|tv.265* 36. Jahrg. Se,»gSvrei»t Siertetjaw. 7JS0 Hü. monoB-ZM Stt framS Haus ocuauijafilbai. Einzelne Kümmern 10 l-fenmg. üoilbezuz: Monailich.SO MB. exkl. Zustellimg»« gebühr. linier«reu-banb für Deutsch« rmb u. Oesterreich-Ungarn i.76 Mi, für das übrige Äusllmd S.7S MB. bei lüglich einmaliger Zustellung l.TB MB Postbeuellungen nehmen an Dan»- muri. Holland lluremdurg. Echwede« und die Schweig. Singetragen in die Loil« teitunas-Preisliste. Der.SorwartS' ericheint Wochentag sich jweunal.-mmtag« etnmat. lelegramm-Ldresle , S»,ialdemoieat®erltir". Nevlinev Oolksbleltt. (lO Pfennig) AinetgenpretS: Die achigeivaltene Sioiivgreillezelle loUei 1,20 MB.klein» ülureige»'. da? ieiiaedruckie Wort 60 Hsg.(guiaistg 2 settgedruitie ßone), iedes w euere Bot; 25 llsg. Stellengesuche und kchlasstellenanzeigen das etile Wort 40 llfg.. lebe» weitere Bort 20 Psg. Sorte über tb Buchuaben zählen illr zwei Sorte. Beuerungszuichlag 50°,. �amilien-Anzelgeii. oolitische und jemerfirtjaitliche Serems- iinjetgcn 1,20 MI. Sie Zeile,«tn, eigen-ür oit aachiie Kummer müssen bis a Uhr nachniiliags im vauvigeichüsB L erlin 60.18. ülnoenstraize 3. 00 ieneber werden, eröffnet von tl Uhr jrüh bis b Uhr abends, �entvalorgan cter so�iaiäemokratiscken Partei Veuttcklanäs. ?lion unü Expedition: EW. öS, Lindenstr. Z. . ernivrecher:«nit ivtorinplah, Nr. t-il S«— ISl»7. Sonntag, den ÄZ. Mai IvtS. vorwärts-verlag G.m.b. h«, EW. öS» Linüenstr.Z. Fernsprecher: Amt Blorivplatz, Rr. 117 53—54. Mbeiterproteste öes Mslanös. �iu �c'n Schwanken in öer Jrieöensöelegation. Versailles, 24. Mai. WTB. Die in der auslöndi- schon Presse verbreiteten Nachrichten, daß die deutsche Friedensdelegation und besonders ihr Vorsihender für eine Unterzeichnung des vorgelegten Friedens- rntwurfs unter allen Umständen eintrete, sind offen- sichtlich tendenziSse Machwerke und entbehren jeder Grund- läge. Die Bemühungen der Delegation, annehmbare Friedens- bedingungen herbeizuführen, beweisen am besten, daß die Frage der Unterzeichnung oder N i ch t u n t e r z e« ch n u n g n 0 cki g a r n i ch t a k t u e l l i st. ES ist vorläufig undenkbar, daß die Gegner sich weigern sollten, über dir deutschen Gegenvorschläge zu verhandeln. Versailles, 24. Mai. „Vorwärts".) Tie italienische GewerkschastSkonserenz in Mailand hat eine scharfe Resolution gegen die(je- plante Arbeitcrrechtskonfercnz in Washing- ton, gegen die italienischen bürgerlichen srricdensunterhänd- lcr und gegen die Antwort der Entente aus die deutsche Rote über das Arbeitcrrccht einstimmig ange« nommcn. Es wird dagegen protestiert, dah die Alliierten die Weit neuen Tragödien zuführe. Versasse'r der Resolution ist der gemässigte Genosse Cabrini. Die franzö'siftt en Sozialisten gegen den Gewaltfrieüen. Versailles. 24. Mai lEigener Drabtbericbt des..Vorwärts"). Die Panier Presse ist mit den Meldungen aus Berlin über die jüngsten Kundgebungen der Unabhängigen im Lustgarten zugunsten der Unterzeichnung des Friedens und mit der Rede Haases und des Beschlusses des Berliner A.» u. S-Rates sichtlich zuirieden. Der, T e m p S' läßt sich aus Berlin melden, daß die Berliner Ereignisse am Mittwoch den offiziell unleugbor N'cht Mangel an revolutionärem Temperament vorgeworfen habe, ondern icki habe nur festgestellt, daß ein großer Teil der französi chen Sozialisten sich nadi Bekanntgabe der FriedenS« bedingungcn in einer Weiie benommen bat. die jedem sozialistischen und>nternatio»allstischen Gefühl Hohn spricht. Ich habe ferner, in der Tat. einen kleinen Varwurf auch aegen d-e Linkssozialisten erhoben, deren überaus scharfen Kampf gegen das Dokument kapitalistisch- imperialistischer Infamie ausdrücklich hervorgehoben wurde: nänilich, daß sie die Argnmeiilc der deutsche» Unabhängigen gegen die Mehrheitssozia« listen kritiklos und mit besonderem Eifer gerade in dein Augenblick angewandt hätlen, in dem es sich nickst darum handeln dursie. über die Vorzüge von Scheidcmann oder von Haasc tbeoretisch zu debattieren, sondern das deutsche Proletariat in seinem Ver« zweiflungskampfe gegen Hungertod und Versklavung wenn nicht zu retten, so doch tatkräftig zu unterstützen. Dieses Her- unrerreißen der Mehrheitssoz'alisten gerade in diesen Tagen konnte auf den gewöhnlichen Leser nicht anders wirken, als daß er sich sagen mußte:„Mag der Friedensvertrag noch so nbschenlich sein, das deutsche Volk verdient einstweilen nichts besseres, das sich durch eigene Wahl eine solche Regierung gegeben hat. Später, wenn die wahren Sozialisten, die Unab- häugigen, and Nuder gelangt sein werden, wird man das weitere sehen." Was hätte sonst der Satz für einen Sinn gehabt, mit dem Cachin in der„Hnmanits" vom 13. Mai einen Aussatz zum Lobe der Unabhängigen schloß: „Wenn die innere Geschichte Deutschlands sich m Mefe radikale Richtunci orientieren wüide, dann entstünden für die iiiler« nalionaien Soaalisten neue Pflichten, auf die e» bereits jetzt nützlich wäre, die allgemeine Ausiiierlsamkeit zu lenken." Dieser Satz»rar nicht weniger als eine kleine U n a u f- r i ch t i g k c i t. Denn die französischen Sozialisten würden selbstveisiändlich nicht mehr für das deutsche Proletariat unter- nehmen können, wenn der Ministerpräsideiit Haase hieße und nicht mehr Scheidemann. Das wißt Ihr übrigens selbst ganz genau, aber weil Ihr so tut, als ob,— deshalb schrieb ich, daß Ihr die Hetze gegen die Mehrheitssozialisteu mitmacht, weil Ihr für Eure Machtlosigkeit eineu Vorwand braucht. Da kommt aber die„Freiheit" und sagt, wir müßten schon aus eigener Erfahrung wissen, wie schwer es die Sozialisten in cmem siegreichen Land haben. O ja. das wissen wir schon. Auch die Unabhängmen haben es.gewußt. Warum haben sie aber dann den Ilröeitennassen unentwegt zugerufen:„Niets? durchhallen 1 Was kümmert uns der Ausgang des Krieges$ Tie westl'chcn Demokratien werden schon dafür sorgen, daß das deutsche Proletariat keinen Schaden erleidet." Nein, Ihr werdet nicht dafür sorgen; weil esn Teil von Euch nicht kann und weil der übrige Teil gar nicht will. Und warum können die einen, warum wollen die anderen nicht? Weil die Frage der Schuld ani Kriege uns trennt. Mag man die Probleme des Krieges und des Friedens an welchem Ende auch anfassen, man will, man wird schließlich immer wieder zu der grundlegenden Frage kommen: „Wer ist schuld?" Ich sagte schon, ein Zaun trennt uns hier von der französischen Welt. Die iwnigen Menschen, mit denen man gelegentlich sprechen kann— Gendarmen, Geheim- Polizisten. Hotcldiencr— zeigen in den Fragen des Krieges und des Friedens meist sehr viel Verstand und keinerlei Fanatismus wen'gstens unter vier Augen. Aber auch die- jenigen, die sich ihrer„ictees avaneöes" rühmen urfb sich als „socialistes unifiöe" bekennen(ich haben eigentlich mit fast niemandem gesprochen, der nicht„fortgeschrittene Ideen" zu haben und Sozialist zu sein vorgab...), werden sich schließ- lich dahin ausreden, wir hätten doch angefangen. Ein ein- ziger gab einschränkend zu, wir hätten nur... dreiviertel der Schuld. Für sie beginnt die Weltgeschichte mit dem 2b. Juli 191 t(bzw.- mit ddm Frankfurter Frieden, und dann folgt anscheinend ein luftleerer Raum bis zum Tage der Ueberreichung des Berchtoldschen Ultimatums an Serbien). Das ist das furchtbare Mißverständnis zwj- scheu uns und Euch. Für" uns ist nicht allein die Frage ent- scheidend, wer den Krieg erklärt hat, für uns ist es nicht ein- mal die Hauptsache, was im Juli 1914 geschehen ist, sondern wir wollen und müssen ebenfalls� immer wieder auf all das hinweisen— um es mit emem Satze zu sagen— ivas Euer großer Jaurds bis zrr seiner letzten Stimde stets gebrand- markt hat:Einkreisungs Politik, Revanchehetze, zari st i scher Imperialismus, Geheimdiplomatie. Habt Ihr denn alle das vergessen, seitdem er starb? Es scheint manchmal, als ob gerviste Anzeichen dafür vorhanden wären, daß nach einer fast fünfjährigen Ampesie mon sich auch in Frankreich an manches erinnere, was sich nanieutlich in den letzten Jahran vor dem Kriege abgespielt hat. In einem Artikel des„Popnlaire" vom letzten Sonntag schrieb Longuet: „Diese Unverfrorenheit(nämlich des Obersten Bauer, der im „Tag" bestritten hatte, daß es eine kriegerisch« Militärkaste in Deutschland gegeben habe) geht noch weiter, als die unserer offi- ziöseu Kreise, die die Kampagnen der DelcassH und tutti qaanti leugnen, sowie die ganzen nationakiftischen Hetz- und Haß- seldzüge, die zwischen 1912 und 1914 die Agitation zugmisten des Dvoijahrgesetzes begleiteten, diese ganze verderbliche Politik, deren Höhepunkt die Wahl Poincares bildete, und die Jaures vor der Geschichte gebrandnravkt hat,", Nun endlich, endlich wird einmal dieser Teil der Wahr- heit ausgesprochen! Versteht Ihr jetzt, warum wir auch den Satz Brockdorff-RantzauS voll und ganz unterschreiben:„Ein solches Geständnis"— nämlich unserer alleinigen Schuld— „wäre in meinem Munde eine Lüge!" Und dennoch sollen wir den Veckrag unterzeichnen, der den Artikel 231 enthält:„Tie verbündeten und assoziierten Regierungen erklären und Deutschland erkennt an, daß Deutschland und seine Verbündeten verantivortlich sind, als -Urheber für alle Verluste und alle Schäden, welche die ver- bündeten und assoziierten Regierungen uird ihre Angehörigen als Folge des ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten aufgezwungenen Krieges erlitten haben." Dieser Artikel 231 leitet das Kapitel'der„Röparaüons" ein und soll die wirtschaftliche Versklavung des deutschen Volkes begründen. Dieses Geständnis, diese Lüge werden die deutschen Delegierten nicht unterschreiben I Fehlt aber dieser Zbrtikel im Fried ensver- trage. dannbrichtderganzeBa u derEntente moralisch zusammen. Deshalb wird sie die Unter- zejchmrng erzwingen wollen. In den Zeiten der Heiligen In- quiiitioii erpreßte nwn den Angeklagten jedes erwünschte Geständnis, indem man ihnen Wasser hineinpumpte, bis sie um Gnade baten. Dann wurden sie sowieso gehängt. Elemenceau wird wohl das Geständnis mit dem Hunger er- pressen lvollen. Er muß es tun, sonst ist die Entente die wahre Vcsiegte vor der Weltgeschichte. Und das bleibt sie sedenfalls, seit dem 7. Mai 1919, seit der Ueberreichung dieses Doku- meutes der imperialistischen und kapitalistischen schände. Wollt Ihr uns helfen, dann helft uns vor allem in un- ierem Kampfe um die Wahrheit, unterstützt uns in unserem Verlangen nach eincni internationalen, iinpartenschen Ge- richtshof. Es wird ein schwerer Kampf sein. Eure Herrscher werden sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, weil sie am besten wissen, daß dann nicht allein der be- siegte Wilhelm II. den Galgen riskiert, son- Sern auch nianch ein Sieger, der uns heute den Frieden des Rechtes und der Gerechtigkeit diktiert(danach sieht auch der Friedensentwurf aus), ihn dorthin begleiten, ihm vielleicht dorthin vorangehen müßte. Helft uns in diesem Kampfe! Es ist nicht nur ein Kampf um die Wahrheit, es ist vor allein die einzige Möglichkeit, dem Völkerhaß ein Ende zu machen. Was müssen auch in den Herzen jener vielen— ach! wie vieler— Frauen für Gefühle uns gegenüber sein, die in tiefer Trauer den ganzen Tag ent- lang des Zaunes in der Avenue des Reservoirs spazieren gehen! Seit fast fünf Jahren hören sie täglich, daß wir an- gefangen haben, daß wir schuld sind. Sagt Ihnen mit uns: „Nein, das ist nicht wahr! Alle sind schuld, das ganze Reginie des Kapitalismus imd des Imperialismus ist schuld, das hüben und drüben herrschte!" Sagt und beweist ihnen die Wahrheit! ...... Wenn die Blockade wieder verhängt werden sollte, wenn die Säuglinge und schwangeren Frauen wieder wie Fliegen dahinsterben sollten, unter dem Jubelgeschrei der Tardieu, Capus und Barrbs, dann denkt an den Artikel 231, den wir nicht unterschreiben wollten, weil er e i n e L ü g e ist. Denkt an Jaurbs!__ Seratungen im viererrat. Neuregelnng der Saarfrage? Versailles, 24. Mdoli Blümner trägt die Hauptdichtungcn vor, unter anderem„Die Menschbeit". — Noch ein Operettentheater. Das National-Tbea- ler, das bisher die Poffe pflegte, wird vom 1. Sept. ab unter den Namen„Kleines Opevetten-Theatcr" der Operette dienen. — Geheimnis. Hans K y s e r teilt in der Münchener .Jugend" folgenden Sinnspruch mit: Du baust nach Außen, Es wächst nach Innen, Vollendung draußen, Beginnen drinnen. Nr. 265 ❖ 36. Jahrgang 1. Heilaae öes vorVärts Sonnwg, 25. Hroß-Serün Schon wieöer Schreckschüsie. Angst vor Kriegsbeschädigten. Wir haben in Berlin ein Reichswchrministerium. einen Gouverneur, diverse Generalkommandos und bergt.- mehr— aber es scheint im Militär eine tolle Anarchie zu herrschen. Das Fortbestehen des Belagerungszustandes schemt die Soldaten zu dem Glauben zu verführen, ich müssten jeder Ansammlung von Menschen etwas vorknallen, auch wenn kein öffentliches Rechtsgut irgendwie bedroht wird. Kaum haben die Schönebcrger Streiche— der Radau in der Dominicus- versammlang ist zwar nickt so arg wie die Schießerei, steht aber geistig auf der gleichen Höhe— Empörung hcrvorge- rufen, sind wiederum ähnliche Heldentaten zu berichten Eine Lokalkorreipondenz meidei: Äm Sonnabendvormittag er- schien eine Depulation der KriegSbe'chädigten der Spandauer SlaalSwerkiiäiien im Berliner Polizeipräsidinm, um für den Nach- miltag im Lustgarten eine Beriammlung unler freiem Himmel an- zumelden. iSre war aber schon morgens.in der.Freiheil' ein- berufen, was mindestens eine Leichtfertigkeit gewesen rsl lj Polizei- Präsident Ernst lehnte das Ersuchen ad. weil unler dem Belagerung?