Ar.TM. 36. Jahrg. VezusSvrelS t SShiWlIUiLT,» SDavinonaa. S�OSW. frei ins Hau», voraus zahlbar. Einzel»« Rummern lo Pfennig. Postbezug? Monatlich 2,50 Mb. exkl. gustellungs- getühr. Unter«reu, band fllr Deutsch- land u. Oesterrelch-Ungar» 5,75 Mk., für ba, übrige Aueland 9,75 Mb, bei täglich«wmallger guftellung 7,75 Mk. Pofibestellungen nehmen an Däne- wart, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die P oft-Zeitung»>Preizlist«. Der.Porwärt,- erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags einmal. Morgen Ausgabe. Teltgromm-adresf«? «Lozialdemotr»! Berlin-, Verlinev Volksblatl. ( 10 Pfennig) Sl«zeige«preiS: Die achtgespalten« NonpareMezeil« kostet 1.20 Ml,„Sleiue Anzeige»-. da» fettgednicktc Wort 50 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 25 Pfg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeige» das erste Wort 40 Psg„ jedes weitere Wort 20 Pfg. Worte Uber 15 Buchstaben zählen fllr zwei Wort«. Teuerungszuschlag 50»,'«. Familien• Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Vereins- Anzeige» 1,20 Mk. die Zeile. Anzeigen fllr die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis S Uhr abends. �entrslorgan der rozialdemokratifcben parte! Deirtfcblanda. Redaktion und Expedition: SW. HS, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Morinpla«, Rr. t»1S0— IZIS?. Mittwoch, den 4. Juni ISIS. vorwärts-verlag G.m.b. H., SW. HS, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moristplati, Nr. 117 53—51. Sie Streikwelle in Frankreich. Versailles, Z. Juni.(Eig. Drakjtbrr. b.„BorwSrts".) Die Streikbewegung i» Paris dauert fort. Ausier de« Angestellten der Untergrundbahn streiken die Schneide» und Angestellte« in einzelnen Kaufhäusern, die Elektrizitätsarbeiter, ferner sollen heute um Mitternacht Angestellte der Strastenbahn den Streikbeschluß fassen. Im Departement Calais streiken alle Berg- arbciter. Tiefe Streikbewegung legt der Regierung und der bürgerlichen Presse besondere Furcht auf und der„Temps"bcschwört die Arbeiter, dicnationaleEinigkrit ausrecht zu erhalten, die während des Krieges so große Erfolge hatte. Aus einer Erklärung der Kommission der Gewerkschaften geht hervor, daß der Streik nicht nur Verbesserung der Löhne und Arbeitsverhältnisse bezwecke, son- dcrn auch einen politische» Hintergrund hat» indem sich die französische Arbeiterschaft gegen jede Intervention in Ruß- land wende. Der französische Sergarbeitersireik. Genf, Z. Juni.(Eigener Dralstbericht de?„Vorwärts") Die Vertretung der Bergarbeiter in P a s d e C a l a i s hat mit IIS gegen 10 Stimmen den Generalstreik beschlossen.. Eine Abordnung wird sich am Dienstag»ach Paris begeben, um dem ArbcitSministcr die Forderungen der Streikenden zu unterbreiten und mit der Eon- federation Generale du Trapail Vereinbarungen zu treffen. Sehr wahrscheinlich werde» sich die Arbeiter sämtlicher Bergwerke Nord- frankrcichS der Bewegung anschließen. Erregung in der Kammer. Versailles, 3. Juni. Die Ausstände in Paris dauern fort. Während die nationalistischen Blätter die Zahl auf 100 bis 200000 schätzen, erklären die sozialistischen Blätter. cS bändle sich um mindestens 1 bis 300000 Streikende. Der A r b e i t s m i n i st e r berief das Streikkomitee der Metall- arbeiterverbände auf heute vormittag zur Besprechung der Lage ins Arbeitsministerium. Gestern in später Nacht- stunde traten Arbeiter und Angestellte der Pariser Unter- g r n n d b a h n e n zusammen, um den G e n e r a l str e i k zu erörtern. Das Ergebnis der Sitzung ist den Morgenblättern noch nicht bekannt, jedoch befürchten zahlreiche Blätter, daß die Untergrundbahnen heute nicht mehr verkehren. Die Bewegung scheint auch die Gewerkschaften der Maler und Zuckerarbeiter zu ergreifeu. Wie„Matin" mit- teilt, herrschte gestern in den Wandelgängen der Kammern große Erregung und Besorgnis über die Ausstände und die innere Lage. Nachmittags hatten zahlreiche Politiker lange Besprechungen mit Clemenceau. Wie„Matin" be- richtet, nimmt die Bewegung auch in der Provinz zu. In Nordfrankreich liegen sämtliche Bergwerke still, in Bordeaux feiern 20000 Arbeiter, darunter sämtliche Metallarbeiter. Im ganzen Gebiet Grenoble, Jserc und S a v o y e n haben sämtliche Metallarbeiter sowie die Gewerkschäften der Bauarbeiter, Schuhmacher, Schokoladen- orbeiter und Transportarbeiter den Streik erklärt. In Cler- inont und Vienne haben mehrere Gewerkschaften sich der Be- wegung angeschlossen._ Die Protestbewegung üer linksrheinischen Hevölkerungx Große Demonstrationen in der Pfalz— Generalstreik in Ludwigshafen und Mainz. Die..Badische Landeszeitung" berichtet: In allen größeren Städten der Pfalz fanden gestern nachmittag große Kund- Hebungen statt. In den Demonstrationszügen, an denen sich je nach der Größe der betreffenden Stadt Zehntansende von Personen, hauptsächlich Arbeiter, beteiligten, bekun- deten die Teilnehmer in ruhiger Haltung ihr Deutschtum und pro- testierten gegen die Errichtung einer selbständigen pfälzischen Republik. Viele Betriebe waren g e- schlössen; alles verlief in Ruhe und Ordnung. Heute wird überall wieder gearieitet. Von anderer Seite wird derichtet: Am Montag streikten in Ludwigshafen zu Tausenden die Arbeiter aller großen Fabriken, ebenso wie die Beamten und Angestellten als Protest gegen die Ausrufung der rheinischen Republik. Die Franzosens suchten durch großes Militäraufgebot Demonstrationen entgegenzutreten. In Ludwigshafen wie in der ganzen übrigen Pfalz. Landau, Speyer, Kaiserslautern /arm die Ausrufung der pfälzischen Republik als völlig gescheitert betrachtet werden. Ueberall erklärt« sich die Bevölkerung in großen Massen entschieden gegen diese verräterischen Machenschaften. In Mainz wurde der Proteststreik als Generalstreik am Montag bis zum Abend uneingeschränkt durchgeführt. Ein starkes militärisches Auf- ge-ot, vor allem Senegalnager, beherrschte das Stadtbild. Zu Unruhen und Zusammenstößen ist es nach bisherigen Meldungen nirgends gekommen. In Wiesbaden wurde infolge de» Einschreitens der französischen Behörden der Proteststreik um 3 Uhr nachmittags abgebrochen. Die hessische Regierung in Darmstadt hat gegen die völkerrechtswidrige Verhaftung de» Kammerpräsidenten Adelung und anderer politischer Führer in Mainz eine energische Protest- uoie an den französischen Oberbefehlshaber Genera! Mangln gerichtet. Die„Germania", das Berliner ZentrumSblatt, erhebt Protest dagegen, daß in den Kundgebungen der Mainzer und Wiesbadener Bevölkerung zum Abwehrstroik gegen die.Pfaffenrepublik" auf- gefordert worden sei. Sie betont, daß auch die deutschen Katholiken und die Zentrumsfraktion in der scharfen Verurteilung des Putsch- Versuches mit der Bevölkerung einig seien, und daß die preußische ZentrumSftaftion des Landtags die Kastert, Kuikboff usw. abgeschüttelt habe. Dabei aber benutzt das Zentrum die Gelegenheit, die ihm Verbrecher aus den eigenen Reihen verschafft haben, um schleunigst seinen Anspruch auf alle führenden StaatSstellen im Westen des Reiches durchzusetzen. Unter dem Borgeben, daß es nur so der landesverräterischen Bewegung wirksam entgegentreten könnte, foriMt es für sich den Oberpräsidenten der Rheinprvvinz, die RegieruMspräsidenten in Aachen, Köln und Koblenz und den Posten des Reichskommissars für den Westen. «- Das Kabinett hat sich am Venstag im Rahmen der allgemeinen politischen Situation mit den rheinischen. Sepa- rationsplänen und den darin zutage getretenen Absplitte- rungsversuchen beschäftigt.._ Augesiänümsie des Viererrats. Haag, 3. Juni. Der Pariser Berichterstatter der„New Dort Tribüne" weist nochmals darauf hin, daß der Bier errat geneigt ist, Deutschland Zugeständnisse zu machen. Wilson sei für größere, Clemenceau für geringere Aenderungc». Italien wünsche so rasch wie möglich seine. Handels- brziehunge» mit Deutschland und mit feinen nördlichen Nach» barn wiederaufzunehme«. Auch Lloyd George rechne jetzt offenbar mit der Stimmung in den liberalen und radikalen Kreisen in Eng- land, die die Strenge der FrirdenSbedingungeu verurteilen. Keine mündlichen Verhandlungen für Gesierreich. St. Gerwaiu, 3. Juni. Nach einer HavaSmcldung teilte bei der Uebergabe dcs Friedensvertrages an die öfter- reichischen Delegierten Clemenceau mit, daß mündliche Berhandlungr» nicht stattfinden würden. Einwände müßte» innerhalb 1H Tagen ringereicht werden. Der Biererrat werde darauf schriftlich antworte» und eine Frist bestimmen, in welcher die Oestrrreicher endgültig zu antworte» hätte«. Levind zum Tode verurteilt. Wir fordern Nichtvollstreckung des Urteils. Vom Standgericht München wurde nach zweitägiger Berhand- lung der 1883 in Petersburg geborene Redakteur Dr. Eugen L e v i« e, badischer Staatsangehöriger, wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Der Mitangeklagte, Architekt Wil. Helm Zimmer wurde wegen Beihilfe zum Hochverrat dem ordentlichen Gericht überwiesen. Die weiteren Angeklagten, Pri- vatdozent Dr. Adolf Arthur Salz von München zznd der Kunst- maler Botho Schmidt wurden freigesprochen. Das Todesurteil ist ergangen wegen rein politi- scher Vergehen. Eine Beteiligung an dem verabscheuungs- würdigen Geiselmorde ist unseres Wissens Levinä nicht nachgewiesen worden, es scheint aber fast, als ob die Erregung über diese Tat den harten Urteilsspruch mitbestimmt hat. Unter solchen Umständen verlangen wir, daß das Todesurteil nicht vollstreckt werde. Ist die Todesstrafe schon für gemeine Verbrechen nicht zu billigen, so sträubt sich jedes Gesüfil gegen ihre Anwendöng bei einem Angeklagten, der als politischer, nicht als gemeiner Verbrecher anzusehen ist._ Zur Ilucht ües Oberleutnant Vogel. Eine Erklärung der Holländischen Regierung. Haag. 3. Juni.(H. N.) An ausschlaggebender Stelle wurden Informationen darüber eingeholt, ob der holländischen R e- gieruug etwas über die Anwesenheit des deutschen Leutnants Bogel im Haag bekannt sei. Die Antwort lautete entschiede» vcrneiurud. Der Regierung sei nicht das geringst« darüber bekannt. Regierungstruppen unS /irbeiterfchast. Bon Georg Schöpflin. Zwischen nicht geringen Teilen der Bevölkerung, vor- nehmlich aber der Arbeiterschaft und der neu geschaffenen. bewaffneten Macht, hat sich eine Konfliktsstimmung einge- stellt, die zu einer ernsten Gefahr werden kann, falls sie für die Dauer bestehen bleiben oder sich gar noch verschärfen sollte. Es muß versucht werden, dem vdpzubeugen. Wir stehen nach dem Unglück der jüngsten Vergangenheit in der Zukunft auch dann vor den bittersten Sorgen und größten Schwierigkeiten, wenn wir die beinahe tödlichen Gefahren der Gegenwart zu überwinden vermögen. Ein dauernder und gar noch verschärfter Konflikt zwischen be- waffneter Macht und Arbeiter schaft würde un- heilvoll sein. Denn sowohl heute wie sicher auch später ist zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Sicherheit eine genügend starke bewaffnete Macht notwendig und keine Re- gierung, wer immer sie bilden mag, kann eine ersprießliche Tätigkeit entfalten oder sich behaupten, wenn ihr nicht ge- nügend Machtmittel zu Gebote stehen. Eine Regierung, die erforderlichenfalls nicht mit durchgreifendem Nachdruck den Gesetzen Achtung und Geltung verschaffen kann, ist ein Spottgebilde, ein Upielball gewalttätiger Haufen. Daß die kommunistischen und unabhängigen Kreise den Regierungstruppen, besonders den Freikorps, stärksten und ungezügelten Haß entgegenbringen, davon legt ihre Presse täglich Proben ab. Aber auch bis tief in die Reihen der sozialdemokratischen Arbeiterschaft herrscht steigender Miß- mut, Argwohn und Abneigung gegen die Regierungstrup- Pen. Ihre Führung, einschließlich des gesamten Offiziers- korps wird schon ganz offen als im Dienste der Regktion stehend bezeichnet, die Mannschaften selbst als beinahe durch- weg käufliche Söldner und Prätoriancr eingeschätzt. Das Be- streben, die Angehörigen der Freikorps wirtschaftlich und gesellschaftlich z u ächten, hat bereits bei eint- gen Gewerkschaftsorganisationen Erfolg gehabt und wird in nicht wenigen Betrieben praktiziert. Der Konflikt verschärft sich, der Haß wird wieder Haß erzeugen. Daß die Freikorps als Werkzeuge der Reaktion geschaf- fen und gebildet worden sind, ist U n s i n n.-"*Wie alle militärischen Formationen, die seit dem Attsbruch der Revolution ins Leben gerufen worden sind, sind auch die frei- willigen Truppen aus � dem Zwange der Verhältnisse, aus der Not der Stunde und aus den meist lokalen Bedürfnissen ftn Gang der Ereignisse heraus entstanden. Als der deutsche Osten erneut bedroht erschien, das Her- einfluten einer bolschewistischen Welle zu befürchten stand, Abgesandte der Sowjetrepublik in Deutschland mit enormen Geldmitteln eine umfangreiche Wühlarbeit entfalteten, Spar- takus aktionslustig wurde und in den Großstädten der Massen-' hast angesammelt«, auf dem günstigen Nährboden der Kriegs- Wirkungen unheimlich gewachsene Mob zu Plünderungen größten Stils beinahe widerstandslos schreiten konnte, da entstanden die Regierungstruppen. Wer damals gerade cnt- sprechende Unternehmungslust, eine geeignete Freundesschar oder schnell hilfsbereite Geldgeber hatte, schuf Truppensor- mationen. Was da in der drängenden Eile an betvaffnetei Macht in Deutschland zusammengekratzt wurde, glich in seiner Buntscheckigkeft etwa der alten seligen Reichsarmee von Annodazumal. Selbstverständlich unterschieden sich' von vorn- herein die von Offizieren gegründeten Formationen von denen,.bei deren Bildung gewissermaßen revolutionäre Grundsätze Pate gestanden hatten. Die letzteren waren b e- waffnete und uniformierte Vereine mit selbst- gewählten Leitern, sofort stark von parteipolitischen Tendenzen und Stimmungen beherrscht und sie konnten, gemäß ihrer Organisation, auch selbst beim allerbesten Willen nur ein Minimum militärischer Kraft entwickele. Die Frei- korps dagegen wurden sofort auf der Grundlage aufgebaut, die allein militärische Aktions- und Leistungs- fähigkeit verbürgt: fach- und fachkundige Führung, Unterordnung unter die Führer, die in ihrer Stellung nicht vom Votum der Mannschaften abhängig sind, Disziplin und Erzielung der größtmöglichen militärischen Gefechtsbereitschaft. Ohne diese Voran�setzungen und Eigenschaften wird sehr bald jede militärische Formation entweder eine zügel- lose Horde oder im günstigsten Falle ein gemütlicher Bummelverein, der nur Unkosten verursacht und weder Schutz noch Sicherheit zu bieten vermag. Daß dem so ist, haben uns bittere Erfabrungen genug gelehrt. Daß mit den Frei- korps der alte Militarismus wieder auferstanden sei, ist utll». XOLtl« Hl»»-' �v*. Sind denn die SicherbcitSMhttn, Garden Ilsw. dürcidveg Mnsternebilde falsch: es fei aber zzlDeDben, daß dort tätige oder hinter den fLreikcrp- sir.