Z!r.3Z0. 36. Jahrg. B-MgSprcis: Dl-rtiljährl. 9/-» Ml. monatl. 9,— M. frei ins Haus, voraus zahlbar. Post» bezug: Monatlich S/— Mi. exll. gll» stellungsgebühr. UnterAreuzdanb für Deutschlonb und Oesterreich-Ungar» SLS Ml. für das übrige Ausland W 2b Mi. bei täglich einmal. Zustellung 825 Ml. Postbestellungen nehmen an Dänemark, Holland. Luxemburg, Schweden u. die Schweig. Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preisliste. Der.Borwärts" mit der Sonntags- Keila ge�Voll u. Zeit" erscheint wachen- täglich zweimal. Sonntags einmal. Abend-Ausgabe. Telegramm-Adreffe t »Sozialdamotr»« Berlin». WV P. Derlinev VolKsblAtt. �lOPfannSgj LlnzefgenpretS: Die achtgetpallene Nonparrillezetl» lostet U20 Ml �Sla,»« llla, eigen-, das t-Ngedruckte Wort S0 Ptg. lzulälstg 2 jeugedrultle Worte), jedes wenere Wort 2b Plg. Stellengesuche und Schlafstellenanzetgen das erste Wort 40 Mg. jedes weitere Wort 20 Mg. Worte über 15 Buchstaben zählen iiir zwei Worte. Teueruugszuschlag 50°,» Familien» Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Berein»- Anz-lgen 1,20 Ml. die geile. Anzeigen kür die. nächste Nummer.müssen bis S Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 08, Lindenftrahe 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh vis S Uhr abends. ZmtYnXovqxn der rozialdemokrati fcben Partei Deutfchlande. Reöaktion und Expedition: cXD. 68, �indenstr. z. fernes rech er: Amt MoriAPlaft, Nr. I.äl00— lS1Ä7. Mittwoch, den Ä3. Juni 1SI9. i vorwärts-verlag G.m.b. tz-, SW. 68, Äfndcnfh. 3. Ferutprecher: Am» Moripplatz, Nr. 117 öZ— 54. Revolutionäre Aktion in Frankreich. Englisch« Siegiemng gegen französische ArSetterfschrer. Versailles, 24. Juni. Der GewerkschastSverband der Metallarbeiter Kit die von de« Arbeitgebern ge, machten Vorschläge zur Einigung abgelehnt und eine Tages- ordnung angenommen, in der er die Notwendigkeit betont, die von de« Streikkomitees des Pariser Bezirks begonnene revolutionäre Aktion sortzusetze». Die Eon- fSd�ratio« Generale dn travail solle das Kartell französischer Arbeitergewcrkschaften sofort zusammenruse», damit eine Ge- samtaktion im Rahme« eines Generalstreiks aller Industrie« begonnen werde. Ferner müsse die schnelle vollständige Dcmobilmachuug u»d Einstellung jeder militärische» Intervention in Rußland und in Ungarn sowie eine vollstän- dige Amnestie von Arbeiter» als Ziel des Streiks gesetzt werden.„P o p u l a i r e" meldet, daß daS Kartell der Ar- britergewerkschaften bereits Dienstag nachmittag zur Beschlußfassung zusammentritt. PariS» 24. Juni.(Reuter.) L o n g u e t und Frossard, die am Sonntag abgereist waren, um der Konferenz der Ar- beiterpartei am Sö. Juni in Southport beizuwohnen, wurde in FoNcstone mitgeteilt, daß ihnen die Weiterreise verboten werde. Sie sind nach Boulogne zurückgekehrt. Den andere» französischen, schwedischen und italienischen Delegierten wurde die Weiterreise gestattet. Der Anfang üer Kriegsentschäüigung. Deutsche Obligationen für Belgien. Haag, 23. Juni. Hollandsch NieuwSburea« meldet aus PariS: Die alliierte» und assoziierte« Möchte habe« gester« de« belgische» Forderuuge« zugestimmt, wonach Belgien» Entschädigungsansprüche den Borzug habe» sollen und eS wurde beschlossen, ihm 500 Millionen Dollar sofort nach Unterzeichnung deS stricdenS auszuzahlen. Diese Zubilligung wird alS direktes Ergebnis deS Besuches Wilsons in Belgien angesehen. Wilson» Clemeuceau und Lloyd George habe« beschlossen, die grseizgebeu- de» Körperschafte» ihrer Länder z« ersuche«, die Obligatio- «en zu übernehmen, die durch Deutschlaud zur Vergütung an Belgien««»gegeben werden solle» für alleS Geld, da» Belgien gezwungen war, infolge der Berletzung seiner Neutralität und der dadurch bedingten Teilnahme am Kriege zu leihen. Durch diese Regelung wird die ganze belgische Kriegsschuld tntsächlich verschwinden, da eS Belgien auf diese Weise möglich gemacht wird, die Obligationen sofort zu Geld zu mache*. Die drei Großmächte werden diese Obligatio- neu später von Deutschland einkassieren. das vergnügen öer»Unschulüjgen�. Clemencenus Geständnis. Haag, 23. Juni.(H. N,l AuS PariS wird gemeldet: AlS Clemenceau in seinem Kabinett lelephoniich hörte, daß die Teulschcn die siriedentbedingungen annehme», drückte er den Mit- gliedern und Mitarbeitern die Hände und sagte:„Meine Herren, ich habe 49 Jahre auf diese Minute gewartct"., In dieser schwachen Minute freudiger Erregung hat also Clcmenceau das immer wieder Geleugnete ausgesprochen: Der Krieg ist von den nationalistischen Hetzern Frankreichs gewünscht worden. Das Revanchegefühl hat seit 1871 nach Befriedigung gesucht. Uns aberzwingen die Herren mit dem belasteten Gewissen, unterschristlich zu erklären, dah»das deutsche Volk allein schuldig ist. Die verlogenen Erpresier ' allen über die deutsche Unterschrift nie Befriedigung emp- finden I Das sollen wir ehrüch haltend Das Schuldbekenntnis. Der Artikel' 231 der Friedensbedingungen sagt:„Die ver- bündcicn und assoziierten Regierunge» erkläre»««d Deutsch- land erkennt an, daß Deutschland und seine Berbündete« als Urheber eller Bcrluste und aller Schäden verantwortlich üttd. weiche die verbündeten und assoziierten Netzicrungcn und ihre Lngrhörige« infolge des ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündete« aufgezwungene« Kriege» erlitte» haben" Das müssen wir unterschreiben, obwohl es bewußt gelogen ist. W'r werden eS mit fester Hand unter- schrmbew weil man uns die Pistole auf die Brust setzt! Wir l?'?7d?n tlber die Kchgrsch Gexntr, den Untrilegenni zum Lügen zu zwingen, fsrixesetzt in die Welt hinausrufen, und wir werden nicht ruhen, bi> der schandhaft« Fetzen Papier zerrissen ist! die Internierung Üer Männer von Seapa � ßlow. Haag, 25. Juni.(H. 3t.) Aus London wnd gemeldet: Admiral Reuter ist heute»ach dem Lager von Park Hill bei OSwestrh gebracht worden, wo er gefangen geHallen wird. SSV andere deutsche Marineoffiziere und Mannschaften der deutschen Flotte non Scapa Flow sind nach angrenzenden Lagern gebracht worden. Oevorstshenüe italienisch- österreichische slusgleichsverhanülungen. Wie«, SS. Juni. DU Gestern haben hier die Virhandlunsen der Tiroler Interessenten mit der Weener Aonkalregierung über die AuSyeftaftung von Innsbruck als großen Waren- umschlagplatz begannen. Die Verhandlungen find Vorläufer »an Beratungen, die dann mit Italien geführt werd«, sollen. Da- bei ist nicht an«ine Abänderung des Friedensvertrages von St. Germain gedacht, sondern es würde sich um Zugeständnisse hon- deln, d:« Italien'« einem. Sondervertrage«halten würde. Als Gegenleistung für die Uebetlassung von Deutsch-Südtirol fordert Italien nebst dem Recht, bis zum Brenn« Besatzungen zu halten und Befestigungen zu errichten, die direkte Verbindung mit Deutschland durch Tirol, die zollfreie Durchfuhr durch Tirol und die Ab- satzmöglichkeit für Seide und Holzstoffe. Die durch wirtschaftliches Entgegenkommen Deutschösterreichs ermöglichte unmittelbare An- grenzung Italien» an Deutschland würde für Italien den Besitz von Deutsch-Südtirol auswiegen. Auch ist e's für Italien wichtig, durch Tirol den Handelsverkehr Deutschlands und Drutschösterrrich» nach Trieft lenke» zu können. was ist daran? Uns wird geschrieben: Ansang Mai hat der russische Volkskommissar Tschitscherin ein Radiolelegramm an das Berliner Auswärtige Amt gerichtet, in dem er behauptet, ein von KönigS-Wusterhaufen aufgegeteneS Radiotelegramm trage die Unterschrift„Potischin, Bevollmächtigt« Rußlands*. Der russische diplomatische Vertretet bei der deutschen Regierung sei aber Joffe, wenn« auch von der deutschen Re- gierung nicht zur Ausübung seines Amtes zugelassen werde. ES liegt die Vermutung nahe, daß die deutsche Regierung einem russischen GegenrevÄutionät ungebührlicherweise gestattet hat, in den in der russischen Botschaft zurückgebliebenen Akten her- umzustöbern. Roch unverständlich« bleibt, daß die deutsche Re- gierung die Absendung eines derartigen Telegramms zuläßt. Eine Aufklärung darüber wäre sehr erwünscht. Verschärfung üer Lage in Mannheim. Weitere Truppenverftärkunzeu. SnrlSruhe, 24. Juni. Zu de« Unruhen in Mannheim wird gemeldet: Nachdem in der Kwrgangencn Nacht von Zivilpersonen auf militärisch« Patrouillen geschossen wurde, bat die Regierung