«ezugSprei«! »«tif IjäW. 7J»«t. monafl. ZWÖ K ftetim Hau«. oonraSjabltot. CinfcfM Nummern 10•toflbejoj-, ivionaillch am ÜÄV*fl.?ullellmiy«. zebützr. am««reu> band für Deutkt- rlnd u. Vefterreich-Unyarn s.7» Ri, kür im» üimgc Au»I-«d HTb MI. im iüqlich eunnaliger �ullellun? 7.7» Ml. PoKbeslellunoen nehmen an DS»» mar!. Hollana Luxemdurq. Schweden und die Schwei». Eingetraoen in die zosi-iietumad-ürettlifte. Dor.VorwSrt»' erichenu Wochen! hg Üch zweimal, femmtagi einmal. Teiegramm-Adress« .eo»ialb(BO»zat 9«c(tar*< WV P> Devlinev VolKsblstt. (ivpkchnnßs) Auxriffeapreks: Di» achlqclvalti ne Ro.ivaisiveleNe lollel l�O M..»leine An!riq-:>- da»««medrucklcÄmuSljPlg.(piüklsi-' 2 lettgeo nulle Sarle>, edei wettere ffion 25 Big. stelltiisornchf>l»e Schlaffiellenanzeikeii dae er>t« Sor! »0 Mg.. ,»d»» Weiler« Sari 20 t: Sorte über 15 kuchiiaden»ühlen■■■'■ zwei Sorte, Zeumuigizuichicg 50 Zamilien-Nnzeigen, poiittjche uni gewerkichaitliche Setein«- Anzeigen 1�0 SRI. die Seile. Anzeigen Hit M. Nächte Kummer mSsien bi«» Ubr nachmwag« im Haudtgeschäfi, Bern S».SSl Lindenftratze S. nbeegevei werden, cheössnel hon 9 llhr früh de' / 5 Uhr adendi. �entralorgan cler fosialtlemokratifcden Partei VeutfcklanÄs. Reüaktio« und Expedition: Ew. öS, Lioüenstr. Z. Fernsprecher:»mt Morivplap. Rr.»S»SV— tSIS7. Sonntag, den 1. Inn! 1919. Vpnvärts-Veriag G.m.l». h., Ew. öS, Linöenftr. Z. Keirnsprecher:«mt Mjsrtitvlatz, Nr. 117 53—54. entente-flntwort Mitte diefer Asche. Bersaillr«,' ZI. Mai. Wie„Petit Pürifte«*«nk „Mati»� mitteile«, find eiuzelae Abschnitte de» Gegenvov» schlage» bereits a« die zuständigen Ausschüsse verwiesen. Die Presse rechnet damit, das, die Autwort allcrschnellstenS, wahrscheinlich Mitte nach st er Woche, erfolgen werde« vmstrrda«, Sl. M»i.'. man». Longnet legte dar, datz die Partei ein«, mehr ein'heit- lichet: Zusammenhang bewahre. Die Mitglieder der verein i-zung der italienischen Soziakistenpartei erklärten, datz noch ihrer Aizsicht die rumänische und ungarische Frage am dringendsten seien. Sie machten darüber konkrete Vorschläge, die in einer Zu- sammenki�nft in Mailand am 1. Juni formuliert werben sollen. Die Versammlung diskutierte die Gründe, die die italienische So- zalistenpartei veranlaßt, ihren Beitritt zum internationalen'Bureau zurückzuziehen. Die Versammlung beschloß, datz da» Fntern/ltionale Sozialistische Bureau an die italienische Sozialisten Partei einen Brief richten wird, in dem erklärt werden soll, au» welchen Gründen die zweite Internationale die Jtalie. n er zum verbleiben in ihren Reihe« einlädt. Die Italiener werden darauf antworten. � die öeutsthen Truppen müssen bleiben. Ei««Befehl" der Entente. Wie die Deutsche WaffenstillstandSkommisst»» in Berlin mitteilt, haben die Alliierten in Spa am 30. 5. eine neue Note betreffend die deutschen Truppen in Lettland und Litauen überreicht, in der folgende Forderungen enthalten find: 1. Die deutsche» Streitkräfte find in de« beMschen Provinzen zu belassen. E» wirb eine Linie festgelegt, bi«»» der fie stch znrück- ziehen könne«. 2. General Graf von der Goltz kann in seinem Kommando unter folgenden Bedingungen belassen werden: ») Der General erhält deutscherseits Befehle, die zur Errichtung einer Koalitionsregierung geeignet find. I« ihr sollen samt- liehe lettischen Parteien entsprechend ihrer Bedeutung»er. treten sein. d) Rückgabe dar Waffen an Mt lattksch« Truppen. c)»ngahindmte Durch»ühming dar Mabiltstammg»an hckttsch« Straitkräft«. 6) Zusicherung völliger Freiyrtt fstr U$ nmt lettische Regierung m ihren Amtshandlungen. Zur Annahme dieser Bedingungen toivd aV 1. Juni eine Frist von 16 Tagen gestellt, nach welcher die Frage de» weitere» Per» bleiben» de» General» von der Goltz geprüft wird. Bekanntlich hatte die deutsche Regierung gefordert, datz man der Zurückziehung der deutschen Truppen au» dem Osten keine Schwierigkeiten bereite. Als Antwort erHilten wir den hochmütigen Befehl: die Streitkräfte sind zu belassen! Dir festen nicht ein, warum man einem derartigen Befehl folgen soll. Unsere Soldaten sind zu out dazu, für andere draußen herumzuliegen; man soll sie hinter die deutsch« Grenze zurückziehen. das Rötefpstem in üer Verfassung. Der Verfassungsausschuß der Nationalversammlung be- absichtigt, am Montag vormittag die Verankerung des Räte- systems der Verfassung in Angriff zu nehmen und damit ...... � WBWWR llng n WM die erste Lesung zum Abschluß zu sitzungen werden die Parteien sofort zu" den Besckstüsscn de» dringen. In Fraktion». Ausschusses in erster Lesung Stellung nehmen, so daß am -Dienstag die zweite Lesung beginnen kann, die nach den bisherigen DiSposttionen bis zum Donnerstag der kommen. tstöcky- beendet Irin loll. der frieden der /ttlöeutschen. von Philipp Scheideina« a. Die Alldeutschen regen fich wieder. Gie gkmb.m. i Zeitpunkt für ein neues HazardspiÄ gekommen. Nachdem durch jahrzehntelange Hetz« das deutsche Volk in den vn Richtenden Krieg getrieben hoben; nachdem fie durch die übt. tri ebensten Forderungen uud die Verfemung jedes Ander: denkenden seinen rechtzsitsgen Mschlrrß unmöglich qemaclst haben nackchem sie dadurch den Bogen überspannt haben, b, er brach und mit ihm Reich und Volk: rmch alledem verfuchrn fie jetzt den Frieden zu verhindern»nd die G e g e n v o: schlage der Reichsregierung zu diSkredi tieren. Die alten Geister bemitzen die alten Methoden. Wieder sollen die Tröger de» BerhandlungSgedcmkwrS zu Ve: brechern gestempelt werden. Wieder geht ein Schimpf- nn- Verleumdungsfeldzug gegen einzelne Personen loS, und es ii; mir eine Ehre, daß sich die Kübel der Unentwegten vor oller. auf mich ergießen. Scheidemann-Friedes Wem klingt diese Parole nicht der traut? War das nickst während des jkrieges ein beliebtes Per dcmrmungswort? Was verstanden die Herren der Rechte!! damals unter dem Scheidemann-Frieden? Doch wohl der, Frieden.ohne Annexionen und Entschädigungen", ans den iri nicht erst gekommen bin. wie die U-Boot-Heroen und Gott strafe-England�chreier. nach dem endlichen Eintritt der längst vorhergesagten Niederlage. Am 29. Mai 1915,. also im zehnten Monat des Kriege? habe ich, wie ähnlich vorher in zahlreichen Versammlungen. im Reichstag gesagt: .Da» höchste und wertvollste Recht für jede« Volk ist in nn seren Auge« das Recht der Selbstbestimmung... In Frieden k«nni ma« mit Nachharvölkern mit lebe«, wenn man fie nicht vergewaltig wenn man ihr Seldstbestimmungörecht nicht angetastet hat.' Und. drei Jahre später, auf der Höhe unserer militärischen Erfolge: .Grundsätzlich find wir Sozialdemokraten Gegner aller An. vexionen und vergewattigungen, mögen sie«un leicht oder schwr. ausführbar, mit kleinen oder großen Opfern erreichbar, fcetn et obernden Volke fürs erste nützlich oder schädlich sein.' Das und nicht» anderes hieß ernsten».Scheidemann Fneden", und n,m will ich fragen: Was würden die Herrei von der Rechten sagen, wenn fie heute solch eineT, Frieder haben könnten, bei dem, nach einem anderen Wort von mir. was deutsch i st, deutsch bliebe? Würden sie heute nicht aus Knien anbeten, was fie vor einem Jahre noch verdammten? Freilich haben sie und ihresgleichen inzwischen erfreulich zugelernt. Meine Freunde und ich brauchten weder die Reden des Präsidenten Wilson, noch die Lehren der Niederlage, mn da« SelbstbestimmungSrecht der Völ- ker in nationaler und wirtschaftlicher Beziehung als dm: höchste Prinzip anzuerkennen und den Völkerbund als letzte Ziel vor Augen haben. Ich kann heute meine Aeußerung?» während de» Krieges eine an die andere reihen, ohne mit mir «nd meinen Idealen in Widerspruch zu kommen. äBie abe, bi« Alldeutschen? Man lese folgenden«Latz:.�rmmde und i» dn Zuhtfrft wirb Deutschland nur ftnKsn, wenn er derlfert durch Knwrzeichnung von Be- Helfer i» der ßniwrl währter Gegner von Annexionen und Gewaltpolitik? Nein. sondern Graf Reventlow. der vier Jahre lang nicht gen im Schimpf und Spott auf Wilson häufen konnte, der wie seine _ jcht---------------------- KriegSpolitik kaum mehr durchzusetzen ist. Nun kann natürlich mit diesem„Scheidemann-Frieden" nicht mehr krebsen gegangen werden. Und schon erfindet man einen anderen und entblödet sich nicht, einen Frieden, wie ihn unsere Gegner un» aufzwingen wollen, mit diesem Namen zu belegen l Daß ich im Auftrage de« gesamten Kabinetts diese Bedingungen für unannehmbar erklärt habe, behinder! sie in diesem schmählichen Schwindel ebensowenig, wie die Tatsache, daß unsere Gegenvorschläge' unwiderleglich unsere Stellung klarlegen.' Di« Presse der ganzen Rechten heust, aus eine gegebene Parole, da» Schlagwort vom„Scheid emarm- Iri Ken", um durch ihr Geschrei die öffentliche Aufmerksamkeit von den wahrhaft Schuldigen abzulenken, denen wir c» allein verdanken, daß der militärische Zusammenbruch ein zer- mürbtes, gegnästes. im tiefste« mit Haß erfülltes Volk vorge- fundeu � ikng?s,chtS Wefet TatsaKen ist cfl ein unerhürkeS Verlangen der Alldeutschen, die heutige Neichsregierung solle die schwere Schuld übernehmen oder gor verteidigen, welche die alldeutsche Clique uikd ihre ErpLnenten vor und wöh- rend des Krieges auf sich geladen haben. Die Herren, dessen können sie sicher sein, werden von der S ch u l d f r a g e. noch genug zu hören bekoinmen I Geht die Entente auf unser Ber- langen ein. einen neutralen Gerichtshof zu errichten, so wer- den sie\ü dort Gelegenheit finden, ihre„Unschuld" darzutun. Lehnt die Entente ab, so wird der deutsche Staatsgerichtshof seine Pflicht tun. Vor ihm wird der Prozeß zu fiihren sein, aus dem alle Welt ersehen wird, daß die Zllldeutschen und mit ihnen ein große.s unschuldiges Volk das geerntet hat, was im gesät haben, einen Dernichtungsfriodenl der Orenner öie Norügrenze Italiens. Wien, 31. Mai.(T.U.) Der Pariser Piererrat be- stimmte den Brenner als Nord grenze Italiens laut Lon- doner Vertrag. Dadurch ist Deutsch-Südtirol für Deutschö st erreich verloren. der Gemeinüewahlsieg in Hollanü. Amsterdam, 31. Mai.(Eigener Drahtbericht des.Vorwärts'.) Die ersten Wahlen nnler dem neuen Gemeindewahlrecht baben die Zahl der sszialdemolratischen Mandate von ISS auf 1126 erhöht. Nur 16 Sihe find verloren gegangen. In 3S8 Gemeindevertretungen sitzen jetzt sozialdernokraten._ Kautskp wehrt ftch. Gegen die Diktatur der Unwissenheit. In Breitscheids Zsitschrift.Der Sozialst" setzt sich Kautsky in einem Artikel„Schlamperei und Massen- Psyche" mit seinen Parteifreunden auseinander. In Däumigs Zeitschrist„Der Arbeiterrat" hatte ein gewisser H. W i l k e Ol. S. P. D.) an Otto Bauers österreichischen Sozialisierungs- planen fürchterliche Kritik geübt und den unglücklichen Per- fasser einen„Kapitalsmenschen" genannt. Wilke hatte Bauer gegenüber seine eigene Soziabtheovie enstvickelt, wonach sich die Monopolstellung des Kapitals„auf da? seltene Vor- kommen des Metallgeldes" gründet. Kautsky, der noch immer nicht gelernt liat, gewisse Erscheinungen in seiner Partei mit Humor aufzunehmen, was doch die einzige ertrag- liche Art wäre, schreibt dazu entsetzt: „Es ist einfach ein Skandal, daß derartig«? Analpha- betentum sich unter Däumigs Führung in„der Zeitschrift für die vorwärtsstrebenden Kopf- und Haiidarleiter" überheblich blähen darf. Man könnte Wilke ruhig laufen lassen, wenn er eine vereinzelte Erscheinung darstellt«, Aber er ist ei« Tvpu», und zwar einer, der jetzt großgezogen wird. Ehedem waren Marx und Engels stolz auf den theoretischen Sinn des Proletariers, auf seinen Dürft nach Wissen, aus seinen Respekt vor wissenschaftlicher Einsicht. Heute da- gegen wird den Massen die Selbstficherheit der Nnwiffenheit ge- A predigt, die Ueberlegenhcit ihrer dunklen Instinkte über klare wissen- schaftliche Erkenntnis. Und gerade di« Richtung, die D 2 u m ig vertritt, ist am meisten in diesem Sinne tätig." Kautsky macht dann weiter folgende sehr ernste und tapfere Bemerkungen:» ..Der Krieg mit seinen Nachwirkungen hat den Einfluß der ge- schulten und organisierten Elemente im Proletariat zurückgedrängt. Er hat zahlreiche Massen aus die politische Arena geworfen, die bis- her den sozialen und politischen Dingen ohne jedes Verständnis, ohne jedes Interesse gegenüberstanden. Die Politisierung dieser Massen, ebenso wie die der Masse der Frauen, wird später reiche Früchte tragen, die Intelligenz und das selbständige Denken des Proletariats gewaltig fördern. Im Moment aber bereitet sie große Schwierigkeiten, weil sie den Schwerpmrkt der Be- verwersiicher Tatendurst. Von Fichte. Iltid damit Sie ben je n che Gefahr der Mutlosigkeit und der Menschenvera» tung sicherer sei««, warne ich Sie vor einer andern Gefahr.�voc blinden: Enthusiasmus und wildem Tatendurst. Dieser ist stets verwerflich, denn er gründet sich auf Egoismus. Der mo- raiische Schwärmer will das Gute: aber er will, daß er derjenige fei. der«S ausführe, und kein anderer; und darum ist«r ein �Egoist und lkbt das Gute, nicht weil es gut ist, sondern weil eS ihn erhebt; er liabt doch nur sich über alles. Der wahre r«cht- schaffen« Mann will, daß das Gut« geschehe; durch wen es geschehe, das ist ihm gleichgüliig, wenn es nur geschieht. /tos den SerUner Kunftfalons. Die beiden Sezessionen haben ihre Tor« geöffnet und in weni- gen Wochen folgt die Große Ausstellung am Lehrter Bahnhof. Di« privaten Kunstsalons, deren Saison eigentlich der Winter ist, scheinen jedoch unter der Konkurrenz der staatlichen und korpora- tiven Beranstaltunge» diesmal nicht zu leiden. Namentlich bei C« s s i r e r und G u r l ,1 t ist zurzeit Interessantes zu sehen. Der VreSlauer Professor Otto Müller, den Uassirer in einer um- fassenden KolletUvauSstelfung zeigt, gehört zu jenen Vertretern de? sogenannten Erpressionismus, deren Kunst auch den der neuen Richtung noch Fernstehenden sich verhältnismäßig leicht erschließt. Nicht, weil er«twa ein Kompromißler wäre, sondern weil die rn seinen Werken ausgedrückten Gefühle und Stimmungen nichts Extravagantes haben. Eine stille, sanfte Melancholie ist der Grund- ton, und rmmentlich di« farbigen Mittel, mit denen die Euipftn- düngen zum Klingen gebracht werden, sind so ruhig, fein und— auch im Sinne der älteren Kunst— harmonisch abgewogen, daß sie, scheint mir, auf jeden wirken müssen, der überhaupt für rein malerische Effekte empfänglich ist. Freilich darf man bier keine äußerlich interessanten Gegenstände oder korrekte Naturnachahmung suchen. DieNüben sehr schlichten Motive— badende Gestalten, iebcspaare, einfache Häuser und Landschaften— erscheinen immer jeder in neuen linearen und koloristischen Abwandlungen. Die Formen und Farben. der Natur dienen, wie e» bei expresswnistischen Werken selbstverständlich ist. nur als nähere oder fernere Anknüp- fungSpunkte für poetische Träume und Gesichte, die alle Erden» schwere abgestreift und sich in schimmernden Farbtönen und rhyth- mischen Linicnflüsscn ihr eigen«? Reich geschaffen haben. Aus ganz anderem Holz ist C e s a r Klein geschnitzt, den uns Gnrlitt in einer mehr als 60 Gemälde umfassenden Kollektion vorführt. Hier ist alles. Feuer i'.nd Leidenschaft, und nicht nur fonnal-Minstlerisches, sondern auch seelisches Neuland. Ohne Rück- ficht«uf sinnlichen Woblklang bauen sich die wuchtigen, derben Linien auf. werden Farben von unerhörter Leuchtkraft in grellen schrillen Schreien hcrauSgeschlendert. Auch hier dient die allster« Wirklichkeit, musikalisch«ifege'sriickt. nur als„Thema", über daS der Künstler„phantasiert." Wer- die malerischen PSantasien Kle-nS erfordern, um mitempfunden zu werden, nicht nur ein träumerisches Vngrfien der Wirklichkeit, sondern sie setzen voran», daß der Be- X towmt M?r,lct»rt«tS vsekfach in fein« ellckstänhsche« Siemen«« verlegt. Das erhellt unter anderem deutlich aus der geradezu gro- t e s k e n Angst, die fast in jeder Aeußerung der Verfechter des „Rätegcdankens" vor der bürgerlichen Press« zutage tritt. Als geknechtete Minderheit haben wir den Einfluß der bürgerlichen Press« auf das Proletariat siegreich zurückzudrängen gewußt, und nun, da wir oben auf sind, befällt uns eine wahnsinnige Furcht, dies« Presse könnt« uns die Gemüter des Proletariats wieder entfernen. Eine derartige Furcht wäre lächerlich, wenn die Entscheidung bei den geschulten und lange organisierten Genossen läge, sie bezeugt, wie wenig sicher man sich der Elemente fühlt, auf die man heute die Diktatur des Proletariats begründen will. Daß man glaubt, sie nur so lange fest in der Hand zu haben, s» lange man eS unmöglich macht, daß sie auch nur«tue Zeile der Kritik am kommunistischen Regime in die Hand bekommen. Daher die erste Maßregel der Sicherung der neuen Diktatoren, das völlige Verbot jeder nicht offiziellen Zeitung nicht nur in Moskau und Petersburg, sondern auch in Budapest und München." Kautsky warnt davor, an die Stelle des Wissensdurstes, der früher das Proletariat auszeichnete, die„S e l b st g e- fäll.igkeit eines Knotentums" zu setzen, die auf geistixe Leistungen mit Verachtung herabsieht, und sagt weiter: „Damit wird da« Proletariat geistig degradiert, und wehe dem Sozialismus nnd der Revolution, wenn der Rätegedanke das Mittel würde, den unwissenden Teilen des Proletariats zur Oberherrschaft üb«r seine geschulten und organisierteu Teil« zu verhelfen. Wenn die Diktatur des Proletariats zur Diktatur der Nnwissenhrit aus- wüchse." Mögen diese Worte eines Mannes, der als Politiker viel- leicht nicht ohne Irrtum ist, der aber nie in seinem Leben eine andere Aufgabe gekonnt hat als die, der Arbeiterklasse durch wissenschaftliche Arbeit vorwärts zu helfen, die Beachtung finden, die sie verdienen!