Nr.318. 36. Jahrg. m» i» ii yji« SStetrtfa�rt. 9,— Ml, monafl. 8,— Mk. frei ta« Hau», ootous zahlbar. Post» bezug: Monatlich I,— Ml. exkl. Iu- stillungsgebsthr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 6,25 Ml, für da» übrig» Ausland 1025 Ml, bei täglich eimnal. Zustellung 8,25 Ml. Postbestellungen nehmen au Därretnari, Holland, Luxemburg, EHmeden o. die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitunge-Preislist«. Der.Borwürt»" mit der Sonntag»- beilagt.Poll u. gut* erscheint wochen- tSgllch zweimal. Sonntag» einmal. Abend Ausgabe. ?elegrannn�ldr«ff«? «Sozia ISe-uotrat verkln». Berliner Oolksblntt. Zentralorgan der rozlaldemokratlfcben parte? Deutfcblando. ( 10 Pfennig) SlnzeigeuprriS j Sie nchtgefpaltene Ronoareillezelle lostet l20 MI,««leine Au, eigau-. da» fettgedruckte Wort 50 Pfg. lzulüsstg 2 fettgedruckt» Wo«e>, jede» weiler» Wort 25 Pfg. Etellengeluche und Echlafstellenanzeigen das erste Wort 40 Pfg. jedes weitere Wort 20 Pjg. Worte über 15 Buchstaben zählen'üt zwei Worte. Teuerungszuschlag 5»>,'. Familien- Anzeigen, Politifch« und gewerlschastli.lie Bereins- Anzeigen 12« Ml. die Zelle. Anzeigen für die nächste Nummer müsse» bis S Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Llndenstraße 3, abgegeben werde». Geöffnet von S Uhr früh bi» v Uhr abend». Neüaktwn unü Expedition: SA). b8, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morivpla«, Nr. Dienstag, den A4. Juni 1919, vorwarts-verlag H.m.b. h.» SW. H8, Linöenstr. 2. Kernivrecher: Amt Moribplatz, Nr. 117 53—54. vma ■'■m Eine Verschwörung im Korps Lüttwitz. Von Mannschaften des Korps Lüttwifc wird uns folgen- des uiitgctcilt: Am Montagnachmittag um o Uhr muffte das RcichKwchrrcgiment 39 der Brigade Reinhard antreten. Der Lberst p. Ha h u k c hielt einen Vortrag über den Frieden, in dem er aussizhrte, daß nach der Ablehnung der einschrän- kenden Klausel durch dir Entente der Frieden u n a n- n c h m b a r geworden sei. Er gab seiner Hoffnung Aus- druck, daß die Mannschaften derselben Meinung seien und verlangte, daß alle diejenigen, die gegen die Annahme des Friedens seien, auf die rechte, die übrigen ans die linke Seite treten. Da die Nctir des Obersten keinen Zweifel gclckssen hatte, welches Abstimmungsresnltat er wünschte, und seitens der Vorgesetzten die schärfste Beeinflussung dieser Abstim- inung liorgcnoinmcn wurde, erzielte Oberst v. Hahnke das gewünschte Resultat, daß alles rechts heraustrat. Tarauf teilte Oberst V. Hahnle weiter mit: Mit einer Negierunts, die diesen Frieden unterzeichne, könnte d i c Reichswehr nicht zusammen- arbeiten. General d. Lüttwitz habe bereits mit verschiedenen führenden Politikern St elluug genommen, die ein neues Kabinett bilden sollten, und diese Regierung sollte dann unterstützt werden. Unter den Untcrofsiziercu und Mannschaften der Bri- gade Reinhard herrscht starke Erregung. Das Resultat der Abstimmung entspricht durchaus nicht der inneren Heber- zeugung. Vor allen Dingen aber ist man in Unteroffiziers. und Manuschuftskr eisen fest entschlossen, sich zu keinerlei reaktionären Putschversuchen mißbrauchen zu lassen. Unteroffiziere und Mannschaften stehen auf dem Standpunkt, daß selbstverständlich die von der Nationalver- sammli'.ng anerkannte, und bestätigte Regierung die einzig rechtmäßige ist, der sie allein z u G c h o r s a m der- p f l i ch t est sind. Eine Erklärung dcS General v. Lüttwitz. Das Reichswehrgruppenkommando I teilt folgende Er- klärung mit: Die Ncgierung hat den Frieden bedingungslos angenom- inen. Die