute Thats fache, daß bereits im Geschäftsbericht der Pazenhofer Brauerei 1889/90 der Errichtung einer neuen Mälzerei mit folgenden Worten gedroht wurde: " Die Arbeitseinstellungen letzten Frühjahr haben Schöne Aussichten. Ein Hoffnungsstern in dunkler Nacht uns, trotz des empfindlichen Mangels an größeren ist den schwergeprüften Wasserfärbern aufgegangen, ein Hoffnungs Mengen selbsterzeugten Malzes, zurückgehalten, der Jnanstern, dessen goldener Glanz die öde Brust mit neuer Lebenslust erfüllt. Und dieser Hoffnungsstern ist die Aussicht auf einen griffnahme des Baues einer neuen, unserem Bedarf an treten. Ins reinlichen Profit, der den jeßigen Boykottschaden wieder wett Walz entsprechenden Mälzerei näher zu welche wir zu dem machen könnte. Eingelaufenen Nachrichten zufolge sind bie Aus- zwischen sind die Grundstücke, fichten für das Brauereigewerbe für die nächste Kampagne im genannten Zweck im vorigen Jahre erwarben, so hoch im allgemeinen außerordentlich günstig. Es ist in Desterreich, Ungarn, Preise gestiegen, daß wir den Gedanken, es sei vielleicht Mähren und Böhmen eine gute Ernte von vorzüglicher Brauwed mäßiger, die Mälzerei in die Umgegend gerste eingebracht, von welcher ein großes Quantum für den on Berlin auf billigeres Terrain zu ver Export nach Norddeutschland verfügbar ist. Auch in Deutschland find egen und die neuen Grundstücke anderweit die Aussichten auf die Gerstenernte überwiegend sehr gut. In u verwerthen, nicht ganz abweisen können." Im übrigen braucht nicht erst dargelegt zu werden, daß Bezug auf tie Hopfenernte sind die Aussichten in ganz Deutsch- wie das Unternehmerthum im allgemeinen, so auch die Paßenland, Böhmen, Desterreich zc. vorzüglich. Selbst in Belgien find bofer Brauerei sich bei ihren geschäftlichen Spekulationen am die Klagen verstummt und man darf auf eine gute Ernte in großer Wahrscheinlichkeit mäßige Preise und ein niedriger Werth dort niedriger, daß entscheidet alles, ob mit, ob ohne Boykott. allen Hopfenbauländern rechnen. Bei dieser Sachlage sind mit allerwenigsten von der Rücksicht auf die Arbeiter leiten läßt. Das Terrain ist in Frankfurt billiger und der Arbeitslohn ist für Hopfen zu erwarten, um so mehr, als bei der großen Aus- Nur feine Sentimentalität! dehnung, welche der Hopfenbau in den letzten Jahren besonders flöten gehn. . " ragen. Die heiteren Momente im Bierkrieg find gar nicht so in den Vereinigten Staaten angenommen hat, bei einer guten An die Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins. Namentfelten, als man das gewöhnlich anzunehmen geneigt ist- Grund: Der Mittelernte schon eine Ueberproduktion vorhanden ist. Wie lich in letterer Zeit sind von einzelnen Innungs- Schieds. Ueberfluß an Naivetät, mit der ein großer Prozentsatz unserer herrlich! Welche schönen Aussichten für jedes profitlüfterne gerichten Urtheile gefällt worden, welche der Arbeiterschaft Gegner in die Arena zum Kampfe hinabfleigt. Die Einfügung Brauerherz! Nur ist's im Leben häßlich eingerichtet, daß bei zu einer Kritik nur zu berechtigten Aulak geben. Es ergeht des Wörtchens Bontott" in den Sprachschah hat z. B., wie wir den Rosen gleich die Dornen stehn, denn der Profit ist er daher an diejenigen Arbeiter, die sich durch innungsschieds uns wiederholt überzeugt haben, in den Köpfen bedenkliche Ver- noch nicht geschlichtet kann durch den Boykott wieder gerichtliche Urtheilssprüche der erwähnten Art benachtheiligt wirrung angerichtet. Man denke sich das Amüsement der verfühlen, das Ersuchen, dem Gewerkschaftsbureau, Rosenstr. 28, sammelten Korona, als kürzlich mit geschäftiger Miene einer der schristlich oder mündlich eine genaue Darstellung des SachUnterthanen des Ministers Thielen ein Lokal in der Brunnen Das Gummischlauch Organ hatte die Behauptung auf verhalts ihres Prozesses zu geben. Die Schiedssprüche werden, straße betritt und ein Gläschen, aber nur boyfottfreies", ver- gestellt, daß die Vorstandssitungen der Zentraltasse der soweit sie es verdienen, später entsprechend verwerthet werden. langt. Die Verwunderung der Anwesenden," daß er als„ Mann Tischler in Lokalen stattfänden, in denen boykottirtes Bier ge- Das Gewerkschaftsbureau nimmt mündliche Mittheilungen mit hohen Orden" so oftentativ für den Boykott eintrete, be- schänkt wird. Von dem Genossen Emil Böhm als Vorsitzender Wochentags in der Zeit von 8 bis 1 Uhr entgegen; schriftliche schwichtet er mit dem Hinweis auf eine Ordre seines Bezirks- der Berliner Zahlstellen der genannten Kasse brieflich aufgefordert, Mittheilungen müssen den Namen und die Adresse des Absenders vorstehers", der streng verboten habe, 1. bei Juden zu kaufen eine einzige hiesige Zahlstelle zu nennen, deren Vorstand in einem J. A.: Faber. und 2. Boykottbier zu trinken-- und ich als alter Soldat", so bontottirten Lotal tage, weist das Polizei Organ jezt auf einen 4. Wahlkreis Südosten. Am nächsten Sonnabend wird schloß der Brave mit glänzenden Augen, ich weiß ganz genau, um Versammlungs- Bericht in der Nummer 182 des Vorwärts" was sich das eigentlich bei der Biergeschichte dreht"-und ahnungslos hin, 100 der Genosse Freiwald sich darüber beschwert, die Liste derjenigen Gastwirthe des Südostens, welche kein Boykottder Vorstand schlürft der gute Mann ein Glas nach dem andern von dem daß der Zahlstelle in Pankow seine bier führen, wieder veröffentlicht. Die Parteigenossen werden thatsächlich verbotenen Trant. Ein anderes Bild! Sigungen in einem Lokal mit Ringbier abhält. Das Blatt ersucht, alle Veränderungen resp. Neuaufnahmen dem Mitgliede Eine Gruppe von Handwerksmeistern, dem Anschein nach fann also keine Berliner Zahlstelle zum Beweise für seine Beder Lokalkommission, Karl Scholz, Wrangelstraße 32, bis Freitag tommen sie von irgend einer Festlichkeit, läßt sich in einem Lokal hauptung anführen, es hat also auch dieses Mal, wie schon so Mittag zuzustellen. der Lindenstraße häuslich nieder. Der Stoff, der golden im oft geflunfert. Die Leiter der 11 Zahlstellen der Vororte werden Glase perlt, giebt Veranlassung,„ bie verfluchte Boykottirerei" über- aber aus diesem Vorfalle die Lehre ziehen, daß fie ihre haupt und das„ infamigte Boykottbier" im besonderen in Grund Sigungen, soweit dies nicht bereits der Fall, ebenfalls nur in und Boden zu verdammen. Ein Arbeiter, der das Zimmer be- boykottfreien Lokalen abhalten, wie dies von den acht Zahlstellen tritt, und sich ein Glas Dunkles( Kulmbacher) bestellt, wird von in Berlin seit dem 16. Mai thatsächlich schon geschieht. den Boykottverächtern nun auf's Korn genommen und ihm gegen- Mit der Logik in der„ Kreuz Beitung" ist es während über, der mit stoischer Ruhe alle Einwände abfertigt, mit Eifer der Hundstagszeit recht schlimm bestellt. Das Junkerblatt theilt alle sittlichen, materiellen und hygienischen Gründe gegen den über das am Sonntag in Rüdersdorf abgehaltene Bergmannsfest Boykott sich ein Komitee schon bei der Polizei bemühe, ein Verbot frohlockend mit, daß der Boykott hierbei nicht die mindeste Wirkung Turner haben am letzten Sonnabend in der boykottirten Neuen ausgeübt habe, denn die Bergleute tranken bei dem Fest meistens Welt" eine Jahnfeier veranstaltet. Sie mußte hierzu natürlich der gesundheitsschädlichen, boykottfreien Biere durchzusetzen, Rüdersdorfer Bier". Dieser Lapsus wäre bei der Unkenntniß ihre Militärmusik haben. Die ertiefte Rapelle war bereits Monate mit hohem Pathos wird die Sentenz ausgesprochen: der Thatsache, die alle staatserhaltenden