_ Der paßschwinüel Vogels. Eine raffinierte Fälschung. In der Fluchtangelegenheit deS Oberleutnant» Vogel ist bis jetzt folgendes festgestellt worden: Am 31. Januar d. I. wurde in der Waffenstillstandskommission für einen als Kurier reisenden Kurt Velsen ein sogenannter Dreisprachen-AusweiS ausgestellt. Derselbe trägt keine Photo- grophi« und berechtigt lediglich zur Einreise nach S p a. Mit diesem Ausweis und. einem vom Polizeipräsidinm Berlin am 3. Mai 1919 rtftch Deutschland und Holland ausgestellten Paß erschien am 13. Mai auf der Paßstelle des Auswärtigen Amts ein Herr, der angeblich im Auftrage der Waffenstillstandskommission um Ausstellung eines Nückreisc-Sicht-V«rmerks nach den Nieder- landen für den Beauftragten der Kommission, Herrn Kurt Belsen, bat. Der Paß war vorschriftsmäßig mit Personalb e-schrei- b u n g und mit einer Photographie des Paßinhabers mit dessen eigenhändiger Unterschrist versehen. Die Polizei hatte unter der Photographie bescheinigt, daß der Paßinhaber tatsächlich die durch Photographie dargestellte Person sei und die Unterschrist eigenhändig vollzogen habe. Ferner war die Photographie auch lzorschriftSmäßig abgestempelt. Auf Grund der vorgelegten Doku- mente wurde dem Ucberbringer der Vermerk zur Erlaubnis der Esin. und Rückreise gegeben. Der holländische Sichtvermerk, ohne dem die Einreise nach Holland unmöglich ist, erfolgte durch da? holländische Generalkonsulat ohne«ine Bitte oder Empfehlung einer deutschen Behörde. ES ist festgestellt, daß da» Polizeipräsidium weder auf Velsen noch auf Vogel je einen Paß ausgestellt hiat. Durch die sehr geschickt ausgeführte Fälschung hat sich also sowohl der Beamte deS Auswärtigen Amts wie daS holländische Generalkon- sulak. täuschen lassen. Wenn, in der Press« gegen die Patzstelle des AnSwär- t i g u n Amts der Vorwurf erhoben worden ist, daß sie die Identität deS auf dem Bureau Erschienenen mit der aus der Photographie schauer fähig ist, seine Seele aktiv in ekstatische Schwingungen zu oersetzen. Das gärende Chaos der Gegenwart wühlt, grollt, blitzt und donnert au? diesen eruptiven Visionen, und«S ist kein äußerer Zufall, daß gerade das aufpeitschende Rot in tausendfältigen Varia- tionen die Lieblingßfarbe Klein» bildet. Gegen frühere Arbeiten deS Künstlers, die sich oft in dekorativen Wirkungen erschöpften und mehr zu den Sinnen ofs zum Gemüt sprachen, bedeuten diese neuen, tief in die Seele dringenden Werke einen sehr wesentlichen und vielverheißeuden Fortschritt. Dr. John SchikowSki. Slmon Schwenöener. I Im 91. Lebensjahr« ist der Nestor der deutschen Botaniker nach einem arbeitsreichen Leben in Berlin gestorben. Durch sein hohe? Alter- ist es ihm vergönnt gewesen, die Saat, die er säte, zu eryten und es ist«ine reiche Ernte gewesen, die«r in di« Scheuer bringen konnte.— Seitdem Schwende ner gemeinsam mit seinem großen Lehrer Nägeli gezeigt halte, was das Mikroskop für die botanffche Forschung zu leisten vermag und worin daS Wesen einer genauen Beobachtung der kleinsten Strukturen der Pflanze besteht, erlebte die anatomische Forschung in der Botanik«inen ungeabwen Auf- schwung. Die Entdeckung, daß die Flechten kein« selbständigen Organismen find, sondern aus Algen und Pilzen bestehen, gab den Anlaß zur Entwicklung der Lehr« von der„Symbiose" in der Organismenwelt. Die Enideckung des„mechanischen Systems" der Pflanze, die den NaebweiS lieferte, daß der Aufbau der Ge- wachse nach streng mechanischen Grundsätzen geschieht, und daß Bau' und Funktion eines pflanzlichen Gewebesystems übereinstimmen, war die Grundlage einer neuen Wisseniwaft. der„physiologischen Pflanzenanviomie". So kam es. daß Schwendener ,biS in die Gegenwart hinein einem großen Gebiet botanischer Forschung den Stempel seines! Kasienbestand von 62 665,61 M. vorhanden ist. Redner ersucht bei Beratung des Antrage» auf Anstellung eine« besonderen Redakteurs z» bedenken, daß dadurch«ine große Kafleu» belastung erfolgen würde. Da« Fachorgan erscheint heute 14lägig in einer Auflage von 23069. Der Kostenpunkt dafür beträgr pro Tausend ohne RedoktionSgehalt(der Bornyende macht heut die Zeitung) 3860 M.' Nebergebend zun, Parteistreit bemerkt Redner. daß durch VorstandSbeichluß der Parteistreit au« dem Fachorgan fern gehalten worden ist und eine neutrale Halturig innegehalten wurde._. Theater See Woche. a«chk»l»d», a-OetSh»»! t.,».»ach«..Vi» Heirat« U,«..Prnchelil«--,< S,, 7.. 9.~'.....~ Ine', SL. i., L, 7„ 9. Jungs»? noilt-, 3, S. �Df.' j. nachm. ,®»t Sarbirr san Sevilla-, 8, nachm..«et- fitatir.». nachm.„ZanberNSte-, 4. MaskeabaU-, 3,.Talam«, I„ 8..gaub-» flSte-,.tzkedermaus-, d..Margarete-, 8.„MetfterNnger-, 7..Bersteaelt', ..Tan�bilder".— Pcha»I»ieltz,! L, 8. nachm.„Flachaman» al» Cnitder". 9. nachm..Mein» Krau, die Hoffdjaiifpielerin*, l., 8., 9..Sannenfinfterni»-, 2., 8., 8..ffonotan, 3..Peer«..Mein« Frau, die ßoffchaufpitlttln", 7..Maria Stuart".— Namweripiele! 1., 2..Di- Tänzerin. 3., 5., 6., 7., 8„ 9,„Cifciiucht".— Sil tatet in der«äviggtägtr Straß«! 1., 8., 9. nachm. .FVvf jranffutt««", 1.»Stützen der StfcOfchafr, 2.„Biberpelz-, 8-, 8., 8. notten-, 2. �«rdlisturm-, 3..Aiaarv» Hochzeit-, 7.„Die Schwätzerin von Earagolla",.Cavalleria rusticana. 5..Freischütz", I.„Marttza-, 8., 9., Iii. .Parsisal".— SchiSer.?h«a!er: 1., 8., 9. nachm.»Sin Bolisscind-, U, 2.. 8.. 9..Riinifl Krause", 8., 5., 7..Der Bndere", 8..Alt-Heidelber»". Wiltzelwitädtische« Theater! 1., 8., 8. nachm..Dreimäderlhaus-, 9..Da, Dorf ohne Glocke", 3.. 4.. 8..Dreimäderlhau»".— I ich' �„*» ä/ui-I Utz)4»U V'tvU-w f er-,-J-, v»„•z.'tict.mnucvrijuu»»-----««•■mim 8., 7.»Bon Nopenhagen bis Si?ckl>olm",<„ 8.»Dt« Insel Rügei," Ii 9 Ii dt. Deutscht, Theater!.Familie Schimek".— Nlcine»__ |«n«i»Die Büchse der Pandora".—»leine» Theater:.Nilmmelbläiichen. ÜesRng-Theaier:.Charleo» Tante.-— Dentschc, Nünsileriheatri! Die Rutsch- bah»-.— Berlin« Theater:»Eiern«, die wieder leuchten-.— BalaRUieattr: Ad 4.»Der Talwman.— Rrftdeiiztheater:»Da, Häher« erben-.— leianou. thealer: ,D»r gute Ruf-,—»etr-ooltheate«:.Sie Fafchinqasee-,—«eneo Ovcrtiieuhau,:»Die Dam» nom llircu»-.— gentraltheai-r:.Di, EchünRt»ou Allen-.— WalhaNaiheater:.Die kleine Sklavin-.— Aationaltheater:.Die ftlnopunpe'.—«»»nee.Theatrri.Nandragol»-.— Theater de« Friedrtchftadt: !.®i« Daitz» ohne Berus",.Der Einbrecher",.Haupitresser Rr. 82".— Lust- aiclhan»!„Epanische Fit ehe".— Thenter deo«estena:.«eisha-.— Tnisen» heater: Ab Z.„Die lichtscheue Dame".— Komisch« vper:.Schwc!r„walbm»b«r. — Kaflnatheaicr:„Der selige Hollschiuski-.— Theator am«ollendoefplatz: U, t„ 8., 4., S.. 7., S.. 9.„Die Puppe". 3..Drei»ite Schachlew-. Srlefkaften öer Neüaktton. Am Montag, den 2. Juni, findet die Juristisch« Sprech- stunde von 3 bis 5 Uhr statt. Jeder sü« den Brieskasten destlmmten Anfrag« sü«« man einen vuchftoben und eine Rümmer bei. Brieslich««uSkunsi wird nicht erteilt. Eilige»i>. sraaen»rag, man in der Juristischen Svro.t>llunde, Lindensir. 8. 8. Hof sink-. 4 Treppen. 4 bis 7, Sonnabend-- 8 5t» 8 Uhr nachmittag» dar. EchrtktltScke und Verträge find witzubrineen. Ach. 138. Kann nur ein Fachmann beantworten.— U. E. K87 Dag Parteiblalt PlhreS Ortes gibt gewitz gern SluSkunst.— 8t. 1. Buch- Handlung Vorwärt».— Urbeiterjuaend 1918. Schirm er, O 112; Krossenrr Str. 117.— H. 9. 44, Wenden Sie sich an Herrn Franz Nabra. Berlw, Schllllngftr. ib.-«ugnst«S. 1000. 1. Nein.£ yn — Dt'holrn. Vorläufig, solange die AmtSperiode de« Bürge, Meister» läust, ist eine Neuwahl»richt möglich.— B. N. 8. Rein. — vk. Z. N. I. 1. Handell von der Schweigepflicht der Rechtsanwälte, Aerzle usw. 2. bis 4. Beschwerd« beim zuständigen vezlr-kskammando,— F. E. 19. Richten Ste ein Gesuch an dir Prüfung« stell». Landed- ausstellimgipork, Lnvalidenstraße.— llnterfranken 899. 1. versuche» Li« eine Einiginiq mit dem Bormund. L. New.— A, 88. 1. u. L. Ja. — M. Sch. 19. 1. Die Hälfte wäre zu zahlen. S.»Intrag beim vor mundschnstsgerich» aus Entmündigung. Klage ist nicht ersorderltch.— SÖ. 1804. Da« Gesetz hat einen Prozentfatz nicht festgelegt. Di« Fruu hat Anspruch aus stmideSaemSveu Unterhalt. Wen» Ihr« Mitarbeit bisher üblich war, so ist der Verdienst bei der Bemessung tn Anrechnung bringen.— K. B. 9«. 1. Ja. S. Versuchen Sie es mit «wem Antrag bei der P, üsnngsstelle. LcmdeZauSstellunaSparl. An- validenftrasie.— 9.<2. 199. Fall» LI« monatliche Entschädigung be- kommen, köunen Sie zum Ib. jeden Monats mit Wirkung zum daraus- solgenden t. kündigen.— 9, W. 96. 1. 75 Proz., Antrag an das BezirkSkommand«. L. Erscheint in etwa einer Woche, Prei» l.bü Mar». flnoebole La* Kleiderrock weich« Seid«, mit hailcngaroieniB* Oe«chm»cK-�gi;6 Hut jvcifaibigeßBast- gdiecht.ra. SSI' Glocke hellte. 54« »ame «ch wart Kopf, hellfö. Aeinnch Jordan Rlarkordfenelr. 54/ 88• veriängert? 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Der Magistrat schreibt zu den Flugblättern, in denen die Be- bölterung zur Einstellung der Mietzahlung aufgefordert wird: Durch solches Vorgehen werden die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Abstellung der genannten Mängel durchkreuzt und in ihrer Wirk- samkeit abgeschwächt. Die bevorstehende Ausdehnung der Zuständigkeit der MieteinigrmgSänrter auf alle Neuvermietungen und die neue Borschrist, daß jede Kündigung des Hausbesitzers ohne vorherige Zustimmung des MieteinigungSamteß amtlich im- güllig ist, wird den Mieterschutz in starkem Mäste verbessern, ebenso wie unmittelbare Mastnahmen deS Reichs gegen Wohuungßwucher und Wohnungshamsterei angekündigt find. Die Berliner Bevölkerung wird daher dringend ersucht, die Wirkung dieser positiven Mast- nahmen in Vertrauen abzuwarten und sich nicht zu einem Vorgehen bestimmen zu lassen, das nur dazu dienen kann, die Schwierigkeiten unserer wirtschaftlichen Gesamtlage n:ch zu verschärfen. /Irbetter-, öauern- unö Solöatenräte öer Provinz SranSenburg. In der Fortsetzung der Diskussion über den Tätig- keitsbericht des Vorstandes der Zentralstelle sprachen fich die meisten Redner sehr entschieden gegen die Sin- wohnerwehren aus, und auch diejenigen, die den Weiter- bestand für nötig hielten, geihelien die vorgekommenen Uebergriffe. Breiteren Raum nahmen auch die Klagen über die Lebens- mittelhamster und Schleichhäntrler ein. deren Be- kämpfung den Arbeiterräten am Herzen liegt, aber durch die Be- Hörden»licht hinreichend unterstützt wird. AnS dem Kreis Züllicha»»- Schwiebus teilte ein Delegierter einen dort i» Ilmlauf gesetzten. voin Generalmajor Dittmer unterzeichneten Fragebogen mir, durch den die.Oberste HeereSleitimg"(so wird darin be« hauptet) ein klares Bild davon gewinnen wolle, wie gegen-- über der Frage einer etwaigen.Wiederaufnahme des Krieges' die Stimmimg sei! I Die oberste Heeresleitung hat aus Anfrage die Auskunft gegeben, dast sie von diesein Fragebogen uicht« weist, aber der Vorstand der Zentralstelle wird die Angelegen- heit weiter verfolgen und aufzuklären versuchen. Dein Borstand»ourde Entlastung erteilr. Von den sechs Sitzen im Vorstand gehörten bisher drei der S. P. D. und drei der N. S. P. T>. Ein Mitglied der S. B D. ist ausgeschieden und ein Mitglied der U. S. P. D. ist zu den Ku»nmunisten übergetreten. Beschlossen wurde, es bei dem so zusammengesetzten Bor st and aus fünf Personen zu belassen. Damit erledigte sich der von den K o m m u n i st e n erhobene Anspruch auf tteberweisung des sechsten SitzeS an sie. Zugestimmt wurde den Anträgen des Vorstandes, die Zentral- stelle künftig m»r Zentral st elle der Arbeiterrate zu nermen und ihn zu Verhandlungen mit dem VollzugSrat über die Abgrenzung der Kompetenzen des VollzugSratS gegen die der Zentralstelle zu ermächtigen. Abgelehnt wurde der S. P. D.Antrag. datz die örtlichen Nrbelterräte bis zu endgültiger Neu- regelung bezw. Neuwahl auf Grund gesetzlicher Vorschriften nach der Paizleistärke aus Grund der Verhältniswahl vertreten fein sollen. Gegen ihn stimmte auch ein Teil der Fraktion, die in ihrer Gesamtheit die Mehrheit der Provinzial- konferenz gehabt hätte. AI» erster Referent über.Organisatorischen Auf- bau der Arbeiterräte»»nter besonderer Berück- sichtigung ihrer Aufgabe i»r der Provinz' führte der von den Unabhängigen abgelehnte Däumig- Ersatz Kr est(N. V. P.) aus: Die Regierung hat eS nicht verstalkdcn, die passive Resistenz der Hand- und Kopfarbeiter zu beseitigen. Sie hat die Produktion nicht wieder in Gang zu bringen verniocht, darum wird sie.fliegen'. Für die bevor st ehende KrisiS müssen wir vorbereitet sein, dainit nicht daS ChaoS kommt. Nur dann kann die Arbeitslust wieder geweckt werden, wenn mit der S o z i a l i s i e r u n g Ernst gemacht wird. Da-u müssen wir einen anderen Staats- aufbau schaffen, das R ä t e s y st e m. Max Cohen stellte in seinem Korreferat fest, dast der Zentral- rat den kommunalen Arbeiterräten die Kontrolle solange zuweisen will, bis die ganze Verwaltungsreform an Haupt und Gliedern durchgeführt»st. Aber die Kontrolle sei immer nur ein Rotbehelf, bis an ihre Stelle etwas besseres treten kann. Nicht eher werde die Arbeitslust der Massen wieder zunehmen, als bis »nit einem andern Systein begonnen wird. Vom R ä t e s y st e m sei da sehr viel zu gebrauchen. Ein Weg müsse gefunden werden, die Massen de? Volkes wieder unmittelbarer mit ihren Vertretern zu verbinden. Das hängt eng zusammen mit dem Gedanken, die Prodiiklion umzugestalten und die sozialistische Wirtschaft einzu- führen. Die Sozialisterung sei eine von den Maßnahmen zur Hebung der Produktion, aber noch wisse man nicht, ob bei der jetzigen WirtschaftSlag« da« die Wirkung sein wird. Ueber»ille Schwierigkeiten werde auch die berufsständische Vertretung nicht hinweghelfen können. Darum könne neben dem Räteparlament nicht auf da« politische Parlament verzichtet werden. Ohne den RStegedanken könne die Produktion nicht ge- steigert werden. Alle schaffenden Kräfte sollen in den ProduktionSräten und in der Kammer der Arbeit zusannnen- gefahl werden. Infolge zunehmender Leerung de» Saale» wurde die Tagung geschlossen._ AuS der Gntlassung�praxis. Zu diesem Artikel in Nr. 259 schreibt an» der GeneraMad: „Weibliche, vom ArbeitSno-chwdS vorgeschlagene Pförtnergehilfinnen find im