Reichswehr hat der Regierung durch ihre berufenen Vertreter rechtzeitig erklärt, daß die Annahme der Deutsch- land entehrenden Paragraphen, welche die Auslieferung beut- scher Staatsbürger und das Anerkenntnis der alleinigen Schuld Deutschlands am Kriege enthalten, mit ihrer und deS Bater- landcS Ehre unvereinbar fei. Ich halte an diesem Standpunkt unbedingt fest und werde ihn dem Reichswehrminister und preu- hischen Kriegsminister gegenüber erneut aufrecht zu erhalten wissen. Ich fordere Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften auf, mit mir ihren Dienst weiter zu tun und Ruhe und Ordnung im Deutschen Reiche restlos aufrecht zu erhalten. Der kommandierende General gez. Frhr. von Lüttwitz, General der Infanterie. Aus der Schlußaufforderung dieser Erklärung läßt sich alles mögliche herauslesen. Auf die Meldung der„Freiheit", daß der General v. Lettow. Vorbeck einen Staatsstreich zur Wiedcrher- stellung der Monarchie Plane, hat dieser sich beschrankt zu antworten:„Mir ist von diesen Gerüchten nichts bekannt". Von derartigen Putschversuchen abzurücken, hat der General nicht für nottvendig gehalten, obwohl eine solche Erklärung wesentlich zur Beruhigung beigetragen hätte. Was geht im Osten vor? Tie„Post" meldet:„Wie an Regierungssielle erklärt wird, fiegen dort positive- Meldungen aus dem Osten nicht vor, weil anscheinend die T r�ach t ve r b i n d u n g e n mir dem Osten unterbunden sind". Dazu bemerkt die„Post": Diese Erklärung deutet darauf hin, daß die von uns schon wiederholt angedeuteten Ereignisse� mit denen man für den Fall der Unterzeichnung de- Schandfriedens und der sich daran» ergebenden Preisgabe unserer Ostmark rechnen mußte, i b r e Sch a tt-e n bereits v o r a u S w e r f e n. Die nächsten Stunden schon dürften uns im Osten vor Tatsache» stellen. Das laßt tief b ticken I Die Austeilung unserer tzanüelsflotte. Amsterdam, 24. Juni.(£. 0.) Dem»Daily Delegraph" zufolge ist bei der Verteilung der deutschen Donnage der deutsche Riesen- dampfer Jmperaior England zugesprochen wordeir Nach den Angaben und Beschlüssen deS SchissabitSdepariement» wird Frankreich aus seinen Ameil 30 000 bis tst 000 T q n n e n erhalten, während der größte Teil der österreichischen H.andelsjlotle in de» Ldriahäsen an Italien falle« wird. Unterzeichnung am Donnerstag! Wettere Hinausschiebung der Unterschrift. Haag, 24. Juni. Hollandsch NieuwSbureau meldet ans Paris: Die Unterzeichnung deS FricdensabkommenS wird wahrscheinlich am Don-nertag im Spiegelsaale deS Berfailler Schlaffes stattfinden. BoranSsichtlich werden bestimmte Feier- lichteiten mit der Unterzeichnung verknüpft werden. Wilson wünschte die Unterzeichnung bereits für den Mittwoch, da er am Mittwochabend abreisen wollde, während Lloyd George den Dienstag vorzog, da einige Vertreter der Dominien cm diesem Tage heimkehren wollten. Es war aber unmöglich, den Dienstag oder Mittwoch zu wählen, weil weder die Deutschen noch die Ida- liener ihre Bevollmächtigten ernannt hatten. Außerdem muß das Abkommen auf Pergament gedruckt werden, und auch die Beglau- bigungSsch reiben der Unterzeichner bedürfen vorher noch einer Prü- fung. ES wurde ober beschlossen, wenn sich nicht im letzten Augen- blick noch Hindernisse ergeben, die Unterschrift im Spiegelsaal zwischen 12 und L Uhr nachmittags am 2 6. Juni stattfinden zu lassen._ Vergeltungsmaßregeln Englanös. 1800 deutsche Seeoffiziere interniert. Haag, 24. Juni.