Nr.S7S.?«.IaIirz. Bezugspreis: «iuteljährl. l&i JXL motiafi-ZBO Ml. froiinsHaus. vorauSzahlbar. Swzeln« Nummern lv Pfemng. Postbezug Monatlich 2,50 m. eifL ZustelllMgK. gebühr. Uniec fttcmbanb für Deutschland u. Oesterreich-Ungarn 5,76 Ml. für das übrige Zlu-land g.75 MI. bei täglich emmaliger Zustellung 7.75 Ml. Poitbesiellungen nehmen an Dänemarl. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Lost-ZettungS-Preisbste. Der.BartvSrts' erscheint wocheiuäglich zweimal. Sonntag» einmal. Telegramm-Adrefle: »Sozialdemokrat Berlin', NG f Vevltnev VolKsblstt. (10 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achigefvaltene Nonpareillezeil« lostet 1.20 Ml.»Kleine Anzeigen», daS setigeoruille Wort 50 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), ledes weitere Wori 25 Psg. Siellengeluche und Cchlasstellenanzeigen das erste Wort «0 Psg.. ledcs weitere Wort 20 Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen sür zwei Worte. TeuerungSzuschlag 50°/» Familien-Lnzeigen. volilische und gewerllchaslllche Vereins- ilnzeigen 1,20 Ml. die Zeile, ilnzeigen sür die nächste Nummer müssen bis& Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Verlin EW.SS, Lindenstratze 8, abgegeben werden. GeSsfnet oon 9 Uhr früh bis S Uhr abends. Zentralorgan der roztaldemokratircben Partei Deutfchlands. Redaktion und Expedition: SM. 6$, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Morittplatz, Nr. 12190— IS 1»7. Donnerstag, den 89. Mai 1919. vorwärts-verlag G.m.b. H-, EW. öS, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Mortsiplah, Nr. 117 23—21. Dokumente zur Kriegssthulö. RujfiMe Enthüllungen. Der Vertragsentwurf der Entente geht von der Voraus- setzung aus, daß die Schuld an dem Ausbruch des Krieges, der Europa vier Jahre lang verheerte, ausschließlich auf feiten Deutschlands zu suchen sei. In Deutschland gibt es heute kaum noch einen Menschen, der den großen und schweren Teil der Kriegsschuld verkennt, den die früheren deutschen Machthaber auf sich geladen haben, aber auch kaum einen, der bereit wäre, den Kriegshetzern und Geheimdiplomaten von drüben das Zeugnis ihrer Unschuld auszustellen, das sie jetzt, auf ihre Siegermacht gestützt, von uns verlangen. Diesem Verlangen kann um so weniger Rechnung getragen werden, als sich auch in den Ländern, die der Kriegsausbruch imLager unserer Gegner fand, die Selbstkritik zu regen beginnt. Sie wird noch viel stär- ker austreten als bisher, wenn erst einmal die Fesseln der Zensur überall gefallen sein werden. In der Wochenausgabe der Moskauer„Prawda" hat der bolschewistische Schriftsteller M. Pokrowski eine Reihe von Artikeln veröffentlicht, die sich auf das Studium der russischen Geheimarchive gründen und zur Aufhellung der umstrittenen Frage Beachtenswertes beitragen. Pokrowski kommt zu dem Ergebnis, daß die Schuld an dem Blutvergießen„nicht den einen oder den anderen Imperialismus trifft, sondern den Im- perialismus überhaupt, den stanzösischen, englischen oder rufst- scheu nicht minder als den deutschen und den österreichischen," und er gießt die Schale seines Spottes über die Naivität der Unabhängigen aus, die keine Schuld außer bei der deutschen Regierung erkennen wollen. Pokrowski erinnert an das italienisch-russische Abkommen von Racconigi vom 24 Oktober 1909, dessen letzter Paragraph lautete: Italien und Rußland verpflichten sich, sich wohlwollend zu der halten, daS erstere zu den Interessen der russischen Meer- engensrage, das zweite zu den Interessen der Italiener in Tripolis und an Cyrenaika. Damit war taffächlich ein Abkommen zur Aufteilung der Türkei geschloss-n: Tripolis den Italienern, Konstanti nopel den Russen. Ein Jahr später begann der tripolitanische Krieg, der erste seit langer Zeit, der wieder zwischen zwei euro- päischen Staaten geführt wurde. Gleich zu Beginn dieses Krieges schrieb Jswolski(26. September 1911): Außerdem erlaube ich mir zu bemerken, daß man sich auf jeden Fall, in der einen oder in der anderen Form der Erklärung Italiens vergewissern müßte, daß, indem es jetzt seine in der Vereinbarung mit uns vorgesehenen Ansprüche auf Tripolis verwirklicht, es sich auch in Zukunft uus gegenüber in der Meercngenfrage für gebunden halten wird. Jswolski läßt es stch indes nicht genügen. Italien für seinen aggressiven Imperialismus zu interessieren, er sucht auch Frank- reich zu gewinnen, wobei ein nicht gerade schmeichelhaftes Licht auf die französische Presse fällt. Am 12. Oktober 1911 schreibt er: Wenn wir uns wirklich jetzt entschließen, die Meer engen stage aus- zuwerfen, so ist es überaus wichtig, dafür Sorge zu tragen, hier eine gute Presse zu haben. Indessen bin ich in dieser Beziehung Kleider des Hauptwerkzeuges beraubt, denn aus allen meinen beharr- Echen Forderungen, mich mit Geldfonds für die Presse zu verschen, ist nichts geworden. Ich werde natürlich alles tun, was von mir abhängt, doch ist dies eben eine von jenen Fragen, denen die öffent- liche Meinung kraft althergebrachter Traditionen eher gegen uns gestimmt ist. Als Beispiel dessen, wie nützlich es hier ist, Gold auf die Presse z« verwenden, mag die Tripolisaffaire dienen. Mir ist bekannt, daß Tittoni die hauptsächlichsten französischen Zei- tungen gründlich und mit überaus freigiebiger Hand bearbeitet hat. Die Resultate liegen auf der Hand. Ungefähr um dieselbe Zeit spricht Jswolski seine Sorge äus, in Fr'streich genügende Unterstützung zu finden. An der Spitze stand damals der kriegerischen Abenteuern nicht geneigte Caillaur, und Jswolski findet es unter diesen Umständen „stuchtlos, mit Frankreich über allgemeine Politik zu sprechen". Das Bild ändert sich aber sofort, wie P o i n c a r 6 die Re- gierung übernimmt, den Jswolski, im Gegensatz zu Eaillaux, in überschwänglichen Tönen feiert. Einige Monate später wer- den die gewohnten Beratungen zwischen den Chefs der beider- festigen Generalstäbe durch ebensolche Beratungen der Marine ergänzt. Am 12. September 1912 berichtete Jswolski aus Paris über eine Unterredung mit Poincars, der für den Fall von Ereignissen auf dem Balkan nur die d i p l o m a t i s ch e Unterstützung Frankreichs in Aussicht stellte, dann aber in fol- gender Weise dem Zaren seine Bündnistreue versicherte: Sollte jedoch der Zusammenstoß mit Oesterreich ein bewaffnetes Eiugruscu Deutschlands nach sich ziehen, so erkennt Frankreich dies Ueberreichung öes deutschen Hegen- Vorschlags. Versailles, 28. Mai. Reichsminister Graf Brock- dorff-Rantzau hat heute namens der deutschen Friedens- dclegation dem Ministerpräsidenten Clemenceau den e r st e n Teil der ausführlichen dcuffchcn Denkschrift zu dem von den Gegnern überreichten Fricdensvertragsentwurf mit einer kurzen Begleituote übermittelt. Der R e st der Denkschrift wird am Dounerstag vormittag übergeben zu- sammcn mit einer die Grundgedanken und Vorschläge der Denkschrift erläuternden Mantelnote. sofortals einen Bündnisfall an und wird auch nicht eine Minute zögern, seine Verpflichtungen gegenüber Ruß- fand zu erfüllen. Im September desselben Jahres 1912, also am Vorabend des ersten Balkankrieges, begab sich der russische Minister des Auswärtigen S s a s a n o w nach England, um dort den Boden zu sondieren. Darüber berichtet er an den Zaren: Nachdem ich Grey vertraulich in den Inhalt unseres Marine- abkommens mit Frankreich eingeweiht und darauf hin- gewiesen hatte, daß laut dem abgeschlossenen Vertrag die französische Flotte um die Sicherung unserer Interessen auf dem südlichen Kriegsschauplatz bemüht sein wird, indem sie die österreichisch« Flotte hindert, nach dem Schwarzen Meere durchzubrechen, stagte ich den Staatssekretär, ob nicht England seinerseits uns den gleichen Dienst im Norden erweisen könnte durch Ablenkung des deutschen Geschwaders von unserer Küste in der Ostsee. Greh er- klärte ohne zu schwanken, daß, wenn die in Frage stehenden Um- stände eingetreten sein würden, England alles daran- setzen würde, um der deutschen Machtstellung den fühlbarsten Schlag zuzufügen. Grey bestätigte bei dieser Gelegenheit Ssasonow gegen- über das Vorhandensein eines französisch-englischen Abkommens, wonach sich England im Falle eines KriegesmitDeutsch- land verpflichtet habe, Frankreich nicht nur zur See, sondern auch auf dem Kontinent durch Landung von Truppen zu Hilfe zu kommen. Ssasonow setzt dann seinen Bericht an den Zaren wörtlich folgendermaßen fort: Der König, der in einer der Unterredungen mit mir dieselbe Frage berührte, sprach sich noch viel entschiedener als sein MinisKr aus. Mit sichtlicher Erregung erwähnte Seine Majestät das Streben Deutschlands nach Gleichstellung mit Großbritannien in bezug auf die Seestreitkräfte und rief aus, daß im Falle eines Zusammenstoßes dieser verhängnisvolle Folgen nicht nur für die deutsche Flotte, sondern auch für den deutschen See- Handel haben müsse, denn die Engländer würden jedes deutsche Schiff, das ihnen in die Hände kommt, in den Grund bohren. Die letzteren Worte spiegeln augenscheinlich nicht nur Person- liche Gefühle S. Majestät, sondern auch die in England herrschende Stimmung in bezug auf Deutschland. So also der Vetter! Seine Festedruff-Stimmung verrät eine uns Deutschen sehr sympathische Familienähnlichkeit. Der Dritte aber, Nikolaus, äußert sich in einem chiffrierten Geheimbericht aus Livadia vom 11. April 1914 folgendermaßen: Um die Meerengen zu öffnen, werde ich Gewalt anwend:n. Wilhelm H. war nicht der Einzige seiner Art! Im April 1914 weilen König Georg und Grey in Paris. Jswolski berichtet über eine Unterredung Greys mit Doumergue, in der erwähnt wird, daß unter den englischen Kabinellsmit- gliedern Elemente vorhanden seien, die„gegen Rußland vorein- genommen,, sind. Als ein solches wird besonders Asquith genannt. Der Bericht sagt weiter: Nach dem Gedanken von Sir Edtvard Greh könnte zwischen uns und England nur eine Marinekonbention und kein« Kontinentalkonvention abgeschlossen werden, denn die Landstreit- kräftc Englands find schon im voraus verteilt und können offen- kundig nicht mit russischen Streitkräften gemeinsam operieren. Bei den folgenden Verhandlungen über die rusfijch-franzö- sisch-engltsche Konvention wurde beschlossen, sich untergeordneter Organe als Mittelspersonen zu bedienen, um nicht Deutschlands Aufmerksamkeit zu erregen. Beschäftigt mit ihnen war russischer- se,ts ein gewisser Hauptmann Wolkow. der die Beschlüsse des Marinestabs nach Petersburg mitteilt. Danach war der Plan in Erwägung gezogen worden, die deutsche Flotte durch die eng- lische in der Nordsee festzuhalten und englische Transportschiffe noch vor Eröffnung der Kriegsoperationen in die Ostsee zu leiten, um eine russische Landung in Pommern bor- nehmen zu können! Dies alles war noch lange vor dem Mord von Serajewo und vor den blödsinnigen Entschlüssen, zu denen sich die Berlin- Wiener Diplomatie durch ihn hinreißen ließ. Es folgt nun die Wiedergabe geheimer Depeschen auS der Zeit der Krise, auf die zurückzukommen wir uns vorbehalten. Nur ein Glanzstück der russischen Diplomatie sei schon heute ins rechte Licht gestellt. Am 30. Juli telegraphiert Jswolski aus Paris: Margerit, den ich eben gesprochen habe, sagte mir, die stan- zösische Regierung, die sich keineswegs in unsere militärischen Vorbereitungen einmischen will, würde in Anbetracht der fortgesetzten Verhandlungen wegen Wahrung des Friedens es sür äußerst wünschenswert halten, daß diese Vorbereitungen einen mög- lichst wenig offenen und herausfordernden Charakter tragen. Der Kriegsminister, der denselben Gedanken entwickelte, sagte seinerseits Graf Jgnatjew, wir könnten erklären, daß wir im höchsten Jnter- esse des Friedens bereit seien, die Mobilisationsmaßnahmeu zeit- weilig zu verlangsamen, was unS nicht hindern würde, die mili- tärischen Vorbereitungen fortzusetzen und sie soiiar zu verstärk:», indem wir uns nach Möglichkeit der Maffentruppentrcmsporte enthalten. Und noch eins! Am 2. August telegraphiert Jswolski an Ssasonow: Heute ist die Nachricht eingetroffen, daß deutsche Truppen das luxemburgische Territorium betreten und so die Neutralität des Herzogtums verletzt haben, die durch den unter aitdcrm von England und Italien unterzeichneten Traktat von 1867 garän- tiert wurde. Dieser Umstand wird als sehr vorteilhaft für Frank- reich betrachtet, denn er wivd unvermeidlich(eine Lücke) seitens Englands hervorrufen und es zu einer energischeren Handlungs- weise veranlassen. Es liegt auch Nachricht vor, daß die deutschen Truppen sich angeblich in der Richtung Arloung bewegen, waS auf die Absicht hinweist, auch die belgisch: Neutralität zu verletzen. Da» wird noch fühlbarer für England sein. Der Vorsitzende des Ministerrats telegraphierte sofort nach London und beauftragte Cambon, die Aufmerksamkeit Greys darauf zu lenken. Währenb sich die Welt— mit Recht— über die Verletzung der belgischen Neutralität durch Deutschland entrüstet, tele- graphiert der geheimdiplomatische Zynismus stillvergnügt: „Höchst vortesthaft für Frankreich!" Es kann in keiner Weise der Zweck dieser Ausführungen sein, Deutschland von aller Schuld reinzuwaschen. Aber die Nolle, die die deutschen Machthaber im Jahre 1914 spielten, wird doch durch die zitierten Dokumente in weitem Maße geklärt. Sie hatten, nicht ohne Grund, eine Höllenangst vor den Plänen der Entente, die ihnen nicht ganz unbekannt waren und die sie noch schwärzer und drohender sahen, als sie vielleicht waren. In dieser Stimmung schlugen sie in der plumpsten Weise los. Es ging ihnen dabei wie dem Mann in Schillers„Bürgschaft": Da packt ihn die Angst, da faßt er sich Mut Und stürzt sich hinein in die brausende Flut. Nur daß mit ihnen kein Gott Erbarmen hatte. Die Welt- geschichtc hat gerichtet: sie sind geschlagen und ins Nichts zurück- geschleudert. Aber zuruckgelviesen werden muß der Versuch, aus ihrer grenzenlosen Unfähigkeit ein moralisches Verschulden d?s ganzen deutschen Volkes zu konstruieren. Und noch eines wird klar: Die Männer der Entente, die an den Welt- politischen Zettelungen von 1909— 1914 teil- nahmen, haben nicht das Recht, übzr andere zu Gericht zu sitzen. Das Beweismaterial der„Prawda" spricht nicht für die Unschuld der stüheren deutschen Machthaber, desto mehr aber für die Forderung der jetzigen deutschen Regie- rung nach Einsetzung eines unparteiischen Gerichts- Hofs. Sie konnte keine glänzendere Rechtfertigung finden als durch die Anklagen, die Pokrowski gegen die Sieger von heute erhebt. ttoch keine rheinische Republik. Die verdächtige Haltung des Zentrums. Frankfurt a. M., 28. Mai. Nach zuverlässigen Mittei- lungen aus Koblenz hat dort«och keine Ausrufung einer r h e i» nischen Republik stattgefunden. Die Z e n t r u ms f ü h r e r haben sich kräftig gegen diese Bestrebungen ausgesprochen und wüt- den sich nur einverstanden erklären, wenn die Ausrufung von der Deutschen Nationalversammlung und preußischen LandcSversamm- lung ausginge und im Friedensvertrag ausdrücklich festgelegt wSrde. das Urteil der franzo/Wen Gewerkschaften. Aur den wahren Völkerfriede». BersaiKkS, 28. Mai. Das Ralionalkomitee der Ton« födöration generale du travail erörterie gestern Nachmittag nochmals das Friedensproblem und na dm schlich« lich mit allen Stimmen bei zwei Slimmentbaltiinaen enien An» trag au, in welchem die Haltung der Coiifsdmatil'n gön�rale du travail gegenüber dem Versailler Friedensvertrag iestgelegt wird. Der Antrag erhebt zunächst Einspruch gegen die Geheim- h a ltun g der Beriailler Erörterungen und gegen die Unzuläng» lichkeit des durch die Presse verbreiteten Auszuges des Vertrages. Die augenblicklichen bekannten wesentlichen Abwa bmigen des Ver- lrageS entsprechen ieineSwegS den L?üo'chen der Arbeiter. Sodann geht der Antrag auf die Einzel- heilen ein und formulie rt zeb« Punkte argen die Gesamtheit der Artikel de» Vertrages. In diesen zehn Punkten wird erklärt, dith der Vertrag: l. eine Berneinung dcS SeltistbestiinmungsrechteS&« Völker sei. 2. Gebiete in verkappter Weise annektiert. 3. die Verpflichtung bezüglich der Gesellschaft der N-tioncn ver- leugne. 4. zn den alten PündniSsystemen zurückkehre. 5,. die allgemeine Avrüstung unmöglich mache. V. den Kolonialismus fortsetze. 7. daß ihm jegliche» internationales Finanzsype« fehle. 8. baß ihm ein iuternationaler wirtschaftlicher Organismus fehle. 3. baß er den wirtschaftlichen Krieg und die Blockade fortsetze. 10. daß jede wahre internationale Brbeitscharta ihm fehle. Der Vertrag rufe neuen Haß und territoriale Nevauchewünsche hervor und lasse Konfliktskeime be- stehen, welche mindestens ebenso groß und gefährlich seien. wie die Konfliktskeime vor dem Krieg 1314. Da« Rationolkamitee verlangt schließlich eine Revidierung de» Vertrage» und erklärt, daß getreu den Grundsätzen eines Frieden» der F r e i d e i t und Gerechtigkeit die Arbeiterklasse Frankreichs enliwloflen sich verpflichtet, sowohl durch eine nationale Aktion als durch gemeinschaftliche Anstrengungen mit den Arbeitern anderer Nationen auf die Verwirklichung eine» wahren Völkerfriedens und eine stabile Weltorganisation. welche die Wiederaufnahme des WirtichaitslebenS sicherstellen wird, hinzuwirken. Die Delegation der französischen Ge- werkschafteu wird diesen Standpunkt au? oer i u t e r n a t i o n a l e u G ew«rksch a ft Skonfer eu z in Amsterdam vertrete»._ die ftanzoMe Press? zu Üen öeutfchen vorMägen. Sozialisten für den Rechtsfrieden. Versailles, 23. Mai. Die Pariser Blätter erwarten, daß die deutsche Generoldenkschrift über den Friedensvertrag wahr» scheinlich noch heute überreicht wird»Hamme Libre" er« klärt: Die deutschen Gegenvorscbläge werden so- fort geprüft werden, und wahrscheinlich werden wir schnell über die Antworr der Alliierten im Klaren sein. Jetzt schon können wir sagen, daß die vom Feind vor- geschlagenen Hauptänderungen finanzieller, wirtschaftlicher und territorialer Art und die«enderungen betreffend die Wiedergut- nmchungen in keiner Weise zugelassen werden können. Da« Wesentliche der Friedensbedingungen der Alliierten bleibt un- berührbar. Wenn dagegen gewiss« Einzelpunkte und Formen der Durchführung modifiziert werden müssen, so werden wahrscheinlich unsere Bevollmächtigten dies nicht verweigern, namentlich wenn die Modifizierungen dazu angetan find, den guten Willen der Entente zu beweisen. »Figaro* meint, die erste Konzession m der Saarstage sei hoffentlich auch die letzte gewesen, welche mqn Deutschland machte. »Oeuvre" schreibt: Diese Frage beherrscht alle unsere Gedanken Ader zeichnen oder nichtzeichnen ist in Wahrheit nicht die Frage. Denn wir find Lberzeugt, daß sie stüher oder später werden zeiwneu müssen. Was uns beunruhigt, ist, daß wir nicht wissen, ob Scheidemann, Brockdorff oder irgend ein obskurer Unabhängiger— ein von aller Tradition und Skru- peln Unabhängiger— unterschreiben wird. Und was, auf- richtig gesprochen,«nö hauptsächlich beklemmt, ist, daß wir am Wem irgendeiner gewaltsam durch Drohungen entrisseneu Unter- schrift zweifeln. Die wahre Frage lautet: Entspricht der Frieden, welchen wir erzwingen. den Verpflich- tungen des Waffenstillstandes? Ist er dauerhaft, fest, ge- recht wilsonisch? Jetzt rechtfertigten sich die Befürchtungen der wärmsten Freunde Wilsons, welche vorhersagten, daß Wilson, als er nach Europa iubr zwei Gefahren entgegenaehe: Entweder die europäischen Re» girn.i!gen durch die starre Aufrechterhaltung seiner Doktrin zu irritieren oder die Völker dadurch zu enttäuschen, daß er den Führern dieser Völker nachgeben würde. Beide Gefahren verstand er niöbt zu vermeiden, deshalb erkennen wir in seinen Handlungen den Wilsonismus nicht mehr. Der Apostel hatte nicht mehr die Kraft, sein Evangelium aufrecht zu erhalten. Die Völker müssen eS aus seinen machtlos gewordenen Händen übernehmen und gegen all« sogar gegen ihn selbst verteidigen und zum Triumph führen. Die Meuterei in üer französischen Marine. Zvm Putsch franzöfischer Matrosen im Schwarzen Meer. Berlin, 28. Mai. Der Militärbericht der russischen Sowjet- republik vom 18. Mai gibt noch Mitteilungen eines Augenzeugen über die Sewastopoler Ereignisse, in deren Mittelpunkt die erste revolutionäre Kundgebung stanzösicher Matrosen stand, eine ausführliche Schilderung. Danach hißten am Oster- Sonntag Morgen die französtschrn Kreuzer rote Flaggen- Die Matrosen näherten fich in Booten, die mit roten Bändern und Blumen geskbmückt waren, unter Abfingung revolutionärer Lieder der Küste. An Land vereinigten sie sich mit Arbeitern und begaben sich unter Rufen»ES lebe der Bolschewismus* zum Gewerkschafts- Hauke. Griechische Matrosenpatrouillen eröffneten da« Feuer, eS gab zwölf Tote, vierzehn Verwundete. Sin französischer Offizier, der dem Führer der aufrührerischen Franzosen die Fabne zu entreißen versuchte, wurde durch einen Schuß aus der Menge z u Boden geworfen. Hierauf gab eine Abteilung sranzöss'cher Soldaten auf Befehl ihres Leutnants eine Salve ab. Der Fahnenträger stürzte tödlich getroffen nieder. Unter dem Ein- druck seines Todes töteten die ftanzöfischen Soldaten ihren Leutnant und schloffen sich unter Teilnahme mehrerer revolutio- närer Offiziere den Manifestanten an. Erst in später Rächt gingen die. Matroftn auseinander. Am Vorabend der Räumung Sewasto- pol» diilckeilten französische Soldaten die Stadt unter Rufen auf den Bolschewismus und Sozialismus. Sie trugen rote Rosen und ihre Wagen waren mit rote« Bändern geschmückt. Irisihe Arbeiter gegen öen Militarismus. Forderung eineS S4 stundigen Streiks. Amsterdam, 28. Mai.