nunmehr angeordnet, daß weitere kruppenverstärkungen nach dort gebracht werden sollen. Die Truppen haben den Auftrog, im Benehmen mit der Polizeibehörde Haussuchungen nach Waffen vorzunehmen und konsequent durcbzusühren. Eine auf heute abend in den Nibelungensaal einberufene Versammlung der Kommuni st en ist verboten worden. Eine wirtlich überflüsstge Erklärung. Ter Aufrnf des Generals»on Lüttwitz. General v. L ü t t w i tz beschwert fi chin ein« Mitteilung in der„Deutschen Zeitung* darüber, daß sein Aufruf cm seine Trup- Pen von uns als eine überflüssige Erklärung bezeichnet worden ist und nennt diese Auffassung�„ungehörig*. Genarl v. L ü t t w i tz beschwert sich in einer Mitteilung in dies« Zeit nervösester Erregung der dunkle Sinn sein« Erklärung die Gemüt« noch mehr aufpeitschen und da» Mißtrauen in die Haltung d« Offiziere vttschärsen mutzte. Seine Erklärung werde allgemein als Drohung empfunden. Der Ton macht die Musik l Und der hat bei d« gegenwärtigen innerpolitischen Sirua- tion schwer geschadet. Jetzt ist Besonnenheit die erst« Bürgerpflicht. Die Stellung de» General» v. L ü t t w i tz in der Frage der FriedenSannahm« kannte die Oeffentlichkeit schon vor Weser Erklärung. N l e m a n v macht ihm uns« Vorwurf daraus. Daß er ab« da» in dem droben. de« Ten sei« iL Aufruft«iedmhrlt und durch Weiss m dt» ganze Welt geschickt hat. daS war überflüssig, da» war schaden- stiftend, von dieser Betrachtung der Dinge au» gaben wir ihm da» der U ng« hä r igk» i t zurück. Der Streik der Eisenbahner. Die Hsffnung der Berliner, die kümmerliche« Früchte des soeben abgeschlossenen Elendfriedens genießen zu können, wird getrübt durch den Eisenbahnerstreik, der gester« ausgebrochen ist. Er bedroht die Reichshauptstadt unmittel- barer als je die feindliche Blockade mit der Hungerkatastrophe. Denn die„Einstellung des gesamten Bahnverkehrs in Groß- Berlin und wahrscheinlich in ganz Mitteldeutschland", wie sie von der Streikleitung angedroht wird, bedeutet die Abschnei- düng der städtischen Massenonsiedlungen, vor allem Berlins, vom platten Land und die Einstellung der LebsnZmiiäel- zufuhr. Der Fall ist typikch für die grenzenlose Berwirrung un- ser« Zeit. Seit dem März verhandeln die Berufsverbände, der Deutsche und der Allgemeine Eisenbahnerverband, die beide den ausgebrochenen Streik verurteilen, mit der Eisenbahnverwaltung über eine Aufbesserung der Bezüge. Eine Ejzrigung ist bisher nicht erzielt worden,«eil die For- dsrungen der Eisenbahner nach den Berechnungen der Per- walwng einen jährlichen Mehrkostenauswond von 2 Milliarden Mar? notwendig machen würden. Diese 2 Milliarden jährlich bedeuten natürlich keine Vermehrung des Arböstsverdiensies zum Schaden des KapitalprofitS, sondern eine Belastung der Volksgesamtheit, die den Betrag durch Verteuerung der Reisen, Frachten und durch höhere Steuern aufzubringen hätte. Die preußischen Bahnen gehören ja, wie jedermann weiß, nicht sinzelnon Kapitalisten, sondern dem ganzen Staat. das heißt dem ganzen Volk, ihr Gewinn kommt dem ganzen Volk zugute, ihr Verlust fällt dem gastzen Volk zur Last. Wenn die Eisenbahnverwaltung Bedenken trug, die Wünsche der Eisenbahner zu erfüllen, so geschah das also nicht aus kapitalistischen Interessen, sondern aus rein Volkswirt- fchastl'chen Gründen im Interesse der Volksgesamtheit. Ge- wiß läßt sich darüber streiten, ob dieses Interesse von der Eisenbahnverwaltung in richtiger Weise wahrgenommen wird, und niemand wird behaupten, daß eine übermäßige Jnan- spruchnahme der Gtaatsarbeiter, die selber wieder einen er- heblichen Teil des Volkes bilden, dem Wohl des Ganzen ent» spricht. Umgekehrt aber ist es ebenso klar, daß das Ganze der Volkswirtschaft nicht den Wünschen einer einzelnen Ar- beiterkategorie unterstellt werden darf, fdie diktatorisch auf- treten kann, weil ihr« Tätigkeit unentbehrlich ist. Darum ist der soeben ausgebrochene Eisenbahnerstreik das U n s o z i a- l i st i s ch e st e, das sich ungefähr denken läßt. Der Sozia- lismus fordert einen gerechten Ausgleich der Interessen und statuiert die Arbeitspflicht jedes einzelnen im Interesse des Ganzen. Die rücksichtslose Ausnutzung einer gegebenen Mono- Polstellung zum eigenen Nutzen ohne Sorg« darum, welche Rückwirkungen ein solches Vorgehen auf die gesamte Volks- wirtschtift haben könnte, entspricht nicht sozialistischen, sondern kapitalistischen Prinzipien. Die Berussverbände hatten daher recht, wenn sie in mühevollen Verhandlungen einen Ausgleich zwischen den For- derungen ihrer Angehörigen und den von der Eisenbahnver- waltung vertretenen allgemeinen Interessen suchten. Und die Streikenden haben unrecht, wenn sie die Erfüllung ihrer For- derungen dlirchzudrücken versuchen durch das furchtbarste Zwangsmittel gegen die Bevölkerung, durch die Verhängung der Hungerblockade über sie. Die Streikleitung, die für Arbeiter und Beamle bei achtstündiger Arbeitszeit' einen Tagelohn von 26 M., für gelernte Arbeiter und Handwerker einen solchen von 28 M. und außerdem Nachzahlung einer Teuerungszulage von 966 M. pro Kopf fordert, versichert, daß den Eisenbahnern n i e d r i- g e r e Lebensmittelpreise lieber wären als höhere Löhne. Leider vebt sie aus dieser volkswirtschaftlich richtigen Erkenntnis nicht die richtigen Schlüsse. Denn zunächst bc- döutet der Eisenbahnerstreik eine Selbstaushungerung der Eisenbahner und eine enorme Steigerung des Lebensmittel- Wucher?, der sich der noch vorhandenen knappen Vorräte zu bemächtigen versnchcn wird. Dann bedeutet die fortwährende Störung des Wirtschaftslebens und die Entwertung des Geldes durch grenzenlose Inanspruchnahme der Notenpresse ohne weiteres eine ständige Verteuerung der Lebensmittel, söbließsich machen sich erhöhte Frachtkosten, die durch erhöhte Löhne bedingt sind, wiederum bei den Lebensmitteln ds- merkbar. E§ w'rd ne'nrlich geleimnet. daß der Streik ank spar« t«k!sti!che Tinflüsie»urückzuführen sei, nnd»ir zweifeln auch s« nicht dtzwü, sie Streifenden nicht als bew-bte iksl- Hänger des kommnnistisckien Programms handeln, sondern daß sie nur dem Trieb folgen, ihre Lebenshaltung zu ver- bessern. Gleichwohl wird man die Folgen, die«in ausgs- / Mnfrr, saniere Zelt«rrdoiiernder GisenSaynerstrslk nach ssch ziehen mübte. nicht außer acht lassen dürfen. Wenn schon jetzt Plünderungen in Berlin nicht vermieden werden können, wenn in allen Großstädten Unruhen aufflackern, so kann man sich vorstellen, welche Zustände in dem Augenblick eintreten würden, in dem sich e'ne radikale Lebensmittelsperre der ganzen Bevölkerung fühlbar macht. Wir würden dann durch einen Zustand des Kampfes aller gegen alle, des Faust- recksis, durch ein blutiges Chaos hindurchgehen, aus dem nur eine Diktatur eine neue Ordnung schaffen könnte. Es ist bekannt, daß der russische Bolschewismus.rück- sichtsloS'mit dein Mittel einer Diktatur arbeitet, die bis zum Terror gesteigert ist, und es ist zuzugeben, daß er damit nur konsequent handelt. Denn da er für sich in Anspruch nimnit, einen gerechten Ausgleich der Interessen herbeigeführt zu haben, kann er nicht dulden, daß dieses Glcichgew'cht durch die Forderungen einzelner Arbeiterkatogorien gestört wird. Er behandelt jeden Streik als gegenrevolutionär, sozialver- räterisch. gegen den Bestand der sozialistischen Republik ge- richtet, und es ist unschwer zu erraten, was das für die Be- teiligten bedeutet. Wir behaupten nun nicht, daß in Deutschland die sozio- listische Republik schon erreicht sei und sehen in der Nach- ahmung russischer Methoden kein Ideal. Aber da in Deutsch- land volkswirtschaftliche Gemeininteressen das kapitalistische Sonderinteresse weit überwiegen, so sind auch wir in einen Zustand eingetreten, in dem sich jeder größere.Streik letzten Endes nicht gegen das Kapital, sondern gegen das arbeitende Volk selbst richtet. Ganz be'onders gilt das von einem Eisen- bahnerstreik, dessen Folgen sich sehr bald jeder Arbeiterfamilie fühlbar machen müßten. Es ist daher die Aufgabe der Behörden, als der Sach- Walter des arbeitenden Volkes,«inen geregelten Gang des wirtschaftlichen Lebens sicherzustellen. Das kann natürlich nicht nur durch Anwendung der staatlichen Machtmittel ge- schehen, aber auch nicht dadurch, daß man vor allen neu auf- tretenden Forderungen