(H. N.) Nach einer Londoner Meldung wurden etwa 1800 deutsche Offiziere und Reserve- o f f i z i e r e im Zusammenhang mit der Versenkung der deutschen Flotte interniert. Entrüstungssturm über die FlSttcnversenkung. Amsterdam, 24. Juni.(TUj Die Versenkung der deutschen Schiffe erregt in der englischen Preffe einen Sturm der Ent» r ü st u n g und man verlangt, daß gegen die deutschen Osfiziere und Mannschaften energisch vorgegangen»verde. Auch wird kritisiert, daß die englischen Behörden es zu der Versenkung der Schiffe kommen ließen. England, da- die Schiffe für seine Alliierten aufbewahrte, komme dadurch in eine unangenehme Position. Nur wenige Blätter drücken aus, daß englische Seeleute in gleicher Lage ebenso gehandelt hätten. Der vormarsth auf Frankfurt abgebrochen. ßfreudeufeucr und Salutschieste» der Ffranzofvn. Frankfurt a. M., 24. Juni.u geben, sich von den Folgen der ungenügenden Schutzbcsttnimungen und Betriebs lonirolle zu überzeugen. Zn Hunderten sind hier die Äliederstümpie ehemaliger Hände von Maschuienatbeitetn ans gestellt. Männer im besten Aller, Jünglinge kaum der Schule rntivachlen ja, selbst Frauen und Mädchen baden dem Moloch Maschine im Dienste für.daS Kopiial, ihre Gliedmaßen opfern müssen. Zu Dutzenden zäblen die Bilder, in denen dargeiiellt wird, unter welch elenden Verhäl>nissen ein giotzer Teil dieser Arbeiter gezwunae» ist, gefährliche schwere Arbeit zn verrtchlen. Dunkle, ungesunde Kellerräume sind ihre Arbeitsställen. Daß e« nicht l'o sein muß, zeigen einig» Bilder, von denen gesagt werden kann, daß sie Musteiwerljiäilen darstellen. Die Schaustellung vorhandener Schutzvorrichtungen gibt den Bewei«, daß Uiisallursachen und Unsallhäufigkeil auf ein Mindestmaß herab» gedrückt werden können, wenn diese Vorrichtungen auch zur An- Wendung gelangen würden. In einer Reihe von bis zu einem winzigen' Reste aufge- arbeiteten Werkzeugen wird gezeigt, wie seitens der Beitiebsunler« nehmer, um die ÄnichaAingSlosiei, zu iparen, mit stiätlichem Leicht» sinn die Unfallgesahren erhöbt werden. Ausgestellt sind serner Arbeiten, die auf den Maschinen her- gestellt sind, und diese zeugen von der Fertigkeit der Arbeit in diesem Beiuse; gleichzeitig lassen sie aber auch die Gefahren er- lennen. denen dieie Arbetter bei der Herstellung ausgesetzt find. Auch noch ein anderer tückischer Feknd des AibeiterS, der Siaub von 125 verschiedenen Holzarten. ,st geordnet zur Schau gestellt. In Lichtbildervorträgen wird die schädliche Witkung dieses S'.aube« auf die AtmungSorgane, in leichtverständlicher Form veran« schaulicht. Alle« in allem; es gibt nicht Worte, da« Grausen zu be- schreiben, welche» jeden Beiucher der Ausstelluitg befälll, und noch lange werden sie mir in den Obren gellen dtex SÄmerzenSschreie der Vernnglückien, der Gliederstumpfe stumme Klagen 1 a h Der»ewige Pfennigs. Der heutige 24. Juni ist für Berlin ein Tag zeitgemäßer Er- innerung. Anno!3Ü9 halten die Veihältnisie oui dem Geldmai kl in der Mark Brandenburg zu einen, ähnlichen Ucbelstand ge« führt, wie er heute in so autfallendem Maße unier gesamtes öffeut- licheSvLcben beeinflußt..Wenn auch heute die Notenpresis einen augenblicklichen»Geldmangel" immer wieder ichnell beieuigl. so ist e» doch nicht abzuleugnen, daß ihre»unentwegte" Tätigkeil außer- ordentlich viel mit zur Entwertung unsere» heutigen GcldstondeS beigetragen hat. Sehnlich lagen damals die Verhällmsje in der Mark. immer und ausnahmslos Lockspitzel waren, zn warnen. Aus der Pärteisprache in allgemein verstäildliches Deutsch über- setzt heißt das»'„Arbeiter, es gibt Leute, die Euch zu Putschereien