Nr.310. 36.Jahrg. Bezugspreis: Bierteljährl. 9,-, monatl. 8- L frei ins Haus, voraus zahlbar. Poft bezug: Monatlich 3,- Mt, er. Bu stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 6,25 ML, für das übrige Ausland 10 25 Mt., bei täglich einmal. Zustellung 8,25 Mr. Bostbestellungen nehmen an Dänemart, Holland, Luxemburg Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Post- Zeitungs- Preisliste. Der„ Borwärts" mit der Sonntagsbeilage Bolt u. 8eit" erscheint wochen täglich zweimal Sonntags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ausgabe. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15 Pfennig Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Nonpareillezetle toftet 1,20 Mt. Bleine Anzeigen", das fettgedruckte Bort 50 Bfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 25 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen bas erste Wort 40 Pfg. febes weitere Bert 20 Bfg. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwet Borte. 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Deuangelehnt werden sollen wird niemand in fraktion der deutschen Nationalversammlung hat heute Deutschland geben, dem das Ja wie das Nein nicht als ein nachmittag in einer längeren Sigung nochmals eingehend ihre riesenschweres Schicksalswort erschiene, das den Beginn der Stellung zum Friedensvertrag beraten und am Schlusse der- dunkelsten Epoche für das deutsche Volt ankündigt. Aber jetzt felben mit einer Vierfünftel Majorität sich für fann nicht mehr ausgewichen werden und der Zentralrat hält Eine lähmende Ungewißheit liegt über dem deutschen Annahme des Friedensvertrages entschieden, es für seine Pflicht, auszusprechen, Volte. Voll Erwartung blickt jeder nach Weimar, daß von ausgenommen die Punkte, welche die Schuld am Kriege daß der Friedensvertrag nunmehr unterzeichnet werden muß. dort Klarheit komme, über den Weg, den wir in der Friedensund die Ehre der Nation berühren( Auslieferung Diese Unterzeichnung ist teine freiwillige und bedeutet frage begehen sollen. Der Ernst der Stunde der Entscheidung Deutscher usw.). kein Abfinden mit den uns auferlegten Be- macht sich aus den langen Verhandlungen bemerkbar, die die dingungen. Im Gegenteil. Das deutsche Volk wird nicht Regierung und die Parteien der Nationalversammlung pflegen. aufhören, für die Revision dieser Bedingungen unverkennbar ist, daß ein starker Umschwung in der Bezu wirken und es erhofft, daß die beginnende Einsicht bei urteilung der gesamten Friedensfragen sich vollzieht. Die den Völkern der Entente die Revision beschleunigen Welle der Empörung, die bei dem ersten Bekanntwerden der heute wird. Die fürchterliche Zwangslage aber, in der sich Deutsch- alliierten Bernichtungsbedingungen für Deutschland das Land Bon land befindet, zwingt ihm das Ja auf. Die politischen Führer in Bewegung brachte, ist start verebbt. Die Leidenschaften un- müssen dies entsetzliche Ja aussprechen, weil niemand die sind abgekühlt, und die bange ernste Frage, was mun, fordert die Verantwortung für das grauenvolle Schid- jetzt im Angesicht des harten Ultimatums ihre verstandesmäßige fal auf sich nehmen kann, dem wir bei Verweigerung Lösung. der Unterschrift unentrinnbar berfallen wären. Der Zentralrat Die deutschen Demokraten gegen neun Stimmen für Ablehnung. Weimar, 19. Juni. W. T. B. Die Fraktion der Deutschen demokratischen Partei nahm abend eine provisorische Abstimmung vor. 65 anwesenden Mitgliedern stimmten 8 bedingt, einer bedingt für Unterzeichnung des Vertrages, anderen dagegen. Die Deutschnationalen einstimmig für Ablehnung. Weimar, 19. Juli. WTB. Die Deutschnationale Fraktion der Nationalversammlung hat einstimmig beschlossen, den Friedensvertrag abzulehnen.( Den gleichen Beschluß der Deutschen Volkspartei teilten wir bereits in unserer gestrigen Abendausgabe mit.) So nicht! Dieses Bild trifft auch für das Kabinett. Und darum ist das ganze Land und die Bresse voll Krisendabei der Name des Reichsministers Erzberger auf, in berichte über die Regierung. Besonders häufig taucht dem man bald den kommenden Minister des Menßern, bald den Ministerpräsidenten sieht. Das ist natürlich eine vollkommen unmögliche Aenderung. Sicher ist jedoch, daß das Stabinett in seiner heutigen Zusammensetzung, wenn man zwischen den Fragen Unterschreiben oder Nichtunterschreiben entscheiden soll, den Abschluß des Friedens nicht erlebt. Es ist ein verhängnisvoller Zustand, daß in der Behandlung dieser Lebensfrage für Deutschland eine Einmütigkeit der führenden politischen Nach dem Eintreffen der Friedensbedingungen in Deutschland war das Urteil im deutschen Volte, diesen Schandder deutschen sozialistischen Republik. frieden um keinen Preis zuzustimmen, fast allgemein. Heute haben sich jedoch die Dinge verschoben. Ein starkes Sihung des Kabinetts. Abbröckeln zum Lager derer, die für Unterschreiben des Ablehnendes Gutachten der Sachverständigen. Friedensvertrages sind, ist unverkennbar. Man fann sagen, daß zur Stunde das deutsche Volk in zwei große Lager Weimar, 19. Juni. WTB Das Kabinett, das den gespalten ist.. Wenn es zur Abstimmung in der Nationalganzen Vormittag über getagt hatte, ist heute nachmittag versammlung fäme, würde weder für die leberreichung noch Ein verfehltes Kompromis. um 6 Uhr wiederum zu einer Sigung zusammengetreten. für die Ablehnung eine bemerkenswerte Majorität zu finden Der Friedensausschuß der Nationalversammlung sein. Verschiedene Andeutungen, namentlich die an anderer Stelle mitgeteilten Beschlüsse der Zentrumsfraktion ist für Freitag nachmittag 4 Uhr zusammenberufen und der Demokraten, lassen erkennen, daß in Weimar worden. gewisse Personen am Werke sind, um die Meinungsver Entente auf unsere Gegenvorschläge aus allen Kreisen des deutBerlin, 19. Juni. WTB Die zur Prüfung der Antwort der schiedenheiten im Kabinett und Nationalversammlung durch ein Kompromiß zu überbrücken. Als Mittel- fchen Wirtschaftslebens, aus den Vertretungen der deutschen weg zwischen Annahme und Ablehnung schlagen sie eine Grenzgebiete und aus den Auslandsdeutschen zusammenberufenen bedingte Annahme vor. Danach soll der Frieden Sachverständigen haben in engeren Unterkommissionen den unterzeichnet werden, aber nur unter gewissen Bedingun- ganzen gestrigen Tag bis spät nachts die gesamte Materie durch gen, deren Erfüllung die Entente vorher noch zusagen soll. beraten und das Ergebnis dieser Beratungen in formulier. Ueber den Inhalt dieser Bedingungen verlautet noch nichts ten Vorschlägen niedergelegt, die den heute wieder zu Sicheres. Nach Mitteilungen eines nationalistischen Blattes, fammengetretenen Voll- Kommissionen der Sachverständigen als der Berliner Neuesten Nachrichten", soll Herr v. Bayer an- teferat unterbreitet worden sind. Wie wir hören, kommen die geregt haben, die Nationalversamĭmung soll der Entente Beschlüsse dieser Voll- Kommissionen einmütig zu dem Ergebnis, Kreise nicht erzielt werden kann. Und diese Meinung bemitteilen, daß sie bereit wäre, die Friedensbedingungen an- bak die in der Antwort der Entente enthaltenen Bugeständnisse kräftigt uns, die Volts abstimmung mit Wärme zu zunehmen, wenn die Entente eine Voltsabstimmung nicht geeignet find, das auf Grund der früheren Beratungen empfehlen, weil wir glauben, daß für diese Lösung im deutin Westpreußen zugestehen würde und auf die Au 3- erstattete Botum über die unerfüllbarkeit bzw. Unannehmbarkeit schen Volte wie in den Streisen der politischen Führer eine Iieferung des früheren Kaisers verzichte. des Ententevorschlages wesentlich an modifizieren. Die Sachver. überwältigende Mehrheit, eine große Geschlossenheit erreicht werden kann. Ein derartiger Bedingungsinhalt erscheint uns als eine ftändigen empfehlen der Regierung den Vertrag abzulehnen. Unmöglichkeit, ja Ungeheuerlichkeit. Der Wunsch auf Volksabstimmung in Westpreußen läßt sich begreifen und billigen, aber eine Riesenblamage vor der Welt, eine moralische Selbstohrfeigung des deutschen Volkes wäre es, wenn es sein Zukunftsschicksal abhängig machen wollte von dem Schicksal eines einzelnen Mannes und gerade des Mannes, dem es ein Unglüd zum großen Teil berdankt, und der von der großen Menge der Bevölkerung deswegen verflucht wird. Gröner. An den Berlin, 19. Juni. WTB General Groener war zum Reichswehrminister nach Weimar berufen worden, um mit biefem über die laufenden Geschäfte zu verhandeln. politischen Besprechungen, insbesondere auch an den Kabinettsfisungen hat er nicht teilgenommen. Die Oberste Heeres. leitung hört am Tage des Friedensschlusses auf zu bestehen. An der Entscheidung über Annahme oder Ablehnung des Friedens wirkt sie nicht mit. Alle Parteien, mit Ausnahme der unabhängigen Sozialdemokratie, leiden unter der Spaltung in der Behandlung der Friedensfrage. Aber auch die unabhängige Partei dürfte sich kaum dem Gedanken der Boltsabstimmung gegenüber ablehnend verhalten. Denn die EntScheidung durch die breitesten Massen des Bolles, für die eine berfassungsmäßige Festlegung besteht, dürfte von ihnen, ohne starte Verstimmung in den Waffen auszulösen, faum abgelehnt werden. Zwar sagt die Freiheit zum Mittwoch- Artikel des Vorwärts", daß dem Wege der Boltsabstimmung die Annahme des Vertrages vorzuziehen sei. Aber ein Ministerium, Im Lichte des Zentrumsbeschlusses nimmt sich diese Bedingung allerdings etwas anders aus. Nach ihm zu schließen, handelt es sich um die prinzipielle Frage der Auslieferung Generalstreik der Metallarbeiter in ganz bas ebentl. nur eine winzige Mehrheit der NationalversammFrankreich. Beruhigung im Bergarbeiterftreit. " Deutscher, sowie um die Ehrenfrage", d. h. um die bedinlung für diese Lösung hinter sich hätte, würde sich in recht gungslose Anerkennung der Schuld Deutschlands am Weitmertwürdiger Lage befinden, wenn sie, gestützt auf dieses friege. Aber auch diese Fragen erscheinen uns durchaus Eleine lebergewicht, diese Schicksalsfrage für Deutschland ungeeignet, um sie jetzt in den Brennpunkt der Ent- Versailles, 19. Juni. Der Metallarbeiter entscheiden müßte. Auch die unabhängige Partei würde in fcheidung zu stellen und den schwerwiegendsten Beschluß, der streik in Paris, welcher seit über 14 Tagen andauert, scheint einem derartigen Ministerium sich nicht sehr wohl fühlen. Man rechnet auch im feindlichen Auslande bereits ernstje gefaßt wurde, von ihrer Entscheidung abhängig zu machen. nun auch auf das übrige Frankreich über. Ueber das erzwungene Geständnis des Friedensvertrages greifen zu wollen. Heute abend werden die Metallarbeiter. haft damit, daß Deutschland am Montag in Paris mitteilen wird die Weltgeschichte sehr bald zur Tagesordnung über berbände Frankreichs durch Delegierte mit den streifenden werde, daß gemäß der deutschen Verfassung eine VolksMatin" schreibt in einem gehen. An die Ehrenfrage dürfen wir uns in der gegen- Metallarbeitern in Paris Verhandlungen über die Erflä- abstimmung verlangt wird. märtigen Situation in legter Linie flammern. Seine Ehre rung des Generalstreits für ganz Frankreich Artikel, daß sich die Entente einem solchen Begehren Deutsch kann dem deutschen Volke von außen her nicht ge- beginnen laffen. lands nicht entziehen werde können. In diesem Falle ranbt werden, die wirkliche Schande fällt vor dem Bersailles, 19. Juni. Wie Humanité" meldet, erschienen meint Matin" zu wissen, daß Deutschland eine weitere Richterstuhl anständig denkender Menschen auf die Ur- geibern Delegierte der Bergarbeitergewerkschaften der drei nord- Frist von 14 Tagen zugebilligt befomnie. Besorgt knüpft beber aller Demütigungen. E. K- r. franzöfifchen Bezirke Nord, Anzin und Pas de Calais in Paris das Blatt daran die Meinung, daß allerdings in dieser Frist beim geschäftsführenden Ausschuß des Gewerkschaftsbundes und er sich Ereignisse zutragen fönnten, die den gegenwärtigen klärten, daß ihre Gewerkschaften trop ihres Beschlusses, die Ver- Friedensentwurf so stark berühren würden, daß die ganze mittlung der Regierung zur Regelung der Lohnstreitigkeiten nach Vertragsarbeit von born begonnen werden müsse. Wir wissen Ein Resultat der Zwangslage. zusuchen, im Verbande der Bergleute Frankreichs zu verbleiben nicht, ob diese Sorge um den Fortbestand des Vertragswertes Der Zentralrat übersendet uns folgende Kundgebung: wünschen. Wichtiger als die Lohnfrage sei für sie die Frage berechtigt ist. Daß Deutschland in 14 Tagen die Volksabstimmung In feiner am 28. Mai veröffentlichten Resolution hat der Einführung des Achtstundentages in den Bergwerken, und in ordnungsmäßig durchführen kann, scheint ausgeschlossen. In der Zentralrat von den Friedensbedingungen, die dem diesem Punkte erklärten sie sich mit den übrigen Bergleuten Frank- einer so turzen Frist kann der große Abstimmungs- Apparat deutschen Volke auferlegt werden sollen, gesagt, daß sie von reichs vollständig solidarisch. Obwohl es gestern abend der Regie- nicht aufgebaut werden. Es müssen Wählerlisten aufgestellt unerhörter Härte und unerfüllbar seien. Diefes rung gelungen ist, in der Lohnfrage die von den Bergleuten Nord- werden, und diese Arbeit allein ist in 14 Tagen keinesfalls Urteil muß der Zentralrat auch heute nach Bekanntgabe der frankreichs angestrebte Schlichtung herbeizuführen, wird wahrschein durchzuführen. Das aber wird die Entente allein wissen. von der Entente zugestandenen Abänderungen aufrechtlich die Arbeit in den betreffenden Bergwerken erst gleichzeitig Zu den Gründen, die uns für die Voltsabstimmung enterhalten. Indessen muß nunmehr entschieden werden, ob mit den übrigen Bergleuten in ganz Frankreich schieden haben, gehören nicht allein die materiellen Gefahren bie abgeänderten Friedensbedingungen unterzeignet wieder aufgenommen werden. für das gesamte deutsche Bolt, die mit der Unterschrift oder Der Zentralrat für Unterzeichnung. mit der Ablehnung unmittelbar ausgelöst werden, sondern in erster Linie. daS starke Bcdüfnis innere Erschütterungen nach Möglichkeit fernzuhalten. Eine Entscheidung von obenher würde zweifellos bei der infolge der deutschen Armutszustände sehr gereizten und leicht erregbaken Stimmung unseres Volkes demagogisch gegen die Regierung ausgenützt werden können, die den Frieden unterschrieben oder abgelehnt hat. Den not- leidenden Massen würde in jeden, Falle ohne große Ueber- ledungskunst eingeredet werden können, daß die Schuld an ihrem Unglück lediglich bei der jeweiligen Regierung liegt. Eine Periode starker innerer Beunruhigung steht dann zu er- warten. In ihr würden starke Gräfte für die aufbauende Produktion Deutschlands zerstört und wertvolle, für unser nationale« Fortleben»ölige Reserven vernichtet werden. Wenn das Volk entscheidet, entfallen die Möglichkeiten einer derartigen EntWickelung. Läßt die Entente das Volk nicht dazu kommen,»vendet