Nr.ÄSS. SS.H ftd ine Sau»,»e«a»«fand* Nummern 10 Pfennig PsstdeM,: Monatlich»» Ml. qK. gufcOime». gebühr. Unter«renzbanb für Deutsch- land u. Oesterreich- Ungar» Vi Ml. für da» übrige Ausland S.TS Ml. bei täglich einmaliger gustellang 7,TS Ml. Poftbestellungen nehme» a» DS*. wart. Holland, Luxemburg, Schwede» und die Schweig. Eingetragen i» Ht Post-Zeitunge-Preielist«. Dcr.Sonoätte* erscheint wochentigstch zweimal. Sonntag» einmal, Zetegramm-Adrest»> Sozialdemokrat Morgen-Abgabe. Nerlinev VolKsblstt. ( 10 Pfennigs WrzeigenpreiS t Dt» achtgespalten« Nonpareillezeile lostet 1�0 Mb wtUai»««nzetgen-, da» setigedruckte Wort S0 Pfg.(zulässig 2 settged ruckte Worte), jedes weitere Wort S Pfg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen da» erste Wort «0 Psg. sede» weitere Wort 20 Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen sür zwei Wort«. Teuerungszuschlag 50%. Familien• Anzeigen, politische und gewerlschaftliche Vereins» Anzeigen 130 Ml. die Feilt. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittags kn Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lwdenstraße ll, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis S Uhr abends. Z�ntralorgan der rozialdemohratirchen Partei Deutfchlanda. Redoftion nnö Expedition: SM. 68, Ändenstr. 3. �ernfprrdjer: Amt Morttzplatz. Rr. ÜSl vv— stöR»7. Freitag, de« Juni IVIN. vorwärts-verlag G.m.d. H., EW. 68, Linden str. Z. Fernsprecher: Amt Mortis Platz, Nr. 117 NZ— 51. Noske gegen i Folgender Srlaß ist«m die KreiwiMgrntrnppen 6r» gangen: Die Rcichsregiernng hat vor weuigeu Tagen durch mich dcu Freiwilligenverbäudeu ihren Dank aussprechen und ihre fernere Unterstützung zusagen iassen. Keine Hetze wird sie veranlaffen, die Berdienste der Freiwilligen um innere Ordnung und Neichsbcstand zu vergessen. Sie erwartet aber als selbstverständliche Gegenleistung, daß die freiwilligen Offiziere wie Mannschaften alle» unterlaffeu, was der Regie- ruug diese Anerkennuug erschweren muß. Jmmerwieder komme» Ausschreitungen vor, welche die Truppen in ihrem eigensten uud im Interesse der Gesamtheit durch Selbstdisziplin unterdrücken müssen. Die deutschen Frei- willigen sind keiue landfremde Söldner, sondern Landes» kiuder im eigenen Haus. Am schwerste» zu verurtekleu ist dt« feststehende Tatsache, daß bei zwei Sapitalverbrrche» in den Fälle» Bogel«nd Marloh es Angehörige der FreiwMgenverdände gewesen sein müssen, dir diese zwei mit schwerer Schuld Beladeuen die Flucht er- möglicht haben. In beide» Fällen haben Kameraden der beiden mitgeholfen, die Sühne für Lerbreche» zu vereiteln, deren Ahndung da» Rechtsempfinde» des ganze» Volkes der» langt. Die ReichSregierung wird im Einvernehme» mit den militärische» Führer» alles aufbiete»,»m diesen dunklen Machenschaften Einhalt zu tu» und die Schuldigen zu bcstrafeu. So wenig sie eiue Berfemuug der Angehörigen der Truppen zuläßt, so wenig wird sie eine Rechts» beugung dulden. B e r l i u, den S. Juni 1818. Der Reichswehrminkster Rolfe. Die Antwort Enüe der nächsten Woche. Dreitägige �rist für Deutschland. Versailles, 5. Juui. Wie der„Temps" meldet, setzt der Viererrat die allgemeine Prüfung der deutscheu Gegenvorschläge fort, während gleichzeitig die zuständige« Ausschüsse dir ihneu zugestellte» verschiedenen Kapitel des Gegenvorschläge fort, wahrend gleichzeitig die zuständigen den gebeteu, ihre Berichte spätestens am Montag vor» mittag zu überreiche». Der Viererrat wird sodann seine Schlußfolgerungen vorzunehmen habe». Unter diesen Um- ständen ist es z w e i f e l h a f t, ob die Antwort der Alliierten dem Grasen Brockdorfs-Rantza« vor Ende der nächste» Woche überreicht werde» kann. Die„Libertä", welche an». drücklich betont, daß innerhalb de» Liererrate» völlige Einig» keit bestehe, muß ihrerseits zugebe», daß die Ausfassung von Lloyd George in der oberschlesischen Frage sich nicht mit Clcmenceaus Ansicht decke. Die alliierte Autwort werde de» Deutschen eine dreitägige Frist zur definitiven Ant» wort einräumen. BersaUle», 5. Juui. Die im vierermt bestehenden lln» stiinmigkeiten scheinen den heutigen Morgenblättern zufolge immer noch nicht behoben zu sein. Die Blätter weisen immer noch zahlreiche Zensurlücke« auf, ganz besonder» die eng- lisch:» und amerikaaische«. Natürlich bemühen sich die Blätter, welche der Regierung nahestehen, die Unstnnmigleiten so hinzu. stellen, als beträfen sie nur Einzelheiten, während man in den Hauptpuntten vollständig einig sei. Tatsächlich scheint Lloyd George auf seiner Absicht, den Bertrag zu modifizieren, zu be- stehen. „Humamtö" über die französische« Treibereien im Rheinland. Bern, 6. Juni.(Eigener Drahtbrricht de»..Vorwärts'.) WSH. rend daö.Echo de Pari»' über eine neue Aera im Rhein- lande schreibt imd der..Figaro' den Bruck- der deutschen Ein» heitsfront und die Zerstückelung Deutschlands als Ziel der französischen Politit bezeichnet, sucht die„H u m a n i t ä' die Franzosen über den wahren Chamkwr der Rheinisch«» Republik aufzutlären. Si« stellt fest, daß die neuen Männer der Rheinischen Republik wahrend d«S Krieges die Anhänger de« größten ShauvinISmnS und die fanatischsten Feinde de» re» pubkkanischen Frankreichs waren. Ihre sepära-tistsschen Wünsche find nicht der Ausfluß demokratischer und republkkcrnischer lieber» zeugung, sondern im Gegenteil, sie fürchten gerade die Demokratie «nd die Republik. Aus Aerger, nicht mehr Wilhelm II. an der Spitze eines Reiche» zu seht», haben sie ihr« reaktionären und lon» fervcmven Absichten in ihre feparatlftifche« Pläne veretnigt. rtr ± rr r Sembat wendet sich gegen die französische Zenftrr, die«nc die klerikal« Press« zu Wort« kommen läßt und kommt zu de« Schluß, daß e» eine sehr gefährliche Politik ist, die Frankreich und. sei,« Verbündeten im Rheintaade»nd in der Pfalz begünstige». Clemenceau für Aenderung gewisser Bestimmnuge«. Genf, d. Jurn.(T. St) Ein« offiziS» infperierte Pariser Meldung teilt mit, daß Clemenroau e» ablehnt. Deutschland Konzessionen zu machen. Fvankveich sei lediglich beveit, gewissen Bedingungen deS Vertrages eine solche Form zu geben, daß ihre Durchführung für Deutschland möglich ist. /lbrüstung für deutschlanö. Wettrüsten für die andere«. verfall le», li. Juui. Der»Temv»' meldet, baß der Biererrat beschloste» hat, die vertragSklansel» abznll»- der», denen zufolge die kletuen alliierte» Staate» i» Mitteleuropa zur Beschränkung ihrer RLstonge« verpflichtet waren. Diese Beschränkung war folgendermaßen festgesetzt: 80000 Manu für Pole», st 50 000 Maua für die Tschechoslowakei»nd Rumänien, 40 000 Mann für Südslawie». Der viererrat rrkanut« an, daß eine derartige Beschränkung ungerechtfertigt sefdaessichnmalli» irrte Staaten haadele. Es wurde infolgedesteu der von den Vertretern dieser Staate« bei be» Friedenskonferenz varge- brachte Beschwerde Folge gegeben. Hier entlarven sich die Heuchler der Entente abermals. Mit wieviel schönen Worten haben sie erklärt, daß ihr Kampf dem Militarismus gelte. Soviel Phrasen, soviel Lügen. Rur Deutschland soll abrüsten. Die anderen aber sollen ring» im Kreise bis au die Zähne bewaffnet bleib««. Günstiger Einüruck öer üeutschen Gegeanote in Amerika. Amsterdam, 5. Juni ISIS.(T. St) Telegramme der amerikanischen Korrespondent«» engkischer Blätter berichte», daß die deutsche Gegennot«, von Kleinigkeit«» abgesehen, in den Per- einigten Staaten einen sehr günstigen Eindruck gemacht hat. Mau erkenn« au» ihr, daß Deutschland sich m die Situatio« füge, und daß es den ehrlichen Wille» habe. da», was e» feiuerfeit» durch de» Krieg verschuldete, wieber gutzumachen. So berichtet der Manchester Guardian an» New- York, daß amerikanische Fachleute da» finangiellc Angebot Deutschlands genau geprüft haben, und daß sie zu dem Resultat gekomme« sind, daß hundert Milliarde» da» äußerste sind, wa» Deutschland in bat nächste« drei Jahre» materiell anfznbringa»»ermag. Die Hegenvorschläge vor öem viererrat. Wahrscheinlich feine Aenderungen. Paris, 5. Juni.(H-oaS.) Diplomatische Lage. Die vier RcgierongSführrr setzten die Beratung der deutsche» Gegen» vorschlage fort, insbesondere in bezug auf Oberschlessien. ES wurde noch kein Beschläß gefaßt, da die befragte Sommifpo» ihre Berichte noch nicht übergeben hat. Einige Teile der Gegenvorschläge wurden an Sachverständige wcitergeleitet, die pe prüfe» sollen. Es fei jedoch wahrscheinlich, daß die G r u» d b e st i»»» n> e« deS Friedensvertrages keine Aenderungen«rfahrea würde«. Man ist nicht der Anficht, daß dir Autwort vor der lommeude» Woche überreicht wirb. Wen» dann die Frist zur vntrrzrichnung vier Tage betragr» soll, kann der Friede diS zu» 15. Juni nnterzeichnrt werden.'_ Eine Unterredung Clemenceaue mit Eijenbahnern. Hiwg. 5. Juni. Aus Paris wird gemeldet: Clemenceau hat eine Depuiaiion des Eisenbahnpersonal« empfangen. Nach einer Besprechung des Kommissars des streikenden Personal« und deS Warenhauses PriniempS est eine Uebereinstimmung erzielt worden. Das Personal hat sich«nlschlvssen, die Arbeft heute am 5. Juni wivderonszunehmou. SS hat teilweise seine Zarderungen bewilligt erhalte»._ pariser Eisenbahnerstreik für pstngstsonntag Genf, 5. Juui. TU. Nach einer Blättcrmcldnng aus Pari? streikten in Paris am Mittwochmittag 480 000 Arbeiter. Die Eisenbahner und Berkrhrsarbeiter habe« de«»nschlnß an de« Streik für de» Vlt»gstj»»»t«« beschloßen. t Eine Einrichtung. Standrechtliche Grschieftnng LevinckS. Der Fuhrer der Kcmrmumfw» Dr. Levin6- Nissen ist gestern in Stablheim bei München standrechtlich erschossen worden, nachdem die bayerische Regierung es abgelehnt hatte, das gegen ihn gefällte Todesurteil im Wege der Gnade zu mildern. Seit jenes Urteil gemeldet worden war, hatten wir keine Nummer unseres Blattes vorübergehen lassen, ohne seine Aufhebung zu fordern, und daß gleiche hat unser Bruderorgan, die„Münchener Post' getan. Die bayerische Regierung hat sich diesen Stimmen der Besonnenheit und Menschlichkeit verschlossen und damit eme schwere Verant- wortung auf sich geladen. Zur Begründung deS Entschlusses der bayerischen Re- gierung führt die amtliche Korrespondenz Hoffmann' aus: .Da» Gesamten lmstviimu hat keime» Anlaß geftucken, die gegen Eugen Devins vom standrechtlichen Gericht im München wegen Hochverrat» eckmvnte Todesstrafe im Woge der Gnade z» mildern. Es kam zu feiner Entschließung nach emgcheuder und wissenhafter Prüfung aller für und gegen eine Begnadigung sprechenden Umstände. Bei der Würdig»»« de» Falle» war vor alle« die Srsamt- verantwortlichkeit Leviuö» in Betracht z» ziehe«, der die Hauptschuld daran trägt, daß eS in München zum Bür- gerkrieg gekomme« ist, obwohl rr»ach feiner eigenen Erklärung in der mündlichen Verhandlung sich vollständig darüber klar war, daß ein Obsiege» feiner Partei in dem bevorstehenden Kampfe gegen die RegieeungStruppe» ausgeschlossen sei. Lrvinä hat«ach- wei»b-r die Anhänger seiner, Idee in de» Tob ge- trieben,, sich selber aber rechtzeitig vor dem Endkampf in Sicherheit gebracht. Durch Ihn sind viele Familie« nicht nur infolge der schwere» wirtschaftliche« Schädigungen, sondern auch durch den Bcr- lnft der Ernährer in nusagbarr» Elend gekommen.- Was die bayerische Regierung über die Schuld des An- geklagten sagt, ist richtig, und wir möchten um keinen Preis dies« Scheidungslinie verwischen. LevinE hat, wie alle anderen Urheber spartakistischer Putsche, furchtbare S ch u l d auf sich geladen, er hat den Tod dieler unschuldiger Menschen mrtzuv erantworten. Aber was ihn dazu trieb, war kein« gemein« Gesinnung, sondern ein ins Phantastisch? hochstrebender Irrwahn, und während er andern nichts als nutzlosen Tod bereitete, glaubt er, für das Glück der Mensch- heit zu wirken. Was glaubt man nun durch das Münchener Exempel bewirkt zu haben? Nur auf gemeine und niedrige Naturen innerhalb der spartakistifchen Bewegung kann die Voll- ftreckung des Münchener Todesurteils eine abschreckende Wirkimg ausüben. Die Bewegung selbst wird dadurch nicht zum Stillstand gebracht werden, denn wenn exemplarische Strafen selbst die Quelle gemeiner Be abrechen zu verstopfen nicht imstande find, so müssen sie erst recht der- sagen gegenüber einer Bewegung, die aus tiefen sozialen Gründen hervorgewachsen ist»nd neben einem ibr zugelau- fenen Verbrechertum doch echte idealistische Keime in sich birgt. Diese BÄvegnng zu bekämpfen ist Pflicht, weil sie in Wahrheit die gefährlichste Feindin der Arboiterklasst ist, aber zur erfolgreichen Führung des Kampfes gehört nicht nur Entschlossenheit, sondern auch Menschlichkeit und Klugheit. Die Dollstreckung deS Münchener Todesurteils dient, wie so manches andere, was geschieht, nur dazsts breite Massen gvgen die spartakistische Bemuflussung wide�tcmdslos zu machen. Vor dem politischen Märtyrertum, das die Treue zu seiner Idee mit seinem Blute besiegelt, zieht jedermann. auch der schärfste politische Gegner, den Hut. Es ist jedoch keine leichte Sache für die Massen, auf der einen Seite solchem Märtyrertum Reverenz zu erweisen, auf der anderen Seite aber die Ideen abzulehnen, für die diesss Opfer ge- fallen ist. vielmehr wird das verstandasgeniäße Urteil durch Gefühle beeinflußt, und die Sympathie mit dem Märtyrer einer Idee wendet sich instinktiv und unkritisch der Bcwe- gung selbst zu. Diese Sympathie geht fehl und ist parteiisch. Denn die kommunistische Bewegung hat sichselbst mit furchtbaren Bluttaten befleckt, deren Höhspunkt gerade die Erschießung der München« Geiseln bildet. Diese Geiseln waren vollkommon unschuldige Men- schen, und es ist nicht einmal der Persuch gemacht worden, ihre grauenvolle Ermordung als erlittene Strafe für irgend welche Verfehlungen zu rechtfertigen.. Sinnlose verbrech?