Blätter im Bierboykott vorher engagirt und es handelte sich nur darum, der Form oder kein Mensch braucht sich vorschreiben zu lassen, was er auszeichnet, ja nicht weiter überraschend, wenn die„ Kreuz vielmehr der Höflichkeit wegen den Regimentskommandeur, einen iẞt und trinkt, und dröhnend fällt am Schlusse Zeitung" nicht in derselben Notiz die Bekanntmachung aus dem der ganze Chor ein: Wir trinken nur Boykottbier. Borwärts" veröffentlicht hätte, in der unsere Parteigenossen Herrn v. Bismarck, um die Erlaubniß zu bitten, seinen Soldaten Wirth drückte sich hinter den Schänktisch, um sein Lachen zu ver- aufgefordert werden, auf dem Fest das boykottfreie Rüder Uniform patriotische Lieder musiziren zu lassen. Aber, o Schreck! Statt eines schriftlichen Bescheides erschien der Musikdir. bergen, unser Freund aber trat an den Hauptschreier heran und fagte ihm auf die Schulter klopfend:" Wohl bekomme Ihnen dorfer Bier zu trinken. Es thut uns leid um die Kreuz Arnold mit der Meldung, daß es ihm verboten sei, überhaupt bei ift Starlsberger, Beitung", von der wir bisher bei after gegnerschaft gern an der Feier mitzuwirken. Das Verbot wurde begründet mit einer das Reichentron'sche" Was, dieses Bier? vor vielen Jahren erlassenen Verfügung, der zufolge Militärmeine Herren", sagte der Wirth boshaft lächelnd, Gie haben wahr erkannt haben, daß sie ein gut redigirtes Blatt war. scheinlich vergessen zu fragen, ob ich Schultheiß führe; ich freue Das gute Herz der Brauereibesitzer wird von der tapellen bei einem der früheren Pächter der Neuen Welt" nicht die Rechnung macht National Zeitung" zur Veränderung wieder einmal den spielen durften, weil zwischen diesem und einer Militärkapelle mich, daß es Ihnen trotzdem geschmeckt hat die Rechnung macht Tableau! 2,80 M." störrigen Arbeitern vor die Sinne geführt. Nachdem das be- leinmal Differenzen entstanden waren. Der Einwand, daß in--Der " An die Obmänner der Lokalkommissionen von Niederbarnim. Damit für den Kreis eine einheitliche und zuverlässige barnim. Damit für den Kreis eine einheitliche und zuverlässige Liste der Wirthe, welche boykottfreies Bier führen, aufgestellt werden kann, ist es nothwendig, daß die Obmänner der Lokaltommission jeder Ortschaft ihre Liste nochmals genau durchgeher und dieselbe richtiggestellt bis zum Donnerstag Abend dem Unterzeichneten zusenden. Emil Bilz, Bankow, Schulzestr. 15 p. Aber warum denn? Die frisch- fromm- fröhlich- reichstreuen " wichen häufig Militär in der„Neuen Welt" konzertirt hntte. half nichts I es blieb bei dem Verbot, und die Turner, die bisher geivohut waren, sich in den reichstreuesten Purzelbäumen zu er- gehen, waren an diesem Festabend wenig gelenkig; ja, man er- ,nhlt sich sogar, daß manche unter ihnen arg verschnupft waren end daher dem boykottirten Bier der„Neuen Welt" durchaus ncht nach Gebühr zugefprocheu haben. Und das Alles um des Bismärckischen Musikverbots willen, das gerade sie, die patrioti- chen Heldenjünglinge, treffen mußte. Das war grausam! Vom„Armenland", d. h, von den durch die städtische Armenverwaltung zum Zwecke des Kartoffelbaues billig an Arme verpachteten Ländereien stand kürzlich allerlei Erbauliches in bürgerlichen Blättern zu lesen. Das Leben und Treiben auf diesen Acckern wurde darin als eine Art Idyll geschildert. Wir haben unseren Lesern über diesen Zweig der Armenpflege wiederholte und ausführliche Mittheilung gemacht und ans den Magistratsberichten darüber den Nachweis geführt, daß der schließ- liche Ertrag sder sominerlichen Arbeit der i!iit„Armenland" Beglückten doch recht geringfügig ist und die darauf verwandte Mühe, namentlich wenn das Land sehr weit von der Wohnung entfernt liegt, kaum lohnt. Zur weitereu Beleuchtung des Werthes und Wesens dieser Einrichtung wollen wir unsere früheren Mitthei lungen ergänzen durch einen Auszug aus den von der Armen- direktion vor Jahren aufgestellten und unseres Wissens bisher in, wesentlichen nicht geänderten„Bedingungen und Vorschriften für die Theiluahme au dem Kartoffelbau durch Arme".„Nur solche Familien," heißt es da in§ 1.„welche sich redlich und sittlich betragen, friedlich, einig und nüchtern, mäßig und spar sam leben, arbeitsam und fleißig sind, und ihre Kinder gut erziehen, ihnen ein gutes Beispiel geben und sie regelmäßig zur Echule anhalten, können ein Stück Land zum Kartoffelbau zugewiesen erhalten." Das klingt recht väterlich ermahnend.§ 2 fährt in demselben Tone fort und„fordert und erwartet" von jedem„Pflanzer", daß er die Vorschriften„genau befolgt", sich nach den Anweisungen des Aussehers„unweigerlich richtet", die durch ihn vorgeschriebenen Arbeiten„pünktlich und sorgfältig ausführt",„sich nicht wider- setzlich oder unbescheiden gegen denselben zeigt" u. f. w.,„und sich überhaupt so benimmt, daß die gute Meinung, welche man von seiner Redlichkeit, Mäßigkeit, Nüchternheit, seinem Fleiße und seiner Bescheidenheit hatte, und das Vertrauen, welches man ihm durch Zuweisung eines Ack-rstückes bezeigt hat, gerechtfertigt und erhalten wird." Es folgt nach dieser Abkanzelung eine lange Reihe in sehr entschiedenem Ton ge haltener Bestimmungen über die Art. in der die„Pflanzer". immer in engstem Anschluß an das vom Aufseher gegebene Bei- spiel und in unweigerlichem Gehorsam gegen seine Befehle, ihr« Parzelle zu bebauen haben. Nach§ 13 hat der Aufseher„einen jeden, der seine Arbeiten nicht zur rechten Zeit gemacht und ihm nicht die Gründe davon angegeben hat, durch einen mit der Sladtpost zu befördernden Brief, wofür der Empfänger das Porto zu bezahlen hat, an die Verrichtung dieser Arbeiten zu erinnern". Wer krank oder sonstwie verhindert ist,„muß dies zeitig dein Aufseher anzeigen". Müssen die Arbeiten durch fremde Kräfte ausgeführt werden, so wird der Lohn dafür von dem Behinderten eingefordert, eventuell wird ein Theil der Ernte einbehalten. Das letztere geschieht auch, wenn noch Pacht restirt. Dies und manches andere in den„Vorschriften" est am Ende begreiflich, wenn nun einmal nach den Absichten der Armen- Verwaltung die Kartoffel bauenden Armen zu ihr in dem Ver- hältniß von„Pächtern" stehen sollen. Aber es wird alles in cinein theils väterlich ermahnenden, theils kommandirende» und auf alle Fälle in beiderlei Hinsicht demüthigenden Tone vorgetragen. Die„Vorschriften" lesen sich stellenweise fast wie eine Arbeitshaus-Ordnung. Insbesondere erscheint darin der Ausseher, der ursprünglich wohl hauptsächlich als Vorbild in der Bebauung dienen soll, als eine Art Vorgesetzter, der eine ziemlich unumschränkte Gewalt über die„Pflanzer" ausübt. Wer ihm nicht parirt oder sonst den„Vorschriften" nicht nachkommt, hat nach Z 23 zu gewärtigen, daß ihm sein Acker ohne Ent- schädigung genommen wird. Wir wissen nicht wie streng oder milde die„Vorschriften" auf dein„Armenland" gehandhabt werden. Wenn sie genau innegehalten werden, und namentlich der Aufseher von seinen Rechten vollen Gebrauch nrncht, dann muß das Leben auf dem„Armenlaud" alles andere eher als ein Idyll sei». Zn der Arbeitseinstellung in„Frei-Dentschland", über die wir nach dem„Volk" am Sonnabend kurz berichtet haben, wird uns von betheiligter Seite folgendes geschrieben: Das antisemitische Organ wurde in der Offizin von Muskalla, Wilhelmstr. 