Nr.S68.3S.z-hr«. AX-----.—-i 1�- Etöte540tt.t593H.l ftetBtJ�)att&Bonn»fyiVNtt.C«Ktet icummetn iü vyatm� VSMX'ipt� Monatlich 2. SO 98, exö. KrsteldmyS. «ebühr. Unter Kreuzband für Deutfch- land lt. Oesterreich-Ungarn S.TS 98, für das übrige ilnSlaad 2. TS 98, bei lüglich einmaliger Zustellung T.TS 98. PostbestellAngen nehme« au Düne- marl. Holland. Lugeutdurg, Schweden und die Schweiz. Tingetragen in die Pest-Zettungs-Preisliste. Ds�AorwürtS' erscheint wochentSgllch zweiuml, Sonntags einmai. relegrauuii-Udreft«: »Soztalvom-krat verltu", MorgenAusgave. WV G Vevlinev Volksblatt. ( 10 Pfennig) A»zeige»V«iSi T)te achtgsfdaSra« Konvareillezeile tostet 1�0 98„Klewe Anzeigen-, da« settgedruckteSortWPfg.(znlässt? 2 settgedrurlie Worte), jedes weitere Wort 25 Pfg. Stellenge jltche und Schlassiellenanzeigen das erste Wort so Pfg., jedes weitere Wort 20 Pfz. Worte, über lb Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 60% Familien-Nlrzeigen, politische �»nd gewerlschastliche Vereins- Anzeigen l�ll M. die Zeile, ilnzeige» für die nächste«uuilner müssen bis S Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SB.W, Lindenstratze 5. abgegeben «erden,«edffnet von»Uhr früh bis S Uhr abends. Zcntralorgan der rozialdcmohratifchen Partei Deutrchlanda. Neüaktion and Expedition: SM. 68, Ändenstr. 3. Fernsprecher: Amt Morttzplah, Str. KSRS0— RS1S7. Dienstag« de« Ä7. Mai ISIS. vorwärts-verlag G.m.b. h., SV. 68, Lindenstr. 3» Fernsprecher: Amt Morihplah, Nr. 117 l>3— St. Das Ringen um das Saargebiet. Die ihrem weseiMHen JnhoNe noch von ttvB bereif? ftt Set AbendauSglcke wiedevgegebene Note TlemenceavS an die deutsche Frieden sdelegaticm ist nunmehr in ihrem Wortlaut eingetroffen. Da fie kam« noch neue, in dem Aus- zug nicht enthaltene TefichtSpnnkte bringt, beschränken wir uns daraus, im folgenden die AussÄhrnngen, welche die neuen Vorschläge der Entente enthalten, im Wortlaut wiederzugeben: Die alliierte» und afsoziiertru Negier««« schlase» vor, an die Stelle des letztere» Paragraphen der besagte» Slausel die svl- Sende Fassung z« setz«:»Die Kerpslichtnng von seit« Deutsch- land?, diese Zahlmtg« leiste», wird»au der»Semmissi,» fSr Wieders»t«ach»»ge«r' i» SrwSgmt«»es»««« werden, und»u diese« Zweck soll Deutschland eine erste Htzp»thek«»f sei«&•»<*•( nvo» f*fm* •islstafb« herbeischaffe» Vau««, ans alle»üb jede Art, die Mt de»„Stern- Mission für lSirdergutmachunge»- aageaomme»«erb« wird. Wenn DentsMand trotzdem et» Jahr»ach dem Zeitpunkt, zu de« die Zahlung hätte geleistet werde«»tüflr», sie nicht geleistet hat, s» wird die„Kommission fsir Wi-dergutmachnngeu" dafür Rai schaff« i» Uebereinstimmnng mit den lltttveis trogen, die ihr van dem Bölkerbnnd gegeben werde» v unten, und, fall» dies nötig ist, indem sie den i« Frage stehend« Teil der Grube» liquidiert. . Genehmig« Sie«sw. gez. Clemencran. Die in dieser Antwort TlemenceavS erluchitle zweite deutsche Saarnote vom 18. Mai 1913, bie gleichfalls jetzt in ihrem Wortlaut mitgeteilt wirb, schliß den alliierten und ossaziierte» Regierunge« als zweckmäßigste Form der Ver- ständigung„wirtschaftlicher D�nbcnüngen" vor. Jtot zwischen den beiderseitigen Sachverständigen mündlich zu erörtern wären". Im Anschluß Hiera» übermittelte die Note einen von den Sachverständigen der deutschen Delegation ausgearbeiteten Vorschlag, den fie für eine mündlich« Er- örterungin AnSstcht nahm. Der Vorschfog hatte folgenden Wortlaut: Die in Teil lll, GeM« IV, de» Ardeteugaeetutge« vovgp. schlagen« Maßnahm« betreffeuld das Saargebiet hob«»ach Artikel 46 zmn wofenÄich« Zweck. Ersatz g« leisten für d« zerstörten Kvhl«g«b« in Noedfmackvoich und die Mm Deutschland geschuldet« KrtegSschSd« teilweise viel»« gnlznimuh«. Nach Ar- tikel 46 soll die volle Freiheit der AnSlenIou� durch die im Sa- pitel 2 de» Snroez vorgesehen« Maßnahm« gesichert werden. Es Haubelt sich als» darum, wirtschaftliche Jnter- esse» FronSreiche ga befriedig« und fichergnstelle«. I» diesem S«me könnte auch der j 88 de» Annex«msgofaßt werden, dovam». gesetzt, daß bei de» bort eili-Hni« Abkoinm« zwisch« Frankreich und Deutschland an Wirtschuswvertrüge gedacht ist. Wir find der Meinmog, daß dteser Zweck durch ander« aS die oben erwähnt« Mittel erreicht werde» könnte, und zwar durch Mittel, die geeignet find, die beiderseitige« Interessen in Einklang zu bring«. Wir schlag« demnach folgendes vor: 1. Vom Standpunkt ba Notwendigkeit, Frankreich mit Kohlen zu belieser», erscheint es nicht zweckmäßig, die Saar» gebietsfrage ohne Stückficht ans die im Teil Vlll. Annex 6, erwähnt» KohlaSioferung« an Fraukreich und einige feiner Bundesgenosse» ga behandeln. Um d« w Frage kommenden Jnter- ZW TZ>WIW»«n WW,» ,,, ZU 1 fT�eji MDgi/ityfi vvl�ocritDvg MScyivmvg luRjti. All iuiiuui, H» UM MW» wendig, daß die folgend« Frag« beantwortet werde»: ») Welche Meng« dm verschiede»« Smtu» Ivmu»» fitr bte ge» samte Kohlenlieserang zur Deckung des Inland»» bedarf» Frmckreich» und Belgien« in Betrachts h) Mit welchen Sohlenmeng« soll« die ei seinen Gebietsteile, insbesondere Frankreich«, beliefert werden? Wir find bereit, sofort festzustellen, wi« Veit wtr dfe dar» langten Menge» liefern könne», und za diesem Zweck einen Lieferung Spla» aufzustellen. Dabei wirb zu berücksichtig« seut, daß bec der langen Daner der einzngeheibe» Lieferungspfiicht der Transport gar See mehr und mehr i» Bettuch komm« wird. /e*..,*«- ti an sstzih ifn iniii ii..in«j» Vi■ i jt/Pß ort aSt�sn�i�rivg tkxiqWji ui lummitym ver* Handlung« zwisch« tun Sachverständig« der intemWert« Staat« festgesetzt werde». st. Was die Wiedergutmachmg»an Nr»OgVfchSK«M am Sohlengrube» betrifft, schlag« wir fvlgeubt» vom bte geschädigt« llnternehurunge» im Nortsvcnckvoich toeitea in noch zu vereinbarender Höhe«u solch« deutsche« Sohleugrabe» betet lägt, die»ich d« genannt« Gebiet« Kohl« kiefer» solle». Die Einzelhettm, dieser Tarnsaktion werden von d« deutsch« and französisch« Sachverständigen gmachchmi gerrgrtl 8. Die im Artikel«0 und im Kapitel st de» Annex zu De» M, Sektion IV, vorgesehen« Maßnahme» betreffe«» da« Sana- gebiet soll» ebenso wie bte tn Test XIV, Sektdo» l, erwähnte Besetzung de» llnvtcheinlsche» Geblet»«Mb der Brürienläpfe die Einhavemg der Leistung« sicher», z» den« sich Deutschland ver- .■*** r.«..» u p�vyres torrv. Diese Maßnahm« stwle tb» von d» Regierung« bisher ausgeführt« und 4» Koutrollmaßnahmen, dl« tmt hrVftyravnmU n€t«ufynmvU oct �icrpcu mV »fr? I u i f-** �** ufvtttJtUg wände», abgesehen von der schwen» paltttschaa Gesuch, auch die deutsche Prod» kttanssShtglabs lähmen dem» volle Erhaltung auch fitr seine Nachbarn von höchster Wichtigkeit ist. An Stelle dieser Maßnahm« find wir bereit, et» System völlig gleichwertiger Garantie« von wtrffchasWchem Charakter vorzuschlagen. Soweit e» sich nm Aohlevefewmg handelt, last« wir un s von folgend« G-mtdsttz« leite« Dir gewünscht« Garaatian für die Nagalnsstßbgst«»» der Produktion and der Lieferung« Nim« in stchgicht Weife geben werden: n) durch die unter st eiwsihnte veteSigung französtsther llnier» nrhsmtnye», welche in otwer Höhe erfolg« soll, dir ihn« ein« wesentlichen Einfluß auf die Beitnckiinng der betreffend« deutsch« llnternehmang« sichert; d) durch Gewährung eine« vorzag»M«cht»a»fd« llebee» schaß der gesanrt« deutsch« Sahleatzradattiaa über den Inlandsbedarf. Genügt dieser lleberfchuß nicht znr Erfüllung der vereinbart« Liefermenge», so wirb der verbrauch von Kohle»«es Deutschland, Frankreich»ud Belgien gleichmäßig rationiert; zur Urt««imchung der AnSfiihruny der vorgenannte» Maßregel wird eine Krmrmiffimr an» Bor» trete« DeirtschlandS, Frankreich»«od Belgiens eingesetzt. Die Interessen Italien» würd« bei dieser Abmmhmg, gn berücksichtig« sein. Sozialdemokratie und Friedensvertrag. Was wird ans der Partei? Bon Dr. W eencer Poisser. Die Zukunft der Deutschen Repnvlkk sowie-des deutschen Proletariats, die beide durch den Friedensvertrag zu gewärtigen haben, ist von der politischen wie von der Wirtschaft- lichen Seite bereits so gründlich durchleuchtet worden, daß eine nochmalige Betrachtung neue Gefichtspunfte zu fördern nicht rmstcmde wäre. Es soll deshalb hier lediglich die Zu- kauft der deutscheu Sozialdemokratischen Partei, wie fie sich vorousstchtlich nach Erfüllung eines u n- eänderteu Friedensvertrages gestalten würde, unter- - werden. Die GrgialdemokvM« beruht eck? Partei auf dem Vor- hmrdeasei» einer starken Lohnarbeiter schast, eine solche aber ist nur in einem vorwiegend industriellen Staate in ausgedehnterem Maße vorhcmden. Wenngleich die Vor- läuser des Sosialisums bis ins ferne Altertum hmemrogen, so kann man doch von einer eigelttlichen Arbeiterpartei erst mit der Erftstehung des Proletariats reden, das seinerseits in feiner heutigen Form erst mit dem Begrmi der kapitali- stische» Aera, die in d« Aufäuge des 17. Jahrhunderts zu setzen ist, entsteht. Je stärker die kapitalistische Produk- tionSweise im Verlaufe des neunzehnten Jahrhunderts her- Die dritte Internationale gegen üen verfailler Zrieöen. Die Moskauer dritte Internationale hat einen Funk- fpruch gegen die Unterzeichnung deS Bersailler Friedens erlassen in dem eS heißt: »Die Regierungen, die vor fünf Jahr« dm WeltrSuberkrieg unternahmen, Hab« d« vertrete« der deutschen Bourgeoisie in BerfailleS etwa» vorgelegt, was man.FriedmSbedingungen' nennt. Jeder Paragraph diese» Bertrage» stellt eine schlüpfrige Schlinge dar. mit derman ein Volk oder ein andere» erwürgt. Die Bourgeoisie der Entente- länder will Dmtschland verstümmeln. Die Imperialisten der Ententestaaten Hab« einen Henterzug gegen die ungarische Sowjetregierung ins Werk gesetzt. Sie hetzen wilde Banden auf Budapest, sie find eS. die die russischen Schwarzhunderter, Leute wie D«itin. Koltschack und KraSnoff in ihrem blutigen Kampfe gegen die russische Baue«- und Arbeiterklasse bestärken. Sie find es. die die bayerische Sowjetrepublik und die Münchener Räteregierung unterdrücken. Sie entwaffn« die revolutionären Truppen Buk- gariens. Sie ersticken die revolutionäre Volksbewegung in Serbien und Slowenien. Nach dem Bersailler Frieden find alle Brücken ab- gebrochen. Auf den Köder der Liga der Nation« haben nur sehr wenige Arbeit« gebifien.., Die Partei Scheidemauu» und»vertz» teuyt vom ersten Tage der deutsch« Revolution an«nterwürfig»ach der Pfeife Elemeneea«». si> Scho» hat die Regierung Scheidemann in Ausführung der Befehle der London« und Paris« Bourgeoisie mehrere zehntauf«d kommunistische Arbeit« anS» gerottet.