|tt.870.36.|«l)»9. «ezugspreiS: «i-rt-Ijährl. IXß UU, monaü.äM Kl fmtnS Hau-, voraus zahlbar. Einzelne Shnranetn 10 Ojemug. iSoftbezua; Kouallich 2. 50 KU. exN. Zustellung-- gebühr. Unter Kreuzband iür Deutich- land u. Oesterreich-Ungarn ö.7S KI. für das übrige Ausland 9.75 KI. bei täglich einmaliger Zuflellung 7.75 Kl Postbeiiellungen nehnien an Däne- Marl Holland. Luxemburg. Schweden und die Schwei,. Eingetragen in die Lost-ZettungS-PreiSliste. Der. vorwärts' ericheint wochentäglich zweimal Sonntags einmal Telegramm-Adresse .Sozialdemokrat Berlin' Morgen Ausgabe. Derlinev Volksblatt. ( 10 Pfennig) AuzetgenpreiS: Die achtgeivaltenc SionpareillezeUe lostel 1,S0 KI..KletneÄinxeigen'. das fettgedruckte Aorl 50 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Wortes iede- wettere Wort 25 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 40 Pfg., ,edeS weitere Wort 20 Psg. Worte über 1b Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Auch die Regelung der Territorialfragen nach dem Selbstbestimmungsrecht, die man als Sozialdemokrat nur gutheißen kann, führt zu einer Verminderung der Bevölke- rung und damit zu einer Verringerung ihrer Leistungsfähigkeit. Der verbleibende Rest aber verpflichtet sich, hundert Milliarden, den sllnsundzwanzigsachen Betrag der Kriegscnt- schädigung von 1871, für Zwecke der Wiedergutmachung auf- zubringen. Regierte in Paris ruhige Vernunft, sie würde mit beiden Händen nach diesem Vorschlag greifen. Für die Entente müßte es ja unendlich wertvoller sein, einen solchen von der recht- mäßigen deutschen Regierung selbst entworfenen und garan- t i e r t e n Pakt nachhause zu tragen, als ein Stück Papier, unter dessen unerfüllbare Bedingungen irgendeine Scheinregierung gezwungenermaßen ihre Unterschrift gesetzt hat. Auf der einen Seite bietet man ihr einen Schuldschein, der alle inneren Garan- tien der Güte und Solidität in sich trägt, auf der anderen Seite . kann sie sich höchstens einen faulen Wechsel holen, dessen Betrag sie zum größten Teil unter die uneinbringlichen Aktiven buchen kann. Aber in Paris regiert nicht die Vernunft, sondern die Leidenschaft und die politisch taktische Erwägung. Darum wird man dort dem ungeheuren Vorteil, den der deutsche Vorschlag bietet, einen glitzernden Scheinerfolg vorziehen und— wahrscheinlich— auf d er Unter Zeichnung des Entente- entwurfs ohne wesentliche Aenderungen bestehen. In diesem Fall werden wir in kürzester Frist vor einer neuen europäischen Krise stehen— und dann allerdings wird uns der deutsche Gegenvorschlag durch die Weitherzigkeit seines Entgegen- kommens gute Dienste leisten. Denn dann werden dh Völler drüben einsehen müssen, daß man sie aus Gründen des Prestiges, der Eitelleit, der unersättlichen imperialistischen Rafffucht zwingt, für einen schlechten Frieden unter den Waffen zu bleiben, während man einen guten Frieden, der die sofortige Demobilmachung bringt, durch ein einfaches Kopfnicken hätte haben können. Die deutsche Regierung hat sich natürlich nicht dem Glauben hingeben können, daß die Entente ihren Vorschlag ohne weiteres annehmen würde. Was sie wollte und noch will, das sind V e r- Handlungen. Sic hat ihren Wunsch, zu wirklichen Friedens- Verhandlungen zu kommen, aufs deutlichste zu erkennen gegeben, indem sie ihren Vorschlag so oerlockend wie möglich für die Gegner gestaltete. Auf der anderen Seite entsteht dadurch freilich die G e f a h r. daß die Gegner den deutschen Vorschlag als eine erste Serie freiwilliger Zugeständnisse betrachten könnten, der im Lauft von Verhandlungen weitere folgen würden. Da muß denn gleich gesagt werden, daß die deutsche Regierung mit ihren Vorschlägen— sicher nach der einmütigen Ueberzeugung des ganzen deutschen Volles— bis hart an die Grenzen des überhaupt Möglichen und Erfüllbaren gegangen ist. Wollte man den Versuch machen, sie über diese hinauszu- drängen, so würde eine gleich hoffnungslos: Situation geschaffen werden wie in dem Falle, daß uns die Entente durch Drohungs- druck zur Unterzeichnung ihres unmöglichen Diktatftiedens zu zwingen versucht. Niemand soll sich darum einbilden, mit dem Vorschlag der deutschen Regierung sei der Stein der Weisen gefunden und wir marschierten nun ohne Widerstand in dm. Weltfrieden hinein. Die Lage bleibt schivierig, verworren und gefährlich in einem Maß« wie noch keine, die wir in diesen harten Kriegsjahren er- lebt haben. Ob� die Gegner gleich jetzt unter Beiseiteschiebung der deutschen Vorschläge die Unterzeichnung ihres im wesent- lichen unveränderten Entwurfs verlangen, oder ob sie sich auf Verhandlungen einlassen, in denen sie Deutschland Schritt für schritt zurückzudrängen suchen, auf alle Fälle bleibt die Gefahr eines neuen Bruchs bestehen, und es gilt sich bcreitzuwlten mit allen moralischen Kräften des Widerstands, die aufzubringen das deutsche Wik noch fähig ist. Es ist kennzeichnend für den Geist des deutschen Vorschlags, daß er nicht mir in dem Umfang, wie es die Gegner verlangen, auf die W�dererrichtung einer deutschen Wehrmacht verzichtet. sondern noch Drüber hinausgeht, indem er anregt, den Rest der deutschen Kriegsflotte gegen einen Teil der von der Entente beanspruchten deutschen' Handelsflotte auszutauschen. Deutlicher konnte nicht zum Ausdruck gebracht werden, daß das neue Teutschland keinen bloßen Waffenstillstand will, der die Revanche vorbereitet, sondern ehrlich den Weg in eine Welt des dauernden Friedens sucht. Wenn der Eigensinn der Sieger dftses neue Dcuffchland zerschlägt, dann setzt es aus eigenem Willen ein anderes an seine Stelle, das von anderer Denkart beseelt sein wird, und selbst wenn es ihnen aelcsime. dem Besiegten restlos ihren Willen aufzuzwingen, so bliebe als Ergeb- nis von Versailles nicht der dauernde Frieden, sondern scfjbe- leiider Kriegsbrand unter der Decke eines Scheinftiedens. Der Hauptinhalt üer deutschen Vorschläge. Berlin, 27. Bim. Wie verlautet, gehen die d:ut- scheu Gegenvorschläge nicht auf alle Einzelheiten der gegnerische» Friedensbedingnngen ein. Es galt das gesamte Friedenswerk auf eine neue Grundlage zu stelle». Gegenüber den rein mecha- nischen Sicherungen, die meist in geistlosen Bernichtungen bestan- den, stellt der deutsche Gegenvorschlag die organischen Sicherungen aus der Idee des Rechts und aus dem Prinzip der Gemeinsamkeit aller am Krieg beteiligten Böller. Den Widerspruch, der darin lag, daß vom deutschen Boll eine ungeheuerliche Kontribution rr- hoben werden und ihm zugleich alle Möglichkeit genommen werden sollte, im Verlauf der Erarbeitung dieser Kontribution wieder stark und konkurrenzfähig zu werden, suchen die deutschen Gegrnvor- schlüge zu lösen. Die Vorschläge beginnen mit dem Völkerbund. Der deutsche Entwurf hierzu anthält die grundsätzliche Zustimmung zu der Herabsetzung des deutschen Heeres auf 100000 Mann und bietet auch noch die A b r ü st u n g s ä m t- licher Linienschiffe an unter der Voraussetzung, daß dem deutschen Bolle ein Teil der für seine Existenz unentbehrlichen Handelsflotte zurückgegeben werdi. An der Spitze der territorialen Fragen ist der Grundsatz gestellt, daß keine territoriale Veränderung statt- finden darf ohne Befragung der von ihr betroffenen Bevölkerung; daß zweitens jede territoriale Regelung im Interesse und zugunsten der beteiligten Bevölkerung getroffen werden muß und nicht alS Teil eines bloßen Ausgleichs oder eines Kompromifles der Ansprüche rivalisierender Staaten; drittens, daß es sich um klarumschriebene nationale Bestrebungen handeln muß. Bon diesem Grundsatz aus wird die Abtretung O b e r s ch l e si e n S mit Rachbruck abgelehnt. Das gleiche gilt für die Ansprüche auf Ostpreußen und West- Preuße« und vor allem auf M e m e l. Was D a n z i g anbe. langt, so wird der konkrete B-rschlag gemacht, einen Freihafen in Danzig zu schaffen, der Rrutralifierung der Weichsel zuzustimmen und den Polen völlige Gleichberechtigung in der Benutzung der Ver- kehrseinrichtungen zu gewähren. Die besetzte» Gebiete sollen innerhalb sechs M o f nate staffelweise geräumt werde In bezug auf die Kolonie» geht der deutsche Borschlag dahin, falls«in Völkerbund zustande kommt, in den Deutschland sofort als gleichberechtigte« Mitgliedsi aufgenommen werde, die Verwaltung der Kolonien nach den Grund- sähen des Böllerbundes zu führ:«, gegebenenfalls als dessen Man- datar. Tie Strafbestimmungeu werden abgelehnt, da nach den gegnerischen Vorschlägen der Alliierten Kläger und Richter zu gleicher Zeit wären und der Vorschlag eines neutralen Gerichts- hofS, der alle begangenen Berlctzungen der Gesetz» und Bräuche des Krieges aburteilen soll, wird wiederholt. Was die wirtschaftlichen und finanziellen Fra. gen anbelangt, so berücksichtigen die deutschen Gegenvorschläge in jeder Hinsicht die Bedürfnisse und Ansprüche der Alliierten, beson- ders Belgiens und Frankreichs, und versuchen nun, Sicherungen und Wege zu schaffen, um diesen Bedürfnissen überhaupt genügen zu können. Deutschland erklärt sich bereit, bis zum Jahre 1926 zwanzig Milliarden G» l d ui a r k zu zahlen und vom 1. Maj 1927 ab jährliche Abzahlungen in zinS- freie» Raten mit der Maßgabe, daß die gesamte festzustellende Schadcnslast in keinem Fall den Betrag von hundert Milliarden Gold mark übersteigen soll, hierin eingerechnet sowohl die Leistungen an Bel- gieu für de» ihm von der Entente vorgeschossenen Betrag wie dir bereits erwähnten»wanzig Milliarden Gold. Diese finanziellen Zusicherungen stehen aber im Zusammenhang mit der territorialen Frage. Deutschland hat dir Verpflichtung der Lansingnote, allen Schaden z« ersetzen, der der Zivilbevölkerung der Alliierten in den besetzten Gebieten von Frankreich und Belgien und ihrem Eigentum durch den Angriff Deutschlands zu Wasser, zu Lande und in der Luft zugefügt worden ist. auf sich genomm-n unter der Voraussetzung und auf der Grundlage seines damaligen Bestandes. Tritt eine Bermiuderung des Reichsgebietes ei», so muß auch die Schadeirersatzsumme entsprechend verteilt verteilt werden. Der mit der Feststellung der Schäden befaßten Commission des Reparation? soll eine deutsche Kommission beigegeben werden, die sich mit ihr zu einigen hat; im Falle der Nichteinignng entscheidet ein gemischtes Schiedsgericht unter neutralem Borsitz. Als weitere Boraussetzung der Zahlungsmöglichkeit ist anzu- sehen, daß Deutschland nach Maßgabe seiner Leistungsfähigkeit einen bestimmten Prozentsatz der gesamten Reichseinnahmen als Annuität zu zahlen hat, daß keine Verminderung des Reiches eintritt, die nicht eine Folg« des Selbstbestimmungsrechtes ist, daß ihm die Wiederaufnahme seiner überseeischen Beziehungen und die Wiedergewinnung von Kolonien nicht versagt wird, daß ihm ein« hinreichende Handelsflotte ver- bleibt, und daß es gelingt, die aus dem Reichsgebiet entfernten Vermögen auf dem Wege internationaler Rechtshilfe zur Bcrstrue- rung heranzuziehen. Hinsichtlich der deutschen Schutzgebiete kommt die deutsche Friedensdelegation zu folgendem Ergebnis: 1. Für die formelle Behandlung der kolonialen Fragen wird folgender Vorschlag gemacht: in Nr. 5 der 14 Punkte aus der Kongreßboifchaft des Präfidenten Wilson vom 8. Januar 1918 ist eine absolut unparteiische Schlichtung aller kolonialen Ansprüche zugesagt, eine unparteiische Schlichtung setzt die Anhörung bei- der Teile vor der Entscheidung voraus. Eine solche ist nicht erfolgt. Unter Berufung auf jene Zusicherung und insbesondere unter Berufung ans den Grundsatz, daß die Regelung der kolonialen Ansprüche unter Berücksichtigung der Interessen der Regierungen wie der Bevölkerungen mit gleichem Gewicht erfolgen solle, wird der Vorschlag gemocht, die Kolonialfragen an einen be- sonderen Ausschutz zu verweisen. Dieser aus Bevollmäch- tigten und aus Sachverständigen beider Parteien zu bildende Ans- schuh soll den erwähnten Punkt S und die übrigen sachlich hinzu gehörigen Punkte der vier Reden des Präsidenten Wilson von 1918 entsprechend der Lansingschen Not« vom 6. 11. 1918 die auf die Kolonien bezüglichen Artikel des Entwurfes der Friedensbedingnn- gen und Abschnitt 9 der deutschen Bölkerbundsvorschläge sowie die Interessen der Bevölkerungen wie der Regierungen zum Gegen- stand seiner Beratungen machen. 