sie rücksichtslos alle Zwangsmilt� des Krieges gegen die Ausübung eines verfassungsmäßigen Rechtes des deutschen Volkes an, erzwingt sie dann gewalttätig eine Entscheidung von oben, so ist die Gefahr einer verbitterten Zerklüftung des deutschen Volkes ziemlich ausgeschaltet. Dann wird vielmehr der gemeinsame'Widerstand gegen die Durch- führung des Unrechts das Volk enger zusammenführen, als das heute der Fall ist._ Zeftlegung der polmM�ukralnischen Grenze. Drohung an die Nkraiuer. Versailles, IS. Juni. Der Fünferrat hat Gestern nachmittag die polnisch-ukrainische Grenze in Ostgaliz'cn festgesetzt. Die Grenzfährung wird Polen und der Uhame gleichzeitig mit der Aufforderung, die Feindseligkeiten einzustellen, bekanntgegeben werden. Wie.Echo de PatiS* meldet, wird Polen voraussichtlich alle Freiheit gelassen werde», um sich der Angriffe der Utrainer zu erwehren. Eine Note Elemenceaus an die ungarische Regierung. Sie lautet:„Die auf tscbecho-jlowalischem Gebiet kämfende »ngarisÄe Armee wird aufgefordert, sich sofort hinter die für Ungarn besiimnnen Grenzen zurückzuzieben. Wenn die alliierten und assoziierten Alächie innerbalb vier Tagen niwt darüber Mitteilung erhalten, daß diese Bestimmung tatiächlich durchgeführt worden ist. so wird eS ihnen freistehen, vorjudringen. Die rumänischen Truppen werden in dem Augenblick zurückgezogen, in welchem die ungarischen Truppen die Slowakei räumen." Eine weitere Depesche TlemenceauS an die un- agrische Regierung äußert sich über die Grenzen Ungarns gegenüber der Tschechoslowakei und Rumänien. Begräbnis der wiener Gefallenen. Wie», IS. Juni. Wie die Arbeiterzeitung meld«, wurde gestern im vollen Einvernehmen aller beieiligten Organisationenbeichlossen, daß der K r e i S a r b ei t e r- rat Wien da» feierliche Begräbnis der Opfer vom 18. Juni veranstalten soll. 7500 BezirksarbeiterralSmit- glieder Wiens werden als Repräsentarnen des ganzen Wiener Pro- letariats die Gefallenen zu Grabe geleiten. Das französische Awilbudget vor der Kammer 10 Milliarde« 200 Millionen. Versailles, 19. Juni. Die Kammer begann gestern die all- gemeine Erörterung über das Zivilbudget für ISIS. Die Sozialisten verlangten, daß die Beratung verschoben werde. bis genau fest st ehe, was Deutschland zu zahlen habe. Finanz- minister Klotz bekämpfte diesen Antrag, er halte eS für notwendig, da« Zivilbudget möglichst schnell annehmen zu lasten. Der Bericht- erstatter de» BudgetauSschusteS, P e r e t, schloß sich den AuS- führungen Klotz' an und hob hervor, daß das Zivilbudget zehn Zreiheit? Srüderlichteit! Freiheit, ein stolze» Wort, ein begeisternde« Wort und doch eine Halbheit. Was ist Freiheit weiter als eine bloße Verneinung, die widernatürlich ist. der eine Bejahung mangelt? Und da» ist die natürliche Bejahung: Nach ewigen, ehernen Großen Gesetzen Müssen wir alle Unsere» Dasein Kreise vollenden. Brutaler Gelbsttrieb, der die ewigen Gesetz«, die für jeden gleich gelten, zerbrechen wollte, der nicht nach dem Wohl der Mit- menschen frug. schrie:„Freiheit" und meinte Freiheit für ihn, über die Anderen zu bestimmen. Millionen Flüche, tausendstimmiger Jammer, hängt der Frei- heit an, die die Bourgeoisie sich mit der Revolution von 178V geschaffen hat; Freiheit für sie zur schrankenlosen Aussaugung und Ausnutzung der minder schlauen, weniger brutalen Volksgenossen. Der Kampf zwischen dem MammoniSmu» und dem Soziali«- mu» ergeht gegen diese Freiheit, gegen ihre Widematürlichkeit, die zur Diktatur des Geldsacke» führte. Auf unserem Banner stehe ein andere» Wort, e» heiße: Brüder- Nchkeit. Brüder, laßt Brüderlichkeit unsere Losung sein I Sie allein kann un» die Freiheit für jedermann, die gleiche Freiheit von Menschenbedrückung und Habsucht schaffen. Zusannnenstehen einer zum anderen, in Menge verbunden fein, nicht einzeln gehen, in dem Nebenmenschen nicht achtender Freiheit,~ da» fei unser Wahl- spruch, unter dem wir kämpfen. Durch Brüderlichkeit zur Freiheit, zur gleichen Freiheit, zur Gleichheit vor den ewigen, ehernen Gesetzen für jedermann. Brüderlichkeit aber schweiße un« zusainmen, einer den andern verbunden zur Hilfe und zum Streben, soll nicht die Freiheit und Gleichheit eine Spottgeburt werden wie dt« der Bourgeoisie 178» I die Einheitsschule für bildende Kunst. Nenn ich hier von«wer Einheitsschule spreche, so kann ich damit natürlich nicht«in« einzelne Erziehungsanstalt meinen. Da» begreift man ja auch nicht, wenn man im allgenioinen von einer Einheitsschule spricht, im Gegensatz zu den bestehenden Schulen, der Volksschule, dem Gymnasium usw. Sondern man meint da- mit. ein System von Schulen, deren einzeln« Gattungen wohl unter sich verschieden sind, die aber alte in ihrem Lehrplan mrteüumder zusammenhängen, sich aufeinander ausbauen und bei denen jede höbe« Art die Weitereniwickluna der vorherigen darstellt. Der Gedanke der Einheitsschule hat sich durchgesetzt. Warum soll aber, wa» im allgemeinen richtig ist, für die AuS» biidung der bildenden Künstler nicht auch am Platze sein? Warum soll eS nicht eine SuSbildungSmöglichkeit geben, die für Handwerker, Kunstgewechl« und Sünstkr pinc gontkifam« Grundlage schafft, Milliarden zweihundert Millionen Ausgaben betragen werde. Der Budgetau-swuß habe auf Grund neuer Steuervorlagen ein Projekt ausgearbeitet, welches gestattei, auch mit zehn Milliarden zweihundert Millionen Einnahmen zu rechnen, durch geplante neue Sieuervorlagen, deren Einzelheiten er bekann, geben werde, sobald der sozialistische Antrag abgelehnt sei, werde eS ihm möglich sein, etwa füni Milliarden für die Slaalskasse zu erhalten. Der sozialistische Antrag wurde mit 891 gegen 44 Stimmen abgelehnt. Der Deputierie Dubais prüfie sodann die Finanzlage und gab der Ueberzeugung Ausdruck daß die Re« gierung auch ohne Anleihe das Budget ausgleichen könne, jedoch müssen die Bundesgenossen Frankreichs ihm zur Hilfe kommen. Die weitere Debatte wurde aus heute nach- mittag verschoben. Aktion der italienischen Handarbeiter. Sozialisierung des Bodens. Bern, 19. Juni. Der jetzt in Bologna stattfindende Kongreß der italienischen Landarbeiter, auf dem über 400 009 Mitglieder vertreten sind, hat die sofortige Sozialisierung des Bo- den s beschlossen. Wie der„Avanii" heute mitteilt, handelt eS sich hierbei nicht um ein Votum an die Regierung, sondern um den Plan einer unmittelbar brvorstehenden Aktien. Ter„Avant," der- spricht sich von dieser Bewegung den Anschluß des Ackerbau treiben- den Südens an die Sozialistenpartei. In Veneticn haben die Bauern auk sequestierten österreichischen Gütern bereit? den An- fang mit der Sozialisierung gemacht. Sie wollen aber, wie über- Haupt die italienische Landarbeiterschaft, Hnc Aufteilung des Bodens, weil dadurch die Produktion herabgesetzt wird, sondern den erprobten produktionSsteigerndcn Genossenschaftsbetrieb. Die Unruhen in Ehina. Der Kamps gegen die militaristische Regierung. Amsteroam, 19. Juni. Laut„Algemeen HandelSblad" meldet die. Times" aus Pelinq vom 10. d. MtS., daß sich die Lage in China oerscklimmert hat. Neben der Bohkoitbewegnng ist jetzt auch eine Bewegung entstanden, die gegen die militari st is che Regierung gerichtet ist. Der gesamte Handel steht so gut wie still. Es droht ein Eiienbahn-, Post« und Telegrophenstreik. Die Bewegung gegen die Regierung beschränk, sich nicht nur auf die Ttu- deuten, sondern auch einflußreiche Elemente auS der Verwaltung nehmen daran teil. Ein bedauerliches Mißverständnis". Misthandlung einer franzosischen Ordonnanz. Zu der in der„Freiheit" vom 19. Juni abends veröffent- lichten Notiz über die Mißhandlung eines französischen Sol- baten durch einen deurschen Posten in den Räumen der Waffen- stillstandskommission wird von zuständiger Stelle folgendes mit- geteilt: ES besteht für die Posten im Gebäude der Wasfenstillstands- kommiflion die Vorschrift, daß Personen ohne Ausweis beim Be- treten des Gebäudes anzuhalten sind. In Befolgung dieses 3k- fehl» hielt der Posten die ihm unbekannte französische Ordon- nanz mit Recht an. Diese riß sich aber los und wollte sich in die Bureaus der Waffenstillstandskommission begeben. Hierbei kam e« durch»in Mißverständnis(?) zn Tätlichkeiten. Von einer Bedrohung mit dem Revolver kann nicht die Rede sein. Die An- Wendung von Gewalt in der geschehenen Weise muß in oer schärfsten Weise mißbilligt werden, selbst wenn man berücksichtigt, daß sich der Franzose über die Anweisung des Postens hinweg- setzte. Die Angelegenheit ist inzwischen in einer den Chef der fran- zösischen Militärmission in Berlin General D u p o n t bcfrievi» gendcn Weise geregelt worden. Das Vorkommnis ist außerordentlich bedauerlich, doch halten wir es für gänzlich unangebracht, wenn die„Freiheit" auf der jeder seinem Talent entsprechend weit er aufbauen kann und bei welcher er also beispielsweise zeichnerisch und geschmacklich gebildeter Handwerker bleiben, oder kunstgewerblicher Zeichner werden, oder endlich sich zum freien Künstler weiter entwickeln kann? DaS Ziel ist: Dem Handwerk eine. Menge begabter Kräfte zuzuführen, die bei der seither meist noch üblichen Ausbildung ohne handwerkliche Grundlage Künstler geworden sind, und die ihr Talent, weil«S zum Nur»ÄünstIcr nicht stark genug war, Wurzel- loS, ohne Nutzen für das Handwerk oder die Industrie verschleu- derten, die den Staat um ihr Talent betrogen, und persönlich dem Künstlerproletariat verfielen. Durch die wichtigen und bedeutsamen Reformen an der Ber- liner Kunsthochschule unter ihrem Professor Arthur Kampf, ist nunmehr ein entscheidender Schritt nach dieser Richtung hin unter- nommen worden. Aber es ist notwendig, daß ein einheitlicher Lehr- plan geschaffen wird, an dem alle Untervichtsanstalten beteiligt sind, die sich mit der Ausbildung künstlerisch begabter junger Menschen beschäftigen, von den ersten Anfängen des zeichnerischen und geschmackvollen Unterrichts bis zur künstlerischen Reife, soweit dieselbe durch Unterweisung überhaupt gewonnen werden kann. Der Unterrichtsplan der Staatlichen Kunstschule ist schon beeilt- slußt. Aber auch die städtischen Pilicht-Fortbildungsschulen und die Handwerkerschulen könnten in dieses System sehr wohl mit«inbe- zogen werden. Da müßten sie freilich zum Teil ein anderes Ge- ficht bekommen, als sie es heute haben. Ich denke dabei besonders an die Handwerkers chule in der Lindenstraß«, die unter ihrer heu- tigen Leitung reichlich rückständig ist. Der wichtigste Punkt dieses Progrcnnmes ist: Der später« Künstler hat seine Ausbildung als Lehrling bei einem Handwerker zu beginnen. Eine Ausnahme soll nur in den nicht allzu häufigen Fällen zulässig sein, wo jemand bereits längere Zeit in einem an- deren Beruf oder Studium zugebracht hat und so schon zu alt ge- worden ist, um noch einmal Lehrling zu werden. Oder wenn er nach dem Urteil der Hochschullehrer ganz zweifellos so außerge- wöhnlich begabt ist, daß mit Sicherheit angenommen werden kann, er werde sich als Künstler durchsetzen. Ich freue mich persönlich außerordentlich, daß dies« Idee nun- mehr in die Praxis eingeführt werden soll, denn als ich vor einer Reihe von Jahren in einer Broschüre und später in meinem„Buch der kunstgewerblichen und künstlerischen Berufe" dafür eintrat, hatte ich nicht die Hoffnung, daß die d�rin gemachten Vorschläge verwirklicht werden würden. Auch heute noch gibt es genug junge Leute, denen eS geradezu ungeheuerlich erscheint, daß ein später unsterblicher Künstler zunächst einmal Handwerkslehrling sein soll. Do bedrm Professor Kampf vor kurzem einen entrüsteten Brief von dem Vater eines jungen Manne», dem er geraten hatte, in dieser Weise seine Ausbildung zu beginnen. Diese Leute sollten doch einmal die LebenSgeschichte«ine» großen italienischen Meister» der Renaissance lesen, oder die von Abbrecht Dürer, unserem deutschen Meister.� Sie haben alle als Handwecker begonnen, verwerteten die dabei gewonnenen Kenntnisse bei ihrer künstlerischen Betätigung und standen zeitlebens dem Handwerk nahe. Natürlich ist die vor- geschlagen« und nun teilweise zur Einführung gelangte Methode kein Rezept, nach welcher seder ein Leonavdo oder Dürer werden kann, aber der Leben Sgang der alten Meister, und mancher mo- bernen, tot auch dies» Weg gegangen sind, beweist, daß dieser die gewiß sehr verurteilen swerte Ausschreitung eineS ein- zelnen Soldaten mit den organisierten Maffenexzesien gegen die deutsche Friedensdelegation in Parallele stellt. Das war denn doch etwas anderes, namentlich auch, wenn van die Gesinnung der Handelnden mit in Betracht zieht. Die erlaubte Gärung. Die reaktionäre Presse macht sich seit Tagen ein Ver- gnügen daraus, über den sozialdemokratischen Parteitag her- zuz'ehen. Dagegen ist nichts zu sagen, da die Bedeutung dieses Parteitages durch solche Angriffe nur unterstrichen werden kann. Das Interessanteste aber ist, daß sich z. B. ein Bürensteinblatt, die„Berliner Neuesten Nachrichten", für „neue junge Kräfte" interessiert, die sich angeblich innerhalb der Sozialdemokratie zu regen begännen. Eine Nummer der„Glocke" hat es ihnen angetan. Darin sich Atflzust Winnig, Paul Lensch, Knörker, Kall Wiesenthal und Alfred Moeglich zu löblichem Tun zusanmienfmden, die Gefahr zu weit- gehender Sozialisierung zu beschwören. Das Blatt schließt daraus, es gäre in der Sozialdemokratie. Tut es noch lange nicht, wenn schon einige Parteigenossen in einem unter Aus- schluß der we'teren Oeffentlichkeis erscheinenden Organ ein paar Artikel schreiben. Lensch z. B. gärt schon seit undenk- lichen Zeiten in den verschiedensten Tonarten, ohne daß das jemals das Wohlbefinden der Partei ernstlich gestört hätte. Solche„junge Zukunft" der Partei ist für uns schon ad acta gelegte Vergangenheit._ Eisenbahnerstreit in Weimar. Bellegnng des Konflikts in Erfurt.— Neuer Konflikt in Jena. Weimar, 19. 