- rische Grausamkeit hat ihren Tod herbeigeführt. Levinä hat aber diese scheußliche Tat weder ver«»laßt noch gebilligt,«nd Leute, die ihn kannten, meinen, er wurde ffc, wenn er gekonnt hätte, v'erhind'ert haben. Er ist selbst, obwohl kein Unschuldiger, Opfer der aufgewühlten Leidenschaften geworden, die Auge um Auge, Zahn um Zahn, Blut um Blut verlangen. Wir aber denken, lwß es Auf- gäbe der Regierungen wäre, einer Steigerung dieser sich gegeneinander aufbäumenden Leidenschaften entgcgenzu- wirken, und so gewiß es ihre Pfl'cht ist. in einem ihnen aufgedrungenen Bürgerkrieg für ihren Sieg zu kämpfen, der ein Sieg des erklärten Volkswillens ist, so gewiß sollen sie auch gegenüber dem gefangenen �seind die Stimmen der Menschlichkeit und der Ritterlichkeit sprechen lassen. Tas sozialdemokratische Programm fordert die Auf- Hebung der Todesstrafe. Wir würden es bedauern und verurteilen, wenn sozialdemokratische Mitglieder der bapcrischeu Regierung diesen Programmpunkt vergessen hätten. Tic Erschießung Levin�s war kein Akt des Kampfes mehr und schloß sich auch nicht mehr unmittelbar einer Kampfhandlung an, sie>var ein Akt der Justiz, die von barbarischen Flecken der Vergangenheit zu reinigen, eine der wichtigsten Aufgaben der Sozialdemokratie ist. Als Sozial- demokraten sprechen wir unseren Abscheu vor dieser Hinrichtung aus, obwohl Levinä kein Unschuldiger war, obwohl seine Ideen eine Gefahr für die Arbciterbe-.vegung sind, obwohl uns sein Vorbild nichts weniger als nachahmenswert erscheint. Von Regierungen aber, in denen Sozialdemo. kraten sitzen, wiinlchen wir, daß sie in jeder Beziehung vor- bildlich wirken und daß sie unserem Volk den Weg zu einer höheren Menschlichkeit weisen sollen. Möge das Blut Levinäs das letzte sein, das im deutschen Bürgerkrieg vergossen worden ist! < Tic Sozialistische Studcntenvartei erläßt einen Ausruf, der nach scharfen Angriffen auf die Regierung Hoffmann wegen der Erschießung Levinäs zugunsten des verhafteten Studenten Toller folgendes ausführt: Wir fordern rnichdriicfsich die Verhandlung des Falles Toller vor einem ordentlichen Geschworencligevicht, das sich aus Angc- hörigen aller Klaffen der Levölterung zusammensetzt. Toller hat den Mörder Kurt EisnerS, Graf Arco, vor der Lvnchjustiz gerettet. Toller hat bis zum letzten AugenHlick die Erschießung der Geiseln zu verhindern gesucht. Toller hat als Führer der Roten Garde alles darangesetzt, Vluivergießcn in München zu vermeiden und der Regiening Hoffmann wiederholt Verhandlungen angeboten. Die Regierung Hoffmann hat diese Verhandlungen schroff abgelehnt. Die Regierung Hoffniann trägt damit dir Schuld an allem Blut, das in den Straßen Münchens geflossen ist. Die Regierung Hoff- mann hat auf den Kopf dieses ManneS einen Preis gefetzt und «in« Hetze gegen ihn hervorgerufen, die befürchten läßt, daß Toller das Schicksal Lcvines oder Karl Piebkncchts und Rosa Luxemburgs leiten wird. Wir sehen davon ab, daß hier die Geschichte des Sturzes der Münchener Spartakistenherrschaft einseitig dargestellt wird, und sind niit den sozialistischen Studenten einig in der entschiedenen Forderung, daß dem jungen Toller das Schicksal Levinäs erspart bleibt._ Sprengung öer jozlaUftischen Partei Norwegens. Christiania, 5. Juni. Die sozialistische Partei in Nor- wegen ist jetzt gesprengt. Morgen wird ein Moni- fest an die Mitglieder der Arbeiterpartei, unterzeichnet von den hervorragendsten Männern der Partei veröffentlicht, worin gegen die s l> n d i k a l i st i s ch e Tendenz der jetzigen Majorität energischer Protest eingelegt wird. Es muß hierzu erklärend bemerkt werden, daß in der sozial- demokratischen Partei Norwegen? ultraradikale Elemente die Ober« Hand gewonnen hatten, gegen die nunmehr scheinbar Front gemacht weiden soll. Insbesondere vertrat die radikale Richtung Ziele, die hch im wesentlichen mit denen der rusfischen Bolschewisteu deckte». Das Cnöe öer rheinischen Republik. AuS Wiesbaden wird vom 5. Jurri berichtet: Dr. Dorten traf gestern nachmittag mit seinem Ministerium un Regierungsgebäude in Wiesbaden ein, um Besitz von der Re- gierung zu ergreifen und ein« mitgebrachte Fahne zu hissen. Der Vertreter de« Regierungspräsidenten ObemgierungSrat Soring gorum widersetzte sich und protestierte bei den miterschienene» französischen Offizieren. Schließlich erschien der franzöfisch« Komniandant von Wiesbaden Oberstleutnant v. Pinot, der nach längeren Verhandlungen endlich erklärte, daß er sich neutral verhalte. Darauf wurde die gesamte vor- läufige Regierung von einem Polizeikommifiar in ein Auto der- laden und auS der Stadt befördert. Während der Verhandlungen mit Dorten und seinen Anhängern drangen einige Leute der draußen harrenden Volksmenge in den Verhandlungsraum ei» und schlugen einen der Ministerprätendenten, einen Herrn Krämer, nieder. Di« französische Bebörde verhastete vier dieser Leute, ließ dieselben später jedoch wieder frei, nachdem von französischer Seite die oben erwähnte NeutrolitätSerklärnng abgegeben worden war. In Wies- baden ist alles ruhig. Die Bevölkerung steht absolut auf Seite der alten Regierung. Die Komödie der rheinischen Republik hat damit wohl ihr Ende erreicht. England und Amerika am rheinisihen Hochverrat nicht beteiligt. Berlin, 5. Juni. Die«»erikauer und Eugländer haben jede Förderung der L»»reitzu»g»b«?rebuu>eu j» dra von ihnen besetzte« Gebieten»erböte» und erkenne» �l»r die jetzige deutsche Regjeruug au. » verlin, 8. Juni. Die Meldung von der Ernennung des Abge- ordneten Trimborn zum Oberpräsidenten in Koblenz bestätigt sich nicht. Wie wir hören, wird vom Rheinischen Bauernbund Herr von Schorlemer-Lieser vorgeschlagen. von anderer Seite der Abgeordnete Moldenhauer. Seitens der Franzosen wird zur Unterstützung der Loslösungsbe strebungen in der Rheinprovinz gerüchtweise u. a. verbreitet, daß nach erfolgter Ausrufung der Republik die Wein preis« amtlich auf den Friedenspreis festgesetzt werden würden, ebenso die Lebensmittelpreise und daß der MarkkurS sofort auf 1,23 festgesetzt werden würde. « Die gesamte Ei'enbahnorbeiter- und Beamtenschaft der Eisen. bahnhauptwerkstätte Nied a. M. trat am Mittwoch, den 3. Juni er., in einen Lsstündigen Proteststreik als Demonstration gegen die ge- plante Locklosuna der Rheinland« von Deutschland ein. Eine Entschließung, die«inftimmige Anuabmc fand, erklärte und bezeichnete die Areibenden Kräfte als Verräter am deutschen Bolle. Zu dem Proteststreik ist zu bemerken, daß die sranzäfische Be- satzungSbeoörde Gegen m a ß regel» androhte und zum Teil auch ausführte. Mit Ausnahme ües Zeateitmsl Die übrige« Parteien lehne« be« Hochverrat ab. Frankfurt a. M-, 5. Juni. Der.Frankfurter Zeitung" zu- folge wurde heute morgen in Wiesbaden der französischen Militär- behörde nochmals von allen Parteien, mit Ausnahme des Zentrums, eine Erklärung überericht, in welcher schärfster Widerspruch gegn die von Unberufenen wider den Willen einer erdiiicndeii Mehrheit der Bevölkerung erfolgte Ausrufung der rhei- nifchen Republik erhoben und betont wird, daß man die preußische Staatsangehörigkeit unter allen Umständen beizube- halten und lediglich die preußischen Staatsbehörden als rechtmäßige Träger des StaatSgedankenS anzuerkennen entschlossen sei. Mit einem Hochverräter verhanüela wir nicht/ Sozialistische Antwort an Pinot-Dorte«. Frankfurt a. M., 5. Juni.(211) Wie die hiesige.Bolk-ftimme" mitteilt, soll Oberst Pinot in Wiesbaden am Mittwochmorgen den beiden sozialistischen Parteien angeboten haben, an Stelle DortenS die Regierung der Rheinischen Republik zu übernehmen. Dem Oberst sei sogleich erwidert worden:„Mit einem Hochverräter verhandeln Vir nichtl Mit Hochverrat haben wir nichts zu tun." Ein bayrischer /lbgeorüneter von üen Zranzosen oerhastet. Bamberg, 5. Juni. Wie der Aeltestenrat des bayerischen Landtags mitteilt, wurde der bayerische Abgeordnete Klement- Kaiserslautern als Versammlungsredner von den Fr an- zosen verhaftet. Der Landtag protestiert gegen diesen Völkerrechtsbruch. Vorzensur über öie„Neue Zeitung' in München. Im Einvernehmen mit dem Ministerrat und dem StaatSkom- miffar für Südbayern hat die Stadtkommandantur auf Grund des Kriegszustandsges etzeS die Borzensur über die„Reue Zeitung" der Unabhängigen verhängt, die in letzter Zeit heftig« Angriffe gegen die Regierung gebracht hatte. Zur Klärung öer lettlänöijchen ßrage. Wie au« den Nummern 276 und LS3 des.Vorwärts" vom 31. Mai und 4. Juni d. I. ersichtlich, haben der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschland» sowie die sozialdemo- kratische Fraktion der Nationalversammlung beschlossen, die Zurück« ziehung der deutschen Truppen, die Abberufung des Grafen von der Goltz und die EntHaftung der Mitglieder des lettländi scheu Volksrats zu verlangen, wobei der Parteivorstand fordert, daß jede Verbindung der im Baltikum stehenden deutschen Truppen mit der bal- tischen LandeSwehr sofort und iu jeder Be- ziehung gelöst werde. In lettischen Kreisen besteht, wie wir hören, nun weiter der Wunsch, daß von der StmchSregierung unverzüglich die Einreiseerlaubnis der ihr gemeldeten Kommission de» lettländifchen Volksrates— die gegen die Einmischung reichsdeutscher Stellen in die innerpolilisckien Angelegen- Helten Protest erheben soll— mit ihrem Tats achen- material gestattet werde, und daß die Reichsregierung unzweideutig zum Ausdruck bringen möge, daß sie nach wie vor auf dem Boden der in ihrem Namen von dem Generalbcvoll- mächtigten des deutschen Reiches, Gen. August Winnig, am LS. und 26. November 1918 abgegebenen Erklärung stehe, durch die der lettländische Volks rat al« feb ständige macht- ausübend« Versammlung und allein die ihm der- antwortliche provisorische Regierung Lettland» bis zur Entscheidung de» Friedenskongresses von der deutschen Re« gierung anerkannt werden. Such die Erfüllung diese» Wunsche» läge nur in der Richtung der vom sozial demolratijchen Parteivorstand bereits gejoßtea Beschlüsse._ Eine stanöinavisthe Kollektivnots gegen öie Vieöeranfnahme öer Slockaöe. Kopenhagen, S. Juni. Wie RitzauS Büro erfährt, wurde eine skandinavische Kollektivnote an die alliierten Mächte gerichtet, die darauf hinzielt, die Unznträglichkeiten zu verhüten, die eine Wiederaufnahme der Blockade gegen Teutschlaird de. deuten würde. �eöwig dohm zum Geöächtnis. Eine Vorkämpferin jedes RechiSgedankenS, eine unermüdliche Verfechterin des Freiheitsideals, ist in aller Sülle von uns ge- gange» und eingeäschert worden. Bescheiden und prunkloS war, ihren eigenen Wünschen gemäß, ihre Beisetzung, wie auch Deschei« denhcit einer der Hauptcharakterzüge ihres Wesen» ausmachte. Sie. die nichts von Konfessionen med Dogmen hielt, die freiest« Denkerin war, hat ibr Leben nach Grundsätzen gestaliet, die als wahres Gehalt des Christentums betätigt werden sollten: selbstlos bis zum Aeußerjtcn liebte sie die anderen mehr als sich, Geben fand sie seliger denn Rehmen, sie forderte viel von sich selbst, sie richtete und verurteilte nicht. Begeistert und unerschrocken im Kampf der Meinungen, vor keiner kühnen, logischon Folgerung zurückweichend, lvar sie dock, von gütiger Milde und Anerkennung gegenüber all«») die ihr persönlich nahten— scharf, geistvoll, witzig, auch spöttisch nnd spitz konnte ihre Feder sein. Dennoch hatte sie ein« fast ängst. liebe Scheu in den Nordergrund zu treten, jemandem Unangenehmes zu sagen oder gar web zu tun. Hedwig Dohm hat nie etwa» au» sich gemacht, d. h. nie das geringste dazu getan, um gelobt und beachtet zu werden, aber sie Hai a l l es aus sich gemacht, au» sich allein, durch unermüdlich« Selbsterziehung und Arbeit. Sie hat, obgleich nicht i» Armut geboren, den ganzen ungestillten Durst nach Missen, den Hunger nach Liebe gekannt. Das Leben der Bürgertöchter bestand aus der Anfertigung nVinützer. langweiliger »Landarbeiten und aus endlosem Warten auf„das Wunderbare". Stc darbte nach Mutterliebe. Zärtlichkeit. Verständnis, denn Hedwig. as elfte von ld Kindern einer robusten, hausbackene» Mutter, ge- mahnte an da« Andcrsensche Märchen vom häßlichen jungen Ent- lein, das gepuM und geknufft, für ungewöhnlich dumm und haß- lich gehalten wurde, weil man nicht erkannte, daß es ein junger Schwan war.,.„ In diese lichtlose Jugend fiel der Feuerbrand der 4Ser Revo. tution. der die erst l<>»jchhnge Hedw-g«chlch plötzlich zum junge»! Weibe reifte, alles zur Blüte brachte, was an FreibeitSdrang und Kampf ums Rcmt schon damals in ihr lebte. Freilich kam es erst viel später zu bewußter Gestaltung, nachdem si« alt. Gattin de» Schriftsteller» Ernst Dohm Gelegenheit gesunden, im Kreise geistig hervoragender Mensche» zu lernen, zu wachsen. Zu dlesem Kreise» der»m Tohmschen Hause verkehrte, geborten die bedeutsamsten Per- sönlichkciten Altberlins, darunter Ferdinand Lassalle. Hedwig Dohm kann als Pionierin der deutschen F r a u c n st i m m r e ch t s b- w e g u n g bezeichnet werden. Seit l87S verfocht sie unabhängig in glänzerid geschriebenen Büchern und Aufsätzen die volle Gleichbereqngung der Frau in politrscher wie berufiicher Hinsicht. Wohl hat schon vor ihr Luise Otto-Peier» die Staatsbürgerrechte der Frau gefordert, sich aber dam» vor allem der Frauenbildung gewidmet und den politischen Kampf zurück- gestellt. Hcdwia Dohm hingegen, die als Rednerin und Organi- iatorin nie hervortrat, blieb in ihrer Agitation mit der Feder immer die fortschrittlichste, weitblickendste, kühnste Kämpferin, vielleicht gerade tveil ihr die Enttäuschungen und Bitterkeiten des Vereins� lebens erspart wurden. So durste sie in der schönen Welt des Geiste» wofmen. und dort hat sie. ohne Rücksicht«ruf Sobn und Spott, rast- lo» gestritten, ins in die allerjüngste Zeit. Sie ist 8ü Jahre jung gewesen, erst die letzt« Gebrechlichkeit ihre» schemchac so zarton, aber ldurch eiserne Energie widerstandsfähigen Körpers vermochte es, ihr?» Feuergeist von der Betätigung abzuhalten. Bis dahin noch schrieö sie, im Miterleben des ganzen Orkans unserer Tage, imver- ändert, sich selbst getreu. Alle großen Ideale der Frau, mochte es sich um Gesetze, Wirtschaft, Ehe, Bevölkerungspolitik, Sittlichkeit handeln, fanden in Hedwig Dohm eine heißblütige Bathnbvecherin, ebenso die Freiheit des Kindes und jedes Recht der Persönlichkeit. Ihre Gedmikenwelt war d!