|tr.279.3B.?«ttrs. Setz«aSvret»» StertellAftr! 7J» Nl. mmuöL'WSB, frciinä öauä ocitMlS Pldwal. Etnjetn» Summern 10 trerana. 4Soii6e»ug: ifantnilica'£0 fJt crfL Sufteünnfl*« gebügc. Umei tnati. Holland üurembata, Schwebe» unb bte Schweiz«mactcaaen in bie Boii. ,eimnc«-l«e?:i»�, Abend-Ansgabe. f Berliner Oolksblcltt. ( 10 Pfennig) AnzetgenprelSt Die otbtgciBattf ne Äo-wareillezeile loiiei l.20 M7.Kleine Äuzeinei�, baS'ettaebniille Won SO Big.(zulSistg i iettgebrurlie SEorte), reoes weitere Eon 25 Big. Stelle ligeiuche und Schlailiellenanzeigen das erne Wori tv Big.,?ebeb wettere Sott 20 Big. Borte übet 16 Buchiloben zählen(fit Iwei Sorte. Teuerungszuichlag 50°/» Zamilien-Anzeigen, bolitiiche und gewerüchaiMche Vereins» Än, eigen ILO Ml. die Zeile. Anzeigen'Sr die nächile Summer müiien bis a-ihr nachmilioge un vaudlgeichäit. Berlin SS. 68. Bindenfirage H. obsegeber •erben. Sebiinet von s llhr srllh bis 5 Ahr abendb. Ten�ralorgan cker fo2ial918 auf Grund eines ärztlichen Zeugnisse? dort vom Dienst beurlaubt und seitdem in Wiesbaden ist. Dieser Herr, weder in Nassau geboren, noch jemals länger« Zeit dort ansässig, besitzt die Unverfrorenheit, seit einigen Monaten als Vertrauensmann und Vertreter der nassauischen Bevölke- rung sich aulzuspielen. Er hat niemanden Hinter~sich. Natürlich hat er mit der gleichen Dreistigkeit gegenüber der fron» zö fischen Militärbehörde den Vertreter der nassairischen Bevölkerung gespielt und ist auch kürzlich einer der Teilnehmer an der Frobergerischen Konspiration mit General Mang in ge- Wesen. Die Wahl der Stadt Wiesbaden als vorläufiger Regie- rungSsitz der angeblichen rheinischen Republik legt neben einigen anderen Indizien die Vermutung nahe, daß die gange jetzige Aktion bisher von diesem Berliner Staatsanwalt ausgeht. Es steht jedenfalls fest, daß kein« politische Partei hinter diesem Aufruf steht, auch das Zentrum nicht. «. Es UTiterltegt kaum noch einem Zweifel, daß die Macher der Ahläsunastreibereien mit den französischen Militärbehörden in engster Fühlung stehen. Als am Sonnabend eine Abordnung ans Nassau bei dem französischen General in Mainz vorsprach, um ibn von dem Wahn zu befreien, daß hinter den Treibern nennenswerte Teile der Bevölkerung ständen, und als ein juristi- fches Mitglied der Wordnnng den General darauf aufmerksam machte, daß es sich doch um Hochverrat gegen das Deutsche Reich bandle, erwiderte der General dem mutigen Sprecher, er möge sich nachhause begeben und dort seinen Paß erwarten, denn er werde innerhalb 24 Stunde» aus der Besatzungszone aus- gewiesen werden. • Folgende» Telegramm wurde vom„Bund der Rheinländer in Berlin" an den ReicfSpräsideiiten, an die deutsche und preußische Nationalversammlung gesandt: „Ter unterzeicknete„Bund der Rheinlander in Berlin" er- hebt zugleich im Namen und im Auftrage Tausender in Groß- Berlin lebender Landsleute flammenden Protest gegen die von 'einigen erbärmlichen Kreaturen betriebenen Umtriebe zur Los- lösung unlereS geliebten Heimatlandes vom deutschen Vaterland« und erwartet von der baden Versammlung, daß sie alle? aufbieten wird, um diese verbrecherischen Bestrebungen zunichte zu machen." Die Fulaj)ung zur internationalen KommWon für firbditerrecht. Neue Note Clemenceaus. Der deutschen Delegation in Versailles ist eine Rote C l e m e n c e a u s als Erwiderung auf die deutsche Note über das internationale Arbeiterrecht zugegangen. Tarin erklären die alliierten und asioziiertcn Regierungen, einig zu sein, in kurzer Zeit nach Friedensschluß die deut- s6>en Vertreter in die iuternationale Kom- Mission aufzunehmen und die Washingtoner Konferenz zu bitten, dir deutschen Vertreter als gleich- berechtigt« Mitglieder zuzulassen. Die Leiche Rosa Luxemburgs gefunden Z Eine Korrespondenz berichtet: Gin Leichenfund, der in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag an der Freiarchenbrücke im Tiergarben gemacht worden ist, wird in den nächsten Tagen samt- lichs Behörden und die in Frage kommenden Gericht« beschäftigen. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag wurde von einem mili- tärischen Wachkommando eine Leiche im Landwerhctanal gesehen. Man benachrichtigte, nachdem die Leiche geborgen war, die Mord- kommission. die unter Führung des OberregierungSrateS Hoppe an der Fundstelle erschien. Da der Körper der Frau und auch der Fundplatz einige Wahrscheinlichkeit dafür boten, daß man die Leiche Rosa Luxemburgs vor sich habe, wurde der Berliner Polizeipräsi- dent Ernst sofort benachrichtigt. Die gefundene Leiche wurde �auf Veranlassung deS Polizeipräsidenten in das Leichenschauhaus in der Hannoverschen Straße übergeführt und hier aufgebahrt. Entführung der Leiche. Im Laufe deS Sonntags ist nun die Leiche der Frau durch ein militärisches Kommando aus dem Schauhause entfernt und nach Zossen gebracht worden. Im Schauhause erschien ein Leutnant Kehler und wie? dem Leichendiener Eberhard, der Wache hatte, «in Schreiben vor, das vom Reichswehrminister Noske unterzeichnet war und daS die Herausgabe der Leiche verlangte, um sie nach dem Garnisonlazarett dei Truppenübungsplatz«» Zossen zu bringen. Der Leichendiener sprach seine Verwunderung darüber aus, daß man die Leiche nach Zossen schaffen wolle, doch erklärt« der Offizier, daß die Ueberführung unbedingt zu erfolgen habe. Die Leiche wurde nun von Soldaten in einen Kraftwagen gebracht, der sich entfernte. Erst im Lauf« deS Sonntag nachmittag wurde van dem Leichen- fund dem Untersuchungsrichter im Fall Rosa Luxemburg, dem KriegSgerichtsrat Ehrhardt, der anstelle des auf Urlaub be- findlichen KriegSgerichtSratS JoernS die Untersuchung in dem Fall Vogel übernommen hat, vom Polizeipräsidium mitgeteilt, daß ver« mutlich der Körper der Frau Luxemburg an der Freiarchenbrücke gefunden und nach dem Schauhause gebracht worden fei. Kriegs- gerichtSrat Ehrhard gab sofort seinem Erstaunen Ausdruck, daß man ihn wicht bereits in der Nacht zu dem Fundort gerufen habe, da er als untersuchungsführender Richter allein berechtigt war, die Beschlagnahme der Leiche und ihre Ueberführung nach dem Schau- Haus« sowie die Sicherstellung für die Obduktion zu veranlassen. Kriegsgerichtsrat Ehrhard begab sich im Kraftwagen in das Leichen- schauhauS und hörte hier zu seiner größten Ueberraschunz. daß die Leiche auf Befehl deS ReichSwehrmimsterS nach Zossen geschafft worden sei. Da diese Erklärung dem Untersuchungsrichter nicht glaublich erschien, begab er sich zum Reichswehrminister, der jedoch nicht anwesend war. Dagegen wurde Herr Ehrhard von dem Adjutanten RoskeS, Major v. Gilsa etnpfangen und dieser bestätigte dem Untersuchungsrichter,- daß in der Tat die aufge- fundene Leiche, in