6. Seit heute nachmittag 4 Nhc befinden sich d'e Eisenbahnarbeiter und ein Teil der Beamtenscboft im Str-ik als Protest gegen das Eingreifen der Regierung s- truppen in Erfurt. Die noch unterwegs befindlichen Züge werden vorläufig noch abgefertigt, iodaß eine große Zahl der Teil- nebnier der Naiionalversammlung und der Presse Weimar noch rechtzeitig erreichen konnte. Berlin, 19. Juni. Ueber die Beilegung des Zwischenfalles auf der Eisenbahndirektion in Erftrrt ist zwischen dem Mini st er der öffentlichen Arbeiten und den Vertretern der Erfurter Beamten und Avteiter eine Einigung auf folgender Grund- läge erzielt werden: Die am Sonntag als Dezernenten und als Präsident der Eisanbahndirektion unrechtmäßig eingesetzten Be- amien und Arbeiter treten sofort von ihren Posten zurück, so daß die ordnungsmäßig bestellten Beamten ihre Aemter wieder übernehmen. Der Minister entsendet einen Korn- m i s s a r nach Erfurt zur Untersuchung der erhobenen Beschwerden und tritt bei der Reich-regierung für die Zurückziehung der RegierungStruppen ein, Die Beamten- und Arbeiter- organisationen leisten dagegen Gewähr für die volle Ausrecht- erhaltung des Betriebes und für Ruhe und Ordnung auf der Eisenbahn. Inzwischen hat die Eisenbahnerbewegung auch auf Jena übergegriffen. Eine stark desuchte Betriebsversammlung in der großen Eisenbahnrcparaiurwerkstätte hat am Dienstag den Be- triebslciter Regierungs. und Baurat Jung seines Amtes ent- hoben. Einen seiner Mitarbeiter traf das gleiche Schicksal. Belagerungszustand im Hamburger Freihafen. Hamburg, 19. Juni. Als Folge der überhandnehmenden Lebensmittelplünderungen im Freihafengebiet wird ab 20. Juni abends der Belagerungszustand über da? gesamte Freihafengebiet verhängt. Bildungsgang der Entwicklung ihrem Talent nicht geschadet hat,— und das eben wird von den Gegnern dieser Ausbildungsmethode befürchtet. Nun sollte aber vernünftigerweis« der junge Mann(und selbst- verständlich auch das junge Mädchen), nachdem sie ihr« Lehrzeit be- endet haben, möglichst noch mehrere Jahre in ihrem Berus tätig bleiben, denn st« sollen ihn so gut beherrschen, wie femaitb, der zeitlebens einzig darin tätig sein, also seinen Berufsgenossen cm technischer Leistungssähigkeit gewachsen sein will. Deshalb muß nebenbei eine Pllichtfortbildungs- oder Hcmdwcrkcrschule besucht werden, und deshalb ist eS von Wichtigkeit, daß die Lehrpläne dieser Scbulen einerseits den praktischen Bedürfnissen des Hand- Werks entsprechen zugleich aber der organische Unterbau für eine höhere künstlerische Ausbildung sind. Die nächste Stufe ist die Kunstschule, und für solche, die endgültig Kunstgewerbler werden wollen, die Kunstgewerbeschule. Und nur der klein« Prozentsatz der Talente, die auf allen diesen Stufen die Feuerprobe bestanden haben, sollten, von den schon genannten seltenen Ausnahmen ab- gesehen, in die Hochschule für bildende Künste, die sogen.«Kunst- Akademie" ausgenommen werden. Wenn nun trotz all dieser Sicherungen ein Künstler keinen Erfolg hat, so findet er doch leichter als seither den Weg zurück zu einer praktischen Betätiguna im Handwerk und in der Industrie. Hermann Widner. Nvtizea. — Romain Rolland. Durch einen Test der deutschen Presse ging vor einigen Wochen eine tendenziös« Nachricht, die sich auf den Zweck der Reise Romain Rolland» nach Frankreich bezog und welche ferner besagte, daß der Dichter des„Jean- Christophe" von der französischen Regierung daran gehindert werde, sich nach Delieben in Frankreich zu bewegen bzw. nach der Schweiz zurück- zukehren. Diese Nachricht wird in einer Zuschrift an un« alö durchweg erfunden bezeichnet.„Romain Rolland hat die Schvciz einzig und allein aus dem Grunde verlassen, um an da» Krankenbett seiner Mutter zu eilen, die er inzwischen durch den Tod verloren hat. Er ist in keiner Weise von der Regierung seine» Landes daran gehindert worden, nach der Schweiz zurückzureisen." — Die Tagung für Denkmalspflege, die Mitte Juli stattfinden sollte, ist unter Hinweis auf die politische Lage ver- schoben worden. — Rabindranath Tagore, der indische Dichter, dessen Bedeutung in allen Kulturländern anerkannt ist. bat den ihm zu- erkannten englischen Adelstitel abgelehnt. Äus poli« rislbem Grunde: wegen der Vergewaltigung der indischen Freiheits- kämpser. — Di« Revolution 1848 ist der TM de» Antiguaritas- Katalog« Nr. 49 der Buchhandlung Edmund Meyer-Berlin, PotS- damerstroß« 27 d. Das Verzeichnis stellt eine interessante Darnm- lung von Ginblattdrucken, Dokumenten, Flugschriften, Bildern und Berliner Ansichten, neben manchem zum Kapitel Sozialismus und Arbeitersragen zusammen. — In sein, die verschwind«». Au» Aucklarid meldet Reuter: Sine Flutwelle ist durch die Sittfcc gegangen. Inseln dar Tongagruppe sind verfchwmndem. Nr. 310 36. Jahrgang Prozeß Ledebour. Beilage des Vorwärts Rechtsanwalt Obuch setzte nach der Mittagspause seine Rede fort. Er beleuchtete die Angaben, die der Angeklagte selbst über fein Verhalten und seine Stellung in der revolutionären Bewegung gemacht hatte und führte aus, daß nach dem 9. Nevomber bis zur Nationalversammlung ein anderes Recht bestanden habe wie heute. Es sei ein Verfassungsvertrag zwischen den beiden sozialdemokratischen Parteien abgeschlossen worden, auf Grund dessen der Rat der Volksbeauftragten zustande gekommen sei. Die Rechtssozialisten hätten durch ihr Verhalten am 6. und 24. Dezember den Vertrag verletzt. Das sei der Grund gewesen, daß die Revolution gegen die Rechtssozialisten habe weitergetrieben werden müssen Dazu seien die Träger der Revolution, die seit dem Jahre 1916 bestehenden revolutionären Obleute berufen gewesen, nachdem die Unabhängigen aus der Regierung hinausgedrängt(!) und schließlich auch Gichhorn aus seinem Amt entfernt werden sollte. Diese Amtsentsetzung sei ein Buch des damals geltenden Rechts gewesen, den abzuwehren die Träger der Revotion berechtigt gewesen seien. Die Absetzung Eichhorns sei der von der Regierung absichtlich herbeigeführte äußere Anlaß zu den Zusammenstößen gewesen. Während sich der Angeklagte bemüht habe, einen Vergleich herbeizuführen, habe die Regierung darauf hingearbeitet, daß es zu blutigen Zusammenstößen mit den inzwischen berangeführten Truppen gefomn.en sei. Der Angeflagte berufe fich auf moralische Recht der Revolution, ein Recht, das zwar nicht geschrieben sei, aber zu der in Frage tommenden Zeit tatsächlich gegolten habe. Das würden die Ge fchworenen bei ihrem Wahrspruch zu berücksichtigen haben. Staatsanwaltschaftsrat Gysa e wendet sich gegen verschiedene Ausführungen der Verteidiger, besonders gegen die Darlegung, daß die Regieung den Konflikt absichtlich herbeigeführt habe. Der Regierung hätten zu Anfang des Aufstandes nur sehr wenig Machtmittel zur Verfügung gestanden, wie hätte sie also daran denken fönnen, einen Kampf zu provozieren. Erst nachdem die Kämpfe von der anderen Seite eröffnet waren, habe die Regierung Truppen zur Abwehr des Aufstandes herangezogen. Die Becufung auf das moralische Recht der Revolution fönne strafbare Handlungen nicht ftraflos machen. Auf dem haltlofen Boden eines ungeschriebenen techtss tönne kein Richterspruch entstehen, der Richter habe sich nur an das tatsächlich bestehende Recht zu halten. Die hier in Frage fommenden strafrechtlichen Gesichtspunkte seien durch die Revolution nicht aufgehoben worden. Wenn die Geschtvorenen eine Beteiligung des Angeklagten an den Vorgängen für eriviesen halten, dann könne er nur als Führer oder, wie es im Strafgesetzbuch heißt, als Räbels führer in Frage kommen. Dazu jei ja nicht nur eine phyfische Mitwirfung notwendig, sondern es genüge auch die psychische Betätigung. Der Staatsanwalt geht auf das Ergebnis der Beweisaufnahme ein und tritt der von der Verteidigung daran geübten Kritik entgegen. Wenn nach seiner gestrigen Rede der Eindruck entstanden sei, daß er auf den Zeugen Tiesenhausen habe zurückgreifen wollen, so sei das ein Mißverständnis. Diesen Reugen habe er gänzlich fallen lassen. In seinen weiteren Ausführungen vertrat der Staatsanwalt den Standpunkt, daß die Schuldfragen nach der Rädelsführerschaft bei Aufruhr und Landfriedensbruch bejaht werden müßten. Auf Wunsch des Angeklagten Ledebour, der angab, gesundheit lich jo angegriffen zu sein, daß er troß der interessanten Verhandlungen eingeschlafen fei, fällt die Sibung am Freitag aus. nächste Sibung ist am Sonnabend 9 Uhr. Die Mitglieder wollte. Unerfüllbaren Forderungen muß er entgegentreten, wenn er nicht seine Pflicht verlegen wollte. Der Vorstand habe den Verbandsangestellten unabhängiger Richtung kein Haar gekrümmt; diese Richtung im Verband wolle aber ihr migliebige Verbandsführer beseitigen, weil sie Mehrheitssozialisten seien. An seiner, Sachses Person, solle die Verständigung nicht scheitern. Auch Kassierer Stühmeyer verteidigt in seinem Schlußwort die Verbandstaktik. Dann folgen eine Reihe persönlicher Bemerkungen, worauf die Abstimmung über eine Reihe Anträge erfolgt. Der Antrag Katernberg Schonnebed II: Die Generalversammlung möge beschließen, dem Vorstand des Verbandes für sein Verhalten während des Krieges und der Revolution ein Mißtrauensvotum auszusprechen, wird in namentlicher Abstimmung mit 80 gegen 177 Stimmen abgelehnt 6246265 Postabonnenten Damit die regelmäßige Zustellung des„ Vorwärts" im nächsten Monat feine unliebsame Unterbrechung erleidet, ersuchen wir unsere Postabonnenten, das Abonnement für das dritte Vierteljahr 1919 zum Preise von 9,- me. exkl. Zustellungsgebühr, bei dem zuständigen Postamt schon jetzt zu bestellen. Borwärts: Berlag G.m.b.H., Berlin Die von Rauschenberg und Genoffen eingebrachte Entschließung wich mit folgendem Stimmenverhältnis angenommen: Die 21. Generalversammlung des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands kann sich der Einsicht nicht verschließen, daß die Verbandsleitung während des Krieges und nach der Revolution stets bestrebt war, dem Gedeihen des Verbandes und dem Wohle der Mitglieder zu dienen. Die Generalversammlung verbennt nicht die Schwierigkeiten und die große Verantwortung, unter der Vorstand, Angestellte und Verbandefunktionäre ihre Tätigkeit ausüben mußten. Die Verbandsleitung trifft feine Schuld, wenn nicht alle Wünsche aller Kameraden erfüllt werden konnten.( 164 gegen 79.) Freitag, 20. Juni 1919 Organisationen auf Grund des Mehrheitsprinzips beschlossen und müssen von den Organisationsleitungen durchgeführt werden, wenn nicht eine die Bergarbeiter und das Arbeiterwohl schädi gende Anarchie eintreten soll.( Gegen 1 Stimme.) Die Generalversammlung berurteilt auf das schärfste die Versuche einer verhältnismäßig kleinen Minderheit, die Bergarbeiter durch Drohungen und Terror in Streifs hineinzutreiben. Die Generalversammlung strebt die Einheitsorganisation der Bergarbeiter an, sieht aber in der Gründung neuer Organis fationen nur eine weitere arbeiterschädigende Zersplitterung, die nur der Reaktion dienen kann. Nur die Verständigung der be stehenden Organisationen, nicht aber der Terror kann das langerfehnte Ziel der Einheitsorganisation bringen.( Einstimmig.) Der Antrag Hüls: Wenn zwei Drittel der Mitglieder im Bezirk den Bezirksleiter ein Mißtrauensvotum aussprechen, so hat er von seinem Posten zurückzutreten, wird angenommen, ebenfalls der Antrag Langhorst: Die 21. Generalversammlung beschließt, daß in Zukunft von den Werksverwaltungen verlangt werden muß, nur folche Bergarbeiter zu beschäftigen, die einer der vier wirtschaftlichen Bergarbeiterorganisationen, die zurzeit miteinander in der Arbeitsgemeinschaft stehen, angehören. Ferner werden angenommen die Anträge auf Aufhebung des Belagerungszustandes im Industriegebiet; Entlassung der Arbeiter, die nach der Schicht noch andere gewinnbringende Beschäftigung ausführen und deren Ausschließung aus dem Verbande; Ausarbeitung einer der Neuzeit entsprechenden Arbeitsordnung; Zubilligung aller Verbesserung in bergmännischen Fragen nur für Mitglieder der vertragschließenden Organisationen. Ueber Knappschafts- und sozialpolitische Fragen" hielt darauf Wismann ein außerordentlich interessantes Referat, in dem er Die geschichtliche Entwicklung des Knappschaftswesens schilderbe und barlegte, welche Verbesserungen auf diesem Gebiete während des Krieges durch das Vorgehen des Vorstandes und der Knappschaftsältesten des Verbandes erzielt worden seien. Daran sei zu ersehen, daß der Vorstand stets auf dem Posten war. Die sinnlosen Vorwürfe der Schreier, der Verband habe nichts getan für Invaliden, Witwen und Waisen, seien dadurch aufs glänzendste widerlegt. Der Vortrag fand starken Beifall. Groß- Berlin Die Bankbeamten vor dem Schlichtungsansschuß. Antrag der Vertreter der Bankleitungen, die Oeffentlichkeit nur be Die Verhandlungen fanden Donnerstag nachmittag ihr Ende. dingt zuzulassen, von den Arbeitnehmern abgelehnt. Bankdirektor Mosler: Der von den Angestellten vorgelegte Tarifvertrag würde den Banken den Charakter eines faufmännischen Instituts nehmen und den von Behörden geben, die Leistungsfähigkeit des einzelnen, wenn er nicht die Hoffnung habe, durch Tüchtigkeit besseres Einkommen zu erlangen, herabgefeßt. Beispiel: die staatlichen Werkstätten, wo man versuche, das bureaukratische System durch kaufmännisches zu ersehen, um Betriebe lebensfähig zu er Man dürfe auch die Banken nicht mit staatlichen Instituten berMary: Von bureaukratischem Ginheitstarif keine Rede. gleichen, da beispielsweise die Bankdirektoren vielfaches Minister einkommen haben. halten. Die Tatsache, daß der Berband in den atvei letzten Kriegsjabren feine Mitgliederzahl mehr als verdreifachte, daß er weiter nach der Revolution zirka 300 000 neue Mitglieder gewann, ist die glänzendste Bestätigung für die Richtigkeit der Haltung des Verbandes. Nur eine Organisation, die Vertrauen in den breite fben Bergarbeitermassen genießt, tommte solche Fortschritte erzielen.( 169 gegen 67.) Die Generalversammlung fieht in der unverbrüchlichen Di- breitung eines Flugblattes Proteft. Schließlich wurden die Verfaiplin der Mitglieder das Fundament des Verbandes und die Borbedingung jeden Erfolges. Bei der Diskontogesellschaft sollten die Beamten darüber abstimmen, ob für Streit Stimmung vorhanden oder nicht. Der Angestelltenausschuß protestierte gegen diese Maßnahme und wollte die Angestellten durch Mitteilung am schwarzen Brett darüber informieren. Die Direktion verbot dies und erhob auch gegen Verhandlungen vertagt, da die Arbeitnehmerorganisationen mit Abbruch der Verhandlungen drohten, falls diese von der Direktion der Diskontogesellschaft vorgenommene Abstimmung nicht verhindert werde. Schlichtungsausschuß zog sich darauf zur Beratung zurück. Generalversammlung der Bergarbeiter. und wirtschaftlichen Erfahrungen, welche unseren Mitgliedern Entscheidung erst in einigen Zagen zu erwarten. Die Diskussion über den Vorstandsbericht wird, nachdem nocy 10 Redner gesprochen haben, mit 133 gegen 70 Stimmen geschlossen. Korreferent Rosemann erklärt in feinem Schlußwort, daß icine Freunde auf dem Boden der Zentralorganisationen ständen, jedoch eine andere Verbandstaftit verlangten. Vorsitzender Sachse verteidigt im Schlußwort die Stellugnahme des Vorstandes, der immer und überall das Beste für die 2] Mottele. Von Salamon Dembiker. ( Einzig berechtigte Ueberseßung von Stefania Goldenring.) Jm Städtchen fannte man Mottele als einen Sonderling. Aber wenn man ihn hinter dem Rücken auch auslachte, so sollte man ihm in seiner Anwesenheit stets die größte Achtung. Das hatte seine Gründe. Man konnte von ihm stets ein paar Gulden leihen, ohne gemahnt zu werden, oder wenn irgendwo ein armer Mensch frank lag, brauchte man Mottele nur zu rufen; er fam fofort, wachte die ganze Nacht und ließ unter dem Kissen des Kranken, bevor er ging, einen Behnguldenschein in Papier eingehüllt zurüd. Buzeiten aber, wenn die Einwohner kein Geld von ihm brauchten und im Städtchen niemand frank lag, wurde Mottele ganz vergessen, obgleich die Leute sich in der kleinen Stadt fortwährend jahen und umeinander fümmerten. Er war der Einzige, der niemals gefragt wurde, wenn im Städtchen irgendetwas unternommen werden sollte. Wenn man ihn im Vorübergehen an Sommerabenden vor seinem Geschäft auf der Siste sitzen sah, oder wenn man ihn in Winternächten beobachtete, wie er in seinem alten, abgetragenen Raftan, einem Samthut auf dem Kopf, das blaffe Geficht von einem schwarzen Bart umrahmt, in seinem Laden die Hände am Feuertopf wärmte, so schien es, als fäße dort seit Hunderten von Jahren, seitdem das Städtchen existierte, ein menschliches Gespenst, ein Stiller, der von niemand etwas wollte, und dem es beschieden war, in ewiger Einsamkeit zu bleiben. Der Verband kann sich seine Taktik nicht vorschreiben laffen bon berufsfremden Berfonen ohne alle gewerkschaftlichen nicht verantwortlich sind. Der Verband und seine Leitung darf nicht der Hörige außenstehender Kreise werben, die die Bergarbeiter mißbrauchen, um ihre oft recht gewerkschaftsfeindlichen Bwede zu erreichen. Der Vorstand war und ist verpflichtet, einem solchen Mißbrauch des Verbandes mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten, rm die Mitglieder vor Schaden zu bewahren.