« des Sozialismus, nirbt im Sinne einer politischen Partei. aber im Geiste größten Rechts, vollster En twicklungS Möglichkeit, höchster Kultur für alle. Ihre Argumente find heute rmch wirksam, gehören zum beste» Rüstzeug. Ihre zahlreichen Roman« urögen strengster künstlerischer Kritik nicht standhalten, vielleicht gerade weil sie von Tendenz durchweht sind, aber sie bieten tresfliche Szttenschil- derungen niedergeh mder Gesellschiastsschichten, feine Darstellungen von Frauenseclen und ihren Konflikten. Den stärksten Zauber übte Hedwig Dohm? Persönlichkeit«ruS, einen Zauber, der auch die Greisin nie verließ, denn er war die Ausstrahlung echtester von Geist beseelter Güte, völliger Lauterkeit und einer trotz eine» langen, keineswegs immer leichten Lebens unerschövflichen Menschenliebe, die vor allem den Entrechteten jeder Art galt. vie Spislklubpest. Poltzei und Regierungstruppen haben eine Offenfide gegen die SpielklubS unternommen, die nicht nur In Berlin, sondern in allen Industriezentren und besonder» in den Seebädern in Blüte stehen. Während ein Spielklub geschlossen wird, tun sich zehn neue dafür auf. Städtische und staatlich« Fmanzminister kokettieren sogar mit dem Plan, ihre Budget« mit de» Karten- geldern der Klub« zu sanieren. Im Zusammnhang mit dieser Sachlage ist eine Untersuchung von höchst aktuellem Interesse, die Prof. Max Epstein in der.LLeltbühne" über das Spieler- Unwesen in Teutschland anstellt. Will man den ganzen Umfang der Misere ermessen, so muß man ungefähr die Zahlen kennen. Berlin hat 69 Spielklub«. Ein Klub am Kurfürsttndamm bringt täglich 10 009 M. Kartengeld, ein anderer in der Fasanenstraße über»0090, vier Klub» in der Joachim Sthalrr Straße etwa 30000. Alle möglichen__GIücks. geschäft« gehen nebenher. E» gibt llnterbeteiligungen, und man spiejt wohl auch um anderes als Geld, etwa um den Anteil an einem Reitpferd. Der«leganteste und wahrscheinlich größte Klub ist da» Linden>Easino, dessen tägliche« Kartengeld mau aus 60 000 Mark schätzen kann. Die gesamt« Summe, die augenblicklich in Berlin an Kartengeldern«ingeht, beträgt über 300000 Bl. Man kann den Verlust, der im Linden-Tafino und in de« sehr bekannten Klub der Lennestraße an jedem Abend erzielt wird, auf eine Million schätzen. Unter den Linden spielen täglich etwa fünfhundert, in der Lennöstraße nur achtzig bi» hundert Personen. Diese wenigen Menschen tragen Nutzen und Lasten det Glücks- spiel». Man erzählt von einem Staatsanwalt, der im ganzen 2000 000 M. gewonnen hat. Der höchste Verlust, den ei» Mann an«ine« Abend erreicht hat. ist 750 000 M. Verlust« von 80 000 Mark find kein« Seltenheit, solche vo» 25000 M. normal. Herr« und Damen, big 10000 St verlieren, find kleine Spieler, Die Summen, die auf diese Weis« verloren werden, die Ver- lufie an Energie, Kraft und Werterzeugung sind ungeheuer. Auch iu den Zeiten wirtschaftlicher Depreision nach verlorenen Kriegen hat Preußen nicht versucht, durch Spielklubs Geld zu gewinnen. sondern hat im Gegenteil die Spielhöllen geschlossen. Die nie- drigslcn Instinkte werden aufgerüttelt. Die langsam fördernde Arbeit des Tage» wird wertlos. Ausdauernde Tatkraft erscheint schrullenhaft. Au allen großen Orten und Jndustrieplätzen bilden sich Spiel« klubs. Nicht nur in Berlin, sondern auch in Aachen, Cheuini», Krefeld, Essen, allüberall verspielen wohlsituierte Großuuternch- mer ihr Geld an einheimische und zugereifte Schieber. Das un- sägliche Gesindel, da» sich zusammenfindet, wo Glücksspiel ge- trieben wird, fällt rabenartig über Beute und Beutel fettduften« der Schlachtopfer her. Leute van Rang und Ansehen spielen nicht nur in KtubS. sondern vermieten ihre Wohnungen, verkaufen ihre Häuser an Spielvereine. Ein bekannter Großindustrieller hat sein« Villa in der Hildebrandstraße einem Klub überlassen. Eine Villa in der Hcchenzollernstraße wurde von einer fragwürdigen Gräfin erworben, die mit einem Manne von eindeutigem Namen dort einen Klub eröffnete. Ein OffizicrSverein verkaufte seine Villa in der Hardenbergstr. 28 an einen Klub, der sich im Nebcw beruf für Bühne und Film intereffiert. Der Tanz umS goldene Kalb tst die Losung eru« akKerbenden GesellschaftStllass«. Nottzew. — Theater. Wegen Erkrankung deS Herrn Eggeling wird im Schau spiekhause am Montag.nachmittag 2. Uhr, al» 20. Volksvorstellung statt»FlachSmann als Erzieher" ,M i n n a von Barnhelm" aegeden. — Da« Schicksal de» eisernen Hindenburg in Berlin ist besiegelt. Da» 12 Meter hohe Riesenstandbild am König- platz steht einsam und verlassen da. Beteiligt daran find die Stadt Berlin, der Luftfahrerdank, der in Konkurs geraten ist. und die Nationalstiftung für die Hinterbliebene» der im Kriege Gefallenen. Die Nagelung hat ungefähr*/< Million Mark ergeben. Der Luft- fahrerdank hat nach Abzug der Unkosten etwa 125 000 M. erhalte». Danach hätten also dre Kosten annähernd die Hälft« der Einnahmen verschlungen. Run werden die Kosten für den Abbruch des Denk- mal« den Reinertrag noch weiter verringern, so daß der Ueberschuß verhältnismäßig unbedeutend sein wird. — VerhaerenS H au S z erstört. Im.Mercure d« France" berichtet Andrä de Porchäville von vinem Besuch der StÄte, au 5er in ttaifcrn im Henneaan Smfle VerhaerenS HauS stand. Nich de« Zusammenbruch der deutschen Front wurde daS bi» dahin sorgfältig vier Jahre lang vo» de» Deutsche» gehütete Haus zuerst von den vorrückenden Engländern und dann von den abziehende» Deutschen ganz zerschossen. Auf der Trümmerstätte entdeckte Povchevill« noch eirnge Reliquien. D:; Bilder und Bücher Be» hacrenS waren restlos verschwunden. — Die Jnternatronale. Der von T r o e l st r a An- sang März in Luzern gehaltene Bortrag über die„Politrschen Auch» gaben der fazialistiüben Jnterna.no na!.'" ist im Berkig der Luzern« Sektion de» Schweizer Grütstverern» jetzt al» Broschüre heran»- Ortalim««.! Nr. 2KH ❖ 36. Jahrgang Seilage öes vorwärts Irettag, d.�unt vollzugsrat Groß-öerlin. Proteste— Das Betriebsräte-Gesey abgelehnt— Der Wahl- und Propagauda-Fonds. Am Donnerstag wurde dem Vollzugsrat durch eine von den Lobwerken, Charlottenburg, gewählte Kommission eine Resolution unterbreitet: .die gegen die Verschleppung der Leickie Rosa Luxemburgs auf Befehl Noskes protestiert. Durch diese Tal drücke die Regierung sich selbst das Brandmal des Schuldbewutztseins auf die Stirn. Es wird Auslieferung der Leiche an die k o m m u n i st i s ch e Partei verlangt, damit sie mir revolutionären Ehren bestattet werde. Ge- brandmarkt wird das Todesurteil gegen Levins, das erfolgt, nachdem schon hunderte Genossen den Münchener Regierungs« truppen zum Opfer gefallen sind, als ein Alt politischer Räch- sucht und Beniaiilät. Kalls die Regierung das Urteil bestätige stehe sie als politischer Mörder am Planger der Grohmächte. Es wird gelobt, nicht ju rasten und zu ruben, bis das Regiment des weißen Schreckens, der Meuchelmorde, der politischen Morde, der Gerichlskoniödicn und des Leicherraubes zu Boden geworfen sei, In einer anderen von derselben Kommission vorgelegten Reso- * lution wird schärfster Prolest gegen den„Entwurf eines Gesetzes zur Sicherung des Wmichofttlcbens erhoben, duich welches den Arbeitern iedes Streikrecht genommen und die Führer mit Ge- fäiigms bestraft werden sollen'. Ter BollzuaSrat wird sich in seiner nächsten Sitzung mit dieser Resolution beschäftigen. Eine Kommission der Obleute der Angestelltcn-Ausschüsie der Groß-Berliner Metav-Jndustrie ersuchte, zu den Beratungen über das Betriebsräte-Gesey hinrugezogen zu werden. Die Angestellten wurden ersucht, ihre Wünsche schriftlich dem Vollzugsrat als Material zu übergeben. Der Einwurf über die Ben>edsräle, mir dem sich die heute statt- findende Vollversammlung beschäftigt, wad einstiinmig als lnidiS- kiualicl abgelehnt. Folgender Antiag wurde bei Stimmcnenthaliung der S. P. D. angenr-nime»:„Der Vollzugsrat erblickt in dem Eni- wurt des Gesetzes über die Betriebsräte eine Verhöhnung der Re- bolution und einen bewußten böswilligen Versuch, das Rätssystem zu vertätichen.' In Ertedsgung des in der Vollversammlung gefaßten Be« schlustes Sinei! Wahl- und Propagandafonds zusruchtsn, wurden folgende Austührungsbsstlmmungen beichlosten: Hand- und Kopfarbeiter I Da der Volla�Srat auf einen großen Umt'atz der Malkon rechnet, wird in folgenden Ansfübiungtbestimmung«» näher seit« geietzl wie der Vertrieb der Marlon vor st» gehen'oll,* AusführungSbestimmungen: Der Beitrag von t M. oder 59 Pf. ist als ManatsleistÄdig m bei'achten. Es ist Pflicht aller Arbeiter. Arbeueniimm und An- gestellien mindeste»»; eine Marie rm Monat zu lieben. Zum Einlteden der Marie« wird der Bollzugsiar eine Karte mit Feldern heraus- geben, n»l deien Voldcrleti« der Name»es InvabcrS ausgezeichnet wird. Feder, der Marken von scmrnr Fiinlnvnär entnimmt, muß eine deiartig« Karte v«n semem Petrieberal oder seiner Veriraueits- pe>son verlange». Fn einem Wablkötver, wo mehrere Arbeiter- täte tätig fl»d, smd für den Maikenvertiieb alle Arbeiieiräte zuständig. Jeder der genannten Arbeilelräte muß die Marken von dem 9« freier seiner Krnkuvn»ordern oder die der gleichen Fialtton angcbörigen Arbenerräie müsien einen Bevollmächtigten zum Ab- holen der Marken b»auma.-e«. In Wahlkörpern«n denen nur ein Aröerterrai in Frage kommt, dort nur dieser Arbeiterrat in den Be- trieben, die zu seinem Wahlkörper gcbö:en, gleichviel welcher Fraktion er angehört, die Marten an die Betriebsräte oder wenn tu dem Beirirb ein solcher nicht vorhanden, an die Berlrauensperion der dort de'chäfligte» Arbeiter und Arheiterinnen abgeben. Es darf in dem Wahllörper niemand weiter außer dem Arbeiterrat Marken an die genanuien Funirionäre oe»«reibe,i. Der Arbeiterrat hat jeden- falls die Marlen von seinem Fraknonskaisiem zu verlangen. Es wird in der„Kreibeil*,. Republik' und im.Vorwärts' bekanntgegeben, wann die Marken abzuholen sind, Zum Srdluß wurde der Bericht über dre Berhandlungen mit der Preußischen Regteiung über die Finautierung des Vollzugs- raies and der Arbeiterrätc erilgegengenommen Iraktionssitzung Ser S. p. D.-KrbeiterrZte. Gen. Brolat berichtete n.«r., daß die Mitglieder der S. B. D. beabsichtigen, in der heutigen Bollversammlung der A.» und S,-Räte einen Antrag einzubringen, der die Uebergriffe von Angehörigen der Freiwilligenverbände auf das schärfste verurteilt und ferner besagt, daß der Bohkottbeschluß undurchführbar ist, vom sozialistischen Standpunkt nicht gutgeheißen werden kann, daß die Angehörigen der Freiwilligenverbäirde durch agitatorische Mittet sozialistisch be- einjlußt werden sollen und der Boykottbeschluß aus diesen Gründen ausgehoben werden soll. Nach lebhafter Diskussion lehnte die Versammlung diesen An- trag ab. Fast einstimmige Annahme fand die folgende, vom Gen. Brolat namens der S. P. D.-Mitg!teder des Vollzugsrats empfohlene Resolution: „Die Versammlung ist empört über die unvollkommenen Bor- stchtsmaßnahmen, die von feiten der Heeresleitung getroffen worden sind, durch welche es den einzelnen Verbrechern(Oberleutnants Vogel und Marlohs ermöglicht wurde, wahrend der Hast oder kurz bevor sie verhaftet werdsn sollten, die Flucht ergreifen, trotz vieler Vorstellungen bei den maßgebenden Persönlichkeiten von feiten der Vollzngsratsmitglieder und Ueberweisung von Material in Sachen der Erschießung von 3S Matrosen in der Französischen Straße,— Ferner verurteilt die Versammlung die geradezu widersinnige Mast- nahnie des Transports der Leiche der Genossin Rosa Luxemburg von Berlin nach Zossen mit der Begründung, etwaigen politischen Demonstrationen seitens der Arbeiterschaft vorzubeugen. Die Ver. sammluno ist der Auffassung, daß die Regierung die Pflicht hat, die PersönlilMeiten, die für diese Vorkommnisse verantwortlich sind, unverzüglich zum Rücktritt zu veranlassen und zu bestrafen." Ferner wurde beschlossen, die Regierung aufzufordern, die Militärgerichtsbarkeit sofort zu beseitigen und die Garde-Kavallerie- Schützen-Division kernen Transport von Gefangenen mehr aus- führen zu lassen, Durch ein Telegramm an Scheidemann sollte die ReichSregie- rung ersucht werden, dahin zu wirken, daß das Todesurteil gegen Levins nickit vollstreckt wird, da sonst die schärfsten Maßnahmen der Arbeiter zu erwarten sind,..., Beim Parteitag soll beantragt werden, unsere Parteigenossen zum Austritt ans der Regierung atifzitfonbern, Hierauf besprach die Versammlung den Gesetzentwurf über di: Betriebsräte. D-er Referent Genosse Adolf Cohen sowie eine Reihe von DißkussianSreduern kritisierten den Entwurf in ver- fckhiedenen Punkter und bezeichneten ibn als dringend verbDserungs- bedürftig,— Die Versammlung setzte eine Kommission ein, welche der mit der Beratung des Entwurf?— der noch kein definitiver Gesetzentwurf ist— betraut ist, Material unterbreiten soll.— Folgende von den S, P, D.-Mitgliedsrn des Vollzugsrats eingebrachte Resolution wurde einstimmig anaenornmcn: „Di? Persammlung kann sich mit dein veröffentlichten Gesetz- entwurf über Betriebsräte unter keinen lkmstiinden einverstanden erklären. Dieser Entwurf enthält Bestimmungen, die unter keinen Nmsiänden die Zustimmung der Arboiterschast finden können und der neuen Zeit nicht angepaßt sind. Unter allen Umständen verlangt dm Versammlimg, daß in diese Gesetzesvorlage nicht nur di? Arbeiter, sondern auch d'e Angestellten und Beamten, gleichviel in weicher Stellung sie sich bes'nden, mit- einbegriffen werden,— Die Pcrkammlung setzt in die Mitglieder des Zentralrats und die GewerkschastSvertreter das Vertrauen, auf jeden Fall be! ihren Arbeiten in der Kommission, die die Gesetzes- vorsage urngestalien soll, dabin zu wirken, daß den Forderungen der Arbeiter. Angestellten und Beamten voll Rechnung getragen wird.' Kinderfürsorge.— Hilfsbeamtenhilfe.— Tribünenreden. Die Tagegelder der Standesbeamten-Hilfsstellvertreter werden von 8 auf"lg(statt 12) M, erhöht, Sonntage sollen mitbezahlt werden.— Hinisichtlich des Antrages der U, Soz, und Soz, auf Er- höhung des Zuschlages zu den Unterstützungen an die Familien der Gefangenen wird ieschlossen, den Magistrat zu ersuchen, den Fonds für Scmderunterstützlingen zu erhöben und die Unterstützungskom- Missionen zu aiisgiebiger Inanspruchnahme anzuweisen.— Ein Antrag der U. Soz,, in den Abbau der Vorschulen auch die drei untersten Klassen der Lyzeen einzu begreifen derart, daß Be- endigiing des Abbaus zum 1. April 1S20 gesichert est, wird ange- nommen, nachdem Stadtschulrat R e i m a n u entgegenkommende Erklärung abgegeben hat. Für vierwöchigen Erholungsaufenthalt von 20 000 gesundheitlich gefährdeten Gemeindeschulkindern auf städtischen Außenspielplätzen werden 820 000 M. ver- langt; weitere 50 000 M. sollen die Veranstaltung von Halb- tagsausflügen der Schulkinder nach den städtischen Ferien- spielplätzen ermöglichen.— Von den 11. Soz. wird die Erhöhung der täglichen Entschädigung für die Spielleiter von 7 auf 15 M, besür- wertet und Herabsetzung der Zahl von 75 Kindern, die eßner Auf- sichtsperson unterstehen sollen, auf 50 empfohlen; endlich sollen tun- lichst Erwerbslose als Aufsichtspersonal verwendet werden, Maua (Soz.) macht auf einige der baldigsten Abstellung bedürftige Mängel, u. a. in der Verpflegung der Kinder, aufmerksam und hält eben- falls für solches AuffichtSpersonal, dos keine sonstigen Einnahmen hat, einen Besoldungssatz von 15 M, für angemessen.— Beide soz. Parteien wünschen, auch den Schülern der höheren Schulen die Teilnahme zu ermöglichen. Gegen Cassel(Dem.), der in erster Linie Lehrer zur Leitung und Aufficht herangezogen wissen will, vertritt Zeuner(U, Soz.) die Auffassung, daß auch die Mitglieder des Turnvereins„Fichte" pädagogisch vollwertig sind. Der Redner der Bg, Vgg. stimmt zwar den Vorlagen zu, sieht in ihnen aber nur einen Notbehelf. Man müsse richtige Erziehungsheim« in allen Teilen Deutschlands errichten. Das w»rde freilich erst in besseren Zeiten durchführbar sein. Gegen eine derartige Internat serziehung legt Cassel Protest ein.— Die Vorlagen werden mit den Zusatz- antragen angenommen.