bedingungslos kapituliert. Die Be- Hörden müssen dabei die verständnisvolle Unterstützung der arbeitenden Bevölkerung finden, ganz besonders auch der Eisenbahner selbst, an deren Solidaritätsgefllhl und an deren Pflichtbewußtsein gegenüber der Gesamtheit wir appellieren. Minen soll gegeben werden, was ihnen, ohne den Ruin der Gesamtheit zu vervollständigen, gegeben werden kann. Sie selber dürfen aber nicht mit grausamer Härte ihren Willen durchsetzen wollen, dürfen sich nicht darauf verlassen, daß ihnen alles bewilligt wenden muß, weil sonst das Volk in Häusern und Straßen stirbt, dürfen nicht den Hungerkrieg gegen das eigene Volk proklamieren. Die soziale Krise kann nicht durch Machtproben gelöst werden, sondern nur durch Verständigung._ Die Milliarde, lkorderungen der Eisenbahner. Wie uns mitgeteilt wird, konnten die Verhandlungen zwischen den Eisenbahnern und der Regierung bisher nicht zum Abschluß gebracht werden, da die Forderungen die Höhe vod f a st 2% Milliarden Mark erreichen. Tie Eisenbahndirektion ist der Ansicht, daß der Streik auf die Werkstätten, in denen die Arbeit noch nicht wieder aufgenommen ist, lokalisiert bleiben wiR>. Der Fernverkehr dürfte im Laufe desheutigen Tage? nach Schlesien wieder aufgenommen werden. Ter Streik am Görlitzer Bahnhof teilweife aufgehoben- Der Streik auf dem Görlitzer Bahnhof ist im Laufe der heutige» Vormittags st unden größtenteils be» endet worden. Die Eisenbahndirektio» hat im Verein mit den Eisenbahner-Verbänden auf die Beamten und namentlich die den Korporationen angeschlossenen Arbeiter eingewirkt und ihnen das Sinnlose ihrer Handlungsweise, welche das Allge- meinwohl gefährdet, klar gemacht. Vor allem wurde auch den An» gestellten und den Arbeitern bewiesen, daß mit Zustimmung der Verbände eine Pause in den Beratungen eingetreten'.st. Der Arbeiter- und Beamtenrat der Eisenbahndirektion berief eine Versammlung der Streikenden auf dem Görlitzer Bahnhof ein und erreichte eS, daß die Mehrzahl der Ausständigen sich bereit erklärte, die Arbeit wieder aufzunehmen. Infolgedessen verkehr- Nacht- Ouverwee. Falls eines Tages tie jetzt auf eine halb« Stunde vor Mitter« oacht festgesetzte polizeiliche Sperrstunde aufgehoben werden sollt«, so werden da» weite Kreis« sehr bedauern. Denn es macht nicht halb so viel Spaß, sich erlaubterweise in Berlin nach Mitternacht die vorgeschrittene Zeit zu vertreiben. Heute ist es zu diesem löb- liehen Zweck bloß nötig, sich eine oberflächliche Kenntnis zwar nicht der Lokale, aber doch ihrer Ncbeneingäng« zu verschaffen. Da fi« aber in den meisten Fällen glücklicherweise dicht neb«« den aller- dingS verschlossenen Hanpteingängen liegen, ist die Erwerbung dieser Wissenschast nicht sehr schwierig. Sofern di«� Vvrhangstosfe für Spiegelscheiben nicht lichtdurchlässig sind, dürften sie schon ftei- gegeben fein. Denn in den Lokalen, die ich meine, werden diese Vorljäi, gemittel sehr stark in Gebrauch genommen und die Dunkel- heit hinter der großen Spiegelscheibe ist nur eine scheinbare. Der Schein fällt eben desto stärker nach innen. AuS dem gleichen Grunde müssen wohl die Geigenmacher jetzt eine enorme Räch- frage nach Schalldämpfern für Saiteninstrumente haben, denn von Mitternacht bis zum Morgen nehmen die Musiker die Sordinen nicht von ihren Instrumenten. Es ist mir nicht bekannt, ob die Musiker in den Unterhaltungslokalen diese inoffiziell« Nachtzeit ebenfall» in ihren offiziellen Musikertarif aufgenommen haben, aber ich nehm«-n, daß dieser Nachttarif sehr kompliziert sein muß. Ich erlebte nämlich zwei' Fälle, in breen die Honorierung der m'.rfikalischen Leistung arge Differenzen zwischen den betreffenden Musikern und den Gästen zeitigte. Da verlangt« ein Gast, nach der Seligkeit seiner Stimmung zu schließen, ein Russe, die Kapelle solle da« von ihm bestellt«"Stück noch sechsmal hintereinander spielen. Die sechsmal vorher genügten ihm noch nicht. Und weil der Stehgeiger sich weigerte, es zu tun, trotzdem er schon hundert Mark für die ersten sechs Aufführungen erhalten hatte, warf ihm der Gast aus Russenland die Sektflasche an den Kopf. Die Zielsicherheit de§ musikfreudigcn Russen war schon stark vermindert, und so kam der Musiker mit einem blauen Auge und mit einem blauen Schein davon. Uebcrhaupt, eS muß furchtbar fein, im nächtliche» Unter- haltungslokal Musik zu machen, beinahe noch schwerer, als diese Lokale der Studie wegen aufzusuchen. Bei einigem Fleiß bringt man es aber in einer Nacht immerbin auf ein halbes Dutzend, und da die Woche sieben Tage, die polizeiliche Sperrstunde aber unbe- schränkte Dauer hat, so ist es nicht nötig, sich mit dem Studium allzu sehr zu überstürzen. Vor zwei Uhr morgens ist da auch in punclo Tanz nicht viel loS. Jedenfalls sollte sich die Obrigkeit mit der Regelung der Repertoireftage in den Unterhaltungslokalen beschäftigen. Di« Zu- stände auf diesem Gebiet spotten jeder Beschreibung. Um so mehr, als der Geschmack der Gäste erst nach Mitternacht verschiedenartig wird. Kaum hat die Kapelle auf Wunsch eines republikanisch ge- sinnten Gastes irgendeui« FreiheitShhm»« beendet,(derlei Wünsch« werden zumeist mit alte», unbekannten Märsche« au» Oesterreich ten Im Lause de? Vormittags bereits wieder die Vorortzüge nach Grünau und Königswusterhausen. Auch der Verkehr auf der Strecke Kaulsdorf— Wannsee konnte wieder aufgenommen werden. — Am morgigen Donnerstag finden Besprechungen im Mint» sterium der öffentlichen Arbeiten statt, zu denen ein Eisenbahner- Ausschuß hinzugezogen wird. Meutereien polnischer Regimenter. K 0 w n», LS Juni. Tie bolschewistischen StrSmun- ge» ergreifen immer weitere Teile des polnisSw» HeereS. Die in Rowno stehenden polnische« Regimenter des Generals Petljnnw meuterten. Sie vcrwetgerte« den Acliorsam und widersetzten sich ihrer Verwendung an der bolschewistischen Front und l i e f e r- t n ihre« Stab an die B o l s ch r w i st e n aus. Auch die Strömung unter der B a u e r n f ch a f t in der Umgegend von Rowno ist auSgesprochei, bolschewistisch. Ja Rowno selbst wurde eine rrvo- lutiouäre Regierung eingesetzt. die ausländische Presie über den frieden*. T rutsch» Oesterreich. Wien, 24. Juni.(Korr.-Büro.) Die Anerkennung de? Heroismus, mit dem das deutsche Volk der brutalen Gewalt weichend die schweren Friedensbedingungen jetzt auf sich nahm, kommt auch in den Besprechungen der Abendblätter immer wieder zum Ausdruck. Dem deutschen Volke— unbesiegt auf den Schlacht- feldern— werden teure Stücke der Heimat entrissen und Besitz ver. nichtet; indem es aber das unselige FrievenSinstrument unter- zeichnet, bekundet eS durch seine Worte� durch Haltung und Taten, daß die deutsche Ehre und die deutsche Würde makellos vor dem Richterstuhl der Weltgeschichte bestehen. Skandinavien. Kopenhagen, 24. Juni. Die ganze dänische Presse widmet dem Fricdenvabschluß ausführliche Betrachtungen. .Politiken" führt au«: Mit einem Gefühl ungeheurer Erleich- terung und Befreiung wird die Botschaft von dem Friedensabschluß überall in der Welt aufgenommen werden. Daß das Werk der Friedenskonferenz Mängel aufweist und starke Schatten- feiten hat, ist schon so oft gesagt worden. Wae aber jetzt bei der Wiederherstellung des Friedens hervorgehoben werden soll, ist, daß die FriedenSkonfernz eine Weltlage geschaWrn hat, die geeignet sein kann, die Fehler»nd UnVollkommenheiten deS Friedens aufzuwiegen. Wird der Völkerbund wirklich, wie seine Urheber gedacht haben, eine internationale Rechtsorganisation unb ein gül- tiger Ausdruck des gemeinsamen Willens der Völker werden? .Sozialdemokraten" schreibt: Clemenceau hatte de» Bogen bis zum äußerste» gespannt. Er hatte in seinem Ultimatum vom 16. Juni eisten Ton angeschlagen, der es Deutschland sehr schwierig machte, den Frieden zu unterzeichnen. Die f r a n z ö- fische chauvinistisch« Presse hatte die Hoffnung aus. gesprochen, daß Deutschland nicht unterschreibe» werde. Sie hat lange Zeiten hindurch von Haß und Rache gelebt. Jetzt wird Frieden, wen» auch nicht in der Welt und auch nicht in Europa, so doch zwischen Deutschland und der Entente, und damit hat der Weltkrieg sein Ende erreicht. Bezüglich der Schuld für diese Katgstrophe entscheidrt natürlich eine erpreßte Unterschrift nicht. Christiania, 