Nr.283. 36. Jahrg. Bezugspreis: Vierteliährl.7�> Mk.. monatl. 2L0 Ml. frei ins Haus, voraus zahlbar. Einzelne Nummern 10 Pfennig PoftbezOg: Monatlich 2L0 Ml., exkl. Zustellungs- gebiihr Unter Kreuzband für Deutsch- land u. Oeiterreich-Ungarn S.7S Ml., fiir das übrige Ausland O.TS Ml., bei täglich einmaliger Zustellung 7.7S Ml. Postbestellungen nehmen an Däne- mark, Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitungs-PrcisUste. Der„Vorwärts" erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adreffe: �Saztaldemolra« S erlin- Abend-Ansgabe. berliner Oolksblatt. fio Pfennig J Anzeigenpreis: Sie achtgespaltene Nonparcillezelle lostet l.20 Ml.«»leine Anzeigen-, das fettgedruckte Wort SO Pfg.(zulässig Z fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 25 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenanzcigen das erste Wort 40 Psg., jedes weitere Wort 20 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag SO«/« Familien- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Bcreins> Anzeige» 120 Ml. die geile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis s Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft, Berlin EW 68, Lindenstraße 8, abgegeben werden. Eeeffnet von 9 Uhr früh bis S Uhr abends, Zcwtmlorqun der foztaWemokratifeben parte« Dcutfchlands. ReSaktion und Expedition: SM. öS, Ändenstr. Z. aerulvrechrr: Amt Morttiplay. Nr.»älS7. Mittwoch, den 4. Juni 1V19. Vorwärts-Verlag G.m.b.H., SW. HZ, Lindenste.?. Fernsprecher: Am: Moritsplatt, Nr. 117 53— 54. i• S'djiiirtifn unii Mummk gegni»trschiilstt ölckiliir! Paris, 3. Juni. sReuter). ES wird gemesdct, daß Schweden und D ä n e ui a r k sich in ihrer Antwort auf die lürzliche Anfrage der Ententemächte geweigert haben, bei einer eventuellen Er- Neuerung der Blockade gegen Deutschland mitzuwirlen.� weitere Msöehnung öer Streikbewegung in Frankreich. Ernste Besorgnis der Presse. Versailles, 3. Juni. Wie schon gemeldet, streiken seit heute früh sämtliche Untergrundbahnangestellte, Beamte und Arbeiter. Der gesamte Verkehr ruht. Wie die Abendblätter mitteilen, haben in den Vormittagsstunden streikende Untergrund- bahnangcstellte begonnen, Omnibusse und Straßenbahnen in Paris anzuhalten. Nachmittags ruhte auch der gesamte Betrieb dieser beiden Verkehrsmittel. Die Bewegung greift immer weiter um sich. In sämtlichen Vororten von Paris, die wie Boulogne, Billancourt und St. Denis große Jndustriemittelpunkte sind, haben sämtliche Metall-, Automobil- und Flugzeugfabriken usw. im Laufe des Heu- tigen Vormittags schließen müssen. In der französischen Pro- v i n z beginnen sich jetzt auch in den Departements am Jura Be- wegungen bemerkbar zu machen. Dabei erklären sämtliche Blätter, daß der Streik in voller Entwicklung steht und noch weiter'um sich greifen wird.„P o p u l a i r e" bezeichnet den Streik als Generalstreik aller Tj/ansportarbeiter von Paris. Das Matt erklärt, daß die Arbeiiersthaft nicht nur bessere Löhne und den Achtstundentag durchsetzen, sondern vor allem gegen die ver- b r e ch e r i s ch e Fortsetzung deS Krieges mit der Arbeiter- schaft Rußlands und den Arbeiterrevolutionen pro- testieren wolle. Die Negierung werde gut daran tun, dies nicht aus den Augen zu verlieren. Nichts könne die Volksstimme der- hindern, sich Gehör zu verschaffen und den Willen der Arbeiterschaft auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet sowie auf dem Gebiet der allgemeinen Politik zu bekunden.„H e u r e" dagegen spricht dem Streik jede politische Bedeutung ab. Es handle sich um Lcbensmittelteuerungsausstände. Die nationalistischen Blätter führen aus, man wolle die Arbeiterschaft lediglich dazu ver- leiten, unter dem Deckmantel eines Lohnstreiks Frankreich um seinen Sieg zu bringen, indem man für den Bolschewis- m u s, der der beste Helfershelfer Deutschlands sei, eintrete. „D e b a t s" hofft, daß die Mehrheit, die gesunden Menschenverstand besitze, einsehen werde, wohin man sie treiben möchte.„T e m p s" erklärt, die französischen Arbeiter dürften sich nicht hinters Licht führen lassen. Arbeiter und Arbeitgeber sollten sich loyal ver- ständigen. Jetzt müßten sie an Frankreich denken, welches man vor der sozialen Gefahr eine/S Klassenkampfes retten müsse. Kritische Lage in?elanü. Einsetzung von Sowjets. Berlin, 4. Jnni. Tie Lage in Irland spitzt sich weiter zu. Die„Marning Post" vom 31. Mai betitelt ihren Leitartikel mit„Sowjet in Irland" und berichtet, daß von der Jrish Coopcra- tivc Eommvnwcallh, die mehr als ICOO kooperative Gesellschaften umfaßt, Sowjeträtc nach russischem Muster in mehreren Plätzen eingesetzt worden sind. Die„Moroing Pvst" stellt die Frage, ob die Regierung beabsichtige, Irland demnächst wicdcrzuerobrrn. Räterepublik in üer Slowakei l München, 4. Juni(X. lt.). Dir„Augöburger Abendzeitung" enthält ein Privattclcgramm aus Wien, wonach in der Slowakei die Räterepublik ausgerufen sein soll. Kein Streik in München. Die Nachrich: der«Freiheit", daß heute die Arbeiterschaft aller Betriebe zum Protest gegen das Urteil Levinö in den Streik ein« getreten sei, ist unrichtig. Es wird in München, wie uns von dort gedrahtet wird, überall gearbeitet; die Stadt ist vollkommen ruhig._ Zur �bshaffung öer Militärgerichtsbarkeit. Die sozialdemokratische Fraklion der Nationalversammlung hat folgenden Antrag angenommen: Die Regierung hat ihre Erklärung in der Nationalversamm- lung. die MililärgerichlSbarkeit für nichtmililärische Vergehen auf« zuHeben, bisher nicht durchgeführt. Die Fraklion foadeit von der Regierung auf daS be« st i in m t e st e. daß unverzüglich die Militärgcrichtsbarkcit r»t- sorrcheud ihrer früheren Erklärung aufgehoben und darüber hinaus die Mililärgcrichisbalkeil überhaupt beseitigt wird. Wie unS dazu mitgeteilt wird, sind die gesetzgeberischen Arbeiten zu dieser GesetzeSresorm in Vorbereitung. ZUM Coössurteil gegen Levmö. Das Todesurteil gegen den Komnrunistenführer Levin6 ist, wie uns ein Privattüegramm aus München meldet, von der dortigen Bevölkerung ohne äussere Anzeichen der Er- regung aufgenommen worden. Das lässt auf eine gewisse Er- schlaffung schließen, die nach den schweren Erschütterungen der letzten Zeit eingetreten ist, aber keineswegs darauf, daß das Urteil selbst Billigung findet. Wir können nur mit der größten Entschiedenheit wieder- holen, daß uns eine Vollstreckung dieses Urteils geradezu un d e n k b a r erscheint. Als schärfster Gegner der verhäng- nisvollen kommunistischen Bestrebungen halten wir zugleich daran fest, daß in der Deutschen Republik niemand für eine Tat, die ehrlicher politisckjer Ueberzeugung entsprang, dem Scharfrichter versallen, daß die an sich verwerfliche Todes- strafe auf keinen Fall politische Verbrecher treffen darf. So sehr es die Dflicht der Republik ist, ihre Justiz von Resten einer barbarischen Vergangenheit zu befreien, so ent- schieden muß aber auch auf der anderen Seite die kommu- nistisch-unabhängige Theorie zurückgewiesen werden, nach der die gegenwärtige Staatsordnung kein Recht habe, sich gegen Umsturz zu schützen, weil s i e s e l b st aus Umsturz entstanden sei. Diese Theorie ist nur für den besonderen Zweck erfunden, und ihre Erfinder selbst wären die ersten, sie wieder preis- zugeben, wenn sie einmal auf Bestehen monarchistischer Putsche angewendet werden sollte. In der Praxis wird keine bestehende Staatsgewalt darauf verzichten, sich gegen Umsturz zu schützen, denn ver- zichtcte sie darauf, so wäre sie keine. Eine Regierung, die bereit ist, vor jedem beliebigen Dutzend von Revolverträgern abzudanken, verdiente ibren Namen nicht. Aber über der Ge- setzlichkeit, auf die sich jede Regierung stützen muß, steht die Recht Mäßigkeit, und die derzeit in Deutschland bestehenden Regierungen führen bekanntlich ihre Existenzberechtigung nicht auf brutale Gewalt oder auf formale Gesetze, sondern auf das höhere Recht der Demokratie zurück. Wenn Regierungen, die berufene Vertreter des Volks- willens sind, sich der Gesetze bedienen, um die demokratische Staatsordnung zu schützen, so tun sie das nach sozialdemo- kratischer Aufassung von Rechts wegen. Gewaltanwen- dung gegen eine bestehende Staatsordnung ist immer unge- setzlich, darum aber nicht immer politisch und moralisch ver- werflich, das wird sie erst dann, wenn sie sich gegen die recht- mäßige Staatsordnung der Demokratie richtet. Wir sehen darum in der Verteidigung der Demokratie gegen gewaltsame Umsturzversuche von rechts und links nicht nur eine gesetzlich- mechanische Notwendigkeit, sondern wirkliches Recht! Die Demokratie bedarf aber nicht des Henkers, um sich zu schützen. Darum darf das Todesurteil gegen Levin6 nicht vollstreckt werden. �, Toller verhaftet. München, 4. Juni(WTB.) Heute wurde in Schwabing der wegen Hochverrats gesuchte stud. jur. Toller, geboren am 1. De- zembor 1893 w Samotschin(Posen), verhaftet. Gegen öie Vermö'gensverschiebungen. Zurückziehung der Truppen aus Lettland. Die sozialdemokratische Fraktion der Nalionalversammlung bat folgende Interpellation zur schleunigen Beratung ein- gebracht: «Ist der Regierung bekannt,- daß die großen Ein« kommen und Vermögen auf den verschiedensten Wege», insbesondere durch A b w a n d e r u n g nach dem Auslände, der steuerlichen Erfassung entzöge» werden? Ist ihr Weiler bekaiinr, daß den Reichsfinanzen unabsehbarer Schaden zugefügi wird durch die Annahme von Kriegs- a n l e i h e zum N e un w e r l beim Verkauf von Heeresgut? - Ist die Reaiernng bereit, in kürzester Frist der National« Versammlung Gesetzentwürfe zur schärfsten Erfassung der Kriegs« gewinne und der große» Eintomme» sowie zur Erbebung einer allgemeinen progessive» Vermögensabgabe vorzulegen? Ist sie ferner bereit, die I n z a h I u n g n a h m e der Kriegs« anlcihe zum Nennwert soforl e i n z u st e l l e n Ferner bat die sozialdemokratische Fraktion der National« Versammlung dem Beschluß des Parteivorstandes zugestimmt. wonach die Zurückziehung der deutschen Truppen aus Lett- land. die Abberufung des General Goltz und die Ent» haftung der Mitglieder der lettischen Regierung verlangt wird._ Der Obcrpriisidcnt von Sachsen. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, bestäligl sich die Meldung nicht, daß Genosse Dr. A u g u st M ü l l e r zum Oberpräsidenlen der Provinz Sachsen ernannt worden sei. i Setrlebsräte und Mitbestimmungsrecht. Von F r a n z K r L g e r.,;■ Der jetzt vom Rcichsarbcitsministerium zur öffentlichen Diskussion gestellte Gesetzentwurf über die Be- t r i e b s r ä t e wirkt in keiner Weise befriedigend. Ich will absehen von einer Reihe unübersichtlicher und ungenauer Fassungen, die sich bei einer nochmaligen Ueberarbeitung des Entwurfs leicht beseitigen lassen. Aber die Vorschriften über dix organisatorischen Grundlagen der Betriebsräte enthalten Be- stimmungen, die eine starke Aengstlichkeit und Voreingenommen- heit gegenüber der zu erwartenden Tätigkeit der Betriebsräte verraten. Vor allem aber bringt der Entwurf in keiner Weiseeine Verwirklichung des von der Reichsregierung feierlich ge- gebenen Versprechens, wonach die Arbeitnehmer in allen Fragen des Arbeitsverhältnisses zur gleichberechtigten Mitwir- kung herangezogen werden sollen. Es ist z. B. nicht einzm'ehen, weshalb man 2 4 Jahre alt sein muß, um in einen Betriebsrat gewählt zu werden, während man schon mit 20 Jahren in alle gesetzgebenden Körperschaften der Deutschen Republik gewählt werden kann. Wenn man bei der Tätigkeit der Betriebsräte die wenig abgeklärten und leicht zu unsachlichen, maßlosen Forderungen geneigten jungen Ele- mente etwas zurückdrängen will, so mag das Ziel ja richtig sein, seine Erreichung soll man aber ruhig dem gesunden Emp- finden des Arbeitnehmers selbst überlassen, das sich auch nach dieser erregten und gärenden Zeit wieder durchringen wird. Ein passives Wahlalter von 20 Jahren genügt daher vollkommen. Ich bin sogar der Meinung, daß man bei dem aktiven Wahl- recht ruhig auf das 18. Lebensjahr zurückgehen kann, da man das Mitbestimmen in Fragen des Arbeitsverhältnisses und damit die Erziehung des Verantwortungsgefühls möglichst früh gestatten soll. Ganz besonders ungenügend sind aber die Bestimmungen über die Aufgaben der Betriebsräte. Der Betriebsrat soll gemäß§ 15 Ziffer 1 des Entwurfs darüber wachen, daß die in dem Betrieb maßgebenden Tarifverträge und die zugunsten der Arbeitnehmer geltenden gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt werden. Er soll weiter, insoweit eine tarifliche Regelung nicht besteht, bei der Regelung der Löhne und sonstigen Arbeitsbedin- gungen mitwirken. Es fehlt jedoch jede nähere Bestimmung über die Art der Mitwirkung, so daß den Arbeitgebern die Ptög- lichkeit, hier möglichst enge GrenzStzs zu ziehen, gegeben wird, und dadurch von vornherein die Gefahr von Gegensätzen und Kämpfen in das Arbeitsverhältnis und die Tätigkeit der Be- triebsräte hineingetragen wird. Tie Mitwirkung bei Einstellungen, Kündigungen und Ent« lassungen soll zum Teil nicht einmal soweit gehen, als es bisher bereits durch freie Vereinbarung zugestanden war. Der Ar- beitgeber soll von der bereits vollzogenen Einstellung den: Betriebsrat Mitteilung machen, der dann Einspruch erheben kctnn. Erfolgt keine Einigung, so kann der SchlichtungsauS- schuß angerufen.werden. Erklärt dieser den Einspruch deS Be- triebsrats für berechtigt, so muß der betreffende Arbeitnehmer zum nächst zulässigen Termin gekündigt werden. Kündigungen, Entlassungen müssen allerdings schon vor ihrem Ausspruch dem Betriebsrat mitgeteilt werden. Der Einspruch desselben hat jedoch keine aufschiebende Wirkung, sondern eine günstige Ent- scheidung des Schlichtungsausschusses hat lediglich das Recht auf Wiedercinstelluug für den Betreffenden zur Folge. Das ganze Verfahren bedeutet also in der Regel Aussicht auf einen Zu- kunftswechsel, auf d�n sehr viele Angestellte nicht warten können. Woraus ist denn überhaupt das stürmische Verlangen der Arbeitnehmer und besonders der Angestellten nach diesem M i t- be stimmungsrecht entstanden? Es ist die ganz natür« liche Reaktion auf die frühere brüske Behandlung durch die Arbeitgeber. Wenn es auch den Arbeitern in einer Reihe von Industriezweigen allmählich gelungen wach sich und ihren Or- ganisationen eine gewisse Anerkennung zu verschaffen, so traf das bei den Angestellten nicht/ zu. Durch die geringe Stärke ihrer Organisation, ihre Organisationszersplitterung und die völlig falsche Grundlage vieler Angestelltenorganisationen hatten die Angestellten bis zur Revolution aus eigener Macht nicht ihre Anerkennung als gleichberechtigter Faktor im Arbeitsver- hältnis durch die Arbeitgeber erreichen können. Freiwillig bat aber das Unternehmertum diese Anerkennung nicht gewährt. Auf das erbittertste haben die Arbeitgeber alles bekämpft, was ihr Allein bestimmungsrecht im Arbeitsverhältnis beeinträch- tigen könnte. Je mehr sie von den Arbeitern zum Verhandeln und zu Vereinbarungen gezwungen wurden, desto mehr lehnten sie den Angestellten gegenüber jedes derartige Zugeständnis ab. Nock bis in da? Jahr 1918 hinein lehnten die maßgeberch« 5e? 5aß f?r KeseS Nmk Nr5e?tneHn Die Zllmzigarette. Von Heinricb GoereS. Warum sind die Zigaretten so selten, so teuer geworden??e- trübt fragen die Raucber, suchen grimmig in den Geldtaschen, kramen einen Markichein um den andern hervor und erhalten dafür einige jämmerliche Papierröllchen. HalbgeiLllt. zerquetscht, vertrock- nct, sodaß der winzige Vorrat wirklichen oder vermeintlichen Tabaks darin bei der geringsten BeriUuung in die Winde stiebt. Der ganze Vorgang ist eine trotz der Donknotenentwertung zehnmal zu hoch bezahlte Illusion oder«in grober Setrug. Wie man es nebmen will. Glücklicherweise stnd wir in den hinter nnS liegenden Jahren derart an lumpige Illusionen und v-trügereien gewöhnt worden, daß wir sie als normale Bedingungen zum Leven nehmen und uns nicht mehr aufregen. Nur die Neugier läßt sich wchtganz unterdcucken. Wie ist eS mit den Zigaretten? Die Wahtheit über ihr Verichwinden und ihre Kostbarkeit glaube ich bereits hetauSgefunden zu baben und bin stol, auf diese volkswirtschaftliche Entdeckung. DaS Filmtheater ist eS, das der Raucherwelt die Zigaretten entzieht, der Kieniopp. Besuchen Sie leine Filmdramaiil? Bitte, tun Sie eS. Sie brauchen sich nicht zu schämen ob der Gcschmacklossgleit. Sie haben Tausende von Witgäiigern. Sie verschwinden unier der Menge. Aber Sie werden den Nachweis für meine Behauptungen entdecken. Es gibt nämlich kein Schauspiel, das sich, wie es poetisch lautet, auf der.zitternden Leinwand" abrollt, bei dem nicht eine Anzahl von Zigaretten als erste und wichtigste Requisition diente. Em Gtaf— darunter tun die Filmdichter eS kaum— findet die verlorene Tochter in der Kaschemme wieder. Er stürzt auf sie zu, siebt sich indigniert um. kauft sie loS. zündet eine Zigarette an und geht mit der Geretteten ab.— Der Spieler verliert eine Million im Baccarat. Den folgenden moralischen Zusammenbruch und die geistige Erweckung durchsteht er beim Spazier- gang im schneebedeckten Park und einem halben Dutzend Zigaretten.— Die nach dem Sodn der vornehmen Dienstgeber angelnde Gesellschafterin denkt abends in ihrem Zimmer bei reich- lichem Zigarcttrtiqttalm über ihre Schliche nach.— In Petersburg ladet die Fürstin Aprcem zum Tee ein und bereitet sich auf den Empfang der Gäste durch PapyroSgenuß vor.