— Die Vorlage wegen Mietung von Räumen im Passage-Kaufhaus für Zwecke des A rbe i tsuachwei s es wird beanstandet, da der Mietpreis von 277 000 M viel zu hoch sei. und geht an einen Ausschuß. Gemeinsamer Beratung unterworfen werden die Vorlagen betr. die Vergütungssätze der Bureau-(Kanzlei-) Hilfskräste. betr. die Erhöhung der Beihilfe für die Supernumerare und betr. die Zahlung einer Entschuldungssumme an Beamte, Festangestellte und Lehrer, Brückner lSoz.) beantragt Ausschuß ceratung auch unter dem Gesichtspunkt, inwieweit die Finanzen Berlins eine dauernde höhere Belastung noch vertragen. Es fei auch allmählich ein MißverhAtnis in den Gehaltsaufbesse- rungen zwffchen den Festangestellten und den Hilfskräfton zu- Ungunsten der erstercn eingetreten, das beseitigt werden müsse. Die Finanzlage Berlins müsse auf ein« gesunde Basis gestellt worden, wolle man nicht dem Abgrunde zutreiben. Di« Angestellten sslltev ihrerseits sich vor Uebertreibungen hüten.(In diese Ausführungen des Redners greift dir Zuhörertribüne wiederholt sehr laut ein. Vorsteher Dr. Wetzl ensucht sie, Ruhe zu halten.) Mommscn(Dem.) bezeichnst den Schiedsspruch in Sachen der Hilfskräfte als das größte Unglück, welches je der Stadt Berlin widerfahren sei, denn er nehme der Gemeinde die Entscheidunp über ihr« Finanzgebarung und hebe die Seltssweriwaltung auf, Der Schiedsspruch habe mehr bewilligt, als überhaupt beantragt wart durch dcG Mitbestimmungsrecht der Hilfskräfte werde dem Magistrat unmöglÄh gemacht, als Behörde die Disziplin unter dem Bureau. personal aufrechtzuerhalten. Der Schiedsspruch lege der Stadt ein Opfer von 13 Millionen auf; das sei unerhört.— Hinye(U. Soz.! kennzeichnet den Standpunkt Mommsens als denjenigen eines scharfmacherischen Arbeitgebers. Dem Schiedsspruch, soweit er das Mitbestimmungsrecht betreffe, habe sich der Magistrai zu fügen; soweit der Spruch materiell über die Forderungen der Hilfskräftc hinausgehe, werde«r auch von den U, Hoz. nicht gutgeheißen,— Die Vergleiche, die der Redner zwischen den städtischen Arbeitern und den Angestellten und Beamten zieht, stoßen wiederholt auf den lärmenden Widerspruch der Tribüne, die der Vorsteher jetzt dringend zur Ruhe mahnt.— Stadtrat Frantz: Der Schieds- spruch habe vom Magistrat hingenommen werden müssen: mit dem Mitbestimmungsrecht werde man ehrlich zu arbeiten bemüht sein.— Für die Ansprüche der Beamtenschaft tritt K l e i n a u(Dem.) in die, Schranken. Dem Stadtv. Melzer(Bg. Vgg.), der dern soz. Parteien vorwirft, den Beamten sordminge» nur laue Sympathien zu erweisen, weil es sich ja nickt um Arbeiter, sondern bloß um Beamte handle, wird von Dr. R o s e n f e l d(U. Soz.) der Zuruf „Schwindell' zuteil, wofür der Vorsteher den Zurufer rügt,— Brückner stellt fest, daß auch seine Part«! hinsichtlich de? Mit- bestimmungsrechts auf dem Standpunkt Hintzes steht. Die Auf- 2) Cm bescheiöener Vorschlag wie man die Kinder der Arme« hindern kann, ihren Eltern oder dem Land? zur Last zu fallen, und wie sie vielmehr eine Wohltat für die Ocffentlichkeit werde» können. Eine Satire von Jonathan Swift. 1728. Ich gebe zu, daß diese Kinder als Nahrungsmittel etwas teuer kommen werden; aber eben deshaK» werden sie sich sehr für den Gtohgrundtvsitzer eignen; da die Gutsherrn bereits di« meisten Eltern gefressen haben, so habe« sie offenbar auch den nächsten Anspruch auf die Kinder. Es wird im ganzen Jahr Kinderfleisch geben, am reichlichsten aber im März oder kurz vorher und nachher, denn«in ernster Autor, ein he»vorragen der französischer Arzt, versicherte uns, daß in römisch-katholischen Ländern, da Fisch« eine zeugungskräftige Nahrung find, nsun Monat« nach den Fasten mehr Kinder ge- boren werden alö zu irgend ein«? anderen Jahreszeit; deshalb werden ein Jahr nach den Fasten di« Märkte noch mehr über- füllt sein als gewöhnlich, dsn» die Zahl der papistischen Kinder beträgt ig diesem Königreich mindestens daS dreifache der andern. So wird mein Vorschlag noch einen Nebenvorteil mit sich bringen, indem er die Zahl der papistischen Kinder verringert. Ich habe die SäugEkost«« eine» Bettlerkindes(unter deren Zahl ich alle Kätner und Landarbeiter und vier Fünftel der Päckier begrsife) einschließlich ihrer Lumpen bereits auf etwa * zwei Schilling im Jahr beosämet, und ich glaube, es würde| keinem Edelmann leid tun. wenn er für den Leichnam eines � guten fetten Kindes zehn Echikliwß gäbe, denn, wie ich bereits: gesagt habe, wird er vier Scküss«ln einer ausgezeichneten nähr- basten Sve i« ergeben, wenn er nur einen engern Freund oder die ei.'ne Familie zu Tisch hat So wird der Gutsherr lernen. ein guter Sandniri zu werden; er wird beliebt sein unter seinen Päcktern, die Mutter wird acht Schilling Reinverdienst haben arK i nück. l'g Weifen, ws sie ein neues Kind gebärt. Wer wiriickastlicher ist(und ich muß gestehen, di« Zeiten dra gcn dazu), kann den Leichnam häuten; die Haut wird, kunst- voll gegerbt, wundervolle Domenbandschuh« und Sommersties«! für elegante Herr«« ergeben. In unsrer Stadt Dublin kann man zu diesem Z»o«ck in den passendsten Gegenden Schlachthäuser oinnchsen; wir können hersichert sein, daß es an Schlächtern nicht fehlen wird. Ich Person- lich sveilich empfehle eher, die Kinder leibend zu kaufen und gleich nach de» Kchtich»« hmHnrichto»,«m tote«*«t epmoftrkol, mache» Ein sehr würdiger Mann, der dieses Land mit echter Liebe liebt und dessen Tugend ich sehr hoch schätze, hatte kürzlich die Liobensti-ürdigkeit, als wir über diesen Gegenstand sprachen, noch einen Verbesserungsvorschlag zu meinem Plan zu machen. Er sagte, daß mancher Edelmann dieses Königreichs in letzter Zeit sein Hochwilds völlig abgeschossen habe; und also meinte er, daß man dem Mangel an Wild recht wohl durch jung« Burschen und Mädchen nicht über vierzehn und nicht unter zwölf Jahren ab- helfen könnte, zumal ein« so große Zahl von jungen Leuten beider Geschlechter in allen Ländern aus Mangel an Arbeit und Dienst vor dem Hung«rtode ständen; die sollten ihre Eltern, wenn sie noch leben, und sonst ihre nächsten Verwandte« vergeben. Doch bei aller Achtung vor einem so ausgezeichneten Freund und einem so verdienstvollen Patrioten kann ich seinen Gedanken nicht ganz zustimmen; denn was die Knaben angeht,, so versicherte mein amerikanischer Bekannter auf Grund vielfacher Erfahrung, daß ihr Fleisch wie das unsrer Schulknaben durch fortwährende Leibesübung im allgemeinen zäh und dürr, ihr Geschmack aber unangenehm sei; und sie mästen, würde die Kosten nicht lohnen. Was ferner die Mädchen angeht, so glaube ich in demütiger Ehr- furcht, daß dieser Plan einen Verlust für die Oeffentlichkeit be- deuten würde, weil sie bald selbst Mütter werden müßten. Außer- dem ist es nicht unwahrscheinlich; daß ein paar überbedenkliche Leute, wenn auch sehr zu Unrecht, einem solchen Brauch den Vor- Wurf machen würden, er grenze ein wenig an Grausamkeit, was für mich, wie ich gestehe, stets der stärkste Enwand gegen jeden Plan gewesen ist, so gut er auch gemeint sein mochte. Um aber meinem Freund gerecht zu werden, so gab er zu, daß dieser Ausweg ihm von dem berühmten Psalmanazar einge- geben worden war, einem Eingebornen der Jns«l Formosa, der vor mehr als zwanzig Jahren von dort, nach London kam und ineinem Freund« in der Unterhaltung sagt«, daß, wenn in seiner Heimat irgend ein junger Mensck hingerichtet würde, der Henker i den Leicknam als besondere Leckerei an vornehme Personen ver-, kaust; so sei zu seiner Zeit der Lcicknam eines dicken, fünfzehn- � jährigen Mädckens, das gekreuzigt wurde, weil es oersucki hatte,! den Kaiser zu vergiften, vow Galgen weg in einzelnen Stücken um vierhundert Kronen an den ersten Staatsminister Seiner taiserlicken Majestät und andre große Hosmandarinen verkauft worben.« Ich kann auch nicht leugnen, wenn von mehreren prallen jungen Mädchen in dieser Stadt derselbe Gebrauch gemacht würde, zumal sie ohne einen Heller Vremögen, doch nicht ohne Tragfänfte au- dem Hause gehen können und dabei in auslänidischem Putz. de» sie niemals bezahlen werden, im Theater und in Gesellschaf- 99»«rfcheinen, bat Königreich dabei nicht übel fahren würde. Einige Leute in» ntuüostx Ehanaktenanftvg, sind i» groß« Sorge um jene ungeheure Anzahl Armer, die bejahrt, krank oder verkrüppelt sind; und man hat mir oft den Wunsch ausgesprccheri, ich möge mein Deuten darauf richten, welchen Weg man einfchla- gen müsse, um das Land von einer so schweren Last zu befreie«: aber das macht mix nicht die geringste Mühe, da eS nur zu be- kannt ist, daß sie tagtäglich, so schnell man eS vernünftigerweise nur«vwarten kann, vor Kälte, Hunger, Schmutz und Ungeziefer sterben und verfaulen. Und auch die jüngeren Arbeit sleute sind mittlerweile in fast der gleichen hoffnungsvollen Lag«. Sie können keine Arbeit finden, und also siechen sie vor Nahrungs- Mangel dahin, und zwar in einem Grade, daß sie, wenn sie ge- legentlich zu gewöhnlicher Arbeit gedungen werden, kein« Kraft mehr haben ,sie zu verrichten; so wird das Land, und so werden sie selbst glücklicherweise vor kommenden Usbeln bewahrt. Meine Wfchweifung ist fckon allzu lang geworden, ich kehre also zu meinem Thema zurück. Ich denke, die Vorzüge meines Vorschlags sind handgreiflich und zahlreich, und obendrein von höchster Bedeutung. Zunächst würde er, wie ich bereits bemerkt habe, die Zahl der Papisten, vom denen wir, alljährlich überrannt werden, be- deutend verringern; sie sind zugleich die kinderreichsten Leute der Nation und unsre gefährlichst» Feinde, und sie bleiben eigens im Lande, um das Königreich dem Prätendenten auszuliefern; sie hoffen durch die Z(bweseri,heit so mancher guten Protestanten die Oberhand zu gewinnen, die lieber ihr Land verließen, als zu Haus« blioben und wider ihr Gewissen einem bischöflichen Pfarrer den Zehnten zahlten. Zweitens werden die ärmeren Bauern einen eigenen wert- vollen Besitz haben, der gesetzmäßig pfändbar werden und dazu verhelfen kann, den Gutsherrn ihre Packt zu zahlen; denn ihr Getreide und ihr Vieh find bereits beschlagnahmt, und Geld ist ihnen etwas völlig Unbekanntes. Drittens wird das Nationalvermögen während di« Unter- Haltung der bunderttausend Kinder von zwei Jahren an aufwärts jährlich auf nickt weniger als auf je»ehn Schilling zu berechnen ist, auf die« Weiie um jährlich fünszigtaiisend Pfund vermehrt, abgesehen von dem Vorteil, daß ein neues Gericht auf die Tafeln aller wohlhabenden Herren im Königreick kommt, di« nur ein wenig Geschmacksverfeinerung besitzen; und das Geld wird im Lande bleib«», da die Ware gang einheimisches Wachs- tum und Fabrikat ist. Viertens werden mit Kindern gssegnet« Leute, abgesehen von dem ReiNvcrdicnst von jährlich acht vollwertigen Schillingen, den sie durch den Berkauf ihrer Kinder erzielen, von der Last befreit sei», st« noch»och ihrem ersten Jahr«halt»§ gSchluß faij«) fofftmj MelzerS, Sie SvSschichberatung bedenke fih He Vorsagen em Begräbnis erster Klasse, weist er als haltlos und auf Unkenntnis beruhend nach. Ein Antrag Koch(Bg. Vgg.), die EntschuldungS- fumate von 800 M. sofort zur Zahlung anzuweisen, wird von Drückner unter lärmendem Widerspruch der Tribüne bekämpft, der sich zu stürmischen Schlußrufen steigert. Koch will die 800 M. sofort und nur als Abschlagszahlung bewilligen. Dem Stadtv. Mommsen, der Koch entgegentritt, wird durch anhaltende Rufe:„Tchlutzl" und „RauS!" so sehr erschwert, sich verständlich zu machen, dast der Dorsteher mit Vertagung der Verhandlung drohen mutz. Die weitere Verhandlung vollzieht sich unter andauerndem betäubenden Lärm in der Versammlung und auf der Tribüne.— In namentlicher Abstimmung wird Ausschuhberawng für alle drei Vorlagen mit 81 gegen 28 Stimmen beschlossen. Schluß gegen 10 Uhr. GroMerUn Im Kampf gegen den Schleichhandel. Im März sind vom Landespolizeiaml allein Waren im Wer!« von S7S0 000 M. beschlagnahmt worden, die im Schleich- und Kettenhaudcl vertrieben wurden. Davon Fleischwaren 17b 000 M., Käse 107 000 M., Web- und Wukwaren über 1 Million. Tabak- waren>/, Million. Im April Waren im Gesamtwerte von über 1 Million Mari Waren beirdlagnabmt, davon Lebensmittel 200 000 M., Wein 75 000 M.. Tabakwaren 400 000 M. Außerdem im Monat April allein gesälschre Bezugscheine, auf die Waren von 16 Millionen Mark bezogen und der Allgemeinheit zu Mucker- Preisen zugeführt werden sollten, ermittelt und beschlagnahmt. Diese Fälschungen sind mit großem Geschick begangen und die Täter der- wischen langsam iAre Spuren. liebet M a i liegen abgeschlossene Zahlen noch nickt vor, doch waren die Werte höher als in den Vormonaten. 22 500 M. ge- münzten Goldes sind darunter. Die beschlagnahmten Waren werden stet» durch die staatliche Berteilungsstelle für Groß-Berlin der Allgemeinheit sofort zu billigstem Preise wieder zugeführt. Gelbsthilfe im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Dies ist der Zweck einer„Gemeinnützigen Bau- und Betriebsgenossenschaft für Groß-Berlin", zu der erwerbslose Hand- und Kopfarbeiter zusammengetreten sind. Sie will al» ArbeitSaenossenschast die Ausführung aller kommunalen und staatlichen Notstandsarbeiten in eigener Regie übernehmen, um dies« Arbeiten möglichst weiten Kreisen der Erwerbslosen nutz- bar zu machen und die Arbeitslosigkeit zu mildern. Sie glaubt auch dem Siaat und den Kommunen und damit dem VollSganzen nützen zu können, indem sie den Unternehmergewinn ausschaltet und die nur vertuernden Submissionen überflüssig macht. In einer Besprechung, zu der Vertreter der Gewerkschaften. der Evwerbslosen und der drei sozialistischen Parteien«ingeladen waren, machten verschiedene Redner ernste Bedenken geltend. Her- Sorgehoben wurde, daß nach dem sozialdemokratischen Programm ie Kommunen ihre Arbeiten in eigener Regie ausführen sollen. Man bezweifelte auch, daß die finanziell« Fundierung der Ge- nossenschast leicht sei. Um da» Unternehmen in Gang zu bringen, würden smeiute der Redner) bedeutende Mittel nötig sein. Im Bauwesen fehle e» übrigens an Arbeitsgelegenheit nur wegen des Materialmangel», den auch die Genossenschaft nicht beseitigen könne. Den Bestrebungen der Genossenschaft stellen die Pertreter der Gewerkschaften und der Parteien möglichste a n t e r- ftützung in Aussicht,_ Zöpfe- Kinder ohne die Begleitung Erwachsener dürfen nicht in den Eharlottenburger Schloßpart hinein. Man fürchtet für die Blumen. Und e« gibt ja auch— woran der Krieg der.große Erzieher" schuld ist— jetzt eine Menge verwilderter Kinder. Aber der Tier- garten, der Friedrichshain, der Humboldthain sind doch ollen Kindern offen, und was hier möglich ist, sollte auch in den ehe- male königlichen Parks gehenl Und dann gibt» doch noch die .Wächter!" Wo sie nicht ausreichen, kann man jederzeit Arbeit«- lose zur Beaufsichtigung der Anlagen heranziehen. Es wird von allen Seiten her andauernd die Gesundheitspflege der heran- wacksenden Großstadttinder gefordert. Aber die wenigen grünen Stellen, wohin sie schnell gelangen und wo sie ohne Gefahr gute Lust atmen und sich an Vogelsang, am Wachten und Blühen freuen können, werden ihnen verschlossen. Ist da« richtig, daß man die Kinder, deren Mütter tagsüber schwer arbeiten müssen. deswegen vom Gmuß dieser Dinge ausschließt? Ist e« sozial, daß sie. sehnsüchtig am SingangStor stehend, zusehen müssen, wie gut gekleidete Kinder mit ihren Kindermädchen all dieke Herrlich- leiten täglich al« etwa» Selbstverständliche» hinnehmen? Ich habe de» öfteren solche kleinen Zaungäste mit hineingekommen und mich dann an ihrer Freude, ihrem Interesse ergötzt. Ihrer Unwissenheit in den einfachsten Dingen der Naturgeschichte konnte ich mich nicht verwundern. Woher sollten sie. die immer nur auf der Straße spielten,«ine Kenntnis der Bäume, Pflanzen* und Vögel haben? Vom Schulunterricht allein gewiß nicht!