Ur.297.36.Iahrg. Bezugspreis: SZierteljährl. ISO Ml- monatl. 2,50 Ml. frei ins Haus, voraus zahlbar. Einzelne Nummern 10 Pfennig Postbezug: Monatlich 2,50 Ml., exki, Iustellungs- gebühr. Unter Kreuzband für Deutsch- land u. Oefterreich-Ungarn S,7ö Ml., für das übrige Ausland 0.75 Ml., bei täglich einmaliger Zustellung 7.75 Ml. Postdestellungen nehmen an Däne- Marl. Kolland. Luxemburg. Schweden uild die Schweiz, Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preislifte. Der„PorwSrts* erscheint wochentSgllch zweimal, Sonntags einmal. Tslegramm-Adresie: -Sozialdemokrat vorltn-, Morgen-Ausgabe. Berliner Volksbleltt. Anzeigenpreis: Die achtgefpaltene Nonparetllezeste tostet ILO Ml,»ttleta« Anzeigen-. da» fettgedruckte Wort 50 Pfg. szulässtg Z fettgedruckte Wone), jede« weitere Wort 25 Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenanzeigen das erste Wort tO Pfg,, jedes weitere Wort 20 Pfg. Worte über ,15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50°/» Familien- Anzeigen, politische und gewerlschastliche Vereins- Anzeigen ILO Ml. die Zeile, Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis» Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SW KS, Lindenstrafje 3, abgegeben werden. Geöffnet von 0 Uhr früh bi« 5 Uhr abends. Zentralorgan der Ibzialdemohrati leben parte» Deutfcblands. Neüaktion und Expedition: SW. v8, Linüenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morivplatz, Nr. 15190—15197. Freitag, de« 13. Juni 1919. vorwärts-verlag G.m.b. H., SW. öS, Linöenstr. 2. Fernsprecher: Amt Moristpla«,. Nr. 117 53—51. » Die /lenderungen im Friedensvertrag. Amsterdam. 12. Juni. Laut„Algcmeen Handelsblad" mel- bei die„Daild News" aus Paris, es werde angenommen, daß die hauptsächlichsten Aenderungen im Friedensvertrag folgende sein werden: 1. Saarbecken: Keine Aenderung der Bestimmung, der zu- folge dieses Gebiet während eines Zeitraumes von 15 Jahren der Verwaltung des Völkerbundes unterstellt wird. Es sei jedoch eine Bestimmung eingefügt worden, die es klarstellt, daß, wenn Deutsch- land eS versäumt, am Ende dieses Zeitraumes die Bergwerke in Gold zurückzukaufen, dies dem Rechte der Einwohner, unter die deutsche Staatsobrigkeit zurückzukehren, wenn dies durch eine Volks- «lbstimmung beschlossen wird, keinen Abbruch tut. 2. Oberschleslrn:Es besteht ernster Grund zu fragen, ob die Einwohner dieses Gebiets, selbst wenn sie in der Mehrzahl aus Polen bestehen, die polnische Souveränität der deutschen vorziehen. Es soll daher eine Volksabstimmung unter Aufsicht der Alliierten abgehalten werden. Zugleich erhält Deutsch- land das Recht, genügend Kohle zu angemessenen Preisen aus diesen Gebieten zu beziehen, und zwar unabhängig davon, ob die Volks- obstimmung zugunsten Deutschlands ausfällt oder nicht. Dieses Recht kann auf den Zeitraum beschränkt werden, während welchem Deutschland der Erträgnisse des Saarkohlenrevicrs beraubt wird. 3. Die Frage des linken Rheinufcrs hängt davon ab, daß Deutschland seine Verpflichtungen loval erfüllt. Der Zeit- räum der Besetzung wird wahrscheinlich verkürzt werden, zugleich wird dieses Gebiet, soweit die Alliierten dafür verantwortlich find, so gut wie sicher einer bürgerlichen und nicht einer militärischen Ver- waltung unterstellt werden. 4. Entschädigungen: Ueber diese Frage gehen die An- sichten weit mehr auseinander als über irgendeine andere Frage, und man ist daher noch zu keiner Entscheidung gelangt. Es ist wahrscheinlich, daß der amerikanische Borschlag, daß ein endgültiger Betrag festgesetzt werden soll, zugunsten einer Regelung geopfert worden ist, nach der die Abschätzung der Entschädigung s- summe in verschiedenen Hauptteilen, welche im Bertrage näher bezeichnet und angedeutet sind, zusammengefaßt wird und Deutsch- land die Gelegenheit geboten werden soll, entweder eine eigene Ab- schätzung vorzulegen oder in jedem Falle Bemerkungen zur Be- rechnung der alliierten Kommissionen zu machen. ES besteht die Absicht, Vorkehrungen zu treffen, daß dieses Verfahren bis Ende dieses Jahres erledigt ist, statt sich bis 1921 hinzuziehen, wie im ursprünglichen Vertrag vorgesehen war. 5. Aufnah ule Deutschlands in den Völkerbund. Hiergegen sträubt sich Frankreich energisch, obgleich der französische Vertreter in der Kommission für den Völkerbund, ab- gesehen von einem bedeutungslosen Vorbehalt, den sehr liberalen Vorschlägen, die diese Kommission dem Rat der Vier übermittelt hat, zustimmte. Es ist wahrscheinlich, daß keine diesbezügliche Be- stimmung in den Vertrag aufgenommen werden wird. Die Nci- gung, Deutschland in den Völkerbund aufzunehmen, nimmt jedoch ständig zu. Tage Zrift. Versailles, 12. Juni.("Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Der„Tcmps" erklärt schließlich, daß die Frist, die Deutschland erhalten werde, höchstens 8 Tage betragen werde. Lor-d Robert Cecil, der Großbritannien bei den Ver- Handlungen für das Zustandekommen des Völkerbundes in Paris vertrat und dem der Vorschlag zugeschrieben wurde, Deutschland sofort zuzulassen, hat gestern Paris verlassen, um sich nach London zu begeben, wo er die Q r- ganisationsarbeiteil des Völkerbundes einleiten wird. Zur bevorftehenüen Antwort. Z�ranzLsische Kombinationen. Versailles, 12. Juni. Die Morgenblätter erklären be- stimmt, die Antwort der Alliierten werde spätestens Freitag abend oder Sonnabend vormittag überreicht werden. „Echo de Paris" berichtet, die alliierten Delegierten hätten den gestrigen Tag als ausgezeichnet bezeichieet. A» den we- sentlichcn Bestimmungen des Vertrages werde nicht gerührt. Die von Deutschland zu zahlende Gesamt schuld werde nicht sofort fest- gesetzt. Die Frage der Zulassung Deutschlands zum Völker- bund werde heute im Viercrrat nochmals erörtert. Frankreich wolle Deutschland nicht ausschließen, aber Cleineneeau habe die sran- zösische These mit solcher Kraft dargelegt, daß Lloyd George die Augen über die Gefährlichkeit seiner neuen Ansicht aufgegangen seien. Der Grimdsatz der B o I k S a b st i ni>n u n g in Ober- ss ch l e s i e n sei angenommen. Tie werde unter klar umschric- denen Bedingungen stattfinden. Die Antwort der Allierten werde Brockdorff-Rantzau keine andere Wahl lassen, als s p ä t e st e n S am 2 2. Juni zu unterzeichnen oder Deutschland den Folgen der SüTldiKiing deS WaffenMsstmdeZ auszusetzen. Fach und General Wehgand hätten sich gestern mit Cle- m e n c e a u über den etwaigen Vormarsch der alliierten Ar- meen besprochen. Die allgemeine Ansicht sei gestern abend gewesen. Brockdorff sei zu engagiert, um zu unterzeichnen, und das jetzige deutsche Kabinett werde in den ersten Juliwochen durch ein ge- mäßigt unabhängiges mit Erzberger ersetzt werden, das gewillt sei, die Ententebedingungen anzunehmen. „M a t i n" gibt außerdem noch einige Einzelheiten, darunter die Mitteilung, bei der Aufnahme in den Völlerbund werde Deutsch- land in wirtschaftlicher Hinsicht allen anderen Nationen gleich- ge stellt werden. Parteitag unü auswärtige Politik. Weimar, 12. Juni. Der Parteitag hat sich gestern sechs Stunden lang mit der auswärtigen Politik beschäftigt. Ein schwieriges Unter- fangen, wenn inan bedenkt, daß die.auswärtige Politik gerade in diesem Augenblick am Kreuzwege steht und eine Entschei- dung noch nicht möglich ist, weil ihre notwendigste Voraus- setzung, die Antwort der Entente auf die deutschen Vorschläge, noch fehlt. Abschließend kann man wohl sagen, daß in der Debatte, die. dein klugen und fornwollendeten Vortrag Scheidemanns folgte, weniger Töpfe zerschlagen wurden, als Pessimisten vielleicht befürchteten. Auch B e r n st e i n s mit Spannung erwartete Rede hätte sich harmonisch in den Rahmen gefügt, wenn dem Redner nicht das Ungeschick einer nlißverstandenen Aeutzerung passiert Niäre, die einen Sturm des Widerspruchs hervorrief. Was Bernstein wirklick gesagt haben wollte, ist in der erregten Debatte und in Bernsteins Schlußwort selbst nicht ganz klar g e lv o r d e n. Verstanden wurde die Aeußemng dahin, daß neun Zehntel der feindlichen Friedensbedin- glingen berechtigt seien, und so verstanden, mußte das natür- lich stürmische Proteste auslösen. Nachdem Bernstein selbst diese Auffassung als falsch zurückgewiesen hat, wäre es von den Ententeimperialisten illoyal, sich auf seine Aeußerung zu berufen, doch diese moralische Erwägung wird sie schwerlich davon abhalten, mit ihr krebsen zu gehen, denn leider sind es keine so reine Seelen, wie Genosse Bernstein zweifellos eine ist. Der Parteitag hat aber auch durch sein Verhalten gezeigt, daß er auf den klaren Bahnen einer wirklich internationalen Politik verharren will, daß er weder einem Ueber- Pazifismus huldigen will, der das Recht des eigenen Volkes übersieht, noch auch die Möglichkeit hat, sich auf die geheimnis- vollen dunklen Pfade einer sogenannten Kontinental- p o l i t i k zu begeben. Mit ihr und ihrem einzigen Vertreter aus dem Parteitag, dem Genossen Cohen- Reuß, war die Abrechnung allerdings fürchterlich, nicht nur fand diese Politik, die Scheidemann die nnsozialistischste nannte, die es gibt, nirgends Unter st ützung, auch ihr Wortführer. der Genosse Cohen, erlitt im Kampfe um sie eine s o s ch w e r e Niederlage, daß er bis auf weiteres als erledigt gelten kann. Der Genosse Cohen hat natürlich, wie jeder andere Genosse das Recht, zu seiner Meinung zu stehen, Führerqualität wird man aber einem Mann kaum zugestehen, dessen Politik während des Krieges nach außen bin durch das Wort„U-Boot-Krieg", nach innen auf das Wort „P l n r a l w a h l r e ch t" gekennzeichuet ist. Natürlich ist der Schluß nicht ohne weiteres berechtigt, daß Cohens heutige Politik ebenso miserabel sein würde wie seine gestrige. Leideristsieesaber. Eine solche geistige Entwicklung voni U-Boot-Krieg zur Kontinentalpolitik und vom Plural- Wahlrecht zum R ä t e- Z>v e i k a m m c r s y st e in ist eben keine glückliche zu nennen. Mehr als auf die meisten anderen paßt ans den Genossen Cohen das Goethewort:„Es irrt der Mensch, solang er strebt". Cohen und die ibm gleichglesinntcn Genossen müssen sich erst zur politischen Klarheit durchringen, wenn ihnen das Werk der Parteirettung ge- lingen soll, das sie mit so schönem Selbstbewußtsein in An- griff genommen haben. Natürlich darf man über dem per- sönlick>en Geplänkel die sachliche Bedeutung der Debatte und der ihr folgenden Abstimmuilg nicht übersehen, und die be- steht darin, daß der Parteitag diebisherigeauswär- tige Politik mit einer an Einstiminigkeit grenzenden Mehrheit billigt. Lebensmittelöiebftähle in Hamburg. Hamburg, 12. Juni. Das Ueberbandnebmen der Diebstähle von amerikanischen Lebensmitteln yab Veranlassung, gestein abend in der Zeit zwischen 10 und 1l Uhr die noch St. Pauli Landung?- brücken zurückkehrenden Hafenarbeiter durch verstäikie Sicherheits- Mannschaften und Militär durchsuchen zu lassen. Hierbei lvurdcn große Mengen Lebensmittel, Speck, Mais, Bohnen, Mehl usw. bc- schlagnahmt, au Speck allein 800 Kilo. Lächerliche Kinöereil! Das Geständnis der Unabhängigen zn NoskeS Eni- hüllungen. In ihrer Donncrstag-Abendausgabe rückt die„Frei- heit" mit dem verlegenen Geständnis heraus, daß Noskes Enthüllungen auf Wahrheit beruhen. Vergebens sucht sie, den blamabeln und für die unabhängigen Partei- gläubigen geradezu niederschmetternden Eindruck dieser Tatsachen durch ein gestammeltes Gemisch von halben Ausflüchten und ärgerlichen Schimpfereien zu decken. Die Partei„als solche" habe mit der Sache nichts zu tun gehabt. Soviel Dummheit haben wir den Herren Barth und Breit- scheid auch wirklich nicht zugetvaut, daß sie den Offizieren des Eden-Hotels das Einverständnis ihrer übrigen Partei- Mitführer auch gleich noch schriftlich mitgebracht hätten! Im übrigen sucht die„Freiheit" den Eindruck der Sache dadurch zu verkleinern, daß sie die Unterredungen im Eden- Hotel mit abwehrender Geste als„Unfug" und„lächerliche Kinderei" bezeichnet. Aber gleich darauf bricht doch der helle Aerger über das Mißlingen des schönen Planes hervor und Emil Barth bekommt den unwirschen Anranzer,„daß Ge- nosten, die so leicht in die Falle gehen, für führende Stellen nicht gerade die nötige Eignung besitzen." Der so Angeblasene läßt dann selber noch eine Erklärung los, in der er prahlerisch versichert, er habe natürlich genau gewußt, daß alles herauskommen würde.(Hinterher läßt sich natürlich so etwas leicht behaupten.) Im übrigen lehit Emil Barth mit stolzer Geste jede Auskunft Über die Motive, die ihn zu seinem Handeln veranlaßt haben, a b.(Wie würde sich die„Freibest" entrüsten, wenn ein Mehrhcitssozialist sich in dieser Weise verantwortete!) Aber nun Spaß beiseite: Wem will man hier vorreden, daß es sich bei dem Ganzen nur um eine„lächerliche Kin- derer" und nichts weiter gehandelt habe? Zumal da nun- mehr auch bekannt wird, daß Barth, Brcitscheid und Genossen ihre„Kinderei" nicht nur bei der Garde-Schützen-Division sondern auch noch bei de« übrigen Forniationen der Freiwilligen versucht haben. Schließlich sind das doch keine Kinder, sondern eben dieselben Männer, welche die Unab- hängigen in ihrer Regierungsveriode nach dem 9. November an die Spitze des Deutschen Reiches und Preußens gestellt haben! Etwas Licht in die Geschichte bringt vielleicht die rissen- große lleberschrift der ersten Seite, Hilter der die„Freiheit" ihr verlegenes Zugeständnis zu verdecken sucht. Die Mau- chette der Donnerstag-Abend-Ausgabe der„Freiheit" lautet nicht etwa„Barth im Eden-Hotel" oder„Friedliches Zu- sammensein der Unabhängigen mit ihren angeblichen Tod- feinden" oder„Die U. S. P. bittet die Garde-Kavallerie- Schützen-Division um ihre Dienste", sondern sie lantet:„Die Bourgeoise will den Bürgerkrieg"! Und dann kommt die vom„Vorwärts" bereits einen halben Tag zuvor be- richtete Sitzung des Bürgcrrats Groß-Berlin. Warum dieses Ablenkungsmanöver? Warum„die B o u r g o i s i e will den Bürgerkrieg"? Die„Freiheit" scheint hier sehr eifrig andere hinter dein Ofen zu suchen, hinter dein so manche der Ihren selber gesessen haben. Die ganze Geschichte vom Eden-Hotel spricht doch recht deutlich dafür, daß zum mindesten in gewissen Kreisen der U. S. P. noch recht lebhast mit dem Gedanken des P u t s ch i s m u s gespielt wird. Wenn derartige Stcö- mungen von der offiziellen Parteileitung auch stets geleugnet werden, so kann doch kein Zweifel sein, daß sie in nicht im- erheblichem Umfang"kestehen und auch reckst häutig an die Oberfläche konuiien. Wenn Emil Barth über die Motive seines.Handelns jedeAuskunftablebnt.so kann das nur den Eindruck verstärken, daß hier Heimlichkeiten vor- liegen, die das Licht der Oeffentlichkeit scheuen. Oder sollte Barth bei seinem Liebeswerben um die Offiziere der Garde- Kavallerie-Schützen-Division von der Annahme ausgegangen sein, daß die Unabhängigen im Wege der p a r l a m e n t a r i- schen Mehrheitsbildung zur Regierung gelangen würden? Dieser Fall scheint doch recht wenig wahrscheinlich! Gewiß ist es nicht die Parteileitung der U. S. P., aber es sind Elemente-, die der U. S. P. nahe genug stehen und stets bei ihr politische Deckung suchen und finden, die immer wieder mit dem Gedanken einer gewaltsamen Er- Hebung gegen die Regierung spielen, daß diese Regierung auf dein Boden der Demokratie, auf Grund des freiesten und gerechte st en Wahlrechts ein- standen ist, spielt bei ihr keine Rolle; denn her Typ der Nnti-Demokraten unk> Nnbeter 8er MinLerheits-Geivalt- berrschaft ist auch bei den Unabhängigen sehr verbreitet. Wenn wir nicht schon so wüßten, was in jenen Kreisen ge- plant wird, so könnten wir den freundlichen Einsendern von Drohschreiben usw. dafür danken, daß sie uns ständig auf dem Laufenden erhalten. Zu dem gesunden demokratischen Sinn der Berliner Ar- beiterschaft haben wir das feste Zutrauen, daß sie sich nicht von diesen Putschisten, deren Pläne in geheiineu Konven- tikeln beginnen und im Eden-Hotel endige n, hin- reißen lassen wird. Durch den ruhigen und würdigen Ber- lauf, den der Proteststreik wegen der Erschießung Levinös ge- nommen hat, sind jene Kreise arg enttäuscht worden. Manche von ihnen setzen jetzt ihre Hoffnung auf die Demonstrationen anläßlich der heutigen Beerdigung Rosa Luxem- b u r g s. Wir verstehen und würdigen durchaus die Gefühle, mit denen die Arbeiterschaft die tote Kämpferin zu Grabe geleitet. Auch die mehrheitssozialistische Arbeiterschaft hat ausge sprachen, daß sie mit dem gesamten internationalen Prole tariat in Rosa Luxemburg eine Fllhrerin von Geist und hoher Begabung betrauert. Die edle Gesinnung der Ermordeten und ihr lauteres Wollen iverdeu anerkannt, soweit es Sozia- listen gibt, ebenso wie die Verurteilung der Mörder jrllge- mein ist. Aber alle diese Gefühle können nicht dazu führen, daß die Arbeiterschaft der Toten zuliebe eine Wieder- holung ihres tragischen politischen Fehlers inszeniert. Bei aller persönlichen Trauer um die Person Rosa Luxemburgs muß sich die Arbeiterschaft darüber klar bleiben, daß es der v e r h ä n g n i s v o l l st e Irrt u m i h res Lebens war, den Gedanken der Demokratie, für den die deutsche Sozialdeinokratie zwei Menschenalter gestritten hat, im entscheidenden Augenblicke abzu lehne ir. Was S ch e i d e m a nu auf dem Parteitag gesagt hat, gilt für uns alle: Wir nennen uns nicht aus Zufall von altersher Sozial demokraten, sondern die Demokratie steht im Mittelpunkt unseres Programms, und wer an dem Grundsatz der politischen Gleichberechtigung rüttelt, kann sich nicht mehr Sozialdemokrat nennen. Wir fordern die reine Entlvicklung und Auswirkung des Volkswillens, wir verwerfen jeden Putschismus, und das tragikomische Bild der Barth und Genossen, die heimlich um die Gunst der Frestvilligen werben, ihnen die Aufrecht- erhaltungihrerForniationenundRechtezu- sichern, während sie öffentlich-den Boykott der Freiwilligen und ihre Ausstoßung aus der Gesellschaft predigen, dieses Bild sollte den? deutschen Proletariat zeitlebens eine a b- schreckende Warnung sein. Eine Unterredung mit Macüonalü. Tie Gefühle gegenüber den Alliierten. Amsterdam, 12. Juni. Ramiay M a c d o n a l d, der aus Italien und der Schweiz zurückgekehrt ist, halte eine Unterredung nut dem Vertreter des sozialistischen.Daily Herald', in der er u. 0. sagte. tS sei unmöglich, die bittere» Gefühle zu schildern, die die Sozialisten beider Länder den Alliierten gegenüber haben. Die italieniiche sozialistische Partei sei a u ß e r o r d- n t l i ch m ä ch t i g. und ohne allen Zweifel besiehe die Möglichkeit einer Ne- v o l u t i o n in Italien. Die Bevölkerung beginne den Bankerott d«S Landes zu suhlen, der Wert des Geldes sei zurückgegangen und die Unzufriedenheit über die Löhne sei all- gemein. E« seien alle Elemente der Auslosung sichtbar. Zwischen den Sozialisten und den Gewerkschaftlern herrsche voll- ständiges Einverständnis, und beide Parteien hätten eine Eni- schlietzuna für den allgemeinen Streik angenommen, um ihr Z u- sammenstehen mit der russischen Revolution zu zeigen. DaS Verhalten der Alliierten in Pari« habe mehr dazu beigetragen, die Arbeiterbewegung in Frankreich. Italien und der Schweiz zu radikalisieren, als die Tätigkeit einer ganzen Generation von Agitatoren. die Antwort Ungarns. Genf, 12. Juni.