( Einstimmig.) Streits dürfen nur unter Zustimmung der zuständigen Zum Tempelhofer Schlächterstreik. Bon dem Tempelhofer Gemeindevorsteher Wiesener geht uns folgende Erklärung zu: Die Gemeinde schlachtet das ihr überwiesene Vieh in eigenem Betriebe. Das Fleisch wird durch eine Kommission, die aus einem Schlächtermeister, einem früheren Gemeindeberordneten und einem nicht berufstätigen Schlächtermeister besteht, verteilt. Die Schlächtermeister streben seit langem an, die erschien ein hochgewachsener, schlanker Magistratssekretär, von In dieser Nacht gab es große Aufregung im Städtchen. dem man wußte, daß er Bestechungsgeldern nicht abhold war, Einer lief zum anderen, um Neues zu erfahren und Neues zu und der fich gern wichtig machte. Einen Federhalter hinter dem erzählen. Da gab es so manche Neuigkeit, die völlig aus der Ohr begann er laut zu schreien, die Leute möchten auseinander- Luft gegriffen war. Erst zu später Nachtstunde begab man sich aehen, weil ja hier feine Schenka sei. zu Bett. Auch Mottele hatte vom Krieg erfahren. Anfangs wollte er Die Einwohner zerstreuten sich nach allen vier Seiten. Ein Flüstern ging durch die Stadt. Mit bligartiger Schnelligkeit erfuhr jeder, daß es Krieg in der Welt geben wird. Bald darauf begannen die Kirchenglocken zu läuten. Die nicht daran glauben und wollte nicht begreifen, das Menschen Töne hallten anders wie sonst, so schwer und bange, und wedten einander töten wollten, Menschen, die einander nie gesehen und Angst im Herzen des Städtchens. Viele im Städtchen wußten einander nie etwas Böses zugetan hatten. Und selbst wenn sie gar nicht, was eigentlich Krieg bedeutete... doch jeder Gloden- einander gekannt und Böses getan hätten, mußten sie sich dann ton fagte ihnen, Strieg fei Blut und Tränen... Töten fremder gegenseitig niederschießen? Das wollte ihm durchaus nicht in Menschen und ein tiefes Grab für die ganze blühende Jugend. den Kopf. Ein Landauer, in dem ein vornehmer Herr saß, fuhr über den Markt. Die Einwohner zogen hastig die Hüte von den Köpfen, verneigten sich und fragten einander flüsternd, wer das wohl sein könne. Am Abend, als der Himmel dunkler wurde, da ein leiser Wind die heißen Stirnen umwehte, die Zweige sich an den Bäumen wiegten, und der Lampenanzünder mit seiner großen Stange umberging, standen die Menschen auf dem Markt und in den Gaffen in Gruppen umher und redeten über das, was draußen in der Welt vorging. An einer Stelle sah man eine Gruppe in Hemdsärmeln, mit Käppchen auf den Köpfen, die darüber stritt, ob es Krieg geben würde oder nicht. Da fam Mordchale Bitter mit einer Zeitung in der Hand. Die Menge rannte ihm entgegen und bestürmte ihn mit Fragen. Da fam der große Krieg. Es waren heiße Tage, die Sonne brannte vom Himmel herab. Den Einwohnern des Städtchens Mordchale Ritter stammte aus einer Rutscherfamilie; der rann der Schweiz herunter, wenn sie schweratmend in den Vater hatte es bis zum Winkelfonfulenten gebracht; er selbst war Gassen umbergingen, um ein wenig abzufühlen. Die Bäume früher Schreiber in einem Bureau, dann heiratete er und machte standen regungslos vor den Häusern, die Erde war ausgetrock fich einen Laden mit Nähmaschinen auf. Er ging stets gut genet. Es schien, als ob das ganze Städtchen, die umherstehenden kleidet, trug einen Schnurrbart mit hochgedrehten Spizen und Säufer, das Rathaus mitten im Markt und der hohe Brunnen war mit Hirsch Westlein intim befreundet. Aus diesem Grunde jo müde wären, als wollten sie einschlafen. Vor dem Brunnen hatte man für ihn eine gewisse Achtung und verzieh ihm seine standen ein paar elende, abgemagerte Gäule und tranfen aus Abstammung von Kutschern.... Mordchale war sehr stolz mehreren Eimern Wasser. Immer wieder hoben sie die Köpfe darauf, daß er die Zeitung lesen fonnte, und daß er mit den empor, um die Fliegen abzuwehren, die auf ihren abgezehrten Bostbeamten und anderen angesehenen christlichen Leuten im Leibern umherschwirrten und die Luft mit eintönigem Gefurre Städtchen in Freundschaft lebte. erfüllten. Mordchale erzählte der Menge, daß in der Zeitung stand, Blößlich trat ein Polizist in Hemdsärmeln aus dem Rat- es würde Krieg geben, und daß der Bürgermeister ihm verbaus rief zwei vorübergehende Juden herbei und flüsterte ihnen sprochen hatte. Dafür zu sorgen, daß er vor seiner Einberufung etwas zu. Als die Einwohner sahen, daß der Polizist mit zwei zum Militär an die Spize der Bürgerpolizei käme, die gebildet Männern tuschelte, näherten sie sich ebenfalls, um zuzuhören. werden sollte. Seine fleinen Augen funfelten, als er dabon er Bald bildete fich ein großer Areis um das Rathaus. Schließlich zählte. Es war vielleicht der schönste Augenblic seines Lebens. Als er später als sonst nach Hause ging, war der Markt leer und verlassen, und die Gassen sahen verträumt und nachdenklich aus. Die erleuchteten Fenster bekundeten, daß noch viele Leute wachten und von dem großen Ereignis sprachen. Von irgendwo bernahm man Menschenschritte. Ein kühler Wind liebkost: seinen müden Kopf. Am Himmel stand unbeweglich der große Mond. Mottele erhob sein Haupt zum Himmel, wo der allmächtige Schöpfer wohnte und stammelte: Herr der Welten, wirst du das zulassen?... Mottele mußte ebenso wie die anderen flüchten und nahm fein Weib und ſein Stind mit. fein Weib und ſein Kind mit. Im Städtchen erhob sich ein lautes Klagen und Schreien: Der Russe kommt! Der Ruffe kommt! Erichrodene Weiber liefen händeringend über die Gassen, als wäre der Zorn Gottes Bundesladen, schloß die Läden und packte die Bündel zusammen. über das Städtchen hereingebrochen. Man verbara die heiligen Rinder liefen den Müttern nach, voll Anaft, daß der Feind jeden Augenblick eindringen fönnte. Fromme Juden faßen im BetAugenblick eindringen fönnte. Fromme Juden saßen im Bethaus, meinten ihr bitteres Herz vor dem Herrn aus und erinnerten ihn daran, daß er ihnen allein durch Moses die Tora gegeben hatte. Hatte er denn vergessen, daß sie die Kinder Abrahams, saaks und Jakobs waren, und hatte er sie nicht schon genug neprüft?. Aus dem Bethaus gingen fie nach Hause und fingen auch an, ihre Sachen zu paden. Alle verließen das Städtchen mit wehmüticem, beklommenem Herzen, jenes Städtchen, in dem ihre Eltern und Großeltern ihr ganzes Leben verbracht, in dem sie ihre Jugendträume geträumt hatten und mit dem sie mit heiligsten Banden verknüpft waren. ( Schluß folgt.) gesamte Fleischversorgung durch eine von ihnen gebildete Genoffen-| bie Betdhe etner unbekannten Fran. Die Lote trug eine rote Jade, Mehr Kartoffeln! Zur Berbefferung ber Rartoffelbersorgung And schaft zu übernehmen. Dies wird grundsäßlich von der Gemeinde einen schwarzen Rod, Strümpfe und Schnürstiefel. in beträchtlichem Umfange Auslandskartoffeln eingeführt worden. Da bei abgelehnt. Die Beschwerden, daß einzelne Schlächtermeister bei der der jezigen Jahreszeit längeres Lagern vermieden werden muß, ist den Beschlagnahmt und doch wieder verschoben wurden 18 Sad Kommunalverbänden freigestellt worden, eine mäßige Erhöhung der KarVerteilung des Fleisches durch Zuteilung befferer Stücke bevorzugt Mehl und 18 Heringsfäffer voll Seife. Die Waren lagerten in toffelwochenration vorzunehmen. Falls der hohe Preis der Auslands. werden, sind während des ganzen Jahres, obwohl die Verteilungs- einer Schantwirtschaft am Marheinekeplatz 3-4, um von dort aus fartoffeln dem entgegenstehen sollte, wird den Verbänden, die ihre Kartoffelkommission verschiedentlich anders zusammengesezt worden ist, in den Schleichhandel gebracht zu werden. Die Polizei fand und versorgung verbessern wollen, empfohlen, durch einen Ausgleichpreis mit nicht verstummt. Neuerdings wird eine Kontrolle durch zwei von beschlagnahmte fie, fonnte sie aber nicht gleich abfahren lassen. inländischen Startoffeln die Berkaufspreise der ausländischen Kartoffeln den Schlächtern gewählte Mitglieder ausgeübt. Obwohl von diesen Als sie das dann nachträglich besorgen wolte, waren Mehl und niedriger zu halten, wie z. B. in Groß- Berlin geſcheben. anerkannt wird, daß eine gerechte Verteilung stattfindet, fühlen sich seife verschwunden. Wie die Ermittelungen ergaben, fuhren vorigen Strantenbrotempfänger fann in Berlin an die Kranken nicht mehr wie bisWeniger Krankenbrot. Wegen erheblicher Steigerung der Zahl der einige Schlächtermeister trotzdem benachteiligt. Das führte zu dem Streit. Die Bevölkerung wurde dadurch, daß die Kommission mit Freitag, nachmittags zwischen 4-5 Uhr, drei Männer mit einem ber die volle. Brotportion von 2350 Gramm, sondern nur noch 1850 Gramm Rollwagen vor der Wirtschaft vor, luden Mehl und Seife auf und in Krantenbrot ausgegeben werden. Bei der Entnahme baben die Bäcker dem zugeteilten ausländischen Fleisch inländisches zu demselben fuhren in der Nichtung nach der Boffener Straße davon. Der die Abschnitte A und B an der Brotkarte zu belaffen, sodaß die Preise mitverteilt hatte, für die Schlächter eingenommen. Die durch Schankwirt will zu der Zeit nicht zu Hause gewesen sein und von Kranken in der Lage find, die Abschnitte zum Anlauf von Küchenmehl zu diesen Fehler der Gemeinde erwachsene Mehreinnahme wird bei nichts wissen. Auf die Wiederbeschaffung der Ware ist eine Belohder späteren Verteilung ausländischen Fleisches ausgeglichen werden. Der Fehler ist von der Kommission begangen worden, um eine ung ausgefeßt. Mitteilungen über ihren Verbleib und das Fuhrwerk Zimmer 107c des Polizeipräsidiums. gleichmäßige Versorgung der gesamten Bevölkerung zu gewährleisten. Nach Verhandlungen mit der Lebensmittelfommiffion, in denen der von dem Gemeindevorsteher eingenommene Standpunkt, unter dem Drucke des Streits die Beseitigung der beiden Kommissionsmitglieder zuzusagen, gebilligt wurde, ist der Streik der Schlächtermeister beendet worden. Es ist nunmehr eine andere Busammensetzung der Verteilungskommission vorgenommen. Verloren. Am Dienstagabend, zwischen 10 und 11 Uhr, ist auf der Straßenbahn 91 zwischen Spittelmarkt und Laufiber Platz eine Brieftasche, mit verschiedenen Legitimationspapieren, wie Steuerquittungen, Stadtverordneten- Ausweistarte, Baß usw. auf den Namen Th. Glocke lautend, sowie eine Fabriarte für die städtische Straßenbahn enthielt, abbanden getommen. Der ehrliche Finder wird ersucht, die Tasche gegen Belohnung in der Expedition des Vorwärts" abzugeben. Sozialistische Handel- und Gewerbetreibende, die selbständig find, nicht im Angestelltenverhältnis stehen, werden um Adresse an Paul Schneider, NO. 55, Hufelandstr. 31, gebeten. 9 Verband inaktiver Unteroffiziere. Am 17. bs. tagte im Bereinslokale Robland Diele, Elsässerstr. 26 die erste große Bersammlung der inaftiven Unteroffiziere, Drtsgruppe Berlin. Die Bersammlung war bon ca. 1000 Mann besucht. Sie beschloß. fommenden Mittwoch, 7 Uhr in den lung abzuhalten. Um vollzähliges Erscheinen aller inattiven Unteroffiziere Sophiensälen, Sophienstraße am Hackeschen Markt die erite Bollveriammbittet der Vorstand. Wie steht im Reichspostdienst? Genosse Gronefeld schreibt uns zu der Buschrift im reftrigen Abendblatt Gin Ministerialdirektor als Spartakus. gitator": Vom 16. bis 18. Juni hat im Lehrervereinshaus der Verand mittlerer Reichs- Poft- und Telegraphenbeamten seinen außerrdentlichen Verbandstag abgehalten. Vertreter der anderen Boftwerkschaften sowie Vertreter der Verwaltung, wie Ministerialrektor Teuke, Köhler und König, waren zugegen. In eindring ichen Worten ist den Vertretern die Notlage der Beamtenschaft gehildert worden. Die Herren haben sich den traurigen Verhältnissen nicht verschließen können und sofortige Abhilfe zugesagt, die auch schon in Angriff genommen worden ist, so daß in allernächster Zeit wörtlich: mit einer weitgehenden Fürsorge zu rechnen ist. Nicht Ministerialdirektor Teuke, sondern das Reichsschayamt hat sich bisher den berechtigten Forderungen der Beamtenschaft mit der Begründung ent gegengestellt, daß kein Geld dazu vorhanden sei. Wir erwarten recht baldige Abhilfe unserer bedrängten Bage, haben aber keine Luft, auf die Wühlarbeit einzelner hin die Not des Baterlandes noch zu vergrößern, wo ernsteres auf dem Spiele steht. Zweifellos ist, daß eine gründliche Revision der Postgebühren vorgenommen werden muß; denn heute kostet allein das Bestellgeld für ein Telegramm bon 80 Pf. 60 Pf. So ist es mit fast allen Sendungen! Rednerkursus Sonnabend, 21. Juni, abends 6 Uhr, im Konferenziaal der Vorwärtsredaktion. Thema: Die Bodenreformbewegung. Truppenwechsel. Am Donnerstag ist eine Anzahl von Formationen verschiedener Truppenteile in Berlin eingerüdt, die bis. her in den Vororten gelegen haben. Diese Truppen haben ledig lich die Aufgabe, einzelne Truppenteile, die nach Westpreußen, Bosen oder zu Uebungen gehen, zu ersehen. Die Truppen haben Spandauer Lohnzahlung. Das rote Platat" vom 3. Mai sagt über die Lohnzahlung ,, Denjenigen Arbeitern, die feine neue Arbeit finden tönnen, wird nach Ablauf der Kündigungsfrist noch 14 Tage die Hälfte des Lohnes als außerordentliche Unterstübung ausgezahlt, fofern sie während dieser Beit die Erwerbslosenunterstüßung nicht erhalten." Der Demobilmachungsausschuß( Erwerbslosenfürsorge) Spandau hat für die in Spandau wohnenden Arbeiter Bescheinigungen