Nr. 189. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret In's Haus. Einzelne Nummer 16 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Naum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 16. August 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Zur Vereinigung der drei Arbeiterversicherungen Borstand ber Raffenbeamten zum ersten Frauen gleiches Wahlrecht wie die Männer, eine Be" -100 verfolgt sie einen Nebenzweck dabei, der ihren Wünschen Hand nahmen. Hier ist dasjenige verwirklicht, was man entspricht. Und diesen Nebenzweck läßt die im Ernst Selbstverwaltung" nennt, hier haben, an der Aeußerung des Ministers an den Verband 3 einzigen Stelle im ganzen Deutschen Reich, die versicherten liegt eine Nachricht vor, die weit mehr Beachtung in unseren Mal mit ziemlicher Deutlich feit eri athen. timmung, die bei der Berathung des Gesetzes im ReichsKreisen verdient, als es die versteckte Stelle vermuthen läßt, Man weiß noch nicht", ob die Krankenversicherung bei der tage sogar der bekannte Sozialistentödter Bergrath an welcher wir sie ausgegraben haben. Nach einer offiziellen Vereinigung berücksichtigt werden wird. Das heißt auf gut Leuschner anerkennen mußte. Wenn die Regierung für Mittheilung des Verbandsvorstandes der Verwaltungs- Deutsch: die Krankenkassen sollen nicht die Träger ihre Zusammenlegungspläne jetzt die vollständige Aufbeamten der Orts- Krankenkassen Deutschlands, die in Nr. 22 der vereinfachten Versicherungsverwaltung werden. Daun rechterhaltung der Selbstverwaltung" so start betont dabei mit dem der Arbeiterversorgung" vom 1. d. M. veröffentlicht wird, bleibt nur die Verschmelzung der Invaliditäts- mit der und dem Aufbau gerade dort nicht will, wo hat Herr v. Bötticher in einer Audienz, die er jenem Vor- Unfallversicherung und der Aufbau der vereinigten Ver- beginnen die wirkliche Selbstverwaltung stand am 10. Juli d. Js. ertheilte, wörtlich gesagt: an waltung entweder auf den bureaukratischen Versicherungs- bereits Thatsache ist, so wird dieses Betonen eines selbsteine Verstaatlichung der Verwaltungen der Krantentafsen, anstalten des Wapperlgesches", oder auf den Berufs- verständlichen Grundsatzes sehr verdächtig. Hier soll es sowie auch der übrigen durch die sozialpolitische Gesetz- genossenschaften, durch welche die Unternehmer jetzt die offenbar gehen, wie mit der Freiheit, die ich meine"; die gebung geschaffenen Organisationen denke die Staats- Unfallversicherung unter fast völligem Ausschluß der Arbeiter Selbstverwaltung", welche die Regierung meint, ist entregierung nicht, wohl aber denke dieselbe besorgen. Es ist müßig, sich in haltlosen Vermuthungen weder die„ Selbstverwaltung" der Arbeiterversicherung durch unter vollständiger Aufrechterhaltung der über die Wahl zu verlieren, welche zwischen diesen beiden die Unternehmer, die jetzt z. B. auch der Hannoversche Selbstverwaltung an eine Zusammenlegung Möglichkeiten offiziell getroffen werden dürfte. Aber es Courier" in diesem Sinne preist, oder diejenige durch der gesammten sozialpolitischen Gesetz- muß heute schon als im höchsten Grade charakteristisch bureaukratische Staatsanstalten. Wäre diese Sorte Selbst gebung. Ob allerdings die Krankenversicherung hervorgehoben werden, daß als Grundlagent nur verwaltung" ohne die Arbeiter für zwei große Versicherungswerde mit hineingezogen werden können, wisse man die beiden Verwaltungsformen in Betracht fommen zweige durchgeführt, dann hätte man eine starke Stellung noch nicht, jedenfalls erstrebe man auch hierin eine mög- so llen, bei welchen Staat oder Unternehmer mit gegen das freie Verwaltungsrecht der Arbeiter in den Krankenlichst einheitliche Zentralisirung für Kommunal- Beiseiteschiebung der Arbeiter als Verfassen gewonnen und könnte vielleicht auch hier", wie der bezirke, Kreise und eventuell auch Provinzen an." In sicherter die Hauptsache besorgen, während man mit Minister so schön bei seiner Separatbesprechung der Krankendieser offiziellen Auskunft steckt ein so bedeutsames Stück derjenigen Versicherung, bei welcher die Arbeiter die Haupt- versicherung sagte, Wandel im Interesse der Reaktion eintreten Sozialreformatorischer" Zukunftsmusit, daß wir uns nicht sache zu sagen haben, mit der Krankenversicherung„ noch nicht lassen. Befürworten doch schon heute Sozialpolitiker", wie der früh genug zum Mitspielen vorbereiten können. weiß", was man machen soll. Unser Streben muß Berliner Magistratsassessor Dr. Freund, die Zusammen Es stimmt zunächst ganz mit der bekannten Aeußerung sich gerade in umgekehrter Richtung belegung der gesammten Versicherung in Versicherungss der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", wenn hier nun wegen. Die Arbeiterversicherung ist für die Versicherten anstalten", bei denen die Selbstverwaltung der Arbeiter mehr auch von unserem Minister für Sozialpolitik" da, nicht für ein Heer von Beamten. Deshalb haben die preisgegeben und ihr Antheil auf die Hälfte( statt jetzt mitgetheilt wird, daß man in Regierungskreisen Versicherten die Verwaltung der Versicherung zu führen Zweidrittel bei der Krankenversicherung) beschränkt werden den zahlreichen und lebhaften Rufen nach Verein- und im Rahmen der Versicherungsgesetze nach ihren Be- soll. Wenn die Regierung solche Hilfe bekommt, warum beitlung der Kranken, Unfall, Alters= und dürfnissen einzurichten. Diese Forderung ist aber leider bis soll sie nicht auf den Gedanken kommen, zuzugreifen? Juvaliditäts Versicherung Beachtung schenkt und Zu- jezt nur bei den Krankenkassen, wenigstens bei der Haupt- Vielleicht läßt sich Herr von Bötticher in amtlicher geständnisse an dieselben zu machen bereit ist. Daran, daß art derselben, bei den Ortskrankenkassen, erfüllt. Hier wählen oder halbamtlicher Form etwas deutlicher über die Absichten amtliche Vorbereitungen für diese Vereinigung getroffen die Arbeiter Zweidrittel der Generalversammlungs- Vertreter, der Regierung aus. Wir werden jedenfalls wachsam sein werden, wenn dieselben sich auch in den allerersten Anfangs hier wählen diese Zweidrittel des Kassenvorstandes. Wie müssen und unsere Genossen an allen Orten haben alle stadien befinden, ist also gar kein Zweifel. Aber ein ur sich die Arbeiterverwaltung bei diesen Kassen bewährt, Ursache, ihr Wahlrecht zu den Orts- Krankenkassen gehörig altes Wort sagt, daß man seine Gegner beargwohnen muß, das zeigen die Ergebnisse der Leipziger Ortskrankenkasse, auszumußen, damit wir diese Position fortwährend verstärken auch wenn fie Geschenke bringen. Den schönen Augen der die Gesundung der Verhältnisse, die in Darmstadt, Elber- und so auf jedem möglichen Wege für die Wahrung der Arbeiter zuliebe denkt die Regierung sicher nicht an das feld 2c. sofort eintrat, als sich die Arbeiter auf ihr Recht Arbeiterinteressen sorgen. Zusammenwerfen verschiedener Versicherungen; mindestens besannen und das Ruder den städtischen Kliquen aus der " Feuillefont. Der Inde. Deutsches Sittengemälde fragte David ängstlich: Jch kann nicht legen Fesseln au blassenden; seine Augen umdüsterte die ins Leben herein ibr Herz, kann nicht machen ungeschehen, was vielleicht brechende Nacht; noch einmal öffucte sich der Mund, und schon ist."" Go gelobe mir," sprach der Sterbende mit von dem Schwerte des Todesengels fiel der an der Spite 114 mühsam erhöhter Stimme weiter; sie nicht zu laffen zu hängende Galltropfen hinein, von welchem das Angesicht dem verruchten, vermaledeiten Bad, das sie die Wiedergeburt bleich wird, und die Seele entflieht). Aber ein guter nennen; halte sie ab, daß sie nicht abschwöre vor dem Volke Engel, der Fürst der Barmherzigkeit mußte hier gewaltet den Glauben aus Canan. Schwöre, gelobe!" setzte er haben, weil freundlich das Angesicht wurde und still wie zornig bei, denn Ben David zögerte und zauderte:" Schwöre, der Friede. Ben David zog dem Todten das armselige denn dort zu meinen Füßen richtet sich schon der Engel Kissen weg unter dem Kopfe, stürzte den Wasserkrug um, Ich gehe nicht dahin aus Leid, mein Sohn, ich des Todes auf."- Halb ohne Bewußtsein gelobte David, in welchem vielleicht der Todesbote sein Schwert abgewaschen gehe dahin aus Freude, weil die Herrlichkeit Israels hat was der Alte begehrte. Jochai beruhigte sich merklich und hatte; zerriß sein Gewand und warf sich nieder auf dem gefiegt, und der Bäter Fürbitte bei dem Ewigen ans Licht sprach:" Der Segen folge diesem Gide und dem Kinde, Boden, wo er trauerte im Schweigen, oder betete, oder gebracht unsre Unschuld. Das ist ein freudevoll Hinscheiden, das sich nennt wie das Pflegekind Mardochai's. Und nun, jammernd im Staube sich wälzte. aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. " mein Sohn, und ich verdanke es Dir." Dankbar preßte mein Sohn, binde mir auf das Haupt, um die Hand die Ju diesem Zustand fand ihn am Abend der Oberst David die milde Hand Jochais an seinen Mund." Thephilum, da mein Gebein schwach geworden ist." richter. Die Wahrhaftigkeit seines Schmerzes hatte selbst Wir haben gelitten viel;" fuhr der Greis mit David that, wie ihm geheißen war. Jochai's Auge wurde die rauhe Brust des Thurmwärters gerührt, daß er es nicht schwächerer Stimme fort: aber die Freude ist größer, denn wieder starrer und feine Stimme verwirrt. Die Seele gewagt, die thenre Leiche dem Trauernden zu entreißen, bedie Qual. Aus Amaleg führt uns der Weg ins Paradies, wird umstät im Leibe," seufzte er unter den Bewegungen vor der Befehl dazu gekommen sein würde. Starr und wo der Herr waltet als oberster Fürst und gaftlicher Wirth, des nahenden Endes; sie durchläuft zitternd die Glieder, schweigend, ohne sich zu erheben, sah Ben David in des und den Behemoth füttert wie den Leviathan zur Kost der weil sie bebt vor dem Engel, der dort steht und feurige Oberstrichters Antlig, als suche er in den Augen desselben fieben Schaaren der Gerechten aus Israel*). Mag auch Augen trägt vom Wirbel bis zur Sohle. Hüte Dich, David, zu lesen. Die Starrheit seiner Züge milderte sich jedoch, ausgehen die Leuchte unseres Lebens,... wenn doch nur daß Du nicht geräthst unter das Schwert des Wilden, der da er nichts als Mitgefühl in des Richters Blicken wahr. strahlt die Leuchte ober unserm Haupte: die Herrlichkeit des dort unten tanzt wie ein trunkener Fechter. Halte Dich nahm. Stehe auf, David," sprach derselbe zu ihm: hochgelobten Gottes. Meine Hand ist kraftlos geworden, an mich, denn das ist Samael, der die Seelen nimmt Stehe auf, ich will zu Dir reden."-„ Herr!" versezte Sohn, und ich kann sie nicht auflegen Deinem Haupte, wie derjenigen, die sterben außerhalb dem heiligen Lande. Hilf Ben David, ich darf nicht aufstehen, so will es das Gejet, die Bäter es gethan, aber meine Zunge spricht ihn noch mir, Sohn! Gieb mir die Erde des Herrn, die Du trägst weil die Erde ist das Lager der bitteren Armuth, und ver aus, den Segen, der Dich geleite zum ewigen Leben der auf Deiner Brust, daß ich in der Heimath sterbe, und der schlingt unsern wahren Reichthum. Erlaubt mir, daß ich Wonnen, zu dem ich vorangehen will. Finde Gold auf Engel Gabriel meine Scele hole)."- Ben David riß dem Gesetze folge, und redet zu mir wie ein milder Herr Deinen Wegen, und der Herr stärke Dein Gesicht und Deine das Päckchen von der Brust und schob es unter den Kopf zu seinem Hunde."-Steh auf, David," wiederholte der Hände, auf daß Du mögest sehen die Stricke Edoms, und des Verscheidenden, dessen Blicke noch einmal aufloderten Oberstrichter, mich kümmert nicht Dein Gesetz; und Du magst gewinnen Deine verlorne Habe. Der hochgelobte Gott lasse in dem Scheine einer wehmüthigen Freude. Groß ist der es üben an anderm Drte und zu anderer Frist. Denn Du Dich fahren unter die Gerechten, und Deine Tochter Esther Herr!" stammelte seine Zunge: gekannt in Juda, und sollst frei sein." Frei?" fragte Ben David staunend: nicht minder." Ben David seufzte schwer. Jochai fühlte sein Name herrlich in Israel. Bu Salem ist sein Gezelt, Herr! redet Ihr auch wahr und redlich? Schwer ist die es, und fuhr, wiewohl ermattet, fort: Gelobe mir, mein und seine Wohnung in Zion! Laßt uns ihn preisen, den Kette, aber sie wird schwerer als die Welt, wenn man verSohn, daß Duso Du wieder findest unser verlornes hochgelobten Gott!" Hier stockte die Zunge des Er sprach, sie zu lüften, und nicht dem also thut."„ Ich Kind, daß Du es erhalten willst auf dem Wege des lüge Dir nicht," erwiderte der Oberstrichter ernst:„ Du sollst Heils. Daß sie nicht anhänge einem Goi aus Edom?" " Frei?" wiederholte Ben David noch einmal: frei sein." Wie soll ich geloben, was ich nicht kann hindern?" *) Andeutungen aus dem Talmud. *) Reichere Juden pflegten sich aus Palästina Erde kommen au lassen, mit welcher sie einen Bolster oder ein kleines auf der Bruft zu tragendes Amulet anfüllten, damit sie ihnen beim Sterben unter das Haupt gelegt werden. *) Nach den Angaben und Lehrfäßen mehrerer Rabbiner: vielleicht der schönste poetische Gedanke des Talmud. Dolitische Leberlicht. mache, Berlin, den 15. August. die aber, Es wird gegenwärtig schon vielfach mit Bestimmtheit fest- 1 testantenvereinlichen Tante Voß zu einem Leitartikel voll gestellt, welche Vorlagen dem Reichstage in seiner nächsten Leides und Jammer und läßt sie in patriotischen und moTagung zugehen werden. So ist dies u. A. von dem Aus- ralischen Klagen sich Luft machen. Das ehrsame Philifterwanderungs Gesezentwurf behauptet worden. Dieser Ent Am Rande des Abgrundes. Aus dieſer von uns wurf ist in der Seifion 1892/93, an den Reichstag gelangt, weib verschließt gewaltsam die Augen, um die Dinge nicht schon gebührend gekennzeichneten Broschüre schneidet und von lekterem aber nicht einmal zur ersten geſung ge- zu sehen, wie sie in Wirklichkeit sind. Wir haben einmal klebt sich die Nordd. Allg. 3tg." heute wieder einen Leit- bracht worden. In den beiden folgenden Tagungen zweierlei Moral, die der herrschenden und die der geknechartikel zusammen. Der Schluß desselben lautet: ist er nicht wieder zum Vorschein gekommen. Es ist sicher, daß teten Klassen. Die Tugenden, die für diese gepredigt werden, Auf die Dauer freilich wird man nach Ansicht des Verfassers die verbündeten Regierungen seiner Zeit Werth auf die Neu- gelten nicht für jene und haben nie gegolten. Wo die Ehre oer Broschüre ohne eine einschneidende Reform der einschlägigen regelung des Auswanderungswesens gelegt haben und noch legen, bes Ravaliers es erfordert, dem ihr zu nahe Tretenden den Besetzgebung doch nicht auskommen können. Man würde viel es ist aber auch ebenso gewiß, daß dringendere Vorlagen die Degen in den Leib zu bohren, da hat der Untermehr über kurz oder lang durch die Macht der Thatsachen dazu Wiedereinbringung des Auswanderungs- Gesetzentwurfs verhindert gebene noch die Hand des ihn Beschimpfenden zu gedrängt werden. und Demuth sind 1. Das Preßgefeß einer gründlichen Durch wird oder nicht, ist bisher noch gar nicht abzusehen. Es ist füssen. Chriftliche Geduld sicht zu unterziehen, um zu verhindern, daß die Preßfrechheit deshalb auch verfrüht, die Einbringung einer einzelnen Vorlage, Tugenden, die dem Armen am meisten gepredigt werden; weiter wuchere und den Segen der Preßfreiheit illusorisch welche nicht wie der Gtatsentwurf oder die Steuervorlagen eine in der„ Gesellschaft" würden diese Tugenden Jeden, Nothwendigkeit sind, jetzt schon anzukündigen. Nur soviel steht der sie übt, in Acht und Bann thun. Scham und Sitte 2. die Koalitions- und Versammlung 3- gegenwärtig schon fest, daß die nächste Tagung des Reichstages sind aus der eleganten Welt ausgestoßen; die tugendſamſte freiheit auf das richtige Maß zurückzuführen, um zu nicht so belastet werden darf, daß dadurch die Vorlagen, deren Dame, und wäre sie Vorstandsmitglied der tugendhaftesten verhindern, daß eine an sich vortreffliche Einrichtung zum Ver- Erledigung durchaus geboten ist, darunter leiden könnten. Von Vereine, sitzt mit halbentblößtem Leibe und stellt ihre Reize derben des Staats- und Volksganzen werde, diesem Gesichtspunkte aus wird die Frage nach dem Umfange den vornehmen Lüftlingen zur Schau, von ihrem Dienſt3. das herrschende geheime und direkte des Kreises der dem Reichstage in seiner nächsten Tagung zuzu mädchen aber verlangt sie, daß es selbst den natürlichen ahIrecht einer Revision zu unterziehen, und zwar von stellenden Vorlagen im allgemeinen und die Einbringung solcher dem Gesichtspunkte aus, daß in Zukunft nur wirklich reife, in Vorlagen, wie derjenigen über das Auswanderungswesen im be- Haarschmuck unter einer züchtigen Haube verbirgt. Die selbständigen Berufen thätige Mitbürger mit fonderen, betrachtet werden müssen. allgemeine Verachtung der Gesellschaft würde eine Dame Wort und That an den Aufgaben des Staates mitwirken treffen, wenn sie aus Herzensneigung sich an einen unter dürfen, und Wie verbitternd die Polizeipraxis in Sachsen ihr stehenden Mann wegwürfe", der Gedanke an eine 4. dem Reichskanzler durch eine gesetzliche Bestimmung die wirkt, ersicht man aus der Antwort, die unsere Mitt- solche Möglichkeit würde" den Vater rasend machen und ihn Möglichkeit zu geben, die Beleidigungen ausländischer weidaer Genossen der auf grund des famosen sächsischen antreiben, den niederzuschießen, der einen solchen Verdacht Staatshäupter( 3. B. des Spielerkönigs Milan von Vereinsgesetzes erlassenen Auflösung einer seit 30 Jahren auch nur ausspräche. Religion aber! selbstverständlich gehört Serbien. Die Red. d.„ Vorw.") und Staatsmänner bestehenden freiwilligen Feuerwehr entgegensetzen. Dieselbe die Religion zum guten Ton, und ein Freidenker ist in durch deutsche Reichsangehörige im Inlande genau so verfolgen lautet: und bestrafen zu lassen, wie dies mit den Beleidi- Arbeiter von Mittweida! Parteigenoffen! Verlasset bei einem der Gesellschaft wie ein Bestbelasteter angesehen gungen unserer Fürsten und Staatsmänner geschicht; ein der Brande Eure Wohnung nicht, außer um bei Euch selbst oder welche Religion man hat, ist am Ende Wurst, wenn es artiges Gesetz wäre um so nöthiger, weil es der sozialdemo- Euren Bekannten zu retten. Last brennen was brennen will! nur eine gesellschaftsfähige ist. Ganz so wie eine Prinzessin, kratischen Taktit, unter dem Deckmantel der Heße gegen aus Gehet nicht aus, um den Brand zu sehen, noch um dabei zu wenn sie nach dem Auslande heirathet, die dortige Nationalländische Autoritäten die einheimischen Autoritäten verächtlich löschen, denn die Bourgeoisie will von Euch nicht gelöscht haben. tracht mitmacht und ihre alten Kleider wegwirft, so ist es zu machen und herabzuwürdigen, ein Ende machen würde." Und daß keiner von Euch der neuen Feuerwehr beitritt, darin auch mit der Religion. Wie ein echter Kavalier über dem Es unterliegt feinem Zweifel, daß von diesen Forderungen fehet Eure Ehre! insbesondere die erste und zweite in weiten Kreisen der Bevölke Mitt. Geſche ſteht, ſo ſteht er auch über der Religion. Das BisWir sind nicht im stande, das Vorgehen unserer Mitt marc'sche Regiment und der Kulturkampf haben am dra rung einem lebhasten Widerhall begegnen. weidaer Genossen zu billigen, wir begreifen es aber ganz stischsten gezeigt, wie die neue deutsche Politik sich zur Der nicht unbescheidene Verfasser der von der Nord- wohl, daß der von den sächsischen Behörden geschürte Klassen Religion stellt. Auch der liebe Gott galt nur, soweit er deutschen Allgemeinen Zeitung" über den grünen Klee gelobten Broschüre verlangt demnach Maßregeln, denen ampf auch solche Blüthen zeitigen muß. Unsere Gegner in die Bismarck- Politik paßte, sonst wurde auch er zum gegenüber das Sozialistengesetz als eine verhältnißmäßig milde werden natürlich nicht unterlassen, den Mittweidaer Auf- Reichsfeinde erklärt. War die katholische Kirche reichsseindruf gegen die Sozialdemokratie auszuspielen. Wären fie lich- bums, wurde eine neue reichstrene Kirche, die alt Maßregel erscheint. In der Unbeſtimmtheit der Forberungen zeigt sich die Leichtfertigkeit des Verfassers. Was lug, so würden sie es unterlassen, denn ihre Vorwürfe fatholische, gegründet. In allen gutgesinnten" Kreisen gilt soll es beispielsweise heißen:" Die Koalitions- und Wer werden zu einer Anklage gegen die Handhabung des jetzt die Religion nur, soweit sie auch" gutgefinnt" ist; dann ist auch der Pfaffe zur Fahnenweihe und Festrede zu gebrauchen. fammlungsfreiheit auf das richtige Maß zurückzuführen." für Preußen empfohlenen sächsischen Vereinsgesetzes. Wer soll darüber bestimmen? Wohl König Stumm im Der Vorstand des Bundes der Landwirthe hatte Im allgemeinen ist die Religion nur gut für den„ ge Vereine mit Herrn Griesemann? Daß es sich bei diefen am 4. Juni 1893 das Gesuch an den Reichskanzler meinen" Mann; dem„ Volke" muß daher die Religion vor Vorschlägen um die rücksichtsloseste Klassengesetzgebung han- gerichtet, daß den deutschen Gesandtschaften allem erhalten bleiben! Das weiß die alte Tante ganz delt, ersieht man aus dem Wunsche, alle Arbeiter und An- land und volkswirthschaftlich gebildete gut; fie möchte es nur gern nicht wissen. Sie hat vielleicht gestellten, oder in der Sprache des Abgrundmannes aller Sachverständige beigegeben werden möchten, damit nicht das Kavalier- Interesse, aber doch das Bourgeois nicht in selbständigen Berufen thätigen Bürger vom Wahl- solche, wie es für Industrie, Handel u. s. w. bereits der Juteresse an der Religion für das Volt", und das läuft. rechte auszuschließen. Ein praktischer Politiker, der die Fall sei, über Vorgänge in den auswärtigen Staaten, welche am Ende auf eins hinaus. Machtverhältnisse im Reiche abzuschätzen vermag, die Landwirthschaft betreffen, rechtzeitig Bericht erstatten Zur Aufhebung des Zahlenlottos in Ungarn theilt die wird es niemals wagen, solche Vorschläge, so sympathisch tönnen. Die Antwort des Reichskanzlers, die hochoffiziöse„ Budapester Correspondenz" mit, daß der Minister fie ihm auch sein mögen, vorzubringen. Denn kein Reichs soeben eingegangen ist, lantet zusagen d. Die Korre- präsident Dr. Weferle im Oftober zugleich mit dem Budget den tag wird zur Aufhebung des allgemeinen Wahlrechts seine spondenz des Bundes der Landwirthe" veröffentlicht folgendes Abgeordneten eine Denkschrift über die Modalitäten der AufZustimmung geben können und die deutsche Arbeiterklasse Schreiben: hebing des fleinen Lottos und die eventuelle Einführung einer wird eine solche Entrechtung niemals dulden. Vielleicht Berlin, 7. August 1894. Dem Vorstand des Bundes der Art Klaffenlotterie unterbreiten wird. Ein hierauf bezüglicher findet sich noch aus der Gründungszeit der Norddeutschen Landwirthe erwidere ich auf die gefälligen Eingaben vom 4. Juni Gefeßentwurf wird indeß noch nicht vorgelegt werden. Allgem. Zeitung" die Schrift Lassalle's Macht und Recht und vom 18. Dezember v. J. ergebenst, daß ich geneigt bin, Heuchelei. Das französische Ministerium hat es in der Redaktionsbibliothek des offiziösen Blattes. Dort ist gebildeten Sachverständigen zu den kaiserlichen Missionen in den für nöthig gehalten, ausdrücklich zu erklären, daß das gut nachzulesen, warum die Abschaffung des allgemeinen für den Handel mit landwirthschaftlichen Produkten haupt- Anarchistengesetz nur gegen Anarchisten angewandt Wahlrechts heute in Deutschland unmöglich ist. fächlich in Betracht kommenden Ländern ver werden solle. Diese Proklamation verräth das böse Ge Wenn die Norddeutsche schreibt, daß die Aenderung des such sweise zu veranlassen und wegen Einstellung einer ent- wissen. Wenn man blos den gemeinen Verbrechern, die Preßgesetzes, der Koalitions- und Versammlungsfreiheit in sprechenden Forderung in den Entwurf zum nächsten Reichs- unter anarchistischer Firma rauben, fälschen, morden, d. h. weiten Kreisen der Bevölkerung lebhaften Wiederhall finden haushaltsetat Verfügung zu treffen." gemeine Verbrechen begehen, das Handwerk legen wollte, wird, so täuscht sie sich freilich nicht, denn das vielstimmige Der unabhängige Herr Pindter soll nach der dann brauchte man fein besonderes Gesetz. Gegen alle Echo aus dem deutschen Volke wird energisch die zwei Deutschen Wacht" Redakteur eines zu gründenden Organs Verbrechen und Verbrecher dieser Art bietet das Strafletten Sylben wiedergeben, das Echo wird lauten: Frei- bes Zentralverbandes deutscher Industrieller werden. Nette gesetzbuch allen den Schutz, der in der herrschenden Gesellheit". Unabhängigkeit, eines Pindter's würdig. schaftsordnung, die das Verbrechen und die Verbrecher Der Glaubenswechsel deutscher evangelischer züchtet und erzieht, überhaupt möglich ist. Prinzessinnen, der uns freilich ebenso Wurst ist, wie die Das Uebereinkommen zwischen dem Unabhängigen erlauchten Damen selbst, entflammt das Herz der pro- Kongo- Staate and Frankreich umfaßt vier Artikel. Artikel 1 Zum Auswanderungsgesetz schreibt die Post" auf grund der Informationen der Berliner Politischen Nachrichten": " die Abordnung von landwirthschaftlich und voliswirthschaftlich " " Hab' ich's doch ganz verlernt, wie man ist frei. Gehen zu finden mein kind; aber diese Leiche, mein Vater Ring mich festbannte, daß ich nicht fann fort!"