— ES wurde bisher in den königl. Park« eifersüchtig darüber ge- wacht, daß nur ja kein Kindersuß irgendwo aus den Raten trat. Nun wagen sich aber diese» Jahr in den schönen, warmen Maitagen hier und da die Kinder doch auf eine der Wiesen und es ist ein köstliches Bild: die lachenden, springende», spielende» Gestalten auf der grünen Fläche. Aber die Freude ist nur ball* solange man nicht sicher ist. ob nicht im nächsten Augenblick der gefürchtete Wächter dazwischen kommt. Und ivie stellt sich die Parkverwaliung zu den ganz kleinen, denen einwandfreie reine Luit und Sonnenschein so dringend nötig sind? Wenn sie im Kinderwagen liegen, so dürfen sie nicht in den Park hinein! ES sei denn, daß sie einen gewandten Bater haben. der ein großartiges Bittgesuch aussetzt, worauf dann eventuell von Potsdam her eine Erlaubniskarte kommt, die das Fahren des Kinderwagens aus einem kurzen, vorgeschriebenen Wege erlaubt! Da» wissen natürlich die meisten Pitzletariersamikicn nicht, oder die Einholung der Erlaubnis ist ihnen« umständlich. Man öffne den Kindern und Säuglingen die königlichen Park« und helfe damit ihnen und un« allen! In dem botanischen Garten zu Dahlem dürfen selbst in Be- gleitung Erwachsener Kinder unter 10 Jahren nicht hinein. Die Herren, die am grünen Tisch diese famose Verfügung erlassen haben, sollten sich einmal bei den Pädagogen umtun, wie hoch die Beob- ochtung der Pflanzelwett als Erziehungsfaltor schon beim kleinen Kinde eingeschätzt wird. Oder besser, sie sollten selbst einmal ein sechsjähriges Kind an die Hand nehmen und mit ihm von Beet zu Beet gehen! Da würden sie merken, daß man lolch ein Kind sehr wohl zu den schönen Blumen führen kann und daß viel Freude und Anregung für beide Teile daraus entsteht.— Also fort auch mit diesem Zopf, der schon manche Eltern abgehalten hat, die Erzeug- atsse des schönen Garten« zu bewundern! Neueö Ncgime? Wir lesen in der.Deutschen Poliz-ibeamten-Zeitung": Ein Vorschlag der militärischen Nebenregierung von Grog- Berlin, eine militärische Polizeitruppe in Stärke von 4000 Mann zu gründen, hat die Zustimmung des Dezernenten für die staatliche Polizei im Mnisterrum de» Innern gefunden. Man ist sogar über den Kopf der preußischen Lande'veriammlung hinweg dazu übergegangen, die Borbereiinng der Zusammenstellung eines solchen PolizeikorpZ zu treffen. Der Verband der Preußischen Polizeibenmien halle sich an de» Minister de» Innern gewandt, und am 81. März d. I». fand der Empfang einer Deputation statt, wobei der Minister zusagte, daß bei der geplanten Reformierung der Polizei die Führer der Or- ganisafton gehört»tideu Mtttm. Trotz Wtstt Zusage ist man an die neue Gründung einet Politzeitwipvpe nach den Vorschlägen der Garde-Kavallerie-Diviston herarngegogen. ohne die Führer ge- hört zu haben. Wiederholte vorsieillungeu um Empfang einer Ab- ordnung blieben ohne Antwort. Der Reichsverband sah sich de«- halb veranlaßt, in einem Schreibe� am 7. Mai um den Emviang einer Abordnung zu ersuchen. Da»«schreiben blieb unbeantwortet. Wir sahen u»S daher veranlaßt, mm 17. Mai nochmals bei dem Herrn Minister det Innern wegen Empsang einer Abordnung vorstellig zu werden, und auch auf diese« Schreiben find wir bis heute ohne jede Antwort geblieben." Na, die Regierung wird ja die Folg«« ernte». Ter Zigrrretteutvmcher. Zigaretten mit der Steuerbanberole, 4>4 Pf. werden jetzt für 35 Pf. da» Stück verkauft. Oeffnet mestimmung«recht» zu erweisen. Erkner. Gemrintuvertrrwn«. Aus sozimi tt» September a» Kinbee, welche Zwilchen 1. Iiill lWS und 81. MiNz ISIl geboren find, b> blaue.Il'-MagcrmUchlarlen nur lür izulI bt«S«dt»md»r a» Kwdei welche zwischen l Aprtl thtt und 30. Juni 121 l geboren find. o) gelbe. U l"-Muge.mUchtai ten sür Juni bt» September a» Kinder, welche zwischen 1. Juli ISO? und R>. Juni lSVS geboren ftnd. Die Karten sind In Berit» vom 6. bt» 10. Juni etittchilehllch von de» Brotkommiffionen abznbolrn. Alter de» Kinde« lit nachzuweisen. Berlin. Bi» 8. Juni tm löl., 15., ISS., ISO. bt» 1S4., 157.. 1»».. 178., 188. 188., 18g.. 2ZS., 211. imd 21.5. bis 11. Juni, im I«». und 155. BrottommilsionZbezirt 125 F.raimn Kaie. Berteilung vou getrockneten Gemüten. In den durch AuShärge» schlld gekennzeichneten Geschäfie» werden unter fUdtilcher Slusstch! hergestellie geirvckncie Gemüse, Wei�kodc, Rollobl. Wirfinglohl, Mohrrüben und Zwiebeln demnächst verlest!. Abschnitt B 250(8t. Aeitzkobl und 100 Ar. Roliohl, Wirsingkohl, Mohrrüben oder Zwiebeln Ansvmch auf bestimmte Gemüse- art befiehl nicht. Abzugeben ist Abschnitt E in den EeschStten gegen Empsangsdelcheinigung vom S. bis II. Juni. Vankvw. Ad Vmmaden» SC8 9t. KnnfthsM, ßO. Steglitz. 250 Gr. Heringe(28); 250Iiedero«IaniMlung giU für die Mitglieder(Äroh-Berltn« und der Wich« ttgkelt der Tagesordnung wegen wird aus zahlreiche»(Jiftbeinen gerechnet. Charlotienburg. Aufnahme täglich»Jmernaiionalc» Restaurant-, Katser-striedrich-Slr. 57. Tierfammlung aller Beamte»,«agettrlleen und Hilfskräfte de» Stadt Eharlotrenburg. Heut« Freitag, abend« T/, Uhr, in der Aula der Leibmz. Oberrealschui». Tcharlottendurg. schillerftratz« 125/127.— Versammlung aller Alngestellte» der Post- und Telegraphen. Verwaltung der Slemrer de» Nordens. Heute, abend» 8 Uhr, in der Aula de» Lesstng-Gymnafium«, Ponkstras-.e 18.— Ardetrer> Radfahrer- Bund Solidarität. Ortsgruppe Berlin, l.»Idtetlung. Sonnabend, nachmittags 3 Ubr, S-Tagetoui Stettin. 1. Feiertag, vormlttgg« S Uhr, EpitzmLhle bei Strau»dei.g. 2. Feiertag, mittag» 1 Uhr, nach Wandlitz. Sämittche Start» bei Wiemer, Bülostr. 68 Gäste willkommen.— ll. Abt. 7., v. und 10. Juni protz« Rupdfadri durch Mecklenburg. Start Somt- abend nachm. 4,80 und 8 Uhr abend« Siücherttrage,(»de Fvnlanepromenad«. Nacdiquariier in Kremmen Treffpunkt ffir Nachzügler 1. Feiertag 12 Uhr in R Heinsberg(Reit Bitter).— Montag, ten 9.. nachm. 1 Uhr, nach Müggei- schlötzchen. Siait wie oben.— Ardeiier- Radfahrer> Verein Grost- Berlin. Sonnabend, nachm 5 Uhr. 3.T,>ze1our nach Guben. 1. Psingst» seienag, nachm. 1 llhr, Raoeniteincr Mühle.— 2. Pflngstleiertqg, nachm. I Uhr, Dlakenfelde.— 3. Pfii«gslseterlag, nachm. 1 Uhr, Hirjchgarten(Wil- helmshos). Start Mariannenpkatz. vriefkasten än Reüaktton. Zeder sür den Brtettasleo destivimten»nsrag, füge man»inen Buchstaben und eine Nummer bei. BricliuS« Austuiisl wird nichi erteilt. Eilige An- froge.i krage man in der JuriMIchen Zpreckisiund«. Lmdenstr.», 8. Hot iiicks, 4 Treppen. 4 bi» 7. Sonnovend» Z di» 6 Ubr nachmittag bor. Bchrtstttück» und Verttjäg« stnd miizudrtnaen. E. V. Ja.— TS. P. 3Z». Aus An krag ja imd zwar dt« Hälft» der gcsamlen Beiträge.— D.!t7. U S. Nein.— A. Bd. 100. Nein.— ff. B 1. ,4ür den Beistand des einer rcgelmätztgen Geburt für die Daner di» zu t2 Smnden 16 di» 45 M.. für jede folgende Siunde 1,50 bi» 8,76 M. Für jeden vorgeschriebenen Wochcubesuch. autzerdem sür jede angefangene Stunde bei Tage 1,50 bi» 3,76 18., bei Nacht da» Doppelte. 2. Richtet sich nach den Satzungen der Kasie.— M. Z. 100. Mit dichslent 1,60 M.— M. 9». 18. Nein- M. st». 1». 1. und 2, u. ü, nein Beschwerde kann aus dem Dienstwege 51» zum KriegSministerüim erhoben werden. 8. Ja, solange nichi die Enilassunq auSgelprochen worden Ist.— G. L. III. Poll, e, Präsidium Brrliy.— Ztzalkstr. itnilafsungtstell« V, Jnbalidenstt. 63. — H. M. USi. 1, Beim BezirkSkommando. 2. Ja, oder aus die künftig fällig werdenden Raten anzurechn»n.— ff. 50. Nur dann, wenn die Forderung seinerzeit auch gegen Sie ausgeklagt worden ist.— stA. 8. 1. Leider nicht. Sie können oder für 14 Tage Lohn beanspruchen. 2. Nur dann, wenn Sie im Bcamtenverhältnis stehen. 3. An den in Frage kommenden Magistrai dezw. Gcmeindeoorltaad.— 4.®. D. Die Firma Schwarz Ist bafib-n. Klage kann beim Gewerbegertcht erhoben werde«, es kann aber die Beschaffung eines SrbscheineS verlangt werden.— K. tt. 18. Leider nicht, da Sie keine Kriegsdelchädiglenrente beziehen.— Z>. 10. 1. Ja, da i 2, Ziffer 8, der Bekanntmachung de» Demobilmachungsausschusses». E- in Ihrem Falle kein« Anwendung findet. 2 Ja, an den Demovilmachungs. ausschutz. Der Antrag mutz von dem Unternehmer eingereicht sein. Die Zustimmung de« Angejiellienrais, soll» ein solcher nicht vorhanden ist, der Mehrheit der tn dem Beiried« tättgen Angestellten, mutz vorhanden sein schristltchen Erktürunz mit eingereicht«erden.— der Rente bleibt gleich.— Rep. 10. Ja. M. pr« Tag.-». 5V. 80 Ps. Löhnung, 1.20 M. SM. Teuerungszulage pr« Tag.— I. M. li. Richten Sie ein Gesuch an die Rrichtlanzlri.— V. stA. Klag» tnnerbalb 4 Wochen von der Zustellung de» Bescheide» ad gerechnet.— y. A, 3ao. Bertehr» mwittsrium, Abteilung sür Eisenbahnen, votzstt. 84/86—<» R. 1880. 1. Soweit ersichtlich nein. 2. Der Vermieter konnl« da» ttm. 3. Schriftlich oder mündlich. Die Entscheidung wird in mündlicher Verhandlung gefällt.— M. R. 106. Den 4 Kindern Ihrer Schwester steht gemewschastltch die eine Hälfte zrv Ihnen die ander« Pätsie� sall» nicht durch Testament etwa» andere» bestimmt ist.— und w Form einer v.«ch. 70. Die - v. 11. 1878. 1,2 Verpflegungsgeld und St. 125. Rein.- Mlliiii ttr Klll?r. tsseiem. MMN es«. Burean t Mclcbiorstr 2«. pari. astZZa-st««.«li» ArbeitSnackw.: Bormannftr. 13 Fernfpr.! Amt Moritzpl. 4787 Hlituev üvtiiu Fernspr.: Amt Norden 3791-97. Am Freitag, den 6. Juni 1919, abendS 7 Uhr, Im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15} NwlulM m bei se» MierilleAn Groß-Berlins beschäftigten Vertrauensmänner «nd Rrbeiterausfchnßmitglieder» Tag«»ordnungl Stellungnahme zu dem Ergebnis der Berhandlungen über eine ueue Teuerungszulage. ih/is Jeder vetri«d«nsi nndedinsit»ertreten fein.— Alle verwaltunglnritgtieder sind»erppichtet an dieser Versammlung teilzunehmen.— Fflr di» Vertrauensleute der Industriebetriebe gilt diese Versammlung nicht.— Mitgliedsbuch legi- timiert. Ohne dasselbe tein Zutritt. Die Ortsverwaltung. rvetkeransstcpren sstr da* mttti«»« tKorddrutirhIan» dt» Sonnabend mittag: Kühl und grötztenteiff trocken und weiter an Stärk« nachiassende Regensälle bei ziemlich sriichen westlichen Winden Später an der Küste Drehung der Winde nach Nordosten und allgemeine Ausheitsrung. DEUTSCHE BANK. Besltu. AbsehlnO am 81. Deisember 1919. T erbindllehkelten. Bsrrelck, Sorten, ZtnsKhelM«od OuthabM bei Abrechnungibankm...... Outhaben bei BanKen and BankfirnMa.. Wechsel u. unverslnsllche SchatianwaiaBaftei Veninsliche Deutsche Schatzanveltungen. Report- und Lombard- Vortchfiss« gegen börsengängige Wertpapiere...... (darunter SU Millionen an Stillt« aal Sonstige Körperschalten) Vorschii-ise auf Waren und Waneeer- »chtftungen............ (davon am Abichlultag« dnrets Vuan, Versclilffungspaptera u. a w. gedeckt 54 Alllllonen) Eii;er.e Wertpapiere üesamtbestand M.«»«»40,« Anleihen des Reicht und der Bunde»- Staaten............. sonstige bei der Retchsbank beleihbare Wertpapiere.......... sonstige hör« en gingige Wertpapiere.. nicht notierte Wertpapiere...... Beteiligung an OemelnSchakta. Unternehmungen.............. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und k-irmen............ Schuldner m lautender Rechnimg gedeckte............ ungedeckte........... (außerdem: Schuldner aus geleliteten Bürgschaften 482 Millionen) Forderungen an das Reich und die Reieha. dank aus für Rechnung derselben Ober- nommenen Verbindlichkeiten.,,.. Bankgebäude............. Snnstigcr QrundbetiU......... Verschiedenes..........,,. io m«7 14787 444 1143118 823 876 250 180 830 260 44»«32 112 282704977 4616 847 660 190 818813 04101632 80000 481 18 8»»20 6243 143 088 24148119 238(6448 9» 4M 414 1004104 319 432 320 233 40 000 000 I 1 Mark 15» 040 024 21 44 40 Qrundverir.ögen Rücklagen gcsetxlich TorgeschHeben«, freie.......... Gläubiger In laufender Rechnung Verpflichtungen für eigene Rechnung (darunter M. 3 3)1 941,44 noch nicht ablösbare Hypotheken aut unsern Grund- besitz)...... seitens der Kundscheft bei Dritten benutzte Kredite.......... Guthaben deutscher Banken und Bank- firmen............. Einlagen tat«cbOhrentncfer Rechneng innerhalb 1 Tagen fällig..... M. 2 490 821382�0 darüber hinaus bis zu 3 Monat fällig, 1221 340 81<138 nach 3 Monat fällig, 531 800 40�3» sonstige Gltublcer Innerhalb 1 Tagen fähig.... darüber hinaus bis m. zu 3 Monat fälll nach 3 Monat, fäll 'S 24 209 182,39 320411 511�3 Akzepte eigentlich«, noch nicht«IngelStt« Schecks..,. (außerdem geleistete Bürgschaften 482 Millionen) Für Rechnung des Reichs und der Reichs- dank übernommen« Verbindlichkeiten, Sonstige Verbindlichkeiten Unerhobene Dividende....... Dr. Georg von Slemens-Pends für die Beamten............ Rückstellung tdr Zlnsbogenstcuer... Uedergangsposten der eigenen Stellen unter einander.......... Zur Verteilung verbleibender Ueberschng. TOS »8884« 22 888001 320211933 4240414898 2 14] 891 692 20412 387 32493 333 20» 8X7 0*28106 2400 000 20 330277 05 6 t 02 87 278 000 000- 230900 000- SOSDOQOOu 4 1401» 48» »481 722 422810233 60 34*39240 49*74 133 02 84 Anscaben. Qewlnna and Verlu8t=Hechnung. Mark j 7 833 044 026121 Einnahmen- Gehälter an Vorstand und Beamte, BesOgc der Filialdlrektlonen, Weihnacht-Zuwendungen an die Beamten und allgemeine Unkosten............. Kriegsfürsorga für die Beamten...... Hl 14129*03�3 Wohlfahrtse'nrichtungen für die Beamten(Klub, Khntinen, Erholungsheim)......... 1 13« 1*7,2» Beiträge dar Bank zum Be- amleniOrsofge-Vereln■. 2407 464,40 Schuhputz„tir&st*" überwiii zu beziehen I E»brik: Urhan 5 Uemm. Charlotfffnbure. Steuern und Abgaben......... Zlnsbogenstcuer............ Gewinnbeteiligung, an den Vorstand, Stellvertreter u. andere Tantiemenberechtigte In Berlin(48 Personen)....... Abschreibungen aul Einrichtung..... ,, Bankgebäude.,.. Zur Vertellung verbleibender Ueberschuß■ 46«4 447 20161 407 12 628 302 1513000 2 292 793 332 684 90 811179 01 I 281 94 65 Mark 83 272131 4141863 49374 133 134 996 149 Vortrag aus 1917........ Gewinn auf Zinsen und Wachs«!.. ,, Sorten, Zinsscheine usw. „, Wertpapiere..... ,. Gebühren...... ,, Dauernde Beteiligungen 88411484 146334 37 639 903 3037307 Mark 130 996149 Opernhans OSelelsterslng.!. Niimlieri Anfan« 6 Uhr._ Schauspielhaas Sonnenfinsternis. Aniang 6'/a Uhr. Volksbühne Theater am BBlowplatz. Direktion Friedrich KayBIer. 7Vi Uhr: Der Umzug._ •Deutsches Theater. Allabendlich 8 Uhr: - Max Pallenberg in Familie Schhnek. Kammerspiele. Allabendlich JV; Uhr: Lcopoldine Konstantin in Eifersucht. Theater des Westens Allabendlich 7'/jUhr: Mia Werber und Hans Wass- mann in Oeishs. Theater 1. d. Dir.; C.Meinhard-R. Bemauer 8 Uhr; Zum 75. Male Musik. (Clara: Maria Orska.; Sonnabend: Erdgeist. (Lulu: Maria Orska). Pfingstsonmag nachm.; Fünf Frankfurter. Abends: Musik. Pfingstmontag nachm.: FDnf frankfurter. Abends: Erdgeist. fiomOdienlmus an der Marschallbrücke 7 Uhr; Liselott von der Pfalz. Sbd.: Liselott von der Pfalz. Pfingststg.; Liselott v. d. Pfalz. Pfingstmtg.; Liselott V. d. Pfalz Berliner Theater uhr: Sterne, die wieder leuchten. Residenz-Theater. Untergrundb. Klosterstraße, Ausgang Stralauer Straße. Täglich 8 Uhr: U im IM Schauspiel von Sudermann. Regie: Alfred Rotier. Trianon-Theater. Bhf.Friedrichstr.Ztr. 4927,2391 Tägl. 8 U. Heute z. 273. Male: Der gute Bu{ Schauspiel von Sudermann. Sonnab.-,z4:HänseI u. Oretel. Sonntag 4 U.; Johannisfeuer. Walhalia-Theater. Vit Uhr: Die kleine Sklavin. Rose-Theater. Vit Uhr: Ehe=(Jrlaub. Lnlsen-Theater. - Die r/a ulh iiriitsEheueüame. Mom'tS: Kabale b. Liehe Diens-S# Kindervorstelluni? tag ü ♦ Gcnovefa u.Hirschk. Carsino-Theater. Sotljcüip.(Str. 37. TagL'/.tiUhr: Der selige Hollschinski. Am 1. uttb ± Pfingstfelertag, nnchmiflags S'/i Ulfr: „©u ahnst«» nicht". »/«S U.: Der selige HollschlnsN Idealer am Kvttdu-er'ror. Allahendlich Vit Uhr: Elüte Sänger ehemal. Stcttlner Säuger. Humoristischer Spielplan! tfÄS?" Sommerpreise."flBSS Eintritt 60 P?» Im Garten: BIOthgen-Konzert. Friedrichstraße 218 1 Dir.: James Klein I | T8/. Sonnt.3l/2u.7»/, j (xastspiei Anton IHerrnfeld m. seiner aus 28 Personen bestehenden .Gesellschaft in der 3aktigcn Burleske Wer ist der Vater? Vorh. Spezialitäten! An beid. Feiertagen 2Vorslcllg. i'/tU.V/, Nachm. d'/j leder Erwachs, 1 Kind frei I Theaterk. ab 10 Uhr unumerbr. geöffnet Winter- Garten TägHch?>/, Uhrt Variete-Spielplan Rauchen gestattet I Paul Steinltz Minna Bcverellj FHtr, Berrer Klein Rosa Lachpillen-Wolf Lassl u. Acuni Kansl Etzer Franz Romahn Mla Renard Adolf Karnbach [ Am Flügel: Henscüel| Conf.; Fiatow i Oyigyi» Konzerte 1 ZieeslnK-Theateri Sommersplelzeit. Leitung: Hans Sternberg. Gastspiel Guido Thielscher: 8 Uhr; Charleys Tante. Dcntschea Kttnstler- Thenter. Sommerspielzeit. Dir. Max Adalbert/ Kurt Götz. Allabendlich V/t Uhr: Die Uutschbahn. VI, Uhr: Centr nl-Theater Kommandantenstraße 57. u7h): Die Schönste?on Alien. Deutschen Opernhaus 7 uhr: Martha. Friedr.-WiHielmst. Theater Das DreiffläMaus. Kleines Theater. vi, uhr: Küraniethlättehen. Komische Oper Sehwarzwaldmädei. liiistsplelhans Die spanische Fliege. Mctropol-Theater. 7 uhr io: Die FasMnnsiee. Bleues Operettenhans tv.u: Die Dame vom Mcs. Palast-Theater Heute geschlossen. Sonnab. 7 Uhr: Z. 1. M.: Talismann Schlller-Thcat. Charl. VI, Uhr: KW KFaflSB. Thalia-Theater 7V. u.: Zur wilden ßmnniel. Th.am Vollen dorfplatz 3: Operv. Slernsch. Konserv. 7 uhr: Drei alte Schachteln. Theater d. Friedrichstadt vi, uhr: 4 Einakter. Walln er Theater vi. uhr: Mandrapola. Fiedermaus Unter denl.indenl4 Täglich lacht man Tränen über ferner das große Programm Llssl Carussl/ Adolf Voigt Gertrud Eva Liebenberg Hilde Nonnann/ Willy Räsch Konzert: Kapelle Brachfeldt Vorzügliche Weine und Küche Anfang 7 Uhr. 174/19 Potsdamer Str. 38 Der große Prunklilm Das Buch Esther Turrastr. 12 Eva May im Lustspiel Die vcrvvunochenc Prinzessin Alexandcrplatz-Passage. Friedenau, Rneinstr. 14 Die Prostitntion ReichshilL-Theatcr Allabendlich 7'/.Ul)r: Siettlner Sänger Ifl Meysel, Britton. Max Cieidl ufm. 4—6 Freikonzert Wiener Praterleben im Clou Mauerstr. 82. Freitag, 6. Juni: Tanzaufführung Oberland lertruppc 25 Tänzerpaare. idmirals-PatasL Täglich V18 Uhr Sonntags 3 u. 7 Uht Die neuen Ballette im Gespensterschlsß Wiener Walzer außerdem » Tanz* Revue« imirala-Kino. | Die schwarze Loge. Alfred Abel, Lore Leu*. Frau Hempet» Tochter jALEXAMQEftSIRSSl Lachpillen« Wolf Else Garell Karl St5hr 3 Schwestern L&ck Alfred Jansen Mary Walter Rosl Körner Am FIQgel: Sawade ConU Heinslus Ebener• Kenzcite. Natlonal-Thoatcr. vu Die Klnopnppe. Voigt- Theater Badstr. 58.» Tägl. Qr. Volkskonzert. Ab Pfingsten: Das Müsikanteonilidel. Eröffn. 3Uhr. Anf.SUhr. am Bbf. Friedricbstr. Schleifenbahn Figur- 8-Bahn Berg- und Talbabn Taifun-Rad Üippodrooi-Noblesse! Werktags ab 4, Sonnt. 3 U. Klavier eotL Alügck u. Harmonlnm lauft Schachtscbnelder, Onctomer S frühe 14, III (Bttisangabt). Lz— 7» Clccuo TS Biisdi W Cirais-Programtn Lange n. Gihson, Tänze, Ein Fest n. d. Stiergefecht. pSt Ringer-Wertstreit. Pletro-Scholz/ Mobnr.ann Pawlowkz/ Hansen-Esch Entscheidundskampl: Bunradanoff/ Strenge. Film- Palast Koppenstrnße 29 Dir. J. Werner Heute u. folgende Tage; Der Riesenprunkfilm Veritas Vincif Die Wahrheit siegt! Abgeschlossene Vor- stellunnen: 5'/, u. 8 Uhr. fauaarefeiessS�las 7*1 oral U Hl cl SirknljcliJkeit von Dr. Da uJ DToj'ssnex and Georg J�cohy rrut £rijh.a d&cst s sner. J-fanns..JZ&JcJiJ JKÄDJie L>oxJc2-L't Ccxede er, Pd. ix I O/ f o, D/diTTy PZdrJ A. u e rx, /fermdxin TArzrug. Vorsitilungert: 5, 64s, 84s. Vorver JnÄad* X2-fC#u- ■ywoefid.'. Modell 1918 übertrifft in Federung und Haltbarkeit Jede andere Ersatzbereiig. Fahrb. auf jeder Straßenfläche, bei jeder Witterung. Auf Modell 1919 bei der Zuverlässlgkeitsfahrt Berlin Cottbus— Berlin am 6. April fuhr der Rennfahrer Rosellen nach 11 Stund. 3 Min. mit einem Vorsprung von 24 Minuten als Erster Sieger durchs Ziel! Verlangen Sie Prospekte. Gen.«Vertr.: M. B. Grundt, Charlottenburg, Kaiserdamm 99. Amt Wilh. 6641. T ünHnOPlrhtCfat a* u. Dr.(ur. Wilhelm V. Kirchbach UituUtyLnirillMal. pers. z. sprechen Potsdamer Str. 115. (LCtzowstr.) Langjähr. Erfahr. Zuverläss. Rechtsoeistand in Ehe-, Alimenten- u. Vertrauenssach., Gesuche, Verträge, Ermittelungen.— Beobachtungen. Tel. Lülzow 2494. Achtung Mit der Dr.*. Kirchbach 0. m.b. H., Alexandersir. 45, habe ich keine Verbindung. Landgerichts, at von Kirchbach.• jlntons Weinstuben Am Untergrnndbahnhof Mtadtpark Innsbruclier StraSo 4LZ., Seltene Weine Künstler- Konzert. Soeben ererh.en �ER GEIST DElv. NEUEN VOLKS GEN EINS CHAM Heraas£eteben von der Zentrale für Heimaidiensi, mit An ts ätzen von PETER BEHRENS W.V.MOELLENDORFF MAX 6CHELER KASIMIR EDSCHMlD MARIIN RADE ARNOLD ZWEIG u.a. Die soztaicoitUtchen Aufhoben in ihrem wesensgettizuchen Zusammen hange mi. dem kunvri o* Lehrmädchen und Laufmädchen C. A. Horpicb Söhne, Leipziger Str. 9/lL Koppen tr. 1. Aiexander 2230 Poulstr. i. Moabil»4.31. Astckerstr. 0. Norden.795 GeSssnel 8—12 i Geübte Pelz-Li a s chinrn ] liätierinuen und Prlz Aussertigeriiuicii I zur ioiorttgen Einstellung gesucht.>04D' c. A. Herplcb Söhne, Leipziger Stt 9 11. für erstNafstge Pelzmäntel perL S. Uom. '-/■V£7 welsische Umtriebe. Unterhandlungen mit einer fremden Macht. In der Preußischen Landesversammlung hatte am 23. Mai der Welse Biester behauptet, daß in Versailles VerHand- lungen über Hannover geführt worden seien. Hierzu erhalten wir nun eine Z u s ch r i f t a u s V e r s a i l l e S, in der die Behauptung des Herrn Biester als vollkommen falsch zurück- gewiesen und dann weiter ausgeführt wird: Vielleicht hat sich aber Herr Biester geirrt. Er hat wahrschein- lich die Verhandlungen, die die welfischen Unterhändler in einem neutralen Land mit Vertretern einer Regierung der Entente führen, nach Versailles verlegt. Die Welsen müsien sich darüber klar sein, dag die Errichtung des.freien Hannover"' in der gegenwärtigen Zeit nicht anders möglich ist als mit militärischer Unter- stützung der Entente, und zwar deuten die Berhaodlnuge«, die ihre Adgeardnrtr» in dem neutralen Land« führen, datz sie auch nur von einer auswärtigen Macht das»freie Hannover" erwarten. Wenn die Weifen die Agitation für die Errichtung eines Freistaates Hannover fortsetzen und durch die Agitation die Mehrheit der hannoverschen Bevölkerung überzeugen würden, würde sich das immer noch im Rahmen der Gesetze halten. Aber das wollen sie nicht, weil sie wissen, daß der Widerstand gegen ihre Pläne im Lande zu groß ist, und nur durch die Gewalt auswärtiger deutsch- feindlicher Waffen überwunden werden kann. helfersüiensie üer„Deutschen Tageszeitung� an öie Entente. Die»Deutsche Tageszeitung" verbreitet die Nachricht, dag Reichsminister Erzberger die Herausgabe eines Memorandums für die Unterzeichnung der feindlichen Friedens- bedingungen vorbereite und dadurch für die Annahme der Bedingungen Stimmung zu machen suche. Hierzu erfahren wir von zuständiger Stelle:»ES ist absolut unwahr, daß Reichsminister Erzberger die Herausgabe eines solchen Memorandums vorbereitet und für die Annahme der Be- dingungen Stimmung zu machen sucht. Der Reichsminister hat bei denr e i n st i ni m i g e n Beschluh deS KabinetlS mitgewirkt, auf Grund dessen der Ministerpräsivent diesen Bedingungen gegenüber in der Nationalversammlung die Stellung der Regierung festgelegt hat. Das Kabinett hat seine Stellungnahme in dieser Angelegen- heit nicht geändert". Die»Deutsche Tageszeitung" kann sich rühmen, in ihrem blind- wütigen Hast gegen Erzberger Herrn Clemenceau einen wert- vollen Dienst erwiesen zu haben. Die Pariser Presse wird nicht verfehlen, ihre Falschmeldung mit Begierde abzudrucken. Reform öes Jugenüstrafrechts l Die sozialdemokratischen Frauen deS Bezirks- Verbandes Groß- Berlin der sozialdemokratischen Partei DeirtschlandS haben an den Justizminister den dringlichen Antrag gerichtet, der Nationalversammlung alsbald den Entwurf eines Gesetzes zur Beschlustfassung vorzulegen, da« bestimmt: 1. Die Strafmündigkeit wird auf da« 14. Lebensjahr festgesetzt. 2. Jugendliche bis zum vollendeten IS. Lebensjahre dürfen zu Gefängnis st rafen nicht verurteilt werden: sie sind ausfchliestlich von Jugendgerichten abzuurteilen und Erziehungsmastnahmen zu unterwerfen. 3. Jugendliche bis zum vollendeten IS. Lebensjahre dürfen den Strafbestimmungen des Gesetzes über den BelagerungS- zustand nicht'unter stellt werden: sie sind auch bei Straf- taren, die unter den Belagerungszustand fallen, den Jugendgerichten zu überweisen; 4. Di- Bestimmungen zu 3 haben insofern rückwirkende Kraft für alle derartigen nach dem S. November 1018 abzuurteilenden Fälle, als die von den Kriegsgerichten ausgesprochenen / Gefängnisstrafen für Jugendliche aufgehoben werden und durch ein Jugendgericht zu verfügende Erziehungsmastnahmen an ihre Stelle treten. Schwarte knirscht! Im Militärwochenblatt vom 5. Juni gibt der Generalleutnant Schwarte eigenariig« Proben seiner Regierungstreue. Er be« spricht die deutschen Friedensgegenvorschläge und macht dabei aus seinem Herzen keine Mördergrube. Nach der erlogenen Behauptung. dast Demokraten und Sozialdemokraten au« Parteifanatismus die Kampffront zermürbt hätten, und einigen gleichwertigen Schmähungen der Revolmion vom 9. November, geht Herr Schwarte auf das deutsche Dokument ein. von dessen Artikel I er erklärt:.er besiegelt. freventlicher Leichtfertigkeit voll. Deutschlands Endel' Aber freventliche Leichtfertigkeit ist noch nicht da« einzige, was Generalleutnant Schwarte der Regierung vorwirft. An anderer Slelle ruft er aus: .Wir Offiziere, einflustloser und hilfsloser wie jeder andere Staatsbürger, nillssen ungefragt beiseite stehen zähneknirschend- über da« Brrbrrcheu, das am Volke verübt wird." Der zähneknirschende Generalleutnant Schwarte gibt«üi eigen- artiges Bild von RegierungSireue. Bielleicht sieht sich de» Reichs- wehrminister diesen Herrn mal etwas genauer an. Sequeme Methode. Die Devtschnatiovalen und die deutschen Gegenvorschläge. Die deutschnationale Partei hat einen Antrag an die Nationalversammlung gerichtet, dessen erster Satz lautet: Sowohl die Friedensbedingungen der Entente wie die Gegen« Vorschläge der deutschen Regierung find als unerfüllbar und unerträglich und als mtt der Zukunft und Ehre deS deutschen BolieS unvereinbar abzulehnen. Die Methode der Deutschnationalen ist sehr bequem: Nachdem sie das deutsche Volk in eine Lage gestürzt haben, deren leider notwendige Folge die Gegenvorschläge der deutschen Regierung sind, erklären sie diese für unerfüllbar und unerträglich. DaS ist freilich sehr einfach, ein Volk erst Hals über Kopf mit unverantwortlicher Skrupellosigkett in das tiefste Unglück zu stürzen, und dann noch die Regierung, die daraus die Konsequenz ziehen muß. zu be- schimpfen. Vor der Revolution hätte es die jetzt tobende alldeutsche Klique in der Hand gehabt, einen Abschluß des Krieges, wie den jetzigen, zu vermeiden. Aber indem sie jeden rechtzeitigen VerständtgungSfrieden vereitelte, ttägt sie selbst die Schuld daran, wenn jetzt von deutscher Seite aus nur noch solche Borschläge mit ÄuS- ficht aup-Hnnahme oder Verhandlung gemacht werden können, die zwar eine geringere Belastung als die feindlichen, aber immer noch eine schwere Belastung des Volkes darstellen. Die Alldeutschen haben das allergeringste Recht dagegen zu protestieren, sie f-iad schuld ddldtt, ddß dds notwendig ist. Kommunistischer„Arbeiterführer" und Kapitalssölöling. Ei« neuer Beitrag zu unserer Typensammlnng. AuS voatländischen Gewerkschaftskreisen wird unS geschrieben: In F a l k e n st e i n im Vogtland machte sich seit einiger Zeit ein gewisser Hölz als waschechter Kommunist bemerkbar. Er oer- fügt über ein gutes Mundwerk, was weiter nicht verwunderlich ist, da er in seinem bürgerlichen Beruf Kinoecklärer war. Durch seine wüsten Hetzreden hatte er die Falkensteiner Arbeiter bald entzweit und hauptsächlich bei den vielen Arbeitslosen ein williges Ohr gefunden. Diese gedankenlose Masie mißbrauchte er zu aller- Hand Putschen und wllen Streichen und versetzte damit ganz Fallen- stein in Angst und Schrecken. Der Bürgermeister und die Stadt- rate wurden vom Rathaus heruntergeholt und im Zuge durch die Stadt geschleppt. Geschäftsleute wurd«, auf jede xbeliebige De- nunziation hin gefaßt, auf öffentlichem Platze an den Pranger ge- stellt und erst wieder frei gelasien, nachdem sie Abbitte für ihr an- gebliches Vergehen geleistet hatten. Kurz, Hölz terrorisierte mit seiner blindwütigen Arbeitslosenschar die ganze Stadt. Dieser u»»- haltbare Zustand führt« zur Besetzung der Stadt durch Regierung«- truppen. Und als die RegiecungStruppen einzogst, nahm der kam- munistische Maulaufreißer schleunigst Reißau«. Dieser traurige Held hatte sich nicht nur als ein elender Feigling erwiesen, sondern auch schlimmsten Verrat an der Arbeiterschaft begangen. Er ist nämlich inKvischen ali ein gekauftes Subjekt des Kapitals entlarvt worden. Er leistete dem Direktor Schnell von der Chemischen Fabrik A.