ausgestellt, auf denen für jeden Arbeiter die fraglichen 14 Tage mit genauen Daten angegeben sind. Es bleibt im Einzelfall dem Ermessen der Institute überlassen, ob die Auszahlung des halben Lohnes an die Inhaber solcher Bescheinigungen wochenweise oder erst am Ende der zwei Wochen erfolgt. Nach einem Rundschreiben der Zentralverwaltung soll die Auszahlung. des halben Lohnes erst dann erfolgen, wenn der Arbeitslose eine Bescheinigung des Arbeitsnachweises darüber gebracht hat, daß er tatsächlich während der fraglichen Tage teine Erwerbslosen unterstützung erhalten und auch keine Arbeit aufgenommen hat. Der Nachweis wird darin gesehen, daß er die sogenannte rote Bahlkarte der Erwerbslosenunterstützung vorlegt. Da bei dem ungeheuren Andrang der Arbeitslosen die Ausstellung der roten fann an Stelle der Zahlkarte auch die Kontrollfarte des Bentra! Bahltarten in sehr vielen Fällen nicht sofort möglich sein wird, Arbeitsnachweises vorgelegt werden, sofern sie am borlegten oder leßten Tage der 14tägigen Frist nochmals gestempelt ist. Die Beis bringung der Bescheinigung der Erwerbslofenfürsorge Spandau und der gestempelten Kontrollfarte des Zentral- Arbeitsnachweises ist also die notwendige Voraussetzung für die Zahlung des halben Lohnes auf 14 Tage durch die Institute. Die sogenannte Karenz zeit der Erwerbslosenfürsorge dauert vom ersten Tage der Mel Entlassung Auswärtiger. Auswärtige Hausmädchen, Zimmer. bung beim Arbeitsnachweise 6 Wochentage. In den meisten Fällen und Küchenmädchen brauchen nicht entlassen zu werden, wenn sie am wird also die Karenzzeit innerhalb der 14 Tage der halben Lohn10. April 1919 bei dem Gastgeber in Kost und Logis gestanden Ablauf der halben Lohnzahlung gezahlt werden können. Anträge zahlung ablaufen und die Erwerbslosenunterstübung sofort nach haben und noch stehen, es sei denn, daß diefe Mädchen bei Kriegs- auf Erwerbslosenunterstübung sind im Bimmer 412 des Natausbruch oder später in der Landwirtschaft tätig gewefen find. Hauses zu stellen. Jeder Spandauer Arbeiter und Angestellte beDieie Ausnahme gilt bis 1. Oftober, bis zu welchem Tage gegeforge fich also eine Bescheinigung der Erwerbslosenfürsorge benenfalls Antrag auf Verlängerung der Frist durch beteiligte Spandau in Bimmer 412 des Rathauses, sowie eine Kontrollfarte Organisationen zu stellen ist. Anträge auf Bewilligung von Einzel- im Bentral- Arbeitsnachweis am Markt, für weibliche Arbeitnehausnahmen bis 26. Juni. Damenfriseufen werden allgemein von mer im Polizeigebäude. der Entlassungspflicht ausgenommen. die alten Kasernen bezogen. 1800 Zentner Kartoffeln verfault. Von der Artillerie- Werkstatt Nord in Spandau waren vor Monaten größere Mengen oon Kartoffeln zur Speisung der Arbeiter angetauft worden. Bei der lebernahme durch die Stadt Spandau stellte es sich nun heraus, daß die Kartoffeln infolge unsachgemäßer Lagerung verfault waren. Frauen auch in Steuerkommiffionen. Der Finanzminister hat entschieden, daß in die staatlichen Voreinschäßungs-, Veranlagungsund Berufungskommissionen Frauen gewählt werden können. Dem gemäß fann schon für die nächste Zeit mit dem Eintritt von Frauen in solche Kommissionen an Stelle ausscheidender männlicher Mitglieder gerechnet werden. Bewaffnete Räuberbande unschädlich gemacht. Sie bestand aus den Arbeitern" Grolewski, Ried, Mühlenbeck, Friedrich und Kurt Steinträger. Mit Revolvern bewaffnet, brach fie ein u. a. bei einem Schuhmachermeister in Niederschöneweide, bei einem Baron in der Brinzregentenstraße, wo fie 60 000 m. erbeutete, bei einem Spediteur in der Köpenider Straße usw. Die Einbrecher nahmen bandenmäßig auch Wohnungsdurchsuchungen vor, so bei einem Kraftwagenführer in der Schröderstraße. Auf dem Lande traten sie noch breister auf als in Berlin. In Neu- Brandenburg plünderten sie eine Gastwirtschaft aus, in der Umgebung eine Molkerei. Die hiesige Kriminalpolizei erfuhr gestern, daß die Einbrecher in Neu- Strelik aufgetaucht waren und ließ sie dort festnehmen. Bulverfabrik Spandau. Die Auszahlung der 50 Bros. Lohn bergütung an diejenigen Arbeiter und Arbeiterinnen, welche eine Bescheinigung nach hier eingereicht haben, erfolgt morgen Sonnabend 11 Uhr in den Speisesälen am Tor 3. verwenden. 177., bis Dienstag im 1., 8., 11., 15., 158.. 187. und 215. und bis MittBerlin. Bis Montag im 4., 7., 13., 16., 17., 18., 20., 21., 172. und moch im 10. und 14. Brottommiffionsbegir! 125 Gramm Räse. In fommender Woche Fettverteilung( R6 und Fettfarte). 10 Pfd. Kartoffeln ( 27, G) bis 21. Suni. Mariendorf. 500 Gramm Marmelade( 24) bis 24. Jumi. 150 Gramm Grieß( 21) und 250 Gramm Suppen( 28). Bro Pferd 40 Bfd. HaferSchalen am 20. Junt. Bezahlung Rathaus, Zimmer 20/21, 11-14 Uhr, Ausgabe 1-3 Uhr, Eingang Rathausstraße. Banfow. 200 Gramm Graupen( 37) ab 20. Juni Nowawes. Getreideftroh in feder Menge. Mejerscheine Rathaus, Bimmer 6, 8-1. Groß- Berliner Parteinachrichten. 30., 31. und 32. Abteilung. Gemeinsamer Familienausflug: Sonntag, 22. Juni reffpunkt in den Abteilungen. Abfahrt Frübflüd. Marsch nach dem Stadtgut Hobrechtsfelde, Besichtigung unter morgens 8 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Fabrt bis Buch, dort fachverständiger Führung. Danach Marsch nach dem idyllisch gelegenen Gorinfee. Teilnehmer melden fich rechtzeitig bet ihren Abteilungen. Versammlung fämtlicher Postbeamten der Postämter Nordwest. Heute 8 Uhr im Luisen- Gymnafium, Turmstraße, Ede Wilsnader Straße. Lichtenberg. Mitgliederversammlung heute 7, Ubr im Cäcilien Syzeum, Rathausstr. 8. Berichterstattung vom Barteitag in Weimar. AusSprache. Referent Genoffe Errift Weffel. unter Führung eines Fachmannes. Treffpunkt im Wirtschaftshof des Bo Steglit. Sonntag: Besichtigung des Botanischen Gartens in Dahlem tanischen Gartens. Eintrittspreis 50 Bf. Eingang Unter den Eichen. Pünktlich 9% Uhr. Niederschöneweide. Heute Freitag 6 Uhr: Flugblattber. breitung vom Bezirkslotal aus. Erscheinen aller Genoffen und Genosfinnen dringend erforderlich. Gerichtszeitung. Bon einem Wilderer erfchoffen. Der Arbeiter Trebus aus Schünow erschoß am 12. Februar den Förster Hein und den Gutsbefizer Käthe in der Nähe von Boffen hinterrüds. Er wurde vom Schwurgericht zum Tode verurteilt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. . 1 Berlins. Bersammlung Sonnabend 7%, Uhr, Sinter der Garnisontirche 2. Vereinigung sozialistischer Lehrer und Lehrerinnen Groß. Tagesordnung: 1. Bericht vom Berbandstag, 2. Wablen, 3. Seminar für iozialinische Pädagogif( Dr. Löwenstein). Deutsche Zentrale für Jugendfürforge. Die für Mittwoch, den 25. Jumi, im Herrenhaus an angesichts der unsicheren politischen Lage berichoben werden. beraumte Mitgliederversammlung und Jugendfüriorge Stonferenz muß Arbeiter. Samariter- Bund, Kolonne Groß- Berlin. Lehrstunde haben lommende Boche: Montag: Bezirt Dften II, Abt. Lichtenberg, Scharrnweberstr. 60, Restaurant Videnhagen. Bezirk Tempelhof, Berliner Str. 92, Restaurant Marten. Donnerstag: Bezirk Besten, Abt. II Schöneberg, Borbergitr. 11, Restaurant Caendel. Bezit Beften, Abt. VI Charlottenburg, Statier. Betchselstr. 2, Ideal- Paffage. Abends 7, Uhr: Lehrstunde und praktische Friedrichstr. 45b, Restaurant Thelem. Freitag: Bezirk Norden 11, Abt. Usedomstr. 33, Restaurant Diböter. Bezirk Süden, Abt. V Neuföün, Verbandsübungen. Bäfte haben einmaligen freien Zutritt. Sochichule für Proletarter. Anfang Juli beginnen Sturle auf dem GeFrete biete des Bant- und Geldwesens. Die sturse: Die Bant im Wirtschaftsleben und Berkehr mit Banken laufen weiter. Anmeldungen an die Frete Hochschule für Proletarier, In den Belten 28, Zimmer 28. Sprech stunde 11-1. 13 Freier Wanderbund. Wanderfahrten am Sonntag: I. Hangelsberg- Trebufer See- Füstenwalde. Abs. Schles. Bahnhof 5 Uhr. Arbeiter- Radfahrer- Verein Groß- Berlin. Sonntag, 22. Juni, früh II. Blumenberg- Staulsdorf. Abfahrt: Briezener Bahnhof 620 Uhr. 6 Uhr: Eberswalde. Nachmittag 1 Uhr: Bernau( Baldfater). Start: Arbeiter Radfahrer- Bund Solidarität", Ortes gruppe Berlin. Abt. I: Sonntag, nachm 1 Uhr: Eichwalde b. Mitte, Wiemer, Bülowstr. 58. Gäste willkommen. Abt. II: Sonntag: Bade Wilmersdorf. Stadtvertretung. Selbstverständlich wurde im und Ablochtour nach dem Bagjee( Borderfee). Start: früh 5 Uhr. Nach m. reaktionären Wilmersdorf der Diätenantrag abgelehnt. Die äußerste 1 Uhr nach Falkenhorst( Baldschlößchen). Start: Fontanepromenade 18. Rechte stützte sich auf ihre Grundfäße. Sie wollte feinen Präzedenz- Ortsgruppe Wilmersdorf. Sonntag: Müggelhort( Schön. Mühle.) fall schaffen. Auch die gemäßigt- bürgerliche Forderung, der StadtStart: 5 Uhr morgens, Vereinslofal. berordnete müßte Opfer der Allgemeinheit bringen, ist nicht stichhaltig. Bon rechts wurde immer und immer der ehrenamtliche Charakter der Stadtverordneten betont, als ob durch Bezahlung die Güte der Arbeit leide, und dabei forderte der Antrag gar keine Bezahlung für die Arbeit, sondern eine geringe Entschädigung für Auslagen. Unverständlich ist das Benehmen der Rechten, die noch immer nicht verstehen will, daß die Zeit des Despotismus für immer vorüber ist, und daß dem Tüchtigen jeder Weg offen steht; wenn er materielle Güter zum Leben nötig hat, so müssen sie ihm von der Allgemeinheit gegeben werden, da er für die Allgemeinheit wirken soll. Mit ihrer Hungerblocade wird die Rechte ihr Ziel nicht er. reichen, Groß- Berliner Lebensmittel. Wer sind die Toten? Aus dem Landwehrkanal gelandet wurde an der Potsdamer Brücke die Leiche eines unbekannten Knaben von etwa 6 Jahren. Der Kleine trug einen Tiroler AnNeisebrotmarken. Infolge Betriebsstörung bei der mit der Her zug, grüne Seidenstrümpfe und schwarze Schuhe. Wahrscheinlich stellung der Reisebrotmarken beauftragten Firma, wird ein Teil der Reiseist er beim Spielen ins Wasser gefallen und ertrunken. Im brotmarken unperforiert geliefert. Die Umlaufszeit dieser unperforierten Luisenstädtischen Kanal fand man vor dem Hause Elisabethufer 2 Reisebrotmarken wird bis zum 3. Auguit beschränkt. C. Leker reall Spittelmarkt, Ede Wallstraße Alexanderplag, neben SO. Aschinger Vergessen Sie niemals: Die Sehkraft ist die wertvollste von unseren fünf Sinnen, und das Auge ist das edelste und empfind lichste Organ unseres Körpers. Trozdem wird es meistens vernachläffigt und am wenigften in seinen Funktionen begriffen. Wie viel mehr Pflege läßt man z. B. seinen Zähnen angedeihen. Augen find aber wirklich wich tiger als Bähne. Daher beherzigen Sie die Tatsache, daß Ihre Augen wirklich mehr wert sind, als die allerteuersten Augengläser, denn unvollkommenes SehJugendveranstaltungen. Sonnwendfeier der Arbeiterjugend. Sonnabend am Paezer Vordersee Treffpunkt: Often 6 Uhr Görliger Bhf. Unfallstation. Lantiin 16 Uhr Rathausplay, Nachzügler 127 Ubr. Menkölln 16 Uhr Rathaus, Schrüfsadtstraße. Norboken 6 Uhr Görlizer Bhf. Rantsdorf 4 Uhr hf. Saulsdorf. Lichtenberg Südost 6 Uhr Jugendheim. Hermsdorf 15 or Stailerplat. 6 Uhr Görlizer Bhf. Grtner 8 Uhr bet Gichborn, ilhelmstr. 30. öpenick 5%, Uhr Bhf. Adlershof. Schöneberg 1,6 Uhr Wilhelms. play. Prenzl. Borit. t. Bez. 1,6 1hr Danziger Str. Ede Pappel allee, 2. Bez. 6 Uhr Rosentaler Blaz Ede Brunnenstr. Friedrichs. bagen 6 Uhr Bhf. Friedrichshagen. Schönhauser Borst. Bahnhof ( Eingang Schönhauser Allee). Königswnfterhausen 7, Uhr Bahnhof. Niederschöneweide 5 Uhr Bahnhof. oabit 6 Uhr Strom- Ee Turmftr. Süden 5 Uhr Bärwald. Ede Wilmsstr. 5 Uhr Blücherplak, Normaluhr. Wilmersdorf 16 Uhr Rathaus. Wedding 6 Uhr Normaluhr am Nettelbeckplatz. vermögen fchädigt Sie in Ihrem Fortkommen, ganz gleich, welchem Stande Sie angehören. Wenn Sie 20 bis 30 Minuten Zeit opfern und in einem unserer Geschäfte vorsprechen, so fönnen Sie ohne irgendwelche Kosten und ohne Kaufawang Ihre Augen untersuchen lassen und sich volle Gewißheit über deren Zustand verschaffen. Kommen Sie, sobald als möglich! Benötigen Sie feiner Gläser, so sagen wir Ihnen dies aufrichtig und wünschen Ihnen Glück dazu! Optiker Ruhnke Oranienftr. 44, nahe Oranienplay W. Leipziger Str. 113, Ede Mauerstraße Linkstr. 1, Ede Potsdamer Straße Friedrichstr. 193a, Ecke Leipziger Straße Friedrichstr. 106, Ecte Ziegelstraße 20 Geschäfte N. Chauffeestraße 72 Invalidenstr.164, Ede Brunnenst. NW. 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Kurt Götz in: Die Rutschbahn. Walhalla- Theater. 71/2 Uhr: Volksbühne Die kleine Sklavin. Theater am Bülowplatz. Direktion Friedrich Kayẞler. National- Theater. 72: Der Schwarzkünstler. 7 Uhr: Größter Lacherfolg! Deutsches Theater. Allabendlich 8 Uhr: Max Pallenberg in Famille Schimek. Heute 200. Aufführung, Kammerspiele. Allabendlich 8 Uhr: Leopoldine Konstantin in Elfersucht. Theater des Westens Allabendlich 7, Uhr Mia Werber und Hans Wassmann in Die Geisha. Dir.: C.Meinhard- R. Bernauer Theater 1. d. KöniggrätzerStraße 28 Uhr: Der Häuptling. Sonnabend: Der Häuptling. Stg. nachm: Fünf Frankfurter. Abends: Der Häuptling. Komödienhaus an der Marschallbrücke 8 Uhr: Liselott v. d. Pfalz. Sonnab.: Liselott v. d. Pfalz Berliner Theater 18: Sterne, d. wied. leuchten. Sonnab.: Die tolle Komteß. Central- Theater Kommandantenstraße 57. Uhr Die Schönste von Allen. Deutsches Opernhaus Uhr: Eugen Onegin. Friedr.- Wasimst. Theater The Das Dorf shine Glecke. Uhr: Kleines Theater. Die Kinopuppe. Circus Busch Heute 72 Uhr: Circusprogramm, Tänze u. Ein Fest n. d. Stiergefecht. präz.: Ringer- Wettstreit. Wiederaufnahme des Entscheidungskampfes: Urbach Bahn. Ferner sind zu ringen bestimmt: Um den Wandschneiderpreis: Stoll Kyriloff. Um den großen Preis: Pietro Scholz= Hintze APOLLO BOL Friedrichstraße 218 Dir.: James Klein 73/4 Sonntag 73 312 und Gastspiel Anton Herrnfeld m. seiner aus 28 Personen bestehenden Gesellschaft in der 3aktigen Burleske Wer ist der Vater? Vorh. Spezialitäten! Theater am Kottbuser Tor Allabendlich 72 Uhr: ehemalige Elite- Sänger Mitgl. der Stettiner Sänger Seidel, Ruselli, Horst, Schubert usw. Humor. Spielplan Sommerpreise! Blüthgen- Konzert. Th Uhr: Kümmelättchen. Winter- Garten 72 Komische Oper The Schwarzwaldmädel. Uhr: Uhr: Lustspielhaus Die spanische Fliege. Metropol- Theater. Täglich 7%, Uhr: Varieté- Spielplan Rauchen gestattet! 7 Uhr 20 Die Faschingsfee. Berliner Prater Neues Operettenhaus. 7% U.: Die Bame vem Zirkus. Palast- Theater The Uhr: Talisman. Operette in 3 Akten v. Zorlig. Schiller- Theat. Charl. 7 Uhr Der Andere. Thalia- Theater 7% U.: Zur wilden Hummel. Th. am Nollendorfplatz 7 U. Der Juxbaron. Theater d. Friedrichstadt 8 Uhr: So eine Frechheit. Versicherung gegen Einbruch. Ein Polterabend. Wallner- Theater 7 Uhr: Mandragola. Trianon- Theater. Bhf. Friedrichstr.Ztr. 4927,2391 Tägi. 8 U. Heute z. 286. Male: Der gute Ruf von Hermann Sudermann. Sonntag 4 Uhr: Johannistener. Residenz- Theater. Untergrundb. Klosterstraße, Ausgang Stralauer Straße. Täglich 8 Uhr: Das höhere Leben. Schauspiel von Sudermann. Regie: Alfred Rotter. Rose- Theater. 