- zustand lGesetz von 18Sl I! Red.) Bersammlungen unier freiem Himmel verbalen seien. Trotzdem entschlossen sich die Einberufer, die Zusammenkunft stattsinden zu lassen. Das Polizeipräsidium benachrichtigte die Garde-Kavallerie-Schüyen-Division davon, mit dem Ersuchen, den Lustgarten(damit er nicht weggetragen wird? Red.) abzusperren. Gegen l Uhr geschah das. Als die ersten BeriammlungSieilnehmer und der Einberufer erschienen, teilte ein Offizier ihm wir. datz die Versammlung verdown sei und ersuchte die Versammelten. nach Hause zu gehen. Der Ver- sammlungSleiter weigerte sich, die Auslösung vorzunehmen. Darauf- hin meldete der Offisier den Fall dem Korp? weiter und eS wurden sofort mehrere Kompagnien in Lastautos hingeschickt, die nun die Biücken»nd Slrasienzüge absperrten. Die noch im Lustgarten be° sindl'chen Kriegsbeschädigten wurden ausgefordert, den Platz zu räumen.«Wem hmderle ihre Anwesenheil? Red.) Dabei kam cS zu:ehr erregten Szenen. Zwei nervenkranke Kriegsbeschädigte wollten auf die Soldaten eindringen und konnlen nur mit äusieriter Mühe zurückgehalten werden.� Sie verfielen in Krämpfe und musiien von Sanitäter» fortgebracht werden. Inzwischen sammelten dt« BeisammIungSleiter vor den Absperrungen die ankommenden Kriegs- beichädiglrn und formierten vor dem Zeughaus einen D e m o n» strationSzug au« etwa 1000 Männern und Frauen. Man sah Plakate mit der Inschrift:.Wir wollen Recht, Arbeit und Brotl", ,. Der Dank de« Paterlandes ist Euch gewiß! Aber man letzt uns auf die Straße!',.Nicht Kchnürsenkel und Streichhölzer, fondern Arbeit'. Ein anderes Plakat zeigt« zwei verstümmelt« Soldaten, die durch Beiteln und Drehorgelspiele» die Mildiäiigkeit Vorübergehender anrufen, Unterichrift: ,DaS ist der Dank deS vatcrlanoeS!' Der Zug bewegte sich nach der Wilhelmstraße zu. Da bekannt geworden war, daß man vor die Reichskanzlei ziehen und dem Reichspräsidenien durch eine Abordnung die Foi derung auf eine Beichäfligung in den SlaatSbetrieben über bringen wollle, setzlen sich vom Lustgarten her drei Lastauto- mobile mit Truppen in Bewegung, welche den Zug überbotien. Ein Oifizier forderte die Einberufet au st den Zug aufzulösen, da ein Vordringen bis zur Reichskanzlei unter keinen Umständen ge- staltet werde. Der Versammlungsleiter gab die Parole aus. keine Schmädrufe gegen die Regierung auszustoßen, sondern ruhig und geschlosien weiter zu marschieren. Dann werde man zur Reichs- kanzle« kommen können. Die drei Kranwagen mit Truppen machten an der Schadow- sttraße Halt und zwar so, daß die Auto« die Straße veriperrterr. Die Mannschaften bildeten Kgtle. Als nun der Zug herankam, be- deuielen die Offiziere den Führern nochmals, dag ein Weitergehen zwecklos fei und der Zug sich doch lieber auflösen möge. Die Führer der Kriegsbeschädigten waren einverstanden und so bewegte sich der DemonstrationSzug zur Mittelpromeuade der Linden, wo die Anflösimg verkünde: wurde. Diesen Borgang deuteten einig« Soldaten(Disziplin? Red.) offenbar falsch und feuerten etwa 8— 10 Schuß in die Luft ab. Alle« flüchtete in die nächst, zelegenen Häuser hinein. Zwei offen- bar nervenleidende Kriegsbeschädigie und eine Frau wurden vor Schreck ohnmächtig und mußten von freiwillige» Samaritern wezge'chafft werden. Ein kleiner Rest de« Demonstration« zuge« marschierte durch die Schadowstraße nach der Weidendammer Brücke und löste sich dann auf. Man konnte die WilMmstraße von vornherein absperren, statt die Soldaten über die Linden zu jagen, und konnte die� ! Deputation durchlassen. Schließlich dürfen gerade Kriegs- beschädigte eine besonders rücksichtsvolle Beband- lung beanspruchen. Andererleits könnten die Veranstalter auch wissen, daß der -Reichspräsident und die Regierung außerstande sind, wenn eine Deputation kommt, sofort Abhilfe gegen alle Uebcl zu schaffen. *. Eine amtliche Darstellung, die uns aber mcht veranlaßt, etwas von dem vorher Gesaglen zurückzunehmen, lautet: Um 2 Uhr nachmittags wurde von RegierungStruppen eine von den Spondaner Heeresbetrieben einberufene öffentliche Veriamm- lung im Lustgarten aufgelöst, weil sie nicht vorher bei der zu- ständigen Stelle angemeldet worden war. Nachdem d'e Menge leb- hast schimpfend auseinander gegangen war. bildete sich Unter den Linden ein neuer DemonstrationSzug, dem Kriegsbe schädigte vorangeschickt wurden. Er wurde ebenfalls aufgelöst. Dabei mußten(kl) einige Schreckschüsse abgegeben werden. Arbeiterräte Groft-BerlinS» kommunale Arbeiterräte und Joldatenräte. Dienstag, nachmittags 4 Uhr, im Plenarsaal deS Herrenhauses: gemeinsame Sitzung. Tagesordnung: Die allgemeine polilifche Loge. Referent: Reichs- Präsident Fritz Ebert. Stellungnühme zur Vollveriammlung. Bericht der Preßlommlifion. Der Fraktionsvorstand. _ Haas«. Im Sanatorium„Bergstöcken"(bei Neubabelsberg), über das wir in letzter Zeit wiederholt berichteten, scheint sich eine Besserung anbahnen zu wollen. Pfleglinge der Anstalt melden rrnZ, daß unsere Besprechung der Mängel nicht wirkungslos geblieben ist. Dr. Freymuth, der Leiter des Sanatoriums, hat sich zu Ber» Handlungen mit einer Kommission der Pfleglinge bereit erklärt. Daß Mängel bestehen, gab er zu, und er versprach Abhilfe. Be- züglich der Milch versicherte er, daß zwar nur% Liter zum Trinken gegeben, aber pro Kopf lA Liter in die Speisen hinein» getan werde. Er klagte, daß es das Vertrauen zwischen ihm und den Pfleglingen nicht fördern könne, wenn„Hetzartikel' zum „Vorwärts" gesandt würden. Die Pflegling« aber äußern in ihrer Zuschrift an un? die Ueberzeugung, daß ohne das Eingrei- fen deS„Vorwärts" nichts erreicht worden wäre. Zur Untersuchung der im„Vorwärts" vorgebrachten Beschwerden erschien dann in der Anstalt auch der zuständige Kreisarzt, und er forderte die Pfleglinge auf. ihm ihre Klagen mitzuteilen. Ohne daß zu der Unterredung die Aerzte hinzugezogen wurden, konnten sie ihm die Zustände schildern, die den ersten ,�?orwärtS"-Artikel vcran- laßt haben. Dt« Pfleglinge hoffen jetzt bestimmt, daß Besserung eintreten wird. Sie heben als ein erstes Anzeichen hervor, day sie schon an dem Tage dieser Untersuchung zum Mittagessen statt Wasser ettva etn Achtel Liter Milch als Getränk erhielten. Tie Wiederholung des MordprozesseS Liebknecht-Luxemburg vor einem„zuständigen Volksgerichi", über dessen Zusammensetzung, Verfahren und RechtSgarantien leider nichts gesagt wird, fordert unter Protest gegen das erste Urteil die Orisgrnpp« Tempelhof deS Deutschen Eijenbahner-Vcrbandes. Ein Ä2 jähriger Raubmörder. Am Freitogabend traf der Kanonier Sontwoski in Deutsch- Wusterhausen auf der Straße mit dem 22 Jahre alten Stall- schweizer Max Stuck zusammen. Stuck prahlt« mÄ Geld und zeigt« auch einige Tau-sen dmarkscheine. Bald noch diasem Zusammen- treffen erfchionen im Ort die Abendzeitungen. Die Braut des Kanoniers las den Bericht über den Raubmord in der Lothringer Straße. SontowSki suchte Stuck Wied«, traf ihn auch nochmals mit seinem Fahrrad, bat ihn, ihn ein Weilchen sichren zu lassen und fragte ihn dann, ob er ihm nicht 5 M. leihen könne. Stuck war gleich bereit, erklärte auch sofort, daß er auf die Rückzahlung ver- zichie; er besitze Geld genug, nachdem or in Berlin ein„Ding ge- dreht" habe. Der Kanonier-fand seinen Verdacht nun bestärkt und begab sich zum Gemeindsvorsteher. Als er-den nicht antraf, meldete er unverzüglich seine Bevlachtungen und seinen Verdacht seinem Hauptmann. Dieser beauftragte sogleich Sontowski und drei Käme- raden, den Verdachtigen ausfindig zu machen und festzunehmen. DaS gelang aber erst Sonnahend morgen. Stuck hatte durchblicken lassen, daß er zu einem neuen Unternehmen wieder nach Berlin fahren werde. Als er dann morgens hinauSvadelte, wurde er von den Soldaten ergriffen. Diese sagten ihm das Verbrechen auf den Kopf zu.«Er ergab sich ohne jeden Widerstand in sein Geschick, ließ sich ahfnhrs?i, versucht« auch nicht zu leugnen, erzäblte schon den Soldaten stückweise den Hergang und gab 8000 M. unterwegs einem Kanonier, damit er sie seiner Braut übergebe. Dieser hatte Stuck ein seidenes Kleid und ein Paar Lackschuhe geschenkt. Strick wurde nach dem Berliner Polizeipräsidium gebracht.— Das erste, was der Mörder getan bat, war. daß er für sich einen neuen� Anzug, eine goldene Uhr mit goldener Kette und anderes mehr, für� seine Gesiebte das seiden« Kleid und die Lackstiefel kaufte. Er mutz also ! eine erhebliche Summe ausgegeb en haben, aber.immer noch lange ! keine«4 000 M. Nur etwas Über 3000 M. fand man bei ihm außer den Goldsachen. Endlich! Auf Grund de-S§ 9a des Gesetzes Über den Belage rungszusland ist das Fortbestehen der Spielklubö verboten. Der Polizeipräsident kann aber noch immer Klubs, die streng geschloffen.- Gescllschoften darstellen und alles vermeiden, was nach außen An stoß erregen könnte, den Kl übbe trieb äuStrahmSweif« gestatten. Der Partrikritiker Herbert Berger wünscht mitzuteilen, daß er 24 Jahre alt und seit l-A Jahren Parteimitglied sei, sowie daß er sieh notwendiger Parteiarbeiten nicht entzogen habc� Belege für diese Angaben beizubringen, lehnt ec ab. Er hat also nicht in iingendlicher Unüberlegtheit, die eigene Partei vor ihren 1 Gcgjietn herumergerissen und Interna aus einer Parteiberalung in verdrehter Weise in die Oesfentlichkcit gebracht. Am Montag, den 26. Mai, fmdct die Juristische Sprech- stunde von 3 bis 5 Uhr statt. Nneutgeltliche Rrchtsberatung für KriegSteilnebmer nud Soldaten DioitttagS und Freitag?. nachmiiiagS von SK, bis 61/« Uhr, Lindemtr. 114, 1 Tr. rechts, Sozialdemokraillche« Sekretariat für militärische Aufllärung. Funkilonäre deS Siemens- Konzerns k Morgen Montag, nach- mittags 41/, Uhr: 5l onterenz aller an! dem Boden der S. P. D. stehenden Vertrauensleute im Lokal zur Schleuse am Bahnhof Jungfernheide. Ericheinen dringend nokwendig. Mitgliedsbuch legitimiert. I. Zl; Der Obmann. K. Trebut. SchSneberg. Oeffentliche Sichtbilder-vortrSge: Aula Barbarossa Pias morgen Montag, ß Uhr. nur für Männer, Dr. R o e s ch m a u n: ..DaS«RelchlechiSleben und seine Nejabren". Dienstag, 8 Uhr. nur für grauen. Dr. Max Hirsch:.Die Frau mid die Geschlechtskrankheiten Gro�-Bcrliner Lebenswittel. Berlin. 125 Gramm amerikaniiche Schweineslesschprodukte 20 Ps. teurer. Bis Mittwoch im>23. und 229. BrotkommiigouSbezirk! 125 Gramm Stäke. 3 Suppentaleln(29), 100 Gramm Teigwaren(30), 150 Gramm Haferflocken(31), Abschnitte vom 25. bis 28. Mai in de» GeschZiten abzugeben. Charlottendurg. Marmelade 500 Gramm(St). Wistengrletz 150 Gramm(29). Hafeniährmlitel 150 Gramm(31) Röncherwaren>/. Pid. �(223, 217, y, g,' 217 und g vorzugsweise!. Pudding(230).- Ametttanitz!,: > Schwkinefleilckvradulte 125 Gramm(231), Ausländisches Weizenmehl 250 Gramm(232). Für Jugendliche Husei flocken 100 Gramm(34). Ausländ! scheS oder inländisches Weizeninedt L50 Gramm(N 4). Ttrgtttz. An Stelle der fehlenden 2 Pfund.Kartoffeln biS 27. Mai; 200 Gramm Kartoffelmehl und 200 Gramm Haferflocken oder Suppen (21 ck. 21 e) Wilmersdorf. 250 Gramm cmSlgnditches oder inländische« Westen» «ehl(8! 4). 500 Gramm Stumldontg(24, 25). Siixftosf(21. 22). Teniprlhos. 600 Gramm Graupen(19, 20, 28), alS Karioffeleriatz. 200 Gramm Grieß(2-2(1, e). Viarieiidorf.•/, Pfö. Bokinen mir immer aus die.Hälfte der Karten In den Kemerdetaden. 2i— D-am Moniag. G— H am DtenStag. I— N am Miliwoch, C—® am Freitag, T— B am Sonnabend, N— Z a-n Montag. Lichtenberg. 20'i Gramm Westengrietz(28), Pjd. Räucherwaren (359), frische Flug- und Seefische, markenfrei, gegen Lichtenbcrger Karle. Voranmeldung für Heringe(Kundenliste, 360).— Bis 26. Mai Käse l> Händlern, deren Name mit IV beginnt(Speiseieltkarte). Zuckeraiimeldu!- (854) bis 30. Mar.— Schellfisch, Psund 1,15 MS 1.55 R.(vier Sorten).-- . Kabeljau. Bfund 1.30 M. und l.üö M. Im Ausschnitt 2.80 M Auch sonstige Fisch arten billiger in den städtischen Fisch ha Isen und Fisch» und , Räucherwarenhandlungen mit Plakaten. Markt« und Stratzenhändler führrn diese billigeren Fische nicht. Stralau. Sonnabend 600 Gramm Marmelade(83), 200 Gramm Nudeln(29, 30). Abschnitte bis Mittwoch. Grsß-Serlmer parteinachrichten. Achtung. Geuosiinna»! Dienstag, abend« 7 Uhr, im ehemaligen Herrenhaus, Leipziger Siratze, Zimmer 20: Wichtige Kons e- renz der F u n I t i o n ä r i n n e n Groß-BerlinS. Alle Genosfivneu. die in der Parteibewegung tätig find, müssen anwesend sein. Der Bezirksvorstand Berti», f»., 6., 7.,».«. 1?. Abteilung. Morgen Montan, avdS. 7>/, IIa- Frauenabend im Lokal von Schwachenwald. Bärwaldsttasie, Ecke ffineiscr.au» slratze. Reserent: Genosse Dr. Eduard Heimwrn über.Sozialisierung-. 20., 41 und 22. Abteilung. Fiauenabeiid bei Stessens, Lands- berger Allee ISl,. Rejerenlin: Sladlv. LieSbeth Ziiedger. 27. Abteilung. Fraricnobeiid am Mittwoch, Schulaula, Rupptzr:: Strahe. Rrserentin: Stadtv. LieSbeth Riedger. -tK. Abteilung. Dienstag. 7'!, Uhr, Schul mla. Pappelallee fl jv~ Referent; Genosse Kreuzrger: lSoztatdemokiatie und Enlentesrieden. i'i., 43., 40., 47. und 48, Abteilung. Morgen Moniag, abeni: 7 Uhr. Schulanla. Osiender Strohe 87/39. Zweiter Vortrag de« Vorwärt: RcdnklrurS ffieuossen Wermnii» über»Die auskommende Grobindustrie--. Giirnbahne». Ter ÄrbeilSauSschutz und die KommbsionSmitgliedee s2 Heimkehr. Nach den Tatsachen erzählt von Franz Werner. Der Pristaw statte ja immer noch die Augen und die Nase zugekniffen, wenns galt, beim Wasilij nach dem Rechten zu schauen. Und jetzt, in dieser verrückten Zeit mit ihren gar zu blöden Verordnungen, wurden nur die ganz Duinn:en und Renitenten beim Schöpfe gepackt.—„Du bist: erhaftet!" brummte der Pristaw Henry entgegen. Und der dicke Wronnin hatte ihn auch schon am Arm.