(???) Jedesmal, wenn die Well« der Arbeiterbewegung in Deutschland zu hoch gehen, m»d die ausgehungert« Arbeit« davon sprechen, in Deutschland die Räteherrschast auszurichten, droht die Entente, dem deutscheu Volke ein Stück Brot zn ver- weigern. Französische, englische, amerikanische, italienische und öfter- reichische, Ihr klassenbewußt« Arbeiter d« ganz« Welt, wir haben die Gewißheit, daß Ihr Eure Pflicht erfüll« werdet, trotz der Ratschläge der Scheidemann und RoSke. Die einzige Be- freiung für die Unterdrückten ist die Weltrevolution deS Proletariats. Aus der Lehre von Versailles wird die Diktatur deS Proletariats, die Aufrichtung der Rätebehörden hervorgehen. Nieder mit dem Frieden von Versailles! Hoch die Räterepublik f Der Präsident deS ZentralvollzugSauSschuffeS d« Internationale. Sinowieff. Die Kritik an den ktnechten des Ententekapttals würde besser gegen die Unabhängigen, afö gegen Scheidemaml-Noske angewendet fem. vortritt, um so stärker wächst die Arbeiterschaft, bis fie endlich die ihr angemessenen Organisation sformen findet rnid sich zur Partei! zusammenschließt. DaS Bestehe« dieser Goziokdemokratische« Partei ist in Gefahr. Der Friedensvertrog, der«nS schwerste Wirtschaftliche Bsdm- gmrgen auferlegt, wlrd zar notwenigen Folge eine wesentliche Einschränkung rnufeun i-Mlstriesten Produktion herbeiführen und«ine Abwanderung der Jndnstriebevölke- r«« g crnfs Land bedingen. Hier könnte mm der Einwand erhoben werden, wenn die Sozialdemokratie mit dem Aufhöre« einer Lohnard eiterschaft ihre Exfitenzberechtigarng verliere, wie sei dann überhaupt die GTftüh-rnng einer sozialistischen Gesellschaftsordnung möglich welche ja gerade die Beseitio««g des Lohnarbeiter- systems zu ihrem wesentlichen Jnhoß und Gegenstand habe? Müsse die Sozialdemokratie nicht noch dieser Theorie mit der Beseitigung der kapitalistische» ProduWonsweise zusammen- brechen? Aus diesen Einwand ist zn erwidern: Die Sozmldeu rokr utische Partei ist nicht Selbstzweck, sondern fi« ist nur Mittel zur Erreichung des Zieles, das sich sozialistische Gesellschaft nennt: hat fie dieses Ziel erreicht, so löst fie sich allerdings automatisch ans, weil ihre Vorwls- setzu-ngen entfalle« sind. Von diesen ZÄrmrssetznngen aber ist keme erfüllt, wenn das kapttalistische Qohnarbeftersystem nicht durch ein sozialistisches ersetzt, sondern durch eine er- zwungene Landabwandernng nur zum geringen Teile vermindert Wirt. Denn wahrend der eine Teil des Prole- tavwts letzten Endes— obschon im Dienste der deutschen In- dustrie— für den Ententekapitalismus wird mehr Werte erzeugen müssen, wird es die Aufgabe des anderen Teils fei», gleichfalls— nur aus dem Lande— fremdstaatlichen Kchntafisteninteressen zu dienen, und andererseits seine Genossen im eigenen Land vor dem vollkommenen Vor- huugern zu schützen. Bon einer weiteren Folgeerscheinung aber, die der Friedensvertrag in semer derzeitigen Form mit Notwendigkeit herbeiführen muß, drohen der deutschen Sozialdemokratie und ihrem Bestände Gefahren ganz anderer, weit schwererer Art. Eine Verschickung in der industriellen und agrarischen Produktion wird nicht genügen, um die Deutsche Republik vor dem Zusammenbruch zn bewahren. Das durch Mangel an geeigneten Maschinen, an Vieh, Düngemitteln und land- wirtschaftlich geschultem Personal in seiner Leistungsfähig- keit wesentlich herabgeminderte platte Land wird nicht in der Lage fein, den abgewanderten Teil der industriellen Arbeiterschaft in vollem Umfange auszunehmen, und so wird sich die Notwendigkeit einer starken Auswanderung er- geben. Hiermit gehen der Sozialdemokrattschen Partei wert- volle und wertvollste Elemente verloren. Es schwinden aus ihr diejenigen Genossen, die sich einem etwaigen Magna- ttonsprozesse der Partei als treibende Kräfte wirksam entgegenzustellen geeignet wären. Ein neuer Einwand erhebt sich hier: Werden fie nicht die gleiche rckolutiouäve Kraft, die sie als klasseichewußte Proletarier in Deutschland bewiese«, und mittels deren sie & kutsche Ackokution zum Siege haben, wecheu Tw dless tAioTuKörtore Kraft ntäi auch tft Ks EMnkalandsr mit himtber nehmen, sie auf ihre.Mafsengenoffen. die unter den: siegreichen JmperiatiSnius und Kapitalismus der gleichen ökonomischen Äusbeutung unterliegen wie ihre deut- schen Brüder vor der Revolution, übertragen nnd hiermit die Grundlage, die Keime zur W c l t r c v o l u t i o n pflanzen? Tiefe i�rage bejahen hieße die utopische Auffassung der unabhängigen Sozialdemokratie stärken. Tie Wcltrevolution wird nämlich nicht von Personen, auch feien die Träger noch so revolutionärer Gesinnung, gemacht, sondern narft der neuerdings von den Unabhängigen verleugneten ma terra- ! i st i f ch e n G e s ch i ch t s a u f f o s s n n g entsteht sie, wenn die ökonomischen Vorbedingungen für sie vorhanden sind. Selbst wenn man aber annehmen sollte, daß revolutionäre Elemente Träger von Revolutionen zu sein imstande wären, wer ist K l l u s i o u i st genug, um zu glauben, daß unsere deutschen Brüder, d'e ans ihrer Heiigat auswandern mußten, um nicht mit ihren Familien dem Hunger zn versallen, wer ist Illusionist genug zn glauben, daß diese Männer imstande wären, sofort eine neue politische Bewegung im sreipden Lande und unter fremden Verhältnissen zu beginnen? Es dürfte wohl niemandem zweisechaft sein, daß diese Leute. auch wenn sie politisch noch so rege waren, es zunällist und aus lange Zeit hinaus es als ihre wesentlichste Aufgabe an- sehen, und— wenn sie gewissenhaft sind— ansehen m ü s s e n, sich und ihren Familien eine neue Existenz, eine materielle Bans zu schaffen. Auch dieser Eimvand also dürste sich als unberechtigt ei'- weisen. Auch die ausgewanderten Proletarier gehen der dent- schon Sozialdemokratie, und nicht nur der deutschen, sondern der internationalen überhaupt, als Kampf- und Klassen- genossen verloren, und durch ihre Auswanderung wird die deutsche Muttcrpartei in ihrem Bestände geschwächt und erschüttert, ohne in etwa neuerstehenden Tochterparteien eine einigermaßen bin reichende Unterstützung zu finden. Auch von diesem Gesichtspunkte aus sollte die Frage des Friedensvertrages von allen sozialistischen Gruppen— ins- besondere aber von den Unabhängigen und den Kommunisten ..... geprüft werden, und jeder sollte sich sagen, daß das Jnter- esse der Geiamtpartei ans dem Spiele steht, jeder sollte sich das ernste Wort der alten Römer zurufen: Tun res nxsitur: Teinc Sache steht auf dem Spiele I Deutsche Note über öie Schulösrage. Versailles, 25. Mai. Heute ist dem Präsidenten der alliierten Friedenskonferenz von der dent- ichen Friedensdelcgation eine Note überreicht worden, die im we'entiichen folgenden Inhalt hat: Versailles, 24. Mai ISIS. , Herr Präsident! Der Inhalt' bd Schrei'bens Euerer Exzellenz vom 20. b. M. über die Arage ber Verantwortlichkeit D e u t s ch l a n b Z für die Folgen beS Krieges hat ber Deutschen Friebensdele- gation gezeigi. baß die alliierten und assoziierten Regierungen den Sinn vallftänbig ati ß verstauben haben, in dem die beuifchc Regierung utib baZ deutsche Volk sich mit der Note des ' SdoatssekretörZ 2 anfing vom Z. Zlovember tVIL stillschweigend einvcnmuben erklärten. Um dieses Mißverständnis aufzuklären, sieht steh bic deutsche Delegation genötigt, den alliierten und«fsozi- irrten Regierungen die Ereignisse ins Gedächtnis zurückzurufen, die jener 3!otc vorausgehen. Der Präsident bor Vereinigten Staaten von Amerika hatte zu verschieben?» Malen feierlich erklärt, baß ber Weltkrieg nicht mit einem Macht fr iebcn, sondern mit einem Rechtsfrieben enden solle: In biesein Sinne wurde d-i« Forme! geprägt: „Keine Annexionen, keine Kontributionen, keine Strafzohlungen.- Die Botschaft des Präsidenten vom 8. Januar 1918 verlangt von dem deutschen Volk hauptsächlich zweierlei: erstens, den Verzicht auf wichtige Teile beS Reichsgebiets im Westen und Osten unter dem Gesichtspunkt der nationalen Selbstbestimmung: zweitens ~ Schützt öie Uaturjchönheiten! NnS wird geschrieben: Wenn auch m diesen schweren Togen geschichtlicher Ereignisse von größter Tragweite die Lmeilnahm« an ästhetischen Fragen nur gering ist sollte sie doch nicht ganz vernachlässig: werden, da es schließlich Fragen der Kultur sind. Am lS. Juli 1907 wurde ein Gesetz erlassen gegen die Ver- u n st a l t u n g von Ortschaften, welche der Willkür rücksichtS- loten Bauens und der Berschandelung der Landschaft durch markt« fchreieniche nnd aufdringliche Reklame ein Fiel ietzen sollte. Die Folge ivaren OrtSstmuten in städtische» und ländlichen iLemeindon und Schaffung von Beralunosstellen, die sich bemüht baben, Wandel zu schassen. Es galt der Einsicht Eingang zu schaffen, daß e« nicht das oberste Ziel lein kann, seinen Nachbar durch seine Fassade zu erdrücken oder«inen Konkurrenten durch ein um einige Quadrat- nieler größeres oder ausfallenderes Reklameschild zu erschlagen, sondern daß eS da» höhere Ziel sein muß. sich dem Rahmen der Umgebung einzufügen. In mühevoller Arbeit ist manches erreicht worden. Seit dem Tage der Umwälzung aber drohte auf diesem Gebiete wieder der alte Standpunkt der Willtür einzureißen unier mißverstandener Anwendung des Begriffe» der persönlichen Freiheit. Auf die Verwilderung des A n k ch l a g e s- und P l a i a t w e s e n s itt schon wiederholt hin» gewieie» morden, ohne wirkliche Eriolge. Rücksichtslos wird alle« beklebt, was eine Fläche dazu darbietet. Bon den oft häßlichen Einzeldarstellungen mag noch abgesehen werden, da dieselben Ge- schmackiochen sind, aber daß öffentliche Gebäude oder Denkmäler der Bankuull wie ,. P die Torgcbäude am Potsdamer Platz bis zum DachgesirnS mit Plakaten überzogen werden, ist eine Kulturlofigkeit. die wir der amerikanischen RellameproxiS überlassen sollten. Immer- hin können diese Dinge einmal wieder abgewaschen werden, und man möchte hoffen, daß si« bei wiedergekehrirr Ruhe auf immer verschwinden. Schlimmer ist e«. wenn geschäftliche Reklameschilder an den. Häutern sich in immer ausdringlicher Weise auswochsen, denn hier handelt eS nch um dauerhafte Dinge. DaS Schiünmste aber getchieh:, wenn wirkliche Werte ver- mchter werden, teil» au« Unverstand oder Lässigkeit, teil» vielletchr auch au« dem Vestrebett. die schwierig« Lage der Behörde au«zu- nutzen und im Trüben zu fischen. Ein Beispiel mag da« Gesagte veranschaulichen. Zu dem Schönsten wa» Berlin in unmittelbarer Röhe an landwirtschaftlichen Reizen besitzt, gehört die unter« Havel. Stolz wird jedem Äeiücber die Dampferfahrt von Spandau bi« Potsdam vorgeführt und Gchildhorn und Gatow gezeigt. Dem Blick von dem Dampfer auf die linle rein landschaftlich« Grunewaldseite gibt der Blick auf die rechte idyllisch besiedelt« Seite bei Gatow ein abwechselungsvolles Gegengewicht. Hier ist e» Pslickt jedes Einzelnen und jeder Behörde darüber zu wachen, daß iolche Schönheiten erbalieti bleiben. In der Erkenntnis der Wichtigketi ist dann auch für die Ausgestaltung des rechten User» kurz vor KriegSbeginn ein mit hohen Preisen bedachter Wettbewerb daS Versiwechen der Wiederherflerlvng der veschien Ge- biete Belgien« und Nordfrankreichs. Auf beide Forde- rungen konnte« sich die deutsche Regierung und daS deutsche Volk einlassen, weil der Grundsatz der Selbstbestimmung der neue« demokratische» Bersassung Deutschlands entsprach und die herzustellenden Gebiete von deutscher Seite durch eine völkerrechtswidrige Handlung, nämlich durch die Verletzung der Neutralität, mit den Schrecken des Krieges überzogen worden waren. Wenn nun da» durch den Staatssekretär Lansing vom o. November 1918 an die deutsche Regierung übermittelte Schreiben der Entente den Begriff der Wiederherstellung der besetzten Gebiete einer näheren Auslegung unterzog, so erschien es für die deutsche Auffassung selbstverständlich, daß die Ersatzpflicht, die in der Auslegung festgelegt wurde, sich nicht auf andere Gebiete de- ziehen konnte, als die, deren Schädigung als