2. Für die materielle Erledigung gilt folgender Borschlag: Die in den Artikeln 119 ff. des Friedensvertragsentwurfes vor- gesehene Forderung des Verzichts Deutschlands auf seine über- seetschcn Besitzungen ist nach der Ueberzengung der deutschen Frieden sdelegafion mit den aus Ziffer b der Botschaft an den Kongretz der Vereinigten Staaten vom 8. Januar 1918 fntzenden Abmachungen des Waffenstillstand svertrag es nicht in Ein- klang zu bringen. Die deutsche Friedensdrlegation hält vielmehr de« Anspruch Deuffchlagchs auf Wicderherausgabe seines Kolonial- besitze« für gerechtfertigt. Deutschland ist aber bereit, falls ein Völkerbund zustandekommt, in den es sofort als gleichberechtigtes Mitglied aufgenommen wird, die Verwaltung seiner Kolonien nach den Grundsätzen des Völkerbundes zu führen, gegebenenfalls als dessen Mandatar. Grunüsätzliche Erwägungen. Die deutschen Gegenvorschläge werden eingeleitet durch eine allgemeine Darlegung, die ausführt, weS- halb Deutschland Anspruch auf einen Rechtsfrieden hat und aus welchen Gründen der Vertragsentwurf der Entente den Grundsätzen des Rechts nicht entspricht. Wir geben nachstehend einen Auszug dieser Betrachtungen. I. Die Rechtsgrundlagen der Friedensverhandlungen. Die deutsche Delegation ist an die Anfga>be des Friedensali- schlusses in der RechtsüberzeuMng herangetreten, datz der wesent- liche Inhalt des künftigen Friedensvertrages schon durch seine Vor- g e s ch i ch t e in seinen Grundzügen bestimmt und damit für die Lerhandlungen von Versailles eine sichere Plattform gegeben ist. Diese Rechtsllberzeugung gründet sich aus folgende Tatsachen: Am 5. Oktober 1918 ersuchte die deutsche Regierung den Prä- sibenten Wilson, die Herstellung des Friedens auf der Grundlage seiner 14 Punkte in seiner Kongretzbotschaft vom 8. Januar und auf der Grundlage seiner späteren Kundgebungen, namentlich in seiner Rede vom 27. September, in die Hand zu nehmen, alle kriegführen- den Staaten zur Entsendung von Bcvollinächttgten zwecks Auf- nähme der Verhandlungen einzuladen und den soforttgen Abschluß eines allgememen Waffenstillstandes herteizuführen. .Am 8. Oktober fragte Präsident Wilson cm, ob die Deutsche Regitrung seine 14 Punkte annehme und der Zwack ihrer Dis- kussion nur eine Verständigung über die praktische Anwendung ihrer Einzelheiten sei. Die deutsche Regierung bestätigte dieses ausdrücklich und sprach gleichzeitig die Ueberzengung aus, datz auch die alliierten Regierungen auf dem Boden der Kundgebungen des Prä- sidenten Wilson ständen. Außerdem erklärte sie sich zu der von Präsident Wttson als Voraussetzung fiir die Herbeiführung des Waffenstillstands geforderten Räumung der besetzten Gebiete bereit. Nach weiterem Schriftwechsel teilte Präsident Wilson am 23. Oktober seine Bereitschaft mit, den alliierten Regierungen die gffcage eines Waffenstillskmdes zu unterbreiten. Er gab dabei be- lannt, daß er in Ausführung dieser seiner Wsicht den Notenwechsel zwischen ihm und der deutschen Regierung den Alliierten über- Mittelt habe mit dem Anheimstellen, falls die Alliierten mit den .Jtwn Deutschland angenommenen Bedingungen und Grundsätzen für de» Frieden einverstanden seien, durch ihre militärischen Stellen diejenigen.Waffenstillstanidsbediingungen mitzuteilen, die geeignet seien, die Einzelheiten des von der deutschen Regierung angenommenen Friedens zu gewährleisten oder zu er- zwingen. Deutschland, so wurde ausdrücklich gesagt, könnte durch die Annahme solcher Waffenstillstandsbedingungcn den besten«ad bündiastr» Beweis dafür liefern, daß es die Grundbedingungen und Grundsätze dcS ganzen Frirdensvertraoes annähme. Nachdem die deutsche Regierung in bezug aus weitere inner- politische Angelegenheiten, die Präsident Wilson in setner letzt- genannten Note vom 23. Oktober berührt hatte, in ihrer Antwort vom 27. Oktober befriedigende Auskunft erteilt hatte, eröffnet« Präsident Wilson am 3. November der deutschen Regierung, dag er von den alliierten Regierungen als Antwort auf den von ihm über. «ebenen Notenwechsel mit der deutschen Regierung ein Memo- vandum erhalten hätte, folgenden Inhalts: ' Die alliierten Regierungen haben den Notenwechsel zwischen dem Präsidenten der Bereinigten Staaten und der deutschen Re- gierung sorgfältig in Erwägung««zogen. Mit den folgenden Einschränkungen erklären sie ihre Bereitschaft zum Friedensschluß mit der deutsche» Regierung auf Grund der Friedensbebingungen, die in der Ansprache drS Präsidruten an den Kongreß vom 8. Ja- nnar 1918 sowie der Grundsätze, die in seinen späteren An- sprachen»iedergelegt worden sind. Sie müssen jedoch betonen, daß der gewöhnlich sogenannte Begriff der Freiheit der Meere verschiedene Auslegungeji zuläßt, von denen sie einige nicht annehmen können. Sie müssen sich deshalb über diesen Gegenstand beim Erntritt in die Friedenskonferenz volle Frei- h e i t vorbehalten, Ferner hat der Präsident in den in seiner Ansprache an den Kongreß vom 8. Januar 1918 niedergelegten Friedensbedingnn- gen erklärt, daß die besetzten Gebiet« nicht nur geräumt und befreit, sondern auch wiederhergestellt werden müssen. Die alliierten Regierungen sind der Ansicht, daß über den Sinn dieser Bedingungen kein Zweifel bestehen darf. Sie verstehen darunter, daß Deutschland für olle der ZivilbevAkeruna durch seinen Angriff zu Land und zu Wasser und aus der Luft zuge- fügten Schaden Ersatz leisten soll. Am 11. November ISIS wurde der Waffenstillstand abge- schlössen. Aus dem Notenwechsel, der zu diesem Waffenstillstand geführt Hot. geht hervor: 1. Deutschland hat ausdrücklich als Grundlage für den Frie- den ausschließlich die 14 Punkte Wilsons und seine späteren Kundgebungen angenommen. Andere Grundlagen hat weder Wilson noch irgendeine andere der alliierten Regierungen nachträglich gefordert. 2. Die Annahme der alliierten WaffenftillstandSbedingnngen sollte nach Wilsons eigener Verficherung der best« Beweis für die u-nzwcideutige Annahme der oben erwähnten Grund- Bedingungen und Grundsätze für den Frieden seitens Deutsch. landS fein. Deutschland hat die alliierten Wassenstillstandsbe- dingungen angenommen und trotz ihrer furcht- baren Härte mit allen Kräften durchgeführt. Es hat damit den vom Präsidenten Wilson geforderten Beweis geführt und dadurch ein vertragsmäßiges Anrecht auf diesen Frieden des Rechts erworben. 3. Die Alliierten haben ebenfalls die 14 Punkte Wilsons und seine späteren Kundgebungen als Friedensgrund- lageangesehcn. 4. ES besteht also zwischen beiden Parteien emc feierliche Vereinbarung über die Jricdcnsgrundlage. Deutschland hat e i n Recht auf diese F r i e d e n S g r u nd lag«. Ihr Verlassen auf feiten der Alliierten wäre der Bruch eine« völkerrechtlichen Abkommens. 5. Nach den eigenen Worten Wilsons muß der Friede auf dem Wege der Brrhandlimgen zustande kommen. Ein Diktat- friede wäre ein Bruch einer gegebenen Zusage. Diese Verhandlungen können sich nur auf die Anwendung der 14 Punkte und der späteren Kundgebungen Wilsons erstrecken. In der Grundlage für die Gestaltung des Friedens sind also weder die alliierten und assoziierten Regierungen noch die deutsche Regierung mehr frei. Vielmehr existiert, wie sich das aus den dargelegten historischen Tatsachen ergibt, ein unzweifelhaft rechtsverbindliches pactum äe contrabeuäo(Vorvertrag). II. Der Widerspruch zwischen dem Vertragsentwurf und seinen Rechtsgrundlagen sowie den früheren Zusicherungen der feindlichen Staatsmänner und den allgemeinen Ideen des Völkerrechts. Im Lertrauen auf die zugesicherte Rechtsgrundlage für die Fviedensvechandlungen hat das deuische Volk die Waffen aus der Hand gelegt. Dieses Vertrauen beseelte das deutsche Volk deshalb im besonderen Maße, weil es in dem vertragsmäßigen Abkommen nur ein« Zusammenfassung von grundsätzlichen Ideen erblickte, die ihm gegenüber in reicher Fülle schon vorher von den feindlichen Staatsmännern geäußert war. Unsere Gegner haben wiederholt versichert, daß sie den Krieg nicht gegen das deutsche Volk führten, sondern gegen eine imperialistische und unvetantwortliche Regierung. Unsere Gegner wiederholten immer wieder, auf diesen Krieg ohnegleichen solle auch eine neue Art des Friedens folgen, ein Friede des Rechts und kein Friede der Gewalt. Ein neuer Geist soll« von diesem Frieden ausgehen und sich in einem Bunde der Völker ver- körpern, zu dessen Gliedern auch Deutschland gehören müsse. Deutschlands Stellung unter den Völkern solle nicht vernichtet wer- den, und«S sollte das Selbstbestimmungsrecht aller Völker anerkannt werden. Di« uns vorgelegten Friedensbedingungen stehen zu allen solchen feierlichen Zusicherungen in offentarem Widerspruch. Einige Zeugnisse dafür seien im folgenden aufgeführt. 1. Kein Krieg gegen das deutsche Volk? Die deutsche Note zitiert nunmehr Aussprüche feindlicher Staatsmänner, darunter Asguith, Lord Cecil, Churchill, dafür, daß kein Krieg gegen das deutsche Volk geführt werde. Auch der Ausspruch Wilsons in Baltimore am 6. April 19l3 ist darunter: „Wir wollen keine Ungerechtigkeit und haben kein« Angvifss- absichten. Wir sind bereit, bei der Endabrechnung gerecht gegen das deutsche Volk z« sein und Deutschland genau so wie die anderen Mächte redlich zu behandeln. Bei diesem Endurteil kann kein Unterschied zwischen den Völkern gemacht werden, wenn es wirklich gerecht ausfallen soll.' Wir würden unsere eigene gerechte Sache entehren, wenn wir Deutschland anders als gerecht und unparteiisch und mit dem leidenschaftlichen Wunsch« noch Gerechtigkeit noch allen Seiten be- handelten, wie auch der Krieg ablaufen möge. Denn wir fordern nichts, was wir nicht ebenfalls zu bewilligen bereit wären." Nach diesen Versicherungen, fährt die Note fort, mußte«rnge- iwmmen werden, daß die tiefgehenden Politischen Umwälzungen, die im Spätherbst 1818 in Deutschland stattgefunden haben, von den Gegnern in ihren Friedensiedingungen berücksichtigt werden müßten. Die neue Verfassung des Deutschen Reiches, die Zu- samtne nfetzung seiner Volksregierung entsprechen den streng- sten Grundsätzen der Demokratie. Aber diese Tatsachen sind völlig unberücksichtigt ge- blieben. Es ist kaum abzusehen, welche härteren Bedingungen einer imperialistischen Regierung hätten auferlegt werden können. 2. Kein Gewalt-, sondern Rechtsfrieden? Die deutsche Not« zitiert dann weiter Aussprüche von Pain- lebe, Pichon, A s q u i th, Balfour, Lloyd George, Wilson, die sich alle für einen Frieden auf der Grundlage des Rechts aussprechen, und fährt dann fort: Das Friedcnsdokument zeigt, daß alle diese wieder- holten Versicherungen nicht.«ingehalten worden sind. Zunächst in den Territorialfragen: Im Westen soll ein rein deutsches Gebiet an der Saar mit wenigstens S00 000 Einwohnern nur deshalb vom Deutschen Reiche losgelöst werden, weil An- spräche auf die dort vorhandenen Kohlen gemacht werden. 15 Jahre lang soll dieses Gebiet von einer Kommission regiert werden, auf deren Ernennung die Bevölkerung keinen Einfluß hat. Von den anderen Abtretungen im Westen, von Deutschösterreich und Deutschböhmen, soll im Zu- sammenhang mit dem Selbstbcstimmungsrecht der Völker die Rede sein. In Schleswig ist die Grenze für die Abstimmung durch reindeutsche Gebiete gezogen und geht weiter, als so- gar die dänische Regierung eS wünscht. Im Osten soll Oberschlesien von Deut schlau dab- g e l ö st und zu Polen geschlagen werden, obwohl es seit 750 I a>h r e n in keiner Verbindung mit Polen gestanden hat. Umge- kehrt sollen die Provinz Posen und fast das ganze Westpreußen vom Deutschen Reiche losgelöst werden mit Rücksicht auf den früheren Umfang des alten polnischen Reiches, obgleich dort Millionen Deutscher wohnen. Wiederum erfolgt die Loslösung des Distriktes von Memel ohne irgendwelche Rücksicht auf ge- schichtliche Vergangenheit, in dem offensichtlichen Bestreben, Deutsch. land wirtschaftlich von Rußland zu trennen. Polen soll der freie Zugang zum Meer dadurch gesichert werden, daß Ost- Preußen völlig vom üorrgen Reiche losgelöst und dadurch zum wirtschaftlichen und nationalen Absterben verurteilt wird. Die rein deutsch- Stadt Danzig soll Freistaat werden. Solchen Bedingungen liegt gar kein Rechtsgedanke mehr zugrunde. Beliebig soll bald die Idee eines unverjährbaren hifto- rischen Rechts, bald die Idee des ethnographischen Besitzstandes, bald der Gesichtspunkt wirtschaftlicher Interessen maßgebend sein. Auch die Regelung der Kolonialfrage widerspricht dem Rechtsfrieden. Nicht nur über der Regelung territorialer Fragen, sondern über den sämtlichen Forderungen des Friedensvertrages steht der berüchtigte Satz:„Macht geht vor Recht!" Dafür einige Beispiele: Nach Artikel 117 soll sich das Deutsche Reich im voraus allen Verträgen und Verabredungen seiner Feinds mit den Staaten unterwerfen, die auf einem Teil des altrussischen Reichs errichtet sind oder errichtet werden; und zwar selbst in bezug auf seine eigenen Grenzen. Nach den Normen des Völkerrechts, so wie sie auf dem Kon- tinent verstanden wurden, hätte der Wirtschaftskrieg schon während der Kriegführung als unzulässig angesehen und das private Eigentum unangetastet bleiben müssen. Trotzdem begnügt sich das Friedensinstrument nicht damit, die Summe alles von den Feinden in ihrem Gebiete liquidierten deutschen H r i v a t v e r m ö g e n s für die staatlichen Ersatzansprüche gegen- über Deutschland in Anspruch zu nehmen, sondern ungeheuerlicher- weise behalten die feindlichen Regierungen sich daS Recht vor, in ihren Gebieten auf unbestimmte Zeit nach Inkrafttreten des Frie- densvcrtragrs alles deutsche Eigentum, ohne irgendwelche Entschädigung und ohne Rücksicht auf die Zeit seiner Einbringung zu liqui- dieren oder anderweitigen beliebigen KriegSmaßnahmen zu unter- werfen. Das soll sogar von dem deutschen Eigentum in den deutschen Kolonien und in Elsaß-Lothringen gelten. ES wird verlangt, daß deutsche Staatsangehörige den Gerichten der feindlichen Großmächte ausgeliefert werden, während doch ein« unparteiische Behörde eingesetzt werden mühte, die alle in diesem Kriege vorgekommenen Völkerrechtsverletzungen festzu- stellen hätte, von wem immer sie geltend gemacht werden. Obgleich Präsident Wilson in seiner Rede vom 28. Oktober 1916 anerkannt hat, daß keine einzelne Tatsache den Krieg hervorgerufen hat, sondern daß im letzten Grunde das ganze europäische System die tiefere Schuld am Kriege trägt,.eine Verknüpfung von Bündnissen und Verständigungen, ein � verwickeltes Gewebe von Intrigen und Spionage, das mit Sicher- heit die ganze Bölkerfamili« in seinen Maschen fing,.daß die Er- klärung des jetzigen Krieges nicht so einfach ist und seine Wurzeln sich tief in den dunkeln Boden der Geschichte senken", soll Deutsch- land anerkennen, däß Deutschland und seine Verbündeten für alle Schädigungen, die die gegnerischen Regierungen und ihre Ange- hörigen durch seinen und seiner Verbündeten Angriff erlitten baben, verantwortlich sind. Dabei ist es eine unbestreitbare historische Tatsache, daß einige der nnS feindlichen Staaten wie Italien und R u m ä n i e n ihrerseits territorialer Eroberungen halber in den Krieg eingetreten sind. Abgesehen davon, daß also eine einwandfreie rechtliche. Grundlage für die Deutschland aufgebürdete Entschädigungspflicht nicht gegeben ist, soll die Höhe dieser Entschädigung durch«ine lediglich feindliche Kommission festgestellt werden, ohne Anteil Deutschlands an der Beschlußfassung. Tie Befugnisse dieser Krnn- Mission laufen einfach darauf hinaus, Teutschland wie eine große Konkursmasse zu verwalten. Wie es angeborene Menschenrechte gibt, so gibt es angeborene Recht« der Völker. Aber das oberste Grundrecht aller Staaten ist das Recht auf Selbsterhaltung. Mit diesem Grundrecht ist die Zumutung, die hier an