7 Uhr: Ehe- Urlaub. 72 Uhr Gartenbühne: Das sieht sich jeder an. Vorher Konzert u. Spezialität. Luisen- Theater. Die lichtT2: seheue Dame Sonntag 3: Kabale u. Liebe. Voigt- Theater Badstraße 58. 712 Uhr: Das Mutantenmädel. Jeden Sonnabend u. Sonntag: Großer Ball. Reichshall- Theater Allabendlich 7 Uhr: Steiner Sänger Meysel, Britton, Mar Steidl ufw. 12 7/9 Raftanienallee 7/9. Täglich: Barlett- Attrattionen In der Tanz. Ball. Diele täglich: Anfang 4 Uhr. BERND ALDOR in Herr aber Leben und Tod Teddy wird verpackt Lapid in 3 Akten rait Paul Heidemann Admirals- Palast. Täglich 28 Uhr Sonntags 3 u. 7 Uhr Die neuen Ballette Im Gespensterschloß Wiener Walzer außerdem Tanz Revue Admirals- Kino. Der Monumentalfilm Julius Casar Vergnügungspalast Soloßbrauere Schöneberg Hauptstr. 122/123. Freitag, den 20. Junt 2 große Entscheidungskämpfe: Kassatz- Stettin gegen Heide- Berlin, Gametta- Sweiz gegen Barkowiak- Bolen Außerdem: Jackson( Ringer- Riese) gegen Piener- Dortmund. Collon- Pugemburg gegen Bambula, Neger- Champ METROPOL BRAUNES KABARETT BEHRENR. 53 Pau tein ea Bevers! Fritz Berger Kiein Rosa achpillen- Wob Lassi u. Acun Hansi Btzer Franz Romahn Mia Renard Adolf Karnbach Am Flügel: Hensche Conf: Platow Gyigyl Konzerte DIELE ALEXANDERSTR.55 Lachpillen- Wolf Else Garell Karl Stöhr 3 Schwestern Lück Alfred Jansen Mary Walter Rosl Körner Am Flügel: Sawade Cont: Heinsius Ebener Konzerte. Potsdamer Str. 38 Fürstenliebe Filmspiel in 5 Akten. Turmstr. 12 Lili Schauspiel in 4 Akten und Die Tragödie der Manja Orsan. Alexanderplatz- Passage. Friedenau, Rheinstr. 14 Lotte Neumann in: Schatten der Vergangenheit. 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Erfahr. Zuverläss. Rechtsbeistand in Ehe-, Alimenten- u. Vertrauenssach., Gesuche, Verträge, Ermittelungen. Beobachtungen. Tel. Lützow 2494. Achtung. Mit der Dr. v. Kirchbach G. m. b. H., Alexanderstr. 45, habe ch keine Verbindung. Landgerichtsrat von Kirchbach. 5. Zuwiderhandlungen gegen diese Borschriften werben G. 755) fofern nicht nach anderen Borschriften schwerere Strafen verwirkt find, bestraft. Berlin, ben 17. Juni 1919. Gesucht wird für sofort 263/ 14* politischer Redakteur für unser Königsberger Parteiorgan. Reflektiert wird auf erste Straft, politisch erfahrenen Genossen, befähigten Journalisten. Bewerbungen mit Gehaltsforderung und Angabe des Antrittstermins und der bisherigen Betätigung bis am 28. d. Mts. an Rückwaid, Rönigsberg i. Pr., Borderroßgarten 61/62. Fettstelle Groß- Berlin( Butter). Tüchtiger Kaufmann Tgb. Nr. 5328 Fbu. Wermuth. Bekanntmachung. aus ber Lebensmittelbranche, mit guten Renntnissen der Buchführung und aller Kontorarbeiten zur Unterstügung des Vorstandes des Ernährungsamtes gesucht. Erfahrungen im Grogeinkauf werden vorausgesezt. 206 D Schriftliche Bewerbungen mit Gehaltsansprüchen erbittet das Ernährungsanit 10 Modelltischler stellt sofort ein Modellfabrik Hermann Pache, Spandau, Ackerst. 26. Fernr. Spandau 1881. Bom 1. Juli 1919 ab foll in Gemäßheit der Verordnung des Ernährungsministers vom 22. Mai 1919 und nach Anordnung der hierzu von den zuständigen staatlichen Behörden er der Gemeinde Berlin Reinickendorf. laffenen Ausführungsanweisungen die Bersorgung der Berliner Haushaltungen mit Pferdefleisch und Pferdefleischwaren auf Grund besonderer Kundenliften und Pferdefleischkarten erfolgen. Als Wochentopfmenge werden vorausfidjtlich einheitlich 500 Gramm( 1 Bfund) Pferdefleisch oder Pferdefleischwaren zur Ausgabe gelangen. Eine Anrechnung auf die Reichsfleischtarte erfolgt nicht, Es ist notwendig, zunächst die Anzahl der Pferdefletschkarten festzustellen, die im Stadtbezirk Berlin zur Ausgabe gelangen müffen. Wer daher Dom genannten 8eitpunkte ab bei einem Pferdefleischverkäufer Pferdefleisch oder Pferdefleischwaren entnehmen will, hat dies bis zum 21. Juni der zuständigen Brottommiffion anzugeben und zwar für jeden Haushalt die Gesamtzahl der in Frage fommenden Personen. Für Gaft-, Schant-, Speifewieffchaften, Kantinen und ähnliche Betriebe wird der Bezug von Pferdefleisch und Pferdefleischwaren besonders geregelt. Berlin, den 18. Juni 1919. 3. Nr. 450. V. S. Ia. 19. Magiftrat Wermuth. Bersteigerung von Kraftwagen. Am 23. Juni 1919 findet bei dem Reichsverwertungsamt Bertaufsabteilung f. Automobilwefen, Abt. Eisenach, auf dem Gelände der Kammgarnspinneret, Fabrikstraße, 11 Uhr vormittags beginnend, eine öffentliche Versteigerung von zirka 124 Rraftwagen usw. statt. 8ur Versteigerung gelangen: ca. 27 Laftwagen, " 10 Personenwagen, 58 Anhänger, z. 2. mit Einrichtungen, 10 Liefer bezw. Krankenwagen, " 1 Motorrad, " 7 Rampenwagen, M 2 Feldküchen, 4 Zugmaschinen und Walzen, diverse Teile sowie Holzeisenbereifungen. repariertu.unrepariert Die Objekte ftehen zum Teil in der Rammgarnspinneret, Fabrifftraße, sum Sell auf der Petersberger Braueret, Langenfalzaer Straße. Verzeichnis der Bersteigerungsobjette nebst Einzelheiten über bie Bersteigerung ist ab 20. b. in der Rammgarnspinnerei zu erhalten, sowie bei Lösung der Bietekautionstarten in der Dresdner Bant, Geschäftsstelle Eisenach, Karlsplay 23. Die Objekte können am 21. Juni von vormittogs 9 Uhr bis nachmittags 4 Uhr gegen Hinterlegung einer Bietekaution von 500 M. in bar pro Person besichtigt werden. Ohne Hinterlegung der Bietekaution tann bas Gelände der Kammgarnspinneret und der Petersberger Brauerei am 21. Juni fowie während des Bersteigerungstages nicht betreten werden. Bietetautionstarten friherer Bersteigerung haben Teine Gültigkeit, fie müssen neu gelöst werden. Die Ausgabe der Bietetautionsfarten erfolgt burch ble Dresdner Bank, Geschäftsstelle Eisenach, Karlsplay 23, während der Geschäftsstunden am 20., 21. und 23. Dortfelbst werden auch zur schnelleren Abwickelung des Raffageschäftes Depots entgegengenommen, deren Abrechnung am Tage nach der Bersteigerung erfolgt. Fein- Mechaniker, erste Kraft, zum baldigen Eintritt von großem Unternehmen gesucht. Bewerbungen mit Gehaltsansprüchen, Angabe des frühesten Eintrittstermins und näherer Mitteilung über die seitherige Tätigkeit sind unter N. 26 an die Geschäftsstelle d. Bl. zu richten. 214 D Geschäftsführer, tüchtige Kraft, zum möglichst baldigen Eintritt file Verlag und Druckerei der Schlesischen Bergwacht" in Waldenburg gefucht. Bewerbungen mit Gehaltsansprüchen bis 27. Juni an Parteisekretär Karl Franz, Waldenburg i. Schl., Sandstraße 1. Mehrere tüchtige und selbständig arbeitende Werkzeugmacher zu sofortigem Eintritt gesucht. Angebote an Aktiengesellschaft Hahn für Optik und Mechanik Ihringshausen bei Cassel. Barteifetretär. ein Groß- Riel sucht zum baldigen Der Sozialdemokratische BerAntritt einen Gekretär, derfelbe muß rede- und schreibgewandt fein fowie agitatorisches u. or= ganisatorisches Talent befizen. Bewerbungen mit Gehaltsanfprilchen sind bis zum 5. Juli 1919 an das Bureau des Sozial demokrat. Vereins Groß- Kiel, Fährstr. 24, 1. zu richten. Der Vorstand. J. A.: Wolke. 2-3 Mobelpader Kriegsanleihe wird nur dann in Zahlung genommen, wenn der Ersteigerer auch Zeichnungs- oder 8uteilungsschein nachweist, daß er selbst geichner ist. Annahme zum Rennwert. welche Umzüge selbständig leiten Der Vertrieb irgendwelcher Geschäfte oder das Feilbieten und ausführen können, mit irgendwelcher Gegenstände auf dem Versteigerungsgelände ist prima Zeugnissen per sofort nicht gestattet. Eisenach, den 16. Juni 1919. Reichsverwertungsamt Verkaufsabteilung für Automobilwesen ( Baubil). Abteilung Eisenach. Kraftfahrer Kraftwagenmonteure und Schloffer San. Kraftwag.- Abt Breslau. Mobile Löhnung und 5,00 schutzulage. Unteroffiziere und Führerschein. Unbedingte Disziplin. Fa jedes Bezirks- Kommando. Fachbücher Leutr Elelektro Startstr elett. W trizitätslehre 3,35, Ratgebet Arbeitsmethoden im Masch Maschinenbauer 3. Gefeller techn. Rezeptbuch f. Kleinflation Gummifabrikate unb elet id= Brenzn mit 4/ 20* ung burch B. offigter. ngen an 56/9 oder später gesucht. Für unser großes Puyatelier fuchen wir zum balbigen evtl. späteren Eintritt noch mehrere erfte Kräfte und zwar 1. Einrichterin, einige Putz- Garniererinnent. Putz- Zuarbeiterinnen bei hohem Gehalt und bauernder Stellung. Offerten evtl. fchriftlich oder mündlich erbeten. Mertes& Co. Berlin SW 68, Lindenst. 35 Albert Bartel G. m. b. H., Porzellanpacker Aus Berlin W 30, 1650" Mogstr. 79. für Dauerstellung wird gesucht. Straße 109. Hause ( and) Töpfer!. A. Schumann, stage. File feramische Arbeiten werden Schuhmacher se fofort ein Bertmeister bei hohem Lohn verlangt Paul Kaüppel, Curberite. 26, Schneiderinnen felbfttätiger met Gefellen 3. Drehen zwei 1679* gefucht. FUGLEDE KERAMIK, OG LERVAREFABRIK, FUGLEDE, DANMARK. Modelltischler Ede Mozstraße. ( außer dem Hause) fiir elegante Rleider verlangt Modefalon Holler, Leipziger Str. 100. 87/6 Zuarbeiterinnen und Handformer, fir eleg. Kleiber verlangt Mode selbständig, für Dauerstellung salon Holler, Leipziger Str. 100. gesucht. Ausf. Bewerbungen an Selbständige Cifengießerei 207D Marber& Co., Forst N. Taillenarbeiterinnen Zuschneider Betschen- u.Rodarbeiterinnen verl. Moderiemen, genau arbeitend, für Beitschenfalon Soller, Leipziger Str. 100. fabrit im Anschluß an Gerberet Geübte Reliefprägerinnen in dauernde Sieffung fofort und junge Mädchen zum oder später gesucht. Offerten Anlernen verlangt unter P. 25 an die Expedition Heymann& Schmidt A. G. Dieser Zeitung. 1579* Städt. Bekleidungsstelle Neukölln Schönhauser Allee 164. 2105 Lehrmädchen für ein Anopf- Engrosgeschäft stellt tüchtige 80a gesucht. Meldungen zwischen 85 let Schuhmacher und Schneider lation f. tgeber f. Chem. a -10 ihr vormittag Paul Saalfeld ein. Melbungen Bergstr. 29. Berlin C 2, Gr. Präsidentenstr.8. folationem alien 2,75 Selbständige Rahmenmacher ..Der Sanitätsrat Im Haube. mit 235 Abbildungen „ Renngeheimnisse", Wet ' n Farbenbrud 9,-. m Wie muß ich wetten 09D] 8,35 W. Verlag Schran& Co., Bei W, Steinmetzstr. 25 I. 100 möblierte Zimmer für Delegierte des Deutschen Sozialistentages vom 20. bis 23. Juni gesucht. 215D Feste Offerten mit Preis erbittet eiligst Kongreß- Bureau, W. 66, Herrenhaus, Zimmer 9. fofort verlangt. Goldleistenfabrit J. Kristan G. m. b. H., Lindenftr. 16/17. 2139 Vertreter und Reisende für Berlin und Proving zum Bertan f unserer Ia. Backaromen, Kuchenöle u. dql. gegen hohe Brovision gesucht. Franz Richard Rüßner, Ge fellschaft für Chemische Fabri. tation in. b. H., Bin.- Seiniden borf- Weft, Spandauer Beg 5. Tüchtige Pun- u. Zuarbeiterinnen für mein Buzatelier verlangt per fofort 6. Sangen, Wallstr. 11/12. Nähdirektrice welche mit allen in der Stroh- und Filzhutbranche Dorkommenden Arbeiten vollständig vertraut ist, zum Eintritt per 15. 8. bei hohem Lohn und dauernder Stellung gesucht. Offerten unter P.26, Hauptegpeb.Borwärts. „Hefa* Experimente mehrt* Die Stellung der Kölnische» Zeitung". Di«.KSl nische Zeitung' legt dar. loa» sie in der Gchicksaltkrise de» deutschen Volke» die psychologische Wahrheit nennen möchte, und sagt, diese Gedankengänge zwängen die Not- wendigkeit auf, unter Protest zu unterzeichnen. Der Aufsatz schließt:.Oder gibt e» einen anderen Ausweg? Wir glauben nicht I Man möge sich doch nicht drüben im unbesetzten Gebret wieder deutschen Träumen hingeben, au» denen man nur mit furchtbarer Tnttäuschung erwachen würde. Ist man wirklich in Berlin und in Weimar der Meinung, unsere Gegner würden zaudern, au» ihrer Willenserklärung Folgerungen zu ziehen? Wa» und wer in aller Welt sollte sie davon abhalten! Wo sie den Nibelungenschatz unsere» ergiebigsten Kohlenreviers in Reichweite vor sich liegen sehen, wo sie nur die Hand auszustrecken brauchen, um sie auf Deutschlands größte Geschoßwerkstätte zu legen! Wo sie wissen, daß ihr Vormarsch für alle S o n d e r b ü n d l e r im Süden, Norden und in der Mitte da» Zeichen sein würde, um das Reich zu zerstückeln; wo ihnen nach dem Divide, dem Zerkleinern. da» Jmpeve, da» Beherrschen, um so leichter wird! Es mag sein. daß in der Rechnung der Gegner nicht alles so glatt aufgeht, wie sie da» wünschen; denn eS ist eine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Aber in ibr ist Hundert gegen Eins zu wetten, daß es sich alles erfüllen wird, denn mit einem durch Krieg und Hunger körperlich und psychisch zerrütteten Volk darf man nicht mehr Experi» mente machen, die nur Erfolg haben können, wenn da» Ver- trauen in ein« gesunde, kraftstrotzende Volksseele un erschüttert ist. Das ist die bittere psychologische Wahrheit, wie sie jeder sehen muß, der die Dinge betrachtet, wie sie sind, ohne Abblendung und falsch eingestellte Lichter. Da? ist die Wahrheit, wie sie mit uns Hundert- »ausende von Volksgenossen erkannt haben und wie sie von Tag zu Tag weitere Hunderttmrfende erkennen lernen. Wir sprechen sie au» auf die Gefahr hin. Mißdeutungen zu begegnen, weil wir das für unsere Pflicht und Schuldigkeit halten, und wir möchten wünschen, daß die Dolmetscher der VolkZmeinung in Weimar, ehe sie ihre das deutsche Schicksal bestimmenden Entschlüsse fassen, sie prüfen und beachten�' die Urheber öer Spartakuswoche. Eine dreiste Verdrehung der Tatsachen. Verteidigern toll man so leickt nickt» übel nehmen. ES ist nun einmal ihre Pflicht, möglichst alle» zw behaupten, wa» den Ange« klagten reinw iichen kann. Eine Behauptung der Verteidigung im Ledebourprojeß verdient ober doch energisch zurückgewiesen zu werden Der Verteidiger Dr. Herzkeld war e», der sich zu dem Satz verstieg, die SpartakuSunruhen im Januar feien von der Regierung selber angestiftet und provostett worden, um den Ausstand blutig niederschlagen zu können. Diese Behoupiung steht etwa aui der gleichen Höbe wie die Darstellung der Pariser Boulcvardpresie. wonach die abreisende deutsche FriedenSdelegation die Steinwürie gegen ihre AntoS erst provoziert bälte, indem sie der Ver'oiller Bevölkerung die Zunge herauSgestreckt und lange Noten gemacht habe. Wer die Januarcreignisse in Berlin miterlebt hat, der muß wirklich über die Herzfeldkche Bebauptung staunen. So stark dar? doch niemand aus die Vergeßlichkeit der Mitwelt ipekulierenl Gerade unsere Parteigenosicn in Beilin ermnern sich noch auf da» deutlichste, wie gänzlich unvorbereitet die Januarunruhen die Regierung traten. Als die Spartakisten ein Gebäude nach dem andern besetzten, da hatte sie kaum«in paar Hundert Mann zuver« lässiger Truppen zur Verfügung, die gerade hinreichten, um die Gebäude der Regierung in der Wilhelmstraße gegen Ueber- rumpelung zu schützen. In diesen Gebäuden hat die Re« pieruug tagelang abgeschnitten von der Welt wie auf einer Insel