April tatsächlich im Generalstab zur Einstellung gelangt, als die militärischen Ordonnanzen vxge« Auflösung deS Heeres zu-r Entlassung kamen. Weibliche Kräfte sind für diesen Dienst nach Erfahrungen anderer Behörden besonders geeignet »md, da«S sich n m bedürftige.weibliche Hilfskräfte handelt, mit Absicht— nicht zum mindesten aus Ersparnisrücksichten— eingestellt. WeMiche Bureauhilfskräft« find im Generalstab nur da eingestellt,»vo besonders bestich igte Stenotypistinnen und gewandte Maschinen schreil-erinnen gebraucht wurden, die fich unter dem männkirben Personal nicht fanden. Für entlassene Burecru- kräft« sind loeibliche HiliSkräste nicht angestellt. Im übrigen wird der Betrieb de? General stak-es allmählich ans Friedens- betrieb eingeschränkt, wobei einer Verfügurrg des KricgZministeri- umL Rechnung zu tragen ist, daß bisher zurückgehaltenes bzw. anf Vertrag angestelltes Personal sobald alz möglich zn entlassen ist und N« notwendig durch Kapitulanten ersetzt wird.' Di« Zuschrift behanptet weiter:„Mitgliedern des Angestellten» auZschusseS de» Großen Generalstabe» ist nicht gckün- digi worden. Der Fall, der in dem Artikel erwähnt wird, bezieht sich aus Pertoner, die in einen unrechtmäßig und willkürlich gelegentlich einer Versammlung aufgerufenen N»iSschuß ge- wählt waren, der die Anerkennung dcS GeneralftabeS nie gefunden hat. da seine Wabl bestiinmungslmdrig vorgenommen war und ein DertrauenSauSschuß der Augestellten existierte. Eine Matzregelung von Personen dafür, datz sie diesem unrecht- mäßigen Ausschuß angehört haben, hat nicht stattgefunden." Daß Mitglieder des so gewäblten Ausschusses entlassen wurden, bestreitet di« Zuschrift nicht. » EutiassltNgSanchge. Um den noch mit EntlassirngSanzügen zu versehenden entlassenen Heeresangehörigen im Bereiche des Garde- korpS unnütze Laufereien zu ersparen, wird nock- eininal bekannt gemacht, daß Anweisungen auf den zustehenden EntlassungSanzug nur gegen Vorlegung der Militärvapiere in der Prüfungsstelle im LandeSausstellungSpark, Invalideustraße, ausgestellt»Verden. An- fragen. Gesilch« imd Beschwerden, die die Verausgabung von Ent- lasfiuigSanzügen betreffen, an das Kri«gSministeri»lm oder an den Reichölvehrniinister zu richten, sind zwecklos und iwiden vo« dort nicht beantwortet. Die zuständige Stelle hierfür ist die oben- genannte l-zw. die Abteilung IV. B. O. im Genera lkomn» ando des Gardekorps._ Die Freie Turnerschaft Berlin bat fich in der kurzen Zeit ihris Bestehens gut entwickelt, fle unter- hält Turnabteililngen für Männer, Frauen, Mädchen und Knaben, betreibt Turnen. Sport, Spiel und Wandern. An alle noch in der Deutschen Turnerschaft oder in sogenannten wilden Ber- einen befindliiben klassenbewußten Arbeiter und Arbeiterinnen richtet sie den Appell, sich endlich ihrer Organisation, dein Arbeiter- Turnerbund anzuschließen. Ebenso werden die Arbeiter» tnrner, welche mit der ihnen widerstrebenden Parteiagitation und Hetze gegen airderS denkende Sozialisten nicht«inverstanden sind, aufgefordert, als freie Turner die Heuchelei»»nd Beschimpfung dadurch zu beantworten, daß sie der Freien Turnerschaft Berlin beitreten, die zurzeit als einziger Lrbeiter-Turnvereiu in Berlm vollkommen anf dem Boden des Arbeiter» Turnerbund es steht. Der Verein unterhält zurzeit folgend« Abteilungen: Südosten: 1. Männer-Abt. Montag und DonnerS« tag S— 10. Kottbuser Ufer«1. Frauen-Abt. Dienstag und Freitag 8—10, Diefienbochstr. 61. Mädchenabt. ebenda von 6—«. Knaben- Abt. wie Männer-Abt., aber von 6— 8 Uhr. R o r d e n: S. Männer- Abt, Dienstag und Freitag von 8—10 Nhr. Demminer Str. 27. Weitere Abteilungen in anderen Stadtgegenden sind in Aussicht genommen und werden bei genügender Meidung jederzeit eröffnet. Kundgebung der Schützt» aunschast. vor 2600 Schutzleuten sprach Sonnabend in der Bötzow- Brmwrei zunächst Hauptmann H e n n t k e. der Führer der für den Fall von Ausschreitungen gebildeten Formation. Seine Aenßerung, die Schutzleute seien Militarpersonen, wurde bestritten. VerbandSvorfitzender Schräder: Daß wir uns am 9. Na- vember der Arbeiterschaft zur Verfügung gestellt haben, rechnet man unS heute in Kreisen, die noch immer einen bestimmenden Einfluß ausüben, als einen schweren Fehler an.(Allgemeine Empörung.) Auch wir gehören zu den untersten Volksschichten. Stehen wir zu- sammenl Politische Meinungsverschiedenheiten find mit geistige»! Waffen auszutragen, nicht mit Handgranaten»»nd Maschinen- gewehren. Wir müssen erreichen, daß jeder sagen kann, die Schutzmanuschaft ist«eutral. (Lebhafter Beifall.) Der Redner wendet sich peget» Kasernierung und gegen die Verschleppung der Besoldungserhöhung. Der Witwe eines in Lichtenberg anf tragische Weise umS Leben gekommenen Kameraden hat man 327 M. für'S Jahr bewilligt I(Allgemeine Empörung.) In der Nrlaubsfrage find»vir schlechter gestellt als andere Beamte. Generalsekretär Frank wendet sich gegen den re- aktionären Geist de? Eden-HotelS und gegen das geringe und über- auS zögernde Entgegenkommen der Behörden gegenüber den Schutz« leuten. Alle Diskussionsredner äußerten starke Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen System und forderten den Rücktritt deS Geheim- rat» D o y e. Eine einstimmig angenommene Entschließung bedauert außerordentlich, daß die Regierung in ihrem verhalten de»: Schutzmannschast gegenüber jeden neuzeitlichen Bei st ver» missen lasse. Die Versammlung richtet da? dringende Ersuchen an den Polizeipräsidenten und Minister deS Innern, sich von den ein- flußreickien Männern der alten Regierung, vor allein aber vo», den» Geh. Neg.-Nat Dr. D o y e zu trenne»». Nur dann wird das m»- bedingt notwendige Vertrauen der breiten Masse der Bcamtenschast zu der Regierung gewährleistet sein. Die Polizeiivachtmeister erwarten, daß ihre Berufsorganisation als bevoll»nächtlgte Vertretung in allen Fragen anerkannt und als solche bewertet wird. Die Versammlung bedauert außerordentlich, daß seinerzeit der Reg.-Rat Abegq den, unbeliebten Dr. Dohe weichen mußte und fordert die Wiedereinsetzring A b e g g S. Alle Rang- und GtandeSunterschied« bei der Gewährung'von Urlaub sollen wegfallen. Mit einem anfeuernden Schlußwort des Verbands- Vorsitzenden Schräder fand die Kundgebung ihr Ende. Der VerbandStagder Polizei- und Kriminal- OLerwachtmeister PreuhenS war von etwa 100 Dal«- gierten besucht. Die WohilfahrtS-Einrichwngen werden in nächster Zeit durch Gründurrg«ineS Erholungsheims erweitert. Um die Mittel zu schaffen, zoll eine Geldlotterie einen Reinertrag von einer halben Million ergeben. Die sazialdemakratisihe« Lehrer»ni» Lehrern» neu Gross Berlin», die sich auf den Boden der Arbeitsgemeinschaft stellen� waren Mittwoch im Jugendheim zu einer Veiffoinmlung erschienen, um die Gründung einer Ortsgruppe in die Wege zu leite«. Genosse Heinrich Schulz legte einleitet die Gründe dar, die den Parteivo rstnnd zur Schaffung einer rein parteigenössischen Zirsammenfassung der Lehrer und Lehrerinnen Deutschland» zum Zwecke der wirksameren Mithilfe der Lehrer für ein« Reihe wich- tiger Plai'teiemfflaben, besonder» der schulpolitischen und der Jugend- und BildungSbewegzinig, veranlaßt hatten. Da die bis- berigen Debatten und die Auseinandersetzungen mit den Freun- den der schon bestehenden paritätischen sozialistischen Lchrerver- einigung allen Anwesenden bedannt waren, wnrde auf eine wei- tere Aussprache verzichtet und sofort die Gründung einer Orts- gruppe Groß-Berlin der ArbeitSgemeilffchaft vorgenommen. Z»rm Vorsitzenden wurde Genosse Thon», Berlin O.>t, Frankfurter Allve 348, gewählt. Ferner gehöran dem Vorstande die Kollegen Der Vogel. Am Anfang de» Prozesse» gegen die Täter Liebknechts und der Luxemburg saß Herr Leutnant Bogel ganz bescheiden auf der zweiten Reihe der Anklagebank, im Hintergrund versteckt, schweigsam und artig. Der Vogel Wae still, er spielte da? TSubcherv Aber das war nur am Anfang. Vom dritten Pnogeßtage an schlüpfte der Vogel aus dem Hintergrund hervor. Da saß er nun in der ersten Reihe, ma» konnte ihn genauer ansehen, en»deckte ein ziemlich leere», wnaleS Monokelgefichh ein Mensch, der nicht gerade ausschauen konnte, sondern,»penn er redete, meistens zur Erde blickte, als müsse er vom Baden seine Argument« auflesen. Und wenn er sprach, wurde er nacht gerade sympathischer. Der Kapitänleutnant Pflngk-Harwng war menschlich oder klug genug. von Liebknecht als einem Feinde, den er achtete, zu sprechen. Herr Vogel schien von keiner echischen Anwandlung heim�fucht. Mtt einer zienrlich»mderw artigen Wurstigkeit, ohne eine Sekunde lang den gleichgültigen Ton der Rso« zu unterbrechen, rrzichlte er !vß strirre K«n«ad«r, die im der Mtordnncht m Lantmehrka»«! standen,«ruf die Mtt»U>ng vom Sode der Äur»mb»r»"»idert bäten:„na schön", atm, sagte er mit höchster Ächneppigwit:„sie zeigten sich sehr erfreut!' Wenn ein bißchen menschlich« Gefühl in diesem vog�l lebendig gewesen wäre, so hätte er sei« eigenen Kameraden nicht ohne Notwendigkeit vor fühlenden Menschen so kläglich denunziert. Bon dem Moment an. wo Herr Bogel den Mund auftat, hatte er mehr etwas Raubvogelartige», und die TSuHchenkomödie war schnell zerrissen. Aber im Bewuhtsem der Dürftigkeit und Hätz- lichkeft seine« SBtfenS wollte er sich doch mit einigen idealistische« Fetz«, drapier«,,«rd f0 versuchte der Bogel, sich als Pelikan der Garde-Schützen-Diviston aufzutim. WaS er verübt hat, daß wollte er nur aus Siebe zur Division getan haben. Warum hatte er die Räubergeschichte v»n den Dpartakfften. die die Lux-mburg aus dem Wagen«eeissen hap«,. erfunden? Nicht etwa, um sein« abscheu- liche Roheit— denn er selbst hat ja die Leiche in den Kanal ge- worfen— zu vertuschen, nein, nur um da» Ansehen seiner Garde. Schützcii-Dwisior» zu retten! Und warum nannte er den Namen des Offiziers nicht, der auf die verwundete Luxenrburg noch ge- schössen hat? Nicht etwa, weil er selbst dieser Offizier gewesen ist. nein, weil er keinem zweiten Kameraden der Didifion in den Pro» zetz verwickeln wollte! Er log und schwieg— nur auf Divtsion»- p-triotiemnS. und der Verteidiger de? Pelikans komrte den Mund garrncht voll«genug nehmen von diesem edlen, der Division ganz hingegehe«« Mie»- Mer war er wirklich der Pelikan? Ach nein, eher dachte man an die bekannte Krafö die das Standesgesetz kennt, wonach«ine der andere« kein Auge miZhacken darf. Sein Division Spat riotiS- mu» war auf DibisionSpatrioten berechnet, die in den Richter- stühlen sahen. Hätte Herr Vogel nicht vor dem KoiegSgericht der Garde�Schützen-Mvision gestanden, er hätte fich«inen Dreck um die Tippe im Edcichatel gekümmert. Da» kann»mm heute mit Bestirnthdt sagen, nachdem der Bogel ausgeflogen»st. Damit hat der DivisionSpatriot den ganFen idealistischen Muawitz fallen lassen, niit dem er sich noch in der Verhandlung drapierte hatte. Wäre.Herr Vogel der DivisionSpatriot, so hätte«r die wahrlich milde Strafe, die sein« Kameraden über ihn verhängt hatten, mit Kußhand, schweigend und dankbar, hinnehmen nrüffen. Schon di« Höflichkeit, die Toleranz, da? väterliche Wesen de» Vorsitzenden hätten ihm beweisen»nüssen, daß es den Kameraden der Division nicht leicht geworden ist, ihn zu strafen. Da er aber mindesten» die Leichenschändung nicht hat ableugnen können, so blieb den Käme- roden nicht» anderes übrig, al« ihn zu verurteilen, ivenn sie eben ix« Ansehen ihrer Dwifion tticht zunichte machen wollten. DaS Vögelchen hat die Kavuradschaft sckslecht gelohnt. Jndam« im»» ritz, hat der DivisionSputriet bekundet daß ihm We jwntze(Jatfce» «chitzen Mdifivn of den Buckel steigen könne. Dieser Bd«! war nicht einmal«ine Krähe, er war nichts als ein kleiner, schSSiger, egoistischer Schmutzfink. Lebte«in Funke von jenem DivffwnS- Patriotismus in ihm, dessen er und sein Verteidiger fich m dee Verhandlung rühmten, so hätte er selbst dvS Angebot auszureißen mit Entrüstung zurückweisen»nüsseti. Er war seine Strafe mindestens der Garde-Schützen-Division schuldig— der deutschen Arbeiterschaft, de» deutschen Volke wäre er«ine ganz andere Strafe schuldig gewesen. Hndem e» jetzt jälmnerlich davonlief, hat er seiner eigenen Garde-Schützen-Division den schwersten moralischen Stoß verfetzt. Im Lichte dieser Flucht sieht man nun da» ganze divfftbnS- patriotisch« Theater noch viel mißtrauischer als vorher an. Unwider» sprochen ist die Behauptung geblieben, daß das Auto, das den Vogel nach Holland«»tführte. von dem Chauffeur Janschke stammte. der Vogels wichtigster Entlastungszeuge war. Den Aussagen der beide»» rechschaffenn» Leute, di« in dem Auto rechts und links neben der Luxemburg'saßen und beschworen, datz Vogel auf die schwer- verwundete arme Frau— trotz der Bitte der Soldaten, nicht zu schießen— loSge feuert habe, stand vor allem die Gegenaussage dieses Janschke gegenüber, der ursprünglich ganz ähnlich belastend ailßgesagt und erst nachträglich sich eines Besseren besonnen hat. Wenn der Vorsitzende in die Hiiitergrüiide dieser Sinnesänderung hiaemleuchten wollt«, dann hätte er diesen begsicchungtr-iche» Herrn Janschke sofort hinter Schloß»md Riegel setzen müssen. Kein Zeuge in dem ganzen Prozeß ist so dringend des Meineids verdächtig gewesen, wie dieser geschäftskundige Automobilbesitzei. der sei»« Aussagen nachweislich dem Meistbietenden angeboten hat; erst den Unabhängigen, dann den Beschützern de» Vogel. Da» Geschäft mit den Unabhängigen ist nicht zustande gekommen, aber der Beetuig mit Vogel? Freundein ist unzweifelhaft perfekt geworden, das l>e- weist diese Automobilfahrt nach Holland. Freilich scheint der Schluß- pimkt unter diesen Vertrag erst nach dem Urteilsspruch gesetzt worden zu sein. Wahrscheinlich rechnet« Vogel damit, daß ihn schon das Division Sgeri cht frei fliegen lassen würde. Wäre die Flucht nach Holland schon vorher beschlossen worden, dann hätte sich ja der Entlastungszeuge und Auwführer Janschke seine höchst zweideutige Zeugenaussage ersparen können. Dann hätte man da» ganze divisionS-patriotische Theater viel wirksamer inszenieren können; Herr Vogel wäre wegen der Ermordung der Luxemburg zum Tide zu verurteilen gewesen. Damit wäre dem Empfinden der Masse und den belastenden ZaugenauSsagen Genüge geschehen. Da» Auw des Hera» Jmifchie hätte dem VvgÄch«» noch immer zur Verfügung gestand«»..,.. Herr Degel hat sein» milden Myt«» Mich und ivenn man sei na pathetftchea Deklamationen Wer dfc»eb« zur Division, die er in der Verhandlung zum Beste»«ab, zurückdenkt, sc mutz man sagen: keiner hat treuloser an seiner Division ge- handell al» dieser DivisianSpatriot. Wie sollen die Kamemden deS Bogr» vor den jungen Mannschaften dastehen und ihn«» e-«reden wollen, datz der einzelne nicht», da» Regiment, die Division alle» ist? Wer wind-S den Kamemden Vogel» glauben, wenn sie die Tugend der Selbstaufopferung, der Hingab« an» Ganze und de» gleichen schöne Lieder von vorgestern singen? Der Vogel inird in bi-se««densarten hineinzwitfchern. Wie»vollen die Offizi«e btt Gando-Schutzeu-Di Vision ihren Mannichafton beibring«»:»Da nacht ein Mann sein. Da mußt für Dome Tat einstehen," wenn der berühmteste Mann der Division—- und da» ist nun»imnnl Hm Bogel— vot den Folgen seiner eigenen Tat feige«»»»kneift? E» gäbe ein Gegenstück zu dieser kläglichen Flucht de» Bogel. E» lebst ein Mann, der tötete einen anderen, weil er sein Wirken für politisch verderblich hielt. Er wurde bor Gericht gestellt, und, er hätte auSkneifen können, indem er sich hinter psychiatrische Ausreden und Gutachten verkroch, aber er hat mit einer einzigen Handbewe- gstng den ganzen Kram dm mildernden und entschuldigenden AuS- flüchten von sich gewiesen. Er war ein Mann, stand für seine Tat ein und begehrte sein Todesurteil! Dieser Angeklagte hieß Friedrich Adler. Dieser Bogel aber war bei Gott kein Adler. Micha«l»ohlhaaßh Becker, Brand, Sehe, Karg, Dr. Mtte und die Kollegin KSckek «an. Es