Teutschland gestellt ist, unvereinbar. Deutschland soll eine Entschädigung auf sich nehmen, deren Höhe Der Aufbau öer voltshochfthulen. Ei» neuer Erlaß des Unterrichtsministers. Der Unterrichtsminister Haen-isch hat infolge der überaus zahl- reichen Mitteilungen und Anfragen auf Grund seines Erlasses vom 25. Februar über die Errichtung von Volkshochschulen in einem neuen Erlaß an die Verwaltungs- und Schulbehövden weitere An- regnngcn für die zweckmäßige erste Ausgestaltung städtischer und ländlicher Volkshochschulkurse gegeben. Da die lediglich auf privaten Gründungen beruhenden Veran- staltungen nicht von Dauer zu sein pflegen, empfiehlt der Minister. sofern nicht die örtlichen Verhältnisse eine andere Regelung als zweckmäßiger erscheinen lassen, die Volkshochschule an die G e- metnde anzulehnen. DaS ist in folgender Weise gemeint: Wo ein Bedürfnis nach Schaffung einer Volkshochschule laut wird, sollen durch die Gemeindevertretungen Volksbildungsaus- schuf fe gewählt werden, die sich aus den hauptsächlichen Trägern des VolksbildungsgedankenS innerhalb und außerhalb der Ge- meindevertretung zuammensetzen und denen Männer und Frauen aller Parteirichtungen angehören. Ferner empfiehlt Minister Haenisch die Schaffung einer Ver- mtttlungs- und Beratungsstelle aus der Mitte der akademisch gebildeten Kreise, deren Hauptaufgabe es sein soll, auf Wunsch der einzelnen VolkShochchulen ihnen die besten und wissen- schastltch wertvollsten Lehrer zu vermitteln. Di« Beratungsstelle soll an die Universitäten angeschlossen weiden. Der Gefahr einer wertlosen, schädlichen Halbbildung durch die Volkshochschulen muß nachdrücklich begegnet werden. Wo keine wirklich tüchtigen Kräfte zur Abhaltung von BolkShoch- schulkursen verfügbar oder mit Hilfe der Beratungsstellen zu er- langen sind, ist es, auch wenn der Wunsch nach einer Volkshoch- schule besteht, besser, die Gründung einer solchen einstweilen zu unterlassen. Aus dem gleichen Grunde fallen Einzelvorträge nicht in den Rahme» der Volkshochschule. Die Lehrenden haben sich grundsätzlich jedes Versuchs einer politischen oder religiösen Be? einfluffung ihrer Hörer zu eni hakten. Auch empfiehlt der Minister, die Volksbochchufturse für Hörer und Vortragende entgeltlich einzurichten. Eine f i n a n- zielle Unterstützung durch die Gemeinden ist an- zustreben, da sonst die Volkshochschulen der Kostendeckung wegen in unerwünschter Weife genötigt sind, einen zu großen Hörerkreis anzuziehen, worunter die Güte der Kurse leidet. Als wünschenswert bezeichnet«S der Minister zum Schluß. aus den größeren Volkshochfchulkursen»röglichst bald kleinere Hörerkreise zu enger gemeinschaftlicher Arbeit zu bilden. Um die Beveitstellung staatlicher Mittel insbesondere für diese Zwecke ist er bemüht. Der Aufbau wirklicher Volks- Hochschulen, die mit Hsinu* verbunden, find, bleibt das wei- •:7�'- jt-vf Dieser Erlaß des Kultusministers greift in die Arbeit, die jetzt überall begonnen wird, mit Richtlinien ein, die gewonnen sind aus den bisherigen Erfahrungen der VolkshochschulpvaxiS und dann auch aus den neuen, durch die Revolution freigemachten Mög- lichkeiten. Das Wichtigste ist— auch für Groß-Berlin— der Ratschlag, die Volkshochschule an die Gemeinden anzulehnen, ihr deren Geldmittel zu erschließen und zugleich der öffentlichen VolkSbil« dungSarbeit eine breite, feste,«inende Basis zu geben durch Aus- schüsse, an deren Zusammensetzung vor allem auch den berufenen Organisationen der Arbeiterschaft der für das Gedeihen der Sache unbedingt notwendige Anteil sicher ist. Die Schwierigkeiten, die der GründungSarbeit zurzeit noch erwachsen, sind nicht gering. Wir. wünschen dem Erlaß die Kraft, sie geringer werden und endlich ganz verschwinden zu lassen. * Im rechten Augenblick wird unS ei» Fall mitgeteilt, der ein grelles Licht auf die Art wirft, wie man im Lande Volks- Hochschulen gründet. Uns wich geschrieben: Ter Landrat und ein am 1. April d. I. inS Amt getretener junger Oberlehrer berufen eine Jnteresientenversammlung ein. Es erscheinen ein General, ein Major, akademische Lehrer, zwei Schul- direkteren, der Kreisarzt, etliche Semtnarlehrer, einige Volksschul- lehrer und-lehrerinnen und einzelne besonders.starke Stützen' der bürgerlichen Gesellschaft. Am Vorstandstisch sitzt der Landrat, der Redakteur eines deutschnationalen OrisblättchenS, der Vorsitzende der deutschnationalen Ortsgruppe und jener junge ortsfremde Oberlehrer, alle vier Vertreter des alten Regimes. Man stam- melt einiges über die Bedeutung der BoUshochschule, be- sonders über den Lehrplan, liest einen die Sache betreffen- den Schriftsatz aus der.Neuen Erziehung" vor. ernennt einen Ausschuß, der alle Vorarbeiten in die Wege zu leiten hat, findet sich mit beachtenswerten Einwänden eines Seminarlehrers bezüglich Nichtheranziehung der Arbeiter und Hand- w e r k e r zu den Vorbesprechungen großzügig ab und geht in dem Bewußtsein heim, eine hochbedeutsame Tat für da?.Volk" geleistet zu haben. So geschehen in Jüterbog im Wonnemonat 1919. Wie empörend dieser Vorgang, der leider nicht einzig dasteht, an Ort und Stelle empfunden wird, mag aus solgcndeni Kom- mentar ersehen werden, der die Zuschrift an uns begleitet: Das Volk wird sick, für eine solche Einrichtung bedanken, die man ohne seine Mitbestimmung schaffen und leiten will. ES wird damit nicht zufrieden sein, daß ein Vertreter der Arbeiterschaft als KonzesfionSschulze in dem Kuratorium sitzt, sondern wird den ent- scheidenden Einfluß bei der Errichtung der BolkShochsckiuke für sich be- anspruchen, um einer mißbräuchlichen Ausnutzung des VolkShochschul- gedankenS den Boden zu entziehen. Ob eine solche droht, möge man auS folgenden, von leitender Stelle des Abends gegebenen Ausführungen entnehmen:.Wir alle wollen, daß wir wieder Deutsche werden. Alle« soll sich»m den Deutschgedanken kristallifieren und der Er- tüchtigung de» deutschen Charakters dienen." Hat man trotz der Revolution den Mut. dem Volke die Ueberzeugung aufzudrängen, daß der Segen von oben, d. h. von den ehemalige« Stützen und Trägern der bürgerliche« Gesellschaft kommt? Der§lug über öen Gzean. Die„Daily Mail" berichtet aus Thurso über ein Gespräch mit dein Flieger Hawker. Dieser erzählte: Tie Lust war während der ersten vier Stunden unseres Fluges vollkommen klar. Dann wurde die Aussicht schlecht. Wir begegneten schweren Wolken und flogen in schwerem Sturm mit Regen. Wir befanden uns über den Wolken und zwar in einer Höhe von gut 15 000 Fuß. Noch 5% Stunden waren wir mehrere tausend Fuß herabgegangen, weil der Fülle: verstopft wurde. Tann ging ein paar Stunden long alles wieder gut, bis die Wasserzirkulation neuerlich verstopft wurde und die Temperatur des Wassers bis zur Siedehitze stieg. Wir begriffen, daß wir vor der Säuberung der Wasserpumpen nicht höher steigen konnten, ohne viel von der Kraft deS Motors zu verlieren. Als wir 12� Stunden unterwegs waren und die Wasser- Zirkulation noch immer schlecht war, sahen wir ein, daß wir nicht mit dem Aufbrauchen unserer Moterkrast fortfahren konnten. Wir veränderten die Richtung und flogen 2 Vi Stunden lang diagonal übe: die HauptschiffahrtSroute, bis wir plötzlich das dänische Schiff „Marie" entdeckten. Wir gaben sofort Notsignale, die auch sotert beantwortet wurden. Dann flogen wir noch etwa zwei Meilen weiter, bis wir in der Nähe des Schiffe? niedergingen. Das Moer war außerordentlich bewegt und die dänische Be- satzung hatte 1% Stunden lang zu tun, bevor es ihr gelang, uns an Bord zu bekommen. Mit großer Gefahr für ihr eigenes Leben glückte es zum Schluß, ein kleines Boot auszusetzen, aber wegen des schweren Sturmes war es nicht möglich, das Flugzeug zu bergen. Alles zusammen gerechnet, waren wir, seitdem wir Neu- fundtand verlassen hatten, 1414 Stunden unterwegs gewesen. Notizen. — Paul Jlg. der schweizerische Romanbichter, dessen ehr- lich offene, menschlich gesunde Kraft sich seit zehn Jahren in Deutschland schnell«inen Platz gewinnen konnte, ist jüngst in der. Schweizer Presse mit Vorwürfen bedacht und auch an dieser Stelle von Korn angegriffen worden. Der Angegriffene erteilt darauf folgende unS drahtlich übermittelte Antwort: ..Gegen KornS„Offenen Brief" erhebe ich schärfsten Pro- test. Ter Inhalt des Briefes geht bis ins Einzelnste an eine falsche Adresse. Ich habe während der Kriegszeit keinen einzigen politischen Artikel geschrieben, niemals einen Protest unterzeichnet, in keinem Buch gegen Teutschland Stellung genommen. Mein Roman„Der starke Mann" geht gegen den schweizerischen Milita- viSmus preußischer Observanz.". Paul Jlg stellt«ine weitere Rechtfertigung seiner Haltung in Aussicht. — Vorträge. Im Blüthner-Saal spricht am 30. Mai, abends 7'/, Uhr. Prof. Dr. H e r k n e r über.Großdeutsche Politik und demokratischer Gedanke". Er spricht anstelle de» Grafen Czernin, für den eine Ausreiseerlaubnis aus Deutschösterreich nicht erwirkt werden konnte. — Der Deutsche Arbeiter-Sängervund widmet seinen gefallenen Mitgliedern ein künstlerisches Gedenkblatt. Die Namen der Toten werden in Kunstschrift eingefügt, damit die Ein- heitlichkeit des Blatte» nicht gestört wird. Die» ist sehr z« be- -grüßen, und es sollte von allen Vereinen beachtet werden. Sit. 27«*36. 50�9008 Mittwoch, 28. Mai preußische Lanöesversammlung. 2-t. Sitzung. Dienstag, den 27. Mai ISIS, mittags 12 Uhr. Am Ministertische: Hirsch, S a e n i s ch u. a. Vizepräsident Tr. Frentzel eröffnet die Sitzung' nach 12s4 Uhr. Die förmliche Anfrage des Zentrums betreffend schleunige Maßnahmen zur Verhütung der weiteren Entioertuirg der Kriegsanleihen wird demnächst von der Regierung beant- wartet werden. Da? Haus setzt die erste Lesung des Gesetzentwurfs wegen Auf- Hebung der Ortsfchulinspektioncn fort. Abg. Kimpel(Dem.): Die Lehrerschaft begrüßt mit großer Freude die Vorlage, die mit einer längst veralteten Institution endlich aufräumt. Von jeher war die Schulaufsicht ein Recht des Staates, aber in der Zeit der schwärzesten preußischen Reaktion kam die Ansicht auf. daß die Schulaufsicht eine Sache der Kirche sei, weil diese die Mutter der Schule sei. Die Lehrerschaft hat unter diesen faktischen Zuständen ungemein gelitten. Nie ist die Kirche die Mutter der Schule, nie die Schule die Tochter der Kirche gewesen. Für die Lehrerschaft ist die Aufhebung der geistlichen Ortsschul- aufsicht wie der Ortsschulaufsicht in jeder Form eine Ehren- fache. Die Geistlichen— Ausnahmen bestätigen nur die Regel— sind für dieses Amt gar nickt vorgebildet, sie fühlen auch nicht mit dem Lehrerstande. Die geistliche Sckulaufsicht ist und bleibt ein Mißtrauensvotum gegen die Lehrerschaft. Wir werden da- ' Tür sorgen, daß nicht der Geistliche durch Hintertüren wieder in die Schulen eintritt; die Schule muß endlich von Schulmännern allein regiert werden. Für die Aufsicht sind Fachmänner nötig, die von der Pike auf gedient haben. Das dafür ausgeworfene Geld wird reichlich Zinsen tragen. Das Ministerium Saentsch darf keine Zeit ungenützt verstreichen lassen für die Durchführung dieser Re- form. lLebbafter Beifall.) Abg. Linz-Barmcn lDnat. Vp.s: Ter sozialdemokratische Redner hat in Bezug auf die geistlichen Schulaufsichtsbeamten von Dunkel- männern gesprochen. lZuruie: Mit Recht!) Das ist eine Bei ei- d i g u n g, denn die Kirche hat nickt aus Machtinstinkten die schul» in ihre Gewalt bringen wollen. fLebhafter Widerspruch links.) Die Simultanschule lehnen wir ab, weil sie hinsichtlich der Kinder und der Lcbrcr und in zahlreichen sachlichen Momenten zwiespältig ist.(Lebhafte Zurufe:.Höhere Schulen?) Wir sind bereit, für die Entwicklung der Lehrerbildung und der Schule nach besten Kräften mitzuwirken. Abg. Voclitz(D. Vp.i: Wir stimmen dem Gesetzentwurf freudig zu. Die E i n b e i t s s ch u l e ist bei der jetzigen Finanzlage un- durchführbar. Eine Wabl der Rektoren durch die Lehrer lehnen , wir, ab. / Abg. Adolf Soffmaun(11 Soz.): Durch die geistliche Schul- inspektion find viele Lehrer zur Verzweiflung und in den Tod gc- trieben worden.(Lärm rechts und Hnhul-Rufe.) Wir fordern die gänzliche Befreiuna der Schule von der Kirche. Hinaus mit dem Religionsunterricht aus der Schule I Der Redner richtet scharfe Angriffe gegen das Zentrum und verweist auf die Ab- trennungsbestrebüngen im Rheinland. Er schließt wie immer mit dem Rufe: Es lebe die Weltrevolution I Kultnsminister Haenisch: �ch bin erfreut, daß die Vorlage eine so spmpathische Aufnabme gefunden hat. Ich erkenne rückhaltlos die Reformbedürftigkeit des heutigen Retoratswesens an. Auch die Frage der Lehrerbildung ist seit zwei Wochen Ge- gcnstand eingehendster Beratung im Unterrichtsausschuß. Mein Erlaß betreffend die Lehrerbeiräte(der Minister verliest den Wortlaut) ist ein erster Versuch, diese Veirötc in eine organische Verbindung mit de« Schulanfsichts- behörden zu bringen. Ich hoffe, wir werden damit gute Erfahrungen machen, und bin dann gern bereit, ste weiter auszubauen. Von verschiede- uen Rednern ist mein Dankestoort an die geistlichen OrtSschul- inspektoren vom vorigen Freitag so aufgefaßt worden, als hätte ich der Einrichtung selbst eine Träne nachgeweint. Davon ist gar leine Rede. Fch bin mir bewußt, auch dem schärfsten Gegner bei aller Kritik stets mit persönlicher Achtung zu begegnen, auch dem Abgeordneten Adolf Hoffmann, wenn ich auch dessen Politik für ein schweres nationales Unglück halte.(Großer Lärm bei den U. Soz., andauernde Zwischenrufe; Ruf: Gehen Sie zum Zentrum! — Andauernde Unruhe auf der äußersten Linken.) Der Unterschied zwischen uns ist nur der:?tch habe in den letzten Jahren unter d«m Eindruck dieser welterschütternden Ereignisse einiges da�u ge- lernt. Sie nicht.(Erneuter großer Lärm bei den U. Soz.) Ich i] Heimkehr. Nach den Tatsachen erzählt von Hans Werner. (Schluß.) Juli.„Und Paul, unser Bruder Paul, wo——" „Ach, Paul, ja Paul.— der ist sehr krank und wird wohl kaum--"„wieder hochkommen", fiel er der Schwester ins Wort.