verleiten wollen. Nehmt Euch vor ihnen in acht und mißtraut ihnen gründlich!" In diesem Sinn können wir uns der Warnung der„FreiHeu" nur anschließen. �Asöehnung öes PoftLUs�elferstceikö. Vcborstcheude Einschränkung dcö FcrnsprechdicnsteS. Berlin, 23. Juni. Die Lberpostdirektivn teilt mit: Eine von den streikenden Aushilfskräften de« hiesigen PostschcckamiS auf heute abend nach der Börse zusammenberufene Versammlung de? in Berlin im mittleren Post- und Telegraphendtenst be- schästigten AuShelfer hat beschlossen, sofort in einen Unter- st ü tz u n g« st r e i k einzutreten. Infolgedessen ist eS vom 24. Juni ab voraussichtlich nicht in vollem U ln.s a n g c mög- lich, den Privatfernsprechverkebr aufrecht zu erhalten. Mit Vorrang werden die Verbindungen von folgenden Teilnehmern hergestellt werden: Militär-, Staat»- und Kommunali«Hörden, Aerzte, Apotheker, Hebammen und Krankenanstalten. Wie weit darüber hinaus andere Anschlüsse bedictn werden können, wird von dem verfügbar bleibenden Personalbestande abhängen. Der Fern- verkehr wird hoffentlich nicht wesentlich beeinträchtigt werden. Prozeß gegen öie Meröer öes Gderft- leutnant v. Klüber. Gegenseitige Bezichtigung der Täter. Vor dem Schwurgericht in Halle begann am Montag die Verhandlung gegen 13 Periviien, denen zur Last gslfgi»vtcd, au derci. wird von Fiedler bejaht. Krlez zwischen England und Afghanistan. Die zaristisch Re> gierung. und England hatten Afghanistan mrter sich in i Interessensphären geteilt Tie Sonssetregicxtzni e'i.ir.'e diesen Vertrag sofort als Jj i n s ä l l i g. Der neue Qrm- von Afghanistan erklärte seinen Staat ol« unadhänaig. Hierdurch beb er natürlich alle mit England geschlossen n Verl rag« aus und schaffte zwischen Afghanistan und England automat-.sch d-n Krica.«- zustand. Der Emir begnügt« sich noch lange nicht mit dielcr lin» abhängiglcitSertlärung, sondern ernannte diplomatische Vertreter im Auslände, was ebenfalls seinen Vcrpflichiungen England caen» über zuwider läuft. Dieses dürften die Ursachen deö ji;en Krieges zwischen England und Afghanistan sein Die Tai d'S E n:r von Afglranistaii ist vielleicht nur ein Vorläufer der Ereignisse, die in naher Zeit in anderen Kolonien oder Vasallenstaaten der im- perialisttschen Ententeländcr erfolgen werden. 1-----------------------~>■—■■■■■ Der ew'ge E ldmongel. unicr dem der Miillnrai Ludwig der Baycrllt rwcni- ihn, immer wieder neue Mün-Pi v>leg>en zn Perlechen und dieie Müiiiptivllegien bei jeder neuen Ebbe tu»einer Kasse imnrer mehr zu erweitetn. TcMießl'ch tarn es dahin, baß die Munssrnerster, an welche der Markgraf diese Piivil'grcn verpacktet bafe. daS Recht erhielten, alljährlich und ipäter sogar baibinbrlich neue Scheidemünzen zu prägen, und das Volk war verpflickrel die alren Pfennige, die für»nglütig erkläri wurden, imtei eibeMicken Verlusten gegen nene Piermige nmzutntisthen. Dies führte allmäbl ch zu ganz NN ball baren Zlistälichn, da manchmal vier velsckiesene Sv-icn Pfennige zu vier uniereinonder ganz verschiedenen Werten ru Umlaut waren. D'e E Werbung deS MüiizweserrS war daher für den Handel und Verkehr Berlms lue der anderen Orte des Berliner Münz» dezirks, zu dem die Sutdie AlilandSberg, Eölln, Berlin, Berno'r. Drossen, Eberswald». Frankfurt a. Oder. Freie, Walde. Fürnenirolde, Miiteiiwolde. Münchiberg Spandau. StrauSderp un Wrtezc» ge- bönen,.von großer Wichtiakeil; denn von emer willkürlichen Er- böhling des Piägeichatzes und dadurch herbeige ührien Verkchlech« terung des Metallwer»«» konnie nun- nichi