(Eigener Drahtbericht d«S„Bor- würtS".) Das irische Arbeitcrblatt„The voice»f Labonr" verlangte bei der englischen Arbeiterpartei, deren Führer Henderson ist, daß fie zusammen«inen 24stü»digen Streik argani- sieren, um den Ententeimpcrialisten zu zeige«, daß die englischen Arbeiter keinenfalls geneigt sind, einen Krieg gegen Rußland «« d U« g a r n und eine Ausbreitung des MilitariS- m u S mitzumachen. Sturmzeichen in England. Amsterdam, 23. Mai. Nach den englische» Blättern vom 23. Mai veranstaltete der englische Arbriterbund WorkerS Socia- l i st Federatio» am Sonntag eine Kundgebung am Tra- falgar-Square. To» Man hielt eine Rede, in der er sagte, die einzige Art, in der die Arbeiter gegen einen kapitalistische» Krieg, gegeu die Revolution der russischen Arbeiter protestieren könnte«, sei eine soziale Revolutio«. Di« Rede Mans wnrde mit laute« Beifall begrüßt. Kein Selbsibesiimmungsrecht üer?ren. Regelung erst durch den Völkerbund. Versailles, 28. Mai. Wie die Pariser Ausgabe des»New Dork Herald* erfährt, wird daS irische Problem von der Pariser Konferenz nicht erörtert werden. Lansing erklärte der irisch-amerikanischen Delegation, die amerikanische Regierung be- dauere, weiter keine Bermittelung in der irischen Frage über- nehmen zu können. ES beständen Aussichten, daß die Angelegenheit vom Rat des Völkerbundes zur Sprache gebracht werde. Italien unterzeichnet! Vorbehalte in der Adriafrage. Amsterdam, 28. Mai.»Daily Herald' meldet: Al» Ergebnis der wichtigen Verhandlungen, die Oberst Hause geführt hat, könne der Beschluß angesehen werden, daß Italien den Friedensvertrag sowohl mit Deutschland als auch mit Oesterreich unterzeichnen werde, jedoch mit gewissen Vorbehalten bezüglich der Regelung der adriatischen Frage. Rückkehr üeutjcher Delegierter aus Versailles Versailles, 28. Mai. Heute nachmittag find 80 Mitglieder der deutschen Friedensdelegation, in der Hauptsache Sachverständige, im Sonderzuge nach Deutschland zurück- gekehrt, da ihre Aufgab«, nämlich Ausarbeitung und Vor- bereitung der großen Denkschrift, erledigt ist. Mit dem heutigen Abendzuge werden noch einige weitere Mitglieder der Delegation in die Heimat zurückreisen._ Was üen üeutschen Arbeitern von üer Entente üroht. Gefangensetzung.— Ausweisung.— Strafe». Benrath, 28. Mai. Infolge Ablehnung der Forderung der hiesige« Arbeiterschaft auf ei»e einmalige Teuerungszulage hatte der Aktionsausschuß der Arbeiter die b ritische Behörde an- gerufen, welche entschied, daß die Forderung für alle Arbeiter nicht bewilligt werden könnte. Die Arbeitrrausschüsse beschlossen darauf gestern abend de« sofortige» Generalstreik, trotzdem von der britische» Behörde der Streik verböte» wurde. Der AktionS- auSschuß wurde heute morgen vo» der britische« Behörde auf da» Rathaus bestellt»nd ihm erklärt, ob er fich bewußt wäre, daß er gegen die britische» Anordnungen perstoße» hätte. Der Vorsitze,»de de» Aktionsausschusses bejahte die Frage, worauf die Mitglieder de» Ausschusses für verhaftet erklärt wurde». Der General gab am Schlüsse«och zwei Arbeitervertreter» die Erklärung ab, daß jeder, der weiterstreikt, über dir Grenze trnnSpor. tiert werde. Bei der Abführung des StreikauöschusseS wurde» vou einige» Arbeiter« Hochrufe ausgebracht. Die betrrffeuden Leute mußte» sofort ihre Pässe abgebe««nd sehe» einer strengen Bestrafung entgegen. Heute abend findet ein« Versammlung statt, in der über die Anordnungen der britischen Behörde Mitteilung gemacht werde« soll. DaS Gas- uud Wasserwerk werden durch die Beamten i» Betrieb gehalten. wenn in Amerika üer ßrieüensvertrag bekannt wlrü. Unwille« und Auflehnung. Amsterdam, 28. Mai. Nach einer Meldung der„Morning Post* aus Washington vom 24. Mai hat der amerikanische Vorsitzende de» Ausschusses des Repräsentantenhauses für militärische Angelegenheiten, Julius Kahn, der aus Paris nach Washington zurückgelehrt ist, erklärt, daS amerikanische Voll werde sich, wenn die Einzelheiten des Friedensvertrages be- kanut seien, voll Unwillen dagegen auflehnen. Der Unabhängige. SIS ich aufstieg, war der Streit schon im Gange. 4« Straßenbahnvagen war überfüllt. An der Vordertür stand �nd»aß die debattierende Gruppe. Der Streit ging um den Friede,«vertrag: soll Deutschland unterzeichnen— soll eS nicht. Die Meinungen standen schroff gegeneinander— vier oder fünf gegen einen. Dieser eine war ein Unabhängiger. Ich erriet das au? den Gründen, die er für die Unterzeichnung anführte. Jeden Satz schloß er: Wir müssen unterzeichnen. Die andern stritten dagegen. Schiffe, Kolonien, Saarbecken, Dan, ig, Westpreußen. Kohlen, Milliarden— alle Fallen und Schlingen der Friedensbedingunge» zeigten fie. Einer meinte: Schlimmer noch als das alles ist, daß dieser Gewaltfrieden, der obendrein mehr ist als die Rache der Sieger, der eine Verschwörung der Imperialisten gegen den Sozia- lismus ist. schlimmer ist, daß dieser, Gewaltfrieden in Deutschland eine nationalistische Bewegung entfachen wird, die wesentliche geistige und moralische Kräfte des deutschen Volkes fesseln wird. Schlimmer ist, daß die Idee der Gewalt die Idee der Rache, der Vergeltung erzeugen muß. eine gefährlichere Revancheidee als die, die Frankreich seit 1871 beseelte. Dieser Friede macht die einzige Hoffnung zus-banden, die wir während des Krieges haben durften: daß dieser Krieg der letzte sein würde. In der Stunde, in der dieser Vertrag unterzeichnet wird, ballt sich die drohende Gefahr eines kommenden Krieges über den Völlern zu- sammen. Allein an» diesem Grunde müssen wir Sozialisten Gegner dieses Friedensvertrages sein. Er macht un» auch geistig unfrei, er scklögt da« Volk in den Bann einer barbarischen Idee. Der Unabhängige beharrie: Wir müssen unterzeichnen. Ein anderer drang auf ihn ein: Haben Sie sich schon einmal überlegt, daß Sie und Ihre Partei mit ihrem: Wir müssen unter- zeichnen l unseren Mderstand schwächen, den Einspruch der Neutralen. den Protest der internationalen Arbeiterschaft lahmlegen? Daß fie die Geschäfte der Imperialisten besorgen? Der Unabhängige blieb dabei: Wir müssen unterzeichnen. Ein Dritter wiederholte schon Gesagtes eindringlich: Dieftr Frieden führt zur völligen Versklavung des deutichea Volkes. Nichts ist mehr unser, wir selbst gehören uns nicht mehr. Machen Sie fich da» klar: dieser Frieden vernichtet un» al« freies Volkl Wollen Sie auch dann noch unterzeichnen? Er führt unS in die schmachvollste Sklaverei! Was sagen Sie dam... Der Unabhängige ließ ihn nicht ausreden. Er riß ungeduldig fünf, sech» Zeitungen aus der Tasche, entfaltete eine, die zweite— ich erkannte daS Berliner Organ der U. S. P.—, am Kopfe aller Zeitungen, die er hatte, prangte groß und stolz das Wort Freiheit... Ein sozialer Stäötebauer. Hermann Jause», der am 28. Mai V0 Jahre eckt wurde, rwifptfflnfrpr I kultur ein, die besonders in der Großstadt bös daniederliegt. Er ! erkannt« als einer der ersten mit Otto March zusamme« den sitt- Irchen und kulturellen Wert des gesunden WohnenS. D« Heimat» liche Boden ist auch ihm nicht ein Objekt wilder Spekulation, sondern eine Hewnatstätt« für alle. Er schaut« nicht die Städte vom engen Gesichtskreise altertümlicher Gäßchen und malerischer Straßen cm. sondern nahm den Stadtkörper stets als Ganzes, als Kulturobjekt, wie er im Grünen daliegt oder von engen Häusequartieran oder Schloten eingeengt ist. Die übliche Aufmachung der Straßen mit architektonischem Plunder soll nicht über schwere Mängel hinweg- täuschen. Der moderne Städtebau soll für ein an Leib und Seele aesundeS Voll ruhige, lärm- und staubfreie Erholungsflächen vom Stadtkern bis zur Peripherie schaffen, statt der vielen kleinen Ein.zelplätz«. Diese, wie die radialen Verkehrsstraßen werfen die Massen nach draußen mS Freie: der Name.Ausfallstraße* stammt von ihm. In erster Linie ist den Erfordernissen modernen Verkehre gerecht zu werden, ebenso soll möglichst vielen Leuten eine gute Siegelung geboten werden. Viele Millionen spart sein System bei der Mehrzahl seiner Bebauungspläne durch zweckmäßiges Ord- nen seines Straßennetzes. Mit dem System der Verstümmelung der alten Städte durch Anlage der üblen»Ring'straßen ist zu brechen, ihr fielen die reizvollsten Stadtanlageu zum Opfer. Jansen brachte als einer der ersten das soziale Moment in den Bebauungsplan, die Ertüchtigung des Volkes war fein Lebens- ziel. Er stand in vorderster Reihe als Streiter gegen blöde fiskalische Ausholzung der Wälder, wie der Verbauung der Seeufer. Daß er bsi den Anhängern der alten(Stübben'schen) Schule sowie den diesen oft nicht fernstehenden Bodenspekulanten auf schärfsten Wider- stand stieß, ist bekannt, konnte aber den Erfolg seiner neuen Ge- danken auf die Dauer nicht verhindern, zumal die jungen Jach» genossen ihm mit Begeisterung folgen. Mehrere Stätdte— darunter Berlin, Charlottenburg, Dahlem— übertrugen ihm bereits die Bebauung nach seinem System. Er gilt heute als Führer des neu- zeitlichen Städtebaues urch hat dem deutschen Städtebau auch in dem Auslande den Boden bereitet. Jansen ist u. a. Mitglied des Senats der Akademie der Künste uud des städtische» Beirats für Wohn» und SiedelungSwefcu._ Der offene Srief an üen Dichter Paul Ilg. Genosse Karl Kor» bittet uns um den Abdruck folgender Klarstellung: Mein in. der Schweiz weilender Bruder hatte einen .offenen Brief* überschrieben:.An einen Schweizer Dichter*. Er wollte auf diesem Umweg seinem Freunde Jlg dessen, wie ihm schien, widerspruchsvolle Haltung in Neutralitätsfragen zu Gemüt führen. Bei dsr Einreichung des Manuskripts informierte ich die Rodaktion de?.Vorwärts* über die Person des Adressaten. Al» ich darauf aufmerksam gemaebt wurde, daß dem Wesen dieser Publikation»- form die genaue Namensnennung sowohl des Absenders wi« des Adressaten en-tspreche, behielt ich mir vor. die telegraphische Ein« willigung meine» Bruders dazu einzuholen. Inzwischen hat die Feuilletvn-Redakiion. die von dieser Vereinbarung nicht unterrichtet war, die Veröffentlichung unter Namensnennung Jlg» vovge- nommen. Ohne der in Aussicht gestellten Antwort Jkgs und einer etwaigen Erwiderung meines Bruders vorzugreifen, möchte ich im Interesse meines Bruder» diesen Sachverhalt feststellen, da eS »icht mSvmOm-ckchemj. fach*e» tan aomeae tatatäm. allgemoine Charakterisierung gewisser neutraler Schriststellerlreise in ihrer jetzt vorliegenden Form zu scharf auf die Person JlgS zugespitzt ist und deshalb in Einzelheiten nicht zutreffe»»mg._ Notizen. — Karl Zörer, der Vorsitzende des ReichSverbande» der Arbeiter-Gesangvereine Oesterreich», ist 86 Jahr all gestorben. Un- ermüdlich bat er zwölf Jahre lang auf seinem Posten gewirkt. — Der Verband der Freien Volksbühnen veran- staltet am 8. Juni, abend«%8 Uhr. in der Philharmonie eine Aus- führung der 8. Sinfonie von Gustav Mahler unter Leitung von Hermann S ch e r ch e n. Karten zu 2, SV M. sind in den Waren- Häusern von Hermann Tietz, BollSbübnenbuchhandlung, Köpenickec Straße 68, und in der Geschäftsstelle Linienstr. 227 zu haben. — Theater. Am 4. Juni geht erstmals OsfenbachS .Schwätzerin von Saragossa* im Deutschen Opernhaus in Szene.* — Die Spielzeit de r vormak? Königl. Theater wird bis zum 80. Jumi verlängert, der Wlederbeginn erfolgt am 1. September. In der Oper wird für den 3. Juni eine Neuein- studicrung.Zauberflöte* vorbereitet: in der Pftngstwoche soll eine zweite Serie von Tanzbildern folgen mit Lucia Kieselhaus e'n als Gast. Eine cyklisch« Aufführung vom .Ring" und die Wiederaufnahme des.Parsifal* ist weiter vor- fle sehen. — Der Verband deutscher Kriegssammlungen hielt am letzten Sonnabend und Sonntag im Deutschen Kul- turmuseum in Leipzig seinen Verbandstag unter reger Be- teiligung aus ganz Deutschland ab.■ Da die meisten staatlichen und privaten Sammlungen auf die Anregung des preußischen Kultus. Ministeriums hin ihr Tätigkeitsgebiet auf die literarischen Nieder- schlage aus der deutschen Revolution 1318/13 erweitert haben. so erhält der Verband auch für Kreise des Proletariats eine größer« Bedeutung. Diesem trug Rechnung Professor Menz von der Gamm- lung der Universität Jena in einem Dortrage über die Bedeu- tung der Kr.iegSsammlungen. Ueberhaupt boten mehrere Vorträge Gelegen heil zur Erweite- rung des SammlergesichtSkreiseS. Vor allem instruktiv war die Be. sichtigung der.Deutschen Bücherei* und ihrer mustergültigen Ein- richtungeil. bei der besonders die kleine, ober gut ausgewählte.R«. volutionSauSstellung* ins Aug« fiel. Zum Vorsitzenden wurde in der geschäftlichen Sitzung Pros. Minde-Pouet von der Deutschen Bücherei gewählt, wozu noch Reuwahlen von Ausschuß. Mitgliedern treten, die die Romen Dr. Saß vom Preußischen Staatsarchiv, Direktor Felger von der Weltkriegsbücherei und Drahn vom Archiv der Sozialdemokratischen Partei ergaben. — A l S Leiter der Abteilung für höheres Schul« w e s e n ist der Provinziasrat Dr. Jahnke in Münster ins Kultus- mirnsterium berufen worden., — Eine Hauptstell« für hygienische VolkSauf- klärung wurde unter Mitwirkung von Hygienikern, Aerzten, Vertretern von Versicherungsanstalten und Krankenkossen im Kaiserin-Friedrich-HauS begründet. Sie will Hand in Hand mit der Zentralstelle für ärztliche Fortbildung in Preußen durch Merkblätter, Vortröge, Mme«r ganz Deutschland hygienische Aufklärung Nr. 272 ♦ Zb. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts SonuKStag, 29. 5hßll9t9 Gegen den Lanöesverrat am Rhein! preußische Lanöesversammlung. 25. Sitzung, Mittwoch, den 28. Mai 1819, mittags 12 Uhr. Am Ministertisch: Hirsch, Harnisch, Dr. Südekum, Dr. am Z e h n h o s f u. a. Die förmliche Anfrage der Dcutschnationalen Volkspartei be- treffend die Enthebung des kommissarischen Landrats des Kreises Putzig von seinem Amte, wird, wie Ministerpräsident Hirsch er- klär:, demnächst von der Regierung beantwortet iverden. Weiter stehen auf der Tagesordnung 3 dringende förmliche Anfragen betreffend üie Vorgänge in den Nheinlanüen; die Regierung hat sich bereits gestern zur Beantwortung bereit erklärt. Die förmliche Anfrage der Mitglieder dcc Demokratischen und Sozialdemokratischen ffraktion lautet: .Ist der Staatsregierung bekannt, daß zwischen verschiedenen nambaften Persönlichkeiten des Rheinlandes einerseits und dem französischen General M angin andererseits Verhandlungen stattgefunden haben, deren Endziel die Schaffung eine? vom Teutschru Reiche abgetrennten neutralen Staates„Rheinland" unter dem Schutz des Völkerbundes ist? Was gedenkt die Staatsregierung gegen solche hochverräterischen Umtriebe zu tun?" Die zweite ähnliche Anfrage ist von der Deutschnationalen Volkspartei und der Deutschen Volkspartei eingereicht, die dritte von den Unabhängigen Sozialdemokraten. Abg. Janson(Dem.): Beim Abschluß unserer früheren Rhein- landdebatte sind wir mit der Ueberzeugung woggegangen: Die rhei- nische Republik ist tot Das Zentrum hat sich damals der Abstim- mung enlha.lten. Hätte es damals mitgestimmt, dann hätte es gestern nicht nötig gehabt. 2 seiner Mitglieder so brüsk zu des- avouieren. Da muß es schon im Zentrum zu s'e h r scharfen Auseinandersetzungen gekommen sein.(Widerspruch im Zentrum.) Wenn Herr Kaster t damals erklärt hat: Wir sind deutsche Rheinländer, die unter keinen Umständen vom Verbände des Reiches getrennt werden wollen, und wenn Herr Kastert jetzt an den Verhandlungen teilgenommen hat, so hat er d»m Gedanken der Loslösung vom Reiche schon tatsächlich zugestimmt. An der Entwicklung der Dinge hat auch die Regierung eine Mitschuld. Sie hat die großen finanziellen Schwierigkeiten, in die die Gemeinden durch die fremde Besatzung gebracht worden sind, beinahe bis auf den heu- tigen Tag fortbestehen lassen. Nun ist der Friedensvertrag gekommen. Er sagt nichts von der Annexion des Rheinlands, aber was sonst drin steht, ist für uns ganz unerträglich und jeder mutz sich jetzt sagen, alle Sonderbestrcbungen haben aufzu- hören. So heißt es ja auch in der gestrigen Zentrumsresolution. lsletzt müssen wir aber erfahren, haß die auf die Abtrennung der Rheinlande gerichteten Bestrebungen binnen kurzem von Erfolg gekrönt sein werden, das; die rheinische Republik bald da sein wird, daß der Gedanke der Sellsstänbigkeit der Rheinlande in rastloser Arbeit gefördert worden ist, daß er sogar jenseits des Rheins bereits Alchen gewonnen hat. In dem Augenblick, wo die Herren erkennen mutzten, daß die Loslösnng von Preußen auch die Los- lösung vom Reiche bedeutete, mußten sie doch diese Idee auf- geben. Was wir nunmehr sehen, ist also nichts mehr und nichts weniger als Landesverrat. Eine ungeheure Verantwortung lastet auf den Herren, die an diesen Verhandlungen teilgenommen haben. General M a n g i n hat erklärt, mit der Loslösung von Preußen sei den Franzosen nicht gedient; an einer rheinischen Rcpubffk, die im Verbände des Deutschen Reiches verbleibe, habe Frankreich gar kein Interesse.(Hört! hört!) Nun gut— hier hätte Dr. Fro- berger unbedingt die Verhandlungen abbrechen müssen. Statt dessen erklärte er: Der neue Freistaat werde die Rolle der jetzigen neutralen Zone übernehmen müssen. Eng- länder. Franzosen und Belgier sollen darüber befinden und Deutschland soll auch mitreden können! General Mangin erklärte hierzu, es werde sich wohl eine Formel finden lassen, mit der diese Lösung für Frankreich möglich sei. Das glaube ich schon; aber daß eine solch« Lösung für einen deutschen Man« möglich sein solle, das ist eine Ungcbcuerlichkeit, an die ich nicht zu glauben vermag.(Lebhafter Beifall.) Gewiß, die Rheinländer sind in einer sehr schlimmen Lage. Wir müssen uns damit abfinden, daß wir, mag der Vertrag angenommen oder abgelehnt werden, denn- noch in den Händen der Enteute bleiben werden. Auch darüber ist in den Verhandlungen gesprochen worden, und auch darüber hat man die deutschen Abgesandten nicht im Unklaren gelassen. Als Herr Hroberger meinte: Der Friedensvertrag fei in der jetzigen Fassung auch für die Franzosen ungünstig, weil er keine Gewähr dafür biete, daß auch nach Verlauf der 15 Jahre Ruhe und Ordnung aufrecht erhalten werde, da ließ General Mangin durchblicken, daß auch nach 15 Jahren die Besetzung weiter aufrecht erhalten werden würde, um Rübe und Ordnung aufrecht zu erhalten, denn Deutschland würde die Friedensbedingungen ja doch nicht er- füllen.(Hört! hört!) Also: deshalb sind die FriedenSbedingnn- gen f» unerhört schwer, damit wir sie gar nicht«rfüllc« können. (Sehr richtig! und Zustimmung.) Das ist der unerhörteste Betrug, der je gegen ein Voll ausgedacht worden ist.(Leb- bafter Beifall und Zustimmung.) In diesem Augenblick hätte Herr Dr. Froberger als deutscher Mann unter allen Umstän- den die Verhandlungen abbrechen müssen, denn mit einem Feinde, der seine B e r n i ch t u n g s a b s i ch t e n auch jetzt noch in dieser Weise deutlich erkennen läßt, weiter zu verhau- dein, ist und bleibt Hochverrat.(Lebhafter Beifall und Zustim- mung.) Herrn Dr. Froberger baltc ich von jetzt an für einen Hochverräter.(Beifall.) Gewiß, politische Gesinnungslumpen gibt es überall, auch bei uns, aber die große Masse unseres Volkes denkt gar nicht daran, von Deutschland weg zu wollen. Das rheinische Volk will niemals eine Republik im Sinne der Entente, es will deutsch sein und deutsch bleiben.(Lebhafter Beifall.) Abg. Klingrmann(Dnat. Vp.): Ein westlicher Pufferstaat würde allen französischen Machenschaften wehrlos ausgesetzt sein. Kein Vorwurf ist hart genug gegen diese landesverrätcrischen Pläne. Mg. Stöcke r(11. So»): In Koblenz soll die rheinische Republik bereits ausgerufen sein. Die Arbeiter lehnen diese Machenschaften entschieden ab. Die »Kölnische Volkszeitung" redet jetzt nicht mehr von der Zukunft Deutschlands, sondern nur von der der R h c i n l a n d e.