24. Juni. Zu der bedingungslosen Unterzeichnung des Friedensvertrags wird von oer norwegischen Presse mehrfach hervorgehoben, daß dieser fsrmelle Friedensschluß nicht das Auf- hören van Haß und Nachcgedanken, nicht die künftige Ausschaltung des fttiegeS, nicht die Aufhebung der Geheimdiplomatie und des politischen Intrigenspieles bedeute, daß dieser Friede nur eine Etappe der Ruhe»erheiß«. .Mo rg e nb lad e t" schreibt, dieser Friede löse zwar die formelle Frage � europäischer Machtverteilung, schaffe aber dafür eine große Anzahl neuer Problem«. Schweiz. Bern, 24. Juni. In einer Unterredung mit dem Vertreter deS 23. T. B. äußerte sich eine schweizerisch« Persönlichkeit rn führender politischer Stellung über dt« Lage solgendermaß«: „Es ist ein Frieden und doch kein Friede«. In Zukunft ist alles möglich, aber nichts sicher. Man hegt Hoffnungen und muß doch fürchten. Schwierigkeiten sind überall, aber nirgends wirkliche Er-' bestritten), erhobt sich ein anderer Gast, der mit ueteutschem Organ nach.Deutschland über alles" verkrngt, worauf ganz fic&ct sin Patriot asten Stiles seine Leibhymne„Wir müssen siegen" fordert. Diese verschiedenartigen musikalischen Neigungen der Nachtgäste führen leider häufig zu Auseinandersetzungen körperlicher Art, von den«» die Oeffentlichkeit aus depi einfachen Grunde nichts erfährt. weil sie eben zu dieser Nachtstunde ausgeschlossen ist. Poldi Schmidl. v!e konfirmanüengans ües Herrn Superiatenöenten. Der Gemeindekirchenrat in Kaukehmen Ostpreußen gibt eine Taxe für kirchliche Amtshandlungen öffentlich bekannt. Darin steht geschrieben: „Die Eingepfarrten werden rücksichtlich ihres Standes und Vermögens in 4 Klassen geteilt: Zur 1. Klasse gehören größere Besitzer, Gastwirte, Schiff Z- eigner, größere Handw�'et und GRoerbetreibende, Rendanten, Sekretäre und ähnliche Beamte. Zur 2. Klasse: kleinere Besitzer, Krüger, Krämer und ahn- liche Händler, Handwerker die ohne Gehilfen arbeiten, Kahnschisfer und niedere Beamte. Zur 3. Klasse: Eigentümer, Gesellen, Kämmerer, Schiffs- fahr». Unterbediente bei den Behörden. Zur 4. Klasse: Gärtner, Arbeits- und JJtfeleute und Dienst. boten. Gutsbesitzer, höhere Beamte, Kaufleute, Apotheker, Rentiers u. dergl. haben den doppelten Gebührensatz der 1. Klasse zu ent- richten. Abgesehen davon, daß diese Klasseneinteilung für die beuti- gen Verhältnisse der vorgenannten Stände veraltet ist, wird jeder gute Christ wohl anerkennen müssen, daß die Taxierung nach den Klassen einen sehr geschäftstüchtigen Sinn verrät. Roch vielmehr bezeugt das der Abschnitt 3 dieser Taxe. Darin steht geschrieben: „b) Einsegnung: 1. und 2. Klasse 1,60 und eine DanS— oder der Marktpreis für dieselbe."— Also eine GanS!— Er scheint ein Feinschmecker zu sein, der Herr Euperintendente! Und wer die GanS nicht bringt, der zah't den Marktpreis dafür. Niedrig ist der heute nicht.— Geschrieben ist die Taxe am 18. Januar 1912. DaS Fleisch ist jetzt sehr knapp. Auch das Gänsefleisch. Hätte darum nicht auch eine Ente genügt? Wohl nicht! Denn: Freunde, wißt,«in Superintendent«, Spricht noch lang nicht für'ne Ent- Nur für gute» Gänsefett, Sprüht er lange» lieb und nett. Die Tölephoaie mit üem Sonnenstrahl. Eine Aufsahen erregende neu« Erfindung ist von dem Lon- doaer Professor Dr. L. O. Raniiue gemacht tnoctat; Er verwendet ltiiKervngsn. Die Zukunft bleibt mit der Vergangenheit belastet. Die Gewalt hat gesiegt. Der Gewast bleiben wir unterworfen. Das ist das Bild der sogenannten Friedenswelt." Dieser Pessimismus kommt auch in der Oeffentlichkeit zum Ausdruck.„Gazette de Lausanne" sagt ü Wir sind glücklich, saß der Krieg ein Ende hat, aber welcher Wechsel seit sechs Monaten! Damals glaubte ganz Europa an einen gerechten dauer- haften Frieden, der alle Völker gemeinsam umschlingen würde. Heute müssen wir uns damit begnügen, an einem zweifelhaften Frieden uns erfreuen zu können, an einem Frieden, der vielleicht nicht einmal bis morgen dauert. Denn diejenigen, die unter- zeichnen, erklären schon jetzt, siekönnenihnnichterfüllen. Die„BaSler Nationalzeitung" überschreibt ihren Lettartikel: Ein Frieden der es nicht ist. .Journal de Geneve" sagt: Dieser Friede» hat nichts mit dem Frieden zu tun, den wir erhvfft habe«. Er beseitigt die schwierigen Gefahren, aber rr schafft«rn«. Deutschland wird sich mit diesem Fried«» niemals einverstanden erklären. Frankreich. Versailles, 24. Juni. Di« Besprechungen der Pariser Abend- blätter bewegen sich in denselben Linien wie diejenigen der Morgen- blötter. Nationalistische Blätter betonen in ausführlichen Artikeln, daß die Alliierten Deutschland nicht trauen dürfen, und Vorkeh- rungen treffen müssen, damit der Vertrag eingehalten werde. „Populaire" schreibt: Teutschland hat nachgegeben, ver Friede ist da, aber welcher Fried«! Wer glaubt daran, daß es der versprochene Tauersriede ist? Wir alle sind überzeugt, daß wir u«S zwischen zwei Kriegen befinde» und daß die Friedens- unterzeinchung nichts beendet. Osteuropa steht in Brand, die All:- ierten messen sich mit Blicken, wenn sie nicht handgemein find. Polen und Tschechoslolvaken, Rumänen und Serben, Südslawen und Italiener halten die Hand atD dem Schwertknauf. Ter Völkerbund ist bisher nur ein Betätigungsfeld für begehrliche Riva. litäten. In allen Nationen grollt der Klassenkampf und die euro- päisch« Reaktion geht gegen die Revolution in Rußland und Ungarn vor.. Damit ein wahrer Friede entstehe, muß eine neue Menschheit entstehen und der Sozialismus überall die Tyrannei und, �>ie Un- gerechtigleiten der Vergangenheit weggefegt haben. die Maßnahmen gegen üke Steuerflucht. Das von der Nationalversammlung angenommene E c gä n- zungSgesetz gegen die Steuerflucht bestimmt, daß jeder, der ins Ausland gehen will, bis zu SO Proz. seines Z�rmögenS als Haftsumme für die Vermögenssteuer zu deponieren hat. Nach- dem Dernburg schon vor Wochen angekündigt hat, daß für große Vermögen eine Steuer vor. 60—70 Proz. nicht zu umgehen sein wird,»scheint die Höhe der Haftsumme al» unzureichend. Bestimmte» wird steh jedoch darüber erst sagen lassen, wenn der Entwurf einer Vermögenssteuer vorliegt, der jetzt unter allen Um- ständ-n beschleunigt werden müßte Des weiteren wurde«in Antrag Wurm angenommen, der den Danken die Pflicht auferlegt, über 2Sertsachen all» Art Ausschluß zu geben. Daneit fit«in wirksames Hilfsmittel der Steuerflucht, die Anlag« von Bankkonten bei verschiedenen Bonken und Spar- kaflen und die Umsetzung deS Bar Vermögens in Wertstücken aller Art endlich getroffen worden. Biel wird jedoch davon abhängen. W die Ausführung dieser Bestimmungen erfolgt. Zunächst ist nach einer amtlichen Verlautbarung beabsichtigt von den Banken der bedrohten Gebiete die Anzeigen über die deponierten Wertsachen anzufordern, um da» bereits dorthin abgeu»and»te Per- mögen in erst» Linne zu erfassen. Erleichterungen der Fe»erb»stlrttuug. De« alten Wünschen der Anbänger der Feuerbestattung auf Abänderung der Aus- führungSbestimmungen zum FeuerHestattungSgefetz, welche die Feuerbestattung ohne ausreichende» Grund erheblich erschwerten, ist i« weitgehendem Maße durch eine« Erlaß deS Minister« de« Innern vom 6. d. M. Rechnung getragen worden. Durch ihn sind einmal di« Bestimmungen üb» Beschaftenhett des Davges und der Kleidung d« Leiche erbeblich erleichtert worden— die lästig: Sargschau fit ganz beseitigt—, zum anderen ist der Kreis der für di. Leichenschau zuständigen Aerzte aus alle beamteten Aerzte und. die hierzu ermächtigten KrankenhauSärzte ausgedehnt worden. die Tonnen strahlen oder auch andere Lichtstrahlen als Er'atz für den Telepbondraht zur Uebermittlung der menschlichen Stimm« auf weite Entfernungen. Die Erfindung hat den Vorteil vor der drahtlosen Telegraphie oder Telephonie, daß das auf diese Weise vermittelte Gespräch von niemandem belauscht werden kann. Zwei elektrische Instrumente wurden von ihm in einiger Ent- fernung aufgestellt und ein Strahl elektrischen Lichts von dem «inen zu dem andern projiziert. Rankine sprach dann in den klufnahmeapparat, der einem kleinen, phonographischen Trickt«'- ähnelt, lper Lichtstrahl war auf«inen kleinen,»bsengroßen Spiegel reflektiert, wobei der Spiegel die Stelle der Rädel des Phonographen einnimmt. Mittels eines«lektrfichen