134, von sieben Setzern und einem Metteur her- gestellt. Letzterer kommt jedoch in soweit nicht in Betracht, als er naturgemäß wenig oder gar nicht zum Setzen kommt. Außer- dem sind noch zwei Lehrlinge thätig. Die Setzer erhielten zuerst bei tarifmäßiger Arbeitszeit das tarifmäßige Minimum von 25 Mark 35 Pfennig pro Woche, ein Lohn, der im Verhältniß zu der verlangten Arbeitsleistung als lächer- lich gering bezeichnet werden nmß. Aber es ging, wie es gewöhnlich geht, monatelange Arbeitslosigkeit zwang die meisten Setzer, die Arbeit anzunehmen. Es kam noch hinzu, daß ihnen das Versprechen gemacht wurde, sie am Geivinnüberschuß theilnehmen zu lassen und sie zum Oktober in Akkord zu stellen; auch wurde den in Arbeit Gestellten ausdrücklich zugesichert, daß mindestens zehn Setzer für die Zeitung thätig sein sollten. Aber keine einzige dieser vielen Zusagen wurde gehalten! Zuerst stellte der Prinzipal die Zumuthung an die Setzer, die Ueberstunden umsonst zu arbeiten, dann wurden ihnen statt der Gehilfen zwei Lehrlinge zugesellt, die bis aufs äußerste aus- gebeutet werden, ferner wurde verlangt, daß allabendlich ein Setzer bis zum Abdruck ohne jegliche Entschädigung in der Offizin bleiben sollte. Bei derartigen Zumuthungen ist es natürlich auch nicht weiter verwunderlich. daß die ganze Be- Handlung, die den Setzern zu theil wurde, ungemein an den Kasernenhof erinnerte. Am Freitag Vormittag wollte der Prinzipal auch noch den einen Lehrling fortnehmen, so daß dann die sieben Gehilfen pro Mann 230 Zeilen zu setzen gehabt hätten. Diese Zumuthung raffte endlich die Setzer dazu auf, den Herrn Muskalla an seine ursprünglichen Versprechungen zu erinnern. Der Prinzipal stellte darauf nicht allein alles in Abrede, sondern er wurde im Verlauf der Diskussion sogar thätlich gegen einen der Setzer, welcher allerdmgs keinen Spaß verstand und den Chef nach Gebühr in die Ecke schleuderte. Das Anstandsgefühl gebot den Setzern, nach dieser Szene die Arbeit niederzulegen; nur der Metteur, ein Herr Graue, blieb seinem schlagfertigen Herrn treu. Als die Setzer ihr Geld verlangten, wurde ihnen bedeutet, daß sie am Sonn- abend wieder vorzusprechen hätten. Dies geschah; doch waren sie am Sonnabend nicht wenig erstaunt, beim Betreten des Hauses einen Zettel an der Thür angeschlagen zu finden, der den Wortlaut trug:„Eintritt bei strafrechtlicher Verfolgung verboten!" Man kehrte sich nicht an diesen Scherz und klopfte an die Thür, erhielt jedoch den Bescheid, daß der Prinzipal nicht zu Hause sei. Als die Setzer erklärten, daß sie für diesen Fall auf den Mann warten wollten, wurde ihnen erwidert, daß Herr Muskalla seinem Faktotum Graue befohlen habe, die Setzer' nicht in den Druckereiräumen zu dulden und sie, wenn er es für angezeigt halte, wegen Hausfriedensbruchs sistiren zu lassen. Die Setzer, von denen leider nur zwei ihrer Organisationspflicht nachgekommen sind, verließen natürlich die Druckerei und gingen, nachdem sie noch eine Stunde auf der Straße gewartet hatten, in dem Bewußtsein nach Hause, daß sie um den Arbeitslohn zu bekommen, den der Prinzipal ihnen schuldig geblieben, erst die Hilse des Gewerbegerichts in Anspruch zu nehmen haben... So sieht es mit der antisemitischen Arbetterfreundlich- keit aus. Es ist der antisemitischen Partei an sich natürlich kein Vorwurf aus der Behandlung zu machen, die den Setzern in ./Frei- Deiitschlaiid" zu Theil geworden ist, schon deshalb nicht, weil keine der bürgerlichen und staatserhaltenden Parteien aus ihrer Haut heraus kann und sie alle darauf angewiesen sind, ans möglichste Unterdrückung und Ausbeutung der arbeitenden Klaffe zu halten. Aber wenn die antisemitische Partei es ehrlich meinle, sollte sie dies auch offen bekennen und nicht in öden, Phrase»- gedresch davon schwindeln, daß sie aller Welt helfe» will, ohne den christlich- kapitalistischen Pelz»aß zu machen. Der Vorfall in„Frei-Deutschland" bat gezeigt, daß antisemitische Unternehmer ganz genau dieselben„jüdischen" Ausbeiitungskünste verstehen, wie liberale Leute, und daß sie ebenso wenig Arbeiter mit Selbst- bewußtsein gebrauchen könne», wie z. B. Zeitungsimternehmmigen vom Schlage des„Lokal-Anzeigers", in welchem Blatt heute noch kein Setzer geduldet ivird, der von seinem Koalitiousrecht Gebrauch macht und sich dem Verband anschließt. Auch die Arbeiter, die im„Lokal-Anzeiger" arbeiten, müssen ihre Zugehörigkeit zum Verband vor ihren Unternehmern verborgen halten. Und die Herren, die im Aiitlseniitismus die meiste» Geschästsprositchen zu machen gedenken, sind um kein Haar besser. Ter Vorfall in„Frei-Deutschlaud" hat insoweit übrigens eine gnte Wirkung gehabt, als sich von den Setzern, denen Herr Muskalla noch den Wochenlohn schuldet, auch diejenige» ihrer Orgamsationspflicht bewußt geworden sind, die bisher noch nicht dem Verband angehört haben. Der Soniieilschein i» Berlin ist vom Universitäts- Professor Dr. G l a u vier Jahre täglich um 10 Uhr Vormittags und 2 Uhr Nachmittags zun, Gegenstand vo» Beobachtungen ge- macht worden, deren Ergebnisse er in der„Meteor-Zeitschrift" veröffentlicht. Der absoluten Zeildauer nach in Stunden fällt das Maximum der mittleren Sonnelischeindauer iu Berlin auf den Juni, das Minimum auf den Dezember. Bemerkens, Verth ist auch die fast gleiche Dauer im August lind Juli, obwohl die gesammte TageSzeit im August kleiner ist, und sodann das ver- gleichsweise rasche Ansteigen vom Dezember zum Januar. Aus den gegebenen Zahlen ergiebl sich ferner die nicht unbeträchtliche Ab- „ahme der Sonnenscheindauer von, Juni zum Juli. Den sonnigsten Charakter hat i» Berlin der September, de» trübsten der Dezember.„Charakterlos" sind April und Juli. Auch das ganze Jahr hat für Berlin einen fast„„ bestimmten Charakter. Bemerkenswerth ist die erheblich weniger trübe Stimmung des Februar gegenüber dem Januar und März. Die Anzahl der heiteren Tage mit überwiegenden, Sonnenschein giebt Professor Glau für die einzelnen Monate an: Es hatte der Januar 0, der Februar 3,5, der März 9,75, der April 11,75, der Mai 13, der Juni 12, der Juli 3,5. der August 12,5, der September 13, der Oktober el/i, der November 5>/e, der Dezember ti'A, das ganze Jahr III heitere Tage. Maxima der heiteren Tage fallen auf den Mai und September, das Minimum auf den November. Auch„ach dieser Statistik gehört der Ferienmonat Juli nicht zu den heiteren Monaten. Die Zahl der veränderlichen Tage, an denen die Zeit- dauer des Sonnenscheins und seines Fehlens gleich waren, belief sich im Jahre auf 102�/is. Die veränderlichen Tage haben ein Marimum in Berlin im Juli, ein Minimum im Dezember. Die Anzahl der trübe» Tage mit überwiegenden, Mangel an Sonnenschein belief sich auf 146,3. Die Anzahl der trüben Tage ist am größten im Dezember, am kleinsten im Juni und Sep- tember. Die Messungen der Sonnenscheindauer an einem der bekannten Apparate von Campbell-Stockes, die in den Jahren 1890—93 zu Blankenburg bei Berlin ausgeführt worden sind, er- geben für das Jahr eine mittlere Dauer von 1726 Stunden. Es scheint demnach in Berlin ein Fünftel des Jahres hindurch die Sonne. Endlich, endlich hat auch Berlin sei» anarchistische» Attentat! Eine Lokalkorrespondenz bringt folgende, für alle Dunkelmänner hocherfreuliche Mtttheilung: „Angeschosseil wurden wiederum zwei Polizeibeamte von einem Manne, den sie festnehmen wollten. Der Arbeiter Schewe aus der Friedenstraße, der der Polizei als Anarchist bekannt ist, ging am Montag Abend gegen 9 Uhr mit Gestnnungsgenoffeu an, Alexanderplatz umher, hinterher gingen die Kriminal-Schutz- männer Zacher und Busse, deren einer der politischen Polizei angehört„nd Sch. überwachen sollte. Als sich die Anarchisten verfolgt sahen, wandten sie sich den Beamten zu und finge» Händel an. Dabei hat ein Anarchist vo» einem Schlagring Gebrauch gemacht. Das bemerkte der uuiformirte Schutzmann Rühlemann vom 20. Polizei-Revier, warf sich auf Schewe und hielt ihn fest. Aus den, Publikum heraus, das die Sachlage nicht übersah, erschollen, wie leider oft zu unpassender Gelegenheit. Rufe:„Na, nicht anfassen!" Sch. wurde aber trotzdem nach der Polizeiwache in der Elisabethstraße abgeführt. Als Nühle- mann die Hauslhüre öffnete, entschlüpfte Sch. und entfloh nach der Kurzenstraße zu. Die drei Beamten verfolgten ihn. Vor den, Laden des Messerschmiede», eisters Hannemann, Kurzestr. 