— Zwei Liebende erzwingen ihre Vereinigung nach äußerst verzwickten Schlichen, küssen sich halbtot, schauen dankbar zum Himmel empor, worauf sie — zwei Seelen und ein Gedanke— gemeinsam in ein Etui greifen und etwelchen Rauch in die Atmo- sphäre blasen. Da? gleiche Manöver vollführt nach furchtbaren GemütSverzcrrungen der schwankend gewordene Selbstmord- kandidat. der eifersüchtige Ehemann, die verloren« Jungfrau, der verzweifelte Bankrotteur, der über dem eisten Liebesbrief brütende Backfisch, die geniale Hochstaplerin. Zigaretten»«de» rb,»sowohl verbraucht bei einem Besuch der Pyramiden wie auf einem Ausflug nach Island, aus und unter der Erde, im Flugzeug, im Nord-Süd- Erpreß, beim Bankeinbruch wie bei der Verlobung, im Salon und im Verbrecherkeller; kurzum. eS läßt sich keine Situation ausdenken, bei der nicht die papierne Hülse ihre Rolle spielt. Natürlich, Kino- Situationen. Ein Filmlavalier, eine Plakatdiva ohne Zigarette— lächeilich. Erst dieses kleine unscheinbare und doch so wichtige Ding bringt sozusagen Leben in die Bude, schafft den großen Stil, den eleganten Schmiß. Was wären alle Künste des Regiffeur«, des flotten Liebhabers und der tragischen Heldin ohne diese Vervollständigung? Mill'vnen von Aigarette» muffen meines Erachten« bei den Kurbelaufnabmen und den Proben konsumiert werden..Da» kann auf den Marli nicht obne Einfluß bleiben. Richtet dcn Zorn, Ihr Raucher, also nicht allein gegen KitegSmaiigel und Schieber, geht ins Kino und überzeugt Euch, wieviel blauer Dunst dort gemacht wird. Dann wißt Ihr, wo die Zigaretten bleiben. �rtzibasthew in den Kammerspielen. Einige Jahre vor dem Kriege wurde dem russischen Schrift- steller Artzibaschew in Deutschland eine Sensation bereitet. Ter Uebersetzer, der Verleger, der Staatsanwalt waren um die Wette bemüht, dem Verfasser des anfangs konfiszierten und dann frei- gegebenen Roman«„Ssonin" eine Bedeutung zu verleihen, die er künstlerisch wie zeitgeschichtlich nicht verdient«. In„Ssanin" wurde das freie Ausleben der Persönlichkeit verherrlicht, daS Recht auf jede, auch die brutalste Sinnlichkeit, unter dem Deck- mantcl philosophischer Verbrämung proklamiert. Man wollte unS einreden, der russische Freiheilslamps habe sein Ende genommen in einen orgiastischen Sinneurausch. Die Mode und das Geschäft. daS mit diesen Patschoulirevo- lutionären getrioben wurde, ist längst vorbei und man wundert sich, wenn jetzt noch ein Schauspiel desielbcn Artzibaschew zu som- merlicher Unterhaltung ausgeboten wird. Sein Drama ,.Eif»r- sucht" ist ein matter Nachklang von„Ssanin". Thema: die eroti- sche Frau, die doS Spiel mit den Männern, mit allen Männern als Lebensaufgabe betreibt. In jedem Akt wird sie von ihrem Mann, der die Sache tragisch nimmt, mit. einem anderen über- rascht. Aber im Grunde ist sie unschuldig und folgt nur ihrer koketten Sinnlichkeit. Wenn sie— kurz vor dem Erliegen— schließlich doch ein Opftr ihres eifersüchtigen ManneS wird, bleibt die Frage nach ihrer Stbuld ungelöst. Dazwischen wird über alle Weillerprobleme philosophiert. In einem zweiten Paare wird daS gleiche Problem variiert. Unter den verschiedenen Liebhabern sind gute Typenlleobachtungen. Di« einzig« Berechtigung der Aufführung ist Frau Leopoldin« K o n st a n t i n, die hier alle Künste als Verführerin und Ver- derberin spielen lassen kann. Daß sie uns trotzdem kalt lassen muß, ist nicht ihre Schuld. Artzibaschew, dem wir einige gute, z. T. im „Vorwärts" abgedruckt« Revolutionsnovellen verdanken, hat hier nicht die Kraft, uns mit dieser»Teufelina" mitfühlen zu lassen. E. Stahl- Nachllaur wußte dem Gatten auch keine zwingende Note abzugewinnen. Feine und psychologisch tiefer dringende Charakteri- sierung boten T h i m i g(als unglücklich liebender Student) und Gottowt in der Figur eines gehörnten, sentimentalen Beamten, der Trost im Alkohol sucht. Mahlers öritte SinfonZe. Scherchen dirigierte am Dienstagabend in der Philharmonie vor dem großen und dankbaren Publikum der Freien Bolksbühne Mahlers Kolossalsinfonie, die Dritte. Man denke: fünf Sätze. Chöre, phantastische, rauschartige Stimmungen, aufwallende lxtcchan. tische Tollheiten, daneben und grell angesetzt mystisches Erwachen der Natur, Andacht vor dem Knospen und Reifen, Kindlichkeit und Frömmigkeit, Oual und Zerfleischuug, Gaube und bitterste Eni- sagung. AuS solchem dichten Gedränge von Geistigem und lln» geistigem, aus dieser Mischung von Erhabenem und Trivialem r- wächst keine Sinfonie. Ein Kunstwerk dennoch, weil auch der Gassenhauer melodisch stilisiert wirkt, weil in der Brandung de» ungefügigen Werks Volksweisen aufwirbeln, weil hin:cr llullcdenk- lichksiten der Form und der Linie ein Mensch, ein ganzer Musiler steht. Deshalb ist Mahler berufen, einmal volkstümlich zu werden. wenn die Würdevollen unter den Auch-Menschen sich scheu zurück- ziehen. Das gar zn sentimentale Gefühl der letzten, unbekümmerten Sätze kann dauernd nicht fesseln; dieser erste elementare Satz o er, in dem sich daS Bild von jubelnd und keuckend auizichenden Ar» bciterbataillonen grell aufrichtet, packt und reißt uns fort. Scherchen tat, mehr das Einzelne als das Ganze verlebendigend, das S.ine. um diesen Mahler wieder volkstümlich zu.machen. DaS sei ihm gedankt._ ks. Gpernhaus. Neu einstudiert wurde in der Linden-Oper unter Kapellm ister Uracks musikalischer Leitung die.Zauberslöte" gegeben DaS äußere Gewand dieser Auflührung war prunkvoll, ohne lieber- ladenheit, ist aber doch einer neuen künstlerischen Turdgormung bedürftig. Voll rauschender sternblitzender Schönheit ist die Szene der Nachtiönigin. Diese Rolle war gesanglich ansprechend durch- geführt von Cläre Schultheß-Hcmsen sals Gast), dech fehlte größere Kraft. Das herrliche Werk zeigte in dcn meisten Partien, auch in kleineren, erste Besetzung. Dem feierlich erhabenen Stil in Tamcno- Pamina und den Tempelgesängen war die Komik der Papageno- Partie fein ausgeglichen. Auch die Chöre klangen rein und schön, wie das Spiel des unvergleichlichen Orchesters. Aber schöner Älang allein tut'S ebensowenig wie die kostbarste Umrahmung; der Geist entscheidet und eS läßt sich leider nicht sagen, daß die Leitung gestern aus Persönlichem llesvelende Wirkungen bewiesen habe. Notizen. — Vortragskunst. In der Berliner Seeession..Kur» fürstendamm 238, gibt L u d w i g H a r d t heute, morgen und über- morgen Lustige Abende. Programm nach Wahl d,'S P-rbE« kums aus Hardts bisherigen Vorträgen, dazu ztz-ölj Schanspiekan» Porträt». Anfang 8K Uhr. Prozeß teöebour. Nach» Eröffnung der heutigen Sitzung erklärte Staatsanwalt Z u m b r o i ch, die drei gestern vernommenen Zeugen Braß, Schwan und Frau Steinbring, die von der Verteidigung vorgeschlagen war- den sind, um die Glaubwürdigkeit des Grafen Westarp zu erschüttern, stehen wegen schwerer Verbrechen und Vergehen— Frau Steinbring wegen Morde?— in Untersuchung— und Gras Westarp ist in dem Verfahren gegen die drei Genannten der Hauptbclastungs- zeuge. Ich protestiere dagegen, daß die Angeklagten als Zeugen über die Glaubwürdigkeit des Hauptbelastungszeugcn gehört werden. Graf Westarp ist von uns als Zeuge benannt über Vorgänge, die sich bei der Erstürmung des„Vorwärts" ereignet haben. In b e z u g auf diese Vorgänge ist die Glaubwürdigkeit des Grafen Westarp selb st von der Verteidigung nicht angezweifelt worden. Die Anfechtung seiner Glaubwürdigkeit beginnt erst bei den Vorgängen, die sich nach der Einnahme des ..Vorwärts" ereignet haben. Um jeden Anlast zu nhmen, dost noch weitere Zeugen über die Glaubwürdigkeit des Zeugen Westarp ge- laden werden, benenne ich für unser Beweisthema vier weitere Zeugen, die bei der Erstürmung des„Vorwärts" zugegen waren und sogleich vernommen werden können. RechtScrnm. Herzfeld: Ich finde es höchst sonderbar, dast nach den erschütternden Aussagen von gestern, die den Stempel der Wahrheit trugen, der Staatsanwalt erklärt, diese Zeugen ständen unter der Anklage schwerer Verbrechen, Frau Steinberg sei sogar wegen Mordes angeklagt. Dadurch sucht der Staatsanwalt diese Frau amS neue in der Oeffentlichkeit blostzustellen und zu verdäch« tigen. Ich kann den Staatsanwalt nicht hindern, noch weitere Zeugen zum Schutz seines Klienten— denn das ist Graf Westarp— zu laden. lDer Vorsitzende rügt diese Bezeichnung.) Ich kann den Aus- druck nicht zurücknehmen. Jst.es nach den gestrigen Vorgängen nicht berechtigt, wenn ich sage, Graf Westarp ist der Klient des Staats- anwalts? Vors.: Ich halte meinen Einspruch gegen diese.Bezeichnung aufrecht. m Nachdem sich Staatsanwalt Zumbroich gegen die Aus- mhrungen des Verteidigers gewandt hatte, nahm Angeklagter Ledebour das Wort: Der Staatsanwalt will den Beweis da abschneiden, wo er ansängt, ihm unbequem zu werden. Zu den Vorgängen bei den ,LZorwärts"-Kämpfen gehört auch das, was sich nach der Kapitulation zugetragen hat) denn das alles ist ein zusammenhängendes Ganzes. Die Glaubwürdigkeit des Grafen Westarp ist schon durch die Wider» svrüche in seinen eigenen Aussagen erschüttert. Er behauptete, er habe don den ganzen Misthandlungen der Ge- fangenen nichts gesehen und nicbts gehört. Er hat behauptet, nichts davon zu wissen, dast die Parlamentäre erschossen worden sind. Kurz darauf muhte er aber zugeben, in� linksstehenden Zeitungen— er sagt« gestern, er möchte sie nicht mit der Kneif- zange anfassen— gelesen zu haben, dast Parlamentäre erschossen sind und zwar an demselben Ort wo er sie hingeschickt hatte und zu derselben Zeit und in derselben Zahl. Da muhte er doch auf den Gedanken kommen, dast das dieselben Parlamentäre sind, die er dorthin geschickt hatte. Aus der gestrigen Aus- saze der Frau Stein bring ging ja hervor, dast Graf Westarp selber die Parlamentäre hat er- mordenlassen. Vorsitzender: Gegen diesen Vorwurf muh ich den Zeu- gen in Schutz nehmen. Es hat sich noch nicht das Geringste dafür ergeben, dast sich der Zeuge Graf Westarp eines so schweren Ver- brechenS schuldig gemacht hat. Angekl. Ledebour bleibt bei seiner Auffassung und verweist noch darauf, daß Graf Westarp, als die ersten Zeugen gegen seine Glaubwürdigkeit vernommen werden sollten, den Staatsanwalt um Rat gefragt hat. wie er sich gewissen Fragen gegenüber verhalten solle. Das spreche doch auch gegen die Glaubwürdigkeit des