-etide'5!reise diese Wiederauferstehung her- dcisel'nen. Sicher ohne Erfolg, es sei denn, große Teile der Acta asl lassen sich weiter zur trügerischen Jagd nach u narren- nrci Pliantasiegebilden inißbrairchcir, statt den i'lüct unbeirrbar aus das Mögliche und Erreichbare zu len- ken: und es sei denn, daß die Arbeiter weiter den brudcr- nwiderifchen Kampf als die Aufgabe dieser furchtbaren und entscheidenden Zeit ansehen, statt die Kräfte zu sammeln gegen die Gesa! ren der Gegenwart und Zukttnft, zur Bc- Dämpfung des E.ends von heute und morgen: zum lebenS- notwe- ingen Aufbau und zum kraftvollen Fortschritt. Sie Ftt rns sind von dein alten Militarismus Wesens- verschieden: sie haben aber rioch A e uß e r l i ch k ei t en mit ihm- gemein. Sie basieren auf dein Freiwilligensysteuu sie kennen den Kadavergehorsam nicht mehr, und nicht eines dieser K:rpS würbe sich alle die Strafbestimmungen und den blinden G:!:or£äTu dÄ alten Armee gefallen lassen. Auch an den Freiwilligen ist die Revolution nickt spurlos vor- übergegangen und, der heute in allen Bevölkerungskreisen io hervor- sieckeiib: Zug. erst viele Rechte zu fordern und dann Viru:-- gelegentlich auch einmal der Pflichten sich zu erinnern, wixd auch bai ihnen zu entdecken sein. Daß den ? reiwilll. eKrüsipen nock große MÄngcl anhaften, daß .'ei ikren ü- önen bedauerliche Ue bergrisse sich ereignen,-wir- von niemand bestritten. An der Abstellung der Mängel roird non der Führung ernst gearbertet; die qe- gebenen Ve> Hältnisse erschweren aber den Fortschritt der Ar- beit erheblich. Man vergesse doch nicht den a I l g e in e i u e n moralischen Nicdcrbruch des., Volkes� man vergesse nicht die > erheerendra Uirkungen des vierjährigen Massemnordes an dem Geist und an dem Verhalten der Menschen überhaupt. die republikanischen an Manneszucht und gesii tetrm V.'rhaUen gewcskLr? Wenn nach vierjährigem Blurbade und gigantischen Zerstörungen zu Hause politiichc Dissereihs'.'!! durch Meuchelmord, mit Handgranaten und Ma- schlsicnMtv- en unsgefochten werden, wenn die Nichtbeach- tung der Gesetze ein Spvrt. das ltebervopteilen, das Btlrü- gen:.. io i Pachtung des Eigentums gang und gäbe ge- worden sind, oa'fgllen nun ausgerechnet die Freiwilligen allein ta-l! o Muste cknaben sein. Erhebt irgendwo Spar- takus sein. ner oder versehen Pliwderersiorden die Bür- - r in»lngsi und Schrecken, dann schreit alle? nach Schutz und Hsise, die u leisten die Freiwilligen seit Wochen Deutsch- land für--> durchqueren müssen. Sind sie alle ab>'r nicht blüteniociße ll gel— und sie sind es nicht— dann schreien • ht nur ilnoch.- ivüge und Spartakus, sondern auch andere oö..erring ch-cse heftig hinter ihnen her. Die National- i'-gend von uns Deutschen, bei seder Gelegenheit m'icktig - schiin:, sen, wird mich hier- bestätigt. Spartakus und Un- höngii!;:n an den Freiwilligen die konzentrierte mili- von ihrem Stand vnnkt ans mit Recht. Und zelv C mnheit und jedes Vorkommnis benützen, reirvilliaen in Mißkredit zu bringen, ist das von - em ü.... gnnkt aus verständlich: aber unverständlich, ja i S r ich t und f di I i eß Ii ch schwer schädigend i st : w e n il a i' ze re P a r t e i e n o d e r B e v ö l k c r u n g s- reise die U e b u n g der Unabhängigen unter- srüuen, ihnen dadurch erst Resonanz vcr» sckck' sc N.--. "'..'ir werden nach dem Gebot der Entente auch in Zu- ■.echt nur eine auf der Freiwilligkeit, also dem Söldner- si'ULf.l anso waiite bewaffnete. Macht halfn. Wohin soll es ren, i nn die Konfliktsstimmung gegen die Freiwilligen -ter gesteigert wird? Und(vohin soll es fiihren bei dieser chlogo,' wcnft gar die eingeleiteten und weiter betriebenen ' pkolt- lind Aechtnngsbcstrebungen sich fortpflanzen? Der . ß a:? der einen Seite wird von der anderen erwidert wer- er?. Es könnte sehr bald eine enge Solidarität der also G ächteten sich entwickeln und- eine Stimnrung, die sie in i.iichen Situationen dein in die Arme treibt, der ihnen S'■-:?! tz und Rettung vor dieser Aechtung verspricht. Und die Reaktion, die den immer stärker klaffenden Riß vischen, der Arbeiterschaft und den Freikorps mit ebenso üstetyen Ar'geN betrachtet wie den wahnsinnigen Bruder- morÄ unter der Arbeiterschaft, wird gegebenenfalls weder tarrfche Kraft wenn sie imr die i dumm noch faul sein, wenn sie glaubt, her richtige Zeitpunkt sei gekommen. Und geht es so weiter, dann fürchte ich, daß dieser Zeitpunkt kommen kann. Do wir in Zukunft nur eine auf dem Freiwilligensystem aufgebaute bewaffnete Macht haben werden, muß alles getan werden, um die ohnebin schweren, diesem System anhaftenden Mängel aus ein Mindestmaß zu reduzieren und ein erträgliches Verhältnis zwischen den Truppen und der Bevölkerung zu schaffen. Das Gebot der Not hat uns die heutige Form der beivaffnetcn Macht geschaffen, das Gebot der Entente erhält es uns für die nächste Znkunft. Einsicht und Vernunft, unser eigenes Interesse gebieten, daß wir die bestehende militärische Lr> ganisation nicht zu einer Quelle neuer Kampfesleidenschasten und nicht zu einer Gefahr werden lassen. Und daran ist die Arbeiterklasse sehr lebhaft interessiert. Durch reformato- rische Arbeit können wir die bestehenden Mängel beseitigen, durch künstlich gesteigerten Argwohn oder gar Haß verderben wir alles. Und den Hauptsckaden haben nicht die Gegner der freiheitlichen Entwicklung und einer kraftvollen Arbeiter- bewegung. Leidenschaft und blinder Eifer haben feit dem l>. November schon genug geschadet, jetzt ists höchste Zeit, zur Besonnenheit zurückzukehren, die uns in Verbindung mit steter Arbeit und unerschütterlicher Pflichlersüllung allein zu retten vermag. Ein Aufruf öes franzosischen Partei- vorsianöes. Versailles, 3. Juni. Ter Vorstand der sozialistifcben Partei Frvuireichs veröfjemlicht in der„Humanite" einen Aufruf an die Arbeiter Frankreichs, indem er aufS enevgischste gegen die Intervention in Rußland und Ungarn Einspruch erhebt. D:e Arbeiterrevolulioncn in Europa dürften nicht niedergezwungen werden. DicS genügt nicht. Tie sozia- listische Partei ruft Euch beute zur Tat. In England drobt der Dreibund der Arbeiter, die Arbeit einzustellen, wenn er nicht die sofortige Zurücknabm« aller Truppen aus Rußland er- wirkt. Die italienische sozialistische Palwi schlägt unseren drei Proletariaten eine Aiassenaktion vor. Um die Revolution in Ruß- land und Ungarn zu retten, und damit auch Eure eigenen Befrei- ungsmöglichkeiten, hgltet Euch bereit, den Ausruf Eurer Klassen- organisationen zu beantworten. Volk Frankreichs, welches Du immer den revolutionären Kamps an der Spitze aller Völker führtest. Du kannst die Arbeitcrrevolution noch vcttcn und Dein eigene» Heil gleichzeitig wahren! Mache Dich durch Dein Schwei- gen und Deine-Untätigkeit nicht zum Spießgesellen des Mordes! Italienische unü französische Sozialisten über öen ZrieÜen. Versailles, ä. Juni.(Eigener Dvahtbericht des..Vorwärts".) Bei einer Zusammenkunft der Leiter der italienischen sozialistischen Partei mit den Genossen Jean 2 o n g u e t und Ramsay M a c d o- n a ld wurden nach einer Meldung des Pariser-Temps" bedeut- same Reden- gehalten. Turali legte die Ansicht der parlamentari- schen Gruppe der italienischen sozialistischen Partei dar, wonach eine gemeinsame Aktion des sozialistischen Pros�ariatS no-t- wendig sei, um eine Revision des Versailler FrieWis durchzusetzen. Die Vertreter der Gewerkschaften schlössen sich diesem Gedanken an. Jean Longuet erklärte, daß-der alte Clcmenceau" darin Erfolg haben könne, wenn er einen Gcwaltfrieden auferlege, daß abxr dieser Frieden keine lange Dauer haben werde. Man einigte sich darin, sofort als Protest einen 24stüvdigen Gene- ralstreik zu proklamieren._ Lethmann über Kriegsentsiehung. Keine persönlichen UnVollkommenheiten? Der frühere Reickskanzler Bethmmrn Hollweg erläßt zur Denksckrift von Hans Delbrück und Genossen einen offenen Brief, in dem er ausführt: 1. Unter Mummer vier stellt das Gutachten die Behauptung aus,»es würde von entscheidender Wichtigkeit gewesen sein, wenn sofort nach(Antreffen der serbischen Antwortnote am 27. 7. das Wiener Kabinett von unwiderruflichen Maßnahmen abgehalten worden wäre und die Berliner Regierung schon an diesem Tag« den Encknlck gewonnen hätte, daß Serdia» weit«ntgsge*- gekommen war." Unter Nmn-mer sechs wird au einen erneuteu Tadel, daß das Berliner Telegramm vom 25. 7. nicht bereits am 27. 7. abgelassen »oorden sm. die LemerÄmg geknüpft:-Ob freilich bei einem schnellere» Versahren ein Weltkrieg vermieden worden wäre, ist nicht sicher." Das sind offenbar Widersprüche. Von entscheidender Wichtig- keit war die Verzögerung des Telegramms doch nur, wenn sie den Weltkrieg verschuldete. Erklären aber die Verfasser des Gutachtens selbst, auch ihnen fei e» nicht sicher, ob bei schnellerem Verfahren der Weltkrieg vermieden worden wäre, dann ist die Behauptung »entscheidender Wichtigkeit" nicht balrbar. Dabei lasse ich auch da- htngestcllt, ob tarsächlich ein vermeidborer Zeitverlust eingetreten ist. Diese» Punkr vermag ich Kurzen nicht nachzuprüfen. Keinesfalls -läßt sich fachlich abieben, wie eine früher« Abfendung des Telegramms auf die von dem Gutachten so zutreffend gekennzeichnete ÄriegSpolitik tstuhlands entscheidend härte einwirken können. 2. Uriter Aummer sechs führt die Denkschrift denn auch unter frnnveis auf eine fast auSsichtslpse nrternationole Lage aus, daß Mangel an staatsmännischer Kunst und Entschlußkraft in meiner Person das Gelingen deS von mir versuchten Ausgleichs oerhindert hätte/ und später bezeichnet das Gutachten cS als ein durch Fehler unsever politischen Leitung herbeigeführtes schweres Mißgeschick Deutschlattds. daß es durch den unvermeidbaren Gegensatz gegen den Zarismus auch mit Ländern in Gegensatz und schließlich in kriegerische Verwicklungen geriet, denen eS durch starke Gemein- schaft geistiger Interessen verbunden war, und mit»veichcm nach der in dem Gutachten vertretenen Ueberzeugung eine Verstän- digung möglich war. Aber auch hier bewegt sich das Gut- achten in Widersprüchen, denn dem zitierten Satz folgen die nach- stehenden Worte:»Es muß freilich nachdrücklich betont werden, daß die französische Regierung die Zlbsicht einer Wiedererlau- gung voll Elsaß-Lothnngen niemals rückhaltlos aufgegeben hatte, daß diese Absicht nur durch Krieg zu verwirklichen war, und daß kein sichere» Mittel anzugeben ist, durch welche» mit der letzten svan- zösischen Regicruna eine Verständigung über die Fvage zu erzielen gewesen wäre." Und auch bezüglich England» enthält daS Gutachten weiterhin Ausführungen, die es wenigstens in suspenso lassen, ob die eng- lische Regierung zur aufrichtigen Verständigung mit uns bereit war. Stellt sich aber die Denkschrift aus diesen Standpunkt, so will e- mir unbillig und unberechtigt erscheinen, daß sie einseitig und unter scharfer Zuspitzung persönliche Unvollkommenheite« für das Ausbleiben einer Verständigung mit England und Frankreich und damit für Mißerfolge ausschlaggebend macht, die nach ihrer eigenen Darstellung in der fast völligen AuSsichisloj-igkeit der überkommenen internationalen Lage und in mangelnder oder unsicherer Bereit- schaft der Gegenseite ihren vornehmsten Grund haben. Was nach meiner Ansicht tatsächlich die Zusammenhäng« gewesen sind, habe ich in einer Denkschrift ausgeführt, welche in kürzester Frist an die Oeffentlichkcit gelangt. « Herrn v. Bethmonn wird es durch seine Denkschrift nicht gelingen, die WSlt von seiner persönlichen Bollkom- menheit zu überzeugen. Er ist in den Krieg, den er"nicht ge- wollt hat, hineingerutfcht unter Umständen, die den Anschein erweckten, als hätte er ihn gewollt. Ettvas Schlimmeres kann einem S-taatsmann nicht passieren: größeren Schaden kann er seinem Lande nicht zufügen. Die»persönliche Unvoll- kommenheit" ist der beste Entschuldigungsgrund, der Herrn v. Bethmann noch zur Verfügimg steht, er sollte ihn nicht aus Eitelkeit /leichtfertig gefährden. Kein« Bezahlung von Streiktagen mehr. Die StaatSvegierung hat beschlossen, daß ein für allemal Streikgeldcr nicht mehr gezahlt werden, gleichgültig aus welchen Motiven gestreikt wurde. Fortführung de? Mittellandkanals. Tie Preußische Regierung will den Mittellandkanal weiter in Angriff nehmen. Die Linien- führung wird noch festgesetzt. Die Zulassung von Mädchen in allen Klaffen höherer Knabenschulen soll gestattet werden, vorausgesetzt entsprechende Vor- biloung. Sie soll aber nur für besonders qualifizierte tüchtige untr begabte Mädchen gehen und nur da, wo bestehende Mädchenschulen nicht in Frage kommen. Dasselbe gilt für Handels-, Fach- und Gewerbeschulen. HMsZ:»ZÄusi's VLeöamMtmg�. Betliuer Volkschor. Hccirr Berlioz war fünfundzlvauzig Jahre alt, als ihm Goethes Fausldichtpiig(in französischer Ueberietzuugj vor Augen kam.»Das wunderbqre Bich banale mich sogleich; es verließ mich nicht mehr; ich las es beständig, bei Tisch, im Theater, auf der Straße, überall." Das Genie Goethe enlflammle das Genie Berlioz. Und so ent- standen allmählich die„AeU Szene» aus Faust", Achtzehn Jahre späier.packt ihn der gttiche Stoff abermal»— ein Zeichen, wie tief er ihm sich verwandt fühlen mochte.. Es war auf einer Künstler- fahr: dura,, Deulichlaud und Oesterreich-Ungar». Jene acht Stücke nmrde» zum Teil verändert, all« aber reicher iiffiruineutiert, ge- wissermast» als Grundstock genommen. Das meiste neue entstand uoterweas. in Pasimi. Wien, Pest, Breslau usw., ein kleiner Rest, bis zur Vollendung des Ganzen, auf einem Landgut bei Ronen. Solcherweise mag, wem, nicht die gänzliche Abweichung vom Goethe- scheu Faust, der Einschlag deutscher Naiurromautik erklärlich sei». lind Swedenborgscher Mystik dazu. Ivos die Ueberuahme der Me:. proa.e aus dessen gleichnamigem Wörterbuch in der Orgie der Dämonen belrifft.' Längst wird»Faust 5 Aerdamimmg" als das gewaltigste Musik- werk nicht bloß Berlioz', sondern der Franzosen überhaupt erachtet. Bei seiner«raufsührmtg und Wiederholung iu Paris(tS461 ver« mochte e» aber keinen nennenswerten Enolg zu erzielen. Einen umso stärkeren hingegen in Berlin(1847) und seitdem allenthalben in Deutschland.»Einmal hat man die»dramatische Legende" auch iogar auf. die Bühne gebracht und zu veropcrn versucht. Allein die: ö reriment mißglückte. Die Ausführung im Konzertsaal bietet die einzige Gewähr, daß sie so, wie vorn Komponist«, geschaffen, zur Geltung kommt. Mit ihrer Aufführung gestern in der Phil- Harmonie hat Ernst Zander nach, seiner Rückkehr auS dem Felde feine erste große Dirigenten tat besiegelt, hat der Berliner B oli-, ch o r im Verein mit dem Männerchvr»Fichte- G e o r g i n i a" abermals eine bedeutende künstlerische Leistung vollbraat. Mit-.sm die Solisten Albert Fischer lMephisto), Frau Birgit En gell(Margarete), Joseph Manu(Faust) und Eduard lau dl(Biander). DaS Philharmonische Orchester nicht zu vergessen. Dank dieser Faktoren und einer sehr sorgsäkiigen .Vorbereitung trat du» gewaltige Berk mit aller ihn, inne- wohnenden v�enattigeu nntsttalischm vlrultur jint» llanglichen. Schönheit in die Ericheinnug. Seine Wiederholung am ö. und 12. Juni verschafft noch größeren Kreisen Gelegenheit, es zu hören. _ est. Vera SaMitsch. Vera Gassubnsch ist nach einer Meldung der»Rosta" gestorben. Sie gehörre zu den Pionieren der revolutionären Be- wcgung in Rußland. Ihre revolutionäre Laufbahn begann sie als siobzehttjährigeo Mäichen zu Ende der sechziger Jahre. Im Jahre 1878 weckte sie in. ganz öiußlattd das größte Aufsehen durch ihr Attcnt-ü auf den Petersburger Slaldthauptmann Fedor Trepow. Aus Erregung darüber, daß Trepow im Gesäugni» den politischen Gesänge nett Bogcüsubow halte«uepevnchen lassen, weil er nicht die Mütze vor ihin gezogen hatte, schoß Saffulitsch auf�ihn�und ver- mundete ihn so schwer, daß er an den Folgen des Schusses starb. Sie wurde verhnftet, über von den Geschworenen freigesprochen. Ehe idic Polizei ihrer aufs neue habhaft werden konnte, verschwand sie. Im Verborgenen sichte sie dann noch einige Jabre ihre revo- lntioiiäve Tätigkeit fort. Später beteiligte sie fick, als