Nr.28y.36.Ikchrs. BczugövreiS: BierteljöSrl, 7L0 M. numaü.aM MZ. frciinS Haus, voraussah Ibai. Einzelne Nununern lv Pienmq. Poilbczug: Tionailich ZSO Ml. c�Ü. Zustellungsgebühr. Umer Kreuzband iür Deutsch- !and u. Oeslcrrcich-Ungarn;.7S Ml. sür das übrige Äustand«.TS Ml, bei lüglich einnialiger Zustellung 7.TS Mi. Postbeilellungen nehmen an Däne- Marl. Holland. Luremdurq, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in dl« vost-ZeiiungS-Preisliste. Der.Vorwürts' ericheint wochemüglich zweimal. Sonntage eiiunai. Telegramni-Adressei .Eozialvemoirar Berlin". orgen-Ansgabe. "DG berliner Volksblstt. (lv pfannig) B«zetgem>vets: Di««rbtgeivaltcae RonvareillezeL« lostet 1.20 Mi..klein« Sin, eigens daS'etlgeoruckleAonSOPtg.fefiUüslig B iettgedrurite iZarteh stdo- weiter« Worl LS Pig. EtellsniieiuHe und Schlailtellenanjeigen das erste Worl 40 kig.. ied«S weiters Werl 20 Plg. iSoric über IS Suchstaben Mien nir zwei Worte. TeueeungSiitlschlagSOch� Familien-Anzetgen, vrstilriche Mld gewerkichaltliche Vereins- Anzeigen ILO Mi. die Zeile. Anzeigen iür die nächste Nummer müssen biS ä Uhr nachmitiags im Haurtgelchäit, Lerlm SW.SL. Liltdenltrajzc ch gogegeben' werden, Eeüssner von SUHrtrüh bis', 6 Ühr abends. Zentralorgan der fosialdemokrati feben partel Deutfcblande. Neöaktion und Expedition; EW. öS, Linöenftr. S. Fernsprecher: Amt Morinpla«, Nr. ISI t»0—»SI.«7. Tiettstag, den 3. Juni 1919. _J[ m vorwäets-verlag G.m.b.H., Ew. SS, Änöenstr.2. Fernsprecher: Amt Morrstplast, Rr. tl? 53—53:. Der erste Teil der Friedensbedingungen für Deutsch- österreich ist gestern in St. Germain überreicht worden. Auf dem Gebiet der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie lebten vor Kriegsausbruch rund 12 Millionen Deutsche. Etwa die Hälfte davon sollen in einem Staate ver- einigt werden, der sich selbst Deutsch österreich nennt, im Friedensvertrag aber nur'Oesterreich genannt wird. Der Wertrag sieht, wie zum Hohn, einen Schutz der sprachlichen Minderheiten vor, die es im neuen Staatsgebiet nicht gibt, denn alles, was noch einigermaßen sprachlich gemischt ist, wird sorgfältig weggeschnitten, selbst die deutschsteirischen Städte Marburg und Radkersburg. Umgekehrt werden rund 6 Millionen Deutscher der natio- nalen Fremdherrschafk ausgeliefert, darunter die 3 Millionen, szie in kompakter Masse das nach Ungarn hinein erweiterte Gebiet der tschechoslowakischen Republik bewohnen. Daß Deutschösterreich militärisch vollkommen ohn- mächtig gemacht,!o i r t s ch a f t l i ch bis aus den letzten Rest — durch Auslieferung der Eisenbahnen und der Salzberg- werke— der Entente ausgeliefert wird, kann nur denjenigen verwundern, der an den„milden" Frieden für Oesterreich ge- glaubt hat. Die Liquidation der Oesterreich-Ungarischen Bank und die Verteilung ihrer Akt'ven unter die Inhaber der neu auszugebenden Banknoten, bedeutet nichts anderes als den kommandierten Stootsbankerott. Der Ansang läßt übrigens erwarten, daß das Beste noch nachkommti Mit Interesse wird man vernehmen, wie der Viererrat das ihm gänzlich fremde L st erreich ische Pro- b lem, an dessen Lösung selbst die Fachkundigsten verzweifel- ten, zu lösen versucht hat. Soviel man bisher sieht, soll das alte Staatsgebiet durch plumpe Eingriffe von außen zu einer Hölle für alle, ganz besonders aber für unsere deut- schen Volksgenossen gemacht werden. Das ist kein Vecständigungsfrieden, der nur von den Völkern Oesterreichs selbst geschlossen werden konnte, sondern ein Gewaltfricden, der eine wirkliche neue Rechtsordnung nicht zu schaffen ver- mag, und der durch gemeinsamen Druck Deutschösterreich nur noch fester an Deutschland schmieden wird. der Inhalt öes Vertrages. — Haag, 2. Juni. Hollandsch NieutvSbuttau meldet aus Paris: Heute wurden in St. Germain die Friedensbedingungen für die Oesterreicher mit Ausnahme der Mil i t ä r i f ch e n Bedingungen und der Bestimmungen über die finanzielle und gewisse Grenz regelungen überreicht. Soweit die Bedingungen noch nicht vorliegen, sollen sie so schnell wie möglich zur Ergänzung überreicht werden. Der Friedensvertrag für Oesterreich ist genau so einge- teilt wie der mit Teutschland und' stimmt in vielen Artikeln wärt- lich mit ihm überein. Durch den Vertrag wird Oesterreich ei» Staat von ungefähr 6 Millionen Einwohnern auf einer Oberfläche von 12ö 000 bis 150 000 Quadratkilometern Boden. Oesterreich erkennt die vollständige Unabhängigkeit von Ungarn, der Tschechoslowakei und des serbisch. kroatisch-slowenischen Staates sowie jener Gegenden an. die früher zur österreichisch-ungarischen Monarchie gehörten und eine Bevölkerung von rund 50 Millionen Seelen auf einer Oberfläche von 668 000 Quadratkilometern umfassen. Oesterreich akzeptiert die Verfassung des Völkerbun- des und die Arbeitsgesetzgebung, verzichtet auf alle Rechte außerhalb Europas Lande und erklärt sich zur Demobilisierung aller Streitkräfte bereit, sowohl zur See wie der in der Luft. i (Die militärischen Bedingungen sind, wie eingangs erwähnt, noch nicht überreicht.) Weiterhin erkennt Oesterreich den alliierten und assoziierten Mächten das Recht zu, österreichische Untertanen, die sich der Verletzung per Kriegsgebränche und Kriegsgesetze schuldig gemacht haben, vor einen Gerichtshof zu stellen und nimmt bezüg- lich der Wi�rschaftsbestimmungen und der Freiheit der Durchfuhr dieselben Bestunniunzen an. welche in dieser Hinsicht im deutschen Vertrage festgelegt sind. Des weiteren gibt der Bericht über den Friedensvertrag fol- gende kurze Zusammenstellung der Bedingungen: Absatz I' den Völkerbund betreffend und Absatz 12 über die Arbeitsbestimmungen entsprechen im Wortlaut genau den deutschen FriedenSbedingungen, eberrfo wie Absatz 6, der die Kriegsgefangenen und die Verwaltung der Soldatcngräber betrifft. Hierunter! fällt auch Absatz 10, der d.e Luftschiffahrt behandelt. Im Gegensatz dazu lommt Absatz 13, der sich mit den G a r a n- t i e n für die Durchführung der Friedensbedingungen beschäftigt, nicht in dem Vertrag mit Oesterreich vor.> Der Absatz II(territoriatle Grenzen betreffend) enthält fol- gende Bestimmungen: Die Norbgrenze der Tschechoslowakei gegenüber folgt der bestehenden Landcsgrenze, welche früher Böhmen und Mähren von Ober- und Riederösterreich trennte. Es wird nur eine geringe Aenderung gemacht, und zwar in der Gegend von Gmünd und Felsbcrg und entlang des Flusses Morava. Die südlichen Grenzen mit Italien und dem südslawischen Staät solsen später durch die wichtigsten alliierten und assoziierten Regierungen fest- gestellt werden. Die Ostgrenze verläuft so, daß Marburg und Radkersburg zum südslawische« Staat kommen sollen. Die westliche und nordwestlichen Grenzen mit Bayern sowie die Grenze mit der Schweiz und Ungarn bleiben unverändert. Nach den pvlitischen Bestimmungen akzeptiert Oesterreich dt« Grenzen von Bulgarien, Griechenland, Ungwrn, Polen, Rumänien, Südslawien und Tschecho- slowakei so wie sie festgestellt werden, verzichtet auf alle seine Rechte auf Randgebiete, die, trotzdem sie jetzt außerhalb seiner Landsgrenzen lügen, noch keinem Staat zugewiesen sind, erkennt die vollständige Unabhängigkeit der Tfchechosiotvakei an, inkku- f i v e des autonomen Gebiets südlich der Karpathen. Die genaue Grenze soll festgestellt iverden durch eine Jeldkommission, die aus sieben Mitgliedern besteht, von denen fünf durch die Alliier- ten und je, einer durch die beiden interessiebten Staaten gestellt werden. Die Tschechoslowakei verpflichtet sich, mit den Alliierten einen Vertrag zu schließen zum Schutze der Rassenrechte, der Religionsrechte und der Sprach- rechte der Minoritäten und zur Sicherstellung der Frei- hcit der Durchfuhr sowie einer billigen Behandlung der Handels- interessen der anderen Nationen. Oesterreich anerkennt und akzep- tiert die volle Unabhängigkeit für alle zum früheren russischen Reiche gehörigen Gebiete, akzeptiert definitiv die Aufhebung deS Brest-Litowsker Vertrags und aller anderen Verträge, welche seit der Novemberevolution von 1917 mit allen Regierungen oder poli- iischen Gruppen des früheren russischen Reichs geschlossen wurden. Die Alliierten behalten sich im Namen von Rußland vor, eine Wie- derherstellung und Genugtuung von Oesterreich zu fordern nach den Bestimmungen des Friedensvertrags. Weiterhin stimmt Oester- reich der Aufhebung des Vertrags von 1839 mit Belgien zu, durch den dieses Land zum neutralen Staat erklärt worden ist, ebenso der Aufhebung der Neutralität von Luxemburg. Auch die zu treffen- den Regelungen zwischen den Alliierten und der Türkei sowie mit Bulgarien werden durch Oesterreich akzeptiert, ebenso wie die zwischen den'Alliierten und Deutschland über Schles- wig-Holstein zu treffenden Vereinbarungen. Weiterhin verpflichtet sich Oesterreich durch eine R-ihe von Bestimmungen dazu, seine Ein- richtnngen in Einklang zu bringen mit den Prinzipien von Freiheit und Recht. Es erkennt den Schutz der Minoritäten als eine Angelegenheit internationalen Interesses an, in der der Völkerbund die Jurisdiktion ausübt. Oesterreich sichert allen Ein wöhnern Oesterreichs ohne Unterschied der Nationaki» tat, der Sprache, der Rasse und der Religion Schutz des LebenS, und der Freiheit sowie das freie Recht der Ausübung des Glaubens zu. Alle österreichischen Untertonen, ohne Unterschied der Rasse, der Sprache und der Konfession, sind vor dem Gefetz gleich. Dem freien Gebrauch der Sprache im privaten und öffentlichen Leben darf keine Unterdrückung auferlegt werden. Es müssen Garantien dafür geLoten werden, daß diese Freiheit Aufrechterhalten bleibt. Die militärischen Bestimmungen enthalten folgend« Einzelheiten: Alle österreichischen Kriegsschiffe und Fahrzeuge, inkl. der Donauflotte müssen den Alliierten ausgeliefert werden. 21 namentlich aufgeführte Kriegs- kreuzer werden entwaffnet und als Handelsschiffe einge- richtet. Alle im Bau befindlichen Kriegsschiffe werden geschleift. Der Abbau(Schleifung) darf lediglich zu industriellen Zwecken er- folgen. Alle Marinewaffen, Munition und anderes Kriegsmaterial müssen den Alliierten ausgeliefert werden.' sDrei Monate lang darf die drahtlose Station von Wien nur unter Kontrolle der Alliierten für Handelsnachrichten benutzt werden. Die Luftschiffahrtsbestimmungen entsprechen denen, welche Teutschland auferlegt worden sind. Di« Luftmacht wird aufgehoben und alle Luftschiffe und Flugzeuge mit den: dazu, gehörigen Material müssen innerhalb von drei Monaten an die Alliierten ausgeliefert werden. Sechs Monate lang ist die Fabri- katien von Luftschiffen und Flugzeugen sowie deren Bestandteilen verboten. Die Alliierten erhalten das Recht, ungehindert ihre Flugzeuge über österreichische Gebiete fahten und dort landen zu lassen, und zwar bis zum Jahre 1923, es fei denn, daß Oesterreich vorher ist den Völkerbund aufgenom« men worden ist. Heller die wirtschaftlichen Destimmunge« heißt eS: Sie stimmen mit den deutschen Vereinbarungen überein, mit Ausnahme gewisser Einzelheiten der Schiffahrt. Spezielle Bedingungen aber werden für ehemalige österrei«h»fch-ui�ga«rsche Staatsangehörige hinzug'efiigt, welche die alliierte Nationakikcii er- werben und diesig entsprechen den Bestimmungen in dem deutschen Vertag bezüglich Elsaß-Lothringen. Zum Schkutz übcxlimmt Oester- reich die Verpflichtung jedwedes Arrangement anzirer« kennen, das von den Alliierten zur Si gistrat und das Stadtverordneienrollegium nachgekommen. Den Bericht über die 1913 vorgenommenen Revisionen erstattete Ver- bandsicvlior Hübner, der feststellen konnte, daß mit geringen Lusuahmen Erinnerungen nicht zu ziehen waren. Dem Bericht folgte der Vortrag des Sekretärs Mirus, Berlin, über.Sozialt sierung und Konsumvereine". Redner stellt sich auf den Standpunkt, daß die ProdukikmSmitel in den Besitz des Reiches, Staates und der Kommunen übergehen müssen, doch bält er es nach dem Gange der Eniwickelung für möglich, daß vorläufig Betriebe privatem Besitz belassen, aber das Reich oder Staat am Gewinn beteiligt werden. Ebenfalls muß derselbe bestimmten Einfluß auf die Preisfestsetzungen ausüben und durch An- oder Verordnungen bezüglich des Arbeiterschutzes, der Löhne, Arbeitszeit usw. im Interesse derjenigen Arbeiter ausüben, die in Betrieben beschäftigt sind, die zunächst für die Sozialisierung nicht in Betracht kommen. Ein weitgehendes Mitbestimmungsrecht muß den Arbeiter» und Angestellten sowohl in den sozialisierten als auch noch nicht soziali« sierlenBetrieben eingeräumt werdcn.DesgleichenmüfledenVerbrauchern ein wirksamer Einfluß auf die Preisbildung gegeben werden. Für die Lebensmittelversorgung hält er die K o m m u n a l i» sierung au» den verschiedensten Gebieten heute schon durcttiührbar. Außerdein können sich die Gemeinden mit den am Ort befindlichen Konsumvereinen in Verbindung setzen, es müßte dann allen noch bestehenden Geichästcn verboten werden, die kommunalisierten Waren zu führen. Eine Kommunalisierung der Konsumvereine wäre falsch, da dieselben schon sozialistische Betriebe sind. Wir haben uns immer als eine Vorstufe des wirlschastliÄen Sozialismus betrachtet und wollen auch für die Zukunft gar nichts anderes sein. Den Gcmcindeorgonen müsse das Recht eingeräumt werden, in der Verwaltung des Konsumvereins mit vertreten zu sein, damit die Kommune in der Lage sei, eine genügende Kontrolle auszuüben. Tie erprobten Prinzipien der Konsumvereine müßten auf die Neu- ordnnng des Wirti'chaitslebens angewandt werden. An der folgen» den Diskussion beteiligt sich S ch n e i d e r- Berlin und Stütz- Wcißwasser. Am zweiten Tage gaben der Vorsitzende Müller und Sekretär Hildebrandt den Bericht über die Entwicklung der Vereine des Verbandes. Herr B ä st l e i n besprach die Angelegenheiten, die in diesem Jahre den Generairat des Zentralverbandes und den Genossenichaftstag beschäftigen werden. In der sich anschließenden Tiskuifion sprachen Meyer«Stettin, Schultz«-Berlin. Starke- Ktrchhain, B.r ü h l- und Mirus-Berlin. Sekretär Hilde- b r a n d t referierte noch über die Gründung der Konsumenten- kammer der Provinz Brandenburg. Redner stellte sich aus den Standpunkt, daß die Kovsumenienkammern ein Teil der zu schaffenden Wirtschaftskammern»ein sollen und die Grundlage der Kammern wirischasiliche Organisationen sein müssen, die zur Wabr- nehmung der Berbraucherinterdssen gebildet wurden. Eine ein- stimmig angenommene Resolution empfieblt den Vereinen in der Provinz Bronvenburg den Beitritt zur Konsumenienkammer und sorderr die Vereine der anderen Provinzen auf. gleichfalls mit Gründungen von Konsumenienkammer» vorzugehen. In den Vor- stand des Verbandes wurde das ausscheidende Mitglied Buch- Vraiidenburg wiedergewählt. Die übrigen Tagesordnungspunkte brnasen rein geschäftliche Angelegenheiten. Gro&Berün vollzugsrat Groß-Serlin./ Zur Frage der Schaffung eines Wahl- und Propagaudafonds gab die Fraktion der S. P. D. folgende Erklärung ob: . Die beiden Vorsitzenden des Vollzugsraies Groß-Berlin sind für Mittwoch, den i. Juni, zu einer Sitzung des Zentralrates ein- geladen. Die Sitzung hat den Zweck, gemeinschaftlich mit dem Zeuiralrai in kürzester Frist eine Wahlordnung herauszugeben, die die Neuwahl der Arbeiterräte auf Grund von Betriebs- und Berufs- wählen für das gesamte Reick vorsieht. Die Mitglieder der Fraktion der S. P. D. des VollzugSrateS stützen sich auf den Beschluß der Vollversammlung vom 28. v. M. wenn sie erklären, eL ist begründete Aussicht vorbanden, daß so schnell wie möglich im Einvernehmen mit dem Zentralrat eine Wahlordnung herauskommt, die alle berechtigten Forderungen er- füllt. Demnach können die Mitglieder der S. P. D. erst dann zu dem Beschluß, zur Bildung eines Wahl« und Propadandasonds endgültig Stellung nehmen, wenn die Verhandlungen mit dem Finanzministerium sehlschlagen würden. Die Mitglieder der S. P. D. glauben, daß auch mit Rücksicht auf die in letzter Zeit durch Sammlungen stark in Anspruch ge« nommene Opferwilligkeit der Arbeiterschaft diese möglichst nicht un- nötig zu erneuten finanziellen Leistungen herangezogen werden darf." Die Fraktion der U. S. P. unterbreitete dem VollzugSrat dar« aufhin folgenden Antrag: „Zur Ausführung des Beschlusses der Vollversammlung der A.- und S.-Räle Groß-Berlins zur Gründung eineS Wahl- und Propagaudafonds ist folgendes notwendig: 1. die Herstellung von 500 000 Marken k M. 0,50, die Herstellung von 250000 Marken k M. 1,—. 2. Den Vertrieb der Marken übernimmt die Kasse des Vollzugs- rates. Dieselbe hat sich zur Abstempelung der Marken einen Stempel anzuichaffen. 3. Die Abrechnung der von der Hauptkasse entnommenen Marken erfolgt durch die Fraktionskassiercr, welche auch nur von der Hauplkasse Marken zu entnehmen haben. Die Fraktionskassierer haben dann ihrerseits mit den Arbeiterräten ihrer Fraktion abzu- rechnen. i. Da ein großer Umsatz unbedingt erforderlich ist, wird eS notwendig fein, daß jede Frakrion eine umfassende Propaganda be« treibt und sich mit Aufrufen und Flugblättern an ihre Anhänger wendet. Der VollzugSrat ist verpflichtet, der Vollversammlung über die Verwendung der eingegangenen Mittel Rechenschaft abzulegen." Dieser wurde bei Stimmenenthaltung der S. P. D. ange- nomme». » Vollversammlung der Groß-Derliner Arbeiterräte, der kommunalen Arbeiterräte und Delegierten Freitag vormittags 10 Uhr. Lokal wird noch bekanntgegeben. Tagesordnung: Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf über die Betriebsräte. Rich. Müller. Fritz Brolat. werden, wird ihre Dienstfreudigkeit nicht gehoben, dafür aber die Unlernehmungslnst des Gesindels. Versucht das Publikum die ihrer Pflicht genügenden Soldaten zu bedrohen, so wird es sich energische Maßregeln selbst zuzu- schreiben haben.. Hiernach befanden sich unsere Gewährsmänner in einer T ä u- s ch u n g. Der verhängnisvolle Schuß kam tatsächlich aus der Richtung auf die Soldaten, die in die Luft schonen.. In dem Geknatter wurde ihnen dieser Schuß fälschlich zur Last gelegt. Der angebliche Militärexzch auf der Heerstraße. Vom Gouvernement Groß-Berlin wird uns zu diesem Bericht unseres MontagsblaiteS geschrieben: Die der Wachabteilung der Kommandantur angehörenden Soldaten hatten auf Befehl des Gouvernements den Auftrag, gegen die zahlreichen an der Heer» straße ihr Unwesen treibenden GlückSspielrr vorzugehen. Es gelang auch beim erste» Vorstoß in der Richtung Teufelsseestraße— Heer- straße 22 dieser Spieler festzunehmen. Die rnchi ergriffenen Spieler zogen sich in der Richtung nach dem Koiserdamm zurück, um dort ihr Treiben aufs neue auszunehmen. Als dann Patrouillen zwischen Bahnhof Heerstraße und Baden-Allee die Spieler zu stellen ver- suchten, wurden die Patrouillen verdrängt und mußten erst durch rasch eingreifende Verstärkungen aus ihrer bedrohten Lage befreit werden. Die heraneilende Verstärkung gab Sckreck- schüsse ab. während auf die Soldaten aus der Richtung Baden-Allee geschossen» worden ist, wobei ein Mann so schwer verwundet wurde, daß er an den Verletzungen starb. Der tötliche Schuß konnte nicht von Soldaten abgegeben worden sein, denn er saß dem Gettoffenen in der linken Brust seile, während sämtliche Soldaten zur Zeit des Schusses sich im Rücken des Getöteten befunden haben. Auch in diesem Falle erlebte man wieder das beschämende Schauspiel, daß die angesammelte Menge gegen die ihre Pflicht er- füllenden Soldaten eine drohende Haltung annahm, sodaß zur Räumung des Platzes gelchriisen werden mutzte. Seit Wochen fordert die Oeffentlichkeit gebieterisch von der Be- Hörde, dem öffentlichen Spielerunwesen endlich ein Ende zu be- reiten. Das am Sonntag tätig gewesene Kommando bat sich bei der Säuberung der Straßen Berlins von dem Spielergesindel die größten Verdienste erworben und dank seines besonnenen Vor- gehenS die besten Erfolge erzielt. Es stößt aber bei seiner Harle» Pflichterfüllung sortgeietz: auf die unverständliche und gemeinschäd- liche Haltung eines Teiles des Publikums das wie die Vorgänge auf der Heerstraße gezeigt haben, immer für das Gesindel Partei ergreift. Wenn dann noch gar in der Presse gegen die ihrer schweren und gefäbrlichen Pflicht genügenden Soldaten Angriffe erhoben Der Leichenfund an der ff-reiarchenbrücke. Das Gericht der Garde-Kavallerie-SchützemDivision ist gegenwärtig bemüht, nähere Einzetseiten über den Fund der weiblichen Leiche an der Freiarchenbrücke im Tiergarten aufzuklären. Es soll durch die Personen, welche den Leichnam im Wasser treiben sahen, festgestellt werden, wann und wo der Körper zuerst beobachret worden ist. Da bis vor kurzem in drn märkischen Gewässern, also auch im Landwchrkanal, ein ziemlich hoher Wasserstand herrschte, ist die Leiche aller Wahrscheinlichkeit nach gegen die Ketten des Wehrs gedrückt worden und erst jetzt, nachdem durch die Trocken- heit der letzten Wochen der Wasserstand niedriger gestorden ist, auS den Ketten herausgefallen. Die Obduktion findet heute Dienstag vormittag um 10 in dem Garnisonlazarett Zossen statt. Es unterliegt kauni noch einem Zweifel, daß eS sich hier um Frau Rosa Luxemburg handelt. Nach den Feststellungen des Oberregierungsrais Hoppe ist die Tote 1,43 groß, hat einen etwas verwachsenen Obertörper und eine schmale, stark gekrümmte Nase. Auch wefft die Tote stark ergrautes Haar auf. Die Kleidung ist vom Wasser bereits stark mitgenommen und aus« gebleicht worden.— Der Untersuchungsführer hat im Laufe des gestrigen Tages dem Kriegsministerium und der Reichskanzlei seinen Prolest gegen die Ueberführung der Leiche nach Zossen ausgesprochen. Rechtlich war der Oberbefehlshaber in den Marken nur dann zu dieier Handlung berechtigt, wenn er Kriegsgerichtsrat ErHardt von dieser Absicht Kenntnis gob. Diesem wäre es dann möglich ge- Wesen, ein OberkrregSgericht zusammenzurufei?. daß zu dem Fall Stellung zu nehmen hatte und dessen Beschluß allein maßgebend gewesen wäre._ Gin kommunales Notgesetz. Neuwahlen der unbesoldeten Magistratsmitglieder. Die Demokratisierung der Gemeinden soll der.Sozialistischen Korrespondenz" zufolge beschleunigt werden, und zwar durch ein Notgesey folgenden Inhalts: Bis zuin 1. � August ds. IS. müssen sich alle unbesoldeten Magistratsmitglieder und Gemeindcvorstände einer Neuwahl nnler- ziehen. Bei der Neubildung der obersten Gemeilideverwolumg ist nach dem Verhältniswahlrecht zu veriabren. Zugleich wird die Arbeit an der neuen, grundsätzlich demokratischen Ge- meindeversaflung so beschleunigt werden, daß sie noch tu diesem Jahre zum Gesetz erhoben werden kann. Mit dem Erlaß dieses sNotgesctzcS wird endlich der skandalöse Zustand beseitigt, daß die Hüter des allen Regiments nach wie vor die eigentliche Verwaltung in den Magistraten und auch in den Gemeindevorständen nicht aus den Händen geben wollen. Hätten sie nur einigermaßen politisches Anstandsgefühl besessen, so hätten sie sofort noch den Neuwahlen zu den Öiemeindevertrctungen ihre Aemter zur Verfügung stellen müssen. Aber nur in einzelnen Ge- mcinden haben sie das freiwillig getan. Vielleicht werden sie nun, nachdem das Notgeietz bekannt wird, schleunigst diesen Schritt tun und nicht erst den Hinauskvurf abwarten. Hoffen wir das beste von diesen sich sonst meistens als Anhänger des parlameniarischeu Systems gerierenden Gemeindegewaltigen. Neue Agitation gegen die Fmwilligcnverbände. Wandervedner durchziehen die Straßen uird provozieren Stroit. Schließlich mischt sich in das Gespräch ein junger Soldat mit Freiwilligenabzeichon ein. Er bekämpft den Wandecrcdner und wird dann langsam in die Defensive gedrängt. Schließlich bringt der Agitator sein An- klagematerial gegen die Freiwilligenverbände vor und, scheinbar durch die Wucht der Beweise erdrückt, fängt nun der junge Soldat an,.Enthüllungen" zu machen, die natürlich von Anfang bis Ende erfunden sind, um Stimmung gegen die Soldaten zu machen. Mehrere dieser Wanderredner und ihrer„militärischen" Gehilfen wurden festgenommen, wobei es sich einwandfrei ergab, daß die „Soldaten" keinem Freiwilligenverbande angehörten und die Uni- form zu Unrecht trugen. Literatur. Van Aug» st e Hauschner. Um Mitternacht erhaben sich die beiden Ehepaare, die iu einem kleinen Kreise freier Künstler das Bürgcrtym und das Kapital vertreten hatten; die Frauen umarmten das Fräulein Wirtin, ihre Gatten küßten ihr'die Hand, und der Abschied wurde so ausführlich betrichen, daß er die Geselligkeit der anderen untergrub und zum Anlaß eines allgemeinen Aufbruchs auszuarten drohte. Dagegen wehrte sich das Fräulein Wirtin mit Winken und Gebärden; und so wie die Tür sich hinter den vier Flüchtlingen geschlossen hatte, hielt sie mit Bitten ihre Freunde fest, jetzt, da die Elenrente, die nicht dazu gehörten, die Harmonie der Unterhaltung nicht mehr störten-, und sie sich es erst gemütlich machen wollten, die Intimen ganz unter sich. Sie drückt« den Nächststehenden auf seinen Sessel nie« der. und da das Gesetz der Nachahmung auch in diesem Fall« seine Wirkung nicht vorsagte, hatte sich der Ring der Gäste, durch die Lücke, wie es allen schien, bereichert, bald wieder uin den Tisch gerundet. Man schenkte Schnäpse ein, legte frisches Feuer an die Zigaretten, das junge Dienstmädchen, die Ficke, wurde angewiesen, noch einmal Mokka zu bereiten, und das Gespräch ergoß sich so ge- räusckvoll in die Unterbrechung, als öffneten sich gleichzeitig sechs Wasserhähne und schössen brausend ihren Strahl herab. Das dauer-te ein paar Minuten, ließ langsam nach, allmählich tropften nur die Worte; es erwies sich, daß ihre Fülle nicht aus einem Reichtum stammte, sondern nur aus einer Stauung; und wäre den Ge» danken, die in einer Stille durch das Zimmer gingen, Beredsamkeit Verllehen gewesen, sie hätten gemeinsam ausgerufen:„Ach, daß ich nicht-auch nach Haus gegangen bin." Keiner aber brachte die Spannkrast auf, den Körper aus seiner Trägheit aufzuwecken, daß er den Wunsch verwandle in die Tat. Schläfrig hockten sie aus ihren Stühlen, stießen Rauch in die verbrauchte Lust, und während sie mit matten Witzen, wie mit müden Pfeilen, nach den davongegangenen Banausen zielten, hatten sie ein Eefübl der Unaufrichtigkeit. Denn im Grunde vermißten sie die Menschen, deren Fernsein sie vorgaben als Erleichterung zu empfinden, sie fehlten ihnen als grauer Hintergrund zu ihrer eigenen Farbigkeit. Vor der Frauen schlecht verhüllter Neugier, vor der Männer Vorurteil und Widerspruch hatten sie mit ihrer Weltanschauung dagestanden» wie auf eurer Bühne und hatte» die Scheinwerfer des Geistes in die Augen der Geblendeten geworfen. Des Publikums beraubt, des Anreizes, den Bürger zu verblüsfen, schien ihnen ihre Rolle sinnlos; eben noch Abgesonderte, Herrschaften, die in einem unberufenen verbotenen Park spa- zieren gehen, indessen die Ausgeschlossenen neidisch durch die Gitter- stäbe gucken, waren sie jetzt nichts, als eine Anzahl Jedermanns, eine Gruppe Leute von deni nämlichen Metier. Aus der Müdigkeit, die ihre Nerven schlaffte, kroch sin schwerer Brodcm in ihr Hirn und hetäubte, was ihres Schaffens Nahrung war, das Vertvauen zu sich selbst. Traurig wurde ihr Gemüt, ein Schauplatz der Entmutigung, die Schwermut des an der Wichtigkeit seiner Berufung irvewerden vergiftete ihr Herz, verheert« es wie eine Seuche, die den anderen zu verhüllen doch jedes einzelnen Bemühung war. Unerträglich war in diesem Zustand das Zu- sammniein mit seinesgleichen; denn was die Hoffnungslosigkeit des Zustandes noch vertiefte, war der Gedanke, daß vielleicht der Nach- bar schwelgte, indessen man Entbehrung litt, daß seine Phantasie, von einer Eingebung befruchtet, vielleicht in diesem Augenblick den Keim empfing, der sich ihm entfalten, ihm zu Erfolgen reisen werde. Ein Drang um sich zu schlagen erregte sie, die Lust, sich selbst zu geißeln und mit den Hieben den andern zu verwunden. Mit welchem Recht dünkte man sich mehr als die Zweck- menschen, über die nian sich erhob? War eS nicht würdiger, hinter Börsenschranken oder vor den Hauptbüchern zu stehen, als mit Ein- fällen zu handeln, mit SentimontS. mit eignen und mit fremden, mit Schamlosigkeiten und mit Uebertreibung. Wie Kugeln gegen die eigene Brust gerichtet, abprallen und den Gegner treffen, flog der Hohn umher. Gab es noch eine Kunst aus erster Hand? Lag irgend- wo im Reich der Poesie noch braches Land? War nicht schon alles gesät, geerntct, eingebracht? Ein Könizreich für einer: unbefleckten jungfräulichen Swff. Es guig ein großes Morden der Motive cm. Soziales Mitleid. — Heftpflaster auf offene Wunden. Religion— Privatangelegenheiten fanatischer Sektierer. Romantik— Artisten mache, steriler Abklatsch der Vergangenheit. Die Hymnen auf die Gegenwart und ihre abenteuerlichen Mg- lichkeiten— Publikumsbau-ernsang, Nic-Carter-Presse. Wtrklichkeijsbeschreibung war gemein, Symbolik, der Zufluchts- ort der Impotenten. Mit blassen Lippen schmähten sie die Liebe: sentimeutaler Kitsch, gerade gut genug für Familienwochenblätter. Draußen iu der Küche hantierte das junge Dienstmädchen, die Fieke, au dem Abwaschkasteu. Unter dem harten weißen Licht de? Glühlichtlanrpe säuberte sie das Eßgeschirr, schichtete die Teller in schrägen Reihen auf, holte sie dann Stück für Stück, drehte sie, wie eine Scheibe in dem von Feuchtigkeit getränkten Tuch und stapelte sie auf das Fensterbrett. Sie sang dabei, ganz leise, daß eS nicht in die Vorderstub« dringe; mitten im Gesang und in Bewegung fielen ihr von Zeit zu Zeit die Augen zu,«in paarmal war sie schon im Stehen eingeschlafen, ein Häuflein Scherben lag ihr als Opfer dieser Bewußtseinstörungen zu Füßen. Es lag kein Zwang auf ihr zu diesem Fleiß, das Fräulein warf nur selten in die Wirt- schaff eine,: Blick, und morgen, Sonntag, fuhr sie gleich nach.dem Frühstück weg. zu Freunden. Aber gerade deshalb... Das Wasser trat in kleinen Tropfen auf Fides Stirn, wenn sie bedachte, was sich ihr morgen Vormittag zusammendrängte. Di« weiße Bluse, die sie noch an ihrem Leib trug, es war ihre feinste, und sie hatte chon dem Schweiß, der vor jeder Arbei steht, gelitten, wusch sie noch heute Abend aus, so wie die Gäste weggegangen waren; geplättot konnte sie erst morgen werden. Und das Haare- brennen, Fräuleins Maschinchen machte so schöne tiefe Wellen, lind eine frische Borte an den Nock genäht, und di« Blume, die das Fräulein gestern weggeworfen hatte, au; den Hut garnieren. Ach, was hatte sie nickst alles noch zu tun, und ehe mau sich umsah, schlug die Glocke zwei und dann.... Die Fiele und der Peter Straub haben auf demselben Gut gedient, iu ihrem Heimatsdorfe, er bei den Pfevden. sie im Hause, seit einer Woche fährt er den Wageu einer Berliner Brauerei, und morgen Schlag.zwei Uhr kommt er, um sie abzuholen. Oh Gott, oh Gott— es wird die Sonne scheinen, sie werden Hand in Hand am Hundekehler See spazieren gehen, sie werden sich, das Feuer lief Fieken die spröde ungepflegte Haut hinauf, im Wald an einer stillen Stelle niedersetzen, und abends wird sie mit ihm tanzen; der Peter, der versteht, der faßt zu und drückt und wird nicht müde. Der Teller, den sie iu den Händen hält, tut vor Freuden einen Sprung, so zärtlich preßt sie ihn an ihren Busen, er büßt ein Stück seiner Vergoldung ein, als sie ihn heftig wegstellt, um die Lade des Eimerspindchen aufzuziehen. Große Buchstaben sind ungeschickt auf Peters Postkarte gemalt, sie zu entzffferu war nicht leicht gewesen. Wenn schon! dachte Fiele, viel besser machte sie es selber nicht, und das Fräulein lachte sich oft beim Küchenbuchzusammencechneu einen Ast. Immer laß ihr. Wegen dem Geschreibsel. Schreiben konnte bald ein jedes. Forsche haben, feste zufassen, wenn Not am Mann ist. und das Hex, am rechten Fleck. Darauf kam es an. Ohne dem taugte das ganze Leben einen Dreck. Eiae Reihe von GpirlkkubS sind fcn ben lefeten Tiegen auf An» wämurta der Berliner Krimi nalpol-i�sit von Truppen der Garde- Kavallerie-Vchützen-Divtswu ausgehoben worden, alles Klubs, in denen enigegen dem A er bat des Oberkommandos Glücksspiele der- anstaltet wurden. Wie wir hären, wurden von dieser Maßnahme u. a. sin neuer Lnxusspielklub in der Hohenzollernstraße, ferner Spielklubs in der Stüter-, Grolmann-, Barbarossa- und Nestor- stvaste betroffen, überall wurden die Spieltische und Spielmarken, auni Teil auch Geld beschlagnahmt. Gegen die Inhaber der be- troffcnen Klubs wurden Strafverfahren anhängig gemacht. Das Ausheben verbotener Spielklubs wird von den Negierungstruppen planmästig fortgesetzt. Heber 100 000 M. bares Geld fiel Räubern in die Hände, die in der Maske von Kriminalkommissaren auftraten. Zwei von ihnet, ein Kaufmann Kurt Gohrke aus Oberschöneweide, der sich Dr. Berger nannte, und ein angeblicher Monteur Josef Schnitzler aus Köpenick, der unter dem Namen Hellmut auftrat. Beide jungen Männer von 22 und 24 Jahren wurden von der Schöneberger Kriminalpolizei jetzt festgenommen, während dar Dritte im Bunde, der sich Theo nannte, noch gesucht wird. Ihren letzten Streich, bei dein sie 100 000 M. erbeuteten, spielten sie einem Kaufmann im Westen der Stadt. Durch einen Besuch bei diesem stellte m»» nächst Schnitzler fest, dass der Kaufmann nicht zu Hause war. Während et sich für einen Artillerietvachtmeister ausgab und auch die Uniform eines solchen trug, spielten Göhrkc und.Theo" den Kriminalkommissar und Leutnant der Reserve. Sie drangen in die Wohnung des Kaufmanns ein und schüchterten die allein arnvese-n- den weiblichen Mitglieder der shamilie durch ihr barsches Auftreten so ein, dass diese keinerlei Schritte wagten, um die„Kommissare" an einer gründlichen Durchsuchung der Wohnung zu hindern. Bei dieser fanden und„beschlagnahmten" sie den obigen Betrag in Vapiergeld, steckten ihn ein und Vecschivanden damit. Als die Schöneberger Kviminalpoligei sie ermittelte, befassen sie von dem Gelde mir einen geringen Teil. Alles hatten ssc bis auf einen kleinen Rest durchgebracht. Da sie keinerlei' Beschäftigung nach- gingen, mit ihren Bräuten aber ein sehr flottes Leben führten, so ist anzunehmen, dag sie auch au anderer Stelle ähnliche Raub- Überfälle gemacht habe-ii. Fentralverband der HandlungSgehüse». Sektion d er An- gestellten der chiurgtschen Industrie und verwandte Branchen: Mittwoch 8 Uhr in den Sophiensäle». Sovbienstr. IL: SektionS versa vi mlung. 1. Bortrag d«S Kollegen Eisel: Die HandlungSgebilfen und die Parteien. S. Diskussion. 3. Verschiedenes.— ÄeselligeS Beisammensein.— Wir bitten um zahlreichen Besuch. Die SektionSIeitwig. Deutscher Werfweisterverband, Be,.-Verein Berlin S. Mitglieder. Versammlung am Mittwoch, den 4. Luni, Shausseestr. 64. LlerSand der Vureauangeitellte» Deutschlands. Ortsgruppe Grosi-Vcrlin. Allgemeine Mitgliederversaminiunq heute abend 7 Uhr in HaverlandS gestsälen(grösser Saal): Neue Friedrichstr. 35. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen wird jedem Kollegen und jeder Kollegin das Er- scheinen zu dieser Versammlung zur Pflicht gemacht. Mitgliedsbuch oder -Karte legitimiert. Bangenierbo. Fachgruppe 11, Hoch- und Diekba«. Die Ob. »iz!u VertraircnSmZnner werden zu einer Sitzung am Donnerstag, den 5. Funt. nachmittag« 5 Uhr, im Restaurant Weihenstephan, an der Pots- damer Brücke, eingeladen. Das erste grosse Stadion> Sportfest in diesem sslaSre wird am 15. Jm>i, nachm. 4 Uhr. stailsindcn und alle dem NeichöauSschug für Leibes- Übungen angeschlossenen Verbände vereinen. Turnen, Leicht- und Schwer- athlcti", Schwimmen und Radsohren werden den Inhalt der Vorführungen bilden. Magiftrats-HilsSdicner,-Boten,-Botinnen usw. Versammlimz heute 6 Uhr in der Stadthalle, Klosterstrasse(Unterundbahn. Lodnlomnnjfton. K t l z. S« neue Keltvwer Kreistag trat Montag zusamoum. Ts ssird alle 73 Kroistagsabgeordneten erschienen. Davon entfallen 20 auf die-, sozialdemokratische, 11 auf die unabhängige, 14 auf die d«no- kratische und 22 auf die Unpolitische Fraktion. Einsprüche lagen nur aus dem 4. ländlichen Wahlbezirk(Johannisthal) vor, weil dort 42 Angehörige der Govde-Kavallerw-Schützendivision zur Wahl zugelassen worden sind. Der Einspruch ist formell begründet, rann aber das Wahlergebnis nicht beeinflussen. Entsprechend dem Vor- schlag des Vorsitzenden beschloss der Krviktag, den Einspruch nicht zu berücksichtigen. Auch mehrere kleinere Einsprüche aus demselben Wahlbezirk wurden zurückgewiesen. In den KreiSauSschutz wurden durch Verhältniswahl entsandt: Bürgermeister Wiesener(Tempel- Hof), Mechaniker Herbst(Köpenick) und Strieder(Treptow), Kaufmann Paul Neumann(Notvawes). Bürgermeister Buhrow(Steg- litz) und Gemeindevorsteher Haseloff(Hohonlehme). Jeder Abge- ordnete erhält 20 M. einschliesslich der Fahrckosten für jede Sitzung. Schöncberg. Stadtverordnetenversammlung. Zu Beginn der Sitzung kam Vorsteher CzcminSki(Soz.) auf die erregten Auftritte der vorigen Sitzung zurück. Er stellte aus dem Stenogramm fest, datz Stadtv. Wilberg(U. Soz.) gegen die RegierungStruppen gesagt hatte, heute finde sich kaum noch je- mand, der nicht am liebsten den Offizieren ins Gesicht spucken möchte. Weyen der Unruhe habe der Vorsteher den Wortlaut nicht verstanden, sonst würde er den Redner zur Ordnung gerufen haben. Cr rief ihn nunmehr nachträglich zur Ordnung. In der vorigen Sitzung hatte wegen der Aeusserung Wilbergs der Stadw. Zobel(Dem.) dem Vorsteher zugerufen:„Sie schlafen ja da obenl" Gegen den Ordnungsruf, den er dafür erhielt, reichte er� Widerspruch ein. Ueber die Berechtigung des Ordnungsrufes wäre in der gestrigen Sitzung abzustimmen gewesen, Zobel zog aber jetzt seinen Widerspruch zurück.— Die„Neue Fraktion", deren Kern die Deutschnationalen sind, gab die Er- klärung ab, daß die sozialdemokraiische Fraktion nicht mit den Unabhängigen zusammen eine gemeinsame Fraktion bildet. Daher sei sie nicht die stärkste Fraktion und habe keinen Anspruch auf den Posten deS Vorstehers. Es kam dam: zu einem längeren Wortgefecht zwischen der Neuen Fraktion und der sozialdemokra- tischen Fraktion, deren Redner erklärten, dass sie gegenüber der ans vier Fraktiönchen bestehenden Neuen Fraktion ihren An- spruch durchaus als berechtigt ansieht.— Ein Dringlich- keitLantrag der Demokratischen Fraktion ersuchte um eine Vorlage über Gewährung einer E a t s ch u l d u n g s s u m m e für alle zu der laufenden Teuerungszulage berechtigten Beamten. Angestellten und Lehrkräfte und um Auszahlung noch vor Pfingsten. Für Auszahlung noch vor Pfingsten sprachen sich auch Anträge der Neuen Fraktion und der sozialdemokratischen Fraktion� aus. Die letztere forderte zugleich, zu prüfen, wieweit auch für Hilfskräfte und Arbeiter entsprechende Be- träge zu gewähren und sofort zu zahlen sind. Die Anträge waren veranlaßt durch die noch schwebenden Verhandlungen der von den Gross-Berliner Gemeinden eingesetzten Kommission, die über die Frage der Entschuldungssumme einheitlich entscheiden soll. Stadt- verordneter MohS(Soz.) wies auf da» erfreuliche Wettrennen um die Gunst der Beamten hin, vermißte aber bei der Neuen Fraktion die nötigt Sympathie auch für die Hilfskräste. Alle An- träge, wurden angenommen.— Eine dringliche Anfrage der Unabhängigen wollie wissen, ob während der vorigen Sitzung im Rathaus und auf der Pressetribüne sich N e g i e r u n g s- f o l d a t c n aufgehalten haben. Oberbürgermeister D o m i n i- c u ö antwortete, nicht RegicrungSsoldatcn. sondern Mitglieder der Einwohnerwehr seien im Rathaus gewesen. aber nicht aus der HauS müllbeseitigung in städtische Verwaltung und Errichtung einer MülltzerbrennungSanstalk wurde vom Aus- schuh auf Grund eines Sachverständigengutachtens zur Annahme empfohlen. Die Neue Fraktion verbrämte ihre grundsätzliche Ab- neigung mit„finanziellen und technischen Bedenken": ihr Redner, Stadtv. Dr. Schneider, klagte auch über Belastung der Haus- eigentümer durch Heranziehung zur Kostentragung. Stadtverord- neter K ü t e r(Soz.) betonte daS Interesse der Mieter an einer geordneten Müllbeseitigung, die nur von der liebernähme in die Verwaltung der Stadt zu erwarten ist.(Bei Schluß unseres Berichte» dauerte zu später Stunde die Debatte noch fort.) Grost-Berliner Lebensmittel. Pankow. Vom Mittwoch ab aus Abschnitt 22 der ellgemeine» LebenSmillilkarte 250 Gramm Marmelade(66 Pf). Mariendorf. Für nach dem Ll. August lvlö geborene Säuglinge eine kleine Anzabl Eunmiisangcr nncntgelilich.'Ausgabe durch die Müller- beralungsftelle für die Säuglinge bi» zu drei Monaten jeden Montag und Donnerstag>/,2— st, 3 U6r, über 3 Monate bis S Monate jeden Dienstag und Freitag st,2— stV3 Uhr. Vorzulegen Juni-Vollmiichlarte AI und Geburtsurkunde. Friedrichsfelde. DicnStag 2 Pfund Suppomnehl(2), Mittwoch ein halbe« Pfund fflvicss 127), Donnerstag ein Pwrid Kunstbonia(26), Freitag Fiichkonjemn(HauShaltSlarte), Sonnabend Fische und Räucherwaren ohne Karten.• NowaweS. Frisch eingetroffene Seefische gelangen markenfrei bei Winkel, Priisterstrasse. Rudows Ängussstrasse, Froni inert, Müllerstrasse, Ziegener, Srossbeerenstrasse, Müller, WUhelmstrassr, zur Abgabe. Groß-Seriiner parteknachrichten. 83. uud SS. Bezirk. Elbinger Str. 4S. morgen, Mittwoch, 7 Uhr, Dr. Ham:„ImperiaiiSmnS und Bolschewismus'. Diskussion. Vereinigung sozialistischer Lehrer und Lehrerinne«. Auf, er- ordentliche Mitgliederverjammlung Donnerstag 7>/, Uhr, Georgenstr. 30/31. Tagesordnung: Stellung der sozialistischeu Lehrer zu den Junglehrern. Wadl der Delegierten zur Slcichsfmifcvciij. Wahl des SchlichtungSauS- schusseS. Lunglehrcr, Studenten und Bertreterinne» sind besonders eingeladen. Achtung Schwerhörige k Nächste Versammlunng morgen, Mittwoch, 7 Ubr, Taubstummenschule, MarkuSstr. 40, Höf links 3 Treppen('nahe Bahnhof Jannowitzbrückei. Vortrag König über„Die Gegeniähe zwischen der 3. P. D. und N. S. Pck, Vielhörer aufgestellt. Schwerhörige Partei- genosfcn, Gewerkschafter und.DorwäctS'lefer erscheint zahlreich l Partei- genossen Mitgliedsbücher mitbringen i Eharlottenburg. Donnerstag 6 Uhr von den bekannten Gruppen- lokalen- Flugblattverkeilung. Sämtliche Genoffen werden ersucht, ffch rege daran zu beteiligen. Gruppenführer holen die Flugblätter llstittwoch 5 Uhr vom Gen. Will, Jugendheim. BolkSbauS, ab. Der Vorstand. Bernau. 2>!itgIieder-Ver!ammlu»g morgen, Mittwoch, 7st, Uhr be Rothwald(Saal) Kaiserstrassc 62. Nowawos. Mittwoch 8 Uhr.„Deutsche Festsäle", Wilhelmstr. 4t/4L: öffcntüchc Angcstclltenversamtnluug. Abg. Gen. H. Mülle r-Ha::nover spricht über:„Angestellte und Sozialdemokratie'. Vorträge, vereine iinz Versammlungen. Zentralstelle für Einigung der Sozialdemokratie. Bezirk Osten. Heute 7'/, Uhr: Oeffentliche Versammlung, S ch u l a u l a, Ttlfiter Strasse, 4/5. Warum müssen wie uns einigen 7 Rcserenten: Dr. Dahle re. P. 1\), Paul Hoffmnmi(U. S. P. D.).— Bezirk Schönederg. Mittwoch 8 Uhr bei Kacltc. Kpffhäuserstr. j8: Mitglicdcrversamm- tung. Tagesordnung: Der deutsche Sozialistenlag. Kriegsbeichiidigte und Kriegerwitwen! Morgen Mittwoch 7 Uhr im„KarlSgarten', NculvUn, Kmisgartenstr.:.Oessentliche Per- s a m m I u« g. jlnmerad Pfändtncr spricht über:„Warum und wo müssen sich die Kriegsbeschädigten und Kriegerwitwen organistrenl'— Retchödrutscha Flüchtlinge ans britischem Gebiet. Mittwoch 8 Uhr. Aula, Schöneberg, Belzigcr Str. 48/33: Versammlung.— Sorgen der Mieter. Morgen Mitwock 7st, Uhr. Aula. Fruchtstr, 38. Mieter- bund.— Landsmannschaft Birnbaum u. Ilwg. Heute Dienstag 8 Uhr im„Schuttbeiss', Neue Jakobstr. 24/2ö: Versamrulung. Lrnite Mahnung an sie Deutschen Hausfrauen! bsängitigend. E«> leiden und wie vieu über die wichtigsten' Die ungeheure Aervenanspanaung de« Wclilriegcs und seiirer Folgen kann ohne Schaden nur gm gemacht werden, wemr die lLcsundheitspflcge zur HSchsten Aufgab« der Frauen g«. macht wird. Ader die Unwissenheit unter den Frauen aus dem Gebrele der(Sesuudheitspstege und Heilkunde ist geradezu ....-... unwürdigen gnstandcs famiiie, von den Eltern Ein ärztliches Nachschlagewerk der«csundhettspflege und Hellkund« mlt besonderer B-rückstchtigung der Frauen- und Knrderkrankhciirn. Sibuit»hils« und Kinderpflege und der Nachdehmwlung Kriegsverleiner. IdNI E-itZN m.it tc. 500 Abbildungen, 43 Kwistbetlagen und einem Wodctl-Alinm„Manu und Weib'. Die Hoiltande enthält zuerst die Beschreibung der Kranthciten, damr ihre vehandlang. Work 38.80 mit gah!nng«erle!chtcrm,z von krttll 5 Man verlange kostenlos einen Musterdrmd zur Anficht, stehe B-stcllschetru Bucksiandlung A. M. Heller, Hermsdorf bei Berlin. Die Frau als Hausärztin! vor der Bebondlung des Arztes verheimlichten, wie viele unter dem Drucke dieses nuwiirdigen gustandc« die Ehe, ohne jede KmumU der Pflichten gegen sich selbst und ihre künftig- Familie, von de-— bertihmt» gross« Prachtivsrt van Iran Vr. med. Anna Fijcher-VÄlZelmevo fehlen ' � ue» § d- Fejselrrd und klar wie eben die Frau zur Frau reden kann, bespricht Frau De.«ed. Fischer-Dückel» «au» all» Borgänge des Ehelebeus und die Hilfsmittel, die jede Frau keuneu muss. Oingcftcnd behandelt find:«efchlechtsleberi— Langlebigkeit— Zlatscklilge für Dräute med j Ehefrauen— Echwangerichast Fchlgedurt- Frühgeburt— Scburrshilsc— Wochenbett— Kluddiltfieber — H�ondluns DÜM heitspflege— Postscheck-Konto Nr. 28524 Berlin KW 7. — Echwangerichast— Fchlgednrt— Frühgeburt— Scburtehilsc— Wochr--------------- ung der Brüste— Zklnderkrankdeiten— Bclüinmitng des chelchlschts— Wechseljahr«— Schon- — Anstechende Krankheiten— Unsere Heilkräuter— Erste Hilfe bei UnzlülisMea usw. « tw Bekanntmachung gur Beseitigung von KaSauSsirömungen in den Häusern, welche innerhalb der Weichbiidgrenze Berlins, in Baum- lchulenweg, Treptow und in Reinickendorf liegen, richten wir vom l. Juni d. Juni d. I. ab für die Sonn- und Feiertage von 3 Ubr vorm. bis 8 Ubr nachm. im Haufe Stral ruer Str. 37/38 eine Sichersseitswache ein. In vorkommenden Fällen ist diese durch Fcrnsprechanschluss Zentrum 10520 anzurufen. B e r U n. den 24. Mai 1919. Direktion der städtischen Gabwerke ranrtfkßV! plifeya? a- u. Dr. ,or. w'Uheim V. KircidaeS ääl pers. r._sprcchcn PotsSamer Sir. Mit der Dr. v. Klrchbach O. m b. hh, Alexanderstr. 45, habe Ich keine Verbinduna, Landfierichurat von Kirchbach. Die Nacktheit! Behördlich freigegeben. 20 TieWruck-Kunatpostkaiten, sort M. 2,50, 1.0 Stck 10,—. Uromsilber- Photokarten, hochkßnstlerisch Mk. 5,—. Porto extra. Voreinsendg. od. » 0. Fischer, Abt. R. Berlin-Halensee. erh. umsonst die Broschüre:„Die Ursache d. Stottern» u. Beseitigung ohne Arrt u.ohnc Lchrersow, ohneAnstalU besuch." Früher war ich selbst ein sehr stark. Stotterer u. habe micli nach viel vergeblich. Kursen selbst geheilt. Bitte teilen Sie mir Ihre Adresse mit. Die Zusend. m. Büchleins ci iolgt sofort im verschl. Kuvert ohne Firma vollst, kostenl L. Warneckc, Hannover, Friesenstr.33. LieZen Voreinsendung M. 150 p. Postaw. oder Scheck übersenden franko 47(9 Fünf Kilo Postpaket assortierte ia. 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Mittwoch: Eilersucht. Theater des Westens Allabendlich 7I//> Uhr« Varißt�Spielplaa Rauchen(estatletl ISSSiMW Paul Öteinitx Minna Bcvereüy FrltÄ Berger Klein lachpÜlcn-W'oIf Lasal u. Acuai Hau«! Etser Franz Rom ahn Ali« Renard Adoft Karnbnch AniFlü2Cl:HensctieJ| Conf.: Flatow_ Cyigyi« Kojazertc I Pctfdamer Str. 38 1 armatr. 12 pfO» 6 Akte von Rieh. Oswald. Alexanderplatt-Passage. IKet�B Korten in: Ehr Sport. Friedens», khcinitr. 14\ ! druno Kastner Die«ifoJtleae Duozs. AiHs-Pälsst Täglich hz8 Uhr Sonntags Z u. 7 Uhr Die neuen Ballette Ini Gespeösterscbloü Wiener Walter außerdem fanz- Rcvoe. Inn. Ihr Sport Henny Parten. D. Htrrenschnclderln. XieaAlBR-Themtezfr Sommerspielzelt. Leitung: Hans Sternberg. Gastspiel Guido Thielschsr: 8 Uhr: Charlcys Tante. Deutsches Sillnstlcr- Theater. SommerspielzciL vir. Max Adalbert/ Kurt Götz. Allabendlich 71/, Uhr: Die Rutschbahn. Central-Tbeater KommandantenstraBe 57. uKt; Bis Scböasls von ÄUsn, Dentsches Onernhan* u7: Figaros Hochzeit Frieiir.-Wlibslffist. Tbeater 71/aUhr;| Siemes Theater. 7t,. uhr: Ißnunelhlälteim Komische Oper uhr'- SciiwarzwalöinlileL liTistspielhan» ijhr: Die spasiseös Fliege. Metropol-Theate?. 7 uhr io: Die FaseMngsfee. Äcuch Operetten haue 7v.u.:Dlete vgiuMbs. Pnlast-Theatei- 7Vj Uhr: Die 0, chamige. Dis Frau ohne Beruf. Haupttreffer«. D. Einbrecher. rtchflter-Theat. Charl. l'i T- Der Ändere. Thalia-Theater 7V: u.: Zur wilden fluimeL Th. am ifollomjorfplat* 7 uhr: Die Pnppe. Theater d. Friedrich Stadt 7«/. uhr: 4 Einakter. Wall n er- T h c a#e r iT�yiandragola. Casino-TBeater. eochrinp. Stt.37. Tösh'/�Utzr: Ter fekige Hottschinski. Arn 1. unb 2. PsiNgMeiettdg, ndchmitloz» ZV» uyrt .Da aV:>,l-s aiäjt". »/,8 IL: Der frlig- HallschinsN UMsÜs-Thester. 7t/z Uhr: öle kleine 8k!aM. 7�(ärc.-Fr8gr..Täi!H Ein Fest n. d. 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Die Tür/,! unb ber Feieben, ch. m »fragi Das russische Problem, von t» Auolanbsschau, B-iprr internationalen Tage»! unb Ereignissen, Die Presse be» Auslände», eine unisassende Qochenüber- sich! der Auslandspresse mit Quellenangabe. 46,20 ?,>! beziehen durch alle deutschen PastaniTaiten um. Postzeitungsliste Nachtrag VI. Bezuzspreis, v.Iiihr., PL 2�0. pllssNflSN für iedrn Zweck und Größe, kleinsteHand- pumpen zum Selbst- aufstell.nach kostenlosen Anleitung. (achmänn. Rat AltesSpezialhaus Viele Anerkennung. Carl KScblln&Co, Berlin SW«8. Alte Jakobstr. 20/22. BszirksoarbatidüröP-Berlin|S.?. S.) Berlin W. 9, Bellovuasfr. 7. Sonntag, 8. Juni(1. Pf ingstf eiertag) morgens 9 Uhr: Großes Frühkonzert im„Spreezelt"(Kistenmacher) amTiergarten, Hinter den Zelten, Portal 3 im herrlichen schattigen Garten an der Spree, unter persönlicher Mitwirkung des Konzertmeisters Maximilian Fischer und des Mein ecke sehen Sangerchors Reichhaltige« Programm. 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SliwarMfih in«idau, er- Sicsene Teiinahlns-fegen wir hiermit unseren tzerzUchste« Dunk.»öSb Im Slawen der ssinterWiedenen •Ii« aal«. Achnnilde, Sedaitstr. U, den Mal r die ve»e>>« her- s« herzlicher ni, SN»er BeMligllng ItMen Manne» und Liü'.mhm« Mi»er meiste laden% unpÄ» gute»»«er» s»aen rri» hem•r/lihlterulkratisckr!! S..»V»rr,w Ät!o«»h,f unseren hsrznch i» ZVZSb uitwt» t»«�o N»i»i«e WOM Vi"*---- ** lHwF »« jci ! tisul 1 Kram der■Frauen Drei Vorträge zum Frieden Leiter: itermrn» Ilocll. II. Aarlrag; Mittwoch, den 4. Juni. 8 Uhr MWiM ZMkilWiMlsl Resereut: ltuckoli Steralelä-Sieliltsm?. III. Vortrag: Donnerstag, den 5. Juni, 8 Uhr Pläne zum Völkerbund Referent: Dr. Ruthe. 29296* I Eintritt frei! Tellersamwlung zur Deckung der Kosten. ihne- »M. m. echt. Krledens-Kautscbak.Gold- dan krönen. Brücken, Plomben, Umarb. i Bdhlechtsitz.Ggbisse u-Reparakso- kort. Zahmlchen m. BctSabune. Billige Preise ev. Teilzahlung. 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Juni 1919, bleiben unsere Geschäfte und Wechselstuben in Berlin und Vororten mit sämtlichen Kassen geschlossen. Nur für die Hinterlegung von Aktien zur Teilnahme an Generalversammlungen, sofern es sich um den letzten Tag der Hinterlegungsfrist handelt, und für Wechselzahlungen wird im Hauptgeschäft ein Schalter von 10 bis 12 Uhr vormittags geöffnet sein. Berlin, den 30. Mai 1919. 4 Bank für Kandel und Industrie. S. Bleiciiröder, Belbrück Sciilckler& Co. Birektion d, Blsconlo-Gesellscliaft. Dresdner Bank. Berliner Handels-Gesellscliaft. Gommerz- und Olsconto-Bank, Beutsche Bank. Herds& Co. 6. m. b. H. Mitteldeutsche Creditbank, Mendelssohn& Go, Nationalbank für Deutschland. /U Tlltkunst G.M.B.H. Bertin, WtUielm5tp.409 [�ntigusfatcnj Möbel-Popzellane Oemälde-öobel ins Futtes�häckssB habe ab meinem laufend abzugeben. hiesigen Lager wieder Arthor Schütze,- Telephon: Amt Steinpl. 10311. Vortreter für Groß-Beriin gesucht. m vPCxO. 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I. ein erster politischer Redakteur gesucht. E» wird nur auf eine tüchtige«rast reklektiert, welch« in der aligemeinrn sowie in der Kommunalpolitik burdiaus er- fahren iii. 262 11' Anstellung nach den Bedingungen de» Vereins Arbeiterpresse. Bewerbungen an Jui, Meyer, BezirksparieiiefretaA Nüstringen(Otbbrg.h Petcrifr. 76. ri.rtin Größere Berstchrrung,- Gesellschaft sucht sofort Lehrling mit besserer Schnibilbung und guter Handschrift. Sofortige Be-ahlung, arünbliche Aus- bitoung. Selbstgeschriebene An- geböte an die Grpeo. de»„Borwt* erdeten unter M 24. 29Z8b* Stotts für Gamen-KostOme Meter 20,-, 30.-, 40,-, 50.- Herren-Anzüge Meter 50,-, 60,-, 70,-, 80.- Tnchlaßer. Koch& Seeland rd Grmchpflichtcn der Person sprechen aus, daß alle Deutschen vor dem Gesetz gleich lind, daß Männer und grauen grundsätzlich dieselben staatS-- bürgerlichen Rechte und Pflichten haben, daß öffent- ftch- rechtliche Vorrechte und Nachteile der Geburt oder des Standes nicht mehr bestehen, daß Titel nur zur Bezeichnung von Amtsstellen verlicheu werden. Zu diesem Artikel stellte die Sozialdemokratie den Antrag, daß der Adel a b g e- schafft werden solle.'Der Antrag fand nicht die Mehrheit des Ausschusses, weil die Demokraten' cdenso wie das Zentrum sich für die Beibehaltung des Adels aussprachen und dem- gemäß abstimmten. In einem weiteren Artikel wind bestimmt, daß die Deutschen rö jedem Lande des Reichs die gleichen Rechte und Pflichten haben wie die eigenen Landesangchörigen. Ein weiterer Artikel sichert die svreizügigkert im ganzen Reiche. Ein Antrag Gröber(Z.) wurde angenommen, wonach kein Deutscher wegen politischer»der gemeiner Vergehen a» eine ausländische Regierung ausgeliefert wenden darf. Die Preßfreihcit wird gesichert durch einen Arrikel, der da sagt, daß jeder Deutsche das Recht hat, durch Wort. Schrift, Druck oder Bild seine Meinung innerhalb der Schranken der guten Sitten zu äußern. Di« sozialdemokratischen Vertreter wollten hier den Kautschukbegriss der guten Sitten ge. strichen wissen, aber die bürgerliche Mehrheit des Ausschusses ging auf diesen Antrag reicht ein. Eine Zensur findet künftig in Deutschland nicht mehr statt, doch können durch Reichsgesetz Bestimmungen über Verfügung von Lichtspielftücken unter Hinzuziehung künstlerischer und erzieherischer Sachverständiger getroffen und aus Grund derselben Verbote erlassen werden. Die V er sammln ngs» und VereinSfreihcit wird im weitesten Maße gewährleistet. Die Sicherung der Wahlfrei-- heit und des Wahlgeheimnisses wird durch die Ver-> fassung garantiert. Den Beamten wird ein besonderer Artikel gewidmet;.Alle Staatsbürger ohne Unterschied sind nach Maßgabe der Gesetze und entsprechend ihrer Befähigung und ihrer Leistungen zu den osfent- lichen Aemtorn zuzulassen. Die Anstellung der Beamte» erfolgt aus Lebenszeit. scSvoit nicht durch Gesetz ein anderes bestimmt ist. Ruhegehalt und Hiifterbliebenenversorgung werden gesetzlich geregelt. Gegen jedes Disziplinarerkenntnis muß ein« Beschwerdein- st a n z eröffnet sein. Die Beamten sind Diener der Gesamtheit, nicht einer Partei. Allen Beamten wird die Freiheit ihrer politischen G es i n- nun« und die VereinigungSsreiheit gewährleistet.* Am interessantesten und wichtigsten waren die Debatten übec den sogenannten Rätcgedanken. Inzwischen hat auch der Star« tenausschnß sich mit dem-Rätegedanken in eine: Vorlage de- schäftigt, so daß bei den Beratungen von heute vormittag ein Eni- wurf der Reichsregierung zugrunde gelegt wurde. Ter sozialdemokratische Abgeoodnete Siiyheimer vertrat in längerer Rode den sozialdemokratischen Standpunkt zum Äowjetsy stein. Er empfahl im Namen der sozialdemokrati schen Vertreter eine Reihe von Abänderungsanträgen, die zum großen Teil ange- n o m m c n wurden, so daß der Rätegedanke in der Verfassung am Schlüsse der ersten Lesung in der folgenden Form fixiert worden ist: .Die Arbeiter und Angestellten sind dazu berufen, gleichberechtigt in Gemeinschaft mit den Untern-ohniern an der Regelung der Lohn- und Arbeitk-badingungen sowie an der ge- sanften wirtschaftlichen Entwicklung der produktiven Kräfte mitzu- wirken. Die beiderseitigen Organisationen und ihre Vbrcinbarun- gen werden anerkannt. Die Arbeiter und Angestellten erhalten zur Wahrnehmung ihrer soziale» und Ivirtsämstlicheii Interessen gesetzliche Vertre- hingen in den Betriebsardeit erraten, sowie in nach WirtschaftSgebicien gegliederten Bezirksarbeiterräten und in einem Reichearbeiter rat. Die Bezirksarbeiterräte und der Reichs arbeiterrat treten zur Lösuilg gesamttoirtschastlicher Aufgaben und zur Mitwirkung bei der Ausführung der Soz i a Ii sie ru n g» ge setze mit den Vertretungen der Unternehmer und sonst beteiligter Voffskreise zu BezirkswirrschaftSräten und einen: Reich Swir t- s ch a f t s r a t zns ammen. Sozialvoliiisäje und wirtschaftSpolittsche Gesetzentwürfe von grunbleaendee Bedeutung sollen von der R e ichö re g i eru n g vor ihrer Einbringung dem Re« ch Sw i r t sch a f t S ra t zur Begnt- achhing vorgelegt werden. Ter ReichSwirrschatSrat hat das Recht, selbst solche Gesetze beim Reichstag zu beantrage,!, die ebenso wie Vorlagen der Reichsregieruug zu behandeln snch. Er kann dazu Vertreter abordnen, die wie Vertreter der Länder an den VerHanMuiigen des Reichstages teilnehmen können. Den Arbeits- nutz Wietschaftsräten können auf-den ihnen über- wiesenen Gebieten Kontroll- uird VerwaltungSbefug, nisse übertragen werden. Aufbau und Ausgaben der Arbeite,-- und Wirtschaftsräte sowie ihr Verhältnis zu anderen sozialen Selojwerwaltun-gSkörpcru zu regeln, ist ausschließlich Sache des Reichs." Mit der Annahme dieser Fixierung des Rätegedan- kenS und eirwr BejttMmung über die Sozialisierung, die sich im Rahmen des SozialsierungSgesetzes hält, schloß die erste Lesung der Verfassungsvorlage heute mittug ab. Die zweite Lesung beginnt Dienstag nachmittag. De? sozZalöemokratische Hezirksvorftanö gegen öie Alilitär-Aebergriste. Der Bogel.— Die Berfammlungsauflöfmigeu. Der Vorstand des Bezirksverbandes nahm am Sonnabend den 31. Mai. Stellung zu den Vorgängen der letzten Zeit, bei denen die Freitvilligen-Truppcn eine Rolle spielten und nahm einstimmig folgende Erklärung an: .Ter Vorstand de» Bezirksverbandes Groß-Berlin der S. P. ßb. nimmt mit größter Entrüstung davon Kenntnis, daß unter offenbarer Mithilfe amtlicher Militärpersonen der unter Mordverdacht inhaftierte Oberleutnant Vogel aus dem Gefängnis entfliehen konnte. Er verlangt, daß die Regierung die Untersuchung diese» skandalösen Borfalls rücksichtslos und mit größter Beschleunigung durchführt unter Berück- sichligung der in der.Freiheit" veröffentlichten Behauptungen und unter Zuziehung ihres Redakteurs. Die al§ schuldig festgestellten Offiziere und Beamten müssen sofort von ihren Posten eutfcrut und aufs ftreugstc bestraft werde». Der BezirtSvorstand protestiert weiter auks schärfste gegen die in der letzton Zeit mehrfach unter Mililäraufgebot vorge- nommeneu B e rs a m m I un g S a u f l ö s un g e n. zu denen zwar daS formale Recht. aber keine tachlicho Not- wendigkeit vorgelegen hat und die lediglich berechtigte Unzufriedenheit und Erregung in der Bevölkerung geschaffen haben. Gerade weil der Bezirksvorstand anerkennt, daß durch die Schuld der Unabhängigen und Konimu nisten die Regierung gezwungen ist, sich zur Aufrechterhal- tung der Ordnung und zum Schutze der Bolksmehrheit gegen die Gewaltalte terroristischer Minderheilen ausreichende mili» tärische Machtmittel zu schaffen, verlangt er um so nachdrücklicher, daß jedes provokatorische Auftreten des Militärs vermieden und Uebergriife aufs strengste geahndet werde». Der Bezirkevorstand fordert die Regierung dringend auf, endlich da» Militär in seine«chraiiken zu verweisen, und seine Verwendung auf dringende Fälle des öffentlichen Wohls zu beschränken." Die Stellung de» Bezirksvorstandes deckt sich im wesent- lichen mit den Forderungen, die auch von unserer Seite an- läßlich der letzten Vorfälle dringend erhoben worden sind. lieber die kindische Unreife dieses Vorschlags sind nicht viel Worte zu verlieren. Er stellt sich als ein plumper Ver- such dar, unter Beiseiteschicbnng aller Begriffe.von Recht und Gerechtigkeit der jeweils radikalsten, d. y. lautesten Gruppe der Arbeiterbewegung die Mehrheit zu verschaffen. Die Be- griffe„produktiv",„Arbeiterklasse".„Kapitalistenklasse". „fozialrevolutionäre Partei",„sozialistische Ehrenrechte" sind gesetzgeberisch reinster Kautschuk, mit dem sich alles oder nichts anfangen läßt. Ein Schieber zum Beispiel, der sich bei der U. S. P. D. einkauft, wird wahlberechtigt, umgekehrt kann ein spariakistischeS„Ehrengericht" alten Sozialdemokraten Bügerrecht und Ehre absprechen. Der Staat, der ein solches „Wahlrech!" annähme, wäre kein Staat mehr, sondern ein Kasperletheater. verstummt. Man schreibt unS: Die elsaß-lothringiichen Sozialisten protestieren laut und leb- hast gegen daS Werk von Versailles, Homo-Grumback an ihrer Spitze. Wo aber ist Georges Weill, der die deutschen Ver- Hältnisse so gut kennt und der seinen französischen Freunden dar- legen könnte, wie unerfüllbar ihre Forderungen sind— ganz ab- gesehen von ihrer Gefährlichkeit? Er schweigt— schweigt jetzt am Ends, wie er damals am Anfang des Krieges schwieg. Aber dazwischen hat er fleißig sür die gerechte Sache des VölkerauSgleichS und des ewigen Friedens geredet I Das Rätewahlrecht. Oder: Wie macht man das t In der„Freiheit" stellt Artur Cri Spien, ein Anhänger der antidemokratischen Rätediktatur, folgenden Vor- schlag eines Rätewahlgesetzes zur Diskussion: Wahlberechtigt ist: 1. Jeder produktive Arbeiter, jede produktive Arbeiterin. 2. Wer dauernd oder vorübergehend nicht produktiv tätig ist, wenn er zur Arbeiterilasse gehört. 3. Wer notwendig ist zur Aufrechterhaltung de? Hausstandes für die unter l. und 2. genannten Wahlberechtigten. 4. Handwerker, Dauern und ähnliche Personen, die nicht mehr direkt zur Arbeiterklasse, aber auch noch nicht zur Kopitalistenllasse gehören. ö. Wer nicht zu den unter 1, 2, 3, 4 genannten Wahl- berechtigten gehört, wenn er Mitglied einer sozialrevolutionären Partei ist. Neben den jenigen, die nach vorstehenden Bestimmungen grund« iätzlich nicht wahlberechtigt sind, verliert sein Wahlrecht, wer im sozialistischen Sinne ehrlos gehandelt hat und wem demzufolge von einem sozialistischen Gericht die sozialistischen Ehren- rechte abgesprochen find. preußische Lanöesversammlung. 2 3. Sitzung vom 2. Juni, 12 Uhr mittags. Am Regierungstisch: Oeser, Haenisch u. a. Der Ges-etzcnttvurf über Erweiterung der Befugnisse deZ wcstppeußischen ProvinzialauSschuises wird iu zwei Lesungen ohne Erörterung genehmigt. Hieraus wird die Besprechung der förmlichen Anfrage der Deutschen BolkSpartef über die Zerrüttung des Transportwesen» in Verbindung mit dem den gleichen Gegenstand belmndelndon sozialdciiwkratischoi Antrage fortgesetzt. Abg. Kopsch(Dem.): Die Erhöhung der Güter- und Personen- tarife wird von der Bevölkerung als außerordentlich schädigend empfunden. Gerade die Minderbemittelten, dt« in AuS- Äung ihres Bevu-f-S reisen müssen, empfinden die Fahrtvctteuerung recht schmerzlich. Die Streiklust hat die ungesunden Verhält- nisse im Eisenbahnwesen verhängnisvoll verstärkt. Bei ihren Maßnahmen muß die Eisenbahnverwaltung überlegen, ob sie auch durchführbar sind. Solche Verfügungen, wie die über den Fahrt- erlaubnis schein, die doch pur umgangen werden, unter- graben die Achtung vor dem Gesetz. Der Redner fordert ferner richtige Kursbücher, strenge Durchfährung der Nach» zahlungspflicht bei unerlaubeer Benutzung höherer Wagen- klaffen und Vermehrung der Schnellzüge. Di« von dem Minister in Aussicht gestellte Verbesserung des Verkehrs unserer Eiscnb-thneu erscheint fragwürdig, wenn die in den Friede nSbed-ingnngen der Entente«nt- haltenen Vorschriften unverändert bleiben. Hoffentlich bleibt der vom ganzen Hause unterstützte Appell des Ministers an da» Eisen- bahnpersonal nicht vergebens. Abg. Dr. Köhler- Ereifswald(Dirat. Vp.): Die Warnung des Ministers vor weiteren Lohnforderungen kamt nur danibar begrüßt werden. Alle diese Kriegs- und Teuerungszulagen sind ja bloß Schulden, die wir aufgenommen und aus der künftigen produk- tiven Arbeit wieder zu bezahlen haben. Für die angekündigten Der- besserungen im Personen- und Güterverkehr können wir nur dank- bar sein. Man sollte den Handel mit leichtverderblichen Rahruugs- Mitteln endlich freigeben, damit würde eine Unzahl von Hamstereisenbahnfahitte« aus der Welt geschafft. Unter dem Mangel an Transportmitteln leidet besmidm» die Land- Wirtschaft. Die gme alte Zeit, in der das Reifen eine Annehmstch- ksit ivar, kann und wird wiederkommen, wenn das Personal uch auf die alte Pflichtauffassung zurückb-swnt. Die Ab- schaffung der Akkordarbeit halte-ich für einen volkswtrflchaft- -lichen Fehler.... Abg. Schmedding(Z-ntr.): Preußen befindet stch mit ssipem Eisetckahnwesen in einer verzweifelten Lage. ES kann jetzt nur darauf ankommen, die Mittel und Wege ausfindig z-n machen, um eins Besserung herbeizuführen. Zu diesem Zweck beantrage ich die Uebenne-isung der zu der Anfrage Garnich gestellten Anträge an den.Haushaltsausschuß.. Abg. Mehrhof(U. Soz.): Ein- gesunde Lohnpoltttk tre.ot -matt nur, wenn mau die richtigen Voraussetzungen dafür tchasst. und dic bestehen in einer gesunden Ernährung Spolttifl Dex FahrterlaubniSschein ist iu unerhörter Weise von den Nutznießern und Förderer» deS Schleichhandels ausgebeutet worden. Die verschiedenen Wagenklassen sollte man doch heute tut Zeitalter der Devwkratte endlich �aufheben. volle Gegenseitigkeit abgestellt werden, sür uns erträglich seins ein anderer Teil aber ist vom Standpunkt meiner Verwaltung ans unannehmbar. Was die Waffenstillstandsbcdinguatgen über das rollende Matena. angeht, so möchte ich auf diese Frage nicht schweigen, um l-'-ve Möglichkeit falscher Schlußfolgerungen aufkommen zu lassen. Bei den Vcrha-ndlutigen im Walde von Eompiegne, soweit sie stch auf nueino Verwaltung bezogen, ist kein Vertreter oder Koni- missar der preußischen Eiseubähnberwaltuuz zugegen gewesen. iLebhafteö Hört, hört!) Aus Frankreich sind keine Lokomotiven zurückzuerwarteu. Wenn man sie uns anbieten sollte, weil mau sie dort nicht ver- wer.dcu kann, so müßten sie in demselben Zustande übergeben werden, in dem wir sie abliefern mußten.. Darauf werden die Anträge dem Haushaltung»cm»sch aß uibcr- »niesen. Aus der Tagesordnung stehen dann fünf Anträge über Lebens m ittelfragen. Abg. TeweS(Zcnlr.) beantragt, sie dem Ausschuß für Handel und Gewerbe zu überweisen, daurir endlich praktische Arbeit ge- leistet werde. ES. entspinnt sich über diese Frag« eine dreiviertelswndtge Ge- scklrftSordnungSmlSsprache, an der sich alle Parteien lebhaft be- reiljgcn. ES wird schließlich beschlossen, die Anträge vorlaufig zurückzustellen._. �. Es folgt«ine förmliche Anfrage des Abg. Dr. Boelitz(D. Vp.) über«ist Monopol von Schulbüchern. Abg. Dr. Boelitz lD. Vp.): Im..Berliner Tageblatt' stand eine Nachricht, daß die Regierung eine weitgehende Monopolisierung der Schulbücher beabsichtigo. Ms Ursache für die Absichten der Re. gieruiig soll der Wunsch nach einer Vereinheitlichung und Verbilligung der Lehrbücher aeweseu sein. Den wirtschaftlichen Be- denken gesellen sich die Bed-en-len der Pädagogen. Di« Erfahrungen in erndeven Ländern verbiete»: eine Nachahmung der Mon-opoli- mrung in Deutschland. Ein« besondere Gefahr der vronopolisierten Bücher mchlicken zahlreiche Eltern darin, daß in den Lehrbüchern der neuen Regierung schwächliche völkerveribrüdernde Tendenzen auf Äosteti des Schatzes der preußischen und b-r deutschen Geschichte vorherrschen würde. Kultusminister Haenisch: Dem Gedcrickcn der Monopolisierunz stehe ick als Sozialdenwkrat selbstverständlich shtnpathisch gegen- über. Gegen seitie Venmrklichung bestehen tutr zurzeit noch, ick betone ttoch, ernste Bedenken, wegen der gegemvarttgen Lage des Büchermarktes und der Schwierigkeit seiner Durchführung mit dem mir gegenwärtig zur Verfügung stehenden Behördenapparat. Ein freier Ausschuß der Pädagogen aller Richtungen wird ver- mutlich ttoch im Laufe dieses Sommers«ine Durchprüfuttg der Lohrbücher vornehmen. E» werden jetzt schon Grundsätze für diese Reinigungöarbeit aufgestellt, und ich verspreche, daß sie mit größter Beschleunigung vollzogen wird. iBeifall links.) Auf Antrag des Abg. Adolf Hoffmanu tvitt das Haus in die Besprechung der förmlichen Änftage ein. Abg. Wikdcrman»(Zentr.) wendet sich gegen die Monopol!- sierung, da die Schulen nickt Erwerbs-, sondern Bildungsanstaltcn seien. Die� andauernden Neuauflagen, deren Anschaffung bisher den Sttfülern und den Eltern aufgezwungen wurde, sind ein schwer empfundener Uebelstand. Im Namen de» Zentrums hob« ich die ausdrückliche Erklärung abzugeibsu, daß tai Zentrum sich mit aller Entschiedenheit gegen ein Büchermonopol stelle« wird, Mg. Frau Dr. Wcgscheibrr(Soz.): An den Ausführungen des Abg. Boelitz ist uns aufgefallen, baß er sick� gegen die B ö l k�e r- Verbrüderung wendet und daraus auf Schwächlichkeit unseres Volkes schließen will. Wir meinen, daß sich gerade die Kraft eine» Volkes nicht überzeugender kmidtun kann, als in der Beglückunz anderer Völker und der Förderung von Tendenzen, die Völler- Verbrüderung hervorrufen. Wenn der Minister meint, daß er das Äehrbüchermonopol mtt dem ihm zur Verfügung stehenden bureau- krcni scheu Beamtenapparat nicht duräsführen kann, so muß möglichst bald dessen Umwandlung in eine mit dem Leben zu- faminenhänzerede Venoaltung vocgeitommen werdeit.(Ter Kultus- minister Haenisch nickt zustimmend.) Gewiß ist uns sür unsere Kinder daS Beste gerade gut genug. Aber das Niveau der Schulbücher braucht doch nicht zu sinken, wenn ihre Herstellung unter staatlicher Aufsicht durch jtaattich Beaus- tra-zte vorgenommen wird.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemo- kraten.) Abg. Adolf Hoffmann(U. Soz.): Vom Buckha-ndel wird jetzt «in schamloser Wucher getrieben. Man will die Schulbücher so-wie sie sind beibehalten, weil man die G e s ch i ch i» f ä l s ch u n g und die Hohen zoller u legendo aufrechterhalten will. Herr KullllÄnistister. schmeissen Sie ei» paar Dutzend Geheimräte heraus und stellen Sie dafür Sachverständige und Pädagogen ein. Abg. Nippel(Dnat. Vp.it Di« Sozialdemokraten wolle« ein« Knebelung und Bureaukransierung des Geistes. Geben Sie Ge- dankenfreiheitl Verfehlt ist die Zersplitterung des Schulbücher- Wesens und die starke Bevorzugung einzelner großer Firmen. Abg. Fräulsin Poehlmann(D. Vp.): Was wird aus den mono- polisterten Schulbücheon, tvenn die Negierung wechselt? Wir sind gegen dieses Monopol. Das deutsche Shulbuch soll sein da» beste Schulbuch der Welt in der Ehrlichbeiteu der Ueberzeugung, in der Lerwerwng der wissenschaftlichen Erkenntnis, in der Wustergülttg- kett seiner Ausstattung.(Beifall.) J Abg. Degenhardt(Dom.): Auch in dieser Frage muß Frei- heit tn weitestem Umfange oberstes Prinzip sein. Möge der Minister befruchtend wirken auf die Lehrer, die jetzt an der Heran» bildung-de» künftigen Geschlechts zu arbeiten haben. Abg. Adolf Hoffmann(11. Soz.) fetzt sich mit dem Abg. Rippol über die Interessen de» Verlagsbuchhandels auseinander. In die Komonfsion müssen auch nach meiner Llnffassttttg Fachleute berufen werden. Der Vorredner verlangt neue Richtlinien für die Pädagogik. (Große Heiterkeit links.) Damit ist die Besprechung erledigt. Schluß'Ao Uhr. Nächste Sitzung Dienstag 12 Uhr.(Klein« AnfragW, Steuervorlagen, WohlfahrtSmimsterium.) SWWkslWsbLWWW vTrbanöstLg öer Dachöecker Veutsi�lanös. Der Trichdcckerverband hielt in den letzten Tagen des Monats Mai in Franlfuri a. M. seinen 12. Verbanöstag ab. Dni Geschäftsbericht des Bor st an des ffii* di« Zeit seit 1V12 erstattete der Veröandsvorsitzende Thomas- Frankfurt a. M. Als dieser anfangs 1216 die Leitung des Verbandes über- nahm, sah eS mit diesem schlimm auS, er war auf seiner tiefsten Stufe angekommen. Seilher ist es langsam wieder aufwärts ge« gangen und nun?äblt der Verband wieder über 6666 Mitglieder, woinrr sein Höchstniitglicderstand allerdings mach nicht erreicht ist. Der Redner besprach eingehend die Tätigkeit des Vorstandes besonder» in der KriegSzeit. Bei den Lohnbewegungen während des Krieges habe der Verband seine Not gehabt die Kollegen an- gutreiben, damit sie wenigstens das verlangt haben, was ihnen zu- stand. Als die Revolution ausgebrochen sei, habe sich das Bild ge- ändert. Run hätten die Kollagen geglaubt, alle Gesetze und Sla- tuten über den Haufen rennen zu können und zu macheu was sie wollten. Das Siaiut müsse aber auch jetzt eingehalten werden. Bei politischen Streiks müßte die Gewährung von Unterstützung verweigert werden. Iii der Diskussion waren die Redner im allgemeinen mit der Tätigkeit des Vorstandes einverstanden. Kritik wurde geübt an der Haltung der Generalkommission, die zu weit nach rechts ge- schwenkt sei, und der Stimmung der Arbeiterschaft auch nach der Revolution nicht Rechnung trage. Bezüglich der Frage, ob bei politischen Streiks von der Gewerkschaft Unterstützung bezahlt werden solle, vertrat die Mehrzahl der Redner die Ansicht, daß in solchen Fällen keine Unterstützung zu gewähren sei. Der Vcr- treter der Gencralkommisston, Silber schmidt- Berlin, verlrat in längerer Rede den Standpunkt der Generalkommission. Dieie habe sich bei ihrer Kriegspolitik von dem Gedanken leiten lasten, alles zu tun, um die Interessen der Organisationen und die der gesamten Arbeiterschaft zu wahren. Der Verbandstag erklärte sich tzegen eine Stimme mit der Tätigkeit einverstanden. Er bestätigte die während des Krieges gefaßten Beschlüsse und sprach dem Zentralvorstand sein volles Vertrauen aus. Den Höhepunkt des VerbandStagS bildete ein Referat des Vor- sitzendendes Bauarbeiterverbandes, Paep low-Hamburg, über. Die Gcivcrkschlistcn' im neuen Deutschland, das der Verbandstag mit sehr großem Interesse entgegennahm. Paeplow iagie: die Form der Gewerkschaften ist bedingt durch die Verhältnisse; verändern sich dieie. müssen Form und Zweck der Ge- werkichasten auch andere werden. Durch die Revolution haben sich die politischen Machtverhältnisse verschoben und da- mit auch die wirti'chastiichen Verhältnisse und daS TätigkeAsgebiet der Gewerkfchasie». Man wird vieles nicht mehr erkämvfcn müssen, sondern wird cS einfach dekretieren. D>e Sozialrnermtg muß immer mehr durchgeführt werden. Reif dafür ist auch das Baugewerbe. Notwendig ist vor allein die Enteignung von Grund und Boden, jeder Spekulationsgewinn hierin ist zu ver- bieten. Die Arbeiterschaft muß die reme Gemeinwirtschast, die völlige Vergesellschaftung, anstreben und durchführen. Haben wir diese sozialistische Wirtschaftsweise, dann sind die Gewerk- s ch a f t e n überflüssig. Redner plädierte am Schluß seiner Darlegungen für den Zusamkucnschlus! der baugcwcrlilichc» Berufe zu einem Verband. In der sachlich geführten Diskussion wurde vielfach eine raich.'re Durchführung der Sozialisierung verlangt. Einige Redner traten für den Ausbau des Rätesystems nach den Forderungen der U. S. P. ein. Bon diesen Delegierten wurde eine längere Resolution eingebracht, die in diesem Sinne gehalten ist und be- sagt, daß«bei ernstlichen Gegenbewegungen gegen Rätesystem und Sozialisierung mit Generalstreik zu antworten sei, der aber der Ver- bandstag seine Zustimmung nicht gab. Im übrigen wurde Haupt- sächlich die Bcrschmelzungsfrage erörtert. Der Verbandslag sprach sich gegen 5 Summen für die Schaffung eines großen, gemeinsamen Ver- bandeS, in dem sämtliche Baubcrufe vereinigt sind, aus. In diesem Sinn soll die VersÄmelzungSfrage erledigt werden. Aeber den Reichstarif sprach Verbandsvorsitzender Thomas- Frankfurt a. M., der für Annahme des vorliegenden TarifentwtzrfS plädieue. In der Diskussion sprachen sich einige Redner grundsätzlich gegen den Abschluß eines ReichStariss aus, die Mehrzahl der Dele- gierten erblickten jedoch in einem ReichSlarif einen Fortschi ilt. Trotz mancherlei Einwendungen gegen den Tarif stimmte der Verbands- tag de»: Reichstarif in namentlicher Abstimmung mit 21 gegen 4 Stimmen zu. Der Tarifvertrag hat Gültigkeil vom 1. Juli 1919 -bu zum 31. März 1920. lieber Bauarbeiterschiitz und Sozialpolitik hielt sodann H e i ii k e-Berlin ein instruktives Referat. Der Verbands- tag stimmte nach kurzer Aussprache einer Resolution zu. tu der ein wirksamer Schutz für Leben und Gesundheit der Bauarbeiter ge- fordert wird. Die Renten sollen entivrechend dem heuligen Stande des Geldes erhöht weiden. Die Sozialpolitische Abteilung der Generalkommission wurde beauftragt, beim Arbeitsministerlum in diesem Sinne zu wirken. Bei Beratung des Statuts stimmte der Verbandstag mit 18 gegen 7 Stimmen der Einführung der Arbeits- l o e u ii u terstützung zu. Diese und die übrigen Unter- stützungen werden nach den Vorschlägen des Verbandes festgesetzt bzw. einer Reform unterzogen. Die Beiträge wurden entsprechend der Höhe des Verdienstes einschließlich Teuerungszulage festgelegt. Die Unterstützungen werden nach den geleisteten Beiträgen be- rechnet. Mitgliedern, die bor ihrer Einberufung zum Kriegsdienst dem Verband zwei Jahre angehörten, wird die militärische Dienst- zeit m>' 25 Wochenbeilrägen pro Jahr in Anrechnung gebracht. Die Arbeitr�»senuiiterslüyung tritt am 1. Juli 1920 in Kraft, die neuen Sätze für die Krankenunlerstützung werden mit Inkrafttreten des Statuts, 1. Juli 1919, bezavlt. Bei der Wahl des Vorstandes und der Gauleiter Inurden der bisherige Vorsitzende Thomas und der Kassierer D i e I- Frankfurt a. M. sowie die Gauleiter einstimmig wieder- gewäblt. Als Delegierte zum Gewerkschaftskongreß werden ThomaS- Frankfurt a. M. und Wagner- Nürnberg bestimmt. Damit waren die Arbeiten des Verbandsiages erledigt. Eine groste Kundgebung der technischen Angestellten Groß, Berlins veranstaltet der.Bund der technischen Angeft eilten und Beamten" Mittwoch, den 4. Juni, abends 7 Uhr. im grohen Saale des Lchrcrvereinshauscs. Tagesordnung i I. Die EinheitSgewerlschasl der Techniker. 2. Negierung und Mitbestimmungsrecht. Rejerenlen sind die Herren Gramm, Aufhäujer und Kaufmann. Lohnbewegung der Handwerker der Gasbetriebe. Durch einen Schiedsspruch, den das EinigungSanit des Berliner Gewcrbegerichts unter dem Vorsitz des Magistratsrats v. Schulz fällte, wurde eine seil Monaten schwebende Bewegung der Hand- werker der Gaswerke beendet. Leider mußte es erst zu einer Arbeitsniederlegung und in der Folge zu einem Schiedsspruch des EiiiigungSamtes kommen, ehe der Berliner Magistrat sich entschloß, die berechtigten Forderungen der Handwerker zn ersüllen. Der im Anfang d. I. abgeschlossene Tarifvertrag der Gememde- arbeiler hatte bezüglich der Handwerker der Gaswerke keine voll- ständige Lösung der Lohnfrage gebracht. Der Vertrag kürzte die Löhne der Handwerker der Gaswerke zum Teil erheblich. Bei den Verhandlungen über den Vertrag und bei späteren Verhandlungen mit- der Direktivn der Gaswerke kam zum Ausdruck, daß für den LohnauSfall die Handwerker der Gaswerke entschädigt werden sollten durch Auflücken in eine höhere Lobnstuse. Diese Zusagen versuchte der Magistrat zu umgehen. Die Angelegenheit stutzte sich soweit zu, daß am Montag, den 27. Mai. eine Versammlung der Handwerker die Arbeitsniederleguna beschloß. Die Verhandlungen mit dem Magistrat führten zu keinem be» friedigenden Resultat. Die Arbeitsgemeinschaft der Arbciterräte und der Verband der Geme>nde- und StaaiSarbeiter rieten nunmehr das Einigungsamt des Gewerbegerichts an. Das EiyigungS» amt fällte nach mehrstündigen Verhandlungen am Sonnabend den nachstehenden Schiedsspruch, dem die Verlreter der Handwerker so- fort- zustimmten und den dann auch der Magistrat anerkannte. 1. Sämtliche Handwerker der Gas- und Elektrizitätswerke werden mit Wirkung vom 1. Januar 1919 m den Lohntarif Gruppe I Klasse 4d eingereiht. Hinsichtlich der Handwerker der KanalisationS- und Wasserwerke verbleibt es bei dem bisherigen Verfahren, wonach die Einreihung in Klaffe 4b nrur bei tatsächlich erschwerter Arbeit zu erfolgen hat. 2. Ohne die Frage zu prüfen, ob eine Veranlassung zum Streik vorgelegen hat oder nickt, hat das Einigungsamt mit Rücksicht am die Folgen einer Fortdauer oder Ausdehiinng des Streiks beicklosien, daß eine Bezahlung für die Streiklage Dienstag und Mitltuoch zu erfolgen bat. Daß dagegen von einer Vergütung weiterer Streik'.oge abzusehen ist. 3. Falls sich in der städlischeu Arbeiterschaft weitere Memungs- Verschiedenheiten über die Einreibung in die Klassen a äder b er- geben sollten, soll in Zukunft das in§ 20 des Tarifvertrages vorgesehene Verfahren Platz greifen. Eine über füllte Versammlung der Handwerker beschloß hierauf die Wiederaufnahme der Arbeit. Bei eiwaS mehr Verständnis und Entgegenkommen hätte sich der Magistrat diesen Spruch ersparen können. Er sollte aus dieser Bewegung den Schluß ziehen, daß jene Zeiten endgültig vorüber find, in denen die städtiicken Arbeiter jahrelang geduldig aus die Aiierkenuung»hier bescherdenen Wünsche warteten. Tie Buchdrucker gegen deu Schiedsspruch. In ihrer Generalversammlung beschäsligten sich die Berliner Buchdrucker und Sckriftgießer mit dem im Buchdruckgewerbe ge- fällten Schiedsspruch. Nach einem Neierat M a s s i n i§ und einer ausgiebigen Diskussion gelangte folgende Resolution fast einstimmig zur Annahme: »Die im Gewerkschaftshause tagende Generalversammlung der Berliner Buchdrucker und Schrislgießer nimmt mit Bedauern Kenntnis von dem für das Buchdruckgewerbe gefällten Schieds- spruch.'Die Versammlung sieht sich, wie so oft, vor vollendete Tatsachen gestellt, kann sick damit aber nicht so ohne weiteres ab- finden und erhebt den schärfsten Protest gegen den Sckiedsipruch. Sie bält die zugestandenen Forderungen für ungenügend und be- hält sich vor, die nicht bewilligten Forderungen zu gegebener Zeit erneut zu stellen.*_ 3« einer Riefcndemonstration gestaltete sich die Versammlung der Packer, Lager-, Hof- und Trans- Portarbeiter und-avbeiietiniion usw. aus den Berliner Metall- betrieben, die in den Gesamträumen des Gewerkschcrftshauses statt- fand. Außer den fünf geräumigen Sälen war der'große Hof und ' das Restaurant bis auf den letzten Platz gefüllt. Es handelte sich um die Entgegennahme des Berichts, den die Lohnkommission über die weiteren Verhandlungen mit den Arbeitgebern betreffs Neu- abschlusses des Kollektivabkommens zu erstatten hatte. Das Er- gebnis der ersten Verhandlung hatte die Versammlung nicht be- friedigt und demzufolge war die Lohnkommission beauftragt worden, »eitere Verhandlungen nachzusuchen. Diese Verhandlungen haben am Rio n tag, den 22. Mai, zm Verbandshause der Baugcschäfte, Köthener Str. 38, stattgefunden. lieber das erzielte Ergebnis dieser Verhandlung berichteten die Vertreter des Transportarbeiterverbandes Fromke, Klos«, Mertens. Bock, Schieritz und Reimann vom Fabrikarbeitervevband. Aus dem Bericht geht hervor, daß die Arbeitgeber von neuem den Versuch unternahmen, die frühere Dreigruppierung wiederherzustellen, unter der Begründung, daß die Arbeiter eine möglichst weitgehende Spe- zialisierung verlangen. Seitens der Arbeitnehmer ist dieses Anstnnen mit aller Entschiedenheit abgelehnt worden. Da die Arbeitgeber einsahen, daß ste mit ihrem Boritz kein Glück hatten, erklärten sie sich unter Protest mit d»?«ereits ge- troffenen Zweigruppierung einverstanden. Bezüglich Lohnaufbesserung sind Zugeständnisse insofern ge- macht worden, daß beide Gruppen um 10 Pf. pro Stunde erhöht werden. Demnach soll gezahlt werden für Gruppe 1 ein Ein- stellmigslohn von 1,90 M. pro�Stnnde und nach% Jahr 2 M. pro Stunde; für Gruppe 2 ein Einstellungslohn von 2 M. und nach Vj Jahr von 2,20 M. pro Stunde. Berufskundige der Gruppe 2 Einstellungslohn 2,10 M und nach Vi Jahr 2,20 M. pro Stunde. Für Frauen der Gruppe 1 ein Einstellungslohn von 1,16 M. und nach% Jahr 1,25 M. pro Stunde. Für Gruppe 2 ein Einstellungs- lohn von 1,30 M. und nach Y* Jahr 1,40 M. pro Stunde. Be- rufskundige Frauen der Gruppe 2 ein Einstellungslohn von 1,36 M. und nach Vi Jahr 1,40 M. pro Stunde. Sämtliche Löhne sollen rückwirkend unter Anrechnung der bisherigen Tätigkeit vom 12. Mai ab gezahlt werden. In der Diskussion erklärten die Redner, daß auch die neuen Zugeständnisse der Arbeitgeber sie nicht befriedigen. Die Arbeit- nehmer seien von ihren ursprünglichen Forderungen von 2,76 M. für mänliche und 2,25 M. für weibliche Transportarbeiter schon durch die Gruppeneinteilung ganz erheblich herabgegangc», und daß 2,25 M. für Gruppe 1 und 2,50 M. für Gruppe 2 als die äußerste Grenze dessen, was zum Leben erforderlich sei, darstelle. Ganz unzureichend� fei aber auch die Lohnfestsetzung für die weiblichen Berufsangehörigen, wie dies seitens der Arbeitgeber geschehen ist. Ilm alle Rkoglichkeiten einer friedlichen Verständigung zu erschöpfen, ist den Arbeitgebern eine Frist bis zum 10. Juni einzuräumen, bis dahin haben die Arbeitgeber zu erkennen zu geben, od sie zu weitereu Zugeständnissen bereit sind. Zur einstimmigen Annahme gelangte nachstehende Resolution: -Die heute Sonnabend, den 31. Mai 1919, in den Gefaurl» räumen des Gewerkschaftshauses versammelten Transport- und Lagerarteiter usw. nehmen mit lebhaftem Bedauern Kenntnis von den in Anbetracht der wirtschaftlichen Verhältnisse noch ungenügen- den Zugeständnissen der Aroeitgeber im geplanten Lohnabkommen zum Kollektivvertrage. Nach einghender, sorgfältiger und reiflicher Prüfung der Zu- gestäiidnisse im Vergleich zur gegenwärtigen Teuerung der Löbens- bedürfnisse sind die Versamelten leider nicht in der Lage, dem Gebotenen ihre Zustimmung geben zu können. Die Pflicht der Sclbsterhaltung ihrer Arbeitskraft zwingt sie vielmehr, eine weitere Lohnaufbesserung zu verlangen und die Herren Arbeitgeber zu er- suchen, hierbei die weiblichen Berufsangehörigen besonders zu be- rücksichtigen. Die Arbeitnehmer müssen von vornherein jede Verantwortung dafür ablehnen, tvenn es infolge des geringen Enigegenkommens der Herren Arbeitgeber zu einem Lohn kämpf kommen sollte, der etwa 150 000 in der Berliner Metallindustrie Beschäftigte in Mit- leiden schaft ziehen würde. Die Versammelten erklären wiederholt, den Frieden zu wollen, zur Sicherung dieses erwarten sie bestimmt, daß die Herren Ar- beitgeber die Lage erneut ernstlich prüfen und bis längstens Diens- tag, den 10. Juni d. F., erneute, den wirtschaftlichen Verhältnissen mehr Rechnung tragende und nennenswerte Zugeständnisse machen werden. Sollten di« Versammelten sich in ihrer Auffassung getäuscht haben, so werden sie den ihr aufgenötigten Kampf zu führen wissen und rechnen dabei aus die wirksamste Unterstützung aller Arbeiler und Bevölkerungsschichten." Zentrirlverein der Bildhauer. Mittwock 3 Uhr im Gewerksckasts- bau«. Saal l: Allsemeim; Streikversamiulung aller Holzbildhauer Berlins. Tagesordnung: Bericht über den Streik in der Holz- Industrie. Ericheinen aller streikenden Holzbildhauer, auch der in Tischlereien beichästiglen Kollegen ist notwendig. ''Das Resultat der Urabstimmung betr. Anschluß an den Holz« arbeiterverband ist folgendes: Für den Holzarbeiierverband 493, Steinarbeiterverband 13, für Beibehaltung des Zentralvereins der Bildhauer.43, ungültig 39, abgegeben 615 Stimmen. Zftr Wabl der Delegierten zum Verbandslag in Würzburg am 22. Juni sind iolgende Stinlmen abgegeben: Kollege Krumbeck 451, Bonebold 449, Evers 338, Hauenstein 332, Kunert 277, Preuß 218. Die ersten 4 Kandidaten sind aewählt. Verantwortlich für Politil Artur Saternu«, Bln.-Friedenau, für den Übrigen Teil des Blattes: Alired Schatz, Neukölln; fite Anzeigen: Theodor Stach«, Berlin. Verlag: Borwärts-Berlaq T.>n. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts» Buchdruckmi und Berlagsau statt Paul Einger u. Co. tu Berlin, Lind-nstr. 3. Hierzu 1 Beilage. r——. VW VfüT■wr y.y UMRt J5W»»»»»»»»»»»»«»»»»»»»»»»«,»»»»»»»»»»»v»»»»»«»»»»«»«»««»«»»»«»«»«»»»»»»»»«»»»««»»»»«»»»»»»»»»»»»»,» Ä WF j�||| j 4 aitläftcn: Leih- Bibliothek V etsand- Abteilung: Berlin 66 Weißwaren Jaboi mit Stehkragen aus Tüll, /1 90 mit Säumchen und Spitze... Jai)OivnitSlehkrag.,langeFonn,'"700 mit breiter Spitze garniert.! Jabot zweistufig, mitStebkrag.*750 und breiter Spitze......../ Jabot mit Stehkragen aus Tüll,"750 mit Säumchen u. Spitzen-Ansatz/ Re verskragen lescheForm f.Bluseu u.Jacken, a.Halb-Voile, 1 A75 mitSäumchen u.Spitzen- Ansatz 1 vz Reverskragen mr Blusen Darnan- Stoffhandschuha Waschblusen Sonnenschirme Zwim weiß und schwarz, mit 050 2 Druckknöpfen.......... z£ Seide weiß und schwarz, mit Q90 2 Druckknöpfen.......... k- Schweden- Ersatz weiß, o90 mit schwarzer Naht......-D Seide Perlfilet, schwarz, mit Q90 2 Druckknöpfen.......... � Leinen- trsaiz weiß u. farbig, q90 mit 2 Druckknöpfen....... 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