Ur. 324+ 33» Jahrg. Bezugspreis: BierteljShrl. g,— monatl. t,— Mt. frei ins Haus, voraus zahlbar. Polt- bezug: Monatlich Z,— Ml. exkl. Zu» lteilungsgebUhr. Unter Kreuzband für Deutichland und Oesterreich-Unzarn 6.2) SDlt, für da, übrige Ausland 10 23 Mk�. bei täglich einmal. Zustellung s 23 Mi. Postdestellungen nehmen an Dänemark, Holland. Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Post-geitungs-Preisltste. Ter..Porwärts" mit der Sonntags- beilage„Pol! u. geet� erscheint wachen- täglich zweimal. Sonntags etmnal. Telezramm-Adresse: „»ozlaldemokral verlin-. Abend-Ausgabe. RG Derlinev Volltslilalt. �lopksnnis) Anzeigenpreis: Di» achlgetpalien«»!oiipare>llezeile kollel l.20 Mt„«leine An, eigen" da« ictlgedruckte Barl 50 Pfg. lzutaistg 2 ietlgedruckle Warle), iedes weiler» Worl 25 Plg Slellengeiuche and Schlasstellenanzeigen da« erste Wari «0 Psg. ledee weitere Wort 2V Ptg. Worte über 15 Btlchstabcn zählen iiir zwei Worte. Teuerungszuschiag 50»/. Familien• Anzeigen ooiitisch, and gewerlschastliche Pereins-Anteigen ILO Ml. die Zeile Anzeigen tili die nächste Rummer müssen bi,» vhr nachmiilag« im Hauptgeschäft. Verlin EW 68. Lindenstrahe 3, abgegeben werden. Geöffnet von ü Uhr srüh bis S Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlanda. Neöaktion und Expedition: SW. SS, Linöenstc. 3. �erukvrecher: Amt Moritiplaft, Nr. lZISV— töl.97. Freitag, den Ä7. Juni IVIS. vorwärts-verlag G.m.b. h-, SN). 08, Lindenftr. 2. Kernsvrrchcr: Amt Moritivlat». Nr. 117 33— Zt. Selagerungszuftanö über Hamburg. Einmarsch der Regierungstrnppe». Hamburg, 27. Juni.(Eigener Bericht des„Vorwärts".) Der Einmarsch der Reglern ngstrup- pen ist erfolgt. Tie Linie Lohmühlenstrahe— Berliner Tor wurde erreicht. Bisher ist den Truppen keinerlei Wider st and geleistet worden. Von See aus ist die eiserne Torpedoboots-Flvtille eingelaufen. Die .�wölscr-Kommission hat Anweisung gegeben, daß die Waffenabgabe in ruhiger Weise durchgeführt wird. Das geschieht ohne jeglichen Widerstand. Volkswchr und organisierte Arbeiterschaft haben erklärt, dem Vordringen der Truppen keinen bewaffneten Wider st and entgegenzusehen. H Hamburg, 26. Juni. Ans Befehl des kommandieren- den Generals, Generalleutnant Mrngelbier, wird über das Gebiet von Groß-Hambur«, und Umgebung der Belage- rungszustand verhängt. Tic vollziehende Gewalt geht damit ans die militärischen Befehlshaber über. Kein bewaffneter Widerstand gegen Regierungstruppe«. Hamburg, 27. Juni.(Eigener Drahtberick>t.> Die Zwölferkommission der Betriebsräte'und die Volkswehr haben beschlossen, der Arbeiterschaft dringend zu raten, im Falle des Einrückens der Regierungstruppen in den Betrieben zu bleiben und keinerlei bewaffneten Widerstand zu leisten. Um dies durchzuführen, ist ferner beschlossen worden, datz dieVolkswehrgemeinsammitderPolizeiden Schutz der Stadt sichern und die Entwaffnung aller irgendwie unberechtigt Bewaffneten durchführen soll. Unbewaffnete organisierte Arbeiter sollen ihnen dabei helfen. Niemand soll weiter bewaffnet werden. Die Volkswchr hat beschlossen, im Falle des Einrückens von RegierungS- truppen ihnen nicht bewaffnet cntgegenzu- treten. Es sind Regierungstruppen von Wandsbek und verschiedenen anderen anliegenden preußischen Lrischaften eingetroffen, außerdem werden zurzeit Regie- rungstruppen ausgeladen in Hamburg selbst auf dem BahnhofBerliner Tor. Die Zwölferkommission ist unter Hinweis auf den oben mitgeteilten Beschluß, der in vielen Tausenden von Exemplaren in ganz Hamburg der- breitet wurde, dem kommandierenden General der Regie- rungstruppen entgegengefahrcn, um ihn zu ersuchen, nicht weiter vorzurücken. Um 10 Uhr vormittags ist der Senat einberufen. Gestern haben in einigen Vororten Plünderungen von Villen stattgefunden. Eine Anzahl öffentlicher Ge- bände sind noch immer von den Aufrllhrcrn besetzt. Ein Aufruf des Senats. Hamburg, 26. Juni.var, versuchle das eingerückte Militär, den Marktplatz und die an- grenzenheu Straßen zu räume», die von einer dichten Menschenmenge, in der Hauptsache Frauen und Kindern, beleb! waren. Nach wiederholter Aufforderung zum Auseinandergehen, die mit Jo.hlen und Geschrei aufgenommen wurde, gab daS Militär zunächst einige Schüfst in die Luft ab und dam! erfolgte der militärisch wohl zwar vorschriftsmäßige, der Situation aber nicht entsprechende Befehl zum Scharfschießen. Die Opfer be- liefen sich bis zum Abend auf etwa 15 Tote und zahlreiche Ber» mundete. Unter dem Eindruck der sofort blitzartig verbreiteten Nachricht des Blutvergießens beschlossen die Eistnbahnarbciter, beim Garnisonkommando den Antrag auf unverzügliche Entfernung des MilnärS aus der Stadt zu stellen und bei Ablehnung desselben sofort in den Streik zu treten. Sie verpflichleten. sich ferner, durch eine von ihnen in Gemeinschaft mit der organisierten Arbeiterschaft sofort in Funktion tretende Einwohnerwehr den Schutz der Stadt zu überchmen.— Tie am Nachmittag tagende Versammlung von Vertrauensleuten der Partei und der Gewerk- schaften trat diesem Vorschlag bei und ließ durch eine Kommission mit der Stadtverwaltung und dem Garnisonkommando verhandeln, mit dem Erfolg des folgenden Kompromisses: DaZ Militär wird aus den öffentlichen Gebäuden nnd den Straßen entfernt, soweit die Eisenbahner und Vertraue iispersouen der Arbeiter den Schutz der Stadt garantieren Eine völlige Entfernung aus der Stadt ersche-nt votläufig nicht ratsam. Gegen 8 Uhr abends erfolgte dem Kompromiß gemäß die Zu- rückziehung der Truppen in die Quartiere. Zreilaj�ung Üer verhasten Vollzugsrats- Mitglieder. Protest der S.P. D.- Fraktion. Erst im Laust des heutigen Vormittags, nicht, wie irrtümlich gemeldet wurde, schon heute nacht, sind die verhafteten unabhängigen Mitglieder des Vollzugsrats auf freien Fuß gesetzt worden. Tie Mitglieder der sozialdemokratischen M c h r h e i t S- f r a k t i o n begaben sich heute morgen zum Reichswehrminister NoSke und erklärten diesem, daß die Verhaftung der Vollzugsrats Mitglieder eine ungebeure Erregung in der Berliner Ar beilerfchaft hervorgerufen habe, und daß die Großbetriebe mit s o fortiget Arbeitsnieder legung drohen, falls nicht di: Freilassung der Festgenommenen erfolge. Der Reichstvehrminister sprach sein Bedauern darüber aus. daß auch die sozial- demokratischen Mitglieder des Vollzugsrates von der Vcr� Haftung betroffen worden seien. Es war jedoch notwendig, den Vollzligkrat zu besttzen, um festzustellen, wer in der Nacht zum Donnerstag daS Telepbongespräch mit.Hamburg ge führt habe. Es wurde dem Rcichswehniiinister versichert, daß kein Mitglied des VollzugSrateS in der Nacht vom 25. zum 26. Juni in dem Geschäftshaus In den Zelten anwesend war. Es könne lediglich ein Angestellter in Frage kommen, doch sei der Voll zugsrat selbstverständlich nicht verpflichtet, eine solche Untersuchung zu führen. Das sei vielmehr Sache der Behörde. Der Vollzugsrat trat mittags zu einer Vollsitzung zu- sammen, um zu den Vorgängen am Donnerstagnachmittag Stellung zu nehmen. DaS Ergebnis wird der nächsten Vollversammlung der Arbeiterräte bekanntgegeben werden. Wie die„B. Z." meldet, ist heute eine größere Zahl von r e v o- lutionären Obleuten und Agitatoren, die sich in der Agi- tation für den Generalstreik, besonders für den Eistnbahiierstreik, hervorgetan, d'ircb j,*«(JVjrbe« Kavallerie-SchützenkorpS verhaftet und nach Moabit gebracht worden. Ratifikation ües Friedensvertrages. französische Sozialisten und Scapa flow. Genf, 27. Juni. Aus Paris wird gemeldet, daß die verschiede- neu Gruppen der französischen Kammer Vertreter für eine Kom- Mission ernannt haben, die die Ratifizierung des Friedensvertrages prüfen sollen. Die Sozialisten haben zu ihren Vertretern Sembat, Thomas, Laffont, sowie einige weniger bekannten Parla- mentarier entsandt. Die sozialistische Kammerzruppe hat ihren Vertretern den Auftrag gegeben, einen Artikel in den Vertrag auf- zunehmen, der ausdrücklich bestimmt, daß in den Friedensvertrag kein besonderer Artikel aufgenommen wird, der eine En:- schädigung für die Versenkung der deutschen Flotte in der