„Nein, kaum bald kommen können, will ich eben sagen. Er ist schon lange-- tot". Sags nur. Tot ist er. Ich weiß, ich weiß. Seine Karten aus dem Hundestall, dem Gefangenenlazarett in Scipiorno waren nur zu deut- lich für mich— zu deutlich. Aber was kann ein gewöhn- licher Dolmetscher schließlich auch mehr vom preußischen Staate verlangen, als daß man ihn nicht gerade hinter einem Zaun verrecken läßt."„ Ja. und er glaubte nicht, daß er mit seinem blinden Auge jemals Soldat werden mußte." „Zum Dolmetscher gings ja aber. Ach ja! Deutschland, Deutschland,--- der Paul, der Esel! Im Gefangenen- Barackenlazarett als Kehlkopfkrankerl Wo anders war kein Platz? Hm, hm— er war guter Patriot und wollte sich wohl gern damit bescheiden, sonst wärs dem Vaterlande ja zu hart an den Geldbeutel gegangen. Ach ja, der gute Junge, der Paul, der Esel! Und ich?— Ich Esel!— In solchen wundervollen Lazaretten hat man alle Aussicht, für den Himmel zurecht gemacht zu werden."—„Ubi bene, ibi patria. Also—."„Ach ja, war ich doch--. Mußte ich denn?" _ Rückwanderer werden besonders berücksichtigt. So hieß es ja wohl?—„Sie haben sich zur militärärztlichen Unter- suchnng einzufinden am---." Ich habe mich—? sonstwas! Kommt nur zu mir. Ich habe mich-- und sie haben sich— verflucht getäuscht! Kommt nur zu mir und seht, ob mein Wrack noch reparabel ist. Und dann? Wollen sehen �—- Groß-Berliner Krankenhaus. Abteilung für Lungen- kranke. Pavillon 3.— Sobald aber ein Platz frei, höh! dann gehts in irgend ein« schöne Kuranstalt. Und wenn der arme Kerl erst ohne Fieber ist, dann gehts bestimmt ab nach dem Harz, Thüringen oder vielleicht aar nach Davos. Und da gibts sicher Heilung. Nur Geduld und erst das hätte es zur Not auch noch fertig gebracht, ein paar agitatorische Floskeln in die Begründung einzuslcchtcn und einige Spitzen gegen das Zentrum und gegen die Geistlichkeit anzubringen; das kann ich wirklich auch noch. Ich wollte aber auf alle und jede Parteipole mit in diesem Augenblick ver- z i ch t e n. Die Vorlage kehrt hoffentlich recht schnell aus dem Ausschuß ins Plenum zurück und wird recht schnell zur Befriedi- gung aller Beteiligten, insbesondere aber der preußischen Lehrerschaft, Gesetz.(Beifall.) Abg. Dr. Klingemann(Dnat. Vp.): Ich gönne den Lehrern von ganzem Herzen einen Anteil an der Hochschulbildung, aber man darf doch auch nicht übersehen, daß die akademisch gc- bildeten Lehrer zurzeit die am schlechtesten bezahlten sind. Die Schule darf des tiefgreifenden Erziehungsmittels, der Religion, nicht entbehren. Der Fachmann ist keineswegs durechlveg der ge- gebcne Beurteiler: wo bliebe denn sonst die Kunstkritik, wo bliebe ich als Geistlicher, der sich dem nichtfachmännifchen Urteil der Gemeinde fügen mutz? Da es nichts Vollkommenes auf Erden gibt, und auch der Lchrerstand nicht vollkommen aus den Seini- naren hervorgeht, ist die Schulaufsicht nötig. Abg. König(Soz.): Die Schäden, die die geistliche Schul- aufsicht angerichtet hat, sind von eine Anzahl der Redner der Rechten bestritten worden. Wir werden uns dagegen wehren, daß der Versuch gemacht wird, die Ortsschulaufsicht fv" �ie mehrklassigen Schulen bestehen bleiben zu lassen. Der Stand der Volksschule ist in erster Linie durch die Lehrer erreicht worden, nicht durch die Rektoren. Diesen ist es immer in erster Linie auf die Ansicht, nicht auf die Schule angekommen. Wir wünschen eine freie Entwicklung der Volksbildung, die allen Schichten des Volkes zu eigen werden mutz. Abg. Herold(Zentr.): Seitens des Abg. Hoffmann ist die Ver- mutung ausgesprochen, daß die Zentrumspartei als Hintertür die geistige Schulaufsicht wieder einführen wolle. Demgegenüber ver- weisen wir auf unsere Erklärung. Der Abg. Hoffmann hat in oiescm Zusammenhange weiter ausgeführt, wie das Zentrum seine Interessen wahrzunehmen verstehe, das zeige deutlich das gegen- wärtige Verhalten des Zentrums in der Rheinprovinz.(Dazu verliest der Redner eine Erklärung, in welcher das Zentrum sich gegen jede Zersplitterung der deutschen Volkskraft ent- schieden verwahrt und die endgültige Geijaltunq des deutschen Reiches und seiner Gliedstaaten den verfassunggebenden Instanzen im Einvcrnebmen mit der preußilschcn und der Reichsregierung vorbehält. Die Zentrumsfraktion mißbilligt deshalb das Ver- halten ihrer rheinischen Mitglieder, wie in einem Fraktionsbeschluß hervorgeht. Abg. Kamp(Zentr.): Wenn wir der geistlichen Schulausticht unsere Anerkennung ausgesprochen haben, so sollen damit etwaige Uebergvisfe nicht entschuldigt bleiben. Es läßt sich nicht bestreiten, daß die Kirche in den ersten christlichen Jahrhunderten die Volks- schule gegründet hat und wenn Hoffman verlangt, daß die Schule den Kindern das mit auf dem Lebensweg geben soll, was sie tat- sächlich gebrauchen, so stimmen wir dem zu, meinen aber, daß dazu auch die Religion gehört. Abg. Hollmann(D. Vp.): Es wäre völlig unpädagogisch, wenn man den Religionsunterricht aus der Schule entfernen wollte. In Lichtenberg haben sich von SA) Lehrern nur 1 Proz. vom Re- ligionsunterrickt befreien lassen. Abg. Adolf Hoffmann(il. Sog.): Es werden schon noch mehr werden, dafür werden wir sorgen. Der Vorredner behauptete, er sei nicht reaktionär. Die Lichtenberger haben erklärt, er wäre der reaktionärste Schul- und Dunkelmann, den es überhaupt gibt. (Lacken rechts.) Die Aussprache schließt. Die Vorlage geht an den Unter- richtsausschuß. Mitttoock 12 Uhr: Anfragen über die Bestrebungen zur Bil- dung einer rheinischen Republik. Anträge. Schluß 5 Uhr._> ZnSustrie und tzanöel. Erleichterungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr. Berlin, 27. Mai. Zur Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs haben sich auf Veranlassung der Reichs- bank und unter ihrer Beteiligung sämtliche namhaften deutschen Geldinstitute und Körperschaften dahin geeinigt, ihrer Kundschaft für Eingänge auf Konto durch Zahlkarten und Postüberweisungen ab 1. Juni ISIS keinerlei Gebühren mehr in Rechnung zu stellen. Damit ist die schrankenlose Verbindung des Gironetzes Fieber, das Fieber, das darf nicht mehr sein. Ach ja, nach Thüringen.— Viele kamen noch zu Henry als Leidens- genossen ins Krankenhaus, in seinen Saal. Zwanzig Betten. Manchmal nur sechs belegt. Manchmal der Saal auch voll. Und viele gingen wieder. Wohin? Weiß ich? Doch, ich weiß. Sie gingen nach dem Harz, sogar in die Schweiz. Aber ja, die konnten das auch, sie hatten ja nichts„abge- geben", und für solche fand man bei einiger Mühe auch einen freien Platz da draußen. Ach ja, man konnte dann schon einen finden. Für Henry fand sich aber keiner. Er hatte ja alles abgegeben. Und Hery ahnt, beginnt zu ahnen. Seine Ahnung wird ihm zur eigenen Gewißheit. Der Arzt hestreitets. Die Schwester leugnets. Leugnet nur, streitet nur. Ich loeiß, ich weiß-- weiß alles. Mein Reise- bündel ist geschnürt— in die Heimat— die andre._--— Neun Monate schon! Und noch immer nicht? Ach nein, die Plätze sind doch gar zu rar. Trotzdem das Fieber Wochen- lang, auch schon sogar mal länger wie einen Monat nicht vorhanden war. Sonderbar.— Geduld, Geduld.-- Mai 1919. Noch immer nicht.„Rückwanderer werden besonders berücksichtigt." Auch solche, die alles„abgegeben" haben?— Geistliche kommen öfter in den Krankensaal. Auch heute kommt einer. Ein katholischer. Aufmerksam betrachtet er die Bettentafeln und sucht nach dem Konsessionszeichen dar- auf. Henrys Bett war leer.„Wo ist dieser Kranke, Schwester?" Dort auf dem Liegestuhl im Tagesraum, Herr Pfarrer, dort liegt er.—„Guten Morgen, Herr Borkmann. Wie gehts?" „Bin immer noch hier." erwidert Henry.„Sie sind schon lange hier, nicht wahr?"„Ach, nicht lange, erst im zehnten Monat. Finden Sic das lange?"„Nun ja, doch immer- hin."„Ich auch. Ich Habs jetzt satt in diesem Elends- kästen."„Getrost, lieber Freund, heute halte ich oben im kleinen Saal Andacht. Sie kommen doch? Und auch zur Beichte kommen Sie doch?"„Beichte? Was ist das? Wo- zu?"„Sie sind nicht wohl, lieber Freund, ich sehe es Ihnen an. Haben Sie Fieber?"„Fieber? Keine Spur! Aber Hunger Hab ich, Hunger, das kann ich Ihnen beichten." „Bekommen Sie nicht satt zu essen?"„Satt zu essen? Fragen Sie mal die anderen da, den Juden da drüben, was ihm seine Frau alle Tage bringen muß, damit er bei Kräften bleibt. Der Arzt sogt, essen Sie dies und jenes, gut gekocht und gut gebraten, weißes Fleisch und all die schönen Aachen. der Post mit demjenigen aller Geldinstitute hergestellt. Da es sich hier um eine ganz allgemeine Maßnahme handelt, werden die Reichsbank und wohl auch die beteiligten Banken, Genossen- schaften, Sparkassen, Gemcindegirokasscn von einer besonderen Bekanntmachung an ihre Kundschaft absehen. Die Reichsbank erhebt also künftig im Postscheckverkehr nur noch Gc- bühren für Barauszahlungen aus ihrem Postscheckkonto, und zwar Vi« vom Tausend für jede einzelne Auszahlung(ans b Pf. nach oben abgerundet, mindestens IS Pf.). Vcrkchrsschwicrigkcitcn im Ruhrrevicr. Essen. 26. Mai. Die am 17. Mai zum ersten Male wieder aufgetretenen Fehlziffern in der Wagcngcstellung für den Kohlentransport haben sich in der Vorwoche weiter er- höht; am 24. Mai konnten 1306 Wagen nicht gestellt werden. Es wäre äußerst bedauerlich, wenn diese Verhältnisse sich noch weiter zuspitzen würben, so daß die nicht einmal für die Deckung unseres wirtschaftlichen Bedarfs ausreichende Förderung zu einem Ten auf Lager genommen werden müßte, anstatt den notlerdenien Industrien und Betrieben zugeführt zu werden. Die Wagenge- st e l l u n g bewegte sich auch in der Vorwoche zwischen 1b 566 und 16 ÖÖÖ Wagen. Die Kipperlei st ung in den Duisburg-Ruhr- orter Häfen nahm an Umfang zu; am 23. Mai wurden 15 566 Wagen gekippt, das sind etwa 56 Proz. der Tagesleistung, wie sie in den Sommermonaten des Jahres 1918 erzielt wurde. Der Kanalversand betrug rund 25 666 Tonnen arbeitstäglich. Der verfügbare Lcerraum im Kanal ist demzufolge wieder auf etwa 15 666 Tonnen zurückgegangen. Dagegen liegen vor Schleuse 7 noch zahlreiche Kähne beschäftigungslos, da der Versand nach dem Osten erst in den letzten Tagen in größerem Umfange freigegeben wurde. Um die Eisenbahn durch Zuhilfenahme des Wasserweges weitgehend zu entlasten, wird der Kanalversand nach Möglichkeit noch weiter verstärkt werden. GrofcBerün Tie Brandenburger Turner zur Diktatur des Proletariats. Turnverein.Fichte"-Berlin batte bekanntlich beantragt, daß nur Mitglied im Arbeiter- Tnrnerbund sein darf, wer sich für die Diktatur des Proletariars erkläri. Dieser Antrag ist nunmehr durch Urabstimmung im Kreis Brandenburg des A.-T.-B. mit 2'227 gegen 2�52 Stimmen abgelehn t worden. Die Gegnerschaft gegen diesen Antrag ist aber viel größer, da viele Vereine die Abstimmung überhauvt abgelebnt baben. weil die Beschäiligung mit Partcipolitik nicht zu den Aufgaben der Arbeiter-Turnverciue gehört. Die„Fichte"-Kommuiiisten baden damit eine empnndliche Niederlage erlitlen, die auf dem Bundesturntag wohl eine end» gültige werden wird. Welcher politische Unfug im Turnverein„Fichte" getrieben oder, um mit dem unabhängigen Bundesvorsitzeud-n zu sprechen, welche „grenzenlosen Dummheiten" dort gemacht werden, geht aus iolgenden Anträgen zum Bundesturntag hervor: 1. Alle Arbeiterturner sollen aus der Laudeskirche aus- treten, 2. gegen die Kulturpolitik der Reichsregierung ioll der A:-T.-B. protestieren und sofortige Trennung von Kirche und Staat verlangen. 3. Mitglied des A.-T.-B. darf nur sein, wer sich für die Diktatur des Proletariats und als revolutionärer Arbeiter erklärt. In der letzten Ver- sammlung wurde den Mitgliedern gesagt, wer sich mit den Be- scklüssen des Verein« nicht einverstanden erklärt, der solle seiner Wege gehen. Im„Vorwärts" dürfen in Zukunft nach einem weiteren Beschluß keine Bekanntmachungen mehr veröffentlicht werden. Die Folge all dieser Schikanen ist, daß verschiedene Ab- tcilunge» nur noch mit 5—6 Mann aus dem Saal„turnen", d. h. polilische Debatten pflegen. Auch die einsichtigen Unabhängigen bleiben dem Verein fern. Für aufrechte und der Heuchelei abholde Turner ist unter solchen Umständen kaum noch Platz, sosern sie nicht selbst Anhänger der Diktatur des.Fichte"-ProIetariatS sind. Heute Räte-Bollversammlung, 10 Uhr, Kammcrsäle. Boll- zähliges Erscheinen der S.P.D. Pflicht. ' Wieder einmal Ausweise ungültig! Durch den Gouverneur von Berlin sind alle von der Kommandantur Berlin vor dem 15. April 1619 ausgestellten Ausweise vom 5. Juni ab für ungültig erklärt worden. Vielleicht fragen Sie ihn mal, woher das nehmen. Vielleicht verrät er Ihnen die Quelle, woher alle diese schönen Sachen kommen, die da drüben, in den anderen Pavillons, in der ersten Klasse den Leuten serviert werden."„Kommen Sie nachher zur Andacht und zur Beichte. Erbauung und Trost---"„Ich beichten? Ich habe nichts zu beichten. Ich Ihnen beichten? Ihnen? Sie sind ein Mensch, wie ich und ich soll Ihnen beichten!? Sie irren sich. Aber Wenns interessiert, dann will ich Ihnen mal gern privatim flüstern, wer die Sünder sind, die beichten müssen, und wo die„Gläubigen" und„Patrioten" sitzen» die alle die Tausende ins Elend und in den Tod gejagt haben. Mein Seelenheil soll Ihnen keine Sorge machen und gegen mein Leiden helfen keine frommen Andachten. Ich sage Ihnen, die ganze Welt stinkt vor Schande und Verbrechen. Ich habe alles abge- geben— alles— meinen Glauben an den Herrgott und an die Menschheit,— alles— alles. Für mich heißts nur noch abwarten, bis Platz ist, aber nicht in Thüringen, ach nein, aber da, da drüben, schann Sie mal da, durchs Fenster, in dieser Richtung, da ist Platz, neben meiner Mutter, unter einem schattigen Hollunder. Der Platz ist seit Jahren re- serviert für mich— der ist frei— schöner Platz— billig. Mein Bruder ist auch schon da— fürs Vaterland! Kaput gedolmetscht bat er sich fürs Vaterland, hat auch warte» müssen--" „Schwester, der Kranke muß ins Bett, er hat wohl starkes Fieber." _„-- hat auch gewartet. Wissen wollen sie heute, was ich in Rußland verloren habe, ob Vieh, ob Güter, Häuser,—> Geld, wieviel und>vas alles-- heute!