Apparates und der Verwendung de» Elementes Selonium riefen nun die Wellenbewegungen der Stimm« korrespondierende Wellenbewegungen deS Lichtstrahls hervor, die von dem Empiangsiustrumenl aufgenommen wurden. Rankines Summe war an dem Endpunkt de» Strahls so klar und deutlich zu hören, wie wenn er selbst dort stände. ,Lch habe schon verschieden« Gespräch« auf eine Enr- fernung von zwei und mehr Kilometer geführt, wobei ich di« Sonnenstrahlen für die Vermittlung benutzte", erklärte Rankine. ,ül»d es ist siiicht di« geringste Schw�rigkeit, auf eine Entftrnung von 10 Kilometer sich verständlich zu machen, wenn die Länge des benutzten Strahles groß genug ist. Durch Vergrößerung de» Spiegels und der elektrischen Kraft lassen sich sehr gut auch pro- ere Entfernungen durch den Lichtstrahl überbrücken. Die Er?in- ung wird von besonderem Wert sein für Schisse, die in«irem Haien, vor Anker gehen und sogleich mit den Hafendehörden Ver- Hindung haben wollen. Durch diese Erfindung kann«in Schi't so-ort mit der Küste in Verbindung treien. indem eS einfach die Sonnenstrahkn oder die Scheinwerferfteah'en benutzt". -• Notizen. — Volkstümliche K, n z e r t e i m Deutschen Opern- hau!. Die Stadt Charloftenburg beabsichtigt im koinmeadcu Winter eine Reihe von volkstümlichen SonntagZvormittagikonzerten de» Opernhausorchesters im Deufichen Opernhaus« zu veranstalten. — Die Jnselbücherei hat nunmehr den Absatz von S 000 000 Exemplaren errreicht. Diei'e stattliche Zahl, in einem Zeit- räum von sieben Jahren erreicht, beweist die Werbekraft der lei- tcnden Idee dieser Sammlung,- in der das Bleibende aus allen Literaturen vereinigt ist. — Streikende Gesangvereine. 1 Schreckliches droht un«rem armen Vaterland noch zu guter Letzt: Deutsche Männer» gesangvereine drohen ihre Kehlvorführungen einstellen und weder den deutschen Wald noch das deutsche Bier länger anzusingen. Und das alles, weil eim Kölner Dirigtntenveeeinigung allzu hohe Ansprüche stellt. Da» bevorstehende U n b e i l ist zunächst aus Köln beschränkt, doch ist nicht abzusehen, ob es mchl— wie alle Streiks— weiter um sich frißt. Wa» soll au» der Welt dann noch werdeu? Der Aufruhr Hamburg. KadavrrverwertuNg und Lcbensuntteleleud. Hamburg, 25. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Am Dienstagabend wurde der Rat hausmarkt bau der Menge wiederum zum GerichtSplay erkoreu. Hier wurden die Erzeugnisse und die Hersteller der ekelhaften Sülze auf öffentlichem Markt ausgestellt. Zunächst war eS die?irma Stark u. Co. Wagen mit den Bestandteilen der Sülze, ein anderer Wagen mit den Arbxiterinnen, die sich zu diesem Verbrechen hatten mißbrauchen lassen, und mit den Mchst-rn, die ei« Plakat aus dem Koyfe trugen, wurden angefahren und die Jn'assen schließlich nach mancherlei Be- drahunge« der Polizei übergeben. Tie Menge zog dann zum tlriegsversorzungZamt, wo NcgicrungSrat Dr. Lippmann ang:. griffen und zum RathauS gebrach» wurde. Das Amt wurde vor- läufig geschlossen. Tann hatte die Menge sich alS neues Opfer den Direktor der Blindeuanstalt auserwählt, dem man zum Vorwurf machte, daß er den Blinden verschimmeltes Brot gegeben habe. Tatsache ist. daß die Bsinden gerade wieder verschimmeltes Brot bekommen hatten, al? die Menge i« die Anstalt eindrang. Ter Direktor erklärte, daß er stch-unt die Brotvers orgong nicht bekümmert habe, aber er wurde für schuldig erklärt und gleichfalls aus den Rathausmarkt gebracht. Die RathauSwache brachte ilm inS Rathaus. Tie Menge wandte sich nun empört gegen die Wache und«nrde init Wasser st Zahlen uud Tränen- bomben empfangen. Durch einirr Schreckschüsse wurde die Er- rrguag noch weiter gestrgert. Plüsch ch rückte die Bahrrnfelder BolkSwchr heran; eS wurde versucht r.m Gruppe von ihr zu um- zingely und zu entwaffnen. Dieser Versuch gab leider dem Ganze» eine furchtbare Wendung. Die Soldaten schössen und mehrere Opfer fiele». Die Menge steckt« die AutoS, die Wagen von der VolkSwehr in Brand, zertrümmerte i» der Börse sämtliche Fenster und warf brennende'Polsterstückc an? den AutoS hinein. Die Feuerwehr wurde von der Menge nicht durchgelassen, darauf machten die Bahrenfeldcr einen Ausfall, um daS Feuer zu loschen. Die Menge zog nach den Kolonnaden,»o» ein Wasteulager gestürmt wurde. Außerdem wnrd- eine Polizeiwache und die BahnbofSwache genommen. Mit diesen ZSos'en zog die Menge wieder vor das Rat- hauS und begann eine neue Schießerei. Schließlich wurde eine Deputation in das Nathans gesandt, die über die Zurückziehung der Bchrenseldcr»erhandeln sollte: das Ergebnis ist noch nicht bekannt. Die«on anderer Seite«»»Sgehonde Nachricht, daß gostern 35 Mcn- fchen getötet worden seien, ist unrichtig. Heute früh wurde ein Flugblatt der revelutionärc» Obleute und der Zwölferkommissie» der Unabhängige» und Kommunisten verbreitet. Darin wird ausgeführt, däe Vorgänge feie«»sn der bankerotten Militärcliaue herbeigeführt, die nach dem Blut der Arbeiter dürste» und die Empörung des Volkes über den Wucher anßnutze». Die Arbeiterschaft wird aufgefordert, kalte? Blut zu bewahre» und sich nickt zu zersplittern. ES sollen in den Be- trieben Versammlungen rinberufen werden, die Bahrenfelder Frei- willigen sollen««tfernt, die Eintoohn erwehr, die als eine bewaffnete Schuvgarde der Kadaververwerter bezeickmet wird, entwaffnet und die Sicherheitspolizei an eine VolkSwehr unter Kontrolle der Be- triebkräte übertrügen werde». ES soll eine Kommission der Je. triebsräte mit der Kontrolle der LebenSmittelverteilung betrant werden. Die sozialdemokratischen Senatoren»on Hamburg werden Lsfcnlich anfgrfordert, erklären, wir sie ssch ,-z« der Nieder- schießung einer hungernden, gegen LebcnSmittolfälfchung dem»». strierrnden Volksmenge" zu»erhalte« gedenken. Aich heute vormiteg wird am RathauS»nd in den umlregonden Straßen geschossen. Hamburg, 25. Jnni. Die Spartakisten hatten sich im Laufe der Nacht in den Bcsiv dcS Hauptbahnhofes gesetzt, nachdem sie die dort postierte» Abteilungen der Volkswehr entwaffnet hatte». Dadurch in den vrntz von Getvehren, Maschinengewehre« und Mu- nitisn gelangt, nnterhielten die Spartakisten die ganze Nacht«in lebhafte» Fener. Gepen 2 vhr wurde der Hauptbahnhos von der Einwvhncrwehr wieder�enommen. H a mb n r g, 25. June, 4 Uhr 45 Minute« morgen». Wie die Kommandantur mitteilt, ist nunmehr dank dem ziekbewußteu Bor- gehen der Regier«» gStruppe», der Volks-»nd Einwohnerwehr die weitere Umgebung des Nathavse» und deS Hauptbahnhofe» von daa Evartakiste» gesäubert, wobei es verletzte und Schworverletzte auf icite« der Tokdaten gab. ES wurden viele G e f an g e n e gc- macht, bewaffnete Ziviliste» festgenommen nnd eine Anzahl Plüude- rer au8 den Läden herausgeholt. Bon den 12 Maschinengewehre«, welche die Spartakisten au» de« Hauptbahnhofe fortgebracht hatte«, sind ihnen bereits 11 wieder abgenommen worden. Sparta- kistische Angriffe ans verschiedene Polizeiwachen wurden abgowiesen. ES bestätigt sick, daß Teile der VolkSwehr ihre Waffe««« dir Spartaklstc« abgeliefert habe«. Wi« der Kommandant von Groß-Hamburg mitteilt, stehen g;. nüzend Truppen bereit, um einam weite?«« Umsichgreifen deS Putsche? vorzubeugen. Hamburg, 25. Juni. Ter Kommandant von Grotz-Hamburg, Lampl, ist durch«inen SIroifschuß am Hinterkopf verletzt worden. Er wird seinen Dienst weiter versehen. passiorte, wurde«mS dem AutomnVis ein leMasieZ Feuer aiff die f kelinung der EHo�rng?er LeZakekirrkge in tkniWruiinung d« Mi- Soldaten eröffnet. Tie Truppen erwiderten das Feuer, kennten gl jeder und 2. RichtaLschkust von Kollektivverträgen gesondert zu Hela�erunnszuftanö in Hamburg. z Hamburg, 24. Fnni. Boa der Sowwandantur Groß. Hamburg ist der Belagerungszustand über die Städte Homdiirz, Alton««ud Wandtbeck verhängt worden. Jnüustrie unö tzanöel. Börse. Nach den Staigorungen der lotzten Tage vollzog sich heute an der Börse»in Umschwung, der wohl in der Hauptsache durch die Hamburger Borgänge' und die E t r e i k n a ch r i ch ten im Post- und Sisenbahnverkrhr oeranlaßt worden ist. Montanaktie» verlor«« durchschniitftch 2 Proz., N ch i f f a d r t S p a p ier e 1 Pro,. Auch Farbwerte wies«? meist schwächere Kurse aus; � mir Höchster Farben konnten erneut zirka 10 Proz. gewinnen. Valutawerte konntest im B-rlaufe der Börse anziehen, da die Mark im Ausland« wieder zurückgegangen ist. Heimische Anleihen waren ungefähr behauptet; Kriegsanleihen setzten mit 75M Prag,»m und schlössen mit 75°/, Prvz. Das Geschäft wer sehr still._ Ein« neue Auß»nhanb»lS stelle. Zur vereinfachten Behandlr«- d«r AuSfuhrangolegenbeiten der chemischen Industrie ist eine aus Erzeugern, Händlern und Verbrauchern unter parilz, tischer Beteiligung der Arbeitnehmer zusamr,�. gesetzt», auf Selbstverwaltung beruhende Lutze« Hand r;z. stelle Chemie errichtet worden. Si« nimmt AuZmbrantrSm! entgegen und soll sich«ich»it der De»rbe»tung der Einfuhrmege- legenheito« kwsasson.