Grafen Westarp. Der Vorsitzende bemerkt, es sei seinerzeit bei der Erörterung dieses Vorganges festgestellt worden, dast Graf Westarp in einer anderen, dienstlichen Angelegenheit einen anderen Staatsanwalt aufsuchte und dabei mit dem Staatsanwalt Zumbroich zusammen- traf. Angekl. Ledebour: Aber bei diesem„zufälligen" Zusam- mentrefsin hat doch Graf Westarp den Staatsanwalt um Rat wegen seines Verhaltens als Zeuge gefragt, und der Staatsanwalt hat ihm den Rat gegeben, sich an den Vorsitzenden zu wenden, wenn er Bedenken habe, eine.Frag« der Verteidigung zu beantworten. Gestern bat ja Graf Westarp diesen Rat befolgt, als ich eine Frage an tbn stellte. Da» Gericht beschlotz, die von der Staatsanwaltschaft geladenen Zeugen zu ternehmen. Ter erste derselben ist Feldtvebel Franz Engelte. Er gehörte dem Stohtrup? an, der den„Vorwärts" erstürmte, und macht Angaben über die bekannten Vorgänge während des Kampfes bis zur llebergabe des „Vorwärts". Rechtsanw. Herz seid stellt eine Frage, die sich auf einen Vorgang unmittelbar nach der llebergabe bezieht. Das Gericht beschließt, die Frage nicht zuzulassen, weil sie nicht zur Sache gehöre und mit dem Gegenstand des Prozesses nicht im Zusammenhange stehe. Wenn in den letzten Tagen Zeugen über spätere Vorgänge vernommen wurden, so sei das geschehen, um die beanstandete Glaubwürdigkeit des Grafen Westarp nachzu- prüfen. Für die Beurteilung der dem Angeklagten zur Last ge- legten Handlungen seien die späteren Vorgänge nicht von Bedeu- tung. Rechtsanw. H e r z f e l d und Angeklagter Ledebour ver- langen, dast die Zeugenvernehmung auch� auf Vorgänge nach der Uebergybe des„Vorwärts" ausgedehnt werde, der Beweis dürfe ihnen nicht abgeschnit- ten werden. Der Vorsitzende bemerkt, das Gericht habe kein Ver» anlas sung, seinen Beschlust zu ändern. Zeuge Hauptm. v. Oppen macht ähnliche Angaben wie der Vorzeuge. Angekl. Ledebour erklärt, er habe kein Interesse an den Aussagen dieser Zeugen, wenn sie sich nur auf Vorgänge bis zur Einnahme des „Vorwärts" erstrecken. Die Staatsanwaltschaft fürchte wahrscheinlich, dast die Kameraden des Grafen Westarp in eine unangenehme Situation kommen, wenn sie über die späteren Vorgänge Angaben machen mühten, die mit denen des Gra- fen Westarp nicht überein st immen. Die Beweiserhebung wird fortgesetzt mit der Vernehmung des Zeugen Erich Marx. Er sagt, am 6. Januar fei et im Austrage von Eberl und Scheidemann nach der Kommandantur gegangen, um anstelle des im Marstall. festgehaltenen Kommandanten Fischer die .Geschäste der Kommandantur zu übernehmen, bis dieser zurückge- kehrt sei. Gegen Mittag kam Dorenbach und Albrecht vom Mar- stall auf die Kommandantur. Albrecht stellte sich vor als der von der neuen Regierung Liebknecht, Ledebour, Scholze ernannte Kom- Mandant und verlangte, daß ich ihm die Geschäfte übergebe. Blbrecht sagte, die revolutionären Obleute hätten die neue Regierung ernannt, die Regierung Ebcrt-Scheidemann sei gestürzt, ihr fei nicht mehr Folge zu leisten. Ich verweigerte die Uebergabe der Kommandantur. Darauf drohten Dorenbach und Albrccht mit Gewalt, wenn wir uns, wie sie sagten, dem Willen des Volles nicht fügen würden. Ich blieb bei meiner Weigerung. Dorenbach und Albreckt gingen fort. Beim Hinausgehen hielt Dören- bach eine Ansprach- an unser« Wache, er forderte sie auf, der neuen Regierung Folge zu leisten. Dorenbach brachte mir einen Brief mit von Fischer, der schrieb, er werde aus politischen Grün- den im Marstall festgehalten und bitte uns, nichts zu seiner Be- 'freiung zu unternehmen. Rechtsanw Herzfeld: Stand Grandke, der Kommandant der revolutionären Besatzung der Reichsdruckcrei nicht als Spitzel im Dienst der Kommandantur? Zeuge Marx' Das ist mir nicht bekannt, ich glaube es auch nicht, denn als unsere Truppen die Reichsdruckerei stürmten, lei- stete die Besatzung unter Führung ihres Kommandanten Wider- stand., Rechtsanwalt Herzfeld: Grandke war in UntersuchungS- Haft wegen seiner Teilnahme an der Besetzung der Reichsdruckerei. Er ist aus der Hast entlassen, ihm ist kein Prozeß gemacht war- den.— Als der Verteidiger weitere Fragen zur Feststellung dieser Annahme stellt, fordert der Vorsitzende Angabe des Be- Weisthemas, dem diese Fragen dienen sollen. Rechtsanwalt Herzfeld: Ich will beweisen, dast die Re- gierung Agenten unter der Besatzung der Reichsdruckerei hatte, denen sie Instruktionen gegeben hat und die ihr fortgesetzt Be- richt erstatteten. DaS Gericht beschlieht, diese Frage, weil nicht zur Sache gehörend, nicht zuzulassen. Rechtsanwalt H e r z f e Id beantragt, den Staatsanwalt Heiner als Zeugen darüber zu vernehmen, dah Grandke als Agent der' Kommandantur in der Reichsdruckerei tätig gewesen sei. Staatsanwalt Ghsae widerspricht dem Antrag«. Das Ge- richt will in der Mittagspause über denselben beraten. Auf ein« Anfrage des Angeklagten Ledebour antwortet der Zeuge Marx, vor feiner Ernennung zum Stadtkomnkandanten von Berlin sei er Generalstabsoffizier gewesen und habe in keiner Be- ziehung zu Ebert und Scheidemann gestanden. Seine Ernennung zum Kommandanien sei durch ein von Ebert und Scheidemann unterzeichnetes Schreiben erfolgt. Industrie und Handel. Börse.' Unter dem Eindruck Wiener Meldungen über die Einstellung des ZinsendienstcS im Jnlande und wenig befriedigender Nach- richien aus der Industrie eröffnete die Börse bei stillem Geschäft in schwächerer Haltung. Angeboten waren namentlich Montan- und Schiffahrtsaktien, während für Farbwerte ziemlich gute Mei- nung bestand. Von Eisenbahnen waren Prinz Heinrich kräftig ge- steigert. Heimische Anleihen waren ungefähr behauptet; Kriegsan- leihen stellten sich auf 76V>. Oesterrc ichische Anleihen gaben tsiehrere Prozent nach. Die Wiener Börse. j Die Wiener Börse wurde gestern unter dem niederschmettern- den Eindruck der Oesterreicd zugedackten Fiiedeusbedrnqungen dem Wun'cbe aller ibrer Milgliedet kniiprecheud geschlossen. Ueber den Zeiipuntl ihrer ofsiziellen Oesfnung kann zur Stunde noch nichls Bestimme» gesagt werden.' GewerffchaflsbewMng Tie Forderungen der Magiftratshilfsdiener. In der Stadthalle nahmen gestern die dauernd Unterange- stellten des Berliner Magistrais Stellung zu ihren Gchaltsforde- rungen. Sie verlangen wirtschaftlicle Gleichstellung mit den Magistratsdienern und zwar ein Anfangsgehalt von 1800 M., steigend in 18 Jahren auf 8700 M. Hinzu kommen noch die Ge- balts-. Kriegs-, Tewerungs- und Kinderzulagen. In ihrem dem Magistrat überwiesenen Beschluß weist diese schlechtbezoblteste Angestelltenkategorie auf die Bezüge ihrer im Bankgewerbe be- schäftigten' Kollegen hin, die bei wesentlich kürzerer Arbeitszeit ein Anfangsaehalt von 4200 M. haben. Ferner verlangen sie ebenso wie Magistratsdiener angestellt zu werden, und bei den Wahlen zu den Betriebsräten in die Gruppe der Angestellten und nicht der Arbeiter gerechnet zu werden. Der Referent, Stadt- sekretär Ohlasi forderte die Versammelten auf. sich nicht nur ge- werkschaftlich, sondern auch politisch zu organisieren. Der alte Kommunalfreisinn habe, so führte er aus, die schlechte Lage der Unterangestellten auf dem Gewissen, ihn gelte es zu bekämpsen in den Reihen der S. P. D. Noch kurzer Debatte wurden einige, die Forderungen ent- haltenen Resolutionen angenommen. GroßSerßn Ter Zweckverband soll Ttrahenbahneu kaufen. Die Groß-Berliner Zweckvcrbands-Versammluna hatte im März einen Ausschuh eingesetzt, der die Frage sofortiger Uebernahme der Großen Berliner Straßenbahn auf den Zweck- verband prüfen sollte. Ueber die Beratungen des Ausschusses berichtete Stadtrat Dr. Lohmeher- Schöncbcrg in der heutigen Verbandsversammlung. Der Ausschutz hat durch drei Sachver- j ständige sOberingenieur Sauernheimer, Eisenbahndirektor a. D. Kranold, Stadtsekretär Poetzsck) den jetzigen Anlagewert des Un- ternehmens abschätzen lassen. Sie berechnen ihn wegen der schlechten Beschaffenheit der Wagen und Schienen und wegen der nicht mehr langen Vertragsdauer(bis 1943) auf etwa 130 Millionen Mark. Die Strahenbahndirektion ist allerdings mit ihren Schätzungen zu Phantasiepreisen gelangt, die sich zwischen 198 Millionen und 249 Millionen bewegen. Mastgebend kann aber nur der Ertrag sein, der von dem Tarif abhängt. Bis 1. Maj 1921 kann die Strastenbahndiroktion überhaupt keine Tarifrevision verlangen, und auch dann braucht, wenn keine Einigung zustande kommt, kein Schiedsgericht zu entscheiden. Die Löhne betragen nach den letzten Erhöhungen im Jahr 72 Millionen Mark, über doppell so viel wie im vorigen Jahr. Die deshalb bewilligt« Tariferhöhung gilt nur bis 33. Juni 1919. Wird sie nicht weiter erstreckt, so bat die Gesellschaft einen Jahresverlust von 12 Millionen Mark. Muß i sie mit dem wieder eintretenden niedrigeren Tarif bis 1921 weiter wirtschaften, so verliert sie 37 Millionen. Das ganze Unternehmen ist daher sehr viel weniger wert, als die Direktion heraus- rechnet. Der Ausschuß meint nun, dast nicht wieder der Verband. einspringen soll, sobald die Lage für die Straßenbahn kritisch wird, l Er empfiehlt, die Tariferhöhung nicht über den� 30. Juni zu erstrecken. Gleichzeitig muß mit dem 1. Juli 1919 das Unternehmen auf den Zweckverband über- gehen. Die Strastenbahngesellschast, würde, wenn