mehr die Rede retn. auch nicht mehr von einer zwangsweisen Um» wechielung der Münz« mit betetrendem Verlust. D>e T>ä"- wollten eine Münze haben, welche leinen Weckrct und keiner Veränderung im Werte untetwoner, war, oder, wie sie e« nannten, sie woflien einen„ew'aen P'enn'g schlagen". An diesem Rechte bat Berlin, zugleich für ieine nniberechtialen oben et- »annien Städte immer fest gehalien und sich von allen Regenten bis auf König Fuedrich I. derab. das Recht„des ewigen Pfennigs" bestätigen lasten, obgleich es später nicht mehr anS» geübt wurde. Mit der allgemeinen Einführung der- böhmischeu Groschen zur Zeit der Lützeibutger Hcrrichafi imd der Eoldgüloen und Gtv äicn, welche die bohenzollernschen Fürsten prägen ließen, lamen die Pfennige immer mehr außer Gebrauch und verblieben nur aiS Scheidemünte. Die Pfennige, welche die Stadt Berlin im Jahre 1360 von Silber prägen Iteß. hauen iotgendes Aussehen: Hauplieire: Der Markgraf, der in der reckien Hand eine Lanze, in der linken ein Schwert hält. Rückseite: Der nach recht?, schienende Bär Um den damaligen Werl eineö solchen Pfennigs an mdcute», sei bernertt, daß nach dem Laudbuch der Mark, Brandenburg von 1875 der Scheffel Geireide lö a»ch 16 solcher Pfennige, da« Piund Wachs 20 Pf., ein Huhn 2 Pf. und der Scheffel Erbscn>6 Pr., miihzn die Metze 1 Pf. galt. A t s r« d K n u t h. Notlze«. „Faust" von Avenarius. Ferdinand Avenarin?- kielt im Stuttgarter Laudestheater einen V-irtrag über d»r§ Fauftproblem und seine eigene, zu Ostern er!« Buch erschienene Fausid.» lung. von der zwei Szenen aufgeführt wurden. Tic ,vallstdick'.ung von Avcnariui Ichlicßt sich an den ersten Teil deS Gocthcschen Faust an. Statt der Begnadigung durch einen Machtspruch Gottes setzt AvenariuS den Sieg Gottes in Faust selbst. Nationalversammlung zu Weimar 42. Sitzung. Dienstag, den 24. Juni 1913, vormittags 19 Uhr. Am Regiervngstisch: Bauer. Dr. David, Müller, Schmidt, Wissel!. Auf der Tagesordnung stehen zunächst kleine Anfragen. Auf sine Anfrage der Abg. Gilfing und Gen.(Zentrum), oh die Regierung bereit sei, mit Rücksicht auf die Teuerung den De- ziekern von Unfall- und Altersrenten eine Erhöhung der ihnen bereits zustehenden Zusatzrentcn zu gewähren, und die dadurch entstehenden Kosten auf las Reich zu übernehmen, erklärt Kommissar des Reichsarbeitsamis Dr. Löwe,«ine allgemeine Erhöhung der Zusatzrenten ist zurzeit nicht möglich, weil weder Versicherungsträger noch das Reich in der Lage sind, die daraus sich ergebende Mehrbelastung zu tragen. Doch besteht die Absicht, der Rationalversammlung einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher, allerdings unter gleich- zeitiger Heraufsetzung der Beiträg« ein« Erhöhung der Leistungen der Versicherungsträger vorsieht. Einst. weilen sind die Gliedstaaten ersucht worden, in besonders dringlichen Einzelfällen durch Zuwendungen aus den Mitteln der KriegSwohlfahrtSpflege einzugreifen. Nach Erledigung einer Reihe weiterer Anfragen ohne allge, meine« Interesse folgt die erste und zweite Beratung des Gesetz- entwurfeS: Landkrankenkassen, Kassenangestellte und Ersahkassen. Die Abgg. Jäckcr(Soz.) und Brühl(U. Sog.) beklagen die Zer- riilenheit des Krankenkalfenwesens und fordern oi« weitere Rc- Vision des zweiten Buches der Reichsversicherung. DaZ Gesetz wird mit einigen Aenderungen in allen drei Lesungen verabschiedet. Nächste Sitzung Dienstag, den 1. Juli, 3 Uhr.(Anfragen, SiedelungSgcsetz»nd Verfassung.) vor öer Sesetzung Gbersthlesiens. lvewalt qcqen tSewalt. O v v e l n, 24. Juni.