Nr.3Z3. 36. Jahrg. Bezugspreis: VicÄeliährl. 9,— SKt, monatL 8,— Mk. frei ins Saus, voraus zahlbar. Post« bczug: Monatlich Z�- Mi., exll. gu« stellungsgebllhr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich»Ungarn 6,ZZ Mb, für da» übrige Ausland 10 25 Mi., bei täglich einmal. Zustellung 825 MI. Poftbestellungen nehmen an Dänemark, Holland, Luxemburg, Echmeden u. die Schweiz. Eingetragen w die Post-Zeitungs-Preisliste. Der„Vorwärts" mit der Sonntag»» benage„Volk u. Zeit" erfcheint Wochen» täglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adreffe: „Sozialdemokrat verlin». Morgen Ausgabe. berliner Nolksblatt. ( 15 Pfennig� Anzeigenpreis: Sit achtgelpaltcxe Rtnpareillezeilt kostet 1,20 MI.„«leine Anzeigea», das lettgedruckte Dort 50 P'j. fzuläfstg 2 fettgedruckte Sorte), Jedes weiter« Wort 23 Sf(. Stellengefuche und Echlafstelleneuzelgen de« erste Wort <0 Pfg.. jede««eitere W»r! 20 Ptg. Worte über l5 Buchstabe« zählen für zwei Worts Teuerungszufchlag 50o/„ Familien> Anzeigen,»tlitifche und xewerifchaftliche Verein»- Anzeigen 1,20 MI. die Zeil« Anzeigen für die nächste Nummer inliffen bis S Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin EW 62. Lindenstrage 8, abgegeben werden.(Beöffnet von S Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fosialdemokrat» leben parte! Deutfchlands. ReSaktion und Expedition: SM. öS, Lindenstr.Z. Fernsprecher: Amt Morinpla«, Nr. 15190—15197. Freitag, den Ä7. Juni vorwärts-verlag E. m. b. H., Sw. öS, Lindenstr. S. Fernsprecher: Amt Moritiplati, Nr. 117 33— 51. General Berlin, 26. Jim:. WTB. Oberschlesische und französische Blätter bringen eine Warschauer Drahtmeldung, wonach die pol- nische Gesandtschaft in Wien folgende angeblich ausgefangene Runddepesche der deutschen Regierung in ihren Hän- den habe:„Regierung wird unterzeichnen, trotzdem werden Ho er- sing für Schlesien, W i n n i g für Ost- und Westpreutzen den Krieg gegen Osten erklären. Regierung wird sich offi- ziell widersetzen, inoffiziell aber das Unternehmen mit allen Kräften unterstützen." Die Gründe für diese Erfindung sind durchsichtig, dennoch sei mit allem Nachdruck festgestellt, dost die Reichsrcgicrung solch ein Telegramm nie abgesandt und solch eine Haltung nie cingenmmcn hat. Ihr ist es nach dem furchtbar, schweren Entschluß der Unter- Zeichnung unbedingt ernst mit der Durchführung des Vertrages, allerdings kommt dieser ihr unveränderlichec Entschluß ohne ihre Schuld in ein zweifelhaftes Licht, wenn einzelne, wie z. B. der General Hoffmann erklären, daß sie auch gegen den Willen der Regierung die Bestimmungen des Vertrages nicht anerkennen und sich ihm mit Gewalt widersetzen werden. Gegen solch unvcr- antwvrtliche Durchkreuzung unserer RcichSpolitik wird die Regie- rung jedes nötige Mittel anwenden. Gegen General Hoffmann ist bereits daS Erforderliche veranlaßt worden. Die Korrespondenz, die sich nicht gescheut hat, da? Reichsinteresse durch Verbreitung der Hossmannschcn Kundgebung schwer zu schädigen, hat der Reich?- wehrminister verboten. Nllo solche Unternehmungen und Auf- rufe auf eigene Faust sind Ausflüsse einer irregeleiteten B a t e r l a n.d s l i e be, die der Gesamtheit teuer zu stehen kommen. Die P. P N. melden: Am Donnerstag wurde in Berlin ein Flugblatt verbreitet, welches in empörender Weif« den General Hoffmann als den Retter Deutschlands aus der Schmach feierte. Mit Rücksicht darauf, daß es stch hier um den Versuch handelte, den Hochverrat eines Generals, der deshalb seine« Postens enthoben und zur Verantwortung gezogen worden war, zu verherrlichen, hat der Reichsweh rm mister die Weisung gegeben, daß dieses Flugblatt beschlagnahmt wird und die Verteiler desselben festgenommen werden. Unterzeichnung am Sonnabend. Siegesfeier in Paris. V e r s a i l l c s, 26. Juni. Der Oberste Rat der Alliierten bat, einer Meldung des„Tcmps" zufolge, beschlossen, die Unterzeichnung des Friedensvertrages auf Sonnabend, den 28. Juni, 3 Uhr nachmittags, festzusetzen. Die Regierung hat beschlossen, eine Siegesfeier a m 1 4. I u l i anläszlich dcS Nationalfestcs abzuhalten. Hermann Müller und Tr. Bell nach Versailles. Paris, 26. Juni. fHavaS.) Wie„Tcmps" meldet, beschloß der Biererrat, die deutsche Regierung aufzufordern, binnen kürzester Frist eine mit weitgehenden Vollmachten ver- scheue Abordnung zur Unterzeichnung d e S Vertrages nach Versailles zu entsendeu. Berlin, 26. Juni. Die Reichs mini st er Her- mann Müller und Dr. Bell haben sich auf einmütiges Ersuchen der RcichSrcgiernng entschlossen, a!S Bevollmächtigte in Versailles den Friedensvertrag zu unter- zeichnen. Sie haben geglaubt, unter dem furchtbaren Druck der Volksnot und dem unbedingten Bedürfnis, endlich zum Fri-dcn zu konimrn, sich diesem letzten und persönlich schwersten Opfer nicht entziehe» zu können. Paris, 26. Juni.(Havas.) Gestern wurden die Kandidaten für die F r i e d e n S k o m ni is s i o n der Kammer bestimmt, die etwa 66 Mitglieder zählen wird. Die Kommission besteht auf weitgehender Enttchädigung und wird verlangen, Deutschland nicht vor dem Tage in den Völkerbund aufzunehmen, an dem cS volle Viirgschaft dafür bieten könne, daß cS den Frieden nicht mehr stören werde. Die große Mehrheit der Friedenskonferenz wird der Ratifizierung des Vertrages zu- stimmen._ Einstellung der tschechisch-ungarischen Kämpfe. Prag, 26. Juni. sTschechoslowakischeS Preßburean.) Auf Grund des DrabtungSwechselS zwischen General Pells und dem niagya- riichen VolkSbeauftraglen Böhm wurden die Feindseligkeiten an der slowakischen Front am 24. um ö Uhr jrüh eingestellt. Eisenbahnerstreik! Auf Grund des 8 9 dcS Gesetzes über den Belagerungszustand ordne ich an: z 1. Sämtlichen innerhalb meines Befehlsbereichs beim Eisen- bahnbetriel« beschäftigten Personen ist bis auf weiteres verboten, wenn sie nicht den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit erbringen 1. die Arbeit niederzulegen, 2. von der Arbeit fernzubleiben, 3. die Arbeit zu verweigern, 4. ohne Zustimmung ihrer Dienstvorgesetztcn die Arbeits- stelle zu wechseln. 8 2. Personen, welche die Arbeit bereits niedergelegt haben, haben die Arbeit am 28. Juni wieder aufzunehmen, wenn sie nicht den Nachweis führen, daß sie arbeitsunfähig sind. 8 3. Den im 8 1 angeführten» sowie sämtliche» anderen in meinem Befehlsbereich befindlichen Personen ist verboten, im Eisen- bahnbctrieb Beschäftigte mündlich oder schriftlich oder durch Brrtci- lung von Drucksachen, Erlaß von Aufrufen oder sonst in irgendeiner Weise zur Nicderlegnng der Arbeit, zum Fernbleiben von der Ar- bcit, z« deren Venveigerung und zum Wechsel der Arbeitsstelle ohne Zustimmung von Dienstvorgesetztcn aufzufordern oder anzuregen. 8 4. Alle Zuwidcrhandlungc» gegen die Bestimmungen der 88 1, 2 und 3 werden, sofern nach den bestehenden Gesetze» keine höhere Strafe verwirkt ist(vcrgl. 8 89 N.St.fH.B.: Landesverrat) gemäß§ 9 des Gesetzes über den Belagerungszustand mit Gefängnis bis zu einem Jähre bestraft. Berlin, den 26. Juni 1919. Der Oberbefehlshaber: Noske, ReichSwchrminister. die Lage in Hamburg. Wie uns um 9 Uhr abends aus Hamburg mitgeteilt wird, ist die Lage in Hamburg noch unverändert. Die Verhandlungen gehen weiter, die R eg i e r n u g s t r n p p e» stehe« in Wandsbek, vor den Toren Hamburgs. Bemerkenswerte Zugeständnisse. Hambnrg, 26. Juni. Im Auftrag einer Kommission deS fTcnatS und der Arbeiterschaft erfolgt eine Veröffcnt- lichung, wonach gestern Vertreter deS Senats, der Zwölferkom Mission, der Betriebsräte, des Arbeitcrrats und der dvri saziaUfti fchcn Parteien zu einer Sitzung im Rathaus zusammentraten, um die Mittel zu beraten, ohne Hinzuziehung ortsfremder Truppen die Ruhe wiederherzustellen und weiteres Blutvergießen zu vermei- den. Eine Kommission begab sich nach Wandsbcck» um mit dem Kommandeur der dort eingetroffenen Rcgicrungstrnppcn Oberst v. Wrcde zu verhandeln. Unter der Bedingung sosorti- ger Einstellung aller Feindseligkeiten, inSbeson- dcrc dcS Vorgehens gegen die Bahrenfclder, Herausgabe der im RathauS gemachten Gefangenen bis Donnerstag, 8 Uhr vormittag?, RllckAabe der widerrechtlich geraubten Waffen, .Rückführung der befreiten Gefangenen und der Zusage, daß die militärischen Behörde«, insbesondere die Kommandantur, nicht g e st ö r t werden, wurde zugesagt, daß zunächst nicht in daS Hamburger Staatsgebiet einmarschiert werde. Der Antrag der Kommission wird nn die vorgesetzten Be- Hörden, darunter die Kommandantur Groß-Hamburg, zur Ent- schcidung weitergegeben. Im Laufe des Donnerstagvormittags sammelten sich überall große Menschenmassen, die die Zerstörungen dcS inneren Stadt- viertel» besichtigten. DaS Ereignis wurde � lechhaft besprochen. Soweit festzustellen war, wurde die Ruhe nirgends gestört. Der Verzweiflungskampf öer Türkei. Der Versuch der Unterjochung rein türkischer Gebietsteile in Kleinasien durch Griechenland hat in der Türkei einen Kampfgeist von ungeahnter Leidenschaft entfaltet. A m st c r d a m, 26. Jniii. Die englischen Blätter vom 24. d. M. veröffentliche» eine Rcutcrmeldimg, der zufolge die Lage in Klein- a s i c n außerordentlich ernst ist. Es besteht die Gefahr, daß die griechischen B c s a tz u n g S t r u p p e n von de» Türken vollständig auS Kleinasicn hinanSgcdrängt werden. Die Griechen erwarten Verstärkungen auS Saloniki. Amsterdam, 26. Juni. Nach einer in den englischen Blättern vom 24. d. M. veröffentlichten drahtlosen Meldung aus Moskau bat in P e r s i e n ein G u e r i l l a k r i e g gegen die britische Besatzung begonnen._ Rache! Paris, 26. Juni. fHavaS.) Mehrere Kammer Mitglieder haben eine Entschließung eingebracht, welche die möglichst rasche Zerstörung des N i e d e r w a l d- D en km a l S als Züchtigung D e u t i ch l a n d S für die Versenkung seiner Flotte und die Verbrennung sranzösischer Fahnen fordert. Laßt Euch nicht verwirren. Die Zeit scheint gekommen zu sein, in der die fortgesetzten Wühlereien und politischen Agitationen der links radikalen Kreise Früchte tragen. Seit Monaten schon wird in allen Orten des Reichs und fast in allen Fabriken fieberhaft daran gearbeitet, die Arbeiter mit Unzufriedenheit gegen alle öffeni- lichen Erscheinungen zu erfüllen und diese Unzufriedenheit in politische Aktionen umzumünzen. Es kann kaum einen Zweifel geben, daß die Plünderungen und Aus- schreitungen, die in Hamburg, in Berlin in der ver- flosseneu Nacht in Schöncberg und in einigen anderen Orten des bteichs stattgefunden haben, von gewissenlosen Draht- ziehern vorbereitet wurden, und in denen die nach außen als Ucbeltäter Erscheinenden häusig genug nichts als die ver- führten Opfer sind. W'r wissen ja, wie die Märzunruhen in Berlin entstanden sind. Damals begann es auch mit Plünderungen und wilden Pöbelexzessen, die aber organisch sich zu regelmäßigen Straßenschlachten mit politischen Zielen entwickelten und die von politischen Parteien geleitet wurden. Tie Entwicklung in Hamburg verlief in den gleichen Linien, und es kann keinen Zweifel geben, daß die Dinge, die in Berlin in diesen Stunden jeder Mensch reifen fühlt, der bestimmte Erfolg planmäßiger Putschorganisation ist. Der normale Gang der Arbeit für die politische Umsturz- Propaganda beginnt mit der scheinbar rein g e w e r k- f ch a f t I i ch e n Agitationsarbeit. Uns liegen Nachrichten aus Dutzenden von Betrieben vor, in denen die Arbeiterschaft und die Angestellten zunächst mit allen Mitteln der.Propa- ganda, mit Verbitterung über ihre wirtschaftliche Lag« erfüllt werden. Wenn die Leidenschaften zur Siedehitze gesteigert sind, dann wird eindringlich an das Solidaritätsgesiihl der Arbeiter appelliert und ihnen erklärt, daß die S o l i d a r i- tät für alle Proletarische Aktionen, auch ivenn sie politischer Natur sind, geübt werden müsse. Die Propa- ganda ist häufig geschickt und man hofft mit ihr das Ziel des inneren Umsturzes in Deutschland erreichen zu können. Der Solidaritätsbegriff wird hier mißbraucht. Man kennt die Zauberkraft, die das Wort„Solidarität" auf die Arbeiterschaft ausübt. Und man hofft aus diesem Umstände Nutzen zu ziehen, um das Durcheinander in Deutschland voll- ständig zu machen. Solidarität im gewerkschaftlichen Kampfe ist aber etwas ganz anderes als Solidarität für politische Kämpfe. Letztere entfällt aber ohne weiteres, wenn die Kampfziele mit der Ueberzeugung der Arbeiter und mit ihrem Gewissen in Widerspruch stehen. Einem S.-P.-D.-Arbeiter zuzumuten, sich für kommunistische Kampfziel« einzusetzen, heißt gröbsten Gewissenzwang ausüben. Dagegen müssen sich die Arbeiter mit aller Kraft wehren. Laßt Euch nicht ver- wirren durch hohle Schlagworte. Mißtraut allen, die Euch für ihre ehrgeizigen Pläne mißbrauchen wolle». Es gibt Elemente von links und solche von rechts, die an der Verwirrung der Massen ihr Süppchen kochen wollen. Wer von beiden Richtungen auch durchkommt, das Resultat wird der von allen gefürchtet« Zusammenbruch im Innern, Bürgerkrieg und Verschärfung deS HungerS sein. Deutschland steht unter dem Drucke der größten Nieder- läge, die je von unbarmherzigen Feinden einem Volke bereitet worden ist. Jetzt müssen alle guten Kräfte im Lande zu- sammcnstehen, um uns aus dem Unglück herauszuarbeiten. Jetzt ist Einigkeit, Geschlossenheit und Arbeit, einige, ungestörte Arbeit an allen Plätzen vonnöteu. Wenn jetzt die innere Front zerbricht, dann müssen Zustände loie in Nußland und ElendSerschoinungen entstehen, in denen gerade für die Aermsten im Volke alles verloren geht, was ihnen' noch Schutz für ihr Leben sein kann. Arbeiter, laßt Euch nicht verwirren! In der Zeit bitterster Not Deutschlands darf keinen Augenblick das Gc- fühl für den richtigen Mittelweg abhanden kommen. Die Kühle des Kopfes und die Schärfe des Verstandes muß stärker bleiben als die dumpfe Hitze künstlich wachgerufener Leiden- schaften. Die Hetzer von links erklären offen, daß die Forderungen gewisser großer Arbeiterkategorien, die z. B. bei den Eisen- bahnern weit mehr ausmachen, als der gesamte Jahresetat de? Deutschen Reiches vor dem Kriege, gar nicht erfüllt werden können. Trotz dieses Bewußtseins wühlen sie demagogisch weiter, um den Konflikt herbeizuführen, in dem die Irre- geleiteten fremden politischen Parteiinteressen dienen sollen. Streiks unter den Verkehrsarbeitern wie unter den Arbeitern anderer lebenswichtiger Industrien werden geschürt. Damit soll die ganze Berliner Bevölkerung getroffen werden. Wir kennen alle die Verbrechen des Märzstreiks. Soll eine ?Zie5erh«lu«z komm?«? Kirf Visinbahnstrei?, der alle Bahn- hofsbetriebe stillegt, müßte sofort die Ernährung der Mit- l?»nenst«dt in Frage stellen. Dagegen muß jeder Front machen, der einen Funken Ncrantwortlichkeitsgefühl in der Brust hat. Die Regierung, der die ungeheure Verantwortung für das Leden und die Sicherheit der Berliner Bevölkerung und des Wirtschaftslebens im Reiche aus den Schultern ruht, hat bereits zu außerordentlichen Maßnahmen zum Schuhe des Volkes greifen müssen. Es gibt keinen Zweifel, daß sie alles anwenden wird, was notwendig ist im Interesse der Gesamtheit. Bei der Situation, in die man uns jeßt mit Gewalt hineintreiben will, muß die nächste Gefahr eine Diktatur von links tein, die man in Hamburg bereits durch Putsche erreicht hat.?ll» Reaktion daraus ist eine Diktatur von rechts nicht von der Hand zu weisen. Beide Formen bedeuten aber Bürgerkrieg, Blut und Zerstörung. Dos muß die Negiermrg verhindern! Das Lebensinteresse der Millionen unseres Volkes fordert das. Mit fester Hand wird sie in diesen Stürmen das Staatsruder führen müssen. H'er gibt es kein Schwanken, kein langes Beraten. In der Stunde der??ot müssen alle Mittel der Rettung rasch angewendet werden. Die Regierunq wird die klare Mitte in den drohenden kämpfen halten müssen. Feste Hand gegen alle Gefahren für das Volksganze— das heißt insbesondere auch gegen die Lebenswittelfälscher und- Wucherer. In dieser Haltung muß jeder Arbeitsmann, der die Schwere der Situation Deutschlands fühlt, treu zur Regierung stehen, die in ibrer Mehrheit aus Arbeitern gebildet ist. Denkt fortgeseht daran, Arbeiter und Genossen, und laßt Euch nicht von gleiß- nerischen Demagogen verwirren. vorübergehenöe Verhaftung öes berliner volizugsrats. Die?.«. melde*: Verläufe der AnÄt vom Mittwoch auf D-nnerTtaz war festgestellt worden, daß zwischen den Leitern deS Hamduroer Auf- rnhr-j und Mitßliedcr« deS Berliner BolltngSrntS eine Serbinduna Kergestellt war. So* Hamburg aus war nach Berlin dte Ritteilunz seßonge», daß gehofft werde, jetzt von Hamburg aus die zweite Revolution übet das ganze Reich einzuleiten. Tarauf ist von Berlin auS, aus dem Hause deS BollzugSrateS geantwortet worden„Bravol" und angetiindigt worden,„Wir werden sehen, daß wir noch heute abend Vertreter senden." Es steht weiter fest, daß von Hamburg nach Berlin die Zeitteilung gegeben wurde— und zwar wieder nach dem AmtSlokal de? Boll- zugsratrS—, daß in Hamburg eine großzügige Bewaffnung des Proletariats.' durckgesührt werden soll, um Hamburg in eine» Berreidigung?