sie ablehnt, bei dem dann erst 1925 möglichen Erwerb vertragsmäßig 153 Millionen erhätten. Sie würde aber frs dahin 70—33 Millionen zugesetzt haben, so daß sie sich das wohl überlegen wird. Der Ausschuß hält für angemessen, der Strahenbahngesellschaft 133 Millionen Mark anzubieten, und bittet die Ver- bandsversammlung um den Austrag zu sofortigen Verhaicklungen mit der Gesellschaft. In der kurzen Diskussion erklärte namenS aller sozialdemokratischen Mitglieder des Verbandes der Stadtv. H e i in a n n- Berlin: Wir stimmen zu mit der Einschränkung, daß die Strastenbahnübernahme nicht zu einer Sanierung der. Gesell- schaft auf Kosten der. Bevölkerung werden darf. Die Recht« der) Arbeiter und Angestellten müssen bollkommen unge- schmälert bleiben, dann werden auch sie die Uebernahme aufs freudigste begrüßen. Der Verband, der noch von den Dreiklassen- Parlamenten der Gemeinden-gewählt und daher gar nicht mehr existenzberechtigt ist, wird hoffentlich sich der ihm hier gestellten Sozialisierungsauffgabe nicht entziehen. Ein anderer Redner machte den Vorbehalt, dast � nicht neue Lasten für die Ge- meinden entstehen sollen. Im Schlußwort erweiterte der Ausschuß-. Berichterstatter jenen Antrag dahin, dast auch mit anderen Straßen- bahngesellschaften Grost-Berlins verhandelt werden dürfe. Hiergegen wurde von mehreren Rednern das Bedenken geäußert, daß der Aus- schuh sich zunächst nur mit der s�rage des Erwerotz der Großen Berliner Straßenbahn zu beschäftigen gehabt habe. In der Ab- stimmung beschlost die Verbcmdsversammlung mit sehr großer Mehrheit nach dem Antrag des Ausschusses, daß die Tarif- erhöhung nicht über den 33. Juni erstreckt wird und daß sie zur Uebernahme der Großen Berliner Straßenbahn zum 1. Juli bereit ist. Sie ermächtigt den Ausschuß zu sofortigen Verhandlungen wegen Erwerbes der Aktiven zum Nennwert(133 Millionen Mark) und im Be. darfsfall auch zu Verhandlungen mit anderen Straßenbahnuntcr- nehmungen Groß-Berlins._ Zu dem„Militärexzeh auf der Heerstrahe". Man schreibt uns: Das Gouvernement Grost-Berlin klagt in! Nr. 283 des„Vorwärts" über die immer wiederkehrende feindliche Haltung des Berliner Publikums bei den gelegentlichen Vorgehen der Soldaten gegen Glücksspieler und ähnliche Elemente. Auf den ersten Blick erscheint diese Klage jedem anständigen Menschen be- rechtigt und die Haltung des Publikums ganz unverständlich. Aber wie jede Wirkung ihre Ursachen hat, so wird man wohl auch hier nach Gründen oder Ursachen zu suchen haben, und besonders ein solcher Grund scheint mir immer wieder und überall vorhanden. Wir kennen alle bereits- zur Genüge das Wort von der neuen Zeit in Teutschland. Feder Deutsche, der hinter dieser Auffassung steht, weiß, daß wir darunter die Umstellung vom System des Kom- mandos aus das System der Verständigung verstehen. Und in dieser Frage müssen die Behörden vorangehen. Hier fehlt wohl auch nicht der Wille, aber allzu häufig die Tat, die unablässige Be- mühung, dem Volke den guten Willen zu zeigen, zu erklären, zu begründen, zu erläutern, in populärer Form mitzuteilen, jede nötig« Maßnahm« und erscheinende Härte. Das Volt will mitwissen, mitdenken ur.d vielleicht mitraten können, denn es fühlt sich majorenn, reif und anteilpflichtig, wie anteilberechtigt. Daß dies« Verständigungstaktik oft nicht in ausgiebigstem Maße seitens der Regierung und der anderen Behörden verfolgt wird, ist unzweifel- Haft eine der törichtsten Unterlassungssünden. Wenn der Führer der an der Heerstraße operierenden Soldaten beim Auftreten derselben nur einige Worte der Ekläruna dem Publikum gegeben hätte, so wäre ohne Zweifel jede feindselige Haltung beseitigt gewesen. Statt dessen ist man einfach vorge- gangen, was leicht erregbare Menschen leicht zu Unbedachtsamklltten verleitet. Und so dürften wohl neun Zehntel aller beklagten Fälle liegen. Es ist erstaunlich, daß das Gouvernement Grost-Berlin dieie Einsicht nicht ausbringt. Die Drohung mit„energischeren Mast- nahmen" ist das genaue Gegenteil des Notwendigen, stärkt nur die Schlagworte gegen den„neuen Militarismus" und untergräbt die Gefolgschaft der Regierung. Gewalt ist der Todfeind der breiten Massen des Volkes geworden. Nach allem Vorangegangenen kann es auch nicht anders sein. Die Zukunft aber gehört den Verständigungswilligen. Zwang sei ein Notbehelf, tätiger guter Wille der Leitstern. Doch viel kostbarst« Zeit ging schon dahin._ Der Kreistag Osthavrlland setzt sich zusammen aus 16 Bürger- lichen, 15 Mehrbeiisioffalisien und 4 Angebörigen der U. S. P. D. Bei der gestrigen Tagung wurden in den Kreisausichust 3 Me�r- heitssosialisten, 1 Angehöriger der U. S. P. D., 1 Demokrat u. d 1 Deuiichnationaler gewählt. Der Diätensatz für die Kreistags- angchörigen wurde auf 25 M. in Vorschlag gebracht. Eine Versammlung der Metallarbeiter deS Bezirks Süd fand gestern im„Gewerkichaitshause" statt; Referent war Sommer- f e l d(U. S. P), Korrestrent Erwin Barth(S. P. D.), Dis- kuisionsredner Püschel, Weist und Grün. Mit Dreiviertelmchrbeit wurde eine Resolution angenommen des Jnbalts, daß die Ver» iammlung sich auf den Boden der von der S. P. D. geforderten Wirtschastsräie stelle. Ferner wurde ein Antstrg nngenommen, der die Wiederbenugung des„Vorwärts" als Publikalionsorgan ver- �angt.. Bolkskonzert e deS Bltüharmanifchen Orchester? k Die Berliner KewerkschnIIskomm bsion bittet uns milzutciten, daß die EintriilSkarten zu den demnächst statlsindenden Vollskonzerlen, mit Ausnahme deS 23. und 2S. Juni, ausverkauft sind. Der Verkaui dieicr Karten findet nach wie vor im Ziaarrengeichäst von Horsch. Engclnjer IS, vormittags von 9-12 Uhr, nachmittags von 4 bis 6 Uhr statt. Tie'ZIrdeiterrats-Kouferrnz der Ekektro-Inbusirie finde! nicht Freitag, den 6. I Ustt i, da an dielcm Tage die Vollversammlung der A.-Räle tagt, iondcrn Tonnabend, den 7. Juni, statt. Hans Hochouf spricht Donnerstag 71/, Ufir in der Aula d'es Bismarck- Gymnasiums in W Imersdori, Psalzburgcrslr. 35/36, über: Wie soll der Sozialist m seiner Well leben._. Groft-Berliner Lebensmittel. Mariendorf."Morgen.Donnerstag an VIcrdcbalter Haferschnlen, Zentner 13 M.. Pferd 40 Pfund. Berahlung im Zimmer 20 21 des Ral- vaufcS 13—2, Ausgabe t— 3 im Fnttermittellagcr Gqmnastinn, Eingang Ralhausstraste. Säcke mitbringen. LebenSmitlelkarte AaSwtiS. Pankow. Von beute ab tür die Woche vom 23. Mai bis 1. Juni auf Abschnitt N 5 der Einsuhr-.usatzkarte 123 Gramm amerikanische Tchwcinc- fleischprodulte(1,83). Als Ersatz für fehlende Karloffeln für die Woche vom 2. bis 8. Juni aus die Abschnitte 23ä der Ka-Ioffeltarte je IOC Gramm, also zniammen 200 Gramm Guuipen. Die abgetrennten Abschnitte 14 S der Einsubrzuiaykaite sind, zu 100 Stück gebündelt, benimmt am Montag, den 9. Juni, bis 1 Uhr nachmittags be, der Fleischabteilung, Wvllank- slrahe 13t abzuliesern, und zwar in verschlossenem, mit Angabe der Firma und Anzahl der Abschnitte versehenen Umschlage. Stralau. Am Sonnabend aus die Abschnitte 31 und 32 außer Grauben noch'i, Psd Pflaumen(1,23 M). Buchliolz. Es sollen ausgegeben werden aui Nr. 20. 30 233 Gramm Graupen, Nr. 31 150 Gramm Haierflockcn, Jugendliche 33 und 3ö zu- lammen 133 Gramm Nudeln. Voiaimieldung urug 33 Gramm Talg Gemeindeverkaussstelle DunSlaq, den 1"., nachnüila is, Nr. 1—183; Mittwoch vormittag 181—363, nckvimittags 361— 540; Donncrslag vormittags 541- 723, nachmittags 72l— 980; Freitag vormittags 931—1083, nachmittags 1081—1260; Sonnabend vormittags 1261—1440; Montag vormittags 1441—1620, nachmittags für den Rest. Genügende Mengen da, Ansteben überflüssig. Schöncbcrg. Die Stadtverordnetenversammlung hat die Magistratsvorlage auf Uebernahme der Hausmüll. beseitlgung in die Verwaltung der Stadt und auf Errichtung einer Mülll,erbrennungsanstalt nach mehrstündiger Debatte genehmigt. Ton den sozialdemokratischen Stad.ver- ordneten Kü ter, Tr, E Hajes und M o Hz wurde das ableh- ncnde Verhalten der reckiSstchenden..Neuen Fraktion", die immer wieder die Kommunalisierungen bekämpft und dabei das Interesse der Bevölkerung wahrzunehmen behauptet, als tatsächlich Haus- besitzer und Unternehmer freundlich gekennzeichnet. Sroß-öerttner pärteinachrichten. Rcdncrkursus heute 0 Uhr im„Jugendheim". Beide Kurse habe» zum Thema:„Was ist die Wcllrcvolution?" Jugenöveranstaltungen. Wedding. Heute 7 Ubr im Lokal von Kroll, Hcnmgsdorser Str. 13! Vortrag: August Bebel.