14, machte der Fliehende Halt, zog einen Revolver und schlug auf Rühle», ann an. Dieser stürzte sich, die Gefahr erkennend, aus den Revolverhelden, und der in diese», Augenblick abgefeuerte Schuß ging am Kopse des Beamten vorbei. Hannemann bemerkle den Vorgang und schloß sich den Beamten an. Die Versolgung des wiederum davon eilenden Sch. zog sich nun nach der Kaiserstraße, wo hinter einander noch fünf Schüsse auf die Berfoiger abgegeben wurden. Die beiden Schutzmänner Zacher und Busse wurden dabei leicht ver- mundet. Hanneman» hatte sich des Anarchisten bemächtigt, kurz bevor dieser den letzten Schuß abfeuerte. Unter großem Zu- sammenlauf wurde der Ueberwältigte nach dem Alexanderplatz abgeführt, wo er einem Beamten gegenüber die zynische Ben, er- kung fallen ließ:„Es wird wohl noch mehr auf die Beamten geschossen werden." Schewe's Begleiter sind entkommen; doch hat die Polizei noch während der Nacht verschiedene Fest- nahmen vollzogen. Sch. ist von der Politischen an die Kriminal� Polizei abgegeben worden." So der Berichterstatter, der natürlich wissen muß, inwie weit er seine Sache vertrete» kann. Wie die Affäre aber auch liegt, frnltifizirt wird sie von der wohlgesinnten Presse! Preußischer BureaukratismuS. Das vorpus cksliet. eines Verbrechens muß unverrückt am Platze bleiben, bis die hohe Obrigkeit erscheint, selbst wenn es noch so lange dauert, so will es der Buchstabe des Gesetzes und danach wird gehandelt. Schier unglaublich klingt es, daß man in der Nähe der Metropole des Deutschen Reiches an, Ende des 19. Jahrhunderts deshalb eine Leiche tagelang auf freiem Felde liegen läßt, weil — min weil erst durch den„Instanzenweg" festgestellt werden muß, wer beziehungsweise welche Genicinde zur Bergung derselben verpflichtet ist. In der Nähe unseres Vorortes Johannisthal, im Wald, etwa 50 Schritt von der Straße an,„Waldkater" entfernt, liegt bereits seit Sonnabend Abend 9 Uhr die Leiche eines in der Mitte der dreißiger Jahre sich besindenden Mannes, der sich an dieser Stelle,>vie Augenzeugen gesehen haben, erschossen hat. Ob er sofort todt war, oder erst nachträglich verstarb, bedarf noch näherer Fest- stell,»ig, da keiner der Augenzeugen des Selbstmordes den Muth besaß, am selben Abend nach dem Tyatort hinzugehen. Am anderen Morgen wurden dem Todten, in welchem der Li ei- sende einer Troguen- Fabrik, Franz S. aus Berlin festgestellt wurde, durch einen Gendarm die Werthsachen abgenommen; die Leiche selbst ließ man liegen, ohne jemand zur Bewachung jurückzulassen. Den ganzen Sonntag über war die unbedeckte Leiche natürlich der Gegenstand der Neugier vieler Berliner Ausflügler. Einige rohe Patrone erlaubten sich sogar außer schlechten Witzen einen widerlichen Spott mit der Leiche, indem sie derselben das Gesicht bemalten und eine Schnapsflasche in die Hand drückten, wodurch sie die Lust zum Witzemachei, allerdings noch bedeutend vermehrten. Daß diese Szenen auf die ebenfalls die Leiche umstehenden Kinder sittlich erhebend ge- wirkt haben könnten, wird wohl niemand behaupten wollen. Doch genug, dies alles hätte vermieden werdeii können, wenn. die Leiche den Blicken der Vorübergehenden wenigstens durch Bedecken mit Laub entzogen worden wäre. Auf diesen glücklichen Einfall kam am Montag Morgen endlich der Förster. Am Montag Abend 11 Uhr zeigte der Geruch der Leiche, wozu außer der Augusthitze die wiederholten Regenschauer wohl eben- falls das ihrige beigetragen haben werden, daß sie bereits ins Stadium der Verwesung übergetreten ist. Sollten die Gemeinden so arm sein, daß sie nicht einmal in der Lage sind, einen Auf- bewahrungkort für Leichen zu errichten? Wenn wir nicht wüßten, daß häufig unsere Genosse,, aus oft geringfügigen Anlässen mit den Spritzenhäliser» Bekanntschaft machten, würden wir diese dazu empfehlen, so aber müssen wir hiergegen protestiren. Die Wittwe, welche am Montag die Leiche ihres Mannes rekognoszirte und vom Amtsvorsteher v. Oppen deren Auslieferung verlangle, wurde mit dem Anbringen ihres Gesuchs nach Köpenick an die Forstverwaltung verwiesen. Inzwischen, bis Alles in Ordnung gebracht ist, kann die Leiche zerfallen oder von Hunden und Krähen ausgespürt und angefressen werden, kein Mensch kümmert sich darum. Etwas mehr Pietät auch einem Selbstmörder gegen- über könnte man am Ende des 19. Jahrhunderts im Lande der Gottesfurcht und frommen Sitte denn doch wohl erwarten? Die Mitglieder eineö hiesige» RauchklubS, welche am letzten Sonntag Abends mit ihre», Kremser die Berliner Chauffee passirten, kamen auf die tolle Idee, in den, Fahrzeuge einen sog. Schunkelwalzer auszuführen, an welche», auch noch der etwas angeheiterte Kutscher theilnahm, so daß die Pferde zügellos sich selbst überlassen blieben. Natürlich rannte der Wagen bald gegen einen Prellstein, schlug Um, und sämmtliche Insassen flogen in den mit Negenwasser angefüllten Chausseegraben. Leider wurden dabei zwei Jnsaffen schwer verletzt. Der eine erlitt einen Unter- schenkelbruch, der zweite einen schweren Schädelbruch. Eine recht schlechte'Angewohnheit der Ladenverkänfer ist das Aufblasen der Düte». Tritt ei» Käufer in ein Geschäft und verlangt irgend einen Artikel, den er in einer Düte ver- abfolgt bekommt, so greift der Geschäftsinhaber, Gehilfe oder Lehrling nach den papiernen Hüllen, bläst eine derselben kunst- gerecht auf, wobei er womöglich noch seinen Mund mit dem Papier in Berührung bringt, und giebt in die so präparirle Düte das Gewünschte. Will man sich einmal überzeugen, welche Spuren ein derartiges Aufblasen hinterläßt, so braucht man nur i» solcher Weise in ein reines Glas hineinzuhauchen, man wird sofort an den Wänden des Glases den Niederschlag sehen. Was würde der Gast sagen, wenn der Kellner oder Zapfer in, Wirlhs- Hause ihn, derartig in sein Bierglas hineinblasen würde? In den Läden aber läßt sich das Publikum die Blaserei ruhig ge- fallen, jedenfalls weil es die Spuren bei den Papierdüten nicht bemerkt. Wer aber bedenkt, aus wie übelriechendem Munde oft geblasen wird, ganz abgesehen von den Krankheitsstoffen, die auf solche Weise übertragen werden könne», der wird die Forderung berechtigt finden. Also steht im„Jntelligenzblatt" zu lesen, das wie man sieht, auch einmal eine vernünftige Noliz dringen kann Ein Attentat anf eine» Prinzen. Vor acht Tagen machte eine Notiz die Runde durch die gutgesinnte Presse, wonach ein Maurer in Potsdam vom Bau herab nach dem die Straße eut- laug reitenden Sohn des Prinzen Albrecht geworfen und ihn auch getroffen habe. Der Maurer wurde natürlich wegen dieses frechen Attentats vom Bau herabgeholt und verhaftet. Wie sich nun herausgestellt hat, war der Gegenstand, mit dem der Maurer attentäterl haben sollte, kein Stein, sonder», eine Birne, und das Zielobjekt nicht der Prinz, sondern ein auf