Bucht von Scapa Flow und keine Sühnen für die Verbrennung der französischen Fahnen in Berlin fordert. Keinöliche Besetzungen im Osten. Bern, 2ti. Juni. Nach dem„Daily T e l e g r a a f" werden englische Truppen Danzig und amerikanische Truppen Oberjchlesien besetzen. Streik und Wiederaufbau. Mit allen Mitteln schürt man bereits wieder den neuen Streif. Man mag noch so sehr die wirtschaftlicl>e Notlage des einzelnen verstehen, man mag noch so sehr über die Entwertung des Geldes klagen: bas alles sind Binsenwahr- heiten, deren bittere Tragweite Hunderttausende an ihrem eigenen Leibe erfahren, ohne deshalb gleich streiken PI wollen. Zu dieser Stunde aber— und das gilt noch für einige Monate, ist der Streik im Namen des Sozialismus nichts anderes als der Kampf für den K a p i t a l i S- m us, so widersinnig es klingen mag. Wir stehen vor einer Wende in der Gestaltung unserer Wirtschaft. Durch den Friedensvertrag, dem wir Vertragstreue zu halten bestrebt sein müssen, selbst wenn wir seine Erfüllung für unmöglich halten, sind wir für Jahrzehnte in der Schuld des Ans- landeS. Hunderte von Milliarden hat Deutschland zu zahlen. Wir sind also vom Ausland abhängig. Aber unsere Aufgabe muß es sein, diese Abhängigkeit so bald als möglich zu mindern, wenn wir nicht die Sklaverei für alle Ewigkeit festlegen wollen— nnd wenn wir verhüten wollen, daß der Sozialismus in Deutschland für Menschenalter undurchführ- bar wird, weil sede unserer Wirtschaftsmaßnahmen dem Zwangsgebot westlichen Kapitalismus unterworfen ist. Im Reichsernährungsministerium arbeitet ein Mann, der früher selbst Handarbeiter gewesen ist, fieberhaft, um die Nahrungsmitteleinfuhr dem deutschen Proletariat sicherzu- stellen. Inzwischen zerbricht man sich im ReichswirtschaftS- Ministerium, geleitet von einem Mann des Proletarier- standes, den Kopf, um die Zahlungsmittel für die Einfuhr zu beschaffen. Mit rasender Geschwindigkeit tost und stampft die Staatsmaschine, um den Aufgaben der nächsten Zeit gerecht zu werden. Und in diesem entscheidenden Mo- ment droht die Arbeiterschaft, dieArbcit, die n in ihrer selbst willen geleistet wird, zu- nichte zu machen, indem sie die Räder der WirtschaftS- Maschine zum Stillstand bringt. Man verlangt billige Lebensmittel. Vielleicht wären sie durch eine sofortige vollständige Freigabe der Einfuhr zu erreichen. Profitgierige Händler und Wucherer, die im Kriege sich Millionenvermögen gemacht haben, gaukeln im Verein mit Kreisen der anständigen Kaufmannschaft den Arbeitern vor, daß nur die„Zwangswirtschaft" an der Teuerung und dem Schleichhandel schuld sei. Sirenen- klänge! Und doch fallen Taufende von Arbeitern auf diese Redensart hinein, die von dem Geldsackintercsfe gerade der- jenigen Leute am meisten getragen ist, die die Arbeiter- schaft Jahrhunderte lang aussogen. Wir brauchen nach den Berechnungen des Reichswirt- schastsmiinstenums für Sicherstellung unserer Ernährung und der Rohstoffbeschaffüng für 4 0— 5 0 Milliarden Mark Auslandsware. Dies ist die Summe, die bei planmäßiger Beschränkung der Einfuhr notwendig ist, um erträaliche Taseinsbedinain-oen zu schaffen. Wenn alle Be- schränkungen fallen, so erhöht sich der Bedarf aus e i n V i e i- fache s. Denn der Handel hat kein Interesse an der Frage, ob die Waren, die er einführt, auch wirtschaftlich wertvoll sind. Bei dem ungeheuren Lebensmittel- und Waren- Hunger Deutschland? werden dann alle unnützen Tinge im- portiert, Apfelsinen und Kaviar, Seide und Brillanten. Da- durch aber wird die unnütze Verschuldung an das Ausland ins Ungemesiene erhöht, unsere Valuta ist auf Jahrzehnte hinaus von den Auslands- mächten, unseren Gläubigern abhängig— und es bleibt uns nicht einmal das letzte Mittel, der Staatsbankrott, denn auch er ist nur mit Wissen und Willen unserer Glau- bigerstaaten durchführbar. ' So liegen die Dinge. Darum ist es ein töricht Gerede. wenn man sagt, man ivürde mit billigeren Lebens- mittelpreisen zufrieden sein. Glaubt ein einziger daß Wissell, Robert Schmidt oder sonst irgend jemand sich zu ihrem Privatvergnügen Mühe geben, die Preise hochzu- balten? Merkt niemand, daß das Wohl und Wehe des dönt- scheu Proletariats für alle Zukunft ans dem Spiele stebt'f Weiß keiner, daß er sich mitschuldig an dem Aus- verkauf unseres gesamten Nationa'gutcs macht genan so wie die Kriegsgewinn/er, die ihr Vermögen in das Ausland verschoben boben—. wenn er die kurze Spanne Zeit. die nns noch vor einer endgültigen Regelung unserer Ein- nnd Ausiubr trennt, sich nicht Maß und Ziel in seinen For- derungen auferlegt und sein Letztes daran letzt, um den endgültigen Verfall unserer Wirtschaft aufzuhalten? Will man, daß alle Kreise sich den steigenden Forderungen anschließen und so binnen kurzem den Gewinn, dsn die heutigen Forderungen einbringen, wieder Zunichte machen? Soll das Planlose Spiel mit der Macht wirklich nur das eine Ziel haben, daß wir später jahrelang in Hunger und Elend über die Folgen dieser Zeit nachdenken dürfen? Wenn je, so gilt jetzt die Parole: Durchlwlten. Und nicht üir den Militarismus, nickt für den Menschenmord, nein: für die Befreiung, für den Wiederaufbau, für den Sozia- li s in u s. Was mit einer Fortsetzung dieses Treibens zer- stört wird, kann kein unabhängiger und kein kommunistischer Sozialisateur je wieder gut machen. Der Vorspanndienst, der heute dem Ausland geleistet wird, muß sich im letzten Ende am Sozialismus rächen, in welcher Form er auch immer sich durchsetzen mag. Noch trennen uns wenige Wochen, vielleicht nur noch Tage von der Aufhebung der Blockade. In kurzer Frist wer- den die Wünsche nach einem Abbau der Preise erfüllt werden, wenn wir Ausfuhrgüter beschaffen können. Der Wiederaufbau der deutschen Volkswirtschaft steht auf dem Spiele. Ihn zu unterhöhlen mag im Privatinteresse unver- antwortl-cher Treiber stehen, die gar nicht wissen, wie gute Dienste sie dem Kapitalismus leisten, nicht aber in dem des Proletariers, der fein Glück im Glück des Volkes, der Menschheit sieht! » Die Verhandlungen mit den Vertretern der Eisen- bahnarbeiter sind heute nacht bis HS Uhr geführt worden, ohne zu einem Ergebnis zu gelangen. Es wurde eine Kommission eingesetzt aus Vertretern der Regierung, der Landesversammlung und der Arbciterkommission. Diese Kom- Mission tritt heute Freitag mittag 12 Uhr im Abgeordnetenhaus zusammen, um über die Forderungen, deren Durchführbarkeit zu beraten. Um Mitternacht sind plötzlich Vertreter der Beamten erschienen und stellten wirtschaftliche Forderungen, zu deren Be- antwortung sie eine halbe Stunde Zeit gewähren wall- ten. Im Nichtbewilligungsfalle drohten sie mit Streik. Der Eindruck dieses Vorgehens war derartig, daß die Arbeiter- Vertreter sich sehr heftig gegen die Beamten wendeten. Ter ganze Streik ist ein politischer Streik zu dem Zweck, die jetzige Regierung zu stürzen und die Ziele der kommunistischen Partei zu verwirklichen. Ueber die volitische Natur dieser Forderungen sind sich nur die Führer klar, die große Menge der Arbeiter und Beamten, alle, die auf dem Boden der S. P. D. stehen, wissen nicht, worum eS sich bei diesen Forderungen handelt. Sie haben sich durch die Wirtschaft- lichen Forderungen ködern lassen. Die Lebensmittelpreise haben sich in den letzten Wochen allerdings nicht gesenkt, der Grund dafür ist außer den vielen Arbeitseinstellungen die dauernde Beschäftigung mit den Friedensverhandlungen und die Möglichkeit einer ver- schärften Blockade. Auf Veranlassung des Eisenbahnministers sind aber in dieser Zeit alle Vorbereitungen getroffen, um eine reichlichere Zufuhr von Lebensmitteln aus dem Auslande und eine Senkung der Preise für die Hauptbedarfsartikel herbeizuführen. Es darf erwartet werden, daß die Reichsregierung mit positiven Vorschlägen in dieser Beziehung herauskommen wird. Dadurch würde die Lebenslage nicht nur der Eisenbahnarbeiter, sondern überhaupt der gesamten minder bemittelten Bevölkerung wirksam gebessert werden können. Eine Erhöhung der Löhne bringt nur eine matzlose Steigerung aller Lebensmittel mit sich. Die Demokratisierung öer Eisenbahn- Verwaltung. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, hat der Eisen- bahnminister Oeser den Beamten und Arbeitern gegenüber in den letzten Tagen wesentliche Zugeständnisse gemacht, um in Zukunft Vorgänge, wie sie sich im Direktionsbezirk Erfurt zu- getragen haben, unter allen Umständen zu vermeiden. In einem Ein Voltshaus für München. Die Volksbildungsarbeit hat in Bayern du�ch die Errichtung der amtlichen Volksaufklärungsstells, die dem Genossen Paul Kampffmeyer unterstellt wurde, einen energischen Anlauf ins Grotze genommen. Auf allen Gebieten rührt es sich und die un- mittelbarste Belebung erfährt natürlich das Münchener Bildung»- wesen. So ist ein Kursus für Betriebsräte geplant, der bald or- ganisiert werden soll. Auf dem Gebiete des Kinowesens sollen volkserzieherische Reformen versucht werden und in enger Zu- iammenarbeit mit den Bildungsvereinen, Gewerkschaften usw. soll dem Volkshochschulwcsen Förderung zuteil werden. Die Kräfte, die sich überall regen, sind zahlreich. Sie in den Dienst der Sache zu stellen, wird eine der Hauptaufgaben sein. Eine der Korporationen, die in München eine rührige Tätigkeit entfaltet, ist die Ortsgruppe des Rcichsvcrbandes geistiger Arbeiter, und von ihr wurde angeregt, in München ein Volkshaus mit Vortragssälen und Bücherei zu schaffxn, das den weitesten Volks- schichten allgemeine Bildung zu vermitteln hat. Der Plan dieses Volkshauses ist in dem Projekt fir ein S t u d i e n g e b ä u d e des Deutschen Museums bereits verwirklicht; es ist sogar schon ein grotzer Teil der hierfür nötigen Mittel gesammelt worden. Das Studiengobäude soll im Anschlutz an das Sammluugsgebäude des Deutschen Museums auf dem zurzeit noch unbebauten Teil der früheren Kohleninsel nach der Ludwigsbrücke hin zu stehen kommen. Es umsaht neben einem großen Kongretzsaal für 1500 Personen im Erdgeschoß noch einen größeren Vortragssaal für Mg und einen kleineren für etwa 100 Personen. Gut ausgestattete Vortragsbühnen mit Vorrichtungen für Lichtbilder- und Ftlmvor- führungen sowie physikalische und chemische Experimente sind in den Sälen vorgesehen. In diesen Vortragssälen sollen während der Abendstunden und teilweise auch an Jtachmittagen gcmeinverftänd- liche Vorträge sowohl für die Jugend wie auch für Arbeiter und überhaupt für alle Bevölkerungsklassen gehalten werden. Das erste Obergeschoß enthält die Plansammlung mit Platz für 400 000 Pläne von Maschinen, Brücken, Dahnhöfen, Wasserkräften usw. Die Patentschriftensammlung sowie die Säle für Denkschriften, Pro- spekte und Musterbücher liegen gleichfalls im ersten Obergeschoß. Das zweite Obergeschoß nimmt zum größten Teil die Bibliothek ein. Sie ist heute schon die zweitgrößte technische Bücherei Deutsch- lands. Die bequemen Lesesäle gewähren Raum für etwa 150 Be- nützer: an sie schließen sich die Zeitschriftensäle sowie eine Anzahl sogenannter Forscherzimmer, die den Bearbeitern besonderer Auf- gaben die Möglichkeit ungestörter Arbeit vieren sollen. Für die Ausführung dieses der Volksbildung gewidmeten Hauses sind bereits alle Pläne vollendet und die wichtigsten Vor- bereitungen getroffen, doch wurde der Baubeginn durch Kriegs- und Revolutionsereigniffe verzögert. Sobald ruhigere Zeiten den B-u dieser Volksbildungsstätte gestatten, sollten alle Kräfte und all Mitte' werden, um das begonnene Werk zur baldigen Pollendung zu vorigen.__ J. Z, Man stelle sich auf üen öoüen... Neue tiefe Veränderungen sieben bevor. Bei dem Tempo der Umstürze feux. noch ehe diese Zeilen w die Druckpresse gehen, die Telegrammerlaß, der auch den Arbeiter- und Beamtenveriretungen aus den einzelnen Direktionen zugänglich gemacht worden ist, hat der Minister die Einsetzung von Beiräten in jeder Eisenbahn- dircktion angeordnet. Diese neuen Beiräte, die den Dezernaten 2, 3 und 4 beigegeben werden sollen, sollen durch Wahl aus den Ar- b e i t e r- und den Be amtenräten der Direktion hervorgehen und aus zwei Personen bestehen, einem Arbeiter und einem Be- amten, die mit dem Direktionspräsidenten in den Angelegenheiten der Arbeiter- und Dcamtcnpersonalfragen beraten, wobei bei Mei- nungsverschiedeiiheiten die Stimme des Präsidenten den Aus- schlag gibt. Bekanntlich sind den Dezernaten 2, 3 und 4 das Ar- beiterpcrsonal, sowie die administrativen und technischen Beamten des gesamten Direktionsbezirkes unterstellt. Daher gehen auch die Wünsche der Gewerkschaften in dieser Beziehung noch weiter als die Zugeständnisse des Ministers; diese wünschen die Besetzung der betreffenden Dezernate nicht durch einen höheren Eisenbahn- beamtcn, sondern durch geeignete Vertreter der Arbeiter- und Be- amtenschast, so daß dann auch die jetzt neu einzuführenden Bei- räte der Eifenbahndirektionen unnötig werden. Eine verfehlte Rechtfertigung. Ein sehr verbreiteter A.ufrus der Parteileiwng der U. S. P. sucht u. a. auch das voreilige Annahmegeschrei der Unabhängigen zu rechtfertigen, durch das die Stellung unserer Unterhändler in Versailles überaus erschwert wurde. Die Wahrheit bekennen, das Unvermeidliche mit Würde tragen: das wäre mannhaft und ehrenhaft gewesen. Oberflächlich ist es, zu denken, daß die alte Taktik des Ge- Werkschaftskampfes auf die großen Auseinandersetzungen der Staaten übertragen werden könnte. Kindisch ist auch vom Ge- Werkschaftsstandpunkt der Glaube, daß das deutsche Volk, daS nackt und bloß dasteht, durch ein donnerndes„Unannehmbar" dem siegreichen Gegner ein erhebliches Zugeständnis abringen könnte. Das Gerede, daß die Unabhängige Sozialdemokratische Partei durch ihre Taktik den deutschen Unierhöndlern in den Rücken ge- fallen sei, ist nichts anderes als der klägliche Versuch, die Un- fähigkeit der Regierungspolitik zu bemänteln. Diese Beweisführung scheitert an der nackten Tatsache, daß den Gegnern doch durch die anfängliche Weigerung Zugeständnisse abgerungen wurden. Der Aufruf der U. S. P. spricht daher vor- sichtigevweise von„erheblichen" Zugeständnissen. Aber ist nicht, wenn man schließlich doch unterzeichnen muß, auch das kleinste Zugeständnis ein positiver Gewinn? Es bedeutet daher eine Frivolität sondergleichen, wenn man wie die Unabhängigen als Sachwalter eines bankerotten Staatswesens mit Grand- seigneurmienz noch den Gegnern Geschenke machen will. Ein Schreibfehler. Die Hauptleitung des Alldeutschen Verbandes erläßt eine Kund- gsbung, in der es heißt: Wir Alldeutschen haben alles getan, was in un- seren Kräften stand, das Vaterland vor dem Schicksal zu bewahren, dem es nun verfallen ist. Das ist natürlich ein Schreibfehler. Es soll heißen:„Wir All- deutschen haben alles getan, was in unseren Kräften stand, um dem Baterland daS Schicksal zu bereiten, dem es nun verfallen ist." Etttlasiungen infolge tzeeresverminöerung. Entschädigungen und Dienstprämien. Berlin, 20. Juni. Von zuständiger Stelle wird mitgebeilt: 1. Die vom Kriegsministeviam vorgelegten Gesetzentwürfe betr. Entschädigungen der infolge Verringerung der Wehrmacht ausscheidenden Offiziere und Kapitulanten werden, wie jetzt mit Sicherheit angenommen werden kaum, im wesentkichen die Zustimmung der Reichsregierung finden. Ihre Durch- beratung soll bestimmt in der I u l i t a g u n g der Nationalver- sammlung erfolgen. Ferner sei erwähnt, daß bei den Verabschie- düngen auf Grund de» kriegZministeriellen Erlasses vom 24. Juni Räte-Republik ausgerufen und wieder gestürzt sein. Man mache sich jedenfalls am weiteres gefaßt. Es gibt u. a. auch Parleien, die sich beftig nach dem monarchistischen System zurücksebnen. Also, man kann nicht wissen... Darum Vorsicht I Bereit sein ist alles. Einige Ratschläge für Leule, die nach wie vor unerichülterlich entschlossen sind, sich auf den Boden zu stellen, dürften den Dank der Interessenten finden. Man stelle sich nicht auf den Boden, solange er unter den Füßen brennt. Man schaffe sich einen doppelten Boden der Taffochen an. Man vermeide, sich auf einen Boden zu stellen, der noch nichr da ist: denn wer weiß, ob er überhaupt, oder ob nicht just ein anderer Boden kommt. Man stelle sich möglichst auf den golderen