wurde beschlösse nach einem festen Programm an die Erfüllung der versckicdeften Aufgaben der Ortsgruppe heranzu. treten und eine rege Werbearbeit unter den Berliner Lehrern und Lehrerinnen 511 entfalten. Die nächste Mitgliedervorfamm- luna ist am Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, im Jugendheim, Linde rrstraste 8. � Reisegenehmigunq ab Berlin abgeschafst! Man braucht fi« vom 1. Juni nicht mehr,, jedoch bleibt die Beschränkung deS Fahrkarten- Verkaufs bestehen. Sollte der Andrang zu den Eisenbahnen wieder größere Unzuträglichckeiten ergeben, so ist mit der Wiedereinführung der Erlaubnisschein« zu rechnen. Tue gekauft« Billette gelten nur am Tage der Lösung. Die Ausplünderung und Bersauung her Wagen müßte doch endlich aufhören. Achtet auf solche Schädlinge der Allgemeinheit und nehmt insbesondere auch Rücksicht auf die Kriegsbeschädigten! Straßenbahn rückwärts! Das ist di« neueste Bereicherung deS Berliner Verkehrslebens. Man übersetzt hinter einer Elektrischen, die an der Haltestelle stillstebt, die Straße, auf einmal rollt der Wagen ein paar Meter zurück, und nur durch einen raschen Sprung kann man sich vor dem Ueberfahrenw erden retten. Man kann aber ebensogut unter eins« Wagen auf dem Nebengleis oder ein sonstiges Fuhrwerk kommen. Auch dl« Leute, die gerade au»- oder einsteigen, halten das Zurückrollen des Wagens für eine überaus bogrützenS- werte Neuerung, zumal«S ohne jej>e vorherige Warnung erfolgt. Freitaamittag konnte in der Königgrotzer Straße ein voranfahrender Dampflastzug einer Spedition, der an allen Straßenkreuzungen gewaltige Verwirrung anrichtete, noch als Ursache deS Rückwärtsfahrens der Straßenbahnwagen angesehen werden, aber dies widerholte sich auch abend?.11 Ä Uhr am Potsdamer Platz, ohne daß ein Lastzug zu sehe» gewesen wäre. Es handelt sich da jedenfalls um eine äußerst anziehende Berinechrrrng unsere« sonstigen An- nehmlich&iten. Die Rückgabe der astronomische« Instrument« der PeNnger Sternwarte ist ejtzt in die Wege geleitet worden. Di« fünf vor dem Potsdamer Orangeriegebäude aufgestellten Apparate,«rnrilliar. sphären, Sextant, ein Horizontalmesser und der Himmelglobu», • die 1901 al» Kriegsbeute vom Ehinafeldzug nach Potsdam geschafft und unter wissenschaftlicher Leitung ausgestellt wurden, find jetzt bis auf den Globus entfernt und in massiven Kisten verpackt zum UeberfeetranSport bereit. Sie sollen ihren früheren Eigentümern wieder zugewiesen werden. Nene Zdohlrnpretse.«ächen- und Ofenbrapd i Brikett»- Bei Eelbstabbolung ab Lager Zentner 4.1v M.. bei Pesrrnyg stei Erdgeschoß oder Keller 4.7st M. GaStol«, gebrochen: Selbstabholung 7,30 TO., Lieferung 735. Zufolge weiterer Erhöhung der Kohlenbreis« und-Löhne Ist das im Mir, erst von 1?'/, aus L0 Ps. für den Kubikmeter erhöhte Wasfergeld nunmehr aus LS Ps. erhöht worden. Nene Abteilungen de» verein» Ardeiterfugeud. Mittwoch: Krlliidung der Abteilung Südwesten, Lolal Schaar, Tempelhoser User 4; Abteilung Westen: DienStag: vaugewerkschule, Kurstlrsteustr. 142. Di« lilteni«erden gebeten, ihre schulentlassenen Kinder daraus ausmertsam ,u ' machen. spreiSerhSbung in den ßfrlfeurgeschäfteu l-mi Beschluß vom». Rai um 25 Proz. An 2. Feiertagen bleiben die Eeschäst« geschlossen. ' SeschäftSschluß. Heute sind nur LedenS- und«enußmittel-, vteuen» und ZellungSgesl�äst« von'/,3—'/,10 Uhr geöffnet. «tue Bekanntmachung«der«ntlaflungSauzüge«scheint tat An- zeigentell dieser Nummer. Apollo-Dheater. DaS Vasifpiel Anton Herrenseid mit sein« Gesell, schast in der dreiaktige» Burleske„Wer ist d« Vater 1' beginnt heut« nach! uiittag 3V, Uhr mit der»stentlichen Generalprobe, m.«eich« jeder Er, machsene ein Zkind frei einführen kann. In den Hauptrolle« ist noch Fmdl- nand Grünecker istchästigt. Im Berliner Aqnarty« bevölkert jetzt est,, ganz« Schar Wandelnder Bckitter die ftischgrünen Eichen, weige, vvn deren Laub sie kaum zu miierscheiden sind. Auch durch ibre Bewegung v»raten fich diese den Heuschrecken verwandten tropisch-asiatischen Insekten nur Icbr wenig. Tie begleiten ihre BorwörtSbewegung mit einem esgenstlm- lichen, leillichen Schwanken, sodaß«an vielmehr ein km Winde bewegtes Blatt zu jeden glaubt. Urber 100 Stück find über mehrere Bohälter ver- teilt und es s:nd vom Ei bi« zu den großen sortPffanzungSsähtgen Tieren alle Zlvischenswsen vertreten. Das Gdkn-Hotel, daS seit vtkte Januqr durch den Vagistrat Berlin vom Stob der Gm de.Kaoallerie.Schützcn.Dmsioo beiegt war, wird letzt von dieser Behörde geräumt und einer gründlichen JnstandsetzM!, unter- zogen. DaS Berliner Prater-Dbeater, Kastanienallee 7/2, eröffnet am ersten Pfingstfetertag seine Sommerspielzeit. Neu«öffnet: Prater-Tanz. Diele._ Pank»«. Gemeludevertretung. Der Haushalt kwlan ziert mit 2«'/, M'llioneu SR, d. i gegen da« Vorjdhr mehr IS'/, Willionen. KommunalzuMag deshalb 270 Proz. Bürgermeister Stawttz wie« in seinen Ausführungen auf die fortschreitende Lerschukdung hin, der nur durch die in Bälde zu erwartende Reuordnung der Grog- Berliner Kommunalverhältnisse begegnet werden könne. M ö b u S(3. P.£>.) und Kubig(U.®. P. D.) lx�e» ihre über- einftimmenSe programmaeifcke Stellung zur Seme,ndepolitik dar, für die sie jetzt al« Mehrheit bevimmend sein werden. Der Redner der Demokraten wandt« sich entschiede» gegen die KommunalisierunaSblistrebungen auf dem«ebtet der Lebensmittel- Versorgung. Die zu einer Arbeitsgemeinschaft vereinigten lteberreste der Rechten traten durch ihren Redner Herbert Schmidt vom weiland Reichslügenverband. in allerschärfste Opposition gegen alle«aß- nahmen der neuen Gemeindeverwaltung und erklärten, mit ihrer Ablehnung de» Etats auch gleichzeitig dem Gemeindeoberhaupt ihr Mißtrauen bekunden zu müssen. Nachdem diesen Herrschaften die gebührende Abfuhr zu teil geworden, wurde der Etat gegen ihre Stimmen angenommen.— Auch bei der nun folgenden Beratung mrd Festsetzung der Aufwandsentschädigung für di« Gemeindevcrtreter mit 0 M. für jede Sitzung sowie der Bewilligung eine? Gemeindeautos schnitt die wiederum und zwar höchst unan- ständig opponierende Rechte böse ab. Neukölln. Die stkd lisch« Entlausung Zrmstalt Neukölln, Mittel- - bufchweg 8/9. ist tägllch von 8—5 Uhr geöffnet._ JahanniSthal. Semewderrrtretrmg. Der bereits gestrichecke Posten für den katholischen Religionsunterricht wurde trotz dem Ein- fpruch der betroffenen Geistlichen und Lehrer wiederum abgelehnt und den Beteiligten anheimgestellt, zu Nagen. Den Privatschulen wurde die EntsäiSdiaung nur noch bis zum 80. September be- wi.lligt mit der Maßgabe, daß den Lehrern 10 Prozent als Teuerungszulage gewährt werden.— Der Errichtung einer Fifch- berkaufsstelle und einer gemeinsamen Lungenfürsorge mit Ober- und Niederschöneweide wurde zugestimmt.— Für die Einstellung neuer BureauhilfSkräfte wurden 25 000 M. bewilligt. Bernau. Gegen den Waldverkanf der Hinterheide und von Teilen der Vorderheide und Eintausch d-S Rieselautes Schmetz- dorf dafür, haben in den auSIiegenden Listen bi» jetzt 4000 Ein- wohner protestiert, weil der schöne Wald bei der Stadt verbleiben soll. Die Bürgerlichen und die Mehrheitssozialisten sind gegen den Verkauf. Nur d-ie Unabhängigen mit dem Bürgermeister Dr. Gericke find für da? Geschäft mit der Stadt Berlin. Die Vev- kaufsftage wurde in der letzten Stadwerordnetensitzung abgesetzt, angeblich, weil über einige Bedingungen noch Klarheit geschaffen werden soll. Berlin hatte aber noch wicht geantwortet. Falkenhagen-Leegefeld-Siedlunz. Die Gemeinnützig« Bau- genossewschast Gartenstadt Falkenhagen hat Vertrag mit der Märki- i'chen Heimstätte, der staatlichen StedlungSgesellfchaft für die Mark Brandenburg. ES sollen vorerst») 40 Einfamilienhäuser, d) 50 Einzelhäuser mit 8 Zi annern und e) 10 Doppelhäuser für je zwei Familien mit je 8 Zimmern errichtet werden. Die Häuser sollen zu folgenden Danerwerten überlassen werden: a) 11700 M.. d) 9200 bzw. 9900 M.«nd e) 15 400 M. Di« Differenz zwischen den Her- stellungSpreisen und verzinSvaren Danerwerten soll durch Ueber- teuerungSzuschüss« aufgebracht werden. Zur Beteiligung daran find die Gemeinden sowie der lkvekS Osthavelland angegangen worden. «eintckeudors. volkSbochschnle. Kmfu» von Engzlbert«ras über.-Wirtschaft«« und verkebrSPolM' diesmal nicht Donnerstag, sondern Freitag t Uhr im Aealgynmafwm. Groh-BerNner Lebensmittel. BeVenSmtktelkarte«nd Kochkunst. In der LebenSmittelabteilung de» Warenhause« Wrrthebn. Leipziger Straß«, zeigt die Znckrakc der HauSstauen-Berrtne Groß-Berlin, wie au« den rationierten Lebensmitteln sowie au« getrocknete« und Salz-Gemüsen schmackhafte Gerichte hergestellt werden könne». Von Dienstag 4 Uhr bi» Mittwoch S Mr. Die vollmilchkarten für Jnlt werden w den nächsten Tagen au»- gegeben, nnd zwar in Berlin für die Kinder im l. und 2. LebenSjahrg morgen Montag«nd Dienstag; im S. nnd 4. Mittwoch und Donnerstag im 5. und». Freitag und Sonnabend. Juiikarten bis 14. Juni dem Klein- Händler vorzulegen. Zum Ausgleich sür verkürzte Milchportion wird Kindern im 2. bi» S. Lebensjahr- je 1 Pfund Nähnniltel gewährt. Bezug- schew« zusammen mit den Milchkartcn. Für Juli bi» September in den nächsten Tagen, spätesten« bi» 14. Hunt dem Milchhändler vorzulegen. Berlin. Diejenigen Kinder, zwischen dem 1. 6. 1911 und dem 81. 5. 1218 gebore», einmalig 5 Päckchen Milchpuddingpulver. Bezugscheine vom 2. bis 5. d. M. bei vcn Brotkommtsfionen, dann bi« 8. d. SR. in den durch rote Berkaufsschtlder gekennzeichneten Geschäften vorzulegen In den vrotkommisfionen 9«— 103. 105—128, 131-132, 152-171, 173, 182. 185—191, 19«. 198. 282— 206, 207, 309, 211, 213. 215-216, 218-221. 226 ab 4. Juni sür jede angemeldete Marke V d'/. Pfund Heringe. Gültigkeit N' 8(125 g amerikanisch» Schweinefleischprodukte) bi» emschließltch 8. Juui verlängert. Eharlottenbuxg. Marmelade 500 Gramm(261. Kunsthonig 400 Gramm(27). Graupe« 100 Gramm(30). Hasentäbrmltlel 15-> Gramm kSI). Suppe» 150 Gramm(32). Für Jugendliche Haferflocken 100 Gramm (34). Teigwaaren 10ß Gramm(35).— Pom Juni ab erhallen auf die Groß-Verliner Nährmittelzusatzkart« setzt auch dl« Kinder, die vom 1. Juni 1911 bi» 81. Mai 1912 geboren find, Ausgabe vom 11. Juni ab, gegen vorlag« amtlicher AIter»nachweise durch zuständige Brotlommisfionen zwei Pöckcheu Puddingpulver(233).— Räucherwaren'/, Pfund(220, 217). Im Monat Juni«n di« w der zweiten Hälfte der Schwangerschaft befind- lichen Frauen 2 Pfund Weizengries und an Schwangere vom 4. Monat ab 1 Psund Zwieback aus besonder« Berechtigung» karten. An Kinder im 1. Lebensjahre 750 Gramm Hafernährmittel und an Kinder im 2. Lebens- jähre 500 Gramm HasernäbrmiUel. An Kinder vom 2. bi» 5. Lebens- jähr«(».II. LI, 011, Ol, OÖ) alt Ersatz sür ausfallende Milch je 1 Psund Kinderaerftenmehl. Schöneberg. Voranmeldung kl» 8. y-mi für 500 g Marmelade(24) nnd bis 7. für>/, Pfund Amerilamehl.(P 5). Ausgegeben: 250 a Welzen- eß(29, 80),'L Pfund Lmertkamehl(K 4), 125 g amerikanische Schweme- lschprodukt«(N 6). Wilmersdorf. Fortsetzung- Frischfisch«, Räucherware, Fischkonserven (F. dl), 1 vrleschen Süßstvff(21. 22), 500 Gramm Kunsthonig(24, 25». Ncuauigade: 200 Gramm Teigwaren(33), 100 Gramm Teigwaren sür Jugendliche(I 36), 1 Psd. Marmelade(26), entweder 250 Gramm auS- länd:schc4 oder inländisches Weizenmehl(di 5), S Pakete Lebkuchen für Kinder im t.— 7. Lebensjahre(15 A II, 3 1, 3 H, 0 I, 0 II und Be< zuglcheine). je 2 Pakete Lebkuchen für Berjonen km 75. Lebensjahre und darüber, 1 Büchse Kondenkmilch für Kinder im 7.— 13. Lebensjahre auf Le zu osch ein«, Ist, Pjd. Haferflocken für Kinder Im 1. LebeuSjadre,-2 Pfd. Hafeftlocken für Kinder im 2., 1 Pfd. Ret» für Kinder im 8., 1 Pfd. Gries jür Kinder im 4.— 6. Lebensjahre(14 A I, A II, B I, B II, 0 I, 0 II) Steglitz. 5 Psund Kartoffeln. Verlaus, von Brotausstrich vom 31. S. bk? 3. 6. 500 g AuSlandSmarmelad«(2 K 14001—22800). Infolge Trans. portschwierigkelicn amrril. kond. Milch für Kinder.du 6. bzs 12. Lebensjahre noch nicht eingetroffen. Reukölln. I Pftmd Marmelade(26), Händler zeigen Slnireffcn der Ware an. Ferner 150 gr Hajersabiilate.(29). Jr den stättischen Ver- ausSstellen 400 gr Nährmittel für Jugendliche(33—36), ab Wochen- mitte. Freihändig Zitronen, Honig, Sewürzsabrtkate. Im 6: Brottom- Mission sbczirl 125 gr Käse. Zufuhr an Seefischen. Die neue Kartoffel- tundenliste tritt morgen Montag w Kraft. Mariendorf. 500«r Marmelade(24). Karten di» M 0 n t« g bei einem Händler vorzulegen. Dreptow. 100 Gramm Rudeln(80), 100 Gramm Ktnderaerstenmehl sür Jugendliche(35), 100 Gramm Hülsenfrücht« als Ersatz sür 50 Gramm Fleisch< beide) 22 der Fieischkarle), 375 Gramm Zucker, 250 Gramm Aus- landSmehl(Q t),'/, Pfd. Räucherware(18).__ Stralau. Sonnabend, 7. Juni, 800 g Graupen(81, 82). Abschnitte di» Mittwoch abgeben.. Reinickendorf. In den amtlich« Verkaufsstellen'/. Pfund Tab ah 8,— M.(30. Zeitpunkt solzt noch. Ab 3. Juni Kinderlarte A ein Psd. Kindcrgerstemnehl, 4 Pakete Zwieback, 1 Paket Puddingpulver. Kindcrkarte 3 >/, Pfund Reis, 2 Pakete KckS Kinderlarte 0'/, Psund-Paket Schokoladen, nährungSamts. In den amtlichen Verkaufsstellen Vanillezucker. Die amt- lichen VcrkausSsiellen bleiben zwecks Vkonatsinvenwr nach Beendigung des Milchverkauss geschlossen. I am 2. Juni. III am 5. Juni, IV am 4. Juni, V am 3. Juni. Heute werden die Milch- und Effenausgabeslcllen von Eich- hornstr. 3t a nach Rntontenftraße 38 und von Berliner Ztr. 113 nach der Kägelftr. 8»erlegt. NewaweS. 1 Dos» Gülze(64), von Freitag bis Sonntag. Aus« häng-kästen beachten! Groß-Serkkner parteinachrichten. Avbeiterräie, kommunale Slrbriterräte, Betriebsräte der S.B.T. Morgen Montag 7 Uhr, Festlaal des Herrenhauses: 4. Vortrag des(Sc- Nossen Dr.©tri einer über»Organisation und RentabMät wirkschastlicher Beiriebe'. Berlin. 4L., 42., 46., 47. und 48. Slbteilnng. Morgen Montag, abends 7 Uhr, Schulaula, Ostender Str. 87/39: Dritter Vortrag des Genosse!: Mermuth über:„Die große stanzöfische Revolution und der utopische Sozialismus*. AZ. Adrig. Morgen Montag 7 Ubr: Frauen- Seseadeud bei O. Gillwald, Puttbuser Sir. 24.— Dienstag 7 Ubr: Propaganda- ansschuffsitziing bei Tamm«, Buttbnser«, Ecke Rammlerstr.— Mittwoch 7 Uhr: Zablabend bei Nippe, Swinemünder Str. 47, Gillwatd, Puttbuser Strohe 24, Schräpel, Grünthaler Str. 13. Eisenbahner. Arbeitsausschuß und Bezirksvertrauensleute ver- sammeln sich morgen Montag, Puntt 4 Uhr, Im Deflauer Garten, Deflaucr Straße. Jungsozioliftisthe Vereinigung. Donnerstag, abends's, 8 Ubr: Voriraa im.Jugendhelm*, Lwdenstr. 8:„Was müssen wir von der Volks- Wirtschaft wiflen?" Schöneberg. Franenleseadend morgen Montag 8 Uhr in den betannien Lokalen. Friedenau. Morgen Montag 8 Ubr: Franen-Leseabend, Luisen- schule, Goßlerstr. Frau O e st r e i ch spricht über„Ernährungsfragen*.— DienStag 7'/, Uhr: Mitgliederversammlung im Gesellschaftszimmer des Ralskellers. Bericht von der Zkreisgeneralversammlung. Vortrug: .WIrischastlich« Wege zur Sozialifierung*. Neuwahl des Arbesterrats und Verschiedenes. Lichtenberg. Morgen Montag 7 Uhr: Funkiionärsitzung bei Stöber, Jungstratze 29. Vollzähliges Erschewen Pflicht. Wichtige Material- ausgäbe. Spanbau. Am Mittwoch, TS, Uhr, Aula Ecke Friedrich- und Molilestraße: Mitgliederversammlung. Bericht über die Gründung de» VolksblatteS für Spandau und da» Havelland; Wahl drr Preßt» mmisfion; Wahl des KretSbitdungs- und Jugendausschuflcs.— Der wichtigen Tagesordnung wegen Erscheinen aller Mitglieder notwendig. EggerSdonf. Zahlabend MUttooch 8 Uhr Bei Küchholz. Vorträge, vereine tmö Versammlungen. Zentralstelle sür Einigung der Sozialdemokratie. Nieder- schöneweide. Montag, 8 Uhr, Mitgliederversammlung und Zahlabend bei Becker, früher Hilscher. Lerlwer Straße, Eck« Fcnnftraße. Lichterfelde, Oeffentttche Versammlung Dienstag,'/,S Uhr, HennigS Festlöte, am Bahnhoj Ost: Deuftchlands Zukunft und die Einigung des Proletariats. Referenten: Joachim(S. P. D.), N« g m a n n, Boll- zugZrat(U. S. P. D.). Zur Deckung der Unkosten 0,20 M. Drr Kongrcfiausschuh de» am 21.