„Was gibts denn, was ist los?" wiederholte Henry.„Komm nur! Wirsts schon wissen und weißt Dus nicht, dann wirsts schon ersah- ren," war die Antwort des Dicken.„Schon gut, ich komme," meinte Genrich, und„Wasilij, Du wirst Dich dann mal bei mir sehen lassen, leb wohl, Djadjenka, auf Wiedersehen, Tjotjenka!"-- Am nächsten Tage früh kam Wronnin an den Hof. wo gerade Sonja die Kuchenbleche reinigte, auf denen Henry gestern Obsttorte„a la Kranzler, Berlin" gebacken hatte und iprach lange und mit gedämpfter Stimme. Wasilij war schon früh zum Pristaw gelaufen und als er heimkam, fand er Sonja fassungslos auf dem großen Geldkoffer sitzend.„Ja. ja. die Deutschen, diese tollen Kerle, sie machen doch nichts Gute?: wenn sie nur erst alle weg wären, diese „HaltS Maul, Altel" fuhr Wasilij sie an.„Genrich ist mein freund. Er wars nicht, säge ich! Er kommt wieder! sage ich. Und der Ternoff wars selber, sage ich und alle sagen das. Genau wie damals. Weißt noch, letzte Allerseelen? Weißt noch? Und damals war Genrich gerade in Wologda auf zwei Monate, aufm Bau, bei der elektrischen Fabrik, sonst bätten sie ihn auch schon damals festgenommen, die! Halunken. Und weil er nun hier ist und weil er was ver- steht von elektrischen Leitungen und weil er ein Deutscher ist. ein Gefangener, der mal dann und wann in der Muni- tionsfabrik was hat arbeiten müssen, weil sies selber nicht verstanden,.weil das alles so ist. da muß er, gerade ers ge- Wesen sein. Und er wars nicht, sage ich! Und er kommt doch wieder, tage ich Dir, Alte. Genrich ist mein Freund I Der Ternoff warS, sage ich. er warS selber, der Halunke, gerade wie auch damals. Alle Welt sagt eS so, und seine Helfer waren alle verschwunden. Nun soll der Deutsche. der AllerweltSdeutsche dran glauben."— Sonja beulte immer noch. Sie holte heulend den neuen Brennkessel aus seinem Versteck und tat dem Genrich Abbitte im Stillen, daß sie auch nur einen Augenblick dem geheimnisvollen Geschwätze des dicken Wronnin glauben konnte.— Alle schimpften auf die Deutschen, mancher Gefangene mußte dies erfahren, alle mühsam von ihnen errungenen Freiheiten waren vorläufig verloren. Alle ohne Ausnahme mußten büßen dafür, daß Genrich. der AllerweltSdeutsche, sich hatte dafür gewinnen lassen, die Munitionsfabrik des reichen Ternoff in die Luft zu sprengen.— Ja, ja, diese Deutschen. Wie lange mag das alles wohl noch dauern?!— Es war Sonntag. Zwei Wochen war.Henry schon fort. „Ej! Wasilij! Guten Morgen, Wasilij, Djadjenka!"„Halloh Genrich! Alte, Alte! Der Genrich!"—„Zum Tode verurteilt und schon wieder da! Mach da? mal nach, Wasilij. ZIber Ihr Russen hier seid ja mit Ausnahme des Ternoff zu große Rindviecher. Den Attentäter laßt Ihr laufen und den Gen- rich wollt Ihr an den Galgen bringen. Und selbst das kriegt Ihr Schafsoolk noch nicht mal fertig. Ich glaube aber, daß die Sache dem Ternoff noch viel Geld kostet, die Mäuler zu stopfen, die Angeber unschädlich zu machen. Das kostet ihm mehr, viel mehr, wie die Versicherung ihm zahlt und mehr wie das, was er für nicht gelieferte Munition bezahlt be- kommen hat. Man läßt nicht locker! Und ich? Weiß ich, wie lange das hier bei Euch, wie lange der Krieg noch dauert? Wenn ich ein schafsdämlichcr Muschik(Bauer) wäre, könnte ich für den Frevel solcher Halunken nicht als Büßer fortgeschleift werden. Aber ich ibn leider kein Muschik, und ich werde es wohl noch öfter erleben, daß man mir den Galgenstrick vor die Nase hält, wenn der verfluchte Krieg noch lange dauert und wenn ich noch öfter solche verdammte .Herenarbeiten machen Muß." Er blickte um sich und fuhr dann fort:„Jetzt weiß ich auch, warum der Ternoff drauf bestand, daß seine Klingel- leitung von solidem Kupfcrdraht hergestellt werden sollte. Mit Klingeldraht, wie ich ibn hier bei Euch für die Spitz- bubensignale verwendet habe, wärS freilich gar nicht oder doch nur schlecht gelungen. Und auS Wologda brachte ich den teuren, seltenen Kupferdraht für den Halunken mit, weil-" damals eben mit dem Klingeldraht nicht ging, den ihm ein anderer Schafskopf hatte legen müssen! Beim ersten Krach. bei dem ein kleiner Schuppen und ein Mann zum Teufel gingen, war auch der Klingeldraht nach all den anderen Schuppenräumen zu früh futsch gegangen. Ja, ja. Djad jenka, so wirds gemacht, so kommt man flugS an den Galgen.- Aber— hols der Teufel!-- ich fasse nichts mehr an und wenn der Krieg Ist Jahr noch dauert!— Schade, daß ich nicht Chef von der Ochrana(Geheimpolizei) bin, den Ternoff würde ich mit Brot und Kumyschka schon zum Geständnis bringen.— Inzwischen habe ich aber gewaltigen Hunger ge kriegl und Läuse dazu. Schau her Sonja, wie sie krabbeli. Aus Eurer Bude stab ich Euch die Biester mühsam rausge- jagt, und nun bring ich Euch dafür kaiserlich russische Gr- fängnisläuse wieder. Aber eS soll keine lebend ins Hau? kommen. Meine Zelle, in der ich lag, hat keine Laus mestr aufznweisen. Ich stabe sie alle„interniert". Gips. Petro leum gab mir der Wärter und nen alten Löffel. Gute Rasie wars. Schau her, Tjoti-enka. die drei hier tu ich in Spiri tuS, als Andenken. Gute Rasse! Kaiserlich russisch.— Laß gut sein, Tjotjenka Sonja, nachher backen wir Berlin«- Pfannkuchen, und dann sollt Ihr mehr hören von dem Er- plosionsschwindcl." Und Henry nahm die Mundharmonika und spielte ein Spottlind auf die schwere Not der Zeit.- Frau Sonja machte Henry ein Bad zurecht, im„Admi ralSgartenbad a la Berlin", wie er die selbstgebaute Bade wanne nannte.-- Ach, und noch so manches hatte Henry ins Haus hineingezaubert. Er hatte»och so viel Zeit, jo lange. Und als sich dann so gar nichts mehr im Hause ver bessern ließ. alZ. alles gut und' fein und„deutsch" war, da hieß es plötzlich: Frieden!— Wirklich? Ja. wirklich! Der dicke Wronnin trugs von SauS zu Haus, und alle Germanzy waren außer sich vor Freude.— Hurrah, Deutschland, Deutschland, über---- Henry blies es auf der Mundhar monika, und Wasilij und Sonja wollten e» iwmer noch nichi glauben. Oft schon hatte Wronnin so etwas geschwatzt. Nein! aber diesmal war es wahr, ganz bestimnit.--- (Forts, folgt.) versammeln kch am Rontag, 4 Ufir nachmittags, im Dessauer Karten, Deflauer Strazc. Gäste willkommen. Jlmrau, Obmann. Beamte. Nnirn stellte und Hilfskräfte der Gemeindcbebördcn «Äroti-Berlins. tüSorgen Montag, 7 Uk>r, Stadthalle, Eingang Kloster- Itraße. am Ilntcrgriindbabnhof. groß» öffentliche Versa nrm Inn g. Gcharlotteiibuvz. Rorgen Montag, abends 7 Uhr, im Lokal von Arndt, Aanlstr, öt: g r a N c n o e r sa m m l u n g. Vortrag der Schrift- ilellcrin Etta Federn. Zteglt«. Morgen Montag, v Uhr: Mugblattverteilung von den Bezirks- lokalen aus, Dienstag. � Uhr, im Gymnasium Heefestratze, Klaffe O II O, R ednerkurfuS G Abende. Preis Lehrer: Genosse Möglich, Anmeldungen in bcichmnkler Anzahl Schildhornstr, lt. Weitere Dis- kulfiensabendc jeden Moi?:ag. Thema für die nächim drei Montage: „Was ist und waS will der S o z I a l i s ni u S Der Bildungsausichilsi Niedcrfchiineweide-Ihohaunisthal. Fraueuveriainnilung am Diens- tag, 7'?- Uhr, Schulaula. Safselwerecr- Ecke Berliner Strasie. Thema: „Tie Frauen im neuen Teutschland". Rejerentin: Sekretärin Todten- � Göpenick. Morgen Montag, vünkütch 7'/, Ubr, im Stadt-Thcater: Oenentlichc Derlammlung, Genosse Julius Kaliski spricht über: Produktionsaufbau und Arbeiter röte". »ieinilkendvrf-Ost. Dienstag, 7 Uhr. bei Sadau, Residenz« , trage 12i. Mitg I i e d e r v e r I n m m l u n g, Bortrug über Rätesysteni. Bercinsangelegenheiten und Ber-schiedcnes, Friedrichsbagen. Mittwoch, 7>/z Ubr, in Scholz Bierhallcn, Friedrich itr, 81, Generalversammlung, Bericht und Neuwahl des Vorstandes, Bericht von der KreiZ-GeneralverfammIimg,— Freitag, 7'/» Uhr, im gleichen Lokal Frauenab end. Borirag der Seno'sin S chZe ibenhubcr- Lichtenberg, Sichlerfeldr. Mittwoch, 7 Ubr, bei Fleischer. Bäkcstr, 7, Frauen- L e s e a b e n d. Vortrag dcS Genossen Dr. F l a t o w über»Fugend- sürsorge". Treptow. Frauculcseahend bei Ebert, Graetzsir. l, abends 7>/. Uhr. Vereine unö Versammlungen. Berliner Arbeiter� Schach kl» b. Hünmelsahristag-Ausilug, Vormittags: Besichtigung der Bangenossenschast„Freie Scholle". Nachmittags: Spiel im„Strandichlosi" in Tegel mit dortigen Gcnoisen, Absabrt vorm, 8.07 Stettlncr Vorortbahnbos nach SSctdmannslust. Nachzügler 10 Uhr dort bei Kuchenbecker. Vaidmaiinsstraßc, Abteilung?! e n t ö I! n I am 3. Funi, abends 7 Uhr, sei Gülig, Donauftr, 105: I. Vortrag ani Denionstrationo breit, 2. Problcinlöuiugslurnicr in 2 Klanen(2 BücherDrei'cV 3. Simultan- vorstellnug in 2 Klanen, Gäste herzlich willkommen. Obleuteiitzung Sonnabend, 7 Ubr, im„Logen-Restaurant", Kleine'Zluguststrasie 14.— Allgemeine Faniiliciiiterbekasie. Heute Zahl- und Ausnabmetag von 3— L Uhr in den Restaurauls Gerichtstr, 12/13 und Buckower Str. 14.— Zentralstelle für Einigung der Sozialdemokratie. Karlshorft. Dienstag, 8 Uhr, bei Kur, mann. Ecke Piinz-Hcinrlch» u. Wildenstciner Slratze, —»Bund tozialistischer Kirchenfreunde�. Ritgli-dervertammlung ani Mittwoch,>�8 Ubr, Restaurant„Wilhelmsbos", Anhaltstr. 12. 1. Satzungen. 2, Bortiag von Frl. L. Stöckcr:„Unsere Forderungen an die Kirche", Bc- sprcchung, 3. Verschiedenes, Gäste willkommen, flus alier Welt. Bulkanausbruch in Hollrindisch-Zndie». Haag, 24. Mai. Wie das Niederländische Korre'pondenz-Blt- reau amtlich au» Hollündisch-Jndien meldet, hat am 20. Mai ein Ausbruch des Vulkan» Ä l o e t im Bezirk «rengat stattgefunden. 20 Dörfer sind vollständig. 6 Dörfer zum Teil vom Erdboden verschwunden. Im Bezirk Ular sind 11 Dörfer teilweise zerstört. Die Zahl der Toten und Ver- mixten wird auf 16 060 geschätzt; zahlreiche Personen sind geflüchtet. In Urar sind bisher 157 Leichen gefunden worden, Munitionslager in die Luft geflogen. Brüstet, 24. Mai. IHavasmeldung.) Gestern nachmittag sind auf einer Strecke von mehreren Kilometern zwischen Bailleul und Steenkerke SchiexbedarfSlager aufgeflogen: die Erplosionen dauerten mehrere Stunden. Man befürchtet unter den chinesischen?lrbeitern schwere Opfer. Au» Gent werden gleichzeitig Explosionen in den Schieß- bedarfSlagern von O u a t r e ch t gemeldet: der Bahnverkehr Gent- Brüssel ist unterbrochen. rftuto Belohnung. Armer •5UlC Schneider hat am 24. 5.. i-üh7>/-Ubr.zwischen Spandau. Dest- Wustermark einen Seh» roct-Slnzug im Aug Z. Klasse liegen lofjin Cyrliaier Zlnder o-irb gebeten bei Jordan, verN», jranzstr. 12, vorn 4 Treppen, abzngeben. 28738 4-10.1.1»,� + Rote Kreuz+ �iü-Loitsrle ü 7S5I GiftfgewinHe Mk. 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Es entfallen auf den«hschultl 29»er allgemeinen Cebcasmifleltaclc Set Stadl Berlin 3 Znppcntafeln, auf den«bichnin 30 100 Gramm Teigwaren. und auf den«bschut« 3k ISO Gramm Haferflocken. II. Unter Ausschluß nachträglicher Annahme sind die An. Meldungen vom Sonulaa, den 25. M Millmoch, den 26, zugeben. III. Die Kleinhändler haben die Anmeldeabschnitte zu den oben ausgerufenen Rummern bei den Großhändlern am 30. Mai 1919 abzuliekern. IV. Ziicht abgeholte Ware verfällt mit dem 30. Juni 1919. Berlin, den 24. Mai 19>9, Rä. 3703. Magistrat. uonlag, den 23. Mal, bis zum Mal 1919, bei den Kleinhändlern ab- Bekanntmachung. Der Betrieb der Geichoßfabrik wird am 26. d. M, in den Gewerken D 1 iMisdiinemnehterei). 13 3(Gasanstalt) und 4 (Matrrialverioaltungt wieder onsaenonunen. Die Died-r erösfnung weiterer Betrieb- in beschränktem Umfange eesolgt im Laufe der nächsten Woche. 36D Spandau. 24. Mai ISIS. JEDE SORGE wegen schadhafter Dächer beseitigt AiVIBI, Abt. 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Die Folge dieser riesigen Nachfrage ist natürlich, daß die Mietspreisc immer höher werden und schon heute für weite Kreise beinahe unerickwinglich sind, daß insbesondere die kleinen und mitt- leren Einkommen durch die Mietsausgaben in einer Höhe bc- lastet werden, die voltswirtschaftlich als ganz ungesund be- zeichnet werden muß. Alle weiteren, vielfach in den Zeitungen beklagten llebelstände ergeben sich aus diesen Um- ständen von selbst: das Vermieten von Wohnungen unter der Hand an den Meistbietenden, das Entstehen eines förmlichen Zwischenhandels in Wohnungen, das Verwenden von Wohn- räumen für andere, eindringlichere Zwecke. Angesichts dieser Uebelstände kann mit einer Politik der kleinen Mittelchen nichts Durchgreifendes erreicht werden. Was nützen die schönsten Wohnungsnachweise und Wohnungs- ämter, wenn bei ihnen keine Wohnungen angemeldet wer- den! Was nützt die Herstellung von Notwohnungen, deren Anzahl immer nur eine beschränkte sein kann! Es ist not- wendig, das Uebel an der Wurzel anzufassen. Die Wurzel deS Uebcls aber liegt darin, daß man immer noch die Woh- nungsfrage als eine rein zivilrechtliche ansieht, als eine Frage, die nur durch Einzclvereinbarungcn zwischen Vermieter und Mieter gelöst werden kann und daß man immer noch den Verkehr mit Wohnräumen genau so behandelt wie den Verkehr mit irgend welchen anderen Gegenständen. An die Spitze seder Behandlung der Woh- nungsstage gehört der Satz: Jeder Mensch hat ein Recht auf Wohnung! Kann diese? Recht auf Wohnung infolge Ueberwiegens der Nachfrage über das Angebot nicht in wirtschaftlich zuverlässiger Weise sicher- gestellt werden, so haben die öffentlichen Gewalten ein- zugreifen. Es muß also eine st a a t l i ch e und städtische Wohnrurgspolitik in größtem Stile betrieben werden, und zwar schnellstens, damit die Unterlassungssünden der Ver- gangenheit so schnell als möglich k�seiiigt werden. Wenn man nur ernstlich will, kann diese Wohnungspolitik schon bei Benutzung der heutigen Rcchtsbehelse betrieben