Nr. 97. T Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monats lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469, Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 P/ g. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werben. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bts 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Der Streik der Bergarbeiter - Dienstag, den 28. April 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. Die deutsche Presse war durch etwa fünfzig Berichterstatter " beiter zerstören, und dem Bischen Koalitionsrecht der deut- lung der Bergleute des rheinisch- westfälischen Kohlenbeckens abschen Arbeiter den Garaus machen wollen. gehalten werden. Auch hier versteht man sich eben auf die Lokalabtreibung. Und der Staat der Beschützer der Schwachen"? Gegen 11 Uhr füllte sich der lange, schmale und niedrige Er hat sofort Partei ergriffen für die Herren Gruben- Raum mit Delegirten und zuschauenden Bergleuten. Bald war ist im rheinisch- westfälischen Kohlenrevier seit Sonntag Mor- besitzer, obgleich diese bekanntlich an der Spitze der er überfüllt, er faßt nur etwa 1000 Personen, und die Nachziggen allgemein. Die gestrige Bergarbeiter- Ver- Fronde" gegen die Reichsregierung sind. Sobald der ler mußten den Verhandlungen vom Garten aus an den offenen sammlung in Bochum, auf der sämmtliche Bechen jammlung in Bochum, auf der sämmtliche Zechen lassenkampf entfesselt ist, tritt regelmäßig, mit Elementar- Fenstern des Saales folgen. jenes Reviers mit einer einzigen Ausnahme vertreten gewalt, die wahre Natur des Klassenstaates zu Tage. Alles war in Bewegung, in der Unruhe vor der Ents waren, hat sich bei 274 Delegirten mit allen gegen fcheidung. Da setzte ein Delegirter dem anderen auseinander, eine einzige Stimme für den Streit entschieden. Oder müssen den Kampf allein ausfechten Wir können den Bergarbeitern nicht helfen-sie welchen Auftrag seine Belegschaft ihm mit auf den Weg gegeben und das wußten habe, dort wurden Beschwerden und Klagen ausgetauscht und die richtiger: für die Nothwendigkeit des Streiks. sie von vornherein. Unser Herz ist mit ihnen und unsere systematisch aufgereizt worden seien. Bedrückungen aufgezählt, durch welche die Kameraden fast Denn alle bekannteren Führer" ohne Ausnahme er besten Wünsche; und in diesem Moment können wir klärten auch noch auf der gestrigen Versammlung, daß sie unsere tiefe Sympathie nicht besser beweisen, als indem vertreten. den Streik mißbilligen müßten, aber daß sie es, bei der wir den Rath wiederholen, den ihnen auf der sonntäg- bürgermeister Bollmann und der Polizeikommissar Bernhardt erherrschenden Sachlage und Stimmung, für ein hoffnungs- lichen Versammlung alle Führer gegeben haben: Zur Ueberwachung der Versammlung waren der Oberloses Beginnen hielten, den Ausbruch verhindern zu wollen. schienen, ein früherer Wachtmeister von der Berliner politischen Gegen die ungeheuere Wucht seit Jahren aufgehäufter forderung, durch keine Maßregel, und handlungen wurden von einem amtlichen Stenographen des Ber,, Laßt Euch durch durch keine Heraus- Abtheilung", der nach hier versetzt worden ist. Die Ver Erbitterung ließ sich nicht ankämpfen. kocht auch das Blut auf, zu irgend liner Polizeipräsidiums aufgenommen. Troz grimmigster Erbitterung sind die Bergarbeiter einer Gewaltthätigkeit, zu irgend einer bandes, Joh. Meyer- Bochum, die Versammlung mit der Punkt 11 Uhr eröffnete der Verbandskassirer des alten Vermit ruhiger, konzentrirter Entschlossenheit in den Kampf ungefeßlichkeit hinreißen! Die Feinde lauern Mittheilung, daß er die Verhandlungen felber nicht leiten könne, gegangen. Sie sehen und kennen die erdrückende darauf, daß Ihr Gelegenheit bietet, das rauchlose da er das Vergnügen habe, um 11/2 Uhr auf Strafappell Uebermacht, die ihnen gegenübersteht. Sie wissen- und Pulver" an Euch zu erproben und auf Euren zucken-( m. ist Pionier der Reserve) zu erscheinen.( Rufe: So wird's all ihre Führer ohne Ausnahme haben es ihnen gesagt, so den Leibern eine Schreckens herrschaft des gemacht!) wie die sozialdemokratischen Vertreter und Zeitungen es Kapitalismus aufzurichten Die weitere Leitung übernahm Bauer Weitmar. Er. ihnen gesagt haben, daß sie allein stehen, daß sie Aera des Sozialistengesetzes. schlimmer, als die vertagte die Versammlung zunächst auf zehn Minuten. Während auf keine Unterstützung zu rechnen haben, und daß dieser Zeit wurde der Saal geräumt und die Delegirten einzeln Alles gegen fie vereinigt ist. Aber es war Ihr Euren Interessen und dem Klasseninteresse Eurer ftimmungen möglich, und verhindert, daß sich Zuschauer ohne " Ihr seid Männer und werdet nicht vergessen, was nach den Schächten aufgerufen und in einem bestimmten Theile des Saales gruppirt. Nur so wurde Uebersicht bei den Abtein Halten mehr. Lieber Kampf ohne Aussicht auf Sieg Arbeitsbrüder in Deutschland und der ganzen Welt Mandat an den Abstimmungen betheiligten. als diese Bedrückung und Quälerei und Schinderei ohne schuldig seid!" Es wurde festgestellt, daß alle Schächte des rheinisch- westEnde. Wie für den Körper, so giebt es auch für die Seele einen Punkt, wo die Fähigkeit des Empfindens auf- ausdehne. Es wird jedoch kaum zu vermeiden sein. Wir wollen hoffen, daß der Streik sich nicht weiter fälischen Kohlenbeckens mit Ausnahme des Schachtes" Westfalia" Dortmund vertreten waren, der in derselben Zeit eine Beleg hört, wo Furcht und Schmerz nicht mehr vorhanden sind: schaftsversammlung abhielt. Außer diesen 274 Delegirten von Jedenfalls offenbart sich in diesem Bergarbeiter- 166 Schächten waren als Vertreter anderer deutscher Kohlendie Gefahr schreckt nicht mehr, das Furchtbarste läßt Streit die ganze Ungerechtigkeit und Unvernunft der bezirke noch anwesend: Warten- Saarbrücken, Thomégleichgiltig. In einen solchen Seelenzustand sind die herrschenden Gesellschaftsordnung. Wird derselbe auch aller Artenwald, Reckenwald Altenwald, Ottens rheinisch- westfälischen Bergleute durch Jahre raffinirtester menschlichen Berechnung nach den Arbeitern und ihrem ein Vertreter des Braunkohlenreviers in der Provinz Sachsen. Wurmrevier, Reichelt- Altwasser( Schlesien) und Tortur versetzt worden. Die 130 000 Bergleute des guten Rechte nicht den Sieg bringen, so wird er doch in ein Bertreter des Braunkohlenreviers in der Proving Sachsen. Ruhrbeckens die größere Hälfte verheirathet In das Bureau wurden gewählt: Bauer- Weitmar, erster, fehen Sie weitesten Kreise die Erkenntniß tragen, daß eine Gesell- Warken- Saarbrücken, zweiter Vorsitzender, Siegel- Dortmund, die Noth, das Elend, das ihrer und ihrer Familien harrt, schaftsordnung, die derartige Früchte zeitigt und so erster, Otten- Wurmrevier, zweiter Schriftführer. allein in ihrer dumpfen Verzweiflung sind sie unempfind- himmelschreiendes Unrecht duldet und züchtet, mit der lich für das Schreckliche. Humanität und Zivilisation sich nicht verträgt, Wie schwer ist an diesen Männern gesündigt worden! und beseitigt perden muß, je eher je besser. Welche Summe des Unrechts und der Bedrückung gehörte dazu, um einen solchen Seelenzustand zu erzeugen, einen solchen Entschluß zur Reife zu bringen. Das Gerede von den„ aufhezzerischen Agitatoren" muß hier verstummen. Während die„ Agitatoren", und namentlich die Sozialdemokraten, wie Ein Mann abmahnten, stehen die Hetzer", die verbrecherischen Urheber dieses Streiks leiblich und greifbar vor uns im hellen Lichte der Sonne: es sind die Herren Grubenbesizer, die sich die Taschen füllen, das bischen Organisation ihrer" ArFeuilleton. Nachbruc verboten.] " ( 46 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Sa, weichel. Der rheinisch- westfälische Bergarbeiterstreik. Unser Berichterstatter, den wir zu der entscheidenden Nun konnte in die Tagesordnung eingetreten werden. Zunächst verlas der Borsitzende folgenden Brief, den die belgischen Kameraden an die Versammlung gerichtet haben: Charleroi, den 24. April. Werthe Kameraden! Aus den Zeitungen haben wir erfahren, daß es bei Euch zu einem partiellen Streit gekommen ist. Wir sind für einen großen Streit, wenn Belgien und Deutschland bei sammen sind. Wir bitten um sofortige Nachricht, was Ihr heute beschließt. Wir haben am 26. d. Mts. in Charleroi Versammlung. Wenn der Generalstreit ausbrechen sollte, so werden wir solidarisch auf Eurer Seite stehen und Euch auf jede denkbare Weise unterstützen. Es lebe die internationale Solidarität! Defuisseaux." Delegirtenversammlung nach Bochum geschickt hatten, schreibt uns: Bochum, 26. April 1891. Nicht wie ursprünglich bestimmt im Schüßengarten", sondern Der Brief wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen, dann der Wirthschaft von Philipps mußte die Delegirtenverfamm- ergriff Siegel das Wort: in " Ambros suchte sich seinen Bedarf an Brettern aus und diesem und dem Vater und bestellte an sie von Ambros belud damit den Handschlitten, den er vor der Thür hatte Grüße, obgleich ihm keine aufgetragen waren. Der armen stehen lassen. Afra sah ihm durch das Fenster zu, wie er Lisei that es wohl, mit ihm von ihrem Bruder und Stafi, ab und zu ging; aus ihren Mienen war die Entmuthigung, die er sehr lobte, sprechen zu können, und sie hielt ihn für die ihr nur kurz vorher Thränen ausgepreßt hatte, einen guten, treuherzigen Menschen. Wie hätte sie denken verschwunden und an deren Stelle ein gewisser Trotz ge- können, daß er unterdessen nur auf eine günstige Gelegentreten. Jerg, der mit den Knechten beschäftigt war, die heit paßte, um den Schmied unschädlich zu machen. Um Baumstämme von den Schlitten zu werfen, rief Ambros die Abneigung der Vigiler gegen Wolf zu schüren, dazu laut bei seinem Vornamen an. Ambros möchte auf ihn bedurfte es keiner großen Geschicklichkeit, und jetzt bot die " Jetzt schau, wie gut es die Weiber haben," lachte der warten, er sei gleich fertig und wolle ihn ein Stück Weges neue Getränksteuer Jerg eine feste Handhabe. Die VerAlte, Ambros die Hand schüttelnd. Da muß ich draußen das begleiten. Ambros entschuldigte sich, daß er keine Zeit theuerung von Wein und Schnaps verursachte in ganz schlechte Wetter ertragen und mich ärgern, daß es der hätte. Er mochte nicht seinen beladenen Schlitten ziehen, Tyrol böses Blut und überall kam es in den Trinkstuben Schnee den Pferden so schwer macht, und derweilen sitt während Jerg neben ihm her bummelte. Dieser und die zu tumultuarischen Auftritten. Auch in denen Mutschleitner's meine Frau hier im Trocknen und Warmen und ist ver- Knechte hatten ihre Hebel, auf die sie gleichzeitig mit aller und des Bäckers. Es hätte nicht viel gefehlt und die Er gnügt mit Dir. Jetzt will ich's aber auch so gut haben." Kraft drückten, unter einen Stamm gesteckt. Der Baum bitterung hätte sich gegen die Wirthe gewendet, obgleich diese Er breitete seinen nassen Mantel über das Ofengestänge rollte in den Schnee und Jerg fagte:" Da liegt er!" Er unter der neuen Steuer und den damit verbundenen und ließ sich behaglich an dem Tische nieder. Ambros lachte, indem er Ambros nachsah, der sich mit seinem be- Scheerereien zunächst und zumeist litten. Das Verdienst des sollte sich zu ihm sehen und schwätzen. Dieser verspürte ladenen Handschlitten entfernte. In seinen Gedanken war es jungen Arigaya war es, daß der Sturm unschädlich an dazu jedoch wenig Luft und brachte sein Geschäft zur Sprache. Ambros, der da lag. ihnen vorüberbrauste und sich ein anderes Opfer suchte. " Freilich, freilich, ein junger Ehemann hat immer Gile, Seitdem er das Zusammentreffen seines besten Freun- Aber Jerg besaß eine so große Bescheidenheit, daß er Nienach Hause zu kommen," scherzte der Müller. Ich kann's des" mit dem Klosterbauer in der Kirche beobachtet hatte, mand sein Verdienst ahnen ließ. mir denken, daß Deine Frau schon sehnsüchtig nach Dir aus- stand es bei ihm fest, Lisei zu seiner Frau zu machen, nicht Es war am Sonnabend, wo die Leute wie gewöhnlich schaut. Gelt, Müllerin?" Er sah nach seiner Frau, indem weil er jetzt auf eine größere Mitgift hoffen durfte, sondern einen frühen Abend machten und ihren Wochenlohn in der er das linke Auge halb zudrückte. weil er darauf rechnete, an Ambros' Stelle zu treten. Er Tasche hatten. Lechner arbeitete noch. Seine muskulösen belustigte sich an der Vorstellung, was Ambros für ein Ge- nackten Arme führten den wuchtigen Schmiedehammer ſicht machen würde, wenn der Jerg eines Tages als Kloster wie spielend, und jeder klingende Hammerschlag lockte bauer aus den Fenstern des stattlichen Gehöstes schaute? einen Sprühregen von Sternen aus dem weißglühenden war er langweilig? War er ein Affe? Jetzt lohnte es Eisen auf seinem Ambos. Der Feuerschein der Esse lag der Mühe, sich ernstlich um Lifei zu bewerben, und wo sich auf seinem berußten Gesicht und seiner gelben Löwenmähne. Wieder lachte er herzlich, stand auf und führte Ambros eine Gelegenheit bot, näherte er sich ihr als Freund Plötzlich rief der kleine Bursche, der den Blasebalg zog: in den Holzschuppen neben der Mühle. ihres Bruders, bedauerte das Zerwürfniß zwischen Meister, schaut Euch um; da sind Leute!" Wie kann ich denn das wissen?" fragte Afra kurz. " Boyz Tausend!" lachte er." Wie lang' ist's denn her, daß wir verheirathet sind? Nun fich Einer! Am Ende hältst Du mich gar für einen alten Mann, nach dem es nicht mehr lohnt auszuschauen?" " ( Blud auf Rameraden! Das Volk urtheilt, es hat bereits wir fiegen werden. Verlieren wir, fo werden wir noch viel Auch Schröter Steele( Verbands- Vorsitzender) empfiehlt entschieden. Nicht für, nicht gegen den Streit darf hier ge- schlimmer gedrückt werden als bisher. Und uns wird mit Recht der Antrag Brodam. In eindringlichen Worten mahnt er zur sprochen werden, und will ich sprechen. Denken Sie an das nicht nur der Vorwurf der Uneinigkeit, sondern auch der Un- Ruhe. Sollte man einen Kameraden sehen, der sich betrunken Strafgesetzbuch, so wie es ausgelegt wird, welches die Aufforderung fähigkeit treffen.( Sehr richtig!) Bevor wir stimmen, überlegen hat, dann bringe man ihn sofort in die eigene Wohnung, damit zum Kontrattbruch mit Gefängniß bis zu zwei Jahren bestraft. wir es uns genau!( Beifall.) er seinen Rausch ausschläft. Gedanken find ebenso gut als Worte.( Lebhafter Beifall.) Wie Joh. Weber Herne: Nach dem schönen Brief der Belgier Nachdem der Vorsitzende Bauer noch mitgetheilt, daß der es zum partiellen Streit gekommen ist, wiffen Sie. Der Ver- mache ich den Vorschlag, ihnen sofort zu depeschiren: Einer für Verbandsvorstand beschlossen habe, bei wichtigen Nachrichten sobandsvorsitzende und ich haben versucht, den Streit auf Ein- Alle, Alle für Einen!"( Stürmischer Beifall.) fort Extrablätter drucken und unter den Kameraden vertracht I und II zu verhindern. Es war unmöglich. Ich habe Thomae Saarrevier( mit lebhaftem Beifall begrüßt): theilen zu lassen, um jede Verwirrung burch bie wenig ftens feine Luft, mir die Knochen im Leibe zerschlagen zu lassen. Die Delegirten des Saarreviers rief das Solidaritätsgefühl hierher. Lügennachrichten der gegnerischen Presse zu verhindern, Was tönnen wir nun thun? Die streikenden Kameraden mit Geld In Halle verbanden wir uns national, in Paris international. wird beschlossen, eine Lohntommission zu wählen und zwar so, unterstügen? Dazu lassen die Herren dem Bergmann zu wenig Diese Solidarität wollen wir nun bestätigen. Obivohl uns der das jedes Revier darin vertreten ist. Gewählt wurden: GerlachGeld.( Beifall.) Wie die Influenza griff der Streit um sich. Ausstand hier verfrüht erscheint, werden wir doch die Solidarität Unna, Heubel- Sommerberg, Schröder- Dormund, Siegel- DortAuf„ Eintracht" folgte die Fröhliche Morgensonne". Bis gestern hochhalten und die westfälischen Kameraden, soweit es das mund, Löwenstein- Annen, Stade- Bruch, Joh. Weber- Herne, MeyerNachmittag standen 27 Schächte still. Bier Schächte im Effener Gesez erlaubt, nach Kräften unterstützen.( Stürmischer Beifall.) Bochum, Brodam- Gelsenkirchen, Dieckmann- Gelsenkirchen, KahnRevier haben sich inzwischen noch angeschlossen. Heute müssen Lindenberg Bochum: Ich schließe mich den Ausführungen Wattenscheid, Bauer- Weitmar, Margraf und Ballmann- Essen, wir zum Resultat tommen. Wollen wir das Eine nicht, so müssen Dieckmanns an. Von meiner Belegschaft ist ein Drittel für, ein Michels- Mühlheim, Engstfeld- Vortrop, Freiburg- Vortrop, Schröwir bestimmen, daß die ausständigen Belegschaften die Arbeit Drittel gegen den Streit, und das letzte Drittel läuft herum und ter- Steele, Kampmann und Melisch- Altenessen, Risberg- Blankenmorgen wieder aufnehmen.( Stürmische Rufe: Nein!) Aus weiß nicht recht, was es machen soll. So mag es auch burg. Busammen 21 Delegirte. Sachsen, aus den Braunkohlen- Revieren, wo Löhne von 2,40 m. wohl noch anderwärts sein. Wenn wir hier stimmen, Durch einstimmigen Beschluß wird Schröder- Dortmund mit bis 2,90 m. täglich bezahlt werden,( Rufe: Pfui!) wird uns wie wissen wir nicht, ob das Volk hinter uns steht. Redner dem Vorsitz in dieser Kommission betraut und ihm das Recht veraus Belgien geschrieben: Wir sind zwar im Prinzip sonft immer schlägt geheime Abstimmung vor. Jeder Schacht soll eine Stimme liehen, für den Fall seiner Verhaftung seinen Nachfolger zu ergegen Stret gewesen, aber so, wie die Dinge heute liegen, haben, und der Ausstand nur dann als beschlossen gelten, wenn nennen. glauben wir nichts zu ristiren. Zu verlieren haben wir ja doch eine Zweidrittel- Majorität sich dafür erklärt. Zum Schluß ermahnt Siegel noch einmal zur Ruhe. Das nichts!( Bravo!) Die heutige Versammlung braucht weder lange Schol- Holsterhausen: Nicht unsere Schuld ist es, wenn Militär sei nicht fern. Die Behörde tönnte nichts zu dauern, noch braucht viel geredet zu werden. Doch würde gestreift wird. Die Unternehmer haben uns den Fehdehandschuh vernünftigeres machen, als ein Armeekorps zu mobilisiren, und ich dem Vorsitzenden nur rathen, einfach abstimmen zu lassen: hingeworfen. Wir waren gegen den Streit. Redner empfiehlt sämmtliche Gruben zu besetzen. Dann würde auch nicht eine Wer gegen den Streit ist, der hebt die Hand hoch!( Heiterkeit geheime Abstimmung. Belegschaft mehr anfahren: Die deutschen Arbeiter sind nicht und Beifall.) Der Volkswille läßt sich nicht mehr zurückdrängen. Siegel Dortmund: Stimmen Sie, wie Sie wollen: wenn gewohnt, unter Polizei- Aufsicht und Belagerungszustand zu Die Führer find es nicht im Stande, obwohl wir wissen, daß aber die heutige Versammlung gegen den Ausstand stimmt, dann arbeiten."( Stürmischer Beifall.). Wir dürfen unsern Gegnern die Kapitalisten den Streit nur heraufbeschworen haben, um den haben wir 240 und mehr Gemaßregelte, wie 1890 in Gelsenkirchen. nicht den Gefallen thun, daß die Flinte schießt und der Säbel Bergmann tüchtig hineinzulegen.( Rufe: Sehr richtig!) Ich Sie mußten damals mit Weib und Kind nach Brasilien aus- haut!" fage nichts dagegen, ich werde mich aber auch hüten, dafür zu wandern!( Rufe: Das darf nicht geschehen.) Auch wenn der Der Vorsitzende empfiehlt den Kameraden noch kurz, sich Sprechen.( Lebhafter Beifall.) Streit ins Wasser fällt, und ich weiß bestimmt, durch keine Drohanschläge der Direktionen an den Schächten Allgemein erhebt sich jetzt der stürmische Ruf: Abstimmen! daß er ins Wasser fällt, so schadet das nichts." Fuß beeinflussen zu lassen, dann erhebt sich die ganze Versammlung um Fuß muß dem Kapital durch Streits der Boden abgerungen und fingt stehend und entblößten Hauptes drei Strophen des Vorsitzender Baner: Wir sind nicht gewillt, hier lange werden," sagte der englische Deputirte Abraham zu Paris. 1889 Bergmannsliedes: Worte zu machen. Ein Zurück giebt es nicht mehr. Aber die mußten die Bergleute erst durch den Streit durcheinander geschüttelt Redner, die auf der Liste stehen, müssen wir sprechen lassen; werden, bevor eine Organisation zu Stande tam. Hoffen wir, auch andere Ansichten müssen wir hören, damit es nicht nachher daß unsere Organisation bald so start ist, daß Streits erst gar in der Presse heißt, die Delegirten- Wersammlung sei vergewaltigt nicht mehr nöthig sind.( Lebhafter Beifall.) worden.( Zustimmung.) Abstimmen! B Die Versammlung ist damit einverstanden. Die Rednerliste wird geschlossen und die Redezeit auf fünf Minuten festgesetzt. Ketteler Hamme: Jeder Delegirte weiß, wie seine Beleg chaft gefonnen ist. Wir müssen solidarisch vorgehen. Doch wäre es beffer, die Abstimmung geheim vorzunehmen.( Rufe: Nein!) Ich gehe mit dem Großen- Ganzen durch Dick und Dünn. Aber jeder soll sich ernst besinnen, bevor er stimmt. Schöneweiß Lüttchen Dortmund: Auf Sieben Planeten" hatten wir bisher bessere Zustände. Ueber die Beamten war nicht zu flagen. Bisher war es Brauch, daß die Kameraden ihre Hausbrandtohle*) hatten. Die Kameraden hatten sich nun 40-50 Brandwagen geladen; da wurde ihnen streng verboten, fte abzufahren. Wie Wir machen die Kohle selbst los und dürfen sie nicht einmal zum eigenen Gebrauch billiger haben? Von der ganzen Belegschaft fuhren nur 5 an, und von diesen 5, 4 wieder aus. Und das geschieht auf einem Schacht, wo im Allgemeinen ein gutes Verhältniß zwischen Beamten und Arbeitern geherrscht hat. Mettern Gelsenkirchen: Ich bin stets gegen den Ausstand gewesen. Aber der Druck von oben ist zu start. Wenn Ihr im Berbande Euch nicht solidarisch fühlt, dann treten wir aus! ( Zustimmung.) B Damit ist die Rednerliste erschöpft. Der Vorsitzende fragt nun die Delegirten der ausständigen Schächte, ob fie die Arbeit am nächsten Tage wieder aufnehmen wollen.( Stürmische Rufe: Nein, nein!) Vorsitzender: Die anderen Belegschaften werden wissen, was sie zu thun haben. Jeder Delegirter stimme jezt nach Ehre und Gewissen: Wer dafür ist, daß morgen der Ausstand im ganzen Revier sein Ende erreichen soll, der hebe die rechte Hand empor!" Nur eine Hand erhebt sich.