rechtswidrig zuzugeben war, und deren Herstellung die leitenden Staatsmänner der Gegner als Kriegsziel betont hatten. Was für Belgien gesagt wird, mußte Deutschland auch für Nordfrankreich anerkennen, da die deut- schen Heere mir auf dem Wege über die verletzte belgische Neu- tvalität die französischen Gebiete erreicht hatten. Dieser Angriff Umr eS, für den die deutsche Regierung Deutschlands Verantwortlichkeit zugab, nicht aber eine angebliche Schuld am Ausbruch des Krieges oder die äußerlickte Tatsache, daß die formelle Kriegscrklä- rung von seiner Seite ausgegangen war. Das deutsche Volk hat die Einseitigkeit wohl empfuitden, die darin lag, daß man ihm die Wiederherstellung Belgiens und Nordfrankreichs autserlegte, während man ihm«ine Entschädigung für die Gebiete des deutscheu Ostens versagte, dt« von den Truppen des russischen Zarismus nach einem von langer Hand vorbereiteten Plan überfallen und ver» wüstet worden waren. ES hat aber anerkannt, daß der nusfische Ueberfall nach formellem Völkerrecht anders zu beurteilen war, als der Einfall in Belgien, und deshalb von einer Ersatzforderung seinerseits Abstand genommen. Wenn nuninchr die alliierte« und assoziierten Regierungen die Auffassung vertreten sollten, daß für jede Völkerrechts- widrige Handlung, die im Kriege degangen worden ist, Schadenersatz geschuldet wird, so will die deutsche Delegation die grundsätzliche Richtigkeit dieses Standpunktes nicht bestreiten; sie macht aber darauf aufmerksam, daß dann auch Deutschland ein« erhebliche Schadenrechnung aufzustellen hat, und/daß die Ersatzverpflichtungen seiner Gegner, insbesondere gegen- über der durch die völkerrechtswidrige Hunger- blockade unermeßlich geschädigten deutscheu Zivilbe- v ö l k c r u n g sich nicht ans die Zeit beschränken, wo der Krieg noch beiderseits geführt wurde, sondern ganz besonders auch für die Zeit zutreffen, wo es nur noch eine Kriegführung der alliierten und asioziierteu Mächte gege« das freiwillig wehrlos gewordene Deutschland gab. Die Auffassung der alliierten und assoziierten Regierungen läßt eitte endlose Reihe von Streitfrage« am Horizont der Friedeirsverhanölungen emporsteigen und könnte zu einer prakti- schen Lösung nur durch eine unparteiische internationale SchiebSgerichtöbarkeit gebracht werden, wie sie in Artikel 13 Absatz 2 des Entwurfs der Friedensbedingutigeti vorgesehen ist. Euere Exzellenz weisen ferner m Ihrem Schreiben vom 20. d. M. daraus hin, daß nach den Grundsätzen des internationalen Rechts kein Volk durch eine Ver- änderung seiner politischen Regierungsform oder durch einen Wandel in den Personen feiner Führer ein« von seiner Regierung einmal eingegangene Verpflichtung zum Erlöschen bringen kann. Die deutsche FnedenSdkegation ist weit davon entfernt, die Richtigkeit dieses Grundsatzes zu bestreiten; sie verwahrt sich auch nicht gegen die Durchführung des durch das Angebot der früheren Regierung vom S. Oktober 1918 eingeleiteten Abkommens, sondern gegen ausgeschrieben worden nachdem der Plan, durch Anlage eines Fried- hofeS der jüdtschen Gemeinde das schöne Land den Lebenden zu entziehen und den Toten zu überantworten, glücklich gescheitert war. Der Krieg hat die AuSfühtmig des Planes bisher vereitelt. Jetzt nun werden befremdlicherweise zwischen Weinmeisterborn und Gatow tndustrielle Bauten errichtet, ohne Rücksicht auf die festgelegte Bau- ort und die Schönheil der Landschaft, die den ganzen Charakter der Laiidschast zu vernichten droben. Abgesehen von der Baulichksit— es handelt sich um die Naglowwerft. eine große Motorboots« werft— wird bei Aufnahme des Betriebes, wenn erst die Niet« Hammer arbeiten, die ganze Idylle der Gegend zerstört werden. Wettn hier nuch schon früher ein kleiner häßlicher Betrieb vor- banden war. so verschwand derselbe durch seine Ilnscheinbarkeit. Gab c» aber keine Möglichkeit, die Ausdehnung dieses Betriebe» aui iveiteres schönes, zu SiedlungSzweckeu vorgesehenes Land zu verffüleit? Fast möchte man annehmen, daß die Behörde gar nickr um di« Zustimmung befragt worden ist. Denn eS ist doppvlt nötig, die Aasinerksamleit darauf zu lenken, weil hier ein symptomatischer Fall vorliegt. der befürchten läßt, daß an anderen Stellen ähnliche Erscheinungen austreten. Der etwa vorgebrachte Einwand, daß durch Schaffung solcher Betriebe der ArbeitSnot abgeholfen werden könne, ist nicht stichhaltig, weil eS geeignete Jndustriegebäude für solche Betriebe auch am Wasser in Hülle und Fülle gibt. In Wahrheit handelt es sich doch nur um irgendein kopttalisttscheS Interesse. Daß auch die Havelnicherei durch eine Motorboolswerft stark leiden muß. sei nur beiläufig erwähnt. In jedem Falle ist es nötig, daß mit Fingern auf jede Stelle gezeigt wird, wo landschaftlichen Schönhetten in Berlins Umgebung Gefahr drobt. Berlin ist nicht reich an solchen Schönheiten, um damit Ber- schwendung treiben zu dürfen. Die Künftler-Gilüe. Die Allgemeine deutsche Kunstgenossenschast, jene bekannt« über ganz Deutschland verbreitete Vereinigung bildender Künstler, hat unter obigem Namen ein Unternehmen WS Leben gerufen, das die weiteste Beachtung verdient. Versucht sie damit doch in begeisterter und zäher Arbeit und mit gutem Erfolge.die Kunst in jene Schichten des Volles zu tragen, die sonst mit ihr kaum in Berührung kommen und sie fast nur vom Hörensagen kennen. Zu diesem Zweck« veranstaltet sie Kunstausstellungen m Rathaussälen und Schulen, hauptsächlich w Fabrikstädten und lleweren Plätzen, besonders in solchen, die sonst keine Ausstellungen haben Sie bc- muht sich dabei die Arbeiterschaft, die Schuljugend, die Insassen von Lazaretten usw. einzuladen und ihnen durch Führungen und Borträge die Gesetze künstlerischen Schaffens zu erklären. Die Erfahrungen, die die Veranstalter hierbei machen, be- weisen immer Wieoer, wie aufnahmefähig und kunstbegeistert so- wobl die Arberter als auch die Kinder sind. In Waldenburg i. Gcktl, z. B. wurden Hunderte von Schulkindern in die Ausstellung ge- tiihrt. Sie kanten in ihren Holzpantiueri. die tnetsten hatten wohl Origmalgemälde noch nicht gesehen, und es war—»ach den Berichte» de» Leiter« der Veranstaltung—- geradezu ein erfreulich« bke tu bem Fried enSentwmff enthaktene Bestrafung für die angeblichen Vergehen seiner früheren politischen und militari- schen Leiter. Der Präsident der Veveinigten Staaten von Amerika hat am 4. De- zember 1917 erklärt, daß der Krieg nicht mit einem Rache-- akt irgendeiner Art beendet werden solle, daß keine Nation, kein Volk beraubt oder bestraft werden soll«, weil die unverantwortlichen Herrscher des Landes ihrerseits ein schweres und verabscheuungswürdiges Unrecht begangen haben. Noch in den öffentlichen Verhandlungen kurz vor Abschluß des Waffenstill- stände» wurde dem deutschen Volke versprochen, daß Teutschlands Schicksal eine grundlegende Aenderung erfahren würde, wenn man es von dem seiner Herrscher trennte. De: deutsche Delegation möchte die Worte Euerer Exzellenz nicht dahin verstehet:. daß die Zusage der alliierten und assoziierten Regierungen damals nur eine KricgMst war, um den Widerstand des deutschen Volkes zu lahmen, und dax die Zusage heute zurückgenommen werden soll. Schließlich machen Euere Exzellenz gellend, Käß die alliierten nnd assoziierten Mächte-das Recht haben, Deutschland nach denselben Methoden zu behandeln, die es beim Frankfurter Frieden und beim Frieden von Brest-LitowSk seinerseits angewendet herbe. In den 14 Punkten wurde ausdrücklich die Wiedergutmachung des Unrechts von 1870/71 verlangt und von dem Frieden von Brest-Litowsk als von einem ab- schreckenden Beispiel gesprochen. Die alliierten und assozi- ierten Regierungen haben es damals abgelehnt, sich einen Gewaltfrieden der Vergangenheit zum Muster zu nehmen. Das deutsche Volk, das niemals die Verantwortlichkeit für den Ausbruch des Krieges auf sich genommen hat, kann mit Recht verlangen, daß ihm seine Gegner mitteilen, aus welchen Gründen und mit welchen Beute ismitteln sie seine Schuld an allen Schäden und Leiben dieses Krieges als Unterlage der Friedens- bedingungen machen. Diese Lebensfrage des deutschen Volkes muß in aller Oeffentlichkeit erörtert werden; Methoden der Geheimbiplomatic sind hierbei nicht am Platze. Die deutsche Regierung behält sich vor, auf die Angelegenheit zurückzukommen. Genehmigen Sie, Herr Präsident, den Ausdruck meinsr ausge- zeichneten Hochachtung. gez. B rockdorff-Ra n tzau. Scharfe Kritik an üer Saargebietsnote Frankreichs. Versailles, 2ö. Mai.(Eigener Drahtbericht des.Vorwärts'). In der rechtssozialistischen Zeitung.La Politique' schreibt Ber- trattd unter der Ueberschrift.Irrtümer deS Biererrats": Man kann nicht ohne Beschämung die offiziöse Begründung der in dqS SaargebietS-Statut«ingeführten Aenderung lesen. Der Biererrat hat selbst nicht gemerkt, daß er in dem Vertrag eine Bestimmung hineingebracht hatte, die bei der ersten Entgegnung de» Feindes zurückgezogen werden mußte, weil sie nicht zu vertei- digen war. Nur die Arbeitsweise des VteretratS hat einen iolchen Irrtum ermöglicht. Vielleicht hat der Viererrat ohne böse Absicht gehandelt, in Berlin wird man jedoch sagen, daß die unm o ra li- schen Bestimmungen in den Vertrag kamen, weil die Alliier- ten m heuchlerischer Weise imperialistische Pläne ver- folgten. Angesicht« schwerer Fehler muß man das Schlimmste be- fürchten. Leider deutet alles darauf hin, daß der Vierertat aus dieser Lektion keinen Nutzen gezogen hat. Sozialistische Kundgebungen in Paris. Versailles. 2S. Mai. sEigener Drahtbericht des.Vorwärts'.) Die gestrige Demonstration auf dem Friedbof Pöre la Chaise vor der Mauer, an der die Kommunarden 1871 erschossen wurden, nahm einen großartigen Verlauf. Zwar nennen die Zeitungen keine Teilnehmerzahlen, sie berichten jedoch, daß der Vorbeimarsch drei Stunden gedauert hat. Es wurden Rufe nach der Amnestie und Hochrufe aus die Sowjets und auf die Malrosen der Schwarz- meerflotte ausgebracht, die die rote Fahne gehißt hatten. Anblick, ihre begeisterten Augen zu sehen. In Essen war der Ein- trittSpreis auf nur 10 Pfennige festgesetzt, um jedem die Teilnahme zu ermöglichen. ES beteiligten sich besonders viele Arbeiter des Kruppschen Arbeiterbildungsvereins an der Führung. Aehn- liche Erfahrungen wurden in Halberstabt gemacht, wo der bekannte Berliner Landschaftsmaler Keyser-Eichberg einen erklärenden Licht- bilder-Vortrag hielt. In Görlitz waren eS Hunderte von Verwundeten und Soldaten, die der Führung beiwohnten— und so war das Publikum in jeder Stadt, je nach ihrem Charakter ein wenig verschieden. Hervorragende Kunstwerke läßt die Künstler-Gilde in einem vollendeten Reprodiiktionsverfahren vervielfältigen, zu einem Preise, der auch dem Arbeiter die Anschaffung ermöglicht. Unter anderem das wundervolle Bild von Hans Thoma.Erntesegen' und ein ent- zückendes altes Städtchen von Gustav Schönleber. Die Geschäfts- stelle der Künftler-Gilde befindet sich Potsdamer Str. 38. H. W. Notizen. — Abendvorlesungen an der Universität werden in München veranstaltet. Erwachsene ohne jeden Unterschied der Vorbildung haben Zutritt dazu. — Vortragskunst. Im Havmoaiiumsaal spricht am 30. Mai Leontine Neumann-Jellinek Balladen von Schiller und Goethe und zum Schluß Blätter von Lueile DesmoulinS, die im Erleben entscheidender Ereignisse der großen französischen Revo- lution geschrieben wurden. — G h a w über die Deutschen. Bernard Shaw ist 'einem alten Berufe, di« verallgemeinernden Schlagworte nachzu- prüfen, treu geblieben. In einer Kritik eines belgischen Dramas .Krieg ist Krieg oder die Deutschen in Belgien' geht er der ein- seitigcn Verunglimpfung der Deutschen zuleibe. Zum Schluß stellt er dir Frage:.Will nicht jetzt jemand ein Stück ichreiben. das alle die guten und edlen Taten enthält, di« von den Deutschen während des Krieges getan wurden? Zur Ehre unserer gerade jetzt ziemlich stark entehrten Menschennatur laßr mich sagen, daß nach meiner Erfährung der Eindruck, den man aus den Berichten gewinnt, gerade der ist, daß der deutsche Mensch keinesivegs so ist. wie ihn die Berichte schildern, und daß Jerry und Tommy(die Typen der angelsächfisckien Soldaten) keineswegs besser sind, wie man auch schon nach der Tatsache annehmen kann, daß beide aus demselben Laden stammen' — O st w a I d» Farbenlehre.