-" Faffe antwortete der Oberstrichter hierauf:„ Die in freier Luft, ohne Bande, schlafen unter freiem Dache,... ich kann sie doch nicht tragen auf meinen Schultern Muth, Jude, ohne Schmerz und Sorge? Versteh' ich Euch? Und hat davon, und was wird aus ihr werden? Soll sie doch Freiheit winkt. Spare die ungemessene Trauer. Der alte der Rath endlich erkannt die Wahrheit?" jetzt schon ruhen in der Erde, weil der Herr befiehlt, daß Mann stand lange schon am Ziele seines Lebens, und der Er hat fie erkannt", sagte der Oberstrichter; der die Trauer nicht schlafe über Nacht im Hause. Was ge- Bater stirbt vor dem Sohne nach dem Laufe der Natur. Schurke Bodick ist flüchtig gegangen, und Werkzeuge seiner schieht aber mit ihr? Werdet Ihr sie auf den Anger Mich beklage, denn ich gehe von hier zum Sarge meines mörderischen Frevel hat man in seiner Wohnung gefunden. werfen lassen, oder in den Fluß? Wehe, wehe über Israel Erben!" Ben David gedachte seiner Söhne, wendete mit Was der abscheuliche Menschenhandel betrifft, den Du ge- und seine Schmach! Mein Herz wallet mir im Leibe, denn dem schmerzlichsten Seufzer den Kopf noch einmal nach trieben, so will der Rath Guade für Recht ergehen lassen, mein Elend ist groß!"- Beruhige Dich," versetzte hierauf dem Entschlummerten, und folgte alsdann, sich wie in der Der Mann in Rücksicht auf die böse Zeit, die Ihr, auf Mord und Raub der Oberstrichter, Deine Glaubensgenossen sollen morgen Verzweiflung losreißend, dem Kerkerknecht. beklagt, ausgestanden habt, damit nicht gesagt werde, wir den Todten von hinnen holen, und ihn nach ihrer Weise warf ihm, während sein Gehilfe dem Richter des Thurmes hätten Euch ungerecht behandelt. Allein, da es sich doch bestatten dürfen; bei meinem Eide!" Da ging Ben Thür öffnete, ein wollenes Wamms zu und sagte:„ Das nicht geziemen würde, daß ein von einem Betrüger irre David hin zu der geliebten Leiche, bückte sich über sie, und schickt Dir die Barmherzigkeit der verrückten Dirne, die des geführter Richterstuhl bekenne, daß er sich übereilte, und fragte: Raaf, wirst Du Zorn fühlen gegen mich in Deiner getauften Schurken Frevelthaten an das Licht gebracht. die peinliche Rathbank nimmer darauf eingehen wird, sich unstäten Seele, wenn ich nicht aushalte hier die Tage der Die Jacke war für den alten bestimmt, doch kommt sie gegen einen Juden fehlbar zu erklären, so fiel der Schluß Trauer? Ich will mich ja aufmachen, zu sucher: meine Dir jetzo auch zu gut, so wie diese Flasche Wein, die von dahin aus, daß Dir zwar die Thüren des Kerkers geöffnet Esther, das Kind, das Du geliebt, das Du getragen haft derselben Geberin geschickt worden ist. Die närrische Dirne werden sollen, jedoch ohne öffentlichen Freispruch; daß die in Deinem Herzen, wie in Deinem Arm. Ich will, ein Ver- hat Euch schon früherhin, da Eure Leute sich nicht um Euch Dokumente dieses Handels vernichtet werden mögen, und baunter, aufsuchen das Land, wo Deine Hütten stehen, Jacob, bekümmerten, manchmal Wein geschickt, und er hat, Du binnen sechs Jahren verbannt bleibest aus dieser Stadt und das Gesetz gelehrt wird. Ich will dort die doppelte wenngleich nicht foscher- Euren Judengurgeln wohlund ihrem Weichbilde, bei Verlust der Ohren und des Zeit hindurch fasten und beten, und sizzen auf der Erde geschmeckt. Da, nimm auch diesen." Was soll mir rechten Daumens, so Du Dich wieder betreten ließeft, binnen mit zerrissenem Gewand. Zürne mir jeŋo nicht, ich darf Wein?" fragte Ben David bitter lächelnd: Ich bin geder aufgegebenen Bannsrist. Diese Pön magst Du hin- ja nicht beerdigen Deinen Leib, ich darf ja nicht folgen träuft mit Sorge und Bangigkeit. Trinke Du, mein Freund." nehmen, als Vergeltung für den Kauf eines Christenknaben. Deinen Gebeinen zur Grube. Verzeihe mir, Raaf, dem-„ Lieber Pech und Schwefel," erwiderte der grobe Im übrigen danke der Milde des Gerichts, und entferne das Paradies sei, und lebe wohl!" Er füßte noch ein- Knecht: lieber des Teufels heißesten Trunt, als Rüdes Dich noch diesen Abend."-" Herr!" versetzte Ben David mal zärtlich und ehrerbietig die Stirne und den Mund heimer, der schon einmal für jüdische Ketzer bestimmt ist. nach langer Ueberlegung:„ Es müßte nicht gelten die Freis des Todten, drückte ihm die Augen zu, und band die Darauf haftet schon der Fluch. Trint, und dann komm. heit, wenn ich nicht annähme Euren Antrag. Aber der Tephillum des Haupts darüber. Dann breitete er ein Ich würde Dich an die Leine nehmen, wie der Schlächter Bann, der Bann macht mich zum Verbrecher. Mein Haus Tuch über das erblaßte Gesicht, und wendete sich zu dem das Schwein, Euren Erbfeind; aber ich schämte mich, weun wird verfallen, Gras wachsen vor meiner Thür, meine Oberstrichter mit den Worten: Befehlt ehrsamer Herr, mich in der Dämmerung ein Mensch in Deiner Gesellschaft Freunde werden mich suchen und fragen: Wo ist er hin- ich will gehorchen." So gehe hin, sobald der späte erkennte. Darum will ich Dir erlauben, frei vor mir zu gegangen, daß wir ihn nicht finden? Und meine Tochter, Abend dämmert," sprach der Richter: Der Kerkerknecht gehen, und ich zählef Deine schwachen Beine, daß Du mein Estherchen! Herr! ich werde doch nicht können fort." wird Dich nach Sachsenhausen hinüber geleiten. Dort magst mir nicht in der Stadt entkömmst." Ben David ant " So muß ich Dich mit Gewalt wegbringen lassen;" Du weilen bis morgen. Mit dem frühesten des Tages wortete nicht auf die pöbelhaften Beleidigungen, zwang sich, entgeguete der Oberstrichter gleichgiltig. Und wche dann jedoch schüttle den Staub von Deinen Schuhen und wandre, einen Zug aus der übersandten Flasche zu thun, und folgte, Deinem Kopf und Deiner Faust, im Falle des Wieder- wandre weit von hier. Dem erbarmenden Gefühle in nachdem er seine zitternden Glieder mit dem warmen betretens." Herr!" seufzte der Jude:" Ihr seid grausam meiner Brust habe ich genug gethan, da ich Dich losgebettelt Wamms bedeckt, seinem rohen Führer, der ihn auf der in Eurer Barmherzigkeit. Und doch ist ein so herrliches habe bei dem Rathe. Zwinge mich nicht, Deine Strafe aus- Gasse vorschreiten ließ, um ihn im Auge zu haben. Er Gut die Freiheit! Ich wollte gern gehen, ob ich gleich sprechen zu müssen und halte Deinen Bann." Schon trieb den armen geschwächten Juden hastig an, und brummte nackt bin, wie ein Bettler, arm wie das Kind, das eben dämmert der Spätabend," entgegnete Ben David langsam, ohne Aufhören vor sich hin, daß er die Gnade des Mas zur Welt gebar der Schooß des Weibes. Denn ich habe durch die Fenster schauend, auf die nächsten Häuser, in gistrats nicht begreife; daß er es vorgezogen haben würde, nicht vergraben Schäße, ich habe nicht verborgen mein Gold. welchen die Lichter angezündet wurden. Das Brückenthor den überlebenden Juden wo möglich zweimal verbrennen Meine einzige Habe ist ein elend Geschrifft, das der Wind wird bald gesperrt werden; ich will daher jetzt gehen, Herr, zu lassen, damit ihm die Strafe des Gestorbenen zu Gute mag zerstückeln, und vielleicht schon weggeführt hat die Fluth. so Ihr befehlt. Der Wächter erschien mit Licht an der komme; und daß die Juden das schlechteste, aber auch zugleich Dennoch wollte ich gehen hinaus in die Welt, um zu sein Thüre, und der Oberstrichter machte sich auf, das Zimmer das glücklichste Gesindel von der Welt seien, dem Herren frei; ich wollte legen den Schlüssel meiner Thür in die zu verlassen. Ben David that einige Schritte und blieb und Fürsten allzugnädig gar vieles durch die Finger sehen. Hände des Nachbars, und aushalten den Bann, mit dem dann wie eine Bildsäule stehen. Ist mir doch," stammelte Am Brückenthor angelangt, wo schon die Pforten gesperrt Brandzeichen des Verbrechens, um zu suchen, und wieder ler, als ob mich's hielte bei den Haaren und Salomons werden sollten, schickte er seinen Begleiter unter derben " " fetzt als Grenze des Kongo- Staates den Thalweg des Mbomu nun, da auf der Insel die Ruhe zur Noth hergestellt sei, Ein Att der Pietät. Auf dem Grabe des Vaters and den die Wafferscheide zwischen Kongo und Nil bildenden wäre die dauernde Anbahnung ruhiger sozialer Zustände Warnecke" in Celle wurden am Mittwoch, den 8. August, dem Gebirgskamm feſt. Artikel 2 giebt Frankreich unter gewissen Be- wünschenswerth. Das fizilische Landvolk sei wirthschaftlich Geburtstage des dahingeschiedenen Kämpfers, mehrere prächtige dingungen das Recht der Polizei über den Lauf des Mbomu und und politisch die Beute einer verhältnißmäßig fleinen An- Kränze niedergelegt. oas Recht des Uebertritts auf das linke Ufer des Flusses. Im Artikel 4 verzichtet der Kongo- Staat auf die Besetzung von Ge- zahl Grundherren, die ihm auch das tägliche Brot ver biet im Norden und Westen einer Linie, welche am 30. Meridian theuern und verbittern. Bisher sei, mit Ausnahme der beginnt und am Nil im Norden von Lado endigt. Artikel 3 Aufhebung der Zollsteuer auf Mehl, nichts mehr für die behandelt die Wiederbesetzung bestimmter Posten durch Frank Armen geschehen. reich. Das Unterhaus nahm heute das Amendement Thomas zur Bill betreffend den Achtstunden tag in den Bergwerken mit 112 gegen 107 Stimmen an. Das Amendement besagt, daß das Gesez für jede Grafschaft nur Anwendung findet, wenn es von der Mehrzahl der Grubenarbeiter der Grafschaft angenommen wird. Hierauf wurde die Debatte über die Bill vertagt. Jedoch erklärte Roby, daß er die Bill morgen zurückziehen werde. Ueber den weiteren Verlauf der Zolldebatten den Parlamenten der Vereinigten Staaten liegt die folgende Drahtmeldung aus Washington vor: Der Senat nahm in erster Lesung die vier vom Repräsen tantenhause genehmigten Anträge zur Tarifbill, nach denen Stacheldraht, Kohlen, Zucker und Eisenerz zollfrei zugelassen werden, an. Eingehendere Debatten werden erst bei der zweiten Lesung beginnen. In Hildesheim ist am Sonntag ein Flugblatt verbreitet worden, daß den Braunschweiger Bierboykott behandelte. * Der Hochverraths"-Prozeß in Mannheim. Die MannDiese Mittheilung entnehmen wir der Crispi freund heimer Boltsstimme" veröffentlicht ein amtliches Schriftstück über Das englische Parlament dürfte Anfangs nächster lichen Neuen Freien Preffe". Die Berliner Beitungen die Haftentlassung der Genossen Dreesbach und Fen. In demWoche seine Session schließen, so daß eine definitive Er- haben, mit einziger Ausnahme des Vorwärts", die Lügen felben wird die Strafthat" der drei Angeklagten nach den einchlägigen ledigung des dem Unterhause vorliegenden Gesezentwurfes Depesche der„ Agentia Stefani" abgedruckt, wonach die Auf- Gesetzesparagraphen als" Hochverrath" erklärt. Der Redakteur, Genosse Teufel, wird als Hauptschuldiger bezeichnet, über den Acht stundentag für die Arbeit in den hebung des Belagerungszustandes mit allgemeinem Jubel so daß schon deshalb fluchtverdacht" vorliege. Sodann heißt Bergwerken unmöglich geworden ist. Es steht nicht fest, in Sizilien aufgenommen wurde. es in Bezug auf ihn weiter: Hierzu kommt, daß derselbe ledig ob deshalb oder wegen der die Antragsteller nicht beund damit für den Fall seiner Freilassung feine Gewähr gegeben friedigenden Anträge der Gesetzentwurf zurückgezogen in ist, daß er sich nicht der Untersuchung und eventuellen Strafe würde. Ueber die letzte Berathung desselben telegraphirt durch die Flucht entziehen würde. Anders verhält es sich so Iman aus London dem Wolff'schen Bureau: welche ihre Beschwerde damit begründen, fie feien als verheißt es weiter mit den Beschuldigten Fenz und Dreesbach, heirathete Männer in ständiger Stellung( Fent) bezw. eigenem Geschäftsbetriebe( Dreesbach) in Mannheim ansässig. Diese Be hauptungen sind gerichtskundig zutreffend und ebenso, daß Fent sich noch keiner der gegen ihn anhängig gewefenen Untersuchungen Fenz und August Dreesbach, ungeachtet der zit. Bestimmung des durch die Flucht entzogen hat. Somit ist hinsichtlich des Karl § 112 Abs. 2 Biffer 1 der Str.-Pr.-D., ein Fluchtverdacht nicht als vorhanden anzunehmen. Die Gefahr einer Kollusion ist im To col( osim amtsgerichtlichen Haftbefehl nicht vorgesehen, noch auch bis jetzt vorhanden. Aus diesen Gründen, sowie nach Ansicht der§§ 351, 505 Abs. 1 bezw. 496 der Str.-Pr.-D., wird die Beschwerde des Philipp Teufel von Weitingen gegen den Haftbefehl des großh. Amtsgerichts Mannheim vom 4. d. M., unter Verfällung Teufel's hingegen diejenige des Karl Fenz und August Dreesbach für bein die hierdurch verursachten Roften, als unbegründet verworfen, gründet erklärt und der amtsgerichtliche Haftbefehl in Beziehung auf Fenz und Dreesbach anmit aufgehoben. Die durch die Be schwerde dieser Beiden erwachsenen Kosten werden der großh. Staatstaffe auferlegt. Während diese Debatte stattfand, berieth das Oberhaus die irische Bächterbill, die nach zweitägiger Debatte mit 249 gegen 30 Stimmen in zweiter Lesung abgelehnt wurde. Ueber die der Schlußabstimmung voraus gegangenen Debatte liegt die folgende Wolff'sche Depesche vor: Bei der Berathung der irischen Pächterbill erklärte Lord Salisbury, die Opposition wünsche ebenso, wie die Regierung, die ausgesetzten Pächter mit Nachsicht zu behandeln, aber nicht unter Aufgabe der Rechte Anderer. Es sei Pflicht des Hauses, gefährliche Maßregeln, von denen es glaube, daß das Unterhaus fie, weil es sich täuschte, angenommen habe, zu bekämpfen. Diese Pflicht müßte erfüllt werden ohne Rücksicht darauf, ob das Oberhaus dadurch seine Existenz verlängere oder nicht. wird aus Yokohama gemeldet, daß am Sonnabend zwischen der Japanisch- chinesischer Krieg. Dem Reuter'schen Bureau" chinesischen und der japanischen Flotte ein Eeegefecht stattfchlagen worden. gefunden habe. Gerüchtweise verlaute, die Chinesen seien geParteinachrichten. * verlaufene Versammlung hat am letzten Sonntag in Remscheid Von der Agitation. Eine ausgezeichnet besuchte und ebenso stattgefunden. Genosse Dr. Lütgenau aus Dortmund sprach über die sozialdemokratischen Programmforderungen( Auf bringung der Kultustoften durch die Religionsangehörigen selbst, Weltlichkeit der Schule) und hob hervor, daß mit diesen For derungen auch der Religiöseste einverstanden sein könne, wofern es ihm nur nicht darauf ankomme, die Religion als ein Mittel der Ausbeutung und der Herrschaft zu benützen. Für die nächsten Gemeindewahlen in Mannheim Wenn herrscht in den Kreisen der dortigen Genossen eine frohe ferner der Staat Lord Salisbury täuscht sich darüber nicht, daß das römisch- katholisch und altkatholisch, orthodox- evangelisch und und beabsichtigt man 6-8 Kandidaten aufstellen zu können. vier entgegengesetzte religiöse Lehren, Kampfesstimmung. Die Situation ist eine für sie sehr günstige Haus der Lords mit seiner systematischen Ablehnung der protestantenvereinlich, in seinen Schulen fämmtlich als wahr Beschlüsse des Unterhauses um seine Existenz spielt. Eine vortragen lasse, so würden wohl auch die Religiösen aller Lager Die Helden, die für die Bourgeoisie gekämpft, sie werden uns von anderer Seite zugehende Depesche aus London zugeben müssen, daß er denn in mindestens drei Fällen die Un- von ihr vergessen und verleugnet; die tlassenbewußte Arbeiters meldet das Folgende: wahrheit lehre. Besonders interessant gestaltete sich die Ver- schaft ist berufen, die Rämpfer zu ehren, die für jene in den Tod sammlung durch Anwesenheit des in Remscheid sehr bekannten gegangen. Wie in Berlin am 18. März das arbeitende Volk Pfarrers Thüm mel, der sich auch an der Debatte betheiligte. Den Kämpfern von 1848 seine Huldigung darbringt, so geschieht Das letztere Bedenken Lütgenau's erklärte Thümmel für ein geistiges, dies alljährlich seitens unserer badischen Parteigenoffen, welche glaubte aber dennoch, die Religion in der Schule zum Zwecke der fitt- am 12. August die Gräber der in Rastatt standrechtlichen Erziehung nicht entbehren zu können. Für die evangelische lich Erschossenen schmücken. Um 6 Uhr in der Frühe Kirche bestritt er auch das Vorhandensein so starker Unterschiede, so berichtet die Mannheimer Volksstimme" heftete die da die Protestanten sich immer mehr auf einer mittleren Linie" fozialdemokratische Partei Rastatts einen schönen Kranz zusammenfänden. Dem setzte später Lütgenau wieder entgegen, an das Kreuz J. Kilmary aus daß die Frage der Gottheit Christi den Protestantismus total Schleife die Inschrift tragend:„ Durch Eueren Tod lebt Ihr in Rastatt, auf rother zerreiße. Der Abschaffung des Kultusbudgets erklärte Thümmel unseren Herzen fort." Um 8 Uhr langten die Karlsruher an, fich geneigt, jedoch aus einem anderen Grunde: weil gegenwärtig welche das Kreuz des K. Böming( ehem. naff. Offizier) mit eine Bevorzugung der Katholiken stattfände; denn im preußischen wunderschönen Blumen im Kranz und„ Ein ehrendes Andenken Etat feien für 9 Millionen Katholiken 21/2 Millionen Mark und den Kämpfern für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" auf für 13 Millionen Protestanten nur 13/4 Millionen Mark aus- rother Schleife schmückten. Das Kreuz des Literaten Eisenhaus geworfen. In allen seinen weiteren Ausführungen wurde aus Württemberg bekam vom Gesangverein Vorwärts" aus Thümmel glänzend widerlegt. Karlsruhe einen herrlichen Kranz mit rother Schleife und Widmung: Den freiheitsgefallenen Kämpfern im Jahre 1848 zur Ehre, der Nachwelt zur Lehre!" Diesmal scheint die Kranzniederlegung ohne Nachspiel abgelaufen zu sein. Die radikale Presse hat den Kampf gegen die Lordkammer mit erneuter Heftigkeit wieder aufgenommen. Die von konser vativen Blättern gebrachte Nachricht, das Oberhaus werde die Bill Morley, betreffend die irischen Pächter, ablehnen, hat bei der liberalen Partei ungeheure Erregung hervorgerufen, weil man allgemein der Meinung ist, daß durch einen solchen Beschluß das Schicksal des Oberhauses besiegelt werde. * " " Polizeiliches, Gerichtliches 2c. 1 Hleidung anzulegen. Nach Freiburg wurden die Strafgefangenen dann in einem Wagenabtheil II. Kl. mittels Schnellzuges übergeführt. namentlich im Hinblick auf die Gemeinschädlichkeit der von den Es sind, so bemerkt hierzu die ultramontane Köln. Voltsztg.". 3 sind, so bemerkt hierzu die ultramontane„ Köln. Voltsztg.", Verurtheilten zu fühnenden Vergehen Vergleiche über die Humanität Crispi muß wieder in Verlegenheit sein, er macht wieder in Attentaten. Die neueste Schauernachricht, die aus Rom telegraphirt wird, lautet: Die Polizei ist hier einer Anzahl von Individuen auf die Spur gekommen, welche Explosionswerkzeuge anfertigten und hat Sieben derselben verhaftet. Die Verhafteten werden auf grund der neuen Anarchistengesete abgeurtheilt werden. Bei einem von ihnen, einem Zeitungskolporteur Clari, wurde ein vollständiges Laboratorium zur Herstellung von Explosionsmaschinen entdeckt. Eine dort vorgefundene Bombe, welche Humanität gegen Sozialdemokraten. Der frante zur Explosion völlig vorbereitet war, gleicht in allen Genosse Eichhorn in Dresden sigt noch immer in Stücken derjenigen, die bei der Deputirtenkammer aufge- Untersuchungshaft. Er kann nicht vernommen werden, weil funden wurde. Der Italie" zufolge follte die Bombe an der Rechtsanwalt Gerlach sich noch immer( bereits seit mehCrispi's Hauſe explodiren. Dies wäre von einer am 2. d. Mta. reren Wochen) in den Tyroler Bergen amüsirt. Eichhorn 8 wei Zlage Gefängniß erhielt in Schöneck ein abgehaltenen Versammlung von 15 Anarchisten beschlossen war bekanntlich wegen der famosen Erpressung", welche die Arbeiter, weil er der Maifeier beigewohnt hatte. Ihm war von worden, um gegen die Verurtheilung Caserio's und Lega's zu Dresdner Parteileitung gegen die Waldschlößchenbrauerei begangen der Behörde verboten worden, Schantstätten zu besuchen, weil er protestiren. Ein gewiffer Giganti sei damit betraut worden, die haben sollte, in Haft genommen worden. Seit annähernd drei noch Steuern schuldete. Gleichwohl besuchte er am 1. Mai das Bombe zur Explosion zu bringen; derselbe wurde verhaftet. Monaten muß der trante Genosse im Gefängniß schmachten für Deutsche Haus, um an der daselbst stattfindenden Maifeier theileine Handlung, die, falls sie wirklich zu einem Verbrechen" ge- zunehmen. Das Schöffengericht zu Delsnit i. V. verurtheilte ihn Die Aufhebung des Belagerungszustandes in stempelt werden sollte, durch die quälende Untersuchungshaft mehr wegen Uebertretung des bestehenden Verbots zu zwei Tagen Haft. Sizilien hat, wie aus Palermo telegraphirt wird, keinen als genügend gefühnt wäre. Kundgebungen Raum gegeben. Das Landgericht Plauen bestätigte auf erhobenen Einspruch das Die Tribuna" schreibt, Urtheil. - Gegensäße. Während der Genosse Reßler, früherer Flüchen zum Teufel und befahl den Wachen an, dem Juden, und wie eine laufende Wolke meinen glückseligen Stand. in dem dortigen Gefängniß" Preßsünden zu verbüßen hat, geRedakteur der Mannheimer Boltsstimme", welcher gegenwärtig falls er sich heute noch herüber wagen wollte, mit der Helle Das Schwert hat gefressen den einen meiner Söhne; ab- zwungen wird, Sträflingskleider zu tragen, ist es den drei Banbarde die Nase aus dem Gesicht zu hauen und ihn zu wei- gefallen ist der zweite von dem Gesetze feiner Väter. Ge- quiers Ma as gestattet worden, die Strafe in Freiburg zu ver terer Bestrafung einzufangen. Ben David hatte indessen schieden ist mein Vater in den Banden der Knechtschaft büßen, da die Disziplin im Mannheimer Landesgefängniß neben völlige Freiheit, zu gehen, wohin er wollte. Wankend vor und verstummt ist unter dem Himmel die Klage meiner weitergehenden Einschränkungen sie genöthigt haben würde, AnstaltsSchwäche schritt er durch die Haufen der nach Sachsen- Tochter. Wo ist sie, die blühende Rose aus meinem Garten? hausen kehrenden Handwerker hin, und er, dessen Schick Ach, sie ist vergangen wie ein Schatten, und von dannen fal eine geraume Beit hindurch auf allen Bungen gewesen gerafft worden, wie meine Habe, und betteln muß ich mein war, blieb unbemerkt und unbeachtet. Der Rath hätte kein Brot vor den Hütten Jakobs oder den Wohnungen besseres Mittel wählen können, allem Deuteln des Böbels Amaleks, das mir den Tod wünscht, statt Gedeihen, weil der Strafjustiz angestellt worden. Ein Zentrumsblatt erinnerte wie der Bessern auszuweichen, als den mißhandelten Juden ich hänge an dem Gesetz, an Deinem Gesez, hochgelobter, daran, daß geweihte" Priester, die eine hl. Messe gelesen oder gerade um diese Beit wegweisen zu lassen. Ben David gepriesener Gott! Weil ich mich nenne nach Israel, das einen Verfehgang gemacht hatten, mit Dirnen und Vagabonden suchte auch nicht, sein Schicksal jemand mitzutheilen, oder Du geweiht haft vor allen Völkern der Erde. Gerechtigkeit im Polizeiwagen transportirt und im Gefängniß mit Hausknechtssein sehr fennbares Gesicht bei Lichte zu zeigen; deshalb war mein Kleid, mein Recht der fürstliche Hut meines Arbeit beschäftigt wurden.