____ GroKSerlm Leüe»Amittelunr«htn. Im Laufe der heutigen Nacht ist e? wiederum zu Unruhen cm verschiedenen Stellen der Stadt oekomnie«. Der Alexanderplatz war. wie auch am Tage zuvor, abend» von Truppe« stark besetzt worden, um etwaigen Putschen von vornherein energisch begegnen zu können. EZ kam im Lause de» Abends wiederholt zu Belästigun« gen der Sicherheiismannschafien und Soldaten, ohne daß man je- dock mit der Waffe hätte einschreiten müssen. Tagsgen wurde gegen 1 Uhr nachts ein regelrechter Angriff mn die Truppen unternommen. Au» der 5königitratze kau. in schneller Fahrt ein Kraftwagen. in welche» fünf bis sechs Personen satz»«. Als das Auto die Posten jedoch das Fahrzeug nicht zum Halten bringen. Der Wagen entkam in der Richtung nach dem RathauZ. besprechen. Bei der Ausspreche über den ersten Punkt wurde be- mängelt, datz die enger« OrtSdertvalwng ohne ersichtlichen Grund Einen Ueberfall auf einen Stratzenbahnwagen verübten zwischen die Beitragserhöhung zu einer Frage de» Vertrauens für sich ge- 11 und 12 Uhr nachiS rnt Rotte von etwa 20 Burschen an der Ecke madst und trotzdem die Vorbereitungen für die Abstimmmig in nur der Hoch- und der Badstratze. AlS dort ein Stratzenbahnwagen, der. recht lässiger Weife betrieben bat. � In p-,v«?»ndistifcher Hinsicht dicht besetzt war, die Haltestelle passierte, wurde der Führer mit vor- sei fast gar nicht? geschehen, obwohl bei der sehr geringen gewerk- gehaltenem Revolver gezwungen, anzuhalten. Die Burschen drangen! schaftlichen Schulung, insbesondere der vielen jungovganifierten in das Innere des Wagens und durchsuchten die Fahrgäste auf � BerbandSmitgliestec, mit ausserordentlichem Nachdruck und unter Waffen". Bei dieser Revision wurden den Fahrgästen Wertsachen Wchrnchinung aller Gelegenheiien hätte gearbeitet werden müssen und Geldtaschen abgenommen. Eine in der Nähe befindliche Patrouille bemerkte den Vorfallend oertrieb die Räuber. Leider lonnte keiner der Plünderer verhaftet werden. yn Lankwitz versuchte eine Bande in verschiedene Lebensmittel- gefchaft« einzudringen, um zu plündern. Einer der Inhaber setzte sich'mit der Waffe zur Wehr und schätz auf die Eindringlinge. Durch den Lärm aufmerksam gemacht, eilte Büvgerwehr den Geschäfts- Inhabern zu Hilfe und vertrieb die Diebe. In Moabit ist es im Laufe der Nacht zu Tchietzereien gekommen. Um Plünderungen zu verhüten, durchstreiften starke Patrouillen der d.ortigen Reichswehrbrigade die Dtraßen. Auf die Soldaten wurde wiederholt geschossen. Ja Moabit ist dabei ebenso, wie in der Nähe des AlexanoerplatzeS, die Beobachtung gemacht worden, datz cniS Fenstern der Häuser und von den Dächern herab geschossen wurde. Wozu die Fahnen? Die Geschotzkabrik und die Munition»- fabrik in Spandau haben heute, halbmast, und zwar mit preutzi- s ch e n Fahnen geflaggt. Auf der Gf. wehte die Flagge gestern nachm. Uhr schon. Wer bat im übrigen den Auftrag dazu gegeben? Hie Regierung oder wieder irgend eine untergeordnete Beamtennatur. Grotz-Verliner Lebensmittel. FrievrkchSseltze. Vom 25. bis SS. f(nm sind bei den Händlern unter Vorligunq der neuen Zuckerkarlen die Eintrazungen in die neuen Zucker- KundeiriOen zu bewirken.— Der für Kinder bis zum vollendeicn 2. Lebensjahre und Kranke zegen Abgabe von(«iltscheinen bestimmte Kek« und Zwieback ist zurzeit durch die sollenden Bäckereien zu bezieden: An FrtedrichSfelde: Moser. Kiblenstr. 42; Nikoleit, Waiderseeftr. 4S. In KarlShorft: Fuß, Tretka-vaikee SS- Schulz, Prwz-Ädaibertstr. 2t. Tpavvan. Freitag bez'.mit der Vcrkaos von dst g(D,60 M.) AnStandS« Ichmalz an! Abschnitt 31 der Ewiuhrznsatzkarte. Mit Abiaus von Mittwoch, den 2. Juli er. verliert der Abschnitt seine Gülligketr Sonnabend beginnt der Verlauf von 70 g Margarine auf Abschnitt 1 der Letciismittelkarte. Mit Ablauf von DonnerSiag, den 3. Puli vertiert der Abschnitt seine Gültig- keil. Von Mittwoch wird auf den Kops der Vevolkminn Pfd.»merila- nischeS Weizenmehl aus Abschnitt 3 der AahrunzSmirtelkarte in den«tn- schlägigen Geichästen verabfolgt. An Stele de? omeri tonisches Restles kann auch die gleiche Menge inländische» Weizenmehl bezogen«erde«. In dir eiu Faste ist der tlb'chnitt der Einsuhrzuiatzkarte vorher im Zimmer 407 de« NathauscS zweckt Abstempelung oorzuiegen. Feld 33 der Emsutzrzusatzkarl« veiller! Mittwoch, den 2. Juli seine Gültigk-iti Stralau. Eonnabend, auf Abschnitt J) der LezugSkarte für Fische und Räucherwaren Pid. Würz käse SO Pf. Die Ab'chuitte swd bis DonnerStag'm den Geschästen abzugeben, von denen dt« Entnahme des Käses ieubstchtigt wird. Reinickendorf. der Wvche vom Ssi.— 99, Juni Aelanat auf die Sieichzsleischkarte an Ewlle van inländischem frischen Fleisch ausländisches Rind- und Harten e! fleisch zum einheitlichen Preise von 9, SO Sßt. bat Pfund zur Ausgabe. Der Berkaus von Hack- fletsch ist verboten, yorterbrin b-w. Hesse u«d Hal» sind al« Knock-nsbeilay« dem bnochenfreien Fleisch bis zu ein Fünftel der eingetauften Fleischmenge zuzmviegcn. Wer daS ausländische Ge- friersleisch nicht bezieh«« will, kann als Ersatz dafür Nährmittel (voraussichtlich Brietz) entneibmen. und zwar die doppelt« Menge auf jeden FSeischkarton abschnitt(Fleifchmaerfc cckS 60 Gramm). Gin- wohner. welche Räk-r mittel beziehen wollen, haben den Bedarf gegen Abtrennung des Wochenabschnitte« Nr. 20 der ReichSfleischkaree bis zum Sonnabend, den W. bei de« zuständig« Schlächtermeister anzumelden.___ Groß-Ser!iner parteinachrichten. Bezirks verband Gi-oß. Berlin. Fr-auenv«rsammlung W. W W'M Leipziger die grauentonserenz in Weimar.((Kenossin Freilag abend« 7lL U6r tot Sktzungssoal de» ehern. Herrenhaufe», Leipziger Strotz« 3. Sericht über die Fraucntonserenz w Weimar. Todenhagen.) KarlShorft. DonnerZtog,«Uhr, im.Vürgerhenn-. TreSkow-Allee 83. M'tglicderversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag. Referent Parteisekretär Schlemmmger. 2. Allgemeine Aussprache. 3. Beroinsau- getegenheiten. Staaten. Am Donnerstag, 2S. Juni,«Bend» 8 Uhr, findet in der Darta-ftadt der Zahl abend statt. Rezcn Besuch erwartet der Vorstand. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Deutscher Moniftendund. Freftag, abends 7»/, Uhr, ft» Lyzeum- Klub, Lützowplatz 3: Vortrag Prof. Dr. von Kern:»Entwicklung der Religion Im iltadei, lisch. sozialen Verein-» der Universität Berlin spricht Donnerstag, 7 Uhr abends, in der Dorothecnstr.«, tzörsanl 2. Eduard Bernstein über: Leitgedanken zu einer Theorie der Sozicckifierung. Gäste willkommen. � Die Heiinatwavderer(Allxem. Märk. Touristenbund). Doemerstäg 3 Uhr EesamtdelegieMonfitzung im Rest. Gottlieb, Oranienstr. Kg. HewerWlfisbelvWllng verbaaüBtag üer Töpfer. Nürnberg, 38. Juni. Heute vormittag trat der VorbandStag der Töpfer im Künstler- haus zusammen. Anwesend find 87 Delegierte, vom Verbands- vorstand Drunsel, Bartsch und Lother, der Redakteur deS Fachorgan« Tchmtt und fünf Gauleiter. Gleich nach Erledigung der üblichen B»grützuiig«reden setzte»tue Debatte ein über einen in der Hauptsache von Berliner kommunistischen und unabhängigen Delegierten gestellten Antrag, worin die Berhängung de« Belage- rungSzustande« über Nürnberg verürteiU wird. Der Antrag wurde mit grotzer Mehrheit durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Da«» setzte nach Eilediguna der Prüfung der Mandate eine leb- W« Debatte ein über die Zulassung de» Delegierten Kemnitz- Berlin, de« emsig»« Anhänger« der MehrheitSsozialdemokvatie au« diesem Wahlbezirk. Schiietzlich wurde der Bahiprotest gegen 8 St.'mmen abgelednt. Hierauf erstattet der Verbandsvorsitzende sel den Rechenschaftsbericht de« Zentralvorstandes. Dabei verteidigt