werden, auch ohne daß man sofort an die Sozialisierung des städtischen Grund und Bodens geht. Die Rechtsgrundlage bietet die Bekannt- machung zum Schutze der Mieter und die diese er- gänzende Bekanntmachung über Maßnahmen gegen Wohnungs- mangel, beide vom 23. September 1918. Hier sind eine Reihe von Vorschriften gegeben, die geeignet sind, bei ener- gischcr Durchführung eine vernünftige Verteilung und Aus- Nutzung der vorhandenen Wohnräume zu erzielen. Alle diese Vorschriften haben jedoch eine Voraussetzung: daß die Ge- meindc, die sie anwenden will, zum Notstandsbezirk erklärt wird. Es ist sehr verwunderlich, daß die Gemeinden von Groß-Verlin noch nicht sämtlich zu Notstandsbezirken erklärt worden und, obwohl das bereits seit September 19l8 möglich gewesen wäre; das sonst so rückständige Wilmersdorf war die erste und lange Zeit die einzige Gemeinde, die sich zum Notstandsbezirk hatte erklären lassen, und erst in neuerer Zeit sind andere Gemeinden nachgefolgt. Jetzt endlich hat auch Berlin selbst einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Erklärung einer Gemeinde zum Notständsbezirk hat im wesentlichen drei Folgen: a) Eine Kündigung von Wohnräumen ist nur zu- lässig nach vorheriger Zustimmung des Mietseinigungsamtes; b) bei Neuvermietungen von Wohnräumen kann die Ge- meindebehörde durch das Mietseinigungsamt den vereinbarten M i e t s p r e i s aus die angemessene Höhe herabsetzen; e) die Gemeindebehörde kann sich auch zu weiteren Anordnungen ermächtigen lassen. Was kann bei konsequenter Durchführung dieser Be- stimmunqen im Verein nnt den sonstigen Bestimmungen der beiden Bekanntmachungen erreicht werden? Zunächst können sämtliche in einer Gemeinde verfügbaren Wohnräume von der Gemeindebehörde erfaßt werden. Die Notstandsgemeinde kann nach 88 2—5 der Bekanntmachung über Maßnahmen gegen den Wohnungsmangel untersagen, daß bisher als Wohnräume benutzte oder dazu bestimmte Räume zu anderen Zwecken benutzt werden. Die Gemeinde kann serner eine Anzeigepflicht für alle unbenutzten Räume. gleichviel ob Wohn- oder andere Räume, einführen und Wohnungsuchende in diese Räume einweisen. Die Gemeinde kann schließlich verlangen, daß ihr unbenutzte Fabrik- und Geschäftsräume zur Herstellung von Wohnräumen überlassen werden. Alle diese Maßregeln, energisch und um- sichtig durchgeführt, sind sicherlich geeignet, einem Teil der Wohnungsnot abzuhelfen. Eine durchgreifende Abhilfe jedoch kann nur geschaffen werden, wenn noch zwei Maßregeln hinzukommen, die die ganze Wohnungspolitik erst in ein ge- schlossenes System zu bringen geeignet sind. Zunächst mutz sowohl der private Zwischenhandel als auch überhaupt die private W o h n n n g s v e r t e i l u n g aufgehoben werden. Daß der jetzige Zustand, wo Wohnungsuchende Hunderte von Mark zahlen müssen, um überhaupt eine Woh- nung nachgewiesen zu bekommen, und wo geschäftstüchtige Elemente die Unistände ausnutzen, um Wohnungen zu hamstern und dann gegen entsprechend hohe Provision zu vermieten, unhaltbar ist, darüber dürfte kein Wort zu verlieren sein. Eine wirkliche städtische Wohnungs- Politik ist aber auch undenkbar, wenn die Vermietung weiter in der Hand der Vermieter bleibt. In der Hand der Gemeinde muß ausnahmslos die gesamte Vermietung der Wohnräume zusammengefaßt werden. Dazu aber muß die Möglichkeit kommen, daß die Gemeindebehörde im Notfall auch über bereits bewohnte Wohnräume verfügen kann, wenn diese nicht gehörig ausgenutzt sind. Selbstverständlich sind die Uebertreibungen, die dieser Satz in Rußland, in Ungarn und einige Tage lang in München erfahren hat, nicht zu billigen: aber der Grundgedanke ist durchaus gesund und muß in Zeiten der Not in vernünftigen Grenzen durchgeführt werden. Es kommt dabei weniger auf eine Art Ein- quartierung heraus als auf die Teilung besonders großer Wohnungen. Die ganze städtische Wohnungspolitik ist aber praktisch nur möglich, wenn sie in geeigneter Weise unterstützt wird von den damit betrauten Behörden, dem Wohnungsamt und dem Mieteinigungsamt. Insbesondere das Wohnungs- a m t kann bei der wichtigen Stellung, die es einnehmen soll, nicht wie bisher fast überall nur rein bureaukratisch ar- beitcn. Nur unter Mitwirkung aller Interessentenkreise, ins- besondere der organisierten Mieterschaft, kann hier Ersprieß- liches geleistet werden. Um eine wirkliche Fühlung mit allen in Betracht kommendkn Faktoren zu wahren, ist neben einer Zentralisierung der Leitung möglichst für ganz Groß-Berlin eine Dezentralisierung der Verwaltung derart einzuführen, daß jedes Wohnquartier seine eigenen Fragen selbständig, und zioar unter Mitarbeit aller für dieses Quartier in Be- tracht kommenden Persönlichkeiten und Institutionen bear- beitet. Noch ein besonderes Wort für die M i e t e i n i g u n g s- ämter. Das Vertrauen weiter Kreise der Bevölkerung fehlt ihnen noch. Soweit Berlin selbst dabei in Frage kommt, liegt das zum Teil an rein organisatorischen Dingen. Es geht nicht an, daß für eine Stadt wie Berlin ein Mieteinigungs- amt, vor dem ja doch die Parteien sich meistens selbst ver- treten, für den ganzen Stadtbezirk existiert. Dadurch wird eine solche Usberfüllung erzeugt, daß die Parteien ohne�wei- teres zu dem Glauben kommen können, die einzelne Sache würde nicht mit der nötigen Sorgsalt behandelt. Nptwendig ist daher Vermehrung der Mieteinigungsäinter und Verlegung in die einzelnen Wohnquartiere, die sie zu bearbeiten hoben. Das ist um so notwendiger, als den Mieteinigungs- ämtern bei energischer Durchführung der städtischen Woh- nungspolitik neue große Aufgaben zufallen, da sie geradezu ein Regulator für die Höhe der Mietpreise werden. Ob dann die Mieteinigungsänrter in ihrer jetzigen Zusammensetzung, insbesondere unter dem Vorsitz eines Juristen, bleiben können oder ob nicht vielmehr hierfür besondere, anders zusammen- gesetzte Kammern zu bilden sind, müßte wohl noch erwogen werden. Bleiben muß allerdings, wenn nicht die gesetzlichen Vorschriften geändert werden, die Zusammensetzung der Miet- einigungsämter für ihre Spruchtätigkeit. Auch diese wird ja umfangreicher werden, da künftig in allen Fällen die An- rufung des Mieteinigungsamtes, und zwar durch den Ver- mieter notwendig ist. Da die Mieteinigungsämter insbeson- dere über die Höhe der Steigerungen zu befinden haben, dienen sie auch hier als Preisregulatoren. Wenn sie dieser Aufgabe bisher sich nicht gewachsen gezeigt hcchen, so liegt das daran, daß sie sich bisher viel'zu sehr als reine Gerichte und zu wenig als soziale Institution gefühlt haben. Der Grundgedanke bei Schaffung der Mieteinigungsämter ist eben ein soz'aler gewesen: und dieser Grundgedanke wird verwischt, lvenn sich die Angehörigen dieser Aemter lediglich als Richter und nicht in erster Linie als soziale Vermittler fühlen. Ent- weder also wird der ganze Geist in den Mieteinigungsämtern in dieser Richtung umgewandelt, oder ihre Wirksamkeit niuß durch bindende Richtlinien so eingeengt werden, daß Sprüche wie ein Teil derjenigen, die heute gefällt werden und Er- regung in weite Kreise der Bevölkerung getragen haben, un- möglich werden. Dazu gehört insbesondere die Festlegung einer Höchstgrenze für Mietsteigerungen und einer Höchstgrenze für die Belastung des Gesamteinkommens des Mieters durch die Miete. Schwierigkeiten werden bei der Festsetzung von Höchstsätzen nur entstehen bei Wohnungen mit Zentralheizung und Warmwasserversorgung, wo allerdings auf die steigenden Kohlenpreise Rücksicht genommen werden muß. Und hier gerade kann der Anfang gemacht werden mit einer Institution, die geeignet ist, das ganze Wohnungswesen auf eine neue Grundlage zu stellen, nämlich mit der Hausver- Wallung unter Beteiligung der Mictcrschaft durch Mieter- röte. Bei der Vettvendung der für ein Haus oder einen ganzen Häuserkomplex zu liefernden Feuerung, aber auch in allen anderen Fällen bei der Verwaltung der Häuser, der Vornahme von Reparaturen, bei allen sonstigen den Mietern zu bewirkenden Leistungen sollen diese Mieter selbst mit-. wirken. Die Organisierung der Mieter in dieser Form, wobei den Mieteinigungsämtern die Rolle der Aufsichtsbehörden zu-, fällt, wird entscheidend sein für die Zukunft des Wohnungs- Wesens und der Wohnungspolitik. Gelingt es, hier lebens- fähige Gebilde zu schaffen, die ohne radikale Uebertreibungen fruchtbringende Arbeit leisten, dann wird von allein eine Um- stellung des ganzen Wohnungswesens von der privatkapita- listischen auf die sozialistische Grundlage vor sich gehen. Und wenn diese Einrichtung ein Schritt in der Richtung auf die Sozialisierung des städtischen Grund und Bodens wäre, so wäre dieser Ekfolg nicht unerwünscht. UööTELLUN G VON D AMENKLEIDUNO/ KINTELKl tfrUNG UND DAMEN HÜTEN IM AU6ÖTE LLUN GZ 6 A A L E/AB MONTAG/DEN 26/ MAI/ chöohhepl EiOOLCH TIE82TZO0 BßEltE�TD/EeCUNC�/BDÖDEDJTD Opernhaas ii'/, unr: Die Walküre 1. und 2. Akt. 7 uhn Der Wildschütz. "Schauspielhäüs� 2 uhr: Krenzelselireliiep. 7 uhr: Coriolan. Volksbühne Theater am BUIowplatz. Dlrektlbn Friedrich Kayliier. i Uhr: Die Kelrr.t. VU Uhr: Pentheallea. Direktion Max Femtiardi □ eutsqhes Thecter. 7 Uhr; Hallet. Mlg. Wie es euch getfillt. Kammersplele, 71', Uhr: Der Star. Montag Vit Uhr: Der Star. Kloine» Schausplelhau» Vi,: Die Buchse der Pandora. Mlg 7>/, Btchse der Pandora. Theater i. d. KöniggrätzerStrajie Dir.: C.Meinhard- R. Bernauer Z Uhr; Fünf Frankfurter. Uhr: Der Biberpelz. (Frau Wölfl: Else Lehmann.) Mo.; tützen derGctclfsclialt. Dienstag: Musik. Mi.; Stützen der desellschaft. Do.: Stützen der Gesellschaft. Freitag: Her Bilic.pelz. (Frau Wölfl: l:lse Lehmann.) Sbd: Stützen der Gesellschaft. Stg. 3 Uhr; Fünf Frankfurter. >3: Stützen der Gesellschaft. Moniat-: Der Blherpelz. (Frau Wollt: Else Lehmann.) klvmSSiendauii an der Marschallhrücke 3 Uhr: Die Ehre. '/«SUhr; Feldhcrrnhügel. Montag: Erdgeist. Dienst.: Der Feldherrnhügcl. Mlttw.: Der Feldhcrmtaflgel. Donnerstag; Erdgeist. Freitag: Der Feldherrnhllgel. Sonnabend; Der Vater. (Ludw. Flartau, MatiaOrska.) Sonntag: Der Vater. (Ludw. Hanau, Maria Orska.) Munt.: Der Feldhcrrnhügel. Berliner Theater 3 Uhr: Die tolle Komtess. v.b uhr: Storno« dl« wieder leuchten. Trlanon-Theater. Bhl.Frledrichstr.Ztr.4U27.23M Kachm 4 Uhr kleine Preise: Äschenlirößel. Tä"1.8U Heute z. 26t. Male: Der gute Ruf. Schauspiel von Sudermann Resiöenz-Theater. Uniargrundb. KlosterstraD«, Ausgang Stralauer S trabe. Täglich 8 Uhr: Das iere Lstss. Schauspiel von Sudermann. Regle: Alfred Rotter. Walhalla-Theater. TS Uhr: Die kleine Sklavin. Rose-Theater. QröBter Lacherfolg! T.» Uhr: Ehe» IJrlaab. Musik von Jean Gilbert. Lülsen-Theater. 3 Uljc: Maria Maybafena. JV,: Simualifle tihtfiUtowg: M lasse m viÄl. Montau: Jugend. sz!Me!iZ.Gcelei •2 Juni: Die lichtscheu- Dome. Vaslno-Theater. ÜdlHrwa.£tc. 37. Ifiah'/�Uh:; •Tic Arrlin-r Posse Ter selige Hottschinoki. DaM«rstktafsiae GpeuiaNtäten. Eonntaq. Du ahnst es nicht. A YerlianiiilErFrMsliüIinefl Sonntag, den 25. Mai 1919, Nachm. 2-/2 Uhr: Deutsches Opernhaus: Preziosa Nadim. 3 Uhr: Bolksbühne: Die SeiraL Schiller-Th. CharlvUenburg: Ein Dolfsleinb. Lessing�heater: Der Staub der SabinerimteiL AUnstler-TH.: Mein Nachbar Ameise. Rls>bln,,.TH.: DyckerpcU« Erben Donnerstag, den 29. Mal (Kimmelsahrt), nachm. 2-/, Uhr: Deutsches Openihn»«: Preziasa. Slddim, 8 Uhr: ValfsbUhne: Die Heirat. Schiller-Th.: Ein Aolfsfeind. Wochentag, abend« vom 2«. bis 31. Mai: Volfsbühne: Der Umzug. Pen- thefilea. Das. I.«»«In»-Thento? Direktion: Victor Barnowskv 3: Der Raub der Sabinerinnen. V/t Uhr: Liebe. Montag; Dies irae. Dienstag: Peer Gyiit. Mittwoch; Dies Irae. Donnerstag: Der Blaufuchs. Freitag: Peer Cynt. Sonnabend: Letzte Vorstellg. vor den Ferien: Liebe. Sonntag: Beginn d. Sommer- Spielzeit. Gastspiel Guido Ttaielschcr: Charleys Tante. Montag; Charley» Tante. Dentsrhe» Künstler- Theater. 3 U.: Mein Nachbar Ameise. 7>/,: Das Sehloll am Wannsee. Montag u. folg Tage 71/, Uhr: Das Schloß am Wannsee. Sonntag, I. Juni: Beginn der Sommerspielzeit. M Male: M-mtag Zum Die Rutschbahn. Die Rutschhahn. Centrai-Theater Kommandantenstrall'" 57. JJrVDI&SEhfinstETon Allen. Dentnohci« Ovemhann 7 uhr: Die FiEhEnnsiis.: fWr.-VilhADSi. TiiealEF 3 Uhr: Das Orc'mitderlhaus. vtlf: Das Dorf ohne Gloeke. Kleines Theater. 3V, Uhr: Die NeuvcrmDhlteF. vi, uhr: Eömneltilättehen. Kbmlnehe Oper Schwarzwaliiinäilel. Vzncitnptelhanff v?/: Die spanische Fliese. Metropol-Theater. 3 Uhr; Wiener Blut. 7 uhr io: Die Faschlngslee. \e«e« Operettenhan» Die keiisehe Sosanne. Talaot-Theater Vi, Uhr; Die Q'schemlge. Die Frau ohne Beruf. Haupttreffer 33. D. Einbrecher. Hrhlller-Theat. Charl. 3 Uhr: Ein Volkefclnd. T«/, uhr: Alt-Reiieiberg. Thalln-Theater 3 Uhr: Pf.InlscFe Wirtschaft. 7'/.u.- Zur wilden Hnniniel. Th. n m Xollendorfplntz 3V> Uhr:*,er Juxbaron. 7 uhr: Die Pappe. Theoter de« IVeaten« 3 Uhr- Barbier von Sevilla. s uz Wo die Liebe hiiilülit. Theater d. Priedrlchstadt vi, uhn Meyers. Wallner-TUeater 3>/, U.: Gral von Luxemburg 7'. uhr: Geisha. Theater a. Mnserlor (fr. Sanssouci Kottb.Strch) Abend« 7'/, u. Sonntag nnchmlttn� 3 Uhr: ßlite Sänger 9 cliemal. Mlt�Tiod. d. Slettiner Sanper Blüthgen- Konzert. Beginn 7 Uhr. Vorverkauf 11— I Uhr. Sonnt, nachm. ermäll. Pr. Theater. Dir.: James Klein Friedrichstraße 218| ?',« Mai rv, Sonntags 3", u. T3/, 1 Gastspiel Ferdinand| Bonn I In seinen klassischer| Meisterszenen Klein- Kowa Wiens ISJShr. Soud<. I lOukrain.Tanzstcrnel 4Ethors"tspilTehe| Honita Horol d. Sjähr Spitz.-Tänz. I SovereipÄ£[ Rcmani-Trio�"-1 u. weit. Attraktionen!| Sonntags-V, ledi-r| i Erwachs. I Kind frei! 