( Stürmischer Beifall.) Damit ist der Generalstreit für das ganze Gebiet der Ruhrkohle proklamirt. " Glück auf, Kameraden! Durch Nacht zum Licht!" Vorsitzender: Mit diesem Schlachtliede wollen wir in den Rampf ziehen. Hoch die internationale Vereinigung! Hoch die internationale Verbrüderung! Dreimal brausen die Hochrufe durch den Saal. Damit schließt die denkwürdige Versammlung. * Wir lassen die Nachrichten der Depeschenbureaus folgen. Daß sie mit Vorsicht aufzunehmen sind, brauchen wir unsern Lesern nicht erst zu rathen. Effen a. d. Ruhr, 25. April. Der Rheinisch- Westfälischen Beitung" zufolge hat der Vorstand des Vereins für die bergbau.. lichen Interessen im Oberbergamts- Bezirk Dortmund heute mit Bezug auf die§§ 24 und 25 des Knappschaftsstatuts ein Rundschreiben versandt, in dem es heißt:" Im Hinblick auf den mit Rontrattbruch begonnenen Streit auf einer Reihe von Vereinszechen beschloß Ihr Vorstand, den verehrlichen Vereinszechen zu Vorsitzender: Kameraden, haltet Euch jetzt so, wie es empfehlen, die Namen derjenigen streifenden Bergarbeiter, welche Bergleuten zukommt! Die Delegirten hasten dafür, der 3. Klasse der Knappschaft angehören und binnen der ihnen daß in ihren Belegschaften nichts passirt. Wir von der Werksverwaltung zur Wiederaufnahme der Arbeit gewollen unsere eigene Polizei sein. Dann stellten Frist die Arbeit nicht wieder aufgenommen haben, sofort haben wir vom Militär nichts zu befürchten. nach Ablauf dieser Frist dem Vorstande des Allgemeinen Knapp Wir hoffen, daß uns die Behörden in unserer schaftsvereins zu Bochum aufzugeben mit dem Ersuchen, gemäß gerechten Sache nicht hindern werden.( Bebhafter§§ 24 und 25 der Statuten das Weitere zu veranlassen, ins Beifall.) Der Ausstand wird geführt um die achtstündige Schicht besondere somit die ausständigen Bergarbeiter 8. Klaffe und eine Lohnerhöhung. Das sind unsere Forderungen, die bei aus den Listen der Knappschaft zu streichen und sie dadurch der den Grubenverwaltungen eingereicht sind. Vortheile ihrer bisherigen Beitragsjahre(§§ 63 und 64 des Schröder Dortmund: Eine ernste Mahnung will ich an Statuts, wonach Mitglieder 3. Klaffe nach 15 Arbeitsjahren bei Bringewald Wattenscheid: Ich habe es lebhaft be- Sie richten, Kameraden. Halten Sie jeden Abend Fa- Arbeitsunfähigkeit zum Invalidengeld berechtigt sind), für verdauert, als der Ausstand ausbrach. Man brach mit ihm be- milienrath, forgen Sie dafür, daß die Straßen lustig zu erklären. Der Vorstand beschloß ferner, den Vereinsstimmte Kongreßbeschlüsse, die ganz anders lauteten. Gegen einen leer bleiben und die jungen Leute nicht auf gechen zu empfehlen: Diejenigen streifenden Bergarbeiter, welche partiellen Streit bin ich ganz entschieden, damit können wir nie ihnen herumstehen. 1889 waren es getaufte Leute, der 3. Klasse der Knappschaft angehören und die Arbeit binnen unsere Lage verbessern. Sie, Kameraden, haben jetzt zu bestimmen, die schlimme zusammenstöße verursachten, daß der ihnen gestellten Frist nicht aufgenommen haben, zur Beförde ob vir den ausständigen Kameraden zu Hilfe kommen sollen, oder Tausende darüber unglücklich wurden. Haben rung in die 2. Klasse nicht vorzuschlagen bezw. einen die@ bozüg ob wir uns mit ihnen nicht solidarisch erklären.( Beifall.) Sie Achtung vor den Behörden, auch wenn sie lichen Vorschlag, falls derselbe bereits gestellt ist, als gegenstandsBimmermann Kray:: Bei den Schächten giebt es fein ftramm auftreten! Ruhe und Ordnung überall, los zurückzuziehen, da die betreffenden Bergarbeiter der KnappZurück mehr. Die Folgen wären schlimmer, als alles andere. Ruhe und Ordnung, damit das Militär, wenn schaft überhaupt nicht mehr angehören. Sollte die WiederIch glaube, wir erklären uns mit den Kameraden solidarisch. es tommt, und es wird nicht lange dauern, annahme jegt entlassener Bergarbeiter 3. Klasse später in Frage ( Bravo.) hier auch teine Arbeit hat.( Stürmischer Bei- kommen, so hat dieselbe nur nach Beibringung eines neuen Dieckmann Uedendorff: Die heutige Bewegung fall.) Ich würde vom Streit abgerathen haben, aber Gesundheitsattestes zu erfolgen. Bezüglich der gegen die ist nicht nach der Führer Sinn. Aber wir können nichts der Voltsströmung sind wir unterworfen. Jedes Volk streifenden Knappschafts Mitglieder 1. und 2. Klasse zu gegen fie ausrichten. Bei dem früheren Ausstande hätten macht sich seine Gesetze selbst, auch wir Bergleute. treffenden Maßregeln werden wir Ihnen demnächst unsere Beman die Bewegung gern den„ radikalen Elementen" in die Schuhe Das ist demokratisches Gefeß. Ich werde jetzt, wo der Streit schlüsse zur Kenntniß unterbreiten." geschoben. Auch febt hat man es gewollt und versucht. Aber beschlossen ist, an der schwierigsten Stelle nicht fehlen.( Stür- Köln, 25. April. Die„ Kölnische Zeitung" meldet aus Der Vorwärts", die Volksstimme", die„ Gelsenkirchener Arbeiter- mischer Beifall.) Nicht in den ersten Tagen wird der Kampf Duisburg: Siesige größere Werke beschlossen, bei eintretendem zeitung", fie alle haben diesen Ausstand auf das Entschiedenste beendet sein. Haushalten Sie jetzt mit jedem Groschen. Rechnen Kohlenmangel den Betrieb einzustellen; die Rheinischen Stahlbekämpft. Wir können auch unsere Lage nur verbessern, wenn wir nicht auf fremde Hilfe. Die einzige Hilfe ist Solidarität. werke zu Meiderich haben ihre Arbeiter theilweise vorläufig entwir alle organisirt sind. Heut ist der Ausstand ein sehr gewagtes Wir wollen den letzten Bissen Brot mit einander theilen.( Stür- lassen; der Phönig zu Laar beabsichtigt ein Gleiches zu thun. Spiel. Wissen wir denn wirklich, ob wir das Bolt auch hinter mischer Beifall.) Aus Bochum meldet die Kölnische Zeitung": der Bochumer uns haben? Sorgen wir dafür, daß unsere Sache nicht durch Verein habe infolge des Ausstandes seiner Bechen sein Schieneneinen Putsch zurückgeschleudert wird. Gewiß! ich bin dafür, wert stillgelegt, lohne die Arbeiter aber weiter. Die Eisenbahnwenn wir fiegen tönnten. Jeder muß aber genau bedenken, ob Direktion zu Magdeburg habe 9,50 M. für westfälische Kohlen geboten, die Zechen seien aber abgeneigt unter 10,50 m. abRohle zum eigenen Verbrauch, welche die Bergleute zu zugeben; die kaiserliche Marine habe ihren Mehrbedarf für das einem etwas billigeren Preise von den Zechen beziehen. laufende Jahr in besten westfälischen Stückkohlen mit 13 M. ab In demselben Sinne spricht Brodam. Gelsenkirchen, der den Vorschlag macht, für das ganze Revier eine Lohntommission zu wählen, die mit dem bergbaulichen Verein, dem Unternehmerverein, zu verhandeln hat. Die Verhandlungen der Delegirten einzelner Belegschaften mit den Direktoren seien schädlich.( Zustimmung.) Der Vorbau der Schmiede war mit Menschen gefüllt, zersprangen einige Fensterscheiben. Jetzt aber braufte auch Kleider und einige von den Wildesten mußten verhaftet und der Feuerschein, der auf die Gesichter der Nächsten fiel, das Blut Wolfs auf; er schleuderte den Hammer hinter sich werden. wurde. zeigte Wolf, daß sie nicht als Freunde kämen. Zugleich in die Schmiede, packte die Nächsten und schlug sie gegen Lechner hatte bei dem Einschreiten der Landjäger die vernahm er ein Stimmengebrause, als er, sich um einander und warf sie dann gegen die Masse. Einem schwere Eisenstange aus der Hand gelegt und nachdem es schauend, seine Arbeit unterbrach. Mit dem Hammer Dritten, der in diesem Augenblick ein Messer auf ihn zückte, auf der Gasse still geworden war, zündete er ein Licht an in der Hand trat er den Leuten entgegen und fie schlug er mit der Faust nieder. Die Menge stuzte, und und ging in seine Wohnstube, die einige Stufen höher als wichen vor seiner mächtigen, schwarzen Gestalt zurück. Wolf benutzte den Moment, um sich in die Schmiede die Werkstätte lag. Hier sah es wüst genug aus. Ein Schreien und Pfeifen empfing ihn. Sein Auge über- zurückzuziehen. Raum aber hatte er die Thüre von In den beiden Fensterrahmen hing nur noch die flog die im Dunkeln wogende Masse und mit einer Stimme, innen verriegelt, so krachte eine ganze Salve von Steinen verbogene und zerrissene Bleieinfassung der kleinen Rauten; beren schmetterndem Klange eine augenblickliche Stille folgte, gegen fie. Diese selbst waren zertrümmert. Ihre Scherben mischten sich fragte er, was man von ihm wolle? Ein wüstes Geschrei Es war der Anfang eines anhaltenden Bombardements, auf dem Fußboden mit den hereingeschleuderten Steinen und war die Antwort, und wieder dröhnte seine Stimme:„ Einer das von wildem Schreien, Pfeifen und Jubeln begleitet dem Kalke, den diese von den Wänden geschlagen hatten. soll reden!" Die Fensterscheiben zersplitterten flirrend und Auch auf seinem Bette lagen Steine. Die Tassen und Gläser, Aber an einen Wortführer hatten die Leute in ihrer flingend; die Mauern knirschten von den abprallenden die auf dem Gesimse eines Schrankes gestanden, waren nur Aufregung nicht gedacht und so rief es durcheinander:" Mach oder streifenden Wurfgeschossen, und jetzt begann es dumpf noch ein Trümmerhaufen; die Thür des Schrankes war gefort von hier!- Wir mögen Dich nicht länger leiden! gegen die Thür zu pochen, als ob mit Holzscheiten dagegen borsten und auch der Ofen vielfach beschädigt. Während Geh! Fort, fort!" gestoßen würde. Lechner ergriff eine Eisenstange, entschlossen, Wolf den angerichteten Schaden besichtigte, kam der LehrOho!" rief Wolf, indem er durch eine drohende Be- fein Leben so theuer wie möglich zu verkaufen, wenn die junge aus seinem Schlupfwinkel hervor und mit seiner Hilfe wegung seines Hammers die Vordersten, die wieder heran- aus starken Bohlen gefügte Thür den Stößen nachgeben machte sich der Schmied daran, Schutt und Trümmer aus zudrängen begannen, in Respect hielt, gehör' ich nicht so sollte. Seine Augen flammten wie blaue Blize aus dem der Stube zu schaffen und die Ordnung einigermaßen wieder gut wie ihr zur Gemeinde? Hab' ich mich nicht unter euch berußten Gesicht. Der kleine Lehrbursche hatte sich in irgend herzustellen. Eine Magd hielt Wolf nicht; eine Frau eingekauft?" in der Nachbarschaft besorgte ihm die Wirthschaft. Nachdem " Bayer!" schrie es aus dem Haufen heraus. Wir Auf einmal erfcholl draußen ein triumphirendes Hurrah. er mit seinem kleinen Burschen das Bett in die Nebenstube wollen feinen Bayer unter uns!- Fort mit dem Bayer! Das Werfen mit Steinen hörte auf und statt dessen ver- geschafft, die verschont geblieben war, da sie auf einen Schlagt ihn todt, wenn er nicht geht!" nahm Wolf ein eigenthümlich prasseludes Geräusch auf der kleinen, durch die Mauer von der Gaffe getrennten Hof " Der Gewalt weich' ich nicht," schmetterte Lechner und Gasse, das von Gelächter und Hohnrufen auf ihn begleitet hinausging und die Fensterläden in der Vorderstube gereckte den bewehrten kräftigen Arm. Gott hat mich als wurde. Dumpfe Schläge und Fußtritte über ihm ließen schlossen waren, kehrte er in die Werkstätte zurück, wo er Bayer geschaffen wie euch als Tyroler. Darum bin ich so ihn nicht lange in Ungewißheit über das, was im Werke die Gluth in der Esse wieder anfachte und neue Kohlen viel wie ihr. Und jetzt macht euch fort, oder ihr sollt mein war. Man deckte das Dach der Schmiede ab. Indessen aufschüttete. Den Lehrburschen hieß er zur Ruhe gehen. Er Eisen kennen lernen" hatte der weit durch die Nacht schallende Lärm nicht nur selbst zog sich einen Schemel vor die Esse, stützte den Kopf " einen Winkel verkrochen. allein es waren und der Ein Wuthgeheul, mit gellendem Pfeifen untermischt, fast die ganze Einwohnerschaft des zerstreuten Ortes her in die Hand und schaute düstern Sinnes in die Gluth. Von brach los. In dem rothen Feuerschein, der aus der Schmiede beigelockt, sondern auch den Landjäger Posten aufmerksam Beit zu Beit hob ein tiefer Seufzer seine Brust. Nun war fam, zuckten geballte Fäuste empor, flammten blutgierige gemacht. Freilich bestand dessen ganze Wacht nur aus drei das Schlimmste geschehen, was er gefürchtet hatte! Wohl Augen. Ein Stein sauste an dem Kopfe Lechners vorüber, Mann und dem Korporal, ent- bis Mitternacht saß er so im traurigen Brüten vor den prallte gegen die Mauer hinter ihm und fiel polternd auf die schlossene und gut bewaffnete Männer und das Flimmern verglimmenden Kohlen der folgende Morgen Dielen des Vorbaues. Zwei kräftige Holzknechte stürzten ihrer auf die Büchsen gepflanzten Bayounette gab der Auf- ließ ihm seine Lage in keinem freundlicheren Lichte ersich, den Haufen durchbrechend, auf den Schmied; aber ein forderung ihres Führers, die Gasse vor der Schmiede zu schauen. Stoß mit seinem Hammer warf sie zurück. Sie stürzten mit räumen, den nöthigen Nachdruck. Ohne jede Widersetzlich( Fortsetzung folgt.) einem gellenden Schrei zu Boden und rissen die nächsten mit feit von Seiten der erhitzten Tumultuanten ging es aber fich. Ein Steinhagel praffelte gegen das Haus und klirrend nicht ab; es gab manchen Kolbenstoß und zerrissene Beche gedeckt und zahle für den ganzen Bedarf 1892/93 13,50 M.; für Landkessel Kohle zahle dieselbe 10,50 m. ab Zeche. machen." nur Politische Uebericht. Berlin, 27. April. Lateins und in Verzweiflung sein. Thatsächlich giebt es eine Stadt in Deutschland, in der unter den Genoffen weniger Streitigkeiten vorfämen und größere Begeisterung herrschte, als in Berlin. Unsere Gegner sind da wieder einmal das Opfer ihrer eigenen Lügenberichte. Eine sehr interessante Aeußerung über den Reptilien fonds finden wir in einer älteren Nummer der„ Dresdener Nachrichten", die seitdem anders denken und urtheilen gelernt haben. Am 5. November 1878, also vor 12 Jahren, schrieb dieses Blatt redaktionell: ,, Gelänge es dem Abg. Windthorst, den Sohn des Königs Georg V. von Hannover, den jezigen Herzog von Cumberland zu bewegen, auf seine Kronansprüche zu verzichten, so würde diesem der beschlagnahmte Welfenfonds auszuhändigen sein. Aus diesem werden bekanntlich die Reptilienblätter unterhalten, die so sehr zur Bearbeitung der öffentlichen Meinung in Deutschland beigetragen haben. Kommt der Welfenfonds wieder in die Hände des früheren Besitzers, so würde sich alsbald unter der reptilisirten Presse Deutschlands ein weitaus größeres Viehsterben" zeigen, als bei den foeben hinweggefegten fozialdemokratischen Blättern. Soll aber der Welfenfonds aus den Kellern des preußischen Schatzes in die Hochzeitskammer des Welfen wandern, so wird dies außer den Reptilienblättern Niemanden mehr inter essiren als Herrn Bleichröder. Man ver= fichert uns, ein recht ansehnlicher Theil des Welfenfonds sei zur" Fruktifizirung" in Papieren angelegt, welche Bleichröder emittirt hat und die jest natürlich im Kurse gefunken sind. Eine Veräußerung derselben würde sich auf der Börse sehr bemerklich machen. Man darf daher aus mehr denn einem Grunde gespannt sein, ob der Herzog von Cumberland auf seine Thronansprüche verzichtet. Sein fünftiger Schwiegervater, der König von Dänemark, soll lebhaft wünschen, seine Tochter, die mehr als sechs Schuh große Prinzessin Thyra, an einen reichen Schwiegersohn zu verheirathen." Effen a. d. Ruhr, 26. April. Der Zentralvorstand des Verbandes für den Ober- Bergamtsbezirk Dortmund ,, Glückauf", Die Budersteuer, die heute vor den Reichstag beschloß nach mehr als dreistündiger Sizung, welcher der Reichs fam, zeigt in ihrem Wesen und ihrer Geschichte so recht tags- Abgeordnete Stößel und Redakteur Lensing beiwohnten, wie deutlich die Natur des heutigen Klassenstaats, in welchem die Rheinisch- Westfälische Zeitung" meldet, folgende Resolution: die Klinke der Gesetzgebung" nur dazu da ist, die InterWir erklären uns gegen einen Streit und fordern demgemäß essen der herrschenden und befizenden Klassen zu fördern alle christlichen Bergleute des rheinisch- westfälischen Kohlenreviers auf, die Arbeit nicht niederzulegen. Nach wie vor stehen wir natürlich, da man dem Paul nichts geben kann, ohne es auf dem Standpunkt, welchen wir in der im Oktober v. J. an dem Peter zu nehmen, auf Kosten der arbeitenden Klassen. den Minister von Berlepsch gerichteten Denkschrift niedergelegt Die Zuckerindustrie wurde durch Zölle künstlich aufgepäppelt haben. Wir glauben, daß unsere Forderungen berechtigt sind und - man nennt das geschützt" und den Herren Zuckerdurchgeführt werden können und müssen. Wir wissen auch, magnaten in Gestalt von Zuckerprämien Jahr für Jahr, daß die heutige Bewegung hervorgerufen ist durch das nicht zu Jahrzehnte lang, eine Million nach der anderen in die billigende Vorgehen der Bechenverwaltung Eintracht Tiefbau" Tasche gesteckt. Zum Trost dafür, daß es die Kosten beund daß fie geschürt ist durch sozialdemokratische Agitatoren, obfchon das Organ des alten Verbandes jetzt von einem Streit ab- zahlen mußte, hatte das Volk die Genugthuung, daß die räth, um andere ins Feuer zu schicken. Wir bitten die Regie- Millionäre, welche es aus seinem Mark zu züchten" den Ausländern deutschen Zucker bil rung dringend, bei der bevorstehenden Reform des Berggesetzes hatte, als dem deutschen Volk, das die die berechtigten Wünsche der Bergleute durchzuführen. Endlich liger lieferten, fordern wir alle christlich- patriotischen Bergleute auf, dem Ver- Differenz zu tragen hatte. Der Unfug ist schließlich so groß bande Glückauf", der keine konfessionellen und Parteizwecke ver- geworden, daß die Regierung einschreiten mußte und sich folgt, beizutreten und gegen die sozialdemokratischen Elemente entschloffen hat, mit dem System der Prämien zu brechen, in der Berg arbeiter- Bewegung mit aller Energie Front zu wenn auch nur ganz allmälig. Und um diese Prämie wird Effen a. d. Ruhr, 27. April. Von 26 Bechen im Stadt- nun gerungen. Die Kommission, vor welche die Regierungsund Landkreise Essen sind heute früh die Beleg vorlage verwiesen ward, erklärte sich in ihrer Mehrheit für schaften von 7 theilweise ausständig, nämlich Schacht„ Wolfsbank" Ablehnung, und in der heutigen Sigung des Reichsund Schacht Lewin" vom Effener Bergwerkverein, wo im tags kämpften die kapitalistischen Herren Konservativen, Ganzen nur 868 Mann von ca. 800 unter Tage angefahren sind, Nationalliberalen und Zentrumsleute mit Klauen und Schacht Wilhelm" von Zeche Königin Elisabeth", wo nur 96 Bähnen um das fette Staatsalmosen. Die Kardorff, unter Tage angefahren sind, während auf dem anderen Schacht Bennigsen, Staudy( Zuckerfabrikant), Hoensder Zeche Alles arbeitet; ferner Beche Ver. Hagenbeck" bei broech( Bentrum) öffneten alle Schleusen ihrer BeredtAllendorf, wo von 700 nur 209 Mann angefahren find, Bechen famkeit und wenn der Goldhunger ebenso beredt machte, Heisinger Tiefbau" bei Kupferdach, Johann" bei Steele und Bonifacius" bei Kray. Die Rheinisch- Westfälische Zeitung" wie sprichwörtlich die Liebe und der Haß, dann würden bringt diese Thatsache mit den gestrigen Beschlüssen des Ver- diese Herren heute eine Demostenische Beredtsamkeit ents Der Welfenfonds ist damals, wie männiglich bekannt, bandes„ Glückauf" in Verbindung. Dasselbe Blatt veröffentlicht wickelt haben. Der langen Reden kurzer Sinn war: wir einen Protest des evangelischen Arbeitervereins in Witten gegen haben bisher aus der Tasche des Volks ein fettes dem Welfenhause nicht gegeben worden, und hat bis zum den neuesten Versuch, durch einen Bergarbeiter Ausstand die Staatsalmosen erhalten- dieses Almosen ist unser Tage, wo Fürft Bismard aus seiner Hausmeierei ermittirt ganze Industrie und das nationale Erwerbsleben zu schädigen. Recht, und wer unser Recht antastet, der rührt an den ward, den Zwecken der abscheulichsten Korruption dienen müssen. Aber wie steht's mit Bleichröder? Herr BleichKöln, 25. April. Die Köln. 3tg." meldet aus Duisburg: Wurzeln des Staats und der Gesellschaft." Immer das röder war und ist Bismarck's Bankier und Herr Bleich Stündlich mehren sich die Anfragen nach Kohlen seitens rheinisch- alte Lied. westfälischer Werke bei den Ruhrkohlen- Händlern. Sogar minderDie Anschauungen der Sozialdemokratie brachten röder versteht sich sehr gut aufs Geschäft" auf sein's werthige Kohlen werden aus den Lagerbeständen zu hohen Breifen zum sofortigen Bezuge aufgekauft. Betriebseinstellungen Ulrich und Heine zum Ausdruck, von denen die Frage und das seiner Klienten. Und wer hat von der benachbarter Werte wegen Kohlenmangel wurden heute schon an- prinzipiell in eingehender Weise behandelt, und namentlich Fruftifizirung" des Reptilienfonds den Profit gehabt? gefagt. Der Oberpräsident von Westfalen wies infolge auch die Heuchelei gegeißelt ward, mit welcher die Der Staatsanwalt, der sich mit dem 350 000 Mark- Geschenk ministerieller Ermächtigung die Verwaltungs- und Bergbehörden Herren Zuckermagnaten gleich den Brot und Fleisch zu befassen haben wird, kümmert sich hoffentlich auch um an, die von kontrattbrüchigen Bergarbeitern etwa angerufene be- vertheurern- die Interessen der kleinen Leute" vor diesen bunkelen Punkt." schieben. Von fortschrittlicher Seite sprachen( gegen Köln, 26. April. Die„ Köln. Volksztg." meldet aus Effen: die Prämien) Witte und Barth Die heutige, zahlreich besuchte Vorstandssitzung des Verbandes Der Reichstag nahm nach 4/2 ftündiger Debatte§ 1 Glückauf", welcher der Abgeordnete Stöbel und Redakteur Lensing beiwohnten, nahm folgende Resolution an:„ Wir erklären uns gegen an, welcher die Zuckerprämie in der alten Form beseitigt, den allgemeinen Ausstand und fordern die chriftlichen Bergleute jedoch die Frage einer Ausfuhr prämie noch offen des rheinisch- westfälischen Kohlenreviers auf, die Arbeit nicht nieder- hält. Ueber§ 2, welcher die neue Steuerhöhe fest zulegen. Nach wie vor stehen wir auf dem Standpunkt, welchen setzt, wurde die Abstimmung ausgesetzt( der Schacher ist noch wir in der im Oktober vorigen Jahres an den Minister nicht zum Abschluß gelangt), und darauf alle Paragraphen bezeichnen. v. Berlepsch gerichteten Denkschrift bargelegt haben. Wir glauben, bis einschließlich 63 angenommen. In der nächsten daß unsere Forderungen berechtigt sind, und durchgeführt werden fönnen und müssen. Wir wissen auch, daß die heutige Bewegung Sigung, welche Mittwoch 11 Uhr beginnen wird die hervorgerufen ist durch das nicht zu billigende Borgehen der morgige Sigung fällt wegen der Beisetzung Moltke's Bechenverwaltung von Eintracht Tiefbau" und daß sie geschürt aus wird die Debatte fortgesetzt und die Entschei ist durch sozialdemokratische Agitatoren, obfchon das Organ bes dung getroffen werden. Die Pause eignet sich, als ob sie alten Verbandes jezt vom Ausstande abräth, um andere ins bestellt wäre, zu dem noch nöthigen Schachergeschäftchen. Feuer zu schicken. Wir bitten die Regierung dringend, bei der bevorstehenden Reform des Berggesetzes die berechtigten Wünsche der Bergleute durchzuführen. Endlich fordern wir alle christlich patriotischen Bergleute auf, dem Verbande Glück auf", der feine tonfessionellen und Parteibestrebungen verfolgt, beizutreten und mit aller Energie Front zu machen." hördliche Vermittelung zu versagen. " Brüffel, 26. April. In einer Versammlung der belgischen Delegirten zum internationalen Pariser