der man Frau Luxemburg vermutet, nach Zossen geschafft worden sei, um die Sektion wicht zu stören und um politische Demonstrationen zu vermeiden. Im übrigen gab Major V. Gilsa dem KriegSgerichtS- rat Ehrhard den Rat, sich mit Polizeipräsident Ernst und Ober- regierungsrat Hoppe in Verbindung zu setzen, da beide bei der Auf- findung der Leiche zugegen gewesen seien. KriegSgerichtSrat Ehrhard protrstirrte sofort in schärfster Weise gegen diesen Eingriff drS Reichswehrminister» in daS Amt des Richter». AlS Unter. fuchungSrichter habe nur er da» Recht, über dir aufgefundene Leiche zu verfügen und ihre Sektion anzuordnen. E» befremde ihn außerordentlich, daß man ihm noch nicht einmal mitgeteilt habe, wer denn die Finder der Leiche gewesen seien, und daß er nun selbst erst Erhebungen darüber anstellen müsse, wer den Körper im Landwehrkanal entdeckt und geborgen habe. Am heutigen Morgen gelang es dem Untersuchungsrichter, eine Konserenz mit dem Reichswehrminister Noske zu erlangen. Ehr- hard äußerte Noske gegenüber, die schon dem Major Gilsa gegen- über geltend gemachten Bedenken und fügte hinzu, daß er den so- fortigen Rücktransport der Leiche veranlassen würde, wenn der Befehl- nicht von NoSke in seiner Eigenschaft als Oberbesehlshabe»! m den Marken ausgegangen wäre. NoSke erwiderte, daß er. be- vor er den Befehl zur Ueberführung nach Zossen gegeben babe, eine Beratung mit den in Betracht kommenden Instanzen und auch mit dem Justizminister gehabt habe. Er sei der Ansicht, daß im Interesse einer ruhigen Untersuchung die Sektion besser in Zossen stattfinden würde, da bei der augenblicklich gereizten Stimmung in Berlin politische Demon- strationen zu erwarten seien, die man so besser vermeiden würde. Daraufhin erklärte Kriegsgerichlsrat Ehrhard. daß er in diesem Fall damit einverstanden sei. daß die Leiche vorläufig in Zossen verbleibe, daß er jedoch die für die Sektion notwendigen Aerzte bestimmen werde und daß er außerdem der Ansicht sei, daß die Rechtsanwälte Rosenfeld, Liebknecht und Weinberg zu der Obduktion hinzugezogen werden sollen. Tie Untersuchungskommission und die Aerzte werden sich noch im Laufe des heutigen Nachmittag« nach Zossen begeben, um dort festzustellen, ob die aufgefundene Leiche tatsächlich die Rosa Luxem» burgs ist. Ii MM. Der Geist von Versailles. Von Victor Schiff. Versailles, 31. Mai 1913. Hn dieser Stadt wurde daS moderne Gottesgnadentum vor zweieinhalb Jahrhunderten unter dem Sonnenkönig ge- geboren und während drei Königsgeschlechter wurden hier Orgien des goldenen Schmarotzertums auf Kosten des dar- benden Volkes gefeiert. Da lehnte sich das Pariser Prole- tariat auf, stürmte die Bastille und zog in dunklen Scharen gegen den Herd der Fäulnis los. Auf ewig schien das Gottesgnadentum ausgespielt zu haben. Noch nicht! Im Rausch des Sieges und der Macht ließ es ein Preußenkönig an dieser selben Stelle achtzig Jahre später auferstehen. Wie die französische Reaktion im Januar 1913, im entscheidenden Augenblicke ihren und des Blutzaren Kandidaten, Raymond Pomcard, bei der Präsidentenwahl in Versailles durchzusetzen vermochte, so versucht heute die Weltreaktion an dieser Stätte ihrer früheren Siege die Weltrevolution endgültig zu zerschmettern. Heute ist wohl kein Zweifel mehr über die wahre Be- deutung des Flsiedensentwurfs möglich, den uns die En- tente am 7. Mai im Trianon-Palace überreicht hat. Dieser Frieden soll in erster Linie das Land treffen, das seit jeher an der Spitze der Arbeiterbewegung stand, und dadurch die iftternationale Arbeiterbewegung selbst auf lange Zeiten hinaus lahmlegen. Das deutsche Volk fühlt sich doppelt betrogen: Einer- seits durch seine eigenen früheren Herrscher, die ihre absolute Unschuld an der Entstehung des Weltunglückes beteuert hatten, deren Schuld erst nach und nach zutage trat, und die es über den wahren Gang der Ereignisse, über die wirkliche Lage systematisch täuschten. Andererseits durch die Macht- 'Haber der Entente, die ihm gerechte FriedenSbedingungen für denFall einer Revolution in Aussicht gestellt hatten und ihm nunmehr eine Sammlung van Wortbrüchen und Ungerechtigkeiten als Friedensvertrag überreicht haben. Die zweite deutsche Note über die Schuldfrage vom 24. Mai hat dieses Gefühl des Betrogenseins in scharfer und dennoch diplomatischer Form aiiszusprechen.„Die deutsche Delega- tion mächte die Worte Eurer Exzellenz nicht dahin verstehen. daß das damals abgegebene Versprechen nur eine Kriegslist war...." Wir, die nicht dieselben formellen Rücksichten der Dipla- matie zu übernehmen brauchen, sprechen es offen aus: die deutsche Revolution war für die Ententeimpenalisten nur ein Mittel zum Zwecke der B e f r i e d i g u n g ihrer Raub- gelüste, ebenso wie seinerzeit die russische Revolution für die deutschen Imperialisten. Und ebenso wie das kaiserliche Deutschland viel lieber mit dem Zarenminister Stürmer Frieden geschissen hätte, als mit Trotzky, so wäre es heute den Entente-Bourgeosien bei weitem angenehmer, tvenn sie mit einem niedergeworfenen kaiserlichen Deutschland in Ver- sailleS verhandeln könnte, anstatt mit der Delegation einer von sozialistischem Geiste erfüllten deutschen Republik. Van demokratisch-pazifistischer Seite war in Deutschland wiederholt seit dem Waffenstillstand an die Ententeherrscher die Warnung ergangen:„Nehmt Euch in Acht! Ein Gewalt- friede wird die nationalistischen Leidenschaften in Deutschland aufstacheln, die alten Gewalten, die im November endgültig ausgespielt zu haben schienen, weil das Volk den»n ihm begangenen Betrug erkannt hatte, werden mit einem Hinweis auf den noch viel schlimmeren Betrug, den ein Gewaltfrieden bedeuten würde, wieder wühlen und mächtig werden können! Wer jetzt Deutschland erdrückt, erstickt die deutsche Republik, fördert die Reaktion in Deutschland und in der ganzen Welt!" Aber das wollen sie ja gerade, die.Herren von Ver- sailles! Ein Frieden, der die Völkerversöbnung und somit den internationalen Gedanken fördert, ein Frieden, der dem sozialistischen Deutschland die Möglichkeit gibt, durch weit- gehende Sozialisierungsmaßnahmen die Wunden des Krieges zu heilen und die alte, korrupte kapitalistische Gesellschafts- form durch die sozialistische zu ersetzen, das ist für sie die Hanptgefahr! Und deshalb wolle nsie Deutschland verstüm- mein und verarmen. Durch die uns zugemuteten Friedensbe- dingnngen werden nicht nur alle sozialen Errungenschaften. die in einem unermüdlichen Kamvf um die Emanzipation der Arbeiterklasse zuerst in Deutschland durchgesetzt wurden, bedroht, sondern auch die finanzielle Grundlage der geWerk- schaftlichen Organisation Deutschlands auf das tiefste