— Freitag 7 Uhr: Besprechung der Psingst- Partie. verbanöstag der Zimmerer. Hambarg, den 2. Juni. Die Generalversammlung des Zentralverbandes der Zimmerer wird um 10 Uhr durch den Verbandsvorsitzenden Fritz Schräder er- össnet. Er heißt die Delegierten willkommen und führt aus, daß, nachdem der Krieg beendet, die Zimmerer zusammentreten, um über das Wohl mnd Wehe des Zcntralverbaudes der Zimmerer zu beraten. Es werben Schräder- Hamburg und Witt- Berlin zu Vorsitzenden, Lehmann-Hamburg und Nappcl-Nürnberg zu Schriftführern gewählt Als Vertreter für die Generalkommission ist K u b e- Berlin und für den Deutschen Bauarbciter-Vcrband Pap low anwesend. Die Zimmererorganisationen der Schweiz und Dänemarks senden Grüße, die österreichische und holländische Organisation werden Vertreter im Laufe der Tagung senden. Schrader-Hamburg verweist auf den vorliegenden gedruckten Ge- schäftsbcricht. Ergänzend schildert er den Zustand der bei Beginn des Krieges eintrat. Die sofortige Einberufung einer General- Versammlung war nicht möglich, so daß Verbandsausschuß und Zentralvorstand zu wichtigen Entscheidungen gezwungen waren. Tie Kürzung der Arbeitslosenunterstützung und die Verlängerung der Bezugszeit sei wohl der wichtigste Entscheid gewesen. Heute müsse es vom damaligen Standpunkt aus beurteilt werden. Redner geht dann auf die Entwicklung der Älkitgliederbewegung ein und stellt fest, daß heute die Mitghederzahl den Friedensstand erreicht hat. Er gedenkt dann der Toten, die im Felde gefallen und in der Heimat gestorben sind. Er spricht dann den Dank den Frauen aus. die in der Kriegszeit helfend eingesprungen sind. Uebergehend zu den Anträgen, bespricht er den Antrag, der den Austritt aus der Gcneralkommission verlangt. Die Gencralkommission hat eine Taktik eingeschlagen, die un In- teresse der Gewerkschaften lag. und wenn man das beurteilen will, muß man das tun unter Würdigung der Verhältnisse, und der Ver- baudsvorstand hat diese Taktik gebilligt. Was die Frage der Kriegsanleihe anbelangt, so haben wir uns nicht verpflichwl gehalten, jede Anfrage darüber zu beantworten. Wir haben Kriegs- anleihe gezeichnet, aber nachdem sie in den politischen Streit gezogen, abgestoßen. Für uns kam nur der finanzielle Standpunkt in Frage Redner geht dann auf die Arbeitsgemeinschaft ein und ersucht, die Anträge, die den Rücktritt verlangen, abzulehnen. In den weiteren Ausführungen bestreitet er die Notwendigkeit, die Aufgaben des Verbandes tm Sinne des Antrages Bremen zu er- weitern. Er behandelt dann alle Anträge, die eine Aenderung des Verbandes betreffen. Redner schließt seinen Bericht mit dem Er- suchen, daß die Besprechung im kameradschaftlichen Sinne erfolgen möge. Iömer, der Hauptkassierer, sagt, daß die Finanzen ein Spiegelbild der Mitgliederbewegung ist. Die abnorme Mitglieder- zahl in den Kriegsjahren lasse einen Vergleich mit früheren Jahren nickt zu. Das VcrbandSvermögen unterliegt der Senkung des Geldwertes. Ein starker Reservefonds ist jetzt erst recht nötig, und die Generalversammlung hat die Pflicht, dafür zu sorgen, daß er stark erhalten wird. Trotz der großen Ausgaben ist das Verbands- vermögen gestiegen, und dafür zu sorgen, war Pflicht der Zentral- leitung. Kube-Berlin berichtet für den Vcrbandausfchuß und verweist auf den gedruckten Bericht. Einige Fälle, die noch schwc- ben, behandelt er besonders, so die vom Vorstände abgelehnte Un- terstützung für die seinerzeit am Generalstreik beteiligten Mitglw- der. Er behandelt dann die mit dem Vorstande gefaßten Beschlüsse und erklärt, daß sie gehandelt haben in dem Glauben, damit die Interessen der Mitglieder zu vertreten. Bringmann- Ham- bürg berichtet über die Redaktion des„Zimmerer", auf den Bericht verweisend führt er aus, daß die Haltung des Blattes der des Vorstandes entspreche. Bis zur Revolution sind Beschwer- den nicht laut geworden, erst dann, als sich die Auffassung der Mit- glieder änderte.— Mahn- Hannover gibt den Bericht der Gene- ralrerisoren, er und Kühl-Bremen beantragen Entlastung oes Kassierers. Die Mandatprüfungskommission berichtet, daß 86 De» legierte, 17 Gauleiter, 3 Vorstandsmitglieder und ein Vertreter des Ausschusses anwesend ist. Die Mandate werden anerkannt. In der Debatte über den Vorstai.dsbericht-erhält Mallh Ehemnitz das Wort. Er stellt fest, daß gegen die Auszahlung der Familienunter- stützung kein Protest erfolgte, obwohl auch das ein Verstoß gegen das Statut war. Im weiteren Verlauf der Debatte wurde von einigen Rednern die Taktik der Verbandsleitung gutgeheißen, von anderen verurteilt. VerantivoriU-v>!>r Pnllttt Dr. W-rncr?r>s<>r, eSifistta»6ni8»''> BMZprn Teil des Blattes: Alfred Scholz, Nculölln: für Anzeigen: Theodor ßloifc, Berlin. Bering: Borwärts-Verlag/, Uhr, hält der Schriftin der Aula des„Bismarck- Gymnasiums", Wilmersdorf, Pfalzburger Strasse 30/31, einen Pfingstvortrag über das Thema: Freie Aussprache.— Genossinnen und Genossen sowie Förderer der sozialistischen Idee sind eingeladen. Gesamtüberschuß den Angehörigen derpoiitlschenGefangenen Kuhla ftartos Verkauf im Fabrikuiagazin N 31, Wattstr. 17/18. Everth& Mittelmann tieer. 1875. ßankgCSChäft 0°�' i"5' Berlin C. 19, Petriplatz 4 gegenüber der Pctrlkirche::: Fernsprecher: Zentrum 2373, 7103 und 11541. Geschäftsstunden 10—1. 3�-6 Uhr Sonnabend Geschäftszeit 9—3 Uhr. Anmeldung ausländischer Effekten kostenlos. Gewissenhafte Beratung bei Anlage der freigewordenen Kapitalien. flesteVerwertung ausländisch. A nleihen u.Coupons. leneliführniiK gründliche Unterweisung. F. Simon, Berlin W 35, Magdeburger E trabe 24. Verlangen Sie gratis Nervosej Störungen u. Erregung?- zustände, Schlaflofigkeit, neroöfe Magen- u..Herz- befd'werdcn. Reichels „Bulbrument"(reiner Pflanzcnauszng), chi un- jemein beruhigendes, heil» am wirkendes Spcjifitum, >ie natürliche Medizin f. d. Nero. M. 3,50. Otto Reichel, Berlin 43, Eifeabahastr. 4, Piättmasehinen zum Bügeln feiner Wäsche bieten gute Grundlage zur selbständlgen Eriftenz mck wenig Kapital. Drucksachen und Offerten kostenlos.' »er WchereMWiMWil 772 Rninscli& Hammer, Forst f1-0"!"') OeleaenheifsfSnfe in* Clhrcn BtiM-llJoKÄll. G. Schliephacke, Sriodrichftr. 210. Eck- Kochstr. Aus erste? AsnS kaufen Sie reeüelttalrahen. einieil. 30,—, dreiteil. 40,— ab Lager: W. Rcir.ecke, Katzbacfcstr. 25, pari.(Borckftr.)[* Fürs Landhaus: Melallbettst., Stahlmatr. f. jedivolzbettstell. paff. Ardeltwerke, luia EberswaSde bei Berlin Fernspr. No. 34, 389, 407 u. 410\ Abteilung Telegr.- Adresse; Ardeltwerk/ Zahnräderfabrik Zatinräder Verzahn, eingesamlliirp. In 2-3 Ärbeitslaf. 142L* Drehbänke Fräsmaschinen Bnhrmasehinen Bobel'u.Sliapinü'! iasehiBen 102ll\ sowie alle anderen WerkzeypaseMoeh neu u.gebrauclit i.gr.Ausw. Hc üSapus, Berlin. C. 25,- Dircfcsenstraßc, Sooen 137. 'ZIGARREN pro Mille von 650 Mark an gibt in großen und kleineren Posten ab* sStorSchnupfiabak S'fSJ: Ziisrren-Eiigros-Haus Neukölln XenltUIIn, SchlukentraBe 4-5. SpüegeSs, 2—3 Meter hoch, zu kaufe» ge- sucht. Off. u. Agsi. W 13932 Cef. Rudolf Masse, Berlin, König- strafte 50./ 48)3 3o ocifaufca! 16 gute Stühle ä M. 20,-. 9S® Wemeler Siecke 66, Laden. G Icichstroffl-Drelistromraotorenl An- und Verkauf jeder Größe und Stromart. Elektromotor Königstadt(Inhaber Roscnblütb) Blumenstraße 88. fernspr. Königstadt 2684. Verkäufe Psandleihhan», Lerrnann- plaft G. Massenauswahl I Pelzsachen 1 Serrengarderobe I choldsachen.�Bettenverlaus.' Abesstnierpunwe, Sauger, Nohre, Eortenfpriften aus- gabchalbcr billig. Schroeder. Hochstrafte 33.___ 72/7* Kordinenocrkanf. Künstler- gardincn, stuggardinen, Tüll- storeo, Tüllbeiidcckcn, Tep- piche. Bettvorleger, Läufer- stosse, Tischdecken, Diwan- decken, Portieren usw. finden Sie äuftersi billig Eelegen- hcilsiaufhaus Schönhorn, Llckerstraftc 109/170, Eckhaus Elfasferstrafte(Rosenthaler Play.___________ 120/2* Teppiche, Länferstosfe, Tilkk- decken, Divandecken. Kar- dinen. Stores. Portieren. Tüllbettdecken, Steppdecken, Federbetten usw. billigst. Scrzigs Gelegenheitskäufe, klchdenickerltrafte 15(nahe Rosenthaler Plaft). 125«* Leiterhandwagen, Sand- wagen ieder Art, Solzräder. Schmiede, Landsbergerstr. 19. "Dungkarren und andere Teansporigeräte liefert billigst ab Lager Wagner. Eöpen:cker Strafte 71._____ 121«* Aerrsaanzügc/ Paletots, Hosen, Iackcüs.Damenmäntcl, Röcke. Blnfcn. Löwcnthal, Neukölln. Berlinerstr. 41 I.*» Nähmaschine, Sportwagen billig verkauft König, Lange- strafte ItbjBof III. 1-167 Bluse, Seide. Grüfte 44. Pfeiffer, Gottschcdstr. 1.�2958b Sommerkleid, Kosttim, hochmodern, 95,—, Ccidenröcke. Blusen, schick. SO,—. Tan- finget, Mühlenstrafte la II. sSchönebcrg.). 18/7 Battsthemden, neu, Einzel- >riaus. Danzigcrstrafte 53, ne Treppc rechts._ 48/8 Saudleitermagen sowie Solz- /der aller Grüften. Kowalski, eanderstrafte 9._ 48/5* Vogelfutter verkauft„Vo- -elbörsef. Runaestr. 7. SS69b Repetieruhr, 18 Kar., mit Stoppuhr, billig. 1200 Mark. Tempclhof, Friedrich- Karl- strafte 112 IV links. fflW Gardinenperkauf, Fenster 38 Mark, Etoresverkauf, Tep- pichverkauf, Tüllbettdecken, Bcttenvcrkauf. Admiralstrafte 4� Leihhaus. �_ 47/7* Tabakpflanzen, Pflanz, wie- dein, Majoran, Semüfepflan- zen aller Art verkauft in groften und kleinen Posten Gärtnerei Sendel, Neukölln, Köllnische Allee 160. f79* Handleitcrwagen sowie Loizräder aller Gräften. Ko- walski, Neanderstrafte 9.* Feldschoeied-N, Drehbänke, Druckbänke, Bohrmaschinen, Cchraubstöckc, Ambosse, Richt- platten, Balaneiers. Hebel- scheren, Schleifmaschinen, Etechzeuge, Echmirgelscheiben, Sickcnmaschinen, Krcisschcren. kleine Werkzeuge aller Art preiswert zu verkaufen, ffreu- denheini, Seorgenkirchstr. 40.* Kostüme, Wolle und Seide, Scidenmäntel, Scidenkostüinc, elegante Sommerkleider, bild- schöne Seidenkleider, Röcke, Blusen, Morgenröcke. Gele- oenheitskäufe. sehr billig. Michaelis, Mauerstraftc 80. eine Treppe, neben Glau.* stiulwalchsässer, stober. Fa- biltt. Laufitzer strafte 43.