Boden der Tat» fachen. Man kann sich unbesorgt mit d?ni alten auf den neuen Boden stellen; das fällt» da er so manchen alten Stiefel mitbringt, nicht weiter auf. Man soll die jeweilige Revolution nicht vor dem neuen Boden loben. Man soll aber auch den jeweiligen Boden nicht bor der neuen Revolution loben. Man verlasse im rechten Augenblick den wankenden Boden unter den Füßen. Man pflanze sich ja nicht ehern aus. sondern verhalte sich auf dem Boden der politischen Tatsachen, wie auf einem Trottoir roulant. Nicht am Geländer festhalten! Sondern sich ganz ruhig verbalten und nur so tun, als ob mau in der Ziichtung des rollenden Trottoirs marschierte. Schlimm ist es nur, wenn dieie» mir einem Ruck um- schlägt in» Entgegengesetzte. Nur die Geübleren vermögen auch dann noch aus dem neuen Boden sich aufrechtzuerhalten. Sturzübungen auf dem Troiioir roulant sind zu empfehlen. R N. Kammerspiele:„vas Weib und der Hampelmann*. Das Stück, das Ludwig Hardt nach eiiiein Roman des durch seine erotischen Schilderungs-Rasfinements nicht gerade rühmlich bekannten Franzosen Pierre Louv» zusammengebraut hat, ver- schmäht kein Mittel schlüpfrig-süßlicher Sensationen, wodurch man jetzt im Film das Publikum �womöglich unter irgend einem„Auf- kläruugs"-Etikctt1 anzulocken sucht. Eine glutäugige spanische Zi- geunerin figuriert im Nebenamt, einem melancholischen Millionär gegenüber, als dämonische Oerzensbreche rin. Sie, der keine Schau- stellung ihrer Schönheit bei genügender Zahlung zu s. nnlos erscheint, schwelgt da geradezu tu Orgien jungfräulichen Stolzes. Sie liebt den reichen Herrn, nimmt auch von ihm Geschenke, aber ihre stolz-romantische Kinoseele kann es nicht ertragen, daß er glauben möchte, sie könne ihn des Geldes wegen erhören. In solchem Zwie- st alt des Gemüts gefüllt sie sich darin, den edlen Spender ab- wechielnd kokettierend anzuziehen und. wenn er sich am Ziele seiner Wünsche glaubt, mit teuselsmößigem Hobngelächter fortzustoßen. Nachdem sie dies Versahren des öfteren praktiziert hat, weist die dämonische Person den schmachtenden Verehrer— das ist der Clou — hinter verschlossenen Gitter ab und führt vor seinen Augen mit einem eigen? zu diesem Zwecke bestellten Rivalen galante Szenen auf. Sin SpeftaMreZoob, dem sich der Schlußakt gleichwertig an- 1919 Und aus Anlaß der Heeresverininöerung bei dbr späteren Festsetzung der Pension die Frage der Dienstuntonglichkei: nicht ausschlaggebend ist. 2. Den Unteroffizieren und M an n sich ,a f t e n, die infolge der Heeresverminderung zum Aussicheiden aus dem.Heere gezwungen werden, wird neben anderen Vergünstigungen eine Dicnstprämie gewährt von 100 M. für 6 Monate ununterbrochener Dienstzeit(eingerewnet Urlaub und Krankheit) vom Tage der end- gültigen Einstellung in einen Freiwilligenverband oder Reichs- wehr, frühestens vom 1. Januar 1919 abgerechnet. Für den 7. und jeden folgenden Monat ununterbrochener Dienstzeit je 59 M. bis zum Höchftbetrage von 1999 M.. Die Dienstprämie wird a m Entlassungstage ausgezahlt. französische Unterstützung öes Hochverrats. Verhaftung von Justizbeamtcn. Karlsruhe, 26. Juni. Amrlich wird mitgeieilt: Wie heute be- könnt wird, haben die Franzosen den Kehler Staatsauwalt Werber verhaftet, weil er gegen den Agenten H o m p a in Legelsherst. einem Hauptsührer der separatistischen Bewegung im Gebiete des Kebler Brückenkopses, einen Hafrbesehl wegen hochverräterischer Umlriebe erlassen hotle. Weiter wurde Amis- richter Frisch und Oberamlsrichter Ruch in Haft genommen. Von feiten der badischen Regierung ist die zuständige ReickSbebörde ersucht worden, energisch Protest gegen diese völkerrechtswidrigen Gewalttätigkeiten einzulegen und Freilassung der Beamten zu er- wirken. Der neue Sozialisienkongreß. Luzern ausersehen. Bern, 26. Juni. Wie die Genfer„La Feuille" mitteilt, wird der neue Sozialistenkongreß am l. August in Luzern eröffnet werden. Man rechnet mit einer 19tägigen VerhandlungZ- dauer. Englische Arbeiterpartei zum frieöens- vertrag. Eine scharfe Kritik. Rotterdam, 26. Juni..Nieuwe Rotier» am sche Eon- rant" meldet auS London, daß die Rede, die der Vorsitzende des in Southport eröffneten Kongresse» der britisch e.n Arbeiterpartei, Mc.. G u r k, gehalten habe, an den Stollen, n» sie die Unzufriedenheit der Arbeiter über den Friedensvertrag zum Ausdruck brachte, für eine Anzahl von Abgeordneten zu zahm war. Mc. Gurk erklärte, daß der Lauf der Ereignisse die internationale Tätigkeit der Partei gerechtfertigt habe unid daß die Endregclnng des Friedens noch un- befriedigender ausgefallen wäre, wenn die Arbeiter nicht ihre eigene diplomatische Politik befolgt hätten. Die Politik der Re- gierung gegenüber Rußland scheine daraus hinzudeuten, daß sie entschlossen sei, tatsächliche bzw. imaginäre Auswüchse des Bolsche- wismus anzugreifen, um a u,f diese Weise die freie Eni- Wicklung der sozialistischen Unternehmungen überall zu. behindern. Mc. Gurk machte die Regierung feierlich darauf aufmerksam, daß die Zunahme der. politischen� Unzufrieden- heit ernste Folgen für die Nation haben könnte. Der.Korrespondent des„Da ily Her a ld" schreibt, daß der Vorsitzende fast stillschweigend angehört wurde. Als der Name Wilson noch vor einem Jahre genannt wurde, wurde ihm Beifäll be- zeigt. Diesmal wurde jedoch nur gelacht, als Mc. Gurk von Wilson als von einem. Manne sprach,.der. pgch.i�Mkrgnschen GrPniMtzHr strebe. L a i n e erhob im Namen der b r i tj scheu si ozi al i si i s che n. P ar l ei Protest gegen die Äbsendung voir Telegramms« an'23(1 fön, d er 'Hit Werkzeug der a me rsik a n i s che n' K ä p i t a l i stersi fei. S m i l l i e und William traten für eine direkte Aktion ein, während die Parlamentsmitglieder Sextor und M. Pa c C' sich dagegen erklärten. Man kam zu keinem Einvernehmen und be- schloß, später wieder über diese Frage zu beraten. —----------— i..,.- reiht: von dem endlich ungeduldig gewordenen Liebhaber verprügelt, gesteht sie diesem ihre„Leidenschaft". Auch die Zuschauer, die. von dem virtuosen Spiele- Leopoldine Konstantins gepackt, in den ersten Akren mitgingen, wurden gegenüber der hanebüchenen Unnatur, und Kinotbeatralik am Ende doch rebellisch. Der Beifall am. Schluß stieß aus starkes Zischen. Neben der Paraderolle der Frau Konstantin trat alles andere in den Hintergrund. Theodor Laos mußte seine seine Kraft für den farblosen Hampelmann und Nabob einsetzen. Eindrucksvoll gelang Margarete Kupfer die Episodei.figur der kupplerischen Zigeuner- mutter._ dt. kein Alkohol— keine Geifteskrankheiten. Der Mangel an Alkohol, der während des Krieges bei uns zutage trat, hat auf die Geisteskrankheiten eine höchst segensreiche Einwirkung ausgeübt. Wie Rosenseld in einem Aufsatz der„Um- schau" über den Alkohol im Kriege hervorhebt, sind die Todesfälle an Alkoholismus völlig verschwunden. Während in Breslau im Jahre 1913 22 und 1914 18 Personen an AlkoholiSmus zugrunde gingen, waren es 1915 nur 8, 1916 nur 5, 1917' nur 3 und 1018 kam überhaupt kein Todessall durch AlkoholismuS vor. Die Ausnahmen von Geisteskranken sind in Breslau auf 50 Proz. bei den Männern und aus 65 Proz. bei den. Frauen zurückgegangen.- Noch deutlicher zeigt sich die Verminderung der aikoholistiscbcn Geistes- krankheiten. 1913 wurden in Breslau 346 männliche und' 35 weiü- liche Personen wogen GeisteSerkrankung durch Alkobolismu» au-- genommen: 1916 waren es nur nock 40 männliche und 7 weiblich», 1917 25 männliche und 3 weibliche. 1318 20 männliche, und 1 weibliche Person.