>gkßefch6dl,i!cn. die sich im Bcsihe(„er t ovmilchkartc befinden, gegen'slbmdc von Euvcdewc. die in de, LermniiMt'»stcUe Karisborkt ausgegeben„'erden, je Pjunv„kiai- Nischen Zuber'(3U'£(.) erhiulen. Ab, Mb« in Friedriw-ftelde� eilolot bei Nuicl, Berliner«te St. in Kunshorü bei Saar. Augulle-Biltoria Str. 21, Bebake, Henligstr. At. Tie Kinde, bis„in, 4. Lebensjahr eiballen gegen Abgabe de? oben rechts an de» sUiimVcI'milchbr len A und D b'sindli.ien ZtonnovabschnilieZ je>/, Pfund AnSinndc Niehl. Ab aüe in Flkcdrichfteldet Lehmann,(Berliner Str.-18. Wont P>i zenallee 2; in Sarßbmi, Rci, maiin, Hentigslr. Lö. Schejjzych Döubosfitr. 1, Pöfing, Auguste. Pttioria» Slraße 13. �_ vereine unö Versammlungen. Zentralstelle für Einigung der Sozialdemokratie. Bezirk Till» osten. Äcklwoch, den 25. Juni, s/,8 Ubr. bei Eraberk, Laufiper Pla» 7: Bezirke veisaniniluna. iBerich! vom Sozialistentog) östisle wllUommm. tkc. ichovuiid der Krregsvcfchädigtcu. Ortsgruppe PSitmersdork. Nächste Versammlung am 8. Just. aoenSS 8 llhr, im Landhaus und die daraus jotgeude Verfammiung msolge der Ferien erst am 4. Lcptemdor. Scrlwer pcirteilwckeichten. 18. Abteilung. Morgen Miss, roch, den 26 Juni, abends 7 tlhr. bei Junge, L tanc,«ii age 17: F r a u e n v e r I a m in, u n g. Bortrag der Genos in ist! e d g er. 47. SlbteiMi'fl. Morgen Msttwoch. den 25. Juni, abend« ll,9 Nd« bei Adam, Nazaretbkuchstr. 47 Ecke Tduriner Silage: Frauenav««d. Boitrag dc�sscnoslei! Winter über: Die Beimung de» Kinde«. TemPiR.os. Morgen Rlltmoch. den 26. Juni, abends 8 Uhr. in der Tchnlaula sjtiedlich-t. ühclin- Ecke!?>tder Strafte: Mitgliedeivertammlung. Berich! über den Bnricilag. BerciilSanaeleg nheiteu. Ni.derscktöubau'eu. Mittwoch, 25., 8 Uhr, bei R e t t i g, Blantenbwger St,'.. 4: Milgllederverianimlung. Tareiord« »nng:>. Unsere Siedlungen am 0rl und die van den KiiegSbeschädigten dazu gestc'ltcn Aulrägc. ü Bericht vom Parteitag, 8. Bericht von der: Kreiskonjerciiz._ GewerffchlOdeVEimg �»m Streik der Bcnmtcrtausliekser. wird uns vom Zon tralverbansß» der Handlungsssehiifen geschrieben: Der Ausstand wäre bzj etwas mehr geistiger Beweglichkeit der DtaatZhürokralic wohl zu vermeiden gewesen. Von ihr zum Streik gezwungen, suchten die Streikenden, gestützt auf den Glauben an die soziale Gerechtigkeit ihrer eigenen Sache, den einmütig gP- faßten Streikbeschluß durch Slreikposten vor den bestreikten Tienst- stellen hochzuhalten. Sämtliche Eingänge des Postscheckamtes waren aber inzwischen durch bewaffnet« ReichSwehr-Fveiwillige be- setzt. DeS Strcikrecht des deutschen Staatsbürger? wurde von ihnen in der rigorosesten Weise zu unterbinden, versucht. Ohne den geringsten Anlaß wurden Streftposten stehende Damen von den Reichswehr.Freiwilligen ve,'astet. Die Grundlosigkeit der Ver- Haftungen geht schon au? h«m Umstände hervor, daß sie einige Stunden später wieder freigelassen werden mußte». Offensichtlich liegt der Befehl vor, die sich möglicherweise einstellenden Streik- brechet vor der AusklärungSarhrit der Streikposten zu schützen. Nicht zum ersten Male haben Freiwillige der Reichswehr in einen wirtschaftlichen Kampf zugunsten der Arbeitgeber eingegriffen. Di« Oeffentlichkcit, besonders aber die er.beitend u, Volksschichten h,ben ein Recht zu verlangen, daß derartige Eingriffe in die gcwcrkschafp. lich«' Betätigung unter allen Umständen zu unterbleiben haben. Man sollt« die Mißstimmung de» Volke? nicht durch das provo» katorifche Eingreifen des Militärs in wirtschaftliche Lohnkämpf« vergrößern. * In