Nr.SS7.SS.z-hr«." Bezugspreis: Merkgihri. 9,— Mt,«onatl. 8�- SRt frei ins Haus, voraus zahlbar. Post- bezug: MonatNch Mb. exll. gu- stellungsgedUhr. Unter Srruzbaub für Deutschland und Oesterreich- Ungar» k,25 Mk, für das übrige Ausland 10 25 Mb. bei täglich einmal, gustellnnq 8.25 Mi. Postbestellungen nehmen an Dänemarl, Holland, Luxemburg, Echmeden u. die Schweiz. Ewgetragen in die Post-geinmgs-Preislifte. Der„Borwärts" mit der Sonntags» deilage»Boll u. Zeit" erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags einmal. ♦St?' Telegramm-Adresse: .Sozioldemorra» v-rll»". m Verlinev VolKsblstt. Zentralorgan der rozialdemohratifchen parte! Deutfchlands. 20 Pfennig) AuzeigenpreiS t St««chtgespaltene Ronpareilli-zeste lostet IL» Ml.»SIetn« Unzaigo»". das fettgedruckte Wort 50 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weiter» Wort 25 Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenanzeigen das erste Morl «0 Pfg. jedes weitere Won 20 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50°/» Familien- Anzeigen, volitische und gewerlschastliche Vereins- Anzeigen 1,20 Ml. die geile. Anzeigen für dl» nächste Nummer müssen bis»»hr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlw EW 68, Lindenstrabe S, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis b Uhr abends. Reüaktivn und Expedition: SM. 6S, Ändenstr. Z. Kernkvrecher: Amt tviorttchlatz, Nr. 13130— IS 1»7. Sonntag, den A9. Juni 1VI9. vorwärts-verlag G.m.b. H., SW. öS, Lindenstr. 2. Fernsprecher: Amt Moriqplatz, Nr. 117 SS— 54. Die Unterzeichnung. Versailles, 28. Fum. Die Zeremonie der Unter« zeichnnug im Zpiegclfaale zu BcrsaiKeS begann heute nachmittag 3 Uhr. Nachdem sämtliche Delegierte der alliierten und assoziierten Mächte ihre Plätze ein- genommen hatten, wurden die deutschen Delegierten in den Taal geleitet und zu den für sie bestimmten Vlätzen geführt. Ter Vorsitzende der Friedenskonferenz Elemenceau erhob sich und erklärte, nachdem die Bedingungen der alliierte» und assoziierten Mächte von den Deutschen angenommen seien, ersuche er die deutschen Bevollmächtigten, daS Friedensdokument zu unterzeichnen. Er hob hervor, die Unterzeich- nnng des Friedensvertrages bedeute, dast die Bedingungen in loyaler Weise ein- gehalten werden müstten. Um 3,12 Uhr unterschrieben die Reichsminister Hermann Müller und Dr. Bell als erste den Friedensvertrag. Hierauf unterschrieben der Reihe nach die Delegierten der alliierten und assoziierten Mächte. Kurz vor 4 Uhr war der Akt beendet. Clemeneeau hob die Sitzung mit der Erklärung auf, der Friede sei geschlossen. Er ersuchte die Delegierten der alliierten und assozi- iertcn Mächte, zu warten, bis die deutschen�Bevoll- mächtigren sich entfernt hätten. Die Militärmisston werde die deutsche Delegation in VaS Hotel des Reservoirs znrückleiten. Die deutschen Bevollmächtigten verliehen darauf als erste den Saal und begaben sich auf demselben Wege, auf dem sie gekomme« waren, sofort in das Hotel des Reservoirs zurück. Freigabe öee deutschen Kriegsgefangenen erst nach Ratistkation des Friedens. ZZersailleS, 28. Juni. Wie„I» u r n a l" berichtet, scheint der Bicrcrrat zu befürchten, daß Deutschland dir Ratifizierung de» Friedensverträge» zu ver- schleppen versuchen werde.„Journal" deutet an, daß der Biemrat eine Abmachung gleichzeitig mit dem Friedensvertrag unterzeichnen lassen möchte, wonach die Freilassung der deutschen Kriegsgefangenen erst nach der Rati. fizierung drS Friedensvertrages beginnen soll. Der viererrat hoffe, dadurch Deutschland zur Beschleunigung der Ratifizierung zu veranlasst». Wie die Blätter ferner berichte«, bezieht sich die Abmachung über Polen, welche heute nachmittag gleichzeitig mit dem ver. trag unterzeichnet werden soll, namentlich auf de« Schutz ethi. scher und religiