itr.281.S6.?«lrr«. BezngSvreisi WerteljSbrt. 7�0 inonatt�ro Ml. frei ins Haus oorauszadlbau Einzelne Kummern lv fcferatifl. lioftbcjug: ÜSonailict) 2.60 Mi. eril. ZuiiesunaS- xebühr. Unier areu-dand>ür Deutich- «ans u. Oeiierreich-Ungarn i.75 MI. für das übrige«usiand S.76 Mi. bei täglich einmaiiger Zuilellung 7.76 ZA. Poiibeilellungen nehmen an Däne- muri. Holland Lurembura. Schweden und die Schweiz. Singerraaen in die Loil- ellunos-Prcisliiie. Der.Korwärts'ericheim machen: 6g kich zweuna. Soimiag� eiumm. Delegramm-Zldreffe: .Sozialdemotrar Berlin". Abend-Ausgabe. Verlinev Volksblstt. ( 10 Pfannig) Anzeigenpreis: Die acklgcidallcne Konbareillezeil» loliel 1,20 MI..itleine ZIn, eigen-, das'erla-diuaie Sori 60 Pig. lzuläisig 8 iettgedrullie SloneX lede: weiierr föoci 25 i'tß. Siellengeluche und Gchlaiücllenanzeigen das erile WoN 40 Lig., iedeS weitere Wori 20 Pfg. Sorte über lb Buchilaben zählen für zwei Sorte. TeuerungSzulchlag 50'ig. Kamilien-Anzergen, volitiiche und gewerlichaitliche Lereins- Änzeigen 1,20 MI. die Zeile. Anzeigen lür die nachile Kummer müssen bis Z> Uhr nachmittags im Haubigeichäft. Berlii Sffl.88, Uindeniiragc 3, abgegeben werden. Gcöffnei oon S Uhr früh bis b Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifcben parte? Deuttd�latids. Redaktion und Expedition: EW. öS» Lindenfh. Z. aerniv recher: Am» Morruvia«. Str. 1 7» t lM)— IliR 97. Dienstag, den 3. Juni 1VI9. Vorwärts-Verlag G. m. b. H.» EW. öS. Linüenstr.?. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. UräA— 34. Gewaltregelung öer Saltanfrage. Amflerhom, i Jurri. Dem»Allgemeen HarrdelSblad' zufolge metdel der Poriser Korrespondent des„Daily Herald", er babe von maßgebender Seite erfahren, daß die Arbeiten an dem Konzept des Friedensvertrages für Bulgarien gut dorwärlsschreilen. Der Bertrag ist von Wcniselos in Gemeinschaft mit der serb'sckicn und rumänischen Delegation entworfen und ist jetzt soweit fertiggestellt, um vom Rat der Pier erwogen zu werden. die franzosische verschworung in üer Pfalz.! Clemenccau und Z�och im Spiele. Der frieden der Zahl. Bemerkungen zum österreichischen Friedensvertrag. Mannheim, 2. Juni. Die„Neue Badische Landeszeitung' ist| Das Wesen eines völkerrechtstchen Vertrages besteht darin. in der Lage, ein Protokoll zu veröffentlichen über eine Zu- daß die beiden Vertragschließenden sich zunächst über den Inhalt _____ Ml___________________„„ sammenkunft des Generals Gerard, Kommandeurs des Vertrages einigen und durch den Austausch der Urkunden Die Bestimmungen lauten wie folgt: Tie Bulgaren"treten das � der französischen Vesatzungstruppen in der Pfalz, und der Ab- ihre beiderseitigen Willenskundgebungen ratifizieren. Bestimmt gesamte Küstengebiet am Aegäischen Meer, welches Bulgarien nach geordneten Richter und Hoffmann, datiert vom � dagegen lediglich die eine Partei, was die andere zu tun hat, so dem Balkankrieg annektiert hat. an Griechenland ab. Griechenland L. März 101». Es geht daraus hervor, daß bereits früher Per- � kann von einem Vertrage nicht die Rede sein, sondern es liegt erhält auch Adrianopel und eitwn Teil der Gebiete in Thrazien.' Handlungen zivischen Gerard und den beiden Abgeordneten über dann die Aufzwingung einer einseitigen Willensnieinung Vor. die nach dem zweiten Balkankrieg im Besitze der Türkei verblieben. � die Gründung einer selbständigen Republik Pfalz gepflogen wor-: und das Ergebnis ist die Erzwingung einer Unterschrift, die aber Tie Grenze zwischen Griechenland und dem Gebiet von Konstanti- den sind. General Gerard antwortete nun den beiden Abgeord- � nicht einen Vertragsabschluß im völkerrechtlichen Sinne bedeutet. nopcl wiro durch die bekannte EnoS— M-idia-Lini« g'cbi.'det werden.'neten in der Zusammenkunft vom 8. März folgendes:„Ich habe Diese nüchterne— rein juristische— Betrachtung erhellt zur Dies bedeutet, daß die gesamte Küste des Marmarameeresi mich mit Ihrer Angelegenheit beschäftigt, wie es vereinbart war. � Genüge das Wesen der Abmachungen, die zwischen Oesterreich und die Halbinsel Gallipoli weiterhin zu Konstantia Ich habe ein« Abschrift Ihrer Vorschläge dem Marschall Foch� und der Entente geschlossen werden sollen. Wir finden in diesem nopel gehören werden, unabhängig von dem Status, den diese selbst durch Oberst Wimpfen überreichen lassen. Letzieer hat sich Dokument in wesentlichen Zügen die gleichen Vorschriften wie Stadt selbst erhalten wird. Di« Bulgaren erhalten einen Frei»! vor zwei Tagen nach Paris begeben und Marschall Fach persönlich! im Vertrage für Deutschland. Auch Oesterreich„hat anzuer- Hafen am Aegäischen Meer, und zwar entweder Saloniki,, gesprochen. Der Marschall hat die Schrift gelesen und sich als- j kennen",„hat auszuliefern",„hat abzutreten" usw. Kaloalla oder Dedeagatsch nach ihrer freien Wahl. Sie werden! bald zu Herrn C lem enceau begeben, um mit ihm Rücksprache j. Das Friedensdokument für Oesterreich-Ungarn kann nicht durch diesen Hafen einen freien Zugang zur See erhalten unter! zu nehmen. Oberst Wimpfen hat lebhaft hinzugefügt, daß die| einmal als das geistreiche Werk eines großzügigen Machtvoll- Bedingungen, die in großen Zügen dieselben sein werden wie die- 45 Unterzeichner die Mehrheit der Wähler vertreten. Ich habe tikers angesehen werden; es atmet vielmehr den kleinlichen Geist jenigen. die Serbien im Bukarester Vertrag von 1918 erhielt. Die � Marschall Foch gesprochen- d-S Inhalts, daß die Unterzeichner die � kleinlicher Rachsucht. Man gewinnt oft den Eurdrnck, als ob hier neuen Gebiete, die auf diese Weise an Griechenland fallen, sind Bekanntgabe ihrer Namen noch nicht wagten aus Angst vor späterer! uur Mathematiker api Werke gewesen wären, nicht aber Leute, überwiegend türkibch. Die übrigen Grenzrevisionen sind von unter-( Maßregelung durch die Deutschen. Ich habe daS, was mir die! deren Aufgabe es ist, der Welt den Frieden wiederzugeben.� Der geordneter Bedeutung. Di« Serben verlangen nur einig« kleine � Heren Hoffmann und Richter saglen, hinzugefügt, nämlich: daß Vertrag läuft in seinen wesentlichen Teilen auf die ängstliche Grenzbericht tzgungen, und werden diese auch erhalten. Die jedermann unterzeichnen wird, wenn man sicher sei, keine Maß- j Prüfung hinaus, wie man Oesterreich so verkleinern könne, daß Rumänen werden gegen die Anerkennung größerer Annerionen an' regelung zu befürchten zu haben. Ich bin nicht ermächtigt?� keine militärische Gefahr mehr bilde; einen der weseutllchsteu anderer Stelle den Bulgaren die südliche Hälfte der'alles zu sagen, was mir der Marschall geant«! Punkte bildet daher die Zerstückelung des Lnndes, dem� man Dobrudscba. die sie im Jahre 1913 annektiert haben, deren Be- wartet hat, aber ich kann Ihnen in seinen eigenen Worten! � klingt wie ein Hohn sechs Millionen Einwohner läßt. Das völkerung jedoch überwiegend bulganisch ist, zurückerstatten, sagen: Sie können den Herren versichern, daß sie mit der deut-' der Selbstbestimmung kann diesen schritt Nicht rechtferti- fchcn Regierung rechts des Rheins ni»tS mehr zu tun habe» wer-> �n; denn gerade von diesem Gesichtspunkte aus werden Mil- den. Das rechte Rheinufer wird vom linken getrennt. Demge-! honen von Deutschen, dn sprachlich und.kulturell zu Deutsch- motz sind kein- Maßregelungen zu befürchten, und die Alliierten! oiterreich gehören, von diesen ausgeschloisen. Man ließ also werden bei dem Friedensschluß die rechtsrheinische Regierung hin. nur die Erwägung der Zahl sprechen und ließ lede Er- dern, die BevSlkernng des linken Rheinnfers zu schädigen. Die wagung des Rechts beueite. Es fragt sich nur, ob dm Schluß- Tätigkeit der deutschen Regierung wird a.n Rhein aushSren. Die � o geruiig die man gezogen hat. nämlich die. Deutschosterreich Die Zrkeöensverhanölungen und üer ver- tragsbruch vom Rhein. Der Fall Torten zeigt die einzige Möglichkeit einer vor- läufigen Regelung der Friedensfrage. Eine endgültige ist zurzeit nicht möglich. Herr Torten beabsichtigt, im Namen der von ihm er- fundenen Rheinischen Republik einen Sonderfrieden mit Frankreich zu schließen, und er hat für diese Absicht verständ- nisvolles Entgegenkommen bei den französischen Militär- behörden gefunden. Diese hoben damit geze'gt, welcher Art die Leute sind, mit denen sie Verträge schließen wollen. Ein Vertrag, der zwischen ihnen und Herrn Torten geschlossen würde, würde auf beiden Seiten moralisch gleichwertige Unterschriften