� Der berühmte Leipziger Chemiker Wilhelm Ostwald wird demnächst unter dem Titel.Phh- srkalische Farbenlehre' den zweiten Land seiner Farbenlehre � der Oeffentlichkeit übergeben. Die weiteren drei Bände sollen die' che- mische, physiologische und psychologische Farbenlehre umfassen — Der Ozeanflieger Hawker ist nun doch noch mit seinem Begleiter gerettet worden. Ein dänisches Schiff fand ihn halbwegs zwischen Kanada und Irland treibend. Werßaj oder Werßaich? Kenn Ortsname ist heute so in alln. HS Li nbe wie derd von Versailles, keiner wird daher häufiger falsch auSgesrpocheu. M 15, dann 29. Mehr hatten nicht Platz. Aber Stroh nur für fünf.— Petersburg. Nachts. Quartier in der Wachtstube des deutschen Konsulats. Betten? Nein. Kamerad, hier am Ofen auf der Bank ist noch Platz. Dein Mantel gibt ein feines Bett.— Gibts hier einen Arzt, einen deutschen? Ja, morgen.— Totkrank bin ich, die Stiesel schneide mir von den Beinen. Kamerad, komm, machs, ich kanns nicht selbst, die Füße schmerzen mich, sie sind zu sehr geschwollen. Der Husten---. Verdammt! Die Fahrt, die lange Fahrt, die Kälte, die Läuse, meine Füße! Noch fünf Stunden bis zum Tagwerden. Die Räuber!--. Auf jeder Station, die Schufte!— Schlaf mal erst, Kamerad, schlaf.— „Herr Doktor, ich komme vom Osten, bin auf dem Wege nach Berlin. Mein Husten, meine Füße-- ich kann kaum noch. Einige Tage Bettruhe und etwas zu essen, dann werde ich wohl weiter können."—„Gut, versuchen wirs".— Erbärmlich! Aber besser, wie anderswo umgekommen. Nur wefter. Nach Hause, nach Hause!— Die Verwandten in Petersburg fand Henry nicht. Waren sie noch dort? Weiß der Himmel. Nur raus, raus aus der verrückten Stadt. Zur Sammelstelle. Wo? Ja, wo--- Richtung Wilna! Wieder fünfzehn Genossen. Wieder Viehsalon! Obschon bis dahin reichlich ausgeplündert, setzten die Roten auch jetzt ihre„vorschriftsmäßigen Untersuchun- gen" fort.„Gib her, Bruder, gib her. Gestern wars Dein, heute ists mein, macht keinen großen Unterschied, gib her, gib her!"— Acht Gefährten sind schon bisher ausgeladen worden. Tote und Kranke. Henry liegt fiebernd auf stinkigem Stroh, den Kopf auf einem Bündel Lumpen, das ein Ausgeladener hafte liegen lassen. Schnee, Wind und Regeu sausten durch die schlecht verhängten Löcher des Wagens. Ende April.— Wilna! Sväter Abend. Sammelstation. Alles heraus aus dem Wagen? Hier antreten! Henry wankt. Sein Nachbar hält ihn.— Beeilen! Dort anschließen! Gepäck mitnehmen! Henry tat, wie befohlen.— Ruhe! brüllt ein Feldwebel. Der Ortskommandant: Will- kommen Kameraden! Willkommen auf dem Wege nach der deuftchen Heimat, sie hat Euch befreit, sie hat im voraus fiir Euch alle gesorgt, sie hat----—. Die siegreiche deutsche Armee hoch--- S. M., Kaiser Wilhelm, unser erhöbe- ner Herrscher und oberster Kriegsherr—• hoch— hoch --- I Deutschland, Deutschland, über---. Greulich klangen die eingefrorenen Blechinstrumente der seid- grauen Bläser, und greulich empfand Henry diesen blöden Tusch auf die erbarmungswürdigen Ankömmlinge.� Ein beißendes Honigpflaster auf die wunden Körper und Seelen der sechzig Prozent Kranken!— Quarantäne!„Wer Geld und Wertsachen besitzt, gibt sie im eigenen Interesse ab zur Ausbweahrung." Ach ja!— Gib her, Bruder, gestern Dein, heute mein, macht keinen Unterschied.--- Fünfhundert Rubel waren zwei Pro;. Und die anderen achtundneunzig? Die fand der rote Peters- burger Gorodowoy sehr schnell in Henrys wollenem Unter- Hemd, als er ihm den Weg zirr Sammelstelle zeigt«! reich- liche Entlohnung für seinen gütigen Bescheid.— Schwindel! Germanetz?! Nur keinen Umstand, sonst--. Und futsch wars. Gabs ein Mittel dagegen, einen Schutz? Nimmer- mehr!-- Aber Brot, Bruder, muß ich mir doch kaufen. mein Weg nach Hause ist noch weit, und Hunger tut' weh, sagte Henry bittend dem Roten. Und daß Hunger weh tat, schien der aus seinem Vorleben noch nicht vergessen zu haben. Mit verständnisvoller Miene und vielleicht echtem Mitgeftihl, aber auch zugleich mit tapsiger Großmutsgeste überließ er Henry einen Kassaskonto von 299 Rubeln. Genug für fünf Pfund Brot.-- Was also hatte.Henry zur Aufbewahrung abzugeben? Nichts, als seinen müden, schwerkranken Leib. Nun galt es, diesem soweit aufzuhelfen, daß die Reise in die Heimat fortgesetzt werden konnte. Aber das Leiden war zu schwer, das Garnisonlazarctt zu dürftig und die ärztliche Sorge so mangelhaft, daß die Krankheit sich in vielen bangen Wochen zu einem schlimmen chronischen Uebel auswuchs. Also auch sein allerletztes, seine Aussicht auf Heilung, hafte er nun„abgeben" müssen, sein kostbarstes, seine Gesundheft« Versuchsweise in die Heimat entlasten. So stand es in seinen Papieren. Nur nach Hause, nach Hause!— Und Patriot war Henry, guter Patriot. Aber auch von seinem Patriotismus hatte er schon in den letzten bangen Wochen im Garnisonlazarett einen merklichen Teil„abgegeben". Mit unverhüllter und widerlichster Fratze trat das preußische Kommißgespenst an sein Krankenlager und for- derte ihn auch schließlich zu dieser„Abgabe" auf.— Als Wrack schleppte er sich zur Schwester nach Berlin. Sein dreißigster Geburtstag gerade wars.-» «Kchl,,» t BigDWiWft. TS MSÄt itft Sk«W«ckÄk WoMSItt-mien mit 8», 8- und 4-Zimmerwohnungen«richtet. — Planmäßige Veranstaltung von Jugendfpielen. Wie an vielen Orten Groß'Berlins ist auch in Neukölln die Pflege der Iugeudspiele während der Krieggzeit stark vernachlässigt worden. Die Jugend war in dieser Hinsicht zum großen Teil aus sich selbst angewiesen, der Spielplatz war die Straße, wo sie sich, oft zum Aerger der Anwohner, mit großem Lärm austollte. Die städtischen Körperschaften sind bemüht, diesem Uebelstande abzuhelfen, der seinen Grund in der Hauptsache darin hat. daß der Stadt au»- reichende Spielplätze für die Jugend nicht zur Verfügung stehen. Verhandlungen zux Schaffung neuer großer Spielflächen sind im Gange. Zur planmäßigen Durchführung der Spiele sind an samt- liche Schulen Spielvereinigungcn für die Jugend gegründet worden, die während de» Sommerhalbjahres an je 2 Nachmittagen in der Woche unter Leitung geeigneter Lehrkräfte das Jugend- und Volks- spiel pflegen sollen. Die Beteiligung der Eltern an diese» Spiel- Vereinigungen wird gewünscht. Die Spiel« rinden auf den großen, frei gelegenen Spielplätzen statt, und zwar spielen die Schulen des südlichen OrtSteils auf dem städtischen Sportplatz an der Grenz- all«, die de? östlichen Ortsteils auf dem Platz de? Turnvereins ..Jahn" an du Wanzlikstraße. Während der Sommerferien lverdeu für die gesamte Jugend Neuköllns feiten? der Stadt Ferienspiele veranstaltet. Mit der Organisation derselben ist eine von den städtischen Körperschaften gebildete Kommission beauftragt worden. Friedenau. Der kommunale Arbeiterrat bleibt nach wie vor bestehen. Bureauzeit täglich S— 3, Dienstag und Freitag 5—7, Rathaus, Zimmer 23._ Groß-Berliner Lebensmittel. Verli«. MI l ck m e» g c n.„AI*- Karten 1 Liter, A II*- Karten 1 Liter,.B I*., JB II"-,.0 I* und.0 II'.Kartcn Liter.—-/, Pfund ausländisches Weizenmehl nach Voranmeldung vom 27. bis 80. Mai(0 und K4). Inländisches Weizenmehl ohne Voranmeldung. NowawrS. Dienstag und Mittwoch im Nathans. Zimmer 7. für Kinder im Alter VIS zum vollendeten S. Lebensjahre, sür werdende und stillende Mütter sowie sür Kranke Ausgabe»on sterilisierter Vollmilch. Heut» für Smpsänger mit den AnsangSbuchstaben A bis L, morgen Anfangsbuchstaben M bl» Z. 1 Flasche Milch Z,7S M. Groß-Serliner Partemachrichten. . ivarteisnutttouSre! 5 Vortragsabende mit anschließender DiS> kusslon:„Aus der Geschichte und Theorie der deutschen Sozialdemokratie*. Referent Genosse Emil D i t t m e r. 1. Vorläufer deS wifsenlchaftlichen Sozialismus bis Marx und Engels. 2. Beginn der modernen Arbeiter« bewegung vis Erfurter Programm L. Theoretische Strömungen der deutscheu Sozialdemokratie. 4. Die Sozialdemokratie während der Krieg«. zeit. 5. Haltung der Sozialdemokratie seit der deutschen Revolution. 80. Mal, 6., 17., SO., 27. Juni, 7 Uhr, im gestsaale de« Herrenhauses. Mitgliedsbuch sowie Ausweise vom AbteilungSIetter legitimieren. S. Abt. fF r t e d r i ch st a d t). Heute. 7>/, Uhr, bei Schirm, Charlottenstr. 7—8. Vortrag des Gen. R. KemphenS über: ,DaS Parteilebeu und die gegenwärtige politische Situation*. Diskussion.— Morgen, Mittwoch, 7»/, Uhr, bei Schirm, CharloUenstr. 7—8: Frauen« Versammlung. Vortrag de« Gen. Brun« über:.Waiscnpflege*. t«.«dt. Mittwoch velehnmg«a»«nd del Lang«, Litauer Str. 17. Referentw Fr. Hoppe. 26. diS 2»., Sl. und 82.«dt.(Schönhauser Vorstadt). Heute Dienstag?'/„ Aula Gleimstr. 43. Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht von der Nationalversammlung. 2. Aussprache. Mitgliedsbuch legitimiert. 28.«bt. HimmelfahrtSauSslug nach dem Botanischen Karten unter wifsenschastlicher Fübrung. Treffpunkt vorm. 10 Uhr, Ein« gang„Unter den Eichen*. Teilnehmerkarten 60 Ps. 39, Abt. Mittwoch 8 Uhr: Mitgllederversommlung im Lokal K l e i n« r t. Levetzowstr. 31. Die sozialdemokrattscheu Lehrer und Lehrerinnen'«rosi.Berltn», die sich vorbehaltlos auf den Boden der Arbeitsgemeiaschait sozildemokra- tischer Lehrer und Lebrcrinnen Deutschland« stellen und gewillt find, durch sie der sozialdemokratischen Partei hei der Erfüllung Ihrer Ausgaben, be- sonders der kulturpolitischen, zu helfen, lade ich ein. am nächsten Mittwoch, nachmittags S Uhr, in der Lindenftr. 8, 1. Hof recht«, 4 Treppen, zu er» scheinen. Heinrich Schulz. Jungsozialiftische Vereinigung. Donnerstag, 23.(Hlmmelsahrt). Wanderung nach Potsdam, Kaputh, Ferch, Treffpunli 6 Uhr Schlesischer Bahnhof, Eingang Koppcnstraße. <5ffarlot»enburg. Mittwoch. 7 Uhr, Konserenz der«eiblichen Funk- ttonöre im Lokal von Prtll. Kncsebeckstr. 2. SestSueberq. Heut«?>/, Uhr, Aula d.er Fichteschule, Kolonnen- straffe 23—27, öffentliche Volksversammlung. Tagesordnung: Dle Kommu. nalisierung der Lebensmittel. Reserent Ed. B e r n st e i n. Besprechung der letzten Schöneberger Vorgänge.— Die Adresse de» WahlvereinSkasstcrer» ist Alb. Luzar, Berchtesgadener Str. 22/23. Jugenüveranstaltungen. Yharlottendurg. Rostnenftr. 