— 23. Juni in Berlin stattfindenden Sozialistentages besteht aus der Genossin Adel« Schreiber und den Genossen F. M. Bauer, Alexander Edelstein, H. Hachau!, Viktor Knauer, Alexander Schweitzer. Bureau im Herrenhaus, Leivziger Str., Zimmer 9, Die Gcnoflen nnd Genossinnen, welche gewillt find, Delegierten Unter. kunst sür drel Tage zn gewähren, werden gebeten, dies dem Bureau mit- zuteilen. Freie Hochfchulgemelnde für Proletarier. Arbeiterräte! Be« tricbsräte I Funktionäre aller Branchen I Kursus über Wirtschaftsgeographie beginnt Mittwoch ausnahmsweise erst nm 8 Uhr. Mathemathik-KurS sür Jugendliche am Sonnabend von jetzt ab stet» in zwei Abteilungen: Anfänger ohne Borkennwifle von 8—5 Uhr nachm., etwa» weiter Fort- geschritten« von 5—7 Uhr nachm.— Humboldt-Hochschuie. Ganttälsrat Dr. Karl Hirsch beginnt seine Vorlesung ,DaS Weib in den wichtigsten Perioden seine» LebenS mit bejonderer, Berücksichtigung der Hygiene*(mit Llchlb.) Donnerstag, abends 8—9'/, Uhr, Geargcnstr. 80/31. Hörertorten Hauptbureau, Neue Friedrichstr. 53/56, Kaujhäujern und Buchhandlungen.— Freie Vereinigung für Recht und Sozialismus. Freitag, 1*1, Ubr, im früher» Herrenhaus, Leipziger Sir, Zimmer 20: B esprechung der Mitglieder über.klusgaben und Arbeitsweise der Vereinigung*. Einleitendes Referat: R.-A. O b 0 r n i k e r.— Bund für Kulturpoltk. DienStag, VI, Ubr, im Lesfing-Museum, Brüderstr. 13: Dr. P. K r i s ch c:»DieFraualS Kamerad*.—»Freie Schwimmer*, Charlottenburg. Mittwoch: Monatsfitzung im Volkshause, Rofinenstr. 3(Stehbierhalle). �Besprechung und Regelung der diesjährigen Sportsalson.— Teutseber Arbeiter. Dheaterbund. Geschäftsstelle beim Kall. Bernhard Arlt, Potidam-Wild- park, Vtttoriastr. 26.— Urania. Daubenfmche.»Von Kopenhagen bis Stockholm*, am Sonntag, DienStag, Donnerstag, Sonnabend. Montag, Mittwoch, Frettag:»Die Jniel Rügen*. Sonniag Wiederholung.D>e Schönbett der deutschen Landschast* zu kleinen Preisen, nachmittags 4 Uhr. Im Hörsaal: Sonniao. Montag, Dienstag Professor Dr. P. Schwahn über .Der Mond al» Wcltlörprr*.— Ehristenlum und Kommnnisinus. Morgen Montag 8 Uhr. Psarrer Blrier, Aula Sybelstr. 2. Ecke Lcibnizstr. Freie Aussprach«.— Siegen den Militarismus in ver Justiz. Bund Neue« Vaterland. Morgen Montag 8 Uhr w der Stadtballe. Klosterstr. Es sprechen Dr. Max Deri, H-lmuth von Gerlach, Dr. Boenheim. Justizrat Loewenstein und Justizrat Werthauer. Eintriltstarien 1 M. vorher Kursürstenstr. 125. Gesamtbetrag dem Fonds sür polittsche Gefangene. Hauptmann Willy Meyer über»Laßt Recht vor Gewalt gehen!*— Pfingstsonnnvend internationale Kundgebung gegen die ver- gewaltigung ver Völker, 7'/. Uhr abends, Philharmonie. Vorsitz sühri ein Amerikaner. Sprechen werden: Inder, Perser. Aegvpter, Jrländcr, Flamen, Teutschöst erreicher, Elsaß-Lothringer, Schleswig-Holsteinee. Ost- markcndeutsche u. a.— Ardeitsgemcinschaft sozialistischer Techniker. Dienstag, 7 Uhr, In den Zelten 23. Saal 4,5 hochvt. 1. Bericht des Arbeits- ausschusseS. 2. Gründung der Arbeilsgemein chaft soz. Techniker und einer BezirkZgruppe Groß-Verlin»._ Jugenüveranstaltungen. DaS Jugendheim bleibt heule geschloflen. Spielparti« nach Papen- berge. Treffpunkt 7 Uhr: Alexanderplatz(Berolina). Lichtenberg. Donnerstag: Ltchtbildervortrag. Wanderung Tirol. Aula Rattzausstrage. Einlaßtarien 30 Ps. durch «et»er»u»stchren kür da« mirttere Rorddrnt/cükaud»I« Montag mittag, vielsach heiter und am Tage warm bei meist schwachen, vorwiegend»ordwestlichen Winden; strichweise Gewitter, sonst trocken.■— JUWELEN Brillanten, Perlen, 1 Perioneetiinlre und sonstigen Edelstein- nehmneU, Altgold, 1 Silber, Platins kaufen ( zu höchsten Preisen• ilnionte ilX tte™" 1 I Leipziger Str. 97— 98 I l und Kfinigstr. J6. SeUellÄ ESt-wÄ Harz, Leim:e. tauft Winkler n.Co� All-«chönh.Str.2«.(B2* «NM«ISSfÄ elektrisch u.«as. Sslide«teste. Auf SSunfch degu-me gahl'.nig. Pole£ Pn Potsdamer Str. 561 ICij a tu.,(Hochb. PMowktr.) Ge!f. Steinpilze Itafett bae"' frei, Intl. Verpackung, dfitrldM. F.CUmeo«, '(»pxeemald). M« Gnintltierelfifflg■ mehrere IrantiErtSapniiiirai gebrauchte Rlder m. 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Sozialisierung von Land- und Forstbetrieben. Abwanderung der Industrie-ße vöikerung nach dem Lande. Labdwirtschalt und Volks-* ernährung. Gemeinsamer Land- und Industriebetrieb und gemeinsame Land- und Industriearbeitcrkammcn;. Kreditbeschaffung für unbemittelte Industriearbeiter, die sich auf dem Lande ansiedeln wollen. Geistige Unter haltune auf dem Lande. Landarbeit erfrage». Verbesserung der Wohnverhältnisse auf dem Lande. Sozialisierung von Staats- und KroogOtern. Godaiikenaus- tausch zwischen Stadt- und Landarbeitern. Besichtigung Aon Muster-Landbetrieben.»SSÜb Tendenz. Die Korrespondenz arbeitet rein sachlich und wissenschaftlich, sie lehnt grundsätzlich jeden persönlichen Angriff gegen eine bestimmte Person, einen Stand, eine Glauhensangchörigkeit oder Partei ab. Sie läßt besonders Männer und Frauen des schaffenden Volkes, die Ober ein sachliches und praktisches Wissen verfügen, zu Worte kommen. Die Korrespondenz steht auf dem Boden der Wahr heit und Sachlichkeit und dem Gecianken einer vereinten sozialistischen Arbeltsgemeinschaft aller schaltenden Kräife, die ein„Arbeltsehrgcfühl" besitzen, Mitarbeiter. Daß besonders In Industrie- u. Landarbeiterkrelncn für das Arbeitsgebiet der Korrespondenz Jetzt ein Interesse vorhanden ist, beweisen die in wenigen Tagen eingegangenen 300 Zuschriften aus allen Kreisen der Arbeiterschalt. Volkswirtschaftler, Land- und Industriearbeiter und h -Arbeiterinnen, die Im praktischen Leben stehen, sind 8 als Mitarbeiter willkommen und Ihre Anregungen zur J Förderung unserer Ziele werden dankbar angenommen. Auf Wunsch wird Inlormationsmateria! zugesandt. Beeiabtlon und Ver)»ar tlf-r Freien wlssoneehaftl.- MozialiHtiachon Agrar-Korresponds-na Berlin SW. 61, 4*leschlncr Straße 110, II link., Telegramm-Adresse t Agrarsozialist-Berlin. Stammeln, Lispeln, Nervosität und Angstgefühl vor dem Sprechen, Atemnot etc. beseitigt gründlich Dp. 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Schrift. stück» noch sonst genannt worden sei.— Der Zeug« antwortet, er sei vom llntersuchungSrichter vorgeladen worden, wie sein Name bekannt geworden sei, wisse er nicht. Zeuge Henze, Führer eines Depot» der Republikanischen Soldatenwehr in der Lützowstraste, sagt, am S. Januar seien mehrere Leute tn sei» Depot gekommen, sie hätten de» Schriftstück de« RevolntionSanSschnste» vongezeigt und vor den Mannschaften de» Depots ein« Rede&>• halten, worin gesagt wurde, die Regierung Ebert-Scheidcmann sei gestürzt, ein« neue Regierung sei eingesetzt. Die Mannschaften hätten diesen Angaben nicht geglaubt. Zeuge S b e r v i n. Porsitzender de» Soldatenrats des 3. Garderegiments zu Fuh bekundet, am S. Januar seien einige Kameraden auSgesibickt worden, um sich über sie allgemeine Lage zu unterrichte». Sir seien zurückgekehrt und hätten Ledebour m,t- r bracht. Der habe«ine Ansprache gehalten, die aber die Zu. immung de» Regiment» nicht erhalten habe. Nach Ledebour habe ein Mehrheitssozialist gesprochen. Dann habe der Zeugr die Mannschaften aufgefordert, sich zu erNären. ob sie hinter der Regierung ständen. Di« Mehrheit habe sich für die Regierung erklärt, die Anhänger der U.S.P. hätten sich später auch der Mehr« brit a»«eschl»ffen. Vorher habe Ledebour geglaubt, da« Regiment stände auf seiner Seite. Die Verteidigung schlägt einen Zeugen vor, der angeben soll, dost Tiesenhanfr» bei den Januar»»rruhen als Spartakist verhaftet worden fei.— Tiesenhauscn macht hierzu folgende Angaben: Nachdem er iich nicht mehr zum Dienst im Polizeiprästdwm eingefunden Hatte, seien Marmichaften Eichhorn» in seine Wohnung gekommen und hätte» geiagt, wenn er nicht am nächsten Morgen um S Uhr im Polizetpräfidium erscheine, werde er erschossen. Nachdem diese Leute sich entfernt hatten, Hecke er zu fernem Sck.utz die Mili» tärwache im Hause Wilhelmstraste 74 aufgesucht. Auf seine Bitte habe ibm der Wachkommandant gestattet, die Nacht im Wachlokal zuzubringen. Legitimiert habe er sich durch seinen Ausweis als Mitglied de? Eichhornschen Sicherheitswehr, da er nicht» andere» bei sich gehabt habe. In der Nacht sei er in dem Gebäude her» umgelaufen und dabei in die Munitionskammer gekommen. Hier bätien ihn RegierungStruvpen der Wache betroffen, ihn fest- gcnomn«n und gesagt:..Jungeken. jetzt bist du erkannt, du schnüs- feist hier herum, du bist ein Spion, jetzt wirst du ohne Gnade an die Wand gestellt." Er habe aber nicht die Absicht gehabt, zu spionieren, sondern sich«inen für sein« Nachtruhe geeigneten Raum zu suchen. Den NegierungStruppen sei er schon deshalb verdächtig gewesen, weil er sich durch einen Au»wei» Eichhorn» legitimiert haite. Er habe die Regier» naSiruppe« gebeten, ihn hinüberzu- führen zum Minister Eugen Ernst, der ihn legitimieren könne. den« er sei erst am Tage vorher bei Ernst gewesen. Die Regie. dast er den Soldaten erzählte, er sei derjenige, der dem.Borwart»" da» Material gegen Sichborn geliefert Hab«, also sei er doch kein Spartakist und kein Spion. Dann hätten ihn die Soldaten zu Eugen Ernst geführt, der ihn mit den Worten empfangen habe: .Zianu. was wollen Sie denn schon wieder hier 7" Der Zeug« Tiesenhausen hatte bei seiner ersten Ver- nehmnng angegeben, er sei am Abend des 6. Januar nach dem.vor- wärtk" gegangen, um einen Bericht auszugeben über die Rede, die Ledebour am Polizeipräsidium gehalten hatte. Die Verteidigung kommt auf diesen Vorgang zurück und stellt Fragen an den Zeugen Tiesenhause'n. die er dahin beantwortet: Al» er nach dem .Vorwärts' kam. Hab« er den Redakteur Kuttner in einem Parier«' zimmer angetroffen. Als er seinen Berich! diktiere« wollte, bab« Kuttner gesagt, er solle noch warten. Dann seien die Spartatiste» in den„Vorwärts" eingedrungen und aus dem Bericht sei nichts geworden. Ehe die Spartakisten eingedrungen waren, habe er, Tiesenhausch:, die Wache des.Vorwärts" ausgefordert, ihrer Pflicht als'Rsgierungstruppen eingedenk zu sein und die Sparta- kisten zurückzuhalten. Aber die Wache habe nicht auf ihn gehört, sondern sich ergeben, und die Menge sei in den Hof gestürmt.— Rechtsanwalt Liebknecht hält dem Zeugen vor, zuerst habe er gesagt, er sei durch die Besetzung des.Vorwärts" gehindert worden, seinen Bericht zu diktieren. Jetzt sage er, er sei dadurch gehindert worden, daß Kuttner beschäftigt war und ihn deshalb warten hieß. Welche der beiden Angaben sei denn die richtige?— Zeuge: Wie Sie eS nehmen, Herr Verteidiger.— Vorsitzender: Endgültig gehindert wurden Sie wohl durch das Eindringen des Zuges?— Zeuge: Jawohl.— Rechtsanwalt Liebknecht bezeichnet diese Frage deS Vorsitzenden als eine Parteinahme zuungunsten de» Ange- klagten.— Rechtsanwalt R o s e n f e l d schließt sich dieser Erklärung an und sagt, durch die Frage des Vorsitzenden sei dem Zeugen Ge- legenheit gegeben, sich aus einer Verlegenheit herauszuwinden. Das sei dieselbe Art der Fragestellung durch den Vorsitzenden, gegen die auch der Angeklagte schon öfter protestiert habe. ES sei eine offen» fichtliche Parteinahme zuungunsten deS Angeklagten, wenn der Bor, fitzende durch die Art seiner Fragestellung dem Zeugen«inen Weg zeige, aus dem er sich miS einer unangenehmen Situation heraus- winden könne. Der Vorfitzende bemerkt, seine Frage habe nur der tatsächliche» Feststellung des Sachverhalts oienen sollen. Er frage die Berteidi- gung, ob sie den Vorwurf der offensichtlichen Parteinahme aufrecht- erhalte.— Die Rechtsanwälte R o s e n f e l d und Li'ebknecht erklären, sie wollten nicht sagen, daß der Borfitzende die Absicht gebabt habe, gegen den Angeklagten Partei zu ergreifen, aber die Wirkung seiner Fragestellung sei die gewesen, daß sich der Zeuge aus einem Widerspruch habe herauSwinben können. Nach einer Beratung de? Gerichts verkündet der Vorsitzend«: Die erste Erklärung der Verteidigung ist dahin aufzufassen, daß dem Vorsitzenden der Vorwurf gemacht wird, er babe eine absichtliche Fälschung deS Beweisergebnisses zuungunsten des Angeklagten her» beiführen wollen. Die Rechtsanwälte Rosenfeld«nd Liebknecht werden deshalb jeder in ew« vngebührstrafe von je IVO Mark genommen. Da die Verteidiger am Montag durch einen anderen Prozeß in Anspruch genommen find, findet die nächste Sitzung am Dienstag statt. wie die Landarbeiter wieder unterjocht werben sollen. Die Revolution hat auch erfteulicherweise die Landarbeiter anfgerültelt, die wie kaum eine andere Arbeiterklasse unter der Zwangsjacke der Unternehmer fteckle und schwer darunter zu leiden hatten. Der Verband der Landorbeiter hat seil den Sievolution». tagen einen Aufschwung gehabt, wie ihn prozentual wohl keine Gewerkschaft aufzuweisen hat. So ist in einzelnen schlesischen Kreisen, z. B. in dem ausschließlich rein agrarischen Kreis Nimplsch, fast die ganze Landarbeiter» schaft im Landarbeiter« Verband organisiert. Fast jede» größere Dorf hat seine eigene Zahlstelle. Diese» Erwachen der Landarbeiterschaft hat schon inebrfach zu Lohnbewegungen und im Anschluß daran zu Tarif» Vereinbarungen zwischen Landarbeiterverband und landwirt- schaftlichen Arbeitgebern geführt, die für die Landarbeiter ein« er» freuliche Besserung ihrer Lebenshaltung brachten, weil eben die Arbeitgeber wohl oder übel den Wünschen der Arbeiter Rechnung tragen mußten. Aber auch die Arbeitgeber sind nicht untätig ge- blieben. Sie scheuen die wenigen Pfennige, die sie mehr an Lohn zahlen müssen, trotz der Ricsenverdienste, die sie mühelos ein» streichen. Sie gründen jetzt eine Gegenorganisation gegen den kraslvoll vorwärlistrebenden Landarbeiiervcrband. Zu diesem Zweck versenden sie ein st r e n g vertrauliche» Zirkular mit Ein» schreibebrief, au» dem wir folgende« wiedergeben: Geheim. Sehr wichtig! Abschrift. Kunzendorf a.O�.». 1919. Herrn Inspektor...... ,,.»»»» Sehr geehrter Herr! Die landwirtschaftlrchen Arbeiter habe» durch Erlaß der RevolulionSregierung da« KoalitionSrecht erhalten; sie werden e« sicherlich auch sobald als möglich ausnutzen, und e« besteht die groß« Gefahr, daß sie sich zu freien Gewerkschaften unter Führung der Sozialdemokratie zusammenschließen werden. Diese ist auch ickon eisrig am Werk«, die Landarbeiter in ihrem Sinne zu organisieren. Diese Geiabr muß auf da» Nachdrücklich st e mrt allen Mitteln bekämpft werden. E» wird allerdings nicht möglich sein, die Organisation der Landarbeiter zu ver» hindern, es kann nur angestrebt werden, sie so zu organisieren, daß sie nicht landwirtschaflsfeindlich, sondern»freundlich zusammengefaßt werden, wa« ja auch ihrem eigenen Borteile entspricht. ES muß vor allem der Sozialdemokratie zuvorge» kommen werden. Auch die christlichen Gewerkschaften sind für die Landarbeiter wenig geeignet; die sogenannten gelben kommen garnicht in Betracht. AuS dieser Erkenntnis herau« ist für Schlesien von einigen führenden Landwirten der.Schlesische Landarbeiter» Verband' gegründet worden, zur Organisation der Land» arbeiter in ausschließlich landwirtschaftlichen Gewerkschaften, die, an und für sich parteilos, doch allmählich ver« suchen sollen, die Uebereinstimmung der Belange der Arbeitnehmer mit denen der Aibeitgeber in der Landwirt» schaft klar zu mache».