er die Hallung der sre>en Gelverkichafte» während de« Kriege« in entschiedener Weise und begründet deren Stellungnahme zum HistSdienftgeietz und zur Arbeitsgemeinschaft. Der Redner ernleie an' Schlüsse seiner«uSsllhrnngen. kie in eine Mahnung zur Einigkeir oUSklangen, lebhaften Beifall. Im Anschluß daran schilderte ver Kassierer L o I h er die Kassenverhältnifie und rechtferttgte die Z-�.nung der Kriegsanleihe durch den Vorstand in». Jahre 1914. Man rolle sich nichl durch falsch angewandten Radikalismus blenden lassen. Die Zeichnung sei nichl eriolgt aus hurrapotriotifcher »gl'mmiing heran«, sondern au» rein geichästlicken Gründen. Der Vorstand habe die Berpflichtnng, die uder'chüsfigen Derbandsgelder zinstragend anzulegen, und hier bot sich dazu eine anscheinend be- sonder« günstige Gelegenheft. Wäre daS Geld in anderer Weise angelegt worden, dann wäre e« fchlictzlich von dem beireffenden Jiislitut in gleicher Weile verwendet worden. Auch dieser Redner fand am Schlüsse ieiner Ausführungen bei der Mehrheit der De- legierten Beifall. Die Verhandlungen wurde» hierauf vertagt. Aus dem Metallarbeiterverbaude. Ein« starlbesuchte Mekallarbefterversammlung der Düdbezirbe Nur durch diese Unterlassuita sei eS erklärlich, datz Hundert« von Vertrauensleuten der Organisation und fast SO Proz. der Mitglied- schaff der Abstimmung überhaupt ferngeblieben sind. Von verschie- denen Rednern wurde auch hervargehobckn. datz die Hintansetzung weiter Kreise der Mitaliedschast au? politischen Beweggründen, uiw damit zusammLnhängend, der Bobkott deS„Vorwärts" als Publi- katianSorgan, feglicheS Unternehmen ungünstig beeinflussen Mutzten, für das ein allgemeines Interesse und Unterrichtetsein der Mit- glieder VarauSsetzuag des Gelingens wäre. Weiter wurde»er« schiedentlich betont, dnss ein nicht geringer Teil d«S Mitzerfolges kr der BeftragSfrage zweifellsS auf das Konto decjsnigen zu setzen sei. die, in Verkennung der taffachlichrn Verhältnisse, ständig die Ueber- flüssigkeit der Gewerkschaften bzw. deren baldige Beseitiqung durch die Arbeiterräte,»erkünden. Dem Schlnsswort deS Berichterstatters, daS zu reger Mitarbeit bei der Serbsiführung eines günstiger»,. zweiten AbstimmungSersebnisseS aufforderte, wurde allseitig zuge- stimmt. Der Beschluß der Generalversammlung, wonach zukünftig Kol- leffiv Verträge nicht mehr abzuschlictzen sind, wurde von asten Sief- nern alß die Interessen der Berliner Metallarbeiter schädigend und deSbakb unhaltbar bezeichnet. Ein Anftog, der dieS zum Ausdruck brachte, wurde vorder Wstimmung zurückgezogen, weil Befürworter des Ntchstthschkusse« v»n Kollektivverträgen in der BezicVversamm- lung nicht gesprochen hatten. Er soll der nächsten Genorolveriamm- lirng der VerwaltimaSstelle«ingereicht werden. Zu de» in Berliner Versammlimgen üblichen Temperament?- auSbrüchen»ab sodaim noch ei» auS der Versammlung gestvlltcr Antrag Anlast, bei der«äcbstsn Generalversammlung dör Verwal- tungSstelle Dwckm die Aufhebung de?„Vorwärt»'-Boykotts zu beantragen. Die OrtSverwakwng hatte den gleichen, in der vorletzten Siidbe�kSversammlun» mit grosser Mehrheit ange- nommenen Antrag durch Uebergang z« TageZ»rdnu«g erledigt und damit seine Behandlung in dar Generalversammlung am 22. d. SU. verhindert. Der Antrag fand auch diesmal ftotz sehr errvgtrn Widerspruche« eine» Teile» dar LersszenmllmgAtsilnrhmer«it Zu-ei dvitt-l-Majorität vnnatzme.,., VeveralvevsckMmlung der Tchmtider und Bchneiderinttr». In der im Gewerksc�vftShause tag roden Generalversammlunst der Schneider, Schneiderinnen und Wasch carbeiter gibt Schuh- macher zunächst einige geschäftlich« Mitteilungen. Der streik in der Herrenkonfektion ist baendet; kür Zuschneider sind 120 M., für H«si> nähe rinnen 70 M. und Räh, rinnen SO M. bewill a! worden. Angeerommen wird ei» Antrag«uf Ausschluss einiger Kollegen und Kolleginnen, die Streikbrecherdienste geleistet �aben. Bei� der Stellungnahme zur Erhöhung der Beiträge führte Schuhmacher au», datz der Verband zwar einen grotzcn MitgliedcrzuwachS zu derxeichnen habe,— es seien jetzt zirka 20 000 Ritglieder organifievt,— daß«Set in Zukunft gretz« Kämpfe zu führen ßeien, da die abgeschlossenen Tarife vielfach ungenügend find und zum Teil schon gekündigt wurtan. Die allgemeinen llnkosten sind gestiegen, datz die Erhöhung de» Beitrages um R) Pf. pro Woche unhedingt erforderlich ist. T,e Vertrauen t- männer haben dem Antrage der Ortiverwaltung bereits zu- gestimmt. Die Arbeitslosen Kollog«« solle« von der erhöhten Bei- tragöleistung verschont bleib««. Ein Antrag von Gramenz will die Beiträge für S Wochen 'verdcppeln und ein Zusatzantvag Möller verlangt süsser der Verdoppelung auch die Erhöhung won 80 Pf. Nachdem sich sämtliche Diskussionsredner für eiue Erhöhung der Beiträge auSge- sprachen habe», werdm die Anträge Gramenz und Möller' abgel ebne und die BeitragSerhöchinig von 80 Pf., ab 1. Juli, wird genehmig:. Die Urabstimmung hierüber wird abgelehnt. S t ü h m e r schildert dann i» seinem Referat über„Taktik der Gewerkschaften*, die Arbeit de» Vorband«» und die Lohnbewegungen in früheren Jahren, sowie die Entstehung der zentralen VerHand- hinge» und geht dann aus Ott Lshnbewung-n wähpend de? Kriege» und in der letzten Zeit ei». Schuhmacher evklärt, do- alle Mitglieder erwartet hätte», dass Stühmer auf die breirnsnvsten TageSfragen eingeh«« würde und vor allen Di«*?« vi« Differenzen. die sich zwischen dem Haupworstanv und der OrtSverwaltunA er geben haben, Xarleg«« würde. Redner kritisiert waiter die Ha!- hing de? HauptvorfiandeS während des letzten Gir«ikS. In der ausgedehnte« Diskussion»«urteilten fast sämtliche Redner die Haltung de» HsuptverstantzoS. Nachdem Eiühmer verschiedentlich saine Haltung gerechtfertigt hat, wftv die Barsammlung vertagt. Berichtigmig. In dem Berichte über den VerbandStag der Handlungsgehilfen in der Heinigen Morgenausgabe haben sich'einige Druckiehter«tngeschlichen. Für die Werbezeuirale wurde Ucko— nicht Hugo— und für die Lagerhalter B o h n e l— nicht Löhner— gewählt. D«rtfcher Metallenchotter- Verband. Donnerstag, den SS. Auni, abend» ö Uhr, Branchenvertammkung der Elektromonteure und Helfer Groji-Berlin«. Tagesordnung: 1. Vortrag: Dar Aufbau de» deutschen»irischaftSlebenS. S. Bronchen � angelezevbeiten. 3. Verschiedeue». Die ZiertraucnSleiite werden ersucht. eine Stunde früher zu kommen. Da» Qi scheinen allrr Kollegen ist dringend erforderlich. Donnerstag, den?8. Juni, abend« 7 Uhr. Branchenverfammluna der tiraoeure und Ziseleure im„Dretdmer Eaften", Dresdener Strasse 4b. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu den Lobn- und Arbeil», vethälinissen in den anderen»Städten. 2. Berlchiedere». Ohne Mitglied»- buch kein Zuttitt. Arbeitslose. De» OuarlalSichlnsse» wegen findet in der?kbgave der Bücher solgenve Aendernng statt: Diejenigen Kollegen, deren Roche am 2«. nnd 27. Juni endet, geben ihr Buch am 2S. Juni ad und holen am 27. Juni Geld, am 20. Jum endet, geben ihr Buch am 27. Juni ab nn* holen am 38. Juni®tib, am 30. Juni endet, geben ihr Buch am 23. Inn, ab und holen am 30. J,ni Seid, am t. Juli endet, geben ihr Auch am 30. Juni ab nnd hole« am 2. Juli Geld. Slrn Dienstag, den» 1. Ju!:. bleiben die Schalter während de» ganzen Tage» geschlossen. DonnerSlaz, de» IS. Juni, abend« I Uhr. Äesiammlung aller in den Schreibmaschtnenbetrieben beschäftigten Mechaniker, HUsSarteUar und Arbeit ermnen im Lokal von Wegener, Gehdklstr. 30. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum KoSoltiv-vblommeu. 2. Diskussion. Zahlreiche» Erscheinen wird erwartet. Diukscker Holzarbeiter» erbanv. Frchtaa. den 27. Juni, abend? 7 Uhr, im G-wari schaftsh aus, grosser Saal: Ausserordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom BerbandSto-g und DiSkussio«. 2. Wahl der Beisitzar im Haupt- vorstand. S. Wahl der Beisitzer im Gauvorstand. M u si k in st ru« e n t e n ar bei t e r aller Branchen! Donnerstag, ven 2ö. Juni, abend» 7 Uhr, in Breuer? Festsäle» (früher 5tömgpbank), Grosse Frankfurter Str. 117: Mitglieder- Versammlung. Tag»Sordnu«g: 1. Bericht von den Vcrhantz- lungen über die Teuerungszulagen und Ferien mit den Unter- nehmern der Klavier-, Klaviaiur- und Mechanik'Industrie. L. Be- richt von der Generalversammlung. 