- Dafür leben wir auch in einem sette er sich, da seine Mattigkeit ihm nicht erlaubte weiter Hauptes! Hast Du denn gar so große Sünde gefunden Kulturstaat, wo Spizbuben mit größter Zuvorkommenheit behandelt fürbaß zu ziehen, in einen entlegenen Winkel der Gaffe, an Deinem Knecht, o Herr, daß Du ihn schlägst mit Deinem werden wenigstens die großen. in welcher die Maternuskapelle lag, ein unausgebautes, unendlichen Zorn? oder willst Du prüfen, ob..." Das feit bald fünfzig Jahren öde und wüst stehendes Kirchlein, leise Flüstern der bebenden Lippen verlosch in lauschende das dem Müden wohl ein besseres Obdach gegeben hätte, Stille, denn Gestalten wie die Schatten der Nacht in düstere aber als eine christliche Tempelstätte, schon mit dem Namen Gewänder gehüllt, eilten unfern von dem Plage des Juden Müssen Dissidentenkinder Religionsunterricht nehmen? eines heiligen Patrons begabt, von dem gewissenhaften vorüber. Gingen ihrer gleich mehrere zusammen, so wurde Aus Weißenfels wird darüber berichtet:„ Ein hiesiger EinJuden nicht zum Schlummerplah gewählt wurde. Die dennoch kein Wort gewechselt, und dieses schnelle und ganz wohner, welcher aus der Religionsgemeinschaft ausgeschieden ist, Gedanken, die einen betrübten Sohn und noch betrübteren geräuschlose Vorübertreiben der nächtlichen Wanderer machte wurde auf Antrag der Schulbehörde von der Polizeiverwaltung in alles Ungemach des Lebens und der Armuth heraus nicht auf Ben David allein einen unheimlichen Eindruck, aufgefordert, seinem Sohne Religionsbücher zu kaufen, wogestoßenen Vater quälen, belagerten auch die Sinne des denn ein guter Bürger, welcher gegenüber, vielleicht der Stand verwahrte und die Dispensation seiner Kinder vom gegen sich derselbe im Hinblick auf seinen konfessionslosen unglücklichen Ben David, und verwehrten dem mildernden letzte Wachende in seiner ganzen Straße, beim düstern Religionsunterrichte beantragte. Derfelbe wurde jedoch vom Schlummer allen Zugang zu dem Gepeinigten. Wohin Lampenschimmer am halb geöffneten Fenster saß, schlug Kreis Schulinspektor und der Königlichen Regierung zu follte er sich wenden, um das verlorene Kleinod seines ver- bei obigem Anblick mit dem halblauten Rufe:" Ach Jesus Merseburg zurückgewiesen mit dem Bemerken, daß bitterten Lebens aufzusuchen? Wohin hatten die wilden Maria!" das Fensterlein zu, und löschte schnell den Licht: Dispensation erst dann ausgesprochen werden könne, wenn der Reiter, von denen Judith sprach, die bedauernswerthe Esther schein, um scheu in sein Lager zu friechen. Ben David, Nachweis erbracht sei, daß für den religiösen Unterricht der entführt? Und wenn er das Kind seiner Tage wieder mit Gespensterfurcht wenig bekannt, sah in den verhüllten reichenden Weise gesorgt sei. Hiergegen führte der Mann Be Kinder anderweit er in die Arme schloß, welche Schande weilte nicht vielleicht Leuten keine Schreckniffe des Grabes; wohl aber erinnerte schwerde beim Kultusministerium auf grund des Art. 12 der im verborgenen Hintergrunde? Seine grausame Einbildungs- ihn seine Vernunft gar bald an das im Finstern waltende preußischen Verfassung unter Berufung auf ein im vorigen Jahre kraft stellte die ganze wunderliebliche und verführerische Gericht, das von Zeit zu Zeit auf Sachsenhausens Boden gefälltes, zu seinen Gunsten sprechendes Urtheil des töniglichen Gestalt der Verlorenen vor seine Augen, und bekümmerter gehegt wurde, und von dem Volke gefürchteter und ge- Landgerichts Halle. Der ihm hierauf zu Theil gewordene hob sich seine Brust, denn so viel Liebreiz konnte nimmer haßter war, als von den Juden, die nicht vor die heimliche minifterielle Bescheid befagt, daß das königl. Kammergericht der Gefahr entgangen sein. D Gott meiner Väter!" Acht gezogen wurden. Diese Freiung sicherte indessen diese in dem Urtheile vom 17. April v. J. zu dem auch früher seufzte er aus dem Grunde seines Herzens in die rings Letzteren nicht vor ungläubiger Mißhandlung, so sie in dem von ihm ausgesprochenen Grundsatze zurückgekehrt sei, daß um ihn still gewordene Nacht hinaus:" Du, der Du Umkreise der Vehmstätte als lauschende und neugierige Schulpflichtige Kinder ohne Rücksicht darauf, ob ihre Eltern gemacht hast die Sterne, die dort oben funkeln in der Späher aufgefunden würden, und, um von den hin und Dissidenten, in einer Religion nach den Gefeßen des Landes erder Kirche angehören oder nicht, also auch Kinder von Krone Deines Haupts! Wie liege ich doch hier, so geplagt her schweifenden Vermummten nicht ertappt zu werden, verzogen werden müssen.- Die Verwirrung in der Frage des und gepeinigt, wie ein von Deinem Angesicht Verstoßener? suchte Ben David, trotz seiner Erschöpfung, von dannen zu Religionsunterrichts der Dissidentenkinder wird immer größer. Ich bin unglücklicher, denn der arme Mann Job und schleichen, als eine bekannte Stimme, die sich in geringer Obgleich die preußische Verfassung und das allgemeine Landrecht der Bettler vor der Thüre der Reichen. Ich habe gehabt Entfernung hören ließ, ihn neuerdings vermochte, sein Ohr die Gewissensfreiheit garantirt, wird doch auf die Kinder Geld und Gut, ich habe gepflegt einen greisen Vater, ich aufzuthun, und zu verharren. Bis hierher und nicht dissidentischer Eltern ein unerhörter Gewissenszwang ausgeübt. wurde bedient von einer geliebten Tochter; ich habe hinaus weiter," sagte eine Stimme freundlich, hat anders die Sage Den einzelnen Kammergerichtserkenntnissen, die jene Auslegungen, geschickt in die Fremde zwei Söhne, zu werden der Stolz des Pöbels einen Grund, so muß ich im Bereich der nach welchen Kinder dissidentischer Eltern am Religionsunterricht meiner Tage, und meine Freude im Tode. Weh mir! Maternkapelle meine Leute finden. Habe Dant, daß Du entgegen, die auf direkt gegentheiligen Ansichten fußen. Daraus theilnehmen müssen, guthießen, stehen mindestens ebenso viele web mir! was ist geworden aus diesem Reichthum? Wahr mich bis hierher geleitet, denn, da ich hier der Feinde so erhellt, daß ein einzelnes Erkenntniß nicht maßgebend sein kann. lich, wahrlich! auch gegen mich hat sich der Schrecken ge- viele und mächtige zähle, wird mir bald selbst vor Meuchel- Das Ministerium sollte deshalb endlich einmal flare und untehrt, und hat verfolgt wie der Wind meine Herrlichkeit, mord bange." ( Fortsetzung folgt.) aweifelhafte Bestimmungen in diefer Frage, die natürlich den Soziale Meberlicht: Stunde tamen nacheinander etwa 6 von den noch im Ausstande W bezüglichen Bestimmungen der Staatsgrundgesetze entsprechen Jein großer Erfolg und wir wissen längst, daß alle die den Diskussion von zahlreichen Rednern noch weiter erörtert. Die müssen, erlassen. demagogischen Echwindelprophezeiungen nicht in Erfüllung ge- Versammlung stimmte schließlich einem Antrage zu, dahingehend, Ueber einen„ Aufruhr" in Burg wird von bürgerlichen haben nur einige obstur eBezirksblätter geschrieben, und nun das stelle und zwar an den Genossen Raschke, Hochſtr. 32, abzuliefern, gangen sind. Gegen das Züricher Arbeiterinnenschutz Gesez gelesene Schriften, Broschüren, Zeitungen 2c. nur an eine ZentralBlättern gemeldet:„ Am Sonnabend Abend in der siebenten überwältigende Stimmenergebniß! Das Züricher Arbeiterinnenschutz Gesez ist das erste auf die Tagesordnung der nächsten Generalversammlung zu sehen: befindlichen Schuhmachern in das Kontor der Fabrik von Gleiche Geseß auf dem Kontinent, das den zehn resp. für die Vor- Statutenänderung. Der Antragsteller wünschte, daß den Mitu. Grabow und fragten um Arbeit an. Als sie abgewiesen wurden, benahmen sie sich äußerst ungebührlich, leisteten der abende von Sonn- und Festtagen den Neunstundentag festgliedern Gelegenheit gegeben werden solle, die Einberufung einer Aufforderung zum Verlassen des Grundstücks teine Folge und setzt und eine ganze Anzahl Garantien für seine wirkungsvolle außerordentlichen Generalversammlung zu beantragen. Aus formalen Gründen ging die Versammlung mit großer Stimmen mußten schließlich mit Gewalt entfernt werden. Vor der Thür Durchführung enthält. mehrheit über diesen Antrag zur Tagesordnung über. Beschlossen hatten sich inzwischen noch Genossen eingefunden, zusammen wohl wurde, am Sonntag, den 26. August, zur Lassallefeier eine Fuß15 an der Zahl. Der Thorweg wurde zwar sofort geschlossen, aber die Streifenden öffneten ihn alsbald wieder mit Gewalt, partie zu veranstalten. Die Vorbereitungen hierzu wurden dem Vorstande übertragen. Wie mitgetheilt wurde, findet am Somm drangen auf die Geschäftsinhaber und deren Umgebung ein und tag in gesperrten Lokalen in Reinickendorf Erntefest statt. Die schlugen mit Baunlatten auf dieselben los. Erst nachdem einer Genoffen wurden darauf aufmerksam gemacht, daß nur vier der Bedrängten nach dem Kaiterling" his entweichen und Hilfe Lokale frei sind und zwar diejenigen von Förster, Amendestr. 1; herbeiholen konnte, gelang es, die Eindringlinge, die außerdem auch noch mit Steinen warfen, zu entfernen. Vier der TheilGäbeler, Provinzftr. 48; Malchin, Residenzftr. 101a und Borstel nehmer sind bis jetzt verhaftet." Eine Bestätigung dieser NachResidenzstr. 24. richt, die uns sehr unglaubwürdig erscheint, ist weder von Burg aus, noch durch irgend ein Arbeiterblatt veröffentlicht worden. Ein Rückgang der Handschuhbranche macht sich neuer dings sehr bemerkbar. Die Francke'sche Fabrik in Hayna u hat sämmtliche Arbeiter entlassen. In anderen Handschuhfabriken stehen Kündigungen wegen Stockung der amerikanischen Ausfuhr bevor. Altersrenten für Handweber. Auf grund eines Bundesrath: beschlusses haben die Handweber, soweit sie ein Alter von 70 Jahren und darüber erreicht haben und sonst bei ihnen die von dem Gesetze vorgeschriebenen Voraussetzungen zutreffen, das Anrecht auf den Bezug von Altersrente erworben. Die betheiligten Kreise haben nicht gezögert von dem ihnen zustehenden Rechte Gebrauch zu machen. Der Schlef. 3tg." zufolge sind bei der Invaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalt für Schlesien bereits gegen 1000 Anträge auf Gewährung von Altersrente aus Handweberkreisen gestellt worden, darunter gegen 350 allein aus dem Kreise Reichenbach. Die Prüfung der erhobenen Ansprüche ist noch nicht abgeschlossen, sodaß sich zur Zeit noch nicht über sehen läßt, ein wie hoher Prozentsah davon anerkannt werden wird. " Gewerkschaftliches. Achtung, Holzbildhauer! Die Möbelfabrik der Gebrüder Wasserstradt in Lübeck ist für Holzbildhauer gesperrt. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck ersucht. Achtung, Schuhmacher! Der Streit in der Schuhfabrit von Fürstenheim u. Co., Berlin O., Andreasstr. 32, dauert ununterbrochen fort. Wir ersuchen die Kollegen, den Zuzug nach wie vor streng fernzuhalten. Die Streifkommission. J. A. G. Hühn. Achtung, Former! Der Streit der Former der Firma tom Möhlen und Seebeck in Geest emünde dauert fort. 3u Die Kommission. zug ist streng fernzuhalten. gehalten. Der Rh.- Westf. 3tg" zufolge sind auf dem Eisen- Schwelm. Lenze Die ersten Kulis haben in Dortmund ihren Einzug Sendungen sind zu richten an August Müller, Leihstraße 10a, Ech der Wirth auf dem Grundstück des Baugeschäfts von und Stahlwert„ Union" zwei Afrikaner und ein West- Genossen! Die Budapester Tischler, 5000 an der Bahl, für Organisation mangelte. Liffin behandelte die„ Lokalfrage". Indier als Zuschläger eingestellt worden. Unser Kölner stellten am 13. b. Mts. nach vorhergegangenem Beschluß die Bruderorgan bemerkt hierzu: Die durch die große Arbeitslosig- Arbeit ein. Ihre gerechten Forderungen, sowie Verkürzung der keit bereits hervorgerufene Konkurrenz der Arbeiter unter ein: Arbeitszeit, Erhöhung des Lohnes und Abschaffung des Affordander genügt also den Herren zur Lohndrückung nicht mehr systems, wurden von den Meistern schroff abgelehnt. wahrscheinlich haben die deutschen Arbeiter tros ihres Glends Tischler stehen auf sozialdemokratischem Standpunkte und haben den Herren immer noch zu viele Bedürfnisse. Jezt soll in diesen eine stramme Organisation. Kulis das Muster dafür vorgeführt werden, wie ein Arbeiter nach dem Herzen der Herren, sowohl was seine Bedürfnisse, als auch die zu beanspruchende Behandlung anbelangt, beschaffen sein muß. Die Dortmunder Arbeiter werden also gut thun, sich auf Lohnabzüge gefaßt zu machen. Wenn nur nicht auch noch die Nilpferdpeitschen, welche ja bekanntlich in Afrifa so üppig gedeihen, mit den Afrikanern ihren Einzug in Dortmund halten! Wir bitten Zuzug streng fernzuhalten. Unter stübung dringend nothwendig. Alle Briefe und Gelder sind zu richten an:„ Asztalosck fzatlapia"( Fachblatt der Tischler) VIII Luther- Gaffe 1'c, 1. Stock, Budapest. Im Auftrage des Lohnkomitee's: Béla Schreier. Johannisthal- Niederschönwveide. Jm Lokale des Herrn Senftleben tagte am 13. August eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen, in der Reichstags: Abgeordneter 3ubeil über den gegenwärtigen Stand des Bierboykotts referirte. Redner bezeichnete denselben als für die Arbeiterschaft äußerst günstig; die Biereinführ von außerhalb gewinne immer mehr an Ausdehnung, somit könne von einem Mangel an gutem Vom Schleiferstreik in Schwelm. Wie schon furz ge- Lagerbier nicht mehr die Rede sein und da auch die Arbeiter meldet, sind die Schleifer der Firma Bever u. Klophaus ge- Berlins über genügend Versammlungslokale verfügen, so kann der zwungen worden, in den Streit einzutreten, da man ihnen zu Ausgang des Kampfes nicht mehr zweifelhaft sein. Mögen, so muthete, sich einen Lohnabzug von durchschnittlich 3-3,50 M. Schloß der Vortragende, unsere Gegner fich heifer schreien nach gefallen zu lassen. Allerdings war es nur ein Theil der Schleifer, Polizei und Staatsanwalt, unsere Parole bleibt nach wie vor: welchen der Abzug gemacht wurde, die anderen sagten sich jedoch, Kein Tropfen Ringbier darf getrunken werden und in keinem venn diesen jetzt abgezogen wird, kommt die Reihe in nächster Lokale, wo solches zum Ausschant tommt, darf verkehrt werden, Beit auch an uns, und legten mit ihren Mitarbeitern die Ar- bis die Ringprozen ihre brutalen Maßnahmen gegen ihre Lohnbeit nieder, nachdem alle Bemühungen derselben, den Streif staven zurücknehmen und die Forderungen der Arbeiterschaft erIn der Diskussion erkannte zunächst ein Redner den zu vermeiden, indem sie sich bereit erklärten, auf einige Artikel füllen. etwas nachzulassen, an der Starrköpfigkeit des Herrn Meisters guten Geist, wie er unter den Berliner Arbeitern in der Frage Slever scheiterten. Dieser echte freisinnige Mann möchte am des Bontotts herriche, vollkommen an, bedauerte aber, von den liebsten den Lohn der Schleifer, wovon durchschnittlich 80 pCt. Fabritarbeitern in Niederschönweide dies nicht sagen zu fönnen. So an der Schwindsucht sterben, auf den Eat herunterdrücken, wo seien beispielsweise in die Stoffweberei von Lehmann in voriger Woche der Mensch zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel hat. nicht weniger als 80 Kasten Boykott- Flaschenbier eingeführt worden Es wird dringend gebeten, den Zuzug feruzuhalten. Alle noch Boykottbier aus; jei zu ersehen, wie sehr diesen Arbeitern die Aufklärung und der Sinn In Johannisthal ſtehe zu Versammlungen unserer Partei nur das Lokal von Senftleben( Der Volksgarten") aur Verfügung, hier werde auch„ ringfreies" Bier verzapft. Alle übrigen haben Die fich der Saalverweigerungs- Kommission überantwortet. habe sogar unterschrieben, daß er bei 3000 M. Konventional strafe den Saal nicht hergiebt. Henneberg's Lokal, früher sehr von Arbeitern frequentirt, sei jezt der Sammelpunkt fragwürdiger Existenzen und alltäglich der Schauplah blutiger Schlägereien, wie sie Johannisthal wahrlich nicht zur Ehre ge reichen. Jedoch, er verschänkt„ Ringbier“ und man drückt ein Auge zu. Hierauf gelangten die sanitären Mißstände am Ort zur Besprechung. Obgleich daselbst eine behördlich eingesetzte Choleratommiffion bestehen soll, so ist von deren Thätigkeit, wie Die Furcht vor der Cholera treibt die herrschende Klasse, Ein alter Parteigenoffe" schreibt uns anläßlich der Zu- Bitfin anführte, bisher nichts zu verspüren gewesen. Die Sterblichkeitsziffer der Kinder habe in diesem Sommer in hie und da, die krassesten Mißstände, an denen sie Jahre lang schrift in Nr. 186, betreffend den Burger Schuhmacherforglos vorüber gegangen, abzustellen. Freilich dauert in der Ausstand: Mit der Zuschrift in der vorigen Sonntags- Johannisthal eine erschreckende Höhe angenommen und sollte Regel diese Reformerei nicht länger als die Furcht; ist die Gefahr nummer bin ich vollkommen einverstanden bis auf einen Punkt, doch Beranlaffung genug gewesen sein, der Ursache nachzuspüren. Bon derartigen Untersuchungen hat man bis jest nichts wahrvorüber, dann geht es wieder den alten Schlendrian, wie das und dieser eine Punkt ist die meiner Ansicht nach ebenso unBeispiel Hamburgs zeigt. Dieser Tage hat auch der Ober- gerechtfertigte wie ungerechte Kritik der Handlungsweise Bock's genommen, dagegen erfreuen sich aber die Sozialdemokraten der bürgermeister in Köln eine Bekanntmachung erlaffen, die einem in Sachen des berüchtigten Flugblattes. Unbegreifliche Ver- ganz besonderen Aufmerksamkeit seitens der behördlichen Organe. Angstprodukt sehr ähnlich sieht. Es heißt dort:" Angesichts der trauensseligkeit", unverzeihlicher Schniger", das sind Bezeich- So hatten beispielsweise am Sonntag die Beamten nicht einmal drohenden Choleragefahr wird, wie im Jahre 1892, so auch jetzt nungen, die man einem durch Jahrzehnte bewährten Genossen Zeit, die im Wald liegende Leiche eines Selbstmörders vor Allotria rober Patrone zu schützen bezw. für deren Bergung in den nächsten Tagen eine Besichtigung der Grund nicht ohne zwingendsten Grund an den Kopf werfen stücke im Bezirke der Stadt Köln auf gesundheitliche Mißstände foll, und für die in diesem Fall jede thatsächliche Sorge zu tragen, weil sie mit dem Abtraßen der Zettel, welche stattfinden. Die Besichtigung erfolgt durch die Herren Bezirks- Grundlage fehlt. Eo lange der Sachverhalt nicht bekannt war, die Einladung zu dieser Versammlung enthielten, an Zäunen und So Telegraphenstangen beschäftigt waren.( Heiterkeit.) 8ubeil vorsteher, welche nach ihrem Ermessen einen oder zwei weitere konnte man ja wohl von Vertrauensseligkeit" reden, allein jest sprach den Wunsch aus, die überwachenden Gendarmen möchten Herren zu den Besichtigungen zuziehen. Ich erwarte, daß diesen wissen wir und es ist wahrhaftig zur Genüge feſtgeſtellt ihrem Borgesetzten, dem Amtsvorsteher v. Oppen, genauen Bericht Herren, welche sich im öffentlichen Intereffe dieser mühevollen daß keine Vertrauensseligkeit" von seiten Bod's vorliegt, über diese Bersammlung erstatten, damit dieser die Beschwerden Arbeit unterziehen, überall mit der größten Zuvorkommenheit be sondern ein grober Vertrauensbruch seitens der gegnet und ihnen die Ausübung ihrer ehrenamtlichen Thätigkeit Fabrikanten. Das Opfer eines Vertrauensbruchs fann Jeder der Arbeiter erfahre und vielleicht(?) Aenderung eintreten läßt. Zum Schluß wurde bekannt gegeben, daß am nächsten Sonnvon Jedermann nach Kräften erleichtert werde." Was mag von uns werden; und die, welche am lautesien über Bock wohl seit der vor zwei Jahren stattgehabten Besich schimpfen, find sicherlich nicht besser als er gegen Vertrauens- abend in den nämlichen Räumen das Stiftungsfest des Arbeitertigung der Grundstücke" geschehen sein? Wahrscheinlich bruch gefeit. Ta del hätte Bock verdient, wenn er in den Ver- Bildungsvereins stattfindet. handlungen mit den Fabrikanten die Interessen der Arbeiter Politik in Turnvereinen. Bisher sollte die Politik in durch Vertrauensseligkeit" preisgegeben hätte. den Turnvereinen verpönt sein, jetzt soll versucht werden, dem nicht der Fall, und der Verfasser der Zuschrift in der sozialistischen Gifte" ein Gegengift durch die Turnvereine zu vorigen Sonntagsnummer giebt ausdrücklich zu was der schaffen. Die Leitung der deutschen Turnvereine hat folgende Wahrheit entspricht, daß der von Bock erzielte Vergleich ,, er= Aeußerung in die Presse lancirt:" Der nächstjährige in Gßlingen reicht hat, was nach Lage der Sache überhaupt tagende deutsche Turnertag wird sich mit wichtigen Abänderungen zu erreichen war." Daß die Fabrikanten hintennach Bock's des Grundgesetzes der deutschen Turnerschaft zu beschäftigen Unterschrift mißbrauchten, das war ein einfacher Schelmen haben, welche veranlaßt sind durch Vorgänge der jüngsten Zeit streich, der den Fabrikanten beiläufig nichts nühte und nichts und besonders der Anstrengungen der sozialdemokratischen Turn- müßen tonnte, und dessen einzige Wirkung die ist: die vereine. Seitens des Ausschusses der deutschen Turnerschaft ist Urheber zu brandmarken, Auch wenn Bock den einstimmig beschlossen worden, zu empfehlen, in die Sagungen Abend in Burg geblieben und den Wortlaut des Flugblatts des Grundgesetzes als Zweck Pflege vaterländischer Gesinnung" festgesetzt hätte, wäre es den Fabrikanten möglich gewefen Stockholm, 15. August.. Unter der auf der Quarantänes aufzunehmen, ferner ist angeregt, daß der Ausschluß von Mit- hintennach noch einen anderen Text zusammenzufälschen, Station Fejan in Beobachtung befindlichen Besatzung des gliedern ermöglicht ist wegen eines Verhaltens, welches das und Bod's Name darunter zu setzen. Vor solchen Dampfers Wafa" find 5 weitere Cholera- Erkrankungen vor: Turnerische Leben gefährdet oder politische Umtriebe begünstigt. Schelmen und Schurtenstreichen ist tein angefommen. Es befinden sich jetzt im Ganzen 8. Cholerakranke Auch soll das Stimmrecht in allen den Verein und seine recht- ständiger Mensch sicher und sei er auch noch so auf Fejan. liche Stellung betreffenden Angelegenheiten erst mit vollendetem wenig vertrauensselig". Amsterdam, 15. August. Aus Maastricht werden 2 Cholera21. Lebensjahr und wenn in rein turnerischen Sachen mit Lasse man also doch endlich dieses Herumhacen auf einer ertranfungen und ein Choleratodesfall gemeldet; im Ganzen sind 18 Jahren beginnen."