(T. K.) Pariser Blätter wollen wissen, daß der Volkskommissar der ungarischen Sowjetrepublik für auswärtige Angelegenheiten, B e l a Kuhn, die Note des Viererrats i n z u- stimmendem Sinne beantwortet hat. An die Bereitwillig- beit zur Einstellung der Feindseligkeiten hat die ungarische Regierung jedoch verschiedene Bedingungen geknüpft, zu denen der Äiererrat am Mitttvoch Stellung genommen hat. Ueber das Er- gebnis dieser Beratungen ist noch nichts in die Oeffentlichkeit gedrungen. die kopflose pariser Politik. Eine sozialistische Kritik. Amsterdam, 12. Juni. Der Korrespondeut de! sozialistischen „Daily Herald" Ewer berichtet aus Paris vom 9., die Regierung verliere vollständig den Kopf, sie babe keine Politik, kein Prestige, kein Ansehen, und die oberen Schichten träumten von einer miti- tärischen Diktatur, von der Monarchie»nd einem allgemeinen weihen Terror. Vielleicht werde die jetzige Stimmung vorüber gehen. Aber sie gleiche immer mehr der vor dem Ausbruch der Erhebung von 1789. Nur wenige Leute zweifeln daran, dah eS ,u einer Revolution konimen iverde. Man frage sich nur, wann sie kommen werde, dieses Jahr oder das nächste, vor dem Frieden oder nach dem Frieden. Ein Appell an Italien. Eine Unterredung mit dem Reichspräsidenten. Der Reichspräsident gab dem Vertreter des„Journal de Jtalia" etwa folgende ErKLrungsn: Deutschland will einen Frieden, der möglich, der nicht unaus- führbar ist. Wenn es einen unausfüihvbaren Frieden unter- zeichnete, würde es sich des Verrates am Frieden der ganzen Welt schuldig machen. Die Folge der Uebcrnahme unerfüllbarer Ver- pflichtungen müßte sein, daß unsere Gegner die Besetzung unseres Gebietes auf unbestimmte Zeit verlängerten. Deutschland wird in Zukunft eine Politik verschmähen, die den Anschein erweckt, als ob es seine Absichten mit Gewalt durchsetzen wollte. Die Zeiten der Gewalt sind vorüber. Diese Auffassung ist nicht» andere», als das Programm der S. P. D. Der deutsche Völkerbundstarif unterscheidet sich bor allem dadurch von dem der Entente, daß er den Krieg als völkerrechtliches Rechtsmittel ausschaltet. Diese Grundsätze sind für die innere Gestaltung unseres Lebens maßgebend. Wir wollen keinen Militarismus, sondern nur eine Hceresmacht, die imstande ist. die innere Ordnung auf- recht zu erhalten. Wir werden genötigt sein, unserer Wirtschaft eine Produktivität zu geben, wie sie vielleicht niemals auf der Welt entwickelt worden ist, wenn wir unsere finanziellen Ver- pflichtnngen erfüllen wollen. Wir brauchen notwendig Rohstoffe, Nahrungsmittel, Transportmittel. Wir hoffen, daß Italien Ver- ständnis dafür haben wird, dessen Interessen mit den deutschen parallel gehen werden, ähnlich wie im neunzehnten Jahrhundert. Wollte man Deutschlands Einheit antasten, so würde man sich, des Vorbilds erinnern, das Italien durch die Aufrechterhaltung feiner Volkseinheit gibt. Einüruck ües Zrieöenstextes in /lmerika. Eine nackte Annexion.< Amsterdam, 12. Juni. Der Rew Jorker Korrespondent der„Daily News" meldet seinem Blatt über den Eindruck, den die Veröffentlichung deS vollen Wortlautes des F ri e dens- Vertrages in New Jork gemacht hat. Man sehe jetzt ein. daß die Lösung der S a a r b e ck e n f r a g e eine„nackte � n n e x i o n" gencknnt werden könne, die sich in keiner Hin- ficht von der deutschen Annexion Elsaß-Lothringens im Jahre 1870 unterscheide. Man könne jetzt wohl begreifen, weswegen die europäischen Diplomaten gezögert haben, den Wortlaut dieser Bestimmungen den demokratischen Staaten zu ent- hüllen. Kriegszuftanö zwischen Zinnen unö Solschewiki. Kopenhagen, 12. Juni. Laut Meldung von„Berlinski Tidcndc" aus Hclsingfors herrscht tatsächlich zwischen Rußland und Finnland an der finnischen Ostgrcnze Kriegszustand. - Die Bolschewiken graben Schützengräben und ziehen immer ! mehr Truppen mit Artillerie an der Grenze zusammen. Sie fallen in Finnland ein»nd brennen Dörfer nieder. Pfingsten Überschritten 500 Bolschewiken die finnische Grenze, wurden jedoch von der Grenzwache zurückgetrieben. Man glaubt, daß sie einen neuen roten Aufruhr in Finnland hervorrufen wollen. Generalstreik üer Bergarbeiter inZrankreich Versailles, 12. Juni. Die Streiklage hat sich wieber zugespitzt. Die Morgenblättec melden, daß der Verband der Berg-- leute beschlossen hat, am 16. Juni in ganz Frankreich einen Generalstreik zu beginnen, weil die fi»nzösische Kammer gestern die Vorlage über die Einführung des Achtstundentages in den Bergwerken mit Abänderungen angenommen hat, von welcher die Bergleute nichts wissen wollen. Die Bergleute ocrlangen. daß die achtstündige Arbeitszeit von der Einfahrt des ersten Berg- mannes der ganzen Schicht an bis zur Ausfahrt des letzten Berg- manneS der ganzen Schicht gerechnet werde, wie die Kammer es in der vorgestrigen ersten Lesung angenommen hatte. Der Verband -der Seeleute beschloß gleichfalls am 16. Juni de» Generalstreik zu beginnen, falls seine Forderungen bis zu diesem Zeitpunkt nichr gänzlich bewilligt seien. Der Verwaltungsausschuß des GewerkschaftZbundes wendet sich in einem Aufruf an die Oeffentlichkeit, um ihr gegenüber die Ar- beiterschaft vor Verdächtigungen zu verteidigen. Der Aufruf er- klärt, daß die LÄenStcuerugA auf Kriegsmaßnahmen, welche die Handelsfreiheit beschränken, und auf Schleichhandel zurückzuführen sei, und baß die Regierung unbedingt sofortige wirksame Abhilfe schaffen müsse, sonst werde das Land in den Abgrund und zu Gewalttätigkeiten getrieben werden. Der politische Generalstreit in öerlin. Abermals Ueberrumpelung der Arbeiter. Der Berliner Generalstreik wegen der Erschießung LeviNsS ist von der Vollversammlung der Groß-Berliner A.- und S.-Räte befohlen worden. Und die Arbeiter der großen Betriebe haben sich dieser Anordnung gefügt. Wir haben gelegentlich des politi- scheu Märzstreiks an dieser Stelle gesagt, daß die Vollversamm- lung nicht zu derartigen Aktionen über die Köpfe der Arbeiter selbst hinweg legitimiert ist. Bei dem jüngsten Streik hat sich abermals gezeigt, daß entgegen dem Willen der Mehrheit der Arbeiter ihnen eine von den linksradikalen Gruppen beranlaßte und von den übrigen Arbeiterräten mitgemachte Aktion aufge- drängt wurde. Jetzt sind in einer Reihe von Großbetrieben nachträglich Abstimmungen zum Generalstreik vorgenommen wor- den und bis auf wenige Betriebe hat die Mehrheit der Arbeiter sich gegen de» letzten Streik ausgesprochen. So war eS auch beim Märzstreik. Es ist unbedingt notwendig, daß für künffige Fälle ollge- meine Klarheit über die Frage deS politischen Streiks zu schaffen. Die Parole für den politischen Streik ist ausschließlich Sache der politischen Parteien. Will aber eine andere Körperschaft diese» Kampfmittel angewendet wissen, so hat vorher eine Urabstimmung der Arbeiter darüber zu entschei- den. Aber auch nach dieser Entscheidung kann die allgemeine Solidarität für politische Ziele bestimmter Gruppen nicht ver- langt werden. Hafenarbeitcrstreik in Mcmel. Seit Dienstag streiken in Memel sämtliche Hafenarbeiter. Es handelt sich um einen scxte- nannten wilden Streik, der unter Bruch des erst vor secks Wochen abgeschlossenen Tarifvertrages ohne Billigung der Gewcrk- schasten erfolgte. das soziale Mitgefühl ia»er russischen Literatur. von Rosa Luxemburg. Rosa Luxemburg kannten wir als glänzende Marriftin. die es verstand, die schwierrge» Probleme der Sozialökonomie in Rede und Schrift mit kristallener Klarheit gemeinverständlich darzustellen. Nach ihrem Tode wurden wir überrascht durch eine Ucbersetzung von K o r o l e n k o» literarisch wie kulturhistorisch gleich bedeutenden Jugend- erlebnissen:„Die Geschichte meines Zeitgenossen. sV-rlag von Paul Tassierer.i Tie Einleitung, aus der wir hier ein Stück bieten, gibt eine meisterhafte Einführung in die russische Literatur- und Geistesgeschichte und zeugt nicht nur von starkem sozialen, sondern auch von feinstem künstlerischen Gefühl. Das soziale Mitgefühl ist eS, was die Eigenart und künst- lerische Größe der rnssischen Literatur bedingt. Ergre'ien und er- schülterii kann nur. wcr selbst«rgr'ficn und er,chuttert Kt. Dckent und Genie sind freilich in jedem einzelnen Falle eine..Gabe GotdeS. Ab,» das größte Talent allein reicht zur nachhaltigen Wirkung mcht aus Zur bleibenden Wirkung, zur wirklichen Erziehung der Gesellschaft gehört mehr als Taleirt: dichterische Perionfichkeit, Chavak- ter Individualität, die im Felsgrund einer geschlossenen großen Weltanschauung verankert sind. Die Weltanschauung ist es eben, das fein vibrierende soziale Gewissen der russischen Literatur. das ihren Blick mr die Psychologie der verschiedene Charakt-ce, Typen, sozialen Lagen der Menschen so außerordentlich ge,charft. «S ist das schmerzlich zuckende Mitfühlen, da» ihr de» ihren Schilde- rmigen Farben von dieser leuchtenden Pracht eingegeben, es ist das rastlos Suchende, über die gesellschaftlichen Rätsel Grübelnde, was sie befähigt bat. den gesellschaftlichen Bau m seiner ganzen Größe und inneren Berschlungenheit mit künstlerischem Auge zu erichauen und in gewaltigen Werken festzuhalten._„. Dostojewski ist durch die Tatsache, dag e,n Mensch«wen Menschen ermorden kann, daß solches alle Tage neben uns, mitten in unserer„Zivilisafion", Wand an Wand mft unserem bürger- liehen Hausfrieden, passieren kann, bis auf den Grund der Seele erschütert. Wie für Hamlet durch da« Verbrechen seiner Mutter alle Bande der Menschheit aufgelöst, die Welt aus den Fugen ist, so für Dostojewski angesichts der Tatsache, daß«in Mensch einen Menschen ermorden kann. Er findet keine Ruhe, er fühlt die V-r» antwortung, die auf ihm, wie auf jedem von uns. für dies Entsetz. lichste lastet. Er muß sich die Psyche deS Mörders klar machen. seinen Leiden, seinen Qualen bis in die verborgenste Falte seines Herzens nachsvüren. Er hat diese Foltern alle durchgekostet und ist geblendet durch die furchtbare Erkenntnis: Der Mörder ist selbst da» unglücklichste Opfer der Gesellsckxrft. Nun ruft Dostojewski mit furchtbarer Stimme Alarm, er weckt uns aus der fwptden Gleich- gülfigkcit des zivilisierte« Egoismus, der den Mörder dem Koi- minalkomimssar, dem Staatsanalt und dem Henker oder dem Zucht- haus überantwortet und damit erledigt zu haben wähnt. Dostojewski zwingt uns, alle Martern des Mörders urit zu erleben und wirft «yj» zum Schluß peyivchtet zu Boden: ver riamal seinen RaKolw- kow, wer das Verhör Dimttri Karainasows in der Nacht nach der Ermordung seines Vaters, wer die„Memoiren aus dem toten Hause" erlebt hat, wird sich nie in da« Schneckenhaus des Philister- tums und des selbstzufriedenen Egoismus mehr zurückfinden können. Die Romane DoswjewSfiS sind die furchtbarste Anklage gegen die bürgerliche Gesellschaft, der«r ins Gesicht schleudert: der wahre Mörder, der Mörder der Menschenseclen bist dul Niemand versteht an der Gesellschaft für ihre an dem Einzelnen begangenen Verbrechen so grausame Rache zu nehmen, sie so vafti- inert auf die Folter zu spaunen, wie Dostosewsfi,— dies sein spezifisches Taleirt. Aber all« führenden Geister der russischen Lite- ratur empfinden ebenso den Mord als«ine Anklage gegen die be- stehenden Verhältnisse, als ein Verbrechen mr dem Mörder als Menschen, für daS wir alle— jeder Einzelne— verantwortlich sind. Daher kehren die größten Talente wie fasziniert immer wieder zum Thema deS großen Kriminalverbrechens zurück, um«S uns in höchsten Kunstwerken vor Augen zu fiihrcn, uns aus der gedankcn- losen Ruhe aufzuscheuchen: Tolstoi in der„Macht der Finsternis" und in der„Auferstehung", Gorii im„Nachtasyl" und in den„Drei Menschen", Korolenko in der Erzählung„Der Wold rauscht" und in seinem wunderbaren sibirisch, i„Totschläger". Die Prostituion ist so wenig eine spezifisch russisch Erscheinullg wie die Tuberkulose: sie ist vielmehr die intcrnafionalste Einrich- tung deS gesellschaftlichn Lebens. Nur daß auch sie, trotzdem sie mitten im modernen Leben eine beinahe beherrschende Rolle spielt, offiziell, im Sinn« der konventionellen Lüge, nicht als normaler Be- standteil der beutigen Gesellschaft gilt, sondern als außerhalb ihrer Pfähle befindlich, als ihr Auswurf behandelt wird. Die russisch Literatur behandelt die Prostituierte nicku in dem pikanten Stil eines Boudoir-Romans oder mit weinerlichr Sentimentalität der Tendenzbüchr, auch»ich als eine geheimnisvolle reißende Bestie. einen. Erdgeist". Keine Literatur der Welt enthält Schilderungen von grausamerem Realismus, als das grandiose Bild der Orgie in .den.Karamasoivs oder die Tolstojsch„Auserstchuug". Der russische .Künstler sieht aber in der Prostituierten bei alledem nicht die„Ge- fallene", sondern einen Menschen, dessen Psyche, Leiden und innere Kämpfe all sein Mitgefühl beanspruchen. Er adelt die Prostituierte und verschafft ihr Genugtuung für daS an ihr begangene Verbrechen der Gesellschft, indem er sie mit den holdeste» und reinsten Typen der Weiblichkeit um das Herz des Mannes wetteifern läßt, er krönt ihr Haupt mit Rosen und erhebt sie.!me Niahadö die Bazadece, aus dem Fegefeuer ihrer Korruption und ihrer foclischen Qualen in die Höhe sittlicher Reinheit und weiblichen Heldentums. Doch nicht nur krasse Sondevecscheinungen auf dem grauen Hintergrund des Alltagslebens, auch diese» Leben selbst, �der Durch- schnitSinensch mit seiner Misere flößen dem sozial geschärften Blick der russischen Literatur ein fieses Interesse ein.„Menschliches Glück", sag Korolenko m einer seiner Erzählungen,„ehrliches menschliches Glück hat für die Seele etwas Heilendes und Aufrich- tendes. Und ich denke mir immer, wisse»rd b«bei die Arbeiterschaft geschlossen hinter sich babeii. Die Arbeiter verlangen nun aber auch, daß die Regierung sie nicht verrät und sie nicht im Stich läßt. Wir sind nicht in erster Linie Demokraten, sondern Sozialisten. Adolf Braun-Nürnberg: Die Rede Bernsteins war über alle Maßen unzeitgemäß und geeignet, die Stellung unserer Unterhäichler in Versailles zu erschweren. Sie ist nur zu verstehen, wenn man weiß, daß Bern- st ein von praktischer Politik nichts versteht.(Wider- spruch Bernsteins.) Sie müssen mir schon gestatten zu sogen, was «ir xilst« Mitik deilck*. DoS»S vnx fcifoüfrfch« die wir nicht mitmachen. Keine Rede auf diesem Parteitag berück- sichtigt die Interessen unseres Volkes so wenig wie diese unerhörte Rede Bernsteins.(Lebhafte Zustimmung.) Wir protestieren in Bersailleö gegen die Fricdenöbcdingungen, und Bernstein bringt eS fertig, uns als die allein Schuldigen hinzustellen. Dabei sollten gerade wir als Sozialisten wissen, daß die Schuld am Kriege nicht an einzelnen Personen liegt. Infolge dieser unerhörten Rede wird der Parteitag mit einer ganz unzeitgemäßen Debatte belastet. Wir sollten jetzt nicht mehr sprechen über die ollen Kamellen von 1914, sondern über die Not von ISIS.(Beifall.) Er gibt keine deutsche Regieruiig, die die Bedingungen von Versailles durchführen könnte, und wenn Giert, Scheidemann und die Nationalverfammluug diesen Frieden gleichwohl annehmen würden, so würden die hungernden Frauen ihnen mit Recht die Verantwortung für daZ weitere Massensterben zuschreiben. Wenn wir oiier nicht unterschreiben, wenn wir mit einer gewissen heroischen Geste jede Verantwortung für den Frieden ablehnen, werden Lloyd George und Wilson eine solche Politik ver- stehen, welche es ihnen überläßt, eine deutsche Regierung zur Unterschrift zu suchen. Hermann Müller(vom Parteivorstand): Bernstein hat sich als schlechter Politiker erwiesen. Er mag von den besten Absichten beseelt gewesen sein. Man kann nun ein- mal nicht alle- unter dem Gesichtspunkt des Rabbiners von Minsk behandeln.(Heiterkeit. Sehr richtig!) Ich habe nicht geglaubt, daß seine Rede so zerfahrcu sein würde. Wollte er richtig handeln, so hätte er die Entschließung der Internationalen in Bern heraus- suchen müssen. Snowden hat den Friedensvertrag als Schurkerei bezeichnet. Wir denken nicht daran, neun Zehntel einer Schurkerei als Recht anzuerkennen.(Sehr gut!) Bebel und Liebknecht haben zwar gegen die Annexion Etsatz-LothriugenZ protestiert, aber später die«lsaß-lolhringische Frage nicht mehr anerkannt. Daran haben wir uns gehalten, aber wir wollen wegen Elsaß-Lothringen keines- falls einen neuen Krieg, wie wir überhaupt in aller Zukunft keinen Krieg wollen. Mit der Flamenpolitik hat die Partei offiziell nie- maß etwas zu tun gehabt. Ich habe schon auf dem Würzburger Parteitag gesagt, das höchste, was wir für sie durchsetzen könnten, würde sein, daß sie nach Abschluß des Friedens nicht bingerichtet würden, wie das Bismarck im Jahre 1866 für die sächsischen Ratio- nalliberalen erreicht hat. Die wirtschaftliche Lage Frankreichs ist fürchterlich. Für die Zrstörungen ohne KricgSnotwcndigkeit wird uns noch manche überraschende Rechnung präsentiert werden. Di« Schuldigen an diesem Schaden, den das deutsche Volk zu zahlen hat. müssen vor den StaatSgcrichtshof. An dem Zustandekommen des Völkerbundes haben wir großes Interesse, aber nxrS un- jetzt präsentiert wird, ist schamloser Humbug. Erst durch die Jnternatio- nale der Arbeiter kann dieser Bund von Kabinetten ein Völkerbund werden. Dazu brauchen wir die Hilfe der Ge- nossen anderer Länder. Mit diesen haben wir in Bern durchaus freundschaftlich verhandelt, außer mit dem rechten Flügel der französischen Sozialisten. Aber sie werden inzwischen ivohl auch vernünftiger und stiller werden. Wer von dem Druck der Internationalen verspürt man nicht viel. Unsere Kriegspolitik war im wesentlichen richtig. Wir wußten eben, daß wir als Geschlagene Fürchterliches zu erwarten hatten, und das hat Versailles bewiesen. Unsere Politik war auf einen unent- schiedenen Krieg eingestellt. Jedenfalls standen wir zu unserem Lande, und daran werden wir in künftigen Kämpfen gegen die bürgerlichen Parteien noch oft erinnern müsse». Die Zustimmung zum Frieden von Bukarest wurde mit einer Stimme Mehrheit beschlossen. Scheidcmann ist für die Ablehnung des Friedens ein- getreten. Bielleicht haben wir in manchen Punkten gefehlt, aber auf uns lastete während des Krieges eine ungeheure Verantwortung. Ich habe im Parteivorstand»och mit den Alten zusammen ge- arbeitet. Aber die Ausgabe, die wir zu lösen hatten, ist ihnen er- spart geblieben. Die Geschichte wird einmal da? Urteil fällen, daß wir Epigonen uns der Arbeit der Alten würdig erwiesen haben. (Lebhafter Beifall.) Genossin Franz-Oberschlesien: Hätten wir auf dem Parteitag alle daS Verantwortungsgefühl, zu dem wir ansang- aufgefordert worden sind, so wäre manches Wort hier ungesprochen geblieben. Bernstein ist nicht zum Richter über die Partei berufen. Er hat selbst unverantwortlich geredet.(Vielfaches Sehr richtig!) Neun Zehntel des Versailler Entwurfes sollen recht sein.(Bernsbein: Das ist eine Lüge, das habe ich nicht gesagt.) Wenn neun Zehntel davon not- wendig sein sollen, dann ist es notwendig, daß wir Frauen und Kinder jahrzehntelang leiden, weil die Männer Krieg geführt halben? Bernstein soll einmal nach Qberschbesien kommen, nicht ein Proletarier will zl> Kongrehpolcn. Wir würden dabei alles verlieren und der Unkultur ausgeliefert werden. Wir erheben flammenden Protest gegen diesen Friedensvertrag, damit er nie zur Durchführung kommt.(Stürmischer Beifall.) Eohen-Rcuß: Scheidemanns Erklärung wird jedermann unter- schreiben. Wer die Schwierigkeit liegt in der praktischen Anwen- duirg. Unser Fehler war nicht die Kricgskreditbewilli- gu ng, sondern die Teilnahme an der Zerschlagung Rußlands. Eine Verständigung mit England wäre nur möglich gewesen durch die russische Rückendeckung. Die Zerschlagung Rußlands erfolgte unter dem Protest der deutschen Sozialisten. Dabei läßt sich die Sech- ständigkeit kleiner Völker nur in einem gesamtstaatlichen Wirtschaft� gebiet ermöglichen. Bernsteins Bemerkungen über die Berechtigung der Entntesorderungen waren verfehlt und sachlich falsch. Was wir der Entente angeboten haben, ist da? imherste, was- möglich ist. Der unabhängige Sachverständige Professor Ballod hat den ivirklichen Gesamtschaden der Entente viel niedriger berechnet. Vor der Niederlage hätte uns nur die K o n t i n e n t a l- Politik retten können. Der Weg der Verständigung mit England grht nur über Europa. Jetzt sagt man UNS, durch sachliche und nüchterne Verhandlungen werden die Bedingungen mÄder. Warum hat man das nicht schon früher versucht, statt die Gegner durch ErzbergerS Noten zu reizen.