- zustand z» setzen, der es ermöglicht, einen großzügigen Kamps gegen die Truppen durchzuführen, die von der Regierung gegen Hamburg«ingcsetzt worden sind. GS war selbstverständlich Pflicht der verantwortlichen Ttcllen, derartige Bestrebungen, die zur Folge haben könnten, daß unab- sehb«es tlnheil über die Stadt hereinbräche, im Keim zu er- sticken. Teilwege» war der Befehl gegeben worden, die komm»- «istischen und unnbbängigen Mitglieder des BollzugSratS z« sistie- re», uin in den Geschäftsräumen des Bollzugsrates Haussuchung zu balte». Da festgestellt worden ist, daß keiner der Sisticrten das frag- liche Telephongefprach mit Hamburg geführt hat, wurden alle Sistiertcn vorläufig wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Hufstand in Hamburg muß schon darum rasch und euer- gisch beendet werden, weil die Lebensmittelversorgung Deutschlands jetzt in der Hauptsache von Hamburg erfolgt. « Hamburg, 2C. Juni. Aach dem gestern getroffenen Abkomme» zwi schon der Arbeiterschaft und dem Kommandeur der in Wandsbeck eingetroffenen Reichswehrtruppcn wird, wie d--r Kommandant von Groß-Hamburg, Lompl, mitteilt, die p o l i- tische Gewalt nachwic vor von Senat und Bürger- s ch a f t und die vollziehende Gewalt gemäß dem Brlazcrungszu- stand durch ihn ausgeübt. Als das ZKitteilungsWatt des Hamburgischen Korrespondenten eine Bekanntmachung des Kommandan- ten. daß er die Geschäfte weiterführe, und daß die Volkswehr nicht entwaffnet werken diirjv, veröffentlichte, drangen Bewaffnete in die Druckerei ein, um unter Drohungen mit dem Revolver das Rc- dattionspersonal zu verhaften. Der anwesende Chefredakteur Nage! und der politische Redaktour Schumann des Hamburgischcn Korrespondenten wurden zum Rathaus« vor die dort tagende Sechfcrkommission geführt. Nach ihren Erklärungen, daß der Auf- ruf ihnen einwandfrei durch den Kommandanten Lampl zugestellt worden sei, wnrdcn sie wieder entlaffen. Eine weitere Bek«nntmachung des Kommandan- t e n Lampl besagt, daß die in Wandsbek-Altorw und Umgebung befindlichen Reichswehrtcuppen zum Schutze des Lebens und Eigen- tums der Einwohnerschaft von Groß-Hamburg eingetroffen seien. Ter Führer der Reichswehrtruppen, Oberst von Werder, hat erklärt, daß eine Entwaifnung der durch die Regierungen von Groß-Ham- burg-Altona und Wandsbek gegründeten Einwohnerwehren einem Bruch des gestern abend getroffenen Abkommens gleich- kommen würde, und ferner, daß eine Beschränkung der Pressefrei- heit, besonders Beschlagnahme von Bekanntmachungen oder Ver- Hinderung der Verteilung von Zeitungen, emen Bruch des Abkom- mens bedeuten würde. Tie Bolkswchr hat erklärt, daß sie gegehenrnfalls gegen die Re- gierungStruppen nicht schießen werde. Die Verhandlungen über den Eisenbahner- ftrekk. An den Einigungsverhandlungen zwischen Arbeitnehmern im Eisenbahnministerium nahmen gestern als Vertreter der Regie- rung die Minister Südekum, Hirsch, Heine, Schmidt, Stegerwald, Oeser teil. Außerdem waren u. a. das Reichsfinanzministerium und das Kriegsministerium vertreten. Von Arbeitnehmern waren die Vertreter der vier großen Eisenbahnerverbände.' des Deutschen Eisenbahnervcrbandes, des Allgemeinen EisenbahnerverbandeS, der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner und die Gemeinschaft der Staalshandwerker und-arbeiter anwesend. Die Eiscnrahnarbciter begründeten ibre Forderung mit der fortgesetzten Steige- rung der Lebensmittelpreise, die sie zur Aufrecht. «Haltung ihrer Forderungen zwängen, obwohl sie die schwierige Finanzlage des Staates anerkennen. Reben den allgemeinen Forde- rungen verlangt der Allgemeine Eistnbahnerverband eine einmalige Zulage, gestaffell nach dem Familienstande der Ar- beiter bis zu IWO Mk. auf die Familie mit 2 Kindern.— Finanz- minister S ü d e k u m wies auf die« u ß e r o r d e n t l i ch s ch w i e- rige Finanzlage Preußens bin. Tie Forderungen seien nicht erfüllbar. Tie Zuschüsse für die Eisenbahnen würden sich der Vor- ausstcht nach aus 3600 Millionen Mark, wahrscheinlich auf über 4000 Biillionen Mark im laufenden Jahre stellen. Für 1918 und lOlO sei bereits mehr als ein Drittel des Eisenbahnanlagekapitals in Vorschüssen und Zulagen an die Eisenbahner gezahlt worden. Die Kredite des Staate» seien erschöpft, es müßten neue ange» fordert werden. Ter Eisenbahnminister Oeser ergänzte die Ausführungen deS Finanzministers und bezifferte den Jahresbedarf der Eisenbahnen auf 3700 Millionen Mark. Durch die Erfüllung der Forderungen Würde sich ein weiterer Fehlbetrag von 3403 Millionen M. ergeben, so daß das Gesamtdefizit 7100 Millionen Mark betragen würde. Diese Dummen konnten nicht ausgebracht wer-- den. Wenn man sparen wolle, ginge das nur an den Personal- ausgaben und man müßte bei Bewilligung der Forderungen von den 130 000 bis 180 000 Arbeitern, die infolge der Demobilmachung eingestellt worden sind und augenblicklich zuviel beschäftigt würden. die meisten entlassen. Tariferhöhungen iecen in diesem Umfange nicht möglich, denn sie würben zur Folge haben, daß der Frachtentarif damit gegen den Stand am 1. April 1918 um mehr als 400 Proz. verteuert würde, die Pcrsonentarife müßten noch einmal verdoppelt werden, so daß der Kilometer Fahrt 4. Klasse 6 Pfennige kosten würde. Reichsernährunasminister Schmidt weist darauf hin, daß eine Erhöhung der LebenSmitteleinfuhr nur bei einer Steigerung der Arbeitsleistung nröglich ist. Die Ver- Handlungen wurden durch eine» Zwischenfall unterbrochen. Es wurde berichtet, daß die Berliner Be- zirksleitung des Deutschen Eisenbahnerverbandes verhaftet worden und daß der Streik in Berlin um 6 Uhr abends proklamiert worden sei. Der Kriegsminister Reinhardt fuhr darauf mit dem 25e- zirksleiter zum Reichswehrminisier RoSke und berichtete nach fei- ner Rückkehr: In den Bureaus der Bezirksleitung de» deutschen Eisenbahnerverbondes, in dem auch die Geschäftsräume des Zentralverbandes deutscher Eisenbahner untergebracht sind, wurde nach Mitteilung an den Justizminister Heine ein Flugblatt des Spartakusbundes in 500000 Erem, plaren vermutet. Tie Untersuchung ergab, daß die Flugblätter, in denen ganz unverhohlen zum Sturz der bestehenden Regierung aufgefordert wurde, tatsächlich vorhanden waren. Sie wurden öe- schlagnahmt. Die Verhasteten wurden zum größten Teil«nt, lassen, nachdem der Bezirksleiter versichert batte, daß kein Mit- glied der Bezirksleitung mit dem Flugblatt etwas zu tun hatte. ,Etn Mitglied des Zcntralrates erklärt«, daß der Zeninalrat eben- fall» mit dem Flugblatt nichts zu tun habe, betont« aber anderer- seits, daß die Zentralleitung die Absicht hat. den Generalstreik zu proklamieren, wenn die Verhandlungen scheitern würden. Ter Kriegsmini st er hatte vorher die Erklärung abgegeben, daß «in verkehröstreik unter den heutigen Verhältnissen ein Ver- brechen am Volke sei, daß der Wehrminister daher ihm mit allen Mitteln entgegentreten will. Gegen 11 Uhr abends war die Lage Nocks ungeklärt. Zranzö'sische Pläne im Rheinlanüe. Losreiftung sofort nach Fricdensunterzeichnung. Amsterdam, 25. Junn Der Berichterstatter des„Alge- meen Handelsblad" im Rbeinland schreibt auS Köln, er erfahre aus Kreisen, die von den Plänen der Entente vollständig unterrichtet seien, daß die Franzosen sofort nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages eine große Propaganda zugunsten der Loö- trennung des linksrheinischen Gebiets von Preuße» veranst, Ilten wollen in der Absicht, einen selbständige» Staat zu errichten. Die Engländer werden nach den Informationen des Korrespondenten nichts dagegen unternehmen. In den Bestimmungen über die Besetzung der Rheinlande, die in den nächsten Tagen veröffentlicht werden sollen, ist alles vorbereitet, was den, Plan der Franzosen förderlich sein kann. Es ist nicht beabsichtigt, auch rechtsrheinisches Gebiet an dielen Zukunftsstaat anzugliedern. DaS Lockmittel, womit man die linksrheinische Bevölkerung gewinnen will, besteht i» Vorrechten bei der Lebensmittelversorgung und in anderen Zugeständnissen wirtschaftlicher und politischer Natur. Die Staöt öer Wir»issen von i«; deutschen„guten Patrioten", den Kriegs- gewinnler.'., und iinx» Gesinnungsfreunden im besetzten Gebier, daß sie zu eineni großen Teil ibr Bündel schnüren und den Staub der deutschen Erde von ihren Füßen schütteln. Sie wandern aus, die einen nach Dänemark, nach Schweden und Norwegen, die andern nach der Schweiz. Manche benutzen auch die bis in» besetzte Land verkehrenden französischen Züge und suchen sich im feindlichen Ausland ei» neue» Heim. E» gebt ja alle», wenn genügend ge- ichmiort wird! lind es ist wahrhaslig nichr schwer, die Ursache zu finden, dnß die Znh: dieser Auswanderer immer größer wird: die Aussichte», im neuen Deutschland weitere Schacherverdienste zu erwerben, wird von Tag zu Tag geringer, die Gefahr einer„un- erträglichen" Okkupation der Sparpseimige dieses Gesindels immer drohender. Deutschland ist ar«. Es wird gemieden»an denen, die— mit de»! Maul» und i« lan--e es zu verdienen gab— Wilhelm- unentwegte Tchildhalter waren. Die Solidarität des Kapiials zeigt sich auch in diesem Falle. Im„Kampf", der österreichischen sozialdemokratischen Wochenschrift, geht Friedrich Olnstertitz scharf mit denen ins Gericht, die ehemals mit so statt« patriotischer Geste den deutschen Cbaraiier der Wienerftadl betonten, die sich nicht genug tun konnten, das Lob der Donauperle zu singen. Jetzt?„Sie alle werfen die entthrvnte Stadt. b«s barlo-atze und trouernbe Wien, zu den Tolen und ver- künden stolz,»«ß sie mit Wien nichts zu schassen Haber, wollen." Ws ist»er Ztnch tzor Armut, der auf der Stadt lastet! Dao shemölige wiche Wien war gesucht, wurde gehätschelt, war ein- zoochteie Stadt. Armut aber— lote vielen Menschen ist das bekannt— entehrt, inird gemieden. Heute wird Wien von den österreichische« Ländern, die vorher fvoh waren, ein so gutes Absatzgebiet ,u finde«,«l» Last empfunden. Auch das laßt sich wesentlich begreife». Unentschuldbar aber ist es, daß die Hetze gegen Wien ihre hauptsächlichen Vertreter in der christlichsozialen Partei bat, dieser Mischung aus Zentrums-, antisemitischer und nattonalliberaler Politik. Der Haß dieser Partei gegen Wien bat seine Gründe. Für sie ist Wien ein durch die Revolution verloren gegangener Boden; Früchte sind hier kaum zu erzielen. Es ist zur sozialistisch-republika- nifchen Stadt geworden. Das ist ein genügender Grund für die .klerikalen Mennrchisten", um die Landbevölkerung mit allen Mitteln gegen die früher« Meisterstadt aufzuhetzen. Man sieht, daß auch die„Liebe zum Baterland", zur Vaterstadt, ihre Grenzen und von gewissen Parteien(auch in Teutschland) eine ge- Hei«?, programmatisch« Umschreibung erfahren hat. Die Tausend« van hungrigen Menschen, die große Zahl der Arbeitslosen, all das Elend und die Not, die die sozialdemokratische Verwaltung der Stadt mit allen Kräften zu lindern bestrebt sind, sie werde n vermehrt uns geschürt von einer Partei, die sich ihren ungezählten Reden und Artikeln nach täglich im Oele der reinsten christlichen Liebe badet. Geradezu planmäßig wird nach vorliegen- den Berichten an der Verelendung Wien? und an seiner Isolierung gearbeitet. Und eS ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, daß diejenigen, die sich dieser verberccherischen.Handlungstocise schuldig machen, nach beliebtein Rezept de?! Spieß umdrehen und mit lauten Worten den Sozialismus anklagen. Auch die österreichische Sozialdemokratie ist darübe: hinaus, sich über derartige Anwürfe aufzuregen, aber die traurige Lage Wiens wird durch die Machenschaslen der Ehristlichsozialen noch mehr gefährdet. Sicher ist, daß eine verarmte Zweimillionenstadt eine Last ist für die. die sie ernähren sollen. Wien war„ein Ausdruck des Imperiums, ist nun sein Ucberbleibsel, una seine Last ist für das so reduzierte Fundament zu groß". Und logisch ist weiterhin, daß sich „die Länder wehren, der Riesenstadt als Stütze zu dienen", da ihnen ja keine der Gegenwerte geboten werden, die wiederum für ihren— der Länder— Bestand nötig sind. Hier aber ist der Punkt, an dem sich die politische Falschheit der christlichsozialen Partei offenbart. Sie stellt den Sozialismus als das verderbenbringende Ungeheuer hin, und doch vermag nur der Sozialismus—„die sozialistisch organisierte Wirischast", wie es Friedrich Rusterlitz präzise ausdrückt — Wien zu retten. Es gilt, Wien zu einer güterschaffonden Stadt zu machen; im Augenblick, da das gelingt, wird seine Genesung«in- setzen.„Eine Siadi, die Güter hervorbringt, ist keinem zur Last, wird vielmehr, weil die Ansammlung von Menschen den technischen WirtschaslSprozeß ganz außerordentlich erleichtert, hebt und wir- kungsvoller gestaltet, gegen jederniann, also auch gegen ihr„Hinter- laud", ihre volle, eben aus dem Uebergewicht ihrer Arbeit beruhende Stellung erlangen. Das sozialistische Wien, als die planmäßig» Organisation schaffender und schöpferischer Arbeit, i st die Rettung dieser S t« d t, die als Ueberrcst des früheren Imperiums verloren wäre." Was aber für diese Stadt gilt, wird für viele deutsche Städte sonst gelten. Das Elen�» türmt überall Trümmerberge. Rur planmäßige schöpferisch: sozialistische Arbeit kann sie abtragen und neu überbauen. Politik im Kolleg. Aus dem Hörerkreise der Universität wird uns mitgeteilt: Im Literaturkolleg de? Prof. Hermann Schneider fiel der Tay: „Wir Gebildeten können nicht gut verlangen, daß die Arbeiterklasse sich zu der Höbe eines jeden Kunstwerks erhebt; noch weniger können wir fordern, daß ein jede? Kunstwerk sich soweit erniedrigt, daß es der Arbeiterklasse verständlich wird." Diese Worte Pros. Schneiders wurden niit tobendem akademischen Beifall aufgenom- men. Vom Kolleg vorher saß ich noch ganz in die Gedankenwelt des Mittelalters versunken und wunderte mich über die Maßen, daß zwei oder drei Hörer zu schurren wagten. Doch ach. mein Blick fiel aus das Datum in meinem Kollegheft— den 26. Juni 1010 schrieben wir schon. Da sollte doch wohl das Mittelalter längü hinter uns liegen. Aber weit gefehlt! Mi: heroischer Geste glaubt die hohe Wissenschaft di» Kunst vor Erniedrigung durch die Arbeiterklasse väterlich in Schutz nehmen zu müssen? Und mein Geist stand vor— achtung still. Nun die Arbeiterklasse zur politischen Macht gelangt ist. ist jedes Mittel recht, um gegen sie zu hetzen. Selbst ein so unholitischeS Kolleg wie„Poetik und Stilistik" muß dem Proscflor Schneider dazu herhalten, Stimmung gegen die Arbeiter zu machen. Und die unmündigen- Hörer siampfen endlosen Beifall— im achten Monat der Deutschen Revolution 1913/10. Auf diese Weise wird die Wissenschaft ganz gewiß nicht populär gemacht; noch weniger allerdings würde die Arbeiter- klasse sich im Genießen der Kunst durch Herrn Professor Schneider frören lassen, wenn fein Worr an sie beranreichte. Natürlich gehört auch dieser prosessorale Jugendbildner zum Typ der Rocthe-Klique._ Notizen. — Befreite Sternherm-Bücher. Carl SisriiljeimS „C h r o n i k�von des zwanzigsten Jahrhunderts Beginn" sollte auf Antrag der Staatsanwalischast Leipzig ebenso wie vor geraumer Zeit die Stovolle.Ulrike" nun auch eingezogen und unbrauchbar gemacht werden. Aber da» Schöffengericht Leipzig hal beide An- träge abgelehnt und die Bände der„Chronik" wie die EinzelauS- gäbe»Ulrike" wieder freigegeben. Endlich! — Volksbühne. Julius B a b, der bisherige Drama« turg der Volksbühne, Direktion Kayßler, legt Ende dieser Spielzeit diese Tätiglerr nieder. Er behält jedoch die Leitung des Theater» seminars der Volksbühne bei. Sein Nachfolger als Dramaturg ist der bisherige Direktor des Märkischen Wandertheaters Dr. J o-- Hannes Klaudius. — E i�i neuer Tänzer. Im Blüthnersaal brachten Fred T i nr und Elvira Esüdör Charakler-Phoiitasie- und GroteSiränze. Der erst achtzehnjährige Künstler—'eines Arbeiters Sohn—, der besonder» im Pierrot-Spitzentaliz, in der Foxttott-Pbanlasse und im Schiffsjuiigenlanz lebhaften Beifall erntete, wird schnell als Solo-- tänzer Bedeutung gewinnen. Seine Leistungen verrieten gewissen- hafte Schulung, leine Auffassung wirkliche Kunst. Elvira Esüdör von der Budayester Oper tanzte in sebr geschmackvoll gewählten Kostümen mit erlesener Grazie und Anmut den Slraußscbcn Wiener Walzer und eiitwickelte in ihren anderen Tänzen ein Temperament, das das Publikum mit fortriß. — E' n e neue beut ich« Nordpolarexpedition wird geplant von Dr. Repitzki auS Dabzig und Dr. Walter Geister auS Halle, die gemeinsam in PevermannS Mttteilun- gen ihre Absichten und deren Begründuna auseinandersetzen. Sie wollen das Gebiet um den Nordpol innerhalb des 25. Breiten» grade» in Angriff nehmen und zwar mit dem modernen Hilf-- mittel des Flugzeug?. Die Erpedilion soll von der Westküste Spitzbergens ausgehen und will dann eine Reihe von Etappenlagern mit Proviant und allen sonst erforderlichen Vorräten in Abständen von ungefähr 350 Kilometern aus dem Packeis anlegen. Do würde noch ein Zwischenlager aus einer de« sieben Inseln nördlich von Spitz- bergen in Betracht kommen. Di« Lager sollein auch Besatzung er- halten, die mit wissenschaftlichen Beobachtungen betraut sind. An ein« Vorexpedition wird nicht gedacht, jedoch soll der Trupp mit völliger Ausrüstung zunächst im Sommer einige Lersuchflüge au?