(Die gelbe Laudarbeiterarganifatiau.) Zur Gründung der Organisation find Gewerkschaft?» sekretäre in Breslau in mehrwöchentlichen Kursen aus ausgesuchten schlesischen Landleuten ausgebildet worden, welche teilweise schon an der Arbeit sind, zunächst in besonders durch die Sozialdemokratie gefährdeten Kreisen. Die Landarbeiter sollen alle vorteil«, die ihnen andere Gewerkschaften bieten können, bei billigeren Beiträgen genießen, unter anderem eine Zeitung, den.Schlesischen Landorbeiter'. Arbeitslosenunterstützung, Sterbegeld, Rechtsschutz und dergleichen erhalten. ES ist eine ganz neue Organisation geschaffen und man hat aus bestimmten Gründen auch nicht den Anschluß an die christ- lichrn Gewerkschaften empfohlen. D» erste Einrichtung de« Verbandes kostet« Geld, der Anfang ist durch freiwillige Beiträge bestritten worden. Später wird er sich durch die Beiträge der Gewerkschafter erhalten... Die einzelnen Kreise sollen mit Zuteilung eine« Gewerkschafts- sekretär» nach dem Eingang ihres EinvrrstäydniffeS und eines an- gemeffenen Beitrage» zu den Kosten, berücksichtigt werden. Die oben genannten Tetlnedmer jener Besprechung haben beschlossen. einen einmaligen Äesamtbeitrag von ungefähr SV 0 0 M. für den Kreis aufzubringen, der auf die Herren Großgrundbesitzer nach dem Verhältnis des Grundsteuer- reinertrage« jhreS im Kreise belegenen Grundbesitzes verteilt werden soll; sie erwarten bestimm«, daß die Herren Berufs- genoffen sich diriem Beschlüsse anschließen werden. Nach diesem BerteilungSschlüffel entfällt auf" Ew. Hochwohlgeboren der Betrag von... M., dessen Einsendung ich unter Benutzung der ein- liegenden Zahlkarte baldgefl. auf mein Postscheckkonto erbitie. Ich werde die«ingegangenen Beiträge gesammelt abführen und die Abrechnung einer Revisionskommission vorlegen. Ich bitte dringendst, dieses Schreiben ganz streng vertraulich zu behandeln und»ach Kenntnisnahme und Erledigung zu ver- nichten. Die gegnerischen Parteien und die L r b e t t e r selbst dürfen e» nicht erfahren, daß die GründungSkasten deS neuen Verbandes teilweise von den Arbeitgebern be- stritten werden. Es darf auch über die ganze Angelegenheit nur so wenig wie möglich gesprochen werden, auf keinen Fall in der Effenbabn. Der GewerkschaflSsekretär wird ohne Vorwissen der Guts- Herren und Arbeitgeber im Kreise erscheinen und die Gewinnung der Landarbeiter betreiben, welche den Zusammenhang nicht wisseu dürfen.. Mit vorzüglicher Hochachtung ganz«rgebenst gez.: SB i l h e l m T e i ch m a n n. Au» diesem Schriftstück geht hervor, daß die Gioßgrundbefitzer ihr Spiel, das Landproletariat weiter in Hörigkeit zu erholten, so leicht nicht aufgeben. Mit eigens von ihnen gegründeter Organi« sation sollen die Landproletarier über ihre Klassenlage hinwegge- täuscht werden. Aber auch in dies« neue Falle werden sich die Land« arbeiter nicht mehr locken lassen, dafür wird der Landarbeiter-Ver- band mit sorgen helfen. JVEUE S 0 MM EV,- KL> Ell) Eft- STOFFE Eollen, Chinakrepp/ Selden-Qabardln und Kaschmir in n-ur«Nio«n Färb» und qq vt schwarz. Glau und bcillckl.......... 3040 42— bis 99i0 M. Reinseiden« Schleiersloffe w großer .ai.a�GC4t™!!; 14302040bls35— M. Schottisch karierte Schappselde«n C«chmac!tvoll«n Mustern und Farben»! ellur gen 32» 3520 bis 35- M. lLU�'da t9®2&ob.4C«>R Blusenstoffe. GeslreJfl und karleit..... 1Ö4 1930bl»32»M. Mantelsclde. Elntarbto und kartetl.... das M«t«r7ö— M. Neue Jackenkleiderst offe Reinwollene Gabardine u Twllls In nemeuigin Farben und In schwarr■•• ÖS/SC 0/ blallLSOM. Mischwolle In oemlschten Forfaenlönen 19- 22- bis 43» M. Schouische Stoffe m Mich«- Auswahl 39» 42-bü7Ö- M. Bedruckt Seidenbatist Blumen-, Punkt- und Siretfenmustcr in retchhahlger Auswahl... 15» 1 7» bis 2520 M. 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Mr laden hiermit alle Kollegin»«»»nd Kollegen ein. die nachstehend verzeichneten Bezirksversammlnngen vollzShllg zu besuchen Zn träge------- gedoiei Deroer_________„_ Bezirksfitzunae» geistig zu festig_________ dringend erforderlich, daß die Mitglieder an de» innere» Arbeiten des Berbande» durch Besuch der Bezirksfitmngen regen Anteil nehmen 70/18« Die Vezirtsversarnnelnnge» finde» stak: Mimoch. m 4. 3uai mg. Ms Vh Hör Bez. Spandau,««t stref«. Bez. �reptov-BÄUniIckulenTveg. Restaurant Treptower Klause-, Etsenstr. 27/28, Ltle Kies. holzstraß«. Ufr{{JsHlfnteo Achtung! neue» Cataft ÖCZ. GUCiL-emeC. �verii„or Hof-, Alttonplatz L Bez. KSntgstvufterhauren-Slildjiu. Abond« 5'/, Uhr: Hotel»Pfuhl*, Känigswust erhauten Bez. KarlsborfL ÄÄT' ZMmllZg. den 5. 3«nt, svends?/> llhi Bez. forden I Ä"' Berliner, Brunnen ür, 140. ßez. forden II eÄÄT'k Bez. forden NI �0°«.�«« Germania-Festsäle. Thaufieefir. 110. Bez. I�sord- Olt. WM- 9ai*~aU*t Bez. JS'ord- Melt. WMMMWM" Iran ..______________. iatz. Bez. 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Juni, 5 Uhr Das neue Europa Referent:»ermann WIlke. N. voeteog: Atttwvch. de» A Zuni. 5 Ilhe Deutschlands Friedenswirtschaft Referent:«»doli 5t«raieId-SteMu>mp. IN. vorkrug: Donnerstag, den 5. Zuui. 5 Uhr Pläne zum Bölterbund Referent: vr. Küthe. 2 Antritt feril Sellerfammlung zur Deckung der Kosten. 1 Bekantttmachnng. Zur Besettigtmg von MateuSströmungen in den Häusern, welche innerhalb»er Weichbildgrenz« Berlin», in Baum. idmlenweg, Treptow und in Rewickendori liegen, richten wir vom 1. Juni b. Jnni d. I. ab für die Sonn» und Seiertag« von 8 Uhr vorm. bt» 8 Uhr nachm. im Hanse Straliuer Str. 57/58 eine Tichrrhcttöwache et». In vorkommenden gällen ist diese durch Kernsprechanschluß Zentrum 10530 anzurujen. Berlin, de» 24. Rai 191». ldirekti«» de» städtische»»aSwrrkr. Bekanntmachung. Di« Reichseegiernn» hat die Mittel demilNgt, um den>u der geit vom 1. Aull 1915 bis 5. November 1918 mit Ber sorgungsberechtigung enilalfenen»riegobeschädigten mit niedrigem Ctnloiunt-n einen stntlafiungoauzna zu gewäheen. AI» niedrige» Einkommen tu tnesem Sinne soll gelten, wenn der betreffend« Persorgungoderechtigie in Gemeinden mit weniger«I« 50 000 Einwohnern weniger al».'«ZOO M. in Gemeinden mit 50 000 dt« 100 000 Einwohnern wrniger al» 4000 M. und In Gemeinden mtt mehr al» 100 500 Einwohner» weniger al« (KiOO M. steuerpfiichnge» Einkommen besitzt. Die hiernach zum Enipsang eines Entlasiunasanzug, Be» rechtigten habe» sich unter Borlage de, Milttiirpefle», de» Rentenbuch«« und de» Stenerzettels an ihre versorgunas- »bteilung»u wenden. Bei Bertorgungoberechtigten, die nicht steuerpfiichttg sind, tritt anstelle de» Steuerzcttel» eine einsache Bescheinigung der zuständigen Gemeindebehfirde(Polizei, Ge- tindevorstand usm.) llder de, Stnkoaimeus. Die Vcrsorgunaoobteiiun, stellt ihnen nach Prüfung ihres Anspruch» einen Berechttgnngsschein au», auf den der Anzug verabfolgt wirb: für die Angehörige» ber Bers-Abt. I bei der Swkleibungsftrlle l Turmftr. 85a(Badeanftall). »»»». II bei der EknNeidungsftelle II Oderberaerltr.(Bodeanst.), »»»»» M beidrrCinkleidungssteNe ill Dennewiststr.(Badeanst.Z, mm m mm IV beider EinNeibnugsstell« IV Bwmenftr.»I, rnm m m» V beider Elnkleibungzstelle V Spnudancrstr. Lg, mm m.„ VI bei der Einkleidungssteile VI Kransenstr. 41. Auf Wunsch dm» an Stelle de««nzua«»der einzelner �cke �»ie»«»«ntschädigung aewibtt werden, dt« wie die Kriegsbeschabigtrnbe'hilfe von den Entinffnugsstelleo gezoblt wlrd. 81 D B ezirtSkommaudo l— IV. MM« H« 2=°- S 5 JC ZmenliUliWsi wnc Senossenschaft .:iui!ter Hastpflicht zu Berlin. Bilanz am 2». IL. ISIS. Aktiv». 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Vistorts-Sase. zeutram 108« 5 246118 Im Jahre 1918 ist ausge- schieden ein Mitglied, hinzugetreten sind 14 Mitglied er. Ende 1918 gehörten demnach der Geuaffeuschast 47 Mit- glieber an. Die Gcschiist». gnthaben haben sich um I9W M. erhöht. Die Haft- summen betrugen Ende ISIS 11750 M., haben sich»Ifo gegen das Borjahr um 3250 R. erhöht. 107/3 Berkin, den 25. Mal 1919. Bansenofseuschaft „Waldheim" Eingetragen« Genossenschaft mtt beschränkter Hastpflicht. P. waruschk«. VaezIoivsN. veiznietcn. Es mutz unbedingt vermieden werben, daß Familien»on auswärts hier Wohnung finden, während hiesige Familten abbochlos bleiben. Ferner ersuchen wir dringend alle Faulilsen, Lberfillffige Zimmer abzutreten bezw. zu oermieten. In Häusern, in denen sich Zläume befinden, welche sich al« Wohnungen herrichten lassen, sind diese unbedingt zu Woh- nungen»uszubauen. Jeder helfe mit, der herrschenden Wohnungsnot am Ott- zu steuern. Ball«», den 28. Mai 19!». 820 Der Vainainbavarflastec. Dar älcbeitecr a(: _____________________ Au g. P e r r i t. ? Was schreibt? | ä!e ÄDslaidsjjrcsse,»Äi 1 I» Ser«, Prawda usw. usw.— Alle diese Tagesaeitungen 50Wiediebe Ulnstricrtcn, anslSndiscäen j ianntesten Vosf«rbltiffan wtr» Hau» mit steinen eu für 200000 M. zu verkaufen. Billige Miete», z. KL über 14Ä!ine, L Hypothek bis 1928 fest iir. Scbrnidi Säbno, Leipzig. CUIJ,®. SRouerttc. Zentr. 12000—3 u. 300«. Parteisekretär für den IL anhalttscbcn Wahlkreis(Bcmburg-Cöthen) zum I. Juli gesucht. Rednerische und organisatorische Begabung Haupterfordernis.— Bewerbungen mit Gc haltsansprüclten bis T.Juni an Guftav Arndt, LeauerstraBe 4. Bern bürg,! 262/13 i Mlill'WU wie neu, 2150«. Cnantl- 9Uin» sehr billig. Plaaospcieber Alexandersir. 37(Atej.-füoch). » ck_ ck Als Spezialität: I- »>! Bunte Küchen inbeliebigerFarbe kompl. v. 375 M.an Einzelne Möbel in riesiger Auswahl Auf Wunsch dkMiMMMz Möbelhaus Bollkrug, Neukölln, Hermannstraße 257 I am Hermannplatz. Gasglfliilichtbs*anche! 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Der Vorsitzende der Stadtvcrord»cleii.?irsüWiml»nsi Hopf. 45,11 iKönflet Benwimwrtefliiitef, erfahren, mit organisotsrischem Talent, der mich onf dem Ge biet« de» Stedlungswesen« Kenntnisse besitzt, wird al« 12921t Gemeindevorsteher in einer im Aufstreben begriffenen Gemeinde in der Umgegenk Berlin» gesucht. Bewerber wallen ihre Meldungen mit selbst ßchrietenem Lebenstanf und Angabe der Gehattsansprüdl« Mb Anflcheift„Vviaerbung* bis 15. Juni er. einreichen Dar 7»orsiaa» der»aaetydv Bohnsdorf>. Grünau t. Bt. llnaevettertanea bei dauernder jahresstetiung UN« ttasiem Salär gesuet».«ort«» dt Co� l-indouslr. 35. MWIWMHIWIM..WB Blase«»» Von»»«» nit toi Mc («MMtM Penktm w4 Ftck»; Blute v» M* iMtotHc« StltcukadM Bluse—»»ot�B■»««, Ruaktn nd TordMditl fctMtctt Bluse"« v*:mmb T«Ur*ll« m. /»»»t Vor4ert.a.Kra( nl«kz«t. Scho&bluic••• T»ll- «sfl* mit nikeM Pftldots an« Mehlem SUoff ta iBfiar Anefahrrmg.... 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Uniform ist möglichst mitzubringen. llngidtrtit« Freiwillige bon 17—20 0öd«ti. die f christliche OiiiverftändniZ- «Mruag der Mtem dejm. des Varmtntbti beibringen wollen. MindeftgrStze bieier Seat« IIb Meter. . Mabiteb«ehart des«lenstgrades— mindeste»» Mk. UV.— ... mnnatlich(Löhnnttg).— Tagetznlage».Zt. Mk. st,—.®er. heiratet«»r» ft St. 1,05 extra, antzerde« pro Sind Mt. V—, freie Untertunft nnd«erpfiegang. RetkoMg»ersdnlich aber fthriststch an da» ffSerbebneean, Berlin UW. StessOs«riaitnalgartcht. Tinrmitr. SU. das anf Tlnsordern einen Fragebogen ver- feaket nach keflen Kufl|flOua« und Cingaag(in Zahrtausioets nach vetlin über- wiejea wir».»wo A Mittelmann >»» Bankgeschäft oy»7». Berlin C. 19, Petripiatx 4 gaaaatber dar PMrlklrehe aa Ptrwtprat h er: Zaatiaai an, IM and«ML CaaekAiteeniaden It I»_ a Uhr ■Maabaad GeaahlHaaell a-J Übt. AnaiaMaag laalBishahar IHekttB kMfaslog. Gewisjerbatt« Bemtnnj bei Aalage der trelgewoNenen kap Italien BttldVcrwcrtang aoeltndhcta. 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N.�: Der von einigen NeiKS- und Staatsbehörden bisher noch immer eingenommerre Standpunkt, daß ein Bedürfnis für den Abschluß von Tarifverträgen zur Regelung der Lohn» und Arbeitsbedingungen der in Reichs- u»ch Staatsbetrieben beschäftigten Angestellten und Arbeiter grund- sätzlich nicht anerkannt werden könne, hat den Reichsarbeitsminister, der diesen Standpunkt durchaus mißbilligte, veranlaßt, die Frage im Reichsministerium zur Sprache zu bringen. Wie nicht anverö zu erwarten, ist die Frage dahin entschieden worden, daß auch Reich?- und Staatsbehörden Tarifverträge ab- schließen fallen. Wenn sich unseres Wissen? auch die Regierungen der Gliedstaaten mit der Frage noch nicht beschäftigt haben, so dürste doch mit Sicherheit zu erwarten sein, daß auch die Bundes- regierungen der Stellungnahme der Reichsregierung sich anschließen werde,.. Die Kündigung von flngeftellten. Eine neue Verordnung. An zuständiger Stelle erfahren die P. P. N.: Die Verordnung deZ früheren Reichsamts für wirtschaftliche Demobilmachung über Einstellung, Entlassung und Entlohnung der Angestellten vom 24. Januar 19l9 steht vor, daß, falls die Weiterbeschäftigung von Angestellten infolge der besonderen Verhältnisse des Betriebs ganz oder zum Teil unmöglich ist, eine Verpflichtung hierzu nicht b e st e h t. Alsdann muß im Benehmen mit dem A n g e- stelltenausschuß oder einer andern gemäß Verordnung vom 23. Dezember 1918 eingerichteten Angestelltenvertretung oder mit der Mehrheit der Angestellten bestimmt werden, welche Ange- stellten zur Entlassung zu kommen haben. Auch dürfen die Entlassungen nur unter Beobachtung gewisser, in der Verordnung vorgesehenen Richtlinien erfolgen. In der Praxis der UebergaugSzeit haben sich diese Bestimmun- gen zwar bewährt, aber nicht als für alle Fälle hinreichend er- wiesen. Deshalb bestimmt ein« Verordnung deS ReichsarbeitS- Ministeriums vom 30. Mai 1919, mit Gesetzeskraft vom gleichen Tage, daß auch in anderen Fällen als dem oben erwähnten die Kündigung von Angestellten unter Mitwirkung der Angestelltenvertretung zu regeln ist und die erwähnten Richtlinien innezuhalten sind. Tie neue Verordnung bestimmt weiter, daß diese Vergünstigungen auch für solche Angestellten ein- treten, denen bei Inkrafttreten dieser Verordnung bereits g e- kündigt war. sofern diese Kündigungsfrist zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgelaufen war. Diese Vergünstigung gilt also auch für Angestellte, deren Entlassung zum 31. Mai 1919 aus- gesprochen worden ist. An l«tzter Stelle dehnt dir Verordnung den Wirkungstreis taS Schlichtungsauss chuss e» und des Demobil- machungskommissarS auf alle Fälle aus, in denen der Unternehmer sich mit der Angestelltenvertretung ins Benehmen zu setzen h a t, wo also der Streit über die Verpflichtung zur Wiedereinstel« lung oder Weiterbeschäftigung besteht Auch wird die Befugnis des DemobilmachungSkommissars, den Schiedsspruch für verbind- lich zu erklären und dabei die Wiedereinzustellenden oder Weiter- zubeschäftigenden zu bestimmen, entsprechend erweitert. wieder einer! Daß sich durch die Revolution noch nichts geändert hat und daß noch immer die Männer des alten Regimes die Alleinherrschaft haben, daS kann man jeden Tag von allen Kommunisten und Salon- kommunisten hören. In Wahrheit geht die Ablösung der alten LerwaliungSbeomren ihren ruhigen und gleichmäßigen Gang. Von den zwölf alte» Oberpräsidenten in Preußen find z. B. nur«och vier im Amte, die von Hannover, Hessen-Rassau. Rheinland und Ostpreußen. Und auch sie dürsten mit Aus- nähme dds Herrn v, Batocki, der auch uuter der neuen Regiernng werlvolle Dienst« leistet, in verhältnismäßig kurzer Zeit durch Männer ersetzt werden, die den Mehrheitsparteien entnommen sind. Gegenwärtig ist daS Oberpräsidium von Sachsen frei und wie die S. K. meldet, steht zu hoffen, daß die preußische Regierung auf Messen Posten wieder einen Sozialdemokraten berufen wird, wie daS in Schlesien pind SchleSwig-Holstein geschehen ist. Der Minister deS Innern, Genosse Herne, hat im HauShallungS« ausichuß der Landesversammlung ausdrücklich hervorgehoben, daß diese beiden parreigenöisischen Oberpräsidenten Philipp und Kürbi» sich ausgezeichnet bewährt hätten, ebenso wie die ihnen beigegebenen Staatskommissare Hörsing und Dr. Köster. Lügen-Post« Weil die Juden der Ostmark bei Deutschland bleiben wollen, kann die.Post' sogar einmal philosemitisch werden. Daß sie im übrigen daS alte Lügenhetzblatt geblieben is� zeigt folgende Rotiz- Wer erinnert sich nicht der Mittel, mit denen Demokratie und Sozialdemokratie den Militär-Etat bekämpft haben. D,e un- geheuren Summen sollten lieber für»kulturelle41 Zwecke Verwendung finden. Jetzt haben wir oder bekommen wir die berühmte vebelsch« Miliz. Demickland wird überhaupt kein Heer mehr haben, sondern nur eine Polizeitruppe von 100000 Mann. Und der Effekt? Die Kosten verringern sich nickt um einen Deutl Zu behaupten, daß daö nnS von der Entente auhwidrungene Söldnersystem dem Milizgedanken der Sozialdemokratie entspricht, dazu gehört die ganze eisenstirnige Verlogenheit dieses Unternehmer- blatte«. Stadtverordnete und �rbeiterrat. Ei« Konflikt in Gelsenkirche«. Gelsenkirchen, 31. Mai.