er- schüttert. Die Arbeiterklasse wird bei jedem größeren Lohn- kämpf das finanzielle Rückgrat fehlen, das ihr so oft zum Siege verbalf und dem Proletariat der ganzen Welt ein nachahmenswertes Beispiel bot. Die Fonds der Gewerk- schaften werdennur noch dazu dienen können, die Not der ungeheuere Zahl der brotlos gewordenen Industrie- V srbeiter zu lindern und werden sowieso noch kur-er Zeit er- schöpst sein. T-aonßerdcm Millionen von deutschen Prole- tariern bei. zunehniender Arbeitslosigkeit und ständigem Rohstoffmangel nir Hnngerlöbne werden arbeiten müssen, wird diese niedrige Bezahlung auch in kürzester Zeit die Löhne der Arbeiter ganz Europas drücken: die Friedensbe- dingungc:: von Versailles sind ein tödlicher Stoß nicht nur für die Nirbeiterbewegung aller Länder, sondern auch für die Lebenshaltung aller Arbeiter, nicht nur der deutschen. Da? ist der tiefe Sinn der uns in Versailles überreichten Friedensbedingungen: der Clemcneeausche Frieden ist der Sieg der internationalen kapitalistischen Bourgeoisie über die Internationale der Ar- beiter, und der verzweifelte Kampf der deutschen Friedens- delegation gegen die Vertretungen der alliierten und assoziierten Länder ist in Wirklichkeit der Entscheidungskampf zwischen Welt- reaktion und Wefhevohltion. Hat die erste re schon gesiegt? Sollten die ungeheuren Kräfte, die in der Arbeiterbewegung aller Länder liegen und nach Taten drängen, ganz machtlos sein? Ja— wenn diese Kräfte sich in sträflicher Verblendung selbst zersplittern und aufrechen, wie es gegenwärtig den Anschein Hat. Anstatt gegen den Geist von Versailles geschlossen, einmütig Stellung zu nehmen, bekämpfen sich die Führer des Proletariats gegenseitig in allen Ländern. In Rußland sind es Bolschcwisten und Sozialrevolutionäre, die im Augenblicke der höchsten re- aktionärcn Gefahr, im Augenblicke, wo Koltsckiak durch die Bour- geoiSregiernngen der Entente, die die dem Zarismus für sein Kricgswerk geliehenen Milliarden retten wollen, materiell unter- stützt wird und anerkannt werden soll, nicht auf den Gedanken kommen, sich gegenseitig einige Konzessionen z» machen,«m die Früchte der Revolution vom März 1917 zu sichern. In Italien hält ein Teil der Sozialisten zur zweiten, ein anderer zur dritten Internationale. In Frankreich beschimpfen sich die Rechts- und die Linkssozialist.'n fast ebenso wie in Deutschland die beiden Lager der Arbeiterschaft. Und in Deutschland!!... Während ein Teil der deutschen Arbeiterschaft durch ihre entschlossene Stellungnahme gegen den Vernichtungsfrieden eine immer deutlichere Verwirrung in die Reihen der Ententcmacht- Haber getragen hat, fällt ihr ein anderer Teil in den Rücken und'erklärt von vornherein, der Friede müsse jeden- falls unterschrieben, werden. Und wir haben dem traurigen Schauspiel beiwohnen müssen, daß eins der Pariser Blätter, die den Geist von Versailles am besten verkörpern, der klerikal- feudalistisch-rcaktionäre„F i g a r o", welcher sich vor dem Kriege nachgetrücsenermaßen gleichzeitig von Schneider-Creusot und vojr Krupp-Essen bestechen ließ, um für Nüstungszwecke zu agitieren, höhnisch-triumphierend zwei Stimmen zum Friedensentwurf gegenüberstellte: einen Aussatz der'„Hnmanit6", der das wortbrüchige Verbrechen der Entente rücksichtslos brandmarkte— und einen Aufsatz der„Freiheit", der für die Unterzeichnüng dieses FriedenSentwnrfes eintrat I Ist es nicht zum Verzweifeln! Nein! Noch ist es Zeit sich zu besinnen. E? soll nicht heißen, daß das Proletariat sich in seiner Schicksalsstunde selbst verloren gab, indem es vorzog, kleinliche, kurzsichtige Partei- Politik zu treiben, anstatt das große Ziel zu verfolgen, anstatt den wahren, den einzigen- Kampf ausznfcchten. Vor einer Woche haben nur die französischen Genosien ein wohltuendes, rettendes Beispiel gegeben, als sie in esidlosem Zuge vor dem Mur aufqe'- baut. Ihre ausgesprochensten Vertreter scheinen mir Friedrich Tischler und Frank Markau zu sein, von denen jedenfalls der erstcre durch schöne und kräftige Farbcnzusammenslcllungen ülerrascht. Rickmrd FlockenhauS gibt in seinem.Totenfeld" die schauerliche Poesie de? Schlachtfeldes in feinfarbiger Uebersehung wieder, und Edmund Fürst in seiner.Venus" eine gute Komposition, frei in der Farbe und in der Raumoerteilung. HanS Balujcheks Arbeit .Der Blinde".kennzeichnet diesen Meister. aus« beste. Unter den Architekten wäre zuerst der Gartenarchitekt O Krueppcr mit seinen großzügigen Entwürfen zu nennen. Hans Mester-Raden mit schönen und praktischen Vorschlägen für Sied- lungsbauten. Paul Stephanowsly mit interessanten Kirchen- interieurS. A. I. Koester und Max Traut mit SiedlungSplänen und Architekturen und William Densch mit guten Entwürfen für Untergrundbahnhöfe. Und endlich kommen noch die Gebrauchsgraphiker mit packenden Entwürfen von Hadank. Belling. Fritz Preiß und Lucia» Zabel. In dieser Abteilung sind außerdem die interessanten Original« von Willibald Krain zu seiner Mappe»Der Krieg" zu sehen. Sie pelle« eine flammende Anklage gegen den Völker- mord dar.____ H. W. Aber nicht nur den Zeitpimkt der Verständigt, ng baden die Alldeutichen verpaßt, sie haben auch mit ihrer Angriffs- und ll-Bootpolitik den Feindestreis so erweitert, daß Teutschland schließlich allein gegen di? ganze Welt stand. Wenn Graf Reventlow noch immer eiienitirnig den von seineu eigenen Gesinnungsgenossen widerlegten Vorwurf erhebt, die Niederlage sei nur gekommen, weil die Sozialdemokratie den Verteidigungswillen des deutschep Volks„zermürbt" hätte, so möchten wir ihn doch fragen, wie hoch er den Einfluß Scheide- manns uns Bulgarien, die Türkei und Oe st erreich- Ungarn einschätzt?! Tie Gerren Alldeutschen geruhen so gern zu vergessen, daß die Niederlage mit dem Zusammenbruch unserer Bundesgenossen anfing, die Ludendorff so lange an seinem Siegeswagen mitschleifte, bis ihnen der letzte Atem ausgegangen war. Daß kein rechtzeitiger VerständigunaSfriede möglich gewesen sei. ist und bleibt die billige Ausrede derer, die ihn st e t? mit Händen und Füßen verhindert hoben und daher die volle moralische und politische Verant- Wartung für die schließliche Katastrophe tragen. d!e Unabhängigen unÜ öas Nätespstem. Scharfe Kritik StrSbels. In der Wiener„Arbeiterzeitung" setzt sich Heinrich Ströbel mit dem antidemokratischen Rätefanatismus, von dem die Kommunisten und die meisten Unabhängigen be- herrscht sind, folgendermaßen auseinander: „Ein Räiesystem. dessen Funktionen unbegrenzt sind und da» nicht wieder seine Korrektur findet in einer starken Demokratie, in unbeschränkte st er Freiheit der Kritik, in völliger Koalinons-, Rede- und Preßfreiheit, wird unfehlbar zünfilertscber und bureautratischer