- führen, um dann im nächsten Jahre den eigentlichen großen Plan in Angriff zu nehmen. Die zu benutzenden Flugzeuge sollen mit Schwimmern und außerdem noch mit Gleitkufen versehen setti, damit sie sowohl auf dem Meere wie aus dem Eise zu landen der- mögen........... die neuen Steuern. Der frühere Reichsminister der Finanzen, Dr. Dernbnrg, hat in seinem am 2. Mai d. I. in der Berliner Handelskammer gc- baltencn Vortrage den lebensnotwendigen Jahreöbedarf des Reicbcs ohne die uns aus dem Friedensverträge erwachsenen Er- fordernisse auf 17�- Milliarden Mark berechnet, von denen 12 Mit- liarden Mar! noch durch Steuern auszuschreiben und Au d e ckeri sind. Eine Reibe von Gesetzentwürfen sind hierzu der Nationalversammlung bereits zugegangen. Drei von ihnen schaffen nur einmalige Einnahmequellen: der Entwurf eines Gesetzes über eine außerordentliche Kriegs abgäbe für das Rechnungsjahr 1919, der Entwurf .eines Gesetzes über eine Kricgsabgabe vom Bermö- genszuwachse und der Snrwurf eines Rahonsteucr- g e s e tz e s. Der Entwurf eines Gesetzes über eine außerordentliche KriegSabgabe für das Rechnungsjahr 1919 zerfällt in zwei Hauptteile: erstens in die Äbgabepflicht der Ein- Aelpcrsonen und zweiten? in die Äbgabepflicht der Gefellschaften. Das Mehreinkommen, da? die Einzelpersonen gegenüber chem im Gesetzentwurf näher bezeichneten Friedenseinkommen er- Zielt haben, soll, soweit es 3099 M. übersteigt, mit einer Steuer belegt werden, die für die ersten 19 999 M. 5 v. H. beträgt und auf Grund eines Staffeltarifs bis auf öS v. H. ansteigt. Vom .Mehrgewinn, den die Gesellschaften im fünften KrisgS- Geschäftsjahr erzielt haben, ist eine Abgabe bis zu 89 v. H. zu be- Zahlen, während nach dem Gesetz über eine außerordentliche Kriegsochgabe für das Rechnungsjahr 1918 die höchste Abgabe 89 v. H. betrug. Um die Krisgsgewinne der Einzelpersonen restlos zu erfassen, .jrzu soll der Entwurf eines Gesetzes über eine Kriegsabgabe vom Bermö gcnszuwachfe dienen. Die Einzelpersonen haben eine Abgabe von dem in der Zeit vom 81. Dezember 191Z bis zum 31. Dezember 1918 erzielten )?ermöqenszuwachs«, soweit er den Betrag von 8999 M. übersteigt au zahlen. Dabei wird die auf Grund früherer Kriegssteuergesetze gezahlte Steuer von dem neu zu zahlenden Beirag« in Abzug ge- lnzacht. Ueber die Höhe der Abgäbe bestehen noch MeinungSder- schiedenheiten. Die Regierung will, daß jeder Vermögenszuwach?, der den Betrag von 294 599 M. übersteigt(einschließlich der ab- .gabefreien 3999 M.), restlos erfaßt wird. Der StaatenauSfchuß Will, daß die vollständige Wegsteuerung erst beim Dermögenszu- wachse von 449 399 M. eintritt. Von den neu in den Entwurf gekommenen Bestimmungen ist besonders die bemerkenswert, daß die seit dem 31. Dezember 1918 eingetretenen Ver- .luste berücksichtigt werden sollen. Von den Gesetzentwürfen, die dem Reiche dauernde Einnsh- wen zuführen sollen, ist in erster Reihe der Entwurf eines ErbschaftSsteuergcsctzeS zu erwähnen. ES sieht auch eine entsprechende Erweiterung der Schenkungssteuer vor. Die Erbanfallstouer soll nach den persönlichen Verhältnissen des Erwerbers zu dem Erblasser in 6 Klassen erhoben werden. Die Steuer ist je nachdem niedriger oder höher, ob der Erwerber in näheren oder entfernte- rsn oder gar keinen Verwandt fchaftSbeziehungen zu dem Erblasser steht. Die Steuer fall ferner auch das beim Erb- gnfall bereits vorhandene sonstige Vermögen dcS Erben berücksich- tigen. Bei großen Erbanfällen und großen bereits vorhandenen it Vermögen kann die Steuer annähernd bis auf 73 v. H. und unter Hinzurechnung der weiter unten erwähnten Nachlaßsteuer bis zu einem Höchstsätze von fast 89 v. H. hinaufgehen. Schenkun- gen, auch solche, die in den letzten Jahren— vielfach in der Erwartung, dadurch Steuern ersparen zu können— vorgenommen wurden, werden in gleicher Weise erfaßt. Dementsprechend sollen alle Schenkungen, die nach dem 31. Dezember 1916 erfolgt sind, item neuen Gesetz untenvorfen sein. Schließlich ist in dem Ent- wurf eine Nachlaßstcuer vorgesehen, die eine Besteuerung des gesamten Vermögens des Verstorbenen, das bei seinem Tode vor- lhanden ist. betrifft. Der Entwurf eines GroitdwechfelsteucrgesetzeS will die verschiedenen Abgäben, die jetzt vom Reiche, von den Bun- dcSstaaten und Kommunen beim GrundstückSumsatze erhoben wer- den, vereinheitlichen. ES soll in Zukunft beim Eigentums- Übergang die Grundwechfeliteuer des Reichs, und zwar in Höhe von 4 v. H. des gemeinen Wertes des Grundstückes erhoben werden, an der dann die gegenwärtigen Steuevgläubiger verhältnismäßig beteiligt werden würden. Ferner ist vorgesehen -eine einheitliche periodische Besteuerung von 2 v. H. gebundener Grundstücke oder von Grundstücke», die im Eigentum von Per- sonenvereinigungen usw. sich befinden(Besteuerung der„Toten Hand"'», wenn 29 Jahre seit dem letzten steuerpflichtigen Besitz- Wechsel oder dem letztmaligen Eintritt der Steuerpflschl gemäß den Vorschriften des Enttnurfes verflossen sind. Der Entwurf eines Rat>»nstet»ergesetzeS tvikl ein« einmalige Abgabe auf solches Grundeigentum legen, das sich in der Umgebung von Festungen befindet, bisher in- frlged«ff«n gewissen Beschränkungen unterworfen war, nunmehr aber von den Beschränkungen befreit wird und somit einen un- erwarteten Wertzuwachs erfährt. Im Entwurf eines TabaksteucrgefetzeS wird ein« Reugestaltung der Tabakbesteuerung in der Richtung vorgeschlagen, daß von allen Tabakerzeugnissen eine nach ihrem Kle,n Verkaufspreise abgestufte Verbrauchs- abgäbe unier Verwendung von Steuerzeichen erhoben werden zsvll. Di: Besteuerung des inländischen Rohtabaks soll beseitigt werden, wodurch die Herstellung der billigeren Zigarren erleichtert wird. Die Verbrauchsabgabs für Zigarren bewegen sich in 22 Abstufungen zwischen 8 M. für 1900 Stück und 500 M. für 1999 Stück je nach der Höhe der KleinveckaufSpreise. Die Abgabesätze für Zigaretten unter Fortfall des KriegSauffchlageS bewegen sich in 11 Abstufungen zwi'cken 10 Mark für 1999 Stück(bei Ziga- ritten bis zu 3 Pfg. da» Stück» und 119 Mark für 1999 Stück(bei Zigaretten von über 25 Pfg. das Stück). Auch eine Erhöhung der Zuckersteuer ist gepla«! Sie soll statt 14 Mark sie der Folge ZV Mark für 199 Kilogramm Reingewicht betragen. Da? würde einer Erhöhung des Kleinhandelspreise« um 8 Pfg. für das Pmnd gleichkommen. Di« Steuer für Zündhölzer und Zündlcrzchen soll verdoppelt werden, so daß z. B. für Schachteln mit 39 stts 60 Zündhölzern die Steuer 3 Pfg. für jede Schachtel, für Schachteln mit 20 oder weniger Zündkerzchen 19 ZZfg. füx jede SchaHel beträgt.. Außerdem werden zum Schutze der Zündholzindustme u-n-d des Er- trageS der Zündwarenfteucr neu die Feuerzeuge zur Bestcue- rung herangezogen. Auch eine Erhöhung des EingangSzollS für vom Puslaud eingeführte Zündhölzer und Zündkerzchen ist vorgesehen. Der Entwurf eines BergnügungSsteuerges etzes sieht vor, daß an Stelle aller bisherigen von Bundesstaaten, Ge- meinden und Gemeindeverbänden erlassenen Vorschriften die Reichsvergnügungssteuer treten soll, von deren Ergebnis die Hälfte dem Reiche zufließen soll. Die Erhebung der Steuer erfolgt als K-artensteuer, wenn von den Teilnehmern der Beran- staltung Eintrittsgeld zu entrichten ist, als Pauschsteuer(nach dem Flächenraum), wenn kein Eintrittsgeld erhoben wird. AuSgenom- men sind Lecanswltungen, die lediglich dem Unterricht in Unter- richisanstalteu dienen. TaS Kartenspiel soll ebenfalls in Zukunft steuerlich höher belastet werden. Die jetzige ReichSstempelabgabc von 39 Pfg. bezw. 39 Pfg. für Spiel- karten soll sich künftig für Kartenspiele von mehr als 24 bis ein- schließlich 48 Blättern auf 2 Mark belaufen; für Kartenspiele mit weniger Blättern bzw. mit mehr Blättern ermäßigt sich oder er- höht sich der Satz. Morüprozeß Klüber. Zu Beginn der Verhandlung am Donnerstag werden Ent« lastungszeugen für den Angeklagten Bauer vernommen. Sic lagen aus. daß B. vor dem Kriege ein ordentlicher Mensch gewesen »ei und sich erst nach seiner Verwundung geändert habe. Aeußerst belastende Aussagen werden gegen Kyritz gemacht, der an dem Hineinwerfen v. Klübers in die Saale beteiligt geivesen sei. Aeußerst belastende Aussagen machte eine Zeugin, die auf Antrag eines Angeklagten als Entlastungszeugin geladen war. Sie hat gesehen, wie Bauer dem Lberstkeuinant die Papiere abgenommen hat und wie darauf Bauer, Fiedler. Kyritz und Gierold v. Älüber über die Brüstung ge« warfen haben. Bauer habe den sich am Geländer festhaltenden Offizier mit seinem Revolver auf die Hände geschlagen. Entrüstet habe sich die Zeugin abgewendet, daraufhin habe ihr Gierold zugerufen:„Scheren Sie sich doch weg, wenn Sie so etwa« nicht sehen können." Fiedler habe geäußert:„Schießt nickt, laßt ihn laufen!" Gierold sei über die Brücke gerannt und habe den sich an das Ufer rettende» Oisizier, der die Hand hochhielt, als ob er etwas iagen wollte, wieder ins Wasser gestoßen. Ein Zivilist habe v. Klüber etiva viermal über den Kopf geschlagen. Die An- gaben über den letzten Sckützen find widersprechend. Die Zeugen können sich nicht erinnern, daß es Richter gewesen iei. Auf die belastende Aussage der erwähnten Zeugin bin, legt Fiedler nunmehr das Geftäudiiis ab, daß er de» Oberstleutnant v. Klüber a» de» Beinen gesaßt und über das Geländer geschoben habe. Die übrige» Angeklagten beharren bei ihrem Leugnen. Nach der Mittagspause teilt der Vorsitzende mit, daß die zuletzt ver- nommene Zeugin bedroht worden sei und daß ihr bedeutet worden sei, es würde ihr schlecht geben, wenn sie etwas aussage. Eine andere Zeugin, die eben- tallS belastende AuSi'agen gegen Gierold macht, er sei eS gewesen, der den auf dem Rasen liegenden v. Älüber ins Wasser zurückgestoßen habe, ist von Frau Gierold bedroht worden.— Ob Richter der eigeniliche Mördrr v. Ktübers gewesen ist, konnts bis- her noch nichr einwandfrei ermittelt werden. Mit Sicher- beit ist anzunehmen, daß Richter, nachdem er erst vom anderen Hier auf v. Klüber geschossen hatte, mit fertiggemachtem Gewehr über die Brücke gelaufen ist. Keine Einberufungen. Wir meldeten vor kurzen, von Anfrufen zur Stammroll- anmeldung. Dazu äußert sich jetzt W. B.: Berlin, 26. Juni. In mißverständlicher Auffassung einer Anweisung des Generalkommandos 2. A.-K., deren Zweck er- höhte Werbetätigkeit für den Grenzschutz war, haben die Zivil- Vorsitzenden einiger Ersatz- Kommissionen Ausruf« veröffentlicht, deren Inhalt geeignet ist, Beunruhigung hervorzurufen. Die in den Aufrufen angeordnete Meldung der Angehörigen des Be- urlaublenstandes der Jahrgänge 1884—1898 bezwecken lediglich eine Vervollständigung der Stammrollen, um einen Ueberblick über die Zahl der zur Anwerbung verfügbaren Angehörigen des Ve- urlaubtensiandes zu erhalten. Die„Rechtfertigung" hinkt. Die Zahl der„zur An- luerbung" Verfügbaren läßt ja doch keine Rückschlüsse auf die Zahl der sich Meldenden zu. Jedenfalls ist die Vermeidung von Beunruhigung viel wesentlicher als der„Ueberblick". Scheuermann wieder frei. Versailles, 26. Juni. Oberst Henry ließ heute nachmittag 3 Uhr den Gesandten v. H aniel davon in Kenntnis setzen, daß zur Vermeidung weiterer Unannehmlichkeiten die Freilassung des gestern abend verhafteten Mitgliedes der Pressegruppe der deutschen Friedensdelegatioa und des Vertreters der„Deutschen Tageszeitung" in Versailles, Wilhelm Scheuermann, an- geordnet worden ist. Die Kaiserbilüer in der Republik! Aus Bochum wird uns geschrieben: Von der Auffassung ausgebend, daß die öffentliche« Schulen eine Einrichtung dcS Staates find und in diesen mit der Einfüh- rung der Republik auch di« alten Symbole zur Verherrlichung der Monarchie zu verschwinden hätten, stellten unsere Genossen im Bochumer Stadtparlameni den Antrag, d!« Kaiserbilder auS den öffentlichen Schulen zu entfernen. In feinen Privaträumen Ptöge jeder sich an die Wand hängen, was er wolle. Aber die Schule» feien die wichtigsten Erziehungsanstalten des Volkes und ihre innere Ausstattung habe sich der geltenden Staatsform an- zupassen. Die Monarchie habe auch keine Bilder bekannter Re- publikaner in den Schulen gedukoet. Zudem könne man o-Z angesichts der Folgen des monarchistischen Systems den Kindern nicht zumuten, ständig da» Bild desjenigen Hohenzollern vor Augen zu haben, der an den Geschehnissen und dem Tode des Vaters, Bruders usw. N'cht so ganz unschuldig sei. Die bürgerliche Mehrheit des Bochumer Stadtparlamentcs lehnte die Entfernung der Kaiserbilder aber glatt ab. Danach be- auftragt« der Arberierrat einige»Zicherheitsmaunschaftcn, die Bilder aus den Schulen zu entfernen und möglichst heil bei der Stadtverwaltung abzuliefern. Das iit dann auch ohne Bluwer- gießen und Knochenbrüche ziemlich schmerzlos bewerkstelligt worden. Die bürgerliche?Nchrheit aber schnobt Rache. Man glaubt, die Revolution sei abgceoner und der Staats- a n w a l i könne gegen die revolutionäre Arbeiterschaft wieder in Junkion treten. Auf Drängen desselben Bürgertums, oaS durch feine Führer bisher immer erklären li«ß, eS habe sich mit den Ve-. fchehnissen der Revolution abgefunden und erkenne die Republik als geltende Staotsform an, reichte der Magistrat, der ebenfalls versicherte, auf dem Boden der jetzigen Staatsform zu stehen, einen Strafantrag gegen die Mitglieder des ArbeiierrateS wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch ein. In Bochum sitzen im Stadtparlament und im Arbciterrat nur Mehrheitssozialisten. Mit Recht erhoben sie gegen das Vorgehen des Magistrats»Einspruch. Die Entfernung der Bilder sei eine politische Tat und wegen dieser Sache einen Strafantrag zu stellen, sei der Magistrat nicht berechtigt. Der Staatsanwalt hat dem Strafantrag aber ebenfalls Folge gegeben. Die Vernehmungen find im Gange und es wird avzu- »varten fein, ob der Staatsanwalt der Republik die Anklage wegen Entfernung der Symbole einer abgeschafften und kankerotten Monarchie erhebt. Wenn Bürgertum, Stadtverwaltung. Polizeibehörde uno Staatsanwaltschaft so wirtschaften, braucht man sich allerdings nicht zu wundern, daß im Lande draußen die Zahl oerjenigen. welche«it einer Gegenrevolution und mit der Wieder- aufrichtung der Monarchie rechnen, immer mehr zunimmt. ES wäre Sache der Staatsanwaltschaft gewesen, sich daran zu erinnern, daß sie zur Stütze der Republik da ist, und wenn sie dar- über im Zweifel war, hatte sie in Berlin nachzufragen, ob ein republikanisches Ministerium diese ihre Maßnahme zu- gunsten der monarchistischen Propaganda billigte. �lusjchreitungen in ßrankfurt a. G. Plünderungen und Befreiung von Gefangenen. Frankfurt a. O., 26. Juni.(WTB) Nachdem bereits in den gestrigen Morgenstunden auf dem Obst- und Gemüsemarkt P l ü n- derungcn vorgekommen waren, ging der Mob am gestrigen Spötabend im Anschluß an eine Versammlung der Unabhängigen zu schweren Ausschreitungen über. Er zog vor das Gefängnis und befreite sämtliche Gefangene, darunter einen Mörder. In der Stadt plünderte die Menge eine größere Zahl von Läden und Warenhäusern, sowie mehrere Restauratio- nen und Kaffees. Als Regierungstruppen einschritten, war ein großer Teil des Unheils schon geschehen. Auf dem Marktplätze sind zahlreiche Läden, vor allem Warenhäuser und Konfektionsgeschäfte geplündert und zerstört. Der Schaden ist vorerst noch unübersehbar. Es scheint, daß ortsfremde Elemente bei den Ausschreitungen die Führung übernommen hatten. Von Menschenverluften ist noch nichts bekannt. Staötverorönetenversammlung. Fraktion Zentrum.— Schulsragen.— Hauspflegc. Für den ausgeschiedenen Stadtverordneten Weidner(Christi. Volksp.) wird die Nachfolgerin Frau Rindermann eingeführt und verpflichtet. Im Anschluß daran erfolgt die Mitteilung, daß die Mitglieder der Christlichen Volkspartei aus der Bürgerlichen Vereinigung ausgeschieden sind und sich als selbständige Fraktion Zentrum unter dem Vorsitz des Stadtfc. Lammerich konstitutiert haben. Nach dem Referat dcS Stadtv. Koblenzer(Soz.) wird beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, allen im Dienst' der Stadt stehenden Personen, über die Personalakten geführt»verden, diese auf Wunsch zur Einsicht vorzulegen; Geheimakten dürfen nicht geführt werden. — Die Einziehung der Kleinen Kirchgasse(Unter den Linden) wird genehmigt. Hiernach erfolgt die feierliche Einführung der neugewähl- im unbesoldeten Stadträte, Kaufmann Seckclsohn. Beigeordneter Kunze und Professor Dr. B a l l o d durch den Oberbürgermeister. Zur Verhandlung stehen dann zwei Anträge der Soz. und U. Soz. und je einer der Demokraten und der Bg. Vgg. Der am 2. Mai eingebrachte Antrag Weyl-Barkowsti göbt dahin, daß frei- werdende Rektorstellen nicht besetzt werden, bis die Frage der k o l- legialen Schulleitung durch das Unterrichtsministerium geregelt ist. Er wird begründet durch die Stadtv. Frau Riedger iSoz.), die ausführlich gegen den Rcktorenverein und dessen Tendenzen polemisiert.— Svadischulrat Dr. Fischer nimmt das bis- herige Rektorcnshstcm in«chutz, erkennt aber an, daß die Zeit der autoritativen Schulleitung vorbei ist. Der Magistrat undchie Schuldeputation habe zu der Frage der kollegialen Leitung Stellung zu nehmen noch nicht Gelegenheit gehabt. Auch zum Oktober würden noch Rektorprüfungen stattfinden.(Hört, hört!) Zu klären sei vor- her u. a. die Frage, wie die Mitwirkung der Eltern zu gestalteil wärc� Di? Sache sei überhaupt nicht so eklig, denn eS müsse auch das Schulunierhaltungsgesetz geändert werden. Ebenso habe Ber- lin 2 Proz. der Rektorenstcllen für die im Osten und Westen brot- loS werdenden Rektoren zur Verfügung stellen müssen.— Stv. Merten(Dem.) trägt namens feiner Fraktion Bedenken gegen den Antrag vor; jedeniall? dürfe man sich nicht über das Gesetz hin- wegsetzen. Keineswegs sei eZ die gesamte Lehrerschaft, die da? Rekroratssystem bedingungslos veoverfe. Andererseits gehe eZ nicht an, bloß in den Volksschulen, nicht in den höheren, die kollc- giale Leitung einzuführen. Der große Berliner Schulorganismus bedürfe einer gewissen zentralen Einheitlichkeit, und die sei nur mit der Rektoratsverfassung zu erreichen. Noch sei sich selbst daS Ministerium in der Frage nicht schlüssig.— Die Antragsteller er- »veitern ihren Antrag dahin, daß er auch auf die höheren Schulen Anwendung finden soll.— Stv. Rektor Troll(Dg. Vgg.) warnt vor der Schulanarchie, die eine Gesetzesnichtachtung im Sinne dc» Antrags notgedrungen zur Folge haben müsse.— Stadtv. Lehrer Lammerich(Zentr.) singt das Lob des Rektors und weist es weit von sich, daß dem Lehrerkollegium etwa nach Hamburger Muster ein Wahlrecht gegeben werde. Den Verein der Rektorats- kandidaten empfiehlt er dem besonderen Wohlwollen des Magistrats— dessen Vertreter stellt fest, daß er eine kollegiale Leitung durchaus für angebracht hält; bekämpft habe er nur deren starrste Form.— Adolf Hoffmann(11. Soz.) fordert die Lehrerschaft auf, alles aufzubieten, um die Entscheidung des Mi- nisieriums zu beschleunigen. Dort müsse sein früherer Ausspruch „ich bin hier weniger Minister als AuSmister"(Große Heiter- keit) noch viel gründlicher zur Wahrheit werden. Den Gönnecn deS RektoratSsystemS geht er mit großer Schärfe zu Leibe.