- Go ist's recht. Der Klassenkampf Lappalie, die nur deshalb zu einer Haupt- und Staatsaktion bisher dort 60 Choleraerkrankungen und 28 Choleratodesfälle spißt sich immer mehr zu, so daß selbst die neutralsten Vereine weil ein paar persönliche vorgekommen; aus Utrecht wird ein Choleratodesfall, aus an Stellung nehmen müssen entweder für oder gegen die proletarische Feinde Bod's, die seit Jahren das Verleumden desselben ge- deren Städten werden 3 Choleratodesfälle gemeldet. Bewegung, und das trägt zur Klärung des Ganzen nur bei. schäftsmäßig betreiben, das Bedürfniß empfanden, wieder einmal eine große Schimpferei zu veranstalten. Die Errichtung eines Arbeitersckretariats in NürnEs ist nicht schön, diesen paar anarchistisch angehauchten berg ist schon vor längerer Zeit von der dortigen organisirten Radaubrüdern zu Liebe, deren Freundschaft zu unferer Paris, 15. Auguft. Die wenigen Blätter, welche das Ueber. Arbeiterschaft vom Magistrat verlangt worden. Dieser hatte sich Partei sehr problematisch ist, einen unferer tüchtig einkommen mit dem Rongostaate besprechen, erklären sich bebisher jedoch immer ablehnend verhalten oder die Arbeiter vertröstet. sten und bewährtesten Genossen durch tränkende Kritik friedigt, besonders Figaro"," Matin" und" Journal des Débats". Inzwischen ist aber eine Regierungsentschließung eingetroffen, in zu verlegen. Die Betreffenden würden auf Bock nicht London, 15. Auguft. Gestern Abend explodirte in dem welcher die Errichtung eines Arbeiterfefretariais oder Arbeits: weniger schimpfen, wenn er den angeblich unverzeihlichen Briefkasten des Postbureaus der Londoner Vorstadt Newcroß nachweis- Bureaus als zweckmäßig und wünschenswerth bezeichnet Schnizer" nicht begangen hätte. Ich bin gewiß für scharfe eine Röhre aus brauner Pappe, welche anscheinend mit Schießund der Magistrat aufgefordert wurde, diese Angelegenheit in Kritik namentlich auch unter uns, aber vor Allem muß pulver gefüllt war. Der Briefkasten und einige Briefe wurden Instruktion zu ziehen und hierüber Bericht zu erstatten. Es wird sie wahr und gerecht sein. Und das ist sie in diesem Fall beschädigt, sonst aber fein großer Schaden angerichtet. Die nun beschlossen, vorerst Material zu sammeln, damit die Sache nicht. Ein alter Parteigenosse. Röhre enthielt feine Adresse; auf der Außenseite des Umschlags alsbald in Instruktion genommen werden kann. stand: Zum Andenken an Ravachol, Bourdin, Vaillant, Santos." Die Untersuchung ist eingeleitet; man nimmt an, daß es sich um einen schlechten Scherz handelt. nichts! Das Züricher Arbeiterinnenschutzgesetz, von dem wir " aufgebauscht worden ist, bereits berichteten, daß es angenommen fet, ist mit 45 818 Ja Derlammlungen. Depeschen. ( Wolff's Telegravhen- Bureau.) Königsberg i. Pr., 15. August. Dem Vernehmen nach hat der Minister der öffentlichen Arbeiten für die Nordostdeutsche Gewerbeausstellung im Jahre 1895 fostenfreie Rückbeförderung der unverkauften Ausstellungsgegenstände auf den preußischen Staatsbahnen bewilligt. Danzig, 15. Auguft. Nach einer Mittheilung des Staatskommissars ist in Altbof ein Kind, bei dem am 13. d. M. Cholera festgestellt wurde, gestorben. " Paris, 14. August. Die Guillotine ist heute Abend nach Lyon befördert worden. Die Hinrichtung Caserio's findet wahr scheinlich Donnerstag früh statt. ( Depeschen- Bureau Herold.) gegen 12 454 Mein durchgegangen. Die Zahl der annehmenden Stimmen ist also beinahe vier Mal so groß als die Zahl der Der sozialdemokratische Wahlverein für den sechsten Kölu, 15. August. Bei den weiteren unter choleraverdäch verwerfenden. Wie günstig dieses Abstimmungsergebniß ist, zeigt Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am 14. d. M. tigen Symptomen ertranften Personen wurde Brechdurchfall ein Vergleich mit der am 21. Ottober 1877 stattgefundenen im Kolberger Salon eine sehr zahlreich besuchte Mitglieder- fonstatirt; desgleichen ergab die von Seiten der Behörde anVolksabstimmung über das eidgenössische Fabrifgesetz. Dasselbe versammlung ab. Genosse Apelt behandelte in einem ein geordnete Untersuchung des Rheinwassers, daß in demselben wurde mit 181 204 Ja gegen 170 857 Nein, also mit der gehenden Vortrage die Frage: Wie fördern wir die Land- keinerlei schädliche Substanzen vorhanden seien. Gegentheilige relativ von geringen Mehrheit rund 10 000 Stimmen agitation?" Der Vortragende erörterte die schwierige Materie Meldungen beruhen auf unwahrheit. aber Das Fabrifgesetz brachte Wien, 15. August. angenommen. nur den aus eigener Erfahrung, auf grund deren er verschiedene RathEin hiesiger Privatier, Namens Elfftundentag, während das Züricher Arbeiterinnenschutzgesetz den schläge gab zur zweckentsprechenden Behandlung der ländlichen Blaschet, verwundete den Fleischbeschauer Stichler mittest einer Zehnstundentag bringt. Allerdings hatte das Fabrifgefeß eine Bevölkerung. An den bisherigen Erfolgen zeigte Redner, daß die scharfen Haue tödtlich, weil letzterer zu der Frau des Blaschet andere Bedeutung, da es das erste einschneidende Bundesgesetz ländliche Bevölkerung sehr empfänglich ist für sozialistische Ideen, in einem unerlaubten Verhältniß gestanden hatte. Blascheck zum Schuße der Fabritarbeiter war und für beide Geschlechter wenn dieselben geschickt vorgetragen werden. Ebenso befürwortet wurde sofort verhaftet. galt. Ferner waren damals die sozialpolitischen Ideen viel er, daß die ländliche Agitation bedeutend erweitert werden müsse Belgrad, 15. August. Ein Utas, durch welchen eine größere weniger im Volte verbreitet als heute und es stand überdies das und nach dieser Richtung hin nicht gespart werden dürfe. Anzahl wegen politischer Vergehen Verurtheilter amnestirt wird, ganze Ausland ohne jede derartige Gesetzgebung da. Im Hauptsächlich müsse planmäßig gearbeitet und das schaarenweise ist soeben erschienen. gesammte Unternehmerpresse mit Aufslandziehen" vermieden werden. Der geeigneten Literatur Jahre 1877 tämpfte die Lyon, 15. Auguft. Caferio trägt im Gefängniß, trotzdem wahrer Wuth gegen das Fabrikgesetz, die schrecklichsten maß der Referent große Bedeutung bei, allerdings die hierbei er weiß, daß seine Hinrichtung in Kürze bevorsteht, ein absolut Prophezeiungen über den Untergang der Jndustrie ausstoßend vorhandenen Schwierigkeiten nicht verkennend. Die Landagitation gleichgiltiges Wesen zur Schau. Den Tag verbringt er meistens und die Arbeiter beschwörend, als Schweizer Bürger, als im Allgemeinen betrachte er als Gefühlssache, die sich nicht in mit der Lektüre des„ Don Quixote". Madrid, 15. August. Wie aus Mazagan gemeldet wird, freie Männer, die Freiheit der Arbeit" zu vertheidigen und sich eine Schablone zwängen lasse. Die Darlegungen des Referenten nicht verbieten zu lassen, täglich 15 Stunden zu arbeiten. Daß wurden mit größtem Interesse und lebhafteftem Beifalle ent- schreitet die Bewaffnung der Bevölkerung zur Abwehr der von dennoch das Fabrikgesetz angenommen wurde, war in der That gegengenommen. Die Frage der Landagitation wurde in der folgen- den Kabylen geplanten Ueberfälle rasch vorwärts. " Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 189. Donnerstag, den 16. August 1894. Arbeiter! Varteigenossen! 11. Jahrg. Die Einigungsversuche vor dem Gewerbegerichte sind an dem Widerstande des Bier- Ringes gescheitert. Der barbarische Akt des kapitalistischen Uebermuths, die unerhörte Maßregelung der völlig schuldlosen Brauereiarbeiter ist nicht zurückgenommen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Bierproßen die einzig mögliche Antwort ertheilt. In zweiunddreißig großen Volksversammlungen ist der Bierboykott anf sämmtliche Ringbranereien ausgedehnt worden. Arbeiter! Parteigenossen! Eure Ehrenpflicht ist es, nicht zu dulden, daß Hunderte von Klassengenossen der Unternehmer- Willkür zum Opfer fallen, daß der Brauerring in brutalster Weise seine ökonomische Macht mißbraucht. Bum Kampfe gedrängt wird die Arbeiterschasi Berlins ihre gerechte Sache mit aller Energie führen und mit rücksichtsloser Entschlossenheit diejenigen Mittel anwenden, welche den Sieg verbürgen. Arbeiter! Parteigenossen! Sorgt dafür, daß nirgends Ningbier getrunken wird. In keinem Hause, in keiner Werkstatt, bei keinem Ausfluge darf ein Tropfen Boykottbier getrunken werden. Alle Feste und Vergnügungen in Lokalen, in denen Ringbier geschänkt wird, sind zu unterlassen; alle etwa bereits getroffenen Verabredungen rück a gängig zu machen. Den Gastwirthen muß. Klar gemacht werden, daß sie zu wählen haben zwischen der Kundschaft der Arbeiter und der Gunst der Bierproben. Wir wollen jede Schädigung der Gastwirthe vermeiden, indem wir dieselben auffordern, sich Bier aus boykottfreien Berliner oder auswärtigen Brauereien anzuschaffen, dann werden die Arbeiter nach wie vor bei ihnen verkehren. Weder Maßregelungen noch Saalsperre schrecken uns; wir kennen keine Furcht und wissen, daß an der Solidarität der Arbeiter das Unterfangen des Brauerrings scheitern wird. Mit unbeugsamer Entschloffenheit halten wir den Boykott über lämmtliche Ringbrauereien so lange aufrecht, bis unsere gerechten Forderungen erfüllt sind. Arbeiter Berlins, thut Eure Pflicht, meidet das Ningbier und die Lokale, in denen Euch Boykottbier vorgesetzt wird. Uud auch Ihr, Arbeiter und Parteigenoffen in Deutschland, helft uns, indem Ihr fein Bier aus den boykottirten Brauereien Berlins trinkt. Der Boykott, dessen Ende nicht abzusehen, ist den Berliner Arbeitern durch einen Akt unerhörter Brutalität aufgezwungen. Wir appelliren an das Ehrgefüh aller klassenbewußten Arbeiter und wissen, daß ihre Solidarität sich stärker erweisen wird als die Zufallseinigkeit des dividendenlüsternen Unternehmerthums. Vorwärts, Arbeiter und Parteigenossen! Trinkt kein Boykottbier! Weidet die Lokale in denen Ringbier ausgeschänkt wird! Kauft kein Flaschenbier, welches aus Ringbrauereien stammt. Lehteres empfehlen wir besonders den Frauen zur Beachtung. Hoch die Solidarität der Arbeiter! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl King u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Exportbrauerei Rathenow, Niederlage bei May Denn hardt, N.W., Hannoversche Straße 18a. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank. furt a. D. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Berg- Brauerei, Brandenburg. Vertreter: H. Wolff, N., Dragonerftr. 31. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: Max Fleischer, Reichenbergerstr. 155. Bürgerliches Brauhaus, Hamburg Gilbeck, Kellerei und Niederlage, SW., Berlängerte Trebbinerstr. 7. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage M G. Spiekermann, Weberstr. 66. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, Mühlenstraße 49a. Lokales. Die Boykottkommission. kann ich nicht als begründet erachten. Der Polizei- Präsident. J. V.: gez. Friedheim. Beziehung stehen, brachten am 13. d. M. Abends als Entgegnung Die Berufung auf den zur Zeit herrschenden Bierboykot auf eine Mittheilung des Vorwärts" die Nachricht, daß die habe, die projektirte Mälzerei in Berlin zu errichten; die unleid= Direktion der Patzenhofer Brauerei ursprünglich die Absicht gehabt lichen Arbeiterverhältnisse in Berlin, die ein ruhiges Arbeiten nicht in Aussicht stellten, licßen es aber der Direktion zweck mäßig erscheinen, die umfangreichen Bauten lieber außerhalb aus führen zu lassen." Nicht viel höflicher war der Bescheid, der den nothleidenden Bittstellern von den Behörden der Umgegend Berlins zu Theil wurde. Man begreift, daß die Gastwirthe sehr übel gelaunt sind und in ihrem Organ davon sprechen, daß ihnen Steine statt Brot" Offenbar ist diese Nachricht, die jeder Wahrheit entbehrt, gegeben seien. So gewiß wie gerade die Arbeiter unter dieser aus dem Bureau der Payeuhofer Brauerei ausgegangen, deren unbegreiflichen Krähwinkelei zu leiden haben, so gewiß haben die Direktor die jetzige Gelegenheit( den Bierboykott) zu benußen scheint, Gastwirthe in dem Kampfe um Verlängerung der Polizeistunde um sich seinen ehemaligen Wählern von der freisinnigen Vereinigung oder besser um Aufhebung derselben die Arbeiterschaft auf ihrer ins Gedächtniß zurückzurufen und ihnen vor Augen zu führen, Seite. Aber wir finden auch, daß das Verhalten so manches welchen Verlust der Staat resp. die Wähler erlitten haben, weil Schantwirthes nicht aller eine solche Antwort nicht so sehr fie diesen Volkswirthschaftler und Staatsretter nicht in den verwunderlich erscheinen läßt. Reichstag sandten. Wer, wie die Gastwirthe, am liebsten stramm stehen möchte, In Wirklichkeit sind nicht die„ unleidlichen Arbeiterverhält wenn der Wachtmeister oder gar der Lieutenant seines Polizeis nisse" in Berlin daran schuld, daß die Pazenhofer Brauerei reviers an seiner Thür vorübergeht, der darf sich auch nicht eine Mälzerei außerhalb gekauft hat, sondern folgender Umstand: wundern, wenn er von dieser Seite entsprechend behandelt wird. In dem Aufsichtsrath der Patzenhofer Brauerei sitzt unter Aber so sind die Knechtsnaturen: Flegelhaft und aufgeblasen anderen ein Faiseur Namens Oskar Heimann, den man, abgesehen nach unten" und kaybuckelig nach„ oben"! von der Patzenhofer Brauerei, in vielen anderen, nicht erst= trassigen Gesellschaften findet. Auf Veranlassung des Herrn spiegelt mit Naturtreue ein Brief wieder, den Herr Saeger, der Es ist ein Jammer! Die Noth der Saalverweigerer Heimann ist ein gewisser Richard Schreib als Revisor gewählt worden, der als einer der schneidigsten Faiseure an der Börse Pächter der Konkordia- Festsäle, an den Vorstand eines seiner gilt. Diese beiden Ehrenleute machen nun seit Jahr und Tag Meinung nach gut bürgerlichen Vereins gesandt hat. Die Zu schrift lautet: gemeinschaftliche Geschäfte der Art, daß der eine immer den anderen in Gesellschaften, die verdienen lassen sollen," vorschiebt, habe der Sozialdemokratie meine Säle zu Versammlungen ver Durch die jetzigen Verhältnisse des Bierboykotts genöthigt, während sie den Nutzen gemeinschaftlich theilen. Da die Zeit an der Börse momentan für Faiseure schlechtweigert, was zur Folge hatte, daß mir von dieser Seite euschaften, in denen sie nichts mitzureden haben- zurückgewieſen gesagt wurden. ist, und die Hilfe dieser beiden Herren( mit Vorliebe) von Gesämmtliche Vergnügungen und Geschäfte abwird, weil man diese Herren ihrer Geschäfte wegen genügend mich an die löblichen bürgerlichen Vereine mit der er Durch diesen Ausfall schwer geschädigt, wende ich fennt, so müssen eben die Gesellschaften herhalten, in denen dieses zweiblätterige Kleeblatt eine Stimme hat, und hierzu hat gebensten Bitte, mich in dieser schweren Beit gütigst unter man sich in erster Reihe die Pazenhofer Brauerei ertoren. Bor stüßen zu wollen. Indem ich Ihnen nun meine auf das prachtvollste auss ca. drei Monaten versuchten diese Herren eine Fusion mit der Victoria- Brauerei, ein Geschäft, daß geradezu als ein Attentat gestatteten Säle, von 50-2000 Personen fassend, und zu jeder Festlichkeit geeignet, unter den foulantesten Bedingungen zur auf die Payenhofer Brauerei bezeichnet werden mußte. Der Aufsichtsrath der Payzenhofer Brauerei besaß nach langen Verfügung stelle, hoffe ich, daß auch Ihr iöbl. Verein mir seine Verhandlungen zum Schlusse doch noch so viel Kourage, dieses Unterstützung nicht versagen wird und so empfehle ich mich Ihnen Hochachtungsvoll und ergebenst und die beiden Faiseure gingen C. Saeger, Restaurateur. Konkordia- Festsäle, Andreasstraße 64. Der brave Herr Saeger wird sich mit seinen Kollegen vom Der Polizeilieutenant im Kampje gegen das ring freie Bier. Im Hasenhaide- Revier genießt Herr Polizei lieutenant Peisterer den besten Ruf. Nicht blos bei Herrn Happoldt, wo er seit Jahren Stammgast ist und von dem er offen als Freund gefeiert und verehrt wird, auch die Wirthe, Attentat abzuschlagen die ja ab und zu mit der Polizei auf Kriegsfuß leben, rühmen leer aus. Der entgangene Gewinn an Provision ließ ihn als einen im allgemeinen humanen und legalen Beamten. Diese beiden Herren aber nicht schlafen, und sie Um so mehr Verwunderung rief es hervor, als man sich jüngst bewogen den Direktor, die werthlose Mälzerei des Herrn Hermann Saalverweigerungsverein noch oft die Finger wund schreiben in Restaurateurfreifen folgendes zu erzählen wußte: Ginige Kiesel in Frankfurt a. D. zu kaufen. Der Kaufpreis soll das tönnen, biz bürgerliche Vereine auch nur in homöopathischen Wochen nach Eintritt des Bierboykotts ließ der Herr Polizei- Fünffache des reellen Werthes übersteigen, die Vermittler bei Dosen Hilfe bringen. Von daher steht nichts zu erwarten. lieutenant eines Abends sich auf das Revierbureau Fichtestraße diesem Geschäft sind die Herren Oskar Heimann und Richard Aber es liegt ja doch immer noch die von den Ringbrauereien einige derjenigen Wirthe rufen, die an stelle des boykottirten Schreib, zwei Vertrauenspersonen der Gesellschaft; und nun in sichere Aussicht gestellte- pardon bereits schon im Juni geBieres aus der Unionsbrauerei, Happoldt 2c. fich durch mag sich jeder ehrliche Leser selbst ein Bild davon machen, ob die Zwölfer- Kommission ringfreies Vier angeschafft hatten. die vorgeschobenen unleidlichen Arbeiterverhältnisse oder Rüc- 8eichnete Saalverweigerungs- Million unangebrochen da. Nicht wahr, Herr Jacobi? Die vorgeladenen Wirthe waren keine Parteibudiker" nein, sicht auf der Gesellschaft nahestehende Personen die Direktion 10ährend diese in Berlin nur sehr schwer Polizeistunde- Verlänge veranlaßt haben, die Mälzerei nach außerhalb zu verlegen. rung bis 12 Uhr erhalten, genossen diese vorgeladenen Wirthe Die Gründe, die in den bürgerlichen Zeitungen angegeben durchgängig Schankerlaubniß bis 1 Uhr, ja sogar 2 Uhr. Sie find, find als nichts weiter, als eine Entschuldigung wegen des erstaunten nun nicht wenig, als sie vom Herrn Polizeilieutenant Reinfalls in Frankfurt a. D. zu betrachten. " Zum Bierboykott wird uns aus Riydorf berichtet: Die hiesigen Saalverweigerer warten noch immer mit Sehnsucht auf die erhoffte Millionen- Entschädigung, von welcher bisher noch nichts zu sehen war. Die genasführten Wirthe werden daher bereits ungeduldig, und es soll dieserhalb in der letzten Gast. die Belehrung erhielten: wenn sie noch fernerhin aus Bierboykott und Polizeiftunde. Der Verband der Gastwirths- Versammlung zu erregten Szenen gekommen sein. Man diesen Brauereien Bier bezögen, so dürften sie sich und Schankwirthe hat, der Deutschen Gastwirths- Beitung" 3 fann es den Wirthen, die sich zur Verweigerung ihrer Säle be nicht wundern, wenn ihnen diese Erlaubniß entzogen und sie folge, dem Polizeipräsidenten von Berlin kürzlich zum so und so reden ließen, aber auch nicht verdenken, daß sie mit Ungeſtüm wieder auf Polizeistunde gesetzt würden. Ein vielten Male das Gesuch um Verlängerung der Polizeistunde die versprochenen Millionen verlangen, denn so mancher der Herren Wirth erzählt sogar, ihm habe der Herr Lieutenant erklärt: unterbreitet. Gleichfalls zum so und so visten Male hat der sieht mit Bangen der nächsten Binszahlung entgegen, zu welcher Wenn Sie nicht innerhalb acht Tagen anderes Polizeipräsident dies Gesuch abgewiesen. Die Gattaaschung war das Geld fehlt. Die Säle, die sonst in Nixdorf schon auf Monate leng Bier und anderes Publikum haben, setze ich Sie um so bitterer, als im Kreise der sozialistentödtenden Budiker hinaus vergeben waren, sind meist schon wochenlang nicht mehr wieder auf Polizeistunde." Die Proßen vom Brauerring mag diefe polizeiliche Ein- vor einigen Wochen rasender Jubel herrschte, nachdem den ehr- benutzt worden, die Besizer sind eben einzig und allein„ Herr furchtsvoll gespitzten Ohren verkündet worden war, daß Herr im Haufe", wie sie so lange gewünscht haben. Nicht anders ist mischung ja erfreuen; möglich auch, daß Herr Gugen Richter an von Richthofen in eigener Person baare 5000 Mart für die Hause", wie sie so lange gewünscht haben. Nicht anders ist diesem Bilde aus der Gegenwart sein Wohlgefallen hat. Wir nothleidenden Saalbesizer gespendet hatte. es in Briz, wo die großen Gartenlokale, namentlich das Bethge'sche freilich meinen, es habe sich weder der Polizei das Eisen schmieden, wenn Etablissement, auch Sonntags total ausgestorben erscheinen, es warm ist, lieutenant noch sonst eine Behörde das Ge= so hieß es, seitdem diese Herren sich den Saalverweigerern angeschlossen und flugs fette man das Gesuch unt Berlängerung ringste darum 8 11 fümmern, aus welcher der Polizeistunde auf, auf deffen Erfüllung man angesichts der haben. In Nixdorf wollen nunmehr die Antisemiten den Boykott Brauerei die Wirthe ihr Bier beziehen. Wir sind daher begierig, welche Stellung das Polizei- Nothlage des Gastwirthsstandes diesmal bestimmt rechnete. Aber tot machen und haben zu diesem Zweck für Freitag Abend den Präsidium gegenüber dieser Handlung des Herrn Polizeilieutenants war von einer Rühle, die selbst in der Hundstagszeit ver- Bier trinken, dann ist denselben überhaupt nicht mehr zu helfen. o weh! Die Antwort tam, fie lautete natürlich ablehnend und Herrn v. Mosch zu einem öffentlichen Vortrag gegen den Boykott eingeladen. Wenn die Rixdorfer auch dann noch kein boykottirtes einnehmen wird. Lobgefänge find es nicht, die man in den betreffenden Re- schnupfen fonnte: ftaurationen über diese eigenartige polizeiliche Intervention anftimmt! Die Arbeiterfreundlichkeit der Pahenhofer Brauerei bei Lichte betrachtet. Von unterrichteter Seite wird uns geschrieben: " Die meisten bürgerlichen Zeitungen, die au der Börse in Man muß " Der Polizeipräsident ließ sich also vernehmen: Eine Wirkung der Augufttemperatur. Das führende Berlin, 7. August 1894. Organ der nationalliberalen Partei, die National- Zeitung", hat Dem Vorstande erwidere ich auf die Eingabe vom 30. v. M. im Reaktionskoller bereits solche Fortschritte gemacht, daß es ergebenst, daß ich bezüglich der beantragten generellen Ver- der Kreuz- Zeitung" allen Ernstes den Vorwurf macht, ein mit längerung der Polizeistunde nur auf den dem Verbande unterm dem Vorwärts" gesinnungsverwandtes Umsturzblatt" zu sein. 16. März d. J. gewordenen Bescheid des Herrn Ministers des Eine solche Dummheit kann eben doch