-G. ln Dorfstadt, einem ausgesprochenen Feind der Sozialdemokratie und der sozialen Errungenschaften, bei seinen arbeiterfeindlichen Bestrebungen wissentlich Vorschub. Di« Arbeiter diese« Betriebes, die im Kibrikarbeiterverband organisiert sind, forderten nämlich infolge der zunehmenden Teuerung eine Lohnerhöhung. Direktor Schnell wußte aber die Arbeiter durch die Drohung, daß er bei Aufrechterhaltung der Forderung den Betrieb am 1. Juni schlichen werde, derart einzuschüchtern, daß sie auf die Lohnerhöhung der- zichteten. An die Lerbandsleitung schrieb Schnell daraufhin einen hämischen Brief, m dem es heißt: »Unsere Leute sind von uns aufgefordert worden, aus Ihrer Organisation auszutveten, ba wir Vertrauensleute, die lediglich Arbeiter eines kaum noch arbeitenden Werkes noch aufhetzen, nicht mehr dulden. Gleichzeitig machen wir Sie darauf aufmerksam, daß Versammlungen Ihrerseits nicht mehr geduldet wachen. Dafür wirb die hiesige Kommunistische Partei sorge».' Am 26. Mai früh tagt« eine Betriebsversammlung in der Fahvik, in der Direktor Schnell sprach, nachdem er vorher 3 Vertrauensleute des Verbandes Knall und Fall entlassen hatte. In dieser Versammlung forderte er seine Arbeiter auf, aus dem Fabrik- arbteiterverbande auszutreten und erklärte weiter, ein Vertreter der Stadt würde erscheinen und ihnen klarlegen, daß es grundverkehtt sei, sich zu organisieren. Und dieser Vertreter der Stadt war— Hölz, der kaum nachdem Schnell geendet hatte, anf der Vildsläche.erschien und eine stundenlange Red« hielt, in der er daS Verhalten Schnell« unterstützte, gegen die Gewerkschaften im allgemeinen und den Fabrikarbeiterverband im besonderen loSzog und die Masircgelung der 3 Arbeiter alS zurecht geschehen verteidigte. Zum Lohne dafür erhielt Hölz von Schnell zweimal je 106 Liter Petroleum für die Arbeitslosen, damit diese bei der Stange bleiben: auch soll Hölz beim Verlassen des Betriebe» ein Kuvert eingehändigt worden sein, in welchem sich der Judaslohn befunden haben wird. Dies« Ümständtz lassen klar genug erkennen, daß Hölz im Interesse des Kapital» gear. b e i t e t hat. also ein gekauftes Subjekt de» Kapital» war. Und solche ehr- und charakterlosen Element« haben in der Kommuni- stischen Partei Führerrollen irme. Daß aber di« Arbeit«: solchen hergelaufenen Burschen nachlaufen, ist das Ticftraurige an der Geschichte._ Erfundene Aussprüche Noskes. ES war nicht anzunehmen, daß irgend jemand den Klatsch, den die.Zukunft' verbreitet hat, der Minister NoSke habe den Offizieren gesagt,»er sei nicht mehr im Parteifinne Sozialdemokrat, bereue den Jrtum seines Leben« und verdamme den Klassenkampf,' ernst nehmen würde. Nachdem nun aber die.Freiheit' einer ent- sprechenden Zuschrift Raum gegeben hat, sei erklärt, daß e» sich bei der angeblichen Acußerung NoSke« um eine ebenso skrupel- lose wie plumpe Erfindung handelt. Die Angriffe gegen Minister tzekne. Der mecklenburg-neustrelitzsche Ministerialdirektor Dr. Freiherr von Reibnitz bittet die.P. P. N." festzustellen, daß er die Artikel des Herrn HanS Leuß in der.Welt am Montag' gegen den preu- hifchen Minister de« Innern, Heine, weder veranlaßt, noch vor ihrem Erscheinen gekannt hat. Er habe auch niemals mündlich oder schriftlich gegen Minister Heine einen Vorwurf erhoben, dag dieser sich durch Bekleidung mehrerer Aemter finanzielle Vorteile verschaffe._ Die wirtschastspolitischen Pläne des Reichswirtschastsministeriums. Uebec dieses Thema sprach gestern abend im Berein Berliner Kausleuie und Berliner Industrieller Reichswirtschaftsminister W i ss« l l. Ausgehend von den vielen Angriffen, die in letzter Zeit auf die Politik deS Ministeriums erfolgten, ging er aus die Wirt- schaftlichen Maßnahmen wätirend deS Krieges ein, und fährt fort: Es scheint, daß das Schicksal uns noch mehr in Not und Elend stoßen will, bis wir uns endlich-ruf uns selbst besinnen. Wir verloren im Kriege die Handelsfreiheit und rönnen»eine ungezügelte Privatwirtschaft mehr treiben. Vorbei ist e« mit der imperialistischen Politik, vorbei ist es mit dem Waffen- starrenden Europa. Die alte Zeit feiert noch einmal ihren Triumph im Untergänge Deutschlands. An Stelle der feindlichen Blockade ist die Verarmung Deutschlands getreten. Da« kommt daher, weil wir während des Krieges unsere ganze ArbestSkrast in ein unproduktives Unternehmen steckten. Wir haben unsere Rohstoffe restlos verbraucht, unser« Schuldenlast geht wert über da» hinaus, was sich der einzelne denkt. Für die drin- gendsten Lebensmittelzufuhren haben wir bereits eine Milliarde von unserem Goldbestand, der vor dem Kriege zweieinhalb Milliarden betrug, ausliefern müssen. So wird auf lang« Zeit hinaus auch fernerhin Schmalhan« Küchenmeister bei uns sei». Unsere Ar- beitSkraft ist unser höchste» Gut. Sie gilt e», restlos zu be- tätigen. Allen deutschen Händen muß Gelegenheit zur pro» duktiven Arbeit gegeben werden. Zur vollen AuSnütznng der Arbeitskraft gehört die Hebung der Arbeitsfreudigkeit. Diese tritt nicht ein dadurch, daß man Streikverbote schafft, es gilt vielmehr ein mnige» Verhältnis zu schaffen zwischen dem Arbeiter und seiner Arbeit, denn nicht durch Lohnsteigerunae«— und seien sie noch so groß— läßt sich diese sozial« Frage lose». Wir muffen der Arbeiterschaft die Teilnahme am wirtschaftlichen Leben der Volksgemeinschaft sichern. In fachlichen WirtschaftS- organijationen müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer pari- tätisch vertteten sein, neben der polltischen muß ihnen hier die wittschafrlich« Mitverantwortung gegeben werden. Der Staat ist nicht der geeignete Träg« der Vottswlrtschast. Von den bisherige» Methoden der muffe»«8 f» icfiobllg und s o schnell als möglich abrücken. An ihre Stelle hat die Selbstverwaltungsorganisation zu treten. Um «inen Reichswirtschaftsrat werden wir nicht herumkam- men, in ihm haben neben den Produzenten auch die K o n s u- m e n t e» zu sitzen. Manche WittschastÄreise sind gegen die Selbst- Verwaltung, weil sie um ihren Prosit bangen. Aber schon vor 1014 konnte man nicht mehr von einem freien Spiel der Kräfte reden, es wurde erheblich eingeschränkt durch die kapitalistischen Großbetrieb«, durch Trusts und durch das Genossen- schaftSwesen. Wir werden um den Organrfationszwang nicht her- umkommen. Die einzelnen Organisationen müssen sich organisch in daS Wirtschaftsleben eingliedern. Diese Pläne haben nichts mit Trusts zu tun. Diese sind autokratisch« Gebilde, während sich die �kbstp«waltungSorgcnnsativnen auf- bauen auf Demokratie. Man erblickt in diesen WirtschaftS- Plänen im Ausland« eine Gefahr. Hegt man aber bei unseren Feinden die Hoffnung, daß wir die Verpflichtungen, die uns das.Wilsonprogramm" auserlegt, erfüllen können, so muß man unS auch die Freiheit lassen, unsere Kräfte so zusammenzufassen, wie es unsere. Lage erfordert. Und das geht nur auf dem Weg« der pari tä tisch en B e t ä tigu ng von Arbeiter und Arbeitgeber am WirtschaftS- leben. Eine Ginmischung in daS Wirtschaftsleben würde sich die deutsche Arbeiterschaft niemals gefallen lassen, wie ja bereits der Abtrennnrwsoersuch in den Rheinlanden zeigt. Der Redner schloß: Den: beispiellosen Aufschwung Deutsch« landS ist ein jäher Sturz gefolgt. Unsere äußere Macht, unser materieller Wohlstand, unsere Freiheit und unsere Entwicklung sind verloren. Aber noch ist nicht alles verloren. Keim erzwungener Ber- trag kann uns den Glauben an unserem Volke rauben, wenn wir ihn wicht selbst aufgeben. Die Vergangenheit haben wir verloren, aber den Prozeß der Zeit werden wir geaiuueu. (Lebhafter Beifall.) „Demokraten" gegen voltsrechte. Der VerfassuugSausschuß der Nationalversammlung hat heute in zwei Sitzungen, die länger als zehn Stunden dauerten, die zweite Lesung ioeitergefördert. Aus den umfangreichen Debatten ist be- sonders hervorzuheben, daß die Demokraten in zwei wichtigen Artikeln Versuche unternahmen, die demokratischen Rechte des Voltes einzuschränken. Der Artikel 16 setzt fest, daß jede» Land des Deutschen Reiches«ine Landesverfassung haben muß, nach der die Volksvertretung in allgemeiner, gleicher, un mittel- barer und geheimer Wahl von allen reichsdeutschen Männern und Frauen nach den Grundsätzen der Verhältniswahle» gewählt werden müssen und nach der die Landesregierungen das Vertrauen der Volksvertretung bedürfen. Hier stellten die Sozial- demotraten den Zusatzantrag, daß die gleichen Grundsätze auch für das Wahlrecht in den Gemeinden gelten sollten. Gegen diesen Antrag sprachen und stimmten die Demokraten. Er wäre abgelehnt loorden, wenn nicht ein Vertreter des Zentrums sich für ihn erklärt hätte und infolgedessen zwei der Demokraten sich entschlossen, noch für den Antrag zu stimmen. Ein weiterer Antra-, der Sozialdemokraten, die direkte Verhältniswahl auch auf die Vertretungen der Kommunalverbände auszudehnen, wurde abgelehnt. Ebenso wurde ein sozialdemokratischer Antrag ab- gelehnt, datz jeder Grundbesitz einer Gemeinde angeschlossen werden müsse. Der zweite große Angriff der Demokraten gegen die Volksrechte erfolgte bei dem Artikel, der die Legislaturperiode de« Reichstags auf drei Jahn; festsetzt. Hier beantragten die Demokraten die fünfjährige Legislaturperiode. Sie ließen sich trotz aller sozialdemokratischen Reden von ihrem Standpunkte nicht abbringen. Der demokratische Antrag auf Einführung der fünfjährigen Legislaturperiode ftrl mit 14 gegen 14 Stimmen. Sämtliche demokratischen Vertreter stimmten für die fünf Jahre. Da die Sozialdemokraten 11 Mitglieder und die Unabhängigen l Mitglied haben, war eS nur möglich, die 14 Stiimtien gegen die Demokraten dadurch aufzu- bringen, daß zwei Mitglieder der Rechten gegen die Verlängerung der Legislaturperiode stimmten. Auch das g e- samt« Zentrum stimmte für die fünf �jahre. Fortsetzung der Beratung Freitag vormittag» 16 Uhr. A» öie soziakiftischen Lehrer aller Länöer! Folgender Aufruf geht unS zu: In der schwersten Stunde Deutschlands wenden wir uns au Euch als Kollegen und Sozialdemokraten. Nicht Euer Mitleid wollen wir, wir wissen, daß Ihr über «anches anders denkt als wir. Was wir brauchen, ist Eure Bereit« nMligkeit, Bürgschaften zu schaffen, datz das, waS war, nie wieder- kehren wird. Wir erwarten besonders viel von unseren sozialistischen fran« zö fischen Kollegen. Wir bewunderten vor dem Kriege in Euch unerschrockene Vorlämpfer gegen Kapitalismus und Militarismus. Den deutschen Lehrern hat erst der Krieg die nottvendige sozialistische Erkenntnis gebracht. Wir kommen später als Ihr, aber wir kommen jetzt mit dem heitzen Wunsch, weitere Tausende und aber Tausend« sehend zu machen. DaS können wir aber nur, wenn man den kaum wieder aufgerichteten MenschheitSgedanken inter« nationaler Brüderlichkeit nicht abermals besudelt und zertritt, wenn man nicht neue Keime de? Chauvinismus nach Schlesien, West- und Ostpreutzen. nach Schleswig und in« Soar-I gebiet wirft Wir kämpfen für die sittlichen Grundsätze de« Sozialismus, für eins neue Erziehung und eine neu« S ch u le, in der die Jugend erzogen wird im Geiste der Mensch- lichteit und der Völkervcrsöhnung. In diesem Sinne reichen tmr sozialdemokratischen Lehrer Deutschlands Euch über alle trennenden Schranken hinweg die Hand zu gemeinsamer Arbeit. Wir würden es mit unendlicher Freude begrüßen, wenn über Ström« Blutes und über nackt« national« Ichsucht hinweg dies« wertvolle Arbeit bald begonnen werden könnte. Sollen aber die deutsche» Lehrer diese hohe internationale Kulturpflicht als Erzieher der heranwachsenden Generation über- Haupt erfüllen können, so muß ein Deutschland da sein, in dem sie leben und wirken können, ein Deutschland, das nicht durch die Will- kür und Unersättlichkeit siegreicher Feinde so völlig niedergeschmettert wird, datz ihm für die Durchführung seiner Kuüuraufgabeu weder moralische Kraft noch materielle Mittel bleiben. Sozialdemokratische Lehrer aller Länder! Helft uns in unserem Kampf gegen die Barbarei de? internationalen Kapitalismus, die ein Wiedererstarken deS nationalen Chauvinismus zur Folge haben muß, helft unS in unserem Kamps für Menschlichkeit, Sozialismus und Kultur! Hauptvorstand und Ausschuß der ArbestSgameinschaft sozialdemokratlscher Lehrer und Lehrerinnen Deutschland». Wahlen zum Studentenparlament. Am 1. und 2. Juli fanden an der Berliner Universität die Wablen zum verfassunggebenden Sludt'ittenvarlament stalt. Bon 12 421 Wahlbere-tttigte» wurden nur 4819 Stimmen abgegeben. Die reaktionäre Snmmang der Stubentensckaft fand ibren besonderen Ausdruck in dem sogenannte» .Waffenrwg', der die Hochschulreform aus dir S»affung eine« all« Semeinen Burschenkomment»(!) beschränkt irhen will und er zusammen mit der ähnlich gearteten.Deutschen Gruppe� die Mehrzahl der Stimmen(2853) auf sich vereinigte. Der Rest fiel meist auf Fachgruppen. Die einzige Gruppe, die eine gru nd« sätzliche Aenderung der Hochschul« und ihre Umwandlung in eine wahre Volkshochschule anstrebt, ist die sozialistisch« Studentenpartei.- Sie erhielt bei den Wahlen nur 251 Stimmen und wird acht Vertreter in« Parlament senden, die natürlich der«aktiouüren Mehrheit gegenüber einen schwere» Stand - J% SewerkslWsbewWW Hewerksthaststaglmgen. Der Zentral- Verband der Maschinisten»nd Heizer sowie Berufsgenossen Demschlands hält am 8. Juni und folgende Tage m Halle a.