(Vereinzelter Beifall.) Knauer-Sonneberg: Bernstein fft mit seiner Rede den fran- zösischen und englischen Proletariern'in den Rücken gefallen. Wer die Vorgeschichte de? Weltkrieges in größerem Rahmen betrachtet, kann unmöglich von Deutschlands Alleinschuld sprechen. Mit Scheidemann wünsche ich für unsere Genossen im Laude Be- kennermut. Auch im Interesse der Einigkeit dürfen sie unsere Grundsätze nicht verleugnen. David: Die sozialdemokratische ReichstagSfraktton ist niemals für dw Zerschlagung Rußlands eingetreten, wohl aber für das ehrlicbe. demokratische Selbstbest i mm un gsrcch t der Randvölker. Ueber ihr Schicksal hat weder Deutschland nach Groß-Rußland iir entscheiden, sondern nur der Wille der Völker. Cohen versucht sie mit Gewalt bei Rußland zu halten. Das ist nicht nur unpraktisch und ungerecht, sondern steht im Widerspruch zu allen sozialisti- schon Grundsätzen. Cohen wollte die SelbständigkeitSbeweguna der Polen, die von unseren eigenen Genossen ersehnt wurde. niederschlagen und Polen dem Militarismus ausliefern.(Hört. hört!) Cohen hat der Fraktion gesagt,, man solle ihm mit der Phrase vom Selbstbestimmungsrccht der Bölker ft»» Hals« blechen. Eine solchg Politik h-chsn wix Mnjg svxmA «skgemwU tote Me getoalisame ZerretßungKpoWi?, tne In Drest- Litowsk gegen Ruhland getrieben wurde. Cohens Russcnpolitik war eine Politik der Illusion und des Wahnsinns. (Beifall.) Die Hetze gegen Qrrzbcrger kann ich nicht mitmachen, weil ich ihn genau kenne und weih, mit welcher Energie und mit welchem taktischen Geschick er die ungeheuer schwierigen Waffenstillstandsverhandlungen geführt hat. Cohen ist auch hier reiner Illusionär. Dabei sind die französischen Imperialisten und Idealisten unsere Feinde und erstreben die Zerschmetterung und vollständig« Wehrlosmachung Deutschlands. Seit Monaten unter- stützen sie alle Absplitterungsbestrebungen und gehen darauf aus, Deutschland rüasichtsttis zu zerkleinern und zu zertrümmern. (Sehr wahxl) Cohen gehörte zu den Leuten, die mit Georg Bernhard für den rücksichtslosen U-Boot-Krrcg Stimmung gemacht haben. Als er damit in die Fraktion kam, ist«r böse abgefallen. Wir haben ihm sofort die Vertretung der Partei in Auslands- fragen entzogen. Dann ist er in die„Vossischs Zeitung" geflüchtet, wo ja noch mehr solcher gekränkter Leber wür st e sitzen. (Große Heiterkeit und Beifall.) Die Theorie von Deutschlands Alleinschuld ist nicht»»»Hr. Sie vereitelt nicht nur die Protestpoliti? der französischen und eng- lifchcn Soziasistien, sondern steht auch in scharfem Gegensatz > zu dem Wirken von Jaures und seinem Tode.(Sehr gu:i) Jaurös wurde ermovdet, weil er erbannt hatte, daß die höchste Gefahr bei Rußland war� und von Frankreich forderte, daß es mit der russischen Regierung energisch spreche. Das hat Marcel Cachin in der.Lumanite" vom 1. August 1914 ganz eingehend darlegt. Unsere lbriegspqlttik war auf Verständigung, auf der Grundlage allseitiger territorialer Unversehrtheit und Wirt- schaftlicher Gleichberechtigung aufgebaut. Der jetzige Streik der französischen Arbeiter entspringt ihren Interessen, nicht inter- nationalen Motiven.(Zuruf: Sie streiken nicht zugnsten Deutsch- lands.) Gewiß haben sie auch internationale Gefühl« und Ziele. Aber der Ausschluß der Gewerffchaften von der Friedenskonferenz, die nichtachtende, Abweisung der Berner Beschlüsse zeigt ihre Ohnmacht. Die englischen und französischen Sozialdemokraten erfahren nicht mal den Wortlaut der Forderiingerp der Alliierten und können dagegen nichts machen Die Arbeiter der anderen Länder müssen sich erst die Machtposition erkämpfen, die wir in Deutschland haben. Dann erst wird die Internationale die Be« deutung bekommen, die sie haben muß, um die Menschheit glück« kicheren Zeiten entgegenzuführe». Vorläufig ist nur die deutsche Sozialdemokratie Sachwalter der deutschen Arbeiterschaft und unserer deutschen Volksinteressen. Bernstein hat sich an ihm unver« zeihlich vergangen, als er neun Zehntel der Enlenieforderungen be« rechtigt nannte.(Bernstein: Habe ich nicht gesagt!) Ich wollte, er könnte das Wort auslöschen. Adolf Hoffmann bat diesen Vertrag einen.Halsabschneid�rvertrag" genannt. Unser Volk ist in höchster Lebensgefahr, die dentschc Arbriterkultnr ist vom Untergang bedroht. Die deutsche Sozialdemokratie trägt daS Schicksal des deutschen Volkes. Das ist eine gewaltige Aufgabe, eine gewaltige Berant- Wartung, deren wir uns bei jedem Wort, bei jeder Dat bewußt sein müssen.(Stürmischer, langanhalrender Beifall.) Zu einer Erklärung erhält da« Wort Roste: K r ä tz i g hat mich bor zwei Tagen in der Tat gefragt, was die deutschen Truppen in Estland und Lettland machen, aber er hat Ihnen nicht mitgeteilt. daß ich ihm sofort erschöpfend geantwortet habe.(Hörtl hört!) Die Sachlage ist durch wiederholte Ertlikhingen der ReichSregierung klargestellt. Entgegen der Entente lassen wir uns nicht zwingen', unsere Truppen in Kurland und Litauen zu lassen.(Sehr gut!) Der befohlene Abtransport geht technisch langsam vor sich, aber zwei Divisionen sind schon zurückgezogen. Nirgends stehe« deutsche Truppen mit Esten, Letten oder Litaueru im Kampf. (Beifall.) Eine Anzahl deutscher Freiwilliger hat gekündigt und ist in die baltische Landeswehr eingetreten und läßt sich durch das Versprechen von Handgeldern halten. Dagegen können wir nicht« tun. aber wir haben die Leute darauf aufmerksam gemacht, daß sie damit ihre deutsche Staatsangehörigkeit verlieren und jeden Anspruch auf deutsche Unterstützung verwirken. Die in der Anfrage Davidsobn-Katzenstein-Krätzig ausgestelllen Behauptungen find also Vollständig unwahr.(Hört! hört! und starker Beifall.) Hierauf tritt die Mittagspause ein. NachmittagSsitzung. Die Debatte wird fortgesetzt. Scholich- Breslau: Ich habe die Debatte über die auswärtige Politik für unzweckmäßig in diesem Augenblicke gehalten und des» halb dagegen gestimmt. Bernsteins Rede hat uns vollauf recht gegeben. Ob gerade er das Rechr hat. Erzberger Wandlungssähig- keil vorzuwerfen, mag dahinstehen. Daß er als alter ichlesischer Abgeordneter große Teile des schtesischen Volkes obne jeden Grund preisgeben will, bat uns besonders geschmerzt. Scheidemann hat mit Recht ermahnt, wachsam gegen die Gegenrevolution zu sein. Es ist ein Unglück für uns. daß wir Regierung«» parier geworden sind. Aber nun rnüsfrn wir auch regieren. Robert Schmidt Hot neulich damit gedroht, alle Landräle hinauSzu- werfen. Warum geschieht daS nicht? Heine sollte Parteigenossen in sein Ministerium nehmen. Wir brauchen Taten, damit wir vor- wärt« kommen.(Beifall.) Frau BloS-Stuttgart: Dies sollte der Parteitag der Berant- Wartung sein. Aber wie u n v e r a n t l i ch hat Bernstein gesprochen. Verantwortungsgefühle beseelten unsere Führer am 4. August, als wir die Kriegskredtte bewilligten. Sie sollten das Land vor dem feindlichen Einfalle schützen, das Land vor den Schrecken des Kriege« bewahren. Wir wollen wieder gut machen, was wir nur leisten können, aber nicht die Strafgefangenen der ganzen Welt sei«. Die Bewilligung von neun Zehntbl der feindlichen Forderungen bedeutet dauernd Hunger, Arbe>tslosigkeit und Massenelend. Ein solcher Friede müßte dauernd A n a r ch i e in der ganzen Welj zur Folge haben. Kummer-Leipzig: Auf Grund 20 jährigen Aufenthalts im AuS- kande kann ich sagen, daß wir früher das Ausland viel zu sehr gelobt und Deutschland ungerecht herab-. gesetzt haben. Wir, die Partei der Internationalen, hatten keine richtige internationale Politik. Wir müssen, wollen wir in Zu« kunft besser bestehen, das Ausland viel besser studieren und kennen lernen. Wir brauchen vor allem gut bezablte Korrespondenten im Auslände. Uns steht bevor der große deutsche Krieg gegen den Kapitalismus der ganzen Welt. Wir müssen noch einmal argen diese ganze Welt kämpfen mit besseren Waffen und auf besseren, Wege, und nur, wenn wir wirtlich eine deutsche AuSlandSpotiiik trerben, werden wir siegen für den Sozialismus. Es ist folgende Resolution zur auswärtigen Po- litik eingegangen: „Der Parteitag spricht seine Entrüstung auS über die Zumutungen der Entente, die dem dentsche» Volke einen Gewaltfrieden auszwingen, der die wirtschaftliche uud kulturelle Eniwickung des deutschen Volkes unterbindet und das politische Dasein Deutschlands unmöglich macht. Die Friedensvorschläge erklärt der Parteitag für unvereinbar mit der Grundlage der Wilsonschrn Friedensbedingungen. Sie sind ebenso unvereinbar mit den Richtlinien der inter- nationalen Beschlüffe und Konserenzen in Bern und Amsterdam. Insbesondere stellt er sich rückhaltslos auf den Boden der Beschlüsse der internationalen sozialistischen Konferenz in. Bern vom Februar 1919. Er begrüßt diesen Tag und den Geist, deck er ausgelöst hat,[ als ein hoch erfreuliches Zeichen der Wiederanknüpfung der vorüber- i gehend zerrissenen Beziehungen der Parteien des sozialistischen! ProketarsatS und der Ermögsichiing gemeinsamer Aktionen der sozialistischen Parteien kür die großen Interessen des Völker- friedens und des Befreiungskampfes der Arbeiterklasse. In bezug auf die allgemeinen Ursachen des Weltkrieges haben die Sozialisten der Länder der Entente schon tm Jahre 1916 folgende Erklärung vereinbart:.Die Konferenz denkt nicht daran, die allgemeinen und liefen Ursachen des europäischen Konflikts zu verkennen, der das ungeheure Produkt ist der Gegeniätze, welche die kapitalistische Gesellschaft zerreißen, sowie der aggressiven kolonialen und imperialistischen Potirik, die der internationale So- zialismus nie unterlassen hat zu bekämpfen und an der alle Re- gierungen ihr Teil der Veiantwortung haben. In bezug auf die Feststellung der persöiilichen Verantwortung zum Ausbruch des Krieges und Erhaltung der Kriegsurtachen fordert der Parleitag von der Regierung rücksichtsloses Vorgehen. Der Parteitag spricht die bestimmte Erwartung aus, daß Deutschlands Erklärung, die Bedingungen des Völkerbundes zu unterzeichnen, für voll- wertig angenommen, die deutsche Republik gleichbedeutend mit den übrigen Nationen als gleichberechtigtes Mitglied in den Bund der Völker aufgenommen und bei der Feststellung der Grenzen das S e l b st b e st i in m u n g s< recht der Völker gewahrt wird. Die deutsche Sozialdemokratie ruft die Internationale auf zum Protest gegen den unerhör» testen Gewaltfrieden der modernen Geschichte." Keil-Stuttgart: Man kann nicht scharf und nachdrücklich genug Einspruch erheden gegen die dummen und gemcinschädlichen Worte Bernsteins. Vom Raub der Kolonien, der deutschen Volksteile im Osten, der Funkenstationen, der Handelsschiffe— welche neun Zehntel sind denn davon berechtigt?— davon sind zehn Zehntel unberechtigt.(Sehr gut!) Zur Taktik im Kriege und zum Rutsch nach links bedenken Sie nur, daß die Stimmungen wechseln. Manche Kommunisten sind schon wieder über die Unabhängigen hinaus zu den Alldeutschen und Nationalisten zurückgerutscht.(Heiterkeit.) Die Behandlung der Schuldfrage als ein Problem der persönlichen Schuld ist unerhört. Me Kontinsntalpolitik ist eine fixe Idee. Mit besonderer Leidenschaft erstreben wir den Zuwachs der Brüder aus Oesterreich. Ihre Selbständigkeit, von der der FriedenSerrt- Wurf spricht, muß das Rechtzum Anschluß in sich fassen. Wir hoffen, daß die deutschösterreichischen Brüder bald mit uns vereint in der deutschen Republik leben als Mitkämpfer des internatio« nalen Sozialismus.(Stürmischer Beifall.) Hoch-Hanau: Sie find Bernstein auch noch nicht gerecht ge- worden. Ihn treibt nur die Liebe für das deutsche Volk. Dafür wirkt er in der Internationalen, und der Internationalen bedeutet er etwas und hat Ansehen. Er hat den Frieden von Ver- s a i l l e S nicht als gerecht anerkannt, sondern nur betont, daß selbst der mildeste Frieden, den wir hoffen können jetzt zu erlangen, unerträglich sein wird und durch die Internationale gemildert werden muß. In den andern Ländern ist ein Umschtoung möglich. (Sehr gut!) Wir müssen nur streng auf den Boden der inter- nationalen sozialistischen Grundsätze treten.(Sehr gut!) Die Regierung darf nicht versäumen, sofort nach Friedensschluß alle Schulddokumente zu veröffentlichen.(Zustimmung bei der Regierung.) Die Fraktion hat beschlossen, daß dieser Friede nicht unterzeichnet wird, das Volk soll darüber abstimmen. Wenn der Parteitag kein« andere Stellung einnimmt, nehme ich an, daß es bei der Entscheidung der Fraktion bleibt. Vor der Volksabstimmung brauchen wir rücksichtslose Aufklärung über die Gefahren deS Nationalismus, dann wird die Zeit des unabsehbaren Elends vorübergehen und eine neue Wüte unseres Volkes herbeigeführt werden.(Beifall.)} Klühs-Magdeburg beantragt Schluß der Debatte. Am besten hätte man schon Vormittag nach Bräun geschlossen, um deutlich zu demonstrieren, daß der Parteitag die Deduktionen Bernsteins ablehnt. Der Schlußantrag wird mit großer Mehrheit ange- n o m m e n. Von Katzenstein und vielen Genossen wird beantragt, zu dem Antrag Braun-Löbe-Wels über die auAvärtige Politik hinzu- zufügen: „Der Parteitag wiederholt auch den bon der Reichsregierung gemachten Vorschlag zur Einsetzung eines unparteiischen neutralen Gerichts über Ursache, Ausbruch und Führung des Weltkrieges, dem alle Gewaltmittel vorzulegen und alle Ange- schuldigten ohne Unterschied der Nation vorzuführen wären. Die Auslieferung deutscher ReichSangehöriger an ein einseitig von den Alliierten gebildetes Gericht lehnt der Parteitag als unge- rechte und unverdiente Kränkung des deutschen Volkes ab. Der Parteitag protestiert gegen die ohne Befragung der Bevölke- rmig geplante Losreißung deutscher Gebiete in Ost und West, gegen die Verfälschung deS Selbstbestimmungsrechts im Norden und legt ernste Verwahrung gegen dir Verhinderung deS Zlnschlusscs Deuts chöstcrreichS einschließlich der Sudetenländer und Südtirols an die deutsche Republik ein. Der Parteitag protestiert endlich gegen die Er- richtung einer Fremdherrschaft in Deutschland durch Einsetzung von militäischen Strom- oder sotissigen Behörden unter entscheiden- der Mitwirkung fremder Regierungen." /8 folgen die Schlußworte. Bernstein: Ihr habt mich ja gründlich Spießruten laufen lassen.(Zu- ruf: Zu milde!) Niemals habe ich neun Zehntel der feindlichen FriedenSbedingungen als gerecht bözeickmet, ich habe nur gesagt, daß die gegenwärtigen Machtverhältnisse es notwendig machen könnten, neun Zehntel davon anzunehmen.(Lachen und Wider- spruch.) Seit dem 9. November habe ich geraten, die Streitaxt zu begraben und einig zusammenzustehen, damit wir möglichst günstige Friedensbeding ungen erlangen.(Deisall.) Deshalb habe ich es bedauert, daß der Strich gegen das alte System nicht noch deutlüber gezogen worden ist. Nie habe ich von einer Schuld deS deutschen Volles gesprochen, immer nur von einer Sckuld derer, die daS deutsche Volk belogen und betrogen haben. Als ich gefragt wurde, ob Deutschland unterzeichnen wird, habe ich geantivortet, wenn es eine Spur freien Sinnes hat, dann nicht.(Sehr gut.) Die Internationale ist im Augenblick ohnmächtig. Ich weiß nicht, wie die Regierung entscheiden wird, ich will ihr nicht vorgreifen, weil die Entscheidung furchtbar schwer ist. Ich warne nur bor Hasardspiel und mahne zu ruhiger Ueberlegung dessen, was nachher kommt. Wir müssen so entscheiden, daß wir vor den Sozialisten und der Demokratie aller Länder ohne Tadel bestehen können, und die Interessen des beut- schen Volkes voll wahrnehmen.(Beifall.)( -Scheidemann: Nach Schluß dieser Debatte werden Sie noch besser als vorher verstehen, warum ich über die Fragen der auswärtigen Politik nur ganz kurz gesprochen habe. Man sagt doch immer besser zu wenig als zu viel.(Beifall.) Bernstein hat seine Aeußerung nicht so gemeint, wie sie unglücklicherweise überall verstanden worden ist. Er hat«inen Unfall erlitten, der keinem erspart bleibt, der ein ge- sundes Prinzip ins Unmögliche überhitzt. So unglücklich seine Be- merkung war, so sehr acht« ich die Gesinnung, aus der sie hervor- ging. Ich mochte wünschen, daß die Ententesozialisten eine Spur dieser Gesinnung hätten, dann hätten wir für unsere Haltung während de« Krieges kein Wort des Vorwurfs von dort gehört, denn sie war nur diktiert von dem Wunsche, unser Volk nickt zu Boden treten zu lassen, aber während Bernstein übergcrecht ist, selbst gegen die ausländischen Imperialisten, finden wir keinerlei Gerechtigkeit selbst bei den ausländischen Genossen. In diesem Sinn möchte ich das Ausland bitten, über den Fall Bernstein nachzudenken und aus ihm zu kernen. Kontinental-Politlker sind stets sehr harmlos, außer wenn sie unter sich sind. Si« sammeln sich um Georg Bernhard, der durch seine nahe Ver- 1 Wandtschaft zu Reben t low den Namen Rebenklewle erhielt. In diesem Kreis geben sich sämtliche U-Boothelden zu Lande ein Stelldichein.(Stürmische Heiterkeit.) Cohen war nicht nur einer der wütendsten U-Baotmatadore, er ist während der schwie- rigsten Zeit in die Reichskanzlei gelaufen und hat dort er- zählt, daß die preußischen Arbeiter auch mit einem Plnralwahlrecht zu- frieden sein würden. (Große Beivegung.) Das ist der neue sozialistische Aktivismus. Von alledem ist keine Rede ber uns. Wir wollen keine diploma- tische Vorbereitung des-weiten punischcn Krieges. Wir haben am ersten genug. Wir wollen eine V e r st ä n d i g u n g mit den Arbeitern Frankreichs, Polen? und Rußlands, aber vor allem die Ver- ständigung mit den englischen und amerikanischen Arbeitern. Wir wollen keine kontinental-enropäischc Politik. Nichts ist unsozialistischer als sie. Wir wollen eine inter- nationale sozialistische Politik und als ihre Voraus- setzung das gleiche Recht des deutschen Volkes mit allen andern Völkern der Welt. Dieser Kampf ist noch nicht zu Ende, deshalb, Genossen, haltet euch bereit!(Stürmischer, langanhalten- der Beifall.) Persönlich bemerkt Cohen-Renß: Ich habe niemals gesagt, daß die Arbeiter mit dem Pluralwahlrecht zufrieden wären. Ich habe nur gesagt, es wäre vvm Standpunkt der Regierung das Richtige, wenn sie eine Aenderung.des preußischen Wahlrechts in die Hand nehmen würde und nicht wartet, bis die Arbeiter es sich holten.(Unruhe.) Den U-Boot-Kricg hat die Partei nicht aus nwralischen, sondern aus politischen Gründen abgelehnt. Ich pfeife auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker allerdings, wenn das Selbstbestimmungsrecht des Volkes dabei zum Teufel geht.(Große Unruhe.) Scheidemann: Als Cohen Ebert und mir über seinen Besuch in der Reichs- kanzlei berichtete, haben wir an unS halten müssen, um ihn nicht hinauszuschmeißen. Wir haben seine Mitteilungen sofort aufgezeichnet. Es war am 3. 10. 1918, mittags zwischen 2 und 3 Uhr, als Cohen zu uns kam und sagt«: Ihr dürft eS mir nicht übelnehmen, Ivenn ich euch in die Politik hineinpfusche.(Zuruf: Das ist seine Spezialität.) Jetzt hat jeder das Recht, am politischen Fortschritt mitzuarbeiten. Durch meine Familienbeziehungen zum Staatssekretär Solf könnte ich den Chef der Reichskanzlei Wahnschaffe sprechen. Ich erinnerte ihn an unsere Kreditbewilligung, er erwiderte, wir wollten doch damit nicht Handel treiben. Weder der Kanzler, noch er hielten das RcichStagSwahlrecht für Preußen richtig. Cohen erwiderte, das verstehe er durchaus, aber auch ein anständiges Pluralwahlrecht werde die Arbeiter zufriedenstellen. (Große Bewegung.) Me deutsche Arbeiterschaft sollte es sich nicht gefallen lassen, daß solche Leute hinter den Kulissen Politik treiben und jetzt als große Regeneratoren der sozialdemokratisthen Partei auftreten. Wir brauchen Einigkeit und höchste Entschlossenheit, nicht die Zweideutigkeit und Kulissenschieberei der Cohen und Kon- sorten.(Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Dr. David: AIS die Entscheidung über den U-Bootkrieg fiel, war die politische Voraussetzung der Rückendeckung im Osten nicht gegeben, und Cohen trat doch in der Fraktion dafür ein.(Hört, hört!) Cohen: David hat jetzt viel von dem aufrecht erhalten, waS er zuerst gesagt hat.(Zuruf: Ihr Wiederbelebungsversuch ist erfolg- los. Große Heiterkeit.) Scheidemanns Niederschrift war kein hehres Mittel. Besonders gemein war es, daß er sie sich ohne mein Wissen von Wahnschaffe bestätigen ließ. Wie unrichtig die Nieder- schrift ist, gehl daraus hervor, daß von Familienbeziehungen ge- spnochen wird, während ich nur von persönlichen Beziehungen ge- spvochen habe. Scheidemanu: Infolge der ungeheuerlichen Wichtigkeit dieser Angelegenheit mußte ich eS niederschreiben. Wahnschaffe ist es nur gezeigt worden. Er hat nur bei späteren Gelegenheiten zu dem gleichen Thema dieselben Worte gebraucht, die Cohen uns berichtet hatte. Die Niederschrift würde natürlich unter unS geblieben sein, lvenn Cohen sich nicht in aller Welt als Reformator der Partei aufgespielt hätte.(Große- anhaltende Bewegung. Rufe: Zentralratvorsitzender!) Hierauf werden die Jusatzanträge Katzenstein mit großer Mehrheit und die Gesamtvorschläge zur FriedenSfraye einstimmig angenommen.(Lebbafter Beifall.) ES folgt die Fortsetzung der Aussprache über den Vor- standsbericht. Thiedemann-Düsseldorf fordert besseres Aufklärungsmaterial im Kampf gegen die Unabhängigen. König-Dortmund: Me militärischen AuSschveitungen find scharf zu mißbilligen. Bei uns im Ruhrrevier wollten die Berg- orbeiter die Bergwerke sabotieren, um dann auf deren Trümmern ihre Herrschaft zu errichten. Stolt-Ditmarschen: Wels hat sein Referat zu sehr mit einem nationalistischen Charakter belastet. Wir vermissen wirk- liche Ansätze zur Freiheit. Das Tempo muß schneller werden. Ein Schlußantrag wird angenommen. Wels erhält das Schlußwort. Die Tätigkeit des Vorstands ist nicht angefochten. Die Einigung wollen wir alle, nur über den Weg sind wir ver- schicdener Meinung. Di« Einsetzung eines besonderen Ausschusses für die EtnigunaSverhaniMungen wären ein Mtßtrvu«ns- votum für den Parteivorstarn d. Di« Freiwilligen-Korps seien notwendig zum Schutze der Demokratie. Die Angriffe gxgen Seine sind zum größten Teil unberechtigt. Den Wünschen auf schleunigste Demokratisierung wird die preußische Regierung gern nachkommen. All« wichtigen Posten nur mit Parteigenossen zu besetzen, geht nicht an. Die Organisation ist und bleibt unsere Kraft, unsere Stärke. Gegen den Vorschlag, eine Abstimmung über die zum Bericht des Parteivorstandes vorliegenden Anträge vorzunehmen, wird von verschiedenen Seiten Widerspruch erhoben. Hierbei cnt- spinnt sich eine lange und lebbafte Geschäftsordnungsdebatte, in der die Anhänger deS linken Flügels der Partei darüber Be- schwerde führen, in der Aussprache über eine sich gegen Regierung und Parteivorstand wendende Entschließung nicht �u Worte gekommen zu sein. Sie drohen mit der Bildung einer b e s o n- deren Arbeitsgruppe auf dem Parteitag.(Große Unruhe.) Der Vorsitzende Schulz: Von einer Vergewaltigung kann gar keine ßiede sein. Wir sind streng parlamentarisch verfahren. Die Neulinge auf dem Parteitag sind mit den parlamentarischen Ge- bräuchen noch nicht genügend vertraut.(Allseitige Zustimmung.) Der Delegierte Dr. Tschimmer-Jena, der alle bisheriaen Ver- Handlungen andauernd durch linksradikale Zurufe gestört hat, wird von den Delegierten aus dem Saale gewieien. Mit Mehrheit be- schließt der Parteitag die Vertagung der Abstimmung auf Freitag. Der Vorsitzende der Fraktion der Nationalversammlung, L o e b e, teilt mit, daß die Nationalversammlung am Montag zusammentreten wird, um zu der Antwort der Entente auf die deutschen Gegenvorschläge Stellung zu nehmen. Zu einer wichtigen Vorbesprechung müsse die Fraktion am Sonntag zu- sammenkommen. Wenn der Parteitag bis Sonntag mit seinen Arbeiten nicht fertig ist, müsse diese Sitzung in der Nacht vom Sonntag zum Montag stattfinde«. Schluß: 7 Uhr. Richtigstellung. In der gestrigen Morgenausgabe ist eine Rede unter Kahl-LudwigShafen aufgeführt. Der Redner war Genosse Pfaft' Gummersbach. In dem' Nachmittagsbericht.des Parteitage? muß es heißen statt: S<-.o>lich S r o w i'g-..eslau; statt Kahl-LudwigShafen P s a s j- Gummersbach. linieren Angestellten zur Aufklärung? Im November 1918 haben wir, die im Verbände Berliner Bankleitungen ver> einigten sieben Banken, veranlaßt durch den Allgemeinen Verband der Bankbeamten, uns zu Verhandlungen über den Abschluß eines Normalarbeits-Tarif-Vertrages bereit erklärt. Daß es nicht an uns lag, wenn diese Verhandlungen zu keinem Ergebnis führten, haben wir in unserer öffentlichen Erklärung vom 14. April 1919 ausführlich dargelegt. Trotzdem wurde unvermittelt und ohne jeden Anlaß der Abschluß des Ver» träges Anfang April 1919 zu einer Streikforderung erklärt, obwohl wenige Wochen zuvor die meisten Banken ihren Angestellten erhebliche Aufbesserungen ihrer Bezüge und außerordentliche Wirtschaftsbeihilfen bewilligt hatten. Die Bedeutung der von den rm Verband Berliner Bankleitungen zusammengeschlossenen sieben deutschen Großbanken übernommenen Lasten ergibt sich auS folgenden Ziffern Geschäftsunkosten Steuern... 4915 192 Millionen Mark 31 1917 132 Millionen Mark 16 also mehr 60 Millionen Mark 16 ,, ,, Soweit nach den Ziffem der ersten Monate des laufenden Jahres eine Schätzung möglich ist, haben die Banken unter Berücksichtigung der schon jetzt wesentlich erhöhten Steuern — die endgültige Steuerbelastung ist noch gar nicht abzusehen— im Jahre 1919 wiederum mit einer Vermehrung der Ankosten und Steuern von rund 70 Millionen Mark, also mit einer Gesamtspesenbelastung von runü 299 Millionen Mark zu rechnen. Dagegen belief sich der Betrag der für daS Jahr 1918 an die Aktionäre verteilten Dividende auf nur 19? Millionen Mark. Die Forderung, daß ein immer größerer Teil des Antemehmernutzens der Arbeit und nicht dem Kapital zufallen soll, ist also auch im deutschen Bankgewerbe erfüllt. Schon seit Jahren wandern die in der Ausdehnung des Geschäftes der Banken be« gründeten Mehrgewinne ausschließlich in die Ankosten, ohne daß den Aktionären trotz beöeutenSer Vermehrung öer Risiken ein Anteil an dem Geschäftsaufschwung zu- gefallen wäre. Daß diese Entwicklung uns mit ernster Sorge für die Zukunft unserer Jnstititute und unseres. Wirtschaftslebens und damit für das Wohlergehen öer vielen Taufenöe von Angestellten erfüllen muß, bedarf Fachleuten gegenüber— und zu solchen reden wir doch— kaum einer weiteren Erläuterung. Deshalb nur ein kurzer Äinweis I Wo- durch wurden die Banken in den letzten Jahren zur Tragung der so ungeheuer gestiegenen Lasten befähigt? Lediglich durch den Amstand, daß aus der Liquidation unserer Volks- Wirtschaft ihnen ftemde Gelder in einem Ausmaße zuströmten, das man ftüher für un- denkbar gehalten hätte. Gegenüber den daraus sich ergebenden Gewinnen traten die Erträgnisse aller sonstigen Geschäftszweige immer mehr in den Hintergrund, insbesondere wurde der gesunde geschäftliche Grundsatz, daß die Gebühreneinnahmen die Ankosten decken müssen, völlig verlassen. Längst waren wir uns darüber klar, daß mit dem Abbau der ftemden Gelder, der über kurz oder lang unfehlbar kommen wird, unsere Zinsgewlune eine starke Beeinträchtigung erfahren müssen, ohne daß in anderen Geschäftszweigen ein Ausgleich dafür gefunden werden könnte. Angesichts der außerordentlich trüben Aussichten, die die Bestimmungen des Friedensverttages unserem Wirtschaftsleben auf viele Jahre hinaus eröffnen, sind diese Befürchtungen mehr denn je begründet. Wir haben auch nicht die Möglichkeit, die steigenden Lasten abzuwälzen, wie Staat und Gemeinde durch Steuererhöhungen, Bahnen durch Tariferhöhungen und ödandel und Industrie durch Erhöhung der Warenpreise. Ans nützt eine Erhöhung unserer Bedingungen wenig, namentlich dann, wenn das Geschäft nicht geht. Nur die Entwicklung und Ausdehnung des Geschäfts allein gestattete uns bisher die Aebernahme der ungeheuren Lasten. Unsere Angestellten, wenn sie ihr Interesse richtig verstehen, müssen Seshalb mit uns darin übereinstimmen, Serlin, den 12. Juni 1919. Hsrnk für Handel und Industrie. Commerz- und disconto-Hank. Deutsche Dank. Direktion der Disconto-Gesellschast. _ Dresdner Sank. Mitteldeutsche Kreditbank. Nationalbank für Deutschland. daß wir beim Abschluß eineS Normal-Arbeitsv ertrages keine Verpflichtungen ein- gehen können, deren Erfüllung außerhalb des Bereiches der Möglichkeit liegt, daß wir keine Belastungen auf uns nehmen können, die Rente und dadurch An- sehen und Geschäftsmöglichkeiten unserer Banken aufs äußerste gefährden müssen, daß wir großen Wert darauf legen müssen, daß die sichere Stellung, die wir unseren Angestellten im Laufe der Jahre geschaffen haben, auch im Wandel der Zeiten nicht erschüttert wird. Die uns vorgelegten Forderungen der Angestellten-Organisationen tragen diesen Gesichtspunkten aber keine Rechnung. Sie sinö geeignet, Sankleitungen unö Hank» angestellte mit öen schlimmsten Hefiirchtungen für ihre Zukunft zu erfüllen. Wir erkennen selbstverständlich die Forderung als berechtigt an, daß jeder Angestellte vom Beginn seiner geschäftlichen Laufbahn, in der Regel vom zwanzigsten Lebens- jähr an, ein auskömmliches Existenzminimum haben muß. Wir sind deshalb bereit, für diesen Zeitpunkt ein entsprechendes Mindest-Gesamteinkommen zu gewähren und dieses im Verlauf von etwa 10 Jahren durch regelmäßige jährliche Zulagen auf eine Äöhe zu bringen, die die Begründung eines eigenen ÄausstandeS ermöglicht. Darüber hinaus können wir aber Mindesteinkommen bis zu dem 59. Lebensjahre nur für Kassenboten und Gleichgestellte(Wächter, Pförtner, Äauspersonal) zusagen, well hier in der Äaupt- sache gleichgeartete Handarbeit zu leisten ist. Bei den übrigen, überwiegend oder völlig geistig arbeitenden Angestellten muß aber jeder seines Glückes Schmied selber bleiben, d. h. sein Arbeitseinkommen inuß nach diesem Zeitpunkte wieder Gegenstand freier verein» barung werden. Der Tüchtige und Fleißige wird alsdann wie bisher schneller vorwärts kommen als derjenige, der diese Eigenschaften vermissen läßt. Im Gegensatz dazu verlangt man von uns regelmäßige jährliche Steigerungen des Einkommens bis zu außerordentlich hohen Bettägen im fünfzigstsn Lebensjahr, ohne Rücksicht auf Kenntnisse, Zähigkeiten und Leistungen. Wir sehen uns außerstande, diese Forderungen zu erfüllen, weil sie mit dem ganzen Wesen der Tarif-Jdee in Widerspruch steht und des- halb auch von einer Mehrzahl der Angestellten aller Erwerbszweige abge- lehnt wird, weil damit eine Prämie auf die Antüchtigkeit und Lässigkeit gesetzt und weil jeder Anreiz, durch Erweiterung der Kenntnisse und Steigerung der Leistungen die wirtschaftliche Lage zu verbessern, ertötet wird, weil dadurch die Entwickelungsmöglichkeit unserer Institute, die ebenso auf der Amficht der Leitungen wie der Strebsamkeit der Beamten beruht, unter- Hunden wird, weil sie naturgemäß unsere tüchtigen Mitarbeiter aufs äußerste erbittern und von ihnen als schweres Anrecht empfunden werden muß, weil sie uns zwingt, in größtem Amfange künstig allen denjenigen zu kündigen, deren Leistungen nicht im Einklang mit ihrer Bezahlung stehen, und weil da- durch eine große Ansicherheit, ja soziales Elend in die Kreise unserer An- gestellten hineingettagen werden, weil sie eS uns unmöglich macht, Angestellte in höheren Lebensaltern, die ohne ihre Schuld stellungslos geworden'sind, einzustellen und ihnen damit wieder zu einem Erwerbe zu verhelfen, weil sie uns Lasten aufbürdet, deren Tragweite wir heute gar nicht zu berechnen in der Lage sind, und weil sie letzten Endes damit unsere Institute dem Ruin entgegenführen muß. Wir warnen deshalb unsere Angestellten, ihre nach menschlichem Ermessen doch gesicherte Existenz einer Forderung zu opfern, an deren Erfüllung, wie wir ausgeführt haben, nur eine gewisse Gruppe der Angestellten ein augenblickliches Interesse haben kann, während die Gesamtheit dadurch in unabsehbare Gefahren gestürzt wird. MMMM. Marmelade. Üb«£eb,nentttttllactm vom emewdcbezirk der Stadt Berlin Gemäß 8 5 der Verordmin, 13. Oktober ISIS wird für den> bestimmt: 1, Waf Abschnitt Zlnmmer 21 der Lebensmittel. karte der Stadt Berlin entfallen 300 Gramm Marare- lade. Der Kleinhandelshäidftvreis beträgt 1,30 M. für ein Pfund. Es kosten bicniach iOO Gramm 1,04 M. Eine lleberschreituug Des Sächstprrife, ist strafbar. 2. Der Abschnitt Nr. 27 ist nur in den durch ein«US» hängefchild: „Verkauf von Marmelade aufLebensmittel- karten der Stadt Berlin" gekennzeichneten Geschäften gegen Empfangsbescheinigung ab zuliefern, und zwar Donnerstag, den 12., Freitag, den 13. und Sannadend, den 14. Juni ISIS. Nachträgliche Anmeldung finden nicht statt. Es ist unzulSsiig, die Kartenadschnitte in Geschäften abzugeben, in denen nicht das vom Wagistrat au». gegebene Au-dängeschiid angebracht ist. Geschäften, die nicht »m Besitze des Aushängeschild«» sind, ist die Annahme von Zkartenadschnitten verboten. 3. Die Kletnhanbelsgeschäst« haben die von ihnen ange» nommenen Kartenabschnitte an einen der ihnen bekannt- 8«fem?ten®':oS1,ilnt)Iec 6,8»um 17. Juni einschließlich abzu- ... 2eder Kleinhändler muß, sobald dir War« zur Stelle ist, mit dem«erftms beginnen und dies durch Anschlag Da die Marmeladefabriken häufig nicht in der Lage sind, die volle Menge aus einmal zu liefern, ist e» möglich, daß sich in einzelnen Aleinhandelsgeschästen der Verkauf der Marmelade sSrh SA!S. tSÄ«» befürchte»./ Berlin, den 3. Juni ISIS. Magistrat. Abteilung für Obst- und Grmüscversorgung. Zeichen: SSSS Sem. V. Runge. Die Nacktheit! Behördlich freigegeben. 20 Tiefdrizck-Kunstpostkarten, sort M. 2,50,> 0 Sick 10,—. Brornsilber-Photükartan, hochkünstlerisch Mk. 5,—. Porto extra. Voreinsendg. od. illz1." 0. Fischer, AM. R. Berlin-Halensee. lOOO Fahrräder mit Gummi sofort lieferbar. Ernst üaobBOw, Bekanntmachung. MMMes MellMl. des Magistrat« Berlin über ober 1016 wird für den Seder Gemäß{j 5 der Berordnuw Ledensmsttelkarten vom 13. Ol_________ melndebezirt der Stadt Berlin bestimmt: 1. Auf«bschat» Q 6 der«wfahr.Znsotzkarke «tobt Berlin entfallen 250«Ml!! WlOllWl» MemM oder 250 tarn HOlies MkiMl nach Wahl de» Bezugsberechtigten. 2. Der fUeinhcnbelsoettmifepreia beträgt für das auf Abschnitt Q 6 auszugebende uuslSusifcha Weizenmehl MO m. i« v> Pfund für ialstodische» Welzenmehl(S4 prozentige«) 0.1» w. ,e Vi Pfund. 3. Unter Ausschluß nachträglicher Annahm« sind die An» Meldungen in der Zelt vom Arettag, den 13., dl» TRonfna. den 16. Znal 1919. bei den Kleinhändlern abzugeben. Die Kleinhändler haben die Anmelbeabschnitte zu 0 d der Einfuhr» zusatzkarte am II. Znni 1919 bei den Großhändlern adzu» liefern. Nicht abgeholte Ware verfällt mit dem 10. Zali 1919. 4. Oos inländisch« Weizenmehl fann ohne Ooc- anmeldang gegen Abgabe de« ganzen Abschnittes Q 6 der EInfuhr-Zusatzkarte sofort in den mir entsprechenden Plakaten versehenen Geschäften, die außerdem von Zelt zu Zeit durch Säulenanschlag dekanntgegeden worden sind, bezogen werden. 5. Die mit dem Berkauf des lnltlndlschen Mehl» neben dem ausländischen Mehl beauftragten Slelnhändler sind verpflichtet, die für da» Znlanvsmehl enlgageagenomme» neu Abschnitt» o 6 der«infuhr.Snsahfarle im veifeln de» publifum» inil vlanstlsl zu durchstreichen. Die für da» Zalaudsmehl entgegengenvmmenen Abschnitte O 6 der Einfuhr-Zufaktarte find mit den Brotkartenadidinilten zusam» men an die Abteilung für Browersorgung, Stelle Zd, abzuführen. 6. Sie ordnungsmäßige Ausgabe de» Wehl» in den alslnhandelsgeschtlflen wird konkrolliert. yinstchtlich der Ausgabe des Wehls nerbleidt es bei unserer vekaunlmachnnq»am 1». Mai ISIS. Vi««lelnhändler, die da» ausländisch« Wehl etwa zurÄlkaehatten. nermlscheu oder verkauscheu, oder aber Sesldestäude unbefugt rerwendeu, haben uunach- sichtlich die Schließung de» Betriebe» zu gewärtigen. 3m adrigen finden, fasern nicht andere Vorfchrtsten schwerere Strafen aaasprecheu, die Strasbestlmmongen de» g 10 der Verordnung des Magistrats Berlin oam 18. Oftober 1910 Anwendung. Berlin, den 12. Juni 1919. Zeichen: 4117 915. Magistrat. Abteilung für Nährmittel. Pme l.andgcri_________.__________________, Alcxandcroir"-*8(am Aiexanderplatz. gegenüber Tieu),(9—7) uiäta. Erfolge! Beobachtg. Sonnt, 10-12. Bekanntmachung betreffend Fettverteilung vom 16. bis S». Juni INI». Gemäß§ 5 der Berordnung Uber Lebensmittelkarten vom 10. Ottober lSI» und der 8§ 17, 18, 29, 30, 32, 35 und 39 der Bekanntmachung über Epetfesette vom 20. Juli 1910(N.G.Bl. S. 755) und den Verordnungen der Fettftelle Groß-Berlin vom 20. Dezember 1910 über Abgab, und Entnahme von Sveiscftlten und über die Annieidung de» Speisefettbezugs wird für den Bezirk der Fettstrlle Groß-Berlin destimmt: 1. Auf Abschnitt 0 ä der Elnfuhr-gusatzkarte entfallen KV Gramm Margarine. 2. Der Klelnhanbelspret« flir 50 Gramm Margarine beträgt 29 Pfennige. 3. Die Margarir zirke der Fettitelle geschäften gegen SlUgi. der Vliusuhr-Jusaßtarte unter gleichzetttger Vorlegung der Speisefettkarte in der Woche vom Montag, den 16. bis Sonntag, den SS. Juni 1»1», in Empfang zu nehmen. Die Margarine ist in den Klelnhandclsgeschästen w Empfang zu nehmen, in welchem der Verbraucher zum Speisefettdezuge eingetragen ist. Arlauder und Schisser erhallen die Margarine ebenfalls. 4. Die Kleinhändler haben die von ihnen für die Marga- rine angenommenen Abschnitte getrennt äebündelt zusammen mit den Epeisefettlartenadschnttten am Montag, den 23. Juni 1919 an ihren zuständigen Großhändler abzuliefern. 5. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werben gemäß§ 85 der Bekanntmachung vom 20. Juli 1916(Süffi.SM. S. 755) sofern nicht nach anderen Vorschriften schwerere Ctrasen verwirk sind, bestraft. Ver ltn, den 6. Juni 1919. Fettstelle Grost-Berlin(Butter). wermulh. g-ich en 5075�ffbu._______ MGeld!!! für jed« Wertsache. HSchste An- taufspreise für Pfandscheine, Brillanten, Goldgegenstände. Teppiche, Bücher usw. Wolff, Friedrichsir. 41 III, Ecke Kochstr Stoffe für Damen-KostQme| Meter 20,-, 30,-, 40,-, 50,- f Herren-Anziige Meter 80,-, 50.-. 70,-, 80,- Tnchlager Koch& Seeland j 0. m. b. Oertrandtenstr. 20/21 j Verkaufsieit v. 8—2 Uhr. f Suche plana. Asser, Flensburger Str. I. Moabit 7810. ♦ Kaufe 6IK- SeUt!to?!is,°l.e WslnUorks,. KorkabJäUe sede« Quantum zu hohen Preisen. Baolieoistelfl, Windscheidstraße 5. Verordnung OOei Mmilua! nnt«Meile. Auf Grund de, 8 61c der Retchsgetreldeordnuna für die Ernte 1913 vom 29. Mai 1918(Reichsgeseßblatt Seite 434) sowie der Kuchenverordnung des Magistrats Perlin vom 9. Februar 1917 wirb fttr den Bezirk der Stadt Berlin angeordnet! Di«§§ 8 und 4 der Anordnung über Suchen vom 17.Februar 1917 erhalten folgende Fassung: 8: Es dürfen bei der Abgabe folgende Preis« nicht ritten werden: tl. Stolle........... 1000 er 6 SOt Bei Abgabe w Teilen von se 50 gr 25 Pst 1 Obstkuchen......... 1000 er« M. Bei Abgabe in Teilen von je 50 gr 30 Pst Königskuchen........ 1000 gr 5 M. Bei Abgabe in Teilen von Je 60 gr 25 Pf. «esiillte Torte........ 1000 er 7 M. Bei Abgabe in Teilen von je 50 gr 35 Pst 1 bis 4 dürfe» nur Stücke bis 80 gr oder einem Biel- 00» SO gr abgegeben werden. 5. Teekuche».......... 1000 gr 7 Sl. Die Abgabe hat nach Gewicht unter Zugrundelegung de» für 1000 gr sestgesegteu Preise, zu ersolgeu. z 4: Nichtheflteller von Kuchen dürfen Kuchen»um Wiederoerkauf von nur einem Hersteller beziehen. Sie dürfen Kuchen nur dann abgeben, wenn sich in ihren Geschäftsräumen an deutlich sichtbarer Stelle ein vom Ragistrot Berlin gestempelter Aushang befindet, in welchen, der Lieferant des Kuchens mit Namen und Adresse angegeben ist. S'—- ihre» 3. Sie dürfe« bei der Abgabe zum Verzehr in den Räume» Aneschankdetriebes folgende Preis« nicht überschreiten: ir 7 M. 8 M. «tolle, Bei Abgabe in Teilen von je 50 gr 35 1 . Obstkuchen......... 