tragen. D'e deutsche Regierimg ist aus dem Willen des Volkes entstanden und verpflichtet, ihre Unterschrift moralisch höher zu werten. Sie ist kein geeigneter Vertragsteilnehmer für ein Frankreich, das durch sein Vorgehen im besetzten rheini- scheu Gebiete seinen Willen zum Vertragsbruch be- kündet hat. Soll heute unterzeichnet werden, so geschieht dos; cm besten auf beiden Seilen von Leuten, die ihre e'gene Unterschrift nicht ernst nehmen, später einmal wird der w i r k- l i ch e Frieden von anderen unterzeichnet werden. Mag es also die Entente mit ganz Deutschland so machen, wie es Frankreich mit der„rheinischen Republik" versucht. Sie bestimme eine„deutsche Regierung", mit der sie Frieden zu schließen wünscht, selbst. Eine vom deutschen Volk be- stimmte Regierung ist für dieses Geschäft untauglich und soll sieb nicht zu ihm hergeben. Die unerläßlich? Voraussetzung ihrer Mitwirkung wäre doch, daß eS zuvor dem französischen Volk oder deren Verbündeten gelänge, das offizi'lle Frankreich auf den Weg der Vertragstreue znrückiubrinaen, dann erst wäre Volksieile des linken Rheimifers können sich darüber äußern, wie sie wollen: einen unabhängigen Staat, oder mehrere unabhängige Staaten oder sonst einen mockus vivencki, aber in allen Fällen wer» den die Deutschen auf dem linken Rhcinufrr nichts zu sagen haben. Der General führte weiter aus, daß die größte Aussicht bestände auf Annahme der Fochfchen Bedingungen durch die Alliierten. Er ersucht aber, über alle seine Mitteilungen nicht soviel zu totzumachen, die richtige gewesen ist. Die wesentlichsten Erfordernisse für einen Staat sind das Staatsgebiet und das S t a a t s v o l k. Beiden Erfordernissen wird nun durch den Friedensvertrag der Entente nicht nur nicht Rechnung getragen, sondern es kann vielmehr weder von dem Verbleiben eines Staatsvolkes noch eines Staats- gebietes im staatsrechtlichen Sinne die Rede sein. Wollte man sprechen, bevor die Vorsebläge des Marschalls durch die Alliierten! dier einwenden, daß den 6 Millionen Oesterreichern ein gewisses bestätigt seien. Er stellt alsdann den Völkern die Wiederauf- j Gebiet von Oesterreich zum Wohnen überlassen wird, so muß nabme des Wirtschaftslebens nach der endgültigen Festlegung der! dwsvr Einwand als nicht stichhaltig zurückflewiescn Werden: denn Rheingrenze in Ai.ssicht und eine Erleichterung für die Pfalz bei cur Staatsvolk mutz ungeteilt und unzerspkittert in seiner kul- der Zahlung der deutschen Kriegsentschädigung. turellen und nationalen Geschlossenheit bestehen bleiben wenn i.°«.-..... i man von einem solchen uberhoupt sprechen kann; desgleichen �!.en �"�5� muß ein Staatsgebiet denjenigen Teil von Grund und Boden VcsatzungSbciuirden s jl. VanS wie in«pa Protest eingelegt, jjet erforderlich ist. um sein ganzes Staatsoolk am So achtet die französische Regierung den Schandvertrag ihm wohnen zu lassen und lebensfähig zu erhalten. Wäre es von Versailles. Man hat uns oft hören lassen, daß man von i anders, so könnte man letzten Endes jedes Dorf mit 50 Ein uns annimmt, daß wir überhaupt als ehrliche Vertrags- gegncr nicht in Frage kommen. Jetzt liegt die Sache offen so, daß Frankreich als ehrlicher Vertragsgegner nicht in Frage kommen kann. Ein Dokument mit seiner Unter- schrift ist von vornherein ein Fetzen Papier. Der Gewaltvertrag für Gefterretch. Tonne für Tonne. Umsievdinn, 2. Juni.Telegraaf" verölfentlicht die in der ein traafäbiäer Podkn für einen wirklichen FriedenSvertrag ge-. Mutigen Ausgabe der„Times" enlhaltenen F r i e d e n s b e d i n- wonnen. Dazu besteht buite kaum eine Aussicht. Zungen mit Oesterreich, a»S denen in Ergänzung des Heute siebt die Sache so. daß nicht nur kein Vertragsent-,"on dem Reuierscken Bureau verbreiteten Auszuges der öster- wurs vorbanden ist. der von ehrlichen Leuten unterzeichnet wer-"ichischen Friedensbedingungen folgende Punkte nachzu- den könnte, es wäre denn der von der deutschen Regierung vor- /ragen sind: In dem Friedensverirag stellen die Alliierten und aestkilaoene. sondern daß auch auf der anderen Seite kein Ver- Assoziierten fest, daß die österreichische Kriegführung traasteilnebmer da ist, der die Absicht zeigt, geschlossene Verträge! nicht beJer als die deutsche gewesen sei. Die alliierten und asso- zu basten. Die Entente mag uns ihren Willen auferlegen, sie' Züerien Regierungen wollen jedoch den österreichischen kann es. Aber ein Dokument, das zügellose Willkür für Recht Kaiser, gegen den mehr gesündigt worden sei, alz er selbst ge- erklärt, darf keine Namen trogen, die in Deutschland etwas be-. sündigt habe, nicht für die Sünden Kaiser Franz Josefs büßen deuten. Torten und Genossen sind die berufenen Unterzeichner lassen. Oesterreich müsse ober alle Personen, die sich der Ver- dafür! F. St. letzung der Kriegsgesetze schuldig gemacht haben, ohne Rücksicht auf Rang und Stand zur Aburteilung ausliesern. Der Bau von Kriegsschiffen in Oesterreich muß unter- bleiben. Bezüglich der alliierten Schiffe, die von Oesterreich ver- K ri st i a n i a, 3. Juni. lT.K.s Wie„Tiden? Tegn" aus nichtet worden sind, wird der Grundsatz festgelegt, daß Tonne für PardSr meldet, liegen in Murman und Petfckienega Nachrichten Tonne vergütet werden muß. dor, daß Petersburg»on einer«u» F i'n n e»«ab Este«! Eine Sonderklausel sickert den Hanbel<»»> tzo» Oester» bestehende» Armee el»,e«,mm»« w»rdi» ist. l reich nach dem»driatischea Meer. peteködur? eknoenommen? wohnern als Staat bezeichnen, da auch bei ihm ein nationaler Splitter auf einem Stück des Staatslandes ansässig ist. Hieraus ergibt sich mit zwingender Notwendigkeit, daß Deutschösterreich als selbständiger Staat zu existieren aufgehört hat. Nun ist er aber da, und da er notwendigerweise weiter existieren muß, so bleibt nichts anderes übrig, als daß er nach der einen oder anderen Seite Anlehnung sucht. Von diesem Gesichtspunkte aus entsteht aus der Natur der Dinge heraus die Anschliißnotwcndigkeit an Deutschland. Wenn'wir als Sozialdemokraten dies fordern, so geschieht es nicht aus nationalistischen Erwägungen, die uns völlig fern liegen, und da wir— im Gegensatz zu den Machtpolitikern der � Entente— keinen Kultus der Zahl treiben, so verlangen wir die Vereinigung mit Oesterreich auch nicht, um Deutschland rein arithmetisch wieder aufzufüllen und auf der einen Seite etwa um die Zahl zu ergänzen, um die man es auf der anderen Seite verkleinert hat. Sondern der Anschluß Deutschösterreichs an Deutschland ist deshalb von der deutschen Sozialdemokratie zu fordern, weil er sich als die Lebensbedingung einer vergewaltigten Nation darstellt, und weil die Sozialdemokratie es von seher als ihre Aufgabe angesehen hat. sich für das Recht der Minderheiten einzusetzen. Wenn ferner hinzukommt, daß die Vereinigung Dentschösterreichs für beide Teile wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt, die in erster Linie dem deutschen wie dem österreichischen Proletariat zugute kommen, so ist dies nur ein Grund mehr, um sich für den Anschluß einzusetzen. Tie Politik der Entenje ist durch das alte, schon aus dein Mittelalter stammende Wort„(lmclk> et impera" geleitet; indem sie ihre gegnerischen Staaten möglichst zu zerteilen sucht, glaubt sie über die Teile um so besser herrschen zu können, da diele in der Zersplitterung ohnmächtig sind. Es ist aber eine (grfafwnmri, die sich im Gebiete de§ Organischen wie im Gebiete des Staatlidfom täglich neu beweist, daß Kleines zu Größerem, daß Größeres zu Großem sich zu einen strebt: Wohl sind Staats- männer imstande, mit dem Schwerte oder mit dem Friedensvertrag eine. Einheit zu zerschneiden: dem Naturgesetz aber, dies nach Vereinigung drängt, sind sie nicht imstande, dauernd Widerstand zu leisten, da cS mächtiger ist al» sie. To werden die ge- schwächten Teile Deutschlands und Oesterreichs sich in notwendi- ger Einigung zusammenfinden, nicht zu neuen kriegerischen Abenteuern, sondern zu gemeinsanier Kulturarbeit, zu neuem Aufbau, und somit wird die letzte Schlußfolgerung der alliierten Mathematiker mit einem Minus enden. ,> Die Schuld am Krlege. Deutsche Bemerkungen. LerNn, 2. Jimi. In den deutschen Bemerlliugen zum Bericht der Kormnisfion der alliierten und nssostieucn Negielungen über die Brrantwvrtlichlcltcn der Urheber des Uriczcs»oird zuuüchst auf die Notwendigkeit u n p» r t e i i s ch e r Untersuchung durch eine Komtnisston Eingewiesen, der alle Archive zugängig sind, und vor der beide Parteien gleichmäßig zu Worte kommen. Codonn wird aus daS bcsiimnuesie der Lussasiung entgegengetreten, daß zwischen Berlin und Wien ein geheimes Komplett zur Vernichluug Serbiens ge- schmiedet worden wäre. Pie Ziel« der österreichische» Ltlion waren in Verlin im einzelnen nichl mitgeteilt, waren aber genau umgrenzt rrnd enthielten keinerlei Annexions- ge danken. Graf Titza Halts sein« Zustimmung zu dem Ultimatum auSdiücklich von einem solchen Verzicht abhängig«e- macht. Richtig ist. da« Oesterreich die Slussassnng hatte, ongeslcht? früherer, nicht gehaltener V-rsprechunge» Lerbicn». sich mir bloß diplomatischen Ergebnissen nicht begnügen zu können, sondern aus den Eindruck einer militSrischen Expedition bestehen zu müssen. Deutschland hat dreier Aufiassung zugestimmt Und Oesterreich dabei ermutigt. Die Berliner Regrerung hatte in dein Bestreben, den Streit zu lokalisieren, ankänzlich gegen die VermtllluiigSvorschläge sich ablehnend verhqlten. Ter direkte Gedankenaustausch zwischen Wien und Petersburg ist aber, was der Kam- missionSbericht austaunlichertbeise nicht e>wähnt, von deutscher Seite angeregt worden. Die Berliner Regierung hat vom 28. Jnlr ab men starken Druck auf das Wiener Kabinett ausgeübt. Da der KommIfsionZbericht diese längst bekannten deutschen Noten aufsallerrdertocise nicht erwäbnt, wird einige» aus diesen wichtigen Dokumenten angeführt. Nin LS. Juli wurde Wien auf den versöhnlichen Charakter der serbischen Antwort hingewiesen und aufgefordert, gegenüber den deutschen und anderen Vermitt- lungsdorschlägen nicht mehr im b.Shcrige Zurückhaltung zu beobach- tcn. Am Ll). Juli wurde die Verweigerung zedeS BteinungSauS, tausche» mit Petersburg al» schwerer siehler bezeichnet und bei- gefügt, dah Deutschland eS ablehnen mühte, sich leichtfertig in einen Weltbrand hinelnzirhen zu lassen. In derselben Nacht wurde zur Unterstützung des Trchschea Vorschlags nach Wien gedrahtet, daß borauSsichttich gwci oeLcu vier Groymächte stehen würden, und daß dem W'ener Kabinett dringend und nach- drücklich anheimgestcllt werde, die Vermittlung zu den angebotenen ehtenvollcn Bedingungen anzunehmen. Die istdißerkungcn von beut- scher Seite wegen der Kriegsschuld stellen weiter fest, daß mit dem BermittlungSvorsäilag vom 29. Juli der Weg zur Eohallung deS Friedens gesunden war, und cS nicht Schuld der deutschen Regierung mar, wenn, die diplomatischen Ber-. Handlungen durch militärische Maßnahmen der Gegenseite jäh unterbrochen wurden. Die deutsche Regierung hat talsächlich alle» ge.'an, um Oesterreich zur Annahme der V-rmittlungSvorschläge zu uewcgen. Wenn der Vorschlag des Zaren vom 29. Juli, das österreichisch-serbische Problem dem Schiedsgericht im Haag zu überweisen, kein« Zustimmung gesunden hat, so geben die Akten über den Grund leinen Aufschluß. Er ist sicherlich darin zu sehen. daß de an diesem Tage angeordnete Mobilmachung von dreizehn russischen Armeekorps die Befürchtung nahelegte, Rußland werde die Zeit der VerHand- lungcn zu weiteren Rüstungen ausnützen, und tatsächlich haben die militärischen und diplomatrschen Ratgeber de» Zaren an demselben Tage den Beschluß gesaßt, die russische Teilmobilmachung zu einer allgemeinen zu erweitern. Ter nächste Abschnitt behandelt die Katastrophe. Die glück- liche Lösung der Krise wurde durch die allgemeine russische Mobilmachung vereitelt, die in dem Kommissionsbericht auf» fallenderweise nicht einmal flüchtig gestreift wird. Für Deutsch- land bedeutete die russische Mobilmachung, daß der Krieg nach zwei Fronten bevorstand, Defensive nach beiden Seiten war sichere» Verderben. Di« Osfensive mußte gegen den zuerst operatixmsbereitcn Gegner geführt werden, und Tage bedeuteten wichtigen Zeitgewinn. Daß in der Kri»»erkliirnng an Frankreich einige Mekiumgcn über französische Fliegerangriffe leichtfertig ohne genaue Nachprüfung verwertet wurden, ist bedauerlich, ändert aber nichts an der Z w a n g s l a s e, in der Deutschland sich befand. Ter nächste Abschnitt bringt unter anderem nachstehende Schlußfolgerung! PS wäre von entscheidender Wichtigkeit gewesen, wenn sofort nach Eintreffen der serbischen Antwortnote Vom 27. Juli das Wiener Kabinett tan unwiderruflichen Mahnahmen abgehalten worden wäre. Am 28 Juli ist das äußerste geschehen, um Wien zum Einlenken zu bewegen. Was Berlin betrifft, so ist nach ihrer Ansicht ein MeinungSivechsel vom LS. zum 28. nach den Akten unverkennbar, und eS sei mangelnder Entschluß. krast zuzuschreiben,, daß nicht schon am 27. die nächsten Konse- qncnzen daraus gezogen wurden. Den Weltkrieg hat Deutschland nicht gewollt. Die deutsche Regierung galt zrehr als 40 Jahre fang als Borkämpf e.rin de» Frieden» Eroberungs- plane lagen den deutschen Staatsmännern weltenf-r». Dagegen waren die Absickten der führenden panslawistischen Kreise Rußlands ohne Krieg nicht erreichbar. Diese friedensfeind- lichen Elemente haben in den entscheidenden Tagen ihren Wil- Ten durchgesetzt. Wäre von London und Pari» ein ebenso starker Druck auf PeterSbnrg ausgrübt worden wie von Berlin aus Wien, so wäre nach Ansicht der deutschen Kommission der der- hängniSvolle Schritt unterblieb?». Was die Verletzung der belgischen und luxem» burgischen Neutralität anbelangt, so steht die Kommission vollkommen auf dem von Bethmann am 4. August unter dem Bei- fall des Reichstags angenommenen Standpunkt, daß es sich um ein wiedergutzumachendes Unrecht bandle. Der letzte Abschnitt enthält rückblickende Betrachtungen. AIS richtige Frage füllung erscheint der Kommission: �' j I. welche Sirgkerungen hatten kn der vergangeahett m«eksteu den Zustand dauernder Kriegsgefahr gefördert, 2. welch« Regierungen haben politische und wirtschaftliche Jntrr- «sicn verfolgt, welche nur durch eine» Krieg verwirklicht werden konnten? Dabei wird zn der zweiten Frage vorweg bemerkt, daß bei der Antwort hierauf künftighin wohl auch die FriedcnSbedingungen wirtschoftSpolitischer und territorialer Art als Betveismaterial dienen werden. Zu beiden Punkten wird ausgeführt: Di« frühere deutsche Regierung hat schwere Fehler begangen, die aber nicht in der Richtung einer bewußten Herbeifühning dcS.Krieges liegen, die im deutschen Volk keinen Rückhalt gefunden hätte, sondern ledig- lich von einer kleinen Gcuple chauvimsti scher Literaten vertreten wurde. Die wirkliche« Fehler der deutschen Politik lagen weit zurück Herr v. Bethmann hatte eine politische Erbschaft übernommen, die seinen rückhaltlos aufrichtigen Versuch, die inter- nationale Lage zu entspannen, von vornherein fast aussichtslos machte. Die deutsche Regierung hielt zunächst ein« militärische Expedition Oesterreichs nach Serbien für unvermeidlich im Interesse der Sicherung de? Frieden» und glaubte das damit verbundene Risiko auf sich nehmen zu müssen. Sie hat dann, als auf das Ulti- matum eine Antwort erfolgte, die ihr selbst jene Expedition ent- behrlich zu machen schien, diese Ansicht- zwar nach Wien mitgeteilt, aber in allzu großem Vertrauen auf die damalige Leitung der dortigen Außenpolitik nicht sofort, sondern erst am Tage darauf die letzten Konsequenzen gezogen: Die Androhvng der Prrsagnng ber BundcShilfe. Ob bei einem noch schnelleren Verfahren der Weltkrieg vermieden worden wäre, erscheint allerdings fraglich, da die Ziele de» russischen Zarismus, auf die insbesondere auch der Brief SsasonowS an den Gesandten Hartwig in Belgrad hinweist, ohne Angrisfslricg nicht zu erreichen waren, jjzi tziesen Zielen gehörte die,." Zertrsimmernng Oesterreich-Nngarn». Rußland wußte, daß eS bei einem Angriff auf Oesterreich-!! ngarn auch dem militärischen Widerstand Deutschlands begegnen werde. und benützte daher daS 1912 durch eine Marinckonvention erweiterte KriegSüündniS mit Frankreich und die weiter geschaffenen Verbin- düngen dazu, in einem ihr günstig erscheinenden Moment den McckiaiiiSinuS der Entente in Bewegung zu setzen und ihre Freunde in den längst beabsichtigten Krieg hineinzusield-n. Hier liegt die wirkliche Ursache de? Weltkrieges. Daher ist eS unmöglich, den Krieg gegen Frankreich, wen» er auch militärisch offensiv geführt werden mußte, politisch «IS Angriffskrieg hinzustellen. Nur als V e r t e i d i. gungSkrieg gegen den Zarismus hat daS deutsche Voll. auch die Saziald-mokratie, 1914 den Kampf einmütig ausgenommen. Mit dem Augenblick, wo der Fari»mus niedergeworfen war, wurde der Krieg sinnlo», und die Kommission würde seine Fortsetzung als einen Frevel der früheren Regierung bezeichnen, sobald zweifelsfrei nachgewiesen werden würde, daß die Gegner bereit gewesen wären, einen Frieden ohne Sieger und ohne Besiegte auf der Grundlage der Achtung der gegenseitigen Ehre zu schließen. Dafür fehlt bi» heute der Beweis, und wenn an den Friedensbedingungen festge- halten wird, wird dieser Beweis niemals glaubhaft erbracht werden. Die Denkschrift ist unterzeichnet von den Herren Han» Del» brück. Mar Grs/ MontgeluS, Max Weber und Alb recht Mendelssohn- Dartholdtz.' v''_ Das �rbelterrecht lm ßrleöensveetrage. Zweite Antwort ClemeneeauS« LrrNn, S1. Mai. Im Namen der alliierte» und assoziierten Regierungen aniwvltete E l e n> c n c e a u out dl« d e n l i ch e Er» gänzungSnote betreffend die internationale Ar- beitergefetzgebung u. a., daß die alliierien und asioziierten Regierungen an der AuSardciturg der internationalen Arbeiter» geietzgebung mitarbeite» wollien, daß ober die Gesetze von den vcrtieiern der geiam»«n Lrbcrrcrschaft angenommen werden müßten. Bei wahrhaft demokratischen Regierungen könnten die Ansichten und Jnleresicn der istegicrungc» mir denen der Arbeiter in keinem Widerspruch stehen. Tie schon jetzt vorhandene inter- nationale Arbeilerorgarm'aiion sei durchaus in der Lage, jeden von einem Milgliede der Orgoniialion«ingereichten Vorschlag praktisch zu behandeln. Die Beichlüsie dcö internationalen Gewerkschaftskongresses in Bern feien entgegen der deutichen Bcbauptung eingehend geprüft worden. Der deutsche Bor» schlag, die Beureler DeulschlandS in die internationale Atbeiler- organisation innethalb kurzer Frist aufzunehmen, findet günstige Ausiiahme. Den Deuticken sollen nach S»luß der Friedenskonferenz alle Siechte und Privilegien der andern Mitglieder bezüglich dieser Organiiolion und ihres VerwaltungSrateS zuerkannt Werder«. In der Antwortnote heißt eS Weiler, daß man auf der Grundlage der Organisation schrinwtise alle Wünsche der Arbeiter verwirllichen könne und müsse. Die von der deutschen Delegation erwähnten Fragen seien von der Arbeiterkommission der Konferenz geprüft worden, die Kommiiflou sei zu dem Schlüsse gekomme», diese Fragen wären Sacke der internationalen Arbeiieroiganiialion. Dem Vorwurse, daß die alliierten und asio» zueilen Regierungen in ihrem Eniwuife von den demokratischen Grundsätzen abgewichen seien, müsse entgegengehalten weiden, daß diese Vorschläge weiter gingen als die deutschen. Man dürfe doch nicht vergessen, daß die Delegierten der Regierungen bei Arbeiter» konterenzen, jedenfalls aber die Delegierten der alltiellen und asio- ziieiten Regierungen, auch die Masse der Bevölkerung dieser Länder vertreten und daß ein sehr erheblicher Prozentsatz der Arbeirerschail m allgemeinen Berussverbänden nichl zusammengeschlossen sei. Es töiine auch nicht zuielasien werden, daß die beste Gesetzgebung zunichte gemacht werde, falls nur ei» Fünftel der vertretenen Re» gierunge» Emwenduirgcn erheben. Schließlich macht die Note darauf aufmerksam, daß bi« Vor» bereilungcn z» der ersten Versammlung der interolltierien Arbeiterorganisation, die im Oktober stattfinden soll, emsig be» trieben werden. Es lieg« kein BedürsniS vor, den Arbeilerkongrcß in Versailles zu versammeln. ES liege nur der Wunsch vor. den Frieden baldmöglichst wiederherzustellen und die Beftrn�nungen eincS sozialen Programms zur Annahme zu bringen, das wohl ohne Zwcilel schon verwirklicht worden wäre, wenn nicht die dem- schen Angriffe die Gcdanicn und Sorgen der ganzen Welt dem Kampfe sür die Freiheit zugewendet und die Völker gezwunaen bälleii. die Wahrung ihrer Unabhängigkeit jedem anderen Ideal voranzustellen. Es hat keinen Sinn, von den Alliierten eine offene ehr- licke Erklärung über die Aibeitergesetzgebung zu erwarten. Wie in der ersten Antwort, so ist auch in dieser Clemenceau mit schillernden Phrasen einer sachlichen Stellungnahme zu den deutscheu Forderungen ausgewichen. Die Entente will vom Arbeiterrecht überhaupt nichts wissen. Nur darf sie sich das in diesem Augenblick nicht merken lagen--- weil sie ihre Arbeiter beruhigen muß. Sn öeutfcher Protest an!Na?stha?l Koch. Berlin, 3. Juni.(Tckl.) lieber den Hochverrat am Rhein hat der Vorsitzende der Deutschen WaffensttLstandskommtssion, Reichs- Minister Erzberger an den Vorsitzenden der Deutschen Kom- faission in Spa, Generalmajor Frecherrn von Hammerstein. heute gedrahtet: Ersuche Sie, noch heute folgenden Protest an Marschall Fach durch General Rudant überreichen zu laßen: Der deutschen Regler ung sind glaubwürdig« Nachrichte« darüber zugügangen. daß französische Befatzungsbehörden im lieksrheinifchcn Gebiete unter Mißbrauch der ihnen durch den Waffenstillstand ein- geräumten Befugnisse hoch Verräter i's che Bestrebungen in den besetzten Getreten fördern und unterstützen. Die deutsche Regit: rung bedauert lebhaft, daß sie infolge der Maßnahmsn der Alliierten nicht in der Lage ist, direkte Untersuchungen über die ihr zugegangenen Nachrichten in den besetzten Gebieten anzustellen. Sie muß daher sich auf die ihr zugegairgeneu glaubwürdigen Be- richte stützen. Hiernach haben politisch einflußlose Persönlichkeiten, die keiner- lei Austreg vom Volk hatten, wiederholt Verhandlungen über die Ausrufung einer rheinischen Republik und über die Los- lösung der rheinischeil Republik vom Deutschen Reich geführt, und zwar mit den französischen Lfsrzieren General Mangln, General Gerard, Oberst Pinot, Hauptmann Rostan. Nach amtlichen Meldungen ist Regierungspräsident Winter- stein, der höchste Vcrwaltungsbeamte der Pfalz, von der frau- zösischen Oftupaiionöbchörde aus der Pfalz ausgewiesen worden. Französische OkkuvationSbchörden haben weiter zwei Depefcken eines Staatsanwalts Torten in Wiesbaden, der sich aus eigenem den Titel des Präsidenten der neuen Republik beilegt«, an die Friedenskommifsion der alliierten und assoziierten Mächte in Pari» entgegengenommen, in welchen er u. a. gebeten hat, nach Paris zu Verhandlungen kommen zu dürfen. Diese Handlungen französischer Lkkirpaiionsbchövden stehen in schroffsten Gegensatz zu den Waffen st illstands- bedingungen vom lt. November 1918 und zu den wieder- holten Erklärungen deS Marschall Foch gegenüber den Unterzeich- neten bei der Erneuerung des Waffenstillstandes. Die deutsche Regierung legt gegen dieses Lierhalten den schärfsten P r o- t est ein und erwartet, daß namentlich in den Zeiten der Friedens- Verhandlungen seitens der Okkupationsbehörden alles unterlassen wird, was dazu führen muh, den erfolgreichen Verlauf der Frie- densverhandiungen zu stören und unmöglich zu machen. Der groffe Stre!? in Parks. Satt 000 Arberter ans ständig. Versailles, 2. Juni..Populaire" meldet, baß auch die Wagenbauarbeiter und die FluMugarbeiter aller Pariser Be- triebe sich dem Metallarbeiterausstand angeschlossen haben. Ins- 1 gesamt sind 350 000 Arbeiter ausständig. Reöe Nenvers an öie Müerten. Versailles, 2. Juni. Nach den Pariser Abendblättern sagte Staatskanzler Renner bei Ueberreichung des Friedens, entwürfe» auf französisch, die Habsburger Monarchie bestehe seit dem 12. November 1918 nicht mehr. Auf ihren Ruinen sei die junge österreichische Republik entstanden, welche alles erst schaffen müsse. Einen Monarchen, ein« Grotzmachtftellung und einen Dua- NSmuS der Armee habe sie nicht mehr. Renner hob hervor, daß das republikanische Oesterreich am Kriege und seinem Unglück nicht schuld sei, aber ebenso wie alle übrigen Staaten, welche sich auf den Ruinen der Habsburger Monarchie entwickelt hätten, feinen Teil der Dcranwortung tragen müsse. Das österreichisch« Volk vertraue. auf die gerechten Grundsätze, welche die Alliierten»erkündet hätten, um einen gerechten Frieden zu erhalten. Renner sprach dann von der Blockade und ihren furchtbaren Wirkungen und wandte sich an die alliieeten Bevollmächtigten: Ihr seid die SchiedSrich- {er der Welt, nehmt Interesse an unsermLo»! Wir bitten Euch, unsere Zukunft sicherzustellen. Wir werden alle? tun. um Euch zst helfen, damit wir in einer friedlichen Welt leben. St. Gennain, 2. Juni. sNeuter.) Staatskanzler Nenner fährt morgen mit de« Friodcnsbedingungcn nach Oesterreich. preußische Lanössversammlung. Zu Beginn der DienStagSsilzung der Preußischen LandeSvev- sammlung wurden kleine Anfragen beantwortet. Aus die Aufrage des Abg. Dr. Rofeufeld über die Finanzierung ber kommunalen Arbeiterräte wird die Antwort erteilt, daß die Bezahlung den Gemejnden überlassen bleibe«soll. Auf ein« weitere unabhängige Anfrage über die angebliche Nicht Wählbarkeit von Frauen in die Mogistrate wird die Antwort erteilt, daß diese Anschauung nicht berechtigt ist. Die Frauen seien durchaus in alle Stellen wahlbar. Eine weiter« Anfrage will von der Regierung Auskunft üben ihre Stellungnahme zu Groß-Thüringen und den eventuell abzutretenden Gebietsteilen erhalten. Aus der Antwort de» llnrer- staaissekretärS Dr. Meyer ist zu entnehmen, daß die preußische Regierung nur zu einem gegenseitigen Austausch der Enklaven ge- neigt ist. Das SelbstbestimmrigSrecht der Völker fei nur außen- politisch aufzufassen. DaS Haus begann dann hie erste Beratung des Gesetzentwürfe» betr. Gemeindeeinkommenbesteuerung im Rechnungsjahr 1919. Da- nach können die Genie, od Sn durch Beschluß die Gemeindevestruerung im Rechnungsjahr 1919 ausnahmsweise abweichend von den Be- stimmungen des Z 27 des Kommunalabgabengesetzes so rege.n. daß die steuerpflichtigen natürlichen Personen zu den Gemeindezn- schlügen nach einem Tarife herangezogen werden, der in seinen Sätzen b»! Einkommen von mehr als 900 bis einschließlich 1050 M. bi» zu 190 Proz., bei Ginkommen von mehr als 1209 bis 1859 M. bis zu 90 Proz. und dann in mehreren Stufen fallend bei Gin» kommen von mebr als 2790 bis einschl. 3909 M. 20 Proz. hinter den gegenwärtigen Tarifsätzen zurückbleibt, und daß dafür die sieuer- Pflichtigen Personen mit einem Einkommen von mebr als 5999 M. nach einem Tarif herangezogen werden, dessen Sätze die gegen- wärtig geltenden überschreiten, dabei jedoch nicht über dr« im Z 1 deS Gesetzes vom 8. Juli 1910 für die natürlichen Per- sonen vorgesehenen ZuschlogSprozentc hinai-kgehen. Zur Begründung der Belage erhält das Wort Finanzminister> Dr.& übe tu tu. Die Verleumdungen gegen Genojsen tzekne. Im StaatShaukha'tSauSschuß der Preußischen LandcSvevsammlung(Ministerium de» Innern) gab gestern vor Eintritt in die Tagesordnung der Minister de» Innern Heine eine Erklärung ab über die in der.Welt am Montag" und in der .Freiheit' gegen ihn gerichteten persönlichen Angriffe. Die Be- hcruptung, daß er durch seine doppelten Aemter in Preußen und Anhalt finanzielle Vorteil« hätte, sei nicht nur falsch, sondern widerfinnig. Selbstverständlich müsse nach dem preußischen Le. amtengesetz alle? Gehalt, das er auch aus Anhalt bezieh«, auf sein Ministergehalt angerechnet werden, und so wäre a«tch stets verfahren worden, so lange er in Anyalt Gehalt bezogen hätte. Der Urheber der Beschuldigung habe bewnht verleumderisch gehandelt, da er alS rhrmaliger preußischer Beamter den Sach- KttzaU genau kennen müh«. prozch i Der erste t« der heutigen Sitzung dernornmsne Zeuge, � Kauf- mann Baschel, sagt aus, er sei in der Nacht vom 8. zum 9. Januar in der Wache der Rsich&mzlsi mit Ti-esenbausen, der dort über- nachtete, zusammengetroffen. Der wachthabende Sergeant habe auf den schlafenden Tiesenhausen gezeigt und gesagt, der sei als Spar- taklsi verhaftet worden. Ter Zeug« sei in die Nachrichtenabteilung ixs Regiments Reichstag eingetreten. Tort sei ih,n zwei Tage nach dem ersten Zusammentreffen Tiesenhausen wieder begegnet. Tiefen- Hausen habe den Zeugen beim Vorsteher der Nachrrchtenabteilung durch ein Schreiben denunziert, er solle in der Nacht vom 8. zum 9. Januar mit zwei Damen und einigen Soldawn, die er zum Verlassen ibres Postens an einem Maschinengewehr verleitet habe, im Safe KranzÄr gezecht habe. Diese Behauptung sei nicht wahr. TaS habe er dem Abteilungsporsteher, der ihn zur Rede fiel-te, gesagt. Ter habe ihm einen Schlüssel gewiesen und ihn ge- fragt, ob er denselben kenne. Er habe das verneint. Ter Vorstcber hob? gesagt, wer diesen Schlüssel habe, der werde nicht die Nn- wohrlveit sagen. Später habe der Zeuge erfahren, dass es der Hauptschlüssel zum Polizeipräsidium sei, den Tie sc ri Hausen bei sich geführt habe. Die beiden Damen habe er. der Zeuge, bei seinem militärischen Dienst an der Kranzlerecke getroffen, sie hätten um Schutz gebeten, weil sie wegen der Unruhen nicht nach Hause kommen konnten. Der Zeuge habe sie mit nach dzr Wache in der Reichskanzlei genommen, wo sie die Nacht zubringen sollten. Hier babe sich Tiesenhausen, nachdem er aufgewacht und im Wachlokal hcrumspaziert sei, mit den Dämon unterhalten. Tiesenhausen hob' fväter in seiner Anzeiae beim Regiment Reichstag wahrheitswidrig bebanvtet, der Zeuge Bäschs! sei mit den beiden Damen zusammen verhaftet worden, weil er mit ihnen und den Soldaten, die da? Maschinengewehr verlassen halten, gezecht habe.— Zeuge Tiefen. hausen bemerkt zu diesen Angaben, von dem fraglichen Schlüssel wisse er nichts, die beiden Damen habe er mit Baschel zusammen auf der Wache gesehen, er habe einen Wachmann gefragt, was daZ zu bedeuten habe, und da sei ibm die Auskunft erteilt worden, die er in seiner Anzeige gegen Baschel angegeben habe.— Zeuge .Baschel gibt noch an, daß Schreiben, worin Tiesenhausen ibn de- «wnzierte, habe mit den Warten geschlossen:„Einen solchen Mann muß ich hier in einer so wichtigen Stelle finden."— A ngekl. L-ede- bour schsseßt hieraus: Tiesenhausen habe den Zeugen Baschel aus sewer Stellung bringen wollen und fragt Tiesenhausen, w-e er es verantworten könne, einen Mann auf Grund eines bloßen Gerede? zu d-'nunzieren.— Zeuge Tiesenhausen bleibt die Antwort .schuldig. Zeuge Leonhard Grein bat als Führer einer Abteilung von ReisieruugStruppen mit der Besatzung de? Wolffschen Bureaus wegen Ucbergabe desselben verhandelt und die Vor- .Handlungen, die kein Ergebnis hatten, auf dem Polizeipräsidium, wobin er sich in einem Auto begab, fortsetzen wollen. Hier sei ihhr nach einigen Morien die Mitteilung gemacht worden, das Wolffsch, TelenrflP&en&vrmi werde nicht übergeben, sondern bis zum letzten Blutstcovfri, gehalten werden. Diese Mitteilung habe ihm der Zeuge Hermann überbracht, der als Beauftragter d?S Polizeipräsi. drum« mit ibm vom WTB nach dem Polizeipräsidium gefahren und dort von dem Porzimmer, wo der Zeuge Grein wartete, in ein Zimmer gegangen sei, wo eine größer? Zahl von Personen an- scheinend eine Konferenz abhielten. Au? diesem Zimmer zurück- gpkebrt, habe Heimann die angegebene Mitteilung gemacht, aber nicftt gesagt, von wem sie ibm gegeben worden sei. Tiesenhausen ba�e. auch als Beauftragter des Polizeipräsidium?, die Fahrt vom WTB nach dem Polizeipräsidium mitgemacht. Vor dem Marstall habe der Wagen auf Verlangen der dortigen Besatzung halten anüsson, doch sei ihm. dem Zeugen Grein, nichts geschehen: er sei von den Nepolutionären als Parlamentär durch. aus anständig bebandelt worden. Vor«inigen Tagen habe er Tiesenhausen getroffen, der habe ihm bei diesem zufälligen Zu l ammen treffen gesagt, das Auw habe deshalb am Marstall halten müssen, weil die Besatzung daSse'be hineinholen wollte, um den Zeugen Grein, weil er Leutnant bei den Regierungstruppen war. '«rmorden zu wollen. Tiesenhausen, aufgefordert, ssck hierüber zu äußern, sagt, in dem Auw sei auch ein revolutionärer Obmann aus dem W.T.B. mitgekommen. Aus dem Benehmen und den Bewegun- gen desselben habe er geschlossen, daß Leutnant . Znöustrie unö yanöel. Börse. Di« widersprechenden Meldungen über die bevorstehende Ant. wort der Entente veranlaßte die Spekulation zu größerer Zurück- Haltung, so daß sich ein nennenswertes Geschäft nicht entwickeln tonnte. Die Haltung war wenig einheitlich. Verstimmend wirkten die Mitteilungen in der Generalversammlung der Gelsenkirchener Bergwerksgesellschast, die in den ersten vier Monaden des neuen Geschäftsjahres 24% Millionen Mar? eingebüßt haben will. Die KurSveränderungen waren im allgemeinen unerheblich. Durch feste Haltung zeichneten sich Petroleumattien auS. Kriegsanleihen waren mss 763� Proz. etwas schwächer als gestern. Hoher stellten sich dagegen ältere heimische Anleihen. OewerkschofisbewWng Tie Stellung des KrieqSmiuisteriums zu de» Tarifverträgen. von der Ministerialabteilung des Kriegsministeriums erhalten wir folgende Zuschrift: Die in der Morgenausgabe des.Vorwärts" vom 24. Mai 1919 Rr. 263 veröffentlicht« Erklärimg des Kriegs» ministeriums. in der dieses gegenüber der Frage eine? Tauf« Vertrages für die Zivilangestellten bei den Mililärbebörden eine ablehnende Haltung einnahm, stützte sich auf die damalige Auf» ffA'ung der Regierung. Nach neuerdings gepflogenen Beratungen soll aher dieser Standpunkt verlosien und dem Abschluß von Tarif- veritägen auch in den staatlichen Betrieben näher getreten werden. Deutscher Metallarbciter-Verband. Mittwoch, den i. �uni, abends 6 Nbr: iSroiz? ösfenulche Versammlung sämtlicher Aroeiicr, Angeitellten und Beamten der spandauer Staatsbetriebe tri ftoas.Bismavtt'älen*. Tagesoi bnung! 1. Schließung der Glaalsbctriede und deren Wiederausbau. Res.: Kollege Sichler. 2. streit AuSlorache. Der Bichtiakrit dieser Tagesordnung wegen ist eS Pflicht aller Staats« «rdeiter zu cischcüttn. Die Genossen Stahl, L ü ck und L e r a m sind ewgeiaden. Mittwoch, den 4, Juni adendS 7 Nbr, versammlimg aller in den Mrotz- Berliner Kamfl-, Bau» und Keldlchrankichlossereien deschasiigteit Lehilinge br der Äula des Iopdisn-lSymnasium«, Weinmeillerstr 15. Tagesordnung: 1. Vortrag: Der'.iebroertraq, wie er sein soll. Neserent A. Meißner. &. D'-e autzunedmcnde Slatikil. H. Verschiedenes. Donnerstag, den 5. Juni, abends ö Ubr: Gener �Versammlung der Einrichter in den.Borujsiaiälen", Acker ftr. S/7. TageSoidnung: 1. Be. riJjl der Koinmlinon iiber die Beihandlung betreffs deS KollektwablommenS. L. Srunchcnangeiegenoeiten. 3. Verschiedenes Die Keneralveriammlung der hiesigen BerwaltungSltelle de» Deutschen MetallardeiierverbandeS findet am 5. Juli statt. Anträge sü'.d bis /mm 7. Juni an die Ortsoerwaltung einjurpichen. Erwerbslose(Kranke). Wegen der Psinzftfeiertazc finden iol- zende Aendeiunuren in der Ausjahiuug der Uuteriuitzung statt: Die Kollegen deren ZadUag am den 6. und 7. lälll, erhalten am S. Juni Unter- stützuua, aus den 9. und 16. fällt, erhalten am. 7. Juni Uiiterltiitzung Die M igiiedsbücher und Kontrolllorieu müssen spätesten» zw« Tage vor dem Auszablungsiage abgegeben werde». Die AuSzahluaa erjolgt vormittags 9—13 Uhr. Grein i m Marstall ermorbeiwerde» sollt«.»-Trotz eingehender Befragung durck den Angeklagten kann Tiesenhausen nicht angeben, daß sich seine Sermutung auf bestimmte Aeutzerungen des revolutionären OümannS stützt. Zeug« Grein gibt noch an, auf dem Polizeipräsidium habe er von einem Manne in einem grauen Anzüge die Worte gehört: „Verlassen Sie sich darauf, morgen existiert die Regierung Ellert- Schcidcmann nicht mehr." Zeuge Moser war Anfang Januar Privatsekretär beim Thef der Reichskanzlei Baoke. In dieser Eigenschaft hat er den Matrosen Lemke empfangen, der das Schristslück des RevolusionsauSschusses, das er im Kriegsministerium vorgezeigt hatte, überbracht hat. Der Zeuge sagt, Lemke habe gebeten, weder seinen Namen noch das Schriftstück in die Oeffentlichkeit zu bringen. Der Zeuge habe das Schriftstück dem Volksbeauftragten Landsberg übergeben. Einige Tage später, nachdem das Schriftstück veröffentlicht war, sei Lemke wiedergekommen, habe gefragt, was«c tun solle, er fürchte den Terror der Unabhängigen. Der Zeuge habe ihm den Rat gegeben, Berlin zu verlassen. Als Lemke sagte, er hebe kein Reisegeld, habe ihm der Zeuge im Auftrage Vaakes 199 M. gegeben. Zwei Tage später sei Lemke wiedergekommen, habe nochmals Geld ge- fordert, aber nichts bekommen.— Rechtsanw. H e r z- seid: Wie konnte denn Lemke Terror fürchten, da doch sein Name nicht veröffentlicht worden ist?— Zeuge: Lemke sagte, die beiden Zivilisten, die mit ihm das Schriftstück im Kriegsministerium vorgelegt hatten, könnten doch Terror gegen ihn veranlassen.— Rechtsanwalt Herzfeld fragt, ob Landsberg die Veröffentlichung des Schriftstücks veranlaßt habe. Dasselbe sei von dem Re» volutionsausschuß nicht verbreitet worden, nicht einmal an die revolutionäre Arbeiterschaft. Erst tut r ch die Veröffentlichung in der Presse fei das Schriftstück bekannt geworden.— Das Gericht beschließt, diese Frage nicht zuzulass en. Angeklagter Ledebour fragt, ob der Zeug« angeben könne, wer den Artikel in den„Vorwärts" gebracht habe, in dem der Wahrheit zuwider behauptet werde, Hamburger habe dem Verlangen, die Unterschrisien Liebknechts, Ledebour. Scholze zu bekommen, nur eine Kriegslist angewandt und die Matrosen seien infolgedessen zum zweitenmal nach dem Kriegsministerium zurückgekehrt was ebenfalls nicht wahr sei.— Das Gericht lehnt diese Fragen all. Weitere Fragen, die der Verteidiger nach dieser Richtung stellt, werden ebenfalls abgelehnt.— Darauf beantragt der Angeklagte Ledebour, den Minister Landsberg als Zeugen darüber zu vernehmen, ob er die fragliche Veröfsent- lichung veranlaßt habe.— Staatsanwalt Z u m b r o i ch wider- spricht diesem Antrage, da die Aussage Landsbergö mit dem Prozeß nicht in Verbindung stehe, so wertvoll es auch in politi» scher Hinsicht für den Angeklagteit sem möge, diese Aussage herbeizuführen.— Der Angeklagte und Rechtsanwalt tzerzfeld be- gründen den Antrag im wesentlichen so: Der fragliche Artikel sei der Auszangspunkt dieses Prozesses gewesen. Es werde behauptet, Land-sberg habe die Veröffentlichung verrmlatzt, um die Staats. anwaltschaft zur Erhebung der Anklage zu veranlassen. Die An» klage sei denn auch auf Grund des Dokuments des Revolutions» ausfchusses erhoben worden. In dem Artikel werde Stimmung gegen den Angeklagten gemacht. Es sei deshalb auch für diesen Prozeß notwendig, daß die Geschworenen erfahren, wer diese StimmungSmack'e betrieben habe. Nachdem sich Staatsanwalt Z u m b r o i ch nochmals gegen den Antrag auf Vernehmung Landsbergs gewatidt hatte, erwiderte Ledebour, es komme doch nicht nur darauf an. was ihm der Staatsanwalt in der Anklage zur Last lege, sondern auch daraus, was in der Oesfen.lichkeit durch den fraglichen Artikel und durch die Ausführungen Heine- in der Nationalversammlung als Stimmung»- mache gegen ihn vorgebracht worden sei. Wenn diese Frage hier angeschnitten wurde, habe der Staatsanwalt immer iüie ein zu- sammengekugelter Zaunigel dagesessen.(Allgemeine Heiterkeit im Zuhörerraum.) Der Vorsitzende bezeichnet die letzte Aeußerung des Angeklagten als durchaus ungehörig und untersagt ihm, derartige herabsetzende Bemerkungen zu gebrauchen. Wegen diese? Zwischen. falls läßt der Vorsitzende die übliche Mittagspause etwas früher wie sonst eintreten. Am Dienstag, den 10. Juni, ill daS Bureau den ganzen Tag ge« schlössen. Am Sonnabend, den 7. Juni ist da« Bureau von v— 12 Mr geöffnet. Die Krankenabtcllung ist vom 1«. Juni ab nur von S— 4 Uhr geöffnet. AuSzablung erfolgt von S— 2'/, Uhr. Die GeichäftSzeil wird laut Seschlufj der Meneralverlammlimg Mit dem lS. Juni von 9—4 Ubr binchgedend gelegt. Ausnabmen davon macht die Beschwerdestelle des SchllchtungSauSschusse«. in der Auskunft von ti—l2Ubr ei teilt wird. Die Bureauzeit der Bibliothek ist Montag und Sonnabend von 9—1 Uhr, Dienstag und Freitag vou 9—7 Uhr, Mittwoch und Donnerstag von 9—4 Uhr._ GroßSerlln Zur Auffindung der Leiche Rosa Luxemburgs teilt uns«in Augenzeuge. Genosse F ritsch, folgende Ein- zelheiten mit: Ich befand mich am Sonnabendmorgen auf dem Wege zum Bahnhof Zoologischer Garten, um meinen Sohn abzu» holen, als ich um S Uhr 60 Minuten— ich habe auf die Uhr ge- sehen�— bemerkte, wie ein Mann an der Freiarche bei der Schleuse beschäftigt war, mit Hilfe einer Schlinge und einer Stange eine Leiche aus dem Wasser zu ziehen. Ich war ihm dabei behilflich, wir beide herben die L«iche herausgezogen und auf die Uferböschung gelegt Ich ging dann zum Bahnhof, blieb dort aber nicht lange, da der erwartete Zug so starke Verspätung hatte, daß ich sein Ein. treffen nicht abwarten konnte. Als sich etwa 6 Uhr 29 Minute» die Stelle wieder passierte, lag die Leiche noch immer auf der Ufer- böschung. ohne daß sich jemand um sie gekümmert hätte. Die Klei» der der Leiche waren größtenteils abgefallen, der Oberkörper war noch bedeckt, außerdem hatte sie Strümpfe und Handschuhe an. Ich hatt« gleich die Vermutung, daß es Rosa Luxemburg sein könnte. und habe diese Vermutung auch schon am Sonnabendvormittug meinen Arbeitskollegen gegenüber zum Ausdruck gebracht. In den Zeitungen sind verschiedentlich falsche Tarstellungen über die Auffindung verbreitet worden, insbesondere ist auch die Angabe der„Freiheit" falsch daß die Leiche in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag von einem militärischen Wachtkommanda im Wasser treibend gefurden worden sei. Wir haben, die Leiche bereits am Sonnabend früh herausgezogen. Arbeiterräte Grotz-BerNnS, tontmunale A.«». T.-Näke der S. P. T. Donnerstag, be» 5. Juni, nach«. 4 Uhr: Aitzunz im Plenarsaal des Herrenhauses. Tagesordnung: Unsere Stellung zum Re- gierungsentwurf über die gesetzliche Regelung der Betriebsräte. Re« ffrent: Cohen. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert»ollzähliges Er- fcheineu. Lrgüiwatiou untbrin�cn. Der FraktiousvorftauS. Paul Haafc. Kein Verbrechen! Aus dem Westhafsn wurde vorgestern ein» weibliche Leiche gelgnbet. die verschiedene Verletzungen aufweist. darunter auch eine Wunde am Kopf. Der Leichenfund gab zu dem Gerücht Veranlassung daß ein neues Verbrechen vorliege. Die Feststellungen haben jedoch ergeben, daß dies nicht der Fall ist. Die Tote wurde ertannt als die 20 Jahre alte Gtraßeabaynfcha'f. nerin Anno Borg aus der Turmstraße 48, die selbst de» Tod im Wag« gesucht hat. DaS junge Mädchen hatte wiederholt hje Ab». ficht geäußert, sich daS Leben nehmen zu wollen, weil ihr Bräuti- gam das Verlöbnis ausgehoben habe. Bevor sie den Verhängnis» vollen Schritt unternahm, schrieb sie auch noch mehrere Abschieds- brkfe an Angehörige. Tie Verletzungen an der Leiche rühre» wahrscheinlich von Bootshaken her. Beim Spielen ertrunken ist ein fünfjähriger Knabe Rudolf Pfennig anS der Werftstraße 4. Der Kleine spielte gestern nach- mittag an den Zelten auf einer Landungstreppe der Spree, verjor dabei das Gleichgewicht, fiel hin und stürzte dabei ins Wasser. Er war schon tot, als man ihn landete. Gakvergistung eines Ehepaares. Der Silberarbeiter Paul Opitz und feine Ehefrau wurden gestern nachmittag in ihrer im Haus« Adalbertstraße 84 belegenen Wohnung in dem mit Gas an- gefüllten Schlafraum regungslos aufgefunden. Ein sofort herbeig«- rufener Arzt konnte bei dem Manne nur noch den Tod feststellen Frau Opitz gab noch schwache Lebenszeichen von sich. Sie wurde deshalb nach dem Urbankrankenhause gebrocht; die Leiche des Mannes dem Schauhause überwiesen. Nach den Feststellungen liegt ein Unglücksfall vor. Achtung! Larzarettinjasse»! Die Fsinfer-Kommission. die von den Berlreiern der verwundeten unö tränten Sotdaien der Samrett- insassen von ganz Deutichiand in Franlfurt gewählt war. steht seit dem 28. Mai in Berlin- nochmals mit der Reicbsregietung in Verhandlung. ES erübrigt sich jedes Vorstelligwerden einzelner Koni« Missionen, da die Fnitfer-Kommission vou den Regierungsvertretern anerkannt worden ist. Der auf dem Frankfurter Kongreß gewählte AktionS-AuSschuß wird in der zweiten Hälile des Juni einen Kongreß einberufen, zu dem Vertreter der Lazareuiwasseir zu entsenden sind, um den Be- eicht über das EigcbmS der Verbandlungen mit det Reichsregienin» entgegenzunehmen. Zufchrtiten sind zu richten an AktionS-Ausschuß der Lazarettinsafsen von ganz Deutschland. I.A. Fritz Budlat. Elberfeld, H o l st e r n e r Str. 7 Ausgabe der Briefmarken zur Erinnerung an die Nationalver- sammlung. Die Briefmarken zur Erinnerung an die Nationalver- sammlung werden am 1. Juli ausgegeben. Zunächst erhält aber jeder Käufer nur kleine Mengen, etwa bis zu 19 Stück vonjeder Art. Später werden sie in unbeschränkten Mengen zur Verfügung gehalten und auch Bestellungen entgegengenommen. Die Marken werden aber sonst nur in beschränktem Umfang und für eine be- schränkte Zeit vertrieben. Sie gelten nur im ReichSpostgebiet, in Bayern und Württemberg, nicht aber int Äus'and. Die E-Marken, wie sie amtlich heißen, kommen bekanntlich in de» Werten zu 19. 15 und 25 Pf. neben den Germaniamarken von 1992 zur Ausgabe. Sie sind etwas größer als die jetzigen; 25: 31 statt 22:2g Äilli- meter. Die Marke zu 19 Pf. stellt eine Eiche nach dem Entwurf von Hugo Frank dar. Die 15-Pf.-Marke gibt einen Eichenstumpf mit jungen Trieben nach dem Entwurf von Ernst Böhm wieder. Di« Marke zu 25 Pf. zeigt einen knieenden Bauhandwerker nach dem Entwurf von Äathey. Spandau. Die Erhöhunq der ArVeitZlosen-Nnterstütznng ist am 2. Juni eingetreten. Die Unterstützung tür jeden arbeitslosen Wochentag b-träzt nunmehr a»v m Spandau wie in den Ge« ineinden Groß- Berlms. d e zur Ortsklasse A gehören für männliche Personeti über 21 Jahre S.— M.(Bisher 5,—) v n IS bis 21 Jahreil 4.25 M.(bisher 3.59'. von 14 btS lg Jahren 2.50 M.(bisher 2,25). Für die enispreckienden Altersstufen der weiblichen Personen 3.59 M.(3.-), 2.50 M.(2.25). 2.- M.(17.6). Grotz-Berliuer Lebensmittel. Bohnsdorf. SInf Abschnitt 20 der KreiStebenSmittelkatre 200 Gramm Cvvpennmsel(52 Pf.), Abschnitt 24 BOG Gramm Marmelade 0,30). Sin« n«Idunge» bis einschl. Mittwoch, den 4. Warenausgabe vom Freitag. den S. ab. Vorträge, vcrerne und verscmmluneen, Lektion der Lesterreicher aller Nationen vom Riichsbund der Kriepsbeichädigtcn, Kriegsteilnehmer und KriegsbinterSiiebe! en. Versammlung-Donnerstag, den 5. Juni, 7 Uhr, im Sitltaarsjtt SB Ute, Post- straße 29, Nähe Königstrahe. Eäfrs willkommen. Groß-öerliner parteknechrichten. Wilmersdorf. Arn Mittwoch, abends pllnltNch 8 Uhr. spricht Tbef- redakieur Ernst Heitmann in der Aula der Vtlwria-Luisenschule in einer öffentlichen Leisanmluug über das Thema:»Sozialismus und Beamtenichafi*. Freie Aussprache. Lteglitt. lieben Mittwochuachmittag SvlelauSfluz. Treffpunkt 3 Uhr am Rott, aus. Die Parteigenossen morden gebeten, ihre Kinder zu schicke». Auch Gcrolsinne». welche über freie Zeit verfügen, sind unlllommcn. Dahlem. Mittwoch. 3 Uhr. Lok l von Schilling, Milgliederoersamm« lnna Tagesordnung» Eingemeindungssiageu. NejireiU: Genosse Möglich. veretnigiinz?oz. Lehrer und Lehrerinne« Neuköllns. Zu- samtnenlunjt am Mittwoch, den 4. Juni, nachm. 4 Uhr, im Schulthetg, Schwavjaftr. L_ Sommer-Theater. Die Eröffnung der Sommerkpielzeit hat mit einer Hochflut von Nsusinstud-erungen, Erstaufführungen und WiederauSgra- Hungen eingesetzt. - Im Deutschen Theater wurde wieder die nachgerade u»- ersetzliche.F a m t l i e S ch i m e k" zur Dauerlur für aste Hh- pochonder bestimmt. Es gab einmal eine Wiener Gesangs posse, »Ein Böhm' in Amerika", die hat eitrige tausend Aufführungen p> lebt. Die Väter lächelten bei der Erinneruno. und die Kinder freuten sich noch daran. Die Familie Schimek hat Aussicht, die RechtSnachsolgerin dieses nationalen Besitztums zu werden, solang« ein gütiges Geschick unS Herrn Pvllenbcrg echäli. Ein Glück, daß die Herren in Paris mangels der Pallenbergsche» Sprache nicht auf den Gedanken kommen können, uns auch den noch wegzunehmen. Mehr kann über diesen Zawadi! nicht gesagt werden. Er ist uaie« schreiblich, unfaßbar, unvergleichlich» eine Welt für sich. « »Die R u t s chh a h»" nennt sich der Betrieb, den Kurt Götz für Max Adalbert«» Deutschen Künstler- theater in Gang gesetzt hat. Auf der Basis dieses Sch'.vanks, dessen Inhalt auch ebensogut anders sein könnte, baut Adalbert, wirksam unterstützt von seiner Gefährtin, einen fabelhaften Zirku» mit einer ausgelassenen Rederitis in sehr viel ulkigen Erlebnissen (z. B. der Suche nach dem Kragenknofss). ES ist zum auf die Bäum« krabbeln— und damit ganz zeitgemäß. » Im Wallner-Thrater setzt die Sommerdirektion Rot» mund die Komödi«.Mandragola" vor. Nicht in der uubekü«, mert-sreien Fassung des Renaissancemenschen Macchiavell. sondern i« einer Form, durch die sie in den Zeiten, alz der Lex-Heinze-Gcist solchen Sachen den Weg verrammelte, für die deutsche Bühne mog- lich werden sollte. Tie von Paul Eger besorgte Umdichtung de» alten Stoffes ist von Ernst Notmund jetzt nochmals bearbeitet woc- den; das hat ein gefällig plauderndes, operettenhafte» Reimlustspiel ergeben, das immerhin den( drastisch-köstlichen Kern der Komödie sichtbar läßt: diese Geschichte von der Wunderkur, die dem jungen. sittsamen Wekbe eines Greises ohne das natürliche Zutun de» Gatten, aber durch dessen ersrigfi-n Beistand zu einem Kinde ver- helfen soll. Fieberhaft ist der alte Pandolfo in Kindsversessenheit ahnungslos tätig, sich selber Hörnerchen aufzusetzen, so daß schließ- lich seiner Beatrice mit bestem Willen nichts anderes zu tun bleibt, als der Moral Valet zu sagen und sich der Kur deS geliebten Jüng- lings Florio hinzugeben. Tie farbig aufgemachte Aufführung wurde fröhlich genossen. JuliuS HerrmannS Pandolfo war eine brave Schwankfigur. Rose Steuermann gab die zögernde Beatrice, Johanna Terwin die frisch zugreifend genießende Bianca. HanS Schweikert und Frttz Deliu» waren die jungen LiebeSabeuwursr. Lupu Pick spielte den Helfer, 7. verbanöstag üer Zleksiher. 4. BerhanblungStag. Zum Punkt: Rätesystem und Gewerkschaften erhielt Berg- wann. Hamburg da- Wort: Das Rätesystem ist für Deutschland etwas Neuest folgedcssen hat es Freunde wie Feinde. Die Ar- bcitcr- und Soldatenräte haben die heutige Regierung in den Sattel gehoben, zum Dank dafür haben einzelne Personen den Arbeiter- und Soldatenräten unberechtigte Vorwürfe der Geldver- gcudung gemacht. Die Arbeiterschaft habe sicher etwas anderes vom Rätesystem erwartet als das, was sie jetzt bekommen soll. Nicht durch die Demokratie, sondern durch die Diktatur des Proletariats kommen wir zur sozial: st ischen Gesellschaftsordnung. Als Krön- zeuge für die Richtigkeit dieses SatzeS zitiert Redner Karl Marx. Die weiteren Ausführungen vienen der Kritik und der Zerpflückung der Regierungsvorlage, durch die die Räteorganisation in der Vor- kassung verankert werden soll. Diese Vorlage solle aber dazu vienen. die Räteorganisation mit Hilfe der Demokratie abzuwürgen, da den Räten alle Macht und alles Recht genommen sei, und doch gehöre dem Rätesystem die Zukunft. Redner empfiehlt dem Per« bandStag nachstehende Resolution zur Annahme: „Der Verbandstag stellt sich auf den Boden des RätesystemS. Er sieht in demselben eine erhebliche Erweiterung der politischen und wirtschaftlichen Macht der Arbeiterschaft. Sollen die Arbeiterräte ihre Pflichten im Interesse deS So- zialismus erfüllen, so sind denselben nicht nur weitgehendste wirtschaftliche, sondern auch politische Rechte ein» zuräumen. Der Verbandstag sieht in dem Regierungsentwurf des Gesetzes über di« Betriebsräte keine zufrieden- stellende Lösung. Er erwartet von der Arbeiterschaft, dah sie alles einsetzt, tasi den Arbeiterräten die ihnen aus Grund des Revolutionsrechtes gebührende Macht gegeben wird.' Die Debatte ist sehr lebhaft, und häufig werden die Redner durch Zwischenrufe unterbrochen. Es sprachen zu diesem Punkt die Delegierten S ch ä f e r- Hamburg, Krause, Vorstandsmit- glied, G a i e r- Düsseldorf, P o I l i n» Berlin, R o s e- Stettin, M e h l h o s e- Leipzig, D ö r k e n- Düsseldorf, K e S l i n i e. Hauptvorstand. Simon- Hambu:g, P r z o ch a- Bleiwitz, Priem- Bremen usw.; insgesamt sprachen 17 Delegierte. Die meisten Red- ner sprachen im Sinne des Referenten; sie sehen in den Arbeiter- röten die Körperschaft, die den Arbeitern zu ihrem Rechte der- helfen und die die Gewerkschaften ablösen werden. S ch ä f e r« Hamburg kann sich die Diktatur des Proletariats wohl als Uebergangsstadium denken, aber nicht auf die Dauer. Als Beispiel dien« ihm das Vorkommnis in Friedrichsort bei Kiel. Dort sei eine Torpcdowerk statt sozialisiert. der VetrkebSrak hestehe ans Mikgkfedern der U. S. P. und der Kommunisten. Der Betriebsrat habe aber den Betrieb wirtschaftlich nicht auf- rechterhalten können Er habe vielmehr einen Direktor mit 84 000 M. Jahresgehalt einstellen müssen. Das fei Theorie und Praxis. Zu bedauern sei, daß die Regierung nicht schneller in der Sozialisierungsfrage arbeite. S i m o n- Hamburg: Wäre da» Rätesystem ein« wirtschaftliche Notwendigkeit, so hätte keine Macht es zurückwerfen können. Im weiteren verweist er auf Lenin-Rußland. der jetzt in der Klasse, di««r politisch bekämpft, Leute sucht, die gegen hohes Gehalt daS Wirtschaftsleben Rußlands wieder aufbauen sollen. Das Räte- shstem könne nicht die Gewerkschaften ablösen, diese seien nach wie vor notwendig, sie hätten auch stets die Interessen der Arbeiter gewahrt. Henfel. Vorsttz-nder, spricht in vermittelndem Sinne; er ist der Ansich« daß beide R'chtiinqcn neveneinonder wirken können und niüsten. Coden, Berireler der Generalkommiision der Gewerk- ichaklen DeuiichlandS. kagt: Di? Frage des Räte'ystems ist keine Fraae des PrirnipS. sondern eine Frage der Zweckmäßigkeit. Die setzl in Bearbeirung befindliche Vorlage über das Belriebsrälesystem bar gewiß große Mängel und es muß unsere Ausgabe sein, bei der Mit- arbeit diele Mängel zu beseitigen. Desbalb ist der größte Teil der Kritik des Rsierenten auch notwendig und berechtigt. Aber wenn auch dann noch nicht olle Erwartungen eriülll werden, io ist es doch ein Anfang, ein erster Schritt auf dem iür richtig erkannten Weg der Eniioickirina. Entscheidende Mitwirkung bei Leitung der Betriebe kann man heute den BetriebSiäien nicht geben, dazu fehlt in Arbeiterkreisen v'el zu kebr die Kenntnis der wirlichaHichen Ziisammeribänge. Wenn vorsichlig und Schritt für Schrill vorgegangen wird, werden uns die Enttäuschungen und Rückschläge w'e in Rußland, Fried'. ich? ort usw. erspart bleiben. Gewiß find die Erwartungen eines großen Teils der Arbeiterschaft durch die Revolution nicht erfüllt, aber nach Loge der wirtschaftlichen Verbälinisse konnten die Erwartungen in bezug auf Soüalisiernna usw. auch nicht erfüllt werden. Zauke- Dresden bricht eine Lanze für die Gewerkschaften und deren Tätigkeit. Die Regierungsvorlage über die Befugnisse der Arbeiterräte gebt-hm ober auch nicht weit genug und bedürfe der Ausgestaltung. Weiter gebe er aber zu bedenken, daß. wenn die Regierung die Friedensbedinqiingen unterschreibe und die Masse Viebablieferungen leisten müsse, daß dann die Arbeitslosigkeit viel größer werde als sie jetzt schon sei. Im Schlußwort vertritt Bergmann u. a. die Ansicht, daß die Ncbenregierung der Rätekammcr neben den heutigen Parlamenten bestehen könne. Das Zweikammersystem habe früher im konser- vativen Sinn« bestanden und gewirkt, inii heute würde es im arbeitcrfreundlichen Sinne wirken. Tie Sitzung wird auf Dienstag früh vertagt. verband deutsiher Serufsfeuerwehr- männer. Kürzlich tagte in Hannover die diesjährig« S. Delegiertenvev- sammlung des Verbandes deutscher Berutsseuerwchrmänner. Infolge der Revolution und der dadurch gewährten Koalittons- freiheit war auch die Tagesordnung entgegen früheren Verbands- tagen eine ganz andere. Wie sehr verpönt der Verband bei den Bran-ddirekttonen war, und welche Schwierigkeiten den Feuerwehr» männern, welche sich dem Verbände anschließen wollten, bereitet wurden, dürft« noch jedem in Erinnerung sein, denn die Difseren- zen zwischen dem Verband und dem Berliner Branodirektor sowie damaligen Polizeipräsidenten aus dem Jahre 1912 bis 1914 sind historische Belege hierfür. Di« Verhältnisse bei den Feuerwehren gegenüber den anderen Berufen waren denn auch die denkbar schlechtesten. Der Verband umfaßt rund 8000 Mitglieder, hat sich auf frei- gewerkschaftlicher Grundlage aufgebaut, und einen Verbandssekretär angestellt. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Von einem An- schluß an den Gemeinde- und Staatsarbeiterverband wurde zurzeit Abstand genommen, da die Feuerwehren in den einzelnen Stäoten im Arbeits-, Anstelluirgs- und Beam'enverhältnis stehen und somit einer Zersplitterung vorgebeugt werden soll. Sodann befaßte sich der Deleg-iertentag mit'den Gehalts- und Dienstverhältnissen. Es geht dos Bestreben dahin, einen einheit- lichen Tarif nach drei Teuerungsklassen zu schaffen. Der 24stündlge Wackdienst soll zurzeit bestehen bleiben, doch ist der gesetzliche Acht- stundentag im Auge zu bebakten. Die Uniform soll in Zukunft der bürgerlichen Kleidung angepaßt werden. Zum Beförderungswesen ist dahin Stellung genommen, daß wach dem Grundsatz»Freie Bahn dem Tüchtigen' verfahren werden soll. DaS Ministerium soll um die Schaffung eines Refchs-Brand- schubamteZ ersucht werden. Zur Erfüllung seiner Aufgaben rechnet der Verba-nd deutscher BcrufSfeuerwehrmänner auf die Solidarität d«c übrigen freien Gewerkschaften. Veteeanenspende I879 7I«rbalten nur solche Veteranen, die zur Fahne einberufen waren, dem Unlerosfizicr- und Gemeinenfi aride angebört lind ln Feindesland gestanden bab-n: sie müssen würdig und bcdürslig lein, am t!. September löltl in Berlin ihren Wobnsrh gehabt und teitdem dauernd behalten haben. Personen, die in üädtnchen A- statten, außerbalb Berlins Aiisentbalt haben, gerien als in Berlin wohnhaft. Wcsriche bis Ib. Juni, Stralauer Ltr. 56 II. wcrltä, lich 3 Ubr, unter Vorlegung der Militörpapicre oder des EbicnsoldbuchcS anzubringen. I Nir pnni-f Dr. W-rne? si-ss-r. rr.r,sxrr--rt-nbvrg, w-* Yen übrigen , Seil de» Blattes: Alfred Scholz, Neukölln! fllr Anzeigen: Theodor Stocke, Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag Witsche, a se bst mit cen markenfreien W Se ienersatzmitteln, wovon wir da Besibeuährte auf Wunsch lie ern. 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