8. Verschiedenes. Pnlverkabrtk Opanda«. Sämtliche VerirauenSleitte und' Rngefiellten- Ausschüsse iressen sich am Donnerstag, den SS. Jnto, mittags 12 Uhr, bei Dickvotz, Berlin, Strelttzer Straße 10. Die kaufmiinnischen Angestellten de« Tvrit-nnd Bikörgewerbes nahm den Bericht über die Verhandlungen der am Sonnrag voraus- veranstalten am Donnerstag, den 2S. Juni, abends' 5 Uhr. im Schustheltz. . gegangene« Henoralversammlung der VerwaAnngSstelle entgegen.) Neue Jatobstr,«ine Bwsawmluug, die sich mit de» Tarisverhand lungen be- ! Auf Anrrag wurde beschlossen, vre Heide« wichtigsten Punkte.: L Tb- 1 schästigt. I - 16. DstttM? Hamburg, 23. Jum 1313.! Heut« würbe Hier's» IS. beutsche Genossenschaftstag eröffnet.[ Die Tagung ist außerordentlich reich mrS allen Teilen des Reiche-! beschickt. � Von den Vertretern der BeHorden begrüßte Senator Garrels s dcn Berbcmdslag im Namen des Hamburger Senat-. Das Reichs- MirtschaftSministsrium ließ durch einen JSertreter erklären, daß r-umS sprach den Konsumvereinen seine Anerkennung aus über � ihr verdienstvolles Wirken während der Kriegszeit. Für die Ge»! ncralkommisson der Eewe-lscheft-n sprach Wilhelm Jans s o n, der das enge Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Genossen» schaftmi hervorhob. Mit lebhaftem Beifall wurde die Versicherung deS Sekretärs 23 i LH e I m vom Fentralverband der österreichischen Genossenschaften angehört, daß die genieinsame Rot die öfter- reichischen und die deutschen Gennssenschafter noch jusammen führen werde. In einem grwßangelsgten Referat über's« Entwicklung»es Zrntralverbandes deutscher Konsumvereine betonte Heinrich Kaufmann die Notwendigkeit der weiteren Ausdehnung der genoffen- schaftlichen Tigenprodultion und der Stärkung des EigenkapitalZ. Diese müsse erreicht werden iurch Erhöhung der Geschäftsanteile und Ausgabe von Obligationen. Die G roßeinkaufsges ellschaft deutscher Konsumvereine muß mehr als bisher in den Dienst der Boli'ernäörung gestellt werden. Tie Konsumgenossenschaften sind deaÄlratische. g-meinwirtschaftliche Organisntionen. Sie find die wichtigsten Träger der Gemeinwirtschast neben Reich, Staat und Gemeinde. Sie muffen daher überall Anerkennung finden. Die GroßeinkaufSzesellschaft deutscher Konsumvereine war während de» Krieges fast völlig ausgeschaltet. Aber vielleicht wich es in Zu- iunft hcsßen:„Der Stein, der vcn �en Baumeistern verworfen ist, ist zum Scksten geworden".(Lebh. Teisnll.) B ä st l e i n- Hamburg, der über die Maßnahmen des S3»r- stände» berichtete, sagte, daß da» Jahr lS15- ein LeidenSfahr für die Konsumgenossenschaften gewesen sei. Wohl fanden die Behörden schöne Worte, aber die berechtigten Ansprüche der Konsumvereine NviSen viitlfach nickst drfüllf. Gegeft die wmnr* akterffZnds. die sich so sehr gegen die Sinschaltung der Konsumverein« wenden, muß gesagt werden, daß sie. namentlich bei der Zuckerwirischaft vieftach Wucher treiben. Ter deutsche Ttädtetag ist gegen die Ge- Währung von Rabatt bei den rationierten Waren durch die Kon- sumvereine. Warum hat er nicht dafür gesorgt, daß den KriegS- gefellschaften die Auszahlung von Dividenden verboten wurde? (Sehr gut!) Es ist bedauerlich, daß keine Genossenschafter in die FriedenSdelezatisn nach Versailles entsandt wurden. Mit dem bikberigen Softem der Planwirtschaft muß gebrochen werden; selbstverständlich muß die Rationierung bei manchen Artikeln«ufrecht erhalten werden. Aber namentlich die Art der Erteilung der Einsuhrerlaubnis muß geändert werden. Nur so ist an einen Ab- bau der Preise zu denken. Wir fordern, daß von den Textilien 25 Proz. den Konsumvereinen, 25 Proz. den Handwerkern, 25 Proj. den landwirtschaftlichen Genossenschaften ülxelassen werden. Tue Entwicklung einer vernünftigen Gemeiiiwirtschast muß unser Be- streben sein.(Lebh. Neifall.) Nachdem Banse-Köln darauf hingewiesen hatte, daß im besetzten Gebiet der freie Handel ein Sinken der Preise bewirkt habe, wurde eine Entschließung im Sinne der Referate angenom- man. Darin wird insbesondere eine stärkere Belieferung der Kon- sumvcreine und die Einschaltung der Großeinkaufsgesellschaft der- langt. Paul H»ffm»nn« Magdeburg herichwte üb« die parla- mentarische Bortretung der Konfumgenossenschaften. Eine Eni- schlteßung, in der gewünscht wird, daß such in Zukunft Sei der Aufstellung von Kandidaten für die Parlamente praktische Genossen. schafter berücksichtigt werden, wird angenommen. Senator Lorenz- Hamburg spricht über Angelegenheiten de» Jwterwction'rfcn Genossen fcheftsbundes. Er«Mahnt dabei, daß all« GroßeinkaufSgcsellfchwften von Bedeutung während de» Kriege» ihre Umsätze hätten steigern können, nur die doutschen nicht. U oberall machen sich Bestrebungen gevend, die internationalen Ge- noffenschafte» wieder zusammenzuführen. Die englischen Genossen- schafter protestieren gegen die harten Friedensbedingungen. Die genossenschaftliche Arbeit ist eS, die unserem Vslke wieder bessere BerhÄtniss« schassen wird, l Lebhaft er Beifall.) Lange- Berlin: Ich habe einen Protest der deutschen Ge- nossenschaft« gezon den Frieden von Brast-LstowSk und Buk*»est »«stftßt. Ich Bckdsiwe. haß die öeiftschon Geneffenfcha�fter damalZ nicht soviel internationale Solidarität aufgebracht haben.(Zustimmung und Lärm.) Der Zentralvevband deutscher Konsumverein: hat die Kriegspolitik in Deutschland gestützt.(Erneuter Lärm.) Der Unverstand der Massen zeigt sich auch darin, daß sie die jetzigen Leute in der Leitung läßt.(Großer Lärm.)— Der Referent weist diese Borwürfe unter stürmischer Zustimmung zurück. Die Ge- nofsenschaften haben stets im Sinne des VeiftändigungSftiedenS gewirkt. Eine Entschließung im Sinne de» Referats wird ange- nommen. Es folgt ein kurzer Bericht Heinrich Kaufmanns über die Unterstützungskasse, die der Rirgrcht de? Du�sichtZamtS unterstellt wird. Er empfiehlt die Erhöhung der Beiträge auf 4 Proz. E» wird so beschlossen. Die ArbetiSgemsinschaft sozialistischer Techniker wurde am 17. Kuni gegründet. Ihr Zweck ist nicht gewerffchestltche oder berussstän- dische Arbeit zu treiben, iondern den Ideen de« reinen Sozialismus in den Kreisen aller technisch Übcrufs tätigen weitestgehend Eingang zu» ser- schaffen. Ferner in Tozialisierungtstagen die dringend notwendige Pgx- arbeit zu leisten, die zur Uebersührung unseres gesamten Dirlschastslebens aus der kapitalistischen?:odulti»n»wei>e in die sozialätäche Memewwirt- schaff erforderlich ist und den sich bildenden Trägern der Sozialifierung in den Kreisen de« bandarbestenden Proletariat» dl« so bitter notwendige. nur von ideellen Momenten getragene Hilse de« geistig- technischen Prote- tariar» zu leisten. Durch Kurse über technische Fragen in den Kretien der Arbeiter, und Betriebsräte soll diesen die Gelegenheit gegeben werden, sich schnellstens in vie Materie einzuarbeiten, die ihnen aas zur Ausübung ihrer ausbauenden Tätigkeit erforderliche geistige Rüstzeug liefert. Der geschästssührende Ausschuß besteht ans den Kollegen Petersen, Muth und Schueidratns. Büro: Berliu-Steglitz, Kohenzollernstr. 6 bei ßng. Priersen, Mittwoch,?>/, Ubr Mitgliederversammlung, In den Zelten 23, wozu alle aus sozialistischem Boden stehenden Kollegen eingeladen find. Die NoSkegarde. Diese im Sts-lag der«uchiandlimz BorwärtS als .Flugschrist«! der ReoolMion' erschiei me Schrät von Ernst Heil- mann gibt eine geschichMch-politische Zusammenfassung der putschistsslben Phase der gegenwärtigen Revolution und nimmt Stellung zu den Angriffen gegen die Negierungstruppen. Sie ist eine beachtenswerte Erscheinung der RevotuttonSliterawr. Der Preis ist 85 Pf. verantwortlich für Politik Aftnr Zirll», Charlottenbnrg, Kx den übrigen Teil de» : stlr Anzeigen: Tbeodor Glocke, Berlin. B erlag: Blattes: Ali reo Vckolj. NeukSlln Borwärt«-Zerleg S. rr b. H., Berlin. Druck: Borwärrs-Buckdruckeret Verlagsanstalt Paul Singer u. To. w Berlin. And enltr atze S. und GelozonheitskSuso in Mhr$tt UWikvEsUMeN. Q, SchSiepliacke� AriodrichsSr. 2 IS, Ecke Kochstr. ZkLÄtjUZKSR! vez. in ü. vertvariue rn lsoiiß, Xrniren reirenc!, rote Punkte, stl.».:a?et>Le lZilbirtion. Kriiec r i! i v.ol I ig Apoiu.Scr-.ni Heut- sussc'.ilagsalbe. 2 Töpfe(zu einerKurunbcdingt erfurderl.) 6M. Glänz. 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