— In namentlicher Abstimmung wird der erweiterte Antrag mit 68 gegen 49 Stimmen angenommen. Frau Dr. WvgodzinSti(Soz.) befürwortet sodann die Er- richtung st ä d t i s che r K r an k e n s ch we st e r n st a t i o n e n zur HauSpflege für die Minderbemittelten.— Dr. Wey!(II. Soz.) tritt als Mitantragsiellcr für den Antrag ein; es solle aber damrt nicht etwa der HauSpflege der Vorrang vor der Krankenhaus- pflege eingeräumt werden.— Stadtmedizinalrat Dr. Weber sagt wohlwollende Mitarbeit de-Z Magistrats bei der weiteren Prüfung deS Vorschlages zu.— Ebenso sympathisiert Frau Pachalq(Bg. Vgg.) mit dem Antrag, legt aber ein gute? Wort für die„Frauen- Hilfe" und die sonstigen privaten und kirchlichen Organisationen dieser Art ein.— ES wird beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, mit der Versammlung in gemischter Deputation die Angelegen- heit weiter zu verfolgen. Die übrigen Vorlagen, darunter die wegen Bewilligung von Mitteln für die Notstandsarbeiten durch die Parkverwaltung, wenden in rascher Folge erledigt und um 9,43 Uhr die Sitzung geschlossen, Vertrauensvotum für Sie Lsnöesregkrung. preußische Lanöesverfammlung. 35 Sitzung vom 23. Juni 1919, 12 Uhr. Am Ministertisch: Hirsch. Die Besprechung der förmlichen Anfrage des Abg. A d H o i f m a» n. betr. die Unterzeichnung des Friedens- Vertrages, wird»orlgesetzl. Zu dem dazu vorliegenden An- trage der Mehrheitsparieicn. i'etr.« e r t r a u c n s v o l ü m kür die Regierung, beantragen die Unabhängigen Streichung des Satzes, worin der Regierung das Vertrauen ausgesprochen wird. Ferner beantragt dieselbe Partei die Einfügung eines Satzes,„trotzdem war in der entscheidenden Stunde ein Einlreien der Preiliziichen Regierung für die Unterzeichnung des Frieden-vertrages geboten". Die Nechtrparteien verlangen Einschicbung folgenden Satzes:„Das Eintreten der Preußischen Staatsregierung für die Ablehnung des Friedens war daher geboten". Abg. Bartelser Demokratie, und so lehnen wir auch die Räterepublik ab. Abg. Prelle(Weife): Ich erkläre namens der Deutsch-Hau- noverschen Partei: Die Deutsch-Hannoversche Partei hat keine Unterhändler im Auslände. Sie verhandelt mit keiner auslän- dischen Macht, und hat mit keiner verhandelt. Sie erwartet die Selbständigkcht Hannobers nicht von ausländischer Hilfe, wie sie auch eine ausländische Beeinflussung Hannovers in der Zukunft ablehnt. Wir Deutsch-Hannoveraner wollen, daß Hannover seine Selbständigkeit wieder erhält. Hannover soll ein freier deutscher Gliedstaat sein, der sich nach freiem Entschluß seiner stammverwandten Nachbarn zu einem � Gesamt-Niedersachsen auSwachscn kann. Ein Schlußanirag wird angenommen.(Zurufe rechts:! Das ist die demokratische Freiheit!— Lachen links.) i Der erste Teil des Antrages der Mehrheitsparteien, wonach die Landesversammlung mit dem ganzen Volke einig ist in der! (schärfsten Verurteilung des aufgezwungenen Frieden?, der unser Volk in der schlimmsten Weise vergewaltigt, gelangt ohne Wider- spruch zur Annahme. In namentlicher Abstimmung wird der Antrag der Rechtsparteien mit 231 gegen 58 Stimmen bei 8 Enthaltungen abgelehnt. Der Antrag der Unabhängigen, wonach das Eintreten der preußischen Regierung für die Unterzeichnung geboten ge- Wesen wäre, wird in namentlicher Abstimmung mit 269 gegen 29 Stimmen bei 4 Enthaltungen ebenfalls a b g e- lehnt. Ter zweite Satz de? Antrags der Mehrheitsparteien, wonach eS beißt, daß die preußische Staatsregierung diesen Standpunkt gleichfalls zum Ausdruck gebracht hat, wurde gegen die Stimmen der Unabhängigen angenommen. Der Schlußsatz lV e r- (trauen? Votum für die Staatsregierung) wurde � von den Mebrkeitsparteien gegen die Stimmen der beiden Rechts- Parteien und der Unabhängigen angenommen. Somit ist der i Antrag der Mehrheitsparteien unverändert angenommen.(Leb- ' kafter Beifall bei der Mehrheit.) Nunmehr folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfs be- treffend die Sicherung der Bewirtschaftung von Fisch- gewässern. Abg. Oellerick(Soz.) bedauert, daß der Friedensvertrag uns den größten Teil unserer Hochseefischdampfer entziehe. Das Gesetz sei im Interesse der Volksernährnng zu begrüßen, aber an seiner Turck'fübrung dürfe nicht eine Bebövde wie z. B. die LandwirtschaftZkammer in Hannover beteiligt werden, die bei der Bevölkerung nicht das mindeste Vertrauen genieße, weil sie seinerzeit den„H i n d e n b u r g s p e ck" zu einem vier- bis fünf- fach erbökten Preise an die Jndustriebevölkerung weitergab, ob wobl sie ihn teilweise umsonst erhielt. setzlich genannt werden muß. Die ArbeitSkrasi ist zukommen- gebrochen und bedarf der Hebung auch im Interesse der Jnduslris. Wenn eingewendet wird, daß die Arbcirer ihre Pflicht nicht erfüllen werde», so wenden die Arbeiterverlreler dagegen ein, daß die intelligente uns fleißige Arbeilerickafl der deuticken Glasindustrie bisher ihre Pflicht crsülll hat und diese auch nach der Beseiligung der Akkordarbeit erfüllen wird. Die Vcrlrelcr der Arbeiter haben aus allen früheren Kon- ferenzen die Frage eingehend besprochen und haben den strengsten Auftrag, aui kein Kompromiß einzugehen. Die Arbeilervenrelcr haben nochmals alle Gründe, die gegen die Beseiligung der Akkordarbeir sprechen, erwogen, können aber davon nickl abgeben, sondern betrachlen ab 39. Juni die'Arbeits- gcmeinichafr als völlig erloschen." Da nach dieser Erklärung auch der Vertreter des Schutzverbandes erklärte, daß sie von ihrem Standpunkt nickt abgehen können, mußte die Verhandlung geschlossen werden. Die Tarif- aemeii schafl hat damit zum 39. Juni ihr Ende erreicht. Wer die Stimmung in den Kreisen der Glasarbeiter kennr, kann nichl daran zweifeln, daß ein h a r l n ä ck i g e r Kampf entbrennen wird. Die Arbeiterschaft wäre zufrieden gewesen, wenn die Unternebmer ivenigstens nir einige Zeit den Versuch unternommen hätten. An dem aulcn Willen der Glasarbeiter bälte es sicherlich nicht gefehlt. (Die A beilerichait lveiß, daß die GlaSindustiie durch die Ausfuhr � ihrer Erzeugnisse zur Hebung der Einfuhr beiiraaen kann. TieS alles kanir aber die Arbeiterickait nicht davon abbringen, eine icit Jahrzehnten erhobene Forderung nunmehr wiederum fallen zu lassen und, nack dem Wunsche eine- Industriellen, die Frage noch- mals um drei Jahre zu vertagen. Lohnbewegung der Betricbszimmercr Groft-Berlins. In einer sehr gut besuchten Versammlung der Betriebszimmerer im GewerlschaftShause nahmen die Betneb-zimmerer Stellung zu den Angeboten der Melallindüstriellen. Au-nabmSlos erklärten die I Versammelten die Zugeständnisse für unzureichend. Auf keinen Zell LandwirtsckaftSminister Braun: In die Privatrechte soll hier i lonne einer Zurück�etziing der in Betrieben beickä-kigten gecieir> er nur im Interesse der Volksernökrung eingegriffen werden. Nach Verankerung der Arberterräte in der Verfassung habe ich kein Bedenken getragen, sie auch bei der Ausführung dieses Ge- fetzes als Sachkundige zu hören. Auft'ichtsinstanz sollen sie nicht sein. In meinem Ministerium ist bereits eine Stelle zur Bearbeitung des Fisch ereiwesens eingerichtet. Nachdem Abg. Mehrhof(U. Soz.) der Hofftrung Ausdruck ge- geben hat, daß sich die Regierung auch auf anderen Gebieten der Ernährung zu solchen einschneidenden Maßnahmen aufschwingen werde, ging der Gesetzentwurf an den landwirtschaftlichen Aus- schuß. Zur ersten Beratung des Gesetzentwurfes, der das Bürger- und Gemeinderecht auch den Frauen in den Stadt- und Landgemeinden zuspricht, und die Regierung er- mächrigt, die Verordnungen über die anderweite Regelung des Gemeindewahlrechts auch da einzuführen, wo sie bis auf weiteres nichl zur Geltung gelangt sind, sprechen �sich die Abgg. Frau Arendsee(U. Soz.) und Frau Gotthusen iSoz.) für die Vorlage aus. Beide bemerken, daß die Frauen auf dem Gebiete der staatS- bürgerlichen Rechte von den bürgerlichen Parteien nichts zu erwarten hätten. Ein Vertreter des Ministers beS Innern teilt mit, daß in den allernächsten Tagen dem Haufe ein Gesetzentwurf über die Neuwahl der unbesoldeten Magistraismitglieder und Gemeinde- Vorstände zugehen werde. Eine weitere P o r l a g e fordert 159 Millionen Mark zu weiteren Beihilfen für KriegSwohlsahrtsausgaben der Gemeinden. Diese Vorlage wird in erster Beratung angenommen, nachdem ein RcgieriingSocrtrctcr gegenübpr den aus dem Hause laut gewordenen Wünschen erklärt halte, daß die Finanzlage des preußischen Staates keine höheren Zuschüsse gestatte. Der Gesetzentwurf über die Neuwahl der P r o v i n- ziallandtage, wonach die jetzigen Provinziallandtage aufgelöst werden und die Neuwahl bis zum 1. August erfolgen soll, wucoe nach kurzer Debatte, in deren Verlauf auch die Notwendigkeit der Auflösung des Zweckverbandes Groß- Berlin be- tont wurde, dem Eemeindeausschuh überwiesen. Hierauf vertagte sich das Hau». Nächste Sitzung: F r e it a g, 12 U hr.(Kleine Anfragen, Etat der Justizverwaltung.) Schluß: 6 Uhr. GewerfflWsbewcgimg Ablauf öerTarkfgemeinfthast in öerWeißglasinöusim Eine Konferenz der deutschen Weißglasarbeiter beschäftigte sich vor einiger Zeit in Jena mir dem am 39. Juni d. I. stattfindenden Ablauf deS Tarifvertrages. Nach reiflicher Aus spräche kam die Konferenz zu folgender Stellungnahme: Die Tarifgemeinschaft solle weitergeführt werden unter der Voraussetzung, daß die Unternehmer sich bereit erktären, die Akkordarbeit zu beseitigen und dafür Wochenlöhne einzniühren. Der Beschluß kam aus der Erwägung zustande, daß die Arbeiterschaft in den Glaöhütieu nickt mehr in der Lage ist, infolge der Unterernährung, die schwere Arbeit an den Oefen unter dem alten Akkordsyslem weiter zu führen. Die Unter- »ebmer in der WeißglaSindustrie baben die Alkordarbeil in einer Weise ausgenützt, daß die Arbeit zur Qual wurde. Den Vertretern, die zu den Verhandlungen mit den Unternehmern delegiert wurden, wurde der strikte Auftrag erteilt, von der Forde- rung der Beseitigung der Akkordarbeit nicht abzugehen. Um so mehr stand die Konferenz auf diesem Standpunkt, als sie die ein- ziae Möglichkeit sab. auf diese Weise das elende Zwischenmeisier- system. und damit die Ausbeutung des einen Arbeiters durch den anderen zu beseitigen. Vor einigen Tagen tagte dann in Berlin die gemeinsame Konferenz mit den Unternehmern. Vertreter ous allen Gauen Deutschlands, sowohl von der Arbeiterschaft als von den Unter- nehmern waren anwesend, ebenfalls ein Verlreier des Reichs- arbeitsamls. In mehrstündiger Aussprache wurden alle Gründe für und wider die Akkordarbeit beft'rochen. Die Unternehmer hatten auf Wunsch der Arbeiter nur ein kategorische- Nein. Die Arbeiter zogen sich dann zur gesonderten Beratung zurück und legten nach ihrer Rückkehr folgende Entschließung vor: „Die Vertreter des Zcntralverbandes der Glasarbeiter bedanern in ganz außerordentlicher Weise, daß die Industriellen sich in so entschiedener Weise gegen die Beseitigung der Atkoldarbeit wenden. Die Arbeiter sind nicht aus Willkür zu vieler Forderung gekommen. Verantwortlich flir Politik A-tur gickler, eharlottenbur«, fiir den übrigen Teil de, sondern durch die ganzen wirtschaftlichen Be.hZltnifie dazu ge- zwungen worden. Die Unterernahrung und die dadurch hervor- i VertagSanttall Baut Einger u. To>n Berlin. Lindenstrahe S. gerufene Sterblichkeit hat io stark zuaenommen, daß sie ganz ent-> Hierzu i Beilage. den im Hochbau beschäftigten Zimmerern zugestimmt werden Ge- sckehe es doch vielfach, daß Piivatunteinehmer Zimmerer im Belred beschäftigen, die dieselbe Arbeit wie Betticbsziu merer ausführen. Letztere bekämen aber nach vorliegender Vorlage 19 Pr. pro Stunde weniger an Lohn. Außerdem zablt der Betrieb dem Privaiunier- nebmer pro beschäftigten Gesellen den üblichen Meister, Uschlag. Ein Zeichen, daß bei etivaS gutem Willen auch in den Betrieben die gleichen Löhne wie im Hochbau gezahlt werden können. Auch lönne das Reichstarifmuster angeführt werden, woiin der Gutndiotz aufgestellt sei: Gleiche Arbeit, gleiche Löhne.— Einstimmig wurde der Vorschlag der Unternehmer abgelehnt.— Ein Antrag Stahl» mann, die alten Forderniige»; Gleichstellung mit den im Hochbau Beschäftigten aufrecht zu erhallen und, falls die Arbertgeber weitere Verhandlungen ablehnen, den SchlichtlingSausschuß an zu- rufen, wurde angenommen. Tarifvcrtraq und �lcischversorgung(Vroft-Berlins. Vom Verband der Fleischer wird uns geschrieben: Bis zum 1. Juli besteht ein Tarifverhältnis zwischen dem Zentralvcrband der Fleischer und der Großflcischerei-Geitossensck'aft, welche im Auftrage des Magistrats die Schlachtungen ausführt. Das Tarifverhältnis enthielt den Orgarrisationszwang. Bei den Verhandlungen kctreffs Neuabschluß wurde volle Einmütigkeit zwischen den beiden Tarifkontrahenten erzielt. Der Organisation?- zwang wurde vom Zeniralverband der Fleischer ausgegeben, da mit Ausnahme einer kleinen Gruppe, die sich den Ehristen angeschlossen haben, alle- organisiert ist. Die Arbeitötzermittwng liegt in den Händen de- Zentralvcr- bände- der Fleischer, solange der paritätische FacharbeilsnachwciS seitens der Stadt Berlin nicht errichtet ist. Um auch hier für die kurze Zeit bis zur Errichtung des paritätischen Facharb eit-nach- weises den Vorwurf einer Parteilichkeit zu vermeiden, ist zwischen beiden Kontrahenten vereinbart, ab 1. Juli eine Kommissimi von 3 Arbcitgci ern und 3 Arbeitnehmern einzusetzen, die den Arbeits- Nachweis verwaltet und kontrolliert. Nun kommt Herr Stadtrat Berndt als Dezernent und der« weigert seine Zustimmung zum Vertrage im Auftrage der Stadt. weil der kleinen Gruppe der Christen eine Vertretung in der Per- waltung des Nachweises nicht zugebilligt ist. Der Hinweis, daß eine stark besuchte öffentliche Versammlung am 29. Juni, in der auch die kleine Gruppe der Christen vertreten war, einstimmig dem Vertrage die Zustimmung erteilt hat und daß die Christen, die selbst in der Diskussion sprachen, kein Wort de» Widerspruchs gegen die Regelung der Nachweisfrage erhoben, genügt dem Herrn Stadtrat nicht, er bleibt bei der Weigerung, selbst wenn die Fleisch- Versorgung Groß-Bcrlin- nach dem 1. Juli in Frage gestellt ist. Zum Ttrcik der iLcauiten-Aushclfer. Nach den von den örtlichen Kontrollstellen bei der Zentral- streikleitung eingegangenen Berichten verharrt der größte Teil der Beamtenaushclfer im Ausstände. Geklagt wird, daß die Reich-- wehrfreiwilligen, dw die bestreikten Dienststellen bewachen sollen, die Streikposten barsch und unanständig behandeln. Die Oberpostdirektion hat zur Not alle erreichbaren Kräfte auf- geboten. Doch trotz der Parole der Oberpostdirektion, ist es ihr unmöglich, den gesamten Post- und Telephonverkehr auch nur an» nähernd in Ordnung halten zu können. ES wäre nur zu wünschen. daß die Oberpostdirektion bzw. das Reichspostminlstcrium durch möglichstes Entgegenkommen den Konflikt aus der Welt schafft. Die Meldungen, wonach Verhandlungen im Laufe des gestrigen Tages aufgenommen werden sollten, treffen nicht zu. ,„Löser" "1" MOnzstraße 9,~�nderp,atz' Modernes Ambulalorluin, Licht» und Pinsen-Behandl. _ Inhalatorium— üur(?elkabinen_ WA" Elektrische und Medizinische Bäder"fM Harn» und Blutuntcrsuchun�en. 1 eis filier Deseitipt DrÄisHaussalbe! jed. Hautausschi., Flecht.. Uautjuck., bes. Relnschad.. Krampfadern der Frauen u. dergl, in Originaldosen 4 50. 7 50 erhältlich in der „Elefanten-Apotheke" Berlin 213, Leipziger �traß-T��nOönhoffp� HLaauffaitiQ erhält ergrautes Haar gictq- Atätzitie Naturfarbe wieder durch einiaches llederbursten uüt «eickelS„Megenrrator". Wirkt ailmahUch. tst unverwaich- bar und abioiut unschädlich. Masche».- M. vttoReichel, vertin 4Z, Eilkiibahnsrr. 4. MGeldl!! tür lede Wertsache. Höchste An- kaulspreise für Pfandscheine, Brillanten, Goldgegenstände. Teppiche. Büdier usw. Wolff, Fnedricbstr.41 III, Ecke Kochstr. Dr. Grütering Spczlalarzt. Invalidenstraße 35 Ecke Chausseestraße am Stettiner Bahnhof.* II— I. VeS— W, Sonnt. 11—12 + An die Arbeit muß das deutsche Volk. Allel Männer und Frauen müssen danach trachten, ihre Kräfte und ihre Fähig- durch die Arbeit Tahn-Atelier Lorenz Fischer, 3lettnbcrflr.30. T.: Mrpltz. 11344. Spezialität f. feinsten Zahnersatz. Phonola- Bdrsetzapparat,erklasstg,7Ztönig, Hupsetd, wenig gebraucht, mit 32 Noten preiswert zu verkaufen. tfoilnor oand-v-rg-r AcUllcr, sie. 91. 262® Ml. Zllllwer Hause nahe Unter- Gkeschästs- fsthrerin) m gutem Hause grundbahn Danziger Etrahe per I. Juli gesucht. Angebote unter II. bltt U. an H aasenstein u. Vogler Berlin V. Sä. höhen, um die Schäden und die Wunden des Krieges zu heilen. Das heste Mittel, sein Wissen zu ertveiietn und damit seine Lage zu verbessern, bietet eine umfassende Allgemein- und fachliche Bildung. Rasch und gründlich führt die Methode „Rustin"(S Direktoren höherer Lehranstalten, 22 Pro- lessoren als Mitarbeiter) jeden Vorwänsstrebenden ohne Lehrer durch Selbstunterricht unter energischer Förderung des einzelnen durch den persönlichen Fernunterricht. Wissensch, geb. Mann, Wissensch, geh Frau, Geb. Kaufmann, Diegeb Handlungsgehilfin, Bankbeamte, Einj-Freiw.- Prütg, Abit-Examen, Gymn., Realgymn., Oberrealschule, Lyzeum,Oberlyzeum, Mittelschullehrerprüfg., Zweite Lehrer- prüf., Handelswissenschaiten, Landwirtschaitsschuie, Ackerbauschule, Präparand., Konservatorium. Ausführliche 60 S. starke Broschüre über bestandene Examen, Beförderungen Im Amte, im kaufmännischen Leben usw. kostenlos durch Bonneß& Hachfeld, Potsdam, Postfach 224. PreiiDiscIi-SüildeuiscIisKlasseii-Lotterie Zur I. Klasse habe ich noch abzugeben:* Achtel Lose zu 5,25 M.| Halbe Lose zu 21 M. Viertel„„ 10,50„ J Ganze„„ 42 ,, nebst Porti und Nachnahme cks-acC-av Berlin SW„ Alte Jaoobstr. 