gelebt. Parteigenossen wrssen noch davon zu berichten, wie sie mit acht Mann und fünf Gewehren nachiZ die wichtigsten Posten beschützen mußten, wo im Ernstfalle Komgagnien notwendig gewesen wären. Die Truppe, die den Reichstag besetzte und dort ein Fretwilligenregiment gründete, betrug ursprünglich ganze vierzig Mann. Erne am 7. Januar spontan von demonstrierenden Partei» genossen gebildete Truppe von ganzen löv Mann wurde noch da- ma'S, am dritten Tage de» Aufstände», al» bedeutende ver« stärtmig der Regieruvgtmacht begrüßt und mußte tagelang ohne Ablösung oder Verstärkung einen der wichtigsten Posten halten. Während dreier ganzen Zeit war die Lag« in Berlin auf da» äußerste gefährdet. Der Machtbereich der Regierung erstreckte sich auf einen Bezirk von wenigen Straßen im Zentrum der Stadt. Und diese verzweifelte Situation, die sich nur ganz langsam besten«; soll die Regierung provoziert haben! Provoziert, um mit den Truppen, die sie nicht batte, d«n Aufstand«blutig nieder- schlagen' zu können! Sie müßt« ja au» Irrsinnigen be- standen haben, wenn sie so gehandelt hätt«! Di«.Beweise' der Gegensätze gründen sich daraus, daß in den besetzten Gebäuden Spitzel der Regierung gewesen sein sollen. Aber hatte nicht auch Spartakus seine Spitzel bei fast jedem Truppenteil der Regierung. Aus der Truppe, die sich im Reichstag bildete, mußten Dutzende von Personen herausgeworfen werden, weil ganz offenbar war, daß sie sich nur hatten anwerben lassen, um die Pläne der Regierungskuppen an Spattaku» zu verraten. Die Sicherftelluog öer Voltsernährung. Ein angenommener sozialdemokratischer Antrag. Dem Ausschuß für ErnährungSfragen der Preußischen Lande»- Versammlung lag ein soziakdeenokratischer Amoag zur Beschluß- nähme vor. der im Interesse einer besonderen Ernährung de» schwer leidenden Volke» eine Reih« neuer Maßnahmen für da» nächste Erntejahr vorsieht. Zur Sicherung und Steigerung der LebenSmittekerzeuglmg verlangt der Antrag die Organisie- rung von Arbeitigemeinschaften der Landwitte zu aegsnseitigcr Hilfe, die genossenschaftliche Beschaffung rnch Verwendung l a n dw i rtscha f t l i che r Maschinen und Geräte unter Zuhilfenahme der Heeresbestände und Sicher- stellung der Betriebsmittel dafür. Die Produttion der k ü n st- lichen Düngemittel soll gefördert werden. Der Antrag ver- langt weiter die zwangsweise Bewirtschaftung brachliegender Felder und die Verpachtung von geeignetem Foeiland für K l e i n- qartenbau an kleine Leute zu mäß'gen Preisen. Die Be- schaffung von Arbeitskräften soll durch Einrichtung össent- licher und paritätisch verwalteter ArbeitSnachwcii« wesentlich erleich- Kci werdan Dem Wohnungsbau auf dem Lande fft er- höhte Aufmerksamkeit zuzuwenden, ebenso wie der Herbeiführung von T a r i f v e r t r ä gc n zwischen den Organisationen der Arbeit- gebar und Arbeitnehmer über Löhne, Arbeitsbedingungen usw. WaS die Bewittsch astung der Lebensmittel angeht, so hält der Antrag an der öffentlichen Bewirtschaftung der für dt« VolkSer- nährung wichtigsten Lebensmittel unter Mitwirkung der Genossen- schatten und der Vertreter der Organ Nationen der Produzenten und Verbraucher bei der Durchführung der TrfassungS- und Verteilung»- maßnahmen fest. Eingriffe in die Milchviehbestände sollen tunlichst vermieden, die Viehkatester allgemein eingeführt werden. Endlich sollen die Viehhandelsverbände einer durch» greifenden Reorganisation unterzöge» werden. Bezüglich der Preis- polstik Mctanat der Lritwg Mc Bnftrtfttm« de» fyfUBuWM»» mto* der Wrrtzft. Hinsichtlich der Verteilung der Lebensmittel soll die Zu- führung der öffentlich bewirtschafteten Lebensmittel der eigen« Produktion und der vom Ausland kommenden an di« Bevölkerung durch Vermittlung der Kvmmunalverbände unter Mitwirkung der Konsumgenossenschaften und Vertreter der Per- bvaucherorganisationen vor steh gehen. Alle im Besitz der HeereS- Verwaltung befindlichen, über den eigenen Bodarf hinausgehenden Bestände sind für die Versorgung der Zivilbevölkerung zu billigen Preisen sofort freizugeben. Zum Schluß verlangt der Antrag die Bereitstellung von Staatsmitteln und der Ueberschüsse der Vieh- handelSverbände zur Abgabe von Lebe ns Mitteln zu bil- liger'n Preisen an die bedürftigen Kreise der Bevölkerung. Die Bereitstellung von Staatsmitteln zu letzterem Zwecke wurde gegen die sozialdemokratischen Stimmen abgelehnt, im übrigen fand der Antrag in der Ausschußsitzung vom 17. d. M. A u n a h m e. die Zkten über öie armenische Klage. Herr Ismail Hakki, der Berliner Vertreter der türkischen Zeitung„Jeri Gun"(Neuer Tag), bittet unS um die Veröffent. lichung folgenden Artikels: Den Artikel des„Vorwätts" über die.A r m e n i s ch e F r a g«' habe ich mit großem Interesse gelesen, zumal e» da» erste Mal ist, daß eine europäische Zeitung dem türkischen Volk« gegenüber eine gerecht« Stellung einnimmt, denn e» ist eine alte Tatsache, daß, sobald e» sich um eine Metzelei im Orient handelt, die Türken als die Hauptschuldigen dargestellt werden. Um die betreffenden Taffachen klarzustellen, werde ich einig« Motte hinzufügen. Von den Armeniern und Griechen ist eine Pro« paganda in Bewegung gesetzt worden, welche sich im Laufe de» 19. Jahrhundert» selbständig entwickelt hat und frei arbeitet. Wie der russische Generalkonsul in Villajet Van MayewSki in soinem Buche»Le« maszacre* dArmenie' schvieb: .Mittel» dieser Propaganda der Armenier und Gttechen ist di« Barbarei der Türken und der Mohammedaner im allgemeinen m Europa der Oeffentlichkeit bekannt und von derselben geglaubt worden. Wenn man die Wahrheit sagen will, was und wie sie ist, muß man eingestehen, daß im Orient nicht die Mohamme- daner. sondern di« orientalffchen Christen die Barbaren sind. Im Ott«,« sind es die Christen, die die Missetaten begingen und alsdann die Schuld auf die schutzlosen Mohammedaner wälzten.' Einem Europäer scheinen diese von dem General MayewSki zitierten Zeilen nicht glaubwürdig, weil in Europa immer von den Greueltaten der Türken geredtt wurde. Die Türken haben keiner- lei Gegenpropaganda in» Werk gesetzt, um sich zu vetteidigen, da sie nicht mit einer derartigen Wirkung der Propaganda rechneten. Sie glaubten an die nackte Wahrheit, di« aus sich selbst heraus siegt. Unglücklicherweis« fft die» aber niemal» der Fall gewesen. Im Balkankriege wurde die ganze mohammedamsche Be- völkerung in Mazedonien von den christlichen alliierten Otthodoxen, d. h. von den Gttechen, Bulgaren und Serben und deren Heffer»- Helfern, den Armeniern, zu hundett- und aber Hunderttausenden er- drosselt, einschließlich ihrer Fronen, Greise und Kinder. Außer Pierre L o t i» Schrei hat niemand«in Echo dieser blutigen Wahr- heit in Europa erzeugt und so hat keiner Kenntnis davon ge- notmnvn. In dem Artikel über di«.Armenische Frage' wurde von„PoN- tischem' Fanatismus gesprochen. Da» ist ein ganz zutreffender Au». druck, wenn«» sich um die ottentalischen Ereignisse handelt, aber e» ist nicht nur auf die früheren türkischen Mochthaber anzuwenden, sondern auf alle Teile der ottentalischen Politiker. Im Ottent gibt e» für den politischen Gegner kein Pardon und man beschränkt sich reicht darauf, den einzelnen Gegner mit den menschlichen Waffen zu bekämpfen, sondern man geht auf die ganze Bevölkerung mit allen unmenschlichen Waffen vor. So ersehen wir auch au» den im Iah« 1918 in Armenien geschehenen Ereignissen, denselben von nn» geschildettvn Charakter de» politischen Fanatismus. Diese» ist nicht meine Anficht al» Türke, sondern al» Mensch. ES gibt vieleicht kein Volk außer den Türken, welchem daS Schicksal der unglücklichen Armenier dennoch so nahe gegangen ist. Da? türkisch« Volk hat, wie unparteiische Zeugen immer wieder zugeben müssen, nicht mir die armenische Deport«- tion mißbilligt, sondern Hot in den meisten Gegenden, wo die armenischen Ausweisungen sich abgespielt haben, die Vertrie- denen bei sich ausgenommen und oft unter eigener Gefahr ge- schützt. Hingegen in den östlichen Provinzen der Türkei wurde kein einziger Türke van den Greueltaten der armenischen Banden verschont. Im Südkaukasu», im persischen Aserbeidschan, auch in Mittelasien haben sich dieselben Greueltaten abgespielt. Z. B. find in Kokand 36 Moscheen eingeäschert und der größte Teil der Stadt mit ca. 10990 Simvohnecn, Frauen und Kinder mitinbe- griffen, durch bewaffnet« aumenffche Horden getötet worden, vorige» Jahre brachte die Vossische Zeitung' einen Artikel mit einem kleinen Teil von diesen Nachrichten. Die Wehren Dörfer aus dem Süd- kaukafu» will ich nicht alle anführen, sondern nur noch einige größere Städte nennen, in denen sich gleiche schreckliche Metzeleien abgespielt haben. Di« alte histottsche Stadt Schemacha fft mlt fljren 80 099 Einwohnern von den armenischen Banditen vollständig vernichtet. Di« Stadt ist dem Erdboden gleichgemacht und ist jetzt nur noch ein lebloser Trümmerhaufen. Von der Bevölkerung find nur diejenigen gerettet worden, die fich während der Metzelei nicht in der Stadt aufhielten. Im persischen Aserbeidschan ist die alte historisch« Stadt Dillmaun mit ihren 49999 Emtvohnern ebenfalls vernichtet. Bevor die Stadt Baku von deu aferbeidschani scheu Truppen befreit wurde, haben die armenischen Banditen 8999 Mohamme- daner auf der Sttaße vor den Augen der Well abgeschlachtet, mit Petroleum begossen und in Brau« gesteckt, auch einschließlich der Frauen und Kinder. Ich will dies« erbitternden Beispiel« nicht weiter ausführen. Die genormten, in obigen Städten begangenen Greueltaten find nur ein kleiner Bruchteil de» Ganzen. Leider find diese Gewalttaten nie von den europäischen Zeitungen erwähnt worden. Was im Jahre 1918 in der Türkei gegen die Armenier unternommen wurde, war nicht» als dec zweit« M der schrecklichen Tragödie. Diesem politischen Fanatttmu» im Orient muß von allen Selten unbedingt ein Ende gemacht werden, und zwar nicht nur von einer Seit«, sondern von der Allgemeinheit, d. h. auch von den be» schuldigten, verbrecherischen Armeniern, di« sich jetzt al»»National- Helden"(wie Hamazasp. Mourad, K>iri, Antranik usw.) ihrer Greuel- taten gegen die Türken rühmen. Wenn man Im Ottent di« seit Jahrhundetten blutenden Wunden der Menschheit heilen will, muß man nicht einseitig, nur die christliche Bevöfferung schützend, vorgehen, sondern al« Mensch handeln. Die Menschheit braucht eine unparteiische Gerechtigkeit, ohne Vorurteile und wir Tücken bitten, auch die Türken und dw anderen Mohammedaner(wie berett» die Armenier, Grieche» usw.) äU einen Teil tzer Menschheit z» dttr achte». Staötverorönetenversammlung. Soziale«ad Wohnungssürsorge. Die Gewährung eine» laufenden Zuschüsse» von 8 Proz. zu den Bezügen der städtischen Meister ab 1. Januar 1919 und besonderer Kinderzuschläge neben dem Gebaltszuschlag ebenfalls ab 1. Januar 1919 an die Beamten und dauernd Angestellten wird beschlossen.— In Erlediquno des Antrags der Demokraten wegen Errichtung eines Pflegeamts für sittlich gefährdete Mädchen und Frauen wird nach dem von Dr Wetzl(U. Soz.) erstatteten Ausschußreferat beschlossen, den Magistrat um tunlichst beschleunigte Einbringung einer ent- sprechenden Vorlage unter Zuziehung geeigneter Sachverständiger zu ersuchen, auch bei der Preußischen Landesversammlung zu be- antragen, die Sittenpolizei vorweg an die Siadt übergehen zu lassen.— Hierauf kommen die Anträge der U. Soz. und Soz. betr. Bekämpfung des Schleichhandels mit Wohnungen zur Verbandkung. Die Anträge»erlangen wirffame Maßregeln gegen die Wohnung»- Hamsterei und den Schleichhandel mit Wohnungen sowie gegen da? Anbieten von Belohnungen für den Nachweis und das Vermieten von Wohnunaen. Eine Vorlage will mit 845 999 M. für drei Jahre 599 Wohnungen aus der Zahl der durch Zuschüsse wobnreif ge- machten Wohnungen beschlnanabmen und für die Wohn ungfuchen den in Reserve halten.— Dr. Weinberg(11. Soz.) gibt eine Darstellung >der zurzeit auf dem WabnungSmarkte Herrschenben skandalösen Miß- stände; ein infames Schieber- und Schmarotzertum habe sich brei' gemacht und werde durch faule Möbelgeschäste begünstigt Stedtnv Löhning bestätigt, daß der WohnungSwucher unerträglich geworden sei und daß nur noch drastiische Abhilfemittel wicksam fein würden. Ein amtliches Verbot des Anerbietens, der Annahme und Zahlung solcher Belohnungen stehe in naher Aussicht; der Woh- nungsnachweis weide entsprechend ausgebaut werden, die Befug- nisse der Mieteinigungsämter würden im Interesse verstärkten MittcrschutzcS erweitert werden, daß auch di« Berechffgu;,« von Kündigungen ihrer Kompetenz unterstehen soll. Als letzt« Zuflucht werde eventuell auch in Berlin nach dem Vorgange CharlottenburgS die Inanspruchnahme größerer, für den Inhaber entbehrlicher Woh. nungen ins Auge zu fassen sein.— Ladcndorfs(Dem.), der Ver- treter d«S organisserten Berliner HausagrarrertumS, stellt fich als Wortführer deS»seßhaften' Hausbesitzes ebenfalls zu dem Gauner- tum auf dem Gebitte des Wohnungswuchers in scharfen Gegensatz. desgleichen Rüffer(Bg. Vgg.). Die Anträge und die Vorlage finde:; einstimmige Annahme.— Ein Antrag der Bg. Vgg. verlangi ein« abermalige Abänderung des Bauplans für die A.<5.®.« Schnellbahn Gesundbrunnen— Neukölln, damit mich di« nördliche Eildstrecke vom Humboldtham ab als Untergrundbahn ausgeführt wird. Stadtrat Nlberti erinnert an die erschöpfenden, zum Teil leidenschaftlichen Debatten, die vor Jahren dreimal um diese For- derung gepflogen sind; neue Momente seien seitdem nicht ringe- treten, und auch ein neu aufgetauchtes Projekt fei undurchführbar, da es d-ie Kosten um die phantastische Summe von ca. 29 Millionen Mark verteuern würde. Es wird AuSschußberatung beschlossen.— Frau Wurm(U. Soz.) begründet einen Antrag, den weiblichen Erwerbslosen Erwerbslosennnterstülzung in gleicher Höhe zu bewilligen wie den männlichen. Stadtrat Süssem bach: Die Stadt hat nicht das Recht, einseitig die allerdings nicht ausreichende Unterstützung zu erhöhen, die Regierung würde sich auch der eventuellen llebernahme der monatlich 3 Millionen Mark betragenden Mehrkosten widersetzen. Wirlschaftlich würde in der Annahme deS Anttags geradezu ein Unglück zu erblicken sein, Für die weiblichen Erwerbslosen treffe die Annahme, daß fie rm Durch« schnitt ebenso arbeitswillig seien als die männlichen, leider nicbt zu.(Hörtt hört!, Widerspruch und Unruhe.) In der weiteren De- batte erklärt Alexander Wurm(U. Soz.) das Material des Stadt» rats für nicht völlig zuverlässig. Vor allem sei es unberechtigt, de« Frauen vorzuwerfen, daß sie Landarbeit nicht annehmen walten; es dürfe ihnen nicht zugemutet werden, sich eine unwürdige Be- Handlung, womöglich Mißhandlungen und eine erbärmliche Ver- Pflegling durch unser« unbelehrbaren Agrarier gefallen zu lassen. Streiter(Bg. Vgg.) behauptet, daß auch die aus dem Felde zurück- gekehtten Schwestern im Krankenpflegeberus Arbeit anzunehmen sich weigern. Der Antrag geht an einen Ausschuß.