— warum nicht vor neun Monaten?— Entschädigen— heute— Darlehen wollen sie geben— heute— warum erst heute?— Heimat, nach der Heimat— im Sommer, Genrich, im Sommer, mit den Gesunden-- und Wasserweg, das ist besser— jagte Wasilij— Wastlij Petrowitsch, Du dummer Kerl— Stecht hattest Du,— Recht-- ich Esel— und der russische Doktor, der Kerl-- der tvar doch so hohl, so hohl-- war der Kerl— Gib her Bruder, gib her, gestern Dein-- heute mein.— Wasilij— Tjotjenka Sonja, der Galgen wäre — wäre doch vielleicht ganz gut— gewesen— damals. — Ubi bene,---- Schwester! Schwester Lotte—-— Iraktlonssitzung öer S. p. V.-NSte. VdeichSminister Dr. David wies darauf hin, dah der Gewalt» frieden die beste Verteidigung für die Politik der Parte sei. Die Auffassung der Unabhängigen, die von der Waffenniederlegung«in« Verständigung erhofften, sei grauenhaft zerstört worden. Als die Friedenskundgebung des Reichstags im Sommer 1917 auf Drän» gen der Sozialdemokratie erfolgt sei, haben die Alldeutschen ein« Verständigung sabotiert. Hindenburg und Ludendorff haben den Waffenstillstand verlangt, als von der Revolution noch gar keine Rede war Als sie ihn binnen L4 Stunden verlangten, habe sich der Prinz Max von Baden auf das äußerste widersetzt; auch inner» halb unserer Fraktion habe eS«ine große Auseinandersetzung ge» geben, weil ein großer Teil der Abgeordneten der Ansicht war, daß die Partei nicht in die bankerotte Firma eintreten dürfe. Nur die Erwägung, daß ohne den Eintritt der Sozialdemokraten die Ka- tastrophe unheilbar werden würde, habe die Fraktion veranlaßt, sich an der Regierungsbildung zu beteiligen, um so mehr, als Max von Baden erklärte, daß er ohne den Eintritt der Sozialdemokraten da? Reichskanzlevamt nicht übernehme. Der militärische Zusam- menbvuch war unabänderlich. Wir haben den Waffenstillstand an- genommen auf Grund der Wilsonschen Punkte, während unS jetzt «in Frieden der Rache angeboten wird. ES hat sich nun wirklich gezeigt, daß die Haltung der Unabhängigen, die immer erklärten, Deutschland habe nur nötig, sich schuldig zu bekennen und Reue zu zeigen, um einen hochherzigen Rechtsfrieden zu erlangen, Ver- blendung und Illusion war. Clemenceau sagt, das deutsche Volk müsse büßen, waS die Machthaber von 1914 gesündigt haben. Damit ist daS Programm der Unabhängigen gefallen. ES ist müßig, die Frage aufzustellen, wer unser schlimmster Gegner sei. England oder Frankreich. Beide sind gleich unversöhnlich und geneigt, die Lage zu ihren Gunsten auszunutzen. Drüben sind eben nicht Jdea» lichen, sondern Realisten an der Arbeit. Das Unrecht von 1870 war. daß man daS Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung Elsaß- Lothringen ausschaltete. Die Entente tut jetzt das Gleiche. Dr. David glaubt, daß bei einer Volksabstimmung Elsaß-Lothringen auf Grund seiner Erfahrungen mit dem preußischen System für Frankreich votieren würde. Trotzdem wäre es für den Frieden der Welt nützlich, wenn auch dort setzt abgestimmt würde. Im Westen sind eS deutsche Geldbaütelpatrioten, welche die AbtrennungSbe- strebungen fördern, an der Spitze stehe die„Köln, VolkSztg." Mit Stolz könne man auf die Haltung der Arbeiterschaft in diesen Gebieten schauen, die auch in der Stunde der Not ihr Volk nicht verläßt. Die Entente möchte die alte deutsche Zerrissenheit wieder herstellen und die Hegemonie Frankreichs im Westen Euro- paZ wieder aufstellen. Der Volkkabstimmung wollen �wir uns gern fügen. Dann wollen wir alles tun, um zur Verständigung auch mit den Polen zu gelangen. Wir müssen wissen, wieviel wir zu zahlen haben; wir sind auf«ine hohe Summe gefaßt, aber sie muß genau fixiert sein, damit wir zu geordneten Zuständen gelangen. Wir gehen sonst einer modernen Schuldknechtschaft entgegen, w>i« sie martervoller nicht gedacht werden könne. Ein großer Teil der Ar- beiterschaft habe vom Export gelebt; sie werde gezwungen sein, im Ausland ein Parialebcn zu führen. Ter Friedensvertrag fei gegen die deutsche Arbeiterschaft gemacht, und damit solle der Bortrupp de? internationalen Sozialismus tötlich getroffen werden. Wir sind in unseren Vorschlägen der Entente weit über die 14 Punkte Wilson» entgegengekommen. In den Völkerbund wollen wir als Gleichberechtigte eintreten. In der vorliegenden Form ist der Friedensvertrag unannehmbar. Wesentliche Aenderungen sind erforderlich. Wir werden die Gegenvorschläge prüfen und genau abwägen, ob sie genügen oder nicht. Erst in dieser Stunde wird die Frage der Unterzeichnung ent- schieden werden, nicht vorher. In diese? historischen Stunde muß aller Parteihader schweigen; bei der Sozialdemokratie liegt die große Verantwortung. Hand- und Hirnarbeiier müssen zusammenhalten. Die Errungenschaften der Revolution seien schon jetzt gewaltig. Man solle sie nicht verkleinern. Kaliski: Deutschland war nicht berechtig k, auf die Ver- sprechungen WivsonS hin einen RechtSfoieden zu erwarten. In den Reihen der Partei und der Regierung habe ein gefährlicher Zu- stand der Selbsttäuschung und der Träumerei Platz gegriffen, und unter ihrem Einfluß hat die Regierung gehandelt. ES ist«in Wahn- sinn zu glauben, daß Wilson in der entscheidenden Stunde inter- v enteren werde. Die Entente kenne die Zustände in Deutschland besser, als mancher Inländer. Die Regierung verhandele nicht wie ein Großkaufmann, sondern wie ein kleiner Käsehänvler. ES ist England ganz gleichgültig, wenn der Kontinent zersplittert. ES wäre besser gewesen, wenn Scheidemann in der Nationalver- sammlung geschwiegen und sein„Unannehmbar" für stch be- halten hätte. Wenn wir die Unterschrift unter den FriedenSver- trag verweigern, so weiden wir 10 Tag« später winselnd noch Paris ziehen und zu jedem Frieden bereit sein. Die Erkenntnis der Lage in Elsatz-Lotbringen ist auch dem Dr. David zu spät ae- kommen. Branting habe in den ersten Krie�Smonaten flehentlich redeten, mit einer lchönen Geste Frankreich entgegenzu- ommen. Da?„Niemals", daS Herr v. Kühlmann sprach, war das Wort, das uns zum Bankerott gezwungen hat. SBenn David hervorgehoben hat, daß die Alldeutschen unter Ludendorff ihren Willen durchsetzten, so müsse gefragt werden, waS hat die deutsche Sozialdemokratie gesogt? Dr. David sei der Träger der Unheil- vollen Politik der Partei gewesen, die nach Brest-Litowsk gefuhrt halbe. Mit der Volksabstimmung könne die Frage der GebietSab- tretung nicht erledigt sein. Im Interesse der Bevölkerung dürfen gewisse LandeSteil««ineSfallS au« ihrer wirtschaftlichen Basis gerissen werden.(WaS aber daS Verfailler Diktat doch tut! Nied.) . Dr. Ca spar y bat, derartige Auseinandersetzungen im Augenblick zu unterlassen, da es jetzt gelte, der Regierung den Rücken zu stärken. Büchel war der Meinung, daß die Unter- zeichnung diese« Friedens den. Tod der Sozialismus bedeuten würde. Die Reglerung solle erklären, wie das„Unannebmbar" Scheidemanns zustande gekommen sei. Der Fluch von Brest-Litowsk werde uns jetzt überrcickü. Cohen- Reuß führte aus, daß David am Grab« seiner Politik stehe, die zur Niederlage führen müßte. Sotort nach dem Waffenstillstand hätten wir mit positiven Vov- schlügen an Frankreich herantreten müssen. Wir sollten un» dem Zwang nicht aussetzen, sondern unterschreiben, wir kommen sonst zum Bürgerkrieg. Die Chancen auf Abänderung sind nach der Unterzeichnung groß, weil die Entente einsehen wird, daß wir die un» aufgezwungenen Bedingungen nicht halten können. Ueber- dies wird sie von der Einsicht der Arbeiterschaft ihrer Länder zu Milderungen gezwungen werden. Frn Schlußwort setzte sich Dr. David mit Kaliski und Cohen auseinander. Er teilt« mit, daß ScheidcmannS„Unannehmbar�' einstimmig vom Kabinett genehmigt worden sei. Die Lchießberritschaft der RegierungSsoldate». Auf dem g M.-Platz der Grunewaldrennbahn wurde am Sonntag nach dem letzten Rennen ein Mann unter der Beschuldigung der Buch- macherei von einem Soldaten(Wir haben doch noch eine Po- lizeil Red.) aufgefordert, mitzugehen. Der Mann forderte Be- weis«, darauf wurde er von mehreren Soldaten abgeführt. Der Weg ging durch die vieltausendköpfige Menschenmenge, welche im Begriff war. nach Hause zu gehen. Durch die Abführung angelockt, strömte die Menge herbei, um zu sehen, waS der Mann verbrochen hat. Da plötzlich, alz der Zug Soldaten in» Stocken kam, entsicherte einer der Soldaten sein Gewehr, der Wachthabende sah dies, ent- sicherte gleichfalls seinen Armeerevolver und bedrohte die Menschen mit der geladenen Waffe, ohne daß ihm Gefahr drohte. Die Menge stob natürlich auseinander, und der Zug setzte seinen Weg weiter fort, die Waffen wurden aber nicht gesichert.— Will man diesem provokatorischen Unfug nicht endlich steuern? Dem Krankenpflegepersoual der städtischen, staatlichen und privaten Krankenanstalten Berlins berichtete in einer vom Ver- band der Gemeinde- und Staatsarbeiter«inberufenen sehr stark besuchten Versammlung Stadtv. Gen. Dittmer über die gePlanten Ausbildungsvorschriften. Die bisherigen Vorschriften sind sakul- tativ, statt obligatorisch. Sie wu-rden bisher sehr lax gehandhabt. Private Fachschulen sind zum Schaden deS Personals viel sack inS Leben gerufen worden. Bis jetzt ist für die Ausbildung nur Stückwerk geleistet. Die Deputation hat jetzt eine planmäßig« Arbeit «ingeleitet. Es sollen in den städtischen Anstalten dauernde Lehr- kurse eingerichtet werden, die mit staatlicher Prüfung abschließen, außerdem Fortbildungskurse, um dem Personal stet» die Möglich. keit zu geben, sich über die Neuerungen zu unterrichten. Ob dieses Ziel zu erreichen ist, hängt nicht nur von dem guten Willen der städtischen Körperschaften, sondern auch von dem Willen des Personal» ab, diese Einrichtungen in Anspruch zu nehmen. Die Diskussionsredner stimmten dem Referenten in allen Punkten zu und wandten sich wiederholt gegen die Bevorzugung der Schwestern. Di« Versammlung nahm darauf eine Resolution an, in der im Interesse der Allgemeinheit und zur Hebung de» Pflegeberufes gefordert wird, daß in allen Krankenhäusern mit mehr als 60 Betten vorschriftsmäßige Kurse mit Abschlußprüfung für staat- lich anerkannte Krankenpflegepersonen abgehalten werden, an denen auch Wärter, Wärterinnen und andere Pflegekräft« teilnehmen können. Die Kriegsteilnehmer der Post tagten am Freitag in der Aula des Friedrich-Gymnasium». Die Versammlung nahm mit Befrie- digung davon Kenntnis, daß das Reichspostministerium noch einmal zu der Frage der Prüfungserleichterungen Stellung nehmen will. Die Erregung unter den Kriegsteilnehmern im ganzen Reich« ist größer, als man vielleicht ahnt. Im Interesse der Ruhe in der Beamtenschaft und eine? gedeihlichen Zusammenarbeiten» hielten alle Redner die Erfüllung ver berechtigten Wünsche der KnegZieil- nehmer für dringend erforderlich. Guten Appetit! Beamte de» LandeSpolizeiamt», die auf Schleichhandelswaren fahndeten, nahmen in den Räumen eine» als besonder» fein geltsnden Spielklubs im Westen ein« Durch. suchung vor. Natürlich wurde versichert, daß keine auf unlautere Weise erworbenen Lebensmittel verabfolgt wurden oder vorhanden seien, und natürlich wiesen auch Speisekammer und Eisschrank gähnende Leere auf/ Aber im Klosettraum der Angestellten lagen in der Badewanne herrliche Leckerbissen, z. B. 3 große Tor- ten, 2 große Königskuchen, 2 Weißbrote und rund 1 Zentner Schweine-, Kalb- und Rindfleisch. Der Verwalter verweigerte jede Auskunft über die Herkunft der Waren. Die Gäste diese»„vor- nehmen" Klubs werden ihre helle Freude daran haben, wenn sie erfahren, in welcher Weise und an welchem Ort ihre Braten und Schnitzel und Kotelett», Torten und Kuchen ausbewahrt wurden. Nach einem großen Geschäftseinbruch ergriffen wurden drei alte„Knacker", ein wohnungsloser Geschäftsreisender Max Binder, ein Schlosser Otto Gebauer, Wiener Straße, und ein Maurer» polier Georg Lawrenz, Pantstraße. Die Einbrecher öffneten Unter den Linden Nr. 66 mit Nachschlüsseln die Bureauräume eine» Rechtsanwalts, gelangten über eine Glasveranda in die Räume des Schneidergeschäftes von Moseimann und stahlen daraus für über 100 000 M. Stoffe. Al» sie die Stoff« im Norden zu Geld machen wollten, wurde» sie erwischt und festgenommen. Für über 30 000 M. konnte ihnen noch abgenommen werden. Zur Erschießung Derenbachs hatte die„Freiheit" gemeldet, daß sie von dem gleichen Kriminalboamten verübt worden sei, der den Kommunisttn Leo Jogiche» getötet habe. Die offiziösen„P. P. R." erklären diese Nachricht für glatt erfunden. Die„Fr." weist auch darauf bin., daß der von ihr der Ermordung von 32 Matrosen in der Französischen Str. beschuldigte Oberleutnant Marloh noch frei herumgehe und von einer Untersuchung wegen der Tötung der vier Spandauer Kommunisten aus dem Weg nach Tegel nichts zu hören fei. Wir erwarten schleunige Klarstellung. Die ehemalige»«lugehörtgrn der R.-S.-W., welche inlolge de- AusILIung am 20, b-M, 81, Mal ausgeschieden find und noch Rückstands- sorderungen an FamUtemiliterstützung zu baben glauben, wollen diele unr verzüglich bei der Fürsorgeabteilung, Oberwallstr. lo, Zimmer 6 unter vorlegmig ihre» TntlassungSIcheine vom Feldheer und der R. S. 88. anmelden. verkauf der Eintrittskarten zu de» Konzerte» de» Phil. harmonische» Orchester« nicht Zimmer 18 de« GewerlschastShauseS, sondern im Zigarrengeschist von Horsch, Sngeluser IS, von 2—12 und 4—6 Uhr. Eine Botschaft der Versöhnung französischer Frauen an die deutschen Frauen wird in der großen Kundgebung de» Bunde« Nene» Vaterland heme Mittwoch 8 Uhr in der Stadthall«, Klosterstraß«, zur Ver- lesung gebracht. Diese Lotschalt Ist von grau Minna Cauer übermittelt worden. Die Rezitation der Kundgebung hat grau Gertrud Eysoldt über- nommen. Kriegsbeschädigte, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebene in Kriegsgesellschaften und sonstigen KrtegSorganisationen. Sonnabend 8 Uhr nachmittag» im ehemaligen Herrenhanse. Saal 6, Leipziger Str., V ertrau«nSmännerkonserenz. SS wird ersucht, von jeder td. icgSgesellschast. KrieaSorganisation eine Ver« trauenSperson dorthin zu entsenden. AuSkunst erteilt Baumgatten, Neukölln, guldastr. 