dem Bau arbeitender Kollege des Verhasteten. Durch einen Zufall verfehlte die Birne ihr Ziel und traf den Prinzen. Ter Maurer ist bereits wieder aus der Haft entlassen worden. Mit dem Attentat war es wieder nichts. Der Polizeipräsident hat folgende Bekanntmachung er- lassen:„Es ist zu meiner Kenntniß gekomnien. daß Kaffeepräparate, sogenannte Kaffee- Essenzen in den Verkehr gebracht werden, welche in 90 v. H. Blei enthaltenden Metall- solien verpackt sind. Ich mache darauf aufmerksam, daß eine solche Verpackung von Genußmittel,, in hohen, Grade gesund- heitsschädlich ist und daß gegen Verkäufer und Fabrikanten der- artig verpackter Genußmitlel auf Grund der gesetzlichen Be- stinimungen wird vorgegangen werden." Zu dem Unglücksfall in der Bornfsia-Brauerei wird uns mitgelheilt, daß der Brauer Pohl, der infolge des traurigen Ausgangs der Neckerei verhaftet wurde, wieder aus der Haft entlassen worden ist, nachdem sich herausgestellt hat, daß keine böswillige Absicht auf seiner Seite vorhanden war. Die Staats- anwallschasl scheint zu der Ueberzeugung gelangt zu sein, daß die schlimme Folge der Balgerei einem Umstände zuzuschreiben ist. an dem Pohl kein stärkeres Verschulden als den verunglückten Maschinisten Lehmann trifft. Ihren Verletzungen erlegen ist die Frau Riekel aus talle. welche sich kürzlich in eine», durch Trunksucht veranlaßten »fall geistiger Umnachtung ans dem dritte,» Stock des HauseS Wilhelmstraße 10 gestürzt hat. Eine Operation, die noch Tags vorher versucht war, hatte ihr keine Hilse mehr bringen können. Dringend verdächtig, den Einbruch in das Briefmarken- Geschäft von Siebert in der PolSdamerstraße verübt zu haben, sind zwei Personen, die gestern verhaftet wurden. Beide besitzen große Kenntnisse in der Briefmarkenbranche„nd einer derselben ist bereits wegen gleichartiger Diebstähle vorbestraft. Urbel vermerkt wurde vom Publikum das Verhalten, das einige Mitglieder der freiivjlligen Rixdorfer Feuerwehr a», Sonntag Abend gelegentlich eines Brandes übten, der in dem Zigarrenladen Hasenharde 117 ausgebrochen war. Als die Zu- schauer, die sich bei den, Ereigniß in der belebten Gegend bald angestaut hatten, nicht schnell genug zur Seite wichen, brach sich die Feuerwehr nicht allein, was ja unter Umständen erst er- forderlich ist, gewaltsam Bahn, sondern eS schlugen einige Feuer- wehrleute auch, was wohl nicht nöthig war, mit den brennenden Fackeln auss Publikum ei». Einem Geschästsinhaber wurde auf diese Weise sein Jacket total ruinirt. Ein Korsetdiebstahl. In der Nacht vom Sonntag zun, Montag wurde der vor dem Hause Schlesischestraße 41 stehende Schaukasten der daselbst befindlichen Korset- Fabrik mit Gewalt erbrochen und seines ziemlich werthvollen Inhalts beraubt. Von den Dieben fehlt zede Spur. Hilferufe veranlaßten in der Nacht zum Dienstag gegen IVi Uhr einen Schiffseigner und«inen Bootsmann, die iu, Land- wehrkanal gegenüber der Grünauerstraße vor Anker liegen, sich auf das Verdeck zu begeben. Sie sahen im Wasser einen Mann, der sich an dem kleinen Boot des Fahrzengcs angeklammert hielt. Es gelang ihnen, den obdachlosen Arbeiter Hermann Siebert— so heißt der Mann— zu retten und nach der Sanitätswache am Görlitzer Bahnhofe zu bringen. Sieberl gab an, daß er mit drei anderen Männern, die er an der Kott- buser Brücke getroffen, eine» Schnaps getrunken, dann mit ihnen Streit bekommen habe, durch Schläge auf den Koos betäubt und ins Wasser geworseu sei. Dienstag hat fiebert, der zwar noch nicht völlig vernehmungsfähig ist, so viel mittheilen können, daß er nicht wisse, wie er in das Waffer gekommen, da er zu be- trunken gewesen sei. Polizeibericht. Am 13. d. M. wurden drei Personen in ihren Wohnungen erhängt vorgefunden, und zwar eine Frau in der Karlstraße, ein Handwerker in der Wollinerstraße und ein Beamter in der Andreasstrahe.— Morgens vergiftete sich«in Mann in seiner Wohnung, in der Neanderstraße.— Im Spandauer Schifffahrtskanal, be, der Torfbrücke, wurde Vor- mittags die Leiche eines Arbeiters angeschwemmt.— In der Rosenthalerstiaße fiel Mittags ein Arbeiter von einem in der Fahrt befindlichen Rollwagen, gerieth unter die Räder und wurde am Oberschenkel erheblich verlegt.- Jm Engelbecken wurde die Gesicht. Bösetes widerfuhr ihr noch benfelben Abend. Gie 1800 Jahren ber Graf Johann von Oldenburg und Delmenhorst Leiche eines neugeborenen Kindes aus dem Wasser ge- hatte sich eben zur Ruhe gelegt, als plöglich ihre Stubenthür zuvorgethan hat, ber gegen bie Bierbrauereien der Bremer einen zogen. Nachmittags gerieth ein Arbeiter am Rott mit gewaltigen Schlägen gesprengt wurde und vor ihr der Bierkrieg geführt hat. Unfere Berliner Genossen haben also bufer Ufer infolge plöglichen Anrückens des einen Angeklagte ftanb, der seine Drohung vom Raltmachen" wahr nach einem erlauchten Vorbild gehandelt, weshalb man nun Pferdes des von ihm begleiteten Arbeitswagens mit dein machen zu wollen schien. Er zog die Aermite bei den Beinen eigentlich annehmen dürfte, daß die Gegner der Sozialdemokraten Beine zwischen das Geftell und das Vorderrad und erlitt eine aus dem Bett und fie fiel babet mit dem Kopf so heftig den Bierkrieg in Berlin mit anderen Augen betrachten. Der schwere Verlegung am Knie. Als Abends ein Schlosser durch auf die Betttante, daß sie eine bis auf den Knochen gehende Bierboykott des Grafen Johann von Oldenburg hat um's einen Schuhmann nach der Wache des 20. Polizeireviers gebracht Wunde davontrug. Blutüberströmt stürzte fie in bie Küche und Jahr 1594 gespielt und findet sich in Sello's Geschichte des werden follte, gelang es ihm, vor der Hausthür zu entweichen. lockte durch ihre Hilferufe die Nachbaren herbei, die sich des Landes. Es heißt dort: Daß er feines eigenen gefallens wein und Er wurde verfolgt und gab, als er bemerkte, daß er seine Er- rohen Menschen bemächtigten. Bornemann wurde deshalb gestern bier einlegen und schenken mag, jedoch soviel das Brenter hier greifung nicht mehr vermeiden konnte, einen Revolverschuß auf wegen Diebstahls, Bedrohung, Hausfriedensbruchs und Körper- in Sonderheit betreffen tuet, deffen soll er sich nicht allein in den Beamten ab, der indeffen fehl ging. Hierauf setzte er seine verlegung zur Verantwortung gezogen und vom Gerichtshofe zu ißigen, sondern auch in allen anderen fünftigen verboten gleich Flucht fort, wurde aber aufgehalten und feuerte nun noch fünf neun Monaten Gefängniß verurtheilt. Fel. Mehr's allen anderen unsern undertanen bei vermeidung unser ungnade Echüsse ab, von denen drei einen unter der Menge befindlichen Abneigung gegen die Männer erschien nach diesen ihren Er und ftraf genzlich eußern und enthalten, so lange bis daß wir Kriminalschuhmann am Kopfe, am Vorderarm und am Obers ahrungen nicht mehr gar so sehr überraschend. mit bem rat der stadt Bremen ihtschwebender mißverstandnus halber verglichen und bremer hier zu schenken menniglichen in Schenkel trafen. Der Thäter wurde hierauf verhaftet. In der gemein widerumb erlauben werden." Wann dieser Bierboykott Nacht zum 14. d. M. wurde ein Arbeiter gegenüber der Grünauter- ri straße im Landwehrkanal im Wasser treibend bemerkt und her Witterungsübersicht vom 14. Auguft 1894. 4 Derlammlungen. aufgehoben worden fet, so bemerkt der Schreiber der Notiz in falls aber habe er länger bestanden, als der jetzige. den Nachr. f. Stadt ut. Band", sei leider nicht bekannt, jeben " ausgezogen. Seiner Angabe zufolge ist er von zwei Männern old Der sozialdemokratische Wahlverein für den ersten burch Schläge betäubt und ins Wasser geworfen worden. Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am 13. Auguft eine Wie Herr von Stephan reformirt. Gewöhnliche Postöffentliche, auch von Frauen besuchte Versammlung ab, in welcher Dr. Gustav Heymann über die Wirkungen des Kapitalismus farten dürfen vom 1. d. Mts. ab nicht mehr wie bisher nach auf das Nervensystem des Menschen" referirte. Mit Beifall Beklebung mit einer 10- Pfennigmarke für den Weltpoftverkehr nahm die Versammlung den Vortrag, an den sich eine Diskussion benugt werden, was den Postämtern durch eine erneute Verfügung nicht schloß, auf. Unter Verschiedenem forderte der Vorsitzende in Erinnerung gebracht zu sein scheint; denn aus verschiedenen die Anwesenden, soweit sie nicht bereits im Wahlverein sind, auf, Orten wird gemeldet, daß in den letzten Tagen solche Starten demselben beizutreten. Die Versammlung bewilligte dann 30 m. mit dem Vermerk:" Unzulässig, zurüc", den Absendern wiederE für die ausgesperrten Brauereiarbeiter. gegeben worden sind. Warum? Ja, warum? Stationen. Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Swinemünde 750 MSW Windstärke 552552ANDA( Stala 1-12) Wetter Temperatur ( nach Celsius Hamburg 754 NW 6 wolfig Regen 14 14 Berlin 753 4 Regen 12 Wiesbaden. 761 NM bedeckt 14 München 764 SM heiter 11 Wien 759 Haparanda 754 SGD 032 Petersburg 756 S 2 Cork. 757 748 763 SSW SM heiter 12 wolkig 15 woltenlos 15 woltig 16 bedeckt bedeckt 12 14 Aberdeen Paris. B 50 G. 4° R.) Wetter- Prognose für Mittwoch, den 15. August 1894. Ein wenig fühleres, vorwiegend trübes Wetter mit Regenfällen und mäßigen bis frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Batt anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Vertrauensmann, Friedrichsberg. Ihr Gingesandt müssen Sie als Annonce aufgeben. Redaktionell kann dieselbe nicht aufgenommen werden. Braunschweig. Berichte über Agitationstouren und Bereinsfeste tönnen Raummangels halber im Vorwärts" nur bei besonderen Anlässen Aufnahme finden. Schöneberg. Die öffentliche Metallarbeiter Ber sammlung vom Montag Abend nahm infolge des Einschreitens des überwachenden Beamten ein vorzeitiges Ende. Näther verbreitete sich in seinem einleitenden Vortrage über die Frage: Können die Metallarbeiter durch Organisation etwas erreichen? über die mannigfachen Hindernisse, welche der Bildung einer machtvollen Organisation entgegenstehen und schloß mit dem Hinweis, daß der hartnäckigste Gegner der Arbeiter, der Indifferentismus, nur vor der ununterbrochenen Aufklärungsarbeit zurückweiche. Von den Diskussionsrednern Lange, Schlegel u. a. wurde die zentrale Organisation befürwortet, während der Referent für den Berliner Verband eintrat. Gegen 11 Uhr fündigte einer der Ueberwachenden an, daß innerhalb einer Viertelstunde der Saal geräumt werden müffe- Getränke wurden vom Wirth, Genossen Reßner, schon vor dieser Zeit nicht mehr verabreicht was einige Redner veranlaßte, die Kom F. B. B. Jst nichts anderes vereinbart, so maß bis petenz der Polizei- Organe zu dieser Maßregel anzuzweifeln. Das fpätestens am 15. zum 1. und nur zum 1. gekündigt werden. $. W. 61. Das hängt von dem Inhalt Ihres Vers gab anscheinend für den Beamten den Grund ab, die Versammlung einfach aufzulösen! Die sich ruhig entfernenden Versammlungssicherungsvertrages ab: im allgemeinen ist vorgesehen, daß aus theilnehmer wurden bis zur Grenze des Schöneberger Gebietes brücklich gekündigt werden muß. Wie gegen alle von Beamten in Uniform und Zivil eskortirt. polizeilichen Eingriffe, welche besonders der Inhaber des Lokales in legter Zeit zu erdulden hatte, wird auch gegen diese unmotivirte Auflösung Beschwerde geführt. Landsmannschaft de Sleswig- Holsteener to Berlin. Mittwoch, lüb finn inladen. den 15. Auguft, abends Klock 9 Uhr: Zofamentamen be Gleswig- Holsteener in de Resteratfchon von Landsmann Hein Saß, Markgrafenstraat 102. LandsSchwimmverein Nord. Mittwoch, Abends 7% Uhr, Uebungsstunde im Seebad Reinickendorf. von 9-11 Uhr, Turnhalle Chorinerstr. 74. Berliner Turngen offenschaft, 3. Männer- Abtheilung turnt heute Abend Vermischtes. " M. T. C. Wenden Sie sich an die Buchhandlung bes, Borwärts"; diese versendet auf Verlangen gratis und franto ihr eben erschienenes neues Schriftenverzeichniß. Die Geheimen Dokumente" find bereits vergriffen. E. B. A. 1. Einmal. 2. Am 1. Oktober 1894 tritt das " neue Miethsgesetz in Kraft. 3. 4. Juni 1894: Das Abzahlungsgesetz können Sie durch die Buchhandlung des Vorwärts" beziehen. Die Guttentag'sche Ausgabe ist nicht handlich und zuver lässig. Unterlassen Sie es fünftighin, Briefmarken beizulegen: briefliche Antwort ertheilen wir nicht. A. W. 86. Sehen Sie sich mit dem Parteivorstand, Kätzbachstraße 9, in Verbindung. B. M. 31. Pankow gehört zum Bezirk des Amtsgerichts Berlin II. C. 2. S. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. Parteigenoffen Genthin. Sie scheinen Eigenthümer des Gartens geworden zu sein: schlagen Sie jetzt der Frau Rücktritt vom Vertrage vor. Sie danke für das Heirathen," so erklärte gestern die als Beugin vor die zweite Ferien- Straffammer geladene unver ehelichte Marie Mehr dem ungläubig aufhorchenden Gerichtshofe. Eie habe zwar noch vor Kurzem einen Solbaten heirathen follen, aber sie wolle unter feinen Umständen in die Ghe hinein!" Und das wehleidige Gesicht, welches die Ehefeindin zur Bekundung dieses heroischen Entschlusses machte, ließ feinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit des letzteren au, konnte vielmehr als Illustration zu dem bekannten Stoßseufzer später Mädchen gelten:„ Ach die Männer, ach die Männer, ach die find doch gar zu schlecht!" Diese Abneigung hat ihr der Arbeiter Hermann Bornemann eingeflößt, gegen den fie vor Gericht Zeugniß abzulegen hatte. Herr Bornemann ist in der That ein Gemüthsmensch. Die Zeugin Mehr hatte als Dienstmädchen mit ihrer Herrschaft wiederholt größere Reifen ins Zur Cholera. Danzig, 13. Auguft. Der Polizeidirektor Ausland zu machen und da sie äußerst sparsam lebte, fo tante meldet: Gestern sind in Althof( Strohdeich) an asiatischer Cholera sie sich schließlich nicht nur die Ausstattung einer bescheidenen ein Arbeiter, eine Frau und ein Mädchen erkrankt. Der Arbeiter Wohnung beschaffen, in welcher fie an Schlafleute ver- ist in der Nacht gestorben. Der Staatskommissar meldet: Bei mit miethete, sondern sie bewahrt auch noch einen Nothgroschen in Geftalt von 500 Reichsmart in ihrer Trube, einem Flößer in Nege- Brücke( Regierungsbezirk Bromberg), bei einem todt aufgefundenen Bühnenarbeiter aus Neubruch( Kreis Da führte ihr das Schicksal den Angeklagten Bornemann Thorn), bei einem Flößer in der Barade zu Schilno und bei ins Haus. Er begnügte sich nicht mit der Rolle des Schlafburschen, er hoffte vielmehr, in den Besitz der Vermietherin zwei Arbeitern auf Holm ist Cholera festgestellt. Es sind dem felbst, namentlich aber auch des Geldes derselben zu gelangen, nach seit dem 9. d. M, im Gebiete der todten Weichsel( WestlichTabei war seine Sehnsucht nach dem letteren so groß, daß er Neufähr, Holm, Althof) 11 Personen erkrankt, von denen 8 starben. einen Erfolg feiner Bewerbung gar nicht abwartete, sondern der Das Danziger Eisenbahn- Betriebsamt macht über einen Sicherheit wegen die verschiedensten Gelegenheiten benutzte, um der Sparkasse seiner Wirthin zu Leibe zu gehen. Als diese eines Eisenbahn- Unfall folgendes bekannt: Am 13. August, 12 Uhr 18 Minuten Nachmittags, fuhr auf dem Bahnhof Danzig- Hohe Tages ihre Schäße nachzählte, entdeckte sie zu ihrem Entsetzen, Thor infolge falscher Einfahrt eine Maschine auf eine auf dem daß die Summe von 220 m. verschwunden war. Nur Bornemann tonnte der Dieb gewesen sein. Er machte auch gar kein unrichtigen Einfahrtsgeleise stehende Maschine, welche ihrerseits auf den zur Abfahrt bereiten, mit Reisenden befehten Wagenpart Sehl daraus, erklärte aber der laut jammernden Birthin, des Buges 24 aufstieß. Beide Maschinen sind erheblich, 5 Per daß er fie falt machen werde, wenn sie der Polizei von dem Diebstahl Anzeige machen würde. Frl. Mehr hatte noch fonenwagen leicht beschädigt. Eine Anzahl Reisender hat an gar keine Luft, von dieser Welt zu scheiden; sie unterließ des- fcheinend leichte Beschädigungen erlitten. " 2. M. Trebbin. 