(Sige»« Drahtbericht de».Vorwärts.') Die Stadtverordnetenversammlung in Gelsen- k' r ck e n beschloß gestern mit 31 gegen 28 Stimmen die Mittel «nb Bureauräume für de» Ardeiterret»u verweigern, darauf ver- ließen dr« beide» sozialistische» Fraktion«» zum Protest den Saal. Heute morgen fanden für da« Fort- bestehen de«»rbeiterrat« große Demonstrationen statt. sie hatten einen ruhigen Bellauf. die Beteiligung ist auf 20 000 Personen-inzuichätzen._ • Das neue baprische Ministerium. "ckVinisterprafideut Hofsmann loiedergetvahlt. Bamberg, 31, Mai, J« der heutigen VormittagSsitznng des Landtags wurde die Wahl des Ministerpräsidenten vorgenommen. Der bisherige Ministerpräsident Hoffmann ist wiedergewählt. Darauf teilte Präsiden» Schmitt dem Hause folgende vom Ministerpräsidenten übermittelte Ministerliste mtt! Es übernimmt das Aeußere, Unterricht und Kultus: Ministerpräsident Hofimann sSoz,), da« Innere: der bisherige Justiz- Minister Endreß, dw Finanzen der Abg. Speck(Bayer. voUSp.). den Verkehr von Frauendorfer(Fachminister), Handel, Gewerbe und Industrie.Oberregkerungsrat Hamm(Fachmknister), Sozial« Für- sorge: der bisherige Minister des Innern Segitz(Soz,), Justiz: der Abgeordnete Dr. Müller(Dtichdem.), Landwirtsaiast: Abg Freyberg iBayr. VolkZp,), Militärische Angelegenheiten: Schneppenhorst(Sog.). preußische Lanöesversammlung. 27. Sitzung vom 31. M a i 1919, 12 Uhr. Anl Regierungstisch F i s ch b e ck. Aus der Tagesordnung stebt zunächst der Antrag der Sozialdemokraten betreffend Annahm« eines Gesetz- entwürfe? über die Wahl der Gemeindevertretungen i» der Provinz Hannover. Abg. Stubbe(Sog.): In der Provinz Hannover bestehen auf Grund der äußerst reaktionären alten Landgemeindeordnung noch Gemeindeversammlungen mit Mehr st immenrecht, in denen der Grundbesitz das Uebergewicht bat. Hier muß das Parlament Abhilf« schaffen, damit die Demokratie zu ihrem Rechte kommt. UnterstaatSsekretSr Dr. Meyer: Die Regierung erkennt die Notwendigkeit einer Aenderung an und wird in kürzester Frist dem Haus« einen Entwurf borlegen. Es würde sich empfehlen, den An- trag dem GemsindeauSschuß zu überweisen. Nackdem Abg. Grabe(Zentr.) dem Vorschlag de« Regierung«- �Vertreters beigetreten ist, wird der Antrag dem'Gemeindeausschuß überwiesen. ES kolat die dringende förmliche Anfrage deS Abg. Dr.». Krause(D. Vp.), ob 1. der Wortlaut der deutschen Gegen- Vorschläge zu den FriedenSverbandlungen so rechtzeitig V o r g e- legt werden wird, daß die Landesversammlung noch vor der Ber- tagunq dazu Stellung nehmen kann, und ob 2. die Regierung be- reit ist, nähere AnSkunft über die Preußen betreffenden Bor- ichläoe zu geben. Unterstaatssekretär Göhr« erklärt namens der Regierung: 1. der vollständige Wortlaut wird voraussichtlich spätestens am M i t t w o ck der LcrndeSversammlung zugeben können; 3. die Regierung ist bereit, dem Hauie auf Anfragen näbere Auskunft über die de» preußiscken Staat betresiend-n Vorfchläae zn geben, soweit die politiicken allgemeinen Verhältnisse die« gestatten." Damit ist die Anstaae für beute erledigt. Nunmehr wird die Befpr'eckung der öre! Sergardeiter-Interpellationen fortgesetzt. Abg. Schwarz(Soz.): Zur Mitarbeit an den Vorschlägen, die unS gestern der Minister angekündigt bat, sind wir bereit. Es wird alle? darauf ankommen, daß die neuen gesttzlicken Bestimmungen nicht auf dem Papier stehen bleiben, wie lo viele? in der bisherigen Berggeietzaebung, sondern daß dabei auck e�waS für die Bergarbeiter herauskommt. Vor allem wird au? die H e r a b m i n d e- rung der hohen II nfallzisser hinzuarbeiten sein. Be- sonder? reformbedürsiig ift daS KnappschafiSivesen, Man hat hier gestern .Arbeiter- Horden' vorgeworfen, daß sie geplündert hätten. I« Saargebiet hoben die besseren Kreise geplündert. Die für Arbeiter besiimmien Fleisckwaren sind in den Küchen der besseren Volkskreise versckwuud-n und aus m'ndkrwertiqem Fleirck Bat man Arbeiterwuist hergestellt. Der Streik im Saaro-bstt war nicht politischer, sondern wirtschaftlicher Natur. Der Ackistundentao ist ausgerechnet von den StoatSbergw-rten nickt eingeführt worden, trotzdem diese vor Einrücken der Franrosen nock Zeit dakür gehabt hätten. Später bat man«ine halbe Stunde Mehrheit nickt einmal entlohnt. Der Redner gibt lehr ins einrelne gebende Tatsachen über die Arbeiterbewegung im Saorrevier und bemängelt dann die Ausnahm« der Ausgewiesenen de? SaorqebieteS im Reiche, Er schließt mit dem Wunsche, daß die Bebesserunaen am Berg- arbeiterickutze und die Neuordnung deS KnappschastSwesenS recht bald Taliocke werden möge. Aba. Ommert iDem.l areift den Vorredner an, weil er die Zeit der Berfasiunggebenden Versammlung iinoebübrltck in Anspruch genommen babe. Jetzd ist es nickt Zeit, Agitationsreden zu halten. Als Teilnehmer einer Verbandlnnq im Ministerium de? Innern weiß ich, dnß die Ausgewiesenen di�t ebrlicke Unterstützung finden. Abg. Rippel(Dnat. Vv.): Der feindlicke FriedenSeniwurf mackt uns die Fortführung der Sozialpolitik, insbesondere auch die Weiterentwicklung deS, Bergarbeiterschutz e S geradezu nnmöglich. Abg. Tegedcr(D. vp,): Die Kohle ist unser letzte» und vielleicht esnzigeS Zahlung?- mittel, um den FriedenSbedinotingen der Feinde nachzukommen. ES wird für die Zukunft unsere allergrößte Sorge sein, die Kahlen- svrderung auf die höchste Höbe zn bringen. Eine« der besten Mittel dazu ist ein gesunder, arbeitswilliger und ab eit« freudiger Bergarbeiter st and. Daher müssen wir alle brrechliaten Forderungen dieser Arbeiterschaft zu.erfüllen suchen. lieber da» Verlangen nach Herabsetzung der Arbeitszeit habe ich mich hier schon früher geäußert. So sehr wir den Berq- arbeitern die SechSstundenichickt gönnen, zuteil werden könnte sie ihnen nur, wenn eine internationale Festsetzung gelingt. Auch wir sind für die Erhöhung der Invaliden- unii Hinterbliebenenrenten. Der Zusammenfassung aller 110 KnappichasiS- kosten in eine ReichsknappichaflSkasse stehen doch große Schwierig- leiten entgegen. Abg. Windau(11 Soz.) führt Beschwerde über die Auslösung de« BezirkSarbeiterrates in Halle. .Handelsminister Fischbeck: Dieser BezirkSarbciterrat sollte das Oberbergaont konuculieren. Er hat sich aber in jeder Weise U ebergriffe erlaubt und seine Befugnisse überschritten. Er erließ, obnmhl er Kontrollorgan war, Verfügungen, die sich gegen die Regierungsverord- n u n g e n richteten, und drohte sogar, von der Regierung auSge- schrieben« Wahle» mit Gewalt zu verhindern. (Hört, hört?) Schließlich zettelte er einen Streik an. um die Re girrung Ebert-Scheidemann zu stürzen. Dieser Rat saß im Regierunasgebäude und wurde von der Allge- meinhett bezahlt. Die Regierung konnte sich etwas. Derartige? nicht gefallen lassen.(Beifall.) Damit sind die Bergarbeiterfragen erledigt. Es folgt die Beratung der förmlichen Anfrage der De u t- sschen Bolkspartei über die Zerrüttung de? Transportwesens und in Verbindung damit des Antrages der Deutschnattounlen auf Verbesserung öes Eisenbahnverkehrs. Abg. Garnich(D. Dp.): Unsere Anfrage liegt schon seit dem 17. März bor. Zu unserem Bedauern haben sich die Zustände im Eisenbahnverkehr seitdem noch verschlechtert. Der(Krieg, insbesondere der verlorene Krieg, mit allen seinetDFolgen ist die Ursach« dafür. Besonder« verhäng- ntsvoll ist aber die unüberlegte AnSliefernng unsere? Materials an den Feind gewesen. Der Feind hat 4137 Lokomotive« zurückgewiesen. und um die Bedingungen zu erfüllen, mußten wir 11 000 Lokomotiven zeitwctlig dem Vcrkebr entziehen. Ä-Hulick ist cS bei den Wagen gewesen. Dieses rigorose Vorgehen der Entente. »ommisfion bei der Eintreibung der WaffenstillstandSrechnung möge allen denen zur Warnung dienen, die(zu den Un- abhängigen) immer noch der Meinung sind, es ließe fick später etwas van den Friedensbedingungen abbandeln oder es würde mit ihrer Erfüllung nickt so genau genommen, rrber auch seit Abschluß d« Wasjenstillstandsvedingunge» ist Transport» Wesen immer weniger leistungsfähig geworden. Es ist ganz a u S» geschlossen, daß wir angesichts dieser Zustände noch eine Neu- abgäbe von Eisenbahnmaterial für Russisch-Polen leisten können. (Lebhafter Beifall.) Leider wird noch immer nickt reell und treu gearbeitet. Seit Abschluß der Feindseligkeiten ist die Zahl der Eisenbahnarbeiter um 74 000 auf 154 000 gestiegen. Die Arbeitsleistung ist trotzdem aber auf 30 Proz. der Fciedensleistung hcrebgesunken. Dieser verminderten Arbeitsfreudigkeit steht eine Lohn steige- rung von durchschnittlich 190 Proz. kür einzelne Arbcitergattun- gen bis zu 350 Proz. entgegen. Trotzdem treteu die Arbeiter jetzt noch für Lohnerhöhungen ein, die eine erneute Jahreöbrlastung von 2 Milliarden bringen müßten.(Unruhe bei den Unabhängigen.) Selbstverständlich müssen in einer so teuren Zeit auck hohe Löhne gezahlt werden. Aber wenn schon solche Lohnerhöhungen statt- finden, dann sollte auch wenigstens gearbeitet werden.(Lebhafter Beifall) Abg. Neumaun-Magdeburg(Soz.) bespricht die Arbeitsverhältnisse in der Kriegszeit. Das Ersatz- Material war außerordentlich schlecht, die Arbeit?« kräfte waren überlastet. Jetzt ist eine völlige Zerrüttung des Verkehrslebens eingetreten. Stundenlang muß man vor den Schal- tern warten, oft mutz man auf eine notwendige Reise verzichten, weil man nicht rechtzeitig die Fahrkarte bekommen kann. Wenn die Feinde unS so vi«.' Kohlen wegnehtneu, dann müssen wir die Hochmoore mehr ausbAiten und mehr weiße Kohle verwende", das sind die Wasserkräfte. Eiscnbahnmiitister Dr. Leser: Die Verhältnisse sind in der Tat außerordentlich.ernst. Am deutlichsten zeigt das die Betriebszahl. daS ist das Verhältnis der Einnahmen zu den Ausgaben. Es. betrug zrüher zwischen 50 und 60 bis 70. 1918 war der Betrisbskoefsizicitt 80.39 und jetzt ist er 129,90.(Hört, hört!) Das heißt, die Ausgaben sind um 39 Prozent über die Einnahme» hinausgewachsen.(Hört, hörtO Nach dem nouen Etat wird ein Zuschnh.von 700 Millionen Mark erfor- derlich sein.(Hört, hört!) Der Älpril ist ein außerordentlich ungünstiger Monat. Wenn das so weitergeht, dann brauchen wir im Laufe deS Jahres einen Zuschuß von 3100 Millionen Mark.(Leb- Haftes Hört, hört!) Mit dem vergangenen Jahre zusammen wür- den wir dann die furchtbar erschreckende Zahl erhalten, daß wir für die Eisenbahnen in zwei Jahren S Milliarden Mark Zuschnß brauchen.(Lebhaftes Hört, hörll und Bewegung.). Das sind 25 Proz. mehr als die französische Kriegsentschädigung von 1871 betrug.(Andauernde Bewegung und Rufe rechts: Der Segen der Revolution!) Diese Zurufe sind ungerecht, denn die Verhältnisse haben sich schon vor der Revolution entwickelt. Ich kenne die schwierigen Lebensverhältnisse, aber eine Erhöbung der Bezüge ist nicht möglich, weil der Finanzminister rein Geld mehr zur Ver- sügung stellen kann. Das einzM Miiiel ist, eine Senkung der L e b e n s m i't t e l p r c i s e herbeizuführen, und zwar durch Zu- fuhren aus dem Auslände. Der Minister gibt dann eine Uebersickst.über die Tätigkeit der Eisenbahnverwaltung im Kriege und nach dem Waffenstillstände. Bei den Abgaben auf Grund des Waffenstillstandes nahm uns die Entente nur das beste Material ob. und das hatte abermals eine große Rückwirkung unerwünschter Art auf unseren Betrieb. Auch der Achtstundentag, eine kulturelle Errungenschaft allerersten Ranges, war zunächst technisch ui>d wirtschaftlich für die Eisenbabnverwaltung eine harte A'uflo�ge. Wir mutzten Doppelschichten einführen, für die zunächst nicht genügend �>aud- wcrksmatcrial vorhanden war; wir stiegen»it der Werkstätten- arbeiterzahl von 70 000 auf 162 000, eine Zunahme von Über 100 Proz. Da kam es vor, daß die Arbeiter zwar körperlich in den Werkstätten anwesend waren, aber au? Rangel cm Hand- werkszcug nicht arbeiten konnten. Ter Waffenstillstand hat uns 5000 Militärzüge und 900 Gesangenenzüge gekostet. Sehr- zu leiden gehabt bat der Betrieb durch die m'a ngelhaften Er- a tz st o f f e, insbesondere für Kupfer. Insel, le der Fortführung er Blockade mußten wir auch sehr erhebliche Umwege fahren. Weiter wurde unsere Leistungsfähigkeit durch die Kohlen. not sehr erheblich beeinträchtigt. Auch für den Transport der Halle r fchen P o l e n a'r m e« haben wir 250 Züge stellen müssen. Der R e p a r a t u r b e st a n d hat sich bei den Lokomotiven gegen 1914 aut weit über das Doppeitc erhöht. An Güter- wagen ist kein Mangel; hier fehlt es vielmehr auch an Lokomotiven. An P e r s o n'e n w a g e n sind wir nicht mehr leistungsfähig. Von 44 000 haben wir 10 000 an die Entente abgeben müssen, manches hat sich aus fremden Bahnlinien verkrümelt, es stehen uns nur noch 17 000 leistungsfähige Personenwagen zur. Verfügung.(Lebhaftes Hört, hört! auf alle» Seiten des Hauses.) Unser Eisenbubnwesen gehört als sozialisievter Betrieb dem ganzen Volte aber es icheint mir, als habe das Volk in den letzten Monaten dickes Besitzrecht eigentümlich ausgelegt, indem es aus den Wagen alles entfernt, waS nicht niet- und nagel- fest ist(Große Heiterkeit),«ber nicht bloß alles mitnimmt, sondern auch mit dem Material ganz schmachvoll umseht und ohne jede Veranlassung die Wagen in eine» unbeschrewlichen Zustand versetzt. In aller OeffentlickkeU erhebe ich die Klage, daß ans unsere Kriegsbeschädigten im Eisenbahnverkehr keine Rücksicht genommen wird. (Lebhaste Zustimmung.) Soweit wir konnten, sind besonder« Abteile für sie eingerichtet worden. E? ist doch ein schmerzlicher Gedanke, daß mancher Schieber und W u'ch e r e r, der nie an der Front gewesen ist, sich einen Pkttz zu verschaffen weiß, wäh- rend der, der auch für ihn mitgcblutet hat, bei diesen Elemente» nicht einmal soviel Rücksicht findet, daß ihm ein Platz ein- geräumt wird.(Lebhaste Zustimmung.) Wir�sind am 20. April dahin gekommen, daß nur noch 15 Proz. aller Schnell- und Per- sonenzuge gefahren werden. Wir haben auch für den Personen- verkehr.eine Reihe von Erschwerungen eintreten lassen müssen. So mußte die Fahrterlaubnis eingerübrt werden. All« solch« Mittel sind anormal und unschön. Erst dieser Tage übersandte mir die Eisenbahndirektion Berlin einen dicke« Band voll gefälschter Erlaub- nisscheine. Obwohl ich noch nicht versprechen kann, daß der Verkehr in allernächster Zeit wieder in ordnungsmäßige Verhältnisse über- gefiihrt wird, werde ich von morgen an die FahrterlaubniS beseitige» (Lebhafter Beifall), werden wir von morgen ab wieder 42 Proz. der Züge fahren lassen, und wir hosten damit einigermaßen dem Be- dürfni? entgegenzukommen.(Wiederholter lebhafter Beifall.) In allernächster Zeit soll auch der S t ü ck g u t v c r k e h r frei- gegeben werden und sollen stufenweise Erle ich ierun- gen für den Verkehr in Wagenladungen erfolgen. Voraussetzung für alle diese Verbesserungen ist aber, daß an den Werkstätten regu- lär gearbeitet wird. Ick hofft die StaatSarbeiterschast wird ein- sehen, daß es, um ein sozialistertes Unternehmen wie die Eisen- bahnen nicht herunterkommen zu lassen, notwendig ist, daß scder einzelne an seiner Stelle das Seinige leistet und mitzuwirken bereit ist. Ick Hab? nichts dagegen, auch die«rbeiterfchaft und die Auge- stelltenfchaft in alle« diesen Fragen zu Rate zu ziehen, denn nur in freudiger Zulammenarbeit ist die riesengroß- Aufgabe, die mir durck Jbr Vertrauen gestellt ist. zu lösen. Die Wiedergesund!»