66/66. Die Züge«tabtbahn— Grünau beginnen Neritag« im Sommer. sahrplan nicht mehr nur in Westend, sondern sie kommen zum Teil von Grunewald, wo ibre Gegenzüge ebensaüS enden. Reue Züge sichern Anschlüsse. Fußball. Heute, Mittwoch, 6 Uhr aus dem Hettha-Spottplatz am «ahnhos Gesulidbrunnen BczirtSkammando I gegen Lustschisser-Vataillon l. Bekannte Ligaspteler wirken mit. „Ueber HimmelSbeabachtnuge» mit lgroßeu und kleinen Fern- röhren« spricht unter Vorsübrung zahlreicher Lichtbilder und praktischer Anleitung Direktor Dr. Archenhold heute Mittwoch in der Treptow- Sternwatte._ Die Gcmelndearbeitcr in Nikolassee reichten durch den Verband der Gemeinde- und StaatZarbeiter am 20. Februar 1919 einen TarifveriragSentwurf ein und ersuchte gleichzeitig um die Anbe- raumung von mündlichen Berhandlungen. Zuerst schob die Ver« waltung die Erledigung hinaus, indem st« die Neuwahlen zur Ge« meindevertretung verschob. Eine Mahnung vom 1. April hatte nicht» gefruchtet, desgleichen eine solche vom 22. April. Dem Gau- leite? hat nun am 24. April der Gemeindevorsieher da» Versprechen abgegeben, daß in der darauffolgenden Woche Verhandlungen statt- finden werden, zu denen auch die Organisationsleitung hinzugezogen würde. Mittlerweile hatte man sich ober besonnen. ohne die Organisation Verhandlungen zu Pflegen. Dabei stellt man sich auf den Standpunkt, daß man mit der Orga- nisation überhaupt nichts zu tun haben will. Ob die Aeuherung,„daß die Verwaltung es auf einen Konflikt ankommen lassen will, um aus diese Weise die Arbeiterschastau» den Betrieb zu be« kommen und dafür llnorgauisiette zu erhalten, wirklich ernst gemeint ist? Wenn ja, dann empfehlen wir den Herren dort einmal die gesetzlichen Bestimmungen zum Studium, Wir nehmen an, daß die Gemeindeverwaltung Nikolassee es sich noch überlegen wird, in der gegenwärtigen Zeit, die ohnedies mit genügend Zündstoff ge- schwängert ist, einen Kampf heraufzubeschwören. Jedenfalls wird sie die Arbeiterschaft gerüstet finden. Vielleicht gehen dann einige der reaktionären Herren anstelle der organisierten Arbeiterschaft. Niederschönhausen. Gemeindevertretung. In der Etatdebatte wies Genosse Hellrich auf die böse Erbschaft hin, die 8'/, Millionen betragende Schuldenlast. Der Steuerzuschlog sei aus 260 Proz. fest- gesetzt, in Wirllichkeii müßte er 400 Proz. betragen. Aus Gründen der Gerechligkeit müsie da» Steuervorrecht der Lehrer, Beamten und Geistlichen aufgehoben werden. Die kleinsten Einkommen müssen steuerfrei bleiben. Der Weg zur Einheitsschule sei durch den bereits beschlossenen Abbau der Vorschulklassen be- schritten. Einzuführen sei Unentgeltlichkeit der Lernmittel für die Volksschulen, ebenso die feste Anstellung eine« Schularztes. Uebernahme des Polizeiwesens durch die Ge- meinde. Di« Müllabfuhr lasse sehr zu wünschen übrig. Zur Er- richtung von Spielplätzen eigne sich besonders der Schloßpark, für die Säuglingspflege müsse mehr geschehen. Uebernabme der Apo- tbeken sowie des BestaltungSwesenS in eigene Verwaltung. In der Armenverwaltung sei endlich die Arbeiterschaft so verlreten. wie eS ihr zukomme. ES muß versucht werden, die Weiiersühruna der Hochbahn zu erlangen. Nach längerer Debatte wurde die Einzel- beratung vertagt. Gegen die am 3. Mai stattgefundene KreiSiagSwahl ist von dem Schöffen Thormann Einspruch erhoben worden, der so recht bei den Haaren herangezogen worden ist. Treptow. Baumschulenweg. Heute. Mittwoch, 8 Uhr, Versammlung der Arbeitslosen der Gemeinde Treplow-Baumschulenweg. Tin jeder be» schästigungSlose Hand- und Kopsarbciter erscheine. Johannisthal. Die„v»r«ärtS".AuSgabestelle befindet stch vom 1. Juni an beim Genossen Alwin Gammisch, Bismarck- Straße 3._ Groft-Berliuer Lebensmittel. Berlin. Milchmengen ab heute ä. k. X II l Liter, vi. v II'/, Liter Bi» Freitag im 127. und 133. BrotkommilfionSbezitt und bi» Monlag im 136., 136.. 137., 146. und 143. vrotlammisfionSbezirt 126 Gramm Mit. Reinickendorf. Freitag. ZuckerauSaab«(64 und Zusatz karte), bi» Freitag Abschnit 64 und Zusatzkatte gegm Bescheinigung abzugeben. Groß-Serliner parteinachrichten. SS. Attetlnug. Wlssenschastlicher vuSflug am HlmmelSsahrtStage nach Heiligen««,. Absahtt früh 6 Uhr 6 Min. und 6 Uhr 66 Min. ab Bahn- dos Gesundbrunnen. Für Nachzügler mittags 11 Uhr 80 MW. und 12 Uhr 41 Min. Treffpunkt Bahnhof Helligensee. Die Führung hat Gcno'le Seide übernommen._ Jugenöveranstaltungen. Lichtenberg. Heute abend Wanderung nach der Löckmtz. Treffpunkt nur sür männliche Kollegen abend« 7 Uhr im Jugendheim, Parkaue 10. Die Kolleginnen treffen sich morgen» früh 6 Uhr Bahnhos Stralau- Rummelsburg. Freitag, 80. Mai, Spielabend.— Dernpelhof. Morgen DonuerStag: UnterhaitungSabend im Lolgl von Bus e, Werder- slrasse 24._ vereine und Versammlungen. Zentralstelle füHEiniguug der Sozialdemokratie. Bez. Rarben. Heute 7 Uhr Mitgliederveriaunulung bei Nidder, Boltastr. 43. Erscheinen aller notwendig.— Ja BblerShof bat sich ebenfalls jetzt ewe OttSgruvpe gebildet, der folgende Genossen al» Borstandsmitglieder angehören: Gen Wascht(@. P. D.) Vorsitzender, Niettsch(U. S. P. D.) Vorsitzender, Lecker (S. P. D.) Kassierer, kluge(U. S. P. D.) Beisitzer, Sauerzaps(3. P. D.) Schttstsührcr. Deutscher Moniftenbnnd. Freitag 7 Uhr, Im Lhzeum-Klub. Lützow- platz 3, Vortrag von Herrn Dr. P. Kassner. Thema-.Bodenresorm».— Freie Schwimmer, Charlottenbnrg. HimmeljahttStag Anbaden PichelSberoe. Treffpunkt 2 Uhr Reichskanzlerplatz. Nachzügler um 4 Uhr bei treund, Pichelsberg«.— Arbeiter Rabfahrerverein Grast• Berlin. onnerStag(Himmelfahrt)& Uhr, Dahme. Nachmittag» 1 Uhr-Tour wird am Statt bekanntgegeben. Sonn tag früh 6 Uhr Etreiszüge durch Blumen- thab Mittags IL Uhr Strausberg(Rottäppchen). Start Martannenplatz. öriefkaften öer Reüaktion. Heute findet die Juristische Sprechstunde von 3 bi» 5 Uhr statt. Jeder für den Briefkasieu desttmullen«nfrag» f»a-«an einen»uckstaben und eine Nummer bei. Briefliche üluSlunst wird nicht erleilt. Eillae An. fragen trage man in der Iuttstlschen Sprechspind-, Lindenstr. 8. 8 tiof lirtf« 4 Treppen, 4 HS 7. BonimbendS 8 bi» 6 Uhr nachmittags vor echrittstück» und Verträge sind milsubringen. «« m,00.*« Jine an Herrn Stahl. Spandau, Marschallstr. 10.— D. 77. 1. Fall« Sie im Termin nicht vertreten fmo, kann auf Grund der Klagebehailptungen verhandelt werden. 2. ©cgcn daß erstinstanzliche Urteil innerhalb eweö Monats Berustxng ein- legen. 8 Gesetzliche Empfängnis, eit ist die geil vom 181. bis 302. Tag vor der Geburt de» KmdeZ.— M. BS. S. New.— S. R. 100. letzter Zeit erwerbstätig gewesen ist. 2. An die für die Wohnung zu- stöndige SrwerbSIosenmcldeft-lle.— BS. B. 4».«enden Sie sich a» den ReichSauS'ckuss der KriegSbefchädigtenfürsorge, Königw- Auqusta- Strasse 18.-«.®. II. Vom 1. Juni ab.— F. 9. 197. 1 Jg. 2. Nur so well notwendig. 8. Generalkommando der Division.—„Weck Auf" Halte?« I. Wests. 1- Nttn. 2. Ja.— W. G. S. 1. Ja. 2. Beschwerde beim KttegSministerwm.— F. F. 18. 1. Wir empfehlen Weiterversicherung, wdem 20 Beitragswochen vor Ablauf der 2 Jahre ,u entwerten find, Umtausch der Karte«bensall» vor Abiaus der zwei Jabre S» bleiben danttt alle Ansprüche aufrecht erhalten. 2. Bund der technisch induüriellen Beamten, Berlw, Wcrststrasse 7.— xz««n - W. K. 88.»enden Sie sich an das Be, Irkskommando.- ■HINi» '■*■£■:* er natOrUcbe fachlngcr �Itncralbrimticii ift Angetroffen und wieder erbältlich in allen einfchlägigen Gcfchäftcn (JMincralwafTer-Randlungen, Hpotbehen, Drogerien uTw.), fowie durch die Verfandltelle, 8chdneberger 8traße 16a. • frnifprccber: Amt Lützow JSummcr 82O0, 8361« kmm. Königskinder. Anfang 6'/» Uhr. Schauspielhaus Flaehsmann als Erzleber. Anfang 7 Uhr. Volksbühne Theater am BUlowplati. Direktion Friedrieh Kayßler. 7»/, Uhr: Penthegllt«. Direktion Max Reinhardt. Deutsche« Theater. 7ViUhr: Wie et euch gefällt. Donn. 7 Vi Uhr: Die Wupper. Sonntag 7Vi Uhr u. Montag 8 Uhr; Max Pailenberg in Familie Scblmek. Kammerspiele. 7>/i Uhr: Der Star. Donnerst 7V- Uhr: Der Star. Sonntag u. Montag?>/» Uhr: Leopoldine Koostantin in Die Tlnzerln. Kleinas Schauspielheus 7V,: Die Büchse der Pandora. Do. 7'/i: Büchse der Pandora. Theater i. d. fiSniaurätzerStraße Dir.: C.Meinhard- R. Bernauer ][#: Stützen der Gesellschaft. Do.; Stützen der Gesellschaft. Freitag; Der Biberpelz. (Frau Wolff: Else Lehmann.) Komßdieuhaus an der MarscnallbrOcke %8 Uhr: FeldherrnhOgel. Donnerstag: Erdgeist. (Lulu; Maria Orska). Freitag: Der Feldhermhügel. Berliner Theater >/>8 uhn Sterne, die wieder leuchten. Trianou-Theater. Bhf. Friedrichsir. Ztr. 4927 jaoi Tägl. 8 u. Heute z. 264. Male: Oer gute Ruf Schauspiel von Sudermann. Sonna d Vit: Aschenbrödel. Sonntag 4 U,; Johannisfeuer. Residenz-Theater. Untcrgrundb. Klosterstrafie, Ausgang Stralauer StraSe. Täglich 8 Uhr: las lere Im. Schauspiel von Sudermann. Regie: Alfred Rotter. Regle: Altr WäHh fTheater. 7*/f Uhr: Die klelne Sklavin, Rose-Theater. □rOBter Lacherfolg I T«/, Uhr: Ehe-Ürlaob. Musik von|ean Gilbert Luisen-Theater. 712 Uhr: Jugend. SilWseiu. Grete! 2. Juni: Die Hchtschena»«me. Theater aJotlterTop (fr. Sanssouci Kottb.Str.6) Aheoda 7Vi u. Sonntag Stetttoer Sänger Blüthgen- Konzert, Beginn 7 Uhr. Vorverkauf ____ H— I Uhr. Sonnt nachm. ermäB. Pr. LctHrina. Str. 37. TägLV�UHr: Dt» Betlhwt Posse Der selige Hollichinski. Dazu erst» affig« Sp»ic>!tdtcii. : innteg gy.: Du ahnst et nlchL &P0LLÖ Th«at«r. Dir.: James Klein FrlednchstraBe 218 I 7«, Noch bis L I 7'« 31. Mall 7 /n er dämm 10(Eommiscion(. Trabrann.) An Wochen: bis Jen vor den Rennen werden Wetten Uhr abends angenommen. 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Ais: sende Karte mit Adresse an ben Beschäftssührer der Zweigstelle Deutschlanb bes 93. f. f.<2.: Schntalenbera, Jleuftabf o. Atsch. ostscheckamt Nürnberg Nr. zstscheckamt Nürnberg Nr. IS 607. ßeibbeihilsen sind willkonunen, doch keineswegs Beding MiYrsks.Ls.vn Lrtarionianati». 9- Berlin-Touentrienvfn 189 j ' Auch AnUnieF" Don der Dbecboumücücf»- Jaldenfleinficahc morgen Himmelfahrt,(eben Sonntag u. alle 8 Pftngtaae 8V, u. N/.U. nach Welterod.Schleuse u.NeU'Heri::g«dorf.Reed.Ki«' Faickenstetnftr.48. T.Mv.81: SerUn v In unmittelbarer blähe des Petersburger Platzes habe Ich ein solides Remenhaus ß reiswert zu verkaufen. fenhelzung, 1-2 Zimmer, keine Läden. Erste Stelle 4"/. unkündbar. Miete 21000 M- Prell 263 000 M, groüer Ueberschuß. 66L Wühelin Perlwitz Martin- Luther- Straße 83. blollendorl 3521. 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Hlrwaehatr. 50. ZIGARREN pro Mille von 590 Mark an gibt In großen und kleineren Posten ab• sMrSchnupftabakS'% Zigarren-Enps-Haus Neukölln WenkUlln, SehlnkeatraBe 4-5. Nachruf. Wir haben einen schweren Verlust erlitten, einen Uli- erschliche» verloren. Der Obmann des Angestellten-Auo- schuftes der B. M. A.-G., vormals L. Schwartzlopff, Werk| Wildau, Herr Karl Kolp ist uns durch einen jähen, unerwarteten Tod nach kurzer! Krankheit am 24. Mai entrissen worden. Die Angestelltenschaft, nicht nur unseres Werkes, sondern auch der gesamte» Berliner Metall-Indnsirie verliert in dem Verstorbenen einen Führer in ihren Bestrebungen, I der vorbildlich war in seiner unermüdlichen Arbeit' sü: I das Wohl der Gesamtheit der Angestellten, deren Interessen ! er unter Hintansetzung seiner eigenen Person mit all der Energie und Arbeitskrast vertrat, die seiner Persönlichkeit inncwohnteir. Tiefe Trauer herrscht unter uns, und wir werden des Verstorbenen stets in ehrender Erinnerung gedenken. W i l d a u. den 2S. Mai 1010. 2892b Die AngesteNkenschoft der B. M. A.-G.. vormals j C. Schwartzkopff, wert Wildau. Bfiettasede enth. Auslandspaß, Militärpapiere und Geld auf dem Wege vom Esplanade- Hotel zum Lehrter Bahn» hos abhanden gekommen. Finder wird gebeten, Geld zu behatten und nur die für ihn wertlosen, auf den Namen„Hußmann" lau- lenden Papiere an Stein- teldl. Berlin- Wilmers- darf. Nassauische Straße M. zu lenden. 44/11 Allgemeine Orts- liranhenkatfe Berlin» üliimersdrf. Die Beerdigung des am l». aptoi 1919 in Daves (Schweiz) verstorbenen Per- waltungsbeamten u. Stadt- verordneten Alfred Riedel findet am Freitag, den SO. Mai, nachmittag- 4 Uhr, von der Leichenhalle des stadt. Friedhofes, Berlin- Wilmersdorf, Berliner Str. 101, lOZ, statt. 276/6 Der Vorstand der Allgemeinen Orts- Krankenkasse Berlin- Wilmersdort. R. Engelhardt, Vorsitzender. vi', mei!. WoekenluB, Friedrictistr. 12§»uÄr. Spr. 11—1, 6—8. Sonnt. 11—1. Enolgreiche Behandlung. Bant- 1 Harnarzt. Erfolgreiche Behandlung. Konigstr. 34 36 Alexandcrplatz. 10—1, 5—8. Sonnt 10— I. -|Zellüng4-IO. IbJ- + Rote Kreuz+ Sdd-Losterie ! 7851 Geldgewinne Mk. 600000 100000 i 50000 i 30000 » nne. r.am Plan- 9 60 t UHC Preise tob<3 M Postueb. n. Liste 45 Pt. H. C. Kröger, Berlin W 8, Fricdr tisfr. 192/93. Slchtung» Infanterie- Regiment 450! ll ameraden, die über das Schick- ial des Musketiers Zranz 10oyczennt von der 6. ilom- pagnic etwas wiffen, werden herzlichst gebeten, dies vlitzu- leilen. Er soll, wie die Kam- »agnie mitteilte, am 28. August 191?, wahrscheinlich in englische Gefangenschaft geraten seilt August woyczsuut. kulimmen, Post Drygallen, Kreis Zohannisburg, Ostpr. Dr. Scott! Baut- a. Karn-Arzt Erfolgreiche Behandlung Rasenthalcr Straße, abends 7>/, Uhr, im �Aottonalhof-, Berlin. Bülowstr. 37. CanbTd) aftsgärtnerei vonnerstng. den 20. Mai(Himmelfahrtstag), vormittags. 10 Uhr, in den Venen Saffians- Sälen, Schöneberg, Marfin-Lufher-Strade SO. \ An unserer Knabenmittel- I schule ist eine 102/B ZeliM' uJumleDret' stelle zu besetzen. Grundgeh. 1400 M. Mietsentschädiguna 650 M. (für Ledige 470 M.). Atters- Zulagen 2 X AO. 2 X 250. 