16, LfeiäCf Moritzpl. 5989._ Preuß. Lotterie-Einnehmer. Statildratitmatratzen für jede Bettstelle nach Maß, an Jedermann. Katalog frei. Elsenmöbelfabrlk Suhl i.Th. Piano, Harmonmm, Slfigel. neu, gebraucht, Oed). ReinflQael, verkauft billig «ruft, orauienstr. 1« III.* Prenöisclie Elassen-Lotterie 72 Milüoneh Mark Gewinne in allen 5 Klassen. Ziehung I. Kl. 15. u. 16 Juli noch abzugdben. '/»■' i Va"i Lose* 3.25 10.50 21.— 42.— M. einseht Teuerungszuschl. für alle Klassen 26.25, 52.50. 105, 210. Pone u. Liste extra. Bnaolr pr Bott- Berlin, Korden 8814 UuCliit, Einnehm. Chausseestr,17. Postsch. Berlin 31031. Kautabak in Rollen und Stangen m reinem Taliak. Zigarren Zigaretten _�eden Posten an Wiederverkäufer abzugeben in den* Zigarren-Geschäften (Abteilung en gros) Fricdrichstr. 243(Hall. Tor) Alexandersfr.9(beim Pol.-Pr.) P&smpen für ieden Zweck und JBrößc.klcinsteHand fttumpen zum Seibst- aufstell.nach kostenlosen Anleitung. fachmänn. Rat AltesSpczialhaus Viele Anerkennung. Carl Köcblin&Co., Berlin SW 68, Alte Jak obstr. 20/22 * Elektromotoren, Leitungsdrähte kauft A». Hage- born. Stociiftr. 50 51. gtr. 12BÖ5. Elnfatnillenhaus mit Obftplantage verkauft' Krug, Blesöotf( Stadtbahn). Marzahner Str. 8. Üß/1 Trockenes Br&nnkolz von 5 Air. ob frei Haus liefert jedes Quantum Heinrich Drechsel, Jliftcnfabrtten,|221®' Berlin NO 53, Helncrsdorfer Straße 15. Für Ttraftenhaudlcr habe verkäufliche ArtifeL filecjcrosfi, üharlottenburg, äBilmccsbocftc Str. 127. Oredf1 IZipAilriel. % Brunnenstr. 17,% | Zigarren| |ligareitett| S Amt Norden 2343. Mandoline, Laute. vbUorcc, IBattbecmaRboL 45.—, etstt L85.— flonjcctlauifi 125.—, 145.—(Unterricht 8.— Monat-Honorar, eoentl. 10 stdg. Schnelliurse>.Künft!eru!ol>r.e mit Zubehör 125.—, Sonzert gclqe 65.—, Ernst, Ornaten. jtraye 166111. äO OOO Blatt Schmirgel leinen blau Rüper„Germauia- prima Qualität in allen Rärnnngen sofort lieferbar. 3211b Willi Kexin, Danzlg:.©nrtengaffe 3, Telephon! 2122. Tetegr.-Adr.i Rexin, Oartengassc 3. StraSenliändler erhatten outen Artikel bei Becker, Hotzmarkt ftr. 1!. 8-I2iI MMMtlliM! Straßenhändler verdienen das meiste Seid mit unserer Wochen. schrift. Arten. L 19, Wall- straße 21/22. SI S Klavier evtl. Zlügek u. Qatmonlum tauft Schachtschncidcr, Kutforoct Sirupe 14, III, (Vreisangabe). Die Nacktheit! Behördlich freigegeben. 20 Tiefdruck-Kunstpostkarten, sorL M. 2,50. 1.0 Stck 10,—. Bromsiiber- Photokarten, hochkünstlerisch Mk. 5,—. Porto extra. Voreinsen dg. od. wz-n 0. Fischer. Abt. R. Berlin-Halensee. iit. 323 ❖ 36. Jahrgang Seilage öes Vorwärts Freitag, 27. Juni Vollversammlung öer flrbeiterräte Großberlins Segrößung unü Reüe Leüebours.— Die öerliner Unruhen.— politische Streiks dienen der Hegenrevolution.— Radauszenen.— Allgemeiner«kisenbahnerftreik l Im Germanicrsaal(Chausieest-raßs) würbe heut vormittag um 11 Uhr die Vollversammlung der Groß-Bcrliner Betriebs- und kommunalen Zlrbeiterräte sowie der Delegierten der Soldatenräte crösfnet. Tie Tagesordnung lautet: Stellungnahme zu den gegenwärtigen Vorgängen in Berlin. Richard Müller iU. Soz.) führt aus, die Vorgänge sind nichts nur auf den Lebensmittelwucher zurückzuführen. Das mag der äußere Anlaß gewesen sein, aber die wirklichen Ursachen liegen ti-cser. Sie liegen auf politischem Gebiet. Die politische Situation war Anfang der Woche die entweder bedingungslose Unterzeichnung des GewaltsriedenS oder sfortsctzung des Krieges. Ter Redner bc- spricht die bekannte Haltung der Unabhängigen zur Frage der Unterzeichnung und sagt, in dem jetzigen Zustand der völligen poli- tischen Auflosung stehen sich zwei Gewalten gegenüber. Die Offiziere und die hinter ihnen stehende?Rilitärmacht, auf der anderen Seite die Arbeiter, die sich um die Vertreter des Rätegedankeirs scharen und die Verwirklichung des Sozialismus fordern.— Tic militärischen Vorbereitungen der letzten Zeit ließen auf einen mili- tärischen Putsch schließen. Um ihn auszuführen, müssen Arbeiter- unruhen stattfinden. Tie Militärs wollen zeigen, daß die durch den. Friedensvertrag festgesetzte geringe Militärmachr nicht aus- reicht, um die Unruhen niederzukämpfen. Sie haben also ein Jnter- esse an Unruhen. Wir haben die Arbeiter gewarnt, sich nicht pro- votieren zu lassen, und sie haben dieser Aufforderung Folge ge- leistet.— Gewisse Anzeichen sprechen dafür, daß hinter den Plün- derungen der letzten Tage die Gegenrevolution steht. Personen, die nichts mit der Arbeiterschaft zu tun haben, schlugen«chau- fensterscheiben ein und forderten die Meng« aus, die Läden zu plündern. Sin Lumpenproletariat, welches zu solchen Handlungen bereit ist, findet sich ja m großer Zahl in Berlin Die Rede Müllers wurde durch einen Zwischenfall unter- brochen.— Ledebour erschien im Saale. Stürmischer, lang anhaltender Applaus auf allen Seiten begrüßte ihn. Die ganze Versammlung erhob sich von den Plätzen, während Rich. Müller einige Worte zur Begrüßung Ledebour? sprach. Hierauf ergriff Ledebour das Wort. Er dankte seinen Genossen dafür, daß sie ihn während seiner Haft wieder in den VollzugSrat gewählt haben. Er könne seine Arbeit im Vollzugs-! rat leider noch nicht wieder aufnehmen, da er zu seiner Erholung � von den Anstrengungen der monatelangen Haft einen Landaufent- halt gewählt habe.— Ledebour ging sodann auf seinen Prozeß ein. Der Kampf sei ihm aufgezwungen worden. Da habe er' sich gesagt, jetzt gchtS aufs ganze. Entweder Ihr oder ich. Er\ habe ein Beispiel geben wollen, wie ein revolutionärer Kämpfer! vor Gericht seinen Mann zu stehen habe. So habe er auch durch i die Tat gezeigt, daß das ganze Strafprozeßvcrfahren eines freien l Volkes unwürdig sei. Die Justiz habe in diesem Prozeß— wie I gegnerische Blätter ganz richtig gesagt hätten— einen Schaden 1 erlitten, der gar nicht wieder gut zu mache» sei.— Noch eine 1 andere Aufgabe habe er sich gestellt: Die Proletarier zu einer revolutionären Masse zusammenzuballen. Auch in dieser Hinsicht babe er ein Beispiel gegeben. Die Einigung der sozialistischen Kämpfer lasse sich nur bewirken durch den gemeinsamen Kampf. Ledebour legt seine Ansichten über die revolutionäre Talnk dar und tritt für ein Zusammeiigebeii der Unubhängigen mit den Kommunisten ei», er lehnt aber die von einem Teil der Kommunisten befürwortete Putschtaktik mit aller Eutichiedenheit ab. Die Januar- erhebuiig habe bewiesen, welckics Unheil durch putschistische Taten, für die der linke Flügel der Kommunisten den Ruhm in Anspruch nehme, angerichtet worden sei. Wer künftig noch z» einer put- ichiilischen Taktik auffordere, dem müsse der gute Glaube abge- sprochr» werden der sei ein Verräter der proletarischen Bewegung. sStarker Beifall.) Es sei möglich, daß es in naher oder ferner Zu- Iiinsl wieder zu revolutionären Kämpfen komme. Die müßten ober ko durchgeführt werden, wie die Unabhängigen und die„Kom- munisten zusammen die Erhebung vom st. November vorbereitet und durchgeführt bähend Die kommenden Kämpfe müßten eine große im ganzen Reiche einheitlich geiührte Masienbewegung sein. Bei diesen Kämpsen würde sich den Unabhängigen und den Kommunisten auch der Teil der Rechlssozialisten anschließen, der in letzter Stunde zu der Einsicht komme, daß die Polltil dieser Partei eine vcrsebtle sei.— Der Friede mußte unterzeichnet werden, aber wir müsien gegen ihn kämpfen.— Um das Proletariat in den anderen Ländern zugunsten Deulichlands umzustimmen, sei es nolwendig, die Führung der Politik in die Hände von Männern zu legen, die sich iveder durch ihre Kriegspolitik noch durch ihre reatiiouäre Politik nach der Revo- lutiou kompromittiert hätten. Mit einem Appell an die Kamxieiit- schlosienheit des revolutionären Proleiariats schloß Ledebour seine IV« stüiidige Rede unter stürmischem Beifall. Richard Müller sprach den Wunsch aus. daß Ledebour noch lange imstande sein möge, m den Reihen des Proletariats mitzu- kämpfen. sBravo.) Richard Müller setzt hierauf seine Ausführungen über die Unruhe» in Berlin fort. Er betont, daß die Arbeiterschaft diesen Vorgängen fernstehe. Aber die Freiivilligenverbände scheinen den Provokationen, aus denen die Unruhen entstanden, nickt kern zu stehen, und die Re- gierung tut nichts gegen dcrariige Provokalionen. Sie hat an- scheinend nicht die Macht, dem Treiben der Oisizlere wirksam ent- gegenzutreleu. Die„Republik" ist verboten, es wird versucht, Arbeiterführer zu verhaften, es ist auch versucht worden, Däumig zu verhärten unter dem Vorwand von Haussuchungen, die zweimal in seiner Wohnung von Soldaien vorgenommen wurden. Die militäriichen Srellen wissen. daß eine Verhaslung DäumigS die Arbeiter aufregen muß. Des- halb gehen sie mit solchen Provokationen vor. Wenn diese Pro- vokalionen nicht aii'dören, dann wird sich das Wirtschafisleben nicht aufrechterhallen lassen, große Streiks werden sich nicht vermeiden lassen. Der„Vorwärts" s.llre icine Warnung, die in dem Ausruf der Bezirksorganisalion ousgesprcchen wird, an eine andere Stelle als an die Unabhängigen richten. Wir verwerfen den volilischcn Streik nicht, lind ich glaube, auch die Anbänger der S. P. D. tun es nicht. �Zustimmung bei de» Mitgliedern der S. P.©.) Aber jetzt kann uns nichts zu einem politischen Streik ver- anlassen, der den.qcgenrcvolntionärcn Bestrebungen das Handwerk erleichtern wurde. Wir wissen, daß die gegenwärtige Regierung keine lange Lebensdauer hat. Wir lehnen es ab, die Entwicklung durch Putsche beeinflussen zu wollen. Darum ivarnen wir d>e Arbeiter, daS, was jetzt draußen vorgeht, zu unterstützen.(Beifall.) Brolat(3. P. D.): Ich glaube nicht, daß Vertreter der gegenrcvoluiionären Reaktion die Drahtzieher bei den gegen- wärtigen Unruhen in Berlin sind. Sie wissen doch, daß das ganze Proletarial sich einmütig einer Gegenrevolution von rechts ent- gegenstellen würde. Wir haben im Bollzugsrat stundenlang über diese Dinge geiprochcn, aber die Unabhängigen haben uns kein Beweismaterial liefern können dafür, daß reaktionäre Drabtzieher hinter den Unruhen stecken. Ick halte es für uuberechiigt, die Arbeiterscha'l mit dem Gerede von gegenrcvolulionnren Mätzchen zu beunruhigen.(Lärm.) Ich kann allenkalls verstehen, daß mau aus Aufregung über die hoben Lebens- mittelpreise Gemiisewagen umstürzt, ober nicht, daß man Kon- fektionSläden ausplündert. Bringen uns die Unabhängigen den Beweis, daß reaktionäre Elemente bei den Unruhen ihre Hand im Spiele haben, so werden wir dafür sorgen, daß Abrechnung mit ihnen gehalten wird.(Lärmende Zwischenrufe.) Die Vorgänge in Hamburg sollen uns eine Warnung sein.(Aba!> Dort hat ein Teil der Arbeilerschaft die Situalion benutzt, um sich vorübergehend in den Besitz der politische, i Macht zu setzen. Das müssen wir ablehnen. Wir verlangen, daß gegen diese Leule mit der ganzen Strenge des Gesetzes vorgegangen wird.(Großer Lärm. Ruf: Brolat, wo bleibt die Revolution?— Fortgesetzter Lärm, der den Redner am Weitersprechen hindert.— Vors. Müller ermahnt zur Ruhe.) Brolat fährt fort: Sie müsien es uns schon überlassen, daß wir c§ uns mckt gefallen lassen, wenn uns die Plünderer an die Rockschöße gehängt werden.— In allgemeinen politischen Ausführungen verlritt der Redner den Stand- Punkt der S. P. D., wobei er lortgesetzi von den Anhängern der Linken unterbrochen wird. Der Rednerbetont, wenn die Unab- hängigen und Kommunisten die Garantie dafür bieten, daß sie ihren Willen nicht mit Waffengewalt, sondern mit geistigen Waffen durchsetzen wollen, dann brauche sich die Regierung nicht mehr auf die so oft angegriffene Militärmacht stützen.— Wegen des von Müller erwähnicn Verbots der„Republik" erklärte der Redner, mil einem Vertrauensmann Noskes im Auftrage des VollzugsralS verbandelt und den Bescheid bekommen, daß es bei dem Verbot bleibt, daß aber eine Verständigung möglich sei, wenn die Nedaltion der„Republik" den ernsten Willen dazu zeige.— In seinen weiteren Auseiitandersetzuiigen mit der Politik der llnabhängigen wird der Redner fortgesetzt durch provozierende Zwischenrufe und Lärm unter- brochen, was der Vorsitzende R.ch. Müller wiederholt nigi und schließlich diejenigen, die nicht Ruhe halten können, auffotdert, den Saal zu verlaffen.— Brolat fährt fort und sagt nach einer er- neulcn lärmenden Unterbrechung: Wenn Sie sich noch einmal er» lauben, unseie Redner in dieser Weise zu unterbrechen, dann werde» wir Sie allein laffen. (Großer Lärm. Rufe: Macht doch, daß Ihr rauskommt!) Wir lehnen es ab, uns hier forrwäbrend beicbimpien zu lassen von Leuten, die für die Jntercffcn der Arbeiterschaft noch nichts geleistet haben.(Beifall auf der einen, großer Lärm aus der anderen Seile. Vors. Rich. Müller ersucht de» Redner, auch seinerseits provola- ionsche Aeußerungen zu unterlassen. Dasselbe Ersuchen richte er auch an die Parteien, die den Redner durch Zwischenruie provoziert haben.) Brolat schließt seine Rede mit der Verlesung des Aufruss der S. P. D.- Funktionäre. Rasch(Kom.) beschuldigt die S. P. D., durch Verbindung mit dem Reichsbürgerrat die Gegenrevolution zu unterstützen. Er fordert die Eisenbahner auf. keine Truppen nach Hamburg zu be- sördern.(Beifall bei einem kleinen Teil der Versammlung) Der Redner sagt: Wir bedauern den Ausbruch der Kämpfe i» Hamburg. weil dadurch der Gesamiaklion des revolutionären Proletariats nicht gedient ist. Unsere Zeil wird bald kommen. Vorher lassen wir uns nicht in blutige Kämpfe hineinhetzen. Wir warnen die Arbeiterschaft, ohne Aufforderung ihrer Organe in den Kamps zu treten.(Beiiall einer Minderheit.) Der Redner verliest eine lange Erklärung, die ausklmgt in eine Warnung davor, sich durck Spitzel zu blutigen Kämpfen verleiten zu lassen, sondern nur auf Aufforderung der revolutionären Organe in Aktionen zu treten. Ferner fordert die Erklärung auf zur Unter» stützung der Forderungen der Eisenbahnen und verlangt von der Regierung, daß sie nickt versuche, die revolutionäre Hamburger Ar» beuerschasl mit Gewalt niederzuschlagen. Dr. Michaelis(Demokratf gibt seiner aufrichtigen Freude darüber Ausdruck, daß die Versammlung Ledebour begrüßen konnte und daß der Mann, der sich vor Gericht so topstr ver- teidigte, sich wieder auf freiem Fuße befinde, und er wünsche, daß Ledebour noch lange Zeit für den sozialen Fortschritt in Deuiichand wirken möge.— Seine AuSkührungen zur Sache fast der Redner in einer Erklärung seiner Partei zusammen. Sie bcfürworlet für die äußere Politik ein freundschaftliches Verhältnis zu allen Völkern und für die innere Politik die Durchiührung eines Programms, welches den wirtschaftlichen Wiederaufbau gewährleistet. M a l z a h n(U. S. P.> hält die Besürchlungen einer militari- schen Gegenrevolui'on für begründet. I» der Umgegend von Berlin seien 150 000 Mann der Freiwilligenverbände ver» sammelt. In Berlin sei die Zentrale der Gegenrevolution. Die Bürgerwehr sei organisiert. Ein umfangreicher Spitzeldienst an der Arbeit. Bei den letzten Unruhen und Plünderungen in Berlin hätten Agenten der Gegenrevolution ihre Hände im Spiel gehabt. In Neukölln seien acht Personen fest- genommen worden, die sich an Plünderungen beteiligt haben. Sie wohnen nicht in Neukölln und hätten sich geweigert, ihre Wohnung anzugeben. Das iei ein Beweis, daß diese Leute Spitzel seien. Aus Schneiöerglück. ») Erzählung von Timm Kröger. (Schluß.) Heute abend zumal war alles ganz närrisch vor Liebe und Glück. Der Mond kam schräg über Härder Rickers Katen- first. Er sah wohl das Storchnest, worin die Storchenmutter so süß schlief, aber er bekümmerte sich nicht darum. Er bc- kümmerte sich auch nicht darum. Er bekümmerte sich auch nicht um den Storchenvater, der nicht im Nest war, sondern in Gedanken verloren daneben stand. Ter Storch war näm- lich Philosoph und nebenbei etwas mondsüchtig. Der Mond sah aus die Johannisbeeren nieder, ließ sie aber, nur die spitzen beleuchtend, im Schatten. Er sagte wenig, aber die asten Büiche waren redselig. Von ihrem Unwert als Gartenbüsche überzeugt und doch stolz wie La- keien. Als die Augen des glücklichen Schneiders über sie hin- gingen, fingen sie an: „Wir sind zwar ganz gewöhnliche Sträucher, und tragen tun wir auch nicht mehr, und wenn der Wind vom Nachbar kommt, machen wir surr!... surr! Aber was uns zu idealen Büschen macht, das ist... Nun, Reimer... du weißt eS, dich gehts an." Sie wiegten vielsagend ihre Köpfe. So eine Nuhmrederei konnte denn die alte Kate nicht vertragen. Sie war bejahrt und erfahren, und ihr Dachstuhl leer, der Wiberklong darum hohl und dumpf und ihr Baß tief, als sie einfiel: „Reden wie Feenwächter und stehn bloß vor ihrer Tür. Aber ich... ich Hab sie selbst... sie, die dein Herz erfüllt. Ich hege und habe sie in meinem Schoß, in weichen, warmen Kissen. Ter schone Kops mit dem gelben Haar ruht in runder Armbeugung der Rechten. Und die Linke... nun, die ruht auch irgendwo, wo es warm und weich ist." Reimer klopfte seine Pfeife aus und lachte und seufzte. Er seufzte vor Sehnsucht und lochte wieder. Worüber lachte er denn? Es kom ihm so komisch vor, was die sich zurcchtredeten. Nicht, daß sie redeten und was sie redeten(es war ja lautere Wahrheit), nein, darüber mußte er lachen, daß er so ein Märchenprinz war. Ein Einsamer war er gewesen, den niemand verstanden, ein Wunderlicher, den keiner für voll genommen, ein Ritter von der Nadel, ein Verspotteter und Verachteter, der bei sich selbst in zweifelhaftem Ansehen stand. Und nun diese Wandlung! Hinter den Büschen, unter dem schwarzen Dach schlief ein Dirnchen im Bett, und das (es war komisch, es war wirklich zum Lachen) wollte ihm angehören, für immer zugehören. Wie sie wohl darauf ge- kommen war? Das wars, was er sich nicht zu deuten wußte. Es fiel ihm ein— danach hatte er nie gefragt. Wie lustig müßte es sein, es aus ihrem Munde zu hören! Wenn er gleich hinginge. Es war allerdings spät, sie würde böse sein, daß er sie wecke, aber er wollte es doch tun. Sie schlief in der Kammer hinter der Schwibbogenwand über dem Keller. Das Glück ist unfchnldig� und dumm und dreist. Und Reimer war ein Glücklicher. Er ging und der brave Mond leuchtete ihm. Er ging an den selbstzufriedenen Johannis beeren vorüber, bei Härder Rickers an der Hauswand längs und bog zweimal um die Hausecke. Vor der Giebelseite an der Wand hingen hübsch geordnet unter dem Dach Reusen und Netze(Härder war ein großer Sonntagsfischer vor dem Herrn), der Mond zeigte ihm alles.