nur einem nationalliberalen Gehirn entspringen. Junern verweisen fann. " 1 " Aus dem sogenannten Kulturstant Preußen. Durch wohnen, beschäftigt sind. Mitglieder einer Innung, die Besis, weit davon entfernt, in jedem Falle mit Bildung Die Preffe geht folgende, unsere Polizeizustände bezeichnende ein Schiedsgericht errichtet hat, find weder wahl gepaart zu sein, heute im Gegentheil zur Verrohung beizus Notiz: Biel Glück gehabt hat, wie zu der Schießangelegen- berechtigt noch wählbar. Von der Theilnahme an den tragen geeignet ist. heit in der Kurzenstraße noch bekannt wird, der Anarchist Wahlen sind ausgeschlossen: 1. Ausländer, 2. Personen, welchen Adolf Schewe. Die Kriminalbeamten, die ihn beobachteten und durch strafgerichtliche Verurtheilung die Befähigung zum Wählen Auf Neubauten im Norden Ser Stadt sind in jüngster später mit ihm in Kampf geriethen, hatten ihre Revolver aberkannt ist, 3. Personen, gegen welche das Hauptverfahren Beit häufig Diebstähle an Thürklinken, Gasarmen, Ofenthüren ausnahmsweise nicht bei sich. Wäre dieser für Schewe wegen eines Vergehens oder Verbrechens eröffnet ist, das die Ab- und Handwerkzeug verübt worden, ohne daß es trot größter günstige Zufall nicht zu verzeichnen, so wäre der Anarchist erkennung der bürgerlichen Ehrenrechte oder der Fähigkeit zur Diebe abzufassen. Schließlich haben zwei kürzlich um ihr HandWachsamkeit der Bauwächter gelingen mochte, die geheimnißvollen wahrscheinlich nicht mit dem Leben davongekommen. Bekleidung öffentlicher Aemter zur Folge haben kann, 4. Personen, Zwar bleibt es immerhin eine bedenkliche Sache für die Polizei welche infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über werkzeug bestohlene Einsetzer( Tischler) felbst Polizei gespielt beamten, bei einem Wirrwar, wie er sich anläßlich der Verhaf- ihr Vermögen beschränkt sind. Die Ansicht, daß Personen, die und sich mehrere Nächte auf die Lauer gelegt. Der Erfolg war tung Echewe's abspielte, von einer Schußwaffe Gebrauch zu Armenunterstützung empfangen haben, von der Theilnahme an Vormittag die Kriminalpolizei veranlaßt gefunden, in der Wohsehr überraschend, denn auf ihre Angaben hin, hat sich heute machen, aber man kann es auch der Polizei nicht verdenken, Gewerbegerichts- Wahlen ausgeschlossen seien, ist total verkehrt nung des einen der bestellten Bauwächter G., auf dem Gesundwenn sie sich nicht ruhig als 3ielscheibe benuten läßt. und durch nichts zu rechtfertigen. Ebenso ist es für die Frage, brunnen eine Haussuchung vorzunehmen, wobei ein ganzes Dem unbetheiligten Zivilpublikum ist daher nur zu empfehlen, ob jemand als Arbeitgeber wahlberechtigt, gleichgiltig, ob er Ge- Waarenlager oben bezeichneter, aus den qu. Neubauten gestohsolchen Auftritten nach Möglichkeit fern zu bleiben. hilfen hat oder nicht. G., den man als Bock zum Gärtner bestellt hat, ist geständig lener Gegenstände vorgefunden worden ist. Der Bauwächter und auf der Stelle verhaftet worden. Daß das Publikum der Polizei so wie so schon meilenweit aus dem Wege geht, soweit dies möglich ist, sollte doch auch die gutgesinnte Presse wissen. Wie aber soll das Publikum e3 machen, wenn Leute, die sich äußerlich in nichts von Zivilisten unterscheiden, urplötzlich etwa eine Knallerei anfangen, oder, wie es am glor. reichen 18. Januar dieses Jahres geschehen, unter friedfertige beginnen? So groß der Respekt vor der Polizei auch ist, so dürfte es dem gefitteten Publikum doch schwer fallen, sich in Rücksicht auf Leute, die etwa nur in Arbeitertracht niedrigster Garnitur" gesteckt sind, überhaupt von der Straße fern zu halten. Die Schießerei auf die beiden Polizisten, die am Montag Abend von angeblichen Anarchisten verübt worden ist, giebt vor Täufig der Polizei ausreichende Beschäftigung. Bei vielen des Anarchismus verdächtigen Leuten sind Haussuchungen abgehalten worden; in einem Fall, von dem wir Mittheilung erhielten, hat die Durchsuchung der Wohnung 21/2 Stunden gedauert und, was wohl meistens der Fall gewesen sein wird, mit einem auch im polizeilichen Sinn völlig negativen Resultat geendet. Auch Ver haftungen von Personen, die bei der Polizei im Verdacht des Anarchismus stehen, sind verhältnißmäßig zahlreich erfolgt. Einer der Sistirten, der mit einem völlig indifferenten Mann dem ¡ Єchicksal der Verhaftung verfiel, erzählte uns, daß es am Dienstag auf dem Polizei Präsidium von Ge heimen" nur so gewimmelt habe, die Knallerei des Schlossers Echewe müsse auf dem Alexanderplatz ganz gewaltig Trumm genommen worden sein. Jeder der 50 Sistirten, unter denen auch eine Frau war, wurde dem aus Frankreich importirten anthropometrischen Verfahren unterworfen, das bekanntlich in der Meffung bestimmter Körpertheile besteht; auch hat die Polizei jeden einzeln photograhirt. Von den Sistirten sind, soweit uns mitgetheilt worden, bis zum Dienstag Abend nur 6 Mann entTassen worden; die übrigen wurden aus nicht ersichtlichen Gründen in Haft behalten. Temperatur und Barometerstand in hohen Luftregionen. Der Registrirballon Girrus, welcher am 7. Juli hier aufstieg, ist in zehn Stunden bis nach Bosnien gelangt. Der Cirrus hat die Aufgabe, vermöge finureicher Einrichtungen Kunde Blume in Deutsch- Wilmersdorf seinem Leben durch Erhängen ein Aus Nahrungsjorgen hat dieser Tage der Arbeiter Karl der Fahrt vom 7. Juli ist der Cirrus bis auf weiteres das und auf polizeiliche Veranlassung nach der Leichenhalle des aus Höhen zu geben, die den Menschen unzugänglich sind. Nach Ende gemacht. Die Zeiche wurde in einem Neubau aufgefunden höchst gestiegene Gebild aus Menschenhand". Auf Grund des und auf polizeiliche Veranlassung nach der Leichenhalle des Ortes gebracht. Photogramms, welches nach zehn Tagen entwickelt werden konnte, hat Prof. Aßmann als Ergebniß der Fahrt folgende Tabelle in Die Sammelliste 1008 für die streikenden Schuhmacher der Zeitschrift für Luftschifffahrt" zusammengestellt; ist verloren gegangen. Wir bitten, dieselbe au das Streitfomitee, Andreasstr. 32, abzuliefern. " " Zeit Morgens Barometer stand Höhe m m Geschwindig Sekunde stiegs in der O teit des Auf8 Temperatur 170 Temperaturs 1 B abnahme 100 m Uhr mm 8,40 764 3,45 550 40 2800 9,2 70 3,50 440 4 600 20 0,370 0,500 3,55 340 6 600 6,7 - 150 0,650 4,00 250 9 000 8,0 - 250 0,420 4,05 200 10 600 5,3 350 4,10 160 12 150 5,2 430 0,620 0,520 4,15 125 13 800 5,5 470 0,240 4,20 110 14 650 2,8 500 0,350 4,25 95 85 15 600 16 325 3,2 530 0,320 2,4 4,30 In Feuersgefahr schwebten gestern Nachmittag die Bewohner des Hauses Prenzlauerstraße 46. Jm Keller war ein mächtiges Feuer entstanden, das an Del und Spähnen reiche Nahrung gefunden. Durch den starken Qualm war den Bewohnern der Rückzug über die Treppen abgeschnitten. Die Feuerwehr ers stieg auf Hakenleitern die Wohnungen und es gelang ihr auch, die Leute zu beruhigen. Wegen Körperverlegung mit tödtlichem Ausgang ver haftet ist der Gastwirth D. aus der Ifflandstraße, sowie ein Schlosser W. Am 12. d. M., Abends 81/2 Uhr, wurde dort der Kutscher Reinhold Kuferow bewnßtlos mit schweren Kopfwunden auf dem Pflaster aufgefunden und nach einem Krankenhause gebracht. Dort starb er alsbald. Die Ermittelungen ergaben, daß sich K. vorher in dem Lokal von D. befunden hatte und beim Kartenspiel mit Wirth und Gästen in Streit gerathen war. Eine Zeugin will gesehen haben, wie D. den K. rüdlings aus der Thür auf die Straße stieß, sodaß dieser beim Fallen mit dem ein junger Mann, in dem W. erkannt wurde, herausgetreten und Kopfe auf die Bordschwelle aufschlug. Dann sei aus dem Lokal babe dem regungslos daliegenden K. Fußtritte versetzt und ihn auf den Kopf geschlagen. Als die darüber empörte Zeugin dem Wirth Vorhaltungen machte, äußerte der rohe Mensch:„ Der hat noch lange nicht genug." - 520-0,140 halten sich, trotz der vielen leerstehenden Wohnungen, auf einer Herzlose Hauswirthe. Die Miethspreise in Berlin er enormen Höhe. Die größte Sorge unserer Arbeiterfamilien bem fleinen Geschäftsmann, dem Unterbeamten u. f. w. geht es fast nicht besser- muß immer darauf gerichtet sein, ja rechtzeitig ihre Miethe zu bezahlen. Einen unverhältnißmäßig großen Sächsische Praktiken bilden sich dem Anschein nach in den Theil, fast ein Biertel ihres gesammten Einkommens beanKreisen der Schöneberger Polizeiorgane heraus. Die Fälle, wo sprucht der Hausbesizer. Das weitaus schlimmste dabei ist, daß seinen Tod gefunden! Ein beim Rangiren beschäftigter Heizer Schon wieder hat ein Eisenbahnarbeiter im Beruf Die Beamten, denen man die Ueberwachung der Versammlungen der Miether sich vollkommen in der Gewalt des Hauspafchas hatte bei Rosenberg bei Frankfurt a. D. die Verkuppelung zweier anvertraut hat, ihre Funktion überschreiten, häufen sich derart, befindet. Ueber seine sämmtlichen Habseligkeiten verfügt der Haus- Güterwagen vornehmen wollen und war zu diesem Zweck auf daß da einmal ein ernstes Wort gesprochen werden muß. Am wirth in uneingeschränktester Weise und eine rigorose Gesetzgebung das Trittbrett eines der zu rangirenden Wagen getreten. Dabei Montag Abend wurde dort, wie den Lesern aus dem Versamin- hat dafür gesorgt, daß dem bedrängten Miether ein Entrinnen aus verlor der Beamte das Gleichgewicht und stel so unglücklich, daß Iungstheil unseres Blattes bekannt sein wird, eine Metallarbeiter feiner oft hilflofen Lage ganz unmöglich ist. Während sonst jeder die Räder der Wagen über den Körper des Abgestürzten fortVersammlung aufgelöst, als ein Redner unter Hinweis auf die Gläubiger sich zu irgend welchem Abkommen mit dem Schuldner rollten und die Brust zerquetschten. Der Tod des Bedauernsgefeylichen Bestimmungen die Ankündigung des Beamten herbeilassen muß und oft froh ist, in kleinen Ratenzahlungen werthen trat auf der Stelle ein. Es ist doch etwas Herrliches über den Schluß der Versammlung besprach. In der Versamm fein Geld zu erhalten, braucht der Hausgewaltige feinerlei Rück- um den Beruf eines Eisenbahnarbeiters, der von 23 Silberlung der Gastwirthe vom Dienstag setzte derselbe Gendarm die sichten zu nehmen, und nur in den seltensten Fällen gebraucht er groschen pro Tag an unausgesetzt dem Tode ins Auge Anwesenden wiederum in Erstaunen, indem er den Vorsitzenden solche. Habgierig, mürrisch, knurrig, immer zankend, menschen- schauen darf. zu bestimmen versuchte, einem Redner das Wort zu entziehen, feindlich das sind so ungefähr die hervorragendsten Eigender die Angewohnheiten eines anderen Schöneberger Beamtenschaften unserer Berliner Hauspaschas. Und zahlreich sind die Verordnung, die das Befahren mancher Straßen mit dem ZweiDurch Gerichteurtheil zweifelhaft geworden ist die Polizeis wir werden diesen Fall später behandeln fritisirte. in denen Un Fälle, denen diese Eigenschaften zum Schaden der rade untersagt. Der Fabrikant Quosdorf hatte sein Zweirad zweifelhaft wird es nicht von Vortheil für die so sehr Miether in Anwendung gekommen. Das städtische mit einem winzigen dritten Rade versehen, das beim Fahren eines Beamten sein, wenn fich der Agrarierthum hat, wie schon oben hervorgehoben, es gut nicht in Wirksamkeit zu treten braucht, beim Halten aber ein Betreffende von jedem beliebigen Versammlungstheilnehmer verstanden, die Klinke der Gesetzgebung zu seinen Gunsten zu ge- Umfallen der Maschine verhindert. Wegen Benutzung dieses erklären laffen muß, daß er in diesem und jenem Falle nicht den brauchen. Man denke nur an die Ermissionsklagen, welche Rades innerhalb Berlins hatte er eine polizeiliche Strafverfügung Intentionen des Gesetzes entsprechend gehandelt habe. Man sofort zum Austrag gebracht werden und nach deren Be: erhalten, dagegen aber richterliche Entscheidung beantragt. Tas fann sich auch eines gewissermaßen peinlichen Gefühls faum er- endigung das Urtheil sofort vollstreckt wird, während sonst Schöffengericht hat am Montag die Zulässigkeit des Nades als wehren, wenn man sieht, wie in eine von kaum hundert Per- unsere Rechtsprechung ach so langsam und bedächtig arbeitet. sonen besuchte Versammlung, die sachliche Angelegenheiten erörtert, zwei Beamte im Saale( ein Dritter wurde hinauss gewiesen) und verschiedene zum Theil in Zivilkleidung, außer halb desselben plazirt werden! Giebt es angesichts der That sache, daß die Unsicherheit in der Umgegend Berlins heute so offenkundig ist, wie nur je, für die uniformirten und nicht uniformirten Polizeibeamten wirklich nichts besseres zu thun, als friedliche Staatsbürger bei der Wahrnehmung ihrer politischen Rechte zu überwachen". Ist es so absolut sicher, daß in der Zeit, während da so und so viele Sicherheitsbeamte" sich in Arbeiterversammlungen langweilen, fein neuer Mord, kein neues Sittlichkeitsverbrechen verübt werden? betonte Autorität" " " Dreirad anerkannt. Ein Heiratheverein. Im„ Lokal- Anzeiger" stand gestern folgendes Inferat: Verein mit der Devise: Es ist nicht gut, Demnach scheinen in diesem Heirathsverein die dämlichen Mitdaß der Mensch allein sei", sucht herrliche Mitglieder." glieder zu überwiegen. In letzter Zeit sind uns so viele Beschwerden über das rigorose Vorgehen von Hausbesitzern ihren Miethern gegenüber Ein trauriges Wiedersehen im Elternhause hatte in zugegangen, daß wir uns veranlaßt fühlen, doch einige Groß- voriger Woche ein Soldat, der wegen seines leidenden Zustandes thaten christlich- germanischer Grundeigenthümer zu veröffentlichen: auf 4 Wochen beurlaubt war. Als er die elterliche Wohnung Beim Hauswirth Melzer, Puttbuserstr. 27, fonnte eine Arbeiter in Groß- Behnig bei Nauen Freitag Nachmittag betrat, sich familie wegen Arbeitslosigkeit des Mannes die Miethe für einen freuend auf den herzlichen Empfang, traf er seine Mutter und Monat am 1. Juli nicht bezahlen; sie erklärte sich aber die Geschwister in grenzenlosem Schmerze; die Familie umstand bereit, bis zum 15. dieselbe zu entrichten. Dem Wirth trauernd die sterbliche Hülle des Ernähers, des Weichenstellers dauerte das jedoch zu lange und am 13. erhielt der Reinecke, der zwei Stunden vorher von einem Zuge der Lehrter Miether bereits die Exmissionstlage. Die Miethe wurde Bahn überfahren worden war; soeben hatte man die zerstückelte hierauf unter den größten Anstrengungen und Entbehrungen Leiche des Unglücklichen ins Haus gebracht. herangeschafft. Kurz darauf erschien der Gerichtsvollzieher, um die Kosten der Ermissionstlage im Betrage von 9 M. 50 Pf. zu um 12/4 Uhr durch Ueberfahren schwer verletzt worden. Es ist Eine 74 Jahre alte Greifin ist am Dienstag Nachmittag Der Haft, mit dem das Unternehmerthum jede Selbständig teit in der Arbeiterschaft verfolgt, springt oft in das Gebiet der erheben. Nun wurde die hochschwangere Frau, welche gerade die Wittwe Gleonore Lehr aus der Wienerstr. 20, die an der beim Kochen beschäftigt war, weil sie den Betrag nicht beKomik hinüber. Nicht anders als erheiternd kann auf die Ar- zahlen konnte, vom Wirth und vom Gerichtsvollzieher auf die Ecke der Invaliden- und Borsigstraße einen Omnibus soeben ver. beiterschaft auch ein Erguß wirken, den eine offizielle Straße gefeßt. Die Frau wandte sich nun in ihrer Bedrängniß Die Räder gingen ihr über den Kopf. In der Charitee, wohin laffen hatte, als sie von einem Bierwagen umgestoßen wurde. Unternehmervertretung losgelassen hat. Die ehrwürdigen Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft machen gabe des Effens. Der Wirth verweigerte aber den Eingang zur ihre Wiederherstellung. an die Revierpolizei und erwirkte sich einen Schein zur Heraus die alte Frau gebracht wurde, hegt man wenig Hoffnung auf am Schluß einer Besprechung über die Berliner Bronce- Industrie, Bohnung und der inzwischen nach Hause gekommene Ehemann ihre Wiederherstellung. die sich in dem Jahresbericht pro 1898 findet, ihrem bedrängten mußte, um nicht mit leerem Magen wieder fortzugehen, die Thür Herzen in folgenden klassischen Zeilen Luft: Ueber die Arbeiterfrage ließe sich viel schreiben, erbrechen. Der Wirth nahm darauf die Stubenthür fort. doch gipfelt fast alles darin, daß die jüngere Ge- und Kränkungen Geburtswehen ein und sie mußte in der offenNun stellten sich bei der Frau infolge der vielen Anstrengungen neration der Arbeiter eine unglaubliche stehenden Wohnung vom Arzt von einer Fehlgeburt entbunden Respektlosigkeit und unerhörte Unkenntniß in werden. Der Wirth bestand jedoch trotz dieses Vorfalles auf ihrem Fache zur Schau trägt, wodurch sich das Verhältniß Ermission und erwartete noch Nachts 1/211 Uhr den Kranken- Köllnischen Wiesen ein etwa 50 Jahre alter unbekannter Mann, Todt aufgefunden wurde am Dienstag Morgen auf den des Arbeitgebers und Arbeitnehmers nicht gerade sehr wagen, trotzdem der Arzt die Wöchnerin als nicht transportfähig der sich schon seit einiger Zeit obdachlos in jener Gegend auffreundlich gestaltet. Gelegenheit zum Lernen wird erklärt hatte. Der liebenswürdige Wirth mußte sich der Angenug geboten." Wir denken, daß jegliche ernfte Kritit die Wirkung diefer ordnung des Arztes fügen und die schwerkrante Frau in der wurde nach der Rigdorfer Leichenhalle gebracht. goldenen Worte nur beeinträchtigen fann und wir geben sie das offenstehenden Wohnung belassen.-Wir wollen noch bemerken, daß ein ähnlicher Fall in diesem her unzerzaust, in ihrer völlig reinen Echöne, wieder. Das Ur- Hause bereits früher geschehen ist. Jedenfalls wird unser christ das Befahren bestimmter Straßen mit dem Zweirad untersagt, Das Zweirad als Dreirad. Die Polizeiverordnung, die theil, bas die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft hier in verblüffender Kürze über die Arbeiterfrage abgeben, licher Staat", in welchen derartiges möglich ist, durch solche während das Dreirad auf denselben gestattet ist, scheint durch giebt den Arbeitern zugleich ein treffendes Bild von dem gei- Fälle in einer Weise illustrirt, daß wir dem Vorliegenden nichts ein Gerichtsurtheil ziemlich unwirksam geworden zu sein. Der stigen Niveau, auf dem sich das Berliner Unternehmerthum im hinzuzufügen brauchen. Fabrikant Quosdorf hatte sein Zweirad mit einem winzigen Durchschnitt bewegt und es wird auch den bisher indifferenten Guvryfir. 13, wohnte eine Frau Gieside. Sie hatte vorher zu treten braucht, beim Halten aber ein Umfallen der Maschine Ein anderes Bild: Im Hause des Herrn Noessel, dritten Rade versehen, das beim Fahren nicht in Wirksamkeit Arbeiter zu eingehenden Erwägungen darüber veranlassen, ob er ihren Mann, der 19 Monate trant gelegen, sowie 2 Kinder durch verhindert. Wegen Benutzung dieses Rades innerhalb Berlins es, mit seiner Ehre, mit dem Respekt vor seiner eigenen Person den Tod verloren. vereinbaren fann, vor dieser Gesellschaft noch Respett zu arge Bedrängniß, fodaß sie die Miethe für April und Mai in richterliche Entscheidung beantragt. Das Schöffengericht hat am Sie gerieth dadurch begreiflicher Weise in hatte er eine polizeiliche Strafverfügung erhalten, dagegen aber " Gelegenheit zum Lernen wird genug geboten! Ja wahr. Der Höhe von 21 M. schuldig blieb. Der Hauswirth, dem als Montag die Zulässigkeit des Nades als Dreirad anerkannt. haftig! Wie wenig befähigt aber die Bourgeoisie zum Frau; sie wurde verurtheilt zu zahlen. Nachdem sie dies gethan, 12. Stunde von mehreren leider unerkannt gebliebenen Burschen Ordnungsmann Unpünktlichkeiten zuwider sind, verklagte die Eine empöreude Rohheit ist Dienstag Abend in der Lernen ist, wie büffelblind sie ihrem gewissen Untergang entgegen blieben noch die Gerichtskosten von 7,40 M. übrig. Auch diese in der Friedrichstraße zwischen Georgen- und Mittelstraße verübt geht, das spiegelt sich in nichts treffender wieder, als in den hatte die arme Frau von Rechtswegen paar Zeilen, in denen die Aelteſten der Berliner Kaufmann- menschenfreundliche Wirth ließ ihr hierfür alle möbel, selbst das worden. Die Burschen, die leider nicht festgenommen worden schaft ihre stupende Wissenschaft von der Arbeiterfrage zum Bett nehmen, sodaß die Aermste zwischen 4 kahlen Wänden blieb. find, hatten sich eine Quantität flüssigen, konzentrirten Jodoforms Besten geben! Man tröstete sie mit der Aussicht auf den Ueberschuß, der bei besorgt und sich das Vergnügen gemacht, damit vorübergehende Gewerbegericht. Zur Theilnahme an den Berliner Ge- dem Verkauf ihrer Habseligkeiten verbleiben würde. Damen und Herren zu besprizen. Da der Unfug gewöhnlich erst werbegerichts- Wahlen sind berechtigt 1. solche Arbeitgeber, Ueber einen dritten, ganz ähnlichen Fall, wird uns berichtet: nach einiger Zeit entdeckt wurde, so gelang es nicht, die Uebel= welche das 25. Lebensjahr vollendet und feit mindestens einem Im Hause des Rentiers Heinz, Invalidenstr. 140, Hof parterre, mit dem übelriechenden Medikamente umgegangen, geht daraus Jahr im Bezirk des Gewerbegerichts Wohnung oder eine ge- wohnt der Arbeiter Albert Schwarz, dessen Frau schwer erkrankt werbliche Niederlassung haben. Den Arbeitgebern stehen die mit ist. Diefelbe ist am Sonnabend, den 21. v. Wits., operirt worden. hervor, daß die ganze Straße verpestet war. haben! zu decken. Der Die Leiche des einem Herzschlag Erlegenen der Leitung eines Gewerbebetriebes oder eines bestimmten Es sind ihr deswegen Eisumschläge verordnet worden, die selbst- Polizeibericht. Am 14. d. M. Morgens fiel ein Arbeiter Zweiges desselben betrauten Stellvertreter der selbständigen Ge verständlich das Bett durchnässen. Eines Tages nun hing der im Quergebäude des Grundstücks Teltowerstr. 47/48 über das werbetreibenden gleich, falls ihr Lohn 2000 m. jährlich über. Mann das durchnäßte Bett, ehe er nach Arbeit ging, auf ein Treppengeländer im 2. Stock in den Flur hinab und starb bald fteigt. Hausgewerbetreibende sind, sofern sie den selbständigen Gitter im Hof, wo es niemanden hinderte. Kaum hatte er den darauf. Im Landwehr- Kanal, in der Nähe der Nordbahn. Gewerbebetrieb in Gemäßheit der Gewerbe- Ordnung( 814) an- Hof verlassen, als der Wirth kam und das Bett der kranken Frau wurde Vormittags die bereits stark verweste Leiche eines etwa gemeldet haben, als Arbeitgeber, andernfalls als Arbeiter wahl unter großem Gefchimpfe vor die Füße wars. Durch die Auf- 80 jährigen Mannes angeschwemmt. Vor dem Hause berechtigt. Ferner sind zur Theilnahme an den Wahlen be- regung und den Schreck, in den die Fran versetzt wurde, bekam Mariannenstr. 53 wurde ein Mädchen durch ein aus dem rechtigt Arbeiter, welche das 25. Lebensjahr vollendet haben sie einen Blutsturz, so daß sie jetzt viel fränter geworden ist, 4. Stock herabfallendes, etwa 50 Kilogramm schweres Stück mnd in dem Bezirk des Gewerbegerichts seit mindestens einem als vorher. Stuct am Kopfe getroffen. Es erlitt eine schwere Jahre wohnen oder, falls sie auch außerhalb des Bezirts! Das möge für heute genügen, um darzuthun, daß der Gehirnerschütterung und mußte nach dem Krankenhause ge racht werden. Gefang-, Turn- und gefellige Vereine. Donnerstag. Gesangverein Männerchor von 8-9 Uhr Notenstunde; von 9-11 Uhr Uebungsstundi An der Ecke der Borsig- und Invaliden-[ bürger- Zeitung" begeben, wo sie eine wahrheitswidrige und auftraße wurde eine 74 jährige Frau durch einen Bierwagen gebauschte Darstellung des Sachverhalts gegeben habe, die dann yra, Abends 9 Uhr im Restaurant Bergstr. 