4 heute. Dienstag, S UHr, Vortrag über .Die Friedensbedingungen der Entente*. Die Elten« der Jugendlichen sind besonders eingeladen._ vereine und Versammlungen. Zentralstelle für Einigung der Sozialdcmokrati e. Bezirk Nord- tvefte u. Mittwoch 7>/, Uhr, Aula. Zwlnglistr. 37: Oeffentlich« Versammlung. Tagesordnung: Die proletarilche Einheitsfront. Restrenten: Dr. Simmel (S. P. D.'l, K. Naumann, VollzugSrat,(U.<3. P. 5D.).' Bezirk Nordosten und Weißeusee. Mittwoch, 7'/,. Uhr, bei Beyer, Bötzows«. 28: Bezirk«- Versammlung. Bezirk Südwesten. Mittwoch, abends 7 Uhr, im Lokal Arabert, Lausttzer Platz 7, Eck« Skalitzer Straffe: BezirkSversammlung. Gäste lotllkommen. Britz. Mittwochabend'l£ bei Raddan. Cbauffeestr. 83: vessentliche Versammlung:.Die Einigung de« Proletariats'. Resercnten: Halpert(S. P. D.) und Wille(II. S. P. D.). Dr. Alexander Schwab spricht morgen Mittwoch Im Gymnasium, Charlottenburg, Cauerstr. 36, über:.Jugend und Gesellschaft*. Arbeiter, Schüler, Studenten, Lebrer, Freunde der Jugend, sind herzlich eingeladen. — lieber Sin» nnd Aufgabe einer Freie» Hochschulgemciude lpricht H. Schüller im Auditorium 140 der Universität Freitag 7'/, Uhr.— Freie Hochschule sür Proletarier. Kurse sür Arbellerräte aller Branchen über Bank- und Geldwesen. 1. Die Bank im WtrtschastSlebrn: Dienstag. 5—7 Uhr, ab 27. Mai. 2. Verlebe mit Banken: Freitag, 5—7 Uhr, ab 30. Mai. Beide VortrggSreihen Kochstr. 13, Gesangssaal.— Mittwoch, 8v« Ubr spricht Dr. Lederer in der Aula de« FriedrichS-Realghmnasiuins, 8W., Mittenwalder Str. 87. über:.Streiszüge durch Alt-Berlin*. Mit Lichtbildern und Vortrag heiterer Dichtungen.— Mrbeiter-Wnffersport- berband KreiS I. SS. Mai, 7 Uhr avendl, st, der städtffchen Badeanftalt Neukölln: Wafferballspiel zwischen Neukölln- Eharlottenburg. 30. Mai, '/Jä Uhr, in Weitzensee zwischen Weiffense« und Lichtenberg.— Für Himmel- sahrt: Treff vorm. 11 Uhr, Stadwn für Schwimmwart«. Nachmittag» zum Anbaden von.Freie Schwimmer', Eharlottenburg, in PichelSwerder. Zuschriften an Fritz Buschmann, Neukölln, Wtpperstr. 17.— Sportklub »Liberta» 96*. Eharlottenburg. UebungSstunden Dienstag« und Frei- tagS, 71/j— Sy», Schutturnhalle Kaiserw-Augusta-Allee, am Gustav-Adolj- Platz. Sportsgenossen und Gäste jederzeit willkommen. Mus aller welk. Berlin— Konftanz in 4 Stunden 5 Minuten. Berlin, 20. Mai. Ein Postflugzeug der Deutschen Luft- reederei legte am 2ö. Mai den Flug von Berlin nach Kon- stanz mit zwei Passagieren in vier Stunden fünf Mi- nuten zuHk. Grotzfeuer in Ludwigshafen. Ludwig»hase« a. Rh., 20. Mai. Gestern nacht brach in einem am Rhein gelegenen al» Kaserne für marokkanisch« Besatzungstruppen dienenden Lagerhaus Großfeuer au«, dem das ganze Gebäude zum Opfer fiel. Die darin befindlichen Soldaten retteten fich nur mit größter Mühe aus dem Gebäude. Zum Teil sprangen fie aus den Fenstern in den Rhein. Ob Menschenleben zu beklagen find, konnte nicht in Erfahrung ge« bracht werden, da die Franzosen sich jeder Leußerung enthalte». Ein mit Getreide gefülltes anstoßende» Lagerhaus tonnte nur mit Hilfe der herbeigerufenen Mannheimer Feuerwehren gerettet werden. Größere Mengen Lebensmittel und Infanterie« munition wurden bei dem Brande vernichtet. Hamburg, 26. Mai. In der Fabrik für Heizungsanlagen von Rudolf Otto Meier in der Pappelallee explodierte in der Ma. schinenschlosserat au» unbekannter Ursache eine große Gauer, stoffbombe. 2 Leute wurden getötet, 6 schwer und 6 letchtver- letzt. Ein erheblicher Teil de» Gebäude» wurde schwer beschädigt. Metz, 20. Mai.(HavaS.) Sin Munitionsdepot, da» von den Deutschen am Bahnhof« twn Doudresing bei Saar» bürg zurückgelasien worden war, explodierte am Freitagnachmittag. Die Baulichkeiten der Umgebung wurden stark beschädigt, einig« Personen schwer verletzt. Man gkaubt, daß die Explosion durch Selbstentzündung de» Pulver» hervorgerufen wurde. MetterauSftchte» für da» mittlere Norddeutt«bland di» Mittwoch mittag. Etwa» kühler, gröfflentetl» stocken und vielfach heiter bei mäßigen nördlichen Winden. Nur im Südosten stärker bewölkt und strichweise Gewitterregen. Allsn Freunden und den vielen uns bisher Unbekannten, die ihren herzlichen Anteil an dem grausamen Tode unseres Vaters Gustav Landauer ausgesprochen haben, innigen Dank. Wer seinen Charakter, sein unbeugsame» KechMgefähl,»einen idealen Sinn,»ein reineck Wollen,»eine hohe Meögchliobkeit gekannt, wer ihn gar al» Familienvater gesehen bat, wirf unsem unsäglichen Schmerz ahnen. Er fühlte brüderlich für alle schaffenden und beladenen Menschen; er lobte und starb für»ie. Von warm Fühlenden wurde er gewürdigt, verehrt, gebebt und wohlverstanden. Gustav l.ands'icrs Kinder: Charlotte Crndala 43V Brigitte t. Zt Daisendorf b. Meersburg(Bodenseo). Sozlaldem. Uablverei» IfcuSiSiln. Jr-i MitgNidtrn M« ttourigr Nachricht daß unsere aeneffiu, Frau Anna Flucke (16. Bezirl) verstorben ist Ehve ihrem«ndenkan! Die Bcervigung findet Dienttog, nachm.!> Uhr, von der Letqenyalle de» L-cu- salemer Kirchhofe», Per- mannstraß«, nu» statt. Wir bitten um reg, Be teUigung. Set Vm Verband der Fabrik- arbtiter Deuticbiands Zahsttell« Troß> Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Karl GM von d. FttmaOcbr.Slemens am st Mai verstorben ist Ehre seinem Andenken l Di« Beerdigung findet peuie Dienetag, den27.Mai, nachmittag» i Uhr. von der Leichenhalls de» Em- mansürchhofe», Neukölln, Hermannstrabe, aus statt. Um rege Beteiligung er- sucht 06/5 Sit Ort-verwaltuvg. Haut- u. Barn-Arzt Krfolgrelche Behandlung Rosemhsler StraBe 49—70 in Heil-Anstalt„Uisr so— 1. 5— 8, Sonntags 10—1. 0r. med. Hascht, rietlrlEhstp.9ösÄShmof. pr. 10— I n.»— 8, Sonnt. U— I. Ertolgrelcpe Bthandlung.» flü- ii taarzl Dr. med. Koeben, iriedrttslr.M VSSU läilsar.MSMSlS" if- fo-l U.S—A Sonnz. 10—1 i,i-.olgfeiche Behani TlekwoZKotors unb andere foufr Am Freitaa, den 2Z. Mai, versiaro unser lieber Mit- arbeiier, bei©rcbibtuderci- Hilfsarbeiter 2881b Carl Denalies. Ehre seine» Andenken! Da» Personal d« Buchdruckerei H. S. Hermana dt Co. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 27. de., nackm. ip/« Uhr, auf dem Friedhof« der Et Boriho- komäus-Semeinde, Weißen- fee, Fallenberger Straße, Be. Allen Freunden und kannten sagen wir Hie die»n» ' i zahlreich erwiesenen Auf- erksanckeiten st «i zu unserer Vermählung nafeten herglichskan Dankt Aloy» Beckmann n. Frau Johanna geb. Wanjuru, Bellen I.«tack. 43® t- Iii Enz! Dr. med. WockenM, FrieöriciistP.lZgpSÄr. Spr. 11— I, 4—8. Sonnt. II— J. trlolgrelche Behandlung. Haut-» Harnarzt. Erfolgreiche Behandlung. Könisstr. 34/36 Alexanderplatz. 10-1, S-S. Sonnt. 10-1. 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Verschiedene». 116/6 In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist da» bestimmt» und pllnttliche Erscheinen der Kollegen notwendig. Steinholzleger- und»Helfer-Bersammlnng am Mittwoch, den 4. Juni, abends 7 Uhr, im Gewerkschafts- hauS, Saal 10 See vereinst, orftanv. Bezirk Nordweste« vtittinoch. 2S.«Ol. abend, VI, Ahr. In d-e Schttlanko. Awinglijtr. 31: Bezirks-Verfttmmlung Tagesordnung: Die proletarische Einheitsfront. Referenten: vr. Simmst(S. P. D.). Karl Neumann, Bollzugsrat(IL®. tt.) AnschUeßend Disrussion.— ÄozlaHlteit, erscheint aUt l 28806____ vi, vezlmsleiwng. Zevklkivnbiivd der SkMgsgchlsea Än Vonnrrstag, den 29. Alol(üimmetfahrt) Ausflug nach Papenberge. Abfahrt 8« ab Gesundbrunnen nach Tegel.— Zeder bringe ein Berlostmgsgesmenr, gute» Wetter, und Humor mit. 70/12 Sy�SiIüsheilung'T nenes Verfahren von ffianitöterat De. Beramann-Berlln W. Wichtige Neuerscheinung.— Die.Hygien. 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Soziale Arbeit. Vogler& Co., Berlin 28.9, Nöthener Straße 27. Abteilung 9. ._ J_ ****• 8 Nl Bekanntmachung. MMWS«WlSiW. Semöß§ S der Verordnunq des Magistrats Berlin über Sebensmitleilarten wird fitr den Gemeindebezirk der Stadt Berlin bestimmt: J. Ans Ubschatl! K 4 der Einfuhr-zusatzkarte der Stadt Berlin entfallen All Swüim ouülMlfKies Veizevüiel» oder 250 Mm WitOWes ieuetimeoi nach Wahl des Bezugsberechtigten. 2. Der Stelnbaobeksvertaussprel» beträgt für das auf Abschnitt K 4 auszugebende ausIetaSifche Weizenmehl l.io M. ,e>/- Vwnd für inländische» Weizenmehl(S4 prozentige») 0,16 M. je'/, ZZfond. 3. Der Bezug des ansISndtfchen Weizenmehl» ist NN eine voronmekdnng gebunden. Unter Ausfchwst nach. trägllcher Annahme ist der ganze SldschnUl C der Berliner Bezngslarte, der als Boranmcldeadfchniti bestimmt ist, m der Seit vom vienswz, den 27. Mol, bis Zorn Zreitag, den 30. Mai 1019, bei den Kleinhändlern abzugeben. Die Klein» bändle: haben die ganzen Abschnitte C der Bezugstarie am 31. Mai 1919 bei den Srohhändlera abzuliefern. Mit dem Berkauf des ausländischen Deizenmehis gegen Abgabe des, Ab- fchnittes X 4 der Einfuhr-Zufagkarte wird in den ersten Togen der nächsten Woche, also Ansang Juni begonnen werden. Nicht abgeholte Ware verfällt mit dein 16. Zonl 1919. 4. vo» inländische weizenmahl kann ohne Vor» anrneidnng gegen Abgabe des ganzen Abschnittes L der Berliner Bezugskarte und des Abschnittes X 4 der Einsuhr-Zusatz» karte sofort in den mit entsprechenden Plakaten verseheneu Ge» schästen, die außerdem noch durch Säulenanschlag bekannt- gegeben werden, bezogen werden. 5. Die mit dem Derkaus des inländische« Weizenmehl» neb:> dem ausländischen Weizenmehl beauftragten klein» Händler sind verpflichtet, die für das Znlondsmehl enl- ge-i.engenommaneo Abschnitte C der vezngskarte und K'■> der Eiosuhr-Znsohkarle im veifein des Publikums mi: Blanstiff zu durcoliceicheu. Die für Zulaudsmehi entgegei.zcilmnmenen Adfchnilte L der Bezugskartc und X 4 der Sinsahr-guaiitarte sind mit den Brotlarienabichntlten zu» saniinen an die Abteilung sür Browersorgung, Stelle Zd ab» zuführen. K. VI« ordnungsmähige Ausgabe de» Mehl» in den Slclnhandeisgeichäsien mird auch seruerhin streng toutroliiert. Hiastuittich der Ausgabe des Meyis de» wendet es bei unjerer pelanuimachuug vom 13. Mai ,SlS. Die Kleinhändler» die dos reine ansISndische Mehl etwa zuriiilhalten, vermischen oder vertauschen, oder aber Aestbestände unbasug» verwenden, habe« unnachsichlNch die Schließung Des Betriebes zu gewärtige». Zw übrigen finden, sofern nicht andere Vorschriften schwerere Strafen aussprechen, die Strasbestimmungea Des 9 10 der Verordnung des Magistrats Berlin vom 16. Oktober 1916 Anwendung. Berlin, den 2». Mai 19IS. Nr. mg Nü. Magistrat. Abteilung für Nährmittel. Bekanntmachung. hiestge» Flußbadeanftalt ist die Stelle eines Bade- An der hiesig_. melster» sofort zu besetzen. Bewerber, die sich einer staatlichen Schwimmprüfung bereits unterzogen haben, werden ersucht, ihre Gesuche, denen etwaige Seugniste beizufügen sind, unter Angabe der Gehaltsansprüche umgehend einzureichen. Hoherlehme, den 22. Mai 1919. Oer Gemeindevorsteher. H a s e I o f. 44D BeWfSMW DOK WWW. Am 4. Zuni 1919 findet bei dem Reicksverwerttingsamt, BerkinissalNeilung sür Auwmobilwesen, Filiale Elbing, aus dem Gelände der Fliegerschul», 9 Uhr vormittags beginnend, eine öffenliiche Versteigerung von ca. 106 Kraftfahrzeugen statt. Zur Versteigerung gelangen: ca. 40 Lastkraftwagen, » 30 Persouenkraftwagen, „ 5 Motorräder. , 8 Isahrgeftelle. „ 5 hlrankenkrasiwagen, . 