„Wenn man dabei," sagt Rosenfeld,»den Zeitumständen Rechnung trägt und sich vorstellt, wie die gan.ze Not dieser KriegSzeit in ihrem Kummer und Tod, Krankheit, Gefangenschast, Verwundung, in ihren Sorgen um die Ernährung. Bekleidung, Er- wärmung an den Nerven der Menschen gerissen hat, so hätte jeder eine ungeheure Zunahme der Geisteskrankheiten begreiflich finden müssen und statt dessen sehen wir diesen mächtigen Rückgang." Allein in Breslau sind etwa 700 Personen im Jahre 1918 gesund geblieben, die sonst geistig erkrankt wären. Es sind also viele Tau- sende im ganzen Deulschen Reich, die der Alkoholmangel vor Geisteskrankheit bewahrt hat._ Notizen. — Reugestaltung des Unterrichts in der Bau- kunst. Eine Anzahl von Mitgliedern des Professorenkollegiums der Architekturabteilung an der Berliner Technischen. Hochschule haben iür die Neugestaltung des Unterrichtes �0 der Prüiu ng Leitsätze aufgestellt. Darin heißt es: Das„historische" Lehrweien dedarf der Einschränkung, damit der Unterricht nack der frei- schöpferischen Seite hin Raum gewinnen kann. Im Lehrverfahren ist der Rachdruck auf die Erhöhung der Schafiens- und Gestaltung»- säbigkeit und auk die Jdeenvilege zu legen. Hierbei ist der outae- prägten Entkaltung künktloiii'cher., wirtschaftlicher, oder konstruwren- der Individualitäten möglichst, großer Spielraum zu lassen Schon während des Studiums soll dauernd die Verbindung mit- der künst- lerischen und industriellen Welt g-wslegt werden. — Kunstchronik. Erich W a s ke veranstaltet in der Galerie Ferdinand Möller eine GssamtauSstelluug von Gemälden und Graphik. Gegen Sie»Gstrepublik"! Kundgebung des Tanziger Vollzugsausschusses. Tanzig, 26. Juni. Der Vollzugsausschuß für Danzig und Westpreußen hat in seiner heutigen Sitzung einstimmig folgenden Aufruf erlassen: An die Bevölkerung Westpreußens. Die Unterzeichnung des Friedensvertrages ist von der Nationalversammlung beschlossen. Trotz des einheitlichen Willens der Bevölkerung, Wcstpreutzen der jSngen deutschen Republik zu erhalten, müssen wir der Ucbcrmacht der Entente weichen. Widerstand ist nutzlos und bedeutet S e I b st- mord. Wir müssen uns in das Unvermeidliche fügen. Wir wollen keinen Bruderkrieg im eigenen Lande. Einige Machtpolitiker spielen mit dem Feuer. Sie wollen eine Ostrepublik aufrichten und diese im blutigen Waffengange gegen alle Widerstrebenden behaupten. Man geht sogar soweit, Gebiete, die durch den Friedensvertrag dem deutschen Vaterland? erhalten bleiren, dieser Republik anzugliedern. Dieser Plan nimmt bereits feste Formen an. Wir erklären diese Bestrebungen als Hochverrat und Betrug am ganzen Volke. Niemals würde diese Ostrepublik freiheitliche Bestimmungen dul- den, denn Reaktionäre sind ihre Begründer. Nicht vom Wohle der Gesamtheit lassen sich die Unverantwortlichen leiten, sie verfolgen nur Sonderbcstrebungcn, nicht Menschlichkeit, nackte Selbstsucht sind ihre Triebkräfte. Wir rufen der gesamten Bevölkerung zu: Seid auf der Hut! Sebt dieser Katastrophenpolitik schärfsten Widerstand entgegen! Nicht nettes Blutvergießen, sondern friedliches Zusammenleben der Völker ist unsere Losung. Den unverantwortlichen Treibern erklären wir, daß ihre hoch- verräterischen Bestrebungen an dem einheitlichen Willen der ar- bettenden Bevölkerung zerschellen werden. Das Gnüe öer Slockaöe. Die Schuldfrage. Versailles, 27. Juni. fEigener Drahtbcricht des„Vorwärts".) Der„Matin" beschäftigt sich in einem Artikel mit der Wiederauf- nähme der doutsch-sranzössschen Handelsbeziehungen. TaS Blatt schreibt unter anderem: Es sei«in großer Irrtum, zu glauben, man könne zwischen beiden Ländern eine Barriere aufrich- ten, wenn man wolle, könne man es nicht, denn ein absolutes Einfuhrverbot würde Frankreichs Interessen schädigen. Wenn man wolle, daß Deutschland zahlen soll, müsse man ihm erlckuben, zu arbeiten und zu exportieren. Um den Handel mit Deutschland in die Wege zu leiten, hat der Handelsminister ein Handels- bureau der Rheinlande und ein Aktionskomitee -iirgcrichtet. Die„Humanite" veröffentlicht an versteckter Stelle einen äußerst interessanten Artikel, in dem sie sich gegen die heuch- lerischen Artikel des„Temps" wendet und auch über die Schuld- fragc a m Kriege spricht. Der Weltkrieg sei aus dem öfter- reichisch-serbischen Konflikt entstanden und auS dem Willen Ruß- lands, Oesterreich zu verhindern, eine Balkanpolitik zu treiben. I Frankreich fei in diesen Krieg durch die Alliance mit dem«outo- kratischrn Rußland hineingetrieben worden. Es habb vor drei Jahren an der Seide des Zaren Nikolaus gekämpft und erst die Revolution in Petersburg habe dem Bündnis ein Ende gemacht. Frankreich habe damals die Gelegenheit ver- säumt, etwas für die Demokratie zu tun. Gegen den Willen der Entente sei der Krieg zum Befreiung slrieg geworden. Diese Wahr- heit müsse man verkünden, damit alle Völker sie erfahren. Die bürgerlichen Regierungen seien zu lange Ausüber der Gewalt, ge- wesen, um jetzt im Namen des R ech ts sprechen zu können. Haupt- fache sei, daß die Alliierten während des Krieges von allen mög- lichen Interessen geleitet gewesen wären, nicht nur von.'dem Wunsche, Freiheit und Demokratie siegen zu lassen, und schon seien neue Bündnisse geschlossen, um die befreiende Revo- lution zu erdrosseln. Vorbereitung eines Velt-Generalftreiks. Ob etwas dabei herauskommt? „H u m a n i t ö" meldei, daß das Kartell der französischen Arbe'.terverbände gestern eine Tagesordnung angenommen hat, worin die Arbeiterschaft daran erinnert wird, daß ihre Forderungen ausschließlich durch den General st reik aller Länder und aller Verbände befriedigt werden. Er sei in Vorbereitung. um der beivafsncten Intervention in Rußland ein Ende zu setzen. Die Vertreter der italienischen und französischen Ar- beitergewerkschaften unternähmen augenblicklich Schritte bei den englischen Arbeiterorganisationen. Di« Bewegung könne nicht be- schlcunigt, noch ihre Form geändert werden, ohne den Erfolg in Frage zu stellen. Das aber wäre sozial und wirtschaftlich so be- denklich, daß jeder es erkennen müsse. Deshalb sei ein sofortiger Generalstreik unmöglich. ?nöustrie unö Sandes. Börse. Tie Börse stand zunächst unter dem Eindruck der zunehmen- den Streikbewegung, doch waren die Kursveränderungen unerheb- lich. Im späteren Verlause trat ein« allgemeine Erholung ein, so daß die Tendenz als f e st bezeichnet werden kann. Am Montanmarkt überwogen Kuosbesserun�n, begehrt waren zunächst Phönix, Farbwerte konnten ihre Steigerung fortsetzen; auch Schifsahrtsaktien waren überwiegend fest, dagegen gaben Elektro- und R ü st u n g sp a p i e r e im Kurse nach. Höher bewertet wurden Petroleumaktiest, vor allem Dt. Petroleum. Valutawerte waren ungefähr behauptet. Für heimische Anleihen bestand ziemlich gute Meinung, namentlich für 3>-pro- zcntige Konsols. Kriegsanleihen stellten sich aus 7oV» Proz. GroßSerün Der Gifenbahnerftreik. Roch keine Klärung der Lage. "0. S. Tie Situation im Eisenbahnerstreik hat sich seit gestern leit�r nicht geklärt. Vielmehr ist durch den neuen Erlaß des Retzhs- wehrministcrs über die Sicherung des Eisenbahnbetriebes ein neues Moment in den Streik hineingetragen worden. Im Augenblick bängt alles davon ab, daß im Lause des heutigen Tages in der neuen Konferenz des preußischen Kabinetts mit den Eisenbahnervertretcrn eine Einigung erzielt wird. Die gestrigen Verhandlungen im Ministerium der Oeffentlichen Arbeiten zogen sich bis gegen 1 Uhr nachts hin. Das Resultat der Besprechungen konnte beide Teile wenig befriedigen. Auf der einen Seite vermochten weder der Eisenbahnminister, noch die anderen Mimlieder des Kabinetts den Eisenbahnern weugehende Zusicherungen zu machen, die bei der trostlosen Finanzlage des Eisenbahn- Wesens sich von serbst verboten. Andererseits aber mußten auch die Eisenbahner selbst zugeben, daß sie, wenn die Forderungen zum Teil befriedigt würden, für eine einmütige und geschlossene Haltung der Arbeiterschaft nicht garantieren könnten. Finanzminister Dr. Südckum betonte, daß in Zukunft die Erträgnisse der Eisenbahn von der Kontrolle der Entente-Kommissionen abhängig seien, und daß die Regierung hier nicht mehr die freie Hand besäße, wie vor dem Friedensschluß. Man werde schließlich mehr oder weniger von dem Wohlwollen der Wiedergutmachungskommissionen abhängig sein. In ähnlichem Sinne sprach Minister Oeser, der in den über- spannten Forderungen der Eisenbahner den unausbleiblichen Zu- sammenbruch unseres Eisenbahnwesens � erblickte. Die Frachtsätze und die Tarife für den Personenverkehr würden durch die Bewilli- gung aller Forderungen so unerträglich in die Höhe geschraubt, daß