1000, Bei Abgabe in Teilen von je 50 gr 40 Pf. . Königskuchen......... 1000 gr T M. Bei Abgabe in Teilen von je 80 gr 35 Pst . Gefüllte Tort«........ 1000 gr 9 SR. Bei Abgabe in Teilen von je 80 gr 45 Pst > 1 bis 4 dürfen nur Stücke von 59 gr»der eine« Biel- heu von 50 gr abgezed«» werde». Teekuchen 1000 er 9 SR. Die Abgabe hat nach Gewicht unter Znarnndelegung de» für>060 gr sestgcheßten Preise» z« ersolgeu. Del sonstiger Abgabe dürfen NichtHersteller die im g 3 festgeseßten Pr-is- nicht überschreiten. II. DI« Verordnung über Preis, uschläg» beim Kucheuoerkauk » 20. September 1917 wird ausgehoben. III. Diese Verordnung tritt mit dem 15. Juni 1919 in Kraft. Berlin, den 11. Juni 1919. M a a i si r a k Zeichen: 13848 Br. 1. WenBUth. s Pferde- u. Wagendecken liefern in allen QröBen 52/9 Oottschalli& Co., A.-O., CtSHnel. I ßpernliaas Rheingold. Anfang 7 Uhr. ScMnspielhaus Othello. Anfang 7 Uhr.___ Volksbühne Theater am Bülowplaiz. Direktion Friedrich KaySIcr. Tjt Uhr;'a Jur-sJeracitt. 'ÖrataclBes Theater. Allabendlich 8 Uhr: Max Pallenbcrg in Pamtlle Sublinek. Kamnierapicle, Allabendlich 8 Uhr; Leopoldine Kunttantia in Elferaucht. Theater de» Weoten» Allabendlich?>/, Uhr Mia Werber und Hans Wass- nann in(jeislia. Dir.; L. Meinhard- R Bernaucr Theater I. d. FxßalgßrätzerStraßc Heute geschlossen. f oanabcnd/ Uhr 7. I. Male: Der Hfinptllug. Fatyrspiel i. 3 Akt. v. P. Apel. (Alfred Abel, fdath. Brandt, ?rnstDernburg, Grete Dicrks, Alexander Ekert, Werner Hollmann, Max Jungk, Rieh. Ueopold, Ernst Pröckl, Otto bckiller, Reinhold Schünzel.) EomSdienhans an der Marschallbrücke LucieHdfiicb u.Ludr'.Hartau VsSUhr: liSßlöü von der PfalK. Berliner Theater '/aS: Sterne, d. Wied. leuchten. bonnab.: Die teile Körnte». Sonntag: Die tolle KonteS. Besldeaz-Theater. Unttrgrundb. KiosterstraBe, Ausgang Stralauer Straße. Täglich 8 Uhr: Das Ute Lete Schauspiel von Sndermann. Regie: Alfred Rotier.__ Trianoi-Theater. llht.Friedrichstr.Ztr.4927�3VI Tägl. 8 U. Heute 7. 278. Male r der ante Rnf von Hermann Sudernfann. Sonna d>/,«: Aschenbrödel. Sonmag 4 U.: Johannisfeuer. WalhaÜä-Theater. 7»/, Uhr; Die kleine Sklavin. Rose-Theater. 7»/, Uhr: Ehe-l'rltiub. T1/, Uhr Gartenbahne: Da* sieht alch Jeder an. Vorher Konzert u. Spezialität. Notfooal-Theatee. Stürmischer Erfolg. 7>/, Uhr Die Rioopspe. Caslyo-fheater. foflring. Str. 37. Tttgi.'/� Uhr. nur hoch bis Viesen Sonntag Ul felis? WsGSll vitb des gr. Sptrinlit.»Pront. Kennf.*llt: Du tchnst er nicht. tkfi dRoulaq, 17. Zum, geschloss. Inlien-Theatcr. Sie H* LLksue Bame abend 3! Ü»! BHil SOHtZ. Z: Meie v. Ucde ?!f ,3. APOLLO | Friedrichstrsße ZI 8 1 | Dir.: James Klein i 73/' Sonntag 73/ / 4»'/« und// 4| GMtftpiel An t«n Herrnfeld i j m. seiner aus 28 Personen bestehenden I | Gesellschaft in der| 3aktigen Burleske |WepistäcF?Bter?j | Vorh. Spcsialltäten!| 7Vj Uhr: I/PABlngt-ThCBter Sommerspielz.: H Sternherg. Gastspiel Guido Thlelschcr: 8 Uhr: Cbarleys Tante. Dcutsehen Kttnstler- TUcnter. Allabendlich 7'/� Uhr: Max Adalbert u. Kur; Götz in: Die Itiitschbahn. C en trnl-Tlr enter KoramandantenstraBe 57. Jhr. Bis SebüDste ron Alien. ft>eat«<*]ie9 Opcmhau» ? unr: Der WSilscliiitz. Frießr.-Wiliielfflst. Tbealer flöfl ohas Glocke. Kleines Theater. VI, Uhr; kiiknMMcjies. Ko.TuSisichc Uhr: SehWSfZWfÜÖMällfil. i.irabnplelhnttv- uhr Sie saaßische Fliege. Metfopol-Theatef. 7 uhr io; Die Fasciilagsie?. Äcue» Operetten iPAn» 7'/, u.; Die Same loinZiiinB. Pal not- Theater vi, uhr: Talisman. Operette In 3 Akten v. Zorlig. Schill er-Theat. Charl. 7»/, uhr: König Kraasa Thalia-Theater v/t u.: Ziirwllilen tamei. Th.aia AlolleuJorf jilat« 7 uhr: Wo öie Lerche si Theater d. Priedrlchstadt vi, uhr: 4 Einakter. Wallner-TUealer 7'/. uhr: MaMragoia. tj fiiimcr.-.'üi"ottbiT;. Tor <( Allabendlich 7 V, Uhr; AiEliie- Sänger letllner Singer Ruselli, Horst, Seidel usw. Humor. Spielpl. Sommerpreise I Im Garten: Blüthgen-Konzert Beriiner Krater 7/9 Raftonienallet 7/9. Tägliche 12 ¥apleie- Attraktionen. Xonj3"'®!«!« Äat!» gnfong'//> Uhr. Eeiclisiiall.-Ttieater Allabendlich 7'/, Uhr: SietUner ZsMsr kM Meysel, Britten. �iacStetdi usw. KurfStstbiidamhi 2ZS. Direktion: Siegbert Goldscbrnidt. EPßlNZESSIN TATJANAS TRAGÖDIE |(Wennein Weibdcn Weg verliert) j 6 Akte ans dem Lehen ] einer modernen Frau. Regie: I Carl Wilhelm. AnBerdem; Aiöeit hat Prokura Lustspiel in 3 Akten. Potsdamer Str. 1t Turmstr. 12 Urauff ührafl�x Lotte Neumann im Fiimtpiel Schatten der Verjtanjcnheit. AlexandeTplatz-Passage. Der große Prunkiilm Das Frledesou, Rlielnsir. 14 Stürme— ein MSdchenschlckeal mit Hva May. s uch Esther. Pani Steint tz : Minna Dererellj Fritz Bcrjter Klein Rosa Lactipillen-Wol! Lasel u. Acuni Elans! Etzer Franz Romabn Mia Rennrd Adelt Karnboch IniFiagcEHcnscIici Com.: Flatow i ityljgyi• Konzerte Wie man Ueberfälle von Mördern ond Räubern abwehrt u. wie man die Angreifer unschädlich macht, wird heute abend eine einmal Vorführung des Japan. Jin-Jicfn durch Herrn Hansen-Esch, dem langjähr. Lehrer der Kriminalpolizei deutsch. u. ausländ. Großstädte, Im S» TU OMSCil stattfinden. Ferner ringen 8'/« präz.: Pcikert— Mobrmann Urbach— Hlntte Revanche- Kampf(außer Konkurrenz): Bunadanoff-- Strenge. Auf Protest Burgadanoffs, daß er durch 2 starke FurunkelgeschwBre am Handgelenk beim Entscheidungskampf ungemein benachteiligt war, ist ihm von Strenge ein Revanchekampf, aber außer Konkurrenz, zugestanden worden Vorher 7". Uhr; Cireus- Programm, Tänze und EilTFcstjjl�tlergefecM. Kaffee Zielka (Equitabie) Friedrichstraße 59/60, Ecke Leipziger Straße 4—6 Freikonzert Wiener Praterleben im Clou Mauerstr. 82. 15. Jim! letzter Tag! Winter- Gatten Täglich?>/, Uhr: Varictö-Spielplan Rauchen gestattet! \ f S$Kfmßsck.-!Br» l»si"> II.T Hasenacide u,|>me, Scccatj iia iclima, Scucetstst ibllmesßeapcjsia lbüiaseSo; ..eii zage:«ialt!s«lc �egec ii-it IIa lailmaaScmta: j Ei» leliciesSc ap a: iVala g'jiec. cid tlalctim-aSoucsi Betüetei überall gesucht für gewinn» bringende Neuheit I infter a 1,35 E per Nachnahme. Cl. Adams, Ccer i. Oftfr., Pferde- markt ll. s147D I Einige tüchtige U8Z Tüchtiger, znoerMstger findet in Aieiustadt mit großem Landgeschäst sichere Eristenz. Einig»» Kapital erforderlich, finanzielle Hilfe wird für den Ansang zugesichert. l52D Offerten unter It. 2» an die Expedition dieser Zeitung. Erfahrener Wasserrodrlsger zum Ausstellen von Marmor» und Fenerton-Wafchtischen usw. gesucht. 52/10 A. Riesenstahl, Kurfürsten» straf}» 113. 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Bernhard Ransch� Alle Unzulänglichkeiten der sozialen Revolution, die wir durchleben, sind letzten Endes darauf zurückzuführen, daß wir nicht, wie wir es uns erträumt hatten, einen blühend in seiner Uebcrproduktion versinkenden Kapitalismus zum Sozialismus überführen können, sondern daß wir ani Ende eines verlorenen Krieges auf einem Trümmerhaufen mit den Mitteln einer er- schöpften Volkskrast aufbauen müssen. Dabei sind wir nicht ein- mal im eigenen Hause ungestört, sondern an die harten Bedin- gungen siegreicher kapitalistischer Feinde gebunden, auf Wirt- schaftsichem wie auf militärischem Gebiet. Die große französische Revolution des 18. Jahrhunderts konnte mit einer neuen sozialen Ordnung auch ein neues Heer ausrichten. In der en masse schuf sie die Grund- läge für die a l l g e m e i n e Wehrpflicht, die E n g e l s bekanntlich einst die einzige demokratische Einrich- t u n g Preußens genannt hat. Unser Ziel war es, das Heer tzer allgemeinen Wehrpflicht nach der Eroberung der politischen Macht fortzuentwickeln zur wahrhaft demokratischen Volkswehr, für die niemand besser den Weg bereitet hatte als Friedrich Engels. Die Revolution Hätz Deutschland verfassungsrechtlich zum freiesten Staat der Welt gemacht. Aber auf das Heer der De- mokratie müssen wir auf absehbare Zeit verzichtert, Nach dem Willen der Sieger darf Deutschland nur ein kleines Söldner- Heer"unterhalten. Keine Regierung, welcher Art sie auch sei, ist denkbar ohne staatliche Machtmittel, denn ein Staat ohne Heer ist ein Spielball in den Händen entschlossener Min d e r h e i t e n. Das haben die Unabhängigen und Kommunisten sehr wohl begriffen. Ueberall, wo sie zur Macht gelangten, gingen sie sofort daran, sich eine Armee zu bilden. Die wüste Hetze der Unabhängigen und Kommunisten gegen die„Noskcgardcn" richtet sich nicht gegen das System der Freiwilligentruppcn als solches, denn die� roten Armeen sind überall nichts anderes als Söld- nertruppen gewesen, sondern gegen das Macht- instrument der verhaßten Regierung Ebert- Schcidemann. Man weiß sehr wohl, daß, solange die Rc- gierungstruppen unerschüttert sind, alle Bemühungen, die Re- giermg gewaltsam zu stürzen, völlig aussichtslos bleiben müsien. Deslxilb oersucht man durch wüste Schimpfkanonaden zusammen mit der Drohung des wirtschaftlichen Boykotts die mnere, Festigkeit der Truppen zu erschüttern. Und neben den Angrifsen von außen betreibt man eine emsige Wühlarbeit von innen. So ist z. B. in Kiel, wohin die verdiente Eiserne Brigade zurückgekehrt ist, beobachtet worden, daß Leute, die zur Täuschung Uniformen und Abzeichen dieser Brigade ange- legt hatten, sich mit Zetteln an Arbeiter und Angehörige an- derer Truppen heranmachten, auf denen etlva folgendes zu lesen war:„Die Empfänger sollen sich nicht vor der Eisernen Brigade fürchten, sie sei gar nicht so regierungstreu, sondern werde im gegebenen Augenblick den Kommunisten helfen, die Regierung gewaltsam zu stürzen." Durch dieses verbrecherische Treiben hofft man, die Truppen allmählich völlig zermürben und so den Boden zum Sturz der Regierung bereiten zu können. Eines der trübsten Kapitel der deutschen Revo- lutionsgc schichte wird es immer bleiben, daß ein großer Teil der mehrheitssozialistischen Arbeiterschaft, und leider auch der Presse, dieser verhängnisvollen Wühlarbeit der Unabhängigen und Kommunisten nicht nur teilnahmslos gegenübergestanden hat, sondern sich von dem demagogischen Geschrei hat verwirren und einfangen lassen. Die Abneigung geaen die Auswüchse des Militarismus hat nur zuviele zu glatten Antimilitaristen gemacht, die gar nicht mer- ken, wie der Militarismus der Polen und Bol- s ch e w i st e n sich lächelnd tinschickt, ihnen das lammfromme Fell über die Ohren zu ziehen. Mit aller Deutlichkeit ist aus dem Parteitag gesagt worden, daß die U e b e r g r i f f e der Regicrungstruppen niemand schärfer verurteilt, als die Regierung selb st. Aber von den Partei- genossen, die ihre prominentesten Führer in die Regierung ge- schickt haben, darf man auch Verständnis dafür erwarten, daß eine m Stunden der Not rasch zusammengeraffte Truppe na- türlich nicht aus lauter Engeln bestehen kann, und daß die Re- gierungstruppen von der allgemeinen Verwilderung durch den vierjährigen Weltkrieg nicht unberührt geblieben sein können. Auch die Furcht, die Söldnertruppe könnte eines Tages zum Instrument der Gegenrevolution werden, ist nichts als G e sp e n ste r s c h e r e i und verrät überdies im Munde der Arbeiterschaft ein zu geringes Zutrauen zur eigenen Kraft. 5 öffentlich geht allen denen, die aus Angst vor der Agi- tation der Unabhängigen in das Geschrei gegen die reaktionären Offiziere eingestimmt haben, ein Seifensieder auf angesichts der lustigen Enthüllungen Noskes auf dem Weimarer Parteitag. Kan Tan vergeht, an dem nicht die„Freiheit" rrnd mit ihr der Chorus der unabhängigen und kommunistischen Presse mst ihrem lieblirM Vokabelschatz ganze Kübel von Jauche ich er die „Noskcgardisten" ausschüttet. Die Herren Emil Barth und B r e i t s ch e i d aber drücken diesen„Bluthunden" insgeheim warm die Hand und versuchen sie i n den lockendsten Tönen zu ködern für die große Stunde, da sie ihre zweite Revolution machen werden. Nichts kennzeichnet mehr die im Grunde genommen doch so rüh- rend naive Jllusionspolitik der Unabhängigen, als dieses anrüchige Liebeswerben. Mag man den deutschen Offizieren nachsagen, was man wolle, käufliche Hallunken sind sie nie gewesen. Aber selbst, wenn ihnen goldene Berge ver- sprachen würden, sind die Offiziere doch klug genug, um zu wissen, daß die Unabhängigen ihr Versprechen nie halten könnten. Sie wissen daß bei einem Sieg der Unabhängigen alle die novembersozialistischen Elemente erneut Morgenluft wittern würden, die in der sozialen Revolution nichts anderes erblicken als einen, auf den Kops gestellten Kapitalisnius, und denen es höchst unerwünscht in die Ohren klingt, daß Sozialis- mus Arbeit ist. Eine unabhängige Regierung hätte aber nicht die innere Kraft, sich dem Wahnsinn entgegenzustemmen. Sie würde bei der„Masse", die sie emporgehoben hatte, rasch abwirtschaften und von neuen Wunderaposteln abgelöst werden, die mit der Zukunft Deutschlands auch die Zukunft der Offi- ziere restlos vernichten würden. Aber der Wunderglaiche der Unabhängigen vermag Berge zu veretzen. Herr Emil Barth hat schon einmal einige Hundert Pistolen gekauft iind eine Revolution„gemacht", weshalb sollte er nicht auch einige Dutzend Offiziere kaufen und eine zweite Revolution machen können? Wer wie stehts mit den Truppen selbst? Da verleumdet und beschimpft die unab- hängige Presse unausgesetzt die Männer, die in schwerer Zeit niit chrcm Leben für die Sicherheit des Reiches einstehen, da schreit man hinter ihnen her und spuckt sie an! Glauben die Unabhängigen wirklich, daß die Geächteten ihnen eines Tages gerührt um den Hals fallen würden, und daß aus Noskegardcn über Nacht Barthgarden werden könnten? Das geht nicht, selbst wenn der kluge Herr Barth sich Rotbarth taufen ließe! Jmnierhin zeigen die Unabhängigen bei ihren Anbiedc- rungsvcrsuchen, daß sie wenigstens begriffen haben, daß eine Truppe Führer braucht, und daß auch dieser Beruf, wie jeder andere gelernt sein will. Das mag manchen un- serer Parteigenossen zur Lehre dienen. Im übrigen aber beweisen die Veriuche der Unabhängigen, sich das Machtinstrument der Regierung in die Hand zu spielen, daß wir allen Anlaß haben, dafür zu sorgen, daß das deutsche Heer innerlich so st a r k gefestigt i st, daß es nie ein Spielball in den Händen von Meistbietenden werden kann. Je schmaler das Fun- damenr ist, auf dem der Bau des deutschen Staates ruht, um so fester und zuverlässiger muß es'ein. D~s Heer der Deutschen Republik darf weder durch Wechsel der Parlameistsmehrhcsten, noch durch Veränderungen in den Führerstellen erschüttert und verwirrt werden können. Es darf keine auf bestimmte Par- teien oder gar einzelne Persönlichkeiten eingesckiworene Prä» torianergarde sein, sondern muß, entsprechend dem verfassungs- rechtlichen Aufbau des deutschen Volksstaates, in d e r N a- tionalversammlung die ober st e Autorität er- blicken und sich ihr gegenüber zu unbedingtem Geh o r- sa m verpflichtet fühlen. Ter deutsche Soldat muß sich mit Siol? als H ü t e r der Demokratie fühlen, denn nur das Bewußtsein, zum Schutze der freiesten Verfassung der Welt die Waffen zu tragen und strenge Disziplin zu üben, vermag einer modernen Truppe auf die Dauer die notwendige sittliche F e st i g k e i t zu geben und sie allen Schmähungen zun: Trotz mit Stolz über ihren Beruf zu erfüllen. Prozeß Leöebour. Aach der Pause verZündeie der Vorsitzende, daß daS Geruht die vor mehreren Tagen gestellten Anträge der Verteidigung, die Minister Landsberg und Heine sowie den Staatsanwalt Heiner als Zeugen zu laden, abgelehnt hat. Minister LandSbcrg sollte darüber gehört werden, wie der von einer Abordnung der Re- volutionöre im Kriegsministerium überreichte Aufruf des Revo- lutionsausschnsses, der die Regierung Ebert-Scheidemann für ab- gesetzt erklärt, in die Presse gekommen ist.— Minister Heine sollte darüber vernommen werden, daß«r die Behauptung, Lede- bour habe die Besetzung des„Vorwärts" veranlaßt, ohne tatsäch- liche Grundlage aufgestellt habe.— Staatsanwalt Heiner sollte bekunden, daß Grandke als Spitzel im Auftrage der Regierung bei der Besetzung der Reichsdruckerei mitgolvirkt hatte. Das Gericht begründete die Ablehnung dieser BctveiSanträge damit, daß sie nicht zur Sache gehören. Rechtsanwalt Roscnfeld beantragt, den Vizefeldwebel v. Tyczka zu laden, der, nachdem er Fischers Aussage in der Zeitung gelesen hatte, bei ihm, dem Verteidiger, sich als Zeugen dafür angeboten habe, daß er im Auftrage der Regie- r u ng.L c debo ur verhaftet und von Fischer den Auftrag bekommen habe, Ledebour zu erschichen. Staatsanwalt Zumbroich widerspricht dem Antrage. Die Behauptung, Fischer habe einen Auftrag zur Erschießung Led:- bours gegeben, sei ganz neu, sie stehe mit diesem Prozeß mcht im Zusammenhang. Die Mitteilung würde d«w Staatsanwalt- schaft genügen, um ein Verfahren gegen Fischer einzuleiten, wobei v. Tyczka dann als Zeuge vernommen ttstiride. Aber für diesen Prozeß komme sein Zeugnis nicht in Betracht. Rechtsanwalt R o s e n s e l d: Die Behauptung, über die von Tyczka vernommen werden soll, ist durchaus nicht neu. Sie ist in diesem Prozeß wiederholt vom Angeklagten Ledebaur ausgc- sprachen. Auch der Zeuge Meyer hat gesagt, er habe den Eindr ick gehabt, daß er und Ledebour in der Kommandantur ermordet werden sollten, v. Tyczka hat mir auch gesagt, es sei nicht wahr, wie Fischer angab, daß die Soldaten gegen Ledebour er- regt waren und ihn erschießen wollten. Wahr sei vielmehr, daß die Soldaten aus eigenem Antriebe nichts gegen Ledebour unter- nommen hätten, daß ober Fischer die Soldaten in Er- regung gegen Ledebour versetzt habe. Es ist mir un- verständlich, wenn der Staatsanwalt sagt, das gehöre nicht in Ss Die Amnestie. Novelle von Emilia Pardo-Bazan. II obevt ragen van H. Hesse. (Schluß.) Regungslos, wie auf dtzm Boden festgebannt, sah An- tonia ihn schon gar nicht mehr, obgleich das unheimliche Bild sich ilf ihren großen Augen spiegelte. Ihre erstarrten Glieder waren vollständig gelähmt. Ihre eisigen Hände ließen das Kind los, das sich duckte und sich ihr an die Röcke klammerte. „So spät am Abend hast du mich wohl kaum erwartet?" sagte er mit rauher, doch ruhiger Stimme. Und bei dem Klang dieser Stimme, in dem Antonia die Flüche und Todes» drohungen zu hören glaubte, wachte die Unglückliche wie durch Zauber auf— sie stieß einen durchdringenden Schrei aus, und das Kind auf den Arm nehmend, eilte sie zur Tür. Doch der Mann vertrat ihr den Weg. „Nun, wo soll's denn hin, Alte?" fragte er mit seiner ironischen Banditenstimme.„Willst wohl noch zu später Stunde das ganze Viertel in Aufruhr bringen, was? Nichts ida! Ruhe!" Diese letzten Worte wurden zwar von keiner drohenden Gebärde begleitet, doch er sprach sie in so eisigem Tone, daß ihr das Blut in den Adern erstarrte. Doch als die erste Bestürzung vorüber war, kam ein Fieber über sie— jenes hellseherische Fieber, das den Selbst- erhaltungstrieb weckt. Ein jäher Gedanke schoß ihr durch den KM— sie mußte sich unter den Schutz des Kindes stellen! Wäre das nicht das Heil? Sein Vater kannte es zwar nicht, aber schließlich war er doch der Vater. Und sie hob es auf und hielt es ins Licht. „Das ist der Kleine?" murmelte der Verbrecher. Und er nahm die Lampe von der Wand und hielt sie dem Kinde vors Geficht. Geblendet blinzelte es mit den Augen und schlug die Hände vor das Antlitz, als wolle es sich vor diesem fremden Vater schützen, dessen Namen es stets nur mit Schrecken und Verachtung gehört. Es drückte sich an die Mutter, und auch sie preßte es an sich— sie war wachsbleich. „Wie häßlich er istl" murmelte der Vater, indem er die Lampe wieder an die Wand hing.