17,- Suchsdorf'sche überfahren und am Kopfe und an den Beinen erheblich verlegt. unter der Spitmarke Christenmädchen in Juden- bei Brüning, Rosenthalerftr. 11-12.- Gefangverein Jugendfreuden, Nachmittags gerieth ein Knabe in der Bärwaldstraße unter die häusern" in der„ Staatsb.- 3tg." veröffentlicht worden sei. Ein Männerchor. Abends von 9-11 Uhr bei Wernaut, Rofenthalerftr. 57. Räder des von ihm geführten Hundewagens und erlitt einen Ausschnitt sei ihnen ohne Unterschrift zugegangen, der Absender habe nowad, Manteuffelfir. 9.- 3itherklub Gleich heft, Abends 9 Uhr UebungsBruch des Knöchelgelents. Beim Fensterpuzen stürzte ein aber an den Rand des Papieres geschrieben:" Euer Schand- stunde bei Neumann, Lothringerstr. 105. Mädchen aus dem dritten Stock des Hauses Elisabethstr. 28 auf pranger, jüdisches Diebsgesindel!" Die Beuginoen Bürgersteig hinab und erlitt schwere innere Verlegungen. Sillmer behauptete, daß ihre bei der Polizei gemachte Anzeige In der Potsdamerstraße fuhr ein Kutscher mit seiner Droschte der Wahrheit entspreche. In den ärztlichen Atteste wurde ihr gegen einen Geschäftswagen, wurde dabei vom Bocke geschleudert nur bescheinigt, daß sie eine geschwollene Backe gehabt und daß und zog sich erhebliche Verlegungen am Kopfe und am Arme zu. sie über„ Brummen im Kopfe und Saufen in den Ohren" ge= Abends wurde an der Ecke der Linien- und Grenadierstraße flagt habe. Es könnten diese Erscheinungen recht wohl die ein Knabe durch einen Möbelwagen überfahren und an der Hand Folgen einer Mißhandlung sein. Der Vertheidiger, Referendar and an der Schulter schwer verletzt. Im Laufe des Tages Dr. Grünfeld, hatte einen umfangreichen Entlastungsbeweis für die Unglaubwürdigkeit der Zeugin Hillmer angetreten. Ihr früherer Dienstherr stellte ihr ein ungünstiges Beugniß aus. anden drei Brände statt. Witterungsübersicht vom 15. August 1894. Stationen. Barometer auf stand in mm, reduzirt b. Meeressp. Windrichtung Ewinemünde. Hamburg ⚫d 752SM Windstärke Wetter Temperatur ( nach Celsius Arbeiter- Bitherverein Einigtett, Abends 9 Uhr Uebungsstunde bet Geselliger Arbeiterverein Hoffnung bei Gittler, Mariannenstraße 48. Aue 14 Tage Abends 84 ur. Roll, Adalbertstr. 21. Bergnügungs- und Touristenklub Frete Brüder, Abends 9 Uhr bei Ruderverein Vorwärts, Abends% 9 Uhr in den Arminhallen, KomStattlub Sanfter Heinrich bei H. Brandt, Reichenbergerstr. 122. Rauchflub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, bei Jakob, Boechstr. 21. Rauchklub Kernspize, Abends 9 Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferftraße 8. Rauchflub Pfeifendeckel, Abends 8 Uhr, bet Jeratsch, Langeftr. 24. Rauchklub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Nohr, NaunynStraße 78. mandantenstr. 20. Außerdem trat ein früheres Dienstmädchen der Angeklagten Dermischtes: auf, welches die ihr zu Theil gewordene Behandlung lobte. Schließlich wurde noch erwiesen, daß die Zeugin Hillmer annfolge des Versagens der Bremsen der Lokomotive epileptischen Krämpfen gelitten hatte. Der Staatsanwalt hielt prallte der schottische Gilzug am Sonntag Morgen in der Londoner die Zengin Hillmer insoweit glaubwürdig, daß sie durch Schläge Station St. Pancras gegen die Puffer des Bahnhofes an. mit der Hand gemißhandelt worden sei, er beantragte Der Bug hatte volle Fahrgeschwindigkeit. Umsonst gab der gegen Frau Freudenheim zehn, gegen deren Tochter zwanzig Lokomotivführer Gegendampf. Holz- und Eisensplitter flogen nach E Mart Geldstrafe. Der Gerichtshof folgte den Ausführungen des allen Richtungen und das Holzwert am Ende des Bahnsteigs Vertheidigers, hielt die Beugin Hillmer nicht für glaubwürdig wurde zertrümmert. Der Bug hatte 14 Wagen. Die beiden hinter der und sprach beide Angeklagte frei. Maschine befindlichen Schlafwagen wurden starkt beschädigt. Zum Glück befand sich aber kein Fahrgast in denselben. Der Pack 754 5 bedeckt 15 5 bedeckt 16 Berlin.. 756 SW 3 bedeckt 16 Wiesbaden. 757 Still bedeckt 17 München. 762 Q 1 wolkenlos 17 Wien 761 2 bedeckt 13 Haparanda 757 G 2 bedeckt 16 Betersburg 1761 Still woltig 16 753 W 4 wollig 13 741 NO 1. woltig 13 757 2 bedeckt 18 Cort Uberdeen Baris • SSW Wetter- Prognose für Donnerstag, den 16. August 1894. Vorwiegend trübes, zeitweise aufklärendes Wetter mit Regenällen, mäßigen bis frischen westlichen Winden und sinkender Temperatur. Berliner Wetterbureau. istied A- nslag 190 Theater. 19 Lessing Theater. Madame San3- Gene, Qust fpiel in vier Aufzügen von Victorien Sardou. Das Haus war voll gefüllt, obgleich schon mehr als 100 Vorstellungen des Sardou'schen Lustspiels stattgefunden haben. Grflärt wird die zur Sommerzeit auffallende Erscheinung nicht durch das Stück, das die meisten Besucher schon gesehen haben dürften, sondern durch die eigenartige Neubesehung der Titelrolle mit Fräulein Reisenhofer. Allgemein betrachtete man es als ein Waguiß der beliebten und begabten Schauspielerin, eine Rolle zu übernehmen, die so weit ab von ihrem sonstigen Mollenfache liegt und in der eine Kollegin große und allgemein anerkannte Er " 1 SJA Literarisches. -n. wagen und ein Wagen dritter Klasse wurden ineinandergeschoben und völlig zertrümmert. Der Zugführer war zum Glück vorher herausgesprungen. Im Zuge befanden sich hundert Fahrgäste. 21 wurden mehr oder weniger stark verlegt. Das Unglück wäre bedeutend größer geworden, wenn nicht die zwei leeren Schlafwagen den Anprall einigermaßen gehemmt hätten. Der Hochverrathsprozek wider Liebknecht, Bebel, Hepner vor dem Schwurgerichte zu Leipzig vom 11. bis 26. März 1872. Mit einer Einleitung von M. Liebknech t. Berlin 1894. Verlag der Expedition des Vorwärts" Berliner Volksblatt. 8. Lieferung S. S. 337-384. Sechzehu Arbeiter verunglückt. Aus Pest wird vom Auch dieses Heft enthält eine Reihe von Briefen von Dienstag berichtet: In Szatmar ist heute Nachmittag das im Mary. Die Beziehungen zwischen der deutschen Sozial: Bau befindliche Palais der Handelsbank eingestürzt. Unter den demokratie zur internationalen und zur Genfer Friedens- und Trümmern wurden 16 Arbeiter begraben, von welchen bis jetzt Freiheitsliga, sowie die Stellung zur republikanischen Staats- fünf schwer verwundet und einer todt herausbefördert worden sind. form werden in diesem Hefte erörtert. Eine Reihe interessanter Die Cholera. In der Ortschaft Niedzwedzen bei Johannis. heute nicht mehr erhältlicher Zeitungsartikel finden sich hier neu- burg sind, wie die Ostpreußische Zeitung" schreibt, in der ver= gedruckt. gangenen Woche zahlreiche verdächtige Erkrankungen und TodesDie Glühlichter. Die eben erschienene Mr. 124 enthält fälle vorgekommen, die anfänglich auf den Genuß verdorbener wieder vier prächtige Buntfarbenbilder, die auch unseren Lesern Fische zurückgeführt wurden. Durch die Untersuchung hat sich sehr gut gefallen werden. Auch der Text ist gut, enthält aber indessen das Vorkommen von Cholerabazillen ergeben. Da hierso manches, das nur speziell österreichische Leser interessirt. nach und bei der auch seit jenem Tage noch beobachteten erheblichen Vermehrung der Erkrankungen und Todesfälle nicht daran gezweifelt werden kann, daß es sich um Cholera asiatica handelt, so find sofort die erforderlichen Maßnahmen zur Unterdrückung der Krankheit und möglichsten Beschränkung derselben auf den einen Seuchenherd getroffen. Der Oberpräsident hat sich vor einigen Tagen persönlich zu diesem Zweck nach Johannisburg begeben, woselbst vorher bereits Medizinal beamte aus Gumbinnen eingetroffen waren. Bis zum 12. d. M. waren ertranft 45, gestorben 15, genesen 7 Personen. Aus anderen Orten der Provinz ist bisher kein Cholerafall gemeldet. nDie Neue Zeit.( Berlag von J. H. W. Dies in Stuttgart.) Das 45. Heft des 12. Jahrganges ist soeben erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Drillinge. Eine neue Arbeiterfrage". Bon Ed. Bernstein. Soziologie, Ethnologie und materialistische Geschichtsauffassung. Bon Heinrich Gunow. ( Echluß.) Notizen:„ Der Talmud." Zur Morbiditätsstatistit in fächsischen Krantenansialten. Feuilleton: Von Unten nach Oben. Eine Novelle von Karonin. Frei nach dem Russischen.( Fortsetzung.) folge errungen hat. Die Probe ist mit Fräulein Reiſenhofer Derraummlungen. $ des Kollegen Siere. Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Zahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Schriftliche Antwort zu ertheilen lehnen P. B., Potsdam. 1. Ja. 2. Die Möbel haften für die Gesammtdauer der Miethszeit. Stiefochter gemachten nothwendigen Schulden nicht. 21. Gl. 70a. Der Stiefvater haftet auch für von seiner Stiefochter gemachten nothwendigen Schulden nicht. D. 205. Polizeibehörde. G. N. 88, R. G. Nein. P. M. 47. Wie schon häufig an dieser Stelle beantwortet, haben Sie die Miethsräume zur Besichtigung zwecks Weitervermiethung an angemessenen, im Streitfall vom Richter festzustellenden Stunden vorzuzeigen, falls Ihr Miethsvertrag Ihnen feine weitergehende Verpflichtung auferlegt. Die Bestimmung des Miethsvertrages ist in erster Linie maßgebend. R. H. Ja. über alle Erwartung gut gelungen. Sie hat sich in die schwere, nach allgemeiner Meinung ihr nicht kongeniale Rolle Der Verband deutscher Maurer( Zahlstelle I) tagte am fajt vollständig eingelebt und hat das Publikum vollständig be- 5. August. Ter Bevollmächtigte giebt der Versammlung befriedigt. Ta über das Spiel der übrigen Personen wenig fannt, daß im letzten Monat drei Vereinskollegen gestorben sind. Lobenswerthes zu sagen ist, so ist das Gelingen der Vorstellung Die Anwesenden ehren das Andenken der Verstorbenen in der allein der Trägerin der Hauptrolle zu danken. Ueber das Stüd üblichen Weise. Von einem Vortrag mußte die Versammlung wir a b. wurde schon früher in unserem Blatte eingehend berichtet, so Abstand nehmen, da der Referent Kollege Dähne erkrankt war. Carl. Falls der Wortlaut Jhres uns unbekannten Miethsdaß sich ein weiteres Eingehen auf dasselbe erübrigt. Die gänz- Infolge der Saalsperre ist, wie der Bevollmächtigte mittheilt, vertrages nicht entgegensteht, ist der Wirth zur Annahme des lich verschiedenen Aufgaben, die Frl. Reisenhofer in den ver- der Maskenball in den Germania- Sälen abbestellt. Kollege von Ihnen vorgeschlagenen Ersatzmannes verpflichtet. Sprechen fdiedenen Akten gestellt sind, gelangen ihr trefflich; sie war zu J. Dietrich stellte hierauf den Antrag, unter den Kollegen Sie eventuell mit Vertrag zwischen 12 und 1 Uhr vor. unserem Erstaunen ein nicht unnatürliches Wäschermädchen, eine eine Statistik aufzunehmen über den Ausfall von Arbeitslohn, G. N. Beim Gewerbegericht kann die Klage auf Enttrene Ehefrau, eine nach dem Wunsche des Verfassers fich in das fowie bei zweifelhaften Bauten, über Mängel, betreffend die schädigung anhängig gemacht werden. Hofleben nicht findende Herzogin und eine muthige Frau dem Rüstung, Lieferung oder sonstige bauliche Vorschristen. Dieses A. 2. Das Muttererbtheil können die Kinder vom Vater allmächtigen Napoleon gegenüber. Daß es bei Frl. Reisenhofer Material soll einer Kommission übermittelt worden, die das verlangen, wenn teine testamentarische Bestimmung der Ausohne großen Toilettenluxus nicht geht, wissen die Besucher des Material zu bearbeiten hat und wenn nöthig auch der Behörde zahlung entgegensteht. Lessing- Theaters, in diesem Stücke ist es mehr wie sonst zu ent- zustellt. Dem Antrage wurde zugestimmt und in die Kommission schuldigen, da die Rolle Wechsel und kostspieligkeit der Kostüme die Kollegen Dietrich, Schwedterstr. 29, Simanowski, Acter: erfordert. Von den anderen Darstellern ist vor allem Herr Straße 101, und Matern, Reinickendorferstr. 69 d, gewählt. An Sauer als treffender Darsteller des Polizeiministers Fouché zu diese Kommissionsmitglieder sind die obengenannten Angaben zu erwähnen. Herr Rober als Napoleon imponirte uns nicht. senden. Kollege Franz Schulh richtete sodann an die Versammlung den Appell, bei der jetzigen schlechten Periode so viel wie möglich die feiernden Kollegen unterzubringen. Es seien viele Bauten vorhanden, wo no ch zwei bis drei Kollegen mehr arbeiten können, hier liege es oft nur an dem guten Willen der Der Privat Theaterklub Pegasus" hielt an einem Sollegen. Auch in betreff des Bierboykotts würden leider die Beschlüsse der Arbeiterschaft nicht immer hochgehalten. September Abende des vorigen Jahres einen feiner regelmäßigen Arbeiter- Bildungsverein vo11 Lese- Abende ab. Es sollte Sudermann's Ehre" ein- Gigung jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat im Lotal des Herrn Friedrichsfelde und Umgegend. studirt werden. Man wartete nur noch auf eine junge Dame, G. Schulz, Prinzen- Allee 6, Abends 8% Uhr. Gäste willkommen. Rother Karl. 1. 6 Wochen vor dem Quartalsersten. deren Erscheinen mit großer Spannung entgegengesehen wurde, abends 8% Uhr, in den Armin Hallen, Kommandantenitraße, MitgliederOrtskaffe der Graveure, Jiseleure ete. Donnerstag, den 16. August, 2. Berliner Krantenunterstüßungs- und Begräbniß- Verein für denn sie war ein neu eingetretenes Mitglied und man er: Bersammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zur Zentralisation der Berliner Frauen und Mädchen. Adresse: Frau Freudenreich, Waßmannzählte sich, daß sie ein bedeutendes Talent für das Tragische Krankenkassen. Mitgliedsbuch legitimiri. straße 18. Defige. Natürlich sollte ihr die Hauptrolle übertragen werden. End- Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher Grüna. O. 3. Sie befinden sich im Irrthum. lich erschien sie. Nachdem sie ihr Packet im Vorzimmer abge- eigverein Berlin) Abends 10 Uhr bet Stöllig, Neue Friedrichstraße 44. O. K. F. legt, tennte das Lefen beginnen. Zu den Mitgliedern gehörte Arbeiter Radfahrerverein. Donnerstag, 92191 auch der Arbeiter, Ernst Böhme. Er spielte in dem Stück punkt 9 Uhr: Versammlung im Restaurant Wilte, Andreasstr. 26. ftp lột: Berſammlung im Reſtautan flag, den 16. b. W., abends 17. R., B. 38, C. B. 99. 1-3: Ja. allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Das Lesen war beschule, Müuerstr. 179a; Geschichte( neue). Süd Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, Abends 3%-10% Uhr: Nord= Briefkaffen der Expedition. endet, die Tragödin" wollte den Heimweg antreten. Als sie ftraße 14: Geschichte( alte). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theil ein: Gesangverein Reibeteule aus Berlin und Oranienburg 3,45. Für die ausgesperrten Brauerei Arbeiter gingen ferner ihr Jacket angezogen hatte, untersuchte sie ihre Taschen. Sie nehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. entdeckte, daß man ihr das Portemonnaie entwendet im Laufe des Semesters, eintreten. Bet allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jest 40jährige Geburtstagsfeier des dicken Etuimachers von Weidhatte, welches fie in ihrer Jackettasche hatte stecken Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender Ab. Neumannsluft 3,10. Sommernachtsball des Vereins der Metalllaffen. Ob dieses Borkommnisses wurde bei allen Mit- mann, Bafewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender sind zu richten schleifer Berlins und Umgegend, Auktion einer Pfefferminzgliedern des Begasus" große Entrüstung laut. Reiner geht vom 11 ühr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Donnerstag. Abends 9 bis schachtel 3,75. Schneiderwerkstatt Garott, Behrenstr. 24, 20,-. Blaze, Jeder läßt sich untersuchen, der Thäter muß entdeckt wert. Urban, Annenstr. 9, bei Albert Broß. Gitschinerstraße bei Knautschenbach 2,-. Bierprozente von der Gesangverein Freund= den" hieß es. Der Wirth wurde herbeigerufen, er mußte die ich aft I, Gwinemünderstr. 35 Gesellschaftshaus. Kornblume, Gr. Frant Steindruckerei Staligerstraße 3,-. Gesammelt vom lustigen Durchsuchung vornehmen. Als einer der Letzten kam Böhme an Frühlingsluft, Bülowftr. 59, bei Werner. furterstr. 133 bei Gold. Vorwärts II, Schönhauser Allee 28 bei Kelle. Spazz 2,25. Schwarzmanns Lederarbeiter, Prinzen- Allee,% AntiRing, 2. Rate 5,-. Uebersch. einer kl. Landpartie nach Beelighof Dorfglödlein, den Armen vor dem Wirth hin. Als der letztere seine Unter- Deutsch- Wilmersdorf, Uhlandt- u. Pariserstr.- Ecte bei Wendt. 8aget 1,50. Von den Tischlern bei H. Marten, Thurmstraße 58 6,-. suchung bei der Brusttasche begann, bemerkte er, daß Böhme nicht, Stegliß, Schüßenſtr. 40.- Borar, Manteuffelftr. 9 bei Nowack. Von Proletariern bei Aug. Plage, Alexandrinenstraße 25 2,-. Harmonie I, Tempelhof, Dorfstr. 18 bei Gerth. etwas fallen ließ. Der Wirth hob es auf, er entdeckte zu seiner Sänger chor, Rustanten Allee Nr. 28 bei Fiebiger. Kreuzberger der Drahtwaaren- Fabrik Köpenickerstr. 109a, 4. Rate B, Steinfeger: Tischlerei Fieße, Fruchtstr. 64, 3. Rate 10,70. Bierprozente Ueberraschung, daß es ein Paar Handschuhe war, das ihm vor sarmonie, Schönleinfir. 6 bei Kraatz. Flöter'scher Gesang Sängerchor Berliner Gesammelt auf der Herrenpartie der Firma F. G. Nachf. 3,30. einiger Zeit abhanden gekommen war. Nun mußte Böhme sich eine per ein, stoppenftr. 47 bei Wilhelm Lorenz. Kürschner, Weinstr. 11 bei Feindt. Arbeiter- Gefangverein Dranien: Arbeiter- Gesangverein Nord 50,-. Spandauer Grüne Jungen", besonders genaue Durchsuchung gefallen lassen. In einem seiner burger Vorstadt, Hochstr. 32a bet R. Wilte. Gesangverein leich Stiefel wurde das Portemonnaie der Dame gefunden. Allge- bett, Schönhauser Allee 138 bei Rocita.- Abendroth, Deutsch- Wilmers- 6. Rate 27,15. Das Personal der Brauereiwaaren- Fabrik von Oft- und Westpreußischer Männer Fleischner und Jacoby 5,95. Gesangverein Liedesfreiheit I, meiner heftiger Unwille gegen das unwürdige Mitglied des dorf, Berlmerſtr. 47 bei Land. Gesangverein, Krautstr. 6 bei Rudolf. Pegasus". Böhme wurde gründlich verhauen und hinaus roth IV, Köpenick, bei Wölftein, Adlershof, Bismarchstraße. Gesangverein Werkstatt Jungnickel, Langeftr. 109, 2,-. Geburtstagszigarren Arbeiter: Gesango. Morgen Dampferpartie n. Schmöckwig, amerit. Auktion e. Kaninchen 9,70. geworfen, von der Erstattung einer Anzeige nahm man Abstand. Bölterfrühling, Neue Friedrichstr. 44 bet Röllig. Die Sache sollte aber doch zur Kenntniß des Gerichts gelangen. Bltenecke bei Ablershof, Köpnickerstraße bei Witte.- Arion II, Brenzlauer Chlorhalle 4,25. Deutscher Metallarbeiter- Werband, VerwaltungsAllee 26 bei Riedel. Butun ft III, Welten t. b. Mart, Wilhelmstr. 19 im stelle Berlin Zwei Monate später vermißte ein Mann, der mit Böhme Hotel W. Grunow. ( Bentrum), aus der Lokalkasse 20,-. Brüderschaft, Stallschreiberstr. 29" Bum eichenen der Landpartie des Gesangvereins Nordwacht" bei einer ein Zimmer zu theilen hatte, einen Werthgegenstand. Er Stab". Siebes Echo, Reichenbergerstr. 24 bei Tauschke. Treu und Bruderbund, Lübbener u. Görliger- amerikanischen Auktion 14,05. Ueberschuß vom Bier 2,-. hatte den letzteren in Verdacht der Thäterschaft, erkundigte sich est, Rebuferſir. 5 bei Nemiz. straßen- Ece. Gerstenähre( Brauer), Blumenstr. 38 bet Wiedemann. nach ihm, erfuhr von dem Vorfalle im" Pegasus" und sagte ihm Frohsinn II, Friedrichsberg, Warthenbergstr. 67 bet Lange. Von Frau Seidel, Soldinerstraße, 0,50. Amerit. Auktion bei der nun den Diebstahl auf den Kopf zu. Böhme leugnete zwar und Gefangverein ineta, Rastanien- Allee 11 bet Augustin. Gesangverein Geburtstagsfeier von Franz Völkel, Borsigstr. 25, 9,-. Rouchflub Blaue Wolfe bei Steuer, Weinstr. 22, 4,50. Gesammelt von blieb bei seinem Leugnen auch im Termine, der gestern vor der unge Giche, Reinickendorf, Geſellſchaftsstraße 11 bet 2. Hartmann. Alpenröslein, Bergstr. 60 bei Hilgenfeld. Arbeiter- Gefangv. Gin- den Schülern der Arbeiter- Bildungsschule SO.( Volksthümliche zweiten Straffammer des Landgerichts I stattfand. Der Gerichtshof tracht III, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bet Düball. Gesangv. Oberon, hielt ihn aber für überführt und verurtheilte ihn zu drei Admiralstr. 38, Restaurant Schönherr. Alpenrose, Forsterstr. 22 bei Medizin) 9,05. Ueberschuß beim Karousselfahren in SchmargenMonaten Gefängniß. dorf von Mitgliedern des Arbeiter- Sängerbundes 4,50. Schloffer, Bellealliancestraße, 1,30. F. K., Belleallianceftr., 1,70. Ueberschuß vom Sommernachtsball des Vergnügungsvereins Nordwacht"( Moabit) 20,-. Flatow und Primer, Tapezier werkstatt, 6,20. " " -Schule, WaldemarMännerchor Die Reihe. Bie ſeine Borgänger stellte er sich mit herabhängen- Rosenftädtisches St. 69, het- B -Brebelschluß, Annen" 1 Tilgner. 1 Eintracht II, Arbeiter: Edelweiß III, Wollinerstr. 62. sefe- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dietgen, Abends 8% Uhr, Neue Zeit, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bei bei Schröder, Wiesenstr. 39.Gieshoit. Süd- Ost, bei Toltsdorf, Sorauer- und Görligerstraßen Ece. Um Mikhandlung eines Dienstboten handelte es sich wiederum in einem Prozeß, der gestern vor der 130. Abtheilung lub ber Freunde bet Gnabt, Swinemünderstraße 120. des Schöffengerichts stattfand. Nach der Anklage sollte die Basenclever, Abends 8 Uhr, Restaurant Lange, Baumschulenweg 32 Treptow. Sozialistischer Befe und Distutirtlub Abends Kaufmanns- Ehefrau Helene Freudenheim ihr Dienstmädchen 8 ühr, Reichenbergerstr. 157, Sigung. Distutirflub, Bettgetst" jeden Hedwig Hillmer festgehalten und ihre Tochter Margarethe Donnerstag nach dem 1. und 15. des Monats bei Tempel," Langeftr. 65, Abends August Getb Abends 9 Uhr im Restaurant Bubeil. Freudenheim das Mädchen durch Schläge mittels eines Schlüssels 8% uhr. gegen den Kopf mißhandelt haben. Beide Angeklagten behaupteten, alle Buschriften den Bund betreffend find zu richten an: Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. daß kein wahres Wort an der Geschichte sei. Die Zeugin Hillmer Adalbertstraße 95. Donnerstag: Vergnügungsverein Bruderbund, habe gefliffentlich die ihr obliegenden Pflichten nicht erfüllt. Um Andreasstr. 3 bei Noll. sie zu verhindern, unnöthige Gänge zu machen und um die Zeit zu überwachen, habe man ihr am 21. Juni den Schlüssel zur Hintertreppe abgefordert, wobei es nur zu einem leichten Wortwechsel gekommen fet. Die Hillmer habe dann bei der Polizei Anzeige erstattet und sich auch nach der Redaktion der StaatsB. Gent, Rauchflub Graue Wolte, Krautstr. 48. Berein Grüne Giche( vor dem halle'schen Thor), Solmsstr. i bet Razorte. Rauchklub " 7224,69. " Auf Summa 260,90 M. Bereits quittirt 6963,79 m., in Summa Rauchklub„ Ohne Zwang" und Gesangverein LorbeerBerichtigung: In der Quittung in Nr. 181 muß es heißen: tranz I, 79,35 M. Abonnent Würzburg. Caspari's Urgeschichte ist noch in Bergnügungsverein Jugend lust, Ohmgaffe 2 bei Strebs. einigen remplaren vorhanden und gegen Ginsendung. Dezimalwaage, krautstr. 36 bei Infinger.- Rauchklub Erholung, von 7 M. und 50 Pf. für Porto zu haben. Die Deutsche HutWienerfir. 13 bet Drieschner. 