+12* Ceschäftsverkaufe Krankhcit-wegen Restauration zu verkaufen. Zu erfragen Charlottenburg. Eppe- ditiou Sesenheimerstrafte 1. Röbellredit. Bequeme An- und Abzahlung. Einzelne Möbelstücke sowie vollstän- digc Wobnungseinridstungen. Kriegsbeschädigte und Bor- Zeiger unserer Annonce er- halten Rabatt. Gustav Gä- risch, Stramuerplatz� 1/2, Ecke Fruchtstrafte, am Schlefischcn Bahnhof. I37K* Mödek-Groft, Gräfte Frank- furter Strafte 141, zweites Ge- schüft: Jnvalidenstrafte 5, Ecke Ackcrstrafte, liefert stets zu bil- ligcn Preisen gute Möbel ge- gen bar oder bequeme Teil- Zahlung. Kriegsbeschädigte er- halten Rabatt. Anzeige mit- bringen._ Wert 5 Mark. Meiallbettcn, weift, schwarz, braun 75,—, Chaiselongues 75,—. Meickc. Auguststrafte 328, Ouergebäude� parterre. Eclcgcnheitskaus. Küchen von A00 Mark an. Kein La- den. Küchenmöbel-Berkaufs- lagcr Mcilinger, Brugnen- strafte 00. Fernsprecher Nor- den 132.________ 28/2* Möbel ieder Art auf Teil- Zahlung und bar. Gräfte Aus- wähl. Kulante Bedingungen. Möbelhaus„Luiscnstadt". Eö. penickcrstrafte 77/78, Ecke Brückcnstrafte, nahe Ianno- wiftbrücke.__ 42K— Möbeliredit an jedermann. Kleinste Anzahlung, bequemste Abzahlung, gröftte Rücksicht. Einzelne Möbelstücke gebe bc- reitwilliqst ab. Kriegsanleihe nehme in stahlung. Bei Bar- Zahlung bedeutende Preiser- mäftigung. Landwehr. Müller- strafte 7. eine Treppe__• Keinen Laden, daher bil- ligste Preise bei Möbel-Ein- käufen. Spezialität: komplette Schlaf-, Wohn-, Speise-, Her- rcn-stimmer. Moderne farbige Küäien, Auswahl in vier Etagen. Damitt, Rosenthaler- strafte 40/47. Müll-rstr. l»I.* Möbelangebot. Im Anhal- ter Bahnsvcicher stehen ver- schieden- Einrichtungen und Einzelmöbel Mm svottbilligen Verkauf. Auch Ankauf ge- brauditer Möbel. Otto Li- dcke, Möckernstr. 25. � l30K* Ansaepaftt! Bettstelle mit Matratze 75, Kleiderspind 110, Vertiko 90, Waschtoiletten, Tische, Sofas, Polstersessel, Schreibtische. Federbetten, Bücherschränke, Läufer, Spie- gel, Abwoschtische, Chaiselou- aues, billigst Lombardhaus, i Alte Schönhauser strafte 20.* Möbe!-9katb liefert preiswert Wohn-, Schlaf-, Speise- zimmer, auch einzelne Möbel- stücke, grofte Auswahl in far- bigcn Küchen, Teilzahlung ge- stattet. Elfasserstrafte 44, am Oranienburger Tor. l75K* Ausstellung modernster Kll- chen, farbig und lasiert, in allen Preislagen! Vestditi- gung erwünscht!„Berliner Möbelhaus" M. Sirschowitz, nur Südosten, Skalitzerstr. 25. Hochbahn Kottbusertor. Ich unterhalt« keine Filialen! K Moderne Küchen von M. 290 bis 1200, lackiert, lasiert und pitsälpine, uncrrei-dte Auswahl, billigste Preise. direkt ab Fabrik. Küchen- möbel-Fabrik-Lager Grofte Frantfurterstr. 4, Ecke Frudst- straftet_______-_ 10»«* Einzelne Sofas und Sessel, sowie komplette Klubgarni-........ It"'* allerbesten Fric-; verkauft Libiszowstt, Echö- densbczügcn aus Gobelin.; Feurigstrafte 03. Ge- Moguc.te, Pclour und Lsder werbliche Händler verbeten. in prima Verarbeitung. Nur!".... �,--- eigene Anfertigung. Ferner Pianos, preiswert. Link. empfehle ich mein grosses � Klavierinacher, Bergstrafte �o Lager an gcdisgencn Herren-, lInvalidenittasse), Repara Pianos, besonders billige Gelegenheiten, gute, ge- brauchte, prächtige, neue. Pianohaus Max Becker, An- dreasstrasse 47.____ 43K* Rabenstcin-Piano, ssricdcns- warc, nuftbaum, schwarz, grosser Ton, preiswert. Münz- strafte 10 III.____ 74K* Pianinos und Flügel, bil- lige Gelegenheit, darunter Blüthncrpianos, Dunscnpia- nos, Biesepianos, Quandt- piancks, Bechsteinfliigcl, Stein- wegflügel, Dunsenflügel, Krü- aer. Neue Königstrafte 31. sAleronderplatz.)____ 94/12* Preiswert neues Piano Wohn-, Sästaf-' und Speise- zimmern in tadellosester Aus- führung! trotzdem billigste Preise. Besichtigung sehr lohnend. Tischlermeister Iu- lius Apelt. Adalbertstrafte 0, am Kottbuscr Tor(Hod>- bahnstation).__ tuten. . 44/1* Herrenrad, Damenrad mit Gummibereifung, Schläuche von 15 Mark an verkauft W. Tcikhcrt, Kommandanten- strafte 60._____ 174K° Fahrrad, ssriedensgummi, verkauft Iimmcr, Trebbiner. strafte 12, Hof litt_ 29396 Fahrräder mit Gummi so- gcll'lloidabsäll«, Schallplat- ten, Wad>swalzen, Glüh- strumpfafäie kauft..Metall- kontor". Alte Jakobstr. 138, Ecke Hollmannstrafte. lMoritz- Platz 12 858.) 114K* Platinabfälle. Gramm bis 12 Mark. Fahngebisse in Platin, Gold, Kautschuk zu hödisten Preisen kauft Metall- kontor Alte Iakobstrafte 138, Ecke Holluiannstrafte. Moritz- platz 12858. I14K* Knpfcr, Mesfing. stink, stinn, Blei, Stanniol, Aluminium, Quecksilber. Eclluloid. Gold. Silber, Platin sowie alle Mctallabfälle kaufen Peters. Prenzlauerstraft! 24, Peters. Rcinickendorferstr. 12, Möbus, Waldstrafte 3, Ecke der Turmstrafte. Ermel, Gnbenerstrafte 59, Ecke der Frankfurter Allee. Dcgencr, Bahnstr. 40, Schönc- berg. Händlern und Fabri- kanten Ertrapreise. Könia- Nadt 8885.• Elegantes Herrenzimmer, Eiche, komplett, 24 Teile, und diverse andere Sadien verkaufe wegen Umänderung so- ion billigst. Müller, Ravens- WWW strafte 3 l. Tel.: Norden 4035.! wie Luftsdiläuche verkauft Schlafzimmer von 725,—, � Strccse, Grüner Weg 18. lOOft* Küdien, jicbentcilig, von 375, I_ preiswerte Speisezimmer, Herrenzimmer. Gelegenheit. Grüne Plüsdigarnitur, maha- goni Damenschreibtisch, Per- tiko. Tisch. Loewenberg, Pots- damerstr. 07, Hochpart.__ 47/18* Vollständige Stuben- und Lueckfilber! Platinabfälle! stahngedisse! Silberal'fälle! Nickel! kauft zu Selbstver- brauchprcisen! Metallschmelze Kückieneinrichtunq, nagelneu,; Baruch, Fcnnstrafte 48. 40,1* spottbillig. Elsasserstraftc�O N| Kupserabsälle! �Queckülber, links. 1-0«* Mesfing, stinn, Nickel, stink, Blei. Aluminium, Stanniol, stahngedisse, Glühstrumps aschc, Platin, Brui Nuftbaumpiano, Pracht- instrument, Panzerstimmstock, Garantieschein, 2100,—, Bliith- nerpiano spottbillig. Pianospeicher Alexanderstrafte 37 sAlcranderplatztt_ I09tt* Möbrl-Grau, Eneisenau- straftc 10..Wohnungs-Einrich- tungeu sowie einzelne Möbel, Polstcrwaren. Kasse und Teil- Zahlung._ 132«�- Korbmöbel, Gelegenheit, neue' Garnitur, vierteilig, 200,—, i 285,— Mark. Einzelne Sessel j 30—00 Mark. Blei, Skalitzer- strafte II.__ 29186* SiÄaszimnicr in rcicher Ausiaahl, einfacher Ulib cle- I gantcstcr Ausführung verkauft direkt an Private zu En- grospreisen. Schlafzimmer- Svezial-Fabrik. Aurgstr. 27, „Bürohaus Börse*. 170/2* Pianos, gute, gebrauchte, IlOO aufwärts, neue preis- wert. Abcndrvth. Pulow- strafte 44.'___ 15LK* Adam. Neue Pianos wieder in crstklaffiger Qualität, Münzstrafte 10._ 151«* Adam. Harmoniums, SDiUnj- strafte 10._.151«* Adam. Stutzflügel, grosse Auswahl, Münzstr. 10. 151«* • Adam. Reparatur-Stimm- Werkstatt, Münzstr. 16. I51K* * Pianos, präckitige, neue, ge- brauchte, uiäftige Preise, be- quem sie Ratenzahlung. Miete- klavierc, preiswert. Sachter. Oranienbargerftr. 42.___ 14«* Pierling-Pianos, neue, gute gespielte, wohlfeile Gelegen- bettelt, Kottbuserstrafte 5.[A Möbel, preiswert. Spezialität Stuben, Küdien. aud> einzelne Möbelstücke. Even-... tiiell T-ilzählting. S. A. Silberbruch,«ei en. Ringe. Weiftbach, Elsasscrstrofte 8.! höchstzahlend.„Metallschmelze Rosenthaler Tor.'/Cohn". Brunnciistrafte 11 lüil und Nestkölln. Kaiser-Frie- �ruinflcsprsch««.�abeusich � öridifltafec 229(nahe Hcr- unjere billigen Preise. Eichene r5icr Eftzimmcr 1048-8750 Mark.'"°""''latz>. 184« Schlafzimmer 947,— bis 7750, eichene Herrenzimmer 968,— bis 8260,—, Wohnzim�ner 733,— an. Küchen 455.— bis 2425-,—. Qualitätsarbeit, viel Friedensmatcrial, auch Ein- zelmöbel. Lieferung eigener Gespanne. auch ausserhalb franko. Höffner-Möbel-Gross- Häuser, Beieranenstrasse 11 bis 13 lvcrlängerie Znvali- denstrafte).* mannplatzj. Edelmetallelnkaiif Platina- abfülle, Goldabfälle, Silber- abfülle, stahngedisse. Frau Kuuth, stionskirchstr. 54. b* Platin, Silber, zu Origi- nal-Schmelzpreisen kauft Mc- tallschmelze Cohn, Brunnen- strafte 11, Sof. und Neukölln, Kaiscr-Friedrichstr. 229(nahe H-rmaiinplatz)._ 194K* Poratz, Paraffin, Wachs, Schellack, Leinölfirnis Frie- denslacke und ähnliches kauft Wolter. Thaerstrasse 0. I00K* Seltkorke, gebrauchte, Stück 20 Pf., Wcinkorkc, lange, Stück 4 Pf., kauft Sperber, stehdenickerftrassc 13(am Ro-. scnthaler Tor). Norden 4803. � 120/20* Leinölfirnis. Standöl, Lacke, BIciweift, Schellack usw. kau- fen jeden Posten Gebrüder Borowski, Gneifenaustrassc 5. Nollcndorl 2379.__ M/8* Metalle jeder Art zu hbch- steu Preisen- kauft jeden Posten stweig, Invalide»- strafte 142. Rorden 9649._* Elektrische Installations- Materialien kauft laufend Puldier, Brandcnburgstrafte 39. Moritzvlatz 12912. � 102K* Platinankauf. Goldabfälle, Silberabfälle, stahngebiste. Münzen. Frau Linke, Blü- äierstrafte 40.__ 153«* Teppiche, Möbel, Sveike- zimmcr. Einzelmöbel, Gar- dinen kauft Schönhoru. Ackerstrasse 109/170, Norden 10 890. 104/4* Spiralbohrcr, Werkzeuge aller Art kauft Otto, Ora- n!cnstrafte�l73._ I40K* Platin-, Gold- und Silber- Abfälle, Quecksilber, Ketten, Ringe, Bestecke, Uhren. Tafel- aufsätzc, Tressen, photogra- phische Rückstände, Papiere, Glühstrumpsasche. alte stahn- gcbissc, salvctcrsaurcs Silber, deren Rückstände und Gekrätze usw. kauft Platin- und Sit- berschmelzerei Broh, Berlin, Cöpcnickerstrafte 29. Telephon: Mvritzplatz 3470. Eigene Schmelze, direkte� Verwertung. Metallabfällc, Kupfer, Mes- fing, stinn, Nickel, stink, Aluminium, Lueckfilber, pho- togravhische Rückstände, Pia- ti», Gold- und Silberabfälle. sowie alle anderen Metalle kauft„Metastkontor*. Alte Iakobstrafte 138, Ecke Holl- mannstrasse. Tel.: Moritz- platz 12 858.