einer Rassonversammlung her Dcamtenaushrlfcr und AuS- h-lferinnrn im großen Saal der„Börse" berichtete- W e n d l a n d über die Verhandlungen mit der Oberpostdirektion. Die VerHand. langen seien schon seit Monaten im Gange. Die Forde rungr» lauten auf 300 M. msuailiH als ZlnfangZgehalt, steixenli um jähr- ltch 20 M. bis zum HöcbjtLcaa.'t Vau 500 Tl., foitie eine Erhöhung und koffere Regelung des t?rlaubs. Tie Urlaubszeit beträgt jetzt im 1. Jahr 7 Tage, im 2. Jahr 8 Ta�e und im 3. Jahr 10 Tage. Nachdem die O. P. D. längere Zeit nichts vcn sich hören ließ, ist jetzt ein Schreiben eingelaufen, in dem mitgeteilt wir», daß die O. P, T.' 0,50 je. tägliche Zulage bewilligt hat; die übrigen Far- derunaen aber, bis auf ein ganz geringes Entgegenkommen-m Mitbestimmungsrecht, abgelehnt sind. Daraus erst sind die Be- amlenauZhelfer und-ausbelferinnen des Postscheckamts und Post- zeitungsamts in den Streik getreten.' Der Redner kritisierte scharf die Besetzung des Postscheckamts und der umliegenden Straßen durch Regicrungstruppen. In der Diskussion kam eine erregte Kampfstimmung zum Aus- druck. Michaelis alt Vertrete der Streikleüunz teilte mit, daß das Postscheckamt versuche, die Beamtinnen von andetn Aemtern abzukommandieren. Diese hätten jedoch erklärt, Streikbrecherdienste nicht zu leisten. Folgende Resolution gelangte einstimmig zur Annahme: Die am SA, Juni im großen Saal der„Börse" versammelten Aushelfer und' Aushelferinnen der Berliner PostverkehrZämter er» heben entschieden Protest gegen die willkürliche Ablehnung ihrer Forderungen obne weitere Berhandlungen durch die O. P. D. und erklären einstimmig den ihnen aufgenötigten fiamnj entschlossen bis zum Ende durchzuführen. Tie genannten Aushelfer und Aus- Helferinnen treten mit dem heutigen Tage in den Ausstand und werden ihre Arbeitskraft der O. P. D. bzw. dem Reichspostmini- sterium solange verweigern, bis ihre gerechten Korderungen ihre Erfüllung gefunden haben. Sie beauftragen nochmals ihre bis- herige Interessenvertretungen, den Zentralverband der Handlung?- gchilfen und den Verband der Bureauangestellten, auch weiterhin die Führung dieses Kampfes zu übernehmen. sine sofort zu vollziehende Hilfsmaßnahme der Regierung mit aller Bestimmtheit erwarten. Es wurde die folgende Entschließung angenommen: „Der Bezirkstag hält angesichts der schweren wirtschaftlichen Not die schleunige Erfüllung nachstehender Forderung für not- wendig:» 1. Rückzahlung der bei der letzten Neuregelung der TeuerungS- zulage ange rechne teu Bctriebszulage. 2. Erhöhung der laufenden Teuerungszulage auf monatlich 350 M. 3. Gewährung einer einmaligen EntschuldungAbeihilfe von mindestens 1200 M. für jeden Beamten und,200 M. für jedes unter- haitnngsbcrechtigte Kind. Ter Bezirkstag erwartet die nachdrückliche Vertretung dieser Forderungen durch die Bezirks- und Veroandsleiiung und verlangt in einer bald einzuberufenden neuen Bezirksversammlung Bericht � über den Stand der Tinge." » Im Anschluß hieran sei mitgeteilt, daß die Kommission, die in der am Freitag, den 20. Juni, in der Bötzowbrauerei stattgesun- denen Versammlung gewählt wurde, am 23, Juni mit dem Be- amtenbeirat und den Vertretern der Reichsvostveruxrltung eine Be- sprechung im Reichspostministerium batte, die jedoch wegen der Ab- ! Wesenheit der Minister zu keinem Ergebnis fübren konnte. Bei l dieser Sachlage faßte der Beamtenbeirat den Beschluß, eine Ab- ' ordnung nach Weimar zu entsenden, um dort mit dem Reichs- finanzminister und dem Reichspostmmister