„Als hätten die Hexen ihm die Adern ausgesaugt." Ohne das Kind loszulassen, lehnte sich Antonia an die Wand— die Kräfte wollten ihr schwinden. Alles drehte sich um sie her, und kleine blaue Flämmchen züngelten vor ihren Augen. „Nun, habt Ihr denn nichts zu essen im Hause?" fragte der Mann. Antonia setzte das Kind in einer Ecke auf die Erde, und während der Kleine in seiner Angst das Schluchzen zu unter- drücken suchte, ging die Mutter im Zimmer hin und her. Mit zitternden Händen deckte sie das Tischtuch auf, holte Brot und Wein und nahm einen Topf mit Kabeljau aus dem Herd. Sie gab sich Mühe um ihn und suchte den Feind durch ihrm Eifer zu entwaffnen. Der Sträfling setzte sich und begann gierig zu essen, und er trank reichlich von dem Wein. Sie blieb stehen, und wie fasziniert betrachtete sie dieses lohfarbene, glattrasierte, magere Gesicht, das in jenem eigen- tünilichen Glanz des Gefängnisses schimmerte. Er füllte sein Glas noch einmal und bot es ihr an. „Ich kann nicht," stammelte Antonia. Im Licht der Lampe leuchtete der Wein wie Blut... Er stürzte das Getränk schnell hinunter, zuckte die Schulter, griff von neuem nach dem Fisch, von dem er gierig aß— er nahm ihn mit den Fingern und kaute große Stücke Brot. Die Frau sah ihm zu, und eine schwache Hoffnung keimte in ihrem Geiste auf. Wenn er gegessen, würde er wohl fortgehen, ohne sie gleich umzubringen. Dann wollte sie die Tür verbarrika- dieren, so daß er, falls er zurückkommen sollte, nicht ohne Lärm zu schlagen herein könnte, und die Nachbarn würden ihr Schreien hören. Aber sie würde ja wohl gar nicht schreien können! Sie räusperte sich, um ihre Stimme zu versuchen. Kaum hatte der Mann seinen Hunger gestillt, als er eine Zigarette aus dem Ledergürtel zog, und indem er sie mit dem Finger, zurechtdrückte, steckte er sie friedlich an der Flamme an. „Pst, wo soll's hin?" rief er jäh, als er merkte, daß seine Frau unbemerkt die Tür zu erreichen suchte.„Wir wollen das Fest in Ruhe und Frieden feiern!" „Ich will den Kleinen schlafen legen," erwiderte sie, ohne zu wissen, was sie sagte. Und sie flüchtete mit dem Kinde auf den Armen in das anstoßende Zimmer. Der Mörder würde gewiß nicht wagen, ihr dahin zu folgen. Wie könnte er wohl so kühn sein! Es war ja der Raum, in dem er das Verbrechen begangen, die Kammer ibrer Mutter! Früher schlief das Ehepaar im Zimmer neben- an. Doch nach dem Tode der Alten sah Antonia sich von der Not gezwungen, das Ehebett zy verkastfew dgs Bett der Toten zu benutzen. Da sie sich nun gerettet glaubte, zog sie das Kind aus, das nun an ihre Brust gelehnt lauter zu schluchzen wagte. Da aber ging die Tür auf, und der Mann kam herein. Antonia sah. wie er einen Seitenblick auf sie warf. Dann zog er sich seelenruhig die Schuhe mis, legte die lange wollene Leibbinde ab und streckte sich endlich auf das Lager seines Opfers. Die Tagelöhnerin glaubte zu träumen. Hätte ihr Mann eine Navaja(Dolchmesser) geöffnet, so wäre sie wohl weniger erschrocken als nun, da er diese unerschütterliche, furchtbare Ruhe zeigte. Jetzt streckte er sich, rollte sich in die Decke, rauchte di» Zigarette zu Ende und seufzte wohlig auf wie ein müder Mensch, der ein weiches, sauberes Bett findet. „Und du...?" fragte er, sich an Antonia wendend,„was stehst du denn da wie ein Meilenstein? Willst du nicht zu Bett gehen?" „Ich... ich habe keinen Schlaf.. stammelte sie, und die Zähne schlugen ihr aufeinander. „Das schadet nichts. Du willst doch wohl nicht die ganze Nacht Schildwache stehen?" c „Es ist kein Platz für zwei. Schlaf du hier, ich lege mich wo anders hin." Er fluchte zwei oder drei Mal. „Hast woh Angst vor mir? Oder ekelst dich? Zum Donnei-wetter, was soll denn das heißen? Entweder gehst du sofort zu Bett, oder wehe dir!" Der Mann richtete sich sitzend auf und streckte die Hände vor. Er wollte sich auf sie stürzen____ doch schon entkleidete sich Antonia mit der fatalisttschen Untettvllrfigkest der Sklavin. In der Hast zerrissen ihre Finger die Schnüre, die Haken, die Röcke.... Hinten aus dem Zimmer vernahm man das erstickte Schluchzen des Kindes. Und es war das verzweifelte Schreien des Kindes, das am frühen Morgen die Nachbarinnen herbeieilen ließ— fanden Antonia, ans ihrem Lager hingestreckt wie tot. Der schnell herbeigerufene Arzt konstatierte, daß sie noch lebte. Er ließ sie zur Ader, doch gelang es ihm nicht, einen Tropfen Brut zu bekommen. Vierundzlvanzig Stunden später starb sie eines natür- liehen Todes. Es war keine Verletzung festzustellen. Der Kleine erzählte, der Mann, der die Nacht im Hause verbracht, hätte die Mutter wiederholt mit Namen gerufen, als er aufstand, und da sie keine Antwort gegeben, wäre er fortgelaufen mk M MHnsinmgerl diesen Prozeß. Mindestens stnd doch diese Angaben von Beden- tung für die Beurteilung der Glaubwürdigkeit Fischers. Angeklagter Ledebour: Der Staatsanwalt sagte, die Mi:- teilung, die v. Tyczka machte, würde ihm genügen, um ein Ver- fahren gegen Fischer einzuleiten. Ich zweifle nicht daran. Das kann aber kein Grund sein, den Zeugen v. Thezka aus diesem Prozeß auszuschalten. Vor dem preußischen Untersuchungsaus- schuß hat Fischer gesagt, er habe die Regierung von seiner Ab- sicht, mich zu verhaften, unterrichtet. Durch die Vernehmung des vorgeschlagenen Zeugen sollen diese Vorgänge aufgeklärt werden. ES wird sich zeigen, daß nicht Fischer die treibende Kraft ist, sondern daß die Regierung, besonders Landsberg dahinter steht. Nach kurzer Beratung beschließt das Gericht, den Zeugen v. Tyczka zum Freitag zu laden. Die Verteidigung hatte im Laufe des Prozesses die Zcugenladung des Polizeipräsidenten Engen Ernst beantragt. Staatsanwalt Zumbroich kommt aus den Antrag zurück und beantragt seinerseits, Eugen Ernst darüber zu ver- nehmen, daß es picht wahr sei, daß er gesagt habe, die Re- gierung habe die revolutionären Arbeiter zum verfrühten Losschlagen veranlaßt. Rechtsanwalt R o s c n f e I d benennt als Zeugen zwei ameri- kanische Journalisten, zu denen Eugen Ernst die betreffende Aeuße- rung getan Hab« und eine Dame, die das Gespräch stenographisch aufgenommen hat. Wenn die Genehmigung zur Aussage des Polizeipräsidenten Ernst nachgesucht werde, dann solle sie sich nicht nur auf den angegebenen Punkt erstrecken, sondern auch auf die Stolle, ivelche Spitzel im A u fbrag der Regierung bei den Janua runruhe n spielten. Die Beschlußfassung über diesen Antrag behält sich das Ge- richt bor. Rechtsanwalt Hcrzfcld beantragt, die Schutzhaftakten über Kollwitz einzufordern. Daraus könne bewiesen werden, daß Grandke als Vertrauensmann der Kommandantur bei der Bc- setzung der Reichsdruckerei mitgewirkt habe.» Das Gericht lehnte diesen als nicht zur Sache gehörend ab. Da der Zeuge Leid auf telephonischen Anruf nicht etschienen war, mutzte die Sitzung vorzeitig geschlossen werden. Am Freitag wird die Verhandlung fortgesetzt. » Die in unserem gestrigen Bericht enthalten« Angabe des Zeugen Dr. Meyer über Jörgen beruht auf einem Mißverstand- Ms. Meyer hat gesagt, Jörgen sei als VertrauenSinann der Kam- mandantur bei den Waffenstillstandsverhandlungen mit der revo- lutionären Besatzung der Zeitungsbetriobe tätig gewesen. GroßSerlm Heute findet die Juristische Sprechstunde von 3 bis ö Uhr statt.___ Keine Betriebseinstellung der Grofzen Berliner am heutigen Freitag. Die Mehrheit des Fabrpersonals der Großen Berliner Straßen- bahn hat sich dahin entschieden, daß die Arbeit aus Anlaß der Beerdigung der Frau Rosa Luxemburg am heutigen Freitag nicht ruhen soll. Der Stcaßenbahnbelricb wird deshalb, entgegen den bisherigen Meldungen, am ganzen heutigen Freitag durch« geführt werden. Eine andere Korrespoirdcnz meldet gleichfalls: Wie wir er- fahren, haben die Angestellten der Großen Berliner Straßenbahn ihre Absicht, heute anläßlich dbr Beerdigung der Leiche Rosa Luxemburgs den Betrieb zwischen 12 Uhr nnttagS und 4 Uhr nach- mittags zu unterbrechen, fallen gelassen. Der Verkehr soll vielmehr nach Möglichkeit durchgeführt werden, d. h. toeni« sich nicht örtliche Schwierigkeiten wegen der zu erwartenden Demonstrationen herausstellen sollten.— Auch der Verkehr der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen wird, soweit es sich zur Stunde übersehen läßt, in vollem Umfange aufrecht erhalten werden können.— Die Abstimmungen in den Betrieben der Hoch- und Untergrundbahn haben ebenfalls ergeben, daß nur bei wenigen der Angestellten Neigung besteht, die Arbeit niederzulegen. Die Zugfolge wird also auch der Hochdahl: allem Anschein nach eine Verminderung nicht erfahren. Unverschämter Bodentvucher!* Mit welcher Dreistigkeit heute Mieten gesteigert werden, offen» bart ein Beispiel aus dem Nordosten. Die Kleinpächter der Kolonien Friedenstal und FriedrichShähe an der Kniprodestraße sollen sich eine Erhöhung der Pacht von 120 M. aus 200 M. ge- fallen lassen, also eine einmalige Steigerung von 70 Prozent! Da die Gartenpächter durch Anlegung von Wasserleitungen usw. an den Boden gebunden sind, glaubt der Generalpächter und Urheber der Steigerung, der Fuhrwerksbesitzer B e h r n d t(Eigentümer sind die Bötzow'schen Erben) seine unverschämte Forderung durchdrücken zu können. ES ist bestimmt anzunehmen. daß das M t e t s- einigungSamt den guten Appetit des Herrn eine nicht zu kleine Einschränkung erfahren läßt. Dem Protest gegen die Erschiestung Lcvinss schließen sich noch an: der Bezirk Südwest, Ortsgruppe Berlin des Int. Bundes der Kriegsbeschädigten, die Arbeiterschaft der Hochbahn« Werkstatt Grunewald, die Arbeiter der Waggon-Reparatur-Werkstätte Seegefeld und die Bezirksleitung Berlin des Deutschen Eisenbahner- Verbandes, in Luckenwalde brachten die Genossen Sailer von der S. P. D. und Karl Schwerdt von der U. S. P. D. den Unwillen der Luckenwalder Arbeiterschaft über die Vollstreckung des Urteils in Ansprachen zum Ausdruck. Reorganisation des Sicherheitsdienstes. ES wird immer deutlicher, daß die bisherigen Mittel und Ein- richtungen zur Bekämpfung des organisierten Verbrechertums und zur Aufrechterhaltung der' öffentlichen Sicherheit nicht mehr aus- eichen. Der sicherheitspolizeiliche Dienst, wie wir ihn bisher in den Städten hotten, ist auf die Bekämpfung de« allen, relativ schwachen Verbrechertums der BorkriegSzeit eingestellt. Den neuen Auf- gaben kann er selbst bei größter Pflichttreue, Unerschrockenheit und Hingabe seiner Träger, der Schutzleute, nicht gewachsen sein. In ibrer überwiegenden Zahl find die Schutzleute ältere Familienväter. Als solche dürfen sie der ständigen und erhöhten Lebensgefahr gar nicht ausgesetzt werden, die heute die Ausübung der Sicherheitspolizei für ihre Organe mit sich bringt. Deshalb ist— zunächst für Berlin— eine vollständige Trennung zwischen Sicherbeits- und OrdnungS-, bezw. WohlfahrtSpolizei in Aussicht genommen.(Die letzte Entscheidung über den Plan ist noch nicht gefallen, feine alsbaldige Verwirklichung ist aber wabr- scheinlich.i Die OrdnungS- Nnd Wohlfabrrspolizei soll in den Händen der bisherigen Schutzmannschaft bleiben. Für die Sicherheitspolizei soll eine straff organisierte Truppe von Hilfspolizeimannichaften aus jungen, unv erheirateten, militärisch geschulten Leuten gebildet werden. Diese HilfSpolizeimonnschaflen sollen in Posten und Patrouillen den Sicherheitsdienst wahrnehmen. Sie sollen in Kasernen wohnen— einmal zwecks möglichster Bereitschaft zu raschem und kräftigem Eingreifen, wo immer dies nötig ist. außerdem und vor allem auch im Interesse ihrer eigenen Sicherheit. Der einzeln wohnende Sicherheitspolizist ist bei den gegenwärtigen Zuständen ständig der Gefahr ausgesetzt, von Berbrecherbanden überfallen und unschädlich gemacht zu werden.— Nach neunjährigem Dienst sollen die HilfS- Polizeimannschaften das Recht erhalten, zur Ordnungspolizei über- zutreten. Die Mißstimmung der Schutzleute über die geplante Neu- ordnung ist völlig unbegründet. Es besteht weder die Absicht, auch nur einen einzigen heute tätigen Schutzmann(etwa durch vor- zeitige Pensionierung) wirlschaftlich zu benachteiligen, noch die. den Stand der Schutzleute irgendwie zu degradieren. Die OrdnungS- Polizei soll keineswegs im Range unter die Sicherheitspolizei herab- gedrückt werden; sie steht gleichberechtigt neben ihr. Reichskonferenz sozialistischer Lehrer und Lehrerinnen. Im Orientalischen Seminar fand gestern eine Tagung der sozialistischen Lehrer und Lehrerinnen statt, zu der fast aus allen Teilen Deutschlands und Deutschösterreichs Vertreter erschienen waren. Lehrer Wille überbrachte Grütze des Kultusministers, in dessen Namen er eine Reihe von Reformen im Schulwesen in Aussicht stellte. Nach längerer Diskussion wurde die Gründung des Verbände? sozialistischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands und Deutschösterreichs vorgenommen. Zweck des Verbandes ist die Verwirklichung des Sozialismus auf dem Gebiete des gesamten Erziehungs- und Bildungswesens. Der Verband will ferner die Lehrer und Lehrerinnen aller Schulgattungen für den Sozialismus gewinnen, schulpolitischen Aktionen durch Zusammenfassung erhöhte Stoßkraft verleihen und der wissenschaftlichen und pädagogischen Arbeit der einzelnen Vereinigungen Zusammenhang geben. Zu dem Verband werden nur Vereine zugelassen, die Mit- glieder aller drei sozialistischen Richtungen aufnehmen. Eine Eni- schlicßung, die sich gegen die von gewissen Kreisen der MehrheitZ- Partei versuchte Sonderorganisation der mehrheitssozialistischen Lehrer wandte, fand einstimmig« Annahme. Weiter wurde eine Resolution angenommen, die sich gegen die Erschießung L e v i n ä s und die Behandlung TollerS wendet. An den Vortrag des Lehrers Drange-Bcrlin über„Religionsunterricht und weltliche Schule" schloß sich eine längere Debatte über dieses Thema. Zum Schluß der Tagung wurde ein« Entschließung ange- nommen, die eine entschiedener« sozialistische Kulturpolitik vom Kultus mini st erium fordert als bisher. Die Kommunalisicrung der Straßenbahn. Die Ertverbsver- Handlungen der Kommission des Zweckverbandes Groß-Berlin mit der Direktion der Großen Berliner Straßenbahn wurden heute fortgesetzt. Die Besprechung war streng vertraulich, zu Beschlüssen kam es nicht. Bolkskonzert des Philharmonischen Orchesters am Freitag, den 13. Juni, Philharmonie, Dernburger Str. 22/23. Beginn 8 Uhr. Sekretariat für militärische Aufklärung. Lindenstratze 114 I. Juristische Sprechstunde heute 5'/,— 61/, Uhr. Achter deutscher Pazifisteutag. Vom 13. bis 1ö. Juni findet in Berlin ein Deutscher Paz:fistentag statt unter der Parole: Für den Weltfrieden! Im Anschluß daran finden öffentliche Vor- träge statt. Es sprechen am Sonnabend, 1I3S Uhr. im Sitzungssaal deS Herrenhauses Prof. Lujo Brentano- München über �Freihandel und Pazifismus". Frau K ir ch h o f f« Bremen über.Jugend und Pazifism»»', und Prof. N i c o la i- Berlin über .Naturwissenschaft und Pazifismus". Am Sonntag, vormittag 11 Uhr. sprechen im LehrervereinShau«. Dr. 0. H. Fried- Bern, H. v. G e r l a ch- Berlin und Prof. Q u i d d e- München. Vereinigung sozialistischer Lehrer und Lehrerinnen. Mitglieder, die an der Beerdigung der Genossin Luxemburg lcilnebmen wollen, tressen sich um'/,l2 Uhr aus dem Landsberger Platz. Ausstellung hinter der Sozlaliftischen Swdmlenpattei. Grost-Berliner Lebensmittel. Berlin. Dichtige Acnderungen der Bestimmungen über die Kartofselabgab«. Die Wschnilt« 2S»— o der Berliner Kattoftelkarte gelten nicht bis IS. Juni, sondern werden schon am 14. Juni ungültig. Di« Karlossein aus die Abschnitte LS sind sonach spätestens bis 14. Juni abends zu entnehmen und fltr den Verbrauch in der Woche vom IS. bis 22. Juni aufzubewahren. Die zum Verbrauch in der Woche vom 23. bis 29. Juni bestimmten und aus die Abschnitte 23 a—o«ntsollcnden 5 Psund Kartoffeln sind bereits vom 14. Juni srüh bt« spätesten« 18. Juni abends zu entnehmen und für den Verbrauch auszubewahren. Wegen der Militärperionen, Mast-, Schank-, Speisewirtschaftcn, Volksspeisung usw. sind besondere Vorschriften erlassen, die wie die sonstigen Einzelheiten aus den Eäulenanschlägen zu ersehen stnd.— Ausländisches. Weizenmehl, '1, Psund, wird nach Boranmeldung in der Zeit vom tö. Juni biS zum 16. Juni aus Abschnitt Q 6 der Einsuhrzusatzkarte sür Berlin ausgegeben. Auch bei dieser Verteilung soll der versorgungSberechtigten Bevölkerung dl- Möglichkeit gegeben werde», an Stelle de« teuren ausländischen Weizen- AuizugSmehl» das böhcr nuSgemahIene billigere inländische Weizenmehl zu beziehen. ES ist o h n e Voranmeldung gegen den ganzen Abschnitt Q 6 der Einsuhrzusatzkarte schon jetzt erhältlich. Preis für da« AuSlandSmchl 1,10 M. je'/, Psund, sur JnlandSmehl 0,16 M. je'/, Pfund.— Vom 16. bis 22. Juni in Anrechnung auf die Einfuhrzuwetsungen die 5. Abgabe von 50 Gramm Margarine gegen beide Abschnitte 0 b der Mnsuhr- zusatzkarte unter gleichzeitlger Vorlegung der Svetscsetttarte. Martendorf-Südcnde. Aus Groß-Berlwer LebenSmitlelkarten aus Abschnitt 25 500 Gramm Kunsthonig sür 80 Ps. Lebensmittelkarten spätestens bi« 17. Juni vorlegen! Verkauf beginnt am 20. Juni. Für die bis 28. Juni nicht eingelösten Slbschnitte erlischt daS BczugSrecht. Hennigsdorf. Aus Lebensmittelkarte L 3: 150 Gramm Kunsthonig aus Abschnitt 18, ISO Gramm Hoserflocken, Grütze oder Nudeln aus Ab- schnitt 17, Abschnitt 20(821—1040) je ein Hering bei Mombrat und Pahlow. Groß'Serliner parteinachrichten. Marierdorf-Südende. Sonnabend, 14. Juni, 5 Uhr, von den de- kannten BezirlSlolalen auS Flugblattverbreitung. Pflicht aller Genossen und Genossinnen ist eS, sich unbedingt daran zu beteiligen. Charlottenburg. 11. Gruppe. Gruppenversammlung heute, 7'/z Uhr, bei Kaut, Horstweg 25. Vortrag Genosse Dr. Borchardt. Lichtenberg. Heute?'/, Uhr, Aula an der Parkaue, öffentlich« Volks- Versammlung:„Das Schulwesen im sozialistischen Staate'.«Reserent Stadtv. Genosse Dr. Erich Wittc-Berlin. Lankwitz. Heute Freitag, abends 8 Uhr: Vorlesungen über: »Die Geschichte des Sozialismus' vom Gen. Herbert Berger im Zeichen- jaal der Lanlwitzcr Gemeindeschule II, Seidlitzstrage. Bezirk Wilmersdorf. Die hcure abend?'/, Uhr in der Hindenburg- schule statlsindende Milgliederoersaminlung ist die der Zentralstelle sür Einigung der Sozialdemokratie. Die Mitgliederversammlung der 2. P. D. findet Montag 8 Uhr in derselben Schule statt. Soziales.• Delegiertentag der Invaliden und Erwerbs- beschränkten. Dieser Tetz;« kamen in Frankfurt a. M. die Delegierten der Arbeits-.nvaliden, Unfall-, Alters- und Armenrentner zusammen. Im Laufe dieses Jahres hatten sich in mehreren Orten Vereine zur Besserung ihrer traurigen Lage gebildet. Die Tagung ent- hüllte eine Unsumme von Not und Elend und gewährte einen erschütternden Anblick. Als Grundlag« der Beratung dienten die von dem Frankfurier Verein an die Stadtverwaltung gestellten Forderungen, die mit einigen Ergänzungen als die For- derungen des Bundes airgenommen und als dessen Ziele im Statut ausgenommen wurden. Danach soll jeder, der dunst ein körperlich«« Leiden, Verstümmelung. Krankheit, Siechtum, Lähmung. A.lter erwerbsunfähig oder beschränkt ist und dessen Gesamtein-, kommen unter die reichsgesetzlick: festgelegten Sätze für Erwerbslose bleibt, fürsorgeberechtigt sein. Dabei soll jedem das Recht gewähr- leistet sein, zu entscheiden, wo er seinen Aufenthalt und seine Pflege� nehmen will. Die Gemeinden übernehmen die Beschaffung Von künstlichen Gliedern. Fahrstülen und sonstigen Hilfsmitteln für all die_ Fürsorgebereebtigten, die auf Stellung solches anderweitig keinen Anspruch haben. Die Bezeichnungen Armenamt, Armenpflege, Armenbaus sind zeitgemäß zu ändern. Die wirk- samste Hilfe für alle diese Bedürftigen aber ist die Beschaffung von Arbeit.'Zu diesem Zweck sind bei den Arbeitsnachweis.'» besondere Abteilungen für E r w'e r b S b e sch r ä n? t c zu e r r: ch t e n. Damit die Erwerbsbeschränkten nicht als Lobndrücker benutzt werden, haben sie sich der Berufsorganisation anzuschließen. In allen Fürsorgeämtern sind Vertreter der Organisation hinzuzuziehen. Die Gründung eines„Reichsbundes für Invaliden, Erwerbs- beschränkte und Erwerbsunfähige" wurde einstimmig beschlossen, der Beitrag auf 50 Pf. monatlich festgesetzt. Die Bundesgeschäfts- stell« ist in Frankfurt a. M., Bethmannstraße 48. Als Vorsitzender wurde I. Lüneburg gewählt. Dieser wurde auch mit der Serau»- gäbe einer Bundeszeitung beauftragt, und eines Aaitationkblattcs. Die Berichte aus den einzelnen Vereinen ergaben.