!» i unseres ganzen WirtschafislebenS kann einzig ttnd allein durch die iWicderher stell tlng normaler Zustände in d-r S t a a t s e i s« n b a h ii v e rsiv a l i u n g und in ihrem Detriebe herbeigeführt werden, erst dann kann in dorn ganzen StaatSorgamS mus wieder ein lebhaftes wirtschaftliches Loben pulsieren.'Dcvzu brauche ich die Mitwirkung der Beamtenschaft, der Ar- beitersckast und der O e f f e n t! i ch k e i t.(B?ifall.) �Hierauf wird um 5 N5r die Forlsetzmig der Beratung r'f Montag, lg Nh'r, vertag». Außerdem weitere förmliche Anfrage«, GewerWMewWng Me Waren nnd Kaufhausauaestellte« z«m S Uhr» Ladenschlutz. 'Die Sektion der Waren- und Kaufhaus angestelltem des Zentva? berbaudcs der Handlungsgehilfen hielten am Freitagabend in den ?lies«rä»men des Sportpalastes in der Botsdamer Straße eine Vncsan?mlumg ab, um Stellung-tum Sechsuhrladenschluß zu nehmen, Das einleitende Referat hielt Bu blitz. Er wies darauf hin, daß der Kampf um früheren Ladenschluß schon 2Vj_ Jahrzehnte gehe. Wegen GaStnangel sei im letzten Winter der Scchsuhrladenschluß gekommen. Wenn der frühere Schluß im Winter zu keiner erheb- lachen Erschtverung der Geschästsfiihrung Veranlassung gegeben habe. so sei nicht einzusehen, warum im Sommer die Geschäfte bis 7 Uhr geöffnet sein sollen. Sdun sei dazu eine andere Frage gekommen, nämlich der Achtstundentag. Dvboi dürfe nicht übersehen werden, daß von den Bureauarbeitern die fiebenstündiae Arbeitszeit»er. langt und in erheblichem Maße durchgeführt fei. Der Redner wandte sich unter ollgemeinem Beifall gegen eine durchgehend« Ar- beitSzeit. weil kein Ladcnangeftellter eine solclw langdauernde Tätig- Zeit aushalten kömiie. Gr legte eine, im Sinn« seiner Rede ge- halten« Resolution vor, die an die Magistrate von Berlin und der Vororte gesandt werden wird und verlangt, daß der Sechßuhrladen- schluß durch OrtSstatut eingeführt wird. Diese Resolution soll auch an die Aktionsausschüsse der S. P. D. nnd der U. S. P. D. sowie auf Verlangen aus der Versammlung heraus, an die Slationalv�r- sammln ng gesandt werden. Di« Resolution wurde noch kurzer De- hatte einstimmig angenommen. De Kollgtn Licht berichtete, daß durch Verhandlungen mit den Arbeitgebern nachträglich noch einige Darifpositionesi verbessert worden seien. Um diesen Tarif ent- wickelte sich dann eine längere Debatte, weil die Angestellten eines größeren Betriebes nicht damit zufrieden waren. Von allen Di§- kussionsre-dnerl» wurde diesen Kritikern aber erklärt, daß gerade sie die wenigste Berechtigung zu solcher Kritik hatten. Beim Tarif- ab, Muß habe sich leider wieder die zersetzende Tätigkeit des Werk. . bmcheS gezeigt. Ueber den Tarif binaus müssen die einzelnen AuS- schüsse versuchen, für ihre Kollegen Vorteile herauszuholen; was mich schon verschiedentlich geschehen sei. Zum Schluß machte Dublitz davon Mitteilung, daß vom Eisenbahnministerium eine Verfügimg ergangen sei, wonach eine Verpsl-ichtung zur Abgab« von Eisenbahn. sahrkarten an Ferienreisende nicht besiehe. Di« Versammlung protestiert entschieden gegen diese Düaßnahme des Eisen bahrrm in isterS, weil ohne Erholungsreise die Ferien nur halben Wert haben, Sie beanstragt die Leitung, wogen Aufhebung dieser Verfüg, mg mit den entsprechenden Behörden in Verbindung zu treten. Ätie TonntagSruhe der Blumengeschäft Sangestellte« in Gefahr. Zu der unter obiger Neberschrift erfolgten Veröffentlichung de» Verbandes der Gärtner in der Freitagabendnnmmer des.Vorwärts' wird uns vom Polizeipräsidium versichert, daß von einer Gefährdung der Sonntagsruhe für die Angestellten keine Rede sein könne. Der Polizeipräsident habe in den amtlichen Nachrichten de« Polizei- Präsidium» am 30, Mai im Gegenteil auf die strikte Durchführung der Sonntagsruhe verwiesen, wobei auch die Straßenhändler mit einbegriffen sein sollen. Int vorliegenden Falle handelt e» sich lediglich um Ausnahmen, die indessen eine Gefährdung der Sonn- tagSruhe nicht im entferntesten in sich bergen. Tarifabkommen im f?rifeurgewerbe Spandans. Zwischen der ZwangSirniung der Friseur- mrd Perückenmacher und dem Verband dec Friseurgehilfen, Zweigverein Spandau, ist ein Tarifvertrug abgeschlossen worden mit der Bedingung, daß der- selbe am 3. Juni d. I. in Kraft tritt. De Arbeitszeit beginnt um 8 Uhr und währt bis 7 Uhr, Sonn- abends 8 Uhr. Die Mittagspause betragt tlb Strmden. die Früh- stück!-- und Vesperpause% Stunde. An den 2, Feiertagen herrscht VetriebSruhc, ebenso am Montag von 1 Uhr an in jeder Woche. De Lohnzahlung erfolgt wöchentlich in barem Geld« ohne Kost itnd Logis, Nur in Fällen, wo besondere Vorkommnisse e» gestatten, kann auf Antrag der Beteiligten die Schlichtnngskommission die Ge- Währung von Kost und Logi« gestatten. Die Löhne sind Mindestlöhn« und betragen pro Woche: Herren- sviseure unter 19 Jahren 53 M., darüber 60 M.. Damenfriseure 75 M., Gehilfinnen mit Lehrzeit 55 M.. Gehilfinnen ohne Lehrzeit im 1. Jahr 45 M., im 2.-Jahr 50 M. Der Aushilfslohn beträgt pro Stunde 1,60 M. Sonnabend» von 2 Uhr und Sonntag 16 M. Höhere Löhn« dürfen nicht gekürzt werden, kürzere Arbeitszeit nicht verlängert werden. Den in Arbeit stehenden Gehilfen und Ge- hll sinnen ist die Bedienung von.Kirndan auf«gent Rechnung und Anfertigung von Haararbeiten bei.sofortiger Entlassung untersagt. Arbeitgebern, die die Mindestpreise nicht einhalten. werden kein« Arbeitskräfte nachgewiesen. Bei Erhöhung der Preise hat ein« vor- berige Verständigung der Vertragschließenden ftaitzufinden. Vitt der Durchführung und Ueberwachnn« des Vertrages ist eine au» drei Arbeitgebern und drei Arbeitnehmern bestehende SchlichtungSkom- Mission betraut. �«■ fymw �4-Ulffl flUCIi CTT �UJvHTvTlTrC(1 f(M �vliutTtv* dorfer Magistrat. Die Vertrauensleute der Bureauhilfsarbeiter de» Magistrats nahmen mit Entrüstung Kenntnis von der fristlosen Kündigung des Kollegen Adolf Zybell �Kriegsteilnehmer) und erheben gegen diese Maßregelimg mit allem Nachdruck Protest. Die Maßregelung erfolgte auf den eintägigen Proteststreik hin, ohne daß Zybell über sein vom Magistrat bemängeltes Verhalten nnd der Angestelltenausschuß über die Entlassung gehört worden ist Baarbciterverband. verein Berlin, Gipsbranche. Bezug- nehmend auf unsere Notiz vom 29, Mai teilen wir unseren Kollegen noch folgende? mit: Di« Rachzahlung der Differenz zwischen dem tatsächlich gezahlten Lohn und dem jetzt festgelegten, für die Zeit vom 26, April bis 16. Nlai erfolgt von Sonnabend, den 31. Mai ab. Für Kollegen, welche inzwischen entlassen worden sind, gilt als End- termin für die Geltendmachung ihrer Ansprüche aus Nachzahlung Dienstag, der 10. Juni 1919. Der SektianSvorstand. I. A.: Paul Hähne._ Trohsndcr Streik im BahnhofSbnchhandel! Die seit mehreren Wochen wegen Lohnerhöhungen ichwebenden Verhandlungen der Angestellten der Firmen Georg E t i I k e nnd Vereinigte Deutsche KioSk- und Berliner Trinkballen« Gesellschaft m. b, H, haben bisher zu einem befriedigenden Resultat nicht ge- führt. Die bisherigen Zugeständnisse feiten« der Inhaber sind der- art cingeschtänkt worden, daß sich die Arbeitnehmer unter keinen Umständen damit einverstanden erklären wollen, bewegen sich doch die zurzeit ge,ahlte>i festen Wochenlöhne zwischen 30—50 für Berlin, 20—25 M. für außerhalb erkl. Provision von den Einnahmen. Da« den Firmen gestellte letzte Ultimatum läuft am Montag, den 2. Juni, nachmittag« 2 Uhr, ab. Die am gleichen Tage nach den Pracktsälen Alt«Berlin, Blnmenstr. 10, abends 8 Uhr, ein- beruftne Versammlung soll alsdann über den sofortigen Eintritt in den Streik abstimmen, fall» die Firmeninhaber auf ihrem ablehnen» den Standpunkt verharren. Der Angestellten-verband des Buchhandels, Buch- und ZeitungSgewerbe». Deutscher TranSportarbefterverband für Hamburg. Zentralverband der Handlungsgehilfen. Der Ar- beit-rrat: Werner Schult. Sämtlichen Angestellten gekündigt haben zwei Firme«, welche angeben, die im kürzlich abgeschlossenen Tarisvettrag für den Buchhandel festgesetzten Gehaltserhöhungen nicht zahlen zu können. Es kommen die Firmen Bobach u. Ko. sowie I. Bachmann u. Co., Sarsortiment und KommiifionSgeichäft. Berlin, in Betracht. Die Firma Vobach n, Ko. beschäftigt eine Reih« Angestellte, deren MonaiSlöhne sich zwischen 30 nnd SO M..bewegten. Die Angestellten der Firma I. Bachmann glauben, daß eS sich bei der Schließung de? Geschäft« und ihrer Entlassung um eine einfache inanzielle Transaktion handelt, bei der aber rücksichtslos wie bei ollen kapitalistischen Maßnahmen über Menichenschicksale hinweggeschritten wird. Sie weisen den Borwurf, durch im berechtigte Lohnforderungen die Firma ruiniert zu haben, mit aller Ent- schiedeuheit zurück und überlassen es dem Urteil der vom Ertrag ihrer Arbeitskrast lebenden Bevölkerung, darüber zu entscheiden, ob ein Existenzminimum von 280 M. bei den heutigen LebenSverhält- nissen in Berlin nicht weit unter dem bleibt, was zur Fristung eine« wirklich menschenwürdigen Daseins notwendig ist. Zcntralverband der HandknngSgehilfen, Ortsgruppe Grosj-Berli«. Im Reichsarbeitsamt liegt gegenwärtig ein Gesetzentwurf über die Betriebsräte vor, das auch das Mitbestimmungsrecht der Arbeiter- und AngeftclltenauSschüsie regeln soll. Der Zentralverband der Handlungsgehilfen beschäftigt sich mit diese« Geseyentwurf in einer am Dienstag, den 6. Juni, abend«'/«S Ubr. im Sportpalast. Potsdamer Str. 72. stattfindenden öffentlichen Proteswerfammlung und ruft zur Teilnahme und zum Protest aus. Alle Ausschuß- Mitglieder, Obleute, Vertrauenspersonen und Funktionäre in Industrie und Handel werden er- sucht. EinladungSzettel für diese Versammlung am Montag Mittag von 12 Uhr ab im Verbandsburean, Münzstr. 20, abholen zu lassen. m_ Gewerkschaftlicher Zusammenschluß der Privat- forstbeamten. Dem Vorgehen zahlreicher Angestelltengruppen in Handel und Industrie folgend, haben nunmehr auch die Privatforstbeamten sich zu einer Organisation auf gewerkschaftlicher Grundlage zusammen- geschlossen. Vor einigen Tagen tagte in Berlin die erste Haupt- Versammlung des Neudeutschen Privatforstbeamtenverein«. Zum Leiter wurde Rrvierförster Karl Äorf, Forsthaus Sieker. Post Weg- gun, Uckermarck, gewählt. Als Hauptaufgabe betrachtet der Verein zunächst die Sammlung de« gesamten mittleren Ptivaiforstbeamten- ftandeS zu einer machtvollen, über das ganze Land sich etstrcckenden, in Provinziolvetbänden und KrciSgruppen sich verzweigenden Organisation, Modell- nnd Fabriktischler und Modelldrechfler, llt»«t« a, den 2. Juni, abend« 5 Uhr,.PharuSsäle-, MSUerstr, 142: vranchni. Versammlung, Tagesordnung: 1. Bericht der Kommisston von der Ben- Handlung. 2. vrancheuangelegenheiten, 3. verschsedene«, BerbandSbuch vorzeigen. Kamm- und Haarschmntkbranch«. Abends 7>/, Uhr, in den »FoiNlna-Festsälen-, EttauSberger Str. S: Branchenversammlung, Tage»- ordnung: 1, Bericht der Kommission über die drei Bersannnlungen betreff« Festlegung der Grundlivne. 2. Der Lohnkamps m der Holzindubrie, 3. Verbands- und Branchenangclegenheiten. Abend» 7 Uhr,.Klmigstadt-Kafino*, Holzmarktstraße(Ecke Alexander« Straße): Branchenversammlung der Drechsler und der Treppen- geländerarbetter. Tagesordnung: 1. Unser« Lebnbewequng, 2. Stellungnahme zu wichtigen Benissfragen. 8. Vorschläge von Kollegen zur Anftelliing stn Bureau. 4. Branchenongeleginheiten und Berichiedcne», PünNIIcheS Erscheinen der Kollegen der S. P. D. ist dttngend notwendig, Nahmenvergolder. Mittwoch, den 4. Juni, abends 7 Uhr, im Lokal von Trewe, Rungestr, 30: Branchenversammlvnq, TageSordnun-: Die Lage de» Streik». Deutscher Metallarbeiter-Verband. Dienstag, den 8. Juni, abends s Uhr. Bezirks Versammlung der Süden- tzlgtrli im«ewerischastshau«, Enoeluser 15. Saal 4, Tagesordnung: Vor- irag über Räiesystem, Referent: Genosse Sommerfeld, Korreferent: Genosse Erwin Barth, Mitgliedsbuch legitimiert. Die Geschäftszeit wird, wie die Verwaltung mitteilt, mit de« 16. Juni auf S— 4 Uhr durchgehend gelegt. Ausnahme macht die Be- ichwerdeftelle des EchlichtungSauSschusse», in der Auskunft von 11—2 U!w erteilt wird, Di« Bureauzeit der Bibiiothek ist Montag und Sonnabeni von 9—1 Ubr. Dienstag und Freitag von 9—1 Uhr und 4—7 Uhr, Miii- (noch imd Donnerstag von 9—4 Uhr. Dienstag, den 3. Juni, abends S'/, Uhr, Branchenverfammlung aller in den Eilenkonstruktionsbetrteben beschäftigten Arbeiter und Axbeiterinnin sowie Aufzug» Monteure und Helfer, in den Mufikerfälen, Kaiser-WUhelm-Str. 31. Tagesordnung: 1, Bettcht üder die mit den Arbeitgebern gepflogenen Verhandlungen, 2. Diskussion und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Vertrauensleute der gesamten Branche erschewen um 5 Uhr, Funktiouäre der KriegSgesellschafte«. Am Montag, den 2. Junt, abends>/,8 Uhr, findet ein« gemeiniame Besprechung der BetriebSsunktionäre de» Zentralverbande» der HandlungSgebilsen und de» Verbände» der Bureauangestellten im großen Saal des Fürsten Bülow, Potsdamer Str. 45, statt. Das Erscheinen aller sreigewertschastllch organiftetten Betriebs. sunkttonäre ist unbedingt erforderlich, Feurrwerkslaboratorinm Svanda«. All« bisherige» Arbeiterräte, vertranenSieute und Kriegsbeschädigte treffen sich am Dienstag, den 3, Juni nachmittags 2% Uhr, in Spandau, Reue Welt, zwecks vekonnlgobe der Einstellungen. Heinrtch Schwarze, Post, und Delrgravheuverwaltung. Veztrk»Ost«nd Slordoft-. Montag, den L. Juni, abend« S Uhr, w der Aula Rigaer Str. 8, Versammlung, Tagesordnung: Bureankratl- und Fortschritt tm neuen Deutsch- >and. Resercnt: Genosse Dtzura«. Essenbohn-Unierasfistent. Freie Aus« sprach«. Angehörige mitbringen. Der SerbeauSschuß, Post' nnd Delegraphenverwaltung. Montag, den S.Juni. abendS 8Uhr, Vcrirauensmänn erVersammlung de» 3. nnd 4, Bezirk»», Reichenderger Str. IS, am Kottbuser Tor. Wichtige TageSottmung. vcrfichernngSangeftrllte 1 Am DtenStag, den». Juni, abend» 's,8 Uhr, findet im Spottpalast, Potsdamer Str. 72, eine Versammlung statt, um zu dem Gesetzentwurf über die Betriebsröte Stellung zu nehmen. Da für jeden VersicherungSangcstcllten ikncndlich Mel auf dem Spiele steht, ist da« Erschewen aller Ehrenpflicht.« Aentralverband der Handwnas- gehtlfen. Werkmeister-verdond. Be»«. XI. Donnerstag, 5, Juni, abend» 8 Uhr: Erste Generalversammlung im»Pfefferberg', Franssutter Alle« St3, Zivecks besserer Wahrung der Jnteressei! aller Meisterinnen Groß. Berlin» durch Zusammenschluß w einem eigenen Bezirksverein findet ewe Bersammlimg G-on. Berlins am Mttwoch, de« 4, Jimt, abend» S Uhr, Restaurant.Patzenhofer', Warschauer Str. 37/88, statt, Gnsemdlemusiker. Am Montag, de« 2. Junt, vorznittag» tv Uhr, w' den Mustkerlälen, Kaiser-Wilhelm-Stt. Zt. Versammlung der Sektion der Ensemblemufikcr. Tagesordnung: Tarissragen, Das Erscheiueu der ge« samien Kollenschast ist dttngend notwendig, Soziales. Schlendrian bei Anspräche« der Kriegsbeschädigte«. Wir haben schon wieberholt darauf hingewiesen, daß Renten- anspräche von Kriegsbeschädigten wicht nur Monat«, sogar Jahr« zu ihrer Erledigung brauchen. ES vergeht eiin halbe» Jahr und mehr, bis der Beschädigt« auf seinen Antrag überhaupt erst Nach- richt erhält. Aber auch die Erledigung von Gesuchen für Hoilbe- Handlung und Kuren läßt oft solange auf sich Warden, daß der Zweck des Gesuchs nicht mehr erfüllt werden kann. Ein solche» hatte ein Kriegsbeschädigter am 22. Februar 191S an da» DezirkSkommando gcriebdet. Am 20, Mai, also nack, nahezu S Monaten, er- hält der Kriegsbeschädigte den Bescheid, daß sein Gesuch angekom- wen und in Bearbeitung genommen sei. Wie lange sollen derartige Zustände noch geduldet werde«? Berontw örtlich für Politik Art,» eattna«, eia.�ftMtus, für de» übttgr» Teil de» VlatI«»: msred Scholz, ReulSlln: für Anzttg«»: lheodor»lockt. Brrlin. vrrlag: Borwütto-Berlaa». m. b. tz.. Berlin. Bruck: BorvoStt». Buchdruckerei mW Berlogsanflalt Paul Singer U. Co. w Berlin, Ltndenkr.». Hierzu S«tilaetm., A. WJEMTMIEIM I Leiptiger Stratze. König sirafee. 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