(Zurufe im Zentrum: Sie sind der richtige Ankläger!) Etwa 30 Zentrums- abgeordnete sollen auf dem Standpunkt der Herren. Kostert und Kurkhoff fllAcii. fcoctl) Ich fern fest Äcrzeugl, daß das Zentrum, wenn der richtige Moment gekommen ist, sich mit der rheinischen Republik abfinden wird. Wir sind gegen eine solche klerikale kapitalistische bürgerliche Republik. Es lobe die Welt- rovolution.(Gelächter.) Ministerpräsident Hirsch: Während in den meisten Gebieten des preußischen Staates die Bestrebungen auf Lockerung der alten Staatsbande eingestellt worden sind, haben sich die Rheinlande als Nährboden für immer neue Ablosungsbestrebungen erwiesen. Außer der preußischen Re- gierung hat auch seinerzeit die Reichsregierung erklärt, daß Sonderbildungen nicht gestattet werden würden, weil die Gegner nur aus die Vettvirklichmvg solcher Bestreb liiigci: warten. Leider sind unsere nachdrücklichen Mahnungen nicht beachtet worden. Pri- vate Kreise sind in Verhandlungen mit deu�Feind eingetreten. Eni- gegen den Meldungen von interessierter Seite war weder dix Reichsregierung noch die preußische Regierung davon unterrichtet. Erst am 19. Mai erhielten wir Kenntnis, daß Dr. Froberger am 15. oder 16. Mai mit der Absicht zur Führung solcher Verhandlungen nach Mainz abgereist ist. Erst gestern abend erhielten wir darüber die amtliche Nachricht. Danach hat Dr. Fro- berger einer Dienststelle bei seiner Abreise eine Aufzeichnung ge- macht mit der Behauptung, es handle sich um Anhörungen feindlicher Vorschläge, nicht um ihre Förderung. Selbst unter dieser Voraussetzung war der Schritt Frbbergers sehr bedenk- lich.(Lebhafter Beifall.) Verschieden« Redner haben jetzt schon van Hochverrat gesprochen.(Lärm und Unterbrechung der Unab- hängigen.) Ich könnte zu einem harten Urteil auf Grund amtlich festgestellter Tatsachen kommen. Vor wenigen Minuten erhielt ich einen Bericht über die Vorgänge in Mainz. Danach hat General Mangin die Ansicht ausgesprochen, daß die Sozialisierung Deutschlands die Ordnung stören würde. Der neue Freistaat solle neutral werden, dem Völker- b u n d unetrstehen und Deutschland solle ein Mitsprecherrecht baben. Wenn die in dem Bericht mitgeteilten Tatsachen richtig sind, dann liegt allerdings Hochverrat vor und dann wird die Re- gierung von ihren Machtmitteln Gebrauch macheu.(Zuruf des Abg. Hoffmann: Aber nicht erst, wenn der.Vogel" ausgeflogen ist! — Heiterkeit.) Nun behaupten die Förderer der Sonderbestrelungen allerdings, daß sie mit ihrem Vorgehen eine Milderung der Friedensbestrebungen für das ganze Reich erzielen wollten. Das mag für einige Teilnehmer der Unternehmung zu- stimmen. Für Herrn Dr. Froberger liegt die Sache aber b e- stimmt anders. Ein rheinischer Freistaat kann sich außerhalb des Verbandes des Deutschen Reiches überhaupt nicht halten. Die„Beziehungen zu Frankreich", von denen in der „Kölnischen Volkszeitung" gesprochen worden ist, und der„Einfluß des Auslandes auf die Gestaltung" der rheinischen Republik, von der das„Echo der Gegenwart" in Aachen geschrieben hat, weisen darauf hin, daß diese Swatenbildung sich außerhalb des Rahmens des Deutschen Reiches vollziehen sollen, daß es sich hier also tatsächlich um unbestreitbare LoAösungsbestrobungen handelt. Die preußisch« Staatsregierung ist sicher, daß die Ablehnung dieser Bestrebungen auch hon der Bevölkerung geteilt wird. Angesichts bcr gestrigen Zentrumserklärung und der Haltung der übergroßen Mehrheit dieses Hauses, ja vielleicht des ganzen Hauses, werden hoffentlich Äe AblÜiungsbestrLbirngen sehr bald nur uocki eine schmerzliche Er- inuerung einer schmerzlichsten' Zeit sein. Sollte der Feind noch weitere Versuche machen, die Bestrebungen aus Loslosung der Rheinlande zu unterstützen, so wird sich ihm das starke Selbst- bewußtsten des ganzen Reiches entgegenstellen. Di« im Hause vorgebrachten Klagen über die Zurückhaltung der Staats- regierung gegenüber dem Rheinlande und zu bureaukratisches Vor- gehen lassen sich leicht als unberechtigt nachweisen. Der Feind will ganz einfach nicht, daß die Bevölkerung des Rheinlandes über die Maßnahmen der Regierung etwa» erfährt. Die Rheinländer können sicher sein, daß die rheinländische Verwaltung neuen Männern des allseitigen Vertrauens übertragen werden wird.(Leb- hafter Beifall.) Auf Antrag des Abg. Herold(Z.) beschließt das Haus die Besprechung der drei Anfragen. Abg. Dr. Wallot(D. Vp.) exklärt zugunsten seiner engeren Heimat: ES ist nicht wahr, daß gerade Nassau für diese Machen- schaften eingetreten wäre, es handelt sich nur um eine ganz kleine Clique, und der Mann, der da immer in erster Reihe genannt wird, ist ein erst vor ganz kurzem nach Wiesbaden verzogener Staatsanwalt. Abg. Herold: Bei der gestrigen Schuldebatte hat es Herr Adolf Hosfmann schon für angezeigt gehalten, einen Angriff gegen das Zentrum wegen dieser rheinischen Lostrennungsbestrebungen zu richten. Darum habe ich schon gestern die Erklärung des Zen- trums mitgeteilt. Es liegt auf der Hand, daß eine derartige öff.nkliche Mißbilligung auch in der Fraktion weitere Folge» baben wird. Geg-N"bcr d-r deutz rung des Abg. Stocker stelle ich fest, daß diese Erklärung einstimmig beschlossen worden ist. I Im utrigen haben die Herren Kc st'rt und A uckhoff auf das bestimmteste erklärt, daß sie bei diesen Besprechungen niemals da:on g'dacht bät�n, ft-y irgendwie v.i Preußen und vom Reich z« trennen. Im übrqrn stelle'b nochm"!s fest' das Zentrum hat von diesen Besprechungen keinerlei Kenntnis gehabt; erst hinterher haben citzige Herren davon Kenntnis erhalten, und auf ihre Ver- anlassung ist sofort eine FraktiontzMung anberaumt worden, und das Ergebnis dieser Sitzung ist in dem von mir verlesenen Be- schluß niedergelegt. Damit verurteilen wir schon ohne weitere» auf das entschiedenste alle Absplittcrungsbestrebungen. Wenn aber nun diese Bestrebungen, sich von Preußen, nicht vom Reich— daran denkt niemand— zu trennen, einen größeren Umfang ange- nommen haben, so liegt ein Grund dafür allerdings auch darin, daß die alte Verwaltung es nicht verstanden hat, sich die d Sympathie» der rheinischen Bevölkerung zu erwerben.(Sehr richtig! und lebhafte Zustimmung im Zen. Irum.) Wie oft haben wir hier unsere warnende Stimme er- hoben. Hätte die Regierung damals, hätten die anderen Parteien damals unseren Wünschen Rechnung getragen, es hätte eine der- artige Bewegung überhaupt niemals hochkommen können.(Sehr richtig! und lebhwfte Zustimm-ung im Zentrum.) Run spielt man immer die„Kölnische Volkszeitung" gegen uns aus. Für das, was die„KölnistHe Voltszeitung" m dieser Frage geschmeben hat, lehnen wir die Verantwor- tung ab.(Sehr richtig! im Zentrum.) Dann hat der Abg. Klingemann sich darüber aufgehasten, daß wir bei den Berhand- langen im März nur Redner vorgeschickt haben, die sich für die Abtrennung eingesetzt farnen. Wir haben dos getan, um den Herren Getegenbeit zu geben, sich persönlich hier zu recht- fertigen.(Zuruf H-ute drücken sie sich!) Für das. was die Herren jetzt tun, nachdem wir diese Erklärung abgegeben haben. «ix»icht veiKStSLrtlich.(Schx richtig! im ZtstruM-j Wir haben alle Veranlassung, jetzt einmütig und geschlossen zu- sammenzusteyen. Einigkeit und Entschlossenheit,' das sei die Parole.(Lebhafter Beifall. Abg. Adolf Hoff mann ruft: Spiegelberg! Große Unruhe im ganzen Hause.) Abg. Schäfer(Soz.): Die Erklärung des Zentrums ist z u spät gekommen und ich kann Herrn Herold nur zurufen: Zurück, du rettest den Freund nicht mehr! Wir haben den Erklärungen der Herren Kastert und Kuckhoff schon bei den Verhandlungen vom 21. und 22. März mißtraut und die Entwicklung der Dinge hat uns recht g e- geben. Ich weiß positiv: der Bericht, der jetzt unter dem Namen des Brückenkopfosfiziers von Köln geht, stammt von Herrn Froberger; Herr Froberger hat ihn selbst zu Papier gebracht, und er hat damit Landesverrat begangen. Warum zögert die preutzische Regierung noch, diesen Herr« zu verhafte», wie die Kölner Arbeiter in machtvollen Demonstrationen und durch einen eintägigen General st reik gefordert haben? Sollte bei dem bevorstehenden Friedensschluß der Kapi- talismus noch einmal siegen, so möge die Entente doch nicht ver- gessen, daß wir deutsch sind und deutsch bleiben wollen.(Beifall.) Abg. Dr. Hergt(Dnatl. Vp.): Die Regierung hat die Stimme des Volkes ungehört verhallen lassen. Der Redner bespricht die deutscheu Gegenvorschläge. Wie können wir unsererseits eine Kriegsentschädigung von einer Höhe zusagen, daß einem d i e Haare zu Berge stehen, von 10O Milliarden Gold! DaS weiß ich noch aus meiner früheren Tätigkeit als Finanzminister, daß an diesen 166 Milliarden Deutschland endgültig kaput geht.(Lärm und fortdauernde Unruhe bei den Unabhängigen.) Ministerpräsident Hirsch: ES trifft nicht zu, daß die Stimme des Volkes angehört ver- hallt ist. Die große Mehrheit des Volkes will nicht, daß man die Fricdensbcdingungcn einfach ablehnt, sondern, daß man Gegen- Vorschläge macht pnd so versuchen soll, auf den Weg der Verhandlungen zu gelangen.(Ruf des Abg. Linz(Dnatl.): Ehrlosigkeit!) Die Vorschläge der Reichsregierung sollten nicht solchen unbegründeten Vorwürfen begegnen, namentlich nicht in so überaus ernsten Momenten. Die Reichsregierung hat mit ihren Gegenvorschlägen den Willen der großen Mehr» heit des Volkes ausgeführt. Selbstverständlich kann man nicht rundweg alle Forderungen der Gegenseite ablehnen und unter allen Umständen die Unterschrift verweigern; dann würde noch viel namenloseres Unglück die Folge sein. Vizepräsident von' Kries ruft den Abgeordneten Linz wegen des Rufes„Ehrlosigkeit" zur Ordnung. Eine Lärmszene. Abg. Stöcker(U..Soz.): Sie(zur Rechten) beschweren sich über die harten Friedensbedingungen. Gerade Ihnen verdanken wir sie ja.(Bei diesen Worten des Redners springen sämtliche Abge- ordneten der Teut sch n a ti onale n Volkspartei und der Deutschen Volkspartei auf und rufen dem Redner erregte Erwiderungen zu. Tie Unabhängigen bewegen sich erregt sprechend auf die Rechte zu. Der Abg. Stendel(Dnatl. Vp.) springt auf den Abgeordneten Hossmann gu mit der Absicht, tätlich zu werden. Hofs- mann will sich auf ihn stürzen. Abgeordnete verschiedener Parteien drängen.sich, zwischeii. die beiden genannten Abgeordneten. Der Präsident versucht minutenlang vergeblich, die Ordnung wieder herzustellen und bittet die Abgeordneten, ihre Plätze einzunehmen. Das geschieht. Dann kommt es aber immer wieder zu neuen Lärmszenen, in dem die Rede des Abg. Stöcker völlig untergeht.) Abg. Schl-ßmann(Dem.): So befriedigt wir von den Aus- fübrungen des Herrn Ministerpräsidenten sind, so weniiss zufrieden sind wir mit dem Verlauf der Verhandlung in diesem Hause. Hier hat die große Stunde kein großes Geschlecht gefunden. Ueber Dr. Frohberger hat Adenauer zu mir einmal geäußert, daß er zu- nächst den Eindruck gehabt habe, Frohberger stünde im Dienste der Entente. Dieser erste Eindruck ist anscheinend der richtige gewesen. Es ist bedauerlich, daß der Staatsanwalt in Köln zu schlafen scheint. Der Zentrumsabgeordnete K a st e r t, der ja vom Zentrum preisgegeben ist, ist nicht besser als Dr. Froh- berger. Abg. Heß(Zentr.): ES ist uns besonders aufgefallen, daß die Mejjrheitsso- z i a l i st e n sich hervorrageick an dem K e s s e l t r e: b e n gegen, das Zentrum beteiligt haben. Wir bedauern das aus poli- tischen Gründen, über die ich keine weitcr-en Ausführungen zu machen brauche. Anstatt sich darüber zu freuen, daß nur zwei Zentrumsabgeordnete ans den Wegen Frohbergers wandeln, wollen sie diese auch noch der Fraktion an die Rockschöße hängen.(Lebhafte Zurufe der Mehrheitssozialisten. Große Unruhe.) De« Mehrheitssozialisten müssen wir sagen, daß unser katho- lisches Volk den Eindrück hat. daß wir uns mit Riesenschritten einem neuen Kulturkampf nähern.(Zuruf der Mehrheitssozialisten: Wir wollen keinen!— Abg. Hoffmann: Sozialdemokraten sind immer gegen den.Kulturkampf gewesen!)� Es ist merkwürdig, daß ausgerechnet der Kultusminister Adolf Hoffmann gegen den Kultur- kämpf sein will.(Große Heiterkeit.) In diesen Fragen läßt das katholische Volk nicht mit sich spaßen. Das Zentrum wird jeden- falls alle Pläne bekämpfen, die auf eine Zerstückelung Deutschlands ausgehen.(Lebhafter Beifall beim Zentrum.) Abg. Steinbrink(Soz.): Das Zentrum muß die ehrlosen Landesverräter aus seinen Reihen ausschließen. Wir sind gegen jede Loslösung. Herr Hergt will die Regierung scharf machen gegen die hundertfache Uebermacht der Entente. Einen solchen Wahnsinn machen wir nicht mit. Ein Schlußantrag wird migenomtnen.. Abg. Linz(Dnat. Vp.) erklärt, daß er der Regierung nicht Ehrlosigkeit vorgeworfen habe. Abg. Obuch(U. Soz.) steW�fest, daß seine Partei nicht nur international, sondern auch national sei. Freitag 12 Uhr: Anfragen und Anträge.— Schluß-nach 5 Uhr. * Der HaushaltsauSschuß der Preußischen Lanbesversammlung setzte gestern die Beratung des Etats des Ministeriums de» Inner» fort mit der Erörterung der Verwaltungsreform. Vom Mg. Dr. Friedberg(Dem.), wurde der Gedanke vertreten, daß eine wirklich republikanische Durchbildung des freien Staates nur beim Fort- fall der Bezirks regierungen(Regierungspräsidenten) möglich sei. Alle anderen Redner, auch die Vertreter der Regierung, hielten den Wegfall sowohl des Regierungspräsidenten wie des Oberpräsidonten fiir immöglich. Wetter wurde die Frage der Organisation von Groß-Berlin eingebend erörtert. Die Regierung kündigte an, daß demnächst der Gesetzentwurf über Groß-Berlin der öffentlichen Kritik unterbreite:»verde» würde. Aus' Drängen des Abg. Domini- nts(Dem.) und einiger mehrheiiSsozialistischer Redner sagte die Regierung zu, daß ein Sondergesetz über Kommunalisierung der Charlotten'burger Wasserwerke in itffcrSjofltcr Zeit dcgn Hause zugehen werde. GroMerün ,�tnverzüglichkeit" beim Mietemigungsamt. Soll man noch einem Wohnungsmieter, der von seinem Haus- Wirt durch Mvetefteigerirng oder Kündigung bedrängt wird, den Gang zum Mieteinigungsamt empfehlen? So fragt mancher, der mit dem MieteinigungSamt schon üble Erfahrungen gemacht und jedes Vertrauen zu dieser Einrichtung verloren hat. Wundern können wir uns über solchen Pessimismus nicht, wenn wir von einer Entscheidung, wie der folgenden, hören. Es handelt sich wieder mal um das MieteinigungSamt Charlottenburg, über das auffällig oft geklagt wird. Ein Mieter erhielt von seiner Hauswirtin wegen eines ge- reizten Briefes am 8. Juni 1913, reichlich fünf Vierteljahre vor Ablaus des Vertrages, die Kündigung zum 1. Oktober 1919 mit dem Anerbieten, ihn von dem Vertrag„unter gewissen Bedingun- gen" auch schon früher zu entbinden. Als er in Anbetracht der den Mietern ungünstigen Verhältnisse des Wohnungsmarktes in einem versöhnlichen Brief anfragt«, ob die Kündigung zurückge- nommen werde, antwortete am 4. Juli der Wirt, sie bleibe zwar zu Recht bestehen, man sei aber auch zu einer Vertragsverlänge- rung bei Erhöhung der Miete bereit. Jedenfalls werde, schloß das Antwortschreiben, der Wohnungszettel nicht vor dem 1. April 1919(vereinbart war halbjährige Kündigung) zur Neuvermietung der Wohnung ausgehängt werden. Der Mieter konnte sich damals noch nicht entscheiden, faßte aber diesen Besibeid als Zusage einer Vertragsverlängerung auf und beruhigte sich einstweilen dabei. Erst am 6. Februar fragte er wieder an und schlug Verlängerung um ein Jahr zu dem bisherigen Preis vor, aber der Wirt lehnte ab. Der Mieter bot dann einen höheren Preis und erklätre sich zu zweijährigem Vertrag bereit, erhielt aber unterm 22. Februar erneute Ablehnung. Nacbdem er so Gewißheit erlangt hatte, daß gütlkbe Einigung unmöglich sei, wandt« er sich nunmehr„uuvcr- züglich", nämlich durch Antrag vom 23. Februar, an das Mieteini- gungsamt. Zu seiner großen Ueberraschung erklärte ihm acht Tage später die Wirtin, sie lehne Vermittlung deS EinigungSamtes ab, weil er eS nicht„unverzüglich" augerufen habe. Gleichzeitig bot sie aber einen dreijährigen Bertrag zu ganz außerordentlich er- höhtem, von Jahr zu Jahr steigenden Preis an, der im dritten Jahr um öv Proz. höher als der jetzige sein sollt«. Der Mieter verzichtete dankend und hoffte auf das Einigungsamt — aber das bereitete ihm die zweite Ueberraschung. Schon bei der Art, in der dort mit ihm verhandelt wurde, schwand ihm die Hoff- nung. Er hatte ungefähr die Empfindung, daß er„abgeurteilt" werden sollte. Das Ergebnis war, daß er abgewiesen wurde, weil er sich„zu spät" an das EinigungSamt gewendet habe. Die De- gründung sagt, das hätte„unverzüglich" geschehen müssen. Bei der Kündigung im Sommer 1918 habe der Mieter entweder mit der Wirtin zu Ende verhandeln oder sich„sofort" an das Eini- gungsamt wenden müssen. Weil er ,chie Zeit vom 4. Juli 1918 bis zum 24. Februar 1919 ungenutzt' verstreichen ließ", habe er „fein Recht auf die Vermittlung des Einigungsamtes verloren". Diese Entscheidung, für die ein Rechtsanwalt Kohlst«! als Vorsitzender verantwortlich zeichnet, ist ein starkes Stück. Sie hat aber leider Rechtskraft, weil eS ge�cn Entscheidungen der Miet- einigungsämter keine Berufung gibt. Die Begründung hebt noch hervor, daß die„unverzügliche" Anrufung des EinigungSamtS„eine schleunige Klärung der beiderseitigen Verhalt- nisse herbeiführen" soll. War die Absicht der Verordnung über die Metern ig» ngsämter vielleicht die,«inen Mieter zu verpflich- ten, daß er schon fünf Vierteljahr« vor Ablauf des Mietsvertrages die VertragSfortsetzuny und den neuen Mietspeis vereinbart? Nach der Logik des Charlottenburger EinigungSamtS wäre das nötig gewesen zur „schleunige 5tlärung", die aber die Wirtin selber damals noch nicht zu wollen schien, da ja der Wohnungszettel erst am I. April 1919 ausgehängt werden sollte. Solche völlig unhaltbaren Entscheidun- gen sind in der Tat geeignet, das Vertrauen zu den Mieteinigungs- ämtern zu erschüttern. Sie zeigen die Notwendigkeit, die Mieter gegen die Einigungsämter zu schützen und eine Berufungsinstanz zu schaffen. Stillstand der Wohnnngsbauten. BuS Bauarbeiterkreisen wird uns geschrieben: Die Belebung der Bautätigkeit in Groß-Berlin scheint nicht gut orga- nisiert zu sein, was folgendes Beispiel bestätigen mag: In Ober- ichöneweide planl die Gemeinnützige Bau-Aktiengesellschaft mit Hilfe der dortigen Gemeinde eine KleinhauS-Siedlung von 117 Wohnungen. Es ist alles ausgeschachtet, zwei Millionen Mauer st eine liegen auf der Baustelle, das Holz ist alles zugerichtet, der Dachverband liegt schon fertig aus dem Zimmerplatz, aber die Bauten kommen nicht hoch. Grund: ES gibt keinen Kalk, denn die Kalkbrennereien liegen wegen Kohlenmangel still. Die SiedlungS- gesellichaft könnte 209 Mann beschäftigen und zum 1. Ottober über 199 Wohnungen fertigstellen. Gleich traurig steht es mit allen anderen Siedlungsbauten in Groß-Berlin. Bei vernünftiger Verteilung der wenigen Kohlen, die nun ein- mal zur Verfügung stehen, hätte man doch auch an die Kalk- brennereien denken sollen. Denn was nützt dos Beliefern der Ziegeleien, wenn die Ziegel nicht vermauert werden lönnen l Schnelle Abhilfe tut dringend not!__ Massenfpetsung. In den Ausgabestellen Alte Jakobstrnß« (Schule) und Dresdener Straße(Markthalle) ist das Essen in der letzten Zeit fast ungenießbar. Die Kartoffeln sind verdorben, die Kohlrüben werden im blanken Wasser gekocht, ohne ein Gramm Fett oder Fleisch und sollen überdies zum Teil schlecht abgewaschen sein. Vielleicht ließe sich durch eine kleine Preiserhöhung, mit der die Beteiligten vermutlich einverstanden wären, ein« Verbesserung erzielen.— Die Küche Luckauer Straße gab am Mittwochabend ungeschälte Kartoffelscheiben zu dem Weißkohl. Seit Wochen ist das Essen geradezu ekelerregend, das röine Schweinefutter. Mit der Frage der Einigung beschäftigten sich u. a. zwei sehr stark besucht« Versammlungen in Lichtenberg am DienStagnach- mittag und in Neukölln am Sonntag. In der ersten sprachen Brolat(S. P. D.). Mter(U. S. P.) und Berg(K. P.), auf dessen hefitge Angriffe auf die 1l. S. P. Brühl(U. S. P.) mit sanftmütiger Anlehnung„erwiderte". Ein Beschluß wurde nicht gefaßt.