1. Vergl. unter W. B. 2. Neiu. J. L., Mainz. Nein. Stuowledge. Unwahrscheinlich. 6. B. i. 102. Bitte um genauere, eingehendere Mittheilung Angabe des Krankenhauses. $. S. 19. Leider würden beide Klagen aussichtslos fein. N. H., Friedrichsberg. Wenn Sie den Nachweis der Fälschung führen tönnten, so würden Sie vom Vertrage abgehen fönnen; wie die Sache liegt, würden Sie an den Vertrag ge= bunden sein. Puttligstr. 2. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. $. D. 58. Tropfen- oder Neigebier" verschänken ist eine als Lebensmittelverfälschung zu bezeichnende und strafbare Schweinerei. M. S. 119. Wenn Sie nur einen mündlichen Vertrag geschloffen haben, so sind Sie weder stempelsteuerpflichtig, noch gar trafbar. Rekrut 44. Auf Befehl militärischer Borgesehter muß auch ein Diffident in die Kirche gehen. Unwahre Angaben dem Militärvorgesetzten zu machen, ist strafbar. halb aus Furcht in der That eine Strafanzeige, hielt es aber Ein Bierboykott vor 300 Jahren. Ein Korrespondent Briefkaffen der Expedition. für zweckmäßig, den bedenklichen Schlafburschen nicht mehr in der Nachr. f. Stadt ut. Land" hat herausgefunden, daß nicht ihre Wohnung zu lassen. Zum Dank dafür gab er ihr eines blos die Berliner Sozialdemokraten einen Bierboykott über O. E., Eschwege. Die„ Gewerbe- Ordnung" toftet 1 M. Tages bei einer Begegnung in der Yorkstraße einen Schlag ins Brauereien verhängen tönnen, sondern daß ihnen dies vor und 10 Pf. Porto. Für den Juhalt der Juierate über nimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 15. Auguft. Leffing- Theater. Madame SansGene. Bellealliance- Theater. Freischüß. Rehdens- Theater. Jugend. Alexanderplat Theater. botene Liebe. Ver National Theater. Susanne im Bade. Passage- Panopticum. ferm Leibbudiker zu feinem heutigen 51 Geburtstage ein breimal donnerndes Hoch, daß sämmtliche Pullen von der Adalbertstraße bis zur Melchiorstraße 230ib wilde Weiber wackeln. aus Dahomey. Das lesende Kind alt 134 Jahr. Castan's Theater Unter den Linden. Der Panoptikum. Zigeunerbaron. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenHawaiische Schulze, Schulze, denke blos, Heute ist der Deibel 103, Gieß Weißen, Nordhäuser mit Punsch Und siehe teinen schiefen Flunschund außerdem, nimm es nicht über, Nehmen wir ja auch einen Stiebel. Die gemüthlichen Schraubendreher. unserm Rollegen, dem Gewerberath, Schriftführer und Haupt- Nörgler dem Buchdruckerei- Silfsarbeiter W. Fabrowsky zu feinem heutigen Geburtstage ein bonnerndes Hoch, daß alle nach seiner Pfeife tanzen. Seine Vorstands- Kollegen und Revisoren. Verbrauche nicht alles in den Ferien zu Knüllite.[ 2278b Wir gratuliren Fritz Münch zum heutigen Tage; gieb heut was raus, Kaufmann's Variété. Spezialitäten Königs- Tänzerinnen. barauf bekommst Du keine Klage.[ 2297b Borstellung. Parodie Theater. Spezialitäten- Der Araber Hassan Ali, Vorstellung. der schwerste Mensch der Welt National- Theater. Armin- Hallen Große Frankfurterstraße 132. Novität. Täglich: Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands. ( Filiale Berlin.) Todes- Anzeige. Am Sonntag, den 12. Auguft ver. 80 starb unser Mitglied, der Präger Bum 5. Male: Novität. Kommandantenstraße Nr. 20. Susanne im Bade. Große Posse mit Gesang in 5 Aufzügen von Eugen Brudens. Mufit von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Samft. Raffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang 7/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Frei- Konzert im schönen Natur Garten. Säle. Vereinszimmer. mehrere Poffen und Lufiſpielen, sowie Auftreten Große Vereinszimmer Tage fret. pon Spezialitäten ersten Ranges. Morgen: Dieselbe Borstellung. 6. Tempel, Langestr. 65, Berthold Niedeck. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 15. August, Nachm. 41/2 Uhr, vom Krankenhaus Moabit nach dem Kirch 167/7 hof zu Weißensee statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Die Verwaltung. Orts- Krankenkasse der Steindrucker und Lithographen zu Berlin. Am 12. Auguft verstarb unser Mitglieb, der Präger Herr Berthold Niedeck. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 15. August, Nachm. 4/2 Uhr, vom Krankenhause Moabit" aus nach dem Zionstirchhof in Weißensee statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. 2300b Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Am Sonntag, den 12. August, Morgens 7 Uhr, starb unser Kollege Herr J. Birzynski im 50. Lebensjahre. Die Beleidigung gegen Fräule Marie Fengler nehme ich zurüc 2299b E. Zander. Achtung! Welche ringfreie Brauerei löst einen von der Brauerei abhängigen Schankwirth aus? Offerten bitte an Max Tschöke, Landsbergerstraße 13, um gehend zu senden. Verlag von F. Fontane& Co. Soeben erschien: Schauspiel in drei Lassalline. Atten von G. Bolle. Wierte Auflage. Preis 50 Pfennige. Die Beerdigung findet am Mitt- Tischlerei, 58, muß bef. Umft. weg. woch, 15. August, Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle der HedwigGemeinde( Weißensee) aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. 84/4 Danksagung. Für die vielen Beweise der Liebe und Theilnahme bei dem Begräbniß meines lieben Mannes, des Lithographen Otto Dietze, sage ich allen Freunden und Bekannten, sowie den Mitgliedern des Senefelder- Bundes, der Orts- Krankentaffe der Steinbrucker und Lithographen und dem Personal der Firma Schött meinen herzlichsten Dank. 2276b Die trauernde Wwe. Selma Dietze. Danksagung. Allen Freunden und Kollegen für die rege Theilnahme und Kranzspenden am Grabe meines lieben Mannes meinen herzlichsten Dant. Wwe. Reinebeck. bis Dkt. spottb. verk. werd. Adr. L. N. 464 R. Mosse, Prinzenftr. 41. Ein Vereinszimmer mit Piano ist zu vergeben. Hilgenfeld, Berg2302b straße 60. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4485L am biesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Robtabate find am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. Tereinszimmer zu vergeben im Rest. 2305b Rathenowerstraße 71. Sozialdemokratischer Wahlverein Gelegenheitswaaren! Achtung, Genossen und Genossinnen! für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Feinste braune Veilchen- Seife Sonntag, den 19. August, findet im National- Theater Heute Mittwoch, Abends 8½ Uhr: Versammlung bei Möh- vorzügl, parfümirt, ſtatt 50 Pf. für 10%. Gr. Frankfurterstr. 132, eine Wohlthätigkeits- Vorstellung Beste Cocosunß- Seife, att 10% zum Besten der ausgesperrten Brauerei- Arbeiter und der ring, Admiralstraße 18c. 278/5 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, 15. August, Abds. 8½ Uhr, in Fiebig's Salon, Große Frankfurterstraße 28: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bericht der Fünfzehner- Kommiſſion betreffs Reorganisation des Wahlvereins. 