„Was ist er doch für ein fleißiger, ordentlicher Mann, dein Schwiegervater!" sagte er.„Und wie er schnarchen kann. Hör mal!"— Reimer stand still und horchte. In der Tat: das ging so an, das konnte so bleiben. An der hinteren Längsseite des Hauses steckte ein großer Kalkquast im niedrigen Dach.„Was ist sie für eine nette Deern!" lobte der Mond.„Mit dem Quast weißt sie, so um Pfingsten herum, das ganze Haus von außen und innen. Du sollst man mal sehen, wie ihr das steht. Ein buntes Tuch um den Kopf, man sieht nur Augen und Mund und ! Kinn, Spenzer find Rock alter Jahrgänge, aber alles nett sitzend, von oben bis unten kolkbespritzt, und in der Hand den großen triefenden Quast.— Und hier ist ihr Fensterchen", unterbrach sich der Gute.„Wenn du Mut hast, so klopf an!" Und Reimer hatte Mut und klopfte an. Er wartete ein Weilchen, es rührte sich nichts. Er klopfte noch mal. Da kam ein tief ans Kissen herausquellendes, furchtsames:„Wat is dar?" „Dat bün ik man", antwortete Reimer. „Du. Reimer?" „Ja!" „Reimer, weißt Du denn nicht, daß sich das nicht schickt?" „Ich will nur was fragen." „Wichtiges?" „Ungeheuer wichtig." „Tann wart, ich komm ans Fenster." Es war stille Nacht, und Verliebte haben scharfe Ohren. E hörte allerlei, was ihn entzückte. Ein Bett wurde zurück- geschlagen, die kurzen rauschenden Töne des Anziehens von Fraucnröcken. Das alles vernahm der selige Reimer. Schließlich klang das Fenster leii'e, der Mond beleuchtete einen verschlafenen, halb verwunderten, halb unwilligen. aber sehr lieblichen Mädchenkopf.„Was willst Du, Reimer?" „Was fragen." „So hörte ich. Aber mitten in der Nacht? Du machst einem Angst. Muß es denn jetzt sein?" „Ja, es muß jetzt sein." „Frag loS, ich bebe vor Bange." „Das tut nicht nötig, es ist nichts Schlimmes." „Aber was, Reimer?" Reimer lachte leise.„Ja, Tine, ich Hab immer vergessen ...ich wollte man fragen... Es kommt mir so wunderlich vor, daß Du mich so gern hast. Das wollt ich bloß fragen — warum?" Der Mädchenkopf lachte und zeigte dem Mond weiße Zähne.„Eigentlich sollte ich schelten. Aber wie kann man Dich schelten! Du bist ja nun mal so." „Sag, liebe Tine, warum liebst Du mich?" „Reimer, das muß ich Dir doch sagen: wenn eS überhaupt mit meiner Liebe alle werden könnte, so brauchtest Du mich nur noch mal wegen so dummer Fragen zu wecken. Fühlst Du denn nicht, daß es ganz unschicklich ist, nachts unter mein Fenster zu kommen? Wenn der alte Wächter uns sähe: wir wären in der Leute und der alten Weiber Mund.— Ja, aber es Hilst nicht, ich mag schelten, wie ich will, lieben tu ich Dich doch und werde es immer tun." „Ja, ja, aber sag mir: weshalb Du mich lieb hast?" „Weil Du ein so unmenschlich guter und netter Kerl bist — deshalb!" Ohne Gutnachtgruß schloß sich das Fenster. Reimer stand erst ein bißchen verblüfft davor. Dann tat er das, waS er den ganzen Abend getan hatte: er lachte. Und der- gute Mond lachte auch. Es war ein lächerlicher Augenblick. Lachend nahmen sie beide den Rückweg, an dem Kalkguost, an den Fischergeräten vorbei, er gehend, der Mond leuchtend. Als der Schneider die Johannisbeeren passiert hatte, hätte er bald laut gejauchzt. Aber er dämpfte seine Freude. „St! St!" sagte er,„es ist Nacht, und alle Leute schlafen. Sonst, Reinier, wäre es an der Zeit, zu lackten, wie du noch niemals gelacht hast. Sie hat mich gern, weil ich ein so un- menschlich guter und netter Kerl bin. Daß ich so unmensch- lich gut und nett bin— wer hätte da? gedacht?" Am folgenden Morgen beim Frühstück machte der mürrische Ernst ein? Szene. Wenn der Meister ihm nicht eine andere Schlafstube anweisen könne, müsse er„fremd machen". Mit Reimer Stieper wolle er die Kammer nicht länger teilen. Der habe ihn tief in der Nacht, zwischen zwölf und eins, au? dem Schlaf geweckt, ihn gefoppt und ihn einen unmenschlich guten und netten Kerl genannt. Das brauche er sich nicht gefallen zu lassen. „Wenn es weiter nichts ist", antwortete Reimer,„mei- netwegen soll Meister keinen Gesellen verlieren. Ich nehme alles zurück: Du bist kein unmenschlich guter und netter KerlT dem Wedding seien bor den Plünderungen Massen von ausreizenden Flugblättern auf die Straße geworfen wordei!. Büchel habe im VollzugSrat gesagt, daß seine eigenen Parteigenossen von denNo-Zte- truppen� belästigt worden und er habe bor der Abhaltung einer Vollversammlung gewarnt, weil sie von den Truppen ausgehoben werden könnte. Das sei doch bezeichnend. Der Redner fordert Auf- Hebung des Belagerungszustandes. Freilassung der politischen Ö)e- fangenen, Sozialisierung des Wirtschaftslebens. Büchel beglijckwllnscht Ledebour herzlichst zu seiner Freisprechung und führt aus, politische Prozesse seien zu allen Zeiten eine üble Erscheinung gewesen. Unter einer sozialistischen Regierung hätte ein solcher Prozeß wie der gegen Ledebour nicht ins Werk gesetzt werden dürfen.— Zu der Bemerkung von Malzabn tagt der Redner, nicht wegen der Nosketruppen sei er gegen die Abhaltung der Vollversanrmlung gewesen, sondern weil er fürchtete, es könnten Spitzel an ihr leilnehnien und die Versammlung zu allem möglichen benutzen.— Weiter führt der Redner aus, auch seine Partei sei für politische Streiks, wenn es gelte, die Arbeiter aus ihren Fesseln zu befreien und die Reaktion abzuwehren, (Beifall.) T i e k(Kam.) wendet sich gegen die Militärkamarilla. be- hanpiet, diese werde von der Regierung unterstützt, er verurteilt Teil- aktione» des revolutionären Proletariats, das warten werde, bis die Zeit zu einheitlicher Aktion gekommen sei. Von der Fraktion der II. S. P. liegt eine Erklärung vor, die sich gegen volksfeindliche Pläne der Militärkamarilla und der Spitzel wendet und an die Arbeiterschaft die dringende Mahnung richtet, steh durch nichts provozieren zu lassen. Durch Bewahren der Ruhe müssen die gegenrevolutionären Pläne zunichte gemacht werden. Alle Versuche, die Arbeiterschaft zu Gewaltiätigkeiieu aufzureizen, müssen abgeschlagen werden! Die Vollversammlung spricht die Hoffnung aus, daß sich angesichts des aufreizenden Treibens der Militärkamarilla das Proletarial zu einer einheitlichen Kampffront zusammenschließt� um im rmbliltigcn Kampfe gegen die Gegen- revolrition dem Sozialismus zum Siege zu verHelsen. Der Vorsitzende Rick. Müller bemerkt ohne Widerspruch, daß sich eine Abstimmung über die vier Erklärungen der Fraklionen erübrige, es geniige, daß sie zur Kenntnis genommen werden, sie stimme» darin überein, daß die Arbeiter gewarnt werden, sich nicht zu Unruhen provozieren zu lasse». Angenommen wurde ein Antrag, der den VollzugSrat. beauf- tragt, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln dahin zu wirken, um die Preistreiberei mit Lebensmitteln und den Schleich- Handel zu bekämpfen. Einstimmige Annahme fand ein Antrag, welcher gegen die Ver- hastung von Führern der Arbeiierbewecnmg durch Führer der Freiwilligenverbände protestiert und erklärt, die Arbeiterschaft werde die Machenschaften der Gegenrevolution mit allen Mitteln belämpfen. Zum skifenbahnerftreik erhielt Ulbrich als Vertreter der Eisenbahner das Wort, Er sagte, der Streik sei keine kommunistische Machenschast, er habe keine politischen, sondern nur wirtschaftliche Ursache». Bei den Verhandlungen in Weimar habe RoSke getagt, die Eisen- babner, die streiken, würden kurzerhand an die Wand gestellt.(IIn- ruhe.) Die Eisenbahner würden durch solche Aeußeriingen und durch das Hinausziehen der Verhandlungen aufgeregt. Sie fürchten, daß ihre Forderungen nichi erfüllt werden. DaS fei die Ursache des Streiks, der bereits einen großen Umfang angenommen habe, Zu Berlin sei mit der Lehrter, Steiliner, Anhalter und Potsdamer Bahnhof noch nicht vom Streik betroffen. Aber heute noch werde der Bcrkchr in Berlin vollständig lahmgelegt. In Frankfurt a. O. und in Frankfurt a. M.. Jena, Weimar und Erfurt werde es auch zum Streik kommen. Die Eisenbahner streiken nur für ihre Wirt- schaftlichen Forderungen und für ihr Mitbestimmungsrecht.(Beifall.) Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. » Zu dem Bericht über die S. P. D.-Fnnktionärkonferenz schreibt uns der von Genossen Büchel etwähme Deiekiivbureau- Inhaber Kreusch, daß er allerdings ein Nachrickienbureau habe, aber nicht in dem Sinne, wie Büchel schilderte, im Dienste der Reaktion, sondern einzig und allein zur Bekämpfung des Verbrechertums und Bandenunweseits. Seine Tätigkeit habe mit Spitzeltum gar nichts zu tun. Er stelle nur Tatsachen fest, die absolut auf Wahrheit be» ruhen und gebe diese Tatsachen als Meldung weiter. GroßGerün Heute findet die Juristische Sprechstunde von 3 bis 5 Uhr statt. AednerkursuS Sonnabend, 29. Jnni, abends 6 Uhr, Kon- fcrcnzsaal„Vorwärts"-Redaktion. Thema: Ziele der Boden- rcformbcwegung._ Neue Unruhen. In Schöneberg wurde TonnerStagnachmitiag in der Kolonnen- straße ein Bäckerladen gestürmr, alsdaittr zog die Menge weiter zum Katier-Wilhelm-Platz, wo in der Bäckerei von Thier alles Brot ge- raubt wurde. Hier versuchte die Menge in das Warenhaus Grün» verg einzudringen, welches bereits fest veitchlossen war, und begann damit, die Fensterschetben einzudrücken. Bürgerwehr begann schießen. Folgende Flugblätter werden verteilt: „Nieder mit Eberl und Scheidemann! Nieder mit den Noske- garden! Es lebe die Diktattir des Proletariats, es lebe die Welt- revolution!— Die Kommuitisttsche Partei Deutschlands. Der Spar- latttSbund.' Da die K. P. soeben noch in der Räieversammlung sich gegen Putsche erklärt hat, dürtte es sich wohl um alte Flugblallbestättde handeln, das beweist auch das„Weg mit Sckeidemann'. der ja srtiott weg ist. Aber vielleicht hätte die K, P, auch besser auspassen können. « Spät abends wurde da? Warenhaus Lesser, Kolonnenstraße, geplündert. Die Schaufenster des Gtünbergschen Waren ha» ies wurden anSperäumt. Man iah Verwundete, doch dürften sie sich an den Scheiben verletzt haben. Tas JulandStnehl bleibt liegen! Von der Befugnis, statt des Amerikamehls inländisches z» ent> nehmen, hat die Bevölkerung sowetl sich nach den Eriabninaen von Groß-Berlrn beurteilen läßt, einen überraschend geringen Ge- brauch gemacht. Innerhalb der staatlichen VeiteilungSstellen für Groß-Berlin hat nur etwa der hundertste Teil der Bezugs- berechtigten das billige Jnlattdinehl gekauft, m Neulölln sogar nur Ve Proz., in Spandau 1.73 Proz., in der Siadt Berlin I Pioz. In den Landkreisen Teltow und Nuderbariiint ist nur AuSlands- »nehl genommen worden.— Das wirft ja allerdings ein sonder- bareS Licht auf gewisse Vorgänge der letzten Zeit. Wegen Plündern« wurden gestern 28 Perfoven dem außer- ordentlichen Kriegsgericht vorgeführt, darunter vier weibliche. All« haben sich an den Ausschreitungen im Norden und in Moabit be- teiligt. Die Verhafteten sind durchweg junge Menschen bis herab zu 16 Jahren.— Mehrere am 5. März von Leuten der Volks- maxiitedivtstott festgenommene Plünderer bestreiten jetzt jede Schuld. Die beteiligten Mannschaften des KompagnieführerS Schmidt der damaligen Volksmarinediviston werden deshalb ersucht, sich im Zimmer 30 de» Polizeipräsidiums zu melden. Zur Berstadtlichung jier Straßenbahn wird ihre Generalver- satnmluug am 17. Juli Stellung nehmen. Die Vcrbaudsversamtn- luug Groß-Berlin ist aus Montag, vormittags 16 Uhr, einberufen. Die Borlage über die Erwerbung der Großen Berlmer Straßenbahn gipfelt in folgenden vier Anträgen des Berbandsdirektors: 1. Die Lerbandsversammlung stimmt dem Abschluß der Ver- einbarung zu. 2. Der gegenwärtige Tarif wird über den 30. Juni bis zum Ablauf des Monats Juli erstreckt, 3. Die Gültigkeit de? gegenwärtigen erhöhten Tarifs auf den Berliner Ostbahnen wird während der Dauer der eingeleiteten Er- werbsverhandlungen verlängert. Bei Scheitern der Berhandlungen sind die vertraglichen Tarife wieder einzuführen. 4. Die Verbandsversammlung ermächtigt die Berhandlungs- kommisston. über die unter 2 und 3 genannten Termine vinaus die Zustimmung des Verbandes zur eiustweiligen weiteren Gewährung der gegenwärtigen Tarife bis zum Zusammentritt der nächsten Ver- bandsversamntlung auszusprechen. Auf der TageSorduung stehen ferner die Zustimmung des Ver- bandes zur Verlängerung der �ECi- Schnellbahn durch die Her- m a n ii st r a ß e bis zur Münchener Straße und die Beschlußsttssttttg über die Tarifgestaltung der anderen Berkehrsunternehntungen, der Berliner Elektrischen Straßenbahn(Siemensbahn) usw. Der �isenbahnerstreik. Am Donnerstag ist eine weitere Verschärfung der Strciklage eingetreten. Die Arbeiter der Bahnhöfe Pankow, Westend und Gesundbrunnen haben sich dem Streik angeschlossen. Weiterhin hat auch die Hauptwertsiatt Tempelvof und Berlin I die Arbeit etnge- stellt, so daß nunmehr alle Berliner Eisenbahnhaupiwcrkstätten feiern. Der Verkehr hat noch keine Störungen auszuweisen. Die Fernzüge nach Bromberg, SchneidcmüA verkehren nicht regelmäßig. Wohl kam es im Lause des Tages zur Bildung von örtlichen Streik- leituugen, doch zu keiner Zentralisierung der Bewegung. Die Strcikhctzcr halten sich bei allen Dienststellen vorsichtig im Hinter- grund, während die von der gesamten Arbeiterschaft des DirektionK- bezirks Berlin gewählte Arbeiiervertretung, der Aobeiterrat, den Streikenden gegenüber ohne jede Macht ist, da die Streikenden diesem die Gefolgschaft verweigern.— Auch in Breslau ist eine Einigung nicht erzielt. Der Ausstand ist hier um so schlimmer, als die Stillegung des Eisenbahnverkehrs unter Umständen den B e r k u st von O b e r s ch l e s i c n zur Folge haben kann. Außer- dem ist auch die Versorgung von Berlin mit Kohle von dem ungestörten Eisenbahnverkehr in Mittel, und O-berschlesten ab- hängig. Die ohnehin sehr ungünstige Lage der Berliner Äohlenver- sorgung erfährt durch den Breslaucr Streik eine wesentliche Ver- schär fting. Straßenbahn und Hochbahn. Nachdem Schlichtungsausschuß und Hauptausschuß sich für eine Vertagung der Forderung auf 6 Wochen ausgesprochen hatten, was große Erregung hervorgerufen hat, ist vom Oberbürgermeister Wer- muth seine Vermittlung angeboten worden, um bis Sonnabend früh Verhandlungen zustande zu bringen. Die Angestellten haben nun ein Ultimatum bis Sonnabend mittag gestellt. Alle Teile stellten uns das größte Armutszeugnis aus. wenn schon wieder der Verkehr der Milltonftadt stillgelegt werden sollte. Ter Eisenbahnerstreik in Schlesien. Die..P. P. 31." verbreiten die euphemistische Meldung, man hoffe in Görlitz, daß der Streik schon am Freitag sein Ende findet. Die Verhandlungen. DonnerStagnachmittag fand im Ministerium der öffentlichen Arbeiten eine Konferenz zwischen der Regierung und den Verirelern der Eisenbahner statt. Es waren sämtliche preußischen Minister sowie Rcichspostminister Giesberis erschienen, ferner zahlreiche Ab- geordnete. Die Vertreter der Eisenbahnbeamten und Arbeiter be- tonten, daß die Eisenbahner nur unter dem Druck der ungeheuren Teuerung ihr« Forderungen stellten. Es wäre den Eisenbahnern weniger an einen Mehrverdienst als vielmehr daran gelegen, daß die Regierung für einen Abbau der Preise und für die Beschaffung billiger Lebensmittel sorgen würde. Die Vertreter der Regierung wiesen daraus hin. daß die Forderungen der Eisenbahner zusammen mit dem Defizit der Sraatsbahnen einen Fehlbetrag von 7 M i l- liarden ergeben müßten, dessen Deckung undenkbar erscheine. Die sehr große Unzufriedenheit unter den Beamten und den Ar- heitern wurde daraus zurückgeführt, daß in der Verwaltung noch immer der alte Geist der Bevorrnunduttg und Subordination herrsche. Erst wenn hier Hilfe geschaffen werde, könne an eine Besserung der Zustände auf der Eisenbahn gedacht werden. Ein Wschluß der Verhandlungen liegt noch nicht vor. Die heutige Betriebsvenaminlung der Eiseniahnhauptwerfftatt Tempelhof bittet um Veröffentlichung folgender einstimmig ange- nommener Resolution: „Die Versammluttg stellt mit Entrüstung fest, daß alle in den Tageszeitungen verbreiteten Gerüchte über kommunistische Umtriebe in den Eiseichahnwerkstattcn eine glatt erfundene Lüge sind. Diese unverantwortliche Hetze einiger ehrloser Tintenkulis und sonstiger Hintermänner soll nur den Zweck haben, die Oeffentlichkeit zu irritieren und die Freiwilligenverbände auf uns zu hetzen. Wir protestieren gegen die Pressehetze mit aller Entschiedenheit und er- klären, daß unsere Lohnforderungen rein spontan dem Willen'der Arbeiterschaft entspringen, keinesfalls sind es Bestrebungen irgend- einer Partei, das beweist die Teilnahme der Beamten an diesem Streik."