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Ädralrals-PaiasL 11 ute 2 Vorstellungen,, nachm. 4, abends 7:, U I Die neuen Ballette Im GespensterschloS Wiener Walrer außerdem t Revue< dttilrals'.sJno. | D. Rätsel d. Unbekannten, j Marie Madeleine D. TeeunlnnfstcnV'ub. Größter Lacherlolg! Die Kinopuppe -K SSTIONAl-THMTER# Konzert-Direktion Robert Sachs, W 50 Bluthncrsaal. Dienstag 27. Mai, abends 8 Uhr; Siwmalfcter tanz-JlfeesiÄ Olga Besmond Schleler.TSnze Rhythmische Bilder Vortrag von Fritz Böhme Uber nhythmographik Kart.2— I0M. Bote t Bock, Werthdm. Abendkass Konzert'Dtrekflon Hermann Wolf und Jules Sachs. Beethovenwanl. Morgen Moatag, T'/jUhr: Auf Wunsch! II, Tanzabend der 7jShrlg:i: Maryla Oremo. Am Klavier: Dora Brorabcrg-AazUannzy. Karten(pOPiSlgrS PrCiSC) Boc'kfwert hfuiaid Abc nd if SßüEtei Ms Bögoio Prenzlauer Allee 242/47 Prenzlauer Tor Jeden Mittwoch, Donnerstag, Sonnadenb u. Sonntag: Großes Garten Konzert. Großer Kall.. Rennen Berlin-Grunewald lllennen dos Uoion-Xlud) Z.I sx. 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Juni 1919 23. Juni„ 25. Ji 27. ji uni 1919 unl„ Juni 1919 14. Juni 1919 unl„ 17. Juni„ unl„ 19. Juni„ Eintrittskarten unentgeltlich im Sekretariat des Konservatoriums, QenthlnerStr. If. - Eintritt auch ohne Karten jcstatlet. OarEshcf Spsndouer 3)1«. Kanal n. Bahnhof Btussclstr. Jod, Shnntg. Cr. Konzert in allen 3 Silcn Tan/,. Verfin.-Park. Marion.- Th. 40 Ruderboote. W.Wiemer. NSkilelselcM gesiiA. Für daZ Arbciin-Zefre aciaf Hirfchbera wiich eine aui allen Gcbieien der Sozidlgesetzgebuttg licwanderfe. rediienich besSHigte.>?t Iflict. Merei.MflMmc. Filiale Berlin. In der Filiale Berlin sind zum 1. Juli 1919 die Posten der i ümMfimr neu zu besetzen. In Betracht kännen nur Kollegen tommen, welche mindestens fllnf Iabre gewcrtschdftiuh und voiuiich ocaanijlett sind und die Per» Hältnisse in der Filiale Berlin genau lennen. Bewerbungen mit Angabe der bisherigen Tätigteit sowie der Inaehärig» feit zur Organisation sind bis zum 7. Juni 1919 an da« Bn» reaii des Ber'oandea, Berlin SO 16. Meichisrstr. 23. pari.. zu richten. Die Anstellung e> se!gt nach den von der Vene» ruIoelsainnGung in Äiiizburg auszustellenden Grundsätzen. 133/17 Die Ortsuerwaitung. Tücht. Reiamache-, Masch: tauen, Anshilsemädchen. Ju eriraaen Im Ardkftsm der Stadt Berlin. Alteilung Tie L-ansversena! 123.1:!» Eichhoenstr. l. Llltzow gm, Be!leail>anelpi-tz S. StoL 1409. Zloppenstr. 1. M erander 2230. Paulsir. L Moadtt»1.34. Rücke rstr. 9. Norden 3793. Geöffnet 3—12. Zeichner gelernter Schristmaler, intiet dauernde Stellung iel Ä. ZJochsd), Tirmen- | schüdeefabcl?. S 14. SiUc Zak-bs». 72. 42.17 unQ StatilgieSeref�ö' Iii®. StdOlPoln. Liira.Siijilails s ö.£ U: Stahlwerk Weißensee. Berlin- Welßvnsee. 39T voiiml aus Pianos und Möbel stellen ein Gedr. Nlendort G.m.b.U, 269 Luckenwalde. Der moderne Anzug ist fertig am Lager in mehreren Farben und Preislagen Cutaways und Westen •gestreifte Beinkleider Sport- Paletots Ein- und zweireihige blaue Cheviot-Anzüge R. 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Er wies darauf hin, daft die Postamtsvarsteher durch die Beamtenausschüsse in ihren Arbeiten und Entscheidungen vielfach entlastet wären und immer mehr wurden. Jetzt erst komme zum Porschein, welche großen Miß- stände an vielen Stellen noch vorhanden seien. Daraus entstanden schwere Aufgabe für die Organisation. Daher sei es durchaus ge- recht, setzt auch von der Verwaltung eine gewisse Entlastung zu fordern, indem sie die Einziehung der Organisationsbeiträge bei .der Gehaltszahlung übernehmen. In diesem Sinne wurde be- schlössen: Um den Anforderungen der Gewerkschaften zu genügen. daß jeder Angehörige des Berufes die Möglichkeit zum Eintritt in die Gewerkschaft haben muß, wurde der Anschlußparagraph der sich sich gegen die Mitglieder des Oberschafftrccbundes richtet, gestrichen. BcrbandSsekretär Otto begründete ein großzügiges Verbands- reformprogramm, wonach die monatlichen Verbandsbeiträge auf S Vt. erhöht werden. Mit Wirkung vgm J. Juli wird die Witiven- lasse im Zeitraum von 10 Jahren abgebaut. In Zukunft erhalten die Witwen verstorbener Berbandsmuglioder ein erhöhtes Sterbegeld je nach der Länge der Mitgliedschaft. Aus dem Bericht über das ErgbniS der Post-Arbe i isgemeinschaft ist hervorzuheben, daß die Mttleren Beamten in Zukunft nicht mehr die Kerntruppe des Post- Betriebes bilden werden, sondern, daß dieser Betrieb allmählich in die Hände der unteren Beamten übergehen wird. Mit dem Bund der Oberpostschasfner, dem Verband der Lei- tungSaussehcr, dem Bund der Telegvaphenarbeiter, schweben seit längerer Zeit Verhandlungen wegen eines allgemeinen Zusammen- schlusseS, die Einigungs Verhandlungen mit den Oberpostschaffnern und den Leitungsaussehern erscheinen nicht aussichtslos. Seiner gewerkschaftlichen Tradition entsprechend legte der Ver- band von neuem ein Bekenntnis zu unbedingter Neutralität ab, indem er einstimmig folgende Resolution annahm: Der 8. Berbandstag der unteren Post- und Telegraphenbeamten erklärt, daß er als gewevkschafiliche Berufsorganisation ollen poli- nichen Parteien gegenüber unbedingt« Neutralität beobachten wird. Di« an sich wünschenswerte parteipolitische Betätigung ist die per- lonliche Angelegenheit des einzelnen und erfolgt im Rahmen der Parteiorganisationen. Die ftrage des Streikrechts der Beamten soll in engster Füh- lung mi-t den: Deutschen Bcamtenbund gelöst werden. Einer gründlichen Erörterung de» gesamten Beamtenproblems war der dritte Verhandlungstag gewidmet. Alle größeren Beamten- organisatronen hatten zu dieser Erörterung Vertreter entscmdl. Als Vertreter des Reichspostamts sprach Eeh. Oberpostmt Ouasdorf, der Oberpostdirektion Berich war der Ober-Poftdirektor Deh SÜn persönlich erschienen. Von den Ansprachen - verdient besondere Erwähnung die des Ober-Postinspek- .ors �.r. Tapfer, der im Nan-.en der höheren Beamten hervor- hob,„an Smndeshochmur und Standesdünkel endlich verschwinden miizten und daß die kollegiale Gleichberechtigung im weitesten Um- ränge anerkannt Wehrden müsse. In Zukunft werden sich Aendcrungen m der Stellung d«S Beamten zum Swat ergeben. Da es Sondrrvorrrchte für einzelne Schichten de? Volkes im dcmokratisäscn V-llSstaat nicht mehr geben fosl, ch bestand die Befürchtung, daß auch die besonderen Vorzüge der Bsamtenstellen fallen würden. Indessen auch der demokratische Volks staat hat da» gleiche Interesse daran wie der alte Obrigkeits- ? Pünktliches, unbedingt zuverlässiges, unparteiisches und geschultes Beamtentum bestehen bleibt. Wenn die neue Zeit J0"**-jkaalsbelnefie sozialisieren will, so kann' das nur durch Mftqiste emeS willigen und eingearbeite ten Be- a» i e n p.e r i o n» l S geschehen..Hatten im ObcigkeitSstaat die Beamten mancherlei Vorrechte, so sind die früheren Regierungen befsnders in materieller Hinsicht leider vieles schuldig geblieben. e�aS muß und wird im neumi Volksstaat anders werden. In Zu- kunft will auch das Beamtentum in engster Fühlung mit"W Volksseele leben und wirken. Dann werden auch die sticht tgsien Kräfte der Beamten von unten herauf bis in die obersten Spitzen hineingelangen können und dort wirken zum Besten der BolkSgesamtbeit. Gemeinsam mit der aufstrebenden Arbeiterschaft «vollen die Beamten unserer Schicht eine feste und zuverlässige Stütze des Staates fein und bleiben. Nach dieser mit stürmischem Beifall aufgenommetren Rede erörterte?lbgeordneter Koch-Essen ausführ- sich die Einzelwünsche der unteren Postbeamten und fordert« zum Schluß noch einmal in Uebereinstimmung mit Dr. Tapfer mehr ie Anerkennung auch des unteren Beamten als Mensch und Person. * Am letzten Verhandlungc-tage wurden folgende Entschließungen unstimmig angenommen: l. Tie am 24. März 1319 von der Proußisäßm Staatsvegierung herausgegebenen„Richtlinien für Beamtenausschüsse" müssen von der gesamten Beamtenschaft als ein Schlag ins Gesicht empfunden werden. Die untere Postbeamtenschaft ist entschlossen, sich an der Bildung so gearteter Ausschüsse nicht zu beteiligen. An die gesetzgebenden Versammlungen richren wir die ebenso entschiedene wie dringende Forderung, dem eumrixtigen Wunsche der Beamtenschaft nach dem Mitbestimmungsrecht an ihrem Ge° schick bald und restlos Folge zu geben. Ferner: 2. Der Berbandstag wolle beschließen, beim Reichspostmini- sterium dahin zu wirken, daß diejenigen Kallegen der Schaffner- klaffe, welche ihre Oberschaffnerprüfung unter dem alten Regime erfolglos gemacht haben, nunmehr noch einmal zugelassen Weiben. 3. Der Verband Zvorstand wird beauftragt, bei dem R. P. M. dahin zu wirken, daß der Bahnpostbegleitdfenst nach und nach den unteren Beamten völlig übertragen wird. Dieses foll dadurch geschehen, daß in der Zukunft neue Ar- beitSkräfte für den Balmpostbsgfeiidienst nur aus den Kreisen der unteren Beamten entnomuren werden. 4. Ter Veobandstag fordert den Veubandsborstand auf, nach Abschluß der Friedensverhaudlutrgen die latdige Neuregelung der GehaltSverhältniss« und die Umgestaltung der Perfonalordnung mit allem Nachdruck zu betreiben. Die Gehaltssätze sind so zu gestalten, daß jedem unteren Be- amten das zum Lebensunterhalt notwendige Mindesteinkommen ge- sichert ist. Die Personalordnung ist so umzugestalten, daß dem unteren Beamten die Zulassung zu allen höheren Stellen offen steht, so- Weiter den Befähigungsnachweis für diese Stellen erbringen' kmm. Im übrigen steht der Berbandstag auch heute noch auf dem Boden der Denkschrift des Verbandes vom Jahre 1317 und erwartet vom Vebbandsvorstand, daß er auf Grund der dort niedergelegten Leitsätze die Interessen der unteren Beamten wahrnimmt. Zentralverbanö See hanölungsgehttfen. Die letzte Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Berlin beschäftigte sich mit der Wahl der Delegierten zum Ver- bandstage, der vom 17. biß 21. Juni in Nürnberg stattfindet. Nach einem Beschluß der April-Mtgliederversammlung sollen die Kan- didaten vor ihrer Wahl der Versammlung mitteilen, wie sie politisch und gewerkschaftlich zum Räteshstem stehen. Hierzu erklären als vorgeschlagene Kandidaten Hugo Cohn, Grete Weinberg, Fromm. Eich n er, Felix, Vierrath und Rogon, daß sie es a bl e h n e n, vor der Versammlung ihr politisches Glaubensbekenntnis abzulegen: in wirtschaftlicher Beziehung stehen sie auf dem Boden des Räte- systems. Rogon(1. Bevollmächtigter) warnt davor, den getoerk-- schaftzersplitternden Parteisireii auch in die Reiben de» Zentral- Verbandes zu trafen. Die Handlungsgehilfen dürfen sich nicht gegenseitig zerfleiichen. Der geschlossenen Phalanx� der Unter- nehmer gälte es bei den kommenden wirtschaftlichen Kämpfen eine einige und starke Angestelltenorganisation entgegenzustellen, nur dann können Erfolge gezeitigt werden. Bublitz: Der Verbands- tag habe Stellung zu nehmen zur Kriegspolitik der Generalkoim Mission und zur Haltung unseres Vertreters in den Vorständekon fe- renzen der freien Gewerkschaften. Er erwarte, daß nur solche Mit- glieoer eine Wahl annehmen, die die Verpflichtung eingehen, sich restloö für die Berliner Anträge einzusetzen. Grete Sehner wünscht eine stärkere Delegation der weiblichen Mitglieder. Der Verbandstag habe die Frauenagitation zu fördern und Einrichtungen zu schaffen, die die weiblichen Kräfte mehr wie bisher für die Orga- nisation nutzbar machen. Schröder. Selma Pähl, Lies- beth Neumann, EharlinSki, Silbermann, Boß und Bergs, welche gleichfalls zur Wahl stehen, geben die Erklärung ab, daß sie politisch wie euch gewerkscbastlich auf dem radikalen Boden des RäteshstcniS stehen. Fritz Schmidt: Nach Nürnberg dürfen nur Mitglieder delegiert werden, die praktische Arbeit geleistet habe» und gewerkschaftliche Erfahrungen besitzen. Man solle nicht auf ein Lippenbekenntnis hin seine Wahl treffen. lieber den Auibau des RätesvstemS seien die Meinungen noch seh« geteilt, selbst ein D ä u m i g sei sich darüber noch nicht klar. Des- halb könne man in dieser Frage die Delegierten auch nickt mit gc- bundencm Mandat nach Nürnberg schicken. EZ wird ans dem Ver- bandstage versucht werden, den Iledakteur Lange abzusägen. Die Kollegen im Reiche können versichert sein, daß, wenn Lange gegangen wird, die Berliner Kollegen die Konsequenzen daraus ziehen müßten. Darum sind nur solche Mitglieder zu delegieren, von denen man überzeugt ist, daß sie bei derartigen Fragen als ge- schlossencS Ganze? auftreten. Hierauf erfolgte Schluß der Debatte über die Kandidatenfragc. Ein Antrag der Jugendsektion, ein Mit- glied dieser Sektion mit beratender Stimme nach Nürnberg zu delc- gieren, wird der Ortsverwaltung zur Erledigung überwiesen. Ab- gelehnt wurde ein Antrag:„Delegierte zum Berbandstag dürfen keiner Partei angehören, die die Kriegskredite bewilligt haben und somit an der Verlängerung des Krieges die Schuld tragen". Die Beratung der übrigen Punkte der Tagesordnung wurde wegen der vorgerückten Zeit vertagt. Der Antrag der Ortsverwaltung auf Aufhebung des Beschlusses der letzten Mitgliederversammlung, nicht mehr im„Vorwärts" zu inserieren, kam daher nicht mehr zur Ver- Handlung. Die Wahl der Delegierten erfolgte durch Abgabe des Stimmzettels beim Verlassen de» Saales. Es erhielten Stimmen: Eritz Schmidt 596, Bublitz 507, Grete Weinberg 426..Schröder 292, ugo Cohn 287, Selma Pähl 266, Rogon 264, Vierrath 254, Bergs 173, Silbermann 168. Die ersteren sechs find somit gewählt, die letzteren vier kommen als Ersatzleute in Frage. parteinachrichten. Die S,?. D.