poliiifcher Flüchtling in der Schcoeiz mit Plechaamo und anderen an der Gründung des«riicn russischen sozialdemoiratischen Verbände» ..Befreiung der Arbeit". Zu Ansang dieses Jahrhunderts gehörte sie zusammen Ait Plechanow und Lenin der Redakiion der für die russische revolutionäre Bewegung richtuiigHebeiiden Zeitung„JSkta" nno der Zeitschrift„Sarja" an. In den letzten Jahren Hai Wer« Sassirlitsch. die der Menschewistonpariei angehörte, dem revolutionären Kampfe ferngestanden. Wer sie je von Äugesicht gesehen, bewahrt das Bild einer schlichten, zarten Frau, die ganz in sich zurückgezogen schien. Ab« ihr« Mienen bargen den Ausdruck einer stillen.Festigkeit, Die öeutsth-polnijche Sprachgreaze. llllbrecht Penck von der Berliner Unidersiiät behandelt in der Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde die deutsch- polnische Sprachgrenze.' Es ziehen sich, so schreibt er, Zungen von Den:- schen bewohnten Landes in das überwiegend von Polen besiedelte. Es mengen sick vielfach deutsche und polnische Dörfer durchein- ander, und es leben in demselben Dort« gewöhnlich Deutsche und Polen nebeneinander. Um zu einer klaren Erfassung deS beiderseitigen Sprachgebietes zu kommen, sind statistische Aufnahmen nötig, wie solche bei den Volkszählungen ausgeführt wurden._ Die Eryebnipe der letzten von 1Ö10 wurden im Geographischen Jnstilut der Berliner Umvensität unter Leitung Pencks aus etwa 100 Blatt der Karte des Deutschen Reiches übertragen, derart, daß gemeindeweise 10 Einwohner nach ihrer sprachlichen Zugehörigkeit durch einen farbigen Punkt dargestellt wurden. Diese Hundert- lausende von Punkten geben einen klaren Uebetzblick über die Ver-. Müm tm DszftichW Zw» M«i. Wi sich üiuchhjr da»«im, deutsche Sprachgebiet ab, in dem man höchstens k> Proz. ander» Sprachliche finde:. Sein« Lstgrenze läuft quer durch Oberschlesien und greift in Westpreußen sowie in den westlichen Teilen Postas in beide Provinzen über, während umgekehrt das gemischt sprachliche Gebier nur wenig aus den letztgenannten Provinzen hinausreichr. Neben dem großen geschlossenen reindeutschen Sprachgebiet gibt deutsch im strengsten Sinn? des Worte». Eine zweite,, wesentlich kleinere reindeutsche Sprachinsel erstreckt sich zwischen Thorn und Bromberg. Diesem reindeuischen Sprachgebiet können auf dem Boden des Deutschen Reiches irur einzelne kleine Inseln rem- polnischen Gebiete» mit mehr als 90 Proz. polnischer Bevölkerung gegenübergestellt werden. Es fehlt hier ein geschlossenes reii: polnisches Sprachgebiet. Nie kann es«in Polen als einen reinen Rationalstaar geben— wie man seine Grenze» auch ziehen möchte. Die Sprachgrenze zwischen den Gebieien mit überwiegend deutscher und denen mit überwiegend polnischer Bevölkerung zieht sich im Süden, in£ berfdilefien und in südltch?» Teilen Polens, nicht weit von der Grenze de» reindeutscheu Sprachgebietes entlang._ Aber im Nordweiten entfernt sie sich weit von ihm. Sie zieht sich südlich der Netze in der Richtung auf Thorn, öftlich der Weichsel verläuft sie etwa auf der Südabdachung der Seenplatte. Man kann im überwiegend deutschen Sprachgebiet bleibend von Berlin nach Königsberg wandern, ohne auch nur ein Torf mit überwiegend polnifcker Bevölkerung zu berühren. Die Polen nördlich der Netze und westlich der Weichsel bilden mit den Kassuben eine Sprachinsel. Diese aber sind durchsetzt von vielen deutsche!: Siedlungen, so daß«s hier schwer fällt, die Grenze überwiegend polnischer Bevölkerung festzuitellen: dies« bildet hier kaum die Mehrheit im sprachlich gemischten Gebiet. Die Polen Westpreu- ßens links der Weichsel fallen überhaupt nicht in daS zusammenhängende überwieget polnische Sprachgebiet. Gleiches gilt von den meisten im Regierungsbezirk Bromüerg. Im Regierungs- bezirk Posen ist genau ein Drittel der Bevölkerung deutsch. Notizen. — Ein« Gedenkiei�r für die gefallenen Aka- demiker Groß-BerlinS veranstaltet der Atademikerbund in der Philharmonie am 4. Juni, abends 8 Uhr. -- DaS internationale Arbeiterrecht behandelt in Aussätzen von W. Janfimt, E. Kuitner, W. Peiser. W. Ziegler. H. Wilke da» elfte Heft der Zeirschrift»Da» neue Reich". Eine' Zeichnung von Hans Baluschek, ein Schweriudchrriewerk in brau- fem der Tattakcü, zicrt die Tidelsew) des wieder gut gelungevcu Zeftes. ttr. 2S2 ♦ AH. Iahrgasg Seilage öes Vorwärts Mtüvsch, 4.?uni1y1H preußische Lanöesverfammlung. lDchlutz aus der Abendausgabe.) 29. Sitzung, Dienstag, den 3. Jrini 1919, mittags l 12 Uhr. Am Rcgierungsiisch: Harnisch, S ü d e k u m. Zur ersten Deratunz stcbt der Gesetzentwurf, betreffend die Gemcindeeinkommcnbesteuerung im Rechnungsjahre 1919. Finanzminisier Dr. TLdckum: Auch diese Vorlage verfolgt den Zweck, der schwer bedrohten Bevölkerung ihre Löbenslage zu erleichtern. Anträge zur Entlastung der niederen und zur höheren Belastung der höheren Einkomme« in der Gemeindebcstcuerung sind in d'.clem �abre mehrfach gesiellt worden. Sie sind alle auf eine dauernde Abänderung des Kommunalabgabengesetzes gerichtet. Die Regierung kann darauf nicht eingehen, weil noch nicht fest- sieht, in welchem Maße das Reich auf die Einkommensteuer zurück- greifen wird. Bei der Beratung der bezüglichen Anträge aus der Mitte der LandeSbersommIung im Gemeindcausfchuß hat man sich überzeugt, daß eine allgemeine Lenderung de? KommunalabgabengeseveS zurzeit untunlich ist. � Die Regierung hat sich trotzdem zur Vorlage eines Not- gcsetzes'kür 1919 verstanden, weil gerade in den letzten Mo- nöten de Notlage der niederen Klassen sich fortgesetzt der- schärft und die Hoffnung aul eine baldige Wiederkehr günsti- gerer wirtsivastlicher Verhältnisse sich stark vermindert hat. Nach unserer Vorlage sollen die Einkommen unter 3999 M. durch Gemeindebeschlutz entlastet und der stzehlbetrag durch eine entsprechende Belastung der Einkommen über bOOst M. wiedergewonnen werden können. Dar- um ist eine Staffelung vorgesehen, um den Sprung von den Ent- lasteten zu den vollbelasteten Einkommen nicht allzu groß zu machen. Jeder muß zu den Lasten des Staates und der Gemeinde beitragen, aber nur in den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit; das gilt für oben und für unten. Nach dem Maßstabe von 1918 würde im ganzen we Möglichkeit eines Nachlasses von 73 Millionelt gegeben fein, für den von den physischen Personen 170, von den juristischen 36 Millionen Mehraufkommen zum Ausgleich zu erbeben fein würden. Auf Antrag de? Abg. Haas(Coz.) geht die Vorlage ohne weiter« Erörterung an den GemeindeauS fchuß. In erster und zweiter Lesung wird ein Antrag des Ael-- testenrais angenommen, daö Gesetz über die Verwaltung deS Staatsschuld enwesens dahin abzuändern, daß die StaatSschuldenkommission aus 10 Abgeordneten der LandeSver- sammlung und dem Präsidenten der Oberrechnungskammer besteht. Die Ergänzung zum NachtragSetat für das WohlfahrtSmini- stcrium, die die Kosten für das laufende Vierteljahr fordert, wirb in erster und ztrnter Lesung ebenfalls angenommen. Ein Gesetz über Sonderrecht« der Provinz Schleswig-Holstei» geht an die Gemeindekommission. Es folgt die zweite Lesung de§ Gesetzentwurfs über Landeskultur behörden. Der Ausschuß schlägt eine Enr- lchkießung vor, wonach bei der notwendig werdenden beschleunigten Vermehrung der Kulturbehörden alsbald Vorsorge für eine fachgemäße Ausbildung genügender Beamtenkräfte zu treffen ist. Auch eine S tel l e» ve r m e h ru n g soll in die Wege ge- leitet werden. Abg. von KrteS(Dnat. Vp.): Der Ruf: Mehr Menschen aufs Land! erschallt von allen Volkswirten. Wir begrüßen daS Gefetz mit Freuden. Eine ersprießliche innere Kolonisation ist über- haup: nhr möglich, wenn die furchtövren Friedensbedingungen gemildert werden. Abg. Pactzel(Soz.): Der Landhunger der.Kleinbauern und Arbeiter muß unter allen Umständen geltillt werden; nicht eine Handbreit brauchbaren Landes darf ungenutzt bleiben. In erster Linie müssen die Güter der Herren Kriegsgewinnler zur inneren Kolonisation verwertet werden. Di« Landarbeiter sollen fortan ein Recht auf das nötige Pachtland haben und nicht mehr dem guten Willen der Arbeitgeber ausgeliefert bleiben. Raum für alle SrrdlungSlustigen mutz in Deutschlaivd gefunden werden, um der zu erwarteten Auswanderungszeneigtheii entgegenzuwir- ken. Das LandeSkulturamt soll nicht zu einem Tummelplatz für Gesinnungstüchtige werden, sondern wirklichen Kön- nern Gelegenheit zur Verwertung ihrer Kenntnisse bieten.(Leb- haster Beifall bei den Soz.). Abg. Stendel(D. Vp.) begrüßt das Gefetz und warnt vor an- geblichen SiedlungSgeiellschasten, die mit dem anvertrauten Boden nur handeln. Der Redner wünscht schleunige Vorlegung eines Gesetzes über die Einrichtung der Siedelungögesellschasten. Abg. Bollert(Dem.) stimmt im Namen seiner Freunde dem Gesetze zu und befürwortet die Annahme einiger Zentrumsanträge formaler Natur. LanbwirtschnftSministor Braun stellt befriedigt lest, daß die Notwendigkeit des Gesetzes nickt bestritten wird. Die von vor- sckiedenen Rednern gewünscme gleichzeitige Vorlage aller cinschlä- gigen Gesetze, die das Siedelungswescn betreffen, war angösichts der gewaltigen Aufgabe nickt möglich. Der Minister wendet sich chegen vorliegende deutschnationale Abändcrungs- Vorschläge, weil in ihnen ein Rest der alten Richterprivilegien gerettet werden sollte. In Rücksicht auf die Arbcitssreudig- k ei t werde die Regierung allen berechtigten Wünschen der in Frag« komnendcn Beamten immer zu entsprechen suchen. Abg. Hirtsirser(Zentr.) begrüßt daS Gesetz ebenfalls und be- gründet kurz die vorliegenden redaktionellen Abänderungsvorschläge des Zentrums. ?lög. Mchrhof(U. Soz.) erklärt die bisherigen Versuche der Lösung der Boden frage für kleinbürgerlich Die Abstimmung ergibt die Annahme der Zentrumsmrträge, Ablehnung der deuffchnationalen Anträge. Danach wird das Gesetz in dritter Lesung en bloc angenommen. Es folgt die Beratung der förmlichen Anfrage des Abg. Thacr (D. Vp.), die von den Deuffchnationalen,. dem Zentrum /Und den Demokraten unterstützt wird, übex die Maßnahmen, die die Staats- regierung treffen will, um die in die F r ei w i ll i gc n ve r- bände eintretenden Studenten gegen die aus der erneuten Unterbrechung des Studiums folgenden Nachteile zu schützen. Abg. Thacr(D. Vp.): Die Studenten verlieren nicht nur die Anzahl der Semester, die sie von der Universität fernbleiben, son» dern auch die Zeit, die für die Nachholung des Veffäumtcn not- wendig ist, und lverdcn vor allem der wissenschaftlichen Methode entwöhnt. Einigermaßen günstig ist daS Verhältnis nur bei den Theologen. Die Regierung wird sich doch wohl der großen Veranrwortung bewußt sein, die auch ihr auf diesem Gebiete für die Gestaltung der Lage der Akademiker zufällt, die tu die Kreiwtlligenverbände eingetreten sind. Ein RegierunqSvertreter gibt im Auftrag« des Ministers für Wissenschast, Kunst und Volksbildung folgende Erklärung ab: Um di« Studierenden gegen die artoähnien Nach- teile zu schützen, wird sin zweites Z w i s ch e n s e m e st e r �ein- geführt werden, und im Anschluß an dieses wird bis normale Wintersemester vom ö. Januar bis zum 31. März dauern. Zu diesem Zwischensemester werden die Angehörigen der Freiwilligen» verbände z u gel as je n« werden. Rur bei den Medizinern ist die Verwaltung mit der Zulassung zu den Rotprüfungen nicht einverstanden, weil in so kurzer Zeit eine ausreichende Vorberei- tung nicht möglich ist, wie die Erfahrung von 1914 dargetan hat. Damit ist der Gegenstand erledigt. Hierauf begründet Abg. Ncinckc(Zeuir.) die förmliche Anfrage seiner Partei betreffend die Notlage der Aka- d e m i k e r, die am Kriege teilgenomnien haben. Infolge der ge- waltigen Teuerung für alle Lebensbedürfnisse sind weite Kreife akademischer Berusssiände in finanzielle Schwierigkeiten gekommen trotz der Teuerungszulagen, die einen genügenden Ausgleich nicht � bilden konnten. Besonders bedenklich ist die Lage der Gerichts- assessoren und Gericht sreferendarc, Studien- assessoren und Studienreferendare, Regierungsbaumeister und Bau- sührer. Die Zahl der Rechtswissenschaft Studierenden hat ganz gewaltig zugenommen. Sind so die Zahlen der Anwärter in den verschiedenen akademischen Berufen gewaltig gestiegen, so hat sich andererseits die AnstcllungSuiöglichkcit immer mehr verschlechtert. Sin Abfluten in Handel und Industrie ist nicht mehr in dem Umfang« vorhanden wie stüher. J Auch der Beruf der Nechtsanwältc ist überfüllt, so daß sich hier den jungen Juristen auch wenig Aussicht bietet. Um dem entgegenzutreten, muß vcr ollem dafür gesorgt werden, daß niemand unentgeltlich arbeiten muß. Jungen Akademikern müssen zur Behebung finanzieller Schwierigkeiten aus den Kriegshilfsdarlehnskasseu Darlehen zu gc- eigneten Bedingungen überlassen werden. Neberall Werder» Kriegsbeschädigte bei der Anstellung möglichst zu bevorzugen sein.. Endlich muß die Regierung Sorge tragen, daß die Unterrichts- behörden überall aufklärend über die schlechten Aussichten des akademischen Berufs wirken. Es müssen a u s Elternabenden Vorträge gehalten werden, damit die Eltern bei der Berufswahl Unter st ützung finden. Heute bietet sich auch für einen Nichtakademiker Gelegenheit zum Aufstieg. Auch dieser Gesichtspunkt wird dazu beitragen, vom akademischen Studium zurückzuhalten.(Beifall.) Geheimrat Reinhardt: Eine Vermehrung der Anstellungsmöglichkeiten kann leider nicht in Aussicht gestellt werden, dagegen sind setzt in kommissarischen Stellungen säisttliche Studienassessoven gegen Entgelt beschäftigt, lieber die.Zahlung einer Besoldung an die An- Wärter, die im Kriegsdienste gestanden haben, kann die Unter- richtsverwaltung nicht einseitig eine Erklärung abgeben. Durch Er- laß vom 23. März 1913 ist angeordnet worden, daß dem übermässigen Andrängen zum Kochschulbesuch möglichst entgegengewirkt werden solle: auch durch Elternabende und Elternbesprechungen so- wie durch Veröffentlichungen in der Presse wird dem übermäßigen Andrang zum Studium entgegengetreten. Abg- Dr. Bcrndt(Dem.): Die Notlage der geistigen Arbeiter ist durchweg zurzeit sehr groß und bedarf dringend der Abhilfe. Insbesondere groß.ist die Notlage bei den Juristen, die bei Kriegsende ein« Wartszeit von acht Jahren vor sich sahen, die sich inzwischen weiter derart verschlechtert hat. daß jetzt an die IS Jahre vergehen können, che der Anwärter in eine feste StaatSanstellung gelangt.- Abg. Lu/assowitz(Duatl. Vp.) bedauert die Uebcrfüllung der aka- demischen Berufe und fordert eine weitere Ausgestaltung der Be- rufsberatung. Abg. Dr. Wevl(U. Soz.): Nach diesen Darlegungen sieht es ja fast so auS, als ob nur die akademischen Berufe notleiden. Man sollte hpch die- anderen BevöllerungSschichten nicht vergessen._ Abg. Mvycr-Hersord(D. Vp.) fordert eine Statistik über die Lage des akademischen Arbeitsmarktes. Damit ist dies« Angelegenheit erledigt. Mittwoch, 12 Uhr: Kleine Vorlagen, Steuergesetz, Antrag Fried» berg(Dem.), wonach die Veräußerung von Grundstücken in den bedrohten Gebieten einer Genehmigung unterworfen sein soll. Schluß 5 Ii Uhr.__ GroMerllu Ist es Rosa Luxemburgs Leiche! Erkennung kaum noch»nöglich.— Ihre Freunde bleiben fern.— Keine Schädelverlevung. Die Obduktion der angeblichen Leiche lllofa Luxemburg?' in Zossen verzögerte sich um mehrere Stunden, da die Kommission der Garde-Kavallerie-Schützen-Division mit starker Verspätung dort eingetroffen war. Die Feststellung der Identität gestaltete sich schtmerig, da weder Familie Licbkncchi, noch VollzugSratmitglicd Wegmann, der die Verstorbene persönlich kannte, erschienen waren. Mit Hilfe der Photographien war eine Aehnlichkeit festzustellen, doch läßt sich mit avsoluter Sicherheit nickt sagen, daß man es mit der Leiche Rosa Luxemburgs zu tun bat, bis nickt Personen, welche der Verstorbenen nahe gestanden haben, die Identität bekundet Die öiesjährige Sommerreise. Von Gerhardt Lehn. Pfingsten, das liebliche Fest naht. Wessen Mittel und Zeit es nur irgendwie ermöglichen, schüttelt den Staub der Großstadt für ein paar Tag« oder Wochen von seinen Füßen, um sich in der Natur zu erholen. Wer draußen Verwandte oder gute Bekannte hat,, dem macht die Wahl des Reisezieles wenig Sorgen. Wer aber niemanden draußen auf dem Lande hat und nun auf Empfehlung eines guten Freundes irgendwohin fährt, dem macht das Aussuchen eine« Reisezieles viel Kopfzerbrechen. Meistens kennt der Reise- lustige landschaftlich nicht einmal die»hm empfohlene Gegend. Wird sie seine»», gehegten Erwartungen entsprechen? Er sei daran er- innert, daß es sich allenthalben nur bei etwas Drcinfügen in die vorhandenen Zustände leben läßt. Man muß sich erst eben in die neue Gegend einleben. Mehr noch alS die Wahl der Gegend machen dem Reiselustigen gegenwärtig die beiden Kardinalstagen Kopf- schmerzen:»Wie sind die Eisenbahnverbindungen und ist an Ort und Stelle ausreichende Beköstigung vorhanden?" Um vielen Reiselustigen diese Sorge etwas abzunehme,», will ich unverbind- lich einen kurzen U eberblick der nffr bekannt gewordenen«kinschlä- gigen Verhältnisse in den bekanntesten und am meiste»» besuchten deutschen Reiscgebieten zu geben versuchen. Hören Reiseleustige den Klmig:„Süddeutschland", so leuchten ihre Augen. Es ist noch ihrer Auffassung da» Land, wo Milch und Honig sleußts Mit Recht kann man sagen, daß diese ?lnsch-auung auf diel: Orte zutrifft. Die Preise und die Qualität der angeborenen Lebensmittel bewegen sich durchgängig aus einem wesentlich anderen Niveau, als der darbende Großstädter daheim dies gewöhnt ist. Die gegenseitige Preisübcrbietung in der Groß- siadt ist die Ursache, daß so gewaltige Preisunterschiede bestehen. Das Publikum ist ja selbst daran schuld, daß überhaupt erst eine solche Lag« entstanden ist, da es jeden geforderten Preis bezahlt. De? diese günstige Ksniunktur ausnützende süddeutsch« Bauer fordert jetzt auch höhere Preise für seine Erzeugnisse vom Ver- braucher als früher. Allerdings ist er trotzdem bei weitem noch nicht so teuer wie sein norddeutscher Kollege. Was nun den Fremdenverkehr in Bayern anbelangt, so können nur mit amtsärztlichem Attest Heilbäder besucht werden. Die Zahl der Kurgäste darf 40—30 Prozent der vorhandenen Betten nicht übersteigen. Fleffch., Brotgetreide- und Mehlsonder- Zuweisungen sind so gut wie aitSgeschloflen. Auch die ausreichende Versorgung mit Kartoffeln ist in Frage gestellt. Fleischsonder- Zuweisungen sind vorläufig nur beabsichtigt in den Heilbädern Wiessee, WöriSbostn, Sieben,- Brückenau. Tölz, Reichenhall und Kissingen, jlle wichtigst«» FvemdenvcrkehrSbezlrke u» den Bahrt» sehen Alpen und iin schwäbisch-oberöayrischen Alpenvorland sind bis auf weiteres überhaupt für den Fremdenverkehr gesperrt. Nur Personen mit dein Besitz eines amtsärztlichen Attestes dürfen sich aufhalten. Nicht einmal Selbstversorger dürfen Fremde ausnehmen. Das amtsärztliche Zeugnis soll nur einen Ausenthalt von acht Tagen gestatten.— In Württemberg ist die endgültig« dortige Regelung des Fremdenverkehrs für den Sommer noch nicht er- folgt, auch in Baden nicht. Hier ist bis auf weiteres der Fremden- verkehr zu Erholungs- und ähnlichen Zwecken außer für wirklich Kranke und Erholungsbedürftige tm engsten Sinn ausgeschaltet. Gin Kuraufenthalt, soweit es sich nicht um den unentgeltlichen Aufenthalt bei gewissen nahen Verwandten handelt, ist nur mit der in jedem einzelnen Falle zu erteilenden schriftlichen Genehmi gung deS Vorstandes vom Kommunalverband oder vom Oberamt gestattet. Diese Genehmigung wird fast n»tr an solche Personen erteilt. d»ren Aufenthalt nach amtsärztlichem Zeugnis durch eine gesundheitliche Notwendigkeit begründet ist. ferner bestimmten Per- sonenklassen, wie Militärpersonen, die nachweislich zu Kur- und Erholungszwecken zugereist sind, sowie Personen, die nachweislich von Organen der ceichSrechtlichen Versicherungen, von Behörden und auf Kosten von Krankenkassen zu 5ttlr- und Eeholungszwecken untergebracht sind. Harzbesucher wird die jüngst erlassend Berfüguizg des Volkskommissariats für Ernährung in Braunschweig interessieren, daß im Kreis« Blankenburg und im AmtSgerichtsbezirk Harzburg Sommerfrischlern und Kurgästen sowie anderen Personen, die in einem weniger als 6000 Einwohner umfassenden Orte vorüber- gehenden Aufenthalt genommen haben, der fernere Aulenthalt untersagt werden kann, wcknn sie durch Uebertretung der für den Nahrungsmittelverkehr getroffenen Anordnungen die Allgemeinheit gefährden, lieber Thüringen, Teutoburger Wald, Hannover und Oldenburg hört man hinsichtlich der Ernährungsverhältnisse allgemein GünstigrS. Für den Verkehr nach den M o r ds ce b ä d e r n sollen während der Badezeit durchgehende Züge von Berlin nach der Nordseeküste mit Anschluß von Dresden.' Leipzig, Magdeburg sowie vor» Erfurt über Kassel«ingerichtet werden. In der Ernährung-fvoge soll für die Kurgäste genügend vorgesorgt worden sein, was um so nötiger war, da gerade die Rovd- seebädec infolge ihrer Lage am Rande de» ehemaligen Kriegs- gebietes in schlimmste Notloge geraten sind und zu ihrer Wieder- Herstellung weitestgehender staatlicher Unterstützung bedürfen. Die mecklenburgischen Ostseebäder sind ebenso wie die an der K ü st e P o m m e r n S und auf Rügen in diesem Jahre für den Fremdenverkehr nicht gesperrt. Die Lebensmittelversorgung wird allenthalben als ausreichend bezeichnet. Zimmer mit voller Pension überwiegend 13 bis 20 M. Ein ErkolungS-aufenihalt bis zu vier Wochen soll ober in den mecklenburgischen Ostseebädern bis Widerruf vorllmsiit nur solchen Perjonei» ofMitehew, die durch amtsärztliches Zeugnis die gesundheitliche Kurnotwendigkeit begründen. Die mit Amtssiegel versehene amtsärztliche Bescheinigung ist beim Lande sgenuidheitsamt in Schwerin in Mecklenburg einzu- reichen. Die Anordnungen des Generalkommandos über Auswerfe für di« Osffcebäder sind ungültig geworden. Für. JnIandSrrisen werden im allgemeinen als ausreichende Ausweispapiere angesehen: Steuecquitvungen, Standesamtspapiere sowie polizeiliche An- und Abmeldungen. Die Personen-Dampfschlsfahrt auf dem Rhein kann in diesem Sommer in der sonst üblichen Weise nicht durchgeführt tverden. Die schle fischen Bäder sowie die FremdenverkehrSzentren i»n R i e s e n g e b i r g e sind uncinge- schränkt für jedermann zum Kurgebrauch und zur Erholung ge- öffnet. Das Ueberschreiten der RcichSgrenze nach Böhmen hinein ist aber ebenso wie im Jsergebirge, Lausitzer Gebirge, Elbsand st ei ngebirge und im Sächsischen Erzge- b i r g e strengstens untersagt. Die Ernährungsverhältnisse werden in diesen Gebieten als ausreichend bezeichnet. Wer heutzutage eine Reise tut, versorge sich genügend mit Geld, denn Reisen kostet jetzt unheimlich viel Geld. Und er seh« sich vor, wie dieses Geld aussieht. Manchem Reisenden ist eS schon passiert, daß ihm draußen im Lande die Abnahme manchen Papiergeldes verweigert wurde. Die Zeiten sind eben vorbei, da man»roch mit Lortztng singen konnte:.Ach wie köstlich, ach wie köstlich ist daS Reisen!"_ Notizen. — Sommerbühnen. Im KomödienhguS wird Donners- tag„Li selott von der Pfalz" von Rudolf Presber und Leo Waltber Siein erstmals aufgeführt. Ludwig H a r ta u und Lucie Hhslich wirken mit.— Im Rafc-Theater wird auf der Garten- bühne von Pfingsten ab die neue AnSstattungsrevu«.DaS sieht sich jeder an", Text von Alfred Berg und Fritz Waldau, Musik von Hermann Krome, aufgeführt. — Tanzpantom»wen wurden gestern im Künstler- t beater in einer Pressc-Aufführnng aeboten. Märchenspiele voll Traumglanz und lichffeidener Farbigkeit, das eine mit Königs- krndern, die durch einen zauberischen Edelstein und süßes Flöten- spiel zueinander. kommen. daS and ere mit verliebten Teufeln, die ein Faunchcn� mit Verwandlungen in ein schönes Mädchen neckisch narrt. Die Spiele, ersonnen von Erven van O s e u, vertont von Hugo M o�c S g e n, sind der Art nach nicht neu. Sie stammen aus dem Kreise der Luxusmärchen, wollen sauber unterhalten und gleiten wie ein zarter, fröhlicher Hauch vorüber. Inmitten sprießt in junger Kunst die graziöse FeinheitXE harlotte Klein S. Der Dichter führte den Reigen der Teuselchev. als Oberteufcl. — I m Bericht über die Ausstellung feldgrauer Künstler Iw&en sich einige Druckfehler eingeschlichen. In dem Ab, atz über die expressionisffschen Bilder darf es nicht heißen, daß sie auf Farben- und Formmode, sondern auf Farben» und Formakkorde ausgebaut sind. F»Smi.&tc Lelchs-&cftrtbct sich schon tut borge schririonen Giobtunt der Verwes mig. doch ist der Körper durch den ständigen Aufenthalt unter Wasser immerhin noch besser erhalten, als dies sonst der Fall gu sein pflegt. Da der Korper sich au der Schleuse verfangen harte, .vreist er fast kein« der sonst üblichen Verletzungen durch Bootshaken, Stangen usw. auf. Der Rücken zeigte eine-eichte Verkrümmung der Wirbelsäule. Einzelne GesichtSsüge liehen sich nicht mehr erkennen. Tie Sektion ergab den überraschenden Befund, daß die Tchüdel- decke der Leiche vollkommen„»verletzt war. Weder die Knochen- Wölbungen, noch di« Nähte luchsen auch nur die geringste Verletzung auf, welche darauf deuten Iaht, bist der Schädel von Kolbenschläge« getroffen worden ist, wie die? doch zweifelsobne bei Frau Luxem- bürg der Fall gewesen ist. Dagegen zeigte die Tote eine Wunde an der linken Stirn. Es wurde deshalb die Schädcldecke geöffnet. ES war aber»eicht mehr ssstzustellan. ob eine Kugel m das Gehirn . eingedrungen war. Sonst konnte keine Verletzung an der Leiche festgestellt werden. Geheimrat Straßmann erklärte, daß di« Veuwefmrg des Kör- Per? schon zu weit fortgeschritten sei. als daß noch sichere Feststellun- gen gemacht werden könnten. Auch die Feststellung der Identität mit Frau Luxemburg würde sich selbst durch Angehörige der Ver- swrbencn kaum noch ermöglichen lassen. Aus diesem Grunde erklärte auch KriegsgerichiSrat Ehrhard, daß man keineswegs als ücher annehmen könne, daß cS sich in diesem Fall um Frau Luxem- bürg handle. ES müßten bielmehr noch eine Reihe von Zeugen vernommen werden, welche Frau Luxemburg zuletzt gesehen haben, die namentlich Bekundungen darüber machen können, welch? Kleider die Tote am IL. Januar getragen bat. Aus den Ueberresten der Kleidung, die noch an der Leiche basten, wird sich allerdings nur schwerlich noch etwas sicheres feststellen lassen. Aus jeden Fall müssen die Ermittelungen weitergeführt werden. Am heutigen Mittwoch sollen eine Anzahl von Freunde« Frau Luxemburgs nach Zossen geladen werden, um die Tote zu rekognoszieren. Für die Ännahme, daß e? sich um Frau Luxemburg handelt, spricht nach dein Befund der Aerzw, die geringe Größe der Lestb« und daS von Geheimrat Bier und Geheimrat Straßmann geschätzte Alter, das mit dem der Frau Luxemburg übereinstimmen dürfte. Auch sei als sicher anzunehmen, daß die obduzierte Leiche mindestens drei bis vier Monate im Wasser gelegen bat. Die Telegr.-Union berichtet folgende Einzelheiten: Mehrere hinzugezogene Mehrheitssoziali st en und Unabhängige, die Frau Luxemburg bei Lebzeiten kannten. vermochten in der Leiche Frau Luxemburg nicht wiederzuerkennen Es gewinnt immer mehr den Anschein. daß eS sich nicht um die Leiche der Frau Luxemburg handeln An der Leiche befand sich ein Medaillon und man glaubt, auf Grund desselben fsststellcn zu können, daß cS nicht die Leiche der Frau Luxemburg ist._ Gqyen die Borschleppung der SiadlungSvolitik protestierte eine, von mehr als 7000 Teiincchmern besuchte Versammlung unter dem Vorsitz von Prof. Al-brecht. Nach einem kulyen Uebeüblick über die Ursachen der Schtwierigkeiten im Baugewerbe forderte Dipl.- Jng. Leoser Erweiterung der Befugnisse des Staatskommissars für das Wohnungswesen und die Einführung emer LuxusmietS» sieuer. In längeren Ausführungen schilderte Gen.-Sek. Orio die Zerrissenheit Groß-Berlins, deren Beseitigung erthorft wird. Er fordert größere Mittel für die Abbürdung der Uoberiteuerung ausschliesslich für den Flachbau, schärfere Erfassung der Baustoffe smd begünstigte Verteilung. Nach Ansprachen von B. Noak. Dgiehk vom Mirterbund und Arch. Paulsen wurde«ine Resolution einstimmig angenommen, der wir die Hauplpunkte entnebmen: Uebertragung der Befugnisse deö Finanz- und d«S LondwirtschaftS-. Ministers au* den Staatskommissar für das Wohnungswesen, Aus- fchluß der Terrainfpskulation. Keine Mittel mehr für Miete- kascrnen und Zurückziehung der Zuschüsse, die bereits für den Hochbau bewilligt worden find. Konzentration der staatlichen Viiteel auf lebenSfäihige Kleinhauskolonicn. Hergäbe der per- sprochenen 500 Hektar fiskalischen Geländes, die Westseite des Tempelhofer Feldes dem Flachbau, Klärung der Frage d-r Be- rettstcllung von BaukostenuberteueruNgSguschüsserl für IM) bis zum 1. Oktober d. IS._ Arbeiterräte Grotz-BerlinS, kommunale A.- u. S.-Räte der S. P. D._ Morgen Donnerstag, nachmitagS i Uhr: Sitzung i« Plenar-- saal deS HerrenliauseS. Tagesordnung: Unsere Stellung zu« Rr- gierungSent'wurf über die gesetzliche Regelung der Betriebsräte. Re- fereut: Cohen. . Dia Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert vollzähliges Er- scheine«. Legitimation mitbringen. Der Fraltiousvorstaud. Paul Haase. Bezirksverband Grost-Berli« S. P. D. Berlin W. 9. Bellevuestr. 7. Sonntag, 8. Juni 1919(1. Psingstfeiertag), nwrgtznS S Uhr, Großes Frühkonzert im Sprsrzelt(Kist-nmacher) am Tiergarten, Hinter den Zelten, Portal 3. unter persönlicher Mitwirkung des Konzertmeisters Maxi- milian Fischer und deS Meineckeschen. SängerchorS. Reichhaltiges Programm. Eintritt SV Pf. Eintrittstarten im Bureau. Bellevue- jtraße 7, in den Zeitungsspsdiiionen und bei unseren AbteilungS- sührern._ Gegen militärische vebergriffe protestierte die Arbeiterschaft der Firma Erich F. Huih, Wilhelmstraße. Nach der berrits der- öffentlichten Entschließung deS Bezirksvorstandes glauben wir. vom Abdruck absehen zu können. Die Resolution fordert NoSke auf, wenn er nicht abhelfen könne, seinen Saunen nicht langer her- zugeben. Di« Kanzleiangestellten der Groß-Berliner Gerichte versammel- den sich am gestrigen Nachmittag in HoverlandS Fcstsälen.� K o s e r referierte über die trostlos« wirtschaftliche Lag« des Kanzlei Personals und stellte fest, daß noch heute MonatSgehöltcr von 115 und 145 M. an Beamte mit zehn und mehrjähriger Dienstzeit gezahlt wenden. Vor dem Kriege feien sogar Monatsgehälter von 65 M. üblich ge- Wesen. Nur durch dauernde Nachtarbeit sei es den Kanzleibeamteir möglich gewesen, daZ nackte Leben in elendester Weise zu fristen. Die fest« Anstellung der Zivilanwärter nach zwetundzwanzigsähriaer Dienstzeit(einschließlich der Militärdienstzeit) sei zwar voa der Re« gierung beschlossen und von der preußischen Landesversammlung genehmigt worden, wecke aber, obgleich diese Maßnahme zum 1. April bestimmt versprochen wurde, noch immer verzögert. Die Widerstände lagen zum Teil beim KriegSministerium. das in der Militäranwärtersrage das entscheidende Wort zu sprechen habe, be- sonders aber beim Kammergericht, da» in seiner Gesamtheit erz- reaktionär und zopfig sei. Die Anstellung müsse nunmehr unbedingt sofort verlangt werden. Der BerbandSvorsitzend«(der Zidilanwärter).Schiele be- richtet«, vom Kriegsministerium kommend, daß der Kricgsminister soeben da? in Frag« kommende Gesetz unterschriebeil und an das Justftm! nisterium weitergegeben habe. Nach einer lebhasten Aussprache nahm die Versammlung mehrere Entschließungen an. ES wird scharfer Protest gegen die Verschleppung der Anstellung erhoben und di« Anstellung aller in Frage kommenden Kanzleiangestellten noch vor dem PfinAtfeste oc- fordert. Man verlangt, daß mit dem BuroaukratiSmus in den Ministerien und Oberlandesgerichten sofort gebrochen werde und daß Beamte, die daS Vertrauen der Provinzialgerichte nicht haben, ent- fernt und durch vom Beamtenkörper durch Wahl für würdig er- achtele Boamte ersetzt werden. Endlich wird eine EntschuIdungS- summ« von 1000 M. verlangt. Tis Schießerei auf der Heerstraße. Unsere Gewährsmänner Vom«onntagabend, denen sich auch weitere Zeugen hinzugesellt k haben, halten gegenüber der Darstellung des Gouveruements, das doch nicht dabei gewesen ist, ihre Angaben vollkommen aufrecht. An jener Stelle sei vorber gar nichts paffiert. Das Auto mit den Sol- baten, worunter auch Ü— 3 ganz junge, kam plötzlich an und schon habe die Schießerei begonnen. Klarheit kann nur durch eine genaue Untersuchung, die auch die Zivilzeugen hört, gewonnen werden. Sie muß sofort ringe leiten wecken. Fünf Arbeitölosen-Bersammlungeu am DienSragnachmitiag forderten, daß innerhalb acht Tage,? ihre Forderungen erledigt sein müßten. Ein weiterer.Antrag, dabingebend, daß in den Betrieben alle Arbeiter zwischen 24 und 44 Jabren, die nicht mindestens sechs Monate eingezogen waren, ihre Stellungen den arbeitslosen Kriegsteilnehmenit räumen sollven, wurde abgelehnt. Grobe» Schwinbel. In Lebensmittel- und Äoloniaüvarentäden wecken zurzeit Formulare verteilt, die durch einen Vermerk auf der linken Kopfseite vortäuschen, daß sie von der Prüfungsstelle III Berlin anSgehen. Es wick darin Aufgefordert, gegen Zahlung von L M. oder 300 M.— die Ausfertigung ist absichtlich so undeutlich, daß man je nach Einschätzung der geistige» Befähigung des zu schröpfenden Ladeninhabers beides herauslesen kann— eine Kontrollkarte zu lestellen, die.die Berechtigung zum laufenden Bezug und Verkauf dar zur Verteilung gelangenden ausländischen Nah- run.gs- und Genußmittcl" sichern Natürlich zieht der Verteiler des Formulars alsbald die Gebühr ein, zcknal auf per Rückseite gleich der Antrag gestellt und unterschrieben werden kann; eine Anschrift ist vorsorglicherweise überhaupt nicht angrgZben, ebensowenig die Unterschrift eines Beamten oder einer DeHörde. Das Ganze ist ein grober Schwindel, vor dem die Ladeninhaber in Groß-Berftn nicht dringe, ch genug gewarnt wecken können. Daß LandeSpolizeiamt ist bemüht, den Betrügern auf die Spur zu kommen und wäre für entsprechende Mitteilungen dankbar. Der Raubmord i« der Lothringer Straße weiter aufgeklärt. Am 23. JKai d. I. wurde der Speiseei-Händler Socco in der Lotb- ringer Str. 7g ermockek und um mehr als 17000 M. beraubt. Schon am nächsten Morgen wurde in Dcuisch-Wusterhaufen der Melker Max Stuck als Mörder und Räuber festgenommen. Die weiteren Ermittelungen fübrten zur Festnahme eines 17 Jahre alten Willi Such aus der Beusselstraße, eines jener Burschen, die sich arbeitslos am Stettiner Bahnhof herumzutreiben Pflegen. Such, der den Spitznamen Willi oder auch Moabiter Willi führt«, ist geständig, den Melker Stuck und seine noch nicht ergriffene Mit- täten auf Saeco aufmerksam gemacht zu haben. Der Mittäter, der sich hier Erich Rudolf nannte, und mit Stuck den Raubmord ver- übte, ist ein 21 Jahre alter aus Erbenheim bei Wiesbaden ge- bärtiger Unteroffizier Rudolf Bernhack, der bis vor kurzem bei der Freiwilligen Sanitätskompagnie der 5. Jnf.-Div. in Dürletter, Kreis Mcferitz, diente, dann nach Berlin kam und feft dem Raub- mord verschwunden ist. Er hat sich während feiner Dienstzeit wiederholt in einer Familie Rudolph zu Lagmvitz, Kreis Meseritz, aufgehalten und zuletzt einem Mitglied dieser Familie mit dem Vornamen Erich verschiedene Ausweispapiere gesiobten. Der Flüchtige hat von der Beute 12 000 M. abbekommen und im Besitz so großer Mittel ohne Zweifel sein« feldgraue Jnfanierieuniform, zu der er eine Extramütze und Wickelgamaschen trug, mit einem guten ZivilanzuA vertauscht. Er ist etwa 1,83 Meier groß und schlank, hat«inen im Vergleich zu seinen langen Beinen etwas kurzen Oberkörper, dunkles volles hoehgekämmles.Haar, große ab- stehende Ohren, glattrasiertes Gesicht oder höchstens kleinen Schnurr- bart-Anrlug. schwach ausgeprägte X-Beine und an der rechte« Hand zwei fehlerhafte Fia�ernägel, geht etwas fchloitarich und spricht Frankfurter Mundart. Alle Mitteilungen an Kriminalkommissare Dr. Grimberg und Bünger im Zimmer SSa des Polizeipräsidiums. Gegen die Militörjupiz und insbesondere ihr Vorgehen in München, das auch von unserem Münchener Brudecklatt scharf ge- geißelt wird, wendet sich die Entschließung einer am Montag vom Bund.Roucs Vaterland" veranstalteten Versammlung.� Sie pro- testierte mit aller Entschiedenheit dagegen, daß solche Zustände auch nur einen Tag länger aufrecht erhalten bleiben und verlangt van der Regierung, daß das Staadrecht und der Belagerungszustand mit den außerordentlichen Kriegsgerichten sofort überall besaitigt wird, und daß kein Deutscher mebr seinem ordentlichen Richter cntzoge« wird, ferner, daß daS Verfahren gegen alle diejenigen, die von diesen außerockentlichen Kriegsgerichten verurteilt sind, vor einem außerordentlichen Gericht wieder aufgenommen wick. Dem Fond? zur Unterstützung politischer Gefangener wurden als Reinertrag 230 M. überwiesen. Der Stvoik bor Berliner OstbahnangesteLten ist beigelegt. Tie Lohnkürzung ist abgewehrt. Die Arbeit wick Mittwoch früh wieder aufgenommen. Zlrbeitertäte der Kriegsorganiiationen. DomlerSlag, vormittags S Uhr, Sitzung im Herrenhaute, Saal 20. Rrdettrrröte der Elektro. Industrie(Brost- Berlin. Freitag. vormittags 10 Uhr, in der Nettelbcckdiete kam Netteibeckplatz). Berlin, Eerichtjw 31. Sitzung aller Arbeiterräte der Elektro-Braoche zwecks Stellung- nähme zur Retchslonjerenz. Arbettertouriftei'demn.Naturfreunde-. Nachdem die imab- hängig-kommuniilische Mehrheit unserer Ortsgruppe durch ihre Unduldsam- kett den aus dem Boden der politischen Neutroliiät stehenden Wender- genossen das fernere Verbleiben in der OitSgrupPe mnnäglich gemacht bat. gilt es nun, unser« Wanderorganilation neu zu konstituieren. DieS ioll nun geschehen, nachdem auch der ZtnlralauSschub in Wien sich zur Sache geäutzert hat. Wir laden daher alle GefinmmgSgenmsen zu einer Versammlung am kommenden Donnerstag, abend» 7 Uhr. nach dem„Klubhau»'. Chmto. 2, ein. Aach Gäste, die aus dem gleichen Boden stehen, sind wilUommeii. Minister Wissel wird am Donnerstag, den ö. Juni, nachmittags S Uhr im Lberlichtlaal der Pbilharmouie öder di« wirtlchastsorgluiisatori- schcn Pläne des ZteichSwirtschastSministeriumS«prcchen. Neukölln. Di« Stadtverordnetenversammlung prüfte den Haus- haltsplan für 1910, Er schließt ab mit 10754 Millionen Mark (51 M-illionen im Vorjahr). Die gc.valtigc Steigerung um 5654 Millionen erklärt sich, wie Bürgermeister Dr. Mann hervorhob, zum größten Teil daraus, daß viel« Aufgaben, die in bei Kricgszeit zurückgestellt lvucksri, jetzt ausgeführt wecken müssen. Löhn« und Gehälter sowie Materialien erfordern bedeutende Mehrausgaben und viele bisher auf KoiegSkreditmittel übernommene Ausgaben sind jetzt in den Haushaltsplan eingestellt worden. Zur Deckung fordert öer Magistrat Erhöhung deS GemeindezufchlagL von ISO auf 2 60 P r o z., der Grundsteuer für bebaute Grundstücke vou 3 Proz. auf SV* Pcoz., für unbebaute von 6 Pckz. auf 7 Proz. deS gemeinen Wertes, der Hundesteuer von M M. auf 50 M. Erhöbt sind.auch KanalisationSgebühr, Kurkostensatz. Bäderpreis, Müllabfuhrgebühr, GaS- und EelekkrizitätSpreiS. Der Bürgermeister be- tonte, daß die Lasten der sozialen Fürsorge nicht von Neukölln allein getragen werden können, sondern durch Zusammenschluß der Gemeinden Groß-BerlinS auf breitere Schultern zu legen sind. In der Gsnsraldsbatte führte für die sozialdemokrarifche Fraktion der Siadw.-Vorsteher Scholz aus, daß in der Tat nur bei der Verschmelzung Gcoß-BerlinS eine Kulturpolitik der Gemeinden möglich ist. Verschiedene dringende Fockerungen habe man noch zurückstellen müssen, weil die Steuerzahler nicht zu sehr belastet wecken durften. Auch Löhne und Gehälter seien noch keines» weg» auf der Höh«, die bei der allgemeinen Teuerung gerechtfertigt wäre. Redner erklärte die Erhöhung des Äurkostensatzes auf 7 M. für zu weügehenid, die Fraktion werde nicht über 6 M. hinaus- gehen. Nötig sei auf den Rieselgütern«ine rationell« Wirtschaft. Im Schulwesen müsse die Herabsetzung der Klassensreguenz weiter betrieben werden. Wegen Beihilfe zu de» Koste» habe die Schul- depviotion beim Kultusministerum angefragt, sie sei aber von dort an das— Finanzministerium vaaviesen worden. Die Fraktion wecke dem Haushaltsplan zustimmen, nachdem der Ausschuß manches davon verbessert Hab«. Für di« Unobhängigen erklärte Künstler diese» Hausball»plan für unannehmbar. Dir wachsenden Aus- gaben der Stadt würden sich auf die Dauer nicht durch Steuer- 'erhähungen decken lassen. Gesund« Fmanzpoltnk der Gemeinden sei nur boi Durchführung deS Sozialismus möglich. Tie Demo- kraten und die Bürgerliche Vereinigung stimmten, dem Hausball-- plan zu. Roß(Dsni.) stellte fest, daß im Ausschuß keine Fraknon widersprochen hat. Er erwähnte auch, daß di« Erböhung der Hunde- steuer von den Unabhängigen kantragt wurde. Die Debatte wurde abends um 549 Uhr vertagt, weil StadtratSwahle» vorzunehmen waren. Die im April vorgenommenen Wahlen unbc- foldeter Stadträte hatten, mit Ausnahme des Bürgerlichen Nemitz. nicht, die Bestätigung der Regierung erhalten. Sie bemängelte daß die sieben Sozialdemokraten und die sechs Unabhängigen zur Zeit- ersparrii» in zwei Gruppen statt in dreizehn einzelnen Wablgängen gewählt worden wareir. Jetzt mußte diese pedantische Borschrist be- obachtet werden, so daß die Wahlen sich bis weit in die elfte Stund« hinzogen. Gewöblt wurden wieder die sieben Sozialdemokraten Conrad, Faeckb. Kohn. Kutzke. Schuch, Dr. Silber- st e i n, W u tz? i. die sechs Unabhängigen Beer Wald, Böhm, Gottschalk. Lachmund, Fritz Schulz, Wielepp. Lichtenberg. Morgen Donnerstag Liibtbilberoortrag: Sin« iSande- runa durch Tirol in der Aula des Cäcilien-LyzeumS. RathauSftratzc. Ein- laß: arten zum Preise von SO Pf. bei Täubert, Scharnweberstr. 52. Grost-Berliuer Lebensmittel. Ausländische Kartoffeln sollen einheitlich mit den inländische« Kar- tossein aus Karwffellarte abgegeben werden. tziestebungsvreiS ieit'gemeinscha?ten'. Da in össentlichen Versammlungen U, S. V,- Leute und Kommunisten segliche lach- liche AuSewandersetzung unmögltch machen, ist eS unbedingte Pssicht stüeS einzelnen GesüniüngSaenollen, zu erscheinen. Der Larstand, Marieudurf-Tüdende. Heute abend S Uhr im Geiangsaal des (KhnmasimnS, Kaiserilraße: Sitzung sämtlicher Funktionäre. Rektor Klatt spricht über:„OucheitSschule', Weil auch nach andere wichtige Angelegen- hellen erledigt»erden>oll, ist pünktliches Ericheinen unbcdmgt notwendig. Bernau.. MUglicder-Verfammlmig heute, Ällttooch,?>/, Uhr bei Rothwald'(>saal) Kaiferstraße 82. Vorträge, Vereine unü Versammlungen. Freie Hochfchulgemeinde für ktzralctaticr. Sonnabend, de» 7. Fun, fällt der WathematillurS 3—5 Ubr aus(entgegen der mündlichen Besprechung). Der nächste Kurs ist wie gewöhnlich, Sonnabend, den 14. Juni, 3—0 Uhr. Der Kur« vom 7. Sunt 5—7 Uhr wurde aus Mllt- woch, d-n 4. rOmi, 5—7 Uhr verlegt.— Verband inaktiver Unteroffiziere Dentlässands. Vertrauensleute am S. 6.. abends 5.80, in Roland- Festläten, Sisässer Str. 26.— Verein ehem. Schüler der 69. Gemeinde- schule. Sitzung 0 Uhr Bärwaldstr. 68. Gäste willkommen. ?ugenüveranstaltungen. Lichtender«. Heute Mittwoch Bortrag: Lugendschntz und Jugend- recht. Besprechung der Pfingstsahrt. Sriefkaften üer Reüaktion. Heute findet die juristische Sprechstunde vou 2 bis 4 Uhr statt. Jeder lüc d-n Briefkasten besttmmten vnkcog« füg, man einen BuSstoden und eine Nummer bei. Briesllcde Auskunft wird niibl erteilt. Eilige An- fragen trage man in der JuriftifSen Zvrewstunde, lündenktr. S, S. Hof stntS, 4 Treppen, 4 bis 7, Sonnabends 8 bis 6 Uhr nachmittags vor. Schriftstücke und Verträge find rnitzubcinaen. A. ft. 27519. t. 14. Lebensjahr. 2. Beiderlei Geschlecht. 3, IS Fahre. 4. Parteibuchhandlung AbreS Ortes,— P. Z. 14. Wenden Sie sich an Herrn gugendlelretär Rüdiger, Bellevuestr.?.— Kriegsbeschädigter 1000 H. Fragen Sie beim.Tabakarbeiier' an. Bremen. Faulen ir. 58/60. — C.®. 1878. 1. Unbelaimt. 2.»lolfemmiision bezw, Kohlenliclle Arotz-Berlin.— F. 24. Herrn Lehrer Klmgler, Berlin, RbeinSbrrger Strasse 62, Auch im.PorwartS* befinden sich oft Hinweise darüber.— intcc de» Giesjdause. Ohne Namen und Adresse unmöglich,— ösntb. 1.— 3. Die Ansprüche können solort geltend gemacht werden und eS kann Anfvrnch«ms di« sosortige Auszahlung«Hoven werden.— S!. A. 100. k. In Ii) Llahren, 2. Segen all« Beteiligten.— C. M. 1888. Hängt von der Postbehörde ab. Di« Einstellung ist jedoch zweisel« hast.— L. 74. 1.— 3. Die Steigerung ist zu hoch, wenden Sie sich iolort an d»S MietelnigungSamt, 4, Sa. 5. Nein, 6.®tca«knfft.— K. B. 00. Nein, da«ine gesetzliche UnterhaftungSpssicht gegenüber der Schwester nicht besteht,— G. Ö. 100. 1. Unter Zugrundelegung(ihrer Daruellung sind es vertragliche Leistungen 2. Ja.— K. 121. Ja.— A. S. Der Standesbeamte kann von der Beschaffung Abstand nehmen. Nehmen Sie mit ihm Rücksprache,«p, letzen Sie sich mit dem Auswärtigen Amt in ver« bindung.— Otto N. 18. 1. Zimmerstr. 90. 2. Ja,— O. G. 45. Das ist von der Stellungnahme des AibeilerratS abhängig.— O. B. 84. Rufen Sie sofort das MieteinigungSamt, Zimmerstr- 90, an.— W. Wt. Sp. 30. Anspruch auf EntlassungSanzug haben G>e nur dann, wenn Sie Kriegsbeschädigter sind,— I. U. 30. Reichen Sie daselbst Klage em. WetterauSNiNten für da» mittlere Nordveartwinnd vt« DonnerStag mittag. Vielfach heiter aber noch kühh und sehr veränderlich: besonders osttich d« Oder noch öfter etwas Reg« bei ftifll.cn nockweltltchea Wind«, - Bad-Nauheim Hessisches Siaafsbsd.— Außerhalb des beeetuteu Gebiets und der neutralen Zone gelegen. Am Xaunn? bei Frankfurt em Main— Sommer- und Winterbetrieb. Hervorragende Heilerfolge bei Mei-akranU- heiten, beginnender ArterlenverkaSkiins, Zln»- kel- nnd AelenkrhcuniatlninnH, ftbciit. flüeken- ittarka-, Kranen- und Ä ervenieidr a. Sämtliche neuieiijiche Knmitiel— H»rti«(he Park- und Waldspariergänge.— Vorzügliche KbazerU, fheeter Tennis, Golf, I&oeket mw, Man fordere die neueste AnskunftsschriTt'2. n? vor*„öcschäfts- zimmer Kurhaus Bad-Naatteim". v.g. w■ �'-.y�r rf. t.-..**-,'»--'**"'.*-1■sL1•./ g''-, Uhr: Penthesilea. lücatsches Theater. Allabendlich 8 Uhr; Max Pallcnberg in Familie Schimek. Kammersplele. Ailabendiich?>/, Uhr: Lcupoldine Konstantia in ElfersucJit. Theater des Westens Allabendlich T'/jUhr- Mla Werber und Hans Wass- mann in(ieisha. Theater 1. d. KSiiggrStzerStraße Dir.: C.iMeinhard- R. ßernauer b Ufer; Erdgeisf. Donnerstag: Musik. Freitag: Musik. KomMenIiäus an der Marschallbriicke Heute geschlossen. Donnerstag 7 Uhr; Z. I. Male: Llselott von der Pfalz. Freitag; Liselott t. der Plalz. Berliner Theater >,-» uhr; Sterne« die wieder leucliten. Residenz-Theater. Untcrgrundb. Klosterstralie, Ausgang Stralauer Straße, Täglich S Uhr: Schauspiel von Sudermann. Regie: Alfred Rotter. Trianoa-Theater. Bhf.Fricdrichsir�tr. 4027,2391 Thftt 8 U. Heute z. 271. Male: JsrWitsAuZ tchauspfcl von Sudcrmann. Sonnab. 1.2: flänset u. Grelcl. Sonntag 4 U.: Johannlsleuer. Walhalla-Theater. t1/, Uhr; Die Meine SMaMn. Rose-Theater. 4',, Uhr; Konrert, Vorstellung, Spezialitäten. T/s Uhr: Ehe- Urlaub. Gasino-Theater. Lethring. ötc.St.SäaU'/.SUijc: Der selige Hollschinski. Äm 1.'und 2. PftngNkeirrieg, nechmitlop« Z�.Ulir: ,7Za dhatt eo ntdjt". '18 IL: Der setige Holtfchinoti hulssn-Theater. r/ttä ÜclilsciieüeSänie. MomaSg3:Me ü. Lielie Dlens-5. Kindervorstellung tag d.Cenovefan.Hirschk. IPBLLO ; FriodrichstraSe 218 1 Dir.; Jaroes Klein 1 ! 7»/. 5onnt.3'lzn. 7»/,[ Gastspiel Anton MsMfl [ m. seiner aus 28 Personen bestehenden 1 Qesellschalt in der t daktigen Burleske iWer ist der Vater? ! Vorb. Spezialitäten!! 1 Son ntA1/: Uhr jed. F r-[ gA-achsene I Kindfrcl! ÜsiMsU.-fj'.vstLi' Bliubendlich 7'.', Uljt; FZiMusr M Säuger Otto Bcuttec �- oft». mm j KABARETTS {OEHReNSra J53 f Faul itc/niti ■\inna Bererellj rrits Berber Viel» Rosa : actipiilcn-'Woii Lassl u. Acuni Ifansl Etzen "ranz Romahc .Hla Renard Adolf Karnbach . m Flügel: Heasc:; Confa Fiatow üyfgyi» Konzert« I AiCBSlngr-XUeBter Somtnersplcizclt. Leitung: Hans Slemberg. Gastspiel Guido Thielscher: 8 Uhr: Cbarieya Tante. Deutsches Kßnstler- Theater. Sommerspleizeit. Dir. Max Adalbert/ Kart Götz. Allabendlich 7V, Uhr: Die Rulscfabäbn. Central-Theatej" KommandantenstraBe 57. Die SeMnste von Allen. Dcntsehes Opeimhans 7 U.: Schwätzerin v. Saragossa, Vorher: Cavalleria rusticana. Frieör.-WillielniSL Tksaler p/eUhr�as veelmileÄW Kleines Theater. rv, uhr: Kiiffleieüiiältchen. Samische Oper (&'?: ScfawarzvaidiSjideL Unstsptelhaas JZ': Die spaßlseiiB Fliege. Metropol-Theater. 7 uhr io: Bie Fsschiöislee. Ä'cnc» Operettcntiaus w. u,: Die Dame wni». Palast-Thoater 7Vj Uhr; Die Q'scharalje. Die Praa ohne Beruf. Haupttreffer 33. D. Einbrecher. SchUler-Thent. Chart. Tt/j Uhr: WZ ViW. Thalia-Theater 7v.u.: ZßrwiMfflBiiiMel. Th. amXollendorfplatz 3V. Uhr: Dia Ahnfrau. 7 uhr: Die Puppe. Theater d. Priedrichstadt T-f-uhr: 4 Einakter. Walln er-Thcater Ph uhr: Maadranola. Natfonal-Theater. T'ADielinopBppe. Theater am KottbuserTor. Allabendlich P/9 Uhr; Elite Sänger chemai. Stettiner Sünxer. Idumorislischer Spielplan! — Sotnmcrpreise."KE Eintritt 60 Pf« Im Garten; Bliithgen-Konrert. Büsch | Heute 7'/.U.:Clrc.-Progr., Lange u. Olbson, Tänze u. Ein Fest n. d. Stiergciecht. SVjpräz.; Ringerwettstreit. Wiederaufnahme desweg. Polizeistunde abgebroch. Fntscheidungskamplcs: Hintxe, Meisterringer von Berlin, gegen Pawlowicz- Scrblen. Femer ringen u. d. Wandschneiderpreis; Schneider Leipzig gegen Hohrm ann-Charlottenbg. r.ntschcldungskampf um d. groß. Ptetst Balm, der Samson Amerikas, gegen U'rhach-KBIn._ Winf er- Galten Täglitü 7Vs Uhr: Variet�-Spislplan Hauchen gestattet! 4— 6 Freikonzert Wiener Praterleben im Clou Mauerstr. 82. Freitag, 5. Juni; Tänzaufführung Oberlandlertruppe 25 Tänzerpaare. Adtnirais-PalasL Täglich VJ» Uhr Sonntags 3 u. 7 Uhr Die neuen Ballette Im OespsUIaS Wiener Welzer außerdem ■ Tanz. Revue. Ihr Sport Benny Porten. 0. Herrenschrieiderin. gAl£XAMD£RSntS5i hpill« Else Garell Karl Stßhr 3 Schwestern Luck Alfred Jansen Mary Walter Rosl Körner Am Flügel: Sawatic ConD Helnsius Ebener• Konzerte. Vcrgnügaaespfilast droß-Serlini früher | Kliems lestsäle, fiaseaheide 13-15; Direktion; Karl Knopp«. Dienstag, den 3„ Donnerstag, den 5. und Sonntag, den S.Juni: Großer Ball mit verstärktem Orchester. — Anfang Soumags 4 Uhr, wochentags 7 Uhr Die eleganten Säle und Sommer-Theater sind an | Gesellschaften und Vereine unter kulanten Bedingungen zu vergeben. 194L »»•••eeeoeseeee®®»«#®®*»»®»®» J OO ISSS�fl Qr.Salli Jeden Dienstag. Mittwoch, Donnerstag und Sonntag; Sonntag« Anfang 8 Uhr, wochentags Anfang 6 Uhr. W.MV ww Annahme rar Vorwetten Rennen zu Berlin=Grsinewald.. 5. Juni IRennen des Union»Klab> BerIin«Grunewald.. 9. Juni MänchentRiem... 8. Juni Magdeburg..... 8. Juni Dresden...... 9. Juni Trabrennen zu Hamburg-Farmsen 4„ 8., 9. Juni DerlZn-Marieudori.. 8. Juni Annahme vor Vorwetten für Berlin hei persiin- licb erteilten Aufträgen bis 3 Stunden vor dem ersten programmäßig angesetzten Rennen. Für auswärtige Plätze nur am Tage vor dem Rennen bis 7 Uhr abends: Bckadorrstr. 8 parterre, KnpfllrRtei». dämm S34. MayeHscher Platz S Ein?. Innsbruoker Btr. 6b. Oranleahncger 8ti. 48— 49 fon der Friedrich straße!, hachift- bancrdaium 19(Kommission f. Trabrenn.) u. an den Theaterkassen der Firma A. Wertbeim Leipziger Str. 132| Tauentzlcnstr. 12a hioliendarfplaU 7 Rathenower Str. 3 Planufer 24 1 KSnigstr. 31/32. Für hriedlche u. tefegrapfifsche Auftrage Annahme bis 3 Stunden vor Beginn des ersten programmäßig angesetzten Rennens nu p Sckadowstr. 8. An Wochentagen vor den Rennen werden Wetten bis 7 Uhr abends angenommen. Klavier (»ti.(Jffinet u. Bacmonium lauft Scbachtschntlder, Bnttomsc Stia&c 14. III ( Preisongohe)._ Elektromotore Gletchfttom, fDrcbficom fdrft, tmtfcht. oertouft[U3tS .1., Schönberger, CVcÄro.Snhoft. Ulftcole 100. 0-I-x. 1723. Sluine Anerkannt yorzDgl.KQche Glate Weine ff. Kaffee, Zivile Preise Wiener Schrammein Dietrich Pepf Werner. Gemütlicher Aufenthalt. I Eintritt frei t MaMolme, Laute. (ftltaece. TOanöcvmanbof. 4ä—.czftflSä—.ftonjcrflontc 123.-, 145.-(Unttftidit 8. ®crtattiT)oi'oroz, rocntLloftbo. 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Die Gebote, welche nur dann berücksichtigt«erden können, wenn sie den Berkaussbedingungm entsprechen, müssen bis sPTtesten» üen 24. Juni 1919 in den Äänden der Vesellschafk fei*. Bis zum Empfang der Nachricht ist der Bieter«» sein Ge° bot gebunden.'Sic ÄriegS-Fell-Aktiengesellschaft muß jedoch die Antwort bis znm 15. Juli 1919 zur Post gegeben haben. ts./f Laaikatzeu Bascbenzügc Kabelwiaden Wandwindea Taukioben Drahtseil- kioben Zahnstangen winden stets sof.at) Lage: G. Wagner Berfl»» l Cäpcnlckerätr./l Verl.SiePrsl.V.H fSi�zstsolBel- gndiBsti*!® O m. t>. U. BerfhiC:, NcatPromenad.I Eckhaus«in Babnh. Börse, Eigenes enrtkl. Fabrikat, LajctnacsucU erbeteni I Die Diktatur öes Proletariats von Jntlsn Börcherdt. Sine einsahtnbe Darsirtlun., bmo untre der fBütahtt bc« tltolrtnrmte zu«erstehen ist tmb wie sie begründet wird. Preis CO Pfennig. Verla« der Liciifslrafilen Blit.-LlcRterfcffie, Uedwi jstr.l flotoorteure ecst&iten Slabeft. BW lautabaK 1» Jonen und Stanzen ans!ÄW TaM. 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Wir lade* hiermit astc Aolleginne* und Aollege* ein, die nachstehend verzeichnete* Bezirksversaminluugeu vollzählig zu besuche*. Zn diesen Sitzungen! innen die Bei- träge entrichtet werden, auch wird den Mijgliedern Gelegenheit geboten, sich in der Allgemeinbildung Über sajt'.alpoiiiijaw und Siewerksthafisfragen durch Teilnahme an den Vorträgen in den Vezirissitzungen geistig zu festigen. Andererseits ist es aber drinaend erforderlich, daß die Mtigileder an den inneren Arbeiten de, Verbandes durch Besuch der Sezirkssttzungen regen Anteil nehme». 70,13» Di« SdjirfaaettanmlUGe*" st»de» statt: MtlKöS. ses 4. Juni 1819, oßeüös?'/- Hör Bez. Spandau..r°s«ch°k-� Bez. Creptow-ßaumrcbulenweg. Nestaurant„Tteptvwer Klausech Els-nstr. 87/8?, Ecle Klef. Holzstrahe. tZ.7~ �Tptßpnrpr«ch«*»«!»enen«•foll «sez. iucilkemec..Sttlincr cho»". Anlonplatz I. Bez.!iönigsv?ul'terbausen-M!dau. Abends 5>/z Uhr: Hotel„vfnhl", Kilnlg-wusterhausen. Bez. Karlshorft. auetino' DoßaerstßOt öen 5. 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Eine radikale Minderheit versucht, ihren Willen mit Gewalt der großen Mehrheit des Volkes aufzuzwingen. Dabei schreckt fie nicht vor der Anwendung von Waffen zurück. In blutigen Straßen kämpfen haben die Frei- willigen, Führer wie Mannschaften, den offenen Aufruhr nieder- gezwungen, sich mit ihren Leibern schützend vor die Volksniaffeii. die Nationalversammlung und die Regierung gestellt. Allmählich kann die deutsche zerrütreto Wirtschaft wieder in Gang lommen. Voraussetzung dafür ist, daß Deutschland von den» ChaoS bewahrt bleibt. Dazu werden die Freiwilligen weiter beilragen. Jeder einzelne von ihnen hat daran auch ein venonlicheS Interesse, da nur in einem wieder ausblühenden Deutsch- land seine wirtschaftliche Zukunft gesichert wird. Kameraden! Der kommende Friedensschluß, ganz gleich von welchen Personen er vollzogen wird, bringt eine starke Ein- fchränkung der deutschen Weh rm acht. I» Hetzblättern wird de» Freiwilligen geschildert, daß fie demnächst auf die Straße gesetzt werden sollen und dann das Schicksal der Arbeitslosen teilen werden. Die Freiwilligen sollen zermürbt und zum Auseinanderlaufen gebracht werden. Dann würden die Leute, die uns rusfische Zustände bereiten wollen, freie Lahn haben. Die Freiwilligen können wegen ihrer Zukunft so beruhigt sein, wie es in dem hartgeprüften Deutschland möglich ist. Ihre Leistungen werden voll anerkannt. Das findet seinen Ausdruck dadurch, daß dieser Tage eine ganze Anzahl von Männern aus de» Mannschafts- stände zu Offizieren befördert werden. Der notwendig werdende Abbau des Heeres wird nur langsam vonstaiten gehen. Dabei werden die wohlerwor- denen Rechte der Berufssoldaten voll respektiert werden, dem Boykott, der den Freiwilligen angedroht wird, werden wir zu bcgegnrn wifftn. In den Betrieben des Reiches wird, falls eine Aechtung der Freiwilligen weiter ver- sucht werden sollte, Platz frei gehalten werden, wenn sie ins bürgerliche Leben zurückkehren. Ebenso werden bei der ein- gelcileten großzügigen inneren Kolonisation die Freiwilligen in er st er Reihe neben den Kriegsbeschädigten bei der Anstedlung Berückfichtigung finden. Kameraden I Bewahrt wie bisher dem Vaterlande und Eurem Volke die Treue, die mit Anerkennung und Treue vergolten werde» wird.» Berlin, den 3. Juni 1919. Im Auftrage der Neichsregierung: N o S k e. ______ Reichswehrminister. De? verfaffungsaussthuß öer üeutjchen Nationalversammlung begann am Dienstag die zweite Lesung des Entwurfs. Zur gc- schäftlichen Behandlung erklärten die Abgg. Dr. Heinze(D. Bp.) und o. Delbrück(D. Rat.)), daß noch leine bindenden Beschlüsse ihrer Fraktionen vorlägen und sich dre beiden Parteien Anträge zur zweiten Lesung im Plenum vorbehalten. Der erste Teil des Ar- tikels 1 wurde in der Fassung erster Lesung angenommen. Das Reichsgebiet besteht aus den Gebieten der bisherigen deutschen Länder. Andere Gebiete können durch ReichSgesctz in das Reich aufgenommen werden, wenn es ihre Bevölkerung kraft des Selbstbestimmungsrechts degebrt. Abgelehnt wurden An sein sollen. Die Debatte drehte sich um einen Antrag Kahl auf Beibehaltung der früheren Reichsfarben schir>arz-weiß-rot. Auch der hanseatische Senator S t a in e r bat im Namen aller drei Hansestädte, im Interesse der Seeschiffahrt und des Ansehens un- seres Handels, an den alten Farben festzuhalten. Abg. Kock-Kassel (Dem.) wandte sich gegen den Flaggcnwechscl. Später, wenn aucks erst der Anschluß Dentichösterreichs entschie- den sei. könne man sich über diese Sacke schlüssig werden. Abg. Katzenstein(Soz.), dem sich später Abg. Molkcnbuhr(Soz.) anschloß, führte dagegen aus, die neue Zeit»edürfc des äußere» Zeichens. Wenn sein« Partei nicht die rote Farbe beantrage, die für sie weiterhin das Zeichen ihres Strebens wäre, so wolle sie damit sagen, daß noch alle ihre Forderungen erfüllt seien. Schwarz-rot-gold habe in der Freiheitsbewegung 1848 eine große Roll« gespielt. Abg. Dr. Colin(11. Soz.) beantragte„rot" als Reichsfarbe. Der Vertreter Deutschösterreichs, Dr. Lud» Hart- mann, rrklätte sich für schwarz. rot-gold, womit die Deutsch- oft erreicher ihre Ideale v«rbändeir.— Abg. Groeber(Zentr.) unterstützte den Antrag Kabl- Delbrück auf Beibehaltung von ichwayz-weiß-rot und verweist auf das Beispiel Frankreichs. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wurde mit den Stimmen der Sozial- Demokraten und Demokraten beschloffen, die Abstimmung auf Mittwoch zu vertagen. Art. 3 wurde dahin gefaßt, daß die allgemeinen Regeln des Völkerrechts als bindender Bestand- teil des Deutsche» Reichs rechts gelten. ReckiSanwalt Herzfeld überreich, t den schriftlich formu- karren Antrag auf Bernshmung dcS Minister« SandSderg. der unter anderem damit begründet wird, LandSserg habe den„Das Dokument der Schuld" üt«rschri ebenen Artikel im„Borwäns' geschrieben oder Materiol dazu galici�rt, er habe unwahre Än- gaben gemacht, um gegen den damals schon in Haft befindlichen Angeklagten Ledeoour Stimmung zu machen, die Anklage zu veranloffen und Material dazu beizutragen.— Das Gericht behält sich die Beschlußfassung vor. Die Vernehmung des Zeugen Moser wird fortgesetzt. Rechtsanwalt Herzfcld fragt, ob der Zeuge wisse, daß die Sol- datcndemonstration unter Führung SpiroS, die den damaligen Volksbeauftragten Eberl zum Präsidenten der deutschen Republik ausrief, und der Soldakenputsch, der zu derselben Zeit(0. Dezember) veranstaltet wurde, um den Bollzugsrot zu verhaften, Herrn Eber: vorher bekannt gegeben, worden sei.— Das Gericht lehnt die Frag« ab mir der Begründung, es werde als wahr unterstellt, daß der Angeklagte überzeugt gewesen ist. die So!» datcndcmonstration am 6. Dezember sei von der Regierung oder von Mitgliedern derselben veranlaßt- Auf die Richtigkeit dieser lleberzeugung komme es aber in diesem Prozeß nicht an. Auf Antrag der Verteidigung werden«rage Zeugen vernom- Der Fall Eichhorn imö öie Gewährsmänner öes„Vorwärts*. Im Anschluß an eine abfällige Kritil deS Zeugen Tiesenhansen im Prozeß Ledebour schreibt die.Freiheit":.Und ausgerechnet auf einen solchen Charakter� baute der.Borwärls" seine schäm- lose Hetze gegen Eichhorn asis."— Wenn die.Freibeit' sich die Mühe' nehmen würde, den„Vorwärts" aus den ersten Januartagen durchzusehen, so würde sie finden, daß wir unsere Anklage gegen Eichhorn durchaus nicht auf die Aussage eines einzigen, sondern einer ganzen Reihe von Zeugen aufgebaut haben. WaS die„Freiheit" eine.schamlose Hetze" nennt, ist in Wirklichkeit ei» von sieben oder acht Zeugen gleichmäßig beobachteter Vorgang: wie nämlich im Polizeipräsidium unter Eichhorns Aussicht Zivilisten be» waffnet und zum Kampf gegen die RegierungSlruppen abgeschickt wurden. Die.Freiheit" mag über die Glaubwürdigkeit Tiefen- Hausens urteilen wie sie will, in diesem Falle deckte sich jeden- falls feine Aussage mit den Bekundungen von mindestens einem halben Dutzend anderer Zeugen, die völlig unabhängig von ihm uns ihre Beobachtungen vortrugen. Rur die in solchen Fallen stet» sich einstellende Gedächtnisschwäche der .Freiheit" verhindert fie wohl daran, sich überdies zu erinnern, daß u. a. auch ein ArbeiterratS Mitglied der Firma Schwartzkopff im.Vorwärts" ausdrücklich bekundet hat, daß d» Srbeitsrrat der Firma vom Polizeipräsidiu« aus, der aus der LntersuchungShost vorgeführt wird und zur Bc- fastung des„Vartvärts" gehörte, sagt, er habe gesehen, daß ein Mann mit verbundenem Kops von(Soldaten mit dem Gewehr- kolben auf den Kopf geschlagen wurde, daß er zu Boden fiel. Derartige Mißhandlungen seien in vielen' Fällen vorgekommen. Auch Frauen seien mißhandelt worden. Diese Mtzhcmdlungc« seien ans dem Hofe der Dragonerkaserne vorgekommen. Graf Westarp müsse das alles gesehen haben, denn 'r sei dabei gewesen und sei immer herumgerost. Auf dem Hole lagen blutende Menschen. Ob sie icr waren, kann der Zeuge nicht sagen. Er behauptet mir großer Bcstimmtbeit, Graf Westarp sei von_dcr Einliescrung der Gefangenen bis gum Abend, wo sie unter SiegeSgesängen nach dem Gcsängnis geführt wurden, auf dc.w_ Hos« der Dragonerkaserne gewesen.— Zeuge Gras Westarp behauptet dagegen sehr bestimmt, c sei erst gegen Abend nach der Kaserne gekommen. Leichen oder blutend« Men- schcn habe er dort nicht liegen sehen.— Zeuge Braß bleibt bei seiner Angab« und fragt den Grasen Westarp, ob er nicht hN Stall der Kaserne«ine Ansprache vor den Gefangenen gehalten habe.— Graf 23 c st a r p beantwortet diese Fra�e mit einem be- stimmten Nein.— Zeuge Braß, der seines lerdenden ZustairdeS wegen auf einem Stubl vor dem Zcugsntifch sitzt, springt in höchster Erregung auf und ruft dem Grafen Westarp ins Gesicht: „Sie Lügner".— Der Vorsitzende mahnt den Zeugen Braß zur Mäßigung.— Braß entgegnet, entweder er stehe vor der Oeffcnt. lichleit als Lügner da, oder der Herr Gras. 300 Leute fiälien die Rede gehört, sie sollten als Zeugen geladen werden.— Der Vorsitzende bewerft, eine obiekirne Unwahrheit liege hier zweisollos vor, aber eine bewußie Lüge brauche deshalb nicht angenommen werden, weder auf der einen noch auf der anderen Seite.— Graf Westarp erklärt, er sei gar nicht im Siall gewesen. Viel- leichi liege eine Verwechselung vor, denn im Stabwelm sahen die Offiziere sich alle ähnlich.— Angeklagter Ledeoour bearc- tragi, wenn Graf llöestarp wieder geladen werde, solle er im Stahlhelm und der Ilmform erscheinen, die er am Tag« der Er- stürmung deL„Vorwärts" trug, damit die Rekognition erleichtert werde.— Aus Befragen gibt der Zeuge Braß noch an, als©ras Westarp die Ansprache an die Gefangenen gehalten hatte, habe einer der Gefangenen Einwendungen gemacht, woraus Graf Westarp gerufen habe:.„"ich werde Euch alle kalt stellen". Im Gefängnis in der Lehrter Straße sei Graf Westarp aus ihn, den Zeugen, zuoelommen und habe gesagt:„Wir wissen, wer Sic lind, auch Sie werden an die Wand gestellt".— Zeuge Graf Westarp bemerkt hierzu: Das stimmt. Es wurde gesagt, der Zeuge sei ein Russ- und ivabrsck-einlich Radek.(Braß hat einen Apostel topf!) Das habe er dem Oberst Reinhard und dem Major Stefani mitgeteilt.— Zeuge Braß, der den Eindruck eines Nevvenleidenden macht, glaubt, daß er im Gefängnis erschossen werden soll. Zeuge Schwan, der ebenfalls als Teilnehmer an der Be- schling des„Vorwärts" in Unterinchungshaft sitzt, sagt, er sei mit den anistrest Gefangenen zusammen aus dem..SSorwSrts"- Gebäude abgeführt worden. MS cr herauskam, habe ihn ein Posten der AtegierungStruppen ins Gesicht geschlagen, so daß sein« Brille zertrümmert wurde. Er und die anderen Gefangenen seien von den Soldaten durch Kolbenschläge misthandelt worden aus dem ganzen Wege von der Lindenstraße bis nach der Dragonerkaierne. Er. der Zeuge, habe sich bei dem Offizier de- schwer!, der habe ihm geantwortet:„Ihr verfluchten Spione, Euch werden wir das besorgen, Euch werden wir den A�...�ausreißen bis an den Stehkragen". Dieser Offizier sei Graf Westarp, den er, der Zeuge, ganz bestimmt wiedererkenne. Im Hose_der Dragonerkast rno— sagr der Zeuge— lagen Leichen. Die«sol- baten zeigten auf die Leicken und sagten zu uns:..Ihr strolche. Euch paffte tt dasselbe".— Zeuge Graf Westarp bestreitet ganz entschieden, der vom Zeugen Schwan bezeichnete Offizier zu fern. Zeugin Frau Sieinbring, aus der Untersuchungshaft vorgeführt und mit der Besatzung des„Porivärts". zu der sie gc- börte. oefanecn genommen, sagt: Ich kam als letzte aus dem „Vvrwär:s"-Gebäilde heraus. Di« Soldaten empfingen mich mit Ohrfeigen, Graf Westarp trat auf mich zu und sagte:„Die tst es. Da schrien die Soldaten wie die Indianer:„Die rdte Acha." Ich mar sehr erstaunt, dag man mich für Rosa Luxemburg Hillen komite, denn ich bin doch eine junge Frau und Rosa Luxemburg w.rr eine alle Frau. Die Srldaten Packten mich, stießen mich mit Füßen und schlugen mich mit Kolben. Da:- muß Graf Westarp gesehen haben, denn er stand �dicht dabei. Er griff mich an den Arm und stellte mich vorn an die Spitze des Zuges. Die Soldaten riefen:„Hoch Rosa, und damit man dick Parteih... besser jeden kann, gehst du ein paar Meter vor dem Zuge." Auch bei diesem Vorgang war Graf Westarp zugegen. Er tat sehr er- freut darüber, daß sie nun endlich Rosa Luxemburg hätten. Am Tor der.Kaserne riefen die Soldaten ihren Kameraden zu:„Da haben mir die RasaD Auf dem Hose lagen die Seichen von erschossenen Gefangenen, isoldatsn sagten zu mir:„'Sieh mm, Rosa, wo die liegen, dahin kommst du auch." Die Gefangenen wurden tdann in einer Reihe aufgestellt. Graf Westarp wir» auf mich und Major Stefani ließ mich aus der Reihe tretest Soldaten stellte» mich unter Stößen und Schlägen an die Wand. Einer legte das Gewehr auf mich an. Da stürzten ander« Soldaten herzu mid riefen:„Nicht schießen, das Pulver ist zu schade für die. wir werden sie in Stücke reiße», damit jeder etwas hat." Als ich später im ilntersitchungsgefänqnis saß, ist ein Siaatsanwalt mit dem Grafen Westarp zu mir gekommen. Da fragte Graf Westarp, ob ich ihn nicht ienue, cr sei es doch, der mich an die Spitze des Zuge» gestellt habe. Graf Westarp bemerkt hierzu, er habe, als die Zeugin aus dem„Vorwärts" als eine der ersten hevauslam, geglaubt, sie sei Rosa Luxemburg. Ändere Gefangene hätten aber gesagt, sie sei nicht Rosa Lurentburg. Er selbst habe die Zeugin nicht an die«Pitze des Zuges gestellt, cr habe auch kein Geschrei gehört und von den Mißhandlungen, die die Zeugin angab, nichts gesehen, er sei erst abends gegen 7 Ilbr nach der Dvagonerkasern« getommen.�— Frau Sieinbring behauptet dagegen, Graf Westarp sei schon am Rachmittag in der Kaserne gewesen.— Graf Westarp gibt an, er sei auf Vorladung des Untersuchungsrichters der Zeugin Stein- bring im Gefängnis gsgenübergestellt worden. Dr habe er oller- dingS gefragt, ob sie ihn kenne, aber er l?abe nicht gesagt, daß er sie an die Spitze des Zuges gestellt habe. Angeklagter Ledebour und Rechtsanwalt H e r z f eld fragen, wie denn Graf Westarp zu der Zeugin ins IllttersuchungSgesiinanis gekommen fei.— Staatsanwalt G y f a s bemerkt dazu: � Es fer behauptet worden, Frau Steinbring habe am„VorwäriS" ein Maschinengewehr bedient. Um das festzustellen, seien ihr Graf Westarp und andere Zeugen gegenübergestellt worden. Graf Westarp bittet den Vorsitzenden, einige von ihm be- nairnte Zeugen, die dem gegen die.Vorwärts". Besatzung vorge- gangenen Stoßtrupp angehörten, zu laden. Seine Ehre sei hier durch Zeugenaussagen und in Zeitungen, die er nicht mit der Kneif. zange anfassen möchte, schwer angegriffen. Er bitte, durch beeidbare Zeugen sdie Zeugen aus der„Vorwärts"-Besatzung werden wegen Verdachts der Teilnahme an der unter Anklage stchendei'. Tat nickt vereidigt) feststellen zu lassen, daß er den ganzen Tag beim„Vorwärts" gewesen sei, also an den Vorgängen in der Kaserne nicht beteiligt gewesen sein könne. Zeugin Steinbring verwahrt sich gegen Anzweiflung ihrer Wahrheitsliebe durch den Grafen Westarp. Sie als Frau und Mutter von zwei Kindern habe auch ihre Ehre, die geschützt werden müsse. — Der Vorsitzende bemerkt, Graf Westarp habe doch die Ehre der Zeugin nicht verletzt.— Angeklagter Ledebour verweist darauf, daß Graf Westarp von beeidbaren Zeugen gesprochen, diese in Gegen- satz zur Zeugin Steinbring gestellt und sie dadurch beleidigt habe. 'Der Vorsitzende habe da» wohl nicht gehört. Er, Ledebour, erwarte von der Loyalität des Vorsitzenden, daß er die Aeußerung des Graten Westarp rüge.— Der Vorsitzende sagt darauf, er habe keinen Kit- laß» dem Grasen Westarp eine Rüg- zu erteilen. Am Mittwoch wird die Verhandlung fortgesetzt. telepbonisch aufgefordert wurde, die Arbeiter zwecks Le- waffnung«ach dem Polizeipräfidiu« zuschicke». Unsere Behauptungen sind also iehr gut fundiert, wovon sich die.Freiheu" vielleicht noch einmal bei Gelegenheit überzeugen wird. Bielleicht erlundigt sich die„Freiheit" auch bei ihrem Partei- genossen, Dr. Äurt Rosen selb, der zugegen war. al» ein Redakteur deS.Vorwärts" vor dem Untersuchungsausschuß der Preußischen Landeöversainmlung über die Grundlagen der Beröffeni- lichungen im.Vorwärts" vernommen wurde. hochverratsprozeß gegen dorten. Eine neue deutsche Note. Berlin, 3. Juni. Dem General Nudant ist«in« neu« Rote der deutschen WasfenstillstandStommission überreichr worden. Darin heißt e«:„Das Vorgeben hochverräterischer Kreise im rhei- nischen Gebiet hemmr die deutsche Regierung in der Ausübung der RegierungSgewoll in Provinzen, die staatsrechtlich und ver- fassungsrechllich Bestandteile des Reichs und der Gliedstaaten sind, und benimmt ihr die Möglichkeit der loyalen Turchfübrung der in Ansehung der besetzten Gebietsteile in den Wafsenstillftauds- vertragen übernommenen Verpflichtungen. Eine Duldung dieser Machenschaften oerstößt gegen Artikel 7 des WassrnstillsiandSvertragrs vom 8. November iSlß, der dessen endgültiger Festsetzung seitens d«S Höchstkommandierenden der alliierten Armeen, Marschalls Fock. auf die deutscherseits ge- machten Ergänzungsvorschlag« schriftlich erklart worden ist, daß der Toxi deS euwäbnten Artikels eine Llenderung in der bestehen den L e r w a lt u ng So rg a n i sat io n nicht einschließt.' Die Handlungsweisa jener Individuen stellt sich als ein Unter- nehmen des Hochverrats gegen das Reich nach den Be- stimmungen des ReichS-Strafgesetzbuches dar. Nach dem deutschen GerichtSderfossungsgesetz ist das deutsche Reichsgericht in Leipzig zur Aburteilung dieses Lerbreckens zu- ständig.. Die deutsche Regierung hat den zur Verfolgung von Verbrechen des Hochverrats zustanckgen Oberreichs anwalt in Letp- zig angewiesen, gegen die Hochverräter da? gerichtliche Lcrfahrcn einzuleiten--•' Unter Berufung auf den angeführten Artikel V des Waffen- stillstandsvertrogs erwartet die deutsche Regierung, daß die alliierten und assoziierten Regierungen Anordnungen treffen, daß die ort- lichen AesatznngSbehörden der Durchführung des vom Oberreichs- anwalt eingeleiteten Verfahrens und den Anordnungen der von ihm beauftragten örtlichen siaatsanwaltschaftlichen und Polizeibehörden keinerlei Hindernisse in den Weg legen und daß sie insbesondere zulassen, daß alle diejenigen Persönlicheiten, bei denen der dringend« Verdacht des Hochverrats festgestellt sein wird, ver- hastet und zur Aburteilung an daS zuständige Reichsgericht übergeführt werden. Die deutsch« Regierung erwartet demnach, daß keinerlei Ein- griffe in das bereits anhängig« Strafverfohren gegen den Berliner Staatsanwalt Dr. Dorten in Wiesbaden erfolgen werden, der sich als„Staatspräsident der rheinischen Republik" bezeichnet und sich hochverräterisch Ämtshandlungen angemaßt hat." Zentrumserklärung gegen Loseeißungs- bestrebungen. Barteiautzschlnft gegen Landesverräter. Berlin, 3. Juni. Tie Zentcmnsfrackrioit der deutschen Nationalversammlung hat in ihrer gestrigen Sitzung ein- stimmig eine Erklärung beschlossen, in der cb heißt: ES gibt zurzeit kein groß er«» Verbrechen am beut- scheu Volk, als durch Unterstützung und unter Mitwirkung de» Feindes auf die Trennung von Landesteileu vom Ganze» hinzu- arbeiten. Die ZentrumSparici weist durch ihre berufenen Vertreter alle diese vaterlondSfeindlichen Bestrebungen mit größler Entschiedenheit zurück. Sie hat keine Gemeinschaft mit Persönlich- leiten, die sich an solchem Treiben beteiligen, und fordert ihre Parteifreunde in ganz Deutschland auf, in geschlossener Einheit und unerschütterlicher Treue zum Reich zu stehen.... Die ZentrumSparici steht jeden, der fich an solchen Bestrebungen beteiligt, als außerhalb der Partei stehend an. Rednerkursus. Heute abend 6 Uhr im Augeudheim beide Kurse. Thema:„Was ist Weltrevolutioux" GMerffchchsbewegung Die SchUeßung öer Spanöauer Staotswerkftätten. In einer am Montag abgehaltenen Versammlung der GeWerk- schastZkommission Berlin uab der Umgegend sprach Eich l er- Svandau iiber die Frage der Schließung der spandauer StaatZwerk- statte rr Ter Redner ging auf die der Schließung voraufgeg rngenen Verhandlungen ein und betonte, die Arbciterräte haben alles getan, rim die Spandauer Betriebe auf die Friedensproduktion umzustellen, sie haben zu diesem Zweck Arboitsaufträge hereingeholt, die Um- stellung würde auch ohne schwere Störungen haben vor sich gehen können, sie sc! aber gescheitert an dem Widerstände der Regierung, die den in den Betrieben leitenden Stellen nachgegeben habe. Tie leitenden Personen seien bestrebt, die Spandauer Betriebe der Privat- iirdustrie in die Hände zu spielen, Hur Begründung der Schließung werde' die Behauptung aufgestellt, in den Spandauer Werkstätten werde keine produktive Arbeit geleistet, das Rohmaterial werde ver- schleudert, es sei deshalb vorteilhafter, den Arbeitern den Lohn zu zahlen, ohne sie arbeiten zu lassen. Diese Behauptung sei unzu- treffend. Tie Arbeiter hätten Aufträge für Mb Millionen Mark hereingebracht, aber die Betriebsleitung habe erklärt, diese Aufträge seien ungeeignet, sie dürsien nicht ausgeführt werden. Es sei l>e- bauplct worden, unter dem Druck der Arbciterräte sei Material vec- schoben worden. Das sei nicht wahr. Scksiebungeu seien allerdings vorgekommen, aber durch Verschulden von Reichsstcllen und Behörden, die sich von geriebenen GeschäftÄcuten hätten hinters Licht führen lassen. So seien aus den Beständen der Staatsbetriebe IM Mb Kilo Led;r zum Einkaufspreise von 1917, das Kilo 9, SS M„ verkauft worden. Di? Arbeiterräte hätten verlangt, es solle der der- zeitige Marktpreis von 12.45 M, gefordert werden. Aber die Be- triebsleitung habe darauf bestanden, es dürfe nicht mehr als der Einkaufspreis gefordert werden. Die Firma Flakomski in Dcrnzig kaufte das Leder also zu 9,45 M, verkaufte es sofort für 19 M. und verdiente bei diesem Geschäft 1 399 999 M. Ein anderes Bespiel: In einem der Spandauer Werke hergestelltes Flußeisen sei für 250 M. an einen Händler verkaust worden, der dasselbe'Material einige Tage später für 499 M. wieder an die Spandaucr Betriebe verkaufte. Die Offiziere in der Leitung der Werke hätten dm Bestrebun- gen der Arbeiter, den Betrieb umzustellen und aufrechtzuechalteil, den großlen Widerstand entgegengesetzt. Unbegründet sei der Vor- Wurf, die der S. P. D. angehörenden Arbeiter der Staatswerkstätten würden terrorisiert. Nur drei oder vier-Fälle könnten zur Begrün du ng dieses Vorwurfs herangezogen werden, � Aber in diesen Fällen- seien, wie festgestellt sei, die Be- treffenden aus berechtigten(!) Gründen entlassen worden. Eine große Zahl von Mehrhsitssozialisten hätten den Arbeiterräten angehört und man habe mit ihnen ohne Schwierigkeit zusammen- arbeiten können, denn die Acbeiterräte hätten sich ja nicht mit poli- tischen Freere n, sondern nur mit der Umstellung der Betriebe be- schäftigt. Aber die Mehrhsitssozialisten hätten eine Konferenz mit Noske algehalten und die Folge davon sei die Verfügung gewesen. wonach die Betriebe geschlossen wunden. Der Abgeordnete Stahl habe gesagt, die Schließung sei aus politischen Gründen erfolgt, Der Redner führte weiter aus, in den Sammellagern befänden sich große Mengen von Automobilen, die als Transportmittel für die SJandwirtschaft durch verhältnismäßig kleine Reparaturen brauch- bar gemacht werden könnten. Aber diese Arbeiten würden nicht in Angriff genommen, man lasse vielmehr das ganze Material ver- kommen. Es müsse versucht werden die Betriebe wiederherzustellen. Der Referent empfahl eine längere Resolution,' die einstimmig ang?nommen wurde und durch eine Deputation der Regierung über- reicht werden soll mit dem Ersuchen um Verhandlung. Am Schluß der Resolution werden folgende Forderungen er- hoben: 1. Restlose Wiedereröffnung der Betriebe. — 2. Wiödereinstellung sämtlichec nicht unter die Bestimmung des Demobilmachungsamts entfallenden Arbeiter, Arbeiterinnen und An- gestellten.' 