7 KrankeiikraftwagruauliSnger, » 8 Lastkraftwagenanhänger, , 3 Wtotorzligmaichtuen, Diverse(Sntiuitfler, Scheinwerfer, Schl»s?- und Seiteulampeu und sonstige Zubehörteile. Berzeichnis der Bsriteigerungsobjetw nebst Einzelheiten über die Versleigerangsbestimmungen ist vom 30. Mai ab in „B«ll>ik"-Fili«e Elbina zu erhallen. Die Sahluna muß sofort erfolgen. Kriegsanleihe wird zum Zkrnnwerl in Zahlung genommen. Dortselbst tonne» die Oojeite am 2. und Z. Juni von vor- mittags 9 Uhr'bis nachmittags 8 Uhr gegen Hinterlegung einer Aiktetaution von M. 500,— In bar pro Person besichtigt werden. Ohne Hinterirgung der Bietetauiion kann das Gelände der FSiaie am 2. und 3. Juni, sowie während des Versteigerungs» »ages nicht betreten werden. Me Pietewutionstarten der vorigen Bersteigerung find nicht gitliig. Dieiclben müsten neu gelost werden. Bietekauttonskarten können während der Bestchtigungstag» am 1 und 3. Juni, sowie am Bersteigerllngstage. den 4. Juni, sowohl in den Geschäftsräumen der Oldinger BaubUsttiale, Inn. Marienburger Damm 2 a, als auch auf dem Berstelgerungs- -»lande tFlieaerhorft) gelöst werden. Der B««'-------------- Äfc' «ttted ftgen»welcher Geschäfte oder das Feilbieten er Gegenstände auf dem Berswtgerilngsgeiände ist E�lt in i, 25. Rai I9l9. 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Juni von vormiitags 9 Uhr bis nachmittag« 3 Uhr, gegen Hinter» legung einer Bietekaution von 500 M. in dar pro Person. desichtigt werden. ��Ohne Hinterlegung der Bietekautwn kann da» Gelände des Armee»Kraftwagen-Parks Nord»Braun»dcrg am Sv 4. und Juni sowie während des Berfteigerungstages nicht betreten werden. Die Bteielautionskarten der vorhergehenden Elbinger Ber» steigerung sind nicht giiitta. Dieselben müssen neu gelöst werden. Bletekautionskarten können während der Bestchtigungstage am 3., 4. und 5. Juni, sowie während de» Bersteigerungstages nur w Braunsberg auf dem Gelände de» Armee-Srai twagen» Park» Nord gelöst werden. Der Betrieb irgendwelcher Geschäfte oder da» Feilbieten iraendwelcher Gegenstände aus dem Versteigerungsgelände ist nichi gestattet. Braunsberg, den 25. Mai ISIS. 413) Neichsvenvertungsamt Verkaufsabteilung für flutomobllwefen LvaubiD Ziliale Elbing. __ I. B. Stilz._ 3M. m. echt. Friedens-Kautscbuk, Gold- ""■...... tk_«äbllG vor,�9an krönen. 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Fingerzeige und zweckdienliche Angaben werden honoriert. 43/11 Meldungen an die Kriminalpolizei oder an S«.öeliiäSN.1 UlOeoMO. WodlfshFtseillTicdtunx lies Vereins für Kindervoiksküchen u. Volkskinderborte. Gegr. 1893. Eröffiiong am 15. Jnni. Anmeldungen und nänere Auskunft im Veretns- bureau. Nürnberger Platz 4, Abteilung Jugend- fürsorge, vormittags 9— I Uhr. 1I15L* Oer Vorstand des Vereins für Kindervolkskäcben und Volkskinderhorte. Berlin. E. V. Hermann Abraham, Vorsitzender. Parteisekretär für Hanau gesucht. Wir suchen für den halb industriellen, halb bäuerliche, Wahlkreis Hautm-Gelnhauseu.Orb bis zum l. Juli einet Setretdr. Derselbe muß in der Kleinarbeit erfahren, tüchtige: Organisator, begabter Redner und Politiker sowie ein feste: und aerader Charakter sein. Nur Genossen, die längere Partei tätigkeft hinter sich haben, wollen ihre Angebote mit Gehalts ansprüchen, Angaben über bisherige Tätigkeit, mit der Auf schrift.Parteisekretär" bis zum 15. Juni an den Borstand bei sozialdemokratischen Partei im Wahlkreis Hanan-Gelnhausen Orb, Herrn Zetm Nasch, Hanau, Nürnberger Ettaße 33 pari. einreichen. 2ß2/i Tucht. Modelltischler, welcher in der Lage ist, genau nach Zeichnung zu arbeiten zum sofortigen Antritt gesucht. V. Chr. Schilling, HJafscnfabtlf, Suhl L Th. 453)* Former-Lehrlinge stellt ein Metallgiefterei und Brouzemoreu- Jabrii S. ch.»peil. Littzowstraße 2._ 43/11 SKIMlihDMlsMlll m StoSKäger Wegettvoen SogensiillgerilkM kann sich melden im Arbeitsnachweis, Alte Iakobstr. 5, Hof II, w der Geschäftszeit oon 8—12 Uhr vorm. und 4— S Uhr nachm. 23/12 Die Arbeltsnachweisverwaltnng. Nur arbeitsloses Personal Große, Unternehmen denötigt dringend Schuster, Schreiner bezw. Stellmacher und' Schneider bei frei« Kost und Unterkunft sowie M. 42.— Wochenlohn Gest. Angebott unter Nr. S. 23 an die Expedition d. Blatte». Herr oder Dame für die Inserat enwerbung ein« sozialistischen Tageszeitung gesucht. Redegewandte Persönüchteil bevorzugt. 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Dienst in Norwegei «halten bei guttr FamUie au dem Lande 51®* Gesuche unttr A. 24 sind oo „Vorwärts" einzureichen. für Hottl, Nestaurant u. Caf« vermittell nur Arbeitsnachweis der Stadl Berlin, weiblich« Galtwirtsabttilung, Rückerstr.S, (9—3). Bermittiuna 129/17* parterre kostenlos. Prozeß Leöebour. Di« Verneihimlns!>«S Heugni Ap«lt. der e-inc führende Rolle hei der Besetzung dcS MosiehauseS spielte, wird fortgesetzt. Auf Fragen, ob Plünderungen vorgekommen seien, antwortet der Zeuge: An den Leuten, die sich Plünderungen hatten zuschulden kommen lassen, wurde Lynchjustiz vsrübt. Die Drohung, sie an die Wand zu stellen und zu erschießen, wurde zwar nicht aus- geführt, aber sie wurden gehörig verprügelt und dann hinausge- toorfen. Auf dies« Weise hat die Besatzung unlautere Elemente aus ihren Reihen entfernt. Die Verteidigung stellt Fragen an den Zeugen, die sich auf Vorgänge vor der Besetzung des Mossehause» und einen offenen Brief beziehen, den der Zeuge über die Behandlung feiner Ge- nojsen nach der Kapitulation an Ebert und Scheidemann gerichtet bat. Heber die Zulässigkeit dieser Fragen kommt es zu einer Aus, einandersetzuny zwischen der Verteidigung und der Staatsanwalt- fchaft, wobei Angekl. Ledebour bemerkt: Für mich handelt es sich um die Feststellung, daß die Regierung, indem sie mich während der von mir geführten Ausgleicksverhandlungen verhaften ließ, gegen mich ebenso treulos handelte, wie gegen den Zeugen, der mit einem Jahr Gefängnis bestraft wurde, trotzdem ihm Ebert und Schcidemann im Kapitulationsvertrage Behandlung als Kriegs, gefangenen zugesitert hatten.(DaS ist in anderen Prozessen be- stritten worden. Red.) DaS Gericht beschließt. Fragen, die sich auf dies« Vorgänge beziehen, nicht zuzulassen. Gcbeimrat P a s ch k e macht Angaben über die Vorgänge in der Reichsdruckerei. Nachdem diese von den Spartakisten be- setzt war, seien sämtliche Bureouräum« erbrochen und ein Geld- schrank angebohrt lvorden. Auch ein Raum, in dem erhebliche Werte lagen, sei erbrochen worden. In der Nacht zum Donnerstag wurde die ReichSdruckem von Regierungstruppen eingenommen. Der lNann, der den Geldschrank angebohrt hatte, sei von der B e- s a tz u n g der Polizei übergeben worden. Ein wesentlicher Scha- den an Staatseigentum sei nicht verursacht worden, es seien nur unbedeutende Diebstähle an Eigentum von Beamten verübt und das Äonsumlager des Betriebes erbrochen worden. : o Lehmann, Bahnamtsvorsteher des Schlesischen Bahnhofes sagt aus. der Bahnhof sei in der Nacht vom 6. zum 6. Ja- nucr ohne Blutvergießen von den Aufständischen besetzt worden, nachdem sich die Sickecheitswoche ihnen ergeben hatte. Infolge der Besetzung konnten die Beamten ihren Dienst nicht versehen, der Betrieb mußte deshalb eingestellt werden. Auf dem Bahnhof wur- den Pelze der Beamten gestohlen und Wagen mit Lebens- Mitteln angehalten. Die Besatzung verlangte vom Zeugen, er solle einen Zug. dessen Ankunft erwartet wurde, durch falscher Weiche ristellung zum Entgleisen bringen. Der Zeuge antwortete, er habe keinen Beamten da, der mit der Weichenstellung Bescheid wisse. Dann sei ein Mann der Besatzung, der angeblich daS Stellwerk kennen sollte, nach dem Stellwerk gegangen. Eine Entgleisung habe nicht stattgefunden, denn der Zug sei nicht gekommen. Majeul, Verwalter einer Niederlage des Proviantamts auf dem schlesischen Bahnhof, sagt, die Spartakisten, die den Dahnhos besetzt hatten, verlangten von ihm, daß er ihnen IVO bis 200 Portionen liefere, sonst würden ihm die Vorräte mit Gewallt abge- nommen. Nach Rücksprache mit der Leitung des Proviantamts sei dann eine Vereinbarung getroffen worden, wonach den Besatzungs- Mannschaften gegen Marken täglich bestimmte Lebensmittel- mengen übergeben werden sollten. Die Ausgabe erfolgt« auch, aber die Mannschaften verlangten immer mehr als vereinbart war und als Bezahlung von ihnen verlangt wurdc, weigerten sie sich zu zahlen und drohten mit Gewalt, falls ihnen die Lebensmittel nicht bedingungslos übergeben wurden. Die RsgierungStruppen, die nachher den Bahnhof besetzten, hätten alle?, was sie an Lebens- Mitteln erhielten, bezahlen müssen. Schutzmann Emil Fröhlich war zur Zeit Eichhorns im Polizeipräsidiuni beschäftigt. Er sagt, vor dem 24. Dezember seien viele Waffen nach dem Polizelgebävde gebracht worden, besonders Gewehre aus Spandau. In der Januarwoche bat der Zeuge nicht mehr bemerkt, daß Waffen gebracht wurden. Einige Eingänge, aber nicht der Haupicingang nach dem Lichthof, waren schon vor den Januarkämpfen durch Barrikaden und Ma- schinengcwehre gesichert. Auch«ine Kanone war im Gebäude. Auf Wunsch des Angekl. Ledebour wird der Zeuge Apelt nochmals über Aeußerungen der Besatzung des MossehauseS be- fragt. Er sagt, es herrschte Unwillen darüber, daß die Un< abhängigen in Verhandlungen eingetreten sind und daß die R ä u- mung des Gebäudes verlangt werde. Wenn in diesem Zu- sammenhang von Unabhängigen gesprochen wurde, waren aber nur Däumig und Ledebour gemeint, nicht die Partei als solche. Angekl. Ledebour: Ich will feststellen, daß die Partei der Unabhängigen Sozialdunokratie an der Jamiarerhebung nicht beteiligt war. Ist dem Zeugen bekannt, daß auch Karl Liebknecht ei» grundsätzlicher Gevner der Besetzung Wm ZeitungSbetrieben war? Haben Sie darüber nicht mit der Besatzung des MossehauseS gesprochen? Ich nehme nach Ihren Angaben an. daß Sie an unicrer Besprechung am 6. Januar teilnahmen. also mußten Sie dos wissen.— Zeuge Apelt: Der !Name Liebknecht wurde im Mossehause nicht genannt, aber eS i wurde gesagt, die Spartakisten sind auch Gegner der Besetzung von Zeitungen. Ncgicrungsrot Bernhard Weiß war vor den Januar. unruhen im Polizeipräsidium beschästigt, ist nach der Besetzung durch die Aufständischen am 6. Januar nicht mehr hineingelassen lvorden, und bat daS Gebäude erst nach der Einnahm« durch die Regierungstruppen betreten mid gesehen, daß viele Türen singe- schlagen, Schränke erbrochen waren und daß Sachen, di« den Beamten gehörten, fehlten. ES könne sein, daß dies« Zer- störungcn zum Teil von R« g i« r u ng S t« u p pe n begangen seien. Aber ein Teil der Zerstörungen müsse von der revolutio- nären Besatzung verübt sein, um Maschinengewehre wirksam in Stellung zu bringen. Ein oder zwei Geschütze seien schon vor den Kämpfen im Gebäude gewesen. Di« Zeugenvernehmung wird am heutigen Dienstag fortgesetzt. O Erklärung. In dem Prozeß Ledebour ist gestern auf einen Artikel des „Vorwärts" vom 26. Dezember Bezug genommen worden, in dem gesagt wurde, wir hätten uns davon überzeugt, daß weder der Spartakusbund noch die revolutionären Obleute die da« malige Besetzung des ,.Vorwärts".Hausss veranlaßt hätten. Diese Ueberzeugung gründete sich aus Erklärungen, die damals in den Verhandlungen mit uns von Vertretern der revolutionären Obleute selb st abgegeben wurden und die wir loyalerweise als den Tatsachen ent- sprechend annahmen. Ein anderes Beweismaterial dafür, daß Spartakusbund und Obleute nicht als intellektuelle Ur- Heber des damaligen Ueberfalls in Betracht kamen, stand uns und steht uns nicht zur Verfügung. Die Redaktion des„Vorwärts". Amerikas Mißvergnügen. Kritik an der Pariser Z�riedensmache. Versailles, 26. Mai.