5 X 200 M., zusammen 1900 M. Ortszulagen 150 M., steigend um 9 Zulagen a 50 M., zu- sammen 690 M, Amiszulage 600 M. Daneben wird eine penstonskäh. Teuerungszulage oon 1825 M. und eine nicht penssonsfähige von 1700 M. (für Ledige 1200 M.I und für ledes Kind 600 M. gewährt Bewerbungen mit Lebenslauf und beglaubigten Zcugnisab- schriften sind di« 6 Juni 1719 an uns einzureichen. Spandan, den 24. Mai 1919. __ Der Magistrat. Schuster, Schneider, Sattler und Wahrer, auch g. w. und ältere Leute für Grenzschutz Qst stellt sofort da« Fretkorps vahno, Sagan(Schief) ein. liebliche Grenzschutz- Bedin- düngen für Seichswehr. Meldung: Berlin. Betf. BllAllllkllll. SMS. Freitag, den 30. Mal, abends pünfklich Sb- Ahr, im Gemerfschaftshans, Engelufer 24/23: Generalversammlung. Tagesordnung: Bericht von der Tarifausschustfitzung. gu dieser Generalversammlung sind außer den Delegierten und übrigen Teilnehmern»ach 8 4 des Vereinsstatuts die Vertrauensleute und D rucke miassierer eingeladen. Ohne Legittmaiionskarte keinen Eintritt. 28/4 Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen ersucht Oer Porstand. Bekanntmachung. Mit der Anszahlnng der einmaligen Sriegsbe- schildigtenbeihttfe oon SO M. für die vor dem S. November 1SI8 entlassenen Kriegsbeschädigten sind die Entlassungsstellen beauftragt und zwar: En tlassnngs stelle I! Planufer 63: Anfangsbuchstaben P, O, T, B, T. P. g. „ II: Planufer 63: Anfangsbuchstaben R, S (ohne Ech). V. D, U. O. „ III! Invalidenstr. öS, Ecke Heidestraße: An- sangsbuchstaben G, K. „ IV» Borhagener Eft 28: Anfangsbuchstaben f, H. I, R. nvaldenstr. 53, Ecke Heidestraße: An- fangsduchstaben A. B, C, E. „ VI: Boxhagener Sit 26: Ansangsbuchstaben L. M, Eck). Anträge sind bei diesen Stellen unter Vorlage des Militär- passes und des Rentenbuches zu stellen. 54D Bezirkskommandos 1— IV Berlin. Cnifio regelmäßig- Abnehmer vdUJt bis Weib», s. wöchentlich 10-30 Stück losch. 0Ö.'Urfif, treise geschlachfrfe«/IUI Gi'iiltO®cfl-». 23 an LtiNic. d. Exp-d. d. Blattes.' LuMidksßifllNg' I>uiilIef!HmIlu!'Lii ! gebrauchte Räder ra. Bereifg.. , 1 ebenso d.tausenfach erprobte I Karbldlampe u. Karbid, jedes I( Quantum, greifbar zu haben. I Fahrradhaus st�ae"v Genau a. Hausnumm.42acht. �ßlasEBSchwäcil�fi Scirciung sofort Atter u. Geschlecht angeb. Ausk. ums., distr. ckoh. Lorenz. Berlin N 65, Hennigsdorfer wir. 12. Abt 2. Berliner Sitzmöbel- Industrie Q. m. b. H. Berlind, NeuePromenad.l Eckhaus am Batnb. Börse. Eigenes erstkl. Fabrikat. Lagerbesucta erbeten! X orden Vaie Berlins krankheitshalb. sof. f. vert Rur ernstmeinende Refiektant sollen sich melden. 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Suhl U lh. 45®* 2üd)tiijct, f«t»fUn*igcc Diamant-HSnde zu bekommen suchen. Aus der der- sammelten Menge sei gerufen worden:„Gebt uns Waffen I' Le- debour müsse diesen Ruf gehört babeu, denn er habe die Hände hochgehoben und die Menge zu beschwichtigen versucht. Am Sonntagiiachmittag habe O st e r m a n n, der später Kom- Mandant im„BorwärtS'-Hause war, im Polizeipräsidium versucht, Waffen an Ziviliste» auszugeben, aber das sei verhindert worden. daß Waffen verteilt werden sollten, müsse schon vorher bekannt gewesen sein, denn sonst würden die Leute, die Waffen haben wollten, nicht gekommen sein. Aber am Montag seien Waffen i» großer Zahl ausgegeben worden." Das ganze Bureau Eichhorns sei augenscheinlich für die Waffen« ausgäbe organisiert gewesen. Nachdem am Montag auch im Marstall Waffen aus- gegeben wurden und die Bewaffneten nach den verschiedenen be- setzten Gebäuden geschickt worden waren, habe die Waffenverteilung im Polizeipräsidium einen noch größeren Umfang angenommen. Teilweise seien den Arbeitern aber die Waffen abgenornpren worden.— Der Zeuge sagt weiter, er sei nach dem Wolffschen Telegraphenbureau gegangen, um dessen Besetzung, wenn möglich, zu verhindern. Aber die Arbeiter, die das MTB besetzt hielten, wollten es unter keinen Umständen räumen. Er glaube Ledebour am Montagabend um 11 Uhr im Polizeipräsidium geseben zu haben. Ledebour solle gesogt haben, das WTB dürfe nicht geräumt, es müsse bis zum letzten Blutstropfen ge� hallen werden. Am Moniagmittag habe er Ledebour im Marstall geseben. Da habe Ledebour gesagt, er komme eben von einem Garderegiment, die Trnppen würden sich zun, größten Teil der Revolution zur Verfügung stellen. Nach Angabe des Zeugen war der größte Teil der Sicherheitsmannschaft im Polizeipräsidium für Eichhorn. Auf eine Frage der Verteidigung antwortet der Zeuge, er sei kein Spitzel, er habe das Material gegen Eichhorn nur deshalb der Oeffentlichkeit übergeben, um einen Anschlag gegen die Negierung zu vereiteln, in deren Dienst er stand. Nach der Rede LedebourS bätten Ordner des Demonstranten zuges gesagt, jetzt haben wir die Massen soweit, wie wir sie haben wollen.— Vorsitzender: Das braucht silh ja nickit auf den „Vorwärts" bezieben.— Der Zeuge gibt ferner an, Ledebour habe in seiner Rede auch gesagt, die Regierung hätte kein Recht. Eichhorn abzusetzen. Darauf habe die Menge gerufen:„Die Regierung muß abgesetzt werden, gebt uns Waffen." Darauf habe Ledebour gesagt, geduldet Euch, wartet ab, Ihr könnt uns vertrauen, datz wir eS zum guten End« führen. Ledebour babe die Leute>mr äußerlich de ichwichtigi, er habe sie zunächst von der Anwendung von Waffen gemalt abgehalten, er müsse aber doch wissen, daß, wenn die R« gierung gestürzt werden solle, das nur durch Waffengewalt geschehen könne. Ledebour habe ja am folgenden Tage im Marstall ge- sehen, datz an die Leute Waffen verteilt wurden. Auch Liebknecht sei dabei gewesen, der habe sich gerade nicht um die Ausgabe der Waffen gekümmert, aber er habe nach dem Rechten gesehen, daß die Leute ordnungsmäßig ab und zu gingen.— Borsitzender: Welchen Eindruck hatten Sie, als Sie die Rede deS Angeklagten borten?— Zeuge: Ledebour wollte mit allen Mitteln versuchen, die Leute von dem Recht Eichhorns zu überzeugen und sie dafür mit allen Mitteln zu gebrauchen. Vors.: Hatten Sie den Eindruck, daß der Angeklagte zur Anwen- dung von Gewalt vorbereiten wollte?— Zeuge: Ich halte den Eindruck, daß er zur Gewalt vorbereiten wollte, falls es zum gewaltsamen Sturz der Regierung kommen sollte. In seiner Rede hat er aber nicht von Gewalt gesprochen, Die Verteidiger fragen den Zeugen nach seinem Beruf. Er antwortet, früher sei er Kaufmann gewesen. Auf die Frage, was er jetzt kri, zögert er mit der Antwort und sagt schließlich, er stehe im Dienst der Regierung.— Verteidiger: In welcher Stellung?— Zeuge: AIS Soldat.— RecktZanw, Liebknecht: Welche Stellung haben Sie als Soldat? Unter den Soldaten gibt eS außer den ehrenhaften Leuten auch allerlei schmutzige Elemente, — Zeuge: Ich bin bei der Kleiderausgabe in der Kommandaittur angestellt. Nach meinem Austritt auS dein Dienst der PoKzei war ich eine Zeitlang ohne Stellung, dann bin ich wieder als Soldat bei der Rl S.-W. eingetreten. Ich übe keine politische Tätigkeit aus. Ich habe weder von der Regierung noch von irgend einer Privat- person einen Pfennig für meine Tätigkeit in dieser Angelegenheit bekommen oder verlangt. Alles, was ich getan habe, tat ich, um den Anschlag gegen die Negierung zu vereiteln. Rechtsanw, O b u ch: Wenn Sie unter diesen Umständen im Dienst der Polizei unter Eichhorn blieben, so haben Sie doch ein doppeltes Spiel gespielt.— Zeuge: Ich stand doch nicht im Dienst Eichhorns, sondern im Dienst des Polizeipräsidiums, also der Regierung. Als der Befehl gegeben wuroe, daß die regierungSgetreue» SicherbeitSwehrmänner sich in Charlottenburg einfinden sollten, habe ich dem Befehl sofort Folge geleistet. Mich vorher auS dem Polizeipräsidium zu enlfernen. hatte ich keine Ver- anlassung.— Auf eine Frage der Verteidigung antwortet der Zeuge, daß er keine andere Tätigkeit ausübe als die eines Soldaten beim Wachkommando der Bekleidungstelle der Kommandantur.— Bert.: Stehen Sie in keiner Beziehung zum Auswärtigen Ami?— Zeuge: Nach den Januarunruhen habe ich einige Tage im Nachrichten- dienst eines Reichsamts gearbeitet. Mit dem Auswärtigen Amt bin ich nur einmal in Verbindung getreten, als ich kommunistisches Material in die Hände beloaun» hatte.— Bertetdigeu: Was für Material war das?— Zeuge: ES war Material, daS wir in der Berliner Filiale der Russischen Telegraphenagentur „Rosta" beschlagnahmt hatten. Daraus ging hervor, wer Geld von der rusfislden Regierung bekommen hatte und nach welchem Plan die Propaganda in Deutschland betrieben werden sollte.— Rechts- anwalt R o s e n f e l d: Sie waren also nur einmal im Aus- wältigen Amt und haben doch heuke aus dem Korridor zu anderen Zeugen gesagt, sie seien auf dem Auswärtigen Amt beschäftigt. Sie haben also geschwindelt? Gestern baten Sie um Ihre sofortige Vernehmung, weil Sie heute eine dringende Reise machen müßten. Bei einem Soldaten pflegen doch dringende Reisen nicht vorzu- kommen.— Zeuge: Ich hatte eine Reise nach Leipzig in einer Privatangelegenheit vor, die nichts mit meinen Dienstgeschäften zu tun hat. Gestern habe ich aller- dingS gesagt, ich hätte eine Dienstreise vor. Das sagte ich, weil ich glaubte, dann würde ich gestern noch vernommen werden.— Rechtsanwalt Rosenfeld: Was für Privatangelegenheiten hatten Sie in Leipzig zu besorgen?— Vors.: Diese Frage wird abgelehnt,— Rechtsanwall Rosenfeld: Ich bitte um einen Gerichtsbeschluß. Der Zeuge hat gestern unwahre Angaben über den Zweck seiner Reise gemacht. Meine Frage soll der Prüfung der Glaubwürdigkeit des Zeugen dienen.— DaS Ge- richr beschließt, die Frage nicht zuzulaffen. Auf Antrag der Berteidigung wird der Zeuge Mike w Ski befragt. Er sagt, der Zeuge Tieienhausen habe gestern und heute zu ihm gesagt, er müsse im Dienst deS Auswärligen Amts eine dringende Reise machen.— Zeuge Tiesenhausen erklärt zu- nächst, er könne sich auf diese Aeußerung nicht besinnen. Kurz darauf sagt er, er besinne sich, zu Smilewski von einer Reise, aber nicht vom Auswärligen Amt gesprochen zu haben. Die Verteidiger und der Angeltagte stellen ein längeres Kreuzverhör mit dem Zeugen an über die Gegenwart LedebourS bei der Waffen« Verteilung im Marstall. Dem Zeugen wird vorgehalten, daß er bei seiner Vernehmung jn der Voruntersuchung gesagt habe, Le- debour sei bei der WaffenauSgabe beteiligt gewesen, datz er aber heuie in verschiedenen Abweichungen nur von einer Anwesenheit LedebourS bei der Waffenausgabe gesprochen habe. Hierüber be- fragt, sagt der Zeuge, Ledebour und Liebknecht hätten auf einem Auio gestanden, alS die Waffen verteilt wurden.— Angeklagter Ledebour: Wie kann ich denn vom Auto auS mich an der Waffenverteilung beteiligt haben. Ich habe von Waffenverieilung nichts gesehen,— Zeuge: Ich kann doch heut nicht mehr wissen, ob der Angeklagte nicht einmal vom Auto herabgestiegen ist.— Der Angctl. Ledebour stellt noch eine Reihe von Fragen an den Zeugen, um festzustellen, daß derselbe auch über den Inhalt der Rede LedebourS widersprechende Angaben gemacht habe.— Das ist der Zeuge— sagt der Rngellagte Ledebour— auf dessen Aussage hin der Versuch gemacht wird, mich ins Zucht- h a u S zu bringen. Nach der Angabe dieses Zeugen soll ich mich im Polizeipräsidium für die Besetzung des W. T. B. ausgesprochen haben, und zwar zu einer Zeit, wo rch gar nicht dagewesen sein kann, weil ich mich damals bereits an den AuSgleichSver- handlnngen beteiligt habe. In meiner Gegenwart ist vom W. T. B. gar nicht die Rede gewesen.— Zeuge: Ich habe ja diese Aeußerung vom Angeklagten Ledebour nicht gehört. Einer, der aus dem Zimmer Eichborns kam, sagte, daß Ledebour gc'agt habe, daS W. T. B. müffs bis zum letzten BlulStropfen gehalten werden. Darauf erklärten die Vertrauensmänner der Be- satzung des W. T. B.: Dann bleiben wir da.— Auf die Frage, was Ledebour gesagt habe, als die Menge vor dem Polizeipräsidium rief: „Gebt uns Waffen I" antwortet der Zeuge: Ledebour beschwich'.igte die Menge äußerlich durch eine Handbewegung und sagte dem Sinne nach: „Wartet nur, bis die Zeit kommt."— Angekl. Ledebour: In der Voruntersuchung hat der Zeuge angegeben, ich hätte gesagt:„Habt nur Geduld bis Eure Zeil kommt, dann werdet Ihr Waffen be- kommen."— Zeuge: Als ich diese Aussage machte, war mir der Vorgang noch in frischer Erinnerung. Heute kann ich mich nicht mehr so genau auf alles besinn«-:. Zeuge Eduard Heimann gehörte zur fraglichen Zeit der SicherheilSwehr an und ist mit dem Zeugen Tiesenhausen am Sonntagabend nach dem Wolffschen Telegraphenbureau gegangen, weil dem Polizeipräsidium telephonisch mitgeteilt wurde, Regierungs- truppen wollten das von Spartakisten besetzle W. T. B. stürmen, es sollte von unS jemand kommen und zu vermitteln suchen. Als wir nach dem W, T. B. kamen, schlug ich vor, daß es von beiden Parteien zu gleichen Teilen besetzt würde. Anfangs waren die Leute damit zufrieden. Dann sagte aber einer, Eichhorn soll entscheiden. Wir gingen dann zum Polizeipräsidium zurück. Da trafen wir Eichhorn, Ledebour und Liebknecht. Ich trug Eichhorn den Sachverhalt vor. Wir hatten von jeder der beiden Parteien ans dem W. T. B. einen Vertrauensmann mitgebracht. AlS ich mit Eichhorn gesprochen hatte, sagte der eine der Ver- trauensmänner, er lasse sich auf nichts ein, sie hätten das HmiS besetzt und würden es halten. Darauf sagte Eichhorn: Sie sehen ja, was die Leute wollen, ich kann niaitS dagegen machen. Ich sagte darauf zu Eichhorn, er müsse die Konsequenzen tragen, jetzt werde wohl die Schießerei losgehen. Am folgenden Tage bin ich ans dem Sicherheitsdienst ausgetreten.' Am heutigen Mittwoch wird die Verhandlung fortgesetzt, Ei» Nachspiel z« der Llcbkoecht-Liixemburg-VffSre. Vor dem Landgericht II stand wegen Körperverletzung mittels einer das Leben gefährdenden Beband- lung und mittels hinterlistigen II ebersall« gegen die Person Liebknechts und Rosa Luxemburgs der Obermatrose Edwin von Rt«wusti angeklagt.