- Fraktion der Vereinigung sozialistischer Lehrer und Lehrerinnen erörterte die Frage, wie sie sich zur Arbeits- gemein schaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen zu stellen habe. Genosse Heinrich Schulz sagte in seinem Referat, die Arbeitsgemeinschaft sei eine Organisation der der S. P. D. angehörenden Lehrer und habe die Aufgabe, die Partei- genossen unter den Lehrern zur Werbearbeit der Partei bevanzu- ziehen, besonders auf dem drn Lehrern naheliegenden Arbeitsgebiet. Die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft schließe nicht aus, daß man auch Mitglied der Bereinigung sein könne, die sich nicht parteipolitische, sondern in erster Linie schulpolrtische Aufgaben, wie die Durchführung eines sozialistischen SchulprogrammS als Auf- gäbe gestellt babe und Mitglieder aller drei sozialistischen Parteien in sich schließe. Die Lehrer, welche auf dem Boden der S. P. D. stehen, sollten sich der Arbeitsgemeinschaft anschließen und ihre Kräfte der Partei zur Verfiigung stellen. Im Gegensatz zum Referenten gaben mehrere DiSkussionZ- redner der Vereinigung den Vorzug, weil sie sich vom Zusammen- arbeiten der drei sozialisttschen Richtungen hinsichtlich der Durch- ftrhrung eines sozialistischen Schulprogramms Erfolge versprechen, die jede Partei für sich nicht würde erreichen können. Mit knapper Mehrheit wurde eine Resolution de» Referenten abgelehnt, welche sagt, daß die sozialdemokratischen Lehrer, welche die S. P. D. in der Erfüllung ihrer politischen Ausgaben helfen wollen, in erster Linie der Arbeitsgemeinschaft beitreten sollen, da- neben aber auch anderen sozialistischen Lehre wereinigungen als Ernzelmitglteder angehören können. Angenommen wurde mit knapper Mehrheit eine' Resolution, welche sagt, daß die Arbeitsgemeinschaft nur als'Fraktion der S. P. D.-Mitglieder der Vereinigung existenzberechtigt sei und im Statut zum. Ausdruck gebracht werden solle, daß die Ärbeitsgemein- schaft lediglich parteipolitische Aufgaben Haie. Theatsr öer Woche. ivellsbitzae: iß., 1. nachm.„Di» S.-itai', 25., 27.. 25., 81., 1.„P«n!k>»s>I«ab 26., 29., 30.„Der Umzug", 2. ,'is Iungicinsris!".— Sjjn.'tntzaits: 35., 31.„Wildschütz", 26.„Don Juan", 27.„Der Troubadour", 28.„SJnigolinbet", 20.„Mona Lisa", 30.„Der fliegend« Holländer", I.„Ein Maskenball", 2.„Salome". 25. „Walküie" 1. und 2. Akt, I.„Barbier oon Sevilla".— Schaufpirlhau,! 2ö.. 29., 31., 2.„Coriolan", 26.„Wilhelm Tel!" 27.,„Heimat", 28. ab., 1. nachm.„sslachs- mann als Erzieher", 80., 1.„Sonnenfinsternis", 25.„klreuzelschreibcr".-U Dcutlcheo Theater: 25.„Hamlet", 26., 28., 30., 81.„Wie es euch gefällt", 27.„Und das Licht scheinet in der Finsternis", 29.„gauft l.", 1., 2.„ganiilte Schimck", 25. nachm.„Hieb",„Der brennende Dornbusch".— Sommerspiel-: 25., 28., 28. bis»I.„Drr Star", 27.„Der Ninderfreund", 1., 2.„Di- Tänzerin".— Leffing, Theater: 25.. Sl..Liebe", 26., 28.„Vios irae", 27., 30.„Peer Gynt". 29...Der Blaufuchs", 1., 2.„Eharleys Tante", 25., 1.„Der Raub der Eabincrinnen"— Th. i. d.»äniptzrätze- Str.: 25., 80., 2.„Der Biberpelz", 26., 28.. 29., 81., 1.„Stützen der Gesellschaft", 27...Musik", 25., 1. nachm.„Fünf Frankfurter". — ttomodienhaus: 25., 27., 28., 30.. 2.„sseldherrnhligel", 28., 29.„Erdgeist", 31., L„Der Dater", 25. nachm.„Die Ehre".— Deutsches vperuhaus: 25., 29. nachm.„Dreziosa",„Die Beclobung bei der Laterne", 1. nachm.„Martha", 25. . Fledermaus", 2«.„Wildschütz". 27.„Tiefland". 28.„Mignonß 29., 2..Lerbst. stürm", 30.„Lustige Derber, 31.„Carmen", 1. �Hugenotten".— Schillip-T.hr. ater: 25„ 1. nachm.„Ein Dolksseind", 29. nachm.„De: Reisebegleiter", 25.„Alt- Heidcllierg", 25.„Das Konzert, 27., 29., 31., 1., 2.„König Krause", 28.„Di- große Pause". 30.„Anatol".— Theater am Rollendorfplah: 25.. 25., 28., 29,, 81., 1., 2.„Die Puppe", 27.,„Wo die Lerche singt", 89.„Drei alle Schachteln". — Urania: 25.„Bon Kopenhagen nach Stockholm", 28., 28., 80.„Die Insel Rügen", 27., 29., 31.„Der Bierwald stättrr> See". Täglich. Kleine» Schauspielhaus:„Die Büchse der Pandora".— Berliner Theater:„Sterne, die wieder leuchten".— Kleine« Theater:„Kümmel blättch rn". — Deutschea Künstlcrtheater:„Das Schloß am Wannsee", ab 1.„Die Rutsch- bahn".— Palaittheaier:„Die Dame ahne Beruf",„Die E'schamigen",„Haupt- trefser Nr. 33".— Residenztheater:„Das höhere Leben".— Trianontheater: „Der gut« Ruf".— Rctropslrheater:„ssaschtngsfee".— Reue» Oxerctieuhau«: „Die keutsche Susanne", 28., 29.. 30. geschlossen, ab Kl.„Die Dame vom „Mandragola".— Theater der sirtedrichstadt:„Mevcrs".— Lnstspieltzaus:„Spa- nische Fliege".— Theater de» Westen«:„Wo die Liebe hiniiillt".— Suisen- tbeater:„Jugend".- Komische Oper:„Schwarzwaldrniitzel".— Kasinotheairr: „Der selige Hollfchinski". » Beaiu» der Sommerspielzeit. Deutsche» Theater:(1. Juni) Kadelburgs „Familie Schimet" fPallenbcra- als Zawadil). Kammrrspt-lc:riaen Jubiläums, starb nach schwerem Uelde» unser Meister Herr MOfltZ Müller. Ti.'r verstorbene hat unserer Rrma mit oorbild» lichee Treue und Anhängliäiieit seine ganze Arbeits- irast gewidmet und wir werden da« Andeuten dieses bewährten Mitarbeiters stets in hohen Ehren hatten. Die Inhaber der Firma I.onis& H. Loewenstein. Die Beerdtgnug findet am Montag, den 2V. Mai. I nachmittag?:i»Hr. ron der Kapelle des neuen Nazraeth- Kirchhoies. hieiniekendorf- West, Berliner Straß? sKogrlstrahei. ans statt. 4N Z LvkLnodvng. T icnstag, den 27. Mai d. Z., abends 7>/z Uhr, in der Anla der F i ch t e- T ch u l e sAusgang Uhlandschule,? olonnrnstr. 22—27): große öjsentl. VMverzmmlung. Ta gesordnung: Tie Verftadtlichung des Lebensmittel- Handels. (Referent: Genosse Stadtrat rauaril»enastel«.) 2. Diskussion. Z7 Perschiedrne». Die Vorgänge, dl« sich wegen der polizeilichen AnslSsuag der Sffenll. versommlung der L.S.V. am 25. S. am Orte abgespielt haben, werden innerhalb der Tagesordnung z. Gegenstand der Grvrterung gemocht. Um rege Anteilnahme der erwerdstätigeu BeoNkerung wird ersucht. Wilhelm Fritzsch. Am 2». Mai. nachmittags 2 Uhr, verschied noch langem schweren Leiden meine liebe trau, flute Mutter. Tochter, chwester und Schwägerin Aium Flocke geb. Siebet im fast vollendet. tt>. Lebens- fahre. Dies zeigen tieft aeirudt an Die trauernden Hinter. blirbenen. 2!>74b Die Beerdigunfl iindei am 2?. d. Mis.. nachmittags s Uhr von der Leichenhalle des Zerusalemer Artedhots. Hermannstrosie. aus Natt. sanitötsrat Dr. iilüller, fReiMzli'aße 190 11, Eingang Kronenstralle.• Spr. ll— 1,--7. Sonnt. II— I. Erfolgreiche Hcilenolge. Ilachrni. Mittwoch. de»2o. 5. INIll. am Tage seines Li jährigen Jubiläums verstarb nach langem, schwerem Leiden unser Kollege und Meister Moritz Müller im Alter von 43 Jahre«. Wif werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Kollrstr» der Firma Louis u.H Lorwrustrin. Die Keerdigung findet am Montag, den 2K. Mai, 3 Uhr, aus dem Razareth- Äirchhos in' Reinilten dorf Natt. 2872b flaut- fiarnarzt. Erfolgreiche Behandlung. Könlgstr. 34 36 Alexanderplatz. 10-1, 5—8. Sonnt. 10—1. ScjiaiMiiMQetOetcin ffitBnlln Mitgliederversammlung für dir 2S.— 3l. Abteil.(Tchönh. Vorstabt) am DienStag, drn 27. Mai, abrndS 7>/. Uhr, in drr Zchulaula d. Luisrnftädt. Khmn., Gleimstr. 49. Tagesordnung: 1. Bericht van der Rotionalversommlnng. 2. Vwssprache. Das Erscheine» aller Genossen ist dringende Pflicht. tmF~«»gNedsbnch logllimterl.-fM 199/16 Z. A.: Stlelow. Dr. Scott! flaut- u. Barn-Arzt Erfolgreiche Bcliandlung Rosenthaler Straße 69—70 io HEil-Anstalt„Löser' 10— 1�5—-S, Sonntags 10— I. Danksagung. Für die Beweise herz- sicher Teilnahme sowie die vielen Kranzspenden bei der Peerdigung meines un» vergeßlichen Mannes Richard Nagel sage Freunden und Be- i. nuten, insbesondere Hrn. Dbst, dem Gesangverein Liedertasel Berlin-West so» wie den Mietern d. Hauses Aodestr.>7 u.Thomasstr.31 herzlichen Dani. lOZA Prau Nagel. Neukölln. Bodeitroße 17. Bmio ö. Beil. öMSniHei n. Sfl tiftg. Freitag, de» 30. Mal. abend« ptlaMich s, Uhr. Im SemerVsssstostohuu», Eageluser 14 75: Generalversammlung. Tagesordnung: ' Bericht von der TarifauSschuftfitzung. Zu dieser Generalversammlung find außer den Delegierten und übrigen Teilnehmern nach z 4 de, Bereinsstatni» die Vertrauensleute und Drnckereitassterer eingeladen. Ohne Legitimationskarte keinen Eintritt. ZS/4 Um punktliches und vollzähliges Erscheinen ersticht vor Vorstaad. Rehme hiermit die Beleidl- gung gegen Seren Erich Schneider, yochflr. g. zuriick, und erkläre denselben sur einen �| Mann. Frau Bartsch. ehrenhaften Mann. It- Ifil»Kl Dr. med. Colemann, frietiriclisirJl-SZ,��- Sprcchst. 10—1 und 4—7 Uhr. : Erfogreiche Behandlung. Ilriichkranfee kßnnen auch ohne Operation u. ohne Berufsstörung geheilt »erden. Nurpersönl.Behandl. Sprechstunden nur Sonntags von 10—1 Uhr. 161/3* Dr. med. Albert Laabs, Anf, Berlin W 35, Potsdamer Straße 102. BnMfterBraoiMteii Ortsgruppe Groß-Berlin. Bureau: L2, Zlrnlaucrstr.öt> Allgemeine Mtftet-Betfiiiiiinliinii am Ti r u s t u g. de» 27. Mai, abends 7 Uhr, in »Haverlands �eftsäle-, Reue Friedrichftr. 3S. Tagesordnun g: l. Geschäfts- und KapenberichE SttsMMWe der SlhUll u. verwandten Gewerbe zu Berlin. Am Moakag, deu 2. Zuni d. 3., abends 0 Ahr, findet im Nofeulhaleryof, Berlin L, Rosenthalerstr. 11112, eine MerMellWe AusWußversMüllullg mit folgender Tagesordnung statt: 276 4 l. Beratung und Beschlußfassung über die Abänderung der Dienswrdnung für unsere Angestellten. 2. Verschiedene». Dil Serren Vertreter Im Ausschuß werden ersucht, zahl- reich zu erscheinen. Die zugesandte Einladung ist mmerwohnung, 8 Lad., mit einem Mietsertrage v. M. 33 200 für».«50 000 zu verkaufen. ilullus M. Bier izlget Strohe 2«. ntrum 12250/53. e«lp, O*1 Klavier evtl. Aliioel u. Harmonium kauft Scbachtscbnclder, Button) er Strahe 14, III (Preisangabe). Gegen den Bürgerkrieg! Für Pazifismus auch in der inneren Politik. MroiMMi!« SÄSÄÄÄ Rezitation: lilinen-lBetlet'BOtteile 15rredcu" erscheinen, in denen er eine„aktiv? revolutionäre Politik" zur Errichtung der proletarischen Diktatur als ein- ziges Hilfsmittel empfiehlt. Er erwartet von der Wcltrevo- lurion, der Bildung einer roten Armee und dem Anschluß an Rußland und Ungarn alles. Von den Friedensbedingun- gen der Entente wird gesagt: Sie erdrücken die kommende proletarisäse Revolution, sie liefern das Proletariat restlos in die Hände der eigenen und der fremden Bourgeoisie, sie rauben der Produttion jeden Boden der Sicherheit der Exi- stenz, sie setzen die Arbeiterschaft und das Kleinbürgertum der Vernichtung aus, sie verurteilen die industrielle Pro- duktion zum Untergang. Weiter heißt es u. a. wörtlich: Tie Uuterzvichnung würde daz Land dem wirtschaftlichen Untergang, dein ausweglosen Elend zuführen: Unter- gang der Industrie und des Handels, Vernichtung der Landwirtschast, Zusammenbruch der Staatsfinanzcn unter dem doppelten Druck des Tributs an die Sieger und der ZinSzah- lunz au das inländische Kapital für die Kncgsschuldcu.... Tie Haltung der Unabhängigen ist diktiert von der - b s o l u t e n H' l f- u n d R a t l o s i g k c i t, von der P a s s i v i- tät und Feigheit, die dieser Partri von Anbegin« ad an- hängen. Bor der Frage der Liquidation dcS Krieges wiederholt sich für die Unabhängigen in potenzierter Form ihre absolute Unfähigkeit zu handeln: sei es rrvolutionifr, sei es gegen» revolutionär. ., Die Politik der Unabhängigen, die mit linken Mchrheits» sovalisten zusammen eine Regierung zur Unterzeichnung des ,,riedensoertrogs bilden wollen, würde danach sofort durchkreuzt werden durch einen gewaltsamen Versuch der Kommunisten, sich ielber in die Herrschaft zu setzen. Die„reinsozialistische Regierung" müßte vor diesem Versuch entweder widerstandslos ab- danken, oder aber sich ihm widersetzen, d. h. iin Sinne der Urach- fjangigen und Kommunisten„gegenrcvolutionär" werden. Das wahrscheinliche wäre ihr sofortiger Sturz und ihre Ersetzung durch eine rein kommunistische Regierung. Wer den Kommu- Kraft zutraut, inmitten der Weltwirren eine sozia- ! n tische Gesellschaft aufzubauen, wird sich für ihre Politik ent- Ichließen müssen. Für b£ji, der von ihnen nur den schlimmsten Chaos erwartet, kann es nur eine . ßf, V,~te Pei: M e h r h c i t s s o z i a l i st c n. Die Po- litik der Unabhängigen bleibt für alle Fälle eine platte Unmög- Iichkeit. Die LeSerbewirtschastung. Debatte im Ausschutz der Nationalversammluna für Volkswirtschaft. Der Ausschuß der Nationalversammlung für / Volkswirtschaft behandelte in den letzten Tagen eingehend d'e Frage der Lederbewirtschaftiing. Während der Bcrickiterstaller '.'ibg. Bergmann iZenlr.s eine Eingabe von Lederindustliellen �lreffend tieie Einfuhr von rohen Häuten. Fellen und Gerbstoffen zur Berücksichligung empfahl, verlrat der Mitberichierstatter Abgeordneter Molkenbuhr(Soz.) den entgegengesetzten Stand- Punkt. ReiSswirtfchgftzminiswr W i s s e l l betonte, daß die Petition die grundsätzliche Frage aufstelle: Förderung des Gemein- wohl« oder Förderung von Einzelinteressen? Bei der Wirtschaftslage fei es nickt möglich, die Außen- Handelsbeziehungen auf einem so wichtigen Gebiete dem freien Ermessen der Interessenten zu überlasien. Wenn man sogar nicht davor zurückgeschreckt sei, ihm und seinen Mitarbeitern vorzuwerfen, daß sie wegen eigener persönlicher Vorteile die gebundene Wirtschafr beibehalten wollten so prallten solche Angriffe a n i b in ab. Er bedame aber, einen solchen Grad der Verhetzung durch Leute, die ihre Privatinteressen selbst auf Kosten der wirt- schaftlicken Ordnung durchsetzen wollen. Seit Beginn des Jahres seien Einfuhrgenehmigungen iü» größer« Mengen an Rohstoffen er- teilt worden, als nach dem Urteil Sachverständiger zurzeit auf d«n\ maßgebenden