Verknöcherung verfallen, womit sich ungebührlicher Einfluß skrupelloser Trmagogeu, politischer Glücksritter und Scharlatane durchaus verträgt. ES war durchaus kein Zufall, daß in München neben einigen wirklichen Idealiste« vorwiegend Abenteurer und Wirrköpfr ans Ruder gelangten. Wer die harten realen Widerstände des politischen und Wirtschaftsleben» am souveränsten ignorierte, den entfesselten Leidenschaften a m skrupellosesten schmeichelte pnd den Massen die pban- tastischsten Versprechungen machte, kam am sichersten obenauf. U m so unentrinnbarer mußte daS Abenteuer schließ» lich e,n Ende mit Schrecken nehmen. WaS sich in München im großen abspielte, wird sich unier d«nr Räiesystem tausendmal im kleinen ereignen. Nicht die klugen, bc- dächtigen, kenntnisreichen Arbeiter werden vielfach zu Mitgliedern der Aibeiterräi« gewählt werden, sondern die Schreier, die Leute mit den rücküchtslossen Ellbogen, die gerissenen Rechnungsträger. DaS wird nicht die Regel sein, aber auch keine allzu seltene AuS- nähme. Und die Gefahr, jederzeit wieder des Posten? enthoben werden zu lönnen, wird nicht zum Charakter und zu unbestechlicher Selbständigkeit des Urteil» erziehen, sondern zur Geschmeidigkeit und RechnungSirägerei." Auch Stsöbel will selbstverständlich nicht da? Kind mit dem Bade ausschütten und, so wenig wie die Soz'aldemokratie, die Mitwirkung der Räte am öffentlichen Leben in Bausch und Bogen verwerfen. Aber er mahnt, wie sie. zur Vorsicht. Von da aus sollte eS aber nicht schwer sein, zu einigem Ver- ständniS dafür zu gelangen, daß die Sozialdemokratie daZ Volk nicht der Herrschaft pathologischer Abenteuerer aus- liefern will, sondern ihren Versuchen, mit Gewalt die politische Macht zu gewinnen, mit allen verfügbaren Mitteln entgegen- tritt. Daß dabei manches geschehen ist. was uns selber schmerzlich berührt und was wir mißbilligen, wer wollte eS leugnen? Aber Gerechtiakeit wird darin nicht eine Schuld der Mebrbeitspartei. sondern ein tragisches Verhängnis sehen. Erkennt doch, daß wir einen Verzweiflungskampf führen, um die Arbeiterklasse auf gangbaren Wegen vorwärts zu helfen und den Sozialismus vor utopistijcher Verfälschung zu retten. Neues vom Kino. Dle Deutsche Lichtbild-Gekellichast E. V VerNn bat eiue Er- stnbung gemach», durch die es möglich ist, kmemaiogropbische Auf- nuhmen auch bei vollem Tageslicht oder beller Lampen» belcuchning des Saales vorzuführen. Die E> findung dürfte i» Cakzz und sonstigen Lokalen, vor allem aber für die Sckau'enster- Reklame Verwendung finde r. Es existieren VorsübrnngSapparate, die dieselbe Filmrolle in unendlicher Reihenfolge immer wieder produrieren, sodoß eine solche Reklame ohne jede Bedienung selbst- lärig stundenlang hintereinander laufen kann.— Wie die Zeiiichrift.Der Fi!m" berichtet, ist nun auch Helen Keller, d>e berühmte taubstumme und blinde Amerikanerin, unter die Film ichaui vieler aegonaen. Was man kaum für möglich balten sollle. ist ibrem zähen Willen und ihrer Juielligenz gelungen. nämlich sich so mir dem Regisseur zu verständigen und mit ihrer Umgebung veriraui zu machen, daß fie. ohne ans dem Rahme« berauSnikollen, sich in das übrige Film.Eniembie einfügen lann. Die Verständigung erkolgr dinch Klop-en. Helen Keller geht zu- nächst die Rolle mit dem Regisseur durch, dessen weitere Weisungen dann durch Klopfen aus den Fußboden erfolgen.— Ferner ist eS gelungen, eine der seltensten geologischen Er« icheinungen, die Geburt einer Jniel, kmenraiograpbi'ch fest- rubniten. Zwiicken Venezuela und der Tiinrtätciniel tauchte infolga der Vulkaii.iuSbrüche eine neue Intel aus dem Meere hervor. Auf- nahmen» die aller Viertelstunde gemacht wurden, geben ein— natürlich stark zusammengezogenes— Bild des interessanten Bor« gangc»._ Notizen. — In der Volksbühne wird Shakespeares Drama.Ehm. beline", das bereils für diese Spielzeit angelündigt war. erst in der nächsten aufgeführt. — Theater. Im Opernhause wird am Dienstag Mozart» seit Mai 1914 nicht gegebene ,.Z a n b e r s l ö!e" oeueinstudiert wieder in den Spielplan aufgenommen. — D i« neue Hamburger Kunst hall«, das Vermächtnis Alfred Lichtwarks, ist nunmehr eröffnet worden. Ter Harn. burger MuseumSmann wollte darin, so schreibt Karl Dchefflcr in »Kunst und Künstler", di« Studien seine» ganzen Lebens reali- sicren. Er hat die Grundrisse miwntworfen. Unendlich genau hat er e» mit der Lichtfrage genommen. DaS Laternenoberlicht ergab ssch al« daS beste. Trotzdem findet Schefsler cm dem Bau viel aus« zustellen: er sei ein ärgerliche» Gemisch von reiner Nutzarchiwktur und einer nur darstellenden Architektur innen und außen, die Säl« haben zuviel Licht u. a. Auch dt« Lücken der Sammlung treten nun schärfer hervor. Wenn die Kunsthalle erst in allen ihren Teilen fertig sein wird, kann sie der Mittelpunkt aller kunst- und kultur. politischen Arbeit Hamburg», RorddeutichlondS. ja ein Mittelpunkt ganz Deut'chlandS sein. ES gibt in dem HauS Vortrags iäl», und e» find Folgen aufklärender Vorträge vorgesehen. Lese» »immer uad KupserpichkabmeU Petze» den Besucher« ossär. Eme beachtenswerte kirchliche Reform- beftrebung. Der Bund Neue Kirche. ürriir oIT-eji den gegenwärtigen Versuchen, des evangelische Kirchen- Wesen zeitgemäß zu gestalten, stellt der soeben erschienen« Auf- ruf des Bundes Neue Kirche daS durchgreifendste Reformprogramm dar. Sein Ziel ist, eine protestantische Kirche zu schaffen, i die auf die freien Bürger des neuen Volksstaates anziehend zu wirken vermag, in der auch ein Sozialdemokrat Heimat- recht und Befriedigung findet. Er will nicht die Sozialdemokratie für b't bestehende Kirche gewinnen, sondern die Kirche für den Sozialismus Jesu, d. i. die Religion des Brüder« tu ms aller Menschen, die(ich im Leben der einzelnen, bei Staates wie der Völkerwelt bewähren soll. Die bisherige Kirche, heißt es im Aufruf, war in politischer Hinsicht überwiegend konservativ gerichtet. Die neue Kirche stellt sich mit aufrichtiger Sympathie auf den Boden der neuen Republik und begrüßt jede Reform des wirtschaftliche» LebeaS, die aus dem Geist der Brüderlichkeit hervorgeht, Darum billigt si« grundsätzlich die Ueberwindung de« kapi» talistischen EgoiSmuS durch einen gerechten und weit- blickenden Sozialismus. Die bisherige Kirche erkannte nicht die Verwerflichkeit des' Krieges und war mit Ratio- nalismuS und Militarismus verbündet. Tie neue Kirche will de» Haß und das Mißtraue« zwischen den Ratiane» überwinden und an Stelle der Gewaltpolitik die Herrschaft des Rechts- gedanken» durchsetzen helfen. Außerdem wird verlangt, daß das Geistesleben der zukünftigen Kirche engere Fühlung mit dem allgemeinen Geistesleben nehme und ihre