Bergarbeiter- Rongreß und der Mitglieder des Ausschusses des Bergarbeiter- Verbandes wurde nach dreistündiger Berathung beschlossen, sich mit dem Generalausstande der deutschen Bergarbeiter solidarisch zu erflären; vor der Ausstands- Erklärung wolle man aber die Resolutionen des Bochumer Delegirtentages vom heutigen Tage abwarten. Dieser Beschluß beweist, daß die belgischen Bergleute " " " Das Frantf. Journal" erfährt aus angeblich vorzüglichster Quelle, daß zwischen Deutschland und Rußland ernsthafte Verhandlungen über einen deutsch- russischen Handelsvertrag schweben, denen die maßgebenden Petersburger Kreise wohlwollend gegenüberstehen. Mittelpunkt der Verhandlungen ist Wien. Auf Grund der Verhand lungen sei auch die allgemeine Lage als sehr friedlich zu Die deutsche Regierung hat die Einladung der amerikanischen zur Beschichtung der Weltausstellung Es fällt uns nicht ein, um in Chicago angenommen. etwas Selbstverständlichen willen ein Lob auszusprechen, wir müssen aber daran erinnern, daß der vorige Reichskanzler, als es sich um ebenso Selbstverständliches handelte, die Einladung brüst ablehnte und das Ansehen und die Interessen Deutschlands schwer schädigte. Wir reden von der Pariser Weltausstellung des Jahres 1889, die Fürst Bismarck, daWir geben att, daß es nicht würdig ist, wenn der mals leider noch allmächtig, in seinem kleinlichen Haß gegen Reichstag dauernd beschlußunfähig und beispielsweise in Frankreich und die Demokratie, zu boykotten suchte ein Gegenwart von 26 Mitgliedern eröffnet wird. Aber man be-( übrigens bekanntlich jammervoll mißlungener) Versuch, welcher dente eins: der deutsche Mann ist eben noch kein politisches die deutsche Industrie einen Theil ihres, ohnehin nicht Geschöpf", er hat noch ein gewisses Interesse für sein Heim, bedeutenden Absatzgebietes kostete. Durch ihre Haltung feine Familie, seinen Lebensberuf. Und man bedenke weiter, Die konservativen Reichstagsschwänzer werden von dem sächsischen Zentralorgan der antisemitischen Kornwucherer, dem Vaterland", wie folgt entschuldigt: Daß die Gesetzgebungsmaschine seit einiger Zeit mit einem in Sachen der Chikagoer Weltausstellung beweist die deutsche Hochdruck arbeitet, der Jeden ermüden muß." Regierung auch, daß sie von den elenden Hezereien eines " Nicht würdig", aber doch in der Ordnung. Hoffentlich Theils der deutschen Presse gegen Amerika nichts wiffen will und daß sie nicht gesonnen ist, den Intereffen der Die Bewegung zum Generalausstande in Deutschland unterſtüßen. sorgen die deutschen Wähler dafür, daß bie deutschen Brot- und Fleischvertheurer, welche den chauvinistischen Es dürfte sich daraus in einigen Tagen eine sehr schwierige Männer", die noch keine" politischen Geschöpfe" sind, d. h. Radau in Szene gesetzt haben( natürlich mit dem Krakehler sich um Heim, Familie und Lebensberuf" mehr kümmern, Lage entwickeln. Bochum, 27. April. Die Zechen„ Königsgrube". Han- als um die Pflichten der Volksvertretung, hübsch zu von Friedrichsruhe als Ober- Radaubruder an der Spize), nover I"," Colonia"," Dannenbaum" find theilweise ausständig. Sause bleiben tönnen bei den väterlichen Ochsen" um die Aufhebung des Verbots gegen amerikanisches Schlacht Ge- vieh Gelsenkirchen ist noch ruhig. nicht länger opfern will. Effen a. d. Ruhr, 27. April. Nach einer übersichtlichen und bei den„ Kriegervereinen" und sonstiger passender Ge- vieh zu hintertreiben, die Interessen des deutschen Boltes sellschaft. Zusammenstellung der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" ist auf In Deutschland deutet Alles darauf hin, daß die den Zechen des Dortmunder Reviers Alles an der Arbeit. Auch Deutsche Einheit. Der Bezirk Leipzig des deutschen Maifeier dieses Jahr wahrhaft großartig ausfallen wird. das Gelsenkirchener und Herner Revier ist ohne Ausstand. Auf der Zeche Borussia" bei Marten sind nur 80 Mann angefahren. Kriegerbundes ist aus diesem Bunde ausgetreten, weil der An vielen und wohl an den meisten größeren Orten wird das Protektorat dem preußischen König anbieten will und dieses Vorhaben so lange nicht durchführbar ist, als Voltsversammlung mit dem Thema: Achtstundentag und außerpreußische Vereine dem Bunde angehören." Also das Maifest der Arbeit; und Sonntag, den 3. Mai, Massenpreußisch, sächsisch, kaiserlich Hamburgisch, mecklenburgisch umzüge und Ausflüge, Volksversammlungen u. s. w. Alles, nur nicht deutsch". Und das 25 Jahre nach Weg- Alles mit Rücksicht auf die Bedeutung des Tages. An den fegung des seligen„ Deutschen Bundes"! meisten Orten sind die Anordnungen derartig getroffen, daß, bei dem vortrefflichen Geist, der überall herrscht, die Theilnahme der gesammten Arbeiterschaft zu erwarten Merseburg, 24. April. Unsere Herren Sozialdemokraten ist. Die klassenbewußte Arbeiterschaft Deutschlands wird haben eine arge Schlappe erlitten. Gestern Abend war das Maifest der Arbeit würdig und mit imposanter Einmit viel Geschrei vorher eine öffentliche Voltsversammlung nach müthigkeit feiern, und das herrschsüchtige Unternehmerthum, der Kaiser Wilhelms- Halle" einberufen, in welcher der bekannte das den Arbeitern ihr Maifest nicht gönnen wollte, wird fozialdemokratische Agitator Genosse" Ad. Hoffmann aus Beiß das Zu- und Nachsehen haben.( Siehe auch Bur Maiüber die kürzlich hier gehaltene Versammlung sämmtlicher hie- feier" in der 1. Beilage.) figer Parochialvereine sprechen wollte. Der besonderen Einund„ Bommerbänken Tiefbau" etwa die Hälfte der Belegschaft. Im Stadt- und Landkreis Eſſen wird von den 32 im Revier liegenden Zechen nur auf den Bechen Friedrich Wilhelm" bei Kupferdreh, " Christian Levin", Schacht Wilhelm" und Wolfsbank", Schacht Joachim" von Königin Elifabeth, Hagenbeck" bei Altendorf und„ Bonifacius" gestreift, auf denselben ist nur ein Eine, arge Schlappe" der Sozialdemokraten Theil der Belegschaft angefahren. Im Bochumer und Dahlhauser Revier ist die Lage gegen Sonnabend im Allgemeinen wird vom Leipziger Tageblatt" also erzählt: wenig verändert. Auf der Krupp'schen Zeche„ Hannover" streift nunmehr auch ein Theil der Belegschaft von Schacht I. Von 540 Mann sind nur 376 Mann angefahren. Auf Schacht 2 find von 355 Mann 83 angefahren. Auf den Zechen Konstantin der Große"," Hannibal" und" Lothringen" arbeitet Alles; auf den Rechen Friedlicher Nachbar"" Holland"," Marianne und Steinbank" und" Engelsburg" streift ein großer Theil der Belegschaft. Witten, 27. April. Im hiesigen Bezirk sind die Belegschaften der Bechen Franziska"," Bommerbant", im Bochumer ist jetzt auch die Beche Präsident" ausständig. Ruhrort, 27. April. Eine Anzahl Rheindampfer fährt nach Rotterdam, um bort englische Kohlen aufzunehmen. Essen a. d. Ruhr, 27. April. Die Anzahl der streifenden Bergleute beläuft sich heute auf 15 000. Neuerdings sind zu dem Ausstand hinzugetreten die Belegschaften der der Harpener Bergbaugesellschaft gehörenden Bechen" Prinz von Preußen" und Caroline" bei Langenbreer, ferner bie Bechen Wiendahlsbant" bei Barop, Mannsfeld" bei Langendreer, Mont- Cenis" bei Herne, Herminenglück" und Liborius" bei Bochum. Ein Rundschreiben des französischen Arbeitsministers, Yves Guyot, ordnet an, daß im Interesse der Sicherheit des Eisenbahnverkehrs die Lokomotivführer und Heizer innerhalb 24 Stunden höchstens 12 Stunden arbeiten dürfen. ladung an die hiesigen Herren Pastoren, in dieser Versammlung In Frankreich wird die Altersversorgung, zu erscheinen, waren diese mit wenigen Ausnahmen gefolgt. in Rußland die Unfallversicherung der Ar= Doch nicht diese allein, sondern wenigstens noch 500 Bürger c. beiter geplant. waren der Aufforderung des Herrn Rechtsanwalt Woelfel hier gefolgt und hatten sich zu der Versammlung eingefunden. So mochte denn ungefähr die Hälfte der Erschienenen aus So zialdemokraten, die andere aus Nicht- Sozialdemokraten bestehen. Nachdem der Einberufer die Versammlung eröffnet und um Vorschläge zur Bildung des Bureaus ersuchte, ging der Speftatel los, denn gegen die vorgeschlagenen Sozial Großfürft Nicolai Nicolajewitsch ist am letzten bemokraten erhoben die Gegner heftigen Einspruch, was Sonnabend im Wahnsinne gestorben. Er war von Seiten der Sozialdemokraten wiederum mit Lärmen Generaliffimus im letzten russisch- türkischen Kriege, wo er sich beantwortet wurde. Da sich der Skandal nicht legte, so löfte nicht durch Heldenthaten, sondern durch die willige AnBrüssel, 27. April. Gine gestern abgehaltene Versammlung der überwachende Polizeibeamte die Versammlung sogleich der Delegirten der zum belgischen Nationalverbande gehörenden wieder auf. Man mußte daher auf das Vergnügen, den Ge- nahme von grandiosen Bestechungen seitens der Lieferanten für die Armee auszeichnete. Bergarbeiter nahm eine Resolution an, in welcher sich dieselben nossen" Hoffmann zu hören, verzichten." in den Bestrebungen zur Erreichung des achtstündigen ArbeitsAlso ein„ Spektakel" und Standal", den, nach dem Die hiesige chilenische Gesandtschaft hat heute folgende tages mit den deutschen Bergarbeitern solidarisch erklären und fich verpflichten, sobald in Deutschland der allgemeine Streit ein- naiven Geständniß des Berichterstatters selbst, die Herren amtliche Drahtmeldung von der chilenischen Regierung ist eine„ arge erhalten: Am Morgen des 22. April sind die zur Flotte klärte die Versammlung, daß der Aussland auch in den Dienst Schlappe" der Sozialdemokraten! Der hier ge- der Aufständischen gehörenden Schiffe, das Panzerschiff Blanco Encalada" und der Kreuzer" Huascar" in dem der Bestrebungen zur Herbeiführung des allgemeinen Wahlrechts nannte Woelfel ist beiläufig Fortschrittler, und gein Belgien gestellt werden solle. hörte eine Beit lang. dem Heichstage an. Da wir gerade Safen von Caldera in die Luft gesprengt worden, und Weitere Telegramme finden unsere Leser am Schlusse bei derartigen Aufschneidereien sind, durch die wir auf dem zwar durch 5 von den Torpedos der Regierungsflotte„ Lynch" der ersten Beilage. " " " Papier geistig" todtgeschlagen werden sollen, so sei hier er- und Condell"( Kapitäne Moraga und Fuentes) zu diesem wähnt, daß der Rückgang der Sozialdemokratie in Berlin Zwecke abgelassene Sprengkörper( System Whitehead). Mehr wieder einmal die gegnerische Preffe füllt. Alles soll- hier als 100 Personen wurden dabei getödtet. Die Torpedos brunter und drüber gehen, der Vorstand am Ende seines I find wohlbehalten nach Valparaiso zurückgekehrt. Theater. Dienstag, den 28. April. Opernhaus. Der Ring des NibeIungen. Schauspielhaus. Der neue Herr. Lessing- Theater. Die Furcht vor der Freude. Mariensommer. Eine kleine Gefälligkeit. Partie Piquet. Eine Berliner Theater. Die Jungfrau von Orleans. Freie Volksbühne. Maivorstellung im Ostendtheater Freitag, den 1. Mai cr., Abends 8 Uhr, für die I. Abtheilung; Sonnabend, den 2. Mai cr., Abends 8 Uhr, für die II. Actheilung; Deutsches Theater. Götz von Ber- Sonntag, den 3. Mai cr.: Nachmittags Punkt 2 Uhr, lichingen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Saint Cyr. Wallner- Theater. Weib. Des Teufels Residenz- Theater. Dr. Jojo. Viktoria Theater. Raben. • Die sieben Bellealliance Theater. Der Gift mischer. Ostend- Theater. Othello, der Mohr von Venedig. Thomas- Theater. Der Millionenbauer. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Kaufmann's Variété. Große Spe zialitäten- Borstellung. für die III. Abtheilung. Programm: 1. Durch Kampf zur Freiheit. Historisches Melodrama in drei Akten nebst lebenden Bildern. der 2. Deklamation des Herrn Deflamators Hermann Paris. 3. Konzert eines ausgewählten Orchesters, unter gütiger Mitwirkung Arbeiter- Gesangvereine ,, Flöter" und Kummer". Mitglieder der I. und 111. Abtheilung ersucht, ihre Beiträge für Mai bis zum In Anbetracht des frühen Termins der Vorstellung werden die 1. resp. 8. Mai zu entrichten. E Achtung! Der Vorstand. Achtung! Tischler und sämmtliche Berufsgenossen Berlins. Große öffentliche Bersammlung 315/4 am Freitag, den 1. Mai, Abends 82 Uhr, in ,, Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Tages- Ordnung: Der 1. Mai und der Achtstundentag. Referent Th. Glocke. Diskussion. Abstimmung der Resolution. Der Einberufer. Achtung! Sattler. Achtung! Freitag, den 1. Mai cr., Abends 82 Uhr, findet in Deigmüller's 573b Salon, Alte Jakobstr. 48a, zur Feier des 1. Mai 570b Contorbic. Große Spesialitäten Maurer und Zimmerer! eine gr. öffentl. Versammlung m. Frauen statt. Borstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Borstellung. 1 Freitag, den 1. Mai, Abends 81 Uhr, E bei Lips, Attienbrauerei, Friedrichshain: Gebr. Richter's Variété. Große Deffentliche Bauhandwerker- Versammlung Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pagenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. Bratweilige Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Coll Grosses Concert ausgeführt von der Kapelle des Musik Direktor H. Sanftleben unter Mitwirkung des Opernsängers u. Konzertmalers Signor Travieki aus Rom. Empfehle zugleich meinen Frühstücksund reichhaltigen Mittagstisch, sowie 6 Billards, 8 Regelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Castan's Panopticum. etzt: Friedrichstr. 165. فل Neu: Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Passage- Panopticum. Unter d. Linden 22/23. 11-1 u. 5-9 U. Knabe mit Frauen. Tagesordung: 1. Gesang der Gesangvereine Echo" und Lorbeerfang". 2. Vortrag, betreffend die Bedeutung des Achtstundentages Taut der Pariser Resolution. Nachdem: Gemüthliches Beisammensein mit Frauen. Gesangvorträge werden ausgeführt von den Gesangvereinen Echo" und Lorbeerkranz", Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes. Maurer, Zimmerer erscheint alle in dieser Versammlung, um den 1. Mai würdig deffen zu machen, was wir uns zum Ziel gesteckt haben: Verkürzung der Arbeitszeit. Hoch lebe die Einigkeit im Baufach. Für die Maurer des Wedding und Gesundbrunnen zur Nachricht, daß Sonntags, wenn feine Versammlungen stattfinden, die Morgensprache wieder aufgenommen ist und zwar bei dem Genossen Wendt, Restaurant, Röslinerstraße Nr. 17. Maurer des Weddings und Gesundbrunnens zeigt, daß Ihr Eure Interessen zu wahren wißt, und arbeitet mit zur Verbesserung Eurer Klaffenlage; nicht Rückwärts, sondern Vorwärts soll unser Bestreben sein. Carl Weisse, Tegelerstr. 27. Mai- Feier. 235/97 Am Sonntag, den 3. Mai 1891, Nachmittags präzise 4 Uhr, bei Wohlhaupt( Schröder), Manteuffelstr. 9: Große öffentliche Versammlung sämmtl. Knopfarbeiter Berlins mit Frauen mit einem dem Tage entsprechenden Vortrag. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beiſammenſein mit Tanz, Vorträgen u. f. w. Unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins VeilchenBlau"( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Zagesordnung: Der 1. Mai und seine Bedeutung für die Arbeiter= Klaffe. Referent: Schriftsteller Carl Lange. Die Festzeitung gelangt in dieser Versammlung zur Ausgabe. Sonntag, den 3. Mai: Ausflug mit Familie nach Friedrichshagen. Treffpunkt: Seeschlösschen. Um rege Betheiligung sämmtlicher Kollegen ersucht Die Agitationskommission der Sattler Berlins. Achtung! Parteigenossen Spandaus! Am Sonntag, den 3. Mai, veranstaltet der freidentende Lese- und Diskutirklub ,, Hasenclever" zur Maifeier einen Ausflug nach Haselhor. Sammelort: Lindenufer. Abmarsch früh 8 Uhr. Um zahlreiche Betheiligung der Parteigenoffen wird ersucht. 354/17 Der Vorstand. Todesanzeige. Nach längerem schweren Leiden verschied am 25. d. M., Abends 7 Uhr, meine gute Frau, unsere liebe Mutter Louise Dunkel geb. Knobloch. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. d. M., Nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobi- Kirch565b hofes, Brizer Chaussee, statt. Carl Dunkel. Otto Dunkel. Emma Dunkel geb. Köhler. Emil Dunkel. Max Dunkel. Allen Freunden und Bekannten, namentlich den Herren Kollegen und dem Eiswerk- Besizer Herrn Thater, welche meinem verstorbenen geliebten Gatten das letzte Geleit zum Grabe gegeben haben, sage ich hiermit meinen herzlichsten Dant. Berliner Arbeiter- Bildungs- 544b Verein. 8 Die tiefbetrübte Gattin, Marie Thomas. Empfehle mein Geschäft in friscaell Blumen und Kränzen. 533 L Mittwoch, den 29. April, Robert Meyer, General- Versammlung Rein denkender, zielbewußter Knopfarbeiter darf in dieser Versammlung fehlen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Festzeitung im Lokale des Herrn Lehmann, am Eingung à 10 Pf., Tanz frei. Große öffentliche Versammlung für Männer und Frauen Der Stellmacher Berlins u. Umgegend Schwedterstr. 23/24. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Antrag des Vorstandes auf Auflösung des Vereins, event. Vorstandswahl. Mitgliedstarte legitimirt Um zahlNr 2. Mariannenstraße Nr. 2. meiden, erkläre ich meinen Freunden NB. Um häufigen Irrthum zu vers und Genossen, daß ich mit J. Meyer, Wienerstr. 1, in feiner geschäftlichen oder verwandtschaftlichen Beziehung stehe. Zur Anfertigung von Damen- und Kinderkleidern, Jaquets und Mänteln empfielt fich B. Redzunates, Grüner Weg Nr. 62, L. reiches Erscheinen der Mitglieder erfucht 566b Andreasftr.23,.p. Wir Unterzeichnete haben unter dem Kinderwagen. Größtes Lager Berling sprachen in dem Lokale: Am Ostbahn- Maitrank 1. 0,75. De am Freitag, den 1. Mai, Abends 81/2 Uhr, Arminhallen, Kommandantenstr, 20. Tagesordnung: Der 1. Mai und seine Bedeutung. Ref.: Herr Millarg. heutigen Tage beschlossen, die MorgenEsau- Lady. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. mit 2 Köpfen. Im t Nachher: Geselliges Beisammensein. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Festzeitung gratis. Ferner machen wir bekannt, daß wir am 3. Mai eine Landpartie nach Theater 6-10 hr: 6 Uhr. Friedrichshagen machen. Treffpunkt am Bahnhof Alexanderplay, Morgens Arbeiter Retourbillets 40 Pf. Nachzügler werden erwartet im Neu! Minnie Caß, Restaurant Wandrei, Friedrichshagen. 285/8 10jährige Soubrette. Um rege Betheiligung bitten Gebr. Forès, Inftrumentalisten. Sgr. Rappo, Jongleur. Ilta Scherz. Laura Zimmermann. Sigmund Stein. Mr. Wrighton. Rheinländischer Tunnel, gen.:" Die fidele Nagelkiste" Berlin N., Elsasserstrasse 73, gegenüber der Bergstraße. Ausschank von vory. Lagerbier à Seidel 10 Pfg. bei guter musikalischer Unterhaltung u. aufmerkſamer Bedienung. H. Schultze( mit'n h). Urgemüthliche Kneiperei. 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Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. 550b Tüchtigen Barockvergolder, der auch guter Versilberer sein muß, verlangt Rottbuser Ufer 32. 549b 83P Tüchtige Marmorschleifer und Steinmetzen auf Marmorarbeit verl. F. Prick, Landsberger Allee 19. Weber auf Doublewaare Tritt verl. Kaiser Wilhelmstr. 38, I. 187M Mäntelarbeiterinnen, geübt a. Regenmäntel u. schwarze Sachen, außer d. Hause, s. Lohrmann, Müllerst. 4. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 97. Parlamentsberichte. Malzahn. Deutscher Reichstag. 109. Sigung vom 27. April 1891, 12 Uhr. Am Bundesrathstische: Reichskanzler von Caprivi, von Eingegangen ist der Handelsvertrag mit Marokko. Der Abg. von Weyrauch hat wegen seiner Ernennung zum Unterstaatssekretär im preußischen Kultusministerium sein Mandat für den Wahlkreis Kassel- Melsungen niedergelegt. Auf der Tagesordnung steht die zweite Berathung der Zuckerfteuer- Vorlage. Dienstag, den 28. April 1891. 8. Jahrg. fystem heißt es, soll den englischen Konsumenten zu Gute Staatssekretär v. Malhahn: Der Vorredner hat die fommen; die Prämie folle auf den Weltmarktpreis Materialsteuer als eine Verfündigung an dem Interesse des drücken und gleichzeitig bei uns den Preis um die Landes, als eine Begünstigung der Reichen und Adligen bePrämie erhöhen; das ist ein vollkommener Widerspruch. zeichnet, was der Vertreter der Regierungen selbst zugegeben ( Abg. Barth: Nein! Heiterkeit.) Ohne den Schutz durch die habe. Dem muß ich einen entschiedenen Protest entgegensetzen. Prämien hätte die Industrie nie den Aufschwung genommen, den Ich habe ausdrücklich in der ersten Lesung anerkannt, welche fie genommen hat, ohne den Schuh würde der Zucker den unteren Verdienste dem System der Materialsteuer zukommen, wie es Voltstlassen stets unerschwinglich geblieben sein!( Widerspruch auch gerade im Interesse der arbeitenden Bevölkerung segenslinks.) Die Nationalliberalen werden in der zweiten Lesung für reich gewirkt hat. Jetzt aber treten die Folgen hervor, welche § 1 stimmen, wonach die reine Konsumsteuer an die Stelle des dazu nöthigen mit diesem System ein Ende zu machen. bisherigen gemischten Systems tritt. Wir behalten uns aber vor, wenn feine Einigung über die Säße der Exportprämien und die Höhe der Verbranchsabgabe erfolgt, in dritter Lesung gegen§ 1 und gegen das ganze Gesetz zu stimmen. Nach dem Gesezentwurfe sollte die Verbrauchsabgabe von 12 auf 22 M. für den Doppelzentner erhöht werden; ferner Bom Abg. Fürst Hanfeldt ist inzwischen der Antrag einfollte für die 3 Jahre von 1892 bis 1895 eine offene Prämie von gegangen, die Konsumabgabe auf 18 M. festzusetzen und bis auf 1 M. für den Doppelzentner gewährt werden. Die 13. Rom- Weiteres eine offene Prämie von 1,25 M. zu gewähren. mission hat die Vorlage abgelehnt. In einer besonderen Resolution werden die verbündeten ReDie Abgg. Witte, Barth, Schrader und Dohrn( frf.) gierungen zu erneuter internationaler Verhandlung wegen Aufbeantragen eine Erhöhung der Verbrauchsabgabe bis auf 16 M. hebung der Zuckerprämien aufgefordert. zu bewilligen, die Vorlage aber schon 1891 in Kraft treten zu lassen und sämmtliche Exportprämien in Fortfall zu bringen. Die Abgg. Graf Stolberg und Hulisch( dts.) beantragen die Genehmigung einer Ronsumabgabe von 18 M. und die Gewährung von Prämien in Höhe von 1,50 M. für die 4 Jahre von 1892-96 und in Höhe von 1 M. für die 4 Jahre von Abg. Graf Hoensbroech beantragt, den Einführzoll für Zucker, welchen die Vorlage auf 36 M. erhöhen will, weiter auf 40 M. zu erhöhen. 