— Die Neuköllner Versammlung hört« Dr. Halpert(S. P. D.) und Wilcke (II. S. P.), vertagte die Diskussion und sprach den KriegSbeschädia- ten, Kriegshinterbliebenen und Arbeitslosen, die gezwungen sind, um sich nur die Marken-LebenSinsttel kaufen zu können, die Miete schuldig zu bleiben, ihre vollste Äimpathi« aus und versicherte sie der Solidarität. Die Versammelten erkannten die Notwendigkeit an, den von den Hausbesitzern und Kapitaliste« aufgezwungenen Kampf bis zur Entscheidung durchzuführen. Die Zahl der unterstützte» Erwerbslose» in Groß-Berlin samt größeren Landorten ist auf 229 499 gesunken. Erwerbslose k Aus den am Himmelfahrtstag sSMgen Stempel, so- wie aus de» ersten sälligen Stempel m der Pfingftwoche wird verzichtet. Vom Bau der Nordsüdbahn. Auf der Baustelle am Halleschen Tor hat bereits die Ausschachtung der östlichen Hälft« der Bau- grübe begonnen. Die Bauten wurden vorläuffg nur in der halben Tunnelbreite ausgeführt, weil die Genehmigung der Pläne, die sich während des Krieges nochmals geändert haben, noch nicht er- teilt worden war. Dadurch kann nur die Abdeckung der Baugrube nicht auf einmal vorgenommen werden, sondern e« wird zweimal in der gleichen Weise gebaut werden müssen. Auch an der Fried- richstraße Ecke Belle-Nllianceplatz und im unteren Teile der Friedrichstraße werden, nachdem die Rammarbeiten beendet sind, die weiteren Vorbereitungen für den Tunnelbau, die Beseitigung deS Straßenpflasters, vorgenommen, um die Bohlengerüst« für die Abdeckung hex Baugrube herzupelle«... Das Ganze halt? Als am 23. d. M der Siadtbahnzug 4,42 llhr ab Savignhplatz bor 5,45 Uhr in Niederschöneweide eintraf, stellten Lokomotivführer und Heizer deS Zuges die Arbeit ein, weil ihre achtstündige Arbeitszeit abgelaufen war. Man mutzte warten, bis gegen ß Uhr ein anderer Grünauer Zug einlief und die Reisenden weiterbrachte.— Es muß natürlich Vorsorge ge- troffen werden, daß die Arbeitszeit nicht vor der Zielstatiock end:t. „Vom Wesen der Wohlfahrtspflege".(Franz Wahlen. Berlin 1918.) Diese Schrift zeigt, welchen Anteil die Zentrale für pri- vate Fürsorge und ihr Mitbegründer und Leiter Dr. Albert Levy an dieser Wesensentfaltung haben. Das Buch ist ein wertvoller Beitrag zur Geschichte und zu den Entwickelungstendenzen der Wohlfahrtspflege und reich an Anregungen. In der zu sozialt- sierenden Gesellschaft wird der Sozialisierung der Wohlfahrtspflege eine bedeutsame Rolle zufallen.„Armenpflege und Wohltätigkeit" entsprechen nicht mehr den neuen Gesellschaftsformen, für die neuer Inhalt Lebens- und Schicksalsfrage ist. Wie eng die Ver- schwomnienheit und Unsicherheit der Terminologie mit der Unge- klärtheit der Gestaltung der Wohlfahrtspflege zusammenhängt, zeigt gerade das vorliegende Buch. Die Zentrale wird mit dem, was sie der Wissenschast bietet, gleichzeitig der Lehre und dem Unter- richt förderlich. Sie hat sich als eine Schule der Wohlfahrtspflege bewährt. H. 8. Der geheimnisvolle Leichrnfund im Lietzensee beschäftigt noch unausgesetzt die Kriminalpolizei, ohne daß es jedoch bisher gelin- gen wollte, ihn aufzuklären. Jetzt sind fast alle Körperteile der zerstückelten Leiche herbeigeschafft, es fehlt nur noch ein Unterarm. Der präparierte Kopf ist bereit? photographiert. Die Bilder kön- nen auf jedem Polizeirevier angesehen werden. Nach dem Ge- sichtsauShruck ist die Ermordete vielleicht eine Polin, die wohl nach Berlin gekommen sein mag. um hier Arbeit zu suchen. Man hat noch nicht das geringste Stück der Kleidung gefunden. Herr Georg Lowrenz. Pankstr. 32, teilt uns mit, datz er mit dem in der gestrigen Nummer berichteten GeschästScinbruch auch nicht da» ge- ringste z» wn hat. Er(ei nur hinzugekommen, ats die Polizei die ge- stohlenen Stoffe bei einem Verwandten beschlagnahmte, dem sie zum Kauf angeboten wurde». Nach Feststellung deS Sachverhalts wurde er sosort reigelaffen. Charlottenburg. Wohnungs- und Schulnot! Zu recht bedenk- lichen Folgen für die Zukunft unserer heranwachsenden Schuljugend führt die. Benutzung der Sckulgebäude durch das Militär und die Errichtung von Notstandswohnungen in Schulen. Schon in Frie- denszeiten kam eine regelmäßige Klage der Schulverwaltung über die ungenügende Anzahl der vorhandenen Schulen zum Ausdruck. Nachdem nun in den letzten Jahren diesem Mißstand einigermaßen abgeholfen war, kommt jetzt der Magistrat auf den unglückseligen Gedanken, infolge der Wohnungsnot ganze Schulgebäude zu Not- Wohnungen herzurichten. Die hierdurch entstehenden Schwierig» ketten werden nun wieder ebenso unglücklich dadurch zu beseitigen versucht, daß man den Spätnachmittag- und Abendunterricht in diesen Schulen einführt, um dadurch den Mangel an Klassenraum zu beheben. Di« Kinder, die von dieser Art des Unterrichts betraf- fen werden, kommen abgespannt und ermüdet in die Schule. Von den Schulleitern find bereits lebhafte Klagen und schwerwiegende Bedenken gegen diesen Unterricht geltend gemacht worden, so datz zu hoffen ist, daß der Magistrat Mttel und Wege finden wird, um die Schulgebäude wieder ihren ursprünglichen Zwecken zuzuführen. Bei aller Anerkennung der Tätigkeit des Charlottenburger Wohnungsamtes muß doch gegen dasselbe der Vorwurf erhoben werden, datz es auf der einen Seite ein kleines Loch zustopft, um auf der anderen Seite ein noch größeres aufzureihen. Das Woh- nungsamt sollte deshalb endlich einmal etwas energischer zufassen und von den großen Wohnungen von 19 und mehr Zimmern etwas abnehmen, in denen nur einzelne Personen wohnen. Von ßer Reichsregierung und den Gemeindebehörden muß mit aller Entschiedenheit verlangt werden: Heraus mit den Soldaten aus den Schulen und in die Kasernen hinein, damit die Volks- schulen wieder ihrem Zweck als Bildungsinstitute zur Verfügung gestellt werden können. Reinickendorf. Die„Diktatur",— wie sie sie»erstehen! Die ständige Vergrößerung des Gemeinde-ErnäbrungSamteS und die durch ungenügende Kontrolle«rklärUchen„Mißgriffe" von An- gestellten, auch solcben in Vertrauensstellungen, erforderte die Er- Weiterung des Vorstandes des ErnährungsamtS. Bisher gehörten außer dem Gemeindedorsteher zwei„Unabhängige" dem Vorstand an. Die soz.(Mehrheit««) Fraktion forderte nun die Besitzung deS neuen Sitze« durch ein Mitglied ihrer Fraktion. Das wurde von den Vertrauensleuten der unabhängigen Fraktion zugestanden, darauf Gen. S ch a r f f in Vorschlag gebracht und von den Unterhändlern ohne Widerspruch akzeptiert. Plötzlich, nach einer Fraktionssitzung. erklärten die Unabhängigen, sie lehnen es ab, für Scharff zu stimmen. Scharff sei bei ihnen„zu verhaßt". In dieser Aus- schaltung von der Mitarbeit liegt System. Schon vor de, Revo- lution hatten die Unabhängigen die Tätigkeit unseres in den Bor- stand des ErnährungSamtS gewählten Genossen Schön berg vereitelt und bei einer eventuellen Wahl unseres Genossen S ch a r f f zum Leiter des GemcindearbeitSnachweiseS stellten sie sogar Gewaltmaßnahmen der Arbeitslosen in Aussicht. Unsere Ge- nassen, durch den von den Unabhängigen ausgeübten Terrorismus brüskiert, lehnten es ab, sich von ihnen die Auswahl ihrer Kandi- baten vorschreiben z« lasten. In der letzten Gemeindevertretersitzung beantragten unsere Ge- nassen, die Wahl durch Stimmzettel vorzunehmen und das Berhält- niswahlsystem zur Anwendung zu bringen. Der Antrag wurde von den Unabhängigen, die über eine Stimme Mehrheit verfügten, ab- gelehnt. Unsere Genossen erklärten nun, daß sie angesichts des Stimmenverhältnisses und in klarer Erkenntnis der BergewaltigungZ- abfichten auf die fernere Mitarbeit im Vorstand des Ernährungs« amtS verzichten und den„Unabhängigen" die volle Berant- Wartung allein überlassen würden. Diese wählten dann gegen die Stimmen der MehrheitSsozialisten und der Bürgerlichen zwei ihrer Mitglieder, den Schöffen B e n d t und das besoldete Arbeiterratsmitglied Mau. Die von Berlin mit den Angestellten vereinbarten neuen Bedin- gungen wurden auch für Reinickendorf als bindend erklärt. Der Antrag der Unterbeamten auf lebenslängliche Anstellung wurde ver- tagt, nachdem sich die Unabhängigen gegen ihn ausgesprochen hatten. Wir hatten erklärt, zuzustimmen, da außer Reinickendorf nur noch ganz wenige Gemeinden Groß-BerlinS ihre Unterbeamten bisher nicht auf Lebenszeit angestellt haben. Zur Vergrößerung der Klein- hauSsiedelung„Luisenhof' soll ein an diese anschließcndbS Terrain zum Bau von 86 Kleinhäusirn erworben werden. Dem Antrage der Arbeitslosen entsprechend, soll der Vertreter Reinickendorfs auf einer Groß-Berliner Konsirenz betr. Erwerbslosenfürsorge die Ge- Währung einer MietSbeihilf« bis zum Betrage von 39 M. monatlich befürworten. Weißensee. Gemeindevertretung. Infolge Nvuwähl der Schöffen erhielt unsere Fraktion durch die Taktik der Unabhängigen, die sich f«lbsi ausschalteten, 3 Sitze und die Bürgerlichen 1 Sitz. Die Vereinbarung vor der Wahl ging zwischen den beiden sozialisti- schen Fraktionen dahin: U.S.P. 3, SP.D. 2, hiervon den Besol- beten. 48 Stunden bot der Wahl stießen die U.S.P. diesen Beschluß uin und verlangten den Besoldeten firr sich. Unsere Fraktion er- klärte nunmehr(nachdem in einer Sitzung der Etatskommission von der linken Seite strikte abgelehnt wurde, mit uns zufammenzu- arbeiten), daß wir unZ dann die Hilfe nicht vom Himmel holen. Den Unabhängige» wurde nun wohl klar, daß sie ausgeschaltet würden, sie wollten nun evtl. auf den besoldeten Schöffen verzichten. Das lehnte die Fraktion ab, da wir einen gefaßten Beschlutz sofort wieder umstoßen sollten und sich die Fraktion durch die ungeschickt« Haltung der U.S.P. inzwischen nach der anderen Seite festgelegt hatte. Da außerdem bei der öffentlichen Etatsberatung die Ge- nog«, Taubmazm und Schlsourmiger m d« Mofcgtea WeHy 'der 11.©. P. heruntergerissen wurden, lehnt« die Fraktion Verhand- langen ab. Jetzt fetzt tn der Ceffentlichicit ein Kesseltreiben gegen die Regierungssozialisten ein. Verrat an der Arbeiterklasse(dabei von 4 Sitzen 3 Sozialdemokraten), Ausschaltung der größten Partpi am Orte, Artikel in der Freiheit usw. Um eine Beruhigung der Be- bölkerung und gedeihliches Zusammenarbeiten zu erzielen, beschloß darauf die sozialdemokratische Fraktion aus Billigkeitsgründen, zwer Sitze an die U.S.P. abzutreten. In der letzten Gemeindever- tretersitzung am Mittwoch legten die Genossen Kasiski und Louis ihre Mandate nieder mit der Verpflichtung, bis zur Neuwahl im Amt zu bleiben. ES erfolgte dann die Nachbewilligung zur Beschaf- fung eines Röntgenapparates für das Säuglingsfoankenhau», ferner die Bewilligung von Ruhegehalt und Hinterbliebenenversor- gung für die ohne Pensionsberechtigung im Dienste der Gemeinde dauernd beschäftigten Peosonen nach Berliner Muster. Gegen die Stimmen der Bürgerlichen würbe beschlossen, Weißense als Not- stand sgebiet zu erklären. Oranienburg. Stadtverordnetenversammlung. Einstimmig wurde beschlossen, die Einlührung der ungeteilten Unterrichtszeit und die Gleichlegung der Stunden- und Pausenordnung an den Volts« schulen mit der an den höheren Schulen zu beantragen, also die Einführung der Kurzstunde auch an den Volksschulen. Die alte reaktionäre Schuldeputation stebr jedem Fortschritt hemmend im Wege, deshalb werden ihre Mitglieder zur Niederlegung ihrer Aemter aufgefordert. Für die Neuregelung der Waisenpflege ioll eine Kommission Vorschläge machen. Der Antrag des Genossen Garlipp betr. Bau von Holzhäusern wurde angenommen. Adlershof. Gemeindevertretung. Bei den an der Walditraße zu errichtenden Kleinwohnbausbauten werden meistens junge Hand- Werksmeister beschäftigt. Den beiden Turnvereinen wird die Ge- meindeturnballe auch fernerhin unentgeltlich überlassen. Die Schössen Schwarzlos«, Winter und Lufft haben ihre Aemter nieder- gelegt. Neuwahl am 2. Juni. Dem Bürgermeister Dr. Sporleder sprachen auf die Frage, ob auch er sein Amt niederlegen solle, Klodt(U. S. P.) und Schmalz (S. P. D.) das Vertrauen beider Fraktionen aus. Die Schaffung einer besonderen Schöffenstelle wurde mit 29 Stimmen bei 2 Eni- baltungen beschlossen. Die neuen Anstellungs-,' Besoldungs- und Ruhegehaltsverhältnisse der Gemeindebeamten wurden einstimmig angenommen, ebenso unser Antrag, die Lehrerzimmer der 2. und 3. Gemeindeschule für Fraktionssitzungen zur Verfügung zu stellen. Da? Kultusministerium hat der Errichtung der 3. Gemeindesibule zugestimmt, Leitung ist dem vom Kollegium der Schule gewählteu Lebrer Micheel übertragen. Kramer(Soz.) gab bekannt, daß die Geschäftsleute Unterschriftslisten gegen die..Kommunalifierung" der Lebensmittel ausgelegt haben. Kramer betonte, daß die G.-V. die direkte Verteilung der ausländischen Lebensmittel durch die Ge- meinde beschlossen habe, um die Allgemeinheit vor Schaden zu schützen. Der Gemeindevorsteher wurde beauftragt, dafür zu sorgen. datz der Unterricht in den Grundklaflen nicht vor 8 Uhr morgens beginnen dürfe._ Groh-Berliner Lebensmittel. Berlin. Bei den Kleindändlern noch befindliche« Restpetroleum» Frei- tag und Sonnabend markenfrei. Lichterfelde. 59 g Weizengrieß imd 59«Saifensrüchte lFleischlarte 22).— Fleisch- und Wuriikonierven auf die 8 Wichnilte der Flelfchlarte. 129 g Fleischkonserven und 49 g Blutwurst(9,28 M.) oder 49 g Leberwurst.— Aus A I und A II fe ein Liter. B I und BIT je•/. Liter Milch, Ol und C II je'/, Liter Vollmilch.— In den Milchgeschäften für Kinder vom 7. bis zum 12. Lebensjahre eine Dose kondens. Milch(E). Für Haltbarkeit keine Gewähr. Mariendorf. Bis 1. Juni 2S9 g Amerika- oder Jnlandmehl(? S). J 3 mit 29. Mai ungültig. 125 g amerikanische Schweinefleischprodukt« aus Nr. 5. Kartoffeln vorläufig ein Psund: wenn weitere Zuiubren eintreffen, werden noch 2 Pfund nachgeliefert.— Nährmittel(22 cl, 22 e). Britz. Kriegsbeschädigte, die 59 Proz. und mehr erwerbsunsäblg find, sollen ohne ärztliches Attest eine wöchentliche Näbrmittel-Sonderzulage er- baltzn. Sie wollen sich unter Vorlage ihres Rentenbescheides uiw. Rochoe- straße 4 binnen einer Woche von 8— 1 Uhr eintrogen lassen. Friedrichsfelde. Für mit Schokolade bisher noch nicht"bedachte Kinder im 11. und 12. Lebensjahre 199 g Schokolade. Bezugscheine Karls- Horst, Dönhoffstr. 31, werktäglich 8—21/, Uhr. Stralau. 250 g ausländ, oder inländ. Weizenmehl(K 4). Abschnitte bis Sonnabend abzugeben. Verkauf 4. Juni. Dann auch•/< Pst. Zucker. Abschnitte bis Sonnabend abgeben. Spanden. Als Kartoffclersatz 1 Pst. Brot(13—16),'/, Pfd. Amerika- mehl(21)._ Hroß-Serliner parteinachrichten. Wilmersdorf. Zur Tellnabme an der Beerdigung deS Genossen Stadw. Riedel versammeln sich die Genossen morgen Freitag, nach- mülagL 3'l, Uhr. bei Schäfer, Braudenburgische Str. SS. vortrage, vereine und Versammlungen. MeichSbund der Kriegsbeschädigte«. Gruppe Süden. 2. Juni, Tl, Uhr, in ZUiemS Festsälen, Hasenheide 16, große öffentliche Versamm- lung iür Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. Referent: Pjändner. — Kurse für Arbeiterräte. Betriebsräte und Funktionäre. Mon- tag 9-9 Deuttch(Kochslr. 13), Montag 7—9 Russisch(Kochftr. 13), Dienstag 5—7 Die Bank im Wirtschaftsleben(Kochftr. 13>. Mittwoch 7— 8>/,'Wirt- IchasiSgeographie(Kochftr. 13), Donnerstag 7—9 Arbcircrrechl(Kochftr. 13), Donnerstag 7—9 Fabritorganisation und Buchführung(Kochstr. 13). Freitag b— 7 Verkehr mit Banken(Kochstr. 13), Freitag 7—9 Betriebslunde (Kochstr. 13), Sonnabend l/,1— 8 Gewerbehygiene(Turmftr. 19), Sonnabend 7—9 Englisch(Kochftr. 13).— Gastwirte-Versammlung zur Beschlußfassung über die vom 1. Juni d. I. ab geplant« Neuregelung der Angeftelltenlöhne Freitag 11 Uhr im LehrervereinSbau», Aleyanderpiatz. Ausweis Krankenkaffenguittung.— Gegen den Militarismus tn der Justiz wird der Bund Neues Vaterland am Montag 8 Uhr w der Berliner Stadtdalle(Klofierstr.) eine große Kundgebung veranstalten. Es sprechen Dr. Max Dsri. tzevmut von Gerlach, R.-A. Dr. Bönheim, Justizrat Löwen. stein, Justizrat Werthauer und R.-A. Dr. Herzseld. Eintrittskarten 1 M. Geschäftsstelle B. N. B., Kurfürstenstr. 12ö. Reinertrag dem Fond? der politischen Gesangenen.— Verein ehem. Angehöriger deS Inf.» Reg. 41. Montag 71/, Uhr Sitzung Klubhaus, Ohmftr. 2. Ehemalige herzlichst eingeladen.— Gegen Wohnungsnot, Wohnungswucher und Schleichhandel demonstriert die Berliner Bevölkerung ohne Poriciunter- schied am Freitag nachmittag 5 Uhr im Berliner Lustgarten Mieterbund. (Siehe Juserat.)— Korps- Nach richten-Park Garde.— Freitag 4 Uhr im GewerffchnstShauS, Saal 4, Vollversammlung. Bollzählige» Erscheinen erbeten-i— Gegr» die Berschleppuug der Siedlungspolitik tu Groft-Berliu und für da« Klewhaus mit Garten Dienstag 7 Uhr im LehrervcrcinSbaus(Asixanderplatz) große Kundgebung. ES werde» u. a. sprechen: Adolf Otto(Deutsche Gartenitadt-Sesellschast). Dipl-Jng. Leyser, Adolf Damaschke(Bund Deutscher Bodenresormer), Viktor Noack, Dziehk (Mieterbund Groß-Berlin). Arch Fr. Paulsen usw.— Treptow-Stcrn- warte. Sonnabend 5 Uhr:„Das Boyer,'che Hochland und die Königs. lchlöffcr�. Sonntag 3 und 7 Uhr:„Eine Reise zum Sudpol und eiu Blick in« Weltall", 5 Ubr:„Im Lande der Schwarzen"(Deutscher Sudansilm). Dienstag 7 llhr:„Jupiter und feine Monde"(Bortrag mit Ltchtbilderu von Dir. Dr. Archenhold). Mit dem großen Fernrohr werden jetzt am Tage Bonus und Sonne, am Abend Jupiter und Saturn mit ihren Monden gezeigt.__ Snefkaften der Redaktion. Jeder Mr den Briefkallea deMnnnten klnfrag« füg« man»ine« Buitstadeu und«ine Kummer bei. Briefliche AuSIunft wird nicht erteilt. Eilig« tln- fragen trag- man in der JmiiNsch-n Ep«chstund«, Lmdenfir. 3, 8. Hof ltnlS, 4 Treppen. 4 WS 7, S-mnabmd« 3 bis b Uhr na-dlMUagS vor. EchriMMcke und Verträge nnd mitzubringen. Erbschaft muß ta öffentlich beglaubigter Form erfolgen. Sine Verfügung über Nachlaßobjelte ist nicht zutalßg. Beantragen Si« die veftelluug eme» Nachlaßpfleger«. Für das Jnventarverzeichni« ist der Sterbetag maß- gebend.—«. F. Nein.— Obersteiger 19. 1. Nein. Rusen sie sosort das MieteinigungSamt an. 2. New. 3. Neues NathauS. 4. Rein. 5. Wenden Sie sich an da« Polizeirevier.— Mariue. Ja.— 2>q). Gr. An de» Truppenteil bezw. Ersahtruppenteil unter Tarlmmra der Be- dürstigkeit.— C. Z. 34. Antrag an die EntlaffunaSstell« 1, Plaintset 68. « 77. 1.La. uach tzcnifete der Tätigkeit verschieben. Si a. 3, Aus «Brmtb alter Bestimmungen. 6. Dt« JUitfafluttg, daß diese Noten höheren Wert haben, teilen wir nicht.— B. M. 82. U. K. Nein. W. H. litk. 1. Nur wenn der Gemcmdevorswnd niederlegt. 2. Leider ja.— O. N. littv.!. Ja. L. Nur die Grundlage. 3. Das kann ge- ichebcn. 4. Wenden Sie sich an die Buchhandlung.Vorwärts', Linden- straße 3.— A.®.». Nein.— Grenzschutz Ob. Ost. 2. 1. Nein, da der Verkehr in die gesedliche EmpfänaniSzett sälll. 2. Einwendungen sind aussichtslos, falls Sie nicht durch Zeugen anderweiten Verkehr be- weifen können.— O. B. 1889. Wenden Sie sich an den Magistrat.— G. P. 81. Versuchen Sie es mit einem Antrag an die ReichsverslchcruiiqS- anftalt für Angestellte, Wilmersdorf, Hobenzollerndamm.— A. Gr. 30. 1. die Höhe der Zinsen. 2. Ja.— G. I. 100. 1. DaS Gesetz hat einen Satz nicht festgelegt. Seit 1217 im allgemeinen etwa 20 Proz. 2. Sie sind soweit ersichtlich nicht hastbar. DaS Bureau deS Mieterbundes Groß- Berlin, befindet sich Potsdamer Str. b6, Gartenbau« II.— H. 20. Derartige Fragen sind örtlich geregelt, setzen Sie sich mit dem AmtSvorsteh er in Verbindung.— St. H. 1001. 1. Nein. 2. Beschwerde an den Regierungspräsidenten, falls ausreichende Gründe vorhanden.— A. 1. Ja. Qeld-Daplehen Vorschuß-Schwindel. Sobald der Geldbriefträger Ihren VorschuB ausgezahlt hat, ist ihre Sache erledigt, alles übrige sind vorgedruckte Briefe.» 85/13 Zahlt keinen TorachaB lassen Sie sich nicht irre führen durch Uzten Ober abgezahlte Darlehen--- Auf zirka 1000 eingezahlte Vorschüsse der Darlebns- suchenden ä 10 bis 15 M, teilweise bis 50 M, welche also zirka 20000 M. einbringen, erhalten ein bis zwei Personen gegen absolute sichere Bürgschaft eine Kleinigkeit als Darlehen, also aus den VorschuBeinnabrnen----- eventuell zur Reklame und zur Irreführung in dieser Serie ein Darlehen ohne Bürgen.-- Diese Leute verdienen hierdurch jährlich ca. 100 000 M. lEinhunderttausend Mark) und nehmen skrupellos den Aermsten der Armen die letzten Groschen ab I-- Wer sieh bctrogreu fühlt sende uns das Material ein, wir werden dasselbe den behördlichen Stellen vorlegen und versuchen, daB Ihnen der VorschuB zurückgezahlt wird, mit welchem sich diese Leute bereichern.— Unkosten entstehen(Gr Sie nicht. 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Riederfchöneweid«: Wilhelm Unruh, Brückenstr. 10 II. Rawawes:«arl«rohnberg. Sifenbahnstr. 19. Potsdam: Hörig. Waifenstr. 24. veanienburg: Alb. Ernst, Garienstr. 4. Oberschönewetbe: Robert Paul, Mathildenftr. 5. Panlon». Norde nb, Blankenbnrg. R i ß m a n n, Pankow, Mühienftr. 