2. Vorstandswahl. Mitgliedsbuch legitimirt. 279/2 Der Vorstand. gr. Stücke, für 3 Pf. Padtegellack, statt 10 Pf. Qualität, Stange 3 Pf., 1 Pfd. gleich Goldfächer mit Malerei, Stück Stange für 3 Pf., 1 Pfd. 8 Stangen Wittwe des verunglückten Genossen Lenkheit statt. Zur 22 B. Brieffegellade, feinste Aufführung gelangt das von der Freien Volksbühne mit 16 Stangen für 40 Bf. Französ. großem Beifall aufgeführte Stück ,, Ein Fest auf der Bornfriſterkämme, 7" lang, itatt Bastille". Billets zu 50 Pf. find an der Kasse und in 50 Bf. für 20 Pf. Echt japanische allen mit Plakaten belegten Stellen zu haben. Die Kasse 7 Pf. Seidene Kravatten, Schleifen wird um 2 Uhr Nachmittags geöffnet und werden die façon, Stück 6 B. eine Gloria Plätze verloost. Anfang der Vorstellung 3 Uhr. Kein Pf. seidene Regenschirme für Herren und Damen, St. 2,10 m. Löffel, Ringbier. Dazu ladet ein Messer und Gabeln ete. zu Spottpreisen in enormer Auswahl. Feinste St. Pf., Dyd. Verein der Lithographen, Steindrucker orduefcife, G. 10 und Berufsgen. Deutschlands( Filiale Berlin). Donnerstag, den 16. August, Abends 8½ Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: über: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches und Kassenbericht. 2. Bortrag des Herrn Dr. Joël Wenn Menschen schweigen, werden Steine reden". 3. Diskussion. " 4. Fragekasten. 167/6 Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Die Verwaltung. Achtung! Lederarbeiter. Achtung! Oeffentl. Versammlung aller in der Lederfabrikation beschäftigten Arbeiter( als Weißgerber, Lohgerber, Färber u. s. w.) Donnerstag, den 16. August, Abends 8 Uhr, im Viktoria- Garten, Badstr. 12. Tages- Ordnung: 1 M. Befte Glanzwidle pro Schachtel statt 10 Pf. für 3 Pf. Eine Partie hochfeiner sehr starker Gummi- Hofenträger, statt 1,20 M. für 60 Pf. pro Paar, Dutzend 6 M. von 1 Duh. an. votu, 2 Pfg. Sozialdemokraten- Knopflochrosen, 122/3 Der Vorstand der Freien Gemeinde und der Zentralkaffe der deutschen Wagenbauer( Filiale Rixdorf). An die Mitglieder der Freien Volksbühne. Die Karten des verflossenen Spieljahres können nunmehr in den ZahlSt., per Did. 15 Pf. Ganze Bouquets stellen umgetauscht werden. Die neuen Karten enthalten nicht mehr Monats10 Pf., Dutzend 85 Pf. Vorsteck nadeln mit Porträts von Lassalle rubriken, sondern Rubriken, die durch Zahlen von einander unterschieden find. Laut Beschluß der General Versammlung ist der Monatsbeitrag auf 60 Pf. und anderen bekannten Parteigenossen, Stück 20 Pf.. Dutzend 2 M. Nichel- festgesetzt; um die Karte für das neue Spieljahr jetzt zu erwerben, ist nur die Schwedenhülsen mit Sozialdemo- Bahlung des ersten Beitrages( Rubrik 1) nöthig. Diejenigen Mitglieder, die in ihrer Abtheilung bleiben wollen, haben das Vorrecht, daß bis Montag, kratenführer St. 5 Pf., DBd. 50 Pf. den 20. August inkl. die Karten für sie reservirt bleiben und in dieser Zeit dieselben mit Cigarrenabschneider weder neue Mitglieder aufgenommen noch Mitglieder in andere Abtheilungen St. 7 Pfg., Did. 75 Pf. umgefchrieben werden. Vom 20. August ab haben die Inhaber der Zahlstellen Eine Partie Damenstrümpfe, das Recht, Mitglieder, die ihre Abtheilungen wechseln wollen, umzuschreiben engl. lange( übers Knie zu tragen), resp. neue Mitglieder aufzunehmen. garantirt echt diamantschwarz, tatt 60 Pf. für 30 Pf. Paar, Dyo. Paar 3 M. Ebenso prima- prima, beste Qualität statt 90 Pf. für 45 Pf. Baar, Dyd. Paar 4,80 m., verstärkte 1. Vortrag des Genossen Dr. Weyl über: Die Ernährung des Kindes, Spitze und Ferse. Gewöhnt. schwarze eine medizinisch- sozialpolitische Studie." 2. Diskussion. 3. Bericht der Revi- Damenkniestrümpfe, Dhd. Paar foren von der halbjährlichen Abrechnung. 4. Bericht der Lohnkommission der 1,60 M., Paar 15 Pf. Firma Weste, und Wahl der Revisoren zur Abrechnung. 5. Verschiedenes. data, prima Qualität, liche unorganisirte Lederarbeiter resp. Lohgerber sind besonders eingeladen. statt 5 M. für 3 M. per Dyd. Paar, 2033b Der Vertrauensmann. nur so lange der Vorrath! gegebenen Beit die neuen Karten zu erwerben, ba später die Die Mitglieder werden dringend ersucht, in der ans Umschreibung nur bewirkt werden kann, soweit Play in den einzelnen Abtheilungen, die in diesem Jahr nur 1100 Mitglieder zählen dürfen, vorhanden ist. Die Zahlstellen bleiben die gleichen. Jedes Mitglied kann jetzt bei Beginn des Spieljahrs bie Bahlstelle ohne Ausweis wechseln. Die Vorstellungen der Freien Boltsbühne finden während des Spieljahres 1894/95 abwechselnd im„ Lessing- Theater" und im„ National- Theater" statt. des Leſſing- und Berliner Theaters, bei den Borstellungen im„ sational1. Der Vorſtand der Freien Vereinigung der Lohgerber und sämmt- Herren- Soden, Db. Paar 1,70 M. Bei den Vorstellungen im„ Leſſing Theater" wirkt das Künſtlerperſonal Theater" das Rünstlerpersonal des Alexanderplatz- und National- Theaters, unterstützt durch andere bewährte Künstler mit. Die erste Serie der Vorstellungen findet im Lessing- Theater" im September( beginnend am Sonntag, den 2. September) statt. Zur Aufführung gelangt:" Emilia Galotti". Ein Trauerspiel in 5 Aften von Gotthold Ephraim Lessing. Mitwirkende: Teresina Geßner, Marie Reisenhofer, Gustav Kober, Paul Nollet, Otto Sommerstorff, Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk. O., Blumenstr. 21. Achtung, Klempner! Große öffentliche Versammlung Gine Parthie Herrenfragen, ( garantirt 4 fach Leinen) in allen Weiten. Steh- oder Umlegekragen, die sonst mit 5 bis 6 M. per Dutzend vertauft, für nur 2,40 M. per Dhd. 3,50 M. am Dienstag, den 21. Auguft, Abends 8½½ Uhr, in Deigmüller's Beste Manschetten per Dußend Saal, Alte Jakobstraße Nr. 48 a. 1. Die Zentraliſation der Strantenfaffen. Referent Genoffe Adler. Französische Wachsstreichhölzer, 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.- Kollegen! Wegen der Wichtigkeit der 5 Minuten- Brenner, statt 10 Pf. für Versammlung ist es Eure Pflicht, zahlreich zu erscheinen. 5 Pf., per Dhd. 50 Pf. Die Delegirten der Orts- Krankenkasse der Klempner werden beeröffnet. 1,75 M. und 2 M. 1/4 Jahr, pro Schachtel Carl Waldow. 271/5 Rohtabak. Rohtabak. Roh- Tabak Grösste Auswahl. Billigste Preise. Formen, Bockfaçon, wieder vorräthig. Detail- Verkauf Heinrich Franck, Rud. Völcker& Sohn, Brunnenkr. 185, sonders zu dieser Versammlung eingeladen. Die Versammlung wird pünktlich Parthien Sonnen- und RegenDer Einberufer: R. Köhler, Ratiborstr. 12. schirme fpottbillig statt 3 Mart für ff. Lagerbier aus der ringfreien Vereins- Nachtlichte, att 10 Pf. für§ BiAftien- Brauerei Burg b. Magdeburg per Cigarren, Sumatra te, schaft fucht für Berlin u. die Provinz Tonne 16,80 M. Niederlage Alte Jakobstrasse 9. ftatt 4 M. für 2 M. 50 Pf. pro Kiste Telephon Amt IV 1913. 2295b 100 Stück. Tokayer med. süßer Ungarwein, Literflasche 2,10 M., 5 Flaschen 1,85 m. Eugen Neumann& Co., 6a Belle- Allianceplat 6a. 81. Neue Friedrichstr. 81. 679M ,, Sofiègo", jedes Stück in elegantem Ring,( Habanna non plus ultra), echt amerikan. Tabat, hochfein, in eleganter Packung, 9 Ctm. lang, 5 Ctm. start, per Riste von 50 Stüd M. 2,50. 8. Dranienſtr. 8 Schützenlisl, etwas Exquifites, per Rifte von 100 Stück 1. 3,60. Länge 10%/ 4 Etm., Umfang 5/2 Etm. Elegant Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, 1. Gefch.: Andreasstr. 23, H. pt., gegenüb. 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