1897-1900. es Abg. v. Kardorff( Rp.): Nicht absichtlich von der Regierung, aber thatsächlich wird eine Beunruhigung über die Sicherheit des Fortbestehens der von dem Fürsten Bismarck befolgten Wirthschaftspolitik hervorgerufen, und zwar durch allerlei Vorgänge, die mit dem österreichischen Handelsvertrag in Verbindung stehen, die wir also nicht hervorgerufen haben. Es ist möglich, daß, wenn der österreichische Handelsvertrag vorliegt und die Befürchtungen nicht wahr macht, die jetzt rege sind, dann die Situation wieder eine ganz andere ist. Heute kann ich für feste Prämien nicht stimmen. Herr Witte hat auszuführen versucht, daß der Abg. Dr. Witte( dfr.): Ich bin durch die Erklärung der Re- Zuckerrübenbau zugenommen habe und daß der Preis für den gierung fehr enttäuscht worden. Ich hatte eine flotte, entschiedene Bentner Rüben nicht gesunken sei. Das letztere ist falsch, der Erklärung erwartet, welche uns etwa zeigte, wohin man gehen Preis ist ganz erheblich, von 1,30 auf 0,85 m. gesunken. Soll müßte, um eine Mehrheit für das Gesez zusammenzubringen der Preis noch um weitere 12-14 Pf. heruntergesetzt wer Das ist nicht geschehen; aber wieder sind die Geldbedürfnisse der den, so hört das Rübenbauen im Osten auf, rentabel zu sein. Reichskasse und der Einzelstaaten betont worden, obwohl doch uns wirft man Interessenpolitit vor; nehmen Sie nicht auch offiziell zugestanden ist, daß wir in den nächsten Jahren nichts die Interessen der Börse wahr? Die Resultate der Wirthschaftsbrauchten. Daß wir nichts brauchen, lehrt auch mehr als deut politit der Herren Rickert und Genossen haben wir gesehen in lich die neueste Uebersicht über die Reichseinnahmen an Böllen England in der Gestalt des Untergangs der dortigen Landwirthund Verbrauchssteuern im abgelaufenen Etatsjahre. Für das schaft, an deren Stelle die von Ihnen auch bekämpften LatiAbg. Buhl berichtet über die Verhandlungen der Kommission, gegenwärtige System begeistern sich dessen Anhänger mit einem fundien getreten sind. Frankreich ist mit der Schutzzoll- Politik welche mit dem mitgetheilten negativen Resultat geendet haben. wahren Fanatismus. Hat doch Herr v. Kardorff in der ersten ein blühendes, reiches Land geworden. Da soll man uns nicht Ueber das Prinzip der Vorlage sei man einig gewesen, es habe Lesung sogar von einem Umbringen der Zuckerindustrie ge- fommen mit den Redewendungen von der nackten Interessenfich aber eine Einigung über die Höhe der neu zu normirenden sprochen! Mit solchen Uebertreibungen ist doch der Sache nicht politit. Ich betrachte die weitere Ausdehnung der Zuckerindustrie Säße nicht herbeiführen lassen. gedient. Der Rübenbau hat seit 1887 erheblich zugenommen; nicht als ein großes nationales Unglück, wie die Herren von der Staatssekretär v. Malhahn: Nach diesem Ergebniß der Rom- Das hätte nicht geschehen können, wenn der Rübenpreis gedrückt Regierung. Die Sozialdemokraten wollen agitatorisch, wir wollen miffionsberathungen verhandelt der Reichstag jetzt über die worden wäre; der Rübenpreis ist nicht gesunken, der Preis von die Sache sachlich behandeln.( Unruhe links.) Sie haben doch ursprüngliche Regierungsvorlage, und die Verantwortung für die Ab- 1 Mark ermöglicht noch ein gutes Geschäft.( Widerspruch gesagt, von dem Schweiße der armen Leute haben sich die lehnung derselben würde nicht die Regierung, sondern den Reichstag rechts.) Von einer Schädigung der Landwirthschaft durch das Millionäre gemästet.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) treffen. Für die verbündeten Regierungen war bei Einbringung Gefeß, wie die Regierung vorgelegt hat, kann also Sehr falsch! Gerade durch die Entwicklung der Zuckerrübender Vorlage entscheidend, daß die Rohsteuer eine stetig fintende gar feine Rede sein. Was Was Herr von Bennigsen über Industrie sind die Löhne für die Arbeiter erheblich gestiegen, Tendenz zeigte, und daß andererseits man im Reiche und den Inlandspreis ausgeführt hat, ist sachlich unrichtig. Man hat auch die Zuckerindustrie mit einer Treibhauspflanze verin den Einzelstaaten steigenden Bedürfnissen gegenüberstehe. Wir leugnen nicht, daß durch die Prämien der Weltmarkt beglichen; eine solche Treibhauspflanze war auch das Kurfürstenthum Das bisherige System der Besteuerung des Buckers ist von allen einflußt und der Preis in Verbindung mit der außerordentlich Brandenburg, aus dem das Königreich Preußen geworden ist. Seiten als reformbedürftig anerkannt worden; die Abschaffung gesteigerten Produktion eine erhebliche Ermäßigung erfahren hat;( Heiterkeit links.) der Rohsteuer ist allseitig gebilligt worden; die Differenz trat wenn die Zuckerproduzenten das hätten verhindern können, sie Abg. Barth( dfr.): Die Herren Protektionisten beschweren erst auf bei der Frage, wie der Uebergang aus dem alten in das hätten es nur zu gern gethan.( Sehr gut! links.) Durch unsere sich über die vielfachen Veränderungen in der Zuckersteuer- Gesetzneue System zu gestalten sei. Was der deutschen Zuckerproduktion Prämien haben wir den Weltmarkt demoralisirt; gesunde Bu- gebung, während sie doch in den letzten zehn oder zwölf Jahren an baaren Prämien zugeflossen ist seit 1877-78 beträgt bis ein- ftände werden erst mit der Abschaffung der Prämien einkehren. fein Jahr vorübergehen ließen, ohne an den Getreidezöllen und schließlich 1890-91 213 243 873 m. Die deutsche Zuckerindustrie In demselben Augenblick, wo wir Prämien und Materialsteuer damit an dem Preise des täglichen Brotes dies oder jenes grimmdbestreitet, daß ihr diefer Betrag baar zugeflossen ist; aber be- abschaffen, werden die Preise auf dem Weltmarkt steigen. lich zu ändern. Hier, wo es einen alten Mißbrauch zu beseitigen streiten kann sie nicht und thut fie auch nicht, daß diese Summe Darum bitten wir Sie, nehmen Sie§ 1 der Vorlage an. gilt, will man Alles beim Alten laffen. Von den Steuerzahlern baar bezahlt ist aus den Taschen der Steuerzahler für die deutsche( Beifall links.) ist sonderbarer Weise bisher noch gar nicht die Rede gewesen. Zuckerindustrie ohne Aequivalent für die Ersteren. Nach der Abg. Graf zu Stolberg( dr.): Wir sind bereit, zu einer Es hat sich herausgestellt, daß die Regierung den fiskalischen Meinung der meisten Betheiligten beschränkt sich der Vortheil der Verständigung mitzuwirken. Ich hatte geglaubt, es würde das Standpunkt vertritt, andere Vertreter der bisherigen WirthschaftsProduktion aus dem gegenwärtigen Steuersystem nicht auf den auf Grund einer Aenderung der Materialsteuer möglich sein, habe politik wieder den Standpunkt der Zuckerindustrie einnehmen. baaren Zuschuß, sondern die Ausfuhrbonifikation drückt sich auch mich aber überzeugt, daß dieser Weg nicht gangbar ist. Ermäßigt Die Vertretung des Voltes sollte aber dech weder den einen, noch im Inlandspreise aus. Diese Zahl ist nun weniger sicher man einfach die Materialsteuer um den Betrag der versteckten den andern Standpunkt entscheidend sein lassen. Herr von zu berechnen. Ungefähr stellt sich, den Gewinn aus dem In- Prämie, so schädigt man in erster Linie die ungünstig gestellten Kardorff sagt, es widerstrebe der Vorlage, weil er einen EinLandspreise hinzugeschlagen, für denselben Zeitraum die ge- Fabriken. Es ist Niemand zu verdenken, daß er hier seinen bruch in die herrschende Wirthschaftspolitik überhaupt davon fammte Brämie auf 884 Millionen. Kein Staat ist im Stande, Weizen drischt, aber der Reichstag in seiner Gesammtheit befürchtet; ist das nicht nackte Interessenpolitik?( Sehr wahr! Selbst im wohlverstandenen Interesse der Zuckerauf die Dauer einer Industrie derartige Zuschüffe zu geben. Um wird auch das Schicksal dieser ungünstig gestellten Fabriken sich den ersten Platz auf dem Weltmarkte zu behaupten, ist es für angelegen sein laffen müssen. Wir werden, wie Herr v. Bennigsen, industrie liegt die schleunigste Abschaffung der Prämien. Alle die deutsche Zuckerindustrie ausreichend, ihr eine Uebergangszeit zunächst für den§ 1 in der Hoffnung stimmen, daß auf dem Rücksichten können gleichzeitig gewahrt werden, wenn Sie auf den von 4 Jahren zu gewähren; wir erwarten mit ziemlicher Be- Grunde der gestellten Anträge etne Majorität für die einzelnen Boden unseres Antrages treten. stimmtheit, daß die Noth die Konkurrenzländer zwingen wird, Sätze gefunden werden wird. Staatssekretär v. Malzahn: Die augenblickliche thatsächliche uns auf diesem Wege zu folgen, nachdem sie leider abgelehnt Reichskanzler v. Caprivi: Aus den früheren und heutigen Steuerbelastung des inländischen Konsums beträgt mehr als haben, sich mit uns freiwillig zu diesem Zwecke vertragsmäßig Aeußerungen zur Vorlage geht hervor, daß man vielfach annimmt, 22 M. pro Kilogr. Mit 22 M. bliebe die Vorlage also noch zu verbinden. Ein plögliches Abschneiden eines solchen Zuschusses die Regierung habe mit ihrer Vorlage noch nicht ganz ausge- etwas hinter dem bestehenden Satz zurück. Eine Ausdehnung ohne jeden Uebergang ist nach der Meinung der verbündeten sprochen, was sie beabsichtigte, und glaubt sich deswegen beun- unserer Zuckerproduktion, welche nur auf den Prämien beruht, Regierungen sehr bedenklich und empfiehlt sich in feiner Weise. ruhigen zu müssen. Ich möchte vor solchen Beunruhigungen ist nicht wünschenswerth. Wie man, wie Herr von Kardorff, in Die vorgeschlagene Uebergangszeit von 3 Jahren ist daher von warnen; gerade dadurch, daß man die Frage immer wieder stellt, demselben Augenblick sagen kann, die Interessen des Ostens feien uns in der Kommission entschieden verfochten worden. Ich wünsche beunruhigt man. Ebensowenig ist es räthlich, immer wieder der am meisten geschädigt, und gleichzeitig für die Beibehaltung der dringend, daß über diese Vorlage in der gegenwärtigen Session Regierung die Absicht zu imputiren, daß sie die landwirthschaft- Materialsteuer eintreten kann, welche den besseren Gegenden in eine annehmbare Verständigung erzielt werden möge, nicht nur lichen Interessen nicht genügend schüße, nicht sorgsam genug höherem Maße zu Gute fommt, das verstehe ich nicht. Abg. Heine( Soz.): Gerade die Lage der Kleinbauern und im Intereffe der Reichstasse, sondern auch der deutschen Zucker- pflege. Durch den österreichischen Handelsvertrag ist eine industrie, weil wir befürchten, daß, wenn diese Verständigung nicht Schädigung der Landwirthschaft von Seiten der Regierung der Arbeiter soll also durch die Zuckerindustrie verbessert worden jetzt erzielt wird, in späteren Jahren eine für die Industrie nicht beabsichtigt und wird voraussichtlich durch das, was sein. Ich bedauere, dem Staatssekretär in dieser Beziehung vollwesentlich ungünstigere Gestaltung des unvermeidlichen Uebergangs die Regierung plant, auch nicht eintreten.( Hört! rechts.) ständige Unkenntniß der Verhältnisse vorwerfen zu müssen. Die landwirthschaftlichen Minister Preußens wie der übrigen Die Kleinbauern sind von den Großgrundbesitzern aufgefressen in neue Verhältnisse nothwendig werden wird. Abg. Fürst Sahfeld( Rp.): Der Abg. Windthorst hat bei Staaten sind vor dem Zustandekommen der Vorlage, wie es ja worden. In der Provinz Sachsen sind eine Unzahl Kleinbauerlicher der ersten Berathung dieser Vorlage seinen Unmuth ausgesprochen selbstverständlich ist, also rechtzeitig gehört worden. Die Frage Existenzen in Folge der Entwickelung der Zuckerrübenindustrie über das fortwährende Rütteln an unserer Zoll- und Steuer- der Auswanderung liegt den verbündeten Regierungen und der verschwunden. Die Lage der Wohlhabenden ist allerdings eine gesetzgebung. Seine Worte haben heute noch denselben Werth preußischen Regierung sehr nahe am Herzen; sie wird alles thun, bessere, die der Arbeiter aber eine schlechtere geworden. Gerade wie damals. Seit 1883 ist diese Vorlage die fünfte, welche eine um die Auswanderung in den Grenzen zu halten, welche unsern das Proletariat der Zuckerindustrie ist in bejammernswerther Aenderung der Zuckerbesteuerung gebracht hat. Welche Industrie Ackerbau lebensfähig erhalten; welche Schwierigkeiten diese Auf- Lage. Gewiß werden heute höhere Löhne gezahlt als früher; fann eine solche unaufhörliche Beunruhigung ertragen? Wir gabe im Osten bietet, wiffen die Herren von dort wie wir. Die der heutige Geldlohn ist aber zu gering, um die Leute zu erwollen 1,25 M. Exportprämie für den Doppelzentner haben; das Vorlage kann nicht überraschend gekommen sein, denn sie ist schon nähren. In den Berichten der Gewerbe- Inspektoren ist nachmacht bei 8 Millionen Doppelzentnern Export etwa 10 Millionen unter meinem Vorgänger ausgearbeitet worden.( Hört, hört! gewiesen, daß in der Zuckerindustrie die Frauenarbeit und NachtMark. Nun soll der höchste Betrag der Prämien 25 Millionen links.) Die Regierungen find von der Nothwendigkeit der Aende- arbeit der Frauen unentbehrlich ist. Der Lohn des Arbeiters in einem Jahre betragen haben. Dieses Gelb geht bis in die rung des bestehenden Systems überzeugt und halten daran fest. genügt nicht, um eine Familie zu ernähren. Die Frucht allerkleinsten Kanäle, es bleibt doch nicht bei den Fabrikbefizern. Sie halten ihre Vorlage noch für das Beste, findet sich aber für eines solchen Systems ist eine unheimliche Degeneration des ( Zustimmung rechts; Heiterkeit links.) Wir hoffen, daß es den etwas der Vorlage Nahestehendes eine Mehrheit, so werden die Geschlechts. Staatssekretär v. Malhahn: Der Vorredner hat sich selbst Bemühungen unserer Regierung gelingen möge, Frankreich zum Regierungen nach wie vor geneigt sein, in Verhandlungen zu In eine feste Prämie in aeternum zu willigen, widerlegt. Er hat nur Verhältnisse im Auge, wo Geldlohn gezahlt Fallenlassen der Exportprämie zu bewegen, und deshalb bean- treten. tragen wir auch nur, die Exportprämie von 1,25 Mart bis wird den verbündeten Regierungen sehr schwer sein; anderer- wird, während in großen weiten Distrikten des Ostens glücklicherauf Weiteres" zu bewilligen. feits halte ich aber auch nicht für wahrscheinlich, daß die weise Naturallohn noch besteht. Die Uebelstände, die er im Auge Staatssekretär v. Malhahn bemerkt, daß 25 Millionen nicht Regierungen wesentlich unter das von Ihnen vorgeschlagene hat, find mit der Entwickelung der Zuckerindustrie zur reinen der höchste Jahresbetrag der Prämien sind, sondern es haben sich Maß der Konsumsteuer herabgehen werden. Wir stehen vor der Großindustrie verbunden, deren weitere Förderung und fünſt1887-88 281/2 Millionen, 1886-87 30 Millionen Mart Prämien Nothwendigkeit, wenn auch jetzt die Finanzlage des Reiches eine liche Begünstigung wir eben nicht für wünschenswerth halten. ergeben. günstige ist, dem Reich in seinem eigenen Interesse und in dem Was er vorgetragen hat, spricht nur für die Behauptung links.) Damit schließt die Diskussion. Abg. v. Benuigfen( natl.): Ich bin Zuckerinteressent, denn der Einzelstaaten mehr Einnahmen zu verschaffen. Wann dieser der Motive, daß unter dem bisherigen System sich Zustände ich bin bei einer Zuckerfabrik betheiligt. Ob die verbündeten Zeitpunkt des Mehrbedürfnisses eintritt, ob schon in den nächsten entwickelt haben, welche ein Verlassen dieses Systems dringend Regierungen bei der legten Vorlage sich der ganzen Bedeutung zwei Jahren oder erst später, wissen wir nicht; daß er kommt, ist nahe legen. der Zuckerindustrie für die Nation, und namentlich für die Land zweifellos. Wir brauchen Geld für die Alters- und Invaliden§ 1 wird mit beträchtlicher Mehrheit angenommen; dawirthschaft ganz bewußt gewesen sind, ist mir zweifelhaft. Die versicherung, für Beamtenbesoldungs- Verbesserungen, PensionsLetzte Aenderung der Zuckersteuer- Gesetzgebung schien dieses Gebiet erhöhungen. Oft genug hat man ja auch hier geklagt, daß ein gegen stimmen die Sozialdemokraten und ein Theil der beiden zur Zufriedenheit geordnet zu haben, denn die finanziellen Er zu großer Theil unserer Ausgaben auf Anleihen genommen wird. Parteien der Rechten. Die Diskussion über§ 2, welcher die Höhe der Konsumwartungen sind ja von den Ergebnissen noch übertroffen worden. Die verbündeten Regierungen haben außer diesen wirthschaftlichen Ueberraschend mußte die Vorlage kommen, denn noch vor Kurzem und finanziellen Motiven auch das Motiv in Betracht gezogen, abgabe festsetzt, wird bis zur Beendigung der Berathung über hatte der Staatssekretär im Namen der verbündeten Regierungen die wirthschaftlich schwächer Gestellten zu entlasten. Wenn in die technischen Vorschriften des Entwurfs und über die Kontrolle versichert, daß die Abschaffung der Exportprämien nur im Ein- diesem Jahre, was ich überaus beklagen würde, nichts zu Stande ausgesetzt. $$ 3( Bahlungspflicht), 4( Berjährung), 5 und 6( Befreiung vernehmen mit den anderen betheiligten Staaten in Angriff käme, würden die verbündeten Regierungen im nächsten Jahre genommen werden würde. Die Londoner Konferenz ist gescheitert mit derselben oder einer anderen Vorlage kommen müssen. Ich von der Zuckersteuer) werden ohne Debatte genehmigt, desgl. und seitdem haben wir nicht gehört, daß die Aussichten für die bitte, wenigstens nichts zu thun, was der Erledigung der Vor- der zweite Abschnitt Steuerfontrolle"§§ 7-63 en bloc auf Antrag des Abg. v. Bennigsen. Aufhebung besser geworden seien. Die Vorlage führt bloß zwei lage noch in dieser Session präjudiziren würde. Abg. Ulrich( Soz.): Die Herren, die bis jetzt gesprochen Darauf wird die Berathung abgebrochen. Da morgen VorUeberproduktion. Diese reichen für eine so radikale Aenderung haben, Herr von Bennigsen, Herr Graf Stolberg, Herr Fürst mittag 11 Uhr auf allerhöchste Anordnung die Trauerfeierlichkeit Gründe an; man braucht mehr Geld und fürchtet eine gewisse nicht aus. Daß man mehr Geld braucht, ist kein Grund, das Sahfeldt, find als persönliche Interessenten aufgetreten. Von den für den verstorbenen Generalfeldmarschall Grafen Moltke in bisherige Steuersystem für den Zucker abzuschaffen dann hätte folossalen Dividenden der Zuckerfabriken, welche bis zu 64 v. H. Generalstabs- Gebäude stattfindet, bei welcher auch der Reichstag man ja auf dem Boden des Gesetzes von 1887 die Prämie etwas steigen, ist nirgends die Rede gewesen. Die ganze bisherige Ge- vertreten sein wird, soll am Dienstag keine Sigung gehalten verringern und die Konsumabgabe etwas erhöhen können. Die fehgebung mit der Materialsteuer, einer Versündigung an den werden. Schluß 434 Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 11 Uhr. Ueberproduktion ist auch nicht erwiesen; wir hatten 1887 vier- Interessen der Nation, wie heute der Staatssekretär selbst zuhundert Fabriken, und 1891 hatten wir sie auch noch. Im gegeben hat, ist nur den Grafen und Baronen, den Reichsadeligen( Fortsetzung der Berathung.) Ganzen sind etwa fünf Fabriken mehr geworden; was will das zu Gute gekommen; es war ein Stück des Systems, welches bedeuten? Der Zuwachs entspricht einfach dem Zuwachs der Millionäre züchtete. Wir stimmen gegen jede Besteuerung des Bevölkerung und ihrer größeren Konsumfähigkeit. Das Prämien- Buckers und werden daher gegen§ 1 stimmen. " Bur Maifeier. Ueber die bevorstehende Maifeier liegen aus dem Auslande folgende Nachrichten vor: Korrespondenzen und Parteinachrichten. baß ber Stadtrath von Kaiserslautern einstimmig den Umzug am Kaiserslautern, 24. April. Vor Kurzem theilten wir mit, 8. Mai er. gestattet habe. Demgegenüber hat das Bezirksamt, datirt vom 24. April, wie folgt entschieden: " Der Buchhalter Alexander Rapp dahier, als Vertrauenszu erleichtern! Hieraus erhellt zur Genüge der Werth der Privat wohlthätigkeit. Wie einflußlos die Privatwohlthätigkeit ist, be weist die entsehliche Zunahme der Armen in Berlin, welche man am besten an einer in der gedachten Broschüre zitirten ZusammenDie niederösterreichische Statthalterei hat folgende 1884/85 mit den Verhältnissen vor 104 Jahren zeigt, daß stellung Böhmert's ersehen kann. Dort heißt es: Ein Vergleich der Resultate der Armenverwaltung im Jahre Kundmachung plakatiren lassen: Anläßlich der nach den gemachten Wahrnehmungen von einem Theile der Arbeiterschaft auch heuer geplanten demonwährend die Zivilbevölkerung um 37,2 pet. gewachsen ist, sich die Zahl der Almosenempfänger um 83,1 pt., der an diese gestrativen Feier des 1. Mai wird hiermit aufmerksam gemacht, daß die Einstellung der Arbeit an einem gewöhnlichen Wochenzahlte Betrag um 94,7 pt., die Zahl der Pflegekinder um 96,7 pet., die Zahl der Extra- Unterstützungen um 128,8 pt., tage seitens der Arbeiter ohne Zustimmung der Arbeitgeber mann der sozialdemokratischen Partei, hat hieramts ein Programm und der Betrag derselben um 121,2 pt. erhöht hat." und ohne Rücksicht auf die Arbeitsverhältnisse gesetzlich unzu- und um Genehmigung desselben nachgesucht. Nach diesem Pro- schärfenden Verhältnissen wird auch die geplante„ Organisation für die am 3. Mai nächsthin stattfindende Maifeier vorgelegt Das ist deutlich genug und an diesen sich immer mehr verlässig ist, da die Arbeitsleistung auf einem geschlossenen Vertrage beruht, der weder vom Arbeitgeber noch vom Arbeiter einseitig gramm soll an genanntem Tage u. a. Nachmittags 1 Uhr ein der Privatwohlthätigkeit in Berlin" nichts ändern." Aendern und und willkürlich gelöst oder eigenmächtig abgeändert werden darf. Ausflug nach dem Engelshofe mit Musik unter Betheiligung des bessern werden nur die Organisationen der denkenden Arbeiter, Es hätten daher alle Arbeiter, welche sich eines derartigen Sozialdemokratischen Arbeiterbildungsvereins mit Vereinsfahne welche Zustände erstreben und denselben vorarbeiten, die PrivatKontraktbruches schuldig machen, auch die Folgen ihres gesetz- und den dazu gehörigen Schärpen für den Fahnenträger und die widrigen Vorgehens zu tragen und nicht nur die Bestrafung nach den beiden Fahnenjunker, ferner des Arbeiterwahlvereins und des wohlthätigkeit, Armenpflege und Sozialreform überflüssen machen. Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung, sondern nach Umständen sozialdemokratischen Arbeitergesangvereins„ Vorwärts" stattfinden. Für die Auswanderung nach Brasilien geht trotz aller auch ihre gänzliche und sofortige Entlassung aus dem Arbeits- Der projektirte Zug soll seinen Weg zum und vom Engelshofe Maßregeln der Behörden eine äußerst geschickte Agitation der verhältnisse zu gewärtigen.