an eine Rentabilität gar nicht mehr zu denken sei. Handel und Wandel könnten unter solchen Umständen nicht mehr bestehen, denn der Versand von Gütern werde sich schließlich fast so hoch stellen, daß man in der Hauptsache auf die Beförderung auf dem Wasser- wege angewiesen sein werde. Der Reichsernährungsminister Schmidt sprach ausführlich über die Schwierigkeiten, welche der Re- gierung bei der Beschaffung von Lebensmitteln gemacht würden. Gerade die Streiks und vor allem die Ausstände in den Kohlen- revieren führen zu einer dauernden Entwertung des Geldes. Wenn in Deutschland gearbeitet würde, wenn die Arbeiterschaft die ökono- mischen Notwendigkeiten begriff«, dann hätten wir längst schon bessere Ernährungsverhältnisse gehabt. Die Regierung tue, was sie könne. Aber mit dem geringen Goldbestand, den wir aus der Kata- strophe noch gerettet haben, lasse sich herzlich wenig anfangen, wenn man ein ganzes Volk zu versorgen habe. Trotzdem werde eS seine Hauptaufgabe sein, mit allen Mitteln eine Senkung der Lebens- mittelpreise herbeizuführen. Gegen Mitternacht erschien eine Delegation der Eisenbahn- beamten des Potsdamer Bahnhofs und erklärte dem Ministerpräsi- deuten Hirsch, daß sie von ihm sofort eine Erklärung verlangten, wie er sich zu der Entsch-uldungszulage für die Beamten, zu den Familienzuschüssen und zu den Nachzahlungen der Forderungen der Feldeiscnbahner stelle. Wenn der Ministerpräsident sich nicht sofort klar über diese Punkte äußere, würden am heutigen Morgen 200 Beamte des Potsdamer Bahnhofes in den Streik treten, und es sei sehr wahrscheinlich, daß die Beamten der anderen Bahnhöfe sich mit den Kollegen de§ Potsdamer Bahnhofs solidarisch erklären würden. Der Ministerpräsident war durch das Ultimatum dieser Beamten- Vertreter ebenso überrascht wie die Vertreter der Eisenbahnerkorpo- rationcn und der Ausschüsse. Minister Hirsch stellte schließlich fest, daß die Eisenbahnbeamtcn der preußischen Regierung bisher über- Haupt noch keine formulierten Forderungen vorgelegt haben. Er könne deshalb auch selbstverständlich zu dem Ultimatum einer kleinen Gruppe nicht ohne weiteres Stellung nehmen. Er erkenne die Not- läge der Eisenbahner voll und ganz an. Und die Regierung werde alles tun, was in ihren Kräften stände.— Die Vorbedingung für einen. befriedigenden Verlauf der Verhandlungen sei jedoch, daß die Verbände und Arbeitcrausschüsse mit allen Kräften dahin wirkten, daß der Streik im Lause des heutigen Freitag aufgehoben werde und die Arbeit in den Werkstätten weitergeführt werden könne. Gegen 1 Uhr nachts wurde dann eine Kommission gewählt, in welcher Vertreter des Eisenbahnministcriums. des preußischen Ministeriums, des Haushaltungsausschusses und der Eisenbahner sitzen, und die in weiterer Beratung einen Einigungsweg suchen sollen. Es wurde ferner beschlossen, am heutigen Freiiagmittag die Beratungen wieder zu beginnen. Heute vormittag nahmen die Fraktionen der preußischen Landesversammlung zum Eisenbahner- streik und zu den gestrigen Verhandlungen Stellung. Die Lage am heutigen Tage. Sämtliche Haupt- und Nebenwerkstätten in Groß-Berlin stehen jetzt still. Die Streikenden versuchen durch Flugblätter und Agitatoren auch die Beamten für sich zu gewinnen. Unter den Eisen- bahnbcamten sind gestern zahlreiche kommunistische Flugblätter ver- teilt worden, in denen die Beamten aufgefordert werden, sich soli- darisch mit den Arbeitern zu erklären. Sie sollen die Bedienung von Truppcnzügcn verweigern und sollen durch einen allgemeinen Streik den Sturz der Regierung mit herbeifübren. von der die deutschen. Eisenbahner nichts zu erwarten hätten, Heute nachmittag findet eine Versammlung der Eisenbahner im Sportpalast statt, in welchex die Bezirksleitung des Deutschen Eisenbahncrverbandes über den Stand der Verhandlungen, Bericht erstatten wird. Es salk nochmals ein?lppell an alle Beamte und Arbeiter gerichtet werden, keine voreiligen Beschlüsse zu fassen. Propaganda bei den Straßenbahnern und Hochbahnern. Wie wir erfahren, wird von den streikenden Eisenbahnarbeitern bei den Angestellten der privaten Verkehrsuniernehmungen� dahin gewirkt, sich dem Eisenbahnerausstand anzuschließen. Die Obleute und Arbeiterräic der einzelnen Betriebe wollen heute in Versamm- lungen zu dieser Frage und zu dem Streikverbot des Reichswehr- Ministers Stellung nehmen. Die Lage hat sich seit gestern nicht wesentlich verändert. Der Vollringverkehr ruht noch nicht, doch ist die Einstellung dieser Züge auch im Lause des heutigen TageS zu erwarten. Der Ver- lehr ans'der Wannseebahn ist fast ganz eingestellt worden. Auch .der Ringbohnverkchr ruht. Der Fernverkehr auf dem Bahnhof Friedrichstraße ist fast ganz eingestellt. Der Verkehr nach dem Osten ruht, I nährend nach dem Westen noch vereinzelte Züge abge- fertigt werden konnten. Auch aus dem Anhalter Bahnhof hat eine starke Beschränkung des Fernverkehrs stattfinden müssen. Aus dem Lehrter Bahnhof wurden heute morgen noch einige Züge abgelassen, doch dürfte die Aufrechtcrhaltung des Betriebes nur mit Schwierig- leiten möglich sein. Auf dem Görlitzer Bahnhof wurden seit gestern nachmittag keine Züge mehr abgelassen. Auch von Görlitz traf nur ein einziger Zug ein. Auf dem Stettiner Bahnhof Ivar bis jetzt ein Verkehr ncch möglich, doch sind die Züge so überfüllt, daß zahl- reiche Reisende zurückbleiben mußten. Auf der Kirschenbörse in Werder. Eine Hausfrau hatte versucht, den hohen Kirscheilpreisen«in- mal auf den Grund zu gehen und ist nach dem Kicschenparadwö Werder gefahren. Sie schildert davon: Seit acht Tagen herrscht hier ein Wagen- und Automobilverkehr, den die Obstkammer nie gesehen. Wo das Auge hinsieht. Berliner Händler, Schieber und Kirschen. Zuerst suchte ich die Obstzüchter auf.„Wir wollen gar nicht die hohen Preise, aber die Händler! Sie erpressen»ns ja die Kirschen durch Ueberbieten. Wir Züchter sind selbst erstaunt gewesen, waS die Berliner Händler uns geboten haben." Der Obst- züchter kam auf die hohen Pflücke rlöhne, den teuren Mist, Pa rdon — Dung usw. zu sprechen. Der Direktor der Obstbaumschule in Werder, Dickkvpp, gab folgenden Bescheid:„Das Publikum ist selbst schuld an der Preistreiberei. Di« Zeitungen sollen ihre Leser dafür verantwortlich machen. Es gibt sogenannte fünf Kirschen- Wochen. In der ersten Äirschenlvoche kam als erste Frucht die so- genannte„Früheste der Mark" zum Verkauf, und diese erste Woche hat die jetzigen skandalösen Zustände hervorgebracht und auf die Preisgestaltung gewirkt. Die Berliner Händler baben den Züchtern horrende Preise geboten, ja man hat den Obstzüchtern die Kirschen direkt erpreßt, um in Berlin damit Wucher zu treiben. Wir lehen erst in der zweiten Kirscheuwochc und die Werde rschen stehen den Händlern und Schiefern machtlos gegenüber." Am Verladeplatz, an dem die Obstzille, die für Berlin bestimmt ist, anlegt, teil:« der Direkloc der Obstzüchtergenossenschaft, Herr Siele, folgendes mit: „Die Kirschen werden von den Händlern noch vor dem Verladen den Züchtern fortgekauft. Gingen im vergangenen Jahr« täglich 12 000 Kiepen mit dem Dampfer nach Berlin, so waren heute nach- mittag nur noch S000 zum Verladen. Vor dem Berta deplatz, am Bahnhof, auf den Straßen, überall haben sich Kirschenbörsen er- öffnet. Kommt ein Obstwagen daher, wird er von den Händlern um- ringt, Preise spielen gar keine Rolle. Um sich zu schützen, find die Obstzüchter gezwungen worden, Selbstgeschosse in ihren Gärten an- zubringen. Tie wilden Händler rufen den Führern aus den Obst- wusem zu: Fähret nicht nach Berlin. Ja Berlin wertes dZK W e r d« r s ch e n Frauen?n die Spree geschmissen. Selbstverständlich sind die Werderschen in einer unbeschreiblichen Ausregung und aus Angst geben sie den Zwischenhändlern das Obst hin." Auf eine Frage: Wie diesem Unfug- gesteuert werden kam:, sagten die Direktoren sowie die Obstzüchter wie aus einem Munde: Berlin soli den Zlvischcnhandel ansschatteu und unsere Frauen bei der Ankunft am Urbanhasen vor Ausschreitungen schützen. In: selben- Moment werden■■ die Kirschen. sofort im Preise- sinken und wieder regelmäßig in Berlin eintreffen. Die. Wut gegen die Händler machte sich in Werder derart bemerkbar, daß Kiepen auS dem Zugegeschleudert wurden, ja auf dem Bahnhof Wildpark eine Händ- lern: samt ihren Kiepen aus dem Wagenabteil hinausgeworfen wunde. Es dürste dringend Zeit sein, daß sich die Behörden ernsthaft bemühen, diese groben Mißstände aus dam schnellsten Wege zu de- seitigen._ Wo bleibt das fette holländische Hammelfleisch? Eine Char- lottenburgerin schreibt uns:„Den Fleischern sind wohl, wie ich m:ch überzeugen konnte, die Hammel geliescrt, aber das Feit über den Rücken war abgeschnitten. Wer hat oder verkauft, das Fett, aus das jede Hausfrau sehnsüchtig wartet?"