(Eig. Drahtber. des.Vorwärts".) Die Pariser Ausgabe der.Chicogoer Tribüne" bringt einen Leitartikel von Henry M. Hyde, tu dem cS u.a. heißt:.Gut unterrichtete Amerikaner verfolgen mit wachsender Sorge und Angst die Ent» Wicklung der internationalen Dinge, soweit sie die LebenSinteresien Amerikas berühren. ES mag sein, daß diese Angst hauptsächlich durch die Atmosphäre dcS Geheimnisse« und des Schweigens ver- ursacht wird, die die Pariser Konferenz umgibt und aaS der ein Strom von Gerüchte» kommt, unruhig und Aufsehen erregend. Man findet überall Intrigen und Mißtrauen." Nach einer Zensurlücke von etwa drei Zeilen heißt eZ ivener:.Die Atmosphäre in Europa und namentlich in Paris ist heute zynisch, ruchlos, fast apathisch und fatalistisch. WaS heut« Wahrheit ist, ist morgen Lüge. Die Friedenskonferenz ändert ihre Ent» ichlüne io oft, daß sicher ihr eigene« Sekretariat Mühe haben muß, sich auSzukennen. Endlich ist jeder» niann verwirrt durch die Ablehnung der Pariser Konferenz, die Veröffentlichung des Friedensvertrages in irgend einem der alliierten Länder zu gestatten. Tie deutsche Uebersetzung bekommt man im treten Handel in Teutschland; sie kann aber nicht in Frankreich, England oder in den Vereinigten Staaten gedruckt werden. Da« Parlament stellt Fragen mit dem einzigen Ergebnis, daß es ab- gewiesen wird. Warum? WaS für ein Geheimnis wird uns verbüllt? Zum Schluß drückt der Verfasser groß« Sorge aus über da» nach einer Meldung de» Londoner.Expreß" zwischen England, Frankreich und Japan getroffene Einvernehmen bezüglich der Teilung China«, sowie über die drohende Anerkennung des Ad» miraiS Kollichak durch die Entente. Er kommt zu dem Schluß, daß Amerika jctzl überhaupt keinen Freund mehr in Europa habe. Der Chikagoer.Tribüne" wird heute aus Boston gemeldet: Der Präsident des demokratischen Klubs von Maffachuffelts Francis I. Finneran und 26 Mitglieder de» Parlament« haben an den Präsidenten gedrahtet:.Die Vereinigten Staate» wünschen» daß Sie nach Hause kommen, um un» zu helfen, die hohen Lebens- mütelpreiie herabzusetzen, die wir für viel wichtiger er» achten als den Völkerbund." Merkennung der Regierung Koltfchatz öurch öen viererrat. P a r i S, 26. Mai.(Reuter.) Ter P i e r c r r a t hat beschlossen, die Regierungen SoltschakS und DemikinS anzuerkennen. Wenn die Leiter dieser Regierungen sich bereit erkläre«, sich, wa» die Zukunft Nutzland« betrifft, dem Einspruch einer gesetzgebenden Versammlung z« fügen. Neue Pogromhetze. Der.Berein für VolkSaufllärung" (Köthener Straße) setzt sein hier schon mehrfach gegeißelte» gemein» gefährliche» Treiben fort. Von Soldaten und Zivilisten wurden am Montag mit dem Rufe:.Tod den Juden!" Flugblätter verbreitet, die unter Erinnerung an da« Pogrom von Wilna mit unverblümter Offenheit zur Nachahmung diese» Beispiels auf- fordern.— Bei ihrer Verfolgung der Becrselde-Versamnrlungen scheinen unsere maßgebenden Stellen keine Zeit zu haben, dieser unverhüllt« Aufforderung zu Gewalttätigke* noch Word nach- zugehe») Gberschlesische Bergarbeiter für Volksabstimmung. Kundgebung des BergarbeiterverbaudeS. K a t t» w i tz, 26. Mai. Hier fand gester» eine Konferenz des Bergarbeitcrvrrbandes statt, an der auch d«r Staatskommissar für Oberfchlesien teilnahm. Die Konferenz be- schäftigte sich mit der politischen Lage in Oberschlesirn, über die der BezirkSlriter Dr. Löffler berichtete, der sich auf den Boden stellte, daß Oberschlesten nichts mit de« Polen gemein habe. Drmgegen- über vertrat der Pole CaSpari den Standpunkt, daß Oberschlesien zu Pole» gchüre. Nach eingehender Aussprache, i» der die pol- ii i s ch sprechenden Bergarbeiter es mit aller Ent- schiedeaheit ablehnte», daß Oberfchlesien z« Pole« gehöre, wurde mit allen gegen eine Stimme eine Ent, s ch l i e tz» n g angenommen, in der e» heißt: 120 BertraucnSmänner des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands, die am 2� Mai 1919 im GewcrkschaftSlokal iu Satt» witz als Vertreter von fast bOOOO organisierten Bergarbeitern versammelt fiud, erheben schärfste« Protest gegen die geplante Abtrennung Oberschlesien» von Deutschland und Anschlichung an Polen. AlS eingeborene Oberfchlesier beftrei. t e n sie, daß Oberfchlesien«in von unbestreitbarer Polenmehrheit bewohnte« Land ist; da jedoch die Richtigkeit dieser Auffassung au- gezweifelt wird, so fordern sie, daß da» ober schlesis che Boll zur Selbsteutscheidung aufgerufen wird, und zwar in vollständig freier und ungehinderter Abstimmung.— Die Einverleibung Oberschlcsiens nach Pole« ohne Befragung der Bevölkerung würde sich als ein brutaler Grwaltvakt dar- stelle», der jedem GerechtigkeitSempfinden Hohn spricht. In der Tat wäre eine solcke Volksabstimmung noch vor einem etwaigen ähnlichen Beschluß der Entente der beste Beweis, daß wir es mit dem Selbstbestimmungsrecht ernst meinen! Darum ist diese Anregung der oberschlesischen Bergarbeiterschaft doppelt beherzigenswert. Die Reichsregierung gegen öie rheinischen �btrennungsbeftrebungen. Berlin, 26. Mai. iWTv) Bon zuständiger Seite wird un» mitgeteilt: Die„Kölnisch« Bolkszritnng" glaubt mitteile« zu können, daß die SelbstSudigmachungSbeftrebwnge» gowisser rheinländischex Kreise nicht ohne Bor- wissen der ReichSrcgierung sich abspiele», daß die Besprechungen, die einzelne rheinische Politiker mit dem sranzö, sischcn General Mangin gehabt haben, vorher und auch«achher der Regierung in Berlin und der Friedenödelegatio» tu Bersaillr» bs» richtet worden seien. Da» Blatt sagt schließlich:„Wenn die Reichs- regierung damit einverstanden war, kann eS dir„Rheinische Zei- tung" wohl auch sei»."— Demgegenüber sei unzweideutig festgestellt, daß weder die preußische noch die ReichSregierung von diesen Verhandlungen verständigt war und daß von einem Ein- Verständnis nicht im«atfcrntesten die Rede sei» kann. I» Gegen- teil, die ReichSregierung steht nach wie vor auf dem Staudpuukt, baß diese Tage, in denen die Existenz de» ganzen Reiche» durch die Friedrnöbevingungen in Frage gestellt ist, sich am allerwenigsten dazu eigne», grundlegend rein intern« deutsche Angelegeuheiteu zu erörtern, al« welche sich die Errichtung»euer BondeSstaatr« uube- bmai bttrfteBett Die ßrage der kommunalen �rbeiterräte. Sitzung des HauShaltSausschusses. Der HauShaltSausschuß der Preußischen Lan- deSvcrsnmmlung begann heute die Beratung de» Etats de» Ministeriums d c S Innern. In der Heuligen Sitzung erledigte die Kommission die Frage de» V e r w a l t u n g s- personal». Seiten» der Deutschnationalen Vollsparlei wurde gerügt, daß vielfach nickt geeignete und unerfahrene Personen in hohe BerwaltungSämter berufen worden seien, während umgelehrt von sozialdemokratiscker Seite darüber Beschwerde gciührt wurde. daß noch ein sehr erheblicher Teil der Anhänger des alten ReginieS in der Verwaltung vorherrsche. Der Minister de» Innern erwiderte, daß eS seine Absicht sei. die L a n d r ä t e zu K o m« munalbeamten deS Kreise» zu machen und deuiokrali- scheu Kreistagen stall des Prä'entationSrechteS ein wirkliches Wahlrecht der Landräte zu geben. Gegenwärtig seien von den 480 Landralsämtern über 100 frei �und würden nur lommissarisch verwaltet. SS entspann sich dann eine ausgedehnte Debolie über die Arbeiter r ä te in den Kommunen und bei den einzelnen Wer- waltungS stellen. Regierung»nd Mehrheit der Kommission ver- traten die Aufsassung, daß nach Vollzug der politischen Wahlen diese Arbeilerräte die Existenzberechtigung verloren bätien. wäbrend von sozialdemolratrscher" Seite gewünscht wurde, sie bestehen zu lassen, bis die Demokratisierung der Verwaltung wirklich vollständig erfolgt sei. » Die die.P. P. N." hören, hat das preußische Staat«» Ministerium beschlossen, daß neben den auf Grund eine« ganz demokratischen Wahlrechtes gewäblten Gemeindeverrretungen ein Grund für die Fortexistenz der Arbeilerräte nicht mehr besteht. » Jw Landwirtschaftsausschuß der preußischen LandeZversammlnng wurde die Regelung der Landarbeilerfrage beraten. Der Antrag deS Genossen G r ä f» Frankfurt wurde durch einige Zusatzanträge ergänzt. De« weiteren wurde u. a. noch beschlossen, beim Plenum alsbald ein« gemeinschaftliche Sitzung des landwirtschaftlichen AuS» schusseS und des Ernährungsausschusses zu beantragen, um eine Regelung der Preise landwirtschaftlicher Produkte, insbesondere der B i e h p r e i s e. zu besprechen. Seerfelde jpricht.. Tic Schuld am Kriege. Nachdem er— unsere« Erachtens höchst überflüssigerweise— zweimal am Reden verhindert worden ist, konnte Hauptmann von Beerselde am gestrigen Montag abend vor etwa 3 bis 4000 Personen einen Lorlraz„lieber die Ursachen des Zusammenbruche« in Deutschland" hallen. Der Redner dankte dem ReichSwehrminiller RoSie für die glänzende Reklame, die er durch da» zweimalige Verbot des VorirageS erhallen habe. Wenn jetzr in Verla'lle« über unser Schicksal entschieden werde und viele fragen, wa» nun werden solle, was man tun könne, um dem Bewaltfrieden zu entgehen, so laute die richtige Antwort:„Eine neue Revo- lurien machen." Der Redner entwickelte dann in ausführ« lichster Weise die Ursachen d'eö Krieges und schob alle Schuld aus die Regierung Wilhelms II., die in der brutalsten und gemeinsten Weise das deutsche Volk belogen und in den Krieg hineingehetzt habe. Die Schuld an dem Weltbrand liege ein zig bei Deutschland Der Redner führte dann Stellen au« dem Weißbuch an und suchte nach- zuweisen, daß alle diese Dokumente gefälscht seien. Deuiichland habe seit dem Jahre 1918 unablässtgzum Krreggehetzl, es habe Oesterreich zu dem Ultimatum an Serbien provoziert. Die russische Mobilmachung sei erst einen Tag später erfolgt, nach- dem deuische Patrouillen in Ostpreußen die Grenze überschrineir batten. England sei zum Frieden geneigt gewesen und die ehrlichen Bestrebungen eines Pazifisten wie Grey seien von Deutschland bös- willig vereitelt worden. Deutschland habe durch seine Flotten- bauten zum Kriege gedrängt. Die Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich fei der G i ps e l d e r L ü g e gewesen. Die söge- nannten seindbche» Akte Frankreichs, die angeblichen Bomben» würfe, seien nicht» als eitle Lüge gewesen. Nach diesen Aus» führimgen berichtete der Bortragende über seine persönlichen Er- lebniss« während deS Krieges. Er habe im Juli 1917 nach Rück- spräche mit führenden Männern der Presse dem Generalstab die Denlschrift des Fürsten LichnoSwly vorgelegt mit dem Bemerken. daß wenn die darin angegebenen Talsachen wahr seien. Deurschland einen rein imperialistischen Krieg führe und man nich't weiter kämpfen dürfe. Er, der Redner, sei daraufhin verhaftet worden, mußte aber wieder freigelassen werden, da man ihm nichts Ernsthaftes vorwerfen konnte. Er sollte lediglich daS Versprechen abgeben, sich nicht mehr politrsch zu betätigen,«l« er diese Bedingung verweigerte, sei die Regie- rung an