Auslandsmärkten greifbar seien. Inzwischen seien weitere Erleichterungen vorbereitet durch die Bildung einer Außen- Handelsstelle für die Lederwirlschaft. Was von einer freien Wirtschaft zu erwarten sei, zeigten die Vorgänge nach Auf- Hebung der Beschlagnahme gewisser Arten von Kleintierfellen: Aufkauf fast des gesamten Gefelles durch einen Großbetrieb und sprunghaftes Aufschnellen der Preise um Tausende Prozent. Das sei der Segen der Freiheit. Die Reichslederstelle wirke dem Schleichhandel kräftig entgegen. Bei der Bekämpfung der Uebertretungen hätten die Arbciterräte mit anerkennenswertem Erfolge mitgewirkt. Auf Antrag des Abg. Harmfung- Württemberg(Dem.) wurde die Frage zunächst von der Tagesordnung abgesetzt, um den Fraktionen Gelegenheit zur Stellungnahme in dieser überaus wichtigen An- gelegenheit zu geben._ Der Etat ües Justizministeriums. Der HaushaltSausschuß der Preußischen Landesversammlung erledigte am Sonnabend in einer 3stz stündigen Sitzung den I u st i z e t a t und nahm mehrere An- träge an, die eine Milderung des Loses der Gefangenen erwirken sollen. Die Fürsorge für entlassene Strafgefangene soll umfaflend erweitert werden, insbesondere durch Fühlungnahme mitden öffentlichen Arbeitsnachweisen. Zu den Gefängnis- beträten sollen auch Arbeiiervertreter und Frauen hinzugezogen werden: es sollen GesängniSbeiräte auch für NntersuchungSgefäng- nisie geschaffen werden. Die Rechtsanwälte sollen, soweit ihre berufliche Tätigkeit einwandsfrei ist, allgemein nach 29 Jahren zu Notaren ernannt werden, wenn sie 19 Jahre am Amtssitz tätig gewesen sind. Un- gerechtigleiien, die früher auS politischen und konfessionellen Gründen bei der Ernennung zu Notaren vorgekommen find, sollen schleunigst wieder gutgemacht werden. Gegen die Urteile der außerordentlichen Kriegs- gerichte soll die Revision an das Reichsgericht und das Wiederaufnahmeverfahren zugelassen werden. /löelsfucht unü Antisemitismus. Alte Auswüchse in der neuen Zeit. Rechtsanrvalt S ch ü ck i n g-Dortmund teilt uns mit: „Trotz der Revolution und des neuen Verfassungsrechtes hat das Kriegsministerium das Heroldsamt übernommen und stellt den Adel von Reserveoffizieren fest."— Wir erwarten, daß der Reichswehrminister diesem Unfug sofort ein Ende macht. * In der„Deutschen Zeitung" vom Sonnabend finden wir folgende Notiz: Muß da? sein? Die verhängnisvolle Rolle, die das Judentum in unserer gesamten Kriegswirtschaft, vor allem auch bei den Heereslicferungen gespielt hat, ist allgemein bekannt. Welche Stimmung gegen die Judenschaft diese Porkommnisie in der gesamten Bevölkerung ausgelöst haben, darüber werden sich auch Juden und Judenfreunde nicht im unllaren sein. Nach den gemachten Eifahrungen muß es deshalb wirtlich überraschen, unter einem großen Werbeaufruf der Reichswehr-Bri» gade Berlin im Anzeigenteil des„Crosiener Tageblaties" iNr. 115) vom 18. Mai d. I. die Worte zu lesen: Auskunft er- reilt: Julius Treuherz, Guben, Crosiener Straße 5. Juden als Werber für unsere Reichswehr? Natürlich gegen entsprechende Bezahlung I Muß das wirtlich sein? W. B. Jawohl, es muß sein: Es muß sein, daß sich selbst die Volksverdcrbcr und Volksverscuchcr aus dem Lager der „Deutschen Zeitung", daß sich selbst die Alldeutschen Größen- wahntrottel daran gewöhnen, die Juden als gleichberechtigte Volksgenossen anzuerkennen,_ Vollzugsrat Groß-Serlin. Die Richtlinien für die ArbsitSgemeinschast der Stadl Berlin iour�en einstimmig nhgcnmnmen. Der PollzugSrat betrachtet sie als die erste Etappe zum Rätesvstem. Ein Antrag der K. P. D. wollte, auf Donnerstag, den 5. Juni, crnen Rälekongreß einberufen und enthielt eine Wahlordnung dafür. Hierzu erklärten die Unabhängigen: Prinzipiell sind wir für sofortige Einberufung des Kongresses, wir sind bereit, zur Ueborwindung aller bestehenden Schwiersg- keilen beizutragen. Tie Borlage der K. P. D. ist ganz unan- ii«hm Dar, denn sie berücksichtigt weder die elementarsten Grundsätze des Rätesyfteins, noch trägt sie den bestehenden, für das Wahlreglement zu berücksichtigenden LerhAtmssen Rechnung. Die S. P. D. erklärte: Der von der Vollversamurluirg am 21. Mai gefaßte Beschluß auf Einberufung eines dritten Rätekongresses durch den Vollzugs- rat Groß-Berlin ist un du rch f ü b r b a r. Er steht in schärfstem Gegensatz zu dem von der U. S. P.-Fratlion des zweiten Räte- kongresses herbeigeführten Beschluß, wonach der Zentralrat die höchste Instanz der A.-, B.- und S,-Räte ist. Tie S. P. D.-Fraktion steht auf Grund dieses Beschlusses auf dem Standpunkt, daß sin dritter Rätekongreß nur allein vom Zentrolrat einberufen werden kann. Die Einberufung eines Rätekonaresses durch einen örtlichen BollzngSrat bedeutet eine Zer- splitterung der Arbeiterrät« und würde eine neue Kluft in der Arbeiterschaft Deutschlands herbeiführen., Die Fraktion erkennt an, daß ein Rätek.ongretz not- wendig ist, der Stellung zu den Friedensfragen und zu dem Wiederausbau des deutschen Wirtschaftslebens nimmt und fordert daher den Zentralrat auf, einen dritten Rälekongreß mit dieser Tagesordnung unverzüglich einzuberufen. Tor Antrag wurde gegen die Stimmen der K. P. D. ab- gelehnt. Folgender Antrag der U. S. P: D. wurde angenommen: „Der Pollzugsrat wählt eine Kommission, die sofort ein für das ganze Reich anwendbares W a h l r e g l e in« n t ausarbeiten soll. Sobald das geschehen ist, wird der Zentralrat aufgefordert, einen Kongreß noch dein vorgelegten Regleineut einzuberufen, lehnt der Zentralrat ab, dann tritt der Beschluß der Vollversammlung in Kraft" Tie Kommunisten lehnten«Sab, in einer Kommissron zur Ausar.eitung eines brauchbaren Wahlreglements m i t z u a r- betten. Dieses Verhalten wurde von den Mitgliedern der U. S. P. auf das schärfste gerügt Di« nächste Bollversammlung soll sich mit dieser Frage beschästrgen. Mittwoch, vormittags 19 Uhr, in den Kammersälen, Teltower Straße, Fortsetzung der am 21. Mai.vertagten Vollversammlung. der Groß-Berliner Arbeiterräte, der kommunalen Arberterrät«, so- wie der Delegierten der Soldatenräte. Tagesordnung: 1. Finanzierung der Arbsiterrät« sowie des Vollzugsrate?. Vor- bereitung zur Neuwahl der Arbeiterräte und Einbernsung des Rätckongresses. 2. Stellung der kommunalen Arbeiterräte. 3. Boykott der Freiwilligenverbände. 4. Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf über die Betriebsräte. Richard Müller. Frttz B rolat. Generalstreik in Tangermünöe.. Stendal, 24 Mai. jEigener Drahtbericht des„Vorwärts'.) Infolge des rigorosen Vorgehens der RegierungSlruppen bei Haus« suchungen ist die Arbeiterschaft der Meyerichen Zuckerfabrik heute morgen nicht angefahren. Eine vormittags stallgehabte Volks- Versammlung beschloß den Generalstreik und solange in ihm zu verharren, bis das Miliiär aus der Stadt zurückgezogen und die Stadt in die fünfte Grnährungsklasie versetzi bezw. zum Selbst- versorgungsbczirk erhoben worden ist. Ferner iorderle die Ver- sammlung die Einigung deö Proletariars auf sozia- listischer Grundlage. Es kommen gegen 3999 Arbeiter in Frage. Der gesamte Eisenbahnbeirieb soll siillgelegr werden, In Täligkeit bleiben nur die Arbeiter des Wasser- und Eleitrizitälswerkes sowie die LebenSmiitelverieiler. Zwecks Beseitigung der Ursachen des Generalstreiks in Tanger- münde tagte Sonnabendabend eine vom Bürgermeister einberufene Sitzung' des Arbeiterrats der Strcikkommission. Partei- und Ge- Werkschaftsleitung, Partei-Redaktwu und des Kommandanten der Gardekompagnie der Garnison Stendal. Durch Zeugenaussagen wurden eine Anzahl Soldatenübergriffe festgestellt. Der Truppen- kommandeur sagte sofortige Untersuchung und strenge Bestrafung, ferner Abstellung der Mißstände zu. Die Bewachung de? Lebens- mittelspeicherS wird durch eine Kommission von Stendal durchge- fuhrt. Der Bürgermeister soll sofort beim Oberprästdenteu eine Zusage zwecks besserer Ernährung der Jndustriebevöllerung zu er- langen versuchen. Falls über Sonntag diese Zusagen erfüllt sind, soll Montagvorinitiag eine weitere Streikversammlung die Auf- Hebung des Generalstreiks beschließen. Kein Gereöe von Gleichberechtigung! In der„Freiheit" schreibt Arthur C r i s p i e n: Bis zur vollendeten sozialistischen Gesellschaft ist das Räte- syst« in ein proletarisches Kampf- und Herrschaftsmiltel. Bis dahin muß alles Gerede von Demokratie und Gleichberechtigung schweigen. In derselben Nummer laßt sich die„Freiheit" von einem so berufenen Beurteiler wie Horden bestäiigcn, daß sie„die alten ehrlichen Marxisten" sind, während die Mehrycitssozia- listen alle ihre Grundsätze verraten hätten. Ehrlicher wäre es, wenn die Unabhängigen zugeben würden, h-zh sie den Grundsatz des gleichen Rechts für alle, für den die Arbeiterschaft seit zwei Menschenaltern kämpfte, preisgegeben haben, während die Mehrheitssozialisten an ihm festhalten. Die§rage öes Lveiterbeftanöes öse kommunalen firbeiterräte. Die S. P. D.- Fraktion der kommunalen Arbeiterräte hat folgende Resolution mit allen gegen eine Summe angenommen: „Die Fraktion steht nach wie vor aus dem Slandpunkt deS Beschlusses der Vollversammlung der Arbeilmäie Groß-BerlmS, daß die kommunalen Arbeiterräle solange zu bestehe« hoben, bis eine den Prinzipien des Erfurter Programms ennpreckende gesetzlich« Regelung betreffend die Selbsiverwallung in Reich. Staal, Provinz und Gemeinde erfolgt ist. Die Regierung wird ersucht, schleunigst zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Die Frallion lehnt die von den örtlichen Arbeiterräten gefordcrre Parität ab und fordert Zusammensetzung nach der Bcrhältniewahl. Die Fraktion protestiert gegen den Bescheid des Ministers Heine an di« Gemeinde Friedenau und fordert sofortige Rcllifisiernng dieses Be» schluffes und klare Stellungnahme des Ministeriums zu. dhp kommunalen ArbeitcrratSfrage." Trauerfeier öer Universität. Gestern fand an der hiesigen Universität eine Totenfeier für die im Kriege gefallenen Studenten statt. Nach einer Andacht im Dom, in dem neben verschiedenen Liedcrvorlrägen der Rekior und der Vorsitzende der Studenienvereinigung zum Worte kamen, fand eine zweite kleinere Feier im Hose der Univcrsilät selbst statt. Im Namen der Studentenvertrelung sprach ein ebcm.Sceosfizierktnck.siir.Meier. Nach kurzen Worten über den Zweck der Feier ging er in längerer Aus- fführung auf und sagte er: Die Sludenlen'chast wird sich der toten Kommilitonen und des deutschen Volkes würdig erweisen. Wir lvcrden dem deutschen Polle auf seinein dornenvollen Wege unsere ganze Kraft in unerschöpflicher Arbeitsfreudigkeit weihen! Seid starl! Laßt Euch nicht unterkriegen! Verzweifelt nicht! Aas in den ver- gangenen Jahrzehnten durch uns�r Volk ging als ein qualvoller unheilbar erscheinender Riß. das soll vor soviel Grausamkeit und Härte der Feinde ans immer vergessen sein. Eine Epoche, die ihre Kräfte in furchtbarem Morden selbst verzehrt hat, ist dahin- gegangen: nun wollen wir der teuren Heimat neuen Sinn und Zweck geben. Ein neuer Geist muß von Herz zu Herzen dringend, zündend, uns olle einend zum großen Lebenswerk. Wir wollen heute und für alle Zulunsl un? dasür einsetzen, daß Friede Volk und Volk eint, daß Freiheit jedem einzelnen und auch den Völlern in ihrer bunten Mannigfaltigkeit ihre Eigenart verbürgt. Der Wunsch. daß jeder Mensch und jedes Volt den gleichen Anteil nehmen kann an den Schöpfungen des Geistes und der Zivilisation, daß jeder Mensch und so auch jeder Denliche hoch erhobenen Haupies durchs Leben gehen kann, das brennt jedem von uns heule in der Seele- Wir wollen die Freiheit zum Siege sühren und niederreißen, was die Menschen und die Völler trennt. Ter NeichSwehrminister hat an den R e i ch s v e r b a n d deutsch« r aktiver II u t e r o s s i z i e r e in Berlin folgendes«chrei- ben gerichtet: Ick» entspreche gern dem Wunsche, dem ReichSverband aktiver Unteroffiziere zu eeklären. daß in der Zeitungsnotiz vom 4. April„Militärrcvolte" nicht die Unteroffiziere im allge- meinen gemeint waren, sondern nur die Elemente, deren feind- fiches Treiben durch die Untersuchung bewiesen wurde. Ich benutze erneut die Gelegenheit, um den Unteroffizieren, die die Regierung in jenen jchiveren Apriltagen treu und tatkräftig unterstützt haben, warmen Dank und Anerkennung erneut auszusprechen und hoffe, daß der Reichsverband aktiver Unteroffiziere auch weiterhin es verstehen wird, den Geist von Ordnung, treuer Pflichtecfüllung und Vaterlandsliebe aufrecht- zu erhalten, den die Regierung gerade auch in den Reihen der Unteroffiziere braucht, um das Vaterland vor weiteren schweren Erschütterungen zu bewahren. Der Ausstand der ostpreußisÄen Eiscnbahnarbciter Hai sich nun- mehr rast über den ganzen Direktionsbezick Königsberg ausgebreitet und ruft schwere Hemmungen im Verkehr und Wirtschaftsleben hervor. Auch Militärzüge sollen nicht befördert werden. Als heule ein Zug mit 5— 699 Soldaten aus dem besetzten Gebiet in Tilsit ankam, wurde er nicht weiterbefördert. Tie Mannschaften bekohlten nun selbst die Maschinen und fuhren über Jnsterburg nach Königsberg, wo Anweisung gegeben ist, sie mit einem Sonders, ug weiter ins Reich zu befördern. Wie noch berichtet wird, verweigern die Ausstäudigcn auch die Beförderung und Bedienung der La- zaretlzüge. Abordnungen der ausständigen Arbeiter haben sich nach Berlin begeben, um beim Minister ihre Forderungen zu vertreten. • Selverkschoflsbewegung Nociimals Herr Siegle. In der legten Versammlung der Berliner Holzarbei- ter Hai Herr Siegle den Versuch unternommen den Vorhaltungen, die Mir ihm gemacht haben, entgegerrzutreten. Er sagte, er sei ein Opfer des großen VollsbetrugeZ gemeien, den die Kriegs- Hetzer mit Hilfe ihrer„mehrheitssozialistischen Trabanten" in Szene gesetzt hätten Aber schon im Frühjahr 19Io, als er m- folge einer Verwundung nach Berlin zurücklam, habe er seine Weinurng über die Kriegspolitik geändert. Ach nein, sobald hat Herr Siegle nicht den Baden bernünf- tiaer und logisfhltr DcnkungSweise verlassen. Noch am LS. Juni IMS zum Beispiel, als er bereits Mieder Heeresdienst leistete, war Siegle noch vollkommen überzeugt von der Hauptschuld Rußlands am Krieg«, dessen Mobilmachung(nach S'egles Meinung) vis in den Mai 1914 zurückreichte. Im übrigen bezeichnete er durchaus richtig die kapitalistische Wirtschaitsordnung als die Grundursache dieses und aller Kriege. Daß Deutschland einen Verteidigungs- krieg führe, war seine feste Ueberzeugung. Ebenso, daß die deutsche Arbeiterschaft in ihrem eigenen Interesse den Kampf für Erhaltung der deutschen Nation führen müsse.