überall dasselbe Bild: eine Unsumme von Hilfsbedürftigkeit und ungenügende Fürsorge. Der Delegierte an? Berlin beklagte sich, daß er bei der Presse sehr gerwgrs Entgegenkommen gesunden habe, nur die „Morgcnpost" und der„Vorwärts" haben eingesandte Notizen über den Verein gebracht, dagegen nicht die„Freiheit" der U. S. B. Für die Agitation wurde ein Aktionsausschuß gewählt au? keistS Personen. Bekämpfung der Tuberkulose. Generalversammlung de» Deutschen Zentralkomitees. Im großen Hörsaal der Akademie für das militärärztliche Bil- dungSwefen fand am gestrigen Donnerstag die 23. Generalverfamm- lung des deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose statt. In der Vormittagssitzung wurden zunächst geschäftlich« Ange- legenheiten erledigt. AuS dem Geschäftsbericht geht hervor, in wie erschreckendem Maße die Tubeekulose-Sterblichkeit während des Knie- aes gestiegen ist. Die dauernde Verschlechterung unserer Wirt- schaftlichon Lage, die stetige Zunahme der Ernährungsschwierig- keiten, die wachsende Unlust und Abspannung haben auch unsere Bemühungen um die Bekämpfung der Tuberkulose zuschanden ge- macht. Hatte schon der.Krieg mit seinen, unmitelbaren Rückivir- lungen auf die Heiinat die Tuberkulose-Bckämpfung in der empfindlichsten Weise beeinträchtigt und die Ausbreitung der Tuber- kulose befördert, so hat noch in viel böberem Maße die»olitiscste Umwälzung in Deutschland' und die anhaltende Unruh« und Unord- nung lähmend und störend auf alle Einrichtungen der Tuberkulose- Fürsorge gewirkt. Mein in 80 Großstädten mit über 100 000 Einwohnern stieg bei der Zivilbevölkerung die Zahl der Todesfälle auch in den Mittel- und Kleinstädten bemerkbar. Die Zahl der Heil- statten für erwachsene Lungenkranke in Deutschland beträgt 166 mit 16 767 Betten, die der Kinderhetlstätten 166. mit 14 000 Betten. Walderholungsstätten sind 133 vorhanden, Waldschulen mit voll- lvcrtigem Unterricht 17, ländliche Kolonien drei für Erwachsen« und zwei für Kinder. Ferner wirkten im Interesse der Tuberkulosen- Bekämpfung 33 Genesungsheime, 84 Beobachtungsstationen. 323 Krankenhäuser und Tnbeckulose-Abteilungen in allgemeinen Krankenhäusern.— Im April d. I. hat die krühere Kaiserin sich zu ihrem schmerzlichen Bedanern bewogen gefühlt, ihr Protektorat mit allen darau» entspringenden Rechten und Pflichten niederzulegen. — In der Nachm-ittagSsttzung sprach Geheimer Rat Dr. Hamel über de» Aufstieg>dcr Tuberkulose während des Krieges und Geb Mcdi- zmalrat Prof. Dr. His über Ausbau der Tuberkulose-Bekämpfung. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischre Lehrer und Lehre. rinnen Deutschlands. OrtSgruvpe zu Berlin. 14. Juni. 4Uhr. Jugend- beim, Lwdcnstr. 3 Vortrag:„Die Sozialdemokratie uno ihre Jugend- bewequng'. Vorftandsfitzun, pünktlich 3 Uhr.— Zentralverband der Handlungsgehilfen. Bezirk Tempelbof-Mariendorf. Sonntag, 15 Juni- Ausflug nach Potsdam- TeiiscISs«. Kapitth. Baumgartenbrück. ffiilbtotÜ ColSbam. Tresspunkk: 7 Ubr. Bahnhof Temp-lhos. Absähet 7 08 bort« selbst, ab Potsdamer Bahnhof 7.50 Uhr. Gäste willkommen.- Arbeiter. Radfahrerbund.Solidarität". Ortsgruppe Wilmersdorf. Sonntag 15. Juni:«ade. und Abkochtour nach Müggelbeim(Ichön-Mulpe) Start' morgens 5 Uhr im VereinSlokal. Bahnsahrer: 7 Uhr, Babnbos Zooloailcher Garten bis Rahnsdorf. Gäste willkommen.— Arbeiter-Radfahrerverei« Grotz-Berlin. Sonntag. 15. Juni, früh 5 Uhr: Groß-Besten lRadlourj, nachm. 1'/, Uhr: Cöpentck(»Schwei, ergarten'». Statt: Mariannenvlatz — Arbeitertourlstenveretn.Die Naturfreunde'. Sonntag: Wan- derung Bernau-Helliee-Wandlitzsee. Abf. 6.40 Stelttner Borortbahnhos— Gtenographenvereiu Stolze-Ichrey ,n Berlin, Z-ntralbezirk: Freitaal V»8 Uhr, Nicderwallstr. 12. Ucbungcn in mehreren Abteilungen. Gäste willkommen. Iugenüveranstaltungen. Biesdorf. Freitag 7 Uhr Rest. Nürnberg. Marzahner Str. 1, Grün- dungSoersammlung deS Vereins.Arbeiterjugend'. Die Eltern werden ge. aeben, ihre Kinder darauf ausmertfam zu machen. Vortrag: WaS will der Berein Aarbeiterjugend Grog. Berlins? W-tteranSNlvtcn für da« mittler- Rorddrntschland bt» Tonnabend mittag: Oestlich der Oder größtenteils trocken, überwiegend heiter und ehr warm. Im Westen langsame Zunahme der Bewölkung. vielfach Gewitter und etwas Abkühlung. � D er natürliche fackinger Mneralbrunnen ist eingetroffen und wieder erhältlich in allen einfcklagigen Geschäften flVIineralwarrer-Ratidluiigcii, Hpothchcn, Drogerien usw.), sowie durch die Versandstelle, Schöneberger Straße«Sa. fernTprethtr i Bmt Lützow JVutmrier 8260, 826t, Das bayerische Ministerium unö üer Toü Levinös. Tie sozialdemokratischen Minister gegen das Todesurteil. Bamberg, 12. Juni. Unter Bezugnahme auf die Angriffe, die die sozialdemokratischen Mitglieder des Ministeriums wegen dessen Stellungnahme im Falle Levine erfahren müssen, wird von zu- ständiger Seite mitgeteilt, daß der Ministerratsbeschlutz über die Urteilsvollstreckung an Levine in Abwesenheit und ohne Mög- lichkeit der vorherigen Verständigung des Ministerpräsiden- t e n, der sich zum Besuch seiner kranken Frau in der Schweiz befand, gefaht wurde und datz die sozialdemokratischen Mitglieder des Ministerrats gegen die Bestätigung des Todesurteils gestimmt haben. Staatsbeamte und Staatsangestellte. Ein Kampf in de» Ministerien. Man schreibt uns: Bis vor wenigen Jahren kannte man in den Ministerien fast nur die erste Kategorie, die Beamten. Sie bilden eine streng abgeschlossene Kaste oder vielmebr deren etliche. denn zwischen den unteren, mittleren und höheren Beamten besteht eine starke Kluft. Die Beamtenschast fühlte sich bisher allein be- rufen, die Staatsmalchine in Gang zu halten. Was in dieser Klasse, die. soweit es sich um die höheren Beamten handelt, aus den feudalen Korpsverbindungen hervorgegangen ist, an Ueber- Hebung und Borniertheit geleistet wurde, ist nicht unbekannt. Der Krieg brachte auch den Behörden neue Aufgaben und damit auch die Notwendigkeit der Beschäftigung von Arbeitskräften auS wissenschaftlichen, technischen, kaufmännischen, zum Teil sogar aus Arbeiterkreisen, also von Nicht beomten. Diese Entwicklung wurde in der Revolution fortgeführt. Neben den Geheim« und sonstigen Räten tauchten zahlreiche der Bureaukratie fremde und ungewohnte Mitarbeiter auf. Sie sind bei den.legitimen" Handlangern der Regierung whnig gern gesehen. Diese Eindring« liche, die sich so garnicht dem Trott des Amtsschimmels anpassen wollen, fielen den Geheimräten auf die Nerven. Man wünschte sie nicht und duldete sie nur widerwillig als un- liebsame Begleiterscheinungen der genau so wenig er« wünschten und verstandenen neuen Zeit. Kein Wunder, datz die Beamten vom alten Schlag diesen.Autzenseitern" pasfiven und wo eZ irgend miging, auch aktiven Widerstand entgegensetzten. Denn nicht nur. datz diese.Leute", wie gelegentlich der immer noch feudale Personalreserent sie nennt, mit allerlei Neuerungen kamen— schlietzlich bleiben� diese Nichibureaukraten gar in den Ministerien sitzen und nehmen dem Assessor und Geheimrat den wohlersessenen Platz weg. Es wird in den Ministerien ein stiller, aber zäher Kampf gegen diese Eindringlinge geführt, und wer diesen Streit verfolgen kann, der sieht mit Erstaunen, datz in den Ministerien der deutschen Republik noch recht überlebte Maximen und Geister am Werke sind, um frische« Blut von den Behörden fernzuhalten. Mit verbindlicher Geschmeidigkeit, aber auch geschickter Zähigkeit bringt der Personalreferent immer wieder Assessoren und Räte in Vorschlag, die sich einzig und allein zur Beschäf- tigung eignen, und tausend Gründe sprechen gegen die neuen Leute, die nach dem Wunsche der Beamten wieder Platz machen müssen, damit die eingesessenen Verwaltungsjuristen als Handlanger des alten Regimes auch in der Republik Platz und Einflutz behalten- Und sie haben noch sehr viel Einflutz, weit mehr als die vielbeschäftigten republikanischen Minister immer sehen und fest« stellen können. Um so mehr aber hat das neue Deutschland Veranlassung zu forden, datz nicht wilhelminische Ge- Heimräte dauernd die Berater der neuen Minister bleib en. Vielleicht lenken diese einmal ihre Aufmerksamkeit auf diesen Kampf der Pcrsonalreferenten gegen die Angestellten in den Behörden. Mit Material kann gedient werden. tzeeringens Verstärkungen. Eine Berichtigung des NeichskriegerdankS. Die Hilfeschreie des Generalobersten von Heeringen um Unterstützung in seiner bedrängten Lage sind nicht vergeblich verhallt. Der Reichskriegerdank deckt den Rückzug des Obersten aller Kriegervereine, indem er unö mit folgender Berichtigung bombardiert: Es ist unwahr, datz d-r ReichS-Krieger-Dank keine neutrale UnterstlltzungSorganisation darstellt. Gemätz Z 2, Ziffer 2 der Satzung erstreckt sich die Fürsorge de« Reichs-Krieger-Danks auf Kriegsteilnehmer und deren Hinterbliebene.ohne jede Rücksicht darauf, ob sie einem Kriegervereine angehören oder nicht und ohne Unterschied der polnischen Parteistellung oder deS reli- giösen Bekenntnisse». Dieser Grundsatz ist auch für die Zu« sammenietzung der Organe d-S ReicbS-Krieger-Danks matzgebend". Der Vorstand deS ReichS-Krieger-DanIS. Für den abwesenden Präsidenten: der geschästssührende Vorfitzend« Westphal, Geheimer RegierungSrat. Herr v. Heeringcn und Geheimrat Westphal mögen sich nicht weiter mit Berichtigungen bemühen. Nicht nur wir, sondern die große Oeffentlichkeit messen ihren Beteuerungen etwa dieselbe Glaub Würdigkeit bei, wie den Angaben deS Rcichsmarinearnts während des Krieges über die unfehl- bare Wirkung des U-Boot-Krieges. Und wenn sie unS noch zehn Berichtigungen ins Haus senden: Eine Einrichtung, bei der die Kriegervereine das Heft in Händen haben, ist für uns politisch nicht neutral, und waS die Herren zur Deckung nach außen hin in ihre Satzungen schreiben, interessiert uns nicht, weil wir die Methoden de? Kriegervereine nicht erst seit heute und gestern kenneu. Die Kriegervereine waren ja auch .neutral", alS sie noch Sozialisten hetzten, Liberale verfolgten und konservative Wahlen machten. Ungefähr so„neutral" ist auch ihr Reichskriegerdank. Der letzte Generalstreiksbeschluß. Eine Erwiderung an Dr. Michaelis. Uns wird geschrieben: In der Pfingstnummer des„Berliner Tageblattes" erhebt P. Michaelis gegen den Groß-Berliner Voll- zugSrat den Vorwurf, datz er sich offenbar in sklavischer Ab- hängigkeit von den Kommuni st en befände und ver- dichtet diesen Vorwurf gegen den Vorsitzenden de» VollzugSratS Genossen B r o l a t dahin, datz er bei der Leitung der letzten Voll« Versammlung der Arbeiterräte nicht Herr der Situation gvwesen sei. da er andernfalls den Antrag, der nicht auf der Tages- ordnung stand, nicht zur Abstimmung hätte bringen dürfen. Bezüglich des zuerst erhobenen Vorwurfs wird bemerkt, datz er— soweit S. P. D.-Mrtglieder de» VollzugSratS in Frage kam- men— nicht zutrifft, datz diese sowohl im Ncnum des Vollzugs- rats sowie auch bei den Vollversammlungen bei jeder Gelegenheit ihrer Stellungnahme gegen Anträge der Kommunisten, die sich mit ihrer Auffassung nicht decken, unzweideutig Ausdruck ge- geben haben. Was nun den zweiten Vorwurf betrifft, so darf zur Richtig- stellung erklärt werden, datz nach der Geschäftsordnung auf jeder Vollversammlung unbeschadet der Tagesordnung Dringlich« keitSanträge nach genügender Unterstützung zur Besprechung und Abstimmung kommen können. In dem fraglichen Falle lag die Sache so, datz die UntcrstützungSfrage— ohne datz sie gestellt wurde — erledigt war durch die ungeheure Erregung, in der sich der weitaus größte Teil der versammelten Avbciterräte infolge des rnede rschm c tter nde n Eindrucks, den die Nachricht von der standrechtlichen Erschießung Levinäs ausgelöst hatte, befand. Bon einer Vergewaltigung der Arbeiterräte kann daher keine Rede sein. Es handelt sich vielmehr um eine spontane Kundgebung der Arbeiterräte— vielleicht durch das Vorgehen der Kommunisten inspiriert. Diese Demonstration hätte sich durch keinerlei Direktive seitens der Geschäfts- f ü h r u n g aus ihrer Bahn drängen lassen. Ob allerdings die Mandatgeber der Avbeiterräte dem spontanen Borgehen ihrer Mandatäre restlos einverstanden waren, ist eine Frage, die offen bleibt. Befremdend fft, datz Herr.P. Michaelis, der als Arbeitcrrat an der Versammlung teilnahm, nicht von seinem Recht, seine M e i- nung geschäftsordnungsmätzig dort zum Aus- druck zu bringen, Gebrauch machte, fondern nunmehr post festurn mit seiner Mißbilligung herausrückt. Die �Neichsarbeitsstunöe�. Als wir zum ersten Male davon hörten, haben wir cZ für eine Hanswurstiade gehalten. Nun, wo sich die bürgerliche Presse bc- reits damit beschäftigt, können wir an der Echtbeit der Tatsache nicht zweifeln: Dernburg will eine„Reichsarbeitsstunde" einführen. D. h. jeder Arbeitende soll pro Tag eine Ueberstundc leisten, von deren Erlös ibm eine Mark abgezogen und der Reichskasse zuge- führt wird. Das ergibt, so errechnet man, auf 21 Millionen Menschen eine Jahreseinnahme von? Milliarden Mark. In Wirklichkeit kommt die Steuer darauf hinaus, datz 1. die Arbeiterschaft ihres Achtstundentages beraubt wird und 2. jeder, der nicht das Vergnügen hat, von Renten leben zu dürfen, als Strafe dafür, datz er ein armer Lump ist, noch jährlich mindestens 300 M. Extrasteuer zahlen darfl Daß matzgebende Regierungsmänner mit solchen Gedanken spielen, noch ehe die Vermögens,? bgabe durch- geführt ist, die Kriegsgewinne erfaßt find und den Grotzfchicbecn, die ihr Kapital rechtzeitig ins Ausland gebracht haben, das Fell über die Ohren gezogen worden ist, kennzeichnet den Tiefstand des ökonomischen Denkens bei den bürgerlichen Resormpolitikern. Man könnte sich bannt zufrieden geben mit Rücksicht auf die Totsache, daß ein Mensch das Recht, sich unsterblich zu blamieren, auch dann nicht verloren hat, wenn er Minister ist. Das Bedenkliche ist nur, datz man aus Furcht vor dem droberoden Zusammenbruch der Finanzen zu Mitteln greift, die die Unmoral der Steuerexekutive in alle Ewigkeit festlegen lvollcn. Wenn Dernburg ein aufrichtiger Mann wäre, so würde er einfach fordern: Jeder Arbeiter leistet eine Ueberstunde und zahlt außer den übrigen Steuern noch 300 M. Arbeitssteuer. Statt dessen versucht man unter Vorschiebung patri- otischer Begriffe(Re i ch sa r b ei t sst u nd ei) ein neues Aus- beutungsshstem zu schaffen, das dem der indirekten Stenern in keiner Beziehung nachsteht. Wenn Dernburg so weiter arbeitet, dürfte er das Recht auf einen langfristigen Erholungsurlaub bald erwirkt haben!__ polnische �rbeiterfürsorge�. AuS Bromberg wird uns geschrieben: Nur wenige Berichte kommen zu uns auö dem besetzten Gebiet der Provinz Posen, und die zu uns gelangen, zeigen die polnische Herrschaft in ihrer ganzen Art. Man lese folgende Mitteilung:»Das Gouverne« ment der S t a d t Posen hat verlügt, datz ab 1. Juni er. die achtstündige Arbeitszeit in eine zehnstündige umzuwandeln ist. Die Löhne sind für die einzelnen Berufsgruppen festgesetzt, es beträgt die Herabsedung deS Stundenlohnes zirka 25 Prozent." Ein Beispiel: für Maurer und Zimmerer wurde der Stunden- lohn bei a ch t st ü n d i g e r Arbeitszeit im April für die Stadt Posen auf 2,00 M. festgesetzt, jetzt soll er bei z e h n st ü n- d i g e r Arbeitszeit 1,50 M. betragen; ergo: zwei Stunden mehr Arbeit pro Tag und einc Mark weniger Tagesverdienst. Dieses Er- gebnis polnischer Arbeiterfürsorge entspricht ganz dem Charakter der polnischen Machthaber, dürfte aber wenig geeignet sein, die Arbeiter zu befriedigen. Die Forderung der Arbeiter m der Ostmark: N i ch t z u P o l e n, hat danach ihre volle Berechtigung. Staötverorönetenversammlung. Auf dem in diesen Tagen in Berlin stattfindenden 8. Pazi- fistcn-Kongretz wird die Versammlung durch den Stv. D o v e (Dem.) vertreten sein.— Die heute, 12. Juni, etwa unerledigt blei- oendcn Gegenstände der sehr umfangreichen Tagesordnung werden morgen in einer Extrasitzung beraten werden. Den' Bericht des Ausschusses für die drei Vorlagen betreffend Erhöhung der Bezüge der Hilfskräfte und der Beamten. Ange- stellten und Lehrer erstattet Stv. Z u b e i l(U. Soz.). Die Eni- schuldungssummc von 800 M., die der Magistrat den Beamten usw. zugestehen will, hat der Ausschuß für zu niedrig gehalten; er will den Lcdigen 1000, den Verheirateten 1200 M. und für jede» Kind 200 M. gewähren. Diese Beträge sollen aber nicht als neue ein- malige Beihilfe, sondern vorschußweise auf die schleunigst in An- griff zu nehmende anderweite Besoldungsregelung angewiesen wer- dei� die auch durch den Schiedsspruch betr. die Hilfskräfte zur drin- genden Notwendigkeit geworden ist.— Die Supernumerare sollen von jetzt ab monatlich 200 M. erhalten.— ■ Von der Bg. Vgz. läuft ein Antrag ein, den Beamten die vom Ausschuß vorgeschlagenen Beträge einmalig und ohne Anrechnung auf spätere Gehaltserhöhungen zu bewilligen. Der Antrag wird von der übervoll besetzten Zuhörertribüne mit stürmischen Beifalls- rufen aufgenommen. Stv. Cassel(Dem.) beginnt mit einem scharfesi Protost gegen diese Demonstration und die wiederholten Unterbrechungen. Beschimpfungen und Verhöhnungen, die den Red- nern in der vorigen Sitzung von der Tribüne zuteil geworden sind. Die AuSschußvorschlägc billigt er als Konsequenzen deS Schicds. spruches und der anhaltenden Teuerung; von dem System der ein- maligen Teuerungszulagen und Entschuldungssumnien müsse man im Interesse der Schonung der Berliner Finanzen endlich abkom» nven._ Der Antrag der Bg. Vgg. laufe lediglich auf billige Popu» laritätShascherci hinaus.— Stadtrat Franz erklärt, der Magi- strat werde schon morgen die Ausschußanträge, wenn sie heute von der Versammlung zum Beschlutz erhoben werden, beraten und wohl auch annehmen.— Stv. Koblenzer(Soz.) schließt sich dem Proteste Cassels an und legt Verwahrung dagegen ein, datz die Be- ratungcn den Charakter eiivr Zirkusvorstellung annehmen. Der Schiedsspruch vom 13. April habe bei aller; Parteien das Gefühl der Verantwortlichkeit für die Erhaltung einer vernünftigen Fr- Nanzwirtschaft geschärft; mit der ungemessenen Uebernahme immer neuer großer Lasten auf Kriegskonto müsse nun einmal gebrochen werden. Mit der n uen Besoldungsordnung müsse«ine gründliche Reorganisation und eine Vereinfachung des Beamtenapparats Hand in Hand, gehen. Redenden neuen GehaltSssitzen dürfe evtl.. nur eine einzige laufende, später äbbaufähige Teuerungszulage gewahrt werden.— Mit Cassel tritt auch Koblenzer für eine Auf- besserung der Bezüge der Techniker und gegen den Antrag Wage- Koch ein.— Stv. Koch: Wer heute nach Popularität hascht, ver- beugt sich vor der Sozialdemokratie und geht mit ihr durch dick und dünn; wir gehen unsere eigenen Wege, der Vorwurf der Tema- gogie rührt uns nicht. Für den auch noch>x>n der Magistratsvor- läge vertretenen Gedanken einer Entschuldnngssumme bedeute der Ausschußantrag allerdings ein Begräbnis erster Klasse. Die So- zialdemokrati« habe sich stets gegen die Beamtensorderunaen ableh- nend, ja feindselig verhalten.(Lebh. Widerspruch bei der Mehrheit.) Der Antrag der Bg. Vgg. wolle ganze Arbeit machen und den Be- amten wirklich helfen; ivaS dem Arbeiter recht sei, sei dem Bc- amten billig.