_ I. A.: Karl Neuendorf. Eisenbahner! BezirisverttaueuSleute uiid Vertrauen. leute des WerbrauS- s ch u s s e s versammelii sich Montag, den 30. Juni, nachmittags 4 Uhr, illf„Rosenthaler Hof", Rosenthaler Straße ll/l2. Vortrag des Gen Thurau:„lieber die Lage". Tie Bezirksvertrauensleuie und Berttau-nslcutc wollen voll- zähl ig erscheinen oder Vertreter rntseudcit! Interessierte Genosse» willkommen! Die Obst- und Gemüsepreise. Eine Besprechung der Obst- und Gemüse-Kleinhändler mit Mitgliedern des VollzugSrat«« und des Matistrats fand am Don- ners.ag statt. Allseitiges Einverständttiz wurde darüber erzielt, daß die Durchsetzung angemessener Preise nur durch entsprechende Einwirkung auf den Erzeuger möglich sein werde. Zu diesem Zweck soll am heutigen Freitag mit den Werderschen Obstzüchtern in direkte Verbindung getreten werden. Eine Einwirkung auf die entfernteren Erzeugergebiete ist leider b.Sber nicht möglich gewesen. Es wird Sache der Reicks- und Staatsbehörden sein, die bisherigen Maßnahmen der einzelnen Landes- und Kretsfttllm zur Aussuhr- beschränkuna noch in letzter Stunde zu beseitigen, damit genügend Ware nach Berlin gelangt. ES steht zu boffen, daß die Preise von 1,S0 M. für Kirschen und 2 M für Erdbeeren sich durchsetzen werden. Schwierigkeiten und dadurch entstanden, daß von den Händlern, die mit holländischen Erdbeeren gehandelt haben, gleich- falls die Herabsetzung des Preises auf 2 M. verlangt worden ist. Das ist nicht möglich, weil der Preis durch die ungünstige Lage des Markturses ein so hoher ist, daß unter 2,2S bis 2,50 M. dieser direkt aus dem Ausland kommenden Erdbeeren nicht möglich ist. Um den Preis der Inlandsware zu senken, wurde in der letzten Zeit eine beträchtlich« Menge holländischer Erdbeeren unter Mit- Wirkung des Lebensmittclverbande« Groß-Berlin aus den hiesigen Marti geworfen. Der Magistrat Hai zugesagt, die Möglichkeit der Senkung der Auslandspreise ständig im Auge zu behalten; die Möglichkeit einer Preisherabsetzung hängt von dem hoffentlich bald erfolgenden Steigen de? Markturses ab. Der Reichsverband deutscher Obst- und Gemüsekleinhändler gibt dazu folgende Erklärung� Es wäre uns sehr erwünscht, wenn die Behörden einen festen Preis für Obst und Gemüse festsetzen würden, so daß dem Schleich- Handel und dem Zwischenhandel ein Ende gemacht würde. Nicht die Kleinhändler sind an der Verteuerung schuld, sie streben viel- mehr selbst an, die Preise herabzudrücken. Dies ist jedoch aus dem Grunde nicht möglich, weil in anderen LandeSbezirken, wie z. B. Magdeburg und-im Rheinland, bsldeutend böhere Preise an- gesetzt sind, als hier in Berlin für Gemüse der Fall ist. Tcsbalb wird das Gemüse in Berlin wahrscheinlich vom Markt verschwin- den und dortbin gebracht werden, wo höhere Preise bezahlt wer- den. Die Behörden müßten schon aus dem Gounde einschreiten. Weil den Kleinhändlern, die sich zumeist aus früheren Zlrbeitcrn zusammensetzen, sonst ihre Existenz geraubt wird. Zu den Vorgängen in Hamburg beschloß die Arbeiterschaft der Firma Fleck Söhne, die dortigen Ausschreitungen zwar zu verstehen, aber sie doch auf das schärfste zu verurteilen. Gegen ein be- waffneleS Einschreiten von Truppen wird protestiert und für dtescu Fall Arbeitsniederlegung angekündigt. Soldaten sind nicht nervo«! Am Donnerstagnachmittag hatten <-oldateit in der Blüchcrsttaße eine Aktion gegen Verbrecher zu verrichten. Einer von ibnen regte sich über ein neugierig sich vor- drängende« Kind auf und noch weit mefir über einen unterer Genossen, der ifrn zu begütigen suchte. Auch die Soldaten sollten unter allen Umständen Rübe bewahren und sich ganz besonders davor hüten, sich über jede Kleinigkeit aufzuregen. In diesem Fall verrauchte der Zorn ja auch bald und man sah dann die Kinder auf den Lastautos spielen. An alle Einsender! Beiderseitig beschriebene oder unter- schriftlose Einsenduiigeii können nicht verwertet, unverlangt eingesandte Mniiuskripte nicht aufbewahrt werden. Mehrmalige Wiederholung von BersammlungS- und Sitningsanzeigen raubt anderen den Platz. Lankwitz, Der Kampf»m die Einheitsschule. Ein großer öffentlicher Werbe- tttid Äufklörungsabend für eine gründliche Neu- gestaltung unseres Schulwesens, veranstaltet vom Gemeindevorstand findet am Somtabeitd, abends VaS Uhr, in der Gemeiitde-Fesiholle, Dillgesstraße, statt. Zur Tagesordnung sprechen: Dr. E m m e l, Dr. O st r o w s ki, Prof. O estreich: Soziale Begründung und Aufbau der EinbeilSschule. �Rektor Wille: EinheitSlehrerschaft. Dr. Wagner: Einheitliche Schulerztehung. Allgemeine Erörterung der Einheitsschulfrage. Dr. E m m e l. Zentralstelle für Einigung der Sozialdemokratie. Bezirk Nordost. Heute 7'/, Uhr bei Pärsch, Oldenburger Str. 10: Mitgiiedec- Versammlung': Berichs vom Soziatsstentaz. Achtung! Buchbinder-Berband. All« aus dem Boden der ä. P. S. ilehendcn Kollegen und Kolleginnen, die Miiglieder des Buchbinder-Ver- bandes sind, wessen sich Freitag, den 27, d. Mts., abends 5 Uhr, im Luisen» ftädt. Kasino, Oranienstr. 180, zu einer wichtigen Besprechung, Parteibuch ist mitzubringen. Teutscher Holzarbeiter-Verband. Freitag, den 27. Jimi, abends 7 Übe, im GcwerkfchastShauS, Engelufer 15, außerordentliche Generalver- sammlung. Berichterstattung vom Verbandstag. Wahl der unbesoldeten Vorstandsmitgticder, der Revisoren für die Hauptlasse, des Gauvorstandcs und der Preßkominission. Dienstag, den 1. Juli, nachm. S Uhr, im„Englischen Karten', Alexander- straße 270: Brnnckenversammlung der Laden-, Kontor- und Kiese rnmöbelbranche. Bericht vom BerbandStag. Verbands- angelegenbeiten, Obmäiiiicr der Fachgruppe XTkl(MaltSinenbau-, Werkzeug-Jn- dustries versammeln sich Montag, den 30. Juni, abends 6 Uhr, in Hauer« lands Festtäten. Feite Friedrichstr, 35, Luileniaal. Angestellte der Tpandauer Heeresbetriebe. Freitag, den 21. Juni, nachm. 4 Uhr: Große Bersammlung, Spandau.„Nene Welt", Teltower Straße. Vereinigte eingestellten-AuSschülle der lechn. Institute Spandaus. Invaliden, Nentenempfänger. Blinde. Lahme, Sieche, Alte und Schwache, versammelt Euch mit Euren LeidcnSgcnossen am Sonntag, den 20. Juni, vormittags O'/j, im Sophien-Gymnasium, Berlin, Veinmeister- straße 15(Aula). Marine> Zengen! In meiner Anklage gegen den ebem. Kavill- Herrn Otto Schiincmann, ehemals Vorstand der Mar.-Pers.» Stelle Liban von 1917 bitte ich sämtliche alle Zeugen, wie Heinrich Thierfchke, Erich Barlel, Berlin usw, sowie auch meine Zeugen. Verfehlungen des p. Sch., da die Akten angeblich verloren gegangen, unter Angabe des Materials zwecks Wiedcrausnabme dcS Verfahrens an meine Adresse gelangen zu lassen. Johann Lobemcicr, Mülheim- Ruhr-Speldorf, Hcrmannstr. 68. Groft-Berliner Lebensmittel. Tie Kv Pf.-Eier-ZukunftSmusit k Der«0 Ps.-Richipreis gilt iür den Erzeuger in der Provinz Brandenburg und zwar auSichließlich für die Z u l u n l t. Die früher zu erheblich höheren Preisen beim Erzeuger eingckaustcn Eier und auch die Auslandseicr sind deswegen, so sagt der Magisttat, mit voller Berechtigung noch zu dem erhöhten Preise zum Ver- taus gestellt worden. Bei einem Preise von 1.25 M. verdient der Klein- Händler nur einen geringen Betrag. Sonverzuwetsung. Demnächst 1 Pfund Grieß oder Haiernakr. mittel und 1 Pfund Graupen. Näheres in den Beianntmachungen der Gemeinden. Die lausende planmäßige Ausgabe an Näbimiltein, amerikanischem Seijeu» mehi usw. wird durch diese Mehrausgabe nicht berührt Tie Verliner Lebensmittelkarte iür Jugendliche wird setz! auch an die zwitchen dem lö. Mai 1912 und 15. Mai 1913 geborenen Kinder ausgegeben, itebt also allen Jugendlichen vom voUendelen 6. bis zum vollendeten 17. Lebensjahre zu. Kinder, die nach dem 15 Mai 1913 ge« boten sind, erkalten die Karte, sobald sie in daS 7. Lebensiabr eintreten. Anträge auf Gewährung der Karten sind an die zuitänd'gc Brottommbnon zu richten. Nvwawes.-200 Gr. ausländisches Gefrierfleisch(26) am Freitag. Für Fletsch kann doppeltes Quantum Hülsenfrüchte biö Tonuabend bezogen werden. Hermsdork.'/» Pfund Himbcersirup für Leute über 70 Jahre bis Mittwoch. Bezugscheine Gcmeindcbureau, Zimmer 6.—'/4 Piuud Tissiler Käse(16i bis Sonnabend. Lteinickendorf. Neueintragungen für Zuckerbezug vom 30. d M bis 5. Juli. Zur nachträglichen Eintrag.ng sind auch diejenigen Berbraucher zugetassen, die ohne ihr Verschulden. Abwesenheit vom Ort. Krankbe t ulw. nicht in der Lage waren, sich rechtzeitig eintiagen zu lassen. Dieie nachträglichen Einlragutigen laben aus Grund be onderer auszufertiaeuder Bescheinigungen der Brotsomniisston zu erfolgen.— Für Juli: Au K-.itder- karte A: 1 Piund Gersten mebl, 4 Palete Zwi-back 4 Pakete Pudding t der MUchlsißspeise, 1 Dose amerikanüche Milch. Aus Kinde karte B:% Piund tzaseimehl, 4 Pak-.te Pudding(soweii Vorray, 1 Dole ameiilaniiche Miich. Aus Kinderlaite C:'/.Pfund Hafermehl, 4 Pakete Pudding(soweit Boiint), 1 Dose amerikanische Milch. Ausgabe nur unter Vorlage der neuen Aus- wei-slarten und zwar A(rot) am 1. und 2. Juli; B(gtlbi am 3. und 4. Juli; C(grau) am 5. und 7. Juli; t)(grün) am 8. und 9. Juli. Wer diese Nethens olgc nicht befolgt, hat Emziehung sein-r Ratte zu gewärtigen. Ausgabe außer den HauvtverkauiZitellen auch Pa.tto'ver Allee, Kögelstraße und Antonseiiitraße.— 50t(Stamm Weizenmehl(l-.'t. Anmeldung einschließlich Soiinabend. Paniow. ÄuLlöudssches Rind- und Hammelgcsncrsseiscki 9 M d•' Pfund. Verlaus vv Ha. fletsch vet Voten Als Er atz für AU.u-.l- Husct flocken aus jede Fleischinarlc. Groß-Serliner parkeinackrich.en. Ael tutig l Parietfunkti näre! Heule Frellag. abends 7 ilb im Fesi'aal des Heirenhauses die beiden letzten Bo trarsabeiide des Genossen Dittmer, und damit Schluß des ganzen Botirag-zyttus. 33. Abt. Morgen Sonnabend Sitzung des-tzrov'gandeans chusses bei Gillwald, Pulbuser Str. 24. Bezirkssührer sowie sämtliche VertrauenSleuie werde» hierzu ganz betondets eingetaden. R ein icteu dort- Bürft. Heute, abends 7'/, Uhr, Gemeindeschule Augnste-Vittorta-Allee, MitglieLeroetjaniiniung: Bericht vom Parteitag. Rcserent Genosse Schl> mmmger. Treptuw-Vaumschuleuwog. Heute Mitgli derversammlung im Neuen Meiellschaitshaus am Ringbahuhos; Bericht vom Parteitag in Weimar. Rcserent Genosse Eduard Bernstein. Beginn 7 Udr. Lankwitz. Bortrag des Genossen Berger:„Die Geschichte des Sozia- liSmus-, Gemeiudeichute II, Freitag 8 Ubr. Arbeitsgemetiiscbatt sozialdemokrat. Lehrer und Selireriunen. «oitzung motzen Sonnabend i Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3: Die Votksbilduitgsarbeit der Sozialdentokralie. �Genossin Lberlhr. Dr. Weg- scheider-Bonn, Mitglied der Pr. Landesoers, s Die Neuregelung deS Lehrer- budungswesenS. Berichterstatter: Genosse Kawerau. Ausnahme neuer Mit. glicder.— Vorstandssitzung 3 Uhr.— Lehrer und Lehrerinnen, weiche die gesamle Bildungsarbcit am Volke im Sinne der Sozialdemokratie jördern wollen, find eingeladeu. 1H. verbanöstag öes deutschen Transportarbeiter-Verbanöes Stuttgart, 24. Juni. Nach Wahl von 33 Delegierten zum Gewertschaftskongretz in Nürnberg setzte die große Debatte zum Vorstandsbericht ein. die"durch eine sehr lange Geschäftsordnungsdebatte sehr un- glücklich eingeleitet wurde. Die von Berlin beantragte unbeschränkte Nedezeii wurde abgelehnt und aus 23 Minuten festgesetzt, woraus die Berliner Delegation unter großer Erregung den Saal verließ. K lose- Berlin wurde als erster Redner der Opposition unbc- schränkte Redezeit zugestanden. Seine Rede füllte dann die Vor- mittazssitzung aus. Die Kritik erstreckte sich, soweit sie politischer und wirtschaftlicher Natur war, auf all die Fragen, die bei allen zurzeit tagenden Verbandstagcn im Vordergrund der General- debatte stehen: KriegZpolitik der Gewerkschaften, die der Politik der Sozialdemokratischen Partei ihren Stempel aufgedrückt habe, Hilfs- dienstgcsctz, Belagerungszustand, Standgerichtsurteilc, angebliche Denunziation, Haltung des Verbandsorgans usw. Mit besonderer -schärfe wurde gegen Paul Müller vom Vorstand wegen seines Annepionsartikels im„Courier" vorgegangen. Von den Rednern in der NachmittagSsitzung machte besonders der alte Gewcrkschafts- kämpe Stuhr aus Hamburg einen tiefen Eindruck, der das einigende Moment in den Vordergrund stellte und mit seinen von bohem sittlichem Pathos getragenen Worte« auf allen Seiten des HauseS frenetischen Beifall erntete, ein Beweis, wie groß der heilige Wille zur Einigkeit in der Arbeiterschaft ist. Znöustrie und Hanöei. RcichSkohlcnwirtschaft und Verbrauchcrinteressc. Der Vorstand deS Deutschen Städtetages führt in einer Eingabe an die zuständigen ReichSstellen darüber Be- s chwerde, daß die geplante Regelung der Reichskohlenwirtschaft die Interessen der städtischen Verbraucherbevölkerung stark vernach- lässige. Es heißt da: Wenn in dem SO köpfigcn Reichskohlenrat, dem die Leitung der Brennstoffwirischaft obliegt, nur ein einziger Vertreter der vielen Millionen städtischer Verbraucher vorgesehn ist, so muß diese überaus dürftige Bekeiltgung der städtischen Ver- brauchrkreise an dem richtiggehenden Organ um so Verhängnis- voller wirken, als an der Verwaltung der Syndikate die Ver- braucher überhaupt nicht beteiligt sind. Dabei überläßt das Gc- setz die Entscheidung in zahlreichen für die Verbraucher leben-- wichtigen Fragen den künftigen Organen der Brennstoffwirtschaft, ohne auch nur Richtlinien für die Entscheidung zu geben. So soll die Festsetzung der Brenn st offverkaufspreise in die Hand des wesentlich au- Interessenten bestehenden ReichSkohlen- Verbandes gelegt werden, ohne daß eine ständige und eiugehende Beaufsichtigung der Preisgebarung sichergestellt wird. Der Vor- stand des Deutschen Städietages erhckbt gegen diese dem Geiste deS SozialifierungSgesetzes zuwiderlaufende Ausgestaltung entschiede- nen Einspruch und fordert die zur.Mitwirkung an dem Gesetz be- rusencn Stellen auf, eine Verbesserung des Entwurfs herbeizu- führen. Eine Erhöhung der Vertreterzahl für die städtischen Kohlen- Verbraucher ist in den Vorberatnngen des Gesetzentwurf- abgelehnt worden. Bei richtiger Wertung der volkswirtschaftlichen Aufgaben des ReichSkohlenamteS ist es auch nicht so erheblich, ob die Vertretung des Verbraucher- zahlenmäßig größer ist oder nicht, da sich die Interessen der städtischen Verbraucher in vielen Punkten mit denen anderer Verbraucher und der Händler decken. Soziales. Tic Stellung der Ersatzkrankeukassen. Die für Ersatzkassen bedeutsame Vorschrift des§ 51S der Reichsversicherungsordnung, wonach die Pflichtkaifen an die Ersatz- kassen der dort bezeichneten Art die bei ihnen für die Mitglieder dieser Ersatzkasie nach Z 517 Absatz 2 der ReichSversicherung-ord- nung eingehenden BeitragSteile der Arbeitgeber auf Anordnung ldes Bundesrats zu vier Fünfteln abzuführen haben, ist durch Z 13 der Verordnung über Krankenversicherung vom 3. Februar 1913 beseitigt worden. Zugleich schrieb diese Verordnung vor, daß die auf Grund des§ 518 erlassenen Anordnungen des Bundesrats mit dem 29. August 1319 ihre Wirkung verlieren. In Verfolg von Be- schlüssen. die der Ausschuß der Nationalversammlung für soziale Anlogenheiten bei Besprechung dieser Verordnung geiatzt hat, hat die Rcichsregicrung der Rationalversammlung einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach die Vorschriften deS§ 13 der Verordnung zugunsten der Ersatzkassen abgeändert werden sollen. Da die politische Lage es nicht gestattet, diesen Gesetzentwurf noch vor dem Ablauf der Geltungsdauer der nach K 518 der Reichsversicherungsardnung erlassenen Anordnungen des Bundesrats, also vor dem 29. Juni 1919, zu veabschieden, will die Reichsregierung nunmehr darauf hirtwirken, daß die Vorschriften deS Gesetzentwurfs i m W e g e d e r Verordnung auf Grund des Gesetzes über eine vereinsachte Form der Gesetzgebung für die Zwecke der Usbergangswirtschaft vom 17. April 1319 in Kraft gesetzt werden. Zu dresem Zweck hat sie dem StaateuauSschuß eine entsprechende Vorlage zugehen lassen. Genchtszeitung. Die Wirkung der Amnestie auf strafgerichtlich verurteilte Beamte wird in einem Bescheide des Reich-postministerium- einer grundlegenden Erörterung unterzogen. Der Oberbriefträger L. war wegen Anitsunterschlagung zu Gefängnisstrafe verurteilt wer- den. Gleichzeitig hatte das Gericht die Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von 3 Jahren ausgesprochen. Unter Hinweis über die Gewährung von Straf- freiheit und Strafmilderung vom 3. Dezember 1918, nach welchen: die von den bürgerlichen Gerichten bis zum 5. Dezember rechts- kräftig erkannten Strafen n e bst den N e b e n st r a f e n zu erlassen find, war von Rechtsanwalt Bahn die Niederschlagung der gegen L. erkannten Strafe beantragt worden. Das Gericht gab auch diesem Antrage statt.— Auf eine Eingabe an die Oberpost- direktion Potsdam, in der die Wiedereinsetzung de- L. in sein Amt beantragt wurde, ist vom Reich-postministerium mit dem Hinweise, daß dies auch die Auffassung des ReichSjustizministeriums sei, folgender Bescheid ergangen: Durch die Amnestie hat der Beamte lediglich die Fähigkeit zur Bekleidung eine- öffentlichen Amtes wiedergewonnen. Dagegen wird der mit der Recht-- kraft des Urteil- eingetretene Amtsverlust durch den Er laß der Neben st rafe nicht berührt. Hiernach hat der frühere Oberbriefträger L. zwar die Fähigkeit zur Beklei- dung öffentlicher Aemter wiedererlangt, sein Amt aber durch die rechtskräftige Verurteilung verloren. Er kann eventuell wieder im Postdienst irgendwie eingestellt werden, er hat aber kein Anrecht darauf, in fein altes Amt ohne weiteres wieder eingesetzt zu werden. iii mv* im Bei einer tüchtigen Redaition sticht sich atabem. gebildeter Schriftsteller, gut bcicscn, gereist, gute polit., iiter. und kunst- wifsensch.«er--■---- An den Folgen eines Leidens, das er sich im Kriegsdienst'zugezogen hatte, verstarb am 19. d. M. unser liebet Mitarbeiter Ernst Seeger im 38. Lebensjahre. Wir werden dem Verstorbenen, der bis zu seiner Einberufung zum Heeresdienst länger als zehn Jahre bei de Herstellung des Vorwärts als Rotation? Hilfsarbeiter tätig war, ein ejirendm- Andenken bewahren. Personal und Geschäftsleitung der Vorwärts-Buchdruckeru. «l.DUWM«-WlI«lW am Freitag, den 27. Jnni 1919, nackimittaas um 4 Uhr im Sportpalast, Potsdamer Str. 76. Tagesordnung: 1. Der Stand unserer Lohnbewegung. 2. Stellungnahme zum Streik. Alle Eiscnbahnbeamte und-Arbeiter werden ersucht, pünktlich und vollzählig zu erscheinen. 