70. Rahnsdorf. T e i ch e r t, Forfistr. 7. Reinickendorf-Oft.«chönholz: Albert Wählt. Provinz- ftraßc SS(Laden). Reinickendorf-Rofenthal: Paul Elpel. Sdelweißstr. tz. Potsdamer Str. 28. Schöneberg: Wilhelm B ä u m l e r. Pelziger Eid. 27 (Laden). Geöffnet van 9—0 Uhr. «chöueiche: Seifert. Waldstr. 88. Senzig: Friedewald, Chausseestr. 04. Siemcnsflabt: Aug. G rn fr, BaUastr. ö. Spandau. Seegefeld! Str. 28. Südrnd«: Ludwig, Halskestr. Steglitz: Hans«egel. Schildharnftr. Schwarz, Spandau, Potsdamer W u- Tegel,»orstgwald«.«ittena», Waidmannslust. Frei« Scholl« und Reinickendorf-Weft: Paul«ienast, Borstg- walde, Räufchsir. 19. Geöffnet von 9—8 Uhr. Teltow: Krüger, Schönow. Dorfsir. 0. Tempelhas: S ch m a ch t.«atser-Wtlhelm-Sir. 13. Treptow: Rod. Gramenz,«iefhalzftr. 412. vorn 1 Tr. Velten: Willy Hille, Lnisenftr. 3. Wrißenfse: Wasielewofi, Beellne» Alle« IL Wiidoa.Hoherlrhme: R u d. U e 1 1 o w. Wilh-lmshagev, Hessenwinkel: Arthur Schiefk«. Wil. helmohagen, Dernburqstr. 21. «»mersdorf: Schubert, llhlandstr. 98/99, Laden. Zehlendorf,«chlachteafee, Rtkolasfe«: Wegner, gehlen- dorf. Annaftr. 19. Fenthe». Mier»dars: Ernst«interfeld, Zeuthen. «nrsürst-nftr. 48. gsssen: Fritz Müller, stubenranchstr. 25. Sämtlich« Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werk« werden aelietert. M etlStog« fintz die Ausgabestelle- gefchlssse». « Nr. 272 ❖ ZH. Fahrgang 2. Beilage öes Vorwärts Donnerstag, 2H. Mai 1919 Vollversammlung öer Arbeiter- unö Solöatenräte. tvahlreglement für öen Nätekongreß � Die kommunalen Näte � Eine kommunistische Lockspitzelgeschichte. In der Fortsetzung der Debatte über die Finanzierung der Arbeiterräte sowie des Vollzugsrats und über die Vorbereitung zur Neuwahl der Arbeiterräte und Einberufung des Räte- Kongresses sprach für die S. P. D. Genosse Brolat. Die Aus- einandersetzung Nich. Müllers mit den Kommunisten sei ein Vor- ipiel, das zeige, wie eS kommen würde, wenn mal Unabhän» gige und Kommunisten zusammen arbeiteten. In der Frage des Rätekongresses könne nicht Berlin sich das Recht herausnehmen, für ganz Deutschland zu entscheiden. Das ganze Arbeiterräte-Shstem sei ein Problem, das noch der Klärung be- dürfe. ES müsse zunächst ein einwandfreies Wahlreglement auf- gestellt werden. Auf Müllers Angriffe gegen die Regierung er- loiderte Brolat: Er hat vergessen zu sagen, daß auch Unab- b ä n g i g e zur Regierung gehörten und Fehler gemacht haben. Man soll doch ehrlich sein und zugeben, daß alle geirrt haben. Ihre Genossen haben in der Regierung nicht einen schöpferischen Gedanken gehabt! Zu den Arbeiterräten wird sich die Regierung anders stellen, wenn sie zeigen, was sie können. Es ist doch das Geld der Arbeiter, mildem da gcwirtschaftet wirb. So lange Sie sinn- und planlos— lStürmische Unterbrechung, anhaltender Lärm und Schlusi-Rufe!) Der Finanzminister will die Arbeiterräte vor- läufig noch finanzieren, er kann es aber auf die Dauer nicht machen. Die Spaltungen und Streitigkeiten der Arbeiterklasse bedauerte Brolat. Einen Kampf des Geistes soll sie führen, aber nicht einen Kampf mit Waffen.(Stürmischer Beifall der S. P. D.) Ihr werdet(zu den Unabhängigen) noch unangenehme Erfahrungen mit den Leuten machen, die sich an eure Rockschöße hängen. Redner schloß mit der Mahnung, die Frage der Finanzierung der Arbeiterräte nicht nach politischen Leidenschaften zu entscheiden. Wir wollen mit der Regierung ver- handeln und werden hoffentlich dazu kommen, daß Vollzugsrat und Arbeiterräte auch in Zukunft finanziert werden. Wir ver- Pflichten uns, hierfür zu sorgen, Hand in Hand mit den Genossen der U. S. P. und der Kommunistischen Pareti.(Beifall.) Lange(Kommunist) meinte, bei Rich. MüllerS Ausführungen gegen die Kommunisten sei Beifall nur von der sozialdemokro- tischen und der demokratischen Fraktion gekommen, bei den Unab- hängigen aber habe verlegenes Schweigen geherrscht. Ein Teil der Schuld an der Abwürgung der Arbeiterräte treffe auch die Unab- hängigen, denn sie seien mitverantwortlich für die Schaffung der Nationalversammlung, die ohne weiteres die Abwürgung der Ar- beiterräte bedeute. Die Regierung schwanke nicht hin.und her, son- dern nur hin. Will Müller sehen, wie man hin» und herschwankt, so soll er mal in den Spiegel sehen. Schnellste Einberufung des Rätekongresses ist nötig, weil er zur Friedensfrage sofort Stellung nehmen soll. Es ist Feigheit, ihn nicht einzuberufen: diese Courage haben die Unabhängigen nicht. Der Vollzugsrat soll ihn selber einberufen, statt beim Zentralrat zu schweifwedeln. Die Finanzierung der Arbeiterräte sollte durch die Arbeiterschaft erfolgen. Mit der heute durch Müller herbeige- führten Klärung des Verhältnisses zwischen Unabhängigen und Kommunisten könne man zufrieden sein. Habe doch Kautsky erklärt, mit den Kommunisten könne er sich nicht verständigen. Müller habe ge- radezu eine Flucht nach rechts angetreten. Die Arbeiterschaft werde daraus die Konsequenzen ziehen. Für die demokratische Fraktion erklärte Fischer, er wünsche keineswegs eine„Pensionierung" der Arbeiterräte. Hier in der Vollversammlung habe er von segenbringender Arbeit noch nichts verspürt.(Zustimmung.) Die Arbeiterräte aber wirken nützlich. Die Neuwahl freilich sei nicht aus dem Aermel zu schütteln. Der Rätekongreß könne gleichfalls nützlich sein. Nur dürfe er nicht zum Tummelplatz politischer Leidenschaften werden. Bezüglich der Finanzierung solle die Regierung sagen, was sie eigentlich will. Zu Langes Behauptung, daß alle S. P. D.-Mitglieder der preußischen Regierung die Arbeiterräte„abmurksen" wollen, stellte Büchel(S. P. D.) fest, daß dies nicht zutrifft. Südekum habe ausdrücklich erklärt, er freue sich, daß die Arbeiterräte zum Wid- deraufbau des Wirtschaftslebens beitragen werden. Lange ant- wartete: Ich habe nicht davon gesprochen, was Südekum sagt, son- dern nur davon, was die preußische Regierung tut. Auf weitere Diskussion wurde verzichtet Angenommen wurde der Antrag: Eine Kommission des VollzugsratS soll sofort für das ganze Reich ein Wahlreglcment zum Rätckongreß ausarbeiten. Tann soll der Zentralrat den Kongreß einberufen. Lehnt er ab, dann Einberufung durch den Vollzugsrat. Angenommen wurde ferner ein Antrag, der alle Hand- und Kopfarbeiter, soweit sie wahlberechtigt zum Arbeiterrat sind, verpflichtet, zur Schaffung eines Wahl- und Propagandafonds beizutragen. Die Arbeiterräte sollen die Beiträge nach Bestimmungen des VollzugsratS einsam- meln. Ein kommunistischer Antrag, gegen angebliche Versuche der preußischen Ministerien, die kommunalen Arbeiterräte zu beseiti- gen und für Mandatsniederlegung der Sozialdemokraten in der Nationalversammlung(!), wurde abgetan durch den unabhängigen Antrag, der Vollzugsrat solle mit dem preußischen Kabinett über weitere Finanzierung der Arbeiterräte und des Vollzugsrats und deren gesetzliche Festlegung Verhandelm Bevor alle Verhand- lungen erschöpft sind, soll von weiteren Maßnahmen abgesehen werdem(Angenommem) W:gen der vermuteten Fälschung der Einladung zu einer früheren Vollversammlung, die unzulässigerweise als auch von Brolat unterzeichnet aus- gegeben wurde, fragte Büchel(S. P. D.) an, wie weit die ver- sprochene Untersuchung gediehen sei. R i ch. M ü l l e r antwortete, es handle sich nur um einen Irrtum, der dem Bureau des Vollzugsrats bei einer telephonischen Mitteilung an die„Freiheit" unterlaufen sei.(Heiterkeit.) Ueber die «Stellung der kommunalen Arbeitcrräte" referierte K u b i g(U. Soz.). Die kommunalen Arbeiterräte haben, führte er aus, sich durchaus bewährt. Wir müssen recht schnell zu ihrer Neuwahl kommen. Gesichert werden muß ihre Zusammen- sctzung auf paritä'ti scher Grundlage.(Wozu denn erst Wahl? Red.) In den Ruf„Fort mit den kommunalen Arbeiter- raten!,, hat auch Minister Heine eingestimmt. Sehr entgegen- kommend zeigt sich der Berliner Oberbürgermeister Mermuth. Zusammen mit ihm haben wir in einer Kommission die Richtlinien für die kommunalen Arbeiterräte festgestellt. Wir müssen dafür sorgen, daß die kommunalen Arbeiterräte nicht verschwinden. Auf Antrag von F r e h m a n n(S. P. D.) wurde, weil viele kommunale Arbeiterrätv wegen einer anderen Sitzung die Voll- Versammlung schon hatten verlassen müssen, die weitere Beratung des Gegenstandes vertagt. Sodann erzählte der Kommunist Lange eine Lockspitzel- ge schichte. An Arbeiter und besonders an Arbeiterrüte hätten Lockspitzel sich herangemacht und ihnen Waffen angeboten. Das sei sogar während der Verhandlungen dieser Vollversammlung(?) geschehen, und auch ihm selber habe man ein solches Anerbieten gemacht. Offenbar kämen diese Lockspitzel direkt aus dem Eden- Hotel.(Rufe: Namen nennen!) Nur den einen kenne ich. Nennen will ich ihn nicht; die Leute können ja selber Opfer sein. Für Freitag ist nur eine Arbeitslosen demon- stration geplant, eine"Versammlung unter freiem Himmel. Ich bitte aber, sie jetzt zu unterlassen. Das Miiltär würde diese Gelegenheit zu einem Putsch benutzen. Lange beantragte eine Entschließung, die davor warnte, auf die von Lockspitzeln in der heutigen Vollversammlung gemachten Waffenangebote einzugehen. Rich. Müller stellte fest, daß die Vollversammlung diese Ent- schließung lediglich als Erklärung der Kommunisten zur Kenntnis nimmt. Der nächste Punkt war die Stellungnahme zum Boykott der Frciwilligcnverbände. Wegen vorgerückter Zeit wurde beantragt, die Sitzung abzubrechen. Brolat(S. P. D.) widersprach, weil baldigste Entscheidung un- bedingt nötig sei. Die Vertagung wurde aber beschlossen. Hierzu erklärte Büchel für die S. P. D.-Fraktion, der Versuch Müllers, die Aussprache und Entscheidung hinauszuschieben, sei nur ein taktisches Manöver. Die Fraktion forderte, daß der Gegen- stand an erster Stelle auf die nächste Tagesordnung kommt. über die Bedeutung der Jugendbewegung ausgeklärt werden. Be- sonders wichtig ist ein ausreichender Jugendschutz und die Tätigkeit besonderer Jugendschutzkommissionen, die im Einvernehmen mit den' Gewerkschaften arbeiten müssen. Die Diskussion war sehr lebhaft. Einmütig wurde die Bildung fester Jugendvereine und eine zentrale Jugendorganisation gefordert. Meinungsverschiedenheiten herrschten nur darüber, ob ein zentraler sozialdemokratischer Jugendbund oder der von der Zentralstelle vorgeschlagene Verband der deutschen Arbeiterjugend- vereine die zweckmäßigste Form sei. Mit großer Mehrheit wurde der Vorschlag der Zentralstelle angenommen. Verschiedene Dele- gierte wandten sich ferner gegen die vorgeschlagene Gliederung der Jugendorganisation in zwei Abteilungen und die Heraufsetzung des Alters auf 20 Jahre. Sie waren der Meinung, daß die Erziehung der über 18jährigen Sache der Parteiorganisationen sein müsse. Auch in diesem Punkt fand der Vorschlag der Zentralstelle Annahme. Im übrigen wurde die Zentralstelle beauftragt, die Richtlinien für die neue Organisation der Jugendbewegung unter Berücksichtigung einiger in der Diskussion vorgebrachter Anregungen endgültig auf- zustellen und dem Parteitag vorzulegen. Ferner wurde beschlossen, eine Enveiterung der„Arbeiter- Jugend" und eine entsprechende Erhöhung des Bezugspreises vor- zunehmen und die Jugendvereine zu verpflichten, ihren Mitgliedern die„Ärbeiter-Jugend" als Vereinsorgan obligatorisch zu liefern. Zum Sekretär der Zentralstelle für die arbeitende Jugend Deutschlands ist Genosse A l b r e ch t- Hamburg gewählt. Konferenz öer?ugenöbezirks!eitiingen Deutschlanös. Eine Konferenz der Jugendbczirksleitungen Deutschlands fand am Sonntag, den 25. Mai, statt. Vertreten waren 28 Bezirke. Genosse Heinrich Schulz hielt einen Vortrag über:„Die Neu- organisation der Jugendbewegung" und begründete die von der Zentralstelle vorgeschlagenen Richtlinien für den Neuaufbau der Jugendbewegung. Bisher haben' wir mit Rücksicht auf das Reichsvereinsgesetz in der Jugendbewegung die Jugendlichen von 14—18 Jahren organisiert. Die Revolution und die Herabsetzung des wahlfähigen Alters auf 20 Jahre haben für uns eine neue Situation geschaffen, der wir unsere Jugendorganisation anpassen müssen. Sie soll nach dem Vorschlage der Zentralstelle künftig die Jugendlichen bis zum 2 0. Lebensjahre umfassen und in zwei Abteilungen gegliedert werden, eine für die 14— 17jährigen und die andere für die 17- bis 20jährigen. Während für die Jungeren entsprechend ihrer seelischen Eigenart vorwiegend leichtere bildende Veranstaltungen, Spiel und Sport in Betracht kommen, müssen die Aelteren mehr poli- tisch geschult und vorbereitet werden. Dazu ist die Trennung in zwei möglichst selbständig arbeitende Gruppen notwendig, von denen jede für sich ihre besonderen Veranstaltungen trifft, während die größeren Veranstaltungen, wie öffentliche Kundgebungen, künst- lerische Darbietungen und Festlichkeiten, gemeinsam bleiben können. Um die über 17jährigen zugleich in das Parteileben einzuführen, soll darauf hingewirkt werden, daß sie der P a r t e i o rg a n i- sation beitreten, in denen man ihnen besonders für sie ge- eignete Aemter, z. B. das des Schriftführers, übertragen könnte. Der große Nahmen für beide Abteilungen müsse aber die Jugend- bewegung sein. Statt der bisherigen losen Form schlägt die Zentral- stelle die Gründung von Jugendvereinen vor, die sich zu einem„Verband der deutschen Arbeiterjugendvereine" zusammen- schließen. An die Stelle der bisherigen Jugendausschüsse treten die Vereinsvorstände, die je zur Hälfte aus Jugendlichen und zur andern Hälfte aus Parteimitgliedern bestehen sollen. Den JugendMchen ist soweit als möglich Selbstverwaltung zu gewähren. Genosse Weimann referierte ül>er:„Zukünftige Ju- g e n d a r b e i t". Er empfahl die Mitarbeit in den offiziellen Jugendpflegeausschüssen, die der Kontrolle der Verwaltungskörper- schaften in Reich, Staat und Gemeinde zu unterstellen sind. In den Betrieben sind Vertrauensleute der Jugend, in den Fach- und Fort-- bildungsschulen Schülerräte zu wählen, mit denen wir Hand in Hand arbeiten müssen. Auch die erwachsenen Arbeiter sollen mehr Industrie unö Kanöel. Großschiebungcn von Kapitalien! Berlin, 28. Mai. Gegen die Abwanderung des Kapi» tals nach Nord-Schleswig ist die schärfste Uebcrwachung und Prüfung aller zuziehenden Personen seitens der Lokalbchörden beschlossen worden. In den letzten Tagen hat sich gezeigt, daß ganze Züge von Automobilen mit Waren und Geld nach Dänemark gegangen sind; die Autos verkehrten frei über die Grenze hinüber und herüber. Liegenschaften in der Provinz Nord- schleSwig werden zu Phantasiepreisen erworben, um Geld untcrzu- bringen, doch verhalten sich die dänischen Banken gegen die Ueber- nähme des Geldes ablehnend. Es ist wahrlich ein Wunder, daß man sich tatsächlich noch zu einem solchen Beschlutz aufgeschwungen hat, nachdem sogar die bürgerlich-kapitalistische Presse schon seit Monaten auf die Auslands- flucht des Kapitals hingewiesen hat. Nichts beleuchtet besser die hochverräterische Gesinnung der Großkapitalisten, die in der schlappen Haltung ihrer Freunde in der Regierung noch eine wesentliche Stütze finden, als diese Macheuschaftenl Außenhandels-Nebenstellen. Au Anregung des Reichswirtschaftministeriums wurde am 12. Mai der Fach verband L der Metallwirtschaft mit dem Sitz Berlin gegründet. Er stellt einen Selbstverwaltungskörpcr der beteiligten Erzeuger-, Handels- und Verbvaucherkreise dar und hat alle Fragen der Industrie, der, Metalle vom Erz bis zu den Halbfabrikaten einschließlich mit Ausnahme von Eisen, Mangan- und Ferrolegierungen zu behandeln. Die Organe des Selbstvcr- waltungskörpers sind zu gleichen Teilen aus Arbeit- nehmern und Arbeitgebern zusammengesetzt. Ter Ver- band übernimmt vom 1. Juli d. I. ab die Entscheidung über Aus- fuhranträge aus diesen Industriezweigen in drei von ihm gebilde- ten Außenhandelsnebenstellen. Sowohl die Zusammen- setzung wie die Aufgaben dieses Selbstvevwaltungskörpers auf demo- kratischer Grundlage beweisen, daß es sich hier um Wirtschafts- körper handelt, die eine Heranziehung aller Berufs st än de dieser Gewerbezweige zur Lösung von Fachaufgaben ermöglichen sollen. Die Autzenhandelsnebenstellen sind also weit entfernt davon, Ueberbleibsel der Kriegswirtschaft sein. Sie sichern vielmehr allen Beteiligten das Mitbestimmungsrecht in der augenblicklich so wichtigen Frage des Außenhandels und sind somit wesentliche Bau- steine zu einem System der Gemcinwirtschaft auf Grund der Fach- verbände. Soziales. Vereinigung der Grosz-Bcrliner Arbeitsgemeinschaften für Kriegsbeschädigtenfürsorge. Nach Erledigung der Vorarbeiten und Fertigstellung der neuen Geschäftsräume in Berlin N. 4, Schlegelstraße 2, ist die Zentral- stelle nunmehr in der Lage einen Austausch der Kriegsbeschädigten, die infolge der Art ihrer Beschädigung in dem Gewerbe, dem sie bisher angehörten, nicht mehr tätig sein können, unter den einzelnen Arbeitsgemeinschaften vorzunehmen und so einem neuen Beruf zuzuführen. Auf dieses Hauptziel der Vereinigung seien alle Kriegsbeschädigten hingewiesen. Zur Erreichung dieses Ziels ist der Anschluß aller Arbeitsgemeinschaften unbedingt nötig. Die Wichtigkeit der Bestrebungen haben die hauptsächlichsten Gewerbe erkannt und sich mit ihren Arbeitsgemeinschaften der Vereinigung angeschlossen. An die noch fehlenden Arbeitsgemeinschaften ergeht hierdurch der öffentliche Appell, sich der Veveinigung anzuschließen, baldigst hierher schriftlich ihren Beitritt zu erklären und ebenfalls zu einer demnächst stattfindenden Sitzung zu erscheinen, in der eine Reihe wichtiger, grundlegender Fragen besprochen werden sollen. M«! m oHe Wlenkriim i (Rachdruck verboten.) Nicht der Gründung eines neuen, überflüssigen Vereins gilt dieser Aufruf, sondern um wichtige Interessen handelt es sich. Tragen Sie nicht eint Bnlle, sondern einen Kneifer! Das ist�zwar das Gegenteil von dem, was früher die Aerzte anrieten, ober Umstände ändern die Sache, und die Aerzte haben ihre bisherige Ansicht auch geändert. Früher war die Brill« daS vollkommenste Augenglas, besonders wenn eS darauf ankam, nicht nur einen Notbehelf für altersschwache Augen zu haben, sondern um komplizierte bauliche Fehler der Augen zu korrigieren. Nur die Brille hat einen genügend festen Sitz bei jeder Arbeit oder körperlichen Anstrengungen. Nur die Gläser der Brille paßten so genau vor die Augen, daß diese bei richtiger Zusammenstellung der künstlichen Linsen ungefähr dasselbe leisten konnten, wie normale, fehlerfteie Augen. Und nur die Brille wurde deshalb verordnet. Der Kneifer war verpönt, und damals mit Recht. Er war bei der Arbeit unbequem, weil er schlecht saß; infolgedessen wurde er vielfach ab- gelegt, wo es zur Schonung der Augen besser ge- Wesen wäre, Gläser zu tragen. Er fiel beim Lesen vornüber und gab dann ein verzerrtes Bild und überanstrengte die Augen. Die Gläser hingen nach außen seitwärts herab, und auch, wo das(bei einem besonders breiten Nasenrücken) nur in geringem Maße der Fall war, paßten sie sich doch dem Abstände der Augen von- einander nicht an; die Pupille stand, statt genau hinter dem Brennpunkt des Glases, hinter dem oberen oder seitlichen Rande und oft von dem einen GlaS weiter entfernt als von dem anderen. Hier- durch aber wurden wiederum die Augen in eine unnatürliche, schielende Stellung gezwungen, was Ueberanstrengung, schnelle Ermüdung, Nervosität und Kopfschmerzen, besonders aber eine schnelle Verschlechterung des Sehvermögens verursachte. Das trifft heute alles nicht mehr zul Der Lohmann-Kneifer sitzt bei der an» gestrengtesten körperlichen Tätigkeit so fest und sicher wie eine gutpassende Brille und ohne jeden lästigen Druck. Er sitzt auch genau so richtig, und jeder Arzt, der ihn kennt, wird erklären, daß er gegenüber der Brill« keinerlei Nachteile, aber manche Borzüge hat. So schreibt uns ein langjähriger Brillenträger: „Ich freue mich- sehr über den erhaltenen Kneiser. Er sitzt sehr gut, drückt nicht und ist trotz der scharfen Nummer äußerst leicht. Ich werde nun wohl die Brille, die ich seit 30 Jahren trage, ganz ablegen und mich nur noch Ihres Kneifers bedienen. L. Herold, Gr.