— Stv. Leid(U. Soz.) polemisiert gegen Koch und bezeichnet �tuch die Art, wie der Stv. Stndlsekretür K Unnau vor acht Tagen für die Bcamtenforderungen sich eingelegt habe, als „ungehörig". Das Mitbestimmungsrecht der Beamten und Hilfs- kräftc, das man ihnen einzuräumen durchaus bereit sei, mvolbire auch gewisse Pflichten, insbesondere im Verkehr mit dem Publi- kum, das sich über die ihm an den verschiedensten Amtsstcllen. Steucrkaffen, Brotkommissioncn usw. zuteil werdende Behandlung oft zu beklagen habe.— Persönlich setzen sich Klein au(Dem.) und Leid noch weiter über die Berechtigung zur Vertretung von Beamteninteressen auseinander.— Nach Ablehnung des Antrags der Bg. Vgg. gelangt der A u s s ch u tz v o r s ch l ag fast einstimmig zur Annahme. Für die 3 ausgeschiedenen unbesoldeten Stadträte (Prof. Dr. Preuß, jetzt Reichsniinister des Innern, Geh. Justiz- rat Prof. Dr. M o s s e und Geh. Kommerzienrat v. B o r s i g) wird hierauf Ersatz gewählt. Aus dem ersten Mahlgang geht Stv. Seckelsohn(U. Soz.) mit 85 von 02 Stimmen hervor; ferner werden gewählt GewerkschaftSsekrctär Kuntze(Soz.) mit 86 Stimmen, und Reg.-Rat Prof. Dr. Karl Bai lad(U. Sozi mit 58 von 81 Stimmen. Herrn Ballod ist zu Anfang der heutigen Sitzung durch Beschluß der Versammlung das Berliner Bürger- recht verliehen worden. Für Zwecke deS Arbeitsnachweises werden im Passage- Kaufhaus Räume gemietet für 246 400 M.; es ist gelungen, von den? ursprünglich geforderten Betrag wenigstens 30750 Sil. abzuhandeln. Die Beratung der 8 auf der Tagesordnung stehenden Anträge wird abgesetzt. Die Beteiligung der Stadt an der gemeinnützigen Hochseefischereigesellschaft Groß-Berlin m. b. H. und am G r o ß f i s ch m a r k t zu Berlin m. b. H» sowie an der Versuchswirtschaft für Schweinehaltung in RuhlS- darf wird beschlossen und der Entwurf eines Gcmeindebeschlusses betr. die Fürsorge für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene der Stadt Berlin genehmigt.— Morgen findet keine Sitzung statt. Schluß 0 Uhr._ verbanöstag öer Mafthinisten unö Heizer Halle, 11. Juni. Es wird nunmehr in die Beratung der SatzungS- änderung eingetreten. I o b st- Leipzig wünscht Bestimmungen. die verhindern, datz durch Uebertritte die UnrerstützungSkassen aus- genützr werden. Der Kompsckaraktcr der Organisation müsse ge« wahrt werden. F l« i s ch m a n n- Hamburg findet die vorgeschlage- nen Höchstbeiträge von 80 Pf wöchentlich als jämmerlich niedrig. Bohr mann- Bilterseld will die Streik- und Gemahregelte»- Unterstützung ausgebaut haben, dagegen die Kranken- und Erwerbs« losen-Unlersrützung verschwinden lassen. S ch l i e z vom Haupt« vorstand meint, die Beiträge könnten nicht so hoch gesetzt werden, weil dann andere Verbände mit niedrigeren Beiträgen Konkurrenz machten. K l e b e- Hamburg will die Frage der Berechtigung eine» Streiks nur von denen entschieden haben, die ihn führen.— Schlichting- Berlin will die Kranken-' und Erwerbslosen- Unterstützung abschaffen� die Streikunterstützung erhöhen. Gall vom Hauplvorstand meint, der Abbau der Uiiterstützungs- einrichtungen könne nur iystematisch vom Gewertschaftslongretz geschehen. Es läuft ein Antrag ein. der da« fordert, der von vielen Rednern befürwortet wird. Es sprachen noch Schmidt-» Berlin, S ch ü tz e-LudwigShafen, P a s ch k e- Breslau, Kr ahn- Stettin, Kohl- Laurahütte, Ncumann- Bremerhaven usw. Bei der hierauf vorgenomqreneir Beratung einzelner Anträge begründet Wilh. Müller- Spandau einen Antrag, aus der Haupt- lasse der Zentrale für die Revolutionsopfer 1000 M. zu überwersen. F l e i s ch m a n n- Hamburg wendet sich gegen den Antrag, die Verbandsangestelllen jedes Jahr neu zu ivählen. Das sei nicht zweckmässig. Ein weilerer Antrag will, datz die Verbandszeitnng in einer Druckerei der unabhängigen Partei hergestellt werde. Auch hier platzen die Gemüter auseinander, allerdings in sehr fach- licher Weise,_ Industrie und Handel. Zur Erhöhung der Eisenpreisc. Immer klarer tritt die Notwendigkeit eines einheitlichen Wirt- schaftsproaramms zutage. Wie tvir gestern mitteilten, hat 0er Zechenbefitzerverband der rheinifch-westfälischen Kohlenindustrie den Beschluß gefaßt, die Kohlenprcrse erneut zu. erhöhen, und zwar mit Rücksicht auf die Tatsache, daß die Bergarbeiter weitere Lohn- erhöhung fordert err und mit dieser Preiserhöhung einverstanden eien. Zur Beleuchtung der Folgen einer solchen Preiserhöhung eien einige Zahlen angeführt: Der Jahresverkauföwerr ?er wichtigsten Stein- und Braunkohlenreviere betrug(abzüglich der 20 Proz. Steuer) nach den Verkaufspreisen anr 30. September 1918: 8,9 Milliarden Mark. Er stieg mit den Preiserhöhungen der letzten Monate auf rimd 8 Milliarden Mark und würde, wenn die neue Preiserhöhung in Kraft träte, das deutsche Volk um eine weitere Milliarde belasten. Schon bis zum heutigen Tage betragen die Preiserhöhungen seit dem 30. September 1918 nach dem Jahresverkaufswert über 4 Milliarden Mark. Allein an Kohlen st euer würde nach Inkrafttreten der Preiserhöhung das deutsche Volt rund Ii- Milliarden zu tragen haben. Di« Zahlen sprechen Bände. Es ist völlig ausgeschlossen, datz die fortgesetzte Erhöbung der Kohlenpreise noch andauern kann, ohne das gesamte Wirtschaftsleben zu ruinieren. Bezeichnender- weise haben die Bergarbeiter den Zcchcnbesitzcrn ihre Zustimmung zu diesem Beschluß gegeben. Das beweist, daß bei einer Soziali- sicrung nach vtewerbezweigen auch der gemeinwirtschaftliche Gedanke nicht davor schützt, daß Arbeitgeber und Arbeitnehnier gemeinsam eine Preispolitik treiben, deren Last auf das Volksganze zurück- fällt. Die Erhöhung der Kost len preise muß notweudigermatzcn eine Steigerung der Preise für sämtliche Artikel der Industrie nach sich ziehen, diese wieder ein« Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktionskosten und damit eine Steigerung der Lebensmittel- preise, deren Ergebnis wieder neue Lohnbewegungen wären. Da» rst die Politik, die dem Großkapital gerade erwünscht ist. Sie würde, wenn ihr nienrand entgegentritt, zu einer TJtskreditie- rung deS Sozialismus führen, wie man ihn sich schlimmer nicht vorstellen kann. Wir yoffen, datz das Re/chswirtschaftSministerium die Preiserhöhungen nicht genehm ig i. DaS aber wird den Gang der Ereignisse nicht aufhalten können,»renn«S nicht gelingt, die arbeitenden Klassen an der Gestaltung des gesamten Wirtschaftslebens zu interessieren und in ihnen durch praktische Hebung und Beobachtung das Verantwortlichkeitsgefühl gegenüber dem Volksganzen zu wecken. Der Weg dazu führt über den Reichswirtschaftsrat. Um so dringender ist deSbalb die Frage nach einem Wirtschaftsprogramm, das solche Answüchse un- möglich ivuicht. Es ist von Wissell bereits vorgezeichnet worden. Darum sollte der Parteitag nicht auseinandergehen, ehe er zu diesem brennenden Problem«lellung genommen hat. 12. Sunöesturntag öes /trbeiter- Turnerbunöes. 4. VcrhandlunnStag. Die Di-küssion zu dem Punkt über„Reuordnung des Bundes" wurde fortgesetzt. Gleichzeitig werden die Statuten mit de- raten. Tie eingereichten Anträge entfesseln eine lebhafte Tis- kussion. Abgelehnt wird ein Antrag der Berliner Kameraden, der verlangt, daß neben der Pflege turnerischer Literatur auch der Vertrieb sozialistischer Schriften und die sozialistische Pro- paganda gefördert werden soll. Die Gehälter und Löhne werden gemäß Beschluß der Kam- Mission einstimmig angenommen. Es erholten die Angestellten 425 M. bis 500 Mi, die Hilfskräfte 459 M. und die weiblichen Hilfskräfte 200 M. bis 220 M. Außerdem werden Entschuldungs- summen von 150 M. bis 300 M. gezahlt. Eine längere Debatte nehmen die Wahlen in Anspruch. Zum besoldeten Porsitzcnden wurde der Tgn. Geliert- Cassel gewählt. Zum besoldeten Kassierer wurde der Tgn. Ranke, zum besoldeten Geschäftsführer wurde Tgn. Schubert bestellt. Tie angestellten Turngenossen Kop- pisch, Benedix, Wildung und Kreutzburg wurden ebenfalls wieder gewählt. Der nächste Bundestag findet in München statt. Das Schlußwort hielt Tgn. Fischer, der in seinen AuS- sührungcn ersuchte, einig zu sein und für das Wohl und Gedeihen des Arbeiter-Turnerbundes die ganze» Kräfte einzusetzen. Nach Absingen des Liedes„Herbei, herbei ihr Turner all" wurde der 12. Bundesturntag g e s ch l o s s e n. GAverkschchsbewegung Achtung, Bauarbeiter! Alle Mitglieder des BauarbeiterverbandeS, Berein Berlin, die im April d. I. am Streik im Baugewerbe beteiligt waren und noch irgend welche Streikunterstützung zu bekommen baben, werden auf- gefordert, dieselbe bis Sonnabend, den28. Junid. IS., abzuheben. Zugleich wird nochmals darauf hingewiesen, daß alle Mit- glieder die 13 Tage und länger gestreikt und sich regelmäßig zur Kon- trolle gemeldet hoben, einen Mietszuschuß erhallen. Auch diese Unterstützung ist bis zum 28. Juni abzuholen. Nach dem 2 8. Juni werden solche lln t e r st ü tz u n g S- gelber nicht mehr ausgezahlt. Das Mitgliedsbuch des Bauarbciterverbande-, in dem die Beiträge regelrecht in Ordnung sein müssen, ist zur Auszahlung mitzubringen. Am heutigen Freitag ist das Bureau infolge der Beerdigung der Genossen Luxemburg nur vormittags geöffnet. Streit bei Sarotti. Gestern, Donnerstag mittag, ist die ge- samte Arbeiterschaft des Betriebes in den Ausstand getreten. Mit- ieilungen de? VertrauenSauSschusseZ zufolge soll durch den Kampf eine Erhöhung der Löhne erzielt werden. ES existieren noch Stundenlöhne von 1,50 M. für männliche und 0,65 M. für Weib- liche Arbeiter. Die Mineralwasserarbeitcr für ehihcitlichc Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Die Berliner Mineralwasserarbeitcr, welche Mitglieder des Deutschen Transportarbeiter-Vcrbandes sind, stehen in einer Lohn- bewcgung. Verlangt werden einheitliche Löhne und Arbeitsbedin- gimgen durch Abschluß eines Korporatw-Vertrages. In einer am Mittwoch stattgehabten starkbesuchten Versammlung der Arbeitnehmer iourde Stellung genommen zu dem Ergebnis der bisherigen Ber- Handlungen, die mit dein Verbands der Mineralwasserfabrikantcn stattgefunden haben. Die Arbeiter verlangen für Abzieher 125 M., für Fla schien spüler 115 M., für Kutscher 100 M. und eine Pro- Vision von 10 Pr. für verkaufte volle Kasten und 10 Pf. lilr zurück- gebrachle leere Kasten mit Flaschen. Für Frauen und Jugendliche werden 65 M. pro Woche beansprucht. Die Uniernehmcr haben es abgelehnt, die geforderten Lohnsätze zu bewilligen, da angeblich die Ersatzmittelstelle erhöhte Preise für Selter und Limonaden nicht zugesteht. Wird berücksichtigt, daß es sich in diesen Fabriken vorwiegend um Saison-Beschäftigung in den heißen Sommermonaten handelt und in einigen und ähnlichen Betrieben die verlangten Lohnsätze bereits gewährt werden, so ist andernmlls zu begreifen, daß die Arbeiter über das Verhalten der Unternehmer empört sind und sich bereit erklären, in einen allgemeinen Ausstand zu treten. In der Versammlung wurde die Ansicht der Arbeitgeber scharf kritisiert und die meisten Redner traten dafür ein, sofort mit einem Ausstand zu antworten. Die Bcanchenleitung nahm dagegen den Standpunkt ein, zunächst noch die Versammlung der Arbeit- geber, die am Dienstag, den 17. ds MtS. tagen wird, abzuwarten, da die Möglichkeit einer Verständigung trotzdem noch besteht, umso- mehr, als auch der Vertreter des TranSportarbeiterverbcrndes hierzu eingeladen ist. Die Versammlung war außerdem bereit, von den geforderten Lohnsätzen von 5 M. pro Woche herabzulassen, sollte aber dann eine Einigung nicht erzielt werden, ist der allgemeine Streik unaus- bleiblich. Mit Entrüstung wurde weiter Kenntnis davon genommen, daß bei der Firma A. D o i l, Schönleinstraße 23, Schutzleute in ihrer freien Zeit beschäftigt werden, obgleich Arbeitslose genügend vor- Händen sind. Daß Schutzleute als Lohndrücker tätig sind, wird ent- schieden verurteilt. Ein Antrag, die Getränke dieser Firma in den Lokalen zu meiden, wo solche verkauft weoden, gelangte zur Annähme. Alle auf die Bewegimg beziehenden Anfragen sind cm die Branchenleitung, Engeluser 15, Zimmer 33 zu richten. Eine weitere Versammlung der Mineralwafferarbeiter wird am Mittwoch, den 18. ds. MtS. im„Englischen Garten", Alexanderstr. 27a, tagen. Deutscher Metallarbeitcrvcrband. Die am 12. Mai 1019 staltgcsimdene Generalversammlung hat be- lchlossen, eine Erhöhung der Beiträge eintreten zu lassen. Die Beiträge der l. BeiiragSklasse sollen von 90 P j g. auf 1,20 M., die Bei-' träge der 2. Klasse sollen o o n 3 5 P s g. a u s 40 B f g. erhöbt werden. j Die Urabstimmung findet am Sanntag, de« 15. Juni, von 10 Uhr vormittags bis 2Ubr nach- mittags statt. Die Lokale, in denen die Urabstimmuna stattsinbet. sind folgenden: Osten: 1. Heinrich, Große Franksurtcr Str. 30, 2. Rott, Stratzmannstr. 2?. 3. Grunwold, M-meler Ztr. 67. 4. O. Blume. Alt-vor- bogen 50. Nordosten: ö. H. Späth.(Keorgcnkirchstr. 65. s ü dosten: 6. F. Fröhlich. Mnskauer Str. 1, 7. Eichhorn. Reichcnbergcr Str. 86, 8. Ge- werk'chaitshail?. Engeluier 15. Süden: 9. Blenkle. Schönleinstraße. Ecke Bcpvstrtiße, 10. Butter, Gneiienaustraße 06. Westen: lt. Wiemer, Bülow- ftrnße 58. Nordwesten: 12. Marggraf, Huttenstr..23, 13. Trick, Ber. lichingenftr. 5, 14. Bätich, Oldenburger Str. 10, 15. Krüger. Buttlitzstr. 10, 16. Hämtncrcr, Birkenstr. 67. Ecke Bandelstraßc. Korden: 17. H. Nebel, Maxftr. 12. 18. Ernst Beizer, Müllerstr. 126, 19. Willi Tu an. Triststr. 57, 20. Larzeck, Hiltsitenstr. 35, 2t. Mecklenburg, Ravenöftr. 6. 22. Baumann, Ge- richtftr. 74. 23. Rosenthaler Hos. Rosenthaler Ztr. 11/12, 24. Glicichc. Kopen- Hagener Str. 74. 25. Büttner, Schwedter Str. 23. 45. CaruS, Voltastr. 37, 27. Viktoria-Gartc» tFvb. Frisch), Badstr. 12. 23. Paul Frttsch, Drontbeimer Sit. 4. Bororte.?l d l e r S h o s: 23. Bockerts Rcitaurailts, Ecke Radicke- straße. B a n m l ch„ I e n w e a: 30. Paul Boche. Baumschulenstr. 67. Charlotten bürg: 31. VoltSbaus, Rolinenstr. 3, 32. Porlchel. Kaiser- Friedrich-Sir. 82. E ö p e» i ck: 33. Kaßncr. Kaiserin-Augusta-Viktoria- Etr. 29. Friedenau: 34. El. Tanz. Holsteinische Str. 22. F r i e- d r i ch s b a g e u: 35. Tinnis, Friedrichstr. 121. Lichtenberg: 36. W, Schule, Scharnweberstraßc, Ecke Kronvi inzenstraße. Mariendors: 37. Schreit«, Cbausseestraße, Ecke Kursürftenstraße. Neukölln: 38. ydeal-KIause, Marcschstr. 14/16. 39. Jdeal-Kastna, Weichselstr. 8, 40. Nück- beim, Bergstraße, Ecke Labnstraße, 4t. Roh. Fden, Boddinstr. 59, 42. W. Kirschner. Hermannstr. 168. Oberschöneweide: 43 Karneck?. Wil- bclminenbosstr. 18 Pankow: 44. Schmidt, Florastraße. Ecke Görtch- straße. R e i n i ck c n d o r s- W e st: 45 Glaniaim, Schillingstr. 34. S ch ö n e b e r g: 46. Obst, Martin-Ltttherftr. 69. S i e in e n s st a d t: 47. Müller, Märkischer Steig. Spandau: 48. Marie Nlkolav, Charlotten- str. 28. S t e g l i h: 49. Henke, Flcnsburger>str. 7. T e g e l: 50. Lehn« Haidt, Berliner S!r. 84. Tempelhos: 51. Bürgergarten, Berliner Straße am Bahnbos. Treptow: 52. Ganter, Neukölln, Harzer Str. 88. Weitzensee: 53. Masche, Berliner ZIllee 251. Wilda u; 54. Schumann. Pulverfabrik Spandau. Die AuSzablung der 50 Prozent erfolgt am Sonnabend, den 14. Juni, wie folgt: II Uhr im Männcr-Speiselaal Gew. �1. A 2, im Fraiien-Sversesaat Gew. A 3, A 4, It'/, Uhr im Münuer-Tvriselaal Gew. L 1 10. L 2 10, im Fraiien-Speisesaal'Gew. D, 6 b, Hos. 12 Uhr im Männer- Speisesaal Gew. Ol. O 2, im Frauen-Sveisesaal G'w. O 3, 6b F. V., 12-/, Uhr im Männer-Speisesaal Gew. 4b. 7, 8, 5b, 6a, blas. Die Direktion. Sämtliche Angestellte der �Zulverkabrik Spandau, auch die bereits entlassenen, treffen sich am Sonnabend, nachmittag? 5 Uhr, bei Weidner, zwecks Jnsormationsertcilung. Obleute und Arbeitcrräte der Mctalliudustrie. Versammlung der Obleute von Zlngestclltenausichüffen oder wo ein Obmann nicht besteht. ein Zlngestelltcr, der als Vertrauensmann tätig ist, sowie sämtliche in Betracht tommende Zlrbciterräte abends 6 Uhr im Herrenhame. Leipziger Str. 3 ODlenarlaal) am 18. Juni. Tagesordnung: Bericht der Sieben«. Kommiision und Stelluiignabme zum Gesetzcntwurs über.Betriebsräte. Wir bitten um zahlreiches' Erscheinen, da es sich um unsere Existenzsrage handelt. Die Siebenkr-Komniisson. gez. Ewert. Zentralderband der Fleischer. Die Mitglieder treffen sich zur Vc« erdigung der Genossin Dr. Rosa LurcMburg vormittags'/«II Uhr in der Turnhalle Kleine Frankfurter Str. 6. Verantwortlich für Politik Artn: Zickler.«sharlottenblira, stir den»briaen Teil des Teil des Blattes: Alfred Scholz. Neukölln: für Anzeigen: Iheodoe Stock«, Beelin. Verlag: Borwärts-Verlag G. m. b.§., Berlin. Druck: Borwarts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co. in Berlin, Lindcnstr. 3. Htrrzu 2 Beilagen. Am 16. Iunit starb nach kurzem Krankenlager unser Kollege, der Schriftsetzer Mik Range im Alter von 55 Jahren. Ehre seinem Andenken! Das Personal der Buchdruckerei H. S. Hermann & co. iwm Beerdigung: Sonnabend, nachmittags 4 Uhr auf dem Friedhofe der 7tudreas-Se» meinde In WihelmsbcrA- Hohenschönhausen. Die für Freitag, den 13. d. M. anberaumte Aueschutzfltzung wird auf Vtenstag, den 17. d. AI., 2 Uhr nachmittags, verlegt. Allgem. Ortskrankenkasse Nicderbarnim. PeuoU, Vorsitzender. Piano, Harmonium, Slßgel, neu. grdrancht, vech- steinflügel, verkanft billig Ernst. Oranienstr. 16« III.' Mein WMemkiilM. MeiMes öroB-BHlliis. Sonnabend, den 14. Zunl. nachmittags s Uhr, in yaoerlnnOs Zestsiiten, Jleuc Friedrichstr. 95 M litgtöetoeijoßimlniiji Tagesordnung: 1. ßahlung der Beiträge, i. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Eraänzungswahl zum Vorstand. 4. Vortrag des Genoffen Erwin Barth:„Unsere Ausgaben im nenen Staat". 5. Freie Aussprache. Alle Kollegen, die aus dem Boden der sozialdemokratischen Partei Deutschlands stehen, sind hcrzlidist eingeladen. 212/14 I. A.: Albinus, l. Barsitzendcr. ZeMMM II. SMWSWIIeil Ortsgruppe Grotz- Berlin. Heute Freitag, den 13. Juni, abends 7 Uhr, in den Germaniasälen, Chausseeftratze 120: HtUgUeder-Versarnminuss Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Äaffenbericht vom t. Quartal 1913, sowie Wciterberatung der vertagten Anträge. 2. Neuwahl der Revisoren. S. Verschiedenes. Zutritt nur gegen vorlag« des Mitgliedsbuches. Kilo Ortavcrwaltung. 'DACHSTEIN- � Maschine tili Hanietrieh V AMBI Abt. II Charlottsnburg: 9. Freunde der Demokratie Lesen Sie Qoldfüllfeder 114 n" Echt Gold, laOlamant Iridium-Spitze :Sicherhelts> Haiter jl5 cm ls.35 Mk. i12 Wochen Um- j tauschrecht :Alle Systeme. ! Reparaturen i aller Systeme Prospekt vtsawnroÄivisr Gratis� m* FSNK Berlin, Friedrich» str. T4/6 und 183/6 Die Mensehlieit Organ des„Bundes fQr Menschheitsinteressen" erscheint jeden Donnerstag und Sonntag In Bern, Mai: Aus dem Inhalt der Nummer vom 4. Ph. Schmldt-Ruedln, Zentralsekretär Louis Avennler, Genäve Ad. Ferribre, docteur cn sociologie, Qendve Prof. Dr. A, Porel H. Pranke, Pastor, Berlin Achllle Lorla, prof. ä l'Unlversitd, Turin Desdevlses du Dezert, prof. ä l'universitd de der- mont-Ferrand Prof. Estlln Carpenter, Oxford Prof. Dr R. Broda Baron P. v. Wränget I„Das russische Problem und seine LOsungp'. Wie ist dem Bolschewismus zu begegnen? Probenummern unentgeltlich durch die Administration in Laupen-Bern. Reil- Anstalt Modernes Ambulatorium, SDser lünzstrape 9 nahe Alexandcrpl. 9-1, 4-8, Sta. 10-12 Lieht- und Finsen- Institut. Inhalatorium= Gurgel-Kabinen OlcktriHche and fflcdizininchc Bäder Institut für Diagnostik und Therapie 143/3- -- Harn- und Blutuntersuchungen.-- Seh helfe mit Gegründet-"«fcawsiv 1876. 3fiöbsl'7abriU Bob. Seelisch BERLIN 0 112, Rigaer Str. 71— 73a empfiehlt gute preiswerte Möbel. Einrichtungen in jeder Preislage. Ganz besonders große Auswahl in Schlal-. Speise-, Wonn-, Herrenzimmern jedem Geschmack entsprechend.* 154 Musterrlume. Lagerraum. 6W6QMt.gr. Versand nach allen Plätzen Deutschlands. 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