— Vielleicht ist der Charlotten- burger Magistrat so freundlich und gibt Auskunst. Schüsse gegen daß Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Eine. nächtliche Schießerei vor dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten beschäftigt im Augenblick die Sicherheitsbehördew Bekanntlich fand gestern abend eine Konferenz im Ministerium über die Eisenbahner stage dort statt. Kurz nach 1 Uhr wurden von der Straße mehrere Eckchsse gegen das Gebäude abgefeuert, chie in die Fenster hineingingen und in die BureanS. trafen. Glücklicherweise wurde im Ministerium niemand verletzt. Wachmannschaften nahmen die Verfolgung der Täter auf, konnten jedoch niemand mehr verhaften.- Räuber in Offiziersunifvrm verübten gestern einen Anschlag aus die Baronin von Rückert in der Katharinenstr. 5 zu Wilmere dorf. Die Baronin lag rwch im Bett, als es tlmgelte. Weil sonst niemand in der Wohnung war, erhob sie sich und öffnete. Einlaß begehrten und erhielten zwei Männer in Osfiziersuniform,� dazu noch einer in der Uniform eines Feldwebels und ein vierter in bürgerlicher Kleidung. Einer der Offiziere erklärte, sie seien be auftragt, die Wohnung zu durchsuchen, weil die Baronin im. Verdacht stehe, Schiebungen mit Lebensmitteln zu machen. Davon war in Wirklichkeit keine Rede. Einer der Offiziere aber setzte der Dame die Pistole auf die Brust, ztvang sie so zrnn Schweigen und ließ die anderen die Durchsuchung vornehmen. Die'Bande, die die Fernsprechleitung durchschnitten hatte,„beschlagnahmte," für über 10 000 M. Schmucksachen, entfernte sich dann in einem Kraf: wagen, mit dem sie gekommen waren. Maskierte Einbrecher überfielen in der Nacht, zu gestern auf dem Grundstück Kommandantenstr. 20-21 den Wächter. Sie waren anscheinend mit Nachschlüsseln in das Haus eingedruirgen» trafen den Wächter auf dem Hof«, fielen über ihn her, schlössen ihn mir einer Kette an«in Treppengeländer an, brachen dann in die Räume der Damenkonfektion von Jakobowitsch u. Birnbaum ein und schleppten für 100 000 M. Seid« und fertige Da nie Meid er ver- schieden«? Farben weg. In einer Versammlung des Bundes„Aufbau und Werden" referierte Schulte-Köln sS. P. D.) über:„Der Weltenwirrwarr und die Aufgaben des Proletariats." Das große soziale Elend konnte nur durch das entsetzliche Morden, durch den Krieg überboten werden. Die bürgerliche Gesellschaft hat uns in den Krieg hineingehetzt. Der Sozialismus hat zu Beginn des Krieges versagt, weil die Wissenschaft zu jung war, weil er zu wenig An- Hänger hatte. Auch während des Kneges hat der Sozialismus trotz vieler Fehler hüben und drüben für den Frieden gearbeitst. Nach der Revolution hätte der Sozialismus die bürgerliche Welt für immer beseitigen können, durch den Bruderkampf war das nich! möglich. In seinen Ausführungen über das Einigende der �Parteien stößt der Redner auf den dauernden Widerspruch eines Teils der Versammlung. Wir müssen den Kampf geschlossen gegen den Kl:sirms führen. �-»'.■'■ff Dr. phih K r'a m'c t-Düsseldorf gehl ebensdllS' arff d:e Einigungsfrage ein. Zur Einigung muß der gute Wille vorhanden sein. Sie kann nicht durch., den Uebertritt.der einen Partei zur anKfee:i''z:istänK'-kömwM.� Redner kömmt dann aus die'LebenS- mittelkrawalle und die Vorgänge in Hamburg zu sprechen und klag: die Regierung an. daß sie durch ihre falsche Politik selbst daran schuld hat. Die Regierung vnd Nationalversammlung haben ver- sagt, wir brauchen daher die Nrbeiterräte. Der Redner findet zum Schluß beherzigende Worte zur Einigung... In der Diskussion sprachen fast nur Redner der K. P. D. und U. S. P.. die die Regierung und die S. P. D. in gehässigster Weise angreisen. Eine„Einigung" des Proletariats könn.'n sie sich nur durch den Nebertritt der Rcchtssozialistea zur U. S. P. oder zu den Kommunisten denken. Das Sommerfest im Stadion am nächsten Soimlaq hat ebenso wie im Schwimmen so auch im Radjahren-ine ausgezeichnet Besetzung erfahren. Fn der Hauptkonkurrenz. dem Vereins-MannschastSiabren um den Panl-Lüders-Wandcipreis starten zehn Vereine. Im 2000.iDlclet« Vorgabcsabren sind 64 Bewerber eingeschrieben. Im Zweifitzerjahren werden 9 Maschinen die besten Berliner Amateurremisahter»ereinigen. Vorkämpse beginnen um 2'/. Ohr, Hauptkämpse um 4 Uhr nachmittags. Vorvcrkauj bei Werthrim und in den Svortgeschäjten. Marienkelde. Am Sonntag ncranstaltet ans dem hiesigen Ge- mcindelpiclpiatz die Nordgruppc des uiertcn Bezirks vom Arbciterturner- bund ein Turn- und Sportfest. Turn- und Sportsreundc find ein- geladen. Beginn 8 Uhr vormittags. Groh-Berliner Lebensmittel. Vrit». Aus Abschnitt(ja 6 der Gnsubr-Zusatzkarte gelangt aus Grund der Zuckerkundenlille'I, Psd. AuslandS-Kochmehl zur Verteilung. Brill. Ausländisches Hammel- und Nmdslcisch. 9.60 M. daS Pfund, wird an die Bcvöllcrnng abgegeben: als Trjast Nährmittel(auf jede Fleisch- inarte SO Gramm).— Vom 1.— 7. Juli Neneintragnng für- Kartoffeln, Borleaung der Britzer Lebensmittelkarte. Bnchholz. In der Gememdeverlaussstelle werden freihändig verkauft: Pferdeschlackwurst, Psund 8,50 M.. Pferdemettwurst. 6,50 M., Zitronen, Stück 0,50 M., Backpslaumen, Psund 6 M., Brotausttrichmittel, Büchse 8,50 M., Frauenstlümps«, Paar 3,60 A!., Männersocken. 2,85 M. Auf weifie LebcirS- mittclkartc Gemeindeverkaussitellc je 1 Docke Strickwolle(35 Pf;). 125 Gramm' amerikanische Schweinefleiichprodukte(1,85 M.) auf Einfuhr- zusatziartenabschnikl T 7. KartdsfelauSgabe für die Zeit' vom 23. Juni bis 20. Juli 8 Pfund pro Kopf. Näheres amtliche Bekanntinachüng. Bei den Fleischern können Räucherwaren entnommen werden. Die Preise sind durch Aushang in den Läden belanntgemacht. Verkauf erfolgt Domierstag nachm. von 4—7 Uhr. Spandau, st« Psund Weichkäse(250). Wstempelung der neuen Speisesctlkartcn nur in den Geschäslen, in welchen erste Eintragung erfolgt ist. Schmalz aus Grund der Bullerkundcniiste mutz in den Bnlrergcschästeii bezogen werden._•_ Groß-öerlmer Parteina chnchten. Rosentyal-Nordend. Heute abend 1 Uhr Flugblattoerbreitung von: Lokal Brath aus.__ Jagenöveranftaltungen. Die Beerdigung des Kollegen Wegener findet morgen 4 Uhr aus dem Gemeindesricohof FriedrichSselde statt. Die Kollegen treffen sich um st,4 Uhr aus dem Faiedhos. verbanöstag öer Transportarbeiter. Stuttgart, 26. Juni. Z. Berhandlungstag. Auch tzi« heutige Sitzung wurde durch di« Diskus fionüb er den V v r st a n d s b e r i cht: emsgesülli. Wie ein roter Faden ziehen sich die politischen Gegensätze durch big B�rhandtongeo, bei denen to« örtlichen Konflikts fälle WM breiisn Raum cinnebmen. Die Debatte war schlic�Ich derart ins politische Fahrwasser geraten� daß ein Redner feststellen konnte, sich mehr auf einem politischen Kongreß zu befinden. Die Lt.'sicht de: OppositionSredner ist, au.S den Gewerkschaften mehr als bisher ein Instrument zur Befreiung der Arbeiterschaft aus ökonomischen Fesseln zu machen. B o w i tz k p- Halle ist der Auffasstma, daß es nicht im Interesse einer gcbech'icheti Fortentwicklung des Verbandes liege, die uorhandenen Gegensätze zu verkleistern, dieselben mnssten vielmehr zum AuStraa g-bracht werden. B r a n de S- Bremerhaven erinnert die Berliner daran, dass auch sie Illl4 von der chauvinisii- scheu Well« erfasst wurden.'S* sei tief beklagenswert, last Franke- Berlin die Meinung vertrete, Deutschland sei zu 98 Proz. am Kriegsausbruch schuld. Solange die Verbrecher