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Alexanderplat- Theater. Verbotene Liebe. National Theater. Susanne im Bade. Theater Unter den Linden. Der Zigeunerbaron. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenKaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. schweren Krantenlager verstorben ist. Die Beerdigung findet am 16. d. M., Nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Louisenstädtischen Kirchhofes statt. Hermann Lehmann. 23136 Freunden und Kollegen die Mittheilung, daß der Gürtler 23076 Adolf Müller am 13. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 5 Uhr vom Trauerhause, Wasserthorstraße 28, aus statt. Die Kollegen der Bronzewaaren- Fabrik von Hanz u. Mottau. Die Beleidigung, die ich gegen Herrn C. Schulze gethan habe, nehme ich als einen Ehrenmann. Verlag von F. Fontane& Co. Soeben erschien: Schauspiel in drei Lassalline. Atten von G. Bolle. Röllig, Neue Friedrichstraße Nr. 44: Große öffentliche Versammlung Zages Ordnung: = 1. 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Da wir Bäcker nach dem Vorschlag der Reichskommission zu einer thatfächlichen Arbeitsschicht von 16 Stunden täglich kommen würden, halten wir es für Pflicht der zielbewußten Arbeiterschaft, genannte Bäckereien zu berück dieselben Zwölf- Stundenschicht haben und Ruder- Verein„ Vorwärts". 1dhd. Visit- Bilder 3 M. auch gern bereit sind, auf Wunsch Brot ins Haus zu liefern und etwaige Des Boykotts und der Saalsperre wegen finden unfere regelm. Sigungen vorläufig jeden Donnerstag, abends 1/29 Uhr in den Armin- Hallen, Kommandantentstr. 20, statt. Gäste sind stets willkommen 108/15 Der Vorstand. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L* am biesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. Oranienburgerstr. 2. A. Goldschmidt, alte deutsche schaft fucht für Berfin u. Die Provins thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. 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Warminsky. tranfengeld nur zur Hälfte gezahlt; übernommen habe. Um gütigen Zufindet für obige Art der Erkrankung spruch bittet Aufnahme in einem Krankenhause statt, so wird für die Verpflegung in demselben nur die gesetzliche Mindestleistung gewährt, der Zuschuß da gegen fällt ganz aus. Mitgliedern, welche die Kaffe durch eine mit dem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bedrohte strafbare Handlung geschädigt haben, wird auf die Dauer von 12 Monaten seit Begehung der Strafthat das Krankengeld nur zur Hälfte gewährt. Berlin, den 15, April 1894. Der Vorstand P. Stemmler, Borsitzender. H. Kreuer, Schriftführer. Rohtabak. Grösste Auswahl. Billigste Preise. Formen, Bockfaçon, wieder vorräthig. Heinrich Franck, Brunnenr. 185, Ein grosser Posten Steppdecken echt Wollatlas( reineWolle) Grösse 150x200, Stück 7,50 M. Vorstehender Nachtrag wird hier- circa 1000 Stück schwere buntfarbige durch genehmigt. Berlin, den 27. Juli 1894. 8266 Der Bezirksausschus. J. V.: Siber. 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Varteigenofen! Trinkt kein boykottirtes Bier! = Berliner Sozialstatistik. S Arbeitslosigkeit hängen an Zufälligkeiten. Tuchmacher daß er auf selbstverfertigte Muster demselben Kunden sind seit 1882 von 15 M. Wochenlohn bis 1891 auf 8 M. her- besorgte. Gines Tages, nach vielem Hin- und Hergerede, gab er Eine der wichtigsten Voraussetzungen für wirkliche Erkenntniß untergekommen. Zeit der vollen Beschäftigung ist seine bisherige Stellung auf, setzte sich hin und machte Muster; der sozialen Zustände, vielleicht die wichtigste, ist die Erkenntniß hier überhaupt unbestimmbar". Ueber die Aus- schließlich schloß er mit dem Beklagten einen Vertrag ab, er der Einkommensverhältnisse der arbeitenden Klassen; und also breitung der Saisonarbeit und damit zusammenhängend wurde durch denselben Reisender. Die Selbständigkeit" war einer der wichtigsten Zweige der Sozialstatistik die Lohn der Arbeitslosigkeit erfahren wir, daß in einem großen Theil der nicht von langer Dauer, Differenzen zwischen ihm und dem Bes statistit. Die Gewerbedeputation des Berliner Magistrats Gewerbe nur 7-8 Monate auf volle Beschäftigung zu rechnen ist; flagten führten zur Lösung des Vertrages, Mergerlich, die Muster hat nun über ein Jahrzehnt lang alljährlich„ Ermittelungen über darunter befinden sich sämmtliche Baugewerbe. Beschäftigung für ohne großen und dauernden Reisendengewinnst gefertigt zu haben, die Lohnverhältnisse in Berlin" veranstaltet, deren Resultate dann 6 Monate wird von Glasschleifern, Schlossern, Stellmachern, verlangte er sie nun bezahlt. Wie er im Termin selbst angab, von dem statistischen Amt der Stadt Berlin bearbeitet und Sattlern, für 5 Monate von Juweliren, Plüschwebern, Posa hätte er nicht geklagt, wenn er Reisender gewesen wäre. In reröffentlicht worden sind. Das letzte dieser Hefte ist 1892 er- mentirern, für 4-5 Monate von Konditoren, für 4 Monate dem erwähnten Vertrage war der Passus enthalten, daß Kläger, schienen. Nachdem sind diese Erhebungen nicht mehr veranstaltet von Lacirern, einer Weißbierbrauerei,- für 3 Monate von wenn er nicht auf Reisen sei, seine Zeit der beklagten Firma zu worden, weil man hoffte, in den durch die Berufsgenossen-| Kürschnern genannt. Als stets begehrt" werden nur Plätterinnen widmen habe. W Begen Unzuständigkeit des Ge. schaften gesammelten Lohnangaben besseres, vollständigeres und gute Köchinnen bezeichnet. werbegerichts wurde Kläger abgewiesen. Material zu bekommen, als es durch die erwähnten Ermittelungen Auch sonst finden wir in der Arbeit eine Menge der in Grund: Er sei Reisender und nicht Gewerbegehilfe( Mustergewonnen wurde. Diese Hoffnungen sind jedoch nur in sehr sozialpolitischer Beziehung wichtigsten und interessantesten An- macher) gewesen. Seine vermeintlichen Ansprüche müsse er schwacheur Maße erfüllt worden, weil sich die Berufsgenossen gaben. Auf 100 im Zeitlohn beschäftigte Gesellen arbeiten in anderweitig geltend machen. Die Musteranfertigung sei in den schaften von der ihnen gesetzlich aufgelegten Pflicht genauer Berlin 42,34 auch und 42,51 nur in Akkordlohn; auf 100 im Vertrag eingeschlossen, ein Theil des Vertrages verpflichtete Lohnberechnungen ,, mit stillschweigender Zustimmung des Beitlohn thätige Arbeiterinnen 63,36 auch und 58,99 nur in Kläger zu derselben. Reichs Versicherungs Amites" vielfach zu drücken suchen. Afford. Bei Werkmeistern sind die entsprechenden Zahlen nur Kammer III. Vorsitzender: Assessor Cuno. Sigung Deshalb besitzen wir an Nachrichten über die Lohn- 0,75 und 1,5! Wir lernen die Altersgliederung der Arbeiter vom 11. Auguft. verhältnisse in Berlin aus dieser Quelle bisher nur die Mit- in mehreren Berufen kennen und sehen, daß sich über 2/5 aller 71,70 M. Lohnrest verlangt der Zimmerer Sch. von dem theilungen zweier Berliner Druckereien, dann Veröffentlichungen männlichen Arbeiter im Alter von 20-30 Jahren befinden, Unternehmer Halfter, der auf alle Fragen des Vorsitzenden nur aus der Berliner chemischen Industrie, aus der hiesigen Industrie während beinahe 3/4 der arbeitenden Frauen nur 16-25 Jahre anzugeben weiß, daß er seine Lohnberechnungen des Kläger3 der Feinmechanik und endlich aus der Holzindustrie. alt sind. Natürlich ist hier nur von Fabrikarbeit die verlegt habe, nach einem Ueberschlage" demselben aber nur noch Dieses Material hat nun ein junger Nationalökonom, Herr Rede, nicht von der Hausindustrie. Das Alter der 20 M. zu geben hätte, und daß er Ueberstunden deren Kläger Karl Thieß, zu einer Doktorarbeit benutt( Die Lohn Arbeiter hat auf die Lohnhöhe insofern Einfluß, als die besseren eine Anzahl bezahlt verlangt nicht bezahle. Da Beklagter verhältnisse in Berlin seit 1882". Berlin, 1894. 79 Seiten), mit Löhne steigend an die älteren Arbeiter gezahlt werden. Mit sich absolut nicht darüber erklären konnte, weshalb er nur 20 M. der er vor einigen Wochen in Heidelberg promovirt ist. Herr 40 Jahren hört diese Steigerung freilich auf, und über 60jährige und nicht die verlangte Summe dem Kläger schulde, nahm der Thieß war vor einiger Zeit im statistischen Amt der Stadt Berlin werden sogar wieder schlechter bezahlt, als 25-30jährige. In Gerichtshof die Behauptungen des Klägers als der Wahrheit thätig und ist jetzt Statistiker des Bundes der Landwirthe, wo er einigen Tabellen werden Beschäftigungsdauer der Arbeiter in gemäße an und verurtheilte den Beklagten zu der verlangten an der bekannten famosen Gewaltstatistik arbeitet, die beweisen der einzelnen Werkstatt und ihre Lohnhöhe in Verbindung ge- Summe. sol, daß in Deutschland schon die kleinsten Parzellenbauern un- bracht, und wir finden, daß der Lohn der konstant Beschäftigten Weil er nachweislich keinen Schaden dadurch gehabt, daß er geheure Getreidemengen verkaufen. Nun, wir wollen gleich etwas höher ist, als der Lohn der flukttuirenden Arbeiter. 5 Stunden durch Warten auf seinen Lohn versäumte, wurde der vorweg nehmen, daß dies der vorliegenden Arbeit weiter nichts Doch genug der Einzelheiten, die wir ja doch nur mehr oder Maurer K. mit einem gegen den Inhaber eines Zementgeschadet hat, daß diese sogar sehr gut ist und eine Fülle that weniger willkürlich herausgreisen und nur andeuten können. baugeschäfts, Kutsch, geltend gemachten Entschädigungsanspruch fächlichen Materials und werthvoller Anregungen enthält, sodaß Es handelt sich, wie bemerkt, um eine Doktorschrift, die abgewiesen. die Lektüre der Dissertation jedem Sozialpolitiker empfohlen ihrer Natur nach nur sehr Wenigen zugänglich ist. Vielleicht werden kann. entschließt sich der Verfasser, seine Arbeit in erweiterter und um gearbeiteter Gestalt einem größeren Leserkreis darzubieten. Und dann noch etwas weniger in usum Delphini", trotzdem sich auch jetzt schon der Textstellen genug finden, die offen und ehr lich die Wahrheit sagen. M. P. Das Statistische Amt hatte Gerichts- Beifung. 32 M. Gewerbegericht. " Kammer Vlll. Vorsitzender( in Stellvertretung): Assessor Cuno. Sigung vom 13. August. Der Maurermeister Natusch führte einen Bau aus; die fämmtlichen Maurerarbeiten übertrug er dem Maurermeister" Herr Dr. Thieß geht von dem wohl nicht ganz unbeWilling. Dieser engagirte eine Puzkolonne, deren Führer der rechtigten Gedanken aus, daß brauchbares deutsches lohnBuzzer Beyer war. Aus irgend welchen Gründen verzögerte sich statistisches Material freilich nur spärlich vorhanden der Beginn der Arbeit, schließlich entzog Natusch dem Willing sei, daß eine planmäßige Benuhung des vorhandenen durch dieselbe gänzlich und betraute einen anderen Maurermeister unsere Fachleute aber noch spärlicher zu finden wäre. Und der ( Pah) damit. Mittlerweile hatte aber der Arbeiter( Träger) Verfasser bemüht sich nun, aus den genannten Berliner PubliK. im Auftrage Beyer's sich diesem bezw. der Kolonne desselben tationen in zusammenfassender Darstellung die allgemeinen volfsvierzehn Tage lang zur Verfügung gestellt, ohne daß er etwas wirthschaftlichen Ergebnisse herauszuziehen. Die vielen einRechtes ausrichten konnte. U. A. hatte er drei Tage beim Aufgestreuten Tabellen sind geschickt konstruirt und die ganze Arbeit richten eines Theils der für die B.'sche Kolonne bestimmten gut und fleißig; aber sie leidet an der Unzulänglichkeit des beKammer IV. Vorsitzender: Assessor Alberti. Sizung Rüstung zugebracht, die schließlich von einer auf Veranlaffung muzten Materials, welche Unzulänglichkeit das Berliner vom 10. August. Der Tischler K. verlangt acht Photographenkassetten mit Pahl's neugebildeten Pukkolonne( der auch Mitglieder der B.'schen Statistische Amt übrigens selbst fast in jedem Heft der Ber 82 M. von dem Tischlermeister Rothwalb bezahlt, unter der Be angehörten) benutzt wurde so lange benutzt wurde, bis Beyer, der öffentlichungen zugiebt. nämlich nur die ausgefüllt zurückgekommenen Fragebogen zu gründung, daß ihm die Fertigung derfelben zum Preise von je sie beschafft hatte, diese Rüstung sich wiederholte. Da sich unter beantworten; angestellt wurden die Erhebungen durch die Ge- M. übertragen sei, daß ihm aber bald nach Beginn der diesen Umständen niemand verpflichtet hielt, St. feine Thätigkeit und feine Zeitversäumnisse zu vergüten, wurde derselbe flagbar. Zu entzogen wurde. Der Bewerbe- Deputation des Magistrats, und zwar in feineswegs Arbeit der Auftrag wieder dazu berechtigt nächst hielt er sich an Beyer. Er wurde abgewiesen, weil Beyer gewesen zu zu sein. einwandsfreier Weise, sondern etwas sehr schablonenhaft, bureau- flagte behauptet, kratisch, vom grünen Tisch herunter. Wie viel Fragebogen Er habe die Arbeit des Klägers wiederholt getadelt und ihn nur Kolonnenführer, nicht Unternehmer gewesen sei. B. war somit nach Ansicht des Gewerbegerichts zu Unrecht beklagt worden. von dieser Behörde verschickt wurden, an wen und nach welchen mehrfach aufgefordert, sie anders zu machen, ohne daß der Kläger R. flagte nun gegen Willing und Natusch. Letzterer lehnte jede Prinzipien dies geschah, wird nicht bekannt gegeben. Man kann der Aufforderung nachgekommen fei. Zwei Zeugen dagegen Verantwortung ab; er habe mit den Puzern und dem Puzplan jedoch seine Schlüsse ziehen, menn man erfährt, daß führen aus, der Kläger hätte die Arbeit so gemacht, wie sie der zum Beispiel im Jahre 1891 beantwortete Frage Beklagte haben wollte. Sie beschwören ihre Aussage. Dem- gar nichts zu thun gehabt, sämmtliche Maurerarbeiten bogen zurückkamen: von einzelnen Unternehmern 385, zufolge wurde der Beklagte verurtheilt, die volle Alfordsumme feien ja 2illing übertragen gewesen. Willing wurde als eigentlicher Arbeitgeber R.'s ver an den Kläger zu zahlen. von Jnnungsvorständen 60; von mehr die Arbeiterinteressen verurtheilt, ihm für 11 Tage 55 M. zu zahlen, während das tratenden Instanzen dagegen nur von 47 Orts= Krankenkassen, Kammer VII. Vorsitzender( in Vertretung): Assessor Gericht Natufch für verpflichtet hielt, K. für drei Tage um des8 Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereinen und 23 anderen Arbeiter- Alberti. Sigung vom 10. August. willen Bezahlung zu leisten, weil derselbe diese Zeit zum Stellen vereinigungen, worunter auch einige sozialdemokratische Fach- Deftere Trunkenheit liederlicher Lebens- von Rüstung benutte, auf welcher im Interesse Statusch's geputzt vereine. Die Arbeiter selbst sind also nur sehr zurückhaltend ge- wandel. Der Arbeiter M. beansprucht eine Lohnentschädigung worden sei; dementsprechend erfolgte die Verurtheilung Natusch's fragt worden, trotzdem das Statistische Amt wiederholt erklärt wegen unrechtmäßiger Entlassung, gegen welche Forderung zur Zahlung von 15 M. oder durchblicken läßt, daß deren Angaben im allgemeinen zu( 42 M.) der Beklagte, Holzhändler Klatt, ein wendet, M. sei verlässiger find, als die Angaben der Unternehmer und der Innungen. wegen Trunkenheit entlassen worden, jedoch sei auf seine Drobung, Man kann daher mit gutem Grunde annehmen, daß die zu klagen, an ihn die Aufforderung ergangen, die 14 Tage Lohnangaben der Tabellenwerke fast ganz allgemein zu hoch sind. abzuarbeiten, was Kläger aber verweigerte. Zur Auszahlung von 2ohn genügt nicht das bloße Letzteres beErstens, soweit sie von den Unternehmern herrühren, eo ipso; ftätigt ein Zeuge des Beklagten, der außerdem. aus Aufzählen des Geldes, die Lohnzahlung ist erst in dem Moment dann, weil die Unternehmer häufig, worauf auch Dr. Thieß hin- führt, der Kläger sei fait alle Tage während der kurzen Zeit vollzogen, in welchem der Arbeiter die Verfügungsgewalt über weist, ihre Arbeiter- Versicherungs- Beiträge auf die Löhne schlagen; seiner Beschäftigung bei Klatt betrunken gewesen, eines Tages das Geld erhält. Unter Aufstellung dieses Grundsatzes ver. dann, weil sich fast sämmtliche Antworten der Unternehmer auf habe er deßhalb fogar die ganze Straßenjugend hinter sich ge- urtheilte das Gericht die Firma Dahlmann u. Uno zur ZahGroßbetriebe beziehen( nur 11/2 pt. der Antworten stammt aus babt; am Entlassungstage sei er so betrunken gewesen, daß die lung von 14,18 M.( Lohn), welche Summe dieselbe angeblich dem Betrieben mit weniger als 20 Arbeitern, dagegen 811/2 pCt. aus Holztloben seinen Händen entglitten. Kläger wurde abgewiesen. Klagenden Arbeiter M. bereits gezahlt hat. Jene„ Lohnzahlung" Betrieben mit mehr als 100 Arbeitern!), und die besseren Löhne Gründe: Nach der Zeugenaussage habe sich M. durch ging nämlich folgendermaßen vor sich. Der Vertreter der Firma in der Regel in den Großbetrieben bezahlt werden; dann wiederholte Truntenheit eines liederlichen zählte dem Kläger in deren Komptoir das Geld im Beisein des weil der" Durchschnitts". Lohn wohl nicht selten in Lebenswandels schuldig gemacht. Das sei schon Restaurateurs P. auf. Als M. auf die Frage, ob es stimme", der bekannten Weise berechnet worden ist, wonach ein Grund zur Entlassung. Außerdem sei ihm obendrein mit:" Ja", geantwortet hatte, grabschte" P. eilig nach dem M. schuldete ihm 7,70 M. bezahlt zu 10 Arbeiter, deren 9 je 15, deren einer aber 25 M. bekommen, die Weiterarbeit angeboten worden, ohne daß er das Anerbieten" Draft", um sich einen Durchschnittslohn von 20 M. haben sollen, während er machen. Zwischen M. und dem Budiker entstand nun eine KatzWüthend, hier doch nur 16 M. beträgt. Ja, selbst die Antworten der we- Die beleidigte Schwiegermutter. Gegen eine balgerei, wobei das Geld nur so umherflog". nigen gefragten Arbeiter dürften oft die Verhältnisse von Elite- Lohnentschädigungsklage des Kutschers und Hausdieners M. nur noch ein paar Mark in der Hand zu haben, schob auch diese noch dem Anweiser mit den Worten Arbeitern widerspiegeln und nicht die der ärmeren, aber weit in wandte der Chef der Firma Jaffé u. Ko. ein, Kläger sei mit. er werde sich sein Recht suchen, was er ja auch der Mehrzahl befindlichen, freilich von den Fragebogen der Recht entlassen worden, denn er habe seine, des Beklagten, zu, that. Schwiegermutter grob beleidigt. Die Beleidigung soll darin Im Termin erzählte der als Zeuge erschienene Anweiser, Gewerbebepution schwerer zu erreichenden Proletarierschichten. Und wenn wir nun, allen diesen Umständen zum bestanden haben, daß der Kläger der aus dem Fenster daß er nach dem Streit das Geld gesammelt und dem Restaurateur Troß, bei Thieß auf Durchschnitts- Wochenlöhne stoßen, sehenden Frau Fränkel zurief, sie nicht ruhig gegeben habe, was des Restaurateurs war. Das übrige habe er fomme für Schneidergesellen im Jahre 1891 fei, herauf und haue ihr„ ein Baar" in seiner Verwahrung, und er sei gern bereit, dem Kläger noch auch er habe 4,50 M. von ( nach Angabe der Orts- Krankenkasse der Schneider) von 12 W., Der Kläger bestreitet dies. Er behauptet, mit einigen Kisten 1,98 M. davon zu geben, denn für Arbeiterinnen dieser Branche von 4,50 m.( 4,50 M. herumhantirt zu haben, wobei er möglichst jeden Lärm vermied; M. zu bekommen. Uebrigens hätte ihm M. das Geld nach der Wochenlohn als allgemeiner Durchschnitt! als der Schwiegermama des Herrn Jaffé sei es aber doch für ihre Auszahlung freiwillig geben wollen. Was ein Vertrauensbruch ist. Ein Prozeß des Minimum nennt das zu grunde liegende Tabellenheft für Ar- Nerven zu laut gewefen. Sie habe ihm deshalb aus dem ge= beiterinnen sogar 3 M.; für jugendliche Arbeiterinnen als öffneten Fenster heraus nicht sehr frauenhast sanft ermahnt, sich Faktors H., den derselbe gegen den Buchdruckereibesitzer Entlassung vor Ablauf Minimum 1,50 m., als Durchschnitt 3 M.); wenn die Orts- mehr vorzusehen. Er, den die Schwiegermama des Chefs Raphael wegen unrechtmäßiger Krankenkasse der Schuhmacher ebenfalls einen Durchschnittslohn nichts angehe, soweit seine Arbeit in Betracht komme, der in Betracht komme, der vierwöchentlichen Kündigungsfrist angestrengt unter der Abweisung des Klägers von 12 M. für Schuhmachergefellen angiebt, auf habe dagegen protestirt, worauf die Dame geantwortet habe, endete mit solle nicht solch großes Maul haben. Durch welchen Betrag der Wochenlohn von 14,50 M. im Jahre er Das habe der Begründung: die Beweiserhebung müsse trot 1882 infolge der zunehmenden Maschinentonfurrenz bis 1891 er sich doch nicht gefallen lassen können, weshalb er ihr denn der gegentheiligen lägerischen Behauptungen als festgestellt gesunken ist, wenn wir dabei sehen, daß die Arbeitszeit der auch zugerufen hätte, sie solle nur ihren Mund halten, sonst angesehen werden, daß der Kläger bezüglich der Sonntagsarbeit Schneider 13-14 Stunden, die der Schuhmacher 14 Stunden fomme er hinauf. Der Reisende Alban, Schwager des Beklagten, im Betriebe des Beklagten gesagt habe:„ das dürfte nicht sein, beträgt; wenn uns ferner gesagt wird, daß man, um den hat nur gehört nach einem Streit, daß der Kläger der er werde sich beschweren", und das ganze Personal müßte mal Das sei ein MißJahreslohn eines solchen Arbeiters zu finden, die genannten Frau Fränkel zurief, er tomme hinauf wenn sie den Mund nicht aufhören, damit der Chef gescheidt werde". Wochenlöhne feineswegs mit 52 multipliziren darf, sondern daß halte. Der Zeuge Kommis Gräger weiß auch nicht mehr, wäh- brauch des Vertrauens und da kläger eine leitende die volle Beschäftigungszeit der Schuhmacher 7-8 Monate, die rend ein dritter Zeuge, ein Herr Müller, gesehen hat, daß Kläger Stellung einnahm, ein Grund zur sofortigen Entlassung; der Schneider nur 5-6 Monate beträgt: dann liegen in mit den Worten: Halten Sie das Maul, oder ich fomine von einem Arbeiter gesprochen, hätten jene Worte nicht diese diesen Zahlen solche Summen gesellschaftlichen Glends, wie oben!" eine Faust machte. Der Beklagte wurde zur Zahlung der Bedeutung gehabt. mit Worten gar nicht auszudrücken, wie es einer beanspruchten 39 m. verurtheilt. Der Gerichtshof sah in dem Jaunasch's Vertheidigungsrede. In der Nacht zum zivilisirten Gesellschaft einfach unwürdig ist. Schlächter Vorgange mit der Schwiegermutter keinen Grund zur sofortigen 27. Mai d. J. gegen 1 Uhr befanden sich noch in dem Keller gefellen arbeiten in Berlin( neben freier Station) Entlassung des Klägers, des Schankwirths Feris, Wianteuffelstr. 