(§§ 76, 82, 85 und 131 der Ge- durch verschiedene Straßen der Stadt nehmen. Dieser Zug stellt brasilianischen Interessenten noch immer vor sich. Vor einiger werbe- Ordnung). fich zweifellos als öffentlicher Aufzug im Sinne des Artikel 4 des Beit wandte sich ein hiesiger Bigarrenmacher an eine BigarrenVereinsgesetzes vom 26. Februar 1850 dar. fabrik in Joinville, im Staate Santa Katharina in Brasilien mit der Anfrage, ob dort Arbeit zu bekommen wäre und wie es sich mit den Nachrichten verhielte, die hier über das Mißgeschick der deutschen Auswanderer in Brasilien verbreitet sind. Darauf erhielt er umgehend folgende briefliche Mittheilung: Der Umzug hat neben den anderen für den 3. Mai projeftirten Veranstaltungen die Feier des 1. Mai im Sinne der sozialdemokratischen Partei zum Gegenstande. Rücksichtlich der in staatlicher Verwaltung stehenden Betriebe wird an dem Standpunkte festgehalten, daß kein Anlaß Der Stadtrath, gemäß Artikel 4 des Vereinsgesetzes und vorliege, am 1. Mai, der weder ein Sonntag noch ein Feier- Ziffer 1 ff. der hierzu erlassenen Vollzugsinstruktion zur Sache tag ist, die Arbeit einstellen zu lassen. Es wurden demnach einvernommen, hat mit Beschluß vom 17. April laufenden Jahres die betreffenden Betriebsleitungen angewiesen, den unterstehen- feine Zustimmung zu dem beabsichtigten Umzug ertheilt und des den Arbeitern bekannt zu geben, daß es nach den bestehenden Weiteren beschlossen, die Bestimmungen wegen des Ausschlusses Dienstesinstruktionen nicht aulässig fei, eine, sei es gänzliche, der jugendlichen Personen von dieser Veranstaltung und die sei es theilweise Unterbrechung der Arbeit am 1. Mai auzu sonstigen geeigneten Maßnahmen dem kgl. Bezirksamte anheimgestehen, und zugleich die Arbeiter in wohlmeinender Weise, zugeben. aber mit Bestimmtheit darauf aufmerksam zu machen, daß diefelben für eine etwa vorkommende eigenmächtige Arbeitseinstellung felbst die Verantwortung zu tragen haben würden. Demnach ergeht auch an die gesammte übrige ArbeiterDiese Feier soll eine Rundgebung für das Arbeiterschutzschaft hiermit die dringende und wohlmeinende Warnung, Recht" bilden und hauptsächlich eine Demonstration für den fich in ihrem eigenen, wohlverstandenen Interesse in eine eigen achtstündigen Marimalarbeitstag abgeben. Da bei der planmächtige Arbeitseinstellung in keiner Weise einzulassen und auch mäßigen Verbreitung derartiger Kundgebungen in allen Orten fonst wegliche Ausschreitung, welche durch strenge Bestrafung mit Arbeiterbevölkerung die Befürchtung besteht, daß dieselben, nach den bestehenden Gesetzen, unter Umständen nach dem insbesondere sofern sie in der Form von öffentlichen Ver Strafgesege, geahndet werden müßte, sorgfältig zu vermeiden. sam mlungen unter freiem Himmel oder wie vor Sowie für eine strenge Handhabung der Geseze über das würfig von öffentlichen Aufzügen beabsichtigt sind, mit Vereins- und Versammlungsrecht seitens der Behörden Sorge Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit verbunden getragen erscheint und insbesondere demonstrative öffentliche sind, so muß gemäß Artikel 4 des Vereinsgesetzes vom 26. FeAufzüge nicht gestattet werden dürfen, sind auch im Uebrigen bruar 1850 und Biffer 7 ff. der hierzu erlassenen Vollzugsvor alle Deaßnahmen getroffen, um den gesetzlichen Rechten Aller schriften vom 3. März 1850 die distriktspolizeiliche Genehmigung wirksamen Schuß zu gewähren und einer allfälligen Störung zu dem beabsichtigten öffentlichen Aufzuge am 3. Mai nächſthin der öffentlichen Ordnung und Ruhe mit allen zu Gebote stehen- versagt werden. den Machtmitteln entgegenzutreten. Aus Ungarn liegen folgende Telegramme vor: Best, 25. April. Auf die Ankündigung, daß ein Theil der Arbeiter am 1. Mai einen gemeinsamen Umzug und eine allgemeine Versammlung beabsichtigen, verbot der Ober- Stadt hauptmann auf Grund einer allgemeinen Verordnung der Regierung Arbeiterumzüge, Kundgebungen und Versammlungen. Die Verordaung des Ober- Stadthauptmanns fügt hinzu, daß Die bekannten Arbeiterführer für jede Agitation gegen das Verbot sowie für jeden Versuch, der ein gewaltsames Einschreiten nöthig macht, zur Verantwortung gezogen würden. est, 26. April. Die Mühlenbefizer und die Inhaber größerer Druckereien haben beschlossen ihren Arbeitern Sie Einstellung der Arbeit am 1. Mai nicht zu gestatten und die Zuwiderhandelnden als unrechtmäßig ausgetreten zu be trachten. Aus Frankreich wird telegraphirt: Rönigliches Bezirksamt. gez. Schmitt. Joinville, S. Catha, Brasil, 12. März 1891. Herrn Wilhelm Brennemann, Berlin! Antwortlich Ihres Briefes vom 30./1. wird über Brasilien so viel blödsinniges Zeug geschrieben, daß man nicht weiß, wer dümmer ist, der's schreibt oder der's glaubt; in unserem Staate allein wohnen 60 000 Deusche, denen es gut geht, natürlich muß ein Jeder in seinem Geschäfte arbeiten. Wickelmacher können wir auch gebrauchen. Schreiben Sie uns umgehend die Namen der Bigarrens macher, ob ledig oder verheirathet, und wie viele Kinder, wer es eilig hat, kann sich auch gleich selber an den Agenten in Lissabon wenden wegen einer Freitarte. Es grüßen Schneider u. Ro. Wer zufällig Formen hat, kann sie mitbringen. Dem Schreiben war folgendes Zirkular beigefügt: Die Zigarrenfabrik von Schneider u. Ko. in Joinville im Staate Santa Catharina, am Hafen Sao Franzisko bo Sul, Bereinigte Staaten von Brasilien, nimmt jeder Zeit tüchtige und gut geschulte Bigarrenarbeiter und Arbeiterinnen, Roller und Wickler auf bessere Formen oder Handarbeit. Der Affordlohn ist 10 bis 20 m. pro Tausend und ein noch höherer nicht ausgeschlossen. Arbeitszeit 8 Stunden oder, nach Belieben, auch länger. Die Bevölkerung von Joinville, auch sämmtliche hiesige Bigarrenmacher sind Deutſche; das Klima nahe an der See ist gesund und vor allem ohne Winter. 50 Pf., eine Familienwohnung ist schon für 10-12 m. pro Monat Der Lebensunterhalt ist wohlfeil, Rindfleisch kostet das Rilo erhältlich. Wunderbares Berbot des Bezirksamts! Sollte man da nicht mit Recht behaupten dürfen, daß das jüngst entschlafene Sozia liſtengeſeh noch immer seine Schatten wirft, daß noch immer selbst höhere Beamtenkreise unter dem Einflusse dieses Produktes leiden? Weiß denn das Bezirksamt nicht, daß nach dem Wegfalle des Sozialistengesetzes es teine Bürger 2. Klasse giebt? Warum erlaubt sie den Sedansrummel, warum vor Kurzem den feierlichen Empfang des von München dekorirt zurückkehrenden Bürgermeisters? Sind dies feine öffentlichen Aufzüge im Sinne des ArWer in dieser Fabrik Arbeit zu nehmen beabsichtigt, wende tikel 4 des Vereinsgesetzes? Waren dieselben etwa nicht dazu angethan die öffentliche Ordnung zu stören? Wir glauben weitb03 Romulares Nr. 4, welcher Freifarten an Einzelne ober ich an Herrn José dos Santos in Lissabon, Praça eher, wie das unschuldige Vergnügen, welches wir beabsichtigen. Familien von Bremen oder Antwerpen bis nach unserem Hafen Wenn aber das Bezirksamt derartige Aufzüge gestattete, so Sao Francisco do Sul im Staate Santa Katharina vermußte es tonfequenter Weise auch den unsrigen gestatten. Wir werden wegen dieses Vorgehens Beschwerde abfolgt. erheben, die allerdings für den 3. Mai nicht mehr maßgebend sein wird.. Paris, 27. April. Jm ganzen Lande wurden gestern Interessant ist übrigens, in wie weit das Bezirksamt das Versammlungen abgehalten, in denen über die Maifeier ver- Vereinsgesetz selbst, das sie gegen uns anwendet, beachtet. handelt wurde. In Paris beschlossen die Kutscher, am Das Gesuch um Genehmigung wurde am Montag, den 1. Mai zu feiern. In Lille beschloß eine von 4000 Personen 20. b. W., dem Bezirksamt überbracht und besagt der ominöse besuchte Bersammlung, das Programm Guesdes anzunehmen. Artikel 4, den das Bezirksamt gegen uns gebraucht, an seinem Auch in Bordeaux fanden mehrere zahlreich besuchte Berfamm- Schlusse:... und sodann die Genehmigung der DistriktsJungen statt. Bolizeibehörde nachzusuchen, welche den Bescheid möglichst schleunig Arras, 26. April. Der Sekretär des Grubenarbeiter- Ver- und spätestens am folgenden Tage schriftlich zu ertheilen hat." bandes von Pas de Calais Lamedun hat ein Rundschreiben Der Bescheid tam aber erst am 24. d. M., also volle drei an die Delegirten der Syndikate gesandt, in welchem die Grubenarbeiter aufgefordert werden, bei der Rundgebung am Tage später. 1. Mai den friedlichen Charakter derselben zu bewahren. Am Vom Rhein, 25. April. Auf Grund einschlägiger Paradarauffolgenden Tage müßten Alle die Arbeit wieder auf graphen des badischen Vereinsgesetzes und Polizei- Strafgefehes verbot nehmen, fie dürften Agents provocateurs kein Gehör schenken, bas Mannheimer Bezirksamt einen für den 3. Mai projektirt gedie versuchen würden, sie zur Arbeitseinstellung oder zu Gewesenen Umzug, gestattete dagegen die Abhaltung eines Voltswaltthätigkeiten aufzureizen. Bordeaux, 26. April. Das Sozialisten- Komitee ladet festes im Freien mit Tanz. * brasilianischen Regierung anzusehen und verpflichtet Die freie Ueberfahrt ist lediglich als Geschenk der den Einwanderer zu teinerlei Gegenleistung. Die in deutschen Zeitungen erscheinenden mißgünstigen Nachrichten über Brasilien beruhen entweder auf Erfindung oder lächerlicher Unkenntniß, und ist auch trotz jener die deutsche Einwanderung stetig im Zunehmen begriffen. Freifarten stattfinden, so empfiehlt sich die Anmeldung in Lissabon Da wir nicht wissen, ob Bevorzugungen bei Ertheilung der als Landarbeiter oder Handwerker. nöthig, uns von dem gefaßten Entschluß, Arbeit zu nehmen, als Reflektirende sind jetzt und später willkommen, nur ist es bald in Kenntniß zu sehen. Adresse: Herren Schneider u. Ko. Joinville, Brazil. Es folgt dann noch eine Anweisung für die Vorkehrungen aur Reife. Es wäre vielleicht voreilig, wenn man vor dieser Einladung von Tabafarbeiterinnen warnen wollte, ohne den Nachweis erbringen zu können, daß es auf eine Ausbeutung der in einem Manifest sämmtliche Einwohner ein, die Delegirten Frankfurt a. M., 26. April. Zur Maifeier sind am Abend Leute abgesehen ist. Allein einmal ist das Geschenk der brasiliaam 1. Mai in ihren Schritten bei den Behörden zu unterstützen. des 1. Mai drei große Bersammlungen hier geplant. Um Ueber- nischen Regierung verdächtig genug und dann wird die ausZahlreich sind auch die aus Italien eingetroffenen Mel- füllung des einen Lotals und schwachen Besuch eines anderen zu beuteriſche Absicht sehr klar durch den Namen des berüchtigten dungen. Wir geben die wichtigsten wieder: vermeiden, sind die Besucher angewiesen, nach Gewerkschaften sich Agenten in Lissabon: José de Santos! Es ist dies ber Rom, 25. April. Deputirtenkammer. Auf eine Inter- auf die einzelnen Säle zu vertheilen. Für den 3. Mai ist ein selbe, den wir bereits neulich in unserem Artikel über die nach pellation Agnini's erklärte der Minister des Innern, die betreffs großes öffentliches Boltsfest in Aussicht genommen, das im Walde Brasilien verlockten ländlichen Auswanderer nannten.- Diefer der Explosion vom 23. d. angestellten Untersuchungen berech- abgehalten werden soll. Die Festtheilnehmer versammeln sich auf ehrenwerthe Menschenhändler ist jedenfalls über allen Zweifel tigen feineswegs zu der Annahme, daß das Unglück nicht durch dem Roßmarkt, um in einem Bug mit Musik und Fahnen sich erhaben. Die brasilianischen Behörden haben diefen Mann den damaligen Betrogenen gegenüber für einen Schwindler erklärt. eine zufällige Ursache veranlaßt worden sei. Die Ermittelungen nach dem Festplatz zu begeben. würden fortgesetzt werden; er gebe sich der Hoffnung hin, daß Ist dieser Schwindler denn gar nicht zu fassen? Andere Sicherdurch dieselben jede verbrecherische Ursache als völlig ausge München, 26. April. Die Polizeidirektion hat den für heits- Behörden haben doch augenblicklich keine Geheimbundsschlossen erscheinen würde. Der Kriegsminister Bellour bestätigte Sonntag, den 3. Mai, projektirten Festumzug der Sozial- oder sonstige Sozialistenprozesse auszuklügeln; da wäre doch Herr José de Santos vielleicht ein ganz dankbares Objett. die Erklärungen Nicotera's. Der Interpellant Agnini spricht demokraten verboten. feine Befriedigung über die ministeriellen Erklärungen aus und hofft, daß dieselben alle für die Arbeiterpartei beleidigenden Gerüchte und Zweifel, die vielleicht Anlaß zu ungesetzlichen Maßregeln der Regierung gegen die am 1. Mai beabsichtigten Kundgebungen hätten geben können, beseitigen werden. Der Minister des Innern, Nicotera, erIlärte, die Regierung werde ihr Möglichstes thun, um die Leiden der Arbeiter zu lindern, sie werde aber denjenigen Widerstand leisten, welche die Gesellschaft beunruhigen und die bestehenden Einrichtungen umstürzen wollten. Möge man wiffen, daß die Regierung sich nie in Verhandlungen mit solchen Arbeitern einlassen werde. " Tokales. Beglückungsprojekte und kein Ende. Es ist ganz ers staunlich, was für Unternehmungen ausgeflügelt werden, um den Arbeitern die Segnungen menschenwürdiger Wohngelegenheit zu Theil werden zu lassen. Raum ist ein solches Projekt dem Zustand des Urschleims entrückt, so taucht auch schon ein neues, Privatwohlthätigkeit und Armenpflege bilden neben der natürlich stets das einzig wahre, auf, eine förmliche Hochfluth von Sozialreform" die Hauptheilmittel der sozialen Schäden der Arbeiterbeglückungs- Projekten! Von den Bestrebungen einer heutigen modernen Gesellschaft. Der Umfang der Privat- Kapistalistenvereinigung zwecks der Delogirung der Berliner Ar wohlthätigkeit wie der Armenpflege gestattet eine annähernde beiter nach der Umgebung der Stadt, sowie von dem famosen Schlußfolgerung auf die sozialen Verhältnisse. Speziell Projekt des Herr Wohlgemuth haben wir schon Notiz genommen. für Berlin giebt hierüber einen interessanten Aufschluß die vom Sind die bisherigen Projekte aber schon Ausgeburten einer Rechtsanwalt Bernhardt Breslauer verfaßte Broschüre: tühnen Phantasie, so werden es die nachfolgenden immer Rom, 27. April. Die in dem mazzinistischen Organ Die Organisation der Privaiwohlthätigteit mehr. Die Idee, Hypotheken durch Lebensversicherungspolicen zu Emancipazione" veröffentlichten, von den Häuptern der ge- in Berlin," der wir folgende Angaben entnehmen: decken, eine Idee, welche schon seit Jahrzehnten in der Welt mäßigten Sozialdemokraten überschriebenen, übrigens zahmen" Es bestanden im Jahre 1890 in Berlin nicht weniger als herumsputte, immer in ihr Nichts zurückfant und trotzdem immer Aufrufe an die Arbeiter, den 1. Mai durch öffentliche Kund- 375 Stiftungen, 22 Frauenvereine, 4 Blindenvereine, 25 Kranken- wieder aufgenommen wurde, spielt dabei eine Hauptrolle. Die gebungen zu begehen, wurden beschlagnahmt. In Neapel und Gesundheitspflegevereine, 29 Landsmannschaften, 70 Unter- Deutsche Volts- Baugesellschaft, welche nach ihrer Versicherung die und Zurin wurden dreißig Anarchisten verhaftet. stützungsvereine verschiedenster Art und Tendenz, abgesehen von Protettion hochstehender Personen genießt und welche diese Idee Rom, 25. April. Seit mehreren Tagen gehen 42 religiösen Vereinen und einer Unzahl anderer Vereine, welche der Policendeckung zur Grundlage hat, soll bereits daran sein, Gerüchte um, welche besonders von auswärtigen Blättern die Unterstützung bestimmter Gesellschaftsklassen oder ihrer Vereins- ihr Projekt zu verwirklichen. Das andere Projekt, das erst vor verzeichnet werden, wonach in Italien für den 1. Mai mitglieder als Nebenzweck betreiben. Kurzem das Licht der Welt erblickt hat, bezweckt, das ganze schwere Unordnungen bevorstehen. Das Haupt der Soweit bei den Stiftungen das Vermögen derselben mit auf Quadratmeilen umfassende Land, das zwischen den in den Außenitalienischen Anarchisten Cipriani hat Cipriani hat heute mehreren geführt ist, beziffert sich dasselbe auf 22 745 981 M. Kapital und bezirken einmündenden Eisenbahnen belegen und für AckerbauPersonen erklärt, er und seine Freunde wollen alles auf außerdem jährliche Wertheilungs- Revenüen von 34 929 M., im avecke untauglich ist, mit Ein- Familienhäusern zu kolonifiren. friedlichem Wege anstreben. Aber selbst wenn die Stimmung ganzen fonach auf eine Summe von weit über 23 Million; Der Preis eines solchen Hauses soll 2500 Mart inklusive der Anarchisten eine friegerische wäre, würden sie dennoch nichts hierzu tame noch das Bermögen derjenigen Stiftungen, deren Ver- Boden 2c. betragen und das Haus selbst an Arbeiter gegen ein ausrichten. In Italien gebe es Sozialdemokraten, aber fo- mögen nicht angegeben ist, und das sehr beträchtliche Vermögen Zwölftel des Kaufpreises und weitere Verzinsung und Armortigenannte Anarchisten teine Nußschale voll. Der 1. Mai werde der zahlreichen Wohlthätigkeitsvereine. sation von jährlich ca. 200-300 Mart überlassen werden. ruhig verlaufen in Italien, wie wahrscheinlich überall. Betrachtet man sich nur diese ganz allgemeinen Angaben, so Darnach würde schon nach 17 Jahren die Kaufsumme abgetragen muß man schon hiernach zu der Ueberzeugung kommen, daß sein. Von diesem großartigen Projekt scheint man sich viel zu Aus Spanien liegt folgende Depesche vor: Madrid, 27. April. Gestern fanden in Madrid, mindestens etwas saul ist im Staate Dänemark und daß in Berlin versprechen. Die Herren Unternehmer übersehen nur, daß die Arbeiter selbst beim vorhandenen Willen, die Einöden draußen Barcelona, Bilbao, Sevilla, Saragossa, Valencia, Valladolid doch ein ganz erheblicher Nothstand vorhanden sein muß! Das Bermögen aller dieser Vereine und Stiftungen zusammen zu bevölkern, daran verhindert werden durch den Umstand, daß Bersammlungen statt, welche sich mit der Frage der Maifeier beschäftigten. Man sprach sich übereinstimmend gegen einen genommen bildet ein ganz enormes Rapital, und doch sehen sich ihnen und noch mehr ihren Familiengliedern die Möglichkeit entGeneralausstand, zu Gunsten von friedfertigen Rundgebungentheilen des Ueberflusses bevorzugter Gesellschaftsklassen. Von Erwerbsthätigkeit in der Stadt zu suchen. Auch müssen alle der diese Vermögen zum größten Theile nur zusammen aus Bruch- 30gen wird, sich die ohnehin schwer aufzutreibende mannigfache aus, wie sie durch ministerielles Rundschreiben gestattet wor- Diesen also zusammengesetzten Vermögen werden wiederum nur, artigen Spekulationen an der Höhe der regelmäßigen Jahres abgesehen von den laufenden Beiträgen 2c., höchstens die Zinsen leistungen scheitern, die die Arbeiter bei den heutigen Erwerbsverwendet, um Ginzelnen eine momentane Wohlthat" angedeihen verhältnissen nicht übernehmen können. zu lassen, denselben momentan die Misère des Daseins ein wenig In Schleswig- Holstein hat sich sogar ein Provinzialverein den sind. t e= It = 9333T re B gegründet, welcher der verderblichen Agitation der Sozialdemo-| gekommenen Personen, einem Rellner und einem Wächter, verfraten durch Erwerbung gesunder Arbeiterwohnungen und Ueber- folgt; es gelang jedoch nur, den einen von ihnen, denjenigen, laffung derselben an die Arbeiter( zu welchen Bedingungen?) der dem K. den Fußtritt versetzt hatte, zu ergreifen und dingfest entgegentreten will. Die Kreisvereine sollen baldigst nach dieser zu machen. Der Verhaftete ist der schon mehrfach bestrafte Richtung vorgehen und ihre Direktion von der Zentralleitung Arbeiter" Otto Schirrmann. Er bestreitet vorerst jede Schuld des Provinzialvereins erhalten. Die Projekte werden, wie man sieht, immer phantastischer und entfernen sich immer mehr von der realen Grundlage. Das Entdecken von Heilmitteln gegen soziale Schäden hat so lange feinen Werth, als man die Natur der Krankheit nicht erkannt haben wird. Unglücksfälle bei Bauabbrüchen. Mit der in jedem Früh jahr wieder beginnenden Abbruchperiode sind auch leider zahl reiche Unglücksfälle eine beständige Begleitserscheinung. Bon Beit zu Zeit enthält der Polizeibericht eine Reihe von Unglücksfällen. Des Einschreitens der Polizei wird Erwähnung gethan, in der Regel jedoch verlautet kein Wort über die wahren Urwuth ist wohl auch hier der einzige ursächliche Faktor. Es hat sich eine Spezialität von Abbruchsunternehmern gebildet, von denen die Preise für die abzubrechenden Häuser in die Höhe getrieben werden. Es ist das Bestreben dieser Leute dahin gerichtet, in möglichst kurzer Zeit recht viel zu verdienen und werden also solche Abbrüche möglichst beschleunigt, wobei dann jede Rücksicht auf die für die Arbeiter so häufig entstehenden Gefahren schwindet. Die Unfallverhütungs- Vorschriften stehen für diese Herren Unternehmer nur auf dem Papier. So schreibt z. B. eine Bestimmung der Unfallverhütungs- Vorschriften vor, daß die Steine, welche vermittelst Rutschen aus der Höhe heruntergelassen werden, unten nicht mit der Hand, sondern mittelst eines Werkzeuges beseitigt werden müssen. Diese Vorschrift wird jedoch nirgends respektirt aus dem einfachen Grunde, weil es sonst zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Aus der Vernachlässigung dieser Bestimmung rühren nun zahlreiche Verlegungen her, die von geringerer Erheblichkeit, doch den betroffenen Arbeiter stets auf einige Zeit beschäftigungslos machen. Eine andere Bestimmung geht dahin, daß bei Ablegung der Wände ein Tau nicht in Anwendung gebracht werden darf, sondern die Wände Schicht um Schicht mittelst der Hacke abgenommen werden sollen. Es wird aber in den frühen Morgenstunden, wenn die Herren Unternehmer noch schlafen und zufällig auch kein Auge des Gesetzes in der Nähe wacht, diese Regel nicht beachtet, sondern es werden die Wände mittelst Taues nach innen eingerissen, wobei durch den fräftigen Fall die Balkenlage des darunter liegen den Geschosses erschüttert, die Decke übermäßig belastet und so gewöhnlich Deckendurchbrüche herbeigeführt werden. Diese Art Der Abbruchsarbeit ist allerdings weniger zeitraubend, folglich billiger und profitbringender für den Unternehmer, aber auch ge= fährlich für den dabei thätigen Arbeiter. Die angeführten Thatfachen find öffentliches Geheimniß und es wäre wohl zu wünschen, daß bei den Abbrüchen den Herren Unternehmern strenger dabei auf die Finger gesehen wird, daß die Unfallverhütungs- Vorschriften auch Beachtung finden, Arbeiterbewegung. Apolda, 27. April. An alle Bürsten und Pinsels macher Deutschlands! Die hiesige Firmen Florheim und war nicht dazu zu bewegen, seine Komplizen anzugeben. Er und Söhne und Hergt haben fünf Arbeiter entlassen, will friedlich seines Weges dahergekommen sein und dann erst weil dieselben sich„ erdreisteten", den zu Pfingsten hier stattfindenden in die Schlägerei verwickelt worden sein; dagegen konnte K. den allgemeinen Pinselmacher- Kongreß einzuberufen. Also Schirrmann als einen der Räuber mit Bestimmtheit refognosziren. Roalitionsrechts! Angesichts dieser brutalen Maßregelung ist es wieder einmal die Hungerpeitsche für die Bethätigung des Wer ist der fremde Herr? Es wird uns von zuver- nöthig, den Zuzug von Pinselmachern, Borstenzurichtern 2c. läffiger Seite mitgetheilt, daß bei solchen Parteigenossen, die eine nach Apolda strengstens fernzuhalten und die Gemaßhervorragende Rolle in der Arbeiterbewegung spielen, fich öfter regelten ausgiebig zu unterstügen. Die Maler und ein fremder Herr einfindet, der allerlei über Bereinsangelegen- sonstigen Interessenten dürften gut thun, bis auf Weiteres heiten, Bereinsforrespondenz und andere ähnliche Dinge zu er- Apoldaer Pinsel nicht zu beziehen resp. nicht zu verfahren wünscht. So war erst kürzlich wieder ein solcher Herr wenden. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. bei einem Vorstandsmitgliede des allgemeinen deutschen Sattlervereins, wo er Papiere, die sich auf die gewerkschaftliche BeKopenhagen, 26. April. Eine allgemeine Aussperrung( Locknicht ausgeschlossen ist, daß dieser Herr Beziehungen zur Polizei out) der Schneider wird morgen hier erwartet. unterhält, vielleicht gar Beamter ist, so liegt für feinen der Genoffen ein Grund vor, gegen diesen Herrn besonders gefällig zu fein. Die Arbeiter können sich der Gefälligkeit oder Nachsicht seitens der Polizei wahrhaftig nicht rühmen. Die Strafprozesse der letzten Zeit haben genugsam dargethan, in welchem Geifte die Ueberwachung vieler Versammlungen erfolgt. Es mag des halb gewissen neugierigen Herren, die ferner Beziehungen zu den Arbeiterführern anzuknüpfen wünschen, gerathen sein, den persön lichen Verkehr mit denselben nicht zu versuchen, da sie sonst recht unliebsame Erfahrungen machen könnten. Angers, 26. April. Der Streit der Schieferarbeiter in Trélazé ist beendet. Mezières, 25. April. Die Streitbewegung gewinnt im Thale der Meuse und in den Ardennen an Ausdehnung. London, 25. April. In einer vor Bergarbeitern von Gloucestershire gehaltenen Rede sprach Charles Dilfe dem Bergarbeiter- Rongres in Paris seine Anerkennung dafür aus, daß derselbe gegen einen allgemeinen Ausstand der europäischen Bergarbeiter Stellung genommen habe. Dilfe sprach die Ansicht aus, In der 66. Gemeindeschule wird der Gesangunterricht daß die Absichten der belgischen Grubenarbeiter, einen Ausstand den Kindern der Klassen la und 1b, welche, wie wir fürzlich aur Durchführung zu bringen, auf politische Beweggründe zurückmittheilten, bisher in einem einzigen Klassenzimmer zusammenzuführen seien. gepfercht wurden, jezt in der Aula ertheilt. Zu diesem Zweck London, 27. April. Wie aus New York gemeldet wird, hat eine Aenderung des Stundenplans vorgenommen werden fireifen in Michigan 2500 Bahnbeamte, weil ihre Forderung neunmüssen. Als Ursache des von uns gerügten und nunmehr be- stündiger Arbeit unter Anrechnung zehnftündiger Arbeitszeit zurückfeitigten Mißstandes wird uns der beinahe unglaubliche Umstand gewiesen wurde. bezeichnet, daß die Aula bisher von einer überfüllten Klasse der Unterstufe besetzt gehalten worden ist, welche nicht etwa nur im Gesang, sondern auch in anderen Fächern dort unterrichtet wurde. 0 Versammlungen. Genosse Carl Gabbert hatte sich an das hiesige Polizeipräsidium gewandt mit dem Ersuchen, ihm die Erlaubniß zur Abhaltung eines öffentlichen Aufzuges am 8. Mai zu ertheilen. Das war der Stempel der öffentlichen Versammlung, die am Kommunalwähler Versammlung. Klein aber eifrig Hierzu ist ihm am 23. d. M. vom Polizeipräsidium folgender Montag, den 18. April, in der Wasserthorstr. 68 tagte und zum Bescheid zugegangen: Euer Wohlgeboren erwidert das Polizeipräsidium auf das Zusammenfassen aller Kräfte, zur energischsten Agitation von Haus Schreiben vom 22. d. M. ergebenst, daß dem Antrage zur Ab- zu Haus im 17. Bezirk aufforderte, damit bei der bevorstehe aden Stichwahl der sozialdemokratische Kandidat Börner in das haltung eines am Sonntag, den 3. Mai d. J., Nachmittags rothe Haus einziehen könne. Das Bureau bestand aus den Ge1 Uhr geplanten Festzuges aus verkehrs- und ordnungspolizei- noffen Apelt, Julius, Rudolph Kohlhardt und lichen Gründen nicht stattgegeben werden kann. Königliches Herzog. Stadtverordneter Tempel besprach den StadtPolizeipräsidium, Abtheilung II. Name unleserlich." Haushaltsetat in eingehender Weise und erntete lebhaften Beifall. Die Lokalkommission von Adlershof bringt die Namen Nachdem er sein Referat beendet und zum Schluß noch aufgeMit knapper Noth dem Tode entrounen ist der Luft der Lokalbefizer zur öffentlichen Kenntniß, welche sich weigern, fordert hatte, bei der Stichwahl Schulter an Schulter zu stehen, schiffer Grant, welcher am letzten Sonntag wieder von der ihre Säle zu Versammlungen herzugeben oder die Parteiblätter da Konservative und Freisinnige gegen uns sich verbinden würden, Charlottenburger Flora mit seinem Doppelballon aufstieg. Un auszulegen. Es sind: Wiedemann und Manofsti, Leopold, trat der Kandidat Wilhelm Börner vor die Versanrmlung. weit des Spandauer Berges, dicht hinter den Schießständen der Stippekohl, Hecht, Albrecht und Schwabe. Er betonte, daß die Sozialdemokratie ein grundsätzlicher Gegner Militär- Schießschule, gerieth der Luftschiffer gegen 7 Uhr Abends Der Vorwärts" liegt aus bei Stuhle und Misserer. Ferner jedweden Kompromisses sei. Der echte Sozialdemokrat kenne mit dem Luftschiff in die Baumkronen des Grunewalds. Er be- machen wir bekannt, daß die Genossen von Adlershof befchloffen nur ein Rechis" oder" Links", ein„ Reich" oder„ Armi", dawahrte sich vor dem Absturz nur dadurch, daß er sich trampfhaft haben, sich an der am Sonntag in Friedrichshagen stattfindenden zwischen aber läge unüberbrückbar die Kluft. Das habe er an die Schnüre festklammerte, in welche er sich späterhin derart Maifeier zu betheiligen. Der Abmarschlift 9 Uhr Vormittags vom schon vor drei Jahren dem Kandidaten der Bürgerpartei verwickelte, daß er nicht im Stande war, sich aus der Umstrickung Bahnhof. Wir ersuchen die Genossen, sich recht zahlreich daran energisch klar gemacht, als ihm dieser einen Kompromiß vorschlug. zu lösen und nun zwischen Himmel und Erde schwebte. Die zu betheiligen. J. A. der Lokalkommission. Ostar Bartels. Weiter fam er auf die Einkommensteuer zu sprechen, die hier Unglücksfahrt war aber von zahlreichen Menschen beobachtet nimmt, was dort die verringerte Miethssteuer übrig läßt. Er worden, welche zur Stelle eilten. Etwa zwanzig Soldaten der Achtung, Genossen! Uns geht Folgendes zur Veröffent- führte den Hörern vor, was denn eigentlich für Leute in dem Spandauer Garnison brachten dem Verunglückten Hilfe. Sie lichung zu: Allen Betheiligten zur Kenntniß, daß es uns trob rothen" Hauſe ſizen. Aktionäre der Pferdebahn, Elektrizitätsbefreiten ihn mit eigener Lebensgefahr aus seiner kritischen Lage allen Bemühungen nicht gelungen, von der Bahnbehörde günsti- birektoren und Hausbesizer mehr als die Hälfte- sämmtlich und mußten ihn mit Gewalt aus der Umstridtung der Schnüre gere Fahrbedingungen resp. die Einstellung eines Extrazuges für also Personen, die, ganz abgesehen von ihrer politischen Meinung, reißen. Hierbei wurde dem Unglücklichen der Daumen der die Fahrt nach Straußberg am 3. Mai zu erlangen; wir sind deshalb durch ihren Beruf oder Stand naturgemäß gezwungen, Interessenrechten Hand buchstäblich abgedreht. Die Soldaten trugen den gezwungen, mit dem um 6 Uhr 10 Min. Morgens vom Schlesischen politit treiben. Es sei daher die höchste Zeit, daß dies anders zum Tode erschöpften und vielfach verwundeten Luftschiffer nach Bahnhof und 6 Uhr 15 Min. von Stralau- Rummelsburg ab- würde, und dazu wäre es nothwendig, die Masse aus ihrem der Kaserne der Militär- Schießschule, wo ihm die erste ärztliche gehenden Vorortzug mit Benutzung der Arbeiter- Tagesbillets Schlaf zu rütteln. Viele kleine Geschäftstreibende, kleine Meister Hilfe zu Theil wurde. Der Zwillingsballon saß noch am heutigen 15 Minuten vor der Abfahrt entweder auf dem Schlesischen nicht in die Liſten eingetragen. Redner giebt hierfür einige Bei à 60 Pf. zu fahren und ersuchen wir die Genossen, mindestens und Restaurateure wählten aus Furcht nicht; viele wären gar Vormittag an den Bäumen fest. Bahnhof oder in Stralau- Rummelsburg zu erscheinen, um den spiele. Dies müßte aufhören und zwar schon bei der bevorUmtausch der ausgegebenen Karten gegen Fahrkarten bewerk- stehenden Stichwahl. stelligen zu können. Das Festkomitee. in er entkommen tommen. Dann wurde noch einmal an die so bezeichnende Eins der gefährlichsten Individnen, welche jemals ein Zuchthaus beherbergt hat, ist vor turzer Zeit aus der Strafanstalt Stadtverordneter Klein nimmt nunmehr das Wort. Aus in Wehlheiden in die Irrenstation des Moabiter Zellengefängnisses den Listen sei leider zu ersehen, führte er an, daß noch immer überführt worden. Vor etwa 6 Jahren machte hier der Schreiber Die Genossen von Oranienburg machen bekannt, daß Arbeiter gegen uns stimmten; diese Köpfe zu erhellen, sei unsere Krüger der Polizei vielfach zu schaffen. Er hatte hier wiederholt sie hier in Dranienburg kein Lokal zu Versammlungen be- Aufgabe. Bei der Wahl feien außerdem Quittungen zurückschwere Einbrüche verübt, wußte sich aber der Strafe dadurch zu Nur in Sandhausen bei Oranienburg giebt Herr gewiesen worden, weil sie feinen Stempel trugen, obgleich sie entziehen, daß er bei seiner Festnahme mit Erfolg den wilden Richard Dalli sein Lokal her. rechtsgiltig waren. Erst nach schärfstem Protest ist die Quittung Mann" spielte, für irrsinnig erklärt wurde und in der städtischen anerkannt worden. Was jenen Antrag beträfe, daß die Frrenanstalt zu Dalldorf Aufnahme fand. Aus dieser brach er Polizeibericht. Am 25. d. M. Vormittags wurde im 40 000 m. für das Schützenfest lieber den Arbeitern auf den aus, wurde jedoch wieder ergriffen und dorthin zurückgeführt. Louisenstädtischen Kanal am Engel- Ufer die bereits stark verweste Rieselfeldern oder den Gärtnergehilfen sollten gegeben werden, fo R. unternahm einen zweiten Fluchtversuch, zweiten Fluchtversuch, welcher ihn Leiche einer unbekannten Frauensperson angeschwemmt und dem sei er mit der Motivirung abgelehnt worden, daß der Privatdie Rheinprovinz ließ. Hier wanderte nächst nach dem Schauhause geschafft. An der Kreuzung der kapitalist ja auch nicht mehr Lohn zahle. Wie käme in Begleitung seiner Braut, welche sein Entweichen Chauffee- und Invalidenstraße wurde Mittags ein Arbeiter von also gerade die Stadt dazu, noch ein Ertrageschenk zu unterstützt und ihn von Berlin einem Geschäftswagen überfahren und erlitt dabei eine anscheinend vertheilen? aus der Anstalt unterstützt begleitet hatte, von Ort zu Ort und führte zahlreiche, bedeutende bedeutende Quetschung des Fußes, so daß er nach der Charitee Verweigerung des Rathhaussaales gelegentlich der Rückkehr der Gilbertiebstahle aus. Wie einträglich dies" Geschäft" gewefen gebracht werden mußte. Vor dem Hauſe Chauffeeftr. 3 ver- ausgewiesenen Genossen erinnert, das hohe Ziel der unentgeltsein muß, erhellte die Thatsache, daß bei seiner Festnahme, welche unglückte auf die gleiche Weise Abends die unverehelichte Kräger, lichkeit der Lehrmittel ins Auge gefaßt und die als Gnadenwährend einer Luftfahrt auf dem Rhein an Bord eines Schiffes indem sie von einer Droschke überfahren wurde. Sie erlitt einen geschent gepriesene„ Miethssteuerfreiheit der Wohnungen" unter erfolgte, ein Schein in seinem Besiß vorgefunden wurde, aus Bruch des Fußes und mußte nach dem St. Hedwigs- Krankenhause 200 m., die nichts als gesundheitsschädliche Löcher sind, in das weislich dessen er das nette Sümmchen von 50 000 m. bei einer gebracht werden. Abends sprang eine unbekannte, etwa 30 Jahre richtige Licht gesetzt. Mit dem Appell, jeden Lässigen aufBank auf seinen Namen hinterlegt hatte. R., welcher als geistes- alte Frauensperson in selbstmörderischer Absicht von der Alsenbrücke zurütteln, dann werde es ein Leichtes sein, den Bezirk zu er gestört nun nicht mehr angesehen werden konnte, wurde mit der aus ins Wasser, wurde aber von dem Kutscher Müller noch lebend aus obern, schloß der Redner. Nach ihm sprachen noch die Gehöchsten zeitigen Strafe von 15 Jahren Zuchthaus belegt und dem Wasser gezogen und demnächst nach der Charitee gebracht. nossen Wilhelm Nürnberg, Dombrowsky Vor dem Hause Gartenstraße Nr. 161 fiel zu derselben Beit Restaurateur Sühn. Alsdann wurde eine Resolution nach nach der Strafanstalt in Kassel abgeführt. Etwa sechs Monate nach seiner Einlieferung überfiel er dort einen Kalefattor", welcher ein Arbeiter angeblich infolge eines Ohnmachtsanfalles auf den turzer Debatte einstimmig angenommen:„ Die Kommunalwählereine gefüllte Betroleumkanne trug, goß den Inhalt schleunigst in seiner Bürgersteig nieder und erlitt dabei eine bedeutende Verletzung am Versammlung erklärt sich mit dem Referenten einverstanden und Belle aus und steckte diese mit Hilfe eines dem Ofen entnommenen Kopfe. Er wurde nach der Sanitätswache in der Eichendorff- verpflichtet sich, bei der bevorstehenden Stichwahl für den KanAuf dem Perron didaten der sozialdemokratischen Partei einzutreten, damit der= Feuerbrands an. Die Flammen griffen derart schnell um sich, straße und dann in seine Wohnung gebracht. daß die Anstalt zum großen Theil eingeäschert wurde und zwei des Bahnhofes Alexanderplat verstarb in der Nacht zum 26. d. selbe den Sieg davonträgt. Außerdem sollen die Kosten des Sträflinge dabei ihr Leben einbüßten. Krüger, welcher von dort plöglich ein Rentier infolge Herzschlages, nachdem er eben mit Polizeichaisenfahrens und des Vigilantenthums dem Volle vorVor dem Hause Hallesches geführt werden, damit man dem Steuerzahler die Augen öffnet, in das Buchthaus Wehlheiden geschlossen transportirt wurde, griff einem Buge angekommen war. und im Hinblick auf die ihn erwartende neue Strafe auf sein altes Ufer 18 sprang zu derselben Zeit eine unbekannte, etwa 30 Jahre und die Arbeiterklasse sich stets bei jeder Wahl bewußt ist, went Mittel, den Frrsinnigen zu spielen, wieder zurück, und zwar mit alte Frauensperson in den Landwehrkanal und ertrant. Die Leiche sie ihre Stimme geben soll."-Am 4. Mai wird nochmals einem solchen Erfolg, daß ärztlicherseits die schärfste Beobachtung wurde nach dem Schauhause geschafft. In der Nacht zum 26. 6. eine Versammlung stattfinden, zu welcher man von den Ge feines geistigen Zustands für geboten erachtet, und er nunmehr brachte der Maurer Kusch, als er aus der Schankwirthschaft Dreyse- nofsen fleißigste Agitation erwartet. Referent wird Genosse nach Berlin gebracht wurde. Hier befindet sich im Moabiter straße 8 mit Gewalt entfernt werden sollte, dem hier betheiligten Tuyauer sein. Bellengefängniß die sogenannte Beobachtungsstation, welcher alle Tischler Traut mittelst eines Messers einen Stich in den Kopf bei, Buchthausgefangenen der Monarchie überwiesen werden, an so daß derselbe schwer verletzt nach dem Krankenhause Moabit Der sozialdemokratische Wahlverein für den 4. Ber denen sich Spuren von Iersinn zeigen. Wie nun auch die Ent- gebracht werden mußte. Vor dem Hause Invalidenstr. 6 wurde liner Reichstage Wahlkreis hielt am 21. April eine gut scheidung ausfallen möge, soviel steht fest, daß Krüger entweder am 26. ds. Mts. Morgens eine unter fittenpolizeilicher Kontrolle besuchte Versammlung im Süd- Osten ab. Auf der Tagesordnung im Zuchthaus oder in der Frrenanstalt sein Leben beschließen stehende Frauensperson mit verbundenem Kopfe bewußtlos auf- stand ein Vortrag des Genossen Robert Schmidt über die wird. Auf derselben Station befinden sich zur Zeit 8 zu gefunden und nach dem Lazarus- Krankenhause überführt. Wie nach- Chartistenbewegung." In ca. 18/4 stündiger Rede schilderte derLebenslänglichem Buchthaus verurtheilte Personen. träglich festgestellt worden ist, war ihr Buhälter, der Tischler selbe sehr eingehend die wirthschaftlichen und politischen VerNazmer, in der Nacht in ihre Wohnung eingedrungen und hatte hältnisse, wie sie in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts in Raubanfall. Ueber einen Sonntag früh verübten Raub- Geld von ihr gefordert. Als sie diesem Verlangen nicht nachtam, England' existirten und legte daraus die Bedingungen klar, die anfall wird uns berichtet: Der Arbeiter R. paffirte früh um vier hieb derselbe mittelst eines stumpfen Beiles auf sie ein und biß die sogenannte Chartistenbewegung hervorgerufen und welche Uhr, aus einem Tanzlokal kommend, die Rottbuser Brücke. Schon ihr ein Ohr zur Hälfte ab. Sie wurde nach der Sanitätswache ihren Verlauf bestimmten. Eingehend die Bewegung selbst vorher war er von fünf Strolchen, die ihn verfolgten, um gehn in der Eichendorffstraße gebracht, wo ihr ein Verband angelegt schildernd, kommt Redner zu dem Schluß, daß die Bewegung Pfennige angebettelt worden, und K. hatte das Geld aus Furcht wurde, und wollte sich nach dem Krankenhause begeben, als sie die sich gesteckten Ziele erreicht hätte, wenn nicht der passende vor Thätlichkeiten auch hergegeben. Die Strolche verfolgten ihn ohnmächtig niedersant und so aufgefunden wurde. Vor dem Zeitpunkt zum handelnden Eingreifen verpaßt, ungenügt vor Hieraus hätten sich die heutigen jedoch weiter und forderten nun erneut Geld für Schnaps. Als Hause Marienburgerstr. 18 wurde Vormittags ein vierjähriger übergehen gelassen wäre. R. erklärte, fein Geld mehr bei sich zu haben, verlangten sie, sein Knabe von einem Bierwagen überfahren und erlitt anscheinend Sozialisten eine Lehre zu ziehen und den passenden Zeitpunkt zum Portemonnaie zu sehen. K. hatte die Geistesgegenwart, fein innere Berlegungen. Zu derfelben Zeit erschoß sich ein Buch Eingreifen, wenn es gilt ihre Biele zu erreichen, dazu zu beBortemonnaie mit fünfundvierzig Mark Inhalt aus der Tasche balter in den Räumen des Depeschenbureaus Französischestr. 38a nutzen. Die letzte Bedingung des Verschwindens der Chartistendes Beinkleides unbemerkt in das Futter des Ueberziehers gleiten mittelst Revolvers. Am 25., sowie in der darauf folgenden bewegung sei die von Jahre 1848 bis 1858 anhaltende zu lassen. Gleich darauf wurde er gefaßt und durch Borstellen des Nacht fanden 5 fleine Brände und in der Nacht zum 27. b. M. Prosperitätsperiode der englischen Industrie gewesen. Die Arbeiterbewegung verlor von da ab in England den Charakter Beines zu Fall gebracht. Einer der Angreifer suchte in seinen Hosen in der Seydelstraße ein kleiner Brand statt. einer politischen, es begann die Zeit der großen Gewerkschaften. taschen, ein zweiter trat ihm mit dem Stiefel ins Gesicht und In letzter Zeit beginnen die englischen Arbeiter sich wieder mehr ein dritter suchte ihm die Uhr zu entwenden, konnte aber nur mit politischen Fragen zu befassen, sich vom bloß gewerkschaftdie Kette und das daran befindliche Medaillon loszureißen. In lichen Kampfe auch dem politischen zuzuwenden und auch in diesem Augenblicke näherten sich zwei Fußgänger, und die Räuber ihre Forderungen die des Sozialismus aufzunehmen. Der ergriffen die Flucht. Sie wurden von den beiden hinzu Vortrag, zu deffen Schluß der Genoffe Schmidt eine Rede des sieben Personen gewählt. Hierauf wurde beschlossen, die von der Chartistenführers Stephan verlas, wurde seitens der Ver- Generalfommission in Hamburg zu beziehenden Marken zur Bilfammelten mit großem Beifall aufgenommen. Da weiter nichts dung eines Fonds ebenfalls in Vertrieb zu nehmen und die vorlag, wurde die Versammlung bald darauf mit einem Hoch auf Kommission mit der weiteren Ausführung betraut. die internationale Sozialdemokratie geschlossen. bes 1. Mat. Referent: 2. Pfeiffer.- Offizielle Geler am Sonntag, ben 3. Mat in Möwes' Restaurant und Garten, Fichteftr. 29( Hafenhaide), verbunden mit Tanz und Garten- Konzert. Treffpunkt: Gründel's Lotal, Dres denerstraße 116, Nachmittags Puntt 2 Uhr. Männer- Turnverein Berlin- West". Turnstunden: Dienstag und Freitag von 8-10 Uhr Abends in der Turnhalle der 22. Gemeinde- Schule, Lese- und Diskutirklub„ Süden". Freitag, 9 Uhr, bei Schwarzkopf, Staligerstraße 11. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben 3utritt. Lese- und Diskutirklubs. Dienstag. Herwegh", Abends 8 Uhr, im zotale von Otto inte, Forsterftr 45. Gäste wiltommen.„ Broletarier", 8 Uhr, im Restaurant Scholz, Kastanten Allee 35. Agitationsverein& assalle", bei Drügemüller, Wienerstr. 31. Kurfürstenstr. 141. Gäfte herzlich willkommen. " ftraße 16. " 1 " Safenclever", Abends Gäste willkommen. Ge= Buchbinder. Am Montag, den 20. April, hielt der FachDie Dachdecker, Klempner, Schornsteinfeger und Berufs- verein der Buchbinder seine ordentliche Generalversammlung ab, genoffen hielten am Dienstag, den 21. April, eine Versammlung Der Kassenbericht war befriedigend und auf Antrag der Reviunter Vorsiz des Koll. Rackwitz ab, um die Frage zu entscheiden, soren wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Der Mitglieder ,, wie sich die Berufsgenossen zur Ausarbeitung einer Petition stand betrug zu Ende des IV. Quartal 1890 444 Mitglieder.( Bankow), bet Borchardt, Schulzenstraße 28. betreffs Verhütung der Unfälle in ihrem Berufe stellten." Da Im Laufe des I. Quartals 1891 traten 90 Kollegen dem Verein Klempner Kirsch wegen Erkrankung verhindert war, so übernahm bei, davon gehörten 16 Kollegen schon andern Verbandsvereinen Spinoza", Abends 8 Uhr, bet Brandstahl, Oppelnerstr. 29. Gäfte haben statt seiner Hr. Weber das Referat und beleuchtete in aus- an. Ausgeschieden sind durch Abreise 27 und freiwillig 2 Mit Butritt. Lese- und Distutir- Klub für Männer und Frauen, Johannes führlichster Weise die Frage der Tagesordnung. Das Unfall- glieder. In den Arbeitsnachweis ließen sich 369 Kollegen ein- edde", Abends 9 Uhr, im Lotale von E. Lange, Manteuffelstraße 60. versicherungs- Gesetz erstrecke, was die Kontrolle der Werkstätten zeichnen, davon konnte an 105 Arbeit überwiesen werden. An Männer und Frauen als Gáfte willkommen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Dienstag, Abends anginge, auf das Kleingewerbe überhaupt seine Wirkung nicht, Reisegeschenk und Schlafmarken wurden 37,40 M. ausbezahlt. Uhr, Uebungsstunde, Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter- Gefangverein Gefang es sei für dieses völlig bedeutungslos, obwohl dort gerade die Zum Besuch der Versamlungen wurden an Arbeitslose 138 Bier- morgenroth", Charlottenburg, Bismarcftr. 89, Restaurant. verein unverzagt", Moabit, Perlebergerstr. 28, Restaurant. Arbeiter meisten Unfälle vorfämen und zwar aus einem sehr natürlichen marken verabreicht. Gefangverein Vorwärts", Friedrichsfelde bet Momber. Gefangverein Grunde. Ein kleiner Meister zahle nur kleinen Lohn, ein Betreffs der Statutenänderung wurde§ 5 etwas geändert, Steineiche"( Böttcher), Lichtenbergerstraße 21 bet Heise. schlecht bezahlter Arbeiter aber nähre sich schlecht und da in Zukunft auch Arbeiterinnen dem Verband angehören. fangverein Norddeutsche Schleife", Restaurant Kaiser Franz Gefangverein Allegro", Staligerstraße 142 bei wie vermöchte ein solcher, dem der Schnaps oft die Ferner wurde§ 8 dahin geändert, daß die Versammlungen alle Grenadierplay 7. Greiser. Arbeiter- Gefangverein" DIympia", bei Schneider, Adalbertstr. 