-Ujeschütz." Frau Staatsrat Ada G., Weimar, schreibt:„Nachdem ich mich an diese so sehr an- genehmen, leichten Gläser mit der drucklosen Me- chanik gewöhnt habe, ist mir jede andere Kneifer- art unerträglich geworden." Weitere freiwillige Zuschriften lauten: „Mit dem Lohmann- Kneifer bin ich außer» ordentlich zufrieden, denn beim„Reiten" oder „Laufen" sitzt er völlig fest, was ein großer Vor- zug ist." Der L o h m a n n- Kneifer ist die empfehlenS- werteste zurzeit existierende Konstruktion, und jeder, der sich jahrelang mit seinem alten Kneifer herum- gequält hat. ist erfreut und beglückt über den be- quemeren, festen und guten Sitz. Für Militärs, Jäger, Sportsleute und im Bureau Tätig« ist er ebenso unentbehrlich wie für Damen, welche von ihm seines unauffälligen, eleganten und gar nicht auffallende» Aussehens wegen entzückt sind. Es werden nun allerhand Kneifer als„ortho- zentrische' oder unter ähnlichen Benennungen an« geboten; dieselben dürfen aber nicht mit den patentierten Lohmann- Kneifern verwechselt wer- den. die nur direkt von der Alleinverkaufs« stelle Orthozentrische Kneifer-Ge- s ellschaft m. b. H., Berlin. PotS- dam er Straße 134a, bezogen werden können. Man beachte genau die Hausnummer 134a mit der Kennmarke.Lohmann- Kneifer", da häufig dadurch Irrtümer vorkommen, daß sich ein ganz in der Nähe und viel ausfälliger gelegene? optisches Geschäft eine ähnliche Benennung beigelegt hat. Die Orthozentrische Kneifer-Gesellschaft Berlin unterhält leine Niederlagen oder Filialen, sondern liefert nur direkt an das Publikum. Gründliche Augenprüfung wird jederzeit kostenlos gewährt, ohne jeden Kaufzwang. Auswärtige Abnehmer werden gebeten. Pro- spekte 2 I-. zu verlangen, und bekommen dann gleichzeitig Mitteilung, welche Angaben erforderlich find, um einen unter Garantie tadellos fitzenden LohmannKnetser zu erhalten. Cpemhans Mona Lisa. Anfang 7 Uhr. Schanspielhaus Corlolan. Anfang 7 Uhr. Volksbähne Theater am Bülowplatz. Direktion Friedrich KayUler. 3 Uhr: Die Heirat. 7Va Uhr: Der Umzux. Direktion Max Reinhardt. Deutsches Theater. 7'/» Uhr: Die Wupper. Frt 7'/«: Wie es euch gefällt Sonntag 7'/« Uhr u. Montag 8 Uhr; Max Palienberg in Familie Schimek. Kammersplela. VI, Uhr; Der Star. Freitag 7>i, Uhr: Der Star, Sonntag u. Montag?>/, Uhr Leopuldine Konstantin in Die Tünzerin. Dienstag z. I M.: Eifersucht. Kleines Schauspielhaus 7>/a: Die Büchse der Pandora, Frt. 71/>: Büchse der Pandora. Theater I. d. Dir.: C.Meinhard- R. Bernauer ViS: Stützen der Oesellscbaft. Freitag; Der Biberpelz. (Frau Wolff: hlse Lehmann.) Sbd.: Stützen der Gesellschaft. KomMieuiiaus an der Marschallbrücke •/iS Uhr; Erdgeist. (Lulu: Maria Orska). Freitag; Der Feldherrnhügel. Sonnabend: Der Vater. (Ludw. Hartau, Maria Orska.) Berliner Theater Vts uhr; Lteroe, die wieder leuchten. Trianon-Theater. Bhf.Friedrichstr.Ztr. 4927,2301 Tägl. S U. Heute z. 26S. Male: vergüte Auf Schauspiel ron Sudermann. bonna d l/,4: Aschenbrödel. Sonntag 4 U.: Johannisfeuer, Residenz-Theater. Untergrundb. Klosterstraße, ang Stralauer Straße. Täglich 8 Uhr; Schauspiel von Sudermann. Regie: Alfred Rotler. Waihalla-Tbeater. TVj ülir: Die kleine Sklavin. Rose-Theater. 4,/> U. Qartenbühne: Konzert, Vorstellung, Spezialitäten. TVj Uhr: Ehe- Erlanb. Lnisen-Theater. T ,2 uhr: Jugend. atnbiiÄI«.(Stete! 2. Juni: Die Uchtschene Dame. Miers. lMoUkw (fr. Sanssouci Kottb.Str.6) Abends Tl, u. Sonntag naclimlttaz 3 Ufan Slite Singer 9 ehemal. Mitglied, d. Stettiner Sänger Biüthgen- Konzert. Beginn 7 Uhr. Vorverkauf 11-1 Uhr. Sonnt, nachm. ermäß. Pr. Adinirals-PalasL' Heule 2 Vorstellungen, nachm. 4, abends l*!, U. Die neuen Ballette In GespensterscliloB Wiener Walzer . außerdem • Tanz»Revue■ amiralS'Kino. Ihr Sport Henny Porten. D. Herrenschneiderln. ßeiclishaI!.-TljBater Allobendfich?>/,UHr: Stettiner Sänger Otto Beutlet usw. APOLLO Theater. Dir.; James Klein Friedrichstraße 218| ,,, Heute 2 J 3 /1 Vorstellg. 7'*} ferd, Bonn und 10 Varletd. Attraktionen I .-. Ab 1. Juni.. | Ensemble- Gastspiel j Anton IHemifeldE in der Burleske iWeristilerfater?! [ Vorverkauf eröffnet.| 1 Nachm. 3>/, jeder firwachs. 1 Kind frei! I r.eaafngr-Thenter Direktion: Victor Barnowsky 7Vj Uhr: Der Blaufucha. Freitag; Peer Cynt. Sonnabend; Liebe. Sonntag: Beginn d. Sommerspielzeit. Gastspiel Guido Thielscher: Charleys Tante. Dentschea Künstler- Theater. Heute u. folg Tage VI, Uhr: Das Schloß am Wannsee. Sonntag; Beginn der Sommer- Spielzeit. Zum 1. Male: Die Rutschbahn. -äj KurfUrstendamm Oer Riesenerfolg I Die TU Uhr: Ventral Theater Kommandantenstraße 57. u7�': Die Schönste von Allen. Dentsehes Opernhana 7 uhn Herhststunn. Friedr.-Wilheirasl. Theater 3 Uhr; Das Drelmädcrlhaus. uhr. Das Dorl ohne(Ms. Kleines Theater. 3'/, Uhr: Die Neuvermählten. Lottchens Geburtstag. 7 Vi Uhr; Kümmelblättchen. Komiaehe Oper Jh'r: Schwarzwaläniöilel. I.nstsplelhan« Die spanische fliege. Metropoi-Theater. 7 uhr io: Die Fasehingsiee. Nieuea Operettenknna Geschlossen. Sonnab.z. 1 M.: Die Dame vom Zirkus. Talaat Theater V/, Uhr; Die G'schamlgc. Die Frau ohne Beruf. Haupttreffer 33. D. Einbrecher. Mehtller-Thent. Charl. 3 Uhr: Der Reisehegleiter. t/3 uhr: König Krause. Thnlla-Theater 7«/. u.: Zur wilden flunimel. TU. am NioUen(torfplati 3'/. Uhr: Hlgolctfo. 7 uhr: Die Pappe. Theater dea VVcatena 3 Uhr; Rlgoletto. uz Wo die Liebe hiniäiit. Ab Sonntag; Die Geisha. Theater d. Prledrlchatadt 7»/= uhr: Meyers. Wnllner-Thenter 3Vi Uhr: Graf von Luxemburg 7»/, Uhr: Geisha. Natlonal.Theater. V/, Die Kinopuppe Casino-Theater. Lethrfna. Str. 37. Tagl.V�UHr; Die Beritner Posse Der selige HoNschinSki. Dazu erstkiosfige Spezialitäten. Sonntag 3'/,; Du ahnst» nicht. 0«r erste Film der Waxim- Klasse nach dam Roman von Hans Hyan Regie: Carl Froelich Hau nt darBtaUer: QerCrud Welcker/ Carl Auen/ElseBerna/Mar- gareie Kupier/ Pletro Scholz/ Max Adalbert Vorverkauf an der Tageskasse 12-1 Uhr/ Freikarlen ungültig (LT FrfedrlcbBtraaae Die JQdln Sobansplel von Eugen Sorlbs U.T NollendorfpLx Weinbergsweg Rcbellanllebe Schauspiel m.Bruno Decarll Harry Lledtke/ Lo Holl Regio: Karl Haina Heiland U.T Alexanderplata Revolutionshoclizelt Schauspiel mit Waldemar Psliandcr U.T Moritzplat2S/ Hasenheide Der Weiberfeind Lnstspiei mit Paul Heidemana U.T Schöneberg Die Waise i. dsa Sobiosple:.Die Wtlis von Lowood" Hauptrolle: Hilde Wtiraer jH JA eirnäa« Biasclv tifc.-Pn)5r.,Iäii2e Ein Fest n. d. Stiergefecht. pfit Rlnger-WollstPElt. Wiederaufnahme des Entscheidungskampfes: Hansen-Esch— Urbach. Dieser Kampf mußte am Dienstag bekannt], wegen Polizeistunde abgebroch. werden. Ferner sind zu ringen bestimmt; Stoll— Stromski Pawlowlcz— Hlntze. Winter-Garien. Heute 2 Vorstellunqen 3Vä Uhr Kleine Preise Kind d. Hälfte I I'lz ir Variete-Spielplan. —— RauchenJjestattetj— � Woohantag. S, 8 Uhr/ Sonntag* 4, 6, 8 Uhr HJ Kammerlichtspielel MMN Sawnini Lustspiel in 3 Akten m HiideWörner Wochentags Sonntags 4, 6, 8 Uhr 6, 8 Uhr ML Mozartsaal Heute Henny Porten Im Schauspiel Die Schuld mit Qeorg Schnell Hugo Falke R«(i«! R. Biabrach Wochentags 6, 8 Uhr Sonntags 4, 0, 8 Uhr Fralkarten ungUltlgl Am Promiorentage haben Prosts- und Ehrenkarten keine GUItlgkuit! Film- Palast Kellers Fcstsile KoppeastrnlSe 29 Dir. J. Werner letzter Tagt eLiet Rente Der große i ndischeLiebes- roman und Prunkfilm; Dielieblingsfran des Maharadscha II. TeU. In den Hauptrollen: GnnnarTolnacs Eilly J u. d. glänz. Beiprogramm. Am3l. Mai 1919, 7Utir: Eröffnung des Qr.Volksbelnstlgangen u. Schrammelmusik, Kurfürstendamm 236. Direktion; Siegbert Qoldschmidt. Wegen d. Riesenerfolg, eine Woche verlängert! Der historische Monumentalfilm DAS BUCH ESTHER mit Ernst Reicher Stella Hart Michael Bohnen Kcsin: L'we Jens Krafft. Heule ir». 1 JÄk. Kinder die Hälfte. AQUARIUM. J KABARETT 1 j OEMRENSTR, S3 1 4-6 Freikonzert Wiener Praterleben im Clou Mauerstr. 82. SentaSSneland] n ihrem Sketscl- ..Allee da!" Paul Stefnltz Clalre Feldern Paul GSbcl Margaret. Rose und uas führend, flyigyi-Konzerle. Möbel vermletetgewesene u.neue Speise-, Herren-, Schlafzimmer, Küchen, kiel. Kleider- und Wäscheschränke, Rauchtische, Kleinmöbel usw. usw. preiswert zu verkaufen. Möbel- fl053L* Vermletungs- Centrale LQtzowstraße 95. 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Juni: Gpoßer Ball mit verstärktem Orchester. —— Anfug Sonntags 4 Uhr, wochentags 7 Uhr- Die eleganten Säle und Sommer- Theater sind an Gesellschaften und Vereine unter kulanten Bedingungen zu vergeben. 940L* Trabrennen m Mariendorf. Heute Himmelfahrt Nachmittags 2 Vi Uhr« 1 Vergnügung«»Palast ' Schloßbrauerei Schöneberg Hauptstraße 122-123 ' Ab Donnerstag, den 29. Mai in dem ca. lOOOOPersonenfassendenNatnrgarten Ringkämpfe um die Meisterschaft der europäischen Mittelstaaten unter Kitwirkung der bedeutendsten Ringer der Welt. U.i A. gemeldet: OTTORADKE GÄMETA PIEKER BARTK0W1ÄK, (Charlottenburg)(Schweix)(Dortmund)(Posen) HORTIE COLLON i. de SOUZA GEBHARDT' (Luxemburg)(Neger-Champion Afrika)(Neukölln) DIEKMAKI BAM8I1LA SEFPL HAHG 1 i(Westfalen)(Neger-Champion Amerika)(Bayern) CHARLES AKA BLÄKE JAKSOH GUSTAV HABER, (Hamburg)(Champion Australien)(Ostpreußen) HANS SCHWARZ, Weltmeister| Ferner In Unterhandlung mit HEINRICH BBBRLE i(Deutschland). NICOLAI PBTROFF(Bulgarien) usw. i Beginn dionzertsVoeheningsTOtir. Sonntags ADIir( Außerdem: la. Spezialitäten-Progr. u. Garten-Konzert. Bei ungünst. Witterung im angebauten Tbeatersul. Wallner- Theater I Sommerspielzeit: Ernst Rotmnnd j 7ViUhr Sonntag, den 1. Juni 1813 71/,Uhr Zum ersten Male: Mandragola Eine Komüdle in drei Akten nach dem j Stoffe eines Lustspieles des Macchiavell 1 von Paul Eger. Jlnsik v. Siesfrled| Schulz. In neuer Bearbeitung und Inszenierung von Ernst Kotniund. Musikalische Leitung; Der Komponist. Die Gesamtausstattung: Hugo Barach& Co. Johanna Terwin— Alice Torning Rose Steuermann— Lupu Pick Julius E. Herrmann— Hans Schweikhart— Ernst Rotmund. Bis 31. Mal Inkl. rMp Igplehn allabendlich: 1>1C VlCl»na> jmWsae 4» KS; IplcMroslt.« j Gr. Ball .................................... i o■- Sonnta�;� Anfang 3 ����b�ugsjtnfar�ö Uhr. Jeden Dienstag,' Mittwoch, Donnerstag und Sonntag: Reederei Kfeck ObertaüfflhröeKe-FMeflslelistr. ÄplStO O'mmelfahrf, jcb. 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Am 21, Mai verstarb | unser Mitglied Lonis Striegel, Mathieustr. 16. Die Beerdigung hat be- I reitz stattgesunden. | Ehre feinem Mubenfen! 1 199/17 Der «eschästsstelle: C 2, Burgstraße 27 III. Tel.: Norden 10 787 Unsere Mitglieder, Herr| Georg Zeidler Echönhaufcr Allee 137, j Einäscherung: 80. Mai, vor» I mittag» 11 Uhr, Arematv- 1 | rium Eerichtstr. 37/38, und j FrKuIein | Martha Qempler! Ztarlshorft, Treslow-Mee 99 A, 1 sind verstorben. 296/13 1 j Einiischeruna: 30. Mai, j nachmittag» S'/, Uhr, tm I | KrematortumBaumschulen- 1 weg,«iesholzstraße. verdsnä der citl,«- grsphen, Sieindrncker i und verwandten Berufe I Am 20. Mai verstarb, Irlich am Gehirnschlag unser langsährigc» Mtt> glied, der Steindrucker vtto itaiser im Alter von 64 J-Hren. Ehre seinem Andenken! IOie Dermalftma. 109/15 guiale I. I Die Beerdigung de» am 1 18. Mai in Dana» ver» I ftorbenen Genossen, Stadt» > verordneten 196/2 � üüreä Riedel findet morgen Freitag, den 30. Mai, nachmittag» 4 Uhr, von der Leichenhalle de» Städtischen Friedhofes in Wilmersdorf, Berliner Strohe 101/103, au» statt. Die Wilmersdorfer Ge- Nossen treffen sich 3',, Uhr bei Schäfer, Branden- burgische Straße SO. Sozialdemokrat. Partei. Orta-erri»«ilmer» dors. Sitz Berlin. Gegr. 1906. GeschästsstelleiBerlwSWb«, Orauienstr.83.84, Seäffn. v. ll>-6, Sonnabd. v. 10-2 Uhr. Am 23. Mai verstarb unser Mitglied Frau Helene Kerper, Neutälln. Wrigandufer 10. «Jure ihrem Andenke» I Die Einäscherung erfolgt Freitag, den 80. Mai, nach. mittag» 4 Uhr, im Krema» tottum Treptow- Baum» schulenweg. 182/17 Ver Vorstand. Stis-AmlenM Frestag, den 30. Mai, abend» 7 Uhr. I» der Anla de» oder» incearn», Spandmi: össevlllcher eichldildN' ..»«äs , Uber: .w Krieg«vd diese- WechWameitev.- 'vortragender: Herr Dr.«oefchmann.Brrlw. Gesch»fl»fUhr«r der Deutschen Geseilschast zur«ekämpsung der Geschlechtskrankheiten. Borführung von zahlreiche» anschaulichen Lichtbilder». Eintritt frei. 276/7 Achtung! Stls-ötmleMe ÄMto. den 4. Kini, Nestau» Am Mittwo> abend, 7 Uhr, findet im_______ ton» von(Brnnoro, Spandau, Morihiw 2, ein. anstrr- �-.N.che«..sch»stn� Tagesordnung: 1. Aenderung der Dienst» »rdnung. 2. Verschiedene». Anfragen, welche eine Ein» fichtnabme in die Bücher oder Akten erforderlich machen, find dem Vorstand mindesten» drei Tage vor der Sitzung schrist» lich mitzuteilen. Vor vorstand. «. TUchter. Borsitzender. Die Herren Ausschnßmit» glieder erhalten noch eine de» sonder««WirtOTfl Um Freitag, den 29. TRai 1919. abend» 7 Ahr im volkshan», Aofinensle. 3: BetlotninlDeg fi m Stösra. Tagesordnung: vorkeag Genossin Allele Schreiber: 251/4_ Der Vorstand. »a�MUWM.MMW75W demonstrieren Berlin und seine Vororte im Lustgarten gegen Wohnungswucher gegen Wohnungsnot gegen Schleichhandel Niemand dars fehlen: ohne Anterschted der Partei muß seder gegen die Wucherer Stellung nehme». Mieterbund Groß-Berlin E. V. W 35, Potsdamer Straße SS. Gortenh. u. Kostenlose Beratung llir Miiqlieder. 2S07b mmmmmmmmmammmK*. Heilanstalt mU den besten und modernsten Apparaten für elettrophy» stkaltsche Licht- u. Rawr-Heitmethod«. Die wiffens-bastlich anerkannte und glänzend bewährte Behandlung mit den „Künitllchra Höhensonnen" cl< Ersatz für Behandlung de» Hochgebirgs-Sanatorien. Die„Künstliche H5heiisoiineu"-Beh»iiilluoz ist da» hesie und neueste! Heilveriahre» bei____________„_____ der Atmungswegc, speziell bei Lungenscliwindsui nr*« k a vi»■■ i � l ,i„ otv» i....„ � i r jc.— e—*. allen Erkrankungen der Lunge und """"■" 1 cht und Tuberkulose jeder Art, chirurgischer sowie innerer. Die hiermit erzielten Hellersolge sind unbestreitbar. Daneben\ kommen die modernsten und besten Hillapparate und Methoden zur Allwendung, z. B. Räntgen-Behandlung und»Untersuchnng, Elettromagneto-Thernpie, sämtliche medizinischen Bäder sowie Kräuterbäder, Inhalation von reinem Sauerstoff und innerllcher Gebrauch von Sauer- ftoff-Präparaten. mechanotherapeutische u. homSopathische Behandlung re.— Durch die angefühtten Heilsattoren werden in unserer Heilanstalt hauptsälblich bei chronischen Krankheiten unbestreitbar die besten und dauerndsten Heilersolge erzielt;»eldsteersiündlich mir bei genauer Durchführung der Kur, die ohne BerufsstSrung durch» geführt werden kamt.— Mit bestem Heilerfolge werden ehandelt: Lungen-, Hals-, Herz», Magen-, Darm-, Leberteiden: Nervenschwäche, nervöse Kopfschmerzen, all» gemein« Nervosität, allgemeine nervöse Abspannung: �»chia», Gicht, Rheumatismus: sämtliche Ausschläge; , /lichten, Wunden, Geschwüre; Lähmungen sowie Kinderlahmung; Stoffwechselkrankheiten, Zuckerkrankheit; Haut-, Harn-, und Unterleibskrankhelten.— Arelivilllge, briefliche und mftnbiiche'Anerkennungen früher behandelter und geheilter Patienten, dl- angaben. vor der Behandlung in unserer Anstalt anderweitig ohne Erfolg behandelt worden zu sein: z. B.: 1. und 2. schreibt Herr Lehrer Zielst« aus Iachzendriick bei Jossen am 21. Dezember 1918:.Nachdem ich in einem Gebirgs-Eanatorium für Lungenkrante 5 Monate ohne Erfolg behandelt worden bin. habe ich in Ihrer Heil» anstatt wieder Heilung gefunden und wurde vom Kreis» arzt. der mich vorher für dtenftunfähiq erklärt hatte, nach genauer Untersuch, mg wieder für dienstfähig befunden. Seit dem 16. Ottober 1918 erteile ich 4 Stunden ununter» brochen Unterricht. Dies schreibe ich Ihnen ohne jegliche Beeinflussung Ihrerseits. Auch meiner Frau, die bei Ihnen behandelt wurde, geht e» ausgczeichnet fütt an tuderknl. Halsdrtlfenoereiterung).-— Herr Werkmeister p. VSlker, Berlin, Utrechtcr Str. 25, schreibt:.Nachdem ich mehrer» Wochen in einer ärztlichen Klinik ohne Erfolg behandelt worden war und mir schließlich der rechte Arm abgenommen werden sollt«, hob« ich mich in letzter Zlot an Ihre Anstalt gewandt und bin mit 45 Behandlungen von meiner vlntoeegifttmg und Vereiterung de» rechten Armes nnd der Hand geheilt worden."— 4. Frau Magistratsassiftent Herrmann aus Kottbus, Lausitzer Str. 14. schreibt:»Ich bin von meinen Magen- gefchmüre» mit 30 Behandlungen völlig in Ihrer An- statt geheilt warben, nachdem ich 12 Jahre lang anderweitig ohne Erfolg behandett worden war. Ich sühle mich so wohl und gesund, wie ich mich noch nie gefühlt habe."— 5. Herr FenerwerksIeuMant Maschlanta, Neiitölln, Weser- Straße 81((cht Königsberg i Pr.) schreibt:„Meine Mutter, meine Schwester, meine Frau und ich sind in Ihrer Anstalt gehellt und gebessert worden; die Mutter von chronischem IBogenleikcn, die Schwester von Hopf- schmerzen nnd SchmerhSrlgteit. meine Frau von Herz- nnd Magenleiden und ich von atigemeiner nrrubfer Vbipannnng."— 6. Frau Restaur. Hering, Berlin. Schönhauser Allee 87, schretbt:.Ich mn vor mehreren Iahren bei Ihnen von Herzleiden nnd Sasedomschee«rankdeil geheilt worden. Aus Dank» barmt habe ich Ihnen viele Patienten mit gleichem Leiden empfohlen. Sollte sich irgend ein Leiden bei mir demerl» dar machen, so werde Ich mich sofort wieder an Sie wenden."— 7. Herr W. Heese, Teinpelhaf, Kaiserin» Augusta-Sttaße 67: Bon 5 Monate alter, stark eiternder, breiter Operattons-Pauch- an» Vanufistei geheilt (vorher zweimal operiert).— 8. Herr v>. Herrmann, Rahnsdorf, Dorfstr. 9; Bon lnderknISfer Brust- und Aippeufellvereiterung geheilt.— 9. Herr U. SchSn, Lharlottendura. Spandauer Berg 21: Bon Bronchial- asthma geheilt(anholt Heilung 9 Monate später bestätigt).— 10. Frau Al. Bornemann, Berlin-Treptow, Grartzltr. 6: Bon JUeren- n. Blasenleiden geheilt— ll. Frau Sennesch. Berlin, Echrelnerstraße 11: Bon Auterieidsleiben und Fflngerocrellemag gebeilt (Flnatt sollte adgeiunnmen werden).— 12. Herr ?.«tarstom, Echöneberg, Eberastr. 56: Bon allgemeiner Beurasthenie, Herz. n. Magenneurose und«naeraic gehellt svarher bretmal Nervenchol).— 13. Frau C. Freund, Charlottenburg. P-stalozzistr. 53: Bon Venenentzündung trn Anterscheutet gehellt— 14. Frau Sl. Aeudauer, 6/.rloilendurg, Kalserin» Augusta-Wee 91, 1. Ausg. I Tr.: Bon Bervenscha, erzen in der Hüfte und Unfähigkeit»um Gehen gebeilt— 15. Frau«. Hadorf, Berlin,»olb erger Straße 28/29: Bon Baraen- u. knochenhaul Entzündung(ooll- stündig gclühmt) geheilt— 16. Frau M.«norr, Llchtenberg, Schariiweb.'rfrr. 62: Zu verschiedenen Malen von attlten und chronischen Leiden geheilt, u. a. von Herzschmüche, Ceberschmeüung u. Blageotrcb».— 17. Frau A. One bauet, Charlottendurg, Kaiser. Friedridi-Straße 102: Bon altgemeiuer Beuraflhenie. Vederanschmettuug und Gallensteinen geheilt snach kurzer Behandlung Abgang von 18 Gallensteinen).— 18. Familie Lirchner, Steglitz, Albrechts, rohe 107: Bier Personen von verschiedenen Leiben geheilt lgerir zu Auskunst darüber dereit).— 19. Frau A. Wundeelich, Berlin, Schwedter Straße 250: Bon Magen» nnd Varmgefchmüren geheilt— 20. Frau E. Hegte*, Berlin, Reanderstraße 5: Bon Berocnschmcrzcn im ganzen ftürper geheilt— Getrennte Behandlung»- räum» für Damen u. Herren!— Sprech- u. Behandlungi- zelt: 9—1, 4— J'/f— Sonn- und Feiertag: 9—1, Aerztliche Anstaltsleitung: HeUunstaltsbesttzoe* Profeffor P. Mistelsky graduiert und approbiert im Ausland öerlin SO. 16, Brückenstr. lOi mm Bnlmhof Jannowltzb rücke. 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Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere Vorschüsse auf Waren und Warenversctiimingen.... davon am Bilanztage gedeckt: a) durch Waren, Fracht- oder Lagerscheine.......... M. 6 578117.45 b) durch andere Sicherheiten...... 8 030 029.— Eigene Wertpapiere a) Anleihen und verzinsliche Schatzanweisungen des Reichs awd der Bundesstaaten......... b) sonstige bei der Reichsbank und anderen Zentral- Notenbanken beleihbare Wertpapiere....... c) sonstige börsengängige Wertpapiere....... d) sonstige Wertpapiere............. Konsortialbeteilißungen............... Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken u. Baakfirmen Debitoren in lautender Rechnung a) gedeckte................. d> ungedeckte................. c) Aval- und Bürgschaltsdebitoren.. M. 178 636 5972] Bankgebäude................... Sonstige Immobilien................ M. 847 281 325 409 077 96 516 86 392 :pf 3S 57 445 511 7 297 905 13 902 O/O 4 840 587 420 008 336 112 768 405 Passiva. Aktien-Kapital................... Reserven..................... Kreditoren: a) Nostroverpfliciltungen............ b) seitens der Kundschaft bei Dritten benutzte Kredite c) Guthaben deutscher Banken und Bankfirmen... d) Einlagen auf provisionsfreier Rechnung: 1. innerhalb 7 Tagen fällig.......... 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig.... 3. nach 3 Monaten fällig........... e) sonstige Kreditoren: I. innerhalb 7 Tagen fällig.......... 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig... 3 nach 3 Monaten fällig........... Akzepie und Schecks a) Akzepte.................. b) noch nicht eingelöste Schecks........ c) Aval- u. Bürgschaftsverpflichtungen M. 178 63659721 Eigene Ziehungen......... 96546,10 davon für Rechnung Dritter....,— ,— Weiterbegebene Solawechsel der Kunden an die Order der Bank.,..—,— Sonstige Passiva; Unerhobene Dividende........ Talonsteuer-Reserve.............. Verrechnungskonto der Zentrale mit den Filialen und Niederlassungen............... Gewinn-Saldo................... M. 456213 8 690 393 153 333 374 231 683 964 2491(18 474 133 708 567 712 070 876 407 752 754 103 180 S"! 44 815 403 3 078 641 143 686 1 284 830 14 507 298 Pf M. 209109 286 53 874 933 341 132 692 834 81 372 056 983 32 21235 412 43 83 486 094 32 378 043 10 284 877 532 776 741 23819168 456301 2 266 2-i9 086 M. PI 160 000 000- 32 000 000- 1999 995 298 94 47894 045 15 935 814 61 10 433 927 88 2 266 259 086 49 06 Gewinn- nnd Verlnst-Konto pro 1918. Soll. GeschStts-Unkosten Handlungs-Unkosten(einschließlich der vertragsmäßigen Gewinnbeteiligungen der Vorstandsmitglieder und Oberbeamten im Betrage von M. 3318 406,16, verteilt auf 289 Köpfe), Zuwendungen an die Beamten(Weihnachtsund Abschiußvergütungen, Teuerungszulagen), Invaliden- und Krankenversicherung. Reichsversicherung. Ehrengaben an Beamte, Zuwendungen an die Pensionskasse und für wohltätige(Kriegs) Zwecke........ Steuern...............*..... Abschreibung auf Immobilien und Mobllien...... Talonsteuer-Reservc................ Gewinn-Saldo................... Verwendung des Gewinnes: Dividende pro 1918 von 6%...... M. 9 600 000,— Tantidme des Aulsichtsrats....... 256 000,— Vortrag auf neue Rechnung......„ 577 927,88 M. 29183935 2 780 577 PI Haben. Provisionen.......................... Zinsen aus dem Konto-Korrent-Geschäft und auswechseln, aus dauernden Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen und aus Valuten Gewinne aus Cttekten..................... Gewinne aus Finanzoperationen................. Verschiedene Eingänge..................... Gewinn-Vortrag von 1917.................... Gewinn- Saldo.................. M. 10 433 727,88 M. 10 433 927.88 Berlin und Darmstadt, den 24. Mal 1919. Baak für Handel und Industrie. Die Direktion. von SImson. Andreac. Bodenbelmer. Bernhard. 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Däla 7atfnnif'tist auch nicht dasBlatt Dj«„naie-zeiiung irgend einer Partei- fraktion irgend eines Ortes, sondern sie ist die einzig richtige Zeitung aller Hand- und Koptarbeiter-Räte im ganzen Reiche Die ,,Räte-Zeitungtk�tsdStei1EnÄ" losen-Äusschusses.des Rates ehemaliger Schutz- haft-Qefangcner, des internationalen Bundes der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, des Bundes für sofortige Soziaiisierung, des Zentralrates der Eisenbahn- Arbeiterrfite, des Deuteehen Eisenbahner-Verbandes usw. RStP.Tilitlinif" erscheint wöchentlich Die„nalc-teilllug 2 mal in normalem Zeitungsformat zum Preise von lO Pf. für das Einzel-Exemplar. Abonnements frei ins Haus 1 iL für den Monat, 3 M. für das Vierteljahr. In»llen Orten Dentacblnnda Spediteure, Kioske, StraOenhändler, durch afle Postanstalten oder direkt vom Verlag der ,,Räte>Zeitutig" Berlin 8W. 11. 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Lützow2494. Achtung Mit der Dr. v. Kirchbach G. m. b. H., Alexanderstr. 45, habe ich keine Verbindung. Landgerichtsrat von Kirchbach.* ss Stadtrats- Stellen. s=== Die Stadtverordneten- Versammlung zu Frankfurt a. M hat demnächst zwei besoldete Stadtrats-Stellen aus die Amtsdauer von 12 Iahren zu besetzen.— Für die erst, Stelle sind Meldungen von solche» Personen erwünscht, die de sondere Ersahiungc» in Steueraugclegenheiten besitze», stir di, zweite Stelle von solchen, die im Tiesdauwcsen erfahren sind Für jede dieser Stellen ist. soweit nicht«tue besonder, vertragsmäßige Feststellnvg stattfindet, ein Sehalt von jährliä 12 000 M. in Aussichi genommen. Vereinbarungen übe, Steigerungen bleiben vorbehalten. Schriftliche Meldungen unter gleichzeitigem Nachwelt der Onaltfikatton, wollen die Bewerber di» zum 1«. Juni 191! au»schließlich an den Unterzeichneten richten. Frankfurt a. M., den 23. Mai 1919. Der Borsitzende der Stadtoerordneien-Bersammlunfl Hopf. 45/1! 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Da» KriegSmtnisterium könne für die Ausstellung des Passes nicht in Frage kommen, da beim Kriegsministerium überhaupt keine Paßstelle besteht. 2. Hauptmann Pabst, Dr. Grabowssi und Baron Schenk sind in der Angelegenheit der Besorgung des Passes tu keiner Weise beteiligt. 3. Da» Auto, mit welchem Vogel entflohen ist, ist nicht vom Stabe de» G. K. S. Lt. angekauft worden. -t. Richtig ist, daß der Stempel von der Abteilung Vlll herrührt. jedoch hat der Hauptmann Janflen von der fraglichen- Stempelung keine Kenntnis. 5. Ueber die Beschuldigung, die gegen den Leutnant S u ch o n g ausgesprochen wird, ist beim G. K. S. K. nichts bekannt. Die gerichtlichen Untersuchungen find noch nicht abgeschlossen. Sobald diese beendet sein werden, wird die Oesfentlichkeit von dem Ergebnis in Kenntnis gesetzt werden. Unwürdige Unterstellungen. Die„Deutsche Tageszeitung" gegen Kontroll- kommisfioneu. Nach dem Versagen aller anderen Maßnahmen gegen den Schleichhandel mit Lebensmitteln hat sich das Reichs Ministerium - bekanntlich dazu entschlossen, die Bildung von Kontrollkommissionen auS Konsumenten» und Arbeiterkroisen für die Erzeugergebiete m die Wege zu leiten. Diesen Kontrollkommissionen können Pflicht» bewußt« und ehrenwerte Landwirte mit Seelenruhe ent- gegen sehen. Mit ganz anderen Augen stehen aber die„anderen" au» den Produzentenkreis eu der neugeplanten Instanz gegenüber, die ihnen im höchsten Grage unbequem ist. In der„Deutschen Tageszeitung" unternimmt der juristische Mitarbeiter der Blattes, Herr Rechtsanwalt Böttger, die wenig noble Mission, die drohende Instand durch infame Verdächt i» gungen in ihrer Autorität von vornherein zu erschüttern. Daß in der Bevölkerung und in der deutenden Arbeiterschaft, um die es sich bei Besetzung der Kommissionen vor allem handeln wird, noch soviel aufrechte Charaktere und ehrliche Pflichtmeuschen vor» Händen sind, um den Kontrollgedanken finngemäß zum Wohl der darbenden Bevölkerung durchzuführen, das erscheint Herrn Böttger unfaßbar. Es mag ja fein, daß er aus seiner langjährigen Tätigkeit für den„Bund der Landwirte" usw. Anlaß zum größten moralischen Psssimismus findet, das berechtigt diesen Herrn aber keineswegs, jene Arbeitervertreter, die sich der wahrlich nicht rosigen Kontrollarbeit unterziehen, von vornherein als Dummköpfe ohne Fach» und Sachkenntnis hinzustellen, teils als pflichtver» gessene Wichte, die ihre Kontrollstellung nur ausnutzen wer- den, um selbst Schiebungen und Durchstechereien zu machen und sich durch ihr Vertrauensamt zu bereichern. Ist es nicht eine Infamie ohnegleichen, den geplanten Arbeiter- kontrolleuren zu unterstellen, daß sie ihre Dienstfahrt„im Auto Mit 25 M. Tagegeld", dies« Spritzfahrt bei schönem Wetter als nette „Hamstergelegenheit" benutzen werden? Daß man diese Kon- trolleure überhaupt nur geschaffen hat,„um den Arbeitern neue Einnahmen zu verschaffen" und um„aus diesem Weg« die Land- bcvölkerung weiter sozialistisch zu politisieren"? Daß die„Arbeiter- röte" gern die Molkereien besuchen werden, um„Schiebungen nach den Großstädten" durchzuführen,„wobei das Auto der bequemste Förderer des Schleichhandels" ist? Die schärfsten Worte sind nicht ausreichend, um derart empörende Verdächtigungen der Arbeiterschaft gebührend zu kennzeichnen. Dabei gibt Herr Böttger selbst zu, baß nicht nur der Schleich- Handel auf dem Lande blüht, ja daß er sich im allgemeinen„nichl mit ein paar Pftmd Butter, Wurst oder Fleisch abgibt", sondern i m großen arbeitet, mit Zentralen, mit großen Molkereibetriebe» usw.. sondern daß man sich auf dem Lande auch rechtwenigan die Rationierungsvorschriften hält und dadurch eben erst den Schleichhandel ermöglicht. Eine Kontrolle sei also gewiß nötig! Und nun kommt der lachhast« Kern der Sache: nicht der Konsument, nicht der Arbeiter ist der geeignete Kon- trolleur, sondern— der Produzent selber! Und da sich keiner gut selbst kontrollieren kann, dieweil wir allzumal Sünder sind, müsse man eine„gegenseittge" Kontrolle der Erzeuger ein- richten: die Gemeinde Weißbrunn kontrolliert die Gemeinde Schwarzenbrunn und umgekehrt— denn eine Krähe hackt der cm- deren die Augen nicht aus... Jetzt erklärt sich, warum der Verfasser seinen Artikel selber mit dem bezeichnenden Wort„Kontrollpsychofe" überschreibt! Wo bleibt üie Denkschrift! Anläßlich der Bekanntgabe einzelner Teile aus der Denkschrift des Reichswirtschaftsministeriums über die Gemeinwirt- schast ist von vielen Seiten, auch von uns, mit Nachdruck gefor- dert worden, daß die Denkschrift der Oesfentlichkeit übergeben wird. Das Kabinett hat es bis jetzt nicht für nötig gefunden, auf diese Forderung zu antworten. Gerade die Arbeiterschaft hat aber unbedingt ein Jnttresse daran, zu erfahren. wie der Sozialismus in der Regierung oertreten wird. Es ist unbegreiflich, weshalb man sich um die Veröffentlichung herumdrückt. Wie wir nach eingehender Lektüre der Denkschrift mitteilen können, handelt es sich hier tatsächlich um ein Wirt- schaftsprogramm, das die Sozialisierung auf dem Boden der Demokratie und auf Grund eines stetigen Aufbaues ermöglicht. Es ist widersinnig, wenn man noch der- sucht, seine Wirkung abzuschwächen, indem man die Denkschrift der Arbeiterschaft vorenthält. Mehr als einmal waren auch wir genöttgt. zu bemängeln, daß die Regierung es schon in wieder- holten Fällen an Aktivität hat fehlen lassen und denjenigen Ge- nassen die Arbeit schwer gemacht hat, die als auftichttge Soziali- sten es dennoch unternahmen, eine aus der Not ge- borene Kompromißpolitik zu decken. Nachdem die bürgerliche Presse sich nicht entblödet hat, ihrerseits daS Geheimnis ubcw die Denkschrift zu lüften, wäre ihre Preisgabe an die breiteste Oeffeutlichkeft wirklich kein Vgfcafes mehr. Ne N«» j»«twosdigs. gIS der kommende Parteitag sicherlich nicht versäumen wird, buch die Sozialisierungsftage zu behandeln. Hierfür ist die Denk- schrist des Genossen Wissell— des einzigen, der bisher versucht hat, das Sozialisierungsprogramm ohne Kompromißangst anzu- fassen— eine treffliche Grundlage, die beweisen wird, daß eine sozialistische Politik auch in einein teilweise bürgerlichen Kabi- nett durchaus möglich ist, wenn man den Mut zur Wahrheit hat. Der Zentralrat und üie �rbeiterratsfrage. Der Zentralrat hat i-n seine» letzten Sitzungen sich mit den Friedensfragen beschäftigt und einen im Sinne des Ver- Handelns sich bewegenden Beschluß gesaßt. In der Frage der kommunalen und politischen Ar- beiterräte hat der Zentralrat den Beschluß gefaßt, daß bis zur Durchführung der Verwaltungsreform das System der politischen Arbefterräte zur Sicherung der revolutionären Errungenschaften in Wirksamkeit bleibt. Entsprechend den Verordnungen über das Finanzgebaren vom 16. November 1918 und 13. Januar 1919 haben die Behörden, bei denen die Konttolle stattfindet, die Arbeiter- rät« zu bezahlen. Neuwahlen von Arbeiterräten sind nur beim Vorliegen zwingender Gründe vorzunehmen, und zwar nach den bestehenden Richtlinien, die für die Waffl des 2. Rätekongresses herausgegeben wurden. In allen andern Fällen soll die Neuwahl hinausgeschoben werden bis zum Erlaß neuer Richtlinien. Außerdem wurde ein Antrag angenommen, das Preußische StaatSmmisteriunc zu ersuchen, den Posten eines Unter st aats- sekretärs im KricgSministerium sofort zu besetzen. Die Schanüe Frankreichs. Informativ« der Franzosen dnrch Teutschland. Der Stadtroda ttcur des„l'Oeuvre", Gustave Etery, erklärt es für«ine Schande, daß der französische Wortlaut deS FriedenSent-. Wurfes der Entente von den Deutschen herausgegeben. iovrden sei, und daß einzelne Exemplare über die Pfalz und Höh. land heimlich nach Frankreich hereingeschmuggelt werden, während die französische Regierung seine Veröffentlichung noch immer verbiete. Wer den Entwurf in Frankreich kennen lerne» will, muß ihn in der Form eines Buches deutschen Ursprungs unter der Hand wie ein pornographisches Buch studieren. Die einzige Republik in der Welt, die den Wortlaut deS Vertrage» kenne, sei die Deutsche Republik. Di« gestrige Deputiertenrede des Finanzministers Klotz, iu der den Steuerzahlern 5 Milliarden Mar! neue Steuern in Aus- ficht gestellt wurden, hat lebhast« Enttäuschung hervorgerufen um so mehr, als gerade derselbe Klotz derjenige war, der seinerzeit das Wort geprägt hatte, Deutschland würde alles be. zahlen müssen. Es scheint jedoch, als sei diese Rede in dem jetzigen Augenblick kurz vor der Bekanntgabe der deutschen Gegen- vorschlage als ein politisches Manöver anzusehen'zu dem Zwecke, die öffentliche Meinung gegen Deutschland aufzureizen und die finanziellen Bedingungen, die im Eniente-Entwurf enthalten sind, als ein Minimum erscheinen zu lassen, und daß Frankreich geradezu großmütig gegenüber Deutschland handele. -Di« hiesigen Blätter melden, daß der Friedensentwurf der deutschösterreichischen Delegation«n Freitag mittag zu St. Germain überreicht werden wird. Er enthalte aber zwei Vorbehalte, den einen über die Höhe der zugelassenen öfter- reichischen Wehrmacht, den anderen über die finonziicllen Bedingungen und Wiedergutmachung, beides Fragen, die spater zwischen den einzelnen Staaten geveyett werde» solle». Chinas Protest in üer Schantmkgfrage. Amsterdam, 28. Mai. Dem„Algemeen Handelsblad" zufolge lautet der Text des ProtesttelegrammS, daS die Vechreter Chinas auf der Friedenskonferenz in der Schantungfrage an den amerikanischen Kongreß geschickt haben, folgendermaßen: Der Frie- denSverttag läßt alle Rechte, über die Deutschland in der chine- fischen Provinz Schantung verfügt, ohne Einschqsinkung auf Japan übergehen. Taraus folgt, daß Amerika und Jbi« Alliierten den preußischen Geist, den sie in der ganzen Welt itzermchten wollen, in China zugunsten Japans bestehen lassen wollen. Wenn an dieser wirklich ttagischen Regelung festgehalten werden sollte, so würde dies zweifellos die ernstesten Folgen haben. Es würbe entweder der ganz« chinesische Besitz an Menschen und wirtschaftlichen Hilfsquellen unter japanische Herrschast geraten, oder China würde davon absehen müssen. Frieden zu schließen» und gezwungen sein, dir Waffen zu ergreifen. Delgien mobilisiert. Wie bereits andere Blätter, stelltz auch der sozialistische „Peuple" fest, daß die kriegSmintstcrielle Verfügung über die teilweise Wiedermobilmachung in ganz Belgien in Ar- better- und Bürgerkreisen und unter den Studierenden die lebhastest« und tiefst« Erregung hervorgerufen hat. Beruhigend meint das Blatt, eS gehe natüolich keineswegs auf Wiederaufnahme der Feindseligkeiten aus, denn Deutschland müsse schließlich doch unterzeichnen, weil eS mfolge seiner«hnmacht dem Verband auf Gnade und Ungnade preiSgie geben sei. DaS Blatt be» richtet dann von bereits abgegangenes TruppenttanSporten. di« mit gewissen.Segenswünschen" abgefahren seien. Man müsse den Deutschen deutlich begreiflich machen, daß man nun wirflich mit seiner Geduld zu End« sei, und ddß eS wahrhaftig nötig fei, daß jeder Mensch wieder au seine Arl/eit gehen könnte. —>— Die italienischen Sozialisten gegen üen GewaRfrieüen. Luga»», 28. Mai. Der sozialistische„Avanti" veröffentlicht an erster Stelle unter dem Titel„Deutschland darf nicht sterben I" einen von der Zensur ni/ch» beanstandeten, sehr frei. mutigen Sympaihieartikel für Deutschland. Darin heißt eS nach einer Meldung de«„Soknlanzeiger:»Nicht nur wir Sozialisten, alle Menschen, deren Herz für Freiheit schlägt, leiden heute mit Deutschland, dem Land, wo eS kein Weib gibt ohne Trauer, kein Kind, das nicht hungert. Alle Menschen fühlen. daß es genug ist der Tragödie. Die Entente bekämpft mit Deutschland den Sozialismus; sie verwirst unter der Führung des „Tigers" die ihr bonDeuffchland vorgetragene soziale Gesetz- geb ung. Auf den Boulevards höhnt man Deutschland. Ja. ganz Deutschland ist heute ein einziges Golgatha; ober da« deutsche Volk wird nicht sterbe� denn wir Sozialisten denken weder wie Judas noch wie PilatvS und wollen seine Existenz und Freiheit. Der SozialiSmuSsl st aufrecht und wenn Georg Clemencean ihm gleich wie allerp Deutsch«» das Grab schauseln üer Republik Cesti. Der baltische Adel verbreitet in letzter Zeit durch sein Däsii- sches»Bureau(b. Strhk) in Stockholm und durch viele geheime Kanäle besonder« in der deutschen Presse Schauernachrichten über Estland. Die estnische Sozialdemokratie, die unentwegt am demokratischen Prinzip festhält und sich mit den russischen Mensche. wiki solidarisch fühlt, soll nach diesen Quellen bolschewistisch sein; ja neuerdings wird sogar das Märchen aufgetischt, daß die gesamte neue estnische Koalitionsregierung bolschewistisch sei. In Wirklichkeit fitzen in dieser Regierung 4 Sozialdemokraten(a n t i b o l s ch e- wisttsch!), 8 Arbeitsparteiler, die den russischen TrudowikiS Keren skischer Richtung entsprechen— die estnischen Genossen nennen sie Sympathiesozialisten— und 2 Liberale(demokratische VoWpartei). Obgleich diese neue Regierung sich veranlaßt gesehen hat, eine staftke Offensive gegen die russische Sowjetmacht zu ergreifen, um endlich mal Ruhe vor ständiger bolschewistischer Bedrohung zu be- kommen, sieht sie durch die Brille der baltischen Barone dennoch selber bolschewistisch auS. Der Grund zu all diesen Tend enznachr ich ten liegt darin, daß difc estnische Regierung bzw. die Konstttuante dabei ist, mit den Ueudalrechten der baltischen Barone aufzuräumen. Diese Kaste, die während der deutschen Okkupationszeit zum Teil direkt, zum .Teil indirekt durch Beeinflussung deutscher Militär- und Zivilstellen, eine Gcwaltsherrschaft sondergleichen auS- übte, hat natürlich eine sehr starke Erbitterung gegen sich wachgerufen. Es muß wenigstens jetzt ausgesprochen werden, daß der bal- tische Adel durch seine verschiedenen in Deutschland gegründeten Organisationen unter Beihilfe der bürgerlichen beut- schen Presse die Vorstellung vom deutschen Charakter des Baltikums hervorzurufen und einzubürgern verstand. In Wirklich- keit leben in den Grenzen des jetzigen Staates„Eesti"(Estland und Rordlivland) über 1700 006 Esten und etwa 26 000 Deutsche; davon zirka 21 000 Bürgerliche und nur 4700 Adlige, unter Einschluß von Frauen, Greisen und Säuglingen. Diesen 4700 Seelen, die sich auf 250 Adelsfamilien verteilen, gehören zwei Drittel des gesamten Grund und Bodens. Ein himmelschreiender Zustand! Von der Vergewaltigung deS Deutschtums seitens der Esten kann keine Rede sei». Es ist auch von dem nationalen Chauvinis- muS, der viele Kleinvöller erfaßt hat, bei dem estnischen Volke bisher keine Regung zu verspüren gewesen. Weder die deutsche noch die russische Press« wird unterdrückt, auch sonst soll den Minori- täten, die ja sehr geringfügig find, ihr Recht lverden. Es ist ander- seit? nur ein Akt historischer Gerechtigkeit, wenn de» Nachfahren der Raubritter deö 12. Jahrhunderts ihre feudalen Vor- rechte entzogen werden. Der Grund zum Zetermordio der Haiti» scheu Junker liegt auf sozialem Gebiet; um jedoch die Sympathien der deutschen Oeffentlichkeit wachzurufen, sollen die Dinge auf ein falsches Gleis geschoben werden: die Lösung sozialer Problem« wird als Akt nationaler Vergehaltigung dargestellt. Die»Rheinische Zeitung" verboten. Die englische Dchörde hat das Erscheinen der sozialdemokrattschen„Rheinischen Zeitung" ver- boten. Der BersassungSausschuß der Nationalversammlung nahm die die Rechlspflege bcireffenden Verfassungsartikel unter Ablehnung deS Antrage» Ablaß im wesentlichen nach der Regierungsvorlage an. Hervorzuheben ist der Beschluß, daß die ordentlichen Richter auf Lebenszeit ernannt werden und eine Altersgrenze gesetzlich bestimmt werden kann, bei deren Erreichung die Richrer in den Ruhestand treten. Ausnahmegerichte sollen unstatrhafr sein. Der Ausschuß trat hierauf in die Beratung deS Abschnitts über die Grundrecht« des deutschen Volkes ein und zwar auf Grund eines Entwurfes, den der dafür eingesetzte Unterausschuß fertig- gestellt hat. In vier Abschnitten werden hier behandelt die Grundrechte und Grundpflichteu der Person, darunter z. B. die Freizügigkeit. daS Postgeheimnis, die Preß- und Zensurfreiheit, ferner die Grundlagen deS GemeinschastS- lebens, die Grundrechte und Grundpflichten inbezug auf Religion und Schule sowie da» gleiche auf dem Gebiet deS Wirtschaftslebens. Der Sozialdemokrat Katzenstein wies daraus hin. daß e« sich um ein Kompromiß handle, wobei noch manches fehle, wie z. B. die Abschaffung die Todesstrafe, de? Adels. deS TitelwesenS. ReichSminister Dr. Preuß führte aus, daS Wichtigste sei, die Berfossung so schnell wie möglich unter Dach und Facb zu bringen, deshalb stellte man sich am besten auf den Boden der Arbeft des Unterausschusses. verbanüstag öes Deutfthen Eisenbahner- verbanües. Jena, 26. Mai. Die erste Generalversammlung deS Deutschen Eisenbahnerver- bcmbes wurde gestern im Polkshaus durch den Vorsitzenden Brunner eröffnet. In der Eröffnungsrede gab Brunner einen Uebcrblick über die beispiellose Entwicklung, die der Verband seit der Gründung genommen hat. Di« Oraancsatiotr wird künftig erst ihre Macht zu zeigen haben, und wenn die Herren im Ministerium der neuen Zeit kein Verständnis entgegenbritigen, dann müssen sie anderen Platz mache». Der Verbandstag müsse eine Waffenschmiede sein, in der das Rüstzeug für die bevorstehenden schweren Kämpfe geschmiedet werde. Die Generalversammlung setzt sich auS 801 Teilnehmern ein- schließlich der Vorstandsmitglieder und Gäste zusammen. Den Ge- schäftsbericht erstattet der VcrbattdSvorsitzende Brunner, der in ein. gehender Weise die Tätigkeit seit der Gründung deS Verbandes bespricht. Die Mitgliederzahl sei jetzt auf über 350 000 gestiegen; rtx Erledigung der VerwaldungSarbeiten seien bereits 83 Ange- ellte tätig. Bemerkenswert ist folgende Stelle aus dem Be- richt Brunners, daß er auf Grund der letzten Vorgänge im Ministe- rium der öffentlichen Arbeiten— die Berufung eines weiteren Bei- rateS auS dem Allgemeinen Eiseubahnerverband und die Nichtgewährung von Urlaub und Freifahrt für die Delegierten— dein Minister ein MißtrauenSvottim ausstellen müsse.