— Der Angeklagte, welcher im ZivUbnAf Schloffer ist, gab vor Gericht zu, daß er, angesteckt von der damals allgemein herrschenden Erregung und feindlichen Stimmung gegen Liebknecht und Frau Luxemburg. mit der Faust ans beide eingeschlagen habe, nachdem der kürzlich verurteilte Jäger Runge schon auf die beiden mit dem Gewcbr- kolben eingeschlagen hatte. Vor Gericht erklärte der Angetlagte. daß er Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg für Gemein- schädlinge gehalte» habe, welche die direkten Ursachen de« Bruderkrieges und des Blutvergießens geworden seien, nach- dem die Revolution selbst völlig unblutig und in aller Ruhe begonnen� habe. � Jn höchster Erregung habe er sich deshalb ver« leiten lassen mit der Hand auf beide einzuschlagen, als sie ab- transportiert wurden.— Staatsanwalt Dr. Ortmann bean- tragte eine Gefängnisstrafe von S Wochen. Rechtsanwalt Fritz Kali s cher bat demgegenüber um eine mildere Beurteilung, da der Angeklagte im Grunde seines Herzens vielleicht edle Motive gehabt und die A» ficht gehabt habe, daß Liebknecht und Frau Luxemburg eine Gefahr für da« Volk bildeten und deshalb beseitigt werden mußten.— DaS Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Körperverletzung mittel! einer daS Leben gefährdenden Behandlung und groben Unfugs zu viuem Monat©efänaui« und einer Woche GewerWWewWns vecbanöstag üer Inöuftriebeamten.[3. Tag.) Die Debatte über die Aickitlnricn des neuen Einheitsvcrbanbes wird fortgesetzt. Des Nachmittags ist gemeinschaftliche Sitzimg mit den Delegierten des deutschen Technikerverbandes. Von der Ge- sellschaft für soziale Reform begrüßt Prof. Franke die bevorstehende Verschmelzung zum Einhcitsverbande in bewegten Worten. Der Vorsitzende des Bundes technischer Berufsstände, Herr Hartmann, ruft dem neuen Bunde ein kräftiges„Glück auf" zu.— Die Verschmelzung selbst wollte jedoch anfänglich nicht so ganz glatt ge- lingen. Der Hauptleitsatz im neuen Verbände, cniworsen vom L. t. i. B., von folgendem Wortlaut: „Der Bund stellt sich auf den Boden des unüberbrückbaren Gegensatzes zwischen Kapital und Arbeit und wird den Kampf gegen den Kapitalismus in Gemeinschaft mit allen, auf gleichem Programm stehenden Arbeitnehmern und Verbänden Unbeirrt fortführen, bis der deutsche Techniker diejenige Stelle im Wirt- schaftlichen und politischen Leben eiunimnit, die seiner Bedeutung entspricht und tws Endziel, die Befreiung der gesamten arbeiten- den Klaffe erreicht ist. Parteipolitische und religiöse Bestrebungen sind ausgeschlossen." wurde von einem großen Teile der Delegierten des P. V. alr ein verschleiertes Bekenntnis zum Sozialismus aufgefaßt und be- kämpft. Den Einwendungen des Dr. Höfle, die beute eigentlich nur noch als spießbürgerlicher Atavismus gelten können, traten die Herren vom B. t. i. B. mit weitsichtigeren Erwägungen entgegen und rissen somit auch die Mehrheit des P. V. für das Pragramm des B t. i. B. an sich. Die Verschmelzung der beiden konkurrierenden Verbände zu den: neuen Einheftsverband„Bund der technischen Angestellten und Beamten" und die Auflösungen der alten Verbände wurde beim B. t. i. B. einstimmig, beim P. V. mit großer Mehrheit beschlossen. Zum Vorstand des neuen Bundes wurden gewählt die Herren Mahlow sVorsitzenders, Blumenschein, Klein. Reichelt, Liebler, Markward, Ruber, Bürdemann, Reichel, Kocmus, Schirmbeck, Heinze. Die gelungene Aktion der deutschen Techniker und berivandter Berussgruppen möge vorbildlich werden und wünschen auch wir „Alles Beste" der wahrhaft ersprießlichen Tat gewerkschaftlichen Verständnisses.„Hoch die Solidarität aller Arbeitnehmer!" Tarifabschluß im kohlengroßhanöelsgewerbe Groß-öerlins. Für die Arbeitnehmer im Kohlenhandelsgewerbe bestand seit dem Jahre 1SI2 ein zwischen dem Verband Berliner Kohlengroß« Händler und dem TranSporlarbeiterverband dereinbarrer Lohntarif- vertrag. Unter Gewährung von Teuerungszulagen zu den tarif- licken Lobniätzen, welche von Zeit zu Zeit vereinbart wurden, ist dieser Lohntarif während der Dauer des Krieges aufrechterhalten worden. Mit Beendigung des Krieges haben die Arbeitnehmer die Kündigung deS Vertrages zur Ablaufsfrist am 1. April d. I. vor- nehmen lassen. Dem genannten Arbeitgeberverband ist daraufhin rechtzeitig ein neuer BeriragSenlwuri zugestellt worden. Durch die ungünstigen Verhältnisse in der Kohlenbelieferung und der damit verbundenen geschäftlichen Schwierigkeiten, welche die Arbeitgeber vorschützten, hotten sich die Verhandlungen über das Zustandekommen eines neuen VerirageS wesenllich verzögert. Auf energiiches Drängen der Arbeiter- schaft fanden fich die Arbeitgeber endlich bereit anfangs Mai mit den Verhandlungen zu beginnen. Am 12. Mai ist dann ein neuer Vertrag mir Wirkung vom 1. April zustande gekommen, wonach die erhöhten Löhne allen Arbeitnehmern nachgezahlt werden müssen. Der neue Vertrag sichert zunächst allen Arbeitnehmern die achtstündige Arbeitszeit. Die Betriebszeit ist von morgens 7 bis nachmittags S Uhr inkl. 2 Stunden Pause festgesetzt worden. Die Lohnsätze gegenüber den bisherigen wurden durchweg um 20 Proz. erhöht! sie betragen für Kutscher 120 M.. für Kraftwagen- sührer 130 M.. für Vorarbeiter 120 M, pro Wache, die Platzarbeiter erhalten 2,30 M. und Arbeiterinnen l.vü M. pro Stunde, Holz« Hauer und Holzschneider 2,30 M. pro Stunde, Anweiser, Stalleute, Wächter und Portiers erhalten zu ihren bisherigen Lohnsätzen ebenfalls eine Svprozentige Zulage. Neberstunden werden mit 10 Proz, Aufschlag bezahl!,-Für Sonntagsarbeii, die nur in dringenden Fällen zulässig ist, werden 2S Proz. Aufschlag vergütet. Die Kutscher haben jeden zweiten Sonntag völlig dienstfrei. Die Sonntags Dtensthabenden erhalten für Stallwachen 10 M. Für das Abiüttern der Pferde allein an Sonn- und Feiertagsnachmittagen 2 M, vergütet. Außerdem sieht der neue Vertrag auch für diese Arbeitergruppen zum erste» Male S o m m e r f e r i e n vor: dieselben betragen nach einer Beschäfligungsdauer von einem Jahr 3 Tage, nach zwei Jahren 7 Tage, drei Jahren 10 Tage, fünf Jahren 12 und nach zehn Jahren 14 Tage. Ferner cnlhält der Vertrag noch Bestimmungen über die Auslegung des Z 616 B, G. B. über Ärbeilerausschüsse und sanitäre Einrichtungen in den Betrieben. Der Tarifvertrag im Buchhandels- und Zeitungsgewerbe. Zwischen dem Arbeitgeberverband der deutschen Buchhändler, Ortsgruppe Berlin, einerseits und dem Angestelltenverband des Buchhandels, Buch- und Zcitungsgewerbes, fowie dem Zentral- verband der Handlungsgehilfen, Ortsgruppe Berlin, andererseits ist ein Vertrag abgeschlossen worden, der im wesentlichen folgende Gehalts- und Lohnbedingungen vorsieht: Lehrlinge erhalten monatlich: im 1. Lehrjahre 60 M., im 2. 00 M., im 3. 110 M. Ausgc lernte Angestellte unter 20 Jahren erhalten monatlich: im 1. Jahre 200 M., im 2. 225 M., im 3. 250 M. Ungelernte Ange st eilte von 15— 20 Jahren erhalten monaftich: bis zum vollendeten 16. Lebensjahr 00 M., bis zum vollendeten 17. Lebensjahr bei mindejtens 6 uionatiger ge- schästlicher Tätigkeit 110 M., bis zum vollendeten 18. Lebensjahr bei mindestens 12 monatiger geschäftlicher Tätigkeit 150 M., bis zum vollendeten 10. Lebensjahr bei mindestens 18 monatiger ge- schästlicher Tätigkeit 190 M., bis zun: vollendeten 20. Lebensjahr bei mindestens 24 monatiger geschästlicbcr Tätigkeit 220 M., wenig- stens aber, sofern die geschäftliche Tätigkeit unterhalb der vorge- schriebenen Mindestbeschaftigungszeit bleibt, das Gehalt der vor- hergehenden Altersstufe. Gelernte buchhändlerische und kaufmännische Angestellte über 20 Jahre erhalten rückwirkend ab 15. März 1019 folgende Zuschläge auf das Monatsgehalt, das sie im Juli 1914 in der Firma bezogen haben: bis zu 100 M. 180 Proz,, von 101—125 M. 160 Proz., 126—150 M. 140 Proz.. 151—200 M. 115 Proz., 2Y1— 250 M. 100 Proz,, 251—300 M. 80 Proz., 301— 400 M. 60 Proz., über 400 M. 40 Proz. Das Mindestgehalt soll 280 M. betragen. In jeder Stufe soll jedoch mindestens der Höchstsatz der vorhergehenden Stufe erreicht werden. Das neue Monatsgehalt muß bei ledigen Angestellten um mindestens 40 M., bei Verheirateten und Unterstützungsder- pflichteten um mindestens 45 M. höher fein als das Dezember- gehalt 1018. Bei Angestellten, deren Einkommen sich aus Fixum und Provision zusammensetzt, soll das zugrunde zu legende Einkom- men gleich ein Zwölftel der Einnahme in den letzten 12 Monaten vor Kriegsausbruch gerechnet werden. Von besonderer Bedeutung ist die Bestimmung, daß die nach Kriegsausbruch gemachten Gehaltsabzüge den noch bei der Firma beschäftigten Angestellten nachzuzahlen sind. Außerdem sieht der Vertrag die Gewährung einer Wirtschaftsbeihilfe vor, die bei Ge- halisklassen bis 300 M. 150 Proz., über 300 M. 100 Proz. beträgt. An Urlaub wird gewährt be: einer Tätigkeit in der Firma von mindestens 6 Monaten 6 Arbeitstage, 12 Monaten 12 Arbeits- tage, 48 Monaten 18 Arbeitstage. Bei mindestens 10 jähriger Tätigkeit in der Firma ist für je 2 Jahre über 1 Tag mehr zu ge- währen, bis zur Gesamtdauer von 24 Arbeitstagen. Bei Einftel- langen, Kündigungen und Entlassungen ist die Geschäftsleitung verpflichtet, dem Angestelltenausschutz Kenntnis zu geben. Dies gilt nicht für die Angestellten in leitender Stellung. Das Ab- kommen gilt vorläufig bis zum 30. September 1910 und unterliegt von da ab einer einmonatigen Kündigung. Beide Parteien nehmen -den Abschluß eines endgültigen Vertrages zur Regelung der Ge- Halts- und Arbeitsverhältnisse in Aussicht. Eine Bertrcterversammlung von taufenden gewerblichen An- gestellten der Kriegsgesellschaftcn, Organisationen und Heeres- betriebe legten kürzlich energischen Protest gegen die Verschlep- pungsiakti? der Regierung(Reichsschatzamt, Finanzministeriums ein. Obwohl die Regierung, so heißt es in einer Entschließung, mit den Organisationen der Bureauhilfsarbeitcr verhandelte und deren Forderungen erfüllte, hat dieselbe Regierung die bescheidenen Gehaltszuschläge bzw. Forderung der gewerblichen Angestellten ad Akta glegt Die Angestellten warten seit Monaten auf Erfüllung ihrer Wünsche. Die versammelten Angestellten und Vertreter verlangen von ihrer beauftragten Organisation, dem Deutschen Transportarbeiter- Verband, sowie von ihren erwählten 0 Ausschußmitgliedern, daß diese die am 10. Mai im Rcichsschatzamt aufgestellten Gehaltssätze strikte innehalten. Tie Organisation sowie der Ncuncr-Ausschuß werden beaustragt, Mittel und Wege einzuschlagen, daß den dar- benden Angestellten, meistens Familienväter, bis Ende Mai d. I. bindende Erklärungen zugestanden werden, anderenfalls unver- z ü g l i ch der Schlichtungsausschuß anzurufen ist. Angestellte der Gesundheitsiudustrie! Die Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände nimmt für die Durckisührnng der Tarifverhandlungen eine Gehaltsstatistik auf. Alle Angestellte, die nocki nicht in den Besitz eines Fragebogens durtb ihre Vertrauensmänner gelangten, werden gebeten, sie von der Geschäftsstelle, Berlin HTW 52, Werftstr. 7, einzufordern. Herr Direktor Oehmke bei der Berliner Stadtsvnodc ersucht ' uns unter Bezugnahme auf den im„Vorwärts" am 24. Mai er- schienen«« Bericht um Ausnahme folgender Zeilen: Wie die vorliegenden 0 Seiton der Protokolle bezeugen, ist in 8 Sitzungen mit den: Angestefltenausschuß der Berliner Stadtsynode verhandelt worden. Der Verbandsvertreter steigerte die Fovdecun-- gen der Hilfskräste. Ein Gegenvorschlag wurde abgelehnt. Der VerbandSvertreter will seine Forderungen ausgesprochenermaßen erzwingen._ Deutscher Transportarbeitervcrbaud. Branchenversammlunp der Mineralwaflerarbeiter und Kutscher Mittwoch, den 28. Mai. abends 6 Uhr in flritz WilkeS Feltsälen, Sebaltianstr. 39. Tagesordnung: Bericht der Lohnkommilfion über die Forderungen, welche den Arbeitgebern zwecks Abschluß emeS Tarilvcrtrages zu unterbreiten sind. Am Montag, den 2. Juni, abends 7 Uhr findet im Ncwerk- lchastshaus, Saal 4, die Fortsetzung der am 12. Mai vertagten General- Versammlung statt. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Delegierten ist dringmd ersorderlich. Delegiertenkarte gilt als Legitimation. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Klavier-. Klaviatur- und Mechanikarbeiter. Freitag, den 30. Mai. abends 5 Uhr. außerordentliche Braiichenversammlung in Zimmermanns Festsälen. Briickenür. 2(an der Rungestraße). Tagesordnung: 1. Der Kampf in, Holzgewerbe und die Antwort unserer Unternehmer auf die ihnen übermittelten Forderungen. 2. ErgänzungswabI der Branchenkommilfion. 3. Branchenangelcgcnheiten. Die Kommis fionsmitglicder werden ersucht, um',',5 Uhr zu erscheinen. Mitgliedsbnch legitimiert.— Kollegen und Kolleginnen, erscheint voll- zählig zu dieser wichtigen Versammlung. Die Brancheniommission. Der Verband inaktiver Unteroffiziere. Ortsgruppe Berlin, hält am Freitag, den 30. Mai, abends 7 Uhr eine Sitzung der Vertrauensleute im Jugendhans, Rathenower Str. 8, ab. Die inaktwen Untcroifizicre der in und bei Berlin liegenden Truppenteile wollen dorthin Vertreter ent- senden. Vorsitzender der Ortsgruppe ist Oss.-Stellv. Stenzel, Berlin NO. 18, Feiedrichsberger Str. 1. Verband der Gärtner und Gärtnerciarbeiter. Vichtige Gruppen« Versammlungen. Gcmcindegärtnereien. Heute, Mittwoch, abends 7's, Uhr im Natiionaihof. Berlin, Bülowstr. 37. Landschastsgärt« n e r e i. Donnerstag, den 29. Mai(Himmelsahrtstag), vornrittägs 10 Uhr m den neuen Rathaussälen. Schönebcrg. Martin-Luther-Str. 89. Friedhöfe. Freitag, den 30. Mai, abends 7fl, Uhr in Haverlands Fest- sälcn, Berlin, Neue Friedrichstr. 35 lLuiseniaal». Tagesordnung in allen Versammlnngen; Berichterstattung über die Tätigkeit der Organisation in cder Gruppe._ rsetterauSsitbten für das mittlere Norddentsäilond dt» Donnerstag mittag. Zeitweise heiter, aber veränderlich, besonders öst- lich der Oder noch vcrschiedcnttich etwas Regen bei frischen nordwestlichen Winden. In den Tagesilunden mäßig warm. Verantwortlich für Politik Artur Satcrnn», Bln..Zriedeuau, für den übrigen Teil des Blattes:»lsred Scholz, Neukölln; für Anzeigen: Theodor Glocke, Berlin. Verlag: Borwärts-Berlag s. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts. Buchdruckern und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co. in Berlin, Lindenstr. S. Hier»» 1 Beilage. 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