8. Speise ersetzen müsse, sein gefährliches Handwerk hoch 14 Tage, ftatt alle Wochen stattfinden. Gesangverein Kreuzberg", Lichterfelderstraße Nr. 7-8 bei Winter. in schwindelnder Höhe mit jenem falten Muth und besonnenem Da die Kassengeschäfte zu verwickelt geworden sind, um von Gefangverein id elitas", Aderstraße 18 bet Kummer. ,, Moabiter Männergesangverein Sinn, mit jener sehnigen Geschmeidigkeit des Körpers zu ver- einem Kassirer bewältigt zu werden, so wurde noch ein zweiter Biebertafel", Wilhelmshavnerstr. 23 bet Brosch. Gesangverein Bruderherz" bei Birfo, Straußbergerstr. 3. richten, die doch nothwendig seien, um heil herunter zu kommen. Raffirer und zwar Kollege Riedel gewählt. Das neue Statut" armonia", Abends 9 Uhr Flottwellstraße 5 bet Bartels. Männergefangverein Uebrigens sei es schließlich ganz gleichgiltig, ob die Schuh- Vor- tritt am 1. Mai in Kraft. Die Versammlungen werden künftig" Schildhorn", Usedomftr. 33, bet Miere, Abends 9 Uhr. Gefangverein " Waldtapelle" in Friedrichshagen, Restaurant Blant, Friedrichstraße, richtungen, die bei dem Dachdecker und Klempner in Leine und Punkt 9 Uhr eröffnet. Abends 9 Uhr. Ihn'scher Gesangverein Sumor", bet Birt, StraußGürtel bestehen, vor dem Aufstieg geprüft oder nicht geprüft bergerstraße 3. Gefangverein, Cyboly" Urbanstr. 188, Ede Blücherwürden; in jedem Fall nämlich wären sie unzureichend, die Leine Eine öffentliche Versammlung der Lithographen, straße bet Bollandt. Gesangverein Freundschaft" bet Oswald BerGefangverein Soffnung" Wilmersdorf im sei nicht im Stande, den Ausgleitenden mit Sicherheit vor dem Steindrucker und verwandten Berufsgenossen fand am liner, Brunnenſtr. 114. Sturz zu bewahren, das fortwährende Tragen des Gürtels aber vergangenen Dienstag, den 21. April statt. Bum 1. Punkt der Boltsgarten, Berlinerstr. 40. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Musikverein ,, Edelweiß" zöge auf die Dauer erwiesenermaßen schlimme Folgen für die Ge- Tagesordnung: Bericht der Kommission über den Streit bei Uhr im Restaurant Müller, Mariannenstraße 46. Gäfte willkommen. sundheit nach sich. Das Beste wäre, wenn bei dem Neubau die der Firma Destreich und Hartmann führte Kollege Albert Gefangverein" Anacreon", Abends von 9-11 Uhr, bet Reßner, AnnenGefangverein Ludwig'scher Männerchor, Abends 9 Uhr, schüßenden Gerüste so lange stehen bleiben, bis Alles fertig, bis Schulz aus, daß der Streit bereits 10 Wochen gedauert habe, im Restaurant Boppe, Lindenstraße 106. Quartett- Berein, Wedding eben auch die Dachdecker- und Klempnerarbeiten vollendet wären. und daß augenblicklich noch 5 Drucker und 10 Hilfsarbeiter tagt Neue Hochstraße 49, bet Gundlach. Theater- und Vergnügungsverein Bulcania", in Meißner's Restaurant, Gartenstr. 162. Gäste, Damen Außerdem sollten auf den Dächern Laufbretter gelegt und sogen.Schnee-( Burschen) sich im Streit befänden. Es würde sich nun empfehlen, und Herren, willkommen. Theaterklub Helmerding", Abends 9 Uhr, fänger angebracht werden, die stark genug sein müßten, um nöthigen- die Drucker in der bisherigen Höhe weiter zu unterstützen, die in Hanf's Restaurant, Tempelhofer Ufer 13, Ecte der Großbeerenstraße. falls auch die Last eines Menschen zu tragen. Um nun dieſe billigen, Unterstützung der Hilfsarbeiter jedoch niedriger zu bemessen, da Privat- Theaterverein Georgina", Abends 9 Uhr, bei Meißner, Gartenselbstverständlichen Forderungen denn was sei selbstverständ- manche derselben zur Zeit der Arbeit kaum so viel Lohn erhielten, firaße 162. Gäfte willtommen.- Vergnügungs- und Theaterverein„ Romeo", licher, als dafür zu sorgen, daß man nicht stets und stündlich wie augenblicklich als Streitunterstüßung. Der Berichterstatter Abends 9 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Gäfte willkommen.- BergnügungsVerein Nordlicht", Abends 8-11 Uhr, bei S. Sperling, Görligerstr. 37. den Tod in seiner entsetzlichsten Gestalt vor Augen habe!-um fritisirte des weiteren das Verhalten der gegnerischen Firma. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Vergnügungs- Verein Fidele sie zu erreichen, halte er den Weg einer Petition nicht für den Bei einer gerichtlichen Verhandlung sei von dem gegnerischen Brüder", Abends 9 Uhr bei Berndt, Berlebergerstr. 17. Gäste willtommen. Geselliger Verein Brüderschaft", Abends 9% Uhr, Wilsnackerstr. 63. würdigsten. Wo der Arbeiter fordern dürfe, solle er nicht bitten. Rechtsanwalt die Behauptung aufgestellt worden, daß durch den Berein ehmaliger 37er, Abends 9 Uhr, im Königstadt- Kafino, HolzmarktPetitionen seien in der Regel noch dazu nuklos, er erinnere nur schnelleren Gang der Maschinen die Gefahr für die Arbeiter ftraße 72. Rauchklub Rosenblätter", Abends 8% Uhr, bet Leoan die Achistunden- Petition und an die der Arbeitslosen von durchaus nicht erhöht werde, wogegen die Recherchen des Fabrik- poldt, York- und Mannsteinstraßen- Ece. Gäste willkommen. Berlin im vergangenen Winter. Dachdecker und Klempner, so schloß inspektors von Stülpnagel das genaue Gegentheil ergeben hatten. bumoristische Pfeifenbrüder", Abends 8% Uhr, bet Suder, Klofterstraße 63. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. der Redner, wacht auf aus dem Schlaf, geht in Masse vor, Redner betonte zum Schluß noch, daß die Unterstützung der Borsig", Borsigstr. 27 bet Jentsch. Geselliger Verein„ GIimbim", Herren als Gäste wenn Ihr Euer Ziel wollt erreichen, verbindet und organisirt 5 streifendeu Drucker wöchentlich 100 M. erfordert, und bat die Abends 9 Uhr bei George, Großgörschenstraße 16. willkommen. Bergnügungsverein, Reichstro ne" Abends 9 Uhr, Euch! Kollegen, thatkräftig zu helfen. im Bittoria- Ballsalon, Perlebergerstraße 13. Vergnügungsverein Glüc Hierauf ergriff Herr Hante das Wort, um eine alte, längst Eine von dem Kollegen Schädlich eingebrachte Resolution, auf" Abends 8 Uhr im Restaurant Blant, Schönleinstraße 1. Gäfte willvergessene und wahrscheinlich niemals befolgte Polizeiverordnung den Streit für beendet zu die Kollegen tommen. Sund der geselligen Arbeiter- Vereine Berlins und Umgegend vom 18. September 1855 in das Gedächtniß zurückzurufen, die als gemaßregelt weiter zu unterſtüßen wurde abgelehnt. Dienstag. Geselliger Verein Schönhauser& inde" Abends 8% Uhr, im bestimmt, daß bei allen derartigen Hantirungen in gefahr. An einer lebhaften Debatte betheiligten sich die Kollegen Sie testaurant Behold, Schönhauser Auce 46. brohender Höhe fliegende Gerüste gebaut werden müßten, welche mann, Seidel, Gent, Schumann, Schädlich, Schulz, Silier, Obier, das Leben der Arbeitenden hinreichend zu schonen im Neumann, Hildebrand und andere. Stande wären. Man möge alles daran sehen, daß diese Verordnung wieder in Kraft träte, und sich nicht an dem Wort Petition" stoßen; in Wirklichkeit wäre es teine Bitte, sondern ein Verlangen, denn das Polizeigesetz sei ja doch da. In der nun eröffneten Diskussion hob Herr Rackwiß hervor, viele Schuß geseze stünden auf dem Papier, doch wenige würden befolgt und diese wenigen pflegten dem Arbeiter gegenüber mehr als Truzdenn als Schutzgesetze gehandhabt zu werden. Trotzdem stimme er für die Wahl einer Kommission, welche die Petition aufsetzen möge; denn wäre diese auch vielleicht nuklos, so fördere fie einen wenigstens und wahrlich nicht den geringsten Zweck, die endliche Organisation. Dann sprachen die Herren Köhler, Beder, Beste, die theils für, theils gegen die Petition waren, schließlich aber wurde der Antrag Köhler angenommen, nämlich, daß eine Kommission von sieben Personen der verschiedenen Branchen zu wählen sei, um eine Petition auszuarbeiten, die in der nächsten Bersammlung öffentlich ausgelegt und dann dem Polizeipräsidium überreicht werden solle. In diese Kommiffion wurden gewählt die Dachdecker: Hahn, Hante, Raufmann, Radwis und die Klempner Gottgetreu, Franz, Fingel. Die Schornsteinfeger wurden absichtlich übergangen, weil ihnen noch die rostige Zunfttette am Bein flirrt, und sie in ihrer mittelalterlichen Abhängigkeit von dem Meister nichts unternehmen dürfen, ohne sofort brotlos zu werden. Der Fachverein der Bürsten- und Pinselmacher Berlins und Umgegend hielt am 17. April seine regelmäßige Mitglieder versammlung ab. Herr Dr. Christeller hielt einen Vortrag über Lungenkrankheiten, der mit großem Beifall aufgenommen wurde. In der Diskussion sprachen die Kollegen Siegmund und Linde mann und führten aus, daß gerade bei uns Bürstenmachern die Lungenkrankheit am meisten verbreitet ist. Siegmund stellt den Antrag, ein jeder Kollege solle vom Arbeitsertrag des 1. Mai 50 Pf. zahlen und diesen Betrag der Generalkommission nach Hamburg zuschicken. Am 3. Mai werden wir uns in einer noch vom Vorstand zu bestimmenden Weise an der Maifeier betheiligen. Eine Resolution Bauer geht in dem Antrag Siegmund auf und beide zusammen werden einstimmig angenommen. In der Generalversammlung des Verbandes der Möbelpolirer erstattete der Vorsitzende, Kollege Fähse, Bericht über die Thätigkeit des Vereins im letzten Bierteljahr. Die Mitgliederzahl ist im steten Wachsen begriffen. Nachdem der erklären und Folgende Resolution wurde angenommen: Den streifenden Hilfsarbeitern sind von jetzt an nur noch 5 M. Unterstützung für die Woche zu gewähren und zwar auf die Dauer von vier Wochen. Sollte einem der Hilfsarbeiter während dieser Zeit jedoch Arbeit nachgewiesen werden, ohne daß der betreffende Hilfsarbeiter sie annimmt, so ist derselbe nicht mehr weiter zu unterstützen. Desgleichen wurde nachstehender Antrag angenommen: Diejenigen Hilfsarbeiter, welche eine Unterstützung genießen und sich in einer Woche zweimal der Kontrolle entziehen, find nicht mehr zu unterſtüßen. Bei Berathung des zweiten Punktes der Tagesordnung: Stellung zum 1. Mai resp. Maifeier empfahl der Referent Kollege Rose, am 1. Mai im Elysium eine Versammlung abzuhalten; Genosse Fischer habe sich bereit erklärt, ein der Bedeutung des Tages angemessenes Referat zu halten. Nach einer lebhaften Debatte, an der sich die Kollegen Gent, Neumann, Silier, Seidel, Grunewald und einige andere betheiligten nahm die Versammlung nachstehenden Antrag an. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Rauchklub Nauchtlub Bochum, 27. April. Jm Bochumer und Herner- Revier hat sich nichts Neues ereignet. Im Dortmunder Revier sind die Belegschaften von 7 Bechen neu ausständig. Wie es heißt, werden morgen die Belegschaften weiterer Bechen ausständig werden. Die Bürgerschaft glaubt nicht an einen allgemeinen Ausstand. Dortmund, 27. April. Auf 31 Bechen streiten 14 450 Mann. Neu ausstehen:" Hannover I", Mont Cenis"," Franziska", " Boruffia"," Heisinger Tiefbau"," Bagenbeck"," Johann Deimel3berg"," Prinz von Preußen", Caroline". Die Reviere Oberhausen, Herne, Recklinghausen, Werden, Trohnhausen sind ganz, Die Reviere Dortmund, Witten und Essen fast ausstandsfrei. Im Gelsenkirchener Revier steht nur" Bonifacius" aus. Gelsenkirchen, 27. April. Im zweiten Schacht„ Hannover" streift die Belegschaft troh der Bekanntmachung Krupps weiter. Stelle den Antrag, am 1. Mai Abends im Elysium eine Fm 1. Schacht haben bei der Morgenschicht 100 Mann gefehlt. große Versammlung abzuhalten, und, da am 1. Mai die Arbeit Auf der Königsgrube" bei Wanne waren 3/4 der Mittagsschicht nicht ruhen soll, ein Viertel des Tagesverdienstes der General- ausständig. Auf den Bechen" Pluto"," Unfer Frig" und fommission in Hamburg zur Unterstützung der Arbeitslosen zu" Hannibal", die sich in der gleichen Gegend befinden, wird ge schicken. Ein einstimmig angenommener Zusatzantrag ging dahin, arbeitet. Köln, 27. April. Aus Camen( Westfalen) wird gemeldet: auch die Frauen zu genannter Bersammlung mitzubringen. Mit der Ausführung der Anträge wurde die bereits bestehende In der vorigen Nacht fand eine Explosion schlagender Wetter Kommission beauftragt; nähere Nachrichten werden im Vorwärts" auf der Beche Monopol" statt. Zwei Bergleute wurden ges bekannt gemacht. kommission gab Kollege Rose einen turgen Bericht über die ThätigIn der Erledigung des Berichts der Berliner Streit- Rontroll- tödtet, einer schwer durch Brandwunden, zwei leicht verlegt. feit der Kommission und verlas einige angenommene Resolutionen. " Als Delegirter, welcher die ganze Gewerkschaft vertreten soll, wurde sodann der Lithograph Kollege Hildebrand einstimmig gewählt, und als Vertrauensleute die Kollegen Siemann( SteinDrucker), Seidel( Präger) und Becher( Sternschleifer). Nachdem unter Verschiedenem" noch einige Angelegenheiten erledigt waren, wurde die verhältnißmäßig schwach besuchte Versammlung geschlossen. Am Montag, 20. April, hielt die Freie Vereinigung Robert Schmidt hielt einen mit Beifall entgegen genommenen der Graveure und Ciseleure eine Versammlung ab. Genosse ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Marienwerder, 27. April.( Amtliches Wahlrefultat.) Bei der am 23. April stattgehabten Reichstags- Erfahwahl im Wahlfreis Stuhm- Marienwerder sind im Ganzen 12 185 Stimmen abgegeben worden. Davon erhielten Landrath Wessel aus Stuhm ( deutsche Reichspartei) 6289, v. Ossowski( Pole) 5514, Hobrecht ( natl.) 173 und Jochem( Soz.) 177 Stimmen. Der Erstere ist somit gewählt. Gelsenkirchen, 27. April. Jin hiesigen Bezirke ist die Aufforderung zum allgemeinen Streit nicht befolgt worden; abgefehen von den Bechenbelegschaften, die bereits in voriger Woche streiften, ist die Morgenschicht und die Mittagsschicht überall angefahren. Effen a. d. Ruhr, 27. April. Der Ausstand zeigt heute fchloffen, 115 M. als Ueberschuß vom letzten Maskenball der Ge- land." Von einer Diskussion wird Abstand genommen. Rollege Nachmittag eine erhebliche Abnahme. Auf den Schächten der neralfommission zu überweisen. Bei der Erfahwahl für aus Uhrbach macht bekannt, daß das Osterfest von 464 Personen Rheinisch- Westfälischen Beitung" zufolge von 480 Mann der Zeche Hannover" von Friedrich Krupp arbeiten, der scheidende Vorstandsmitglieder wurde Kollege François als zweiter Vorsitzender und Kollege Alfred Müller als zweiter Kassirer Auf seinen Antrag wird beschlossen, 30 M. der Unterstützungs- Altendorf fuhr die Nachmittagsschicht fast vollzählig an. besucht war und ist ein Ueberschuß von 92,25 M. zu verzeichnen. Mittags Belegschaft 304. Auf der Zeche„ Hagenbeck" bei wieder und Kollege Bogel als erster Schriftführer neugewählt. tasse, 30 M. der Hauptkaffe, ebenso 30 m. dem Agitationsfonds Auf dem Schacht Wolfsbant" Nachdem noch Wahlen in die Kommission erledigt waren, wurde zu überweisen. Betreffs des 3. Mai wird ein Antrag Kröbel an Berein vom Effener Bergwerksbeschlossen, die Gewährung von Darlehen aus dem Generalfonds genommen, den Vorstand zu beauftragen, an diesem Tage eine Wilhelm" von der Beche Königin Elisabeth bei Essen sind von ist ein Drittel ber Belegschaft, auf Schacht außer bei größeren Unglücks- oder Sterbefällen auf ein Jahr zu Feier zu veranstalten und geeignete Arrangements zu treffen. 148 Mann 88 angefahren. Im Dortmunder und Gelsenkirchener Suspendiren. Die Besprechung der Vorwürfe gegen den Stettiner Bieran anschließend ist bekannt zu machen, daß der Vorstand Revier ist Alles ruhig. Die Firma Friedrich Krupp hat er Kollegen Borkmann, endete mit einem Vertrauensvotum, das beschlossen hat, am 3. Mai einen Familien- Ausflug nach neut die Aufforderung an die Arbeiter ihrer Zeche„ Hannover" dem aus Stettin zu seiner Vertheidigung erschienenen Angeklagten Friedrichshagen( Treffpunkt Seeschlößchen) zu machen. Näheres ergehen lassen, am Dienstag wieder anzufahren, wiedrigenfalls sie mit großer Majorität gewährt wurde. Am 1. Mai Abends Versammlung mit Frauen in Breuer's am 1. Mai und im Vorwärts." Salon, Große Frankfurterstr. 74. Wien, 27 April. Nach einer aus Witkowitz in Mähren an Tabakarbeiter. Um arbeiter und eine Bersammlung veranstalten beſchloſſen; sämmtliche Redner sprachen sich gegen werken heute Bormittag eine Exploſion giftiger Gaſe ſtattgefunden. der Delegirten der Ia bakarbeiter und Arbeiterinnen statt. eine Betheiligung an der Feier am 3. Mai aus. 3um 2. Bunft, Mehrere Arbeiter sollen verwundet oder getödtet sein. eine Versammlung ab. Zum 1. Mai wurde ein Vergnügen zu hiesige Blätter gelangten Meldung hat in den dortigen EisenIn derselben wurde Seitens der Kommission mitgetheilt, daß am die Neu- Organisation der Metallarbeiter, legte Rollege Schwarz 2. Mai, Abeuds 8 Uhr, im„ Elysium, Landsberger Allee 39-41, die Nothwendigkeit derselben dar, er führte aus, daß die Organi eine große öffentliche Versammlung, verbunden mit„ Arbeiter- fationen sich von jeher den Verhältnissen anpassen mußten und Maifeier", stattfindet; daß zunächst über den achtstündigen Nor- andere Formen annahmen, um den Kampf mit ihren Gegnern mal- Arbeitstag referirt würde und sich hieran ein„ Tanzkränzchen" aufnehmen zu können. An der Diskussion betheiligten sich die schließen wird. Die Kommission babe von einer Feier am Kollegen Knüppel, Roth und Schöpfe. 3. Mai abgesehen, einestheils, weil die größeren Lokale bereits wurde einstimmig angenommen: Der Vorstand wird beauftragt, Folgende Resolution vergeben waren und anderntheils, um den Kollegen die Theil in kürzester Zeit eine Generalversammlung einzuberufen mit der nahme an den großen Festen in den einzelnen Wahlkreisen zu Tagesordnung: Auflösung des Vereins. Billets zu dem am erleichtern. Um nun auch dem unbemitteltsten Stollegen 1. Mai stattfindenden Vergnügen sind bei sämmtlichen Vorstands: die Betheiligung möglich zu machen, habe man der Erhebung eines Entrees( Verkauf von Billets) Ab. mitgliedern sowie im Arbeitsnachweis, Stalizerstr. 18, sowie bei stand genommen; es würde nur am Saaleingang, wo die den Kollegen Roth und Knüppel zu haben. Am 21. d. M. fand Der Fachverein der Metallschleifer hielt am 12. d. M. 1. Mai. Referent Herr Sievers. 2. Diskussion. 3. Berals entlassen betrachtet würden. Briefkaffen der Expedition. Für die Ausgesperrten gingen ferner ein: Deutsche Eiche", Mitglied des Arbeiter Sängerbundes, vom B. St. R. 1,50. Objekt: ein Triefel 1,20. Gesangverein Konzert im Freischüß am 1. Osterfeiertag 18,-. Gesammelt in der Metallwaaren- Fabrit von Stephani 3,40. Gesammelt beim Vergnügen des Gesangvereins„ Kollegia" 2,20. Walter, Amsterdam. Am 23. April ist keine Nummer Festzeitung gratis ausgegeben wird, ein Sammelteller auf- Zur Feier des 1. Mai findet eine öffentliche Bersammlung der Graveure gestellt werden; die Kommission hoffe, daß infolge dessen sich in difeleure Berlins und Umgegend mit Frauen am 1. Mat, Abends s uhr, unseres Blattes erschienen, da Zags vorher preußischer Bußtag Niemand entschuldigen könne, durch petuniäre Verhältnisse davon Bedeutung des falen, Atte Jakobftraße 32, statt. Tagesordnung: 1. Dié war. Unsere Festzeitung zum 1. Mai toftet 10 Pfennig pro abgehalten worden zu sein. Die Versammlung erklärte sich mit schiedenes. Nach der Versammlung findet ein gemüthliches Beisammensein Exemplar( exkl. Porto). diesen Maßnahmen vollständig einverstanden und empfahl noch, Butte Frauen find hiermit ganz besonders eingeladen. Diffidenten- Gemeinde Charlottenburg. Redaktionelle mehrfach im" Borwärts" und gleichzeitig auch im„ Gewerk- 3ur Deckung der Untoſten Tellerfammlung.( Stehe morgen Annonce.) Vereinsanzeigen müssen Sie an die Redaktion, Beuthstraße 2, Ganverein Berliner Bildhauer. Beute, Dienstag, den 28. April cr., richten. schafter" zu inferiren. Ein Delegirter, Vorsitzender eines Gesang außerordentliche General- Bersammlung bei Gaillard, Prinzenftr. 87. Mitgliedsvereins, sagte die Mitwirkung desselben und Kollege Stenzel buch legitimirt, mehrere Bithervorträge zu. Zur Unterstützung der Kommission tigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Freitag, ben 1. Mat, Abends Oeffentliche Versammlung der in der Schneiderbranche beschäf behufs Aufrechterhaltung der Ordnung wurde ein Komitee von' suhr, in Orschel's Salon, Sebaftianstr. 39. Tagesordnung: Die Bedeutung Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 97. dan Briefe aus Frankreich. Paris, 4. April 1891. Dienstag, den 28. April 1891. 8. Jahrg. Gard, wo auch nicht ein Bergmann in die Tiefe ſteigen wird. den Steinkohlenbergwerken der Departements Allier, Loire und Der 1. Mai 1891 wird die gewaltigste Meinungsäußerung der Arbeiter bringen, welche Frankreich je gesehen hat. allolblan Sules Guesde. in der Eisen- und Metallindustrie beschäftigten Arbeiter auf. ( Lebhafter Beifall.) In der Diskussion sprachen sich von den zahlreichen Rednern Die Manifestanten des 1. Mai hätten beinahe das Bureau fast alle im Sinne der Ausführungen des Referenten gegen Die Manifestanten eine Bentralisation und für eine totale des Stadtrathes von Paris an ihrer Spige gesehen. Wenn Sie Ihr Bureau abordnen wollen, so ist es bereit, sich der Mani-( Seit obiger Brief geschrieben ward, ist es in Paris betreffs Bentralisation aus. Nur zwei Redner und zwar ganz besonders energisch Kollege Größere festation anzuschließen", sagte wörtlich der Präsident des Rathes, der Maifeier wieder zu Differenzen gekommen, welche wohl kaum Selchow treten für eine Branchenzentralisation ein. M. Levraud, obgleich er Opportunist ist. noch rechtzeitig gefchlichtet werden können. In der Provinz Meinungsverschiedenheit herrscht dagegen vor bei der Frage, ob d. die Klempner sich noch besonders auf dem Rongreß vertreten arbeiter- Versammlung anschließen sollen. Kollege Bäbold legte die Gründe dar, welche damals veranlaßten, von einer Vertretung der Interessen der einzelnen Branchen, als für Berlin gar nicht vorhanden, Abstand zu nehmen und nur insgesammt drei Delegirte zu senden. 