in den Entente- regierungcn nicht die Archiv« öffnen, liege auch für Deutschland kein Grund dazu vor. Hobel- Köln bezeichnete da? Hilfsdienst- gesetz als ein ZuchthauSgesetz und fragte air, wo der Zentralvorstan.d gewesen sei, um dem Unfug, den Müller mit seinem Annexions- artikel im„Courier" getrieben habe, zu steuern. Zu Beginn der RachmittagSsitzung macht Rudolf- Duisburg Mitteilung von dem Versuch der interalliierten Schiff- f a h r t d ko m m i s s i o n, den Binnenschiffern an Stelle des jetzt gültigen ZwölfstundentageS eine Svstündige Arbeitszeit aufzuzwingen und unterbreitet eine Protestresolution, die auch an- genommen und sofort der deutschen Regierung übermittelt wurde. Der Vertreter der Binnenschiffer, K ö p p e n- Mannheim, schilderte im Anschluß daran die Gefahren, unter denen die Binnenschiffer ihren Dienst verseben müssen, wie sie beschossen werden, zum Teil mit Maschinengewehren,.und daß mehrere Kameraden erschossen wurden. Auf den Fahrten nach Antwerpen müsse häufig der Schutz des amerikanischen Mtlitärs gegen die Pöbkleien der bel- gischen Arbeiter im Waffenrock in Anspruch genommen werden. Hierauf wurde der Bericht der Beschwerdekommission entgegengenommen, der eine lange, Berliner Lokalkolorit tragende, Debatte auslöste. Alsdann wurde die Aussprache über den Geschäftsbericht zu Ende geführt, über dessen Ergebnis wir morgen berichten werden. GaverkschHzbewWns verbanöstag üer Töpfer. Nürnberg, 2S. Juni. F» der heutigen Sitzung, in der die Dolatte wiederum einen itark politisck>en Einschlag zeigte, ging die Diskussion bei Vorstands- berichtS zu Ende. Als Vertreter der Opposition sprachen noch die Vertreter au» Erfurt, Leipzig und Stettin. Alle übrigen Redner stellten sich auf den Standpunkt der Politik der General- kommission, einige darunter bekannten sich allerdings als Gegner der Zeichnung von Kriegsanleihen. In einem Schlußwort wies der Redakteur Schmit in treffender Weise alle die Haltung deS Fach- organs tadelnden Vorwürfe, die vor allem die Berliner Oppo- sition dagegen erhoben hatten, als vollkommen unzutreffend zurück. Er schloß unter Beifall mit der Mahnung zur Herstellung der alten gewerkschaftlichen Einigkeit. Die Schlußworte deS Kassierers Lothar und des Vorsitzenden Dr.unsel, der eine Anzahl Irr- tümer richtigstellte und zur Toleranz mahnte, fanden gleichfalls bei der Nchrheii freundliche Aufnahme. Morgen früh findet die entscheidende Abstimmung über eine Resolution statt, worin dem Vorstand und den Gauleitern das Vertrauen der Generalversammlung ausgesprochen werden soll. Lohnbewegung der Muhlenarbeiter. Eine am Donnerstag abgebaltens außergewöhnlich ffaef b e- suchte Beriammlung der Müblenarbeiter nahm den Bericht der Tariftommission über die Verhandlungen mit den Unternehmern entgegen.— Die Arbeiter Hollen die Forderung eingereicht, die Wochenlöhne, die gegenwärtig 72 bis 90 M. betragen, auf 120 M. für gelernte und IIS M. iür ungelernte Arbeiter und 'den Lohn der Arbeiterinnen von 42 out 75 M. ,» erhöhen. Was die Unternehmer bewilligen wollen, bleibt erheblich hinter den Forderungen zurück. Sie sind bereit.' folgende Lohnerhöhungen zu bewilligen: Für Walzensührer von 80 auf 100 M., für Müller und Sacker von 75 aus 95 M., für Bodcnarbeiter von 72 auf 90 M., für Sacklräger von 75 auf 90 M.. für Maschinisten und Heizer von 90 auf 100 M., iür Kesselreiniger und Kohlenschieber von 75 auf 90 M. für Handwerker von 90 rnif 100 M., für Arbeiterinnen von 42 auk 55 M. Die Versammlung erklärte die Zugeständnisse der Unternehmer für ungenügend und lehnte dieselben nach lebhafter Diskussion mit großer Mehrheit ob.— Der Versammlungsleiter betonte, die Ab« lchniing bedeute nicht, daß nun sofort in den Streik eingetreten werde. Welche Taktik einzuschlagen sei. darüber würden sich die Organisationsleitung und die Vertrauensmänner verständigen. Eine Betriebsversammlung der Commerz- und Tiskonto-Bank nahm folgende Resolution mit überwSlligender Majorität an: Die am 25. Juni im Hotel Slcwen versammelten Angestellten der Commerz- und DiSkonto-Bank protestieren auf daS energischste gegen die Verschleppung der Tarifverhandlungen. Sie fordern, daß die Verhandlungen umgehend wieder ausgenommen werden. Sollie vor dem 2. Juli etne Aufnahme der Verhandlungen nickt mehr möglich sein, so erwarten sie, daß nach diesem Termin die Per- Handlungen ganz energisch forigesührt werden. Um diese zn be- ichleunigen, verweigern sie bis zum Abschluß der Tarifverhand» lnngen die Leistung jeder Ueberstunde. auch der Abschlußubersinnde» und sind bereit, bei neuerlichen Verschleppungen in einen eintägigen Proteststreik einzutreten. Kutscher, Transportarbeiter aller Branche«! Die Bezirksverwaltung Groß-Berlin des Deutschen TranSpor:- arbeilerverbandcs wendet sich in einem Flugblatt an die Kutscher und Transportarbeiter aller Branchen, in welchem sie daraus vor- weist, daß der Fuhrberr Fritz Pollack, Berlin. Ouitzrnvstr. 59. sich weigert, die Bestiinniiingen des Lohntarifs für die Schwer- fuhrwerkskutscher in vollem Umfange anzuerkennen. Die im Tarif vorgesehene tägliche Arbeitszeit von 8 Stunden halte er nicht inne. seine Kutscher würden gehalten, von frühmorgens l/,5 Uhr bis abcndö 7 Uhr und darüber hinaus noch zu arbeiten, llsberstnnödir würden den Kutschern nicht bezahlt. Die BetriebSoertraucnSleuis erkenne er im Betriebe ebenfalls nicht an, sondern maßregele diese mit Entlassung. Am Dienstag, den 24. Juni, so herßt es, wurde der Verlraiien-Zmann, Kollege Schulz, plöplich aus der Arbeit ern- lassen, weil er Einladnngszettcl zn einer Kutschervemiirmlung verteilte und seine Mitarbeiter zur Durchführung deZ Tarifvertrages aufgefordert hatte. Die Verbandsvertreter, welche zu verhandeln versuchten, wurden von dem Unternehmer Pollack unter Androhung von Gewalltätig- leiten des Betriebes verwiesen. Durch fortgesetztes Umherfucktein mit einem dicke» Strickende und Schimpfworien wie Sirolck«, Lumpen und gemeineir Ausdrücken über den Transportarbeiter- verband, erklärte Pollack auch noch, daß er jeden weiteren Verbands« Vertreter, der seinen Betrieb vertreten würde, mit dem Revolvep niederschießei, würde. Da« Flugblatt schließt: Die bei dem Unter- nebmer zurzeit noch betchäftigten Kutscher haben keini Solidarität geübt und müssen deshalb ebenfalls als tarifuntreu und streik- brüchig betrachtet werden. Kollegen, Kutscher Verliiis! Keiner von Euch darf in dem Fuhrbetrieb von Pollock Arbeit annehmen; ebenfalls ist in den Betrieben, wo Lohngespanne dieser Firma gestellt werden, jedes Zusammenarbeiten mit den Pollacktcken Kutschern solange ab- zulehnen, bis Herr Pollack die Organisation und den Lohntarif an- erkannt. Streik der Friseurgehilfen iu Potsdam. Die Friseurgehilfen von Potsdam beschlossen in einer Donnerstag abend abgehaltenen Versammlung, heute in den Streik zu treten. Sie verlangen einen Wochenlohn von 60 M. für Herren« friserire und 70 M. für Damenfriseure und Friseusen, Regelung der Arbeitszeit von 8 bis 7 Ubr und eine zweistündige Mittags- pause. Die Arbeiigeber bieten 45 und 60 M., eine Arbeitszeit von 7 bis 8 Uhr. Von dem Existieren eines Achtstundengesetzes ist nichts zn spüren. Die Arbeitgel er erklären ihr Angebot als Höchst- lcistung. Bcrantwortllch für Politik Aitur gickler, Charlotirnburq, für den llbriqen Teil des UntteZ� Altrrd KSiolz, NeuISIIn: Mr Anzeigen Tprodor Glocke, Verlin. Perlagi LorwärtS-Veriag(?. in d. H.. Berlin. Druck: BorioürlS-Vuckidcuckerei und VerlaoSanitalt Paul Dinner u. Co. in Berlin. Ltndenilrah« 3. Dlien Freunden und?e- 1 kannten die traurige Nach- richt, daß uns unser Herzens- gnler Eoh» Erich (UN 41. Juni durch Mvrder- haud entrissen wurde. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den A. Juni, un> 2'/« Uhr vom Trauer- Iiaufc,' Dunckerstr. 76, aus statt. 88« Die Beisehungsseier ist um I 4 Uhr aus d-u> städtischen- Kentralfricdhof in Fried- richskelde. Famiii« Vsxeae«. rEin SeTilösselz� Soeben erschien; Memoiren einer Spiritistin Wahres and Selbsterlebtes von E. H o n o 1 d. 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