2S4/4 Tie Bezirksleitung deS Teutfchen Eisenbahner- Verbandes. ÄilgeiD. Ortteikenkasse lürBeriin-Steslitz. Bekanntmachung. Bom 30. Juni ab finden die Sprechstunden der ärztlichen Klinik für die Behandlung der Kassenmttglleder von morgens 6 dl» nachmittags VjB Uhr statt. 277/2 Der Vorstand. Q. BilRalke. Vorsitzender. WM« Wen tlfHlfltrnefll Zriedrlchstr. 155, Ecke Anter 0. Linden . uUlUJuiloll), aegenitb ti. VINorin-Entö. Zentrum 1080 «mi. Witetei, BecgoM llr Uliibel, sichere Erillenz. ist anderer Unternehmen wegen n»erlaufen. Gute, erste nundfchast vorhanden, im vollen Betriebe. Anfragen unter A. Z., Postamt 59.__ 3197b f Neu eröffnet! Ein billiges Korsett . fertige ich nach Maß �t�.aus allen Stoffen L oder gebrauchten . �»Wäschestücken, die Siemir bringen. Für gutvn Sitz und saubere Verarbeitung wird garantiert. Sedwig Kofi, Kochstr. 20(Laden) Spezialität: Reform- und Backfischkorsetts, Leib- und Büstenhalter. Reparaturen schnell und billig. SgZ.Mi«M«S.V.!>..?.Ml. Sonnabend, den 28. Juni, abends 7 Uhr, findet in den Blücher-Frstfäten, Blücherstr. Kl. ein jteitem Abend mit Tanz statt, wozu wir die Mitglieder freundlichst einladen. Die Abteiluiigslcitung. Morgen Sonnabend.-ibi.Juni. abds. 7 Uhr, im Sibungssaale des Herrenhauses: Versammlung n ösr Mi Demokratie und Sozialismus. Ref.: Heinrich Pens(Dessau). Zutritt nur gegen Vorzeigung der Mitgliedsbücher und für Pressevertreter. 212/15 __ 3nUn» ftallafl. wnNy Zepter. Färberei erledigt schnellstens Umlärben von Uniformen, Mänteln, Decken, Zeitbahnen Sommerfarben auf Seinwand bleu* rosa* mode* düf enblau M. Petzold& Co. Berlin S, AiexandrJnen=Straße 51 fernsprecher Moritzplatz 2707.£• Die Stelle des vkgtU UMUtUMMNUl der in starker Entwickclung befindlichen Industriestadt Buer i. W., Stadtkreis, zurzeil rund SS 000 Einwohner zählend, soll wegen andcrweiter Wahl des jetzigen Stcllcninhabcrs baldmöglichst wieder besetzt werden. Das Dienstctnkommen beträgt: a) pensionsiähig:.„ ,w. Grundgehalt............ 1200033t. steigend alle drei Jahre um 1000 331. bis zum Höchstdetrage von........>5000 M. ausserdem ein Wodnungsgeld von'... 1500 33t. oder freie Dienstwohnung zum gleichen ruhe- gehaltsfähigcn Werte. Ehezulage...........«50 M. Eine 15prozentigc Erhöhung' dieser Bezüge ist beschlossen. nichtruhegedalt-fähia- Beziige: � � Kindererziehungsbeihilken nach besonderen Grundsaven für das erste und zweite Kind je 100 M. und|üt die weiteren Kinder je 80 331. Teuerungszulagen werden nach den staatlichen Sätzen— nach den Sätzen für teuere Orte ohne A— gewährt. Ruhegehalt und Hinterdliebcnenoerforgung wie Staatsdeamte. Bewerber, welche«ine längere Tätigkeit in ähnlicher Stellung nachweisen können, wollen ihre Gesuche unter Beifügung de, Lebenslaufes und beglaubigter geugnisabfchriften unter Angabe e'.waiger Wünsche wegen Anrechnung von aus- wärtigen Dienstiahren auf das Beloldunasdienstalter di, zum 5 ftult d. I. an den unterzeichneten Eilldtverordnetenmorsteher (Rardaus) einreichen. Buer i. W, den 21. Iun! 1919. Oer Stndtnsrordnekonnorsteher. Surtnrnp. 258D' BgibfliiD m GestMe- it.SlMMmer. M». Für die hiesige Filiale wird zum baldigkn Eintritt ein WMUsöesM gesucht. Derselbe mutz in Agitation, Kassengesck'Ssten und Bureauardeit durchaus bewandert fein. Es wird aui eine Illch- tiae Kraft ressektiert. Fünkjährige sreigewerkschaftliche Mitglied- schast Bedingung. Das Schalt richtet sich nach den Belchtüssen des Kamburger Bervandstages(Gaulelterklasse) zuzüglich der im Verband üblichen Teuerungszulagen. Etwaige Dtenstjahrc in der Arbeiterbewegung werden angerechnet. Selbstgeschriebens Bewerbungsschreiben mit der Autschrift: Betrifft„Bewerbung" sind bis zum 15. Juli an den Vorstand der Filiale ttSln, Severinftr. 197,0». einzureichen. 34 9 . Kenntnisse, voiko gereist, gl itllml. Stil, zum 2K7D' MMN MZUiirn. Gest. Zuschriften unter M. 27 an die Ezped. des„Vorwärts". An der hiesigen sISdtlschen Oberrenlschnle ist möglichst zum 1. Oktober 1919 eine SSMMelle zu besehen. Bewerber mit der Lehrbesähigung für Religion, Geschichte oder Deutsch für die 1. Stufe und Französisch für die 2. Stufe wollen ihre Bewer» bungsgesuchc unter Beifügung eine« Ledensiaufe, und be- glaubigtcr Zeugnisabschriften bi» zum 1. 7. 19 einsenden. Die Besoldung richtet sich nach den staatlichrn Grund» sätzen. Die Zahlung der Krieg»- tcucrungszulagen erfolgt nach den hier geltenden Gemeinde- beschltisscn. Zurzeit werden 2310 331 pensionssähige Ten«- rungszulage gezahlt, zu der eine weitere von 1200 M. lür Unverheiratete und 1700 M. für Verheiratete und für jedes Kind 000 M. hinzutritt. Spandnn, 18. Juni 1919. >02/20' Der Mnglstrnl. "ScliomsteinliaDer durchaus selbfiändlg in Neu- bau, Reparatur und Kessel- einmauerung stillt sofort ein «mll Schnlz. Spez.- Gesch. für Schornsteiabau, Frank- snrk(Oder), Gr. Miillr:. i erstr.lS Schreiner, mit Maschinenarbeit zur Ker> stillung von 88/3' Bnreau-Ätdbetn durchaus vertraut gesucht. Gute Bezrdluna"lue.cht auf die Stelle oes Werkmeisters u. Gewinndeleiliguat. Offerten UNI er J. 2008 an Haas enstein & Dossier tL.cj., u-tnnnheim. Sil geübte, iür 6 Tagesstunden verl. Anged. m. Lobnsorderung unter O ZI Hauptezp.„Vorwärts". 61/2 Kunstschlosser- Lehrlinge krästlae, gesunde, werden ein- oestellt.. h., Lindonsir. 30/12. �usekneMer au» der Filzschuhbranchc (Dauerstellung) verlangt Hnnofchnlisobr.Goldinann, __ Söpcnlcker Sir. 126._ Tischler sür Zeichnungsarbeir verlangt Paul«vrohe, Frankfurter Allee 319. 264D' MkMiSkl bei gutem Akkordlohn in gvlvWslkgker GegetZd lucht jtzahrzeugsnbrit Heilbronn. 2S0S Zeitungs- trägerinnen werden zum 1. Juli verlangt MMttS'SMS!! MM- silHUöttg. Belziger Str. 27." Äiedaktenr. Für BolkSzeitnng der Lausitz(Z3!ehrh.-S.) baldigst erstklassige Kraft gesucht als.HauptsekritUeiter. (Politik, Lokales). Grosses Erfolg versprechendes Arbeits- seid sür geeignete werbelräslige Persönlichkeit. Bewerb. mit GebaltSansprüchen, Stilproben und und Angabe bis- heriger Tätigkeit unter h. A? an die Erpedition des .Vorwärts", Berlin SW. 264/3 Biiilsarbeilerinnen. welche schon in Bucr.biudcreicn tätig waren, sofort gesucht. 3196b Deatsciie Ksivert-Fabrik, iÄ»o' Kartonnagenkleberinnen nur geübte, sofort gesucht 3105b Deutsche Kuvert-Fabrik, ÄÄ SMiU« Wßßkkl M! S-rtnissimii? Hikronymus XVI. und s?!!> Hofmarkchnll Kinder- «ann. die avi-d-ndlich im Ssffeo«keiuilad!?- Palast, Fricdrichstr. HO BO, Sät Leipziger Straße) mit ihren Miihft snnder- taccn Kesprächen die Besucher zu Au-briichm herzlichster Heiterkeit bringen, schaffen sich auch ihrerseits manche gute Kurzweil. So hat Serenissimus die Gewohnheit angcnonnnsn, einzelne Stadtteile Bcrl-ns in seiner Haiequ.pagc zu besuchen, so recht. wie die Fiirsien einst ihre Untertanen durch eine Fahrt durch die Stadt begliicktcn. Letzthin hat Serenissimus mit seinem Kindcrmann wiederholt Berlin W. beglückt und durch sein Wesen, seine und Kindcrmanns, des Lakaien und des Kutschers glänzende Uniformen nicht geringes Aufsehen in den Straffen erregt. Dann ist Serenissimus recht feierNch durch das Brandenburger Tor eingezogen, hat über das Leben und Treiben„Unter den Linden" allerlei Betr chtungcn angestellt und fuhr dann durch die Fricdrichstraße. geradenwegs zu seinem Thronsan? im Raffte Sielte. Und hier nahm er auf seinem Thronseffei Platz, begann zu sprechen--- und das Publikum lachte. Ader er fetzte es auch in Erstaunen. Denn bevor er sich von seinem Thronscffel erhob, erteilt» er in ernstesiem Ton angemessenen Befehl: Er wolle die Billard- Wettspiele im Zurnicrsaal besuchen. Kindermann nahm den Befehl gehorsamst hin, und nun wurden mit brennendem Eiser umfassende Zorbcreltungen auf Gängen und in den Sälen getroffen, damit Durch- laucht Serenissimus, der heute abend im Turniersaal zu de'n Wettspielen erwartet wird, mit würdigem Glanz empfange« werden kann. K J äpemimos Die Fledermaus. _ Antttn? 7 Uhr._ Schäuspiellmus Zum.10. Maie: Sfirine tTrun, düc S7«faohsji«pU>ierin. _ Anl«ng 7 Uhr._ Volksbühne Thexter am Bülowplatz. Direktion friedrich KayRler. 7'/» Uhr:'» Juof farngift. OeaKBehe« Thentep. Heute bis einschl. Mont. 8U.: Ulk Paiieikera in Fnwillo OcblineU. KBBDiQOrtiviele. T/t Uhr: Das Wtik d. dir ilampeimsnn. Thentkr Äest We»ten» Allabendlich T, Uhr ilix Wkrkor und Ii«n» Voss- fissna in DS« Qcliha. Tkeater I. d. KiMivBrfitzerStraSe VjS Uhr: Her HlupUIac- IniiMfeiiiiaes Lucic liWIlch u. Lud«'. Hartau SU.: vor d. Pfalz. S�Flinc? Ykeatcr 'itS: Stern«, d. Wied. leuchten. Ceptrul-Theater KommanHantensiraBe 57. Jh�.BfeSetilisteiunÄBen. I>cntsr)iei«»perRhan« 7 Uhr: Tlefigäl FrMr.-Wifiii. Tlieater Zum 75. Male: U7hr': iß iflfi lllllfi Slscks. lüeiies Ttete?. ?>,- uhr: liindklitttjieQ. Kwaalae.iie Oper uhr: Seif miiliasilel. vZ1: Sie splsehe Flscp. Metripel-Thester. 7 uhr 2«. Iis FiseölBisIee. �cbch Opppettpnhan«. rv.u.JleSiaeTSflMss. ralRBt-Thoater z". uhr: fsllimaa. Operett« in 3 Akttn v. Zorlig. Sekllior-Tlieat. Charl. 7v> uhr ßeriadere. TrStwlIa-Thoatep 7V, u..- IirwililiBiiifflniel. Th. aae i»Heo Joefpiatz Gr. Freund. E. Lictnenaiein in 7./.U: IreiaiteSclischtciB. Theater d. Friedrlchsfadt ij Uhr: Se eine Frechheit. Vtrsicheruei f«cen F.inkruch. FI« Pelterakend. WallMop-Tlieater i1}. ühr: Mandrajola. 4 iPOLLO Sa Friedrichstrtle 218| Dir.: James Klein \TU XTä 774 Cr«st«plel Alten ffcrrnfcld j m. seiner aus 28 per- äsonen bestehenden ] Gesellschalt in der I Jakfigen Burleske Wer ist derTitsr? Verh. SyesiiliUteai| KM ib iiisk uet«! d«}* Ssnurai Tra�ödi» einer Morpüjnütin. R&uptrollen: Serfruil Welskar Enst Isütssh Ktfit: Carl Kooso Wmcheiiif« t Uhr. SrraGtays C, t Uhr. ! KASäAÄff TT t lOCMWtNfTir. 53 S Paail Si«7 alt.', MiNi«»tYiTally PrJta M»r%T >'!•!« Vtoft« L£Cliril]9n-W«If Lfirni u. Acuai liansl EtK»r Frame Romahn Mia Ranard Adolf Karnbach AinFlügel:(lenschcl| Genf.: Fiatow öyigyi■ Kcuzerie idesslnf TlieAter Sommerspiele.: H Siernhcrg, Gaslsplei Guido Thiclscher: 8 Uhr: Charley« Tante. Dentschcs liLUnstler- Theater. 8 Uhr: Max Adalbert u. Kurt Götz in; öle Rutschbahn. Lülsen-Theate?. TVsühr. LetzteAufführungen: Die WlAu? mm. Sonntati 3: EinrriäK Aufführ.: M Iflffe ÖlSj Ml. In Vorbereitung; Wenn Tratten lieben. Nalional-Thcatcr. 77» Uhr: Größter Lacherfolg! Bie Kinopapge. Walhalin-Thester. 7»/, Uhr; Die kleine Sklavin. Trianon-Theater. öhf.Friedrichstr.Ztr. 492723�1 Tägl. 8 U. Heute z. 293. Male: JkrWwAM von Hermann Sudermann. Sonntag< Uhr; .Tohunnlsfoncp. Residenz-Theater. Untcrgrundb. Klosterstraße, Ausgang Stralauer Straße. TiglichSUhr. Zum 167. Male: lere Schauspiel von Sudermann. Regie: Alfred Rotter. Rose-Theater. F/j Uhr: Ehe-Lrrlanb. T'/j Uhr Gartenbühne: Das sieht sich jeder an, Vorher Konzert u. Spezialität. Außerdem; Id.A�siteuer üm berChmlcn OvtttkUvs iLAnra•»Tnoe» iKona.Hld" snao'U Eine Naclii im PrEmdEnzimnigf Regle: Rudolf Meinert n A � 3�/ «me St Jk'eWelt, aer grosse JKitjapIer //aup/zo/Zeni ffeddeV�mon. CmstHofiainn. lua't.jg/iistaa am Bhf. Friedricbstr, Schleifenbahn Figur- 8-Bahn Berg- und Talbahn Taifun-Rad Werktags ab 4, Sonnt. 3 U. Voigt-Theater iBsriüißr fratsr Badstraffe 58. 7'/, Uhr: ZLS MstlküleiiMdel. »lorher: VÄFiete-Vvrstelluklx. Eröffnung 3 Uhr,?lnfang 5 Uhr. Sonnabend: Zrllhlingsluft. Ufte Wiks iFquitsdle) Frieärlcdstraüe 5?/6S, Ecke j Leipziger Straße Jeden Abend: Serenissimus Hyrouimus XVI. mit seinem[87/15 1 Eofoiarsdisll liniErniiina die Höchstleistung unterhaltender Komik, und die übrigen Attraktionen. Biilard'Weltspieie Rosendisle 50 BÜlsr-ds Verfähr'sn nacli deat JEtomaii von Hans Hyan Regie; Carl Froelich Hau ptdar fit eile i; Gertrud WeicUer Cari Auen Elsa Borna Pletro Scholz Max Adalbert Noüendorlplatz Die(äelsha und der Samurai Die Tragödie einer Merpliinlsiin Hauptrol.'kii; Gertrud Weicicer Ernst Deutsch Alexanderplata Die Czardasfürstln nach der bekannten Onercite in der Wiener Original- besetanug Wsisbergswtg/ tlorilzplah Dämmerung des Todes Tragödie mit Poia Negri Hasealieid« Duell der Gehter Schauspiel der Raoul Asland 'Schöneberg DleKfndernls-Ehe Lnstsniel in 4 Akten mit Harry Waiden Wocheniaga 6, 8 Dhr Sonntags 4, 6, 8 Uhr »AUXAHDERSTRag ' I-achplllcn-WoIf Eise Garell Karl StShr 3 Schwestern Lück Alfred Jansen Mary Woller Rost K8.~Hcr Am Flügel: Sawade Conf.: Hcinsius Ebener» Konzerte. Potsdamer Str. 3B Maria Carmi im Drama Das Wunder der Madonna. Turmsfr. 12 fJagliostros rotenhand. AlexanderpHtz-Passage. FUrntcnllcbc. Friedenau, Rheinstr. 14 F.m. Schauspiel in 4 Akten. Theater am Koltbuser Tor Allabendlich 7 V. Uhr: Elite-Sänger Stettincr Särger Seidel. Ruseili, Horst, Schubert usw. Humor. Spielplan Sommerpreisc I Bliithgen- Konzert. Winlsr- Gatten Taglich 7V2 ühr: Varißt�-Spislplan Rauchen gestattet! 7/9 Roftanicnallcc 7/9. TSaüch: i2iifliie(e-|{ira[({one« »t�n; Bau. LInlang 4V, Uhr. # Admifsls-PalaslT" I Täglich VjjB Uhr Sonntags 3 u. 7 Uhr Die neuen Ballette bn GespMli'cS Wiener Walzer außerdem frTgE» Tanz-«tevi Aüsnara»ft«iwlno. IDerScfiinnck;!. Grin. D. Lebens Ruisr.hbabn Reic!isl!3ll.-?l:eater Allabendlich-':.UHr: iStettttter Sänget Clrcu®!Wl Buxsdn i,etr.te Woche! Viclf. a. d. Direkt, geriebt. Wünschen nachkomm.: Nochmal. Wiederhol, der berühmten japan. Selbstverteidigung(Jiu-Jitsu): Wie mall De'aerlälie von MöFtisrn n. Msi ali- welirtu.wiemaD öie Angreifer usosMiü. madit wird beule abend eine einmal, u. letzte Vorführung d. iapan. Jiu-Jitsu durch Hansen-Esch, den langjähr. Lehrer d. Kriminalpolizei deutsch, u. ausländ. GroBstädte stavf- finden. Danach ringen: Hinize= Pietro-Scholz. Gnischeidungskampi: SlFeöge=ürbacii Vorh. 7'. U. Circus-Progr. Pfandscheine jjiuniuumniiuiiiiiiinimnnnnnniMm'iiiujiiiiiuniiiiiniiMiiiiiiiitiiiiiiuiiiniiniiimnininniiJiiiiuiniiii/iiiuinniiJiHirrt ||...... ÄZ-.............................| i; Virnmbejtiurgm| vjzrdza jelZ! nach den rxjzuBSüzn HladÄÜßn aiudgefuhd ttochmge Pnaibenedmaag ohns TJjzcblruiJjxhhjelt. .S :5 R. n (xn bK l�kiGi�Aen Ovaruzfhstc. 1(d5. Jleipyiqecstr.W ti"iiiuiiiimiiiiinuuiiiiiimiumimiiifiniiiiliiiiiii."'i'iiini iliiiii'',iuiini!i.'iiniuiiiiiiu!»inu>i»i>linkn Von öerSchillingsliriicfie» Sonntag, 29..lunld.J., Dampfers Extrafahrt nach VFcrnsdorfep, �»chlenac I Abfahrt früh 9 Uhr 289® Vornehm rnhixes m" Bad~ Station:„Baö Sachsa", Südharz. Pension 15—30 M. Äoftcnl. Vermitlg. Gettschalk, Bad Sachsa. 267 D* Technikum Stralitz (ntscklinkurg) Vorträge k. Actämger auch 10. Juli. Frogr. umsonst. Kleiderschrank.Vertikow, Tisch, 4 Stühle, Spiegelspind und Spiegel M. 875__ Erstklass. Ausführung! Stolzmann, Belle-Alliance-StraSelßO Zahlungserleichterung auf Wunsch. Bleche, Rund- und Flach. eisen, U» Eisen, eiserne Fensicr.RoHre, Zaunstiele, Pumpen, Sauger, Koch- Maschinen, schwarzer und verzinkter Draht usw.. nnl und gebraucht, in großer Auswahl amLager kellikodl8,°so'.8° Hauptgeschäft: Brandcnhurger Ufer 2-3, 2. Lager: Boltairestraße, Ecke Dircksenstraße. Schreib- maschinell! last aller Sj-sleme[ gröB. Posten sofort] versandt, ei. MeMellung ünden Lllive llvkeroWere nno fiouidifönien mit suaiiüfonon m MeroWer als VMkmelsler der Hilfspolizeimannschaft des Berliner Polizei-Präsidiums. E- kommen nur aufgesucht kräftige Leute mit ordnungsmäßigen Papieren von beiler Fü hrung und langer Fronterfabrung, die möglirbst nicht über SO Jahrc alt u. nnverheiratel sind, in Frage. KtzGNÜrirf Npflittt«ebilhrnlffe: Unter. ilSttlltUUEb-oeuin. Wachtmeister 9 M. iäg. sich, höhere Dienstgrade und B-rheiratete entsprechende Zulagen. Freie Berpsiegung und Unterkunst.— Zipil- versprgungsschcin und 1500 M. Dicnstprämic nach 12» bezw. tZ jähriger Sesamtdicnstzeit. 28ZD- lUelhu»,: Neues Kriminaigerichi, Berlin. Moabit, Turmstratze 93, Zimmer 157. Auskunst 9—3. Papiere (Etammrollenau-zug), Uniform mitbringen. Erleichtert. UebcrtriU inr RrichSipehraugeliörigc DaS Werbebureau versendet auf Anfordern einen Fragebogen, nach dessen AuSsüllung und Eingang ein Fahrtausweis nach Berlin über- wiesen wird. DieEisenbahnfahrtwird vergület. 808' Arbeitsstube» "VÄSTÄ" SsHifn- null SiKemWe sowie ülDei�CtieiDeil per sofort und für dauernd gesucht. MoX .Sdrs.virylriifi �emgMStvielSn Tolaphon: ftacfOcft 0033 S SMSÜSM, eigene Fabrikation, nur erstklafs. Garantie-Werke, in jeder gewünschten AuS- führung offerieren billigst SM.?SIle.Z!S-" Berlin, Kochstrahe lt. Telephon: Kurfürst 0033 Sctoier& danss|| Radfahrer! Motor-"Geschäftsradfahrer! I Berlin W 8 ____ Leipziger Sir. 19[_ Prima Dörrobst, vorwiegend Pflaumen in Post» kolli, p. Pfd. 5,00 Mark, unter Nachnahme. 243D' Fr. Endres, Wroimnberfelb(Baden). Port mit aller Ersatzberellunj I Wenn Sie noch einen alten, unbrauchbaren Mantel wtrd"ein W. H. B.-ÖleitschfltzTeifen gezogen und Sie haben einen dauerbaften neu.n Mantel. Schutzinhaher u. Fabrikant: W, H.Iaemann, Bitterfeld, FeldstraBe 34. Platzvertretungen in: 3208b Berlin-SchOneberg, Merseburger Str. 4: M. KIttrall. Halle a. S., Klein-Berlin 2: Ingenieur H. Liebermann. Wittenberg, Sternstr. 97: Fahrradhandlung Mai Warmbald. Delitzsch: Fahrradhandlung Willibald Müller. Weitere Piatzveriretungen vergibt: Ingenieur Paul Koeppen, Brehna bei Bitterfeld. >Ionfnp. 33..Inni. bin Sonnabend, LS. Jnni zahle ich besonders hohe Preise für Ms Gebisse'rtw (auch für ganz alte und zerbrochene Teile) für den gewöhnlichen Platin-Zahn M. 0,70 bis 1.50, Platin- Stift-Zalm M. 2 bis 3 M., Piatin Platren-Zahn M. 4 bis 6.50, für Gold«, Platingcbisse höchste Tagespreise. HotelGrfinerBauia, wtnMraüS8üstr.56/58 Zimmer Nr. I. Frau Vogler. 56/14* Köbel-Tabrik Hob. Seelisch BERLIN 0 112, Rigaer Str. 71— 73a empflohlt xute preiswerte Möbel, I Einrichtungen in jeder Preislage. L Ganz besonders große Auswahl in 7 Sctilal-, Spelse-.Wonn-, Herrenzininiern jedem Geschmack entsprechend.* 154 Musttrräume. Lagerräum. 6M6nM!.gr. Versand nach allen Plätzen Deutschlands. Besichtigung lohnend, ohne Kaufzwang. Wochentags von SVt— 7 Uhr geöffnet.