wegen der zu ergreifen- den Niaßnwhmcn Rücksprache zu nehmen. Nokftnndtzversaur.iilnnsZ der unteren Postbeamten. Der Bezirksverein des Verbandes der unteren Post- und Tele- gravhenbeamten hatte einen Bezirkstag nach den Gcrmauiasälen einbeinrftn der sowohl in seiner großen Tcilnehmerzahl wie in den Ausführungen der Redner zum Ausdruck brachte, daß die. unteren Postbeamten unter dem Druck ihrer wirtschaftlichen Bedrängnis Forderungen der Steinarbeiter. Die Steinarbeitcr hatten bei den Arbeitgebern eine Revision des Tarifs beantragt, um eine Erhöhung der Lohnsätze zu erlrngen, die gegenwärtig für Steinmetzen 2,00 Mk., für Schleifer ufw. 2,40 M. pro Stunde betragen. Die Arbeitgeber erklärten sich bereit, dte- Löhne um 40 Pf. zu erhöhen. Die Mitgliederversammlung der Steinarbeiter kam nach längerer Diskussion zu einem Beschluß, der die Tarifkammisiicn beaustragt, den Arbeitgebern mitzuteilen, daß � die angebotene Lohnerhöhung den Zeitverhältnissen nicht entspricht i und deshalb gefordert wird, die Stundenlöhne der männlichen Ar- heiter um 00 Pf., die der Frauen um 40 Pf. zu erhöhen. Die Tarif» kom mkssion soll in erneute Tckrhcrndlungen nnt den Arbeitgebern eintreten. Zu dem Bericht über den BecbondStag der Hokzarbcrter in der ! Nr. 814 vom 22. Juni ersucht uns die OrtSserivaltunA Berlin um ! Aufnahme folgender Richtigstellung: Ter Antrag der Statuten» beratungskommifsion auf Uebergang zur Tagesordnung iit»:; den AuSs chlußan trag Noske wurde nicht' mit 83 gegen 83. sondern mit 81 gegen 08»Stimmen abgelehnt. Nicht nur der grö'te Teil der Berliner Vertreter oerließ den Saal, wie es in dem Bericht heißt, sondern vollzählig verließ die Berliner Delegation unter Protest � den Saal mit Einschluß der Vertreter aus Bremen, Brattnschwcig, ! Halle, Luckenwalde, Gotha, Spandau und Zeulenroda. K. Siegle. Eine Betriebsversammlung der Schultheiß-Brauerei, in d.l-r alle Hand- und Kopfarbettec dstser Bciriebe Groß-Berlins uerrreien warm, richtet in einer einstimmtg angenommenen Resolution au die. Regierung das dringend« Ersuchen, mit Energie an den Abbau � der Preise für Bedarsssrttkel und Lebensmittel zu gehen. Jede Lohnerhöhung werde durch die fortgesetzte Steigerung der Preise für die Artikel des täglichen Bedarfs illusorisch gemacht.' Die Ver- sammclien beauftragten die Organisation, für sämtliche Brauerei- arbeiter Groß-Berlins eine erneute Teuerungszulage bei dem Ver» ein der Brauereien Berlins zu beantragen. Deutsche? Mnsikcrderband, Ortsverwaüvng Verlin. Mittwoch, bei! 25. Juni, vormittags 10 Uhr, im Vereinsbaus. Kaiser-Wilbelm-Str. 81, vsfcnltiwe Verlammlimg. Referent: Genosse Büchel, Mitglied des Voll- zugsousschusseS über Arbeiterraisstagen. Angestellte der Leder- und Leterwarenbranche sowie der Schub- industrie und des Schubgrotzbondcls. SIm Tonnerstag. den Lb. Jim:, abends 7 Uhr. findet in den Musikersälen, Kaiser-Wildetm Straße 31, eine , Veriammiung der Angestellten der oben genannten Branchen statt. Tages» orduunz: 1. Bericht über das Ergebnis der mit den Arbeitgeb erverbÄnden aepslogeuen Tartfverbandlimgen. 2. Verschiedenes.— Es ist unbedingt nolweudio, datz olle Nngefieliien zu dieser Versammlung erscheinen Der Obmann der Fünser-Kommission der Jachgruppe 8. gez. Köhler. Arbeitsgemeinschaft freier Anaestelltenverbändc. Bcrantwortlich sll? Volitil A.Uur iZiSler, Charlottenbueg, lue den übrigen Teil d>s Blatles. Alfred sa»!l. Neulelln: für Sluze:gen Tdcoborcc, Sicaufit/dcrtüfdyn, Gelegenheiten. 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