— Den Kassenbericht erstattet der Kassierer Dräger, der besonders hervorhebt, daß das Berbandsvermögen berefts die erste Million erreicht habe. Die Diskussion über den Tätigkeitsbericht des Vorstandes ist eine ausgedehnte; durchweg verurteilen die Redner die Tätigkoft BrumierS im Ministerium. Kritisiert wird auch di« Haltung deS Vorstandes zum Rätesystem und zu den Streiks, di« in den verschie- denen Bezirken geführt wurden. Klus- Hamburg hebt hervor, daß die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands auf dem Holzwege ist, wenn sie glaubt, eine neue Beamtengewerkschaft schaffen zu können. Den Eiscnbahnbeamten müsse gesagt werden, daß für fi« nur der Deutsche Etsenbahnerverband als Einheit«.. orgamsatto-n der Eisenbahner in Betracht kommen könne. Es könne auch nicht angehen, daß Brunner glciÄzuUig Vorsitzender der Or- gantsatton, Beirat im Ministerium und Abgeordneter der preußi- schen Laitdesversammlung sei, darunter müsse die VerbqndSarbett leiden. Die Sleaktion sei im Ministerium im Wachsen begriffen, der Mnister O e s e r sei reaktionärer wie sein Vorgänger Hoff. Die erste Ausgabe sei jetzt, die Mitglieder zu Gewerkschaftlern zu er» SewekkschaftsbewWng J)« Kongreß sämtlicher öekleiöungs- unü?astanö- setzungsämter.* beschäftigte sich am zweiten Berhnndlnnqstage u. a, mit der Stet« lungnah ine der Gewerkschaften zu den Leklei- dungs» und In st and setzungsä intern. S ch u h m a ch e r- Berlin, der hierüber referierte, nreinte, daß es die Pflicht der Gewerkschaften sei. alle Bemühungen zu unter- stützen, die notwendig seien, um die Aemter in Zivilbetriebs vmzu- wandeln. Ihr« Leitung müsse in den Händen kaufniännifch und technisch geschulter Personen liegen, die in Verbindung miü den Arteiterräten und Gewerkschaften die Aemter zu Musterbetriebe» einrichtet. Die�Gewerkschasten seien verpflichtet, die Interessen der Aemter im Sinne der Sozierlisierung wahrzunehmen. Ferner nahm der Kongreß eine Resolution gegen 4 Stimmen «m, in welcher die Loslösung sämtlicher Aemter vom Kriegs- Ministerium und die llnterstellung unter eine andere Behörde? ge- fordert wird. Die Delegierten treten sofort mit den Kommlinen in Verhandlungen zwecks Uebernahnie dieser Aemter in Kommunal- Verwaltung. Wetter verlangen die Versammelten von der Regte- rung, Zuführung sämtlicher Staatsaufträge, um somit Eaverk»«- Möglichkeit für diese Aemter zu schaffen. Die Versammelten geloben, wie seither, auf den Aemtcrn in sozialistischem Sinne tätig zu sein. Bauarbeiter-Verband, Verein Berlin, Gipsbaubranche» Das Ergebnis der letzten Verhandlungen für da? Gipsbaa- gewerbe ist von den Mitgliedern beider Parteien chirch Zustimmung angenommen worden. Die Nachzahlung zu den bisherigen Löhnen, erfolgt von Sonnabend, den 31. Mai, ab. Als„Einhsitslöhne** gelten somit für P lattens etzer. Kölsas che-, Rabitz-und Zemcntdrahtputzer vom 26. April bis 16. Mai 2,60 MH, vom 17. Mai bis 30. Juni 2.05 M.. vom 1. Jllli 3 M. Für R a b i tz s p a n n c r und Träger vom 26. April bis 16. Mai 2,45 M., vom 17. Mai bis 30. Juni 2,80 M.. bom 1. Juli 2.85 M. Für Hilfsarbeiter vom 26. April bis 16. Mai 2,20 M., vom 17. Mai bis 30. Juni 2,55 M., vom 1. Juli 2.60 M. Für Arbeits- statten, welche außerhalb des Geltungsbereichs liegen, erfolgt eine tägliche Auslösung von 7 M. Fahr- und Laufzeit bleibt bestehen wie im alten Vertrage. Im übrigen gilt der Vergleichsvorschlag für das Hochbaugewerbc.— Gleichzeitig weisen wir unsere Kol- legen noch auf folgendes hin. Bekanntlich sind die Stukkateure, um die vollständige Anerkennung des Schiedsspruches auch durch die Arbeitgeber zu erringen, zur Arbeitsniederlegung geschritten. Von unseren Kollegen erwarten wir, daß während ihrer Bewegung jeder seine volle Pflicht und Schuldigkeit tut. die übliche Soliidar itäl übt und sich nicht im geringsten zur Ausführung von Streikarbeit gebrauchen läßt. In zweifelhaften Fällen gibt der Vorstand Aus- kunst. Der Sektionsvorstand. I. A.: Paul Hähne. Herr Siegke regt sich sodann darüber auf, daß ich seinen Brief so lange aufbewahrt habe, er selbst hat die meinen doch unter viel größeren Mühen mit im Felde herumgeschleppt. Er weiß aber auch. daß ich wegen der Veröffentlichung seines Briefes mit der damaligen ..Vorwärts�-Redaktion einen harten Streit hatte, daß ich ihn schon deswegen aufheben mußte. Siegle hat mir den Brief„zu be- liebiger Verwendung" zur Verfügung gestellt.„Ich wünsche sogar, daß mein Standpunkt meinen Parteifreunden und Kollegen be- kannt wird." Herr Siegle meint dann weiter, es sei gleichgültig, ob er im Juni oder September 1015 seine Meinung über die..Kriegspolitik der Regierungssozialisten" geändert habe und daß er draußen ja nicht genügend informiert gewesen sei. Auf den Zeitpunkt des Meinungswechsels ho mint es sehr viel an, da Herr Siegle in der Versammlung der Holzarbeiter behauptet hat, nachdem er im F r ü h- jähr 1015 nach Berlin zurückgekehrt sei, habe er seine Ueber- zeugung geändert. Es trifft auch nicht zu, daß Herr Siegle draußen so wenig informiert gewesen sei. In einem seiner Briefe zählt er aus. was er alles an Parteiliteratur von verschiedenen Seiten zugc- schickt erhält, erbittet sich aber auch von mir„Parteiblätter, die wichtige Artikel und Notizen" enthalten. Und er fügt bei:„Ich bin somit gut informiert über Vorgänge in der Partei, und ich werde Dir über bestimmte Fragen ausführlicher schreiben, sobald Brief- Papier"... Aus dem letzten Satz und aus dem Wunsche, seine Briefe veröffentlicht zu sehen, geht übrigens hervor, daß Herr Siegle sehr gern und unaufgefordert seine Meinung zum besten gab, sckirift- lieh wie mündlich in gleich umständlicher und breiter Aufmachung. Daß er Kriegsanleihe gezeichnet hat, gibt Herr Siegle zu. Am Schlüsse seiner Ausführungen macht sich Herr Siegle den Scherz zu sagen, daß versucht werde,„einen Keil in die Reihen der Holzarbeiter" hineinzutreiben. Das sei der Zweck der ganzen Aktion. Kein Engel ist so rein wie Siegle und seine Helfers- belker, die den alten Vorstand verdrängen, nicht, weil dieser seine Pflicht nickit getan hätte, sondern weil er anderer v o I i t i s ch e r Meinung ist wie jene. Das ist das Empörende� Das, was uns früher kapitalistischen Unternehmern gegenüber so bäufig zu den schärfsten Protesten veranlaßt hat. Darum meine Stellungnahme gegen Herrn Siegle._ Der Streik der Stukkateure ist allgemein. In der Versammlung am Mittivochvormittag wurde mitgeteilt, daß den Kollegen der Rabitzbranche von ihren Arbeitgebern ab 17. Mai 2,05 M.. ab 1. Juli 3 M. Stundenlohn und Auslösung bei auswärtiger Arbeit 7 M. ohne Kampf zugebilligt worden sind, also mehr als die Stukkateure erst nach langem Verhandeln und schließ- lich nur durch Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses erreichen konnten. Daß dieser Schiedsspruch noch von den Arbeitgebern der Stuckbranche abgelehnt wurde, ist hinsichtlich der nahen Verwandt- schaft beider Berufe um so mehr zu verurteilen und wirst ein be- zeichnendes Licht aus die soziale Einsicht derselben.- Von mehreren Ausständigen wurden Beispiele angeführt, welche die Forderung von 7 M. Auslösung pro Tag mehr als gerechtfertigt dokumentierten; es waren sich alle Anwesenden darin einig, daß von einem Nach- lassen wiervon keine Rede sein könne. Die tägliche Kontrolle der Streikenden erfolgt vormittags von 0— 1 Uhr im Gewerkschaftshaus, Zimmer 46. Alle auf Baustellen beschäftigten Ar- beitSgenossen anderer Berufe werden aufgefordert, eventuell noch arbeitende Stukkateure auf ihre Pflicht aufmerksam zu machen oder derartige Fälle dem Deutschen Bauarbeiterverband. Gewerkschaftshaus, Fernsprecher Amt Moritzplatz 4003 und 8702, zu melden.__ Herr Siegle bestätigt. In einem längeren Schreiben an uns sucht Herr Siegle die Wirkung unserer Veröffentlichungen abzuschwächen; er bestätigt aber durchweg die Angaben unseres Gewährsmannes, weshalb wir auf den Abdruck des Wortlautes verzichten können. Aus der Beant- wortung des Siegleschen Schreibens durch unseren Gewährsmann geht zugleich hervor, was Siegle zu seiner Rechtfertigung anführt. Unser Gewährsmann schreibt uns hierzu: Herr Siegle macht mir einen Vorwurf daraus, daß ich ihm „reichliche Zuwendungen an Liebesgaben" gemocht habe. Das ist zwar nicht sehr hübsch von Herrn Siegle, aber daß er sich dadurch zu der„gewünschten Meinung" bat bekehren lassen, wie er in seinem Schreiben andeutet, ist doch etwas sehr reichlich blamabel für einen so großen Politiker. Liebesgaben habe ich damals(als wir daheim selbst noch etwas batten) allerdings nicht bloß an Siegle, sondern an eine ganze Anzahl von Parteigenossen und Freunden geschickt. wie wohl andere Leute auch. Dieses Geständnis meines versteckten mehrheitssozialistischen Herzens fällt mir nicht schwer. Zur Lohnbewegung der Hilfskräfte und Reinemache- franen im Ober-Poftdirektionsbezirk Grost-Verlin. Wiederholte Verhandlungen zwischen der Lohnkommission und dien Vertretern vom Deutschen Transportarbeiter-Verband mit den Vertretern der Reiebspostverwaltung und der Oberpostdirektion hatten zu keiner Einigung geführt. Die streitenden Parteien hatten zirr Schlichtung der Differenzen einen Schlichtungsausschuß beim Ührichsorbeitsministevium angerufen. Nach längeren Verhandlungen von dem Schlichtungsausschuß wurde folgender Schiedsspruch ver- tüwdet: Die monatlichen Teuerungszulagen für Aushelser und Aus- helft'.rinnen werden wie folgt festgesetzt: für Aushilfskräfte bis zu 18 Diahren 80 M., für Aushilsskräste über 18 Jahre 120 M., für verheiratete Frauen, soweit sie nicht unter die Gruppe ck fallen, 135 Mark, für verheiratete Männer, Witwen und Personen, die infolge r echt ch che r oder sittlier Verpflichtung anderen Personen in ihrem Haushalt ganz oder überwiegend Unterhalt gewähren 180 M., und für jedes Kind 30 M. mehr. Die Abendaushelser erhalten einen Stundenlohn im Alter bis zu 18 fahren 1,20 M., im Alter von über 18 Jahren 1.50 M.. Aus- Helferinnen erhalten einen um 10 Pf. geringeren Stundenlohn. Die Reinemachefrauen erhalten einen Stundenlohn von 1.10 M. Bis zu einer allgemeinen Regelung der Urlaubszeiten im Be- reiche der Rcichsverwaltnng ist den AuShelsern und AuShelserinnen ein Urlaub von 7 Tagen nach 1 jähriger Beschäftigung. 8 Tagen noch 2 Dienstjahren, 10 Tagen nach 3 Dienstjahren, 12 Tagen nach 4 Dienstsmhren, 14 Tagen nach 5 Dienstjahren unter Fortzahlung des Tagelokmes und der Teuerungszulagen zu gewähren Diese Regelung gilt nur für dieses Jahr. Der Urlaub ist möglichst in der Zeit voira 15. April bis 16. Oktober zu gewähren. Wird in der Urlaubsperiade eine Verlängerung des Urlaubs zur Folge hübende Dienstzeit vollendet, ist der verlängerte Urlaub schon siir das be- treffende Jahr zu gewähren. Die Entlassung der Hilfskräfte ge- schiebt nach äjCn vom Demobilmachungsamt gegebenen Richtlinien. Hierbei wird aus Personen mkt versorgungsberechtigter Familie. also auch aus derartige Witwen und Frauen, denen der Ernährer fehlt, besondere Rücksicht genommen. Bei Neueinstellungen von Arbeitskräften werden die hiesigen Postdienststellen, soweit der Be- darf nicht auS den bei ihnen vorgemerkten stellenlosen Kriegsbc- schädigten gedeckt werden kann, den Arbeitsnachweis der Stadt Berlin. Fachabterlung für das Handels-, Transport- und Verkehrs- gewerbe Berlin C, Rückerstr. 0, benutzen. Der Poswecwaltung wird aufgegeben, dafür Sorge zu tragen, daß die ergangenen Wei- jungen auch von den äußeren Dienststellen befolgt werden. Die getroffenen Vereinbarungen gelten vom 1. April ab. Die„Bcrbandszüitung", das Organ des Verbandes der Brau- erei- und Mühlcnaubeiter, hat eine Auflage von 6 5 0 0 0 Exem- plaren erreicht._ Tarifbewegung in den Krankenhäuser« des Kreises Teltow. Die unzulängliche» Lohn- und Dienstverhältnisse in den ge- nannten Krankenhäusern veranlaßt« das Personal, sich zu Anfang des Jahres dem Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter an- zuschließen. Bald daraus wurde in eine Lohnbeweguifg einge- treten, die den Abschluß eines Tarifvertrages mit dem Kreisaus- ichuß zum Ziele batte. Ein diesbezüglicher Vertragsentwurs wurde bereits am 12. März dem Kreisausschuß eingereicht. In mehreren Verhandlungen zwischen Vertretern des Kreisausschusses und der Krankenhäuser einerseits und solchen der Organisation und den Arbciterausschüssen andererseits wurde eine Eini- gung erzielt. Nur gegen den ungeteilten Achtstundentag für das gesamte Personal machten die Arbeitgebervertreter Bedenken geltend, die aber von den Nrbcitnehmervertretcrn nicht als stickibaltig anerkannt rncrdcn konnten. Letzten Endes einigte man sich dahin, daß für die ungeteilte achtstündige Dienst- zeit gemeinsam von Anstallsleitung und Arbeiterausschuß ein Dienstplan aufgestellt und diese zunächst probeweise aus ein Viertel» jabr eingeführt lverden soll. Für die Löhne sind 6 Lohnklassen auf. gestellt, wovon 4 für das männliche und 2 für das weibliche Per» sonal gelten. Die Lohnsätze sind im allgemeinen den in den Berliner Anstalten geltenden angepatzt. Sie schwanken für das mann- liche Personal im Anfangslobn zwischen 1,50 und 2,20 M.. im Höchstlobn zwischen 1.80 und 2,50 M., für das weibliche Personal im Anfangslohn zwischen 1 und 1,15 M.. im Höchitlohn zwischen 1.25 und 1,40 M. pro Stunde. Ter Höchstlohn wird nach 5 Dienst- jaüren erreicht. Bereits zurückgelegte Dienstjahre werden ange- rechnet. Ueber stunden werden mit 33�, Sonntags- und Nachtarbeit mit 66f4 Proz. Nachtarbeit an Sonntagen mit 75 Proz. Zuschlag bezahlt. Sachbezüge werden am Lohn in Abzug gebracht. Es werden berechnet für Kost 100 M.. für Wohnung 18 M. und für Kleiduna 12 M. pro Monat; für Wohnungen des verheirateten Per- sonals gelten die jeweils vom Kroisaussck-uß festgesetzten Sätze. Der Semmerurlaub beträgt je nach der Länge der Dienstzeit 7 bis 21 Tage. Lohnfortzablung in Krankheitsfällen er- folgt auf die Dauer von 6 bis 26 Wochen nach 3 Dienstjahren. bei Betriebsunfällen auf die Dauer der Erwerbsunfähigkeit. Für die Gewährung von Alters- und Hinterbliebenenver'or- gung gelten die jeweilig vom KreiSausscbuß festgesetzien Bestim- mungen; die gegenwärtigen sollen umgehend einer Revision unter» wgcn werden. Dienst- und Hausordnung dürfen mit dem Vertrag nicht in Widerspruch sieben. Bei Einstellungen von Perso- nal sind zunäckist die örtlichHi öffentlichen Arbeitsnachweise, alsdann ist der in Berlin für das Krankcnpflcgeversonal errichtete paritä- tislbe Facbarbeitsnachweis zu benutzen. Dienstentlassung rubelobn- berechtigten Personals kann nur auf Beschluß des Kreisausschusscs nach Anhörung einer Disziplinarkommission erfolgen, die ans je 2 Vertretern der Arbeitgeber und des Arbeiterausschusscs und einem unparteiischen Vorsitzenden besteht. Der Vertrag tritt rückwirkend ab 1. April d. I. in Kraft und hat bis 31. März 1020 Geltung. Er läuft 1 Jahr weiter, wenn er nicht 6 Wochen vorher gekündigt wind. Der Anschluß an die Organisation hat dem Personal also die taris- liche Regelung der Lohn- und Dienstverhältnisse mit erheblichen Verbesserungen gebracht. Dasselbe wird daher den Wert einer guten Organisation auch für die Zukunft zu schätzen wissen und an derselben nicht nur festhalten, sondern sie noch weiter ausbauen. In der Mitgliederversammlung der Zivilmusiker erstattete der Vorsitzende Schwieg! Bericht über den 6. Vcrbanstag und über die Verhandlungen der von den beiden Musikerorganisationen, dem Zentralverband der Zivilmusiker und dem Allgemeinen Deutschen Musikerverband, eingesetzten Achtzehnerkommission. Die Ver- schmelzung beider Organisationen ist ab 1. Juli d. I. beschlossen. Der neue Verband führt den Namen: ,.D e u t s ch e'r Musiker- verband" mit dem Sitz in Berlin. Zu Vorsitzenden find Fauth und Cords gewählt. Der Verband hat jetzt eine Mitgliederzahl von rund 35000 Mitgliedern. Orchester- und Ensemblemufiker sind ihm als Sektionen angeschlossen. Die Satzung ist einstimmig angenommen. Streik- und Gemaßregeltenunterstützung sowie die Sätze der Krankenunterstützung sind, der jetzigen Zeit entsprechend, bedeutend erhöht worden. Bezüglich der Nachwuchsausbildung ist eine Entschließung angenommen, die die Forderung enthält, das ge- samte MusikauSbildungSwesen in Zukunft dem Kultusministerium zu unterstellen. Die Versammlung beschloß einstimmig, ab 1. Juni d. I. die bis- herigen Vorstandsmitglieder: Vorsitzender Schwiegk, Kassenführer Strehle und 1. Schriftführer Gallas, als besoldete Beamte bis vor- läufig 1. April 1020 anzustellen. Ferner wurde Ausklärung ver- langt, wie sich die Reichsregierung zu der eingereichten Forderung der Musiker stellt, sie für den Schaden zu entschädigen, die der Mu- sikerschaft durch die befohlene Landestrauer entstanden ist. Eine Resolution, die den Bovkott der in den Freiwilligenverbänden be- ichäftigten Musiker verlangt, wird bis zur nächsten Sitzung am Dienstag, den 10. Juni, vormittags 10 Uhr, vertagt. Deutscher Dransportorbeiter- verband. PoftauShelser, -auSbclserinnen und Reinmachesrauen von allen Post- ämtern Ärog-Berlin» I Heute, Donnerstag, nachmittags 1'/, Uhr, im Ge- wertichastShauS, Engelufer 15, Saal 4, Versammlung. Tagesordnung: t. Berichterstattung über die Derhgtidlungen vor dem SchlichtungsauSschug des Reichsarbeitsministeriums. 2. Diskussion. 3. Beschlußfassung. Zentralverband der Handlungsgehilfen, ffreitag, den 30. Mal, abcnss VI, Uhr im Sportpalast. Potsdamer Str. 72/72». große öffentlicbe Vcriammlnng aller in den Kails- und Warenhäusern sowie im Einzelhandel beschästigten Angestellten. Tagesordnung: 1. Der S Uhr-Ladenschluß. Re- I erent: Kollege Bubiitz. 2. Erläuterungen zum Tarif. Es ist Pflicht aller Kollegen, sür Masienbe'uch Sorge zu tragen. Verantwortlich für Politik Artur Saterna«, BIn.-Zricdcna», für den übrigen Teil des Blattes:«lfred Scholz. Neukölln: für Anzeigen: Theodor Glocke, Berlin. Verlag: Vorwiirts-Verlag®. m. b.$., Berlin. Druck: Borwiirts- Buchdruckerei und Berlag-anstalt Paul Einger u. Co. in Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 2»cUagcu. Bilder Bilder von Spitzweg 18x24 cm C25 farbige Gravüren, in imitiertem Tuja-Rahmen Sammlung alter Meister"I COO 30X35, Vierfarbendr., in achteck. Rahmen A«-» Blumenbilder isxis cm. farbig, in /TSO rundem, schwarzem Rahmen......... � Blumenbilder 18x27 cm, eckig ge- QOO rahmt, in altgoldenem Rahmen....... Im Paradies 30X30cm, farbige Wieder- Q50 gäbe, in Goldrahmen............- � Silhouetten 18X24 cm, in schwarzem C25 Rahmen..................... � Silhouetten 25 X 30 cm, in schwarzem OOO Rahmen..................... Silhouetten 24X30 cm, in ovalem,"1 050 schwarzem Rahmen............ X** Büßende Magdalena 60 X 80 cm, farbig. In Goldrahmen... 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