2021 Der Gedanke einer Arbeiterschuß- Gesetzgebung, welcher an den herrscht dagegen die vollkommenste Einmüthigkeit. R." lassen oder ob sie sich dem Beschluß der öffentlichen Metalldurch das gemeinsame Vorgehen oder den gemeinsamen DructqöT, 1922old& W Achtstundentag anknüpft und den verschiedenen Regierungen erst der Arbeiterklassen aller Länder eingeflößt wurde, schreitet eben voran und ist heute auch von den wenigst sozialistischen Pariſer Gemeinderäthen angenommen. Boziale Uebersicht. Solange unsere Arbeiter allein die Begrenzung der Arbeitszeit forderten, In der Brauerei Friedrichshain haben gestern sämmterklärte M. Ehuillier, gehörte ich nicht zu ihren Anhängern. Aber heute, wo die große Mehrzahl der Arliche im Flaschenkeller beschäftigten Arbeiter die Arbeit niederbeiter diese Regelung in allen Ländern verlangt, fällt der Ein- gelegt. Der Grund hierfür ist in einer Maßnahme zu suchen, die wurf, und man tann, ohne die nationalen Interessen zu Grunde von der Direktion ausging. Ohne irgend welche Veranlassung zu richten, eine so berechtigte Forderung zu erfüllen suchen. Durch eine freundschaftliche Verständigung die Gegenseitigtett wurde den Arbeitern angekündigt, daß die Arbeitszeit von gestern der Mittel zu erhalten, welche wir brauchen, um die Lasten ab von 5 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends ausgedehnt werden gleichmäßiger zu vertheilen und dem industriellen Kampf feinen follte. Ueber eventuelle Pausen hatte sich die Direktion ihren ruhigen Charakter des Fortschritts zu wahren, das ist meiner Entschluß vorbehalten. Infolge dessen legten sämmtliche Arbeiter Meinung nach die wahre Bedeutung der Manifestation des die Arbeit nieder. Zuzug ist strengstens fern zu halten. Es 1. Mai, und deshalb ist ihr meine Stimme gewonnen." Was wir, meine Freunde und ich, wollen so faßte bandelt sich außerdem noch um die Bezahlung der Ueberstunden. M. Deschamps seine Rede kurz zusammen ist, uns ohne Noch im Herbst vorigen Jahres wurde die Ueberstunde mit 25 Pf. Bögern, aber auch ohne falsche Ueberhaftung der internationalen bezahlt. Bald darauf wurde wahrscheinlich im Interesse der Bewegung, welche festere Gestalt gewinnt, anzuschließen." Kurz, es fanden sich 29 gegen 42 bereit, die Vorlage der armen Attionäre ein Abzug von 5 Pf. pro Stunde dekretirt, Arbeitskommission anzunehmen, welche folgendermaßen gefaßt war: und jetzt ist man sogar so liebenswürdig, die Ueberarbeit ganz Der Stadtrath von Paris stimmt der Arbeitermanifestation umsonst zu verlangen. des 1. Mai zu Gunsten einer Arbeiterschuß- Gesetzgebung bei und bestimmt, daß der 1. Mai für die Arbeiter und Angestellten der Stadt als Feiertag gelte." Der Vorschlag, welcher angenommen wurde, ist nicht so fategorisch gejagt. Er besagt, daß der Rath sich als Anhänger einer Arbeiterschutz- Gesetzgebung erklärt, welche zu fordern der Zweck der Arbeitermanifestation des 1. Mai sei. Aber wenn man auch davon abgesehen hat, die Arbeiter und Angestellten der Stadt feiern( durch Ruhen der Arbeit) zu lassen, weil der Seine präfekt dies nicht dulden wollte, so ist dieser Beschluß doch nicht weniger eine Anerkennung der Bewegung, welche, nach den Worten Baillant's, bestimmt ist, einen neuen Wendepunkt der Politit zu martiren, den Beginn des internationalen sozialistischen Borgehens des Proletariats." So hat ihn auch unser Bismarck im Kleinen, der edle Herr Constans aufgefaßt, und er verhehlt auch seine schlechte Laune nicht, da ihm eine derartige Abstimmung die politischen Gewaltthätigkeiten, welche er gegen die zukünftigen Manifestanten vorbereitete, ziemlich erschwert. Nach einem furzen Schlußwort gelangte folgende Resolution und zwar der erste Theil derselben gegen eine verschwindend kleine Minorität, der andere Theil ebenfalls mit großer Mehrheit zur Annahme. 1. Die öffentliche Versammlung der Klempner Berlins, abge halten am 26. April 1891 bei Feuerstein, erklärt sich gegen eine allgemeine Zentralisation, da die heutige ver schiedenartige Vereinsgesetzgebung in den einzelnen Partitular staaten diese einigen deutschen Staaten unmöglich macht und da ferner die Politit aus dieser Zentralisation ausgeschlossen fein müßte, wodurch die Heranbildung jüngerer Kräfte durch dieselhe zur Sozialdemokratie unmöglich gemacht würde. 2. Ferner beschließt die Versammlung, teinen Dele girten nach Frankfurt a. M. zu senden. Es wurde hierauf noch eine Ergänzungswahl an Stelle des aus der Zohnkommission ausgetretenen Kollegen Voges zu derselben vorgenommen, wozu Kollege Becker gewählt wurde. Unter Verschiedenem wurde, nachdem Kollege Unger dazu Aufruf. An die Puger Berlins und Umgegen d. gesprochen hatte, folgende, bei der Verlesung mit allge. Kollegen, in der am 26. April d. 3. in der Brauerei Königstadt meiner Zustimmung aufgenommene Protest- Resolution tagenden öffentlichen Versammlung ist folgende, vom Kollegen einstimmig angenommen: Die heutige, bei Feuerstein tagende, öffentliche KlempnerverF. Gräschte gestellte Resolution einitiminig angenommen worden: Die heutige in der Brauerei Rönigstadt tagende öffentliche Versammlung spricht ihre Mißbilligung über das Ges sammlung der Puzzer Berlins und Umgegend erklärt, von einer bahren des Vereins der Metallindustriellen direkten Arbeitsruhe am 1. Mai Abstand zu nehmen. Sie beau 3. Die Klempner Berlins haben erkannt, daß der genannte Verein schließt jedoch in der Weise zu demonstriren, daß sie die Kollegen, nur durch die verwerflichsten Mittel, als Bewelche am 1. Mai arbeiten, verpflichtet, 1/4 des Tagesverdienstes stechung der öffentlichen Meinung durch eine der Gewerkschaftskommission der Arbeiter Deutschlands zu über- feile Presse u. s. w., sein ungefeßliches Treiben zu beschönigen geben. Obiger Betrag soll durch eigens hierzu angefertigte vermag. Quittungsmarken vom 1. Mai ab durch die Bertrauensmänner erhoben werden. Versammlungen. Maurer. Die Versammlung verurtheilt ferner das Ber halten des Polizeipräsidenten von Berlin, der ein Geldges : fchent als Belohnung für seitens der Beamten am 1. Mai vorigen Jahres im Interesse der Fabrikanten geleistete Dienste annahm und erwartet, daß diese Thatsache von dem größten Theil des deutschen Bolts mit Ent rüstung zurückgewiesen wird. Unterdeß ist das Hauptkomitee zur Organisirung der Feier Der Fachverein der Metallarbeiter in Gas, anes des 1. Mai rüstig an der Arbeit. Es vertritt gegenwärtig Vom Vertrauensmann, Kollege Weiße, war für den 26. d. M. und Dampfarmaturen hielt am 18. d. M. seine letzte Ber146 Gewerkschaften oder sozialistische Gruppen und hat in seiner nach den Armin- Hallen eine öffentliche Versammlung der Maurer sammlung, eine Generalversammlung, ab, welche über die Aufletzten Generalversammlung folgende Vorschläge des Pariser Berlins und Umgegend einberufen worden, welche zahlreich be- lösung des Vereins zu beschließen, sämmtliche Vereinsangelegen Zweiges der Arbeiterpartei angenommen: 1. Die Arbeiter werden aufgefordert, überall, wo ein sucht war und der Leitung des Kollegen Blau rod unterstand. heiten zu regeln und eine Liquidationsfommission zu wählen hatte. Ruhenlassen der Arbeit möglich ist, am Freitag, den í. Mai, die in derselben hielt Randidat Peus unter Zugrundelegung der Nach einem Referat des Kollegen Ghrlich, in dem er noch einmal Fabriken und Arbeitspläge nicht zu betreten. Mary'schen Theorien einen Vortrag über die verschiedenen Arbeits- über die Thätigkeit des Vereins fich verbreitete, gelangte folgende 2. Eine Abordnung des Proletariats von Paris, der sich die systeme, vor Augen führend, daß die Arbeiter durch das System Resolution zur Annahme:" Weil uns die Erfahrung gelehrt, daß der Stück bezw. Attordarbeit( Saisonarbeit) im höchsten Maße heute, wo die Unternehmer der Metallbranche, wenige rühmliche Abordnungen des Proletariats der Departements anschließen, geschädigt werden und nur die Unternehmer Nußen davon haben, Ausnahmen abgerechnet, sich zusammen geschlossen, um das wird am Nachmittag nach dem Palais Bourbon entsandt, um ben abscheulichsten Auswuchs des Syſtems der Stück bezw. Koalitionsrecht der Arbeiter illusorisch zu machen, die jetzt bedie Behörden aufzufordern, durch ein Gesetz den Arbeitstag auf Attordarbeit, die Sausindustrie, einer eingehenden Besprechung stehenden Fachvereine nur eine Zersplitterung der Kräfte bedeuten; höchstens 8 Stunden zu beschränken. 3. In jedem Arrondissement werden die Abgeordneten und unterziehend, darlegend, daß eine wirksame Bekämpfung des ver- die von einem Theil der Arbeiterschaft angestrebte Bentralisation werflichen Akkordsystems nur durch eine Verkürzung der Arbeits- über ganz Deutschland aber zu leicht den bestehenden VereinsStadträthe benachrichtigt, daß sie sich um 11 Uhr Vormittags zeit, durch Einführung eines gefeßlichen Maximal- Arbeitstages gefeßen zum Opfer fallen kann, beschließt die heutige General in ihrem betreffenden Amtslokal einzufinden haben, um dort die Delegirten der Gewerkschaften, der Fach- oder sozialistischen möglich sei, diese und diesen energisch anzustreben empfehlend, versammlung des Fachvereins der Metallarbeiter in Gas-, Wasserum der Umwandlung des Privateigenthums in Gemeineigenthum und Dampfarmaturen ihren Verein zu Gunsten des Verbandes Vereine und der im Laufe des April abgehaltenen öffentlichen die Wege zu ebnen. Die Ausführungen des Referenten erzielten aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Versammlungen zu empfangen." Diese leytere Art zu manifestiren ist durchaus neu. Zum den lebhaftesten Beifall der Versammelten. Von einer Diskussion umgegend" aufzulösen und verpflichtet sich mit aller Energie Diese legtere Art zu manifestiren ist durchaus neu. Bum ersten Mal wird das Volk der Werkstätten, anstatt zu den Be- wurde abgesehen, dagegen einstimmig folgende Resolution dahin zu wirken, daß derselbe fich groß und mächtig gestalte. hörden zu gehen, um ihnen seine Beschwerden vorzutragen, diese angenommen:" Die heutige öffentliche Versammlung der Maurer Ferner beschließt die Versammlung, das vorhandene Vermögen Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Ausführungen des dem genannten Verbande zu überweisen, Sieran schlossen sich zu sich tommen laffen, um sie zu zwingen, es zu hören und ihm Referenten einverstanden, daß die Affordarbeit verdammenswerth die Berichte, der Kassirer und des Bibliothekars, für welche zu willfahren. Zwedlos wäre es noch hinzuzufügen, daß diese Beschlagnahme der Gewählten durch die Wähler nicht nach dem ist. Darum verpflichten sich fämmtliche Kollegen, soweit dies sämmtlichen Herren Decharge ertheilt wurde. Bei Verschiedenem wurde dem Kollegen Pozbiller, Geschmack der Bourgeoispresse ist. Sie ist darüber ganz aus dem noch nicht geschehen ist, sich als Mitglieder der Freien VerHäuschen. Wie wird das werden, wenn sie nicht, wie die De- einigung der Maurer Berlins und Umgegend anzuschließen und er wegen Zohnreduzirung die Arbeit aufgeben mußte, laut Statut in diefem Sinne bei allen Rollegen zu wirken." Gfür drei Wochen Unterstüßung bewilligt, welche die Versammlung partemens von Paris auf diesem Boden folgen? auf 12 M. pro Woche festfeste. Zu Liquidatoren wurden die Klempner Versammlung. In den Departements Bouches du Rhône, Hérault, Gard, Kollegen Werwig, Wreden, Steinfort, Ungefugt und Zeiler gewählt. Eine öffentliche Versammlung der Klempner, welche Sonning Nach dem noch Kollege Eimermacher auf den Beschluß aufmerksam Rhône, Allier, Gironde, Aube, Aisne, Seine inférieure, Marne, Nord, Pas de Calais u. f. w. scheint man fest entschlossen, den Mittag unter dem Vorsiz des Kollegen Selchow tagte, beschäftigte machte, einen Theil bes Arbeitsverdienstes vom 1. Wai zu opfern, Umstand, daß die Kammer am Mittwoch, den 1. Mai, keine sich mit der Stellungnahme zu dem demnächst stattfinden: gab er gleichzeitig bekannt, daß die Warken hierzu schon jest bei Sigung abhält, zu benüßen. Man will an diesem Tage unsere ben allgemeinen Metallarbeiter Rongreß in ihm zu haben sind mit der Bitte, dieselben ausgiebig zu benutzen. Honorabeln nach dem Stadthaus des Hauptortes ihres be Franfurt am Main, wobei hauptsächlich die Seine Wohnung ist mögglinerstr. 1. Hierauf erklärte der Bortreffenden Arrondissements berufen. Und dann ist nur zweierlei Organisationsfrage wurde. Kollege Weber hatte das Referat übernommen und einem dreimaligen Hoch auf den neuen Verband. gezogen sigende den Verein für aufgelöst und schloß die Versammlung mit möglich: Entweder antworten die Deputirten nach dieser Umwandlung führte aus: Auf dem vorjährigen Rongreß in Weimar seien die Ver Eine öffentliche Versammlung der Maler, Anstreicher in Manifestanten für den 1. Mai wider Willen nicht auf die Aufforderung, und dann stoßen sie selbst diejenigen Arbeiter trauensmänner beauftragt worden, im nächsten Jahre einen Kon- und Berufsgenossen Berlins und Umgegend fand am von sich ab, welche früher für sie gestimmt haben und ihnen eine greß einzuberufen, ohne daß ihnen nähere Bestimmungen über 23. April unter dem Vorsitz des Herrn Wentter statt. Herr derartige Zurückhaltung nie verzeihen werden. Beit oder Ort gegeben wären. Diese hätten daher jetzt einen w. Schweizer hielt einen Vortrag über die Korruption der Oder ste erscheinen, und sei es auch nur aus Sorge für Kongreß nach Grantjurt am Main einberufen. Eine öffent. bürgerlichen Gesellschaft und deren Verfall. Der Vortrag wurde Eine entsprechende Reihre Wiederwahl, zum Rendez- vous, welches man ihnen am liche Bersammlung sämmtlicher in der Metallmit lebhaftem Beifall aufgenommen. Hierauf erstattete Herr 1. Mai geben wird. Dann wird man fie veranlassen, sich auf industrie beschäftigten Arbeiter habe nun türzlich solution gelangte zur Annahme. der Stelle zu überzeugen, wie sehr dem arbeitenden Frankreich die beschlossen, den Kongreß von Berliu aus nur Schweiger Bericht über die legte Bauarbeiter- Konferenz, der gefeßliche Berkürzung der Arbeitszeit am Herzen liegt, und sie durch drei Delegirte zu beschicken. Aus taktischen eine längere Debatte hervorrief. Ein Antrag, dahingehend, daß werden bei ihrer Rückkehr zum Palais Bourbon fur diese Re- Gründen hätte er selbst jedoch es lieber gesehen, wenn Berlin die Maler ihre Delegirten zurückziehen sollten, wurde abgelehnt. form günstig gestimmt sein. edds stärker vertreten gewesen wäre, aber für ihn sprächen hier wesent- Bum 3. Punkt der Tagesordnung, die Maifeier, gab Herr In beiden Fällen wird der Hieb gesessen haben. lich die auch schon in jener Versammlung angeführten Gründe Busch( Vertrauensmann) bekannt, daß er in Anbetracht der Was die Abordnung betrifft, welche am Nachmittag zum wirthschaftlichen Charakters mit. Er stelle es zwar der schlechten Geschäftslage darauf verzichtet habe, den Beschluß der Bureau der Kammer entfandt werden soll, so wird sie diesmal Bersammlung anheim, hierzu Stellung zu nehmen und Versammlung vom 18. März zur Ausführung zu bringen, und für weit gewaltiger sein, da, dem Beschluß der Kongresse von Lille glaube auch, daß die Versammlung troß der Beschlüsse den 1. Mai Abends eine Versammlung, zu welcher auch die und Calais entsprechend, in allen großen Arbeiterzentren Dele- der öffentlichen Metallarbeiter- Versammlung dazu berechtigt sei. Frauen eingeladen würden und an die sich ein gemüthliches girte ernannt werden sollen, um sich bei diesem Gange den Dele- Als den Hauptpunkt des Rongreßprogramms bezeichnet Beisammensein schließen sollte, zu arrangiern. Diese, sowie girten der Pariser Arbeiterorganisationen anzuschließen. Redner, zu diesem übergehend, den Punkt, welcher die Organi- weitere, die Deffentlichkeit nicht intereffirende Ausführungen, riefen Dieser Gedanke, die Beschwerden und Forderungen des fationsfrage behandelt. Redner bemüht sich zunächst, in höchft eine längere Debatte hervor, an welcher sich die Herren Französischen Proletariats zusammenzustellen und durch eine ein- objektiver Weise die Vorzüge und Nachtheile einer Schweizer, Schmidt, Gräß, Regerau, Poppten, 3ige, nicht mehr lofale, nein nationale Abordnung vertreten zu Sentralisation gegenüber einer Lokalorganisation flar zu legen. Jablonsty, Cölln u. A. betheiligten. Mehrere der Redner lassen, wurde mit Enthusiasmus aufgenommen. Und überall ist Im Prinzip dürfte wohl Jeder für eine Bentralisation sein, erklärten sich damit nicht einverstanden, daß der Beschluß der man beschäftigt, ihn zur Ausführung zu bringen. in Betracht Der Nationalrath der Arbeiterpartei hat schon die Nachricht ein Fernhalten der Gewerkschaftsbewegung von der Politik in sich Antrag des Herrn Regerau, zum 3. Wiai, Vormittags 9 Uhr, empfangen, daß Roubaix durch drei, ville durch zwei, Calais, berge, zumal im Kampfe gegen Leute von der Art eines Kühne eine öffentliche Malerversammlung einzuberufen. wurde ange Roanne, Bordeaux, Armantières, Troyes, Narbonne je durch einen mann ein großer Fehler sein. Man würde sich durch nommen. Ein Antrag, zwei Revisoren zu wählen, welche die das Entfernen der Politit aus der Gewerkschaftsbewegung Abrechnung des Vertrauensmannes zu revidiren haben, wurde Delegirten vertreten sein werden. Die Neuigkeiten über das Ruhenlassen der Arbeit lauten felbft den Lebensfaten unterbinden. Die Nachtheile der ebenfalls angenommen. Diskutirt wurde auch lebhaft darüber, nicht weniger gün ig. Ein Telegramm aus Calais zeigt mir zentralisation dürften wohl erheblich beren wie sich am besten der Verschleiß der Marken im Werthe von soeben an, daß die Tullarbeiter jener Stadt, mehr als 2000 an Bortheile überwiegen, so daß unter den 1 M., welche der Vertrauensmann hat drucken lassen und die Zahl, nachdem sie für die Streifer von Manningham( England) heutigen Verhältniffen eine Bentralisation von denen gekauft werden sollen, welche am 1. Mai arbeiten, 1250 Frts. und eine wöchentliche Unterstützung von 50 Centimes proben Intereffen der Arbeiterschaft teineswegs regeln lasse. Es bleibt dies dem Vertrauensmann überlassen. Als Revisoren wurden die Herren Schmidt und Gölln Kopf und Woche für die Dauer des Streits bewilligt hatten, entspreche und daher verwerflich fei. Redner legte dann den Zweck einer Gewerkschaftsorganisation gewählt. Ebenso wird es in Fourmies sein, einer wichtigen Gemeinde von dar und empfiehlt als die gegenwärtig beste Organi mehr als 20 000 Webern, welche sich erst fürzlich organisirt und fationsform die totale Bentralisation, und fordert Der Arbeiterpartei angeschlossen haben. Das Gleiche gilt von die Kollegen zum Eintritt in den neugegründeten Verband aller Grosse öffentliche Volksversammlung für Männer und Frauen am Freitag, den 1. Mai cr., Abends 7 Uhr, im ,, Eisfeller", Chauffeestr. 88( hinterer Saal). Tagesordnung: Vortrag: Ueber die Bedeutung des 1. Mai". Referent Wilhelm Liebknecht. Sozialdemokratischer Wahlverein Geschäftshaus H. GREIFENHAGEN, N., Brunnenstraße 20, bleibt der Feiertage wegen am Mittwoch, den 29. und Donnerstag, den 30. April, sowie Sonnabends stets geschlossen. Donnerstag wird Abends geöffnet. Eisen- und Stahlwaaren. Geschäftshaus S. Heine. des II. Berliner Reichstags- Wahlkreises Werkzeuge für Schlosser, Töpfer u. Holzarbeiter. Chauffeestraße 14 Versammlung am Dienstag, den 28. April cr., Abends 8½ Uhr, in ,, Königshof", Bülowstraße. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über die sozialrevolutionäre Bewegung in Rußlan Referent: Genosse Th. Glocke. 2. Diskussion. 8. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 837/8 Die neuen Statutenbücher werden in dieser Versammlung ausgegeben. Zugleich ersuchen wir diejenigen Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen restiren, diese umgehend zu entrichten, da wir uns sonst veranlaßt sehen, sie auszuschließen. Die Zahlstellen befinden sich bei Otto Klein, Zigarrengeschäft, Rottbuser Damm 14; Scheyer, Restaurant, Gneisenaustr. 35; Haugt, Restau rant, Boeckhstr. 12; Schmidt, Restaurant, Dieffenbachstr. 34; Luhm, Restaurant, Brandenburgstr. 11; Ernst Wilschke, Zigarrengeschäft, Ratzbachstr. 1 u. Junkerstraße 1; Schröder, Zigarrengeschäft, Kreutzbergstr. 15; Grube vorm. Schönfeld, Restaurant, Mariendorferstr. 10; Kiesel, Restaurant, Schwerinstraße 58; Böhland, Restaurant, Bülowstr. 52; Graffunder, Restaurant, Schwerinſtr. 9. Bugleich weisen wir darauf hin, daß am Sonntag, den 3. Mai, ein grosses Arbeiter- Fest in der Berliner Bockbrauerei stattfindet, bestehend in Vokal- und Instrumentalkonzert, Lebensbilder und Tanz, unter gütiger Mitwirkung der Vereine des Arbeiter- Sängerbundes als: Gesang- und Musikverein Firmitas, der Gesangvereine Freiheit, Frühlingsluft, Harmonia, Kreuzberger Harmonie, Liedesfreiheit, Treuerbund und Waldkapelle, zusammen 200 Sänger, mit reichhaltigem Programın, wozu Billets à 20 Pf. bei den Vorstandsmitgliedern und in den Zahlstellen zu haben sind. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis. Freitag, den 1. Mai, Abends 8 Uhr, im Saale ,, Königsbank", Gr. Frankfurterstr. 117: Mai- Feier, bestehend in Haus- u. Küchen- Geräthe. E. Vogtherr, Berlin Erstes Geschäft: C. Landsberger- Strasse No. 64. Zweites Geschäft: NW. Stephan- Strasse No. 27a. ( Fernsprech- Verbindungen.) 380 L Freie Zusendung, 180 L Telephon Amt III 8521. nach außerhalb halbe Fracht oder Porto- Vergütung. Ach! wie brillante Farbe! Und in so kurzer Zeit getrocknet? Ja das ist Suter'sche FussbodenGlasur- Lack- Farbe und kostet nur 80 Pf.das Pfund mit Pat- Blechkanne. ussboden Glasur- Lack- Farbe ( goldbraun) trocknet in 4-5 Stunden hart und glänzend, macht das Ueberlackiren überflüssig. Das unangenehme Kleben ist vollständig ausgeschlossen. Nasse Witterung hat keinen Einfluss auf meine Farbe, Aufträge führe nur gegen vorherige Einsendung des Betra ges oder gegen Nachnahme aus. Preis à Pfund 80 Pfg. mit Patent- Blechkanne, welche gleichzeitig als Streichgefäss benutzt werden kann. R. J. Suter, Berlin N., Zionskirchstr. 44, unweit des Rosenthaler Thores. Für Berlin von 5 Pfund an frei Haus. 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Heindorf, Langeftr. 70 part.; Lock, Friedrichsbergerstr. 11, Restaurant.- Auch werden daselbst neue Mitglieder aufgenommen. Maifeier der Rudolf Reinhardt, Linden Straße Nr. 94, neben der Markihalle. Sonntags geschlossen. S Den besten bayrischen Schmalzler Sophabezüge! aus ächtem Brafiltabak, sowie ihre rühmlichst bekannten 339/9 Rauch, Kau- u. SchnupfTabakjorten empfehlen 194L Schwarz& Co. Reste in Rips, Damast, Granit, Plüsch u. bunt. Stoff. spottbillig. Emil Lefèvre, Oranienftr. 158. Proben franko! Die schönsten[ 588L Kinder- Kleider für Mädchen jeden Alters, sowie Morgenröde, Unterröde, Trikottaillen u. Blousen auch im Einzelverkauf sehr billig! Massbestellungen u. Reparaturen werden prompt erledigt! Chauffeestraße 14 Geschäftshaus S. Heine. Möbel- und Polsterwaaren empfiehlt zu billigen Preisen bei guter reeller Arbeit Rob.Fischer, manteuffeljtr. 85, 1. C 304L Tapezier, F D et C 513 L f Rein Laden. 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