____ IHK* Tcppich, echten oder beut- schon, 2 Brücken, quterhalten, bitte Grösse mit Preisangabe. Kümmel, Borstgstrafte 26, II vorn.___ 534/5� Firnis, Standöl, Friedcns- Ocllacke, Bleiweift. Schellack kauft bestzahlend Alfred Hoff- mann, jetzt Luisennfer 52, Untergrundbahn Prinzen- strafte. Moritzplatz 12144 u. 1062._______ 103/2. Platinabfälle! stabngcbisse, Goldabfälle, Silberabfälle, Quecksilber, fiZlühstrumpfasche. Militärtrefscn, Stanniol- Papier, Kupfer, Mesfing. stinn. Aluminium, stink, Blei höchst- zahlend. Edelmetall-Einkaufs- büro, Schmelzerei Weber- strafte 31. Alexander 4243.* Mcsfiugabfällc! Quecksilber! Kupferabfälle! stinnabfällel stinnrohr! Stanniolpavicr! Nickelabsälle! Bl-iabfällel stinkabfälle! Platinabfällel stahngedisse! Bruchgoldl Eil- bcrbruch! Ringe! höchstzah- lend! Fabrikpreise!„Metall- schmelze Baruch*. Fcnnstrafte 48._____ III* Schellack, Firnis, Lacke, An- legeöl,, Paraffin usw. kaufen Winklcr, Alte Schönhauser- strafte 28.____ 196«' Bieueawachs,• Paraffin, Harz, Lacke, Schellack kaufen höchstzahlend Gebrüder Roack, Grosse Frankfurterstrafte 25/20. Elektromotore, Materialien kaufen laufend Gebrüder Sandmeper, Markgrafenstrafte -63 a._______ 70K Firnis, Oele, Lacke, Schellack. Blciweift usw. kauft jeden Posten. Handlung chemischer Produkte, O. 34, Wilhelm- Stolzestrasse 28, 29246* Fahrradqcsnch. Motorrad- gtsud). Kämm ereil. Grosse Frankfurterstrafte 14. Aleran- der 3094._/_ 197 K* Eleikischc Leitungsdrähte, Litzen, Kabel kauft preiswert A. Sdiiimann, Grosse Frank- furtcrltrafte 31 II. König- stadt 9314._ 71K» Rähinsschinen, gut erhalten, kauft höäistzahlend Kaliski, Ehausscestraftc 73/74._ 1139* Norden 1727. Wegen Riese!, Umsatz gebrauche ich Schlafzimmer, Speisezimmer, Klavierc, Teppiche, Betten sowie Einzelstücke höchstzahlend. Gottlieb, Elfasserstrafte 28. 168«* Schreibmaschinen kauft Re- paraturwerkstatt Günther, Nrückcnstrafte 5 b lIannowitz- brücke). Moritzplatz 4700._* Fahrräder, Decken, Schläuche, wenn-audi entzwei, kauft und holt äb Gericke, Schöueberg, Kaiser-Friedrichstrasse 9. ,k64K* Leitungsdrähte, Kabel, Litzen, Anker, Spuldraht, Waäisdraht kauft Groftfcld, Kottbuserstrafte 21. Moritz- platz 4010._ 174«* Küche, Stube:, möbel kauft Bonnes, Sebastian strafte 86. Telephon: �Moritzplatz 13405. Metallschmelze kauft Mes- fing, Kupfer, stinn, Platin- abfälle/ stahngebissc, Gold- fachen. Silbcrsachcu, Münzen. Ehristionat, R-ickienberger- strafte 22(Kottbuscr Tor). 73« Spiralbohrer kaust stenner, Holzmarktsttaftc 13, Seiten-! gebäude parterre links. 1—4 I Uhr.____ 29606; Kaust jeden Posten Fahr- raddccken und Schläuche sowie gebrauchte Fahrräder. Strecsc, Grüner Weg 18.__ 100«* Spiralbohrcr, Werkzeuge,' nur neue, Motore, Schreib- Maschinen, neue und ge- brauchte, kaust laufend DU- chard Berlin, Moabit, Lil- bcckcrstrafte� 10. 73«* Tcppich, 2/ Fenster Sardinen kaust iiufc von Privaten Tanncnzapf, l Weinmeistcr- strafte 3. Slodjcn 4197.* j Stimmer>kauft Kuitner. Prenzlauer Allee 220. 178 10* j Rickelin oder andere Wider- standsdrähte kauft Kuitner, i Prenzlauer Allee 220. 178/18*, Kupferdrähtc, Klingellel- 1 tuiiq, Benzin. Messingblech kaust Kuttner. Prenzlauer Allee 220.__ 178/3*. Elektromotore kauft auch repariert Elektro-Kuttuer, Prenzlauer Allee 220. König- stadt 3692.____ 178/0* Kaufe Plane, Bindfaden, Säcke und Garne zu höchsten Preisen. Engel, Woldcnber- gcrstrafte 7. Postkarte genügt. Debattcnschrist, 3 Monats- Abend-Lchrgang beginnt An- fang Juli 1919. Kaufmännische Privalschule von Max Echoliä), Inhaber Emil Walther. Schloftplatz, Brüder- straft- 39. Fernsprecher sten- trum 367-/._______ 138«* Heinrich Maurers Privat- stufchncideschule, Alexander- platz(Eingang Königsgrabcn). Tages-, Abendkurse, Herren-, Damenschneiderei. Wäsche, Putzkurse, Echiüttzeichnen, Zu- schneiden. Anfertigung, Beruf und Hausbedarf. Schnitt- muster, Modejournalc. Lehr- plan kostenlos. Fernsprecher Äönigstadt 339.___ 130«* Berlitz- Schulen®. m. b. H., Unterricht in allen Sprachen. Abeudkiassen, Englisä, und Französisch 10 Mark monat- lich. Kleine Tagcsklassen, Einzelunterricht während des ganzen Tages. Prospekt kostenlos. Leipzigerstrafte 123a, Taueiitzlenstrafte 19a. 193K* Technische Privatschulc Dr. Werner, Rcgierungs- Bau- incistcr a. D., Berlin, Ncan- derstrafte-3. Ausbildung zu Werkmeistern. Ted'nikern, Konstrukteuren. Maschinen- bau, Elckrrotcchnik, Hodibau, Tiefbau, Abendkurse, Tages- kurfc. Neuer Kursus beginnt 16. Juni.______ 45/12* Dr. Fackclmanns Einjährigen- und Abiturienten-Bor- bcrciwngs-Anftalt Berlin- Wilmersdorf, Hohenzollern- dämm 198. Freiprospektc! Uhlaud 5890(32-4).__* Unterricht Kaufmännisch« Privatschule Paul Kowalski, Köpcnicker- strafte 143, am Echlefifchen Bahnhof. Ausbildung in allen Sandelsfächern sowie Steno- graphie, Maschineuschreiben, Englisdi, Französisch, Pol- visch, Rusfisch, Deutsch, Schrei- ben. Rechnen, polnische Sie- nographie und Maschinen- schreiben, kaufmännische und landwirtschaftliche Budifüh- rung. Tages- und Abend- kurse._ mft* Englischen Unterricht für Anfänger und Fortaeschrit- tene, sowie deutsche und sran- zöfisäie Stunden erteilt G. Swientn, Eharlottcnburg, Etuttgarterplatz 9, Garten- hau« IV.* Kaufmännische Privatschulc» von Ludwig Rösner, Hackeicher Markt. Neue Pro- mdiiade 3(Bahnhof Börse), Spittelmarlt, Eeydelstrafte 1. Anfang Juni beginnen Privatzirkcl(5 Teilnehmer). 1. Juli beginnen Einhalb- jahrcs-, Zahreslehrgänge zur Ausbildung für den kaufmönnifchen Beruf. Der Unterricht wird vormit- tags, nachmittags oder abends erteilt und umfasst alle oder einzelne der fol- genden Fääier: Rechnen, Buchführung(einfadze, dop- pelte, amerikanische), Schrift- verkehr, Handelskunde(Wech- sei-, Echeckkunde,«ontorlchre), Schönkchreibc». Kurzsdirifk, Maschineschreiben, Deutsch, Englisch, Französisch. Lehr- plane kostenfrei. Anmeldun- gen jederzeit. 121/7* Koslensret« Ratericilung allerbilligste Prozeftführung,. Ehescheidungs-, Alimenten- PfäUbungs-, Strafsachen, Unterftützungs-, Rentenge- suche, Bervachtungen. Bc- weismatcrial. von Haeuftler, Borfigstrafte U(Stettiner Bahnhof).* Darlehen von 109 Mark auf» wärts, kulant zu haben Dan- ziger. Bötzowstr. 17, 1. 100«* Bücherrevisor Ullrich, Aler- andcrstrafte 32(Alcronder 1027). Buchführung für Hand- werter._ 151R Landrichter, ausserdienstlich, Prozeftführung, Rechtsbei- stand, Ermittelungen, Rat kostenlos. Lochringerslrafta 47(Rosenihalertor). 1C6K* Kriegsanleihe, Auslands- vapierc, Pfandscheine beleiht. kauft Beleihungsstell» für Wertpapiere, Solzmarktstrafte 69/70. 48/4 ardeUsWWW >, Stellengesucftö � Junger Mann, 20 Jahre,. Ungelernt, gute Handschrift, Ild Jahr im Felde(Wetter- warte) sucht irgendein» Bc- schäftigung. Przesang. Sei- ligensce'(Havel). 48/0 Belterer Mann, 54, sucht zum 1. 7. oder später Siel- lung als Gefaiäfis-, Fabriis- Portier oder Echuldicuer. Bitte gütige Offerten Herms, Bollinerstrafte 23. 48/1 szsssrnsza Süchtige Werkzeugdreher, Werkzeugschlosser, Mechaniker. Elektromechaniker gesucht. Wcstfältsäie Mctall-Industrio A.-G., Lippstadt. 151«* Wagenlackierer, perfekte, stellt ein Gatzfdie u. Prost, Belle-Alliancestraft- 92. 29576 Selbständigen Elektromon- teur gesucht. Matern,«im. merstrasse 48»._ 151« Kutscher sucht Dampf- Wäscherei �ollandia*, Ko- pischstrafte 1. Südwest. 2900b Lehrlinge stellt bei hohem Kostgeld und 3>� jähriger Lehrzeib ein Ed. Puls, Eisen- konstruktions- irnd Kuitsi- schmiedewertstatt, Berliii- Tempclhof, Germaniastrafte 157/158.___ 161« «ontorbnrsche verlangt. Ehristianiastrafte 112/113.-148 Rcchtsberatung kostenlos! Spezialist: Ehesachen. Straf- fachen! Prozeftführung vor alle» Kerichtcnl Gesuche! Rechtshilfsstelle Neukölln Berliner Strafte 102.(Her- mannplatz.) Auch Sonn- tags!_ 127»* Daucrwäsche reinigt, ver- klewert und repariert Born. Reichenbergerftrafte 7. 78«* Reckksausknnftel Invaliden- strafte 134. Strafsachen. Ehe- fachen. Alimenten-, Renten- lachen. Beobachtungen. Er- mittlungen._ 1033� Detektei, Auskunftei, Ermittlungen, Auskünfte, Ehe- scheidungsbcweife prompt, billig.„Klug", Friedrichstraft? 131 U. 71K* Laufinrlcheu, 14—16 Jahre alt, ileiftig und zuverlässig, bei 25 Mar? Lohn die Woche sofort gesucht. Wilhelmürasse 32, parterre links._ 2967 b Sanfburfche, jüngerer, or- deutlicher, verlangt. Werk- zeugmasäiinenfabrik Scheu, Charlottenburg-Moabit, Neues Ufer.____ 151« Laufbursche, schule, itlasscn, sucht Ed. Puls, Berlin-Tcm- pslhof, Dermauiastp. 157/158. Jüngere Bureau- und Lauf- burschen für Vcrficherungs- buresu gesucht.(Nähe Helle- schcs Tor.) Geteilte Arbeits- zeit. Schriftliche Meldungen mit Lebenslauf, Feugnisab- fchriften und Lohnansprüchen wären einzureichen unler R. 24 Haupterpedition Bor- wärts.___ 29516* Etrauftsedern. Geübte Näherinnen sucht Adolf Rosen. Wallstrafte 10._ 151K* F-ttikassefedern. Geübte«le- berinncn sucht Adolf Rosen, Wollstrafte 10.___ 151«* Lehrmädchen für Putz-Fabri- kation sucht Adolf Rosen, Wallstrafte 16._____ 151x* Arbeiterinnen sucht Wäscheret Sollandia, Kopischstrafte 1, Südwest. 2946b*