Ver- fasiung sich dem demokratischen Zug der Zeit anpasse. Neu ist bei letzterem Punkt die Forderung, daß in der zukünftigen Volkskirche nicht nur die bisherige orlhodoxe,pietistische und liberale Richtung, sondern auch alle freireligiösen Gemeinden protestantischen Charakters Raum haben sollen. Das ausführliche Programm wolle man erbitten vom Bureau des Bundes Neue Kirchs, z. H. des Schriftstellers Han» Frcimark, Berlin�ZLilmerSdorf, Deidesheimer Str. tl. Eben dorthin find auch Anmeldungen und Beiträge»ach freiem Ermessen(mindestens 1 M.) zu senden. »» Zu einer eindrucksvollen Kundgebung der Gedanken des Bunde? gestaltete sich die Versammlung, die am vorigen Dienstag in der Schulaula des Charlottenburger Fürstin-Msmarck-LyzeumS statt- fand. Universitätsprofessor Rade aus Marburg legte der Zukunfts- kirche in warmherzigen Worten die Pflicht völkerversöhnen- den Wirkens ans Herz. Der hiesige Genosse Pastor Dr. An er entwickelte die Vorzüge eines interkonfessionellen Relig nSunter- richts. Dieser dürfe weder in bloß aufzählender Behandlung der verschiedenen Religionen testehen, noch die Unterschiede der einzelners Konfessionen kiilisch beleuchten, sondern müßte das allen höheren Religionen und Konfessionen Gemeinsame darstellen. Dadurch werde er gegenüber trennenden Dogmen und Riten das eigentliche Wesen der Frömmigkeit, die Ehrfurcht im Gvethcschen Sinn, klarer herausarbeiten, die sozialistischen und pazifistischen Forderungen al» Auswirkung des religiösen EthoS zur Anschauung dringen und volkseinigend wirken. Eine gehaltvolle DiS- inssion gab diesen Gedanken ei» erfreuliches Echo. Jäöußm und Handel. Börse. Die Börse eröffnete die neue Woche in verhältnißmäßig fester Tendenz, wobei auf eine Meldung vorwiesen wurde, nach der auch englische Minister für finanzielle Zugeständnisse eintreten. Größere Kursverändeninzcn waren im allgemeinen nicht zu verzeichnen, da sich die Umsätze in sehr engen Grenzen hielten. Montanwerte lagen uneinheitlich Kaufbegehr trat für Bergmann-Elektrizität und Köln-Rottweiler Puloer hervor, die beide ziemlich kräftig anzogen. Fest waren sodann Kanada, einzelne Kolonialpapiere und italienische Eiscnbahnnktien. Kriegsanleihe waren mit 76% Proz. behauptet. auck, die ädrigen äitel.u ht'.n.ischen Anleihe.i waren gut gehalten. GMerkschaMbewesung Streit bei dem städtischen Elektrizitäts«, Gas« und Wasserwert Mannheim. vor einigen Tagen traten die Arbeiter der städtischen Tlektrizi- täts-, Gas- und Wasserwerke in Mannheim ganz unvermittelt tn den© tr« i L Gefordert wurde eine Teuerungszulage von 3 M. pro Tag. Der Stadlrat hatte erst vor vier Wochen den Ar- beitern eine bedeutende Lohnerhöhung zugebilligt und lehnte auch diesmal Verhandlungen nicht ab. nur wollte er nicht mit einer wilden Kommission, sondern mit den rechtmäßig gewählten Arbeiter- «uSschußmilglicdern und den Vertretern der Gewerkschaften als Bertragskontrahenten verhandeln. Nach Ablauf der gestellten Ulti niatumsfrist abends wurden Gas- und Ele trizität einfach abgestellt. Tie Stadt lag von S Ubr ab völlig in Dunkel gehüllt; die Wirtschaften und Theater, Kino? usw. mußten schließen. Die Srraßeiibahnen verkehrten nicht mehr. � Am andern Morgen war sogar für wenige Sundsn da» Wasser abgesperrt, so daß eS in den Haushaltungen große Röte gab. Die Wassersperre wurde nach zweistündiger Dauer wieder aufgehoben. Inzwischen fanden Verhandlungen, statt, die zu einer Verständigung führten. Die Forderungen der Arbeiterschaft wurden in der Hauptsache be- williA und die Gas» und Elektrizitätssperre wieder aufgehoben. Di« Art der Erzwingung der Forderungen hat selbst in den ver» ständigen Kreisen der Arbeiterschaft lebhaften Unwillen hervorgerufen. In den Krankenhäusern konnten keine Operationen aus» geführt werden. Alle Betriebe, die auf. Gas- und EletrizitätSzufuhr angewiesen waren, wurden stillgelegt. Deutscher Holzarbeiterderband. Tischler? Verii aiienilmänneroerlammlilnz-(üc den BezirkSkid- Weyen und We-ien Mittwoch, den 4. Nun,, abend« 7 Uhr, bei Klein, H«'beide 89. TageSordnunq, t. Stand der Lohnbewegung. S. Beibaiid«, an�eicgenbkiten. Hezirt Osten: AbendS 7 Uhr bei Licr. Raonynftr. S. Tagesordnung: Unsere Lohnbewegung, VerbandSangelegenbelten. Bezirt Süden: Abends 7 Uhr im Lokale von Müller, Schönleinstr. S. Tages» ordnimg: Berich! der Kernmilfion, Berich! der Vertrauensleute.' Modell- und silabriktischler. Modelldrechtter. Vertrauensmünncr- konicienz Mittwoch, den 4. Juni, 6 Ubr, Wald, Pftugfiratzt 5. Berich» der lkoomiiisron, Berlitattangelegenheit, Verschiedenes. GroMerlln Gegen den Kartoffelschleichhaudel. Der Schleichhandel mit Kartoffeln hat einen Umfang ange» noinmen, daß die Belieferung der Bedarfskreise ernstlich bedroht erscheint. Vielen, besonders in der Nähe der Großstädte gelegenen Kommunalvcrbänden werden durch Hainsterfahrten täglich mehrere tausend Zentner Kartoffeln entzogen. Das ReichsernährungS« nrinistenum ersucht daher durch Rundschreiben die Regierungen nachdrücklich anzuweisen, von den Strasbestimmiingen gegen die Erzeuger, die Kartosfelu in den Schleichhandel verkaufen, rückfichtS» los Gebrauch.zu machen. Gegenwärtig begnügen sich die Behörden dielfach mit der Beschlagnahme der zu Unrecht verkauften Vor- räte, lassen aber den Verkäufer sttnfsrei ausgehen. Ein« Besserung der Verhältnisse kann jedoch nur von einer scharfen Anwen» dung der geltenden Strafbestimmungen auch gegen diesen erhofft werden. Die Geldstrafe muß bei vorsätzlichem Veräußern von Vorräten— hierzu gehört zweifellos der Verkauf m den Schleich- Handel— mindestens dem zwanzizfachen Wext der Lorräte gleichkommen. Zahlt rechtzeitig das Entlassungsgeld. klnbeoreiflich lange müssen viele Heeresentlassenen auf ihr bißchen Enilaisungsgeld warten. Ein Kriegsbeschädigter schreibt un«, daß er am 7. April seine ihm am Tage vorher vom BezirkSkoni-nando eingehändigten Papiere an die Eniloffungsstelle 4 in Lichtenberg sandte. Bisher bar man ihm trotz zweimaliger Mahnung weder die Papiere zurückgegeben, noch das Geld aus- gerahit. Haben die BureeuS der Militärverwaltung immer noch nicht den Wirrwarr überwangen, den die Hast der Demobilmachung über sie brachte? Wie lange will man denn die Leute noch warten lassen? „Herr im Hause" spielen jetzt manche Hauswirte so, wie sie eS sich schon lange gewünscht hatten. Die Wohnungen sind knapp— da brauchen sie mit unbequemen Mietern nicht viele Umstände zu machen. In Berlin-Südoit bat die Eigentümerin eines Hauses der Skalitzer Straße eine Familie durch Brief unter Hinweis auf die Vertragsbestimmungen mit dem.Gebrauch des HauSrechteS* bedroht, falls nicht unterlassen wird,„Lappen und dergleichen aus dem Fenster zu trocknen". Die