— Gottfried Schulz (U. Soz.) und Wildegmis(Soz.) empfehlen den Antrag beider soz. Fraktionen auf Verschmelzung des Hochbauentwurfs für Hei zun- lagen und des elektrotechnischen Bureaus der St. E. W. in ein selbständiges Maschinenbauamt. Wege(Bg. Vgg.) verspricht sich von der Neueinrichtung ein« stark gesteigerte Ausnutzung der Kohle; auch Dr. Levy(Dem) sympathisiert mit dem Antrag, der daraus einem Ausschuß überwiesen wird.— Ferner beantragen die soz. Partein die Reservierung eines Fonds von 25 999 M. zu Vergütungen an Arbeiter und Beamte, die praktisch verwertbare technische oder or- ganisawrisch« Anregungen geben, welche die Betriebsunkosten ver- ringern. Auch hier wird Ausschußberatung beschlossen.— Dem Ge- memdebeschluß betr. die anderweite Gestaltung der Fürsorge für Kriegsbeschädigte und deren Hinterbliebene stimmt die Versamm- kung zu, ebenso der einstweiligen Fortführung der Arbeit des„Ra- ttonalen Frauendienstes', der sich am 1. Juli d. I. auflöst. Ober- bürgermeister Wrrmuth spricht der Tätigkeit dieser Frauenorgani- sation Dank und Anerkennung aus.— Schluß*410 Uhr. 20. Verbanöstag öer Srauerei» uuö Nlühlen- arbeiter Deutschlanös. .. Im Fesffaal des Stuttgarter GewcrkschaftshauseZ traten vor einigen Tagen die Brauerei- und Mühlenarbeiter zu ihrer dies- lahrigen Tagung zusammen. Anwesend sind 88 Delegierte und 12 Bezirkslttter. D»e Generalkommisfion vertritt Cohen» Berlin, aus der Schweiz ist der Vorsitzende de? dortigen Bruder- Verbandes, Kollege Sch i f f e r st e i n- Zürich, und aus Däne, mark die Kollegen Hansen und P au Isen erschienen. Bockert vom Vorstand eröffnet den Verbandstag, ehrt das An- denken der Toten, wobei er besonders die unvergänglichen Verdienste des verstorbenen Verbandsvorsitzenden Etzel und des Haupt- vassterevS Kager! hervorhebt; S ch i f f e r ste i n- Zürich ent- bietet die Grüße der schweizerischen Kollegen und hofft, daß die internationalen Band« nach Beendigung des Weltkriege» noch inniger werden, wie sie vor Ausbruch der Katastrophe waren. Auf Antrag Müller- Mannheim wird noch die Frag« der S o z i a l i- sierung und deö Rätesystems nachträglich aus die TageS- ordnung gesetzt. Den Vorstandsbettcht gibt Bockert. Während des Krieges sank di« Mitgliederzahl auf 16 999. Aber auch die Gesamtzahl der in der Brauerei- und Mühlenindustri« Deschäftigcen ging von 169 999 im Jahre 1914 auf 99 999 zurück. Heute sind von den OrgamsationSfähigcu 89 Proz. organisiert. Da nunmehr die Vor- arbeiten für eine Reichsgetreidemühlenzentral« so weit gediehen sind, daß nach Klärung der politischen Lage sofort mit der Durchführung begonnen werden kann, dürfte nunmehr mich die Bahn frei sein für einen Reichstarif. K e p p l e r- Berlin geht nock besonders auf die Lage der Mühlenindustrie ein. Von einer Sozialisierunst der gesamten Mühlenindustrie könne vorerst keine Rede sein, hingegen sei aber den Gemeinden die Mögkichkei, der Kommunalisierung der Mühlen gegeben. Den Kassenbericht er- gänzt der stellvertretende Hauptlassierer H a p k e- Berlin. Di« Ausgaben der letzten vier Jahre übersteigen die Einnahmen um 125 999 M. Der Redakteur der.Berbandajeitung', Fritz Krieg, schildert die Schwierigkeiten und Hemmungen, unter denen da» Verbandsorgan während der.Kriegszeit zu leiden hatte. Den Reigen der Berichte schloß W i t t i ch- Frankfurt a. M., der de» vorliegenden Bericht des VerbandsauSschusse» ergänzte. An den Vorstandsbericht schloß fich eine äußerst lebhafte De« hatte, über die wir später berichten. Verbandstag der Holzarbeiter. = auslaufe und eine gentigenbe Entschädigung feffgelegt werben. Eine[ Das Referat zum 1. Punkt Ser Tagesordnung hatte der Ge Reihe weiterer Anträge, die die Arbeitszeit, den Gesundheitsschuh, noffe Dr. 8 shimmer Jena übernommen, der in scharfen, flar Am Beginn der geftrigen Tagung erhält zunächst Siegle- Lohnbewegung und Ferien ufw. betreffen, bittet er anzunehmen. präzisierten Gedankengängen, oft bon lebhaftem Beifall unterBerlin als Korreferent das Wort. Er sieht in den Arbeiterräten Den Antrag auf Verbot der Affordarbeit jedoch abzulehnen. brochen, den Werkgenossen der Industrie die Notwendigkeit und die nicht nur ein Mittel, sondern auch ein Ziel. Das Mittel sei die Dik- Böse Berlin ist Gegner der Tarifverträge, da sie uns in der Möglichkeit der Sozialisierung der optischen Betriebe vor Augen tatur des Proletariats, die zur Verwirklichung des Sozialismus Bewegungsfreiheit bindern; wenn wir aber Tarife abschließen, so führte. Demokratisierung der Betriebe durch Einsetzung von Beführen soll. Den Arbeiterräten müsse auch die politische Macht müßten diese ganz kurzfristig sein. Wir wollen unsere Mitarbeit triebsräten nicht zur Dekoration, sondern zur wirklichen Mitbestim gegeben werden. Die Gewerkschaften haben für die Verwirklichung hierin nicht versagen. Die Ueberstundenarbeit dürfte in einem mung sei die sich ergebende Konsequenz. Redner weist darauf hin, des Sozialismus nichts getan. Im Anfangsstadium der Arbeiter( Reichstarif nicht enthalten sein. daß diese Kontrolle und Mitbestimmung in der Geschäftsleitung räte brauchen wir die Gewerkschaften noch. Gs feien zwar viele Nachdem sich noch Meyer Nürnberg, Dörfer Fürth, nicht zur Unterdrückung der Initiative des einzelnen führen dürfe. Säße in der Resolution anerkennenswert, doch sei sie grund- Tempel- Dresden, Popp- Würzburg und ille- Nürnberg an Die rege Diskussion ließ keinen Zweifel darüber, daß die hinter den Täglich zu verwerfen. der Debatte beteiligt hatten, wurde die Verhandlung auf Freitag Delegierten stehende Hand- und Kopfarbeiterschaft nicht mehr geBatter- Düsseldorf spricht sich dafür aus, daß die Gewerk- vertagt. willt ist, noch länger mit der Sozialisierung zu warten. Nicht die schaften und Arbeiterorganisationen nach dem Funktionieren des Phrase war maßgebend, sondern die ruhige Ueberlegung einer hochRätesystems beiseite stehen müssen. qualifizierten Belegschaft, welche sich der Größe und der sich daraus ergebenden Verantwortung ihrer Aufgabe bewußt ist. Die borgelegten Richtlinien für die weitere Tätigkeit wurden einstimmig angenommen. Ein Aktionsausschuß von 15 Personen wurde mit der meiteren Durchführung betraut. Die Zentrale bildet in enger Berbindung mit Berlin Jena. Wir sollten ruhig das ganze Wirtschaftsgebäude nieverbrennen Laffen, um dann von Grund auf neu zu bauen. gaben der Betriebsräte. 9 Meher- Nürnberg wünscht bessere Aufklärung über die AufKellermann Stuttgart spricht sich für die Resolution aus. Die Diktatur des Proletariats müssen wir ablehnen, da wir alle produktiven Kräfte gebrauchen. Wir dürfen nicht unser Wirtschaftsleben bernichten lassen. Wenn wir früher für das gleiche Wahlrecht Wendler Köln hält die Diftatur des Proletariats für eine sklavische Nachahmung russischer Zustände. fämpften, so können wir es heute nicht verwerfen. Bafter Düsseldorf verteidigt nochmals seinen Standpunkt und legt den Aufbau der Räte nach seiner Auffassung dar. Das allgemeine Wahlrecht sei erledigt. Das Proletariat müsse nach dem Nicht langfame Gewerkschaftsarbeit kann uns nüßen, sondern nur Niederbruch große Opfer bringen, um zum Aufbau zu gelangen. das, brutale Durchfeben unserer Forderungen, die Weltrevolution. Suber München: Wir müssen die Arbeiterschaft erst zum Sozialismus erziehen, fonst bringen wir selbst in den Betriebsräten nicht durch. Die Mitarbeit der Gewerkschaften hätte nicht abgelehnt werden dürfen. Nachdem sich noch E de I- Raffel gegen die Auffassungen Baffers getrendet, erhält Tarnow das Schlußwort. Er betonte, daß er die politischen Forderungen absichtlich aus der Resolution fortgelaffen habe, um einer Zersplitterung vorzubeugen. Es sollte das heraus gehoben werden, was uns eint. Die Sozialisierung ist ein jahreund zahrzehntelanger Entwicklungsprozeß. Gr widerlegt in flarer Weise die einzelnen Ginwendungen Siegles sowie die Ausführungen Bakkers. Von der Opposition find teine klaren Vorschläge erfolgt. Wir müssen uns davor hüten, die Diktatur des Proletariats zu einer Diktatur der Unwissenheit werden zu lassen und alle Auswüchse bekämpfen. Gin Teil der Delegierten der Opposition lassen durch Siegle erklären, daß sie auf dem Boden des politischen Rätesystems im Gegensatz zum bürgerlichen Parlamentarismus stehen und die Resolution Tarnow, troßdem fie gute Gedanken enthält, ablehnen müßten. Die Resolution wird gegen 27 Stimmen angenommen. Danach erhält Neumann das Wort zum Bunft 6: Lohnbewegung und Tarifverträge. Er gibt einen vortrefflichen ausführlichen Bericht über die Schwierigkeiten, mit denen die Lohnbewegung während des Krieges au kämpfen hatte. Zum Schluß, wendet sich Redner gegen die Ausschaltung der Instanzen bei Streiks und ermahnt vor Eintritt in dieselben, erst alle anderen Mittel zu benußen. Schleicher erstattet Bericht von der Statutenberatungstommission. Er empfiehlt Annahme der Anträge die die Revision der Lohntlassen fordern. Ebenso einen Antrag Dresden, der fordert, Vereinbarungen über die Lehrlingsfrage in den Tarifen aufzunehmen. Es soll die dreijährige Lehrzeit, gleiche Arbeitszeit, Kontrolle über die Ausbildung der Lehrlinge durch die Arbeiter = Verbandstag der Handlungsgehilfen. Im Künstlerhause zu Nürnberg traten am 16. Juni die Bertreter der freiorganisierten Handlungsgehilfenschaft zu ihrem 10. Verbandstag zusammen. Der erste Tag wurde durch eine versprochen wurden. Die öffentlichen Verhandlungen begannen am trauliche Sibung ausgefüllt, in der interne Angelegenheiten be17. Juni und wurden vom Verbandsvorsitzenden Urban mit einer Begrüßungsansprache eingeleitet. Der Krieg hat auch unsere Organiſation schwer getroffen. 832 treue Mitglieder sind im Felde gefallen. In der letzten Zeit hat der Verband gewaltig an Mitgliedern zugenommen. Ihre Zahl beträgt schon jetzt etwa 165 000. Zur Leitung der Verhandlungen werden als Vorsitzende UrbanBerlin und Grau- Nürnberg, als Schriftführer Gsimenaue- Frankfurt a. M. bestimmt. Das Referat über die Betriebsräte hielt oenen- Halle. Bet der Aussprache über das Arbeitsverhältnis wurde festgestellt, daß die Beschäftigung in der Industrie eine sehr gute ist, so daß in einzelnen Orten, wie z. B. Weglar, von einer Arbeitslosigkeit der Berufsgenossen nicht zu sprechen ist. Ein Antrag, die 44stündige Arbeitszeit und dadurch den freien Sonnabendnachmittag zur Durch führung zu bringen, wurde einstimmig angenommen, Ende. Mit der Verpflichtung, sofort mit aller Energie im Sinne Nach zweitägiger ernster Arbeit erreichte die Konferenz ihr der angenommenen Entschließungen in ihrem örtlichen Wirkung freis zu arbeiten, reiſten die Delegierten in ihre Heimat. Neuer Straßenbahnerkampf? Eine von fünfzehntausend Straßenbahnern be Bors. Urban gibt dann den Geschäftsbericht des Vorstandes. bandstätigkeit. Nach und nach wurden 70 Proz. aller männlichen Der Referent schildert die Wirkungen des Krieges auf die BerVerbandsmitglieder zum Heere einberufen. In der ersten Zeit schien die Organisation durch die steigende Stellenlosigkeit gefährbet, weshalb man sich beranlaßt sah die Arbeitslosenunterstübung um 50 Proz. zu kürzen. Da aber die Stellenlosigkeit in dem be- fuchte Versammlung nahm Mittwoch, den 18. d. N., nachts. im fürchteten Umfange nicht eintrat, konnte die Unterstüßung bald Sportpalast, Potsdamer Straße, zu ihrer Lohnbewegung Stellung. wieder auf 75 Proz. hinaufgefeht und schließlich wieder im vollen Knobel vom Deutschen Transportarbeiterverband berichtete und Umfange gewährt werden. Zur Unterstützung der Familien der führte aus, daß Verhandlungen stattgefunden haben, die aber zu Kriegsteilnehmer und der noch nicht bezugsberechtigten oder aus- feinem Ergebnis gelangt sind. gesteuerten Arbeitslosen wurde eine Kriegsunterstützungskasse errichtet, die segensreich gewirft hat. Lohnbewegungen fonnten nicht geführt werden, die im Gange befindlichen mußten bei Kriegsausbruch abgebrochen werden. Dies geschah nicht mit Rücksicht auf den Burgfrieden, sondern auf Grund der wirtschaftlichen Verhältnisse. In der Kriegszeit haben sich die Angestellten vielfach aus untenntnis von den Unternehmern zum Verzicht auf ihre Rechte, die ihnen das Handelsgesetzbuch gibt, bewegen lassen. Leider haben sich an solchem Vorgehen auch Konsumvereine beteiligt. Der Verband hat eingegriffen, wo er von derartigen Fällen Kenntnis erhielt. Gewerkschaftsbewegung Der Arbeitgeberberband der Straßen und Kleinbahnen weist darauf hin, daß zurzeit Verhandlungen atvischen ihnen und dem 8wedverband Groß- Berlin stattfinden und wenn diese ihren Abschluß gefunden haben, soll sofort in weitere Verhandlungen mit den Vertretern der Straßenbahnangestellten getreten werden. In der Diskussion sprachen sich alle Redner gegen den Vorfchlag des Arbeitgeberverbandes aus und hoben hervor, daß der Borschlag der Arbeitgeber nur ein gefchicktes Manöver sei. um die Verhandlungen möglichst weit in die Länge zu ziehen. Ein solches Anfinnen könne unter feinen Umständen mitgemacht werden. In einer einstimmig zur Annahme gelangten Resolution wire dem Arbeitgeberverband eine Frist bis zum 27. Juni gestellt, und wenn bis Ablauf dieses Termins ein befriedigendes Resultat nicht borliegt. behalten sich die Angestellten den Beschluß, weitere Schritte Reichskonferenz der optisch- mechanischen zu unternehmen, vor. Industrie Deutschlands. Angestellten Ausschüsse der Heeresbetriebe uw. Der Wter fämtlichen Mitglieder aller Angestellten Ausschüsse der Fachgruppe 3 b zehner- Ausschuß der Militärbehörden und Heeresbetriebe fordert die auf, vollzählig am Sonnabend, den 21. Juni, vormittags 9 Uhr, zu der von den freien Gewerkschaften einberufenen Versammlung im Lehrervereinshaus, Alexanderplat, zu erscheinen. Blumberg. Jacoby. In Jena der Hauptstätte der deutschen optischen Industrie, tagte am 16. und 17. Juni die Reichskonferenz der Hand- und Kopf arbeiter der vorgenannten Berufsgruppe. Vertreten waren auf der Konferenz jämtliche Orte Deutschland mit optischer Industrie durch 51 Delegierte, Hand- und Kopfarbeiter, außerdem 2 Vertreter der Ortsgruppen Rathenow und Göttingen des Deutschen Berantwortlich für Rolitik: Artur Ridler, Charlottenburg, für den übrigen Metallarbeiterverbandes. Teil bes Blattes: Alfreb Scholz, Neukölln; für Anzeigen: Theobor Glode, In- Buchbruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. in Berlin, Lindenstr. B. Berlin. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Hierzu 1 Beilage. Die Tagesordnung lautete: Sozialisierung der optischen dustrie, Betriebsräte und Regelung des Arbeitsverhältnisses. 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