©. seine 13. Berbands-General- versammlung ab. Welch' lebhafieS Interesse auS den Mit- gliederlreifen der Tagung entgegengebracht wird, erhellt daraus. daß nicht weniger wie 153 Anträge bis jetzt zur Beratung einge- gangen sind. Beispielsweise wird verlangt, daß der Zentralvor- stand für die volle Herbeischaffung der in Kriegsanleihe angelegten Gelder verantwortlich gemacht werden ioll, daß dem VerbandSvor- stand für seine Politik in den letzten Jahren das Mihlranen ans- gesprochen werde, daß die Generaltommiision der Gewerkschaften aufzufordern ist, einen allgemeinen Abbau der Krankenunterstüyung in sämtlichen freien Gewerkschaften in die Wege zu leiten, daß der Verschmelzungssrage mit den, Metallarbeiterverband nähergetreten werde, daß nunmehr auch weibliche Mitglieder in den �erband auf- genommen werden usw. Einem umfangreichen gedruckten Bericht deS Vorstandes ist'Viu entnehmen, daß der Verband bei Kriegsausbruch rund 23 000 Mitglieder zählte. Die Ziffer sank bis auf 7251 in der Mitte des JahrcS 1917. Seitdem hat sie sich wieder gehoben und bat jetzt mit etwa 50 0(10 den doppelten Stand von vor dem Kriege. Während des Krieges wurde weit über eine halbe Million Mark an reinen Unterstützungen ausgegeben. Der grißte Teil entfällt davon aus die Krankenunterstiitzung. sodann aus die Arbeitslosenunterstützung. Das Vermögen des Verbandes beträgt rund eine halbe Million Mark, wovon die Hälfte in Wertpapieren angelegt ist. Der Bericht führt zahlreiche abgeichlosiene Tarifverträge aus, welch« die erfolg. reiche Wirksamkeit des Verbandes beweisen. Die Löhne haben, namentlich in der Schiffahrt, eine ansehnlich« Erhöhung erfahren. » In den Tagen vom 3.— 14. Juni hält in Jena der Deutsche Glasarbeiterverband seinen BerbandSiag ab und befaßt sich außer mit der Negelung innerer VerbandSangelegenheiten auch mit den die breitere Oeffentlichkeit interessierenden Punkten: Die Tarif- gemeinschasten, und: Die Sozialifieruug in der Glasindustrie. Während der langen KriegSdauer hat auch der Glasarbeiter- verband keinen BerbandStag abhalten können. Di- Schwierigketten aber, die er während dieser Zeil zu überwinden hatte, find enorme gewesen. Denn besonder« die Glasindustrie ist während des ftriege» durch schwere Arbeitslosigkeit heimgesucht worden. Jetzt aber ist die Zahl der Mitglieder, die während de» Kriege« bis unter 3900 gesunken war(von über 13 090 als Höchststand vor dem Krieges, aus etwa 30 000 hinaufgegangen. Aber e» stehen noch viele ab- seit». Sie zu gewinnen und die ganz« Glasarbeiterschast zum organisierten Werke der Besierung der BerufSverhälmisie zusammenzuführen, dazu soll der BerbandStag einen neuen, kräftigen Anstoß geben.„.» Wir werden über die Verhandlungen am Schlüge der Tagung msammenfassend berichten. « LerbandStag der Bankbeamten. An den beide» Pfingsttagen sindet der drille ordentliche BerbandStag de« Allgemeinen Verbände« ier Deutschen Bankbeamten statt. Die Verhandlungen, zu der alle tröheren Bankplätze Delegierte entsenden, werden sich in der Haupt- lache mit der Frage der R e i ch S t a r i f g« m e i n s ch a f t für da« deutsche Bankgewerbe befaffen. Außerdem wird der Gedanke einer Einheitsorganisation auf streng gewerkschaftlich zentra- listischer Grundlage Gegenstand der Debatte sein. Die Verband- luiigen sind öffentlich. Zuhörerkarten find aus dem Verbandsbureau erbältlich._ Ein größerer Streit üer Transportarbeiter in öer Sertiner Metallinöchtrie scheint unmittelbar bevovzustcihen. Diesen Eindruck mußte ge- Winnen, wer Gelegenheit hatte, kürzlich an den Versammlungen im Gewerkschastshaus« teilzunebmen. D,« Gemüter waren äußerst erregt. Sin großer Teil der«ersamml-ungStetlnehmer ging von der vorgefaßten Ansicht cruS, schon Sonnabend den Streik zu beschließen, um Montag M« Arbeit in den Betrieben ruhen zu lasten. I» einer Resolutio» der Vertrauensleute, die schließlich auch Annahme fand, ist die endgültige Kampfansage auf de» 10. Juni d. I. vertagt worden. Der Schlußsatz der Resolution stellt den Arbeitgedern ein Ultimatum. Man wird nun abwarten müssen, welche Stellung die Arbeitgeber hierzu einnehmen werden. Es wird auf beiden Seiten äußerste Geschicklichkeit an den Tag zu legen sein, um die Schärfe, welche die Aewegung erlangt hat, in ruhige Bahnen zu lenken. Betrachtet man das bisherige BerhandlungsengeimiS, so find aus manchen Gebieten kleine Fort- schrite zu verzeichnen. Das früher bestandene Dreigrup penlohn. shstem soll einer Zweigruppcneinteilung weichen, was eine nicht unwesentliche Umstellung bedeutet. An Grundlöhnen wollen die Arbeitgeber zahlen: für Gruppe 1 einen Einstellungslohn von 1,90 Mck. und nach Vi jähriger Tätigkeit 2,00 Mk. pro Stunde. Für Gruppe 2 einen Einstellungslohn von 2,00 M. und nach Ä jähriger Tätigkeit 2,20 M. pro Stunde. Den Berufskundigen soll dadurch entgegengekommen werden, daß sie bei der Einstellung 2,10 M. und nach Vh Jähr 2,20 M. pro Stunde an Lohn eichalten sollen. Di« weiblichen Transportarbeiter sollen analog wie ihre männlichen Kollegen iu zwei Lohngruppen gegliedert werden. An Lohn gestehen die Arbeitgeber zu: für Gruppe 1 einen Einftel- lungSlohn von 1,15 M. und nach H Jahr 1.25 M. pro Stunde. Für Gruppe 2 einen Einstellungslohn von ILO M. und nach einem Jahr 1,40 M. pro Stunde. Berufskundige Arbeiterinnen sollen mit 1,85 M. zur Einstellung gelangen und nach% Jahr Tätigkeit 1,40 M. erhalten. Die Zahlung der neue» Lohnsatz« soll ab 12. Mai d. I. er- folgen Di« Transportarbeiter berlanHen als Mindestgrenze für Gruppe 1 eine« Grundloh» vou LLb M.»nd für Gruppe 2 2b0 M. pro Stunde. Di« Differenzen, die zwischen dem bereits bewilligten und den geforderten Lohnsätzen bestehen, find noch ziemlich große. Und äußerst ungünstig gestalten sich die bis- herigrn Lohnzugeständuist« der Arbeitgeber für die weiblichen Lohngruppen. Am 10. Juni wnch die Entscheidung zu treffen sei» und wie sie ausfalle» wird, läßt sich deicht erkläre», wenn weitere Zuge- stündniste nicht«ehr erfolge». Dieser Kampf, wen» er«dbrern*. wird ans die Transport- ardeiter»icht lokalisiert bleiben, sonder» die Gefahr besteht, daß er sofort größere Formen annehmen kann. Man muh sich klar werden, daß verschiedene Gruppen der Transportarbeiter für die Aufrechterhaltung der Betriebe absolut notwendig sind und wen» sie die Detriste verlaste», der Produktionsprozeß in Frage gestellt ist. In der angenommenen Resolution der Transportarbeiter wird davon gesprochen, daß durch einen eventl. Lohnkampf weitere 150 000 Beschäftigte der Berliner Met»«- Industrie i» Mitleidenschaft gezogen werde». Eine» solche» Kampf z» vermeiden, müßten gerade die Ar- beitgeber da« allevgrößr« Jntevest« haben. Nach alledem ist nur zu wünsche», daß die Arbeitgeber sich mit den Transportarbeitern erneut ad, Verhandlungstische zusammen finden und nach noch. malige« Prüfung der Lage zu einem für beide Teil« befriedigten malige» Prüfung der Lage zu einom für beide Teile befriedigen. den Erge-bu iS gstaugen._ Zmv �olzarbeiterstreik. 3» obm Sitzung dem st. Juni bat der SchlichtungSauschuß durch Schiedsspruch die zentrale Vereinbarung über«ine Teuerung»- zutage für beide Parteien al» bindend erklärt, auch für Berlin. Eine Bertrauensmännerversammlung sämtlicher bestreikten Betrieb« nahm a« Mittwoch, den 4. Juni dazu Stellung. Beschlossen wurde, daß dt« streitenden Kollegen in ihren Vetriebsversammlungen darüber ab- stimme» sollen, ob der Schiedsspruch angenommen und an den übrigen Forderung« festgehalten werd« soll. Letztere beschäftigen außerdem noch die am 11. Juni beginnenden zentralen Verhandlung«. Auch üb« die Aufhebung des Streik« wollen die Streikenden ent- scheide». Ja de« Sug«blick, wo diese Zeil« geschrieben werden, steht»och do« etuer ganz« Anzahl Bstriebe das Abstimmungsergebnis au«. Aus diesem Grunde und weil die Arbeltgeber am Freitag, den 3. Juni, zu dem Schiedsspruch Stellung nehm«, da» Resultat ab- gewartet werben muß, kau» heut«»och keine Weisung cm die Kolleg« ergeh«. ES muß aber' nochmal» besonder« darauf hingewiesen werden, daß die Kollegen laut Beschluß der Bertrauensmännerversammlung unter kein« Umständen die Arbeit dort aufnehm« könn«, wo der Schiedsspruch nicht anerkannt �md bezüglich der übrigen Forderungen keine Verständigung erzielt ist. Die Streikleitung. I. S.: K. Siegle. Deutscher Transportarbeiter-Verband. Bezirk Grost-Berltn. Delegierte zur örtlichen Generalversammlung! Die Fortsetzung der vertagten Generalversammluug findet am Donnerstag, den 12. Juni. adends 7 Ubr, im EetverlschastSdauS, Sngiluier 14/1», Saal IV, stall. Obne Mitgliedsbuch und Delegiertenlarte lein Zutritt. DeS ferneren zur Kenntnisnabme, daß die VertandSbureanS Engeiuser 14115, Charlotte»» bürg, Rofinenstr 3, und Cdpenick, Echönlinder Straße, am Sonnabend, den 7. d. M., mittags von 1 Uhr ab, am 1., 2. und 3. Pfingftseiertag ge- schloffen bleiben. Diejenigen Mitglieder, die am DienStag Unlerftützimg beziehen, können dieselbe entweder am Sonnabend bis I Uh> oder am Miltwoch, de» 11. d. M., w dem für ste w Frage kommenden Bureau ab- heben. Obleute der Angestellten-AuSschüffc und Vertrauensleute der Möbeleinrichtungsbranche. Um zu dem von den Arbeitgebern in Aus- arbeitung befindlichen Tarts Stellung zu nehmen, versammeln«ch die Ob. und BerlrauenSleute obiger Gruppe Freitag abend um'tß Ubr im Spaten- bräu, Friedrichs, raße 172. Sämtliche Firmen müssen bei der Wichtigkeit des zur Debatte stehenden Punktes imbeding, vertteien sein. Zeutralverband der Ziviidrrnssmuslker Deutschlands, Orts- grnppe Vrrliu. Seition Ensemble. Heute Freitag. 1l Uhr vormittags, Zusammenkunft der Vertrauensleute tm MuftkcroerdnShauS' zwecks Entgegennahme des gedruckteu Tariss. Parteinachrichten. Aufruf de» Sozialdemokratische» Aerzte-LereiuS. Der Sozialdemokrattsche Aerzle-Bereia ruft hierdurch die sozialistischen Kollegen Deutschland» aus, fich zu»ereinig«. Der Verein hat die Auigabe. die sozialistischen Kolleg« durch Zusaminenfaffung aktionsfäbig zu mach« und anch unter den nicht- sozialistischen«erzten Aufklärung über und Interesse für die Ziele des Sozialismus, insbesondere rnbezug aus das Heil- und Gesund- heitSwesen zu verbreiten. Er fördert und unterstützt alle Bestrebung«, die geeignet sind die Forderung de« Erfurter Programms: Unentgeltlichkeit der ärztlichen Hllfeleistung, einschließlich der Geburtshilfe und der Heilmittel iu zweckdienlicher Weise zu verwirklich«.» Er erörtert in seinen Versammlungen die Einzelfrag«, welche dabei auftauchen, die Mittel und Wege, durch die daS Ziel am besten zu rreichen ist, und die Stellung, welche der Arzt zu und in der sozialistisch« Gesellschaft einzunehmen hat. Immer getragen von dem Geiste des Sozialismus, vertntt er die Interessen der Aerztcschaft. insbesondere um den Serzten den ihnen gebllhtend« Einfluß auf Gesetzgebung und Verwaltung in all« medizinischen, hygienischen und sozialen Fragen und die im Interesse der Kranken wie der Aerzte gleichermaßen notwendige Mitwirkung in Krankmkassenangelegenheiten zu sichern. Der Vorstand. Zadel. Kollwitz. Wehl. Beitrittserklärung« und Anftagen sind zu nititen an: Dr. I. Zadel, Berlin, Oranienstr. 139. Telephon: Moritzplatz 3330. Est» aeueS Parteiblatt in Spandau. Der im 81. Jahrgang erscheinend« demolrcuische»Anzeiger für da« Havelland" ist von unser« Genossen für rund eine halbe Million Mark aufgekauft worden. Vom 1. Juli ab erscheint das Blatt unter dem Titel: , volkSblatt für Spandau und das Havelland". V-ranIwonlich ftl, Politik Dr. P»raer Petler, Tbrrlottenlmrit, tflr den Ubrinen Teil de» Blatte«: Mfreb Scholz, NeukRln: für Anzeigen: Theobor Glocke, Berlin. Verlag: Bonolirts-Beelag». m. b. Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckerei und Berlogsanstalt Paul Singer ll. To. in Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 4 BeUage. lerdanä äek Brauerei- und Mühlen ardeiter j.verw Berufsgenotlen. OrtsTenrallung Berlin. Den Mltgllederu diene U,t Nachricht, baft-nf-r lollege, der Mitfahrer Friedrich Wiest Schuttheib, Adt.Epandauer Berg , erstorben ist. 43/12 ehr« feinem«nbentest t Die Beerdigung erfolgt j tute, nachmittag» 4 Uhr, jou der Halle b« West- rl-dhoses in Stahn» darf IUS. liege BiteMgung erwartet Die Orteoerwaltung Abfahrt de« Zuge« vom itadlbahnhof Charlotten» urg 1,45 Uhr nachmittag«. Verband der Cttbo- graphen, SteindruAer und verwondten Berufe Filiale VI. Allen Kollegen hierdurch die Nachricht, daß unser Kollege, der Photograph Lmii Ströbel am 2. Juni an der Gvipp« und einer Halsentzündung verstorben ist. 109/16 Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 7. Juni, narlzmitiog« 5 Uhr, vom Gemeinde-Frietchos Buckow, Dorsstraße, au» statt. vi« Verernltuag!» pboloxr»i>ven. oeseitlm urÄsBaussalbe ,ed. Hautausschi. Flecht.. iliutiiick., de». Bciuschad., krampiadcrn der Frauen u. dergl. in Oriflinaldusen ♦ SO 7 50 erhänilch in der „Bletanien-Agotheke" Berlin 213, Leipziger ÜMiM gibt ab 4S/1S 48/13 Slädtisehe G&tsverialtng KlMhemdeM« tal Berlin» HeeenihaL KeKanntmachung. Verteilung vo» getroitueten Gemüse». Accnefleltl nnt-r siadNscher«nssichi.«SrnNA**■£*" U ose, eiern weibkohL«ottohi. w irfingiehL Meheestte» und Zmiedetn. Gemllb Z d der Verordnung über Sedrnvmtitrlkvrie» vmi 18. Okwber 1918 wird sür den Demeindedezirk der Stadt»«rU» folgende» bestimmt: I. Aus Abschnitt E der BerMwr«ezug-t-rte entsallr» »0 Gtamni gttrockneter Weifikohl in Verbindung mit 100 Sra»» getr. Rotkohl oder 100.. Wirstngkohi «der 1«0,» Mohrriibe» «ver MO,, gwiedeln. Ob Rotlohl. Wirsingkohl, Mohrrüden oder gwiedeln-dg«. geben werden, bestimmt sid: nach den in den flieinbandeii schiiften vorhandenen Besliinocn. Et» Ansprnch am et»» stimmte Sorte dieser Gemiiseartr» besteht nicht. Die Abgabe der 100 Gramm Rottohl oder Wirsingkohl oder Mohrrüden oder gwiedeln tann»ur zugleich mit der Abgabt oon 2« Granun getr. Weisikohi» erfolgen. Der ZtleinhandeishSchftprei» betrögt: sür 250 Granu» Weißkohl. ,100, Rotkohl.. ,100, Wirsingkohl . 100. Mohrrüden »100, gwiedeln..»Z», II. D-r Adsckmitt groß 5 ist in de» durch ein AushSngeschk», „UetConf von Irocrcngcmaje, hergesleln anlec ftavlifther iUusfichi. ans verltner vezugaterke»- g«kennzeichneten Geschäften gegen Emosang-bescheintguna zuiiesrrn, und zwar am Freitag, den 6. Sonnabend, Dienstag, den 1-. und Mittwoch, Ick» M. opo. o«- 0A> IL WWU-och, de» Anmeidüng stndet nicht statt. C» ist unzui schnitte in Geschäften :at ausgegeben« Auo Knt lunL Nackiteägiich« die starten ab» da» vom Mo- dteE.�' eben, in denen ni ite nicht im Besttze des Ano�ngeschUdeä sind. von partenabichnittcn ve�oten. III. Die Ikiemhandelsaeschäste haben die van ihnen-Nge» nommene» Sartenabschnilte an einen der ihnen bekannt- gegebenen Großhändler bis ztzm 13. Inni ewsthiiehtich abzu- ttesrrn. Zeder stleinhiindier maß, sobald dt« Bar,«r Slell» ist, mit dem Verlaus beginnen und die» durch Anschlag an- ��Bteltn, den 2. Zmtt Idlft. Magistrat. Abteilung für Obst n. Gemüseversorgung. 166 Sem. V. Bunge. + Bruchleidende+ anerkennen dankbar die gesehl. geschützte Hcrnlen-Banftoa* D. R. P. Sinnreldjc stonlrruition ohne jede Feder, hott dar au» Ledcr, nach Maß angeserttgt, selbü nachts bequem tragbar. Die einzigarttg lonstruiette Pelotte hält den Bruch wie eine schiitzend« Pen» von unten heraus zurück. Garantie. Biel- tausendfach bewährt. Lieser» an Miittärlazarette und»ersch. stranlentassen. 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