Familie hat nämlich ein acht Monate alte? Kind, für das naturgemäß die Leibwäsche öfter gereinigt wer- den muß. Obwohl die Wohnung im Hinterhaus liegt, soll die Wäsche des Kindes nicht zum Trocknen in das Fen st ergehängt werden? Da möchten wir doch sehen, welchen Erfolg die etwa zur Kündigung schreitende oder gar auf Räumung klagende Wirtin beim MieteiniguagSamt oder beim Gericht haben würde! Die Mittekpromenade der Ttralfunber Straße wurde wegen de? UntergrundbrfhubaueS in der Brunnenstraße als Lagerplatz einge- richtet und durch einen Bretterzaun dem Verkehr entzogen. Das war im Sommer des Jahres lg13 und inzwischen ist dort der Bahntunnel längst fertig geworden, aber noch heute wartet die Bevölkerung auf Wiederherstellung und Freilegung der Promenade. Nun wär'S doch wohl bald Zeit dazu. Achtung, Lazarettinsaffe«! Moraen,»«. Ii) vbr. Plrnarsaole de? HerrenbaujeS. Verlanimlung der Vertteter der SazarettinlaLen. TagcS- oidnung:!. Bericht der Kommission; 2. Zumwahl einiger Mitglider; 8. Verschiedenes. Au! je 100 Sazaretiwsasien Ist ehr Vertreter zu«itfendm. Ausweite, aus denen die Kopsstärke und die Namen der Vert:eler hervorgehen, find mitzubringen. Die Lazarektkommilfion Krofi-Berst». Albrecht. Mollenbuhr. NeichSbnnd ffr KriegSdeschödigte«, KrlegStelliiebme?«nb Kriegöliinterbliebenen. Bezirk Ollen 12. Morgen Milgiicderverlamm» lung bei Buchbolz, P-kersbmger Str. KS. Donnerstag, den 6, Juni, für Hinterbliebene im selben Lolatz Zeniralstrlle für Einlgnng der Doztakdemokratte. Bezirk Osten. Oestcniliche VersammniiUnq Dienstag. 8. Juni, abends 71/. Uhr, in der Zchulaula Tilfitcr Str. 4—5, Referenten: Dr. Dahle(T. V. D.>. Paul Hoffmann(U. S. P.)._ Groh-Berliner Lebensmittel. Spandan. Für Butter und Margarine werden KunbenIIst-n ein- geführt. Die Antragung dazu hat vom 2. bis 5. Juni in den durch Plakate kenntlich gemachten Keschüjirn unter Vorlegung der Speisesettlurten zu er- folgen. Personen, welche die Anmeldung versäumen, find vom Bezug der Speisefette ausgeschlcsicn. Personen, welche nach dem S. Juni innerhalb der Stadt umziehen, erhalten von der BroikarlenauSgabestelle Formnlm'e zur Ummeldunq für den Speilesettbezug. Aus Feld 254 der Lebensmittel. taue vom Wontag, den 2. ab 126 qr HAjensrnchlmehl.— Feld S de: Fischkarte verliert heute seine Gültigkeit. Vom Dienstag, bin 8. Juni, ab Räucherwaren nur gegen Abtrennung von Feld 7 der Fischlart«, Pjund aus jede Karte.• Steglitz. Vom 2. dl»& Juni 250 gr«nerik. Weizenmehl. An. me l d u n g von 500 er Marmelade. Nährmitteln an Kinder im l bis «. Lebensjahre und werdende Mütter, v e r k a« j vou 500 gr Marmelade und 250 gr amerik. Weizenmehl. Reinickendorf. Aus Abschnitt KS der Anluhrzulatzkarte für die Woche vom 2 bis S. Juni 250 Gramm amerikanische» Wcizenmcbi. Die Anmeldung der neuen Einsubrzusadtarten bat bei den Medlkleinhändlern und den amstichen VerlausSsiellen bis einschl 8. Juni zu ersolgen. Johannietbal. Vom 80. Mai bis 5. Juni in den Kleinhandel«. geschaslen: Aus allgemeine Lebensmittelkarte, AdschnitI 441 260 Gramm Maimelade. Abschnitt 413 1 Palel Keks, Ablchnlt! 441 Sxtrazuweisilng. aus Ledensmilteikarle deS Kreise« Teltow Abschnitt 26 15» Gramm Teigwaren. Abschnitt 27 Psund amerilanischc» Weizenmehl und in der Gemeinde- vertausöstell« am 2.. 8., 4. Juni aus allgemeine Lebcnsmiltellarte. Ab- schnitt 445 1 Psund Konseroengemüse. Hennigsdorf. Morgen Dienstag werden In der LebenSmMelabtellMtg Ate Schule, Zimmer 2, die Sützstofttartcn ausgegeben. Grog-Serlkne? partelnachrkchten. RiederschSneweive. Dienstag, den S. Juni, abend» 7ss, Uhr, im Lokal von Jung, Köllnijch« Straße 64, Frauenabend. Friedenau. Dienstag 5 Uhr Flugblattverbrettung. Lokal Spieß, Rheinstraß«. Ecke Rönnedergstratze.— Mittwoch 7 Uhr öffentlich» Persamm- lu g im Gymnasium. HomuiHstraße. Thema: Ist der kommunale Ardeiter. rat erledigt? Redner: Dr. Dahle(3. P. D.s. Sommelseld(U. 3. B. D.), Einstein(K. P. D.s. Frei« Aussprache. Parteigenosse» i Sorgt für Massen- besuch. Hennigsdorf. Dienstag Vi, Ubr bei Kienzler. Wahlvereiniverfamm- lung. Vortrag de« Genossen E. s t a h l- Spandau. Potsdam. Mitgliederversammlung Mittwoch 8 Uhr bei Becker in der Lindenstraße. Vortrag über.Di« potuische Lage'. Die.Bereinignug sozialistischer Lebrer und Lehrerinnen lttrost-Berlinü' beschäftigte sich in ihrer' legten Sitzung mit ihrem Ver« hältniS zur-»Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer'. Es wurde noch einmal von mehreren Rednern ausgesührt, daß die Möglichkeiten sür das Zusammenarbeiten durchaus gut« seien, weshalb ja auch die Beschlüsse, die dem Zusammenschluß aller drei Richtungen zugrunde liegen, ein- stimmig angenommen worden seien. Di«.Vereinigung' müsse allen Notwendigkeiten genügen, die ihr« Er!> lenz erfordern könnte; Kräsiezer- splitierung könnten sich die iozia istischcn Lehrer nicht leisten. Mit Drei- vkrtglmehrheit wurde folgende Entschliebung angenommeu:»Innerhalb den.Viffeinlgung sozialistischer Lehrer und Lebrerim en' schließen sich die Mitglieder nach der Parteizi'gehörigkeit zu besonderen Fraktionen zutammen, die ihren Parteien selbständig zur Verfügung stehen. Die.Vereinigung'. mistbilligi es, wenn einzelne Mitglieder in eine andere schulpolilische Ar- beilsgenu'inschast einliefen, die nur ilir«ine bestimmte Partei arbeitet.' Die serneren Verhandlungen dienlcn den Vorarbeiten sür einen Ver- bandstag, der zu Pfingsten sür die soziallstisch« Lehrerhaft Deutschland« und Oesterreichs in Bertin stattfindet. Jugenöveranstaltungea. tüScstm. Morgen, Dienstag, Gründungsverlammlim� 7 Uhr, i« Kcmtmenraum der Barigewerlschul«, Sursürstenslraße 142. 7. verbanüstag öes Zentralverbanües üer Fleischer. S. Verhandlungstag. Zur Frage der„Arbeitslosigkeit im Beruf* referierte Krause(Vorstandsmitglied). Die Schlad; hingen find in den Monaten Februar und März um 40 Proz. gefunken, die Kon- servenfabriken arbeiten die Bestände der Kühshäuser auf und eS ist keine Äupficht vorhanden, daß diesen Fabriken weiteres Mate- ria! ausgehändigt werden kann. Dadurch wird die ArbeiiSkosig» Zeit immer größer. Bor allem mmß die Blockade aufgehoben wer- den. nur dadurch'st dieser Zustand zu bessern. Redner meinte daß die Regierung wohl oder übel dr« Friedensbedingungen unter- schreibe» müsse. Uebergehend zur Frauenarbeit im Berus, stellt Redner den Grundsatz aus, daß in allen Sparten de« Berufs. in denen vor dem Krieg« keine Frauen beschäftigt waren, auch jetzt kein« beschäftigt werben sollen. Die Beschäftigung der Frauen während des Krieges dürfe heute nicht weiter gehen, auszunehmen seien die Äriegerwiiwen. die unbedingt verdienen müssen. Zur Lehrlingsfrage stellt der Referent bestimmte Richtlinien