„So haben wir demnach das größte Interesse daran, daß die deutschen Waffen in diesem Völkerringen siegen werden". Den französischen, engli- scheu und belgischen Genossen machte er zum Vorwurf, daß sie in die Regierungen eingetreten seien. Vaillant wolle sogar den Kampf bis zur Wiedergewinnung von Elsaß-Lothringen fortsetzen. „Hätten nun", s» fragt Siegle,„diese(ausländischen) Genossen anders gehandelt, wenn die deutsche sozialdemokratische Fraktion die Kredite verweigert hätte?" Er antwortet:„Mit Nichten!" Siegle tritt zwar für die Internationale ein, aber„wir sind zuerst Angehörige einer Nation und dann erst einer Klasse". Hat Siegle auch diese und andere Lehren von den Kriegs- Hetzern und deren„mehrheitssozialistischen Trabanten" empfan- gen, und wie konnte er als„Marxist", als der er sich so gern bezeichnet, so leicht straucheln? Nein, die Erleuchtung von wegen dem„großen Voltsbetrug", dessen Opfer er geworden, kam Herrn Siegle lange nickt so früh, als er glauben machen möchte. Noch am 16. September 19IS schreibt er aus Dan zig, wo er in der Gewehrfabrik tätig war, in heiliger Entrüstung über den damaligen(unabhängigen)„Vor- wä r t s": „Es ist geradezu ein beschämender Zustand, daß das Zentral- organ solche wichtige Ereignisse auf dem Kriegsschauplatz, wie die Einnahme von Warschau, Kowno und G r o d n o unbe- sprachen läßt, das ja neben der strategischen, von eminenter politi- scher Bedeutung ist. Wenn man auch grundsätzlicher Gegner des Krieges ist, brauckt man solche Ereignisse von weltgeschichtlicher Bedeutung noch lange nicht totzuschweigen. Es ist eben höchst bedauerlich, daß der.�vorwärts" nach einem Jahr Krieg immer noch auf dem Standpunkt steht, daß er(der Krieg. D. R.) gar nicht da ist. Diese Haltung zeigt den höchsten Grad der Verständnis- losigkeit für unsere jetzig« Zeit. Aber es ist die Angst, dadurch in den Augen der Berliner Parteigenossen als kriegsfreundlich an- gesehen zu werden." Wir wußien nicht, wann und wo der Genosse Glocke, den Siegle wegen seiner angeblich kriegsfreundlichen Haltung heraus- gedrängt hat, sich jemals so begeisterungsvoll über die Erfolg« der deutschen Waffen ausgesprochen hätte. Herr Siegle ist auch kleinen Annexiönchen nicht ganz abgeneigt. Ihm ist es selbstver- ständlich, daß nach einem solchen Weltkrieg nicht alles beim alten bleibt.„Durch die bedeutenden Erfolge im Osten(wer den Frieden will, kann sich nur freuen darüber) ist aber gerade die Polenfvage in ein ganz neues Stadium getreten, und wer kann sagen und wünschen, daß hier alles beim alten bleibt, ohne, daß es„ge- waltsamcr" Maßregeln bedarf." 'So Herr Siegle noch im Herbst 1915. Und in der Danziger Gewehrfabrik gefiel es ihm so gut, daß er gedachte, es während des Krieges dort auszuhalten. Er zeichnete im Winter 1915/16 fleißig Kriegsanleihe. Was sollte er sonst mit dem schnöden Mammon tun? Ob er den Staat noch für kreditfähig hält, oder ob er vorsichtshalber seine Anteilscheine inzwischen abgestoßen hat, vermögen wir nicht zu sagenn. Tie Telegiertenwahl im Trankportarbeiter-Verband. Bezirk Groh-Berlin. Die Wahl von 36 Delegierten zum Verbandstag in Stuttgart hat folgende« Reiullat ergeben. Abgegeben wurden im ganzen 9864 Siimmen, von denen 619 als ungültig zu betrachten sind. AI« gewählt gelten: f ü r d ie S e k l i o n I Otto Franke mit 4644 Sstmmen. Otto Branske(3556). Aler Dittmer(3163) Friede, Wie- wandt(3188), Ludw. Bittermann(2875) und W>IH. Hübicher(2825). Für die Sektion II Aug. Hackbarth(51491, Franz Lübke(4654), Friede. Shdow(4424), Herm, Walter(4163). Waldemar Böhmer (4136) Oito Gohr(4692) und Arth, Stiller l386I). Für die Sektion III Ernü Knobel(446�). Konrad Slbaumburg(4282», Otto Borckert(3862). HanS Marx(3663» und Fritz �iöhrino(3468). Für die Sektion IV Hermann Göhring(4626), M Kluckert (3769) und Riward Jacobicn(3�45), Für die Sektion V Karl Klose(5476) Franz Bachmann(4661), Erich Bergmann(3886), Wilb, Bedersdorf(3844), Ono Sckneritz(3767). Für die Sektion YI Posta u s Helfer: Karl Schmidt(3562»nd Albert Krause(2649). Für den Distrikt Köpenick: Emil Wolf- gramm(4566), für Eharlottenburg: Friedr, Dühring(4366). Ein Bund der angestellten Ehemiker und Ingenieure ist kürzlich in Halle gegründet worden. Der Bund ist durch Ver- einigung de? Bundes anoestellter Chemiker»nd de? Akademiker Hunde? der deutschen chemis-ben Industrie entstanden. Er will die Anteresien aller annestellten Chemiker»nd der in der chemischen Industrie annest llten Ingenieure und sonstigen Bernfsverwandten auf qewe' kschaitlicher Grundlage wahren und fördern, Sitz des Bundes ist Berlin. 1. Vorsitzender Dr A Knorr(Agfa-Tr-ptow), Geschä'tSstelle Berlin NW. 52, Kircbstr 2. Obwohl die Werbearbeit kür den Bund erst einsetzt, zäblt er heute doch schon ein Viertel aller angestellten Chemiker ,u»einen Mitgliedern. Der Mitgliedsbeitrug beträgt 3,— M. monatlich. Tarifvertrag der Schristmaler. Zwischen dem„Verein Berliner Tchildersabr kanten" und dem „Verband der Porzellenarbeiter, Zahlstelle Berlin, Abteilung Schriftmaler", ist ein Tarifvertrag älg-schlosten worden. Danach beträgt der Stundenlohn fortan in der 1. Klasse, perfekte Schrift- maler, 2,85 M, pro Stunde, 2. Klasse, etwas schwächere Kräfte, 2,66 M., 3. Klasse, schwache Kräfte. 2,35 M Die Feststellung der Klassen hat bei Streitfällen im Einver- ständnis zwischen dem Unternehmer, dem Vertrauensmann des Betriebes und einem Organisationsvertreter des Porzellanarbeiter- Verbandes zu geschehen. Die wöchentliche Arbeitszest beträgt 46)4 Stunden, Sonn- abends 5 Vi Stunden, Die Arbeitszeit beginnt um TA Uhr morgens und endet um 4'A Uhr nachmittags, am Sonnabend ist der Arbeitsschluß 1 Uhr mittags. Als Pausen gelten Frühstückspause% Stunde, Mittags- pcmse 14 Stunde. Sonnabends fällt die Mittagspause fort. Uel erstunden stich unbedingt zu vermeiden: in dringenden Fällen beträgt der Zuschlag für die erste Stunde 15 Praz., für weitere Ueberstunden 25 Vroz. Für Nacht- und Sonntagsarbeit tritt ein Zuschlag von 56 Proz. ein. Die Nachtarbeit beginnt um 16 Uhr abends und endet um 6 Uhr morgens. Für Außenavbeiten werden 16 Proz. Zuschlag gezahlt, für Giebelarbeiten werden 26 Proz. Zuschlag gezahlt. Unter Giebel- arbeiten fallen auch Arbeiten an Fronten über dem 1. Stock, Nach einjähriger Tätigkeit ist ein Urlaub von 6 Arbeit?- tagen bei Vorauszahlung de? halben Lohnes zu gewähren.' Stich- tag ist der 1. Juli. Der Vertrag hat Geltung bis zum 1. Oktober 1919, er verlängert sich jeweilig um H Jahr, wenn er nicht einen Monat vor Ablauf schriftlich aufgekündigt wird. Bestehen in einem Betriebe bessere Lobn- oder Aul eitsverbältmss«, als wi« sie durch dieses Abkommen festgelegt sind, so bleiben solche in Kraft. Rätrfystem und Gewerkschaften, dieses Thema behandelte in einer Versammlung der Stereotypcur« und Galvanoplastiker Ge- nasse U r i ch. Redner meinte, daß den Gewerkschaften fortan andere Aufgaben zufielen als bisher. Die Versammlung nahm eine Entschließung an, in welcher sie im Rätesystem ein Mittel er- blickt, die Arbeiterklasse wieder zu vereinigen, sowie die Sozia- lisierunA und den Wiederaufbau des Wirtschaftslebens aus dem gegenwärtigen ChaoS herauszuführen. Achtung! Bauarbeiter! Die AuSzohlung der durch den Verbandstag«höhlen Streik« Unterstützung erfolgl, soweit die Kollegen noch aui den Baustellen zusammen sind, in der Woche vom 26. bis 31. Mai an die Vau- depulierlen. Um jedoch zu großen Andrang an den ersten Tagen zu ver- melden,«sucbcn wir die Baudepulierlen, in folgender Reihenfolge nach dem Ansanpsbuchstaben in ihrem Namen zu kommen, A, B, C, D, E, F, G am Moniag, H, I, J, K, L am DienSiag, M, N, O P, 0- i?. S am Mittwoch und Setz bis Z am Freiiaa Alle übrigen Kolleflen erhallen die Unterstützung in der Woche vom 2, bis 7, Juni in derselben Reihensolae. In allen Fällen müssen die Mi>alied«bücher in Ordnung und bei der Aiiszabluna mii>»r Stelle»ein. Do? Bureau ist aeössoet von 9— 1 Uhr vormitiaas und von 5 bis 7 Ubr nachmittaoS: Sonnabend nachmstiags geschlossen, Der Vorstand de? Deutschen Bauarbeiterverbande?. Verein Berlin. Deutscher Holzarbeiterverband. Kladierarbeiter. Slniielle der«m Mitiiporfi. den 21. Mai. ans Nückiicht auf die Denwniiroiionen nilSqekcillenen Ve-lommluna n-det am Montaa, den Sil, A'ai. abend? 5 Ndr,-m.Reilbenberger«wi", Reicken- beraer Sir. 147, Ne außerordentliche Veriamwiuno der Vertrauensleute und 9TrFinfprn' riollzätlig zu die!« wichtigen Versammlung, Mitgliedsbuch legilimiert, KüchenmSbelvrnnche. Monwa, den 2(5, Mai, gßend? 6 UBr, bu „Englischen£wf", Aler-mderitr, 27 o(De'ßer Sa-l»: Branchengerlammlung, Tagesordnung: 1, Bericht non den tNenera'verlammIungen, 2. Untere Lohnbewegung innerbglb der Vranche. 3. Neuwabl des Obmanns»nd Er- gänzunaSwabl der Kommiiston. Dlichler. Bezirk Süden! Montag, den 26, Mai, nachm. 4'/. Ubr, im Lokal von Müller, Schönleinür 6: Bezirksvertgmmlunq, TaaeSordnung: I, Unlere Lobnbeweanna, s, Auiiiellung zur Wabl unserer Angestellten. 3. Wabl der Kommiiston. 4. Verbandsangelegenbeiien. Bezirk Südosten! Dienstag, den 27. Mai. nachmitiags i'l, Ubr. im „Reichenberger Hos". Reichenberger Str. 147: Mitgliedernersamm»ug. Tagesordnung: 1 Ver'cht von der Eeneralversammluna, 2. Neuwabt der Kommiiston. 3, Stelllingnabme zu den Nenwablen kür die Bureau- angestellten. 4, Verbandsangelegenheiten. Bürstenmacher. Msttwoch den 23 Mai. abends 7 Ubr, im Mewerk- schastsbaus Enaeiuse-' lö iGaal 3): B-anchenveria'nmlnna Tagesordnung: 1. DaS Räteshstem, Reserent: G, Einstein. 2. Die Kündigung des Tarifs. 3. Branchenangeiegenbeiten. Korbmacher. Mittwoch, den 28, Mai, abends 7st, Ubr im Lokal des Herrn Marzinkowski, Michaeikirchstr, 24: Branchenvertammbrnq TageZ- ordnung: I, Bericht von der Lobnbeweqlinq. 2, Wabl des Obmanns und der Kommiiston, 3, Bericht über den Anschluß an den Ardeitsnachweis der Stadt Berlin und Wabl von Beisttzern zum Kuratorium, 4, Branchen- anaeleaenbciten und Verschiedenes,(Stellungnahme zum Sommer- vergnüqen.) Montaq, abends 6 Uhr: Vertraucnsmännerfitzung bei Krause, Mariannenplatz 22,_ Deutscher Baiiarbeiterverband. Verein Verlin, Mittwoch, den 29. Mai, nbends 7 Ubr, Mitgliederoerlammlung in Häver- iands Festsälen. Neue Friedrichstr. 35. Tagesordnung: 1. Bericht vom V« bandslaq, 2. DiSkuision, 3. Aufstellunq der Kandidaten zum Vereins- vorstand. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das bestimmte und vünktiiche Erscheinen der Kollegen notwendig. Steiuboirleqer und Helier, Veriammlung am Mntwoch, den 4, Juni, abends 7 Uhr, im KewnklchaftShauS, Saal 16. Der Vereinsvorstand, Deutscher Dransportarbelterverband. Delegierte zur Eeneral- verlnmmlunn. Bctricb.'vertrauenSleiite reiv, Funktionäre, die auf dem Boden der B. V D, steben: Am Mittwoch den 28. Mti. abends 7 Uhr, im Lotale„Königstadt..Kastno". Holzmarttitr. 72: Wichtige Beiprechung. Delegierten- u> d Funktionürkarte iowie Mitgtiedskarte der S. P, D. legitimiert, obue drcielben kein Eintritt. Ebarlottenburaer Gewerkschaktskommisfion. Am Dienstag, den 27 Mai, abends 7 Uhr, findet im Bolk-bause, Rofinenstr, 4, eine Ver» sammlung d r Delegierten mit folgender Tagesor dnung statt: 1, Vortrag deS Genossen Sommer über: Gewerlschastiiche Kollektwver träge. 2 Brbliotbetirage. 3. Neureae ung der Delegiertenzabl. 4. Gewerkichast- liches Diejenigen Gewer'schasten. die fich bis jetzt noch nicht der Gewerk- »chastskommisston angeschlossen baben, werden hiermit aebeten, da« Ver- säumte nachzuholen und fich dieserhaib an den Obmann der Kommiiston, Genossen Ficmming, Peslalozzistr. 13, zu wenden. Der AuSschuz. Zentraiverband der Handlungsgehilfen. Jndustrielektiow DienSiag. 27. Mai, abends 7 Ubr, in den„Mrfikeiiäle»-, Kaiser, Silbelm- Slratzc 31: Versammlnng aller Mitglieder der Industriebetriebe Giost- Berlins, Sebr wichtige Tagesordnung, Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen erforderlich,_ Eharlottenburg. A» alle Zlrbriter-Sportvereine! Durch daS Ebarlollenburger Tvortkartell, dem die größten tz ereine deS Ortes bei. petrclcn sind, weiden biermit die Vorstände jänitlicher noch nicht dem Kartell angcbörigen Arbeitrr-Svoitocreine aufgeiordert, zur I» ormation oder Beitritt Montag, 7h, Uhr, im VoUshnuS(Stebbi erhalle) zu erscheinen Verantwortlich für Politik Artnr Saternu», BIn.-Friede»»», svr den adrigen Teil des Blattes: Alfred Scholz, Nentölln; für Anzeigen: Theodor Stocke, Berlin, Verlag: Lorwärts-Bertag S. m. b. H.. Berlin, Druck: BorwSrts- Buchdruckerer und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co. in Berlin, Lindenstr. Z. Hierzu 3 Beilage«. fUYERIHLI>I O. M. 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