3. Sofortige Wiedereinstellung der Arbciterräte. 4. Unbedingte Mitwirkung der von den gesamten Beschäftigten gewählten Vertreter in die Hauptverwaltung der Staatsbetriebe. 5. Arbeitsbeschaffung ohne Rücksicht auf die privatkapitalistischen Interessen, Zuletzt wird die Unterstellung der Staatsbetriebe- unter das ReichswirtschastSministevium gefordert. » Hieraus nahm die Versammlung Stellung zu dem Kartell der sogenannten Angestelltenvcrbände, die sich in letzter Zeit in der Bekleidungsindustrie und in anderen Industriezweigen gebildet haben. Diese Organisationen wollen alle in den betreffenden Berufsgruppen Beschäftiglen, sowohl kauffnänni- sche Angestellte wie gewerbliche Arbeiter und Arbeiterinnen, zu- sammenfassen. Die Versammlung sprach sich rückhaltlos gegen diese Organisation aus. da sie nicht als Gewerkschaften anzusehen seien, sondern in das Tätigkeitsgebiet der Gewerkschaften störend eingeeifen. Es wurde beschlKssen, in der sozialistischen Presse einen Aufruf an die Arbeitnehmer zu erlassen, der die fraglichen Organ i- sationen beleuchtet und vor ihnen warnt. Auf Antrag S i e g l e s wurde eine Resolution angenommen, welche sagt: Die Versammlung protestiert gegen den Beitritt der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands zur Liga für den Völkerbund, da dieser Schritt unternommen ist ohne Befragung der Mitglieder der Gewerkschasten. Die Berliner Arbeiter lehnen es ab. einer Organisation anzugehören, die nicht auf internationaler sozialistischer Grundlage ausgebaut ist. Aus eine den Bopkott der Mitglieder von Freiwilligenverbändcn betreffende Anfrage antwortete K ö r st e n, eine Deputation habe in dieser Angelegenheit mit Noske verhandelt. Genosse Broldt habe erklärt, in der Vollversammlung der Arbeiterräie werde seine Frak- tion(S. P. D.) die Aufhebung des Boykottbeschlusses beantragen. � Das sei geschehen. Wenn die Angelegenheit in der Arbeiterrätever- sammlung erledigt sei, wdrde die Gewerkschaftskommission dazu Stellung nehmen. An diese Mitteilung schloß sich eine Aussprache, in der alle Redner sich gegen den von Regierungsmitgliedern vertretenen Standpunkt Ivandten, wonach die Gewerkschaftsführer die Ausführung des Beschlusses zu verhindern hätten. Es wurde betont, daß gefaßte Beschlüsse nicht in der Ausführung verhindert werden können und nicht verhindert werden sollen, weil diese Beschlüsse für be- rechtigt gehalten werden. Schmidt vom Handlungsgehilfenver- band teilte mit, auf Veranlassung Noskes habe die Staatsanwalt- schaff Anklage gegen ihn erhoben, weil er in einer Versammlung für die Durchführung des Bedkottbeschlusscs eingetreten sein solle. Wenn die Mitglieder aller Gewerkschaften in dieser Nngelegenheli so geschlossen hinter ihren Führern stehen wie die Handlungsgehilfen, dann uriiid das Vorgehen Noskes gegen die Gewerkschaften seinen Zweck verfehlen. Anträge zu dieser Angelegenheit lagen nicht vor. Eine treffende Glpffe. Im„Gewerkschaftlichen Nachrichtendienst" wird der Kongreß der Arbeiter der Bekleidungs- und JnstcmdsetzungSämter von einem Mitarbeiter in folgender trefflicher Weife glossiert: „Es gab eine Zeit uiffi ich weiß nicht, ob sie schon ganz vorüber ist, in der gewisse von der Revolution verwirrte Arbeiterschichten die Gewerkschaften für überlebt und überflüssig, sie sogar für schäd- lich hielten. In jenen vom Revolutionsrausch erfüllten Tagen hielten die in den BekleidungS- und Fnstandsetzu n g?- ä m t e r n beschäftigten Arbeiterinnen und Ärbeiier einen Kongreß ab, der die(Newerkschaften mit einer kühlen Handbswegung beiseite schob. Am 29. und 27. Mai tagten dieselben Leute-wieder in Berlin, Der Kongreß nahm zunächst den Bericht der Fünferkommission entgegen, dessen Leitmotiv das resignierte Bekenntnis war: e s ist Nichts erreicht! Die Schuld suchte der Referent bei allen anderen, nur nicht bei sich und seinesgleichen. Nacheinander ließ er die Regierung, die S, P. D. und— die Gewerkschaftsführer aufmarschieren. Aber selbst die Delegierten ließen es sich nicht nehmen, darauf hinzuweisen, daß dt: Parteistveitigkeiten das Interesse der Fünferkommiision wahrscheinlich mehr in Anspruch genommen haben, als die Interessen der Arbeiter, Genosse Stühmer, der Vor- sitzende des Schneidervevbandes, erinnerte daran, daß man ihm auf dem ersten Kongreß sogar die Auskunft verweigert habe, welche 1 Aemter auf jener Tagung vertreten seien: das wäre„Amts- ' geheimnis". Im Januar habe man sich an ihn gewandt, weil es „so" nicht weilergeh«. Seit der Zeit habe die Orgcmifation alles Zweckmäßige für die Arbejter der Bekleidungsämter unternommen. Aber von einem Zusammenarbeiten mit der Fünferkommission könne trotzdem nicht gesprochen werden, denn von allen Eingaben. Resolutionen usw., die der Referent verlesen habe, sei den G.'wcrk- schaffen nichts bekannt gewesen. Notwendig sei vor allem, den Weiterbestand der Betriebe zu sichern. Deshalb müsse man beweisen, daß die Betriebe auch renlabilitätsfähig sind. Dieser un- beschränkte Wille zur Mitarbeit entlockte dann dem Vorsitzenden des Kongresses das Geständnis, daß es ohne die Gewerkschaften nicht mehr gehe." Zum Reichstarif für Versicherungsangestellte. Zu diesem unter obiger Ueberschrift in der Montagmorgen- nummer des„Vorwärts" veröffentlichten Notiz erhalten wir von Angestellten der Generalagenturen eine Zuschrift, der wir das Fol- gende entnehmen: Die Angestellten der Proviiions-Generalagen- turen fallen bis heute nicht unter den Tarif. Es ist uns von der Organisation versprochen worden, den Tarif durch das Reichs- arbeitsamt offiziell als Reichstarif erklären zu'lassen, wodurch dann sämtliche Angestellte des Versicherungsgewerbes erfaßt würden. Auch wollte der Verband sich mit dem neu.gegründeten Ar- beffgeberberband der Provisions-Generalageniuren zwecks Aver- kennung des Tarife- in Verbiijdung setzen, um so die gerechten Forderungen der Kollegen durchzusetzen. Obwohl' der Tarifvertrag seil dem 12. iKai vorliegt, haben wir etwas Positives nicht erfahren. Es bleibt zu berücksichtigen, daß der Tarifvertrag mit Gültigkeit vom 1, Januar 1919 getätigt Warden ist. Eine Besserung unserer Lage ist, wenn es so weiter geht, nicht vorauszusehen. Hier kam- mcn diverse 1050 Beamte in Frage, die auf ProvisionS-General- agenhiren beschäftigt werden, Die Vorgänge sind auch bei uns geeignet, ArbeitSunlust und Unruhe in den Betrieben großzuzüchtcn. Es kann der Fall ein- treten, daß auch wir wegen Abschluß und sofortiger Durchführung des Vertrages zum Streik greifen, damit wir fju unserem Rechte kommen. In einer anderen Zuschrift wird betont, daß die Arbeitgeber in rücksichtsloser Weife die Ausführung der neuen Tariffesffetzungen zuungunsten der Angestellten auszulegen versuchen. In mehr als einem der in Frage kommenden großen Versicherungsbetricbe setzen die Herren Direktoren usw. einfach das Gros ihrer Angestellten in die niedrigste Lohnklasse, die eigentlich nur für die jüngere», uneingearbeiteten Kräfte zustäudig ist. Zu bedenken ist dabei, daß es sich doch um Personal handelt, das 25 bis 35 Jahre alt ist. Von diesen Kräften wird ausdrücklich auch besonders sorgfältige und überlegte Ausführung der schwierigeren Arbeiten verlangt. Bei der jetzigen Einschätzung sind sie mit einem Male niHv-besser als der jüngste Kollege und nicht mehr wert als jede beliebige Aus- Hilfskraft mit mangelhafter Ausbildung und Erfahrung. Trotzdem die Herren Direktoren zugeben, daß dadurch Tau- sende von Mark dem Geschäft verloren gehen, und daß der Betrieb mit solch minderwertigen(auch minderbezahlten) Arbeitskräften undurchführbar ist, da damit keine vünkiliche und genaue Leistung erzielt werden kann, so wollen sie doch erneut versuchen, der Haupt- arbeitsklasse ihre gerechte entsprechende Bezahlung zu versagen. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Durch die Verschmelzung des Deutschen Techuiker-VerbandeS mit dem Bund technisch-industrieller Beamten ist eine Verlegung der Geschäftsräume des Techniker-VerbandeS noch dem Bundeshaus, Berlin NW. 52, Werftstr. 7, notwendig geworden. Die Uebersührung der einzelnen Abteilungen wird nacheinander im Laufe dieses Monats erfolgen. Von morgen ab werden: 1. Die gewerkschaftlichen Angelegenheiten der Gruppe A lBau- techniker, Steimnetztechniker, Kunstgewcrbezeichner, Gartenbau- techniker usw.), 2. alle UntelstiitzungSzablungen, 3. die Kontrolle der Erwerbslos«nunterstützung beziehenden Stellenlosen. 4. die Redaklionsgeschäfte der„D. T. Z." im Bundeshaus, Werftstr. 7, Fernsprecher Moabit 7810/11, erledigt. In einer stark besuchten Versammlung von Beamten sämtlicher Staatsbetriebe wies der Referent Herr Schirmbeck nach, wie das Bestreben von Vertretern der Beamten, Angestellte vnd Arbeiter, Aufträge für die Staatsbetriebe von den in Frag« kommenden Behörden zu erhalten, durch die privaten Unternehmer der Groß- uidustrie durchkreuzt worden sei. Sämtliche Diskussionsredner for- derten die sofortige Beseitigung derjenigen leitenden Personen, die die Staatsbetriebe nicht in die Höhe kon?men lassen wollen. Große Fabrikgebäude seien bereits verpachtet. Nach Ansicht dieser Herren > sollen die Munition!- und GeschotzfabrÄ, Pulverfabrik und Feuer- I werckslaboratvrium ganz stillgelegt werden. Der Abg. Stahl ver- ! sprach, sich in der Eigenschaft als Reichskommissar ganz energisch ! dagegen zu wehren. Er sehe ein, daß die Vertreter der Groß- Industrie kem Interesse an dem Fortbestehen der Staatsbetriebe ge- j zeigt haben. Sehr sachlich waren die Ausführungen der beiden Vertreter der Arbeiter aus der früheren Generaldirektton, Beide schilderten, daß sie stets in: schärfsten Gegensatz zu den Bestrebun- gen der Unternehmer, welche eS ja verstanden Hatte«; in allen Behörden und, Aemtcrn Vertreter zu haben, standen. In einer ein- stimmig angenommenen Entschließung wurde u, a. zum Ausdruck gebracht, daß die Beamter: an ihrer bisherigen Dienstzeit fest- halten. Die Streikenden der Firma Schwarz u.� Fröblich, Waldemar- slraße 55, treffen sich beute um 2 Uhr nachm. im Strciklokal, Bund der tcchnisch-industriellcn Beamten. Bezirk Siemen»- stadt West. Vertraucnsmännerversammlung am Mittwoch, den-l, Juni, nachmittags illt Uhr, im Restaurant Marfand, ScemcnSstadt, Nonnen- dammallee 8v.' Verantwortlich für Politik Artar Saternu», Bln.-Friedc»»», für den übrigen Teil des Plattes: BlK.d Scholz, Reukölln: für Anzeigen: Theodor Glocke, Perlin. Verlag: Porwärts-Vcrlag<5. m. b. H,, Berlin. Druck: Borirärte- Buchdruckern und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co. in Berlin, Lindcnstr. S. Hierzu 1 Vellage. Bekanntmachung. Gemilß S 5 der Perordnung des Magistrats Berlin über Lebensmittellarten tont 18. Ottober 1916 wird für den Sc- meindedeziri der Stadt Berlin bestimmt: 1, Auf«lbfchnlN I» S der Einfuhr-Zusatzkarte Der Stadt Berlin entfallen A El«« MkiSM««chMW oder 258 WMldes WWW! nach Wahl de« Bezugsberechtigten. 2. Der Slc'nl>andel»oerkauf»prcis beträgt für das auf Abschnitt l- o auszugebende ausländische Weizenmehl 1.10 IN. I->/- psnnd für inländisches Weizenmehl(»1 pro, entiges) 0.1h rn. ie Pfund. 3. Unter Ausschluß nachträglicher Annahuic sind die An- Meldungen in der Zeit vom IMtlmoch, den bis zum Soanadend, den 7. 2noi 1019. bei den Kleinhändlern ab- zugebe:!. Die Alclnhitndler Hab»» die Anmeldeadschnitte zu ff 5 der Einfuhrzusatzkarte am 11. Ztmi 1919 bei den Groß- hiandlerit abzuliefern. Nicht abgeholte Ware verfällt mit dem 30. Innl 1319. 4. Das tnlöndliche Welzenmehl kann ohne Vor- oo.m eldni-O gegen Abgabe des gnrlzoa Avfchillttes P 5 der Bekanntmachung. Zur Beicitigung von Easausströmungen in den Häusern, welche innerhalb der Wcichbildgrenze Berlins, in Baum- lchuleitwecz, Trcplow nnd in Remickendors liegen, richten wir vom 1. Jllili d, Juni d, I, ab für.die Sonn- und Feiertage von 8 llbr vorm. lnS 8 Ubr nächm. im Hause Ltral.tucr Str. 57/58 eine Sicherhcitswache ew. In vorkommenden Fällen ist diese durch Fcrnsprechanschlusj Zentrum 10520 anzurusen. Berlin, den LS, Mai 1919, Direktion der städtischen Gaswerke. zogen werden. 5. Die mit dem Verkauf des inläoliifchon Wehl» neben dem ausländischen Mehl beaustragten ktelnhändler stnd vetpfl'chtet, dw fär das Znlondsmohl entgogengenomnie- «um Abschtilllo P 6 der Eincvhr-Znsabiarte im velseii» des Pudli?umo mit Blaoslift ja darchslreicheu. Die für das �»londsmelDl entgegengenommenen Abschnitte P 5 der Cinsuhr-zusatzkarte stnd mit den Brotkartenabschniltcn zusam- men an die Abteilung für Brotoersorgwig, Stelle Zd abzuführen. 6. Die ordnnnosmöstigo SiasgaKc be» Mehls in dsn trtmnhttndelsgsschüste« mied fernerhin streng kon- tccUiecl. Snts.chlllch der Ausgabe Oes Mehls ver- blolb« es sei unserer Beeountmachung vom 16. Wal 191 j. Sie Meiuhäubler, die dos reine ovstäudifche Wehl etwa znrSckzehalten. vermifchea oder vertausche� oder ober Neslbrfiäitde unbesag! verwende«, haben unnttchflchtiich die Schließung de» Belriebe» zu ge- wörtigen. 3m ädrlqou fiudeu, sofern nicht andere vorschittfle« schn ecere Strafen aussprechen, dl« Strofbestimmungen tze» g 10 der Verordnung de» Wagistrot» Serli« vom IS. Oltaöev 1916 Auivenduug. Berlin, den 3. Juni 1913. Nr. RA Na. Magistrat. Abteilung für Nährmittel, Oer chesjabrlge Kirsodensndsnz in sieden grollen unä mehreren kleineren Plantaeen soll am Sonn- adend d. 7. Juni, nachmittaES 2 Uhr, im hiesigen Rathause unter den Im Termine behanrtzumachcn- den Bedingungen öffentlich meistbietend gegen sofortige Barzahlung verkauft werden. 95D Querkurt, den 2. Juni 1919. Der Magistrat. AlU msg. Den 13. Ml 1919. cora. 10 M werden wie auf unserem Hos Eerlio 1 Ifatlstraße 22-21 etwa 50 Pferde sowie 1 Socpio aus unserem Kutschstall und einige Geschirr« freitznilig o ersteigern. 177/i* Mi» Bepliner OWi�-Mg-OMM Berlin W S, liransnistr. 9/10. &£ Wty. •y.:., J..ffa'tf• i'• V/'-'Vi Ken! Kochaktueil! Neu! Die poHtischs Lege und die Jorderwng der Stunde von Marc Alltoa 36 S. jr. 8° Preis 1 M. 1.—«0. Tsd. + ip°/o Sort.-Teuer.-Zuschl. Zeichnet ein scharlumrissenes Bild unserer aussen- und innerpolit. u. wirtschaftlichen Lage und zeigt mit zwingender Logik den einzigen Weg zur Rettung vor sicherem Untergang. -�Ill allell Bnchhandlongen!�- Verlas Karl Siesrismnud.BerllnSWll direkt gekuopelt mit Gleichstrom- Dynamos(Kupfer) 3 Stück 65 Volt 30 Amp. u. 3 Stück 65 Volt 60 Amp. auf Eisenrahmen montiert, geeignet für Kinos und Landwirtschaft für stationäre u. fahrbare Anlagen zu verkanten. Anfragen erbeten unter T. 24. 970 Lern! Dekorieren! 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