aus, in denen gefordert wird, daß bis zur Beseitigung der Ratio- nierung und der Freigäbe d«S Rohmaterials keine Lehrling««in» gestellt werden dürfen. Ferner dürfen in Fleischereien ohne Ge- Hilfen keine Lehrlinge gehalten werden. Die höchste Zahl den Lehrling« ist zwei, wenn gleichzeitig drei Gehilfen dauernd be- schäftigt werden. Die Lehrlinge dürfen nur durch den Parität»» schen, bezw. kommunalen FachArbeitsnachtveiS vermittelt werde»; die Lehrkontrakte find von dieser Stelle mit zu unterzeichnen. Allen Lehrlingen ist eine wöchentliche Entschädigung zu sichern, die sich jährlich steigert und deren Höhe in den örtlichen Tarifvereinöa- rungen festgelegt wird. Die Debatte über diesen Punkt gestältet« sich äußerst lebhast und führte zur Erstoitunz von SiwationSberichten aus den ein, zelncn Orten. Bemängelt wurde auch, daß Kollegen, die wegen Arbeitsmangel im Beruf in anderen Betrieben Arbeit finde», gleich gedrängt werden, in andere Verbände einzutreten. Weiter wird die Lehrlingsfrage, die Frauenarbeit, sowie der paritätisch« Arbeitsnachweis ausgiebig besprochen. Cohn(Vertreter der G d. G. D.) erklärt, daß der tlebertritt in andere Verbände nicht notwendig ist. wenn die Arbeit nur eine vorübergehend« ist und nicht länger als drei Monate dauert. Weiter schlchh er vor, die Regelung der Lehrlingsfrage gemeinsam mit den in Betracht kommenden Berufen, wie Bäcker und Gärtner vorzunehmen. Im Schlußwort betonte Krause, daß die Handelskammer« mit Heranziehung der Gchrlfenorganisationen gewisse Richtlinien für die Lehrlingshaltung herausgeben können. Weiter bemängelt er, daß der Reichsernährungsminister leider die Organisation der AchieitneHmer bei wichtigen Fragen der Ernährung betreffs Fleisch- ankauf und Fleischverwertung nicht heranziehe. Zur paritätischen ArbeitSvermitilung wurde folgende Entschließung angenommen: »Der 7. Verbandstag verpflichtet die Zahlstellen sofort über» all für die Errichtung paritätischer Arbeitsnachweise«inzutrete» und sie auf dem flachen Land alk Bezirksarbeitsnachweise auS- zubauen. Als Vertreter der Arbeitnehmer in die Verwaltung »es Arbeitsnachweises können nur solche zugelassen werden, die einer freien gewerkschaftlichen Organisation angehören und auch tatsächlich gewerkschaftliche Grundsätze der» treten. Jeder Verschleierung ist aufS schärfst« entgegenzu» treten. Grundsätzlich mutz darauf gedrungen werden, daß die Ar- beitSvermittlung aus den Rethen der dazu befähigten Ar- beitnehmer de« Berufes entnommen werden. Ist eine Ber» ftändigung über die Vertreter und ArbettSvermittler nicht möz» lieh, dann ist die Wahl auf Grund der Verhältniswahl zu for- der». Die paritätischen Facharbeitsnachweise sollen möglichst über- all an die städischen Arbeitsämter resp. Arbeitsnachweise ange- liedert werden. Die llebernahme der Kosten derselbe» durch ie Kommune ist dabei grundsätzlich zu fordern.* Der Verbandstag ersucht ferner die Reichsregierung endlich ein Gesetz zu erlassen, daß die gcwepbSmäßige Stellenvermittlung für da« ganz« Reich verbietet und sämtlichen Unternehmern die Pflicht auferlegt, den Bedarf an Arbeitskräfte» nur bei nicht ge- werbSmäßigen Arbeitsnachweisen zu decken. Beschlossen wird weiter ein Antrag, der besagt, daß die Voll- ständige Sonntagsruhe im Fleischerg'awerbe durch Gesetz festzu- legen ist. Die Fleisckereibetriebe sind auf die achtstündige Ar- beitSzeit zu kontrollieren._ t- Generalversammlung öes deutschen Ej/enbahnerverbanües. ö. verhandluogStag. Jena, den 81. Mai. Die Vorstandswahlen zeitigten folgendes Ergebnis: Brunner, 1. Vorsitzenoer, S ch e f s e l. 2. Vorsitzender, D r ä g e r, Kassierer, K o tz u r, Redakteur. Jochade, Thielemann und Hertel Sekretäre. Die Wahl der unbesoldeten VorstandSmit- glieder soll am Schlüsse der Sitzung erfolgen. Für die besoldeten Vorstandsmitglieder gab Brunner die Erklärung ab. daß über die Annahme der Posten eine Aeußerung erst erfolgen könne, wenn die zur Beratung stehenden Statuten endgültig angenommen seien. Zur Diskussion über den Slatutenentwurf des Vorstände? sind zahlreiche Anträge gestellt und eine größer« Zahl Redner gemeldet. Nachdem einige Redner ihr« Anträge begründet hatten, wird ei» Antrag angenommen, sämtliche neu eingegangene» Anträge der Sta- tutenberatungskommission zu einer nochmalige» Durchberatung zu überweisen. Von feiten der Berliner Delegierten ging ein Wahkprotest ei«. da angeblich bei der Wahl Unregelmäßigkeiten vorgekommen sein sollen, die von dem Begründer deS Antrages in schärfster Weise zurückgewiesen wurden. Die Diskussion über den Wahlprotest führt zu recht erregten Auseinandersetzungen, die schließlich dazu führen. daß die Generalversammlung um eine halbe Stunde vertagt wird. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen und nach verschiedene« Richtigstellungen beschloß der Verbandstag Uebergang zur TageSord» nung. ES folgte nunmehr die Beratung der Anträge allgemeiner Art. Eine Anzahl Anträge wurde dem Vorstand zur weiteren Erledigung und Durchführung überwiesen. Besonder« hervorzuheben sind unter diesen Anträgen die Bildung von Jugendsektionen, die Ausarbeitung einheitlicher Formulare für die Kassensührung usw. Eine größere Diskussion riefen die Anträge über die Ernährungsfrage hervor. Ganz besonders wurden von einigen Rednern die LebenSmittelfchiebuugeu an ber Eisenbahn scharf kritisiert. Allgemein wurde der Standpunkt vertrete«, daß nicht Lohnerböhungen. sondern Abbau der Lebensmittelpreise usw. setzt das notwendigst« sei. wofür sich der Vorstand mit allen verfüg- baren Machtmitteln einsetzen solle. Einige Entschließungen, die sich gegen den Minister Ocser. gegen den Imperialismus und die ftriegSpofttik richten, werden einstimmig angenommen. Eine andere Entschließung wünscht Auskunft über die Finan- zierung des Zentralrates der Eisenbahnerräte. Hierzu gebe» Scheffel(Hauptvorstand) und Hertel- Frankfurt a. M.(Vor- sitzender des Zentralrates) Erklärungen ab. die durch Wild» Magdeburg(Kassierer deS Zentralrates) ergänzt werden. Die Ein- nahmen und Ausgaben wbrden von Revisoren nachgeprüft und ein« Abrechnung im Verbandsorgan veröffentlicht«arorn. Einen breiten L'num in den>ckrhandlun.;:a nahmen die Aw träge em, die sich mit dem si Streik i» Mitteldeutschland beschäftigen und die besagen, daß einem Teil der Streikenden die Streiktage bezahlt worden sind, darunter besonder? denjenigen, die den gegnerischen Verbänden angehören, nur zu dem Zweck, um eine« Keil in die' Eisenbahnersckaft zu treiben. Alle Redner wenden sich mit großer Schärfe gegen diese Ungerechtiakeit. die darin liegt, daß nur einem Teil der Eisenbahnerschaft die Streiktape bezahlt wurden. wogegen, wie der Vorsitzende Brunner erflärt, mit den schärfste» Mitteln, eventuell der Arbeitsniederlegung, vorgegangen werden soll. Die Angelegenheit H e n n i g- Halle a. S.. der anläßlich deS Streiks zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, wird dem Bor- stand zur nochmaligen Nachprüfung überwiesen. Damit sind die Anträge allgemeiner Art erledigt iratz man wendet sich wieder der Stotutenberatung zu. Die hjiäjlinften Bestimmungen aus den neuen Satzungen stnd folgende:§ 2 sieht u. a. die Unterstützung bei Streiks und Mag- regelungen vor, nach 8 3 ist das wichtigste Kampfmittel die Arbeits. uiederlegunz, die dem gesamten Personal zusteht. 