72, einige Gäste. Als für 9-10 M. die Woche von 5 Uhr Morgens bis 10 Uhr Rammer VIII. Vorsitzender: Assessor Tech o w. Gegen die einer derselben den Hof besuchen wollte, bemerkte er zwei Männer, Abends"; Bäcker für denselben Lohn, wie allgemein be- Firma Karfunkelstein klagt der Mustermacher" Backhaus welche sich auf dem zweiten Hof, der von dem ersten durch ein fannt, von 8 Uhr Abends bis zum andern Nachmittag 2 Uhr, auf Bahlung von 100 M. für gefertigte Muster. Folgender Sach- eisernes Gitter getrennt war und den Zugang zu dem dahinter oder noch länger. Berliner Weber notirten zuletzt 12 Mart verhalt lag der Klage zu Grunde: Backhaus, welcher Leiter der liegenden Fabrikkomtoir bildete, in verdächtiger Weise zu schaffen Wochenlohn; aber die Innung selbst schreibt, daß jeder einzelne Luxuspapierabtheilung der Karfunkelstein'schen Fabrit war, wollte machten. Der Gast eilte schleunigst nach dem Keller zurück und zwei Drittel des Jahres beschäftigungslos war". Das Gewerbe sich selbstständig machen", wie er es nannte, D. h. er wollte veranlaßte die übrigen Personen, hinauszukommen. Die beiden Lennt gar teine regelmäßige Beschäftigung mehr, und Arbeit oder Provisionsreisender des Beklagten in dem Sinne werden, Männer famen ihnen schon entgegen, sie wollten durch den mie es annahm. er wenn H hatte; folgen der den Umständen Spredtlaal. Hausflur nach der Straße gelangen. Als sie angehalten wurden, Beispielen, wie nothwendig eine gute Organisation zur Erreichung| Versammlungen entwickelt werden müsse, wenn die einzelnen gaben sie an, daß sie ein Liebespaar verfolgt hätten, welches in befferer Lohn- und Arbeitsverhältnisse ist. Ebenso wie der Streit Branchen- Organisationen ihren Zweck erfüllen wollen, da ſonſt das Haus und über den Hof, gegangen sei. Diese Behauptung ist der Boykott eine zweischneidige Waffe, die zur rechten Zeit am der Erfolg mit den aufgebrachten Kosten nicht im Einklang stehe. war unglaubhaft, die beiden Verdächtigen mußten mit rechten Ort angewendet werden muß. Nach Erledigung dieses Betreffs des Bierboykotts verlangen Brandes und Joft, daß zur Wache. Hier ſtellte fich heraus, daß Bigarrenmacher Gotthilf Jannasch, einer, Gegenstandes der Tagesordnung gelangten folgende Anträge für derfelbe auch von den übrigen Kollegen streng durchgeführt und einer der die Provinzial- Konferenz, die am 2. September stattfindet, zur die Sammlungen für die Ausgesperrten rege fortgesetzt werden. berüchtigtsten Einbrecher und Geldschranksprenger Berlins Annahme: 1. Eine Agitationskommiſſion von drei Mann zu Zum Schluß erwartet Kollege Jost, daß der Arbeitsnachweis war, sein Begleiter, Arbeiter Franz Dätweiler, wählen, deren Sitz die Konferenz bestimmt. 2. Festsetzung der des Vereins der Bilderrahmenmacher moralisch und materiell war noch unbestraft. Ein Kriminalbeamter hielt auf dem Hofe Tagegelder zur Agitation, und zwar: Als Diäten drei Mark insofern unterstützt werde, indem nur dort Arbeit gesucht, im Nachsuchung, er fand in einer Ecke einen Beutel, der Alles ent- und für den entgangenen Arbeitslohn vier Mart zu bewilligen. Uebrigen aber nicht alle Thätigkeit den 4 Vorstandsmitgliedern hielt, n'as Ginbrecher bei ihrem Gewerbe gebrauchen. Da waren Mit der Vertretung auf der Konferenz wurden die Kollegen Bösch, allein überlassen bleibe. Mit der Aufforderung zum regen Besuch Nachschlüssel und Dietriche, kunstvoll gearbeitete Brechstangen und Lange und Gebauer bestimmt. der nächsten Mitglieder- Versammlung am Sonnabend, wurde die Meißel, Theerpflaster, Wachs, eine Blendlaterne und eine Schachtel Versammlung geschlossen. Zündhölzer. Die eiserne Gitterthür war bereits mittels NachDer Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter hielt schlüssel geöffnet worden. Die beiden Verhafteten leugneten am 11. August eine Mitgliederversammlung ab, in der Genosse zwar, daß sie der Sack mit dem Inhalte etwas angehe, Startelle sprach. Nach einer kurzen Diskussion wurde in eine Mattutat in einem interessanten Vortrag über Ringe und nach mußte aber angenommen werden, daß ein Einbruch in das Fabrikkomtoir geplant war. Zu dieser Besprechung der Boykottangelegenheit eingetreten. Zur Er- Die Redaktion fellt die Benuzuna des Sprechfaals, soweit der Raum dafü Ansicht gelangte auch der Staatsanwalt auf grund der gestrigen örterung gelangte das Verhalten der Kollegen in den Fabriken abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Beweisaufnahme. Er beantragte gegen Jannasch 2 Jahre Zucht- von Schmökel, Sperber u. Co., von Fürstenberg und Hermann Intereſſes zur Verfügung: ſie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem haus, gegen Dätweiler 6 Monate Gefängniß. Jannasch zeigte baß Herr Sperber früher ein tüchtiges Vereinsmitglied gewesen straße 52 muß ich erwidern, daß das Gerücht, welches ich vers u. Bartrow. Bezüglich der ersteren Werkstelle wurde bemerft, Auf die Annonce des Schankwirths Herrn Eckert, Wienerfich als ein gewandter Redner. Wie wird der Gerichtshof wohl glauben können, daß ich, der ich mehrmals wegen Diebstahl3 be- und eine reichliche Unterstübung erhalten hat. Jetzt aber breitet habe, nicht falsch ist, sondern auf Thatsachen beruht. traft und photographirt bin, mir einen solchen ungewandten scheute er sich nicht, seinen Arbeitern zu einem Feste Ringbier Genannter Schantwirth hat bis jetzt jede Woche 1-2 Achtel Bier Menschen als meinen Mitangeklagten, zum Kompligen nehmen werde? vorzusehen, gleich mit dem Hinweis eines anderen Mitinhabers von der Schultheißbrauerei genommen. Wie durch Zeugen nachEr warf dabei einen mitleidigen und geringschäßigen Blick auf den Herrn Schmökels: Wenn ich der erste Meister wäre, würden sie, gewiesen werden kann, hat der Kutscher der Schultheißbrauerei Mitangeklagten Dätweiler. Und warum so führte er weiter wenn sie das Bier nicht trinken( es hatten einige Kollegen da zum Zwecke des Abladens an der Glogauerstraße gehalten und soll es so unglaubwürdig sein, daß wir beide auf Liebes- gegen protestirt), binnen drei Tagen hinausfliegen. Ein Vorwurf von dort das Bier zu Herrn Eckert gebrocht. abenteuer ausgingen? Geht nicht jeder mal auf Liebesabenteuer fonnte selbstverständlich den organisirten Kollegen nicht erspart Jedenfalls wird Herr Eckert tein so schvaches Gedächtniß aus?" Jannasch entwickelte dann noch eine Anzahl Gründe, aus bleiben, sie hätten in dem jetzigen schweren Kampf durch eine derartige haben, um sich nicht zu erinnern, daß er in Gegenwart von Zeugen denen seine Freisprechung erfolgen müsse und schloß mit dem Sandlungsweise die gerechte Sache der Arbeiter nicht schädigen zugab, Bier von Schultheiß zu beziehen und darum bat, darauf Ausdrucke der Hoffnung, daß dies auch geschehen werde. Dennoch sollen. Von Fürstenberg, der früher auch Vereinskollege war, fein Gewicht zu legen. schien er keineswegs überrascht, als der Gerichtshof ihn zu drei wird behauptet, daß er dem Restaurateur Herrn Hahn, SchönJahren Zuchthaus, Ghrverlust und Polizei- Aufsicht ver- leinftr. 23, beeinflußte nur Boykottbier zu liefern, andernfalls er urtheilte. Auf die Frage, ob er sich dabei beruhigen wolle, er tlärte er ein bischen ärgerlich:„ Na, schreiben Sie man" Ja" hin." Dätweiler erhielt sechs Monate Gefängniß. aus " Versammlungen: die f V Inhalt desselben identifizirt zu werden. A. Uebel, Wienerftr. 50 Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Bah 5. R. 30. Die Zusendung des Gedichtes Wer ist der größte Schuft im ganzen Land" an den Denunzianten des Pakenhofer- Braugewerbes ist ein Versuch zu belehren, aber keine Beleidigung. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. E. B. 40. Die Firma ist im Recht. 2 Streitende P. M. Lesen Sie den Vorwärts" vom 5. August unter M. J. nach. Ordnung enthalten die betreffenden Vorschriften über SonntagsR. R. 1. 1.§§ 41a und 105 a bis 105 g der Gewerbes ruhe. 2. Breslau hat zwei Wahltreise. " J. 2. 100. 1. Ja. 2. Nein. A. St. Der Wirth. herme Vinearless T rede ne die Werkstelle nicht mehr betreten dürfe. Nach den Versicherungen der Kollegen haben dieselben von Anfang des Boykotts dafür gesorgt, boykottfreies Bier zu erhalten. Anders verhält es sich mit den Kollegen in der Fabrik von Hermann u. Bartrow. Diese sollen nicht nur in der Werkstatt Boykottbier trinken, sondern sogar noch in einem Lokal verkehren, in welchem Boykottbier geschänkt wird. Das Verhalten dieser Kollegen wurde gleichfalls Der Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufs- mißbilligt. genossen hielt am 7. d. M. eine außerordentliche General Ver Hierauf wurden die Verhältnisse in der Klaviaturfabrik bei fammlung ab. In derselben erstattete Kollege Grauer den Bericht Hansen, Reichenbergerstraße, besprochen. In der genannten über die Vernehmung der Geschäftsdiener in der Reichskommission Fabrik sind sämmtliche Arbeiter, sieben an der Zahl, entlassen. für Arbeiterstatistik. Im Anschluß hieran theilte Kollege Hoff Die Veranlassung hierzu lag in folgendem Vorgang: Die Arbeiter mann mit, daß der Vorstand zur Aufnahme einer Statistit über hatten sich wiederholt des Sonnabends mit geringen AbschlagsLohn- und Arbeitsverhältnisse im Speditionsgewerbe Fragebogen zahlungen begnügen müffen, unwillig über diesen Zustand, wurden ausgegeben hat, die dann der obigen Kommission übermittelt fie beim Fabrikanten vorstellig und ersuchten um Abhilfe. Darwerden sollen, um auch für die Speditionsarbeiter eine Besserung auf find sämmtliche Arbeiter entlassen, von denen sechs anderanzustreben. Von mehreren Kollegen wurde beantragt, das Mit- wärts in Arbeit getreten sind, während einer von dem Verein C. S. 1. Ihre Braut soll die ihr gehörigen Sachen genau glied Frizz Perlemann auszuschließen, da derselbe gegen mehrere als Gemaßregelter unterstützt wird. verzeichnen. Dann begeben Sie sich mit Braut und Inventar Borstandsmitglieder die gemeinsten Verleumdungen und Anschuldigungen verbreitet hat, für die er auch nicht den geringsten Be- Vereins der Töpfer tagte am 12. Auguft. Che in die lichem Protokoll vor dem fogen. Monatsrichter, daß Sie das Eine Mitgliederversammlung des Allgemeinen auf das Gericht( Neue Friedrichstr. 13) und erklären zu gerichtweis erbringen konnte. Stimmen angenommen. Der Vertrauensmann machte sodann auf den Kassenbericht vom zweiten Quartal. Die Einnahme betrug zichten. 2. Die Ehezengen sollen großjährig sein, d. h. das Diefer Antrag wurde mit 52 gegen 33 Tagesordnung eingetreten wurde, verlas der Kollege Babiel Eigenthum anerkennen und auf Nießbrauch und Verwaltung ver die am 26. 5. M. stattfindende öffentliche Versammlung aufmert- 1006,86 m., die Ausgabe( inkl. 88,12 M. Wanderunterstützung) 21. Lebensjahr zurückgelegt haben. sam. Ferner wurden die Kollegen gebeten, sich an dem am 996,34 W., verbleibt mithin ein Kassenbestand von 10,52 M. Mertens. Sie können, wie es scheint, nur auf Schadens: 12. d. M. arrangirten Familienausflug nach Johannisthal recht Bum 1. Punft der Tagesordnung wurde die Statutenvorlage ersatz klagen; hat der Wirth aber troß Ihrer Aufforderung die zahlreich zu betheiligen. Alboldt theilte noch mit, daß wiederum zahlreich zu betheiligen. Alboldt theilte noch mit, daß wiederum des Zentralvorstandes einer eingehenden Berathung unterzogen, Wohnung nicht in brauchbaren Zustand gesetzt, so können Sie in 6 Städten Deutschlands Berufsvereine der Handelshilfsarbeiter und bis auf einige unwesentliche Aenderungen angenommen. vom Vertrage abgehen und Entschädigung begehren. gegründet seien. Sodann wurden die Kollegen Bachmann, mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Zeit vertagte man Kamp, Guft. Müller, Büttner und Michaelis in den Vorstand Freiwilliger. 1. Ja. 2. Nein. 3. Expedition des und Kollege Gustav Meyer als Revisor gewählt. Auf Antrag Sodann wurde beschlossen, den 9. deutschen Töpfer Kongreß weitere Berathung bis zur nächsten Versammlung. Vorwärts". 2. 10. Wer in Berlin auf öffentlichen Straßen und Hoffmann wurden die Löhne für die beiden Bureauangestellten durch einen Delegirten zu beschicken; mit diesem Auftrage wurde Plätzen Droschten zu Jedermanns Gebrauch in Betrieb ſeßen auf je 24 M. pro Woche festgesetzt. Ferner wurde beschlossen, der Kollege Rich. Babiel betraut. Unter Vereinsangelegen will, bedarf hierzu einer auf seine Person lautenden Konzession zur Kontrolle der Arbeitslosen Kontrollkarten einzuführen und heiten wurde bekannt gegeben, daß der Arbeitsnachweis der des Polizeipräsidiums. Zur Erlangung der Konzession ist er. dem Vorstand die Ausführung dieses Beschlusses übertragen. Filiale Berlin am Sonnabend, den 18. August, nach dem neu- forderlich: das Alter von 18 Jahren, der Besitz der bürgerlichen Der Verein der Plätterinnen und verwandten Berufs- eröffneten Lokal von Wernau, Rosenthalerstr. 57, verlegt Ehrenrechte, törperliche Tüchtigkeit, Nachweis ausreichender Fahr. genoffen hielt am 7. Auguft eine Versammlung ab, in der wird. Bezüglich des Bierboykotts verwahrte fich Rollege fenntniß u. f. w. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr bek Genoffe ftor über das Thema Die Stellung der Frauen in Frante gegen die Beschuldigung des Kollegen Melzer uns vor. der Gesellschaft" referirte. Dem recht beifällig aufgenommenen daß er boykottirtes Flaschenbier umgesetzt habe, und wurde das Vortrage schloß sich eine Diskussion an, an der sich Herr Verhalten des Kollegen Wietzer seitens der Versammlung getadelt. Grappler und Frau Schulz betheiligten. Der Vorsitzende Der Kollege wies nach, daß er seit der Zeit des Boykotts Möhring giebt hierauf bekannt, daß man infolge der Saal- fein boykottirtes Bier mehr umgesetzt habe. Den Kollegen Melzer, Sperre von einer Lassallefeier in Schmargendorf Abstand ge- der diese Beschuldigung grundlos erhoben hatte, erklärte die Vernommen habe. Der Vorstand ist deshalb mit einem Wirth in Grünan sammlung des Vertrauenspostens für unwürdig. in Unterhandlung getreten, bei dem nun das Fest abgehalten werden soll. Im weiteren Verlauf der Verhandlung nahm Herr 12. Auguft bei Wilke, Andreasstr. 26. Genosse Stabernad Eine öffentliche Versammlung der Schlächter tagte am Gräppler Veranlassung, betreffs der Stellung des Vorsitzenden, referirte über den Bierboykott; die Resolution der GewerkschaftsHerrn Möhring, zum Bierboykott, eine herbe üben, da der Betreffende, der Besizer eines Restaurants in Annahme. Hierauf trat die Versammlung in eine Besprechung Boten" ein. Kritik 3 versammlungen vom 27. Juli gelangte auch hier zur einstimmigen Wolgast. Schicken Sie den Bericht dem Stettiner„ Volks Hohen- Schönhausen ist, boykottirtes Bier ausschänkt. Der Redner des Stellenwuchers in ihrem Gewerbe ein. Um gegen die private fordert deshalb, daß die Versammlung den Vorsitzenden auf Stellenvermittelung und gegen die gewissenlosen Kommissionäre" 31. Dezember des Jahres ab gerechnet, in dem der Prozeß W. B. 1. Gerichtskosien verjähren in 4 Jahren vom fordert, sein Amt niederzulegen. In der sehr lebhaften Diskussion vorgehen zu können, soll Material gesammelt und dem Kollegen beendet ist. 2. Der Tod der Ehefrau löst den Miethevertrag über diese Angelegenheit entschuldigt Herr Möhring sein Vera ßmann, Neue Königstr. 17, zugesandt bezw. dem Stellenhalten damit, daß er von seinen Kunden und der Brauerei sehr nachweis( Grünftr. 21, bei Gommer), überbracht werden. abhängig ist, und aus dem Grunde leider den Beschlüssen in Als Kandidaten zu den Gewerbegerichtswahlen wurden Gaß= Sachen des Bierboykotts nicht nachkommen kann. Nach einem mann und Neumann bestimmt. Der Bericht des Delegirten längeren Für und Wider verlief die Versammlung resultatlos. zur Gewerkschaftskommission, Ke ß linte, wurde ohne Diskussion 2. D. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. Eine Versammlung der Lackirer( Filiale IV) beschäftigte entgegengenommen und der von der Gewerkschaft verlangte Beisich am 7. August mit der Erörterung der Frage: Welche trag von 20 M. zur Erhaltung des Bureaus in der Rosenstr. 28 erlassene Polizeiverordnung bestimmt unter Nr. 6, daß während Sch. Die für den Regierungsbezirk Potsdam vom 26. 5. 1838 Forderung müssen wir stellen, um unsere Bage zu verbessern?" bewilligt. Während der Verhandlung zeichneten sich eine Anzahl des Gottesdienstes in den Kaffeehäusern, Wein-, Bier- und Kollege Müller, der das Referat hielt, fiellte folgende Punkte Kollegen in die Listen des Verbandes ein; nach Schluß der Ver- Branntweinschänken" keine Getränke gereicht oder Gäste gesetzt, als leitende Grundsätze für die Erstrebung besserer Verhältnisse sammlung fand gemüthliches Beisammensein statt. auch keine Spiele gespielt werden." Diese Polizeiverordnung auf: 1. Abschaffung der Affordarbeit; 2. Erhöhung des Minimallobnes; 3. Berkürzung der Arbeitszeit. Redner ist der Meinung. Kürschnerbranche beschäftigten Arbeiter und sicht zur Zeit der Straffenat des Rammergerichts ist, der in letzter In einer öffentlichen Versammlung der in der entbehrt nach richtiger Ansicht der Rechtsgültigkeit. Welcher An daß es betreffs Beseitigung einiger Mißstände kaum zum Kampf Arbeiterinnen, die am 13. August bei Feind, Weinstr. 11, Instanz zu entscheiden hat, und in seiner Mehrzahl aus ehe tommen wird, da die Mehrzahl der Kollegen in den größeren tagte, erstattete Kollege Beutner, Beisitzer des Gewerbegerichts, maligen Nur- Staatsanwälten besteht, ist uns unbekannt. Nimint Fabriken der Organisation angehören und diese von den Meistern respektirt wird. Anders verhalte Bericht über seine Amtsthätigkeit. Nach Beantwortung einiger man an, die Polizeiverordnung sei giltig, so ist sie natürlich es sich mit den aufgestellten Forderungen. Hier wird ein Kampf un- das Wort, um über besondere Uebelstände zu berichten, die in an ihn gerichteten Fragen erbat sich der Genosse Marasaß gegen alle Gastwirthe des Orts anzuwenden. vermeidlich sein, deshalb müssen wir dafür sorgen, daß die Zahl der Kammer III( Baufach), der er als Beisiger angehöre, sich beGötsch. Wenden Sie sich an einen dortigen Anwalt. W. M. 1. Die Juvalidenrente ist für die Zeit von er der organisirten Kollegen größer wird. Nach lebhaftem Meinungsaustausch tam man dahin überein, die Agitations- Fällen, daß sich durchgängig die organisirten Arbeiter bei der Invalidenrente zu berechnen? Meinungsaustausch tam man dahin überein, die Agitations- merkbar gemacht haben. Beisitzer Herzer bewies an einigen wiesener Juvalidität ab zu zahlen. 2. Wie ist die Höhe der tommission möge diese Punkte auf die Tagesordnung der nächsten Wahrnehmung ihrer Interessen vor dem Gewerbegericht viel ge- Grundstock. Hierzu füge soviel mal 2, 6, 9 oder 13 Pf. als Marken öffentlichen Versammlung setzen, um die Bewegung in Fluß zu bringen. fchickter anstellen, wie die unorganisirten. Diesen Um für Lohnklasse 1, 2, 3 oder 4 vorhanden sind. Dann rechne zu Der Frauen und Mädchen Bildungsverein hatte am ftand Tenkte Gerichtsverhandlung. 1. Ja; Beschwerde an den Justizminister( Wilhelmstraße) wäre erfolglos. 2. Klagen wäre erfolg los. 3. Eine Beleidigungstlage hat Aussicht auf Erfolg. N. 44. Nein. 2. K. Nein. 2. Z., Höpper Ch. Nein. J. P. 99. Fragen Sie bitte selbst bei der Rasse an. verein für Frauen und Mädchen. Adresse: Frau Freudenreich, H. G. 3. Berliner Krantenunterstützungs- und BegräbnißWißmannstr. 18. nicht. B. G. 68. Ruppelei liegt nicht vor. meldepflicht vor. Barinas II. Nicht dem Wirth, aber Ihnen liegt die AuSezze 110 M. als er zutreffend auf die Aufklärung zurück, soviel mal 6 Pf. als Wochen der Krankheit oder militärischer 0 " 50 10 Wochen Krankheit II= 100 X 6 III 200 X 9 gleich 10 x 6 Pf. 110,- M. 1,-" 6, " 4,50" 0,60 0,60" " " " 8. August in Schmiedel's Festfälen, Alte Jakobstraße, eine Ver- die ersteren in den Versammlungen zu Theil wird. Dienstleistung vorhanden sind. Endlich rechne zu soviel mal 2, sammlung einberufen. Dr. Bernstein behandelte in einem Der Kollege Beutner wurde hierauf einstimmig wieder als 6, 9 oder 13 Ps. als Marken für die Zeit vom 1. Januar 1888 interessanten Referat die Nothwendigkeit der Hautpflege. Durch Kandidat zum Gewerbegerichts- Beisitzer aufgestellt und Kollege bis 1. Januar 1891 vorhanden wären, wenn damals das Gesetz mehrere Rednerinnen, die sich an der Diskussion betheiligten, ge- Springer als dessen Stellvertreter bestimmt. Hiernach er- fchon in Kraft gewesen wäre( gedachte Marken). Beispiel: langten einige recht trasse Uebelstände, wie sie leider heute nur stattete der Delegirte der Gewerkschafts- Kommission, Wi i ch a el i3, Grundstock zu oft beobachtet werden können, zur Besprechung. So wurde Bericht über die Thätigkeit derselben. Peters legte fein Ami 50 Marken in Lohnklasse I= 50 X 2 Pf von der einen Rednerin mitgetheilt, daß in einer Fabrit, wo als Vertrauensmann nieder und ersuchte um sofortige Neuwahl; 100 Hunderte von Arbeiterinnen beschäftigt sind, gänzlich ungenügende es wurde der Kollege Fellehner an seiner Stelle gewählt. Waschvorrichtungen existiren, allerdings für die Hunde des Fas Unter Gewerkschaftlichem" entspann sich eine recht erregte De brikanten ist besser gesorgt; denn diese werden in einer Bade- batte über die Angelegenheit Tomsen, die zu untersuchen einer stube gebadet und gereinigt. Fräulein Bien schildert die Miß- Kommission übertragen war. Die Kommission schlug eine stände in den Buchdruckereien, die auf diesem Gebiete herrschen. längere Resolution vor, die jedoch nicht zur Abstimmung kam, da Eine andere Rednerin findet die städtischen 5 Pfennig- Bade- die heftigen Debatten sich bis in die zweite Morgenstunde hin Anstalten recht verbesserungsbedürftig. Nachdem sodann die Be: zogen und dadurch die Zahl der Theilnehmer eine sehr geringe vollmächtigte der Filiale Charlottenburg den Vierteljahresbericht wurde. Für die Landpartie ist am Sonntag um 8 Uhr am verlesen hatte, erfolgte der Schluß der Versammlung. Bahnhof Alexanderplatz Treffpunkt. 10 Wochen Ferienkolonie gleich 10 X 6 50 " " 100 gedachte Marken für Lohntl. II= 100 X 6 Pf. Pf.= 6, IV: = = 50 X 13 6,50 Macht Jahresrente von 135,10 m. 3. Wenn das Vergnügen ein öffentliches war: ja. G. J. H. W. 1. Bur Miethssteuer wird nicht besonders eingeschäßt: es wird für Wohnungen mit über 200 m. Miethe ohne Weiteres die Steuer nach folgender Stala erhoben. Es zahlen Wiethssteuer: feine über 200-400 M. 2 pet. Wohnungen bis 200 m. . " " " 400-600 600-800 3 " " 4 " " " " 800-1000 1000 M.. 62/3 5 " " " Im Verein zur Wahrung der Juteressen der Maurer In einer öffentlichen Versammlung der Bilderrahmensprach am 9. August der Genosse Gründel über das Thema: macher, die am vergangenen Montag tagte, referirte Genosse Die Entwickelung des Privateigenthums. Da eine Diskussion Antrick über das Thema:„ Unsere wirthschaftliche Lage und nicht stattfand, ging man zur Erledigung einiger Vereins- welche Bedeutung hat die Gewerkschaftsbewegung?" unter dem Der Posten des Bibliothekars wurde dem Beifall der Anwesenden. In der Diskussion vertrat Kollege angelegenheiten über. Kollegen Praß übertragen. Von dem Mitglied Vorpahl Brandes einen etwas abweichenden Standpunkt, indem er der war der Antrag gestellt, das Mitglied Nählte auszuschließen. einzelnen Branchenorganisation den Vorzug gab, die ihnen auch Die vorgebrachten Beschuldigungen erwiesen sich jedoch als vom ehemaligen Fachverein der Tischler angerathen worden sei. grundlose. Den Bilderrahmenmachern scheine es eben noch zu gut zu gehen, 2. Die irrige Adresse ist gleichgiltig; es fommt nur darauf an, Der Deutsche Metallarbeiter Verband( Filiale C) hörte daß leider der größte Theil sich der Organisation fern hielte. ob Sie mit dem Adressaten gemeint sind. 3. Neber die Buchin seiner Mitglieder- Versammlung ein Referat des Kollegen Jahn, Antrick und Boßbenzer sind der Meinung, daß staben auf dem Losungsschein tönnen Sie sich zwischen 12 und Berger über Streits und Boykott. Der Redner zeigte an einigen überhaupt eine lebhaftere Agitation in der Organisation wie in 1 Uhr Auskunft holen. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Vöbich in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthitrage 2.