die Gattin Beerselde herangetreten und habe dieser nahegelegt ihrem Manne zur Flucht zu verhelfen,/ da man in diesem Falle da» Verfahren niederschlagen wollte. Beerfelde sei darauf nicht eingegangen, weil er vermutete, daß man ihn auf dieser Flucht ermorden wollte. Später sei er in ein Lazarett gelommen, um auf seinen Geisteszustand untersucht zu werden. Als dann die Revolution ihm die Freiheit wieder gab, habe er einen Kampf gegen die.Väter der Lügen", Ebert und Schetdemann, geführt und fei deshalb zum„Kommunisten- führer" gestempelt worden. Redner schloß mit der Aufforderung. daß die Massen sich zusammenschließen und in kurzer Zeit den letzten entscheidenden Kamps aufnehmen sollien. B e e r f e l d e gehört— nach unfern persönlichen Ein» drücken— zu jenen ehrlichen, aber beschränkten Fanatikern, die stets unter dem Banne einer ganz bestimmten Idee stehen ud daher nur in Extremen denken, können. Mit dem Glauben an die absolute Reinheit der deutschen Sache ist er 1914 als Offizier in den Kampf gezogen. In diesem Glauben durch Tatsachen erschüttert(und ehrlich genug, sich erschüttern zu lassen), schlägt er um und sieht nun die Dunge ebenso schwarz, wie er sie vorher weiß gesehen hat. Gab es vorher für ihn nur die absolute Unschuld Deutschlands, so ist jetzt die absolute Schuld, die Alleinschuld Teutschlands, für ihn feststehendes Axiom und er predigt sie wie ein rcli- giöses Dogma. Für den Sozialisten ist seine Betrachtung�» weise oberflächlich, die tieferen Ursachen— Imperialismus und Kapitalismus aller am Krieg« beteiligten Staaten— übersieht er ganz. Aber selbst im Nahmen der diplomatischen Totsachen ist seine Darstellung recht einseitig verzerrt. Ge- miß ist die alte deutichc Regierung schwer b e I a st c t, ober deswegen sind die russischen, engiischen und französischen Im- periallsten noch längst keine Unschuldslämmer gewesen. Es ist schwer verständlich, wie gerade Leute, die stets die Welt- revolution predigen, eifrig bemüht sind, die französische und englische Regierung gegen alle Vorwürfe einer Mitschuld am Kriege zu decken. Natürlich aber sind wir der Ansicht, daß man einseitige Darstellungen, mögen sie auch noch so falsch sein, sachlich widerlegen, nicht niit Gewalt verbieten soll. In bcr heutigen Arveiterrirtsversammlung lsiehe Groß-Berlin) spricht al» Referent Reichsminister Genosse Dr. David.— Reichs- Präsident Ebert war. wohl infolge eines Mißverständnisse», oh»« |CM Bpcfeiiie» al» Aeseveat angegeben Korde», HewerkjlWsbewWW Holzarbeiter. Die neue Berliner längere) Derwaltung des Deutschen Holz- erbsiterverbands stellt sich in ihren„Mitteilungen"(Sh. 20 vom 17. Mai) den Mitgliedern vor. Sie erklärt eingangs eines Ela- boratS. die Gründe für die vollständig neue Zusammensetzung der Verwaltung seien bekannt. Gewiß, sie sind bekannt. Eine Anzahl Verbandsmitglieder fühlte sich berufen, angestellt zu werden. Die Zeit ist günstig, dachten sie, wird der herrschende politische Richtungsstreit richtig benutzt, kann der Erfolg nicht ausbleiben. Nun wurde gegen die bisherigen Angestellten eine beispiellose Hetze organisiert, es klappte auch alles. Dank der Gleichgültigkeit deS weitaus größten Teiles der Mitglieder konnten die Angestellte» gcmaßregelt werden, obwobl sie, wie anerkannt werden mußte, mit ihrem ganzen Können, init Fleiß und Hingabe die ihnen übertragenen Aufgaben erfüllt hatten. Das alles ist, wie gesagt, bekannt. Nichtsdestoweniger hält es die neue Verwaltung für zweck- mäßig, die Gründe für ihre vollständig neue Zusammensetzung, von denen sie eben sagte, daß sie bekannt seien, noch einmal zu be- sprechen. Einer der neuen Männer versucht gleichsam an einer häßlichen Fratze die Merkmale mit Schminke zu verdecken, die ekel- baftes Strebertum, Lüge und Heuchelei unauslöschlich gezeichnet haben. Es ist dieser Versuch ein unmögliches Unterfangen. Dieser Verwaltungsschreiber erklärt, der OpPofitionSfeldzug in unserer Organisation müßte geführt werden, da die frühere Verwaltung keineswegs der offiziellen Gewerkschafts- Politik gegenüber Gelvehr bei Fuß gestanden habe. Ja. stehst int, frühere Verwaltung, du hast dein Hauptaugenmerk auf die Ver- bcsserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Kollegenschaff gerichtet, ohne Rücksicht ans die Parteiströmungen, du wolltest aus öcm Verbandsleben den Ricbtungsftreit fernhalten, aber jetzt wird dir nachgewiesen werden, daß du den Parteiströmungen gegenüber nicht duldsam gewesen bist. Der neue Berwaltuugsmann legt also los, er hat seine Sprüchlein gut gelernt..Politik der GeWerk- ichastSinstanzen, ihre politischen Lakeien, die Regierungssozialisten", •o trudelt eS bunt und unaufhörlich durcheinander, man liest von Zeile zu Zeile. Aber zum Kuckuck, was hat denn nun die Ver- waltunq verbrochen? Doch halt, da steht ja, sie hat dem Verlag der ..Sozialdemokratischen Feldpost" Adressen einiger im Felde stehen- den Mitglieder übermittelt. Armer Kollege, der du dctS getan hast, du warst dir damals gewiß nicht klar darüber, welche schreckliche .Handlung du begehst und welche Folgen dir und deinen Mitkollegen daraus erwachsen. ES ist wahr, die Adressen find mitgetoilt war- den. Doch ein noch schwererer Schlag hagelt auf die frühere Ver- waltung herab. Man höre:„Sie hat auch in keiner Weise gegen die jiriegSpolitik der Gewerkschaften im allgemeinen noch gegen die des Verbandsvorstandes im besonderen, die in der.Holzarbeiter- zeitung" beredten Ausdruck fand, Stellung genommen, konnte es auch nicht weil sie ja im Innersten ihres Herzens diese Politik ebenfalls als segensreich für die deutsche Arbeiterschaft hielt."— Hm, wollte der Mann nicht nachweisen, daß die frühere Verwaltung keineswegs Gewehr bei Fuß gestanden habe? Er scheint etwas vergeßlich zu sein, aber er weiß, was jedes einzeln« frühere Derwcck- tungSmitglied im Innersten des Herzens als fegenSrech für die Arbeiter gehalten hat. Und dann diese„Holzarbsiterzeitung", mau denke, die Verwaltung hat sie den Kollegen ins Feld geschickt. Sollte» diese.Gründe" für die Maßregelung ausreichend sei»? Unser BerwaltungSschreiber fühlt wohl selber, daß das Material «in bißchen dürftig ist. Er holt die Arbeitsgemeinschaft noch heran und reitet auf lahmem Klepper eine tft I r,-'C*- SU■in S I Pf r I IIMlf t II■ ouaac gvgcn Dtr Aitti?ajw j ivf nzjizt NN allgemeinen. Dam» behauptet er»och, die frühere Verwaltung habe eine arbeiterfeindliche Politik unterstützt. Wo, wann und wie das geschehen ist, darüber bleibt er die Beweise schuldig. De»»- gegenüber steht die Tatsache, daß die frühere Verwaltu� die Jnter- essen der Mitglieder mit Erfolg gewählt hat. Diese Leute waren geschickt in der Anknüpfung»»nd Anleitung von Verhandlungen bei Lohnbewegung«». Bei den Verhandlungen ließen sie sich durch keinen Zug der Gegner verblüffen, sondern zeigten sich diesen»nindestens gewachsen, während des Kampfes verstanden sie mit unerläßlicher Elastizität einer Anzahl einzelner Firmen Zugeständnisse abzuge- Winnen und somit Bresche in den feindlichen Wall zu lege»». Freilich, Phrasendrescherei gehörte nicht z« ihrem Handwerk. Unser Verwaltungsschreiber hat also mit seiner Schminke nichts ausrichten können, irun versucht er ein Programm anzudeuten, nach welchem die neue Verwaltung arbeiten wird. Ueber allgemeine Redensarten kommt er jedoch auch hier nicht hinaus, ja, der gute Mann erweist sich als ein Stümper. Er sollte das Schreiben einem andern Überlassem Zur Aufstellung von Richtlinien reicht der Wörter- ntid Sätzchenvorrat eines Papageien doch nicht ganz aus. Seinem Phrasenschwall ist zu entnehmen, daß die neue Verwaltui»g an dem Ausbau des Rätefvstems mitarbeiten will. Etwas Neues ist das gerode auch nicht, denn die Gewerkschaftsvorstände haben in dieser Frage bereits gut vorgearbeitet, und nach dem Verbands- tag und dem Gewerkschaftskongreß werden sich die Verwaltungen notwendig mit dem Räteshstem beschäftigen müssen. Den Holzarbeitern Berlins aber sei zugerufen: Beteiligt Euch mehr am Verbandsleben rnti) faßt in den Verfanrm- lungen Beschlüsse, die dem Gesamtwohl der Mitglieder dienen! Tarlfbeweg««g k» Photographen-Gewerb». Die bisherigen Tari fivorhoudl itngen ergaben et» erschreckende; Bild von der RÄckständigkert eine; Teils der llirternehurei: Vertreter, so daß man sich zeitweise in das graue Zeitalter der ZwangSürnun- gen zurückversetzt gtachte. Die schon im vorigen Jahrzehnt unter der alten Regierung in allen Tarifen bewilligten geringsten und selbstverständlichen Forderungen wurden wie Kautschuk anSein- andergezogen, so daß man über derartige Punkte stundenlang vor» handelte, um z» einem Resultat z» konrmei». Die angebotenen Löhne waren derartig gering, daß man sich schämen muß. dieselben der Oeffentlichkeit zu»nterbreiten. Die durch Verhandlung erzielten stehen immer noch hint« denen an- derer Bernfe zurück. Bei jedem Paragraphen wurde von den Unternehmern gefragt, was bieten Sie nnS als„Gegenleistung"? Ja,»»eine Herren, daß sie unsere Arbeitskraft und Intelligenz, die wir Ihnen zu Ihrem— bescheidenen Fo-rtckommen— zur Verfügung stellen, als etwas Selbstverständliches betrachten, ist uns ja zur Genüge bekannt. Aber für ebenso selbstverständlich halten wir unser« leider so bescheidene» Forderungen im Tarif! Ueber die klernlichew vorsintflutlichen und reaktionären Ausführungen einzelner Herren könnte man zur Tagesordnung übergehe»». Herr Hasse, Jnhab« deS Ateliers.Seraltna", Alexanderplatz, stellte die Forderung,„foli tische Gespräche" im Geschäft tariflich bei sofortiger Entlassuztg ja. verbieten. Um so mehr mutzten die AllSführungen des Herrn Kupelowskh beim Passus.Heimarbeit" uns in Erftarnren setzen. Dieser Herr bekam es fertig, die Hausarbeit als etwas Ideales für die Gehilfenschaft hinzustellen l derselbe gibt sämtKche Retuschen außer« Hause. eS ist bei weitem billiger). Als Gehilfe hatte dieser Herr etwas andere Ansichten. Durcb die von den Ge- Hiltenvertretern erreichten Mindestsätze skr nicht zu nmgchende Hetntretufche dürste ja der Ausbeutung ein kleiner Riegel vorgeschoben sein. Herr» KupolowSkh kümmert auch dieses wenig, nach eigener Aussage sendet er sei im Arbeit zur Fertigstellung einfach in die Prot�nz. GS lsogk nun an de» Unternehmern, bei der letzten Verhandlung den Tarif nicht an etwas— ganz Selbstverständlichem — scheitern zu lassen. Sie geben immer vor, im Interesse d4r weiß Leinen, halbhohe Form Büstenhalter ans Bändchen. 4350 00 900 qrtß«�9 In allen 4- Gasohäflana Verkauf von klon ata- Worfmerken tUr Bor I in er Sfra&enbahn grau melierter Zellstoff, mit farbig, 07» öesalz, Wiener Form O .. 1650 Blasenschürzen blan-vreiß gesf r. Zellstoff, get. Träg. 5°° bian-weiß gesf r. Zellstoff,•ertraweitS'� Nr. 78 Beblameprels 10 Mark kost, echte deutsche Anker-Uhr, genau regul, tadellos gehend, m. LeuchtbC Dieselbe Uhr, jedoch mit helleucht.Zahlen in bes. gut Aus,., genau W.Abbild. in starkem unver- wOstl. Gehaus. 1 J. Gar. 12 M. Pass. Kette 60 Pf., Gass. Kaps. I Ist. Arrab.-' Ihr in gro B.Ausf Qhr.m." Leuchtz. 15 M. Damenuhr. 15 M. Abgeb. Armbanduhr inGröße eines Zweimarksibcks, hell- Icuchtend-Zahlen I9M. I Jahr Garantie. Nachn. oder Voreinsendung des Betrages. 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