8 8 sieht drei Beitragsklassen zu SO. 70 und SO Pf. vzzr. Nach§ 1l können Be- amte auf die Kraukenunterstiitzung veiUchten und erhallen dafür ein um SO Prag, erhöhtes Sterbegeld. Räch§ 25 mutz bei einer Mitgliederzahl von 1500 ein Ortsbeamsler angestellt werden. Der 8 2! erhält cme Ergänzung, nach der'die beiden Vorsitzenden die Verbandsgeschäfte gleichberechtigt führet». Das Statut tritt mit Ausnalme der erhöhten Unterstützungen>am l. Juli 191g in Kraft. Die unbesoldeten Porstandsmitglieder wesrdcn entnommen aus den Städten Hamburg, Stettin Halle. Leipzig. Hannover. Zrankfurt a. d. Lder, Bremen und Magdeburg. Tsie Delegation Berlin ver- zichtet auf einen Vorst.mdsvertreterr Pie RcvisionS- und Be- fchwcrde-Kommissto« sieht Vertreter vor aus Hamburg. Breslau. Cassel. Erfurt und Stendal. Nach der Erledigung der Statuten- 'beralung erklärt Brnnner im Namen der besoldeten Mitglieder, dah alle die Wiederwahl an.'rhmcn mit Ausnahme des neu hinzu- gewählten Hertel- Frankfurt a. M. An seine Stelle wird K a u l f u h- Magdeburg gewählt. Die von der Generalversammlung eingesetzte Lohnkommisston «rstaliel durch Metzler-Tarmstad! ihren Bericht. Tie Kommission hat ihre Aufgabe darin gesehen. Nichtlipien zu schciffen. die den Aufbau einer neuen Lohnordnung ermöglichen. Tie bisherige Lobnordnung steht 10 LohnortSgrupven vor, während die Kam. Mission drei für ausreiä end hält. Außerdem sollen für jeden Di. rekiionsbczirk drei Wirtschaftsgebiete gebildet werden. Die Ein- teilung in jtrci Klaffen, und zwar Handwerker und Arbeiter, wird beibehalten, die Differenz zwischen Handwerker, und Arbeitslohn fall so verringert werden, datz sie höchstens lb Pf pro Stunde beträgt. Zur Erreichung des Hochstlohnes soll die Altersgrenze vom 27. auf das 2-1. Lebensjahr herabgesetzt werden Die Einführung > von Stellen- und Funktionszulagen wird abgelehnt. Die Aus- � arbeitung der neuen Lohnordnung wird einer ncungliedcrigen i Kommission übertragen, tue in Gemeinschaft mit dem Vorstand ihre 1 Arbeiten in Berlin aufnehmen soll. Tie Richtlinien der Kommission werden angenommen. Die zur Regelung der Beamtensragen eingesetzte Kommisston erstattet ihren Bericht durch Haufschild-Berlin. Jeder bei der Eisenbabn. :ätige 21 Jahre alte Bedienstete soll nach sieben Jahren Vorwurfs-� � freier Dienstzeit m das Beamtenverhältnis übernommen werden. l Nach der Prüfungsordnung soll bei jeder Prüfung ein Vertreter ! der Organisation hinzugezogen werden. Das Mindestgehalt des i nichttechnischcn Beamten mutz dem Höchstlohn des ungelernten ! Arbeiters gleichstehen Das Höchstgehalt des technischen Beamten l mutz dem Höchstlohn d«? gelernten Handwerkers gleichkommen. l DaS Höchstgehalt soll in 0 Jahren erreicht werden. Zur Weiterver» � folgung der Angelegenheii wird eine Kommisston eingesetzt, die ebenfalls in Berlin tagen soll. Di» Richtlinien werden angenommen. Ein Antrag, mit den Truppen der freiwilligen Verbände nicht zusammen zu arbeiten, wird abgelehnt. Eine Entschließung. die die Aushebung deS BelagerungSzustaudcs fordert, wird ange- nammen; ebenso eine weitere Entichlietzung, die sich gegen das milde Urteil im Liebknechtprozest richtet. Ein Antrag, i am 1. Mai die Arbeit auch für be» Betrieb ratzen zu lasse«, wird angenommen. Ein weiterer Antrag, der von den Vorstandsmitgliedern die Nieder- legung der parlamentarischen Mandate verlangt, wird nicht genü- gend unterstützt Ein Antrag, die freiwilligen Wachen aus den Bahnhöfen herauszunehmen, wird angenommen, ebenso ein solcher, der dem Minister Oeser das Mißtrauen ausspricht. Die nächste Generaldersammlung findet in Dresden statt. Zu dem Gcwertschastskougretz in Nürnberg werden 80 Tele- gierte, darunter 2 Bezirksleiter und 3 Vorstandsmitglieder gewählt. In seinem Schlußwort betont der Vorsitzende Brunner, daß die Beratungen, so stürmisch sie auch manchmal waren, zum Schlüsse die volle Einmütigkeit gebracht hätten, vor allem die einmütige Zustimmung zu dem neuen Statut, daS allen Instanzen die Nickt- schnür gibt, sei zu begrüßen. Durch die höhere Bcilragsleistung wird der Verband zu einer wirklichen Kampforganisation. Den aus dem Vorstand ausgeschiedenen Vertretern der anderen Ot» werkschaften spricht Brunncr den Tank für die dreijährige mühevolle Mitarbeit aus. Das Vertrauen der Mitglieder zum Vorstand inüjse wie früher so auch jetzt erhalten bleiben. Er hoffe, daß der näcbsle Verbandstag zeigen wird, daß er. Brunner, noch der alte Kämpfer sei.— Damit stnd die Arbeiten der Generalversammlung erledigt. Vcrantwortlich für Paliiit Vir tut 8«tetnn«,. VSIn.-ffrUbmsa, für den Obrigea Teil be» Blatte«: Blseed Scholz, ÄeatöBn; für Anz-izen: Theodor Berlin. Bering: BorwLris- Verlag S. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwiirts- Puchdruckerei und Berlaqoanktalt Paul Einger u. Co. in Berlin. Lindenklr. 8. Clcnolcs. Oen 3. 3nni, arenbo 7>/, Uhr, in der Schaloula T-isii.-r Siratz« 4—3. I. Thema: warum, mOllsn wir«r>»«luIgraV r« t � J?c«'ßaSiwaltung»ilb der Revisoeerr. — 3. jicutoobl von Ortsbeamten.— 4. Verschiedenes. 49/2 itiW" Mitgliedsbuch oder Harte legitimiert."WZZ Qrunümann& Kuhn Erste Berliner Spcilaltnbrik tür Traniportserfile. licrllnbiO 10. KöprnickefMtr.<3 n. 1 13 in eine Erscheinung, die sich hanfig erst 3—4 Monate nach der Grippe unangenehm bemerldar macht. Die Haare fallen pliitzlich sehr stark aus, der Pahenl wird fast fal)L Jedem, der dir Grioye ge- habt bat, ist daher sehr zu empfchien, sich eltar Borben gungslur zu unterziehen. Lei eventuell schon vorbände- nee„flaar-(5tippe"a)cube man sich fofon au die altbewährte weigkolo- Haar-Klinik, Nettelbeckstrahe l-t, ----> Ecke Sleiitfiratzs.-»»- empfsstlen vir: kiSKZZnczs �nÄsrZsuLh e?ureh«Zis z leiis mst Kalten........ Mk. 13.90 Auch einzeln je Mk. 4.40 und 4.95 Das Et&ine Wandsrhuch. 120 Ausflüge. Mit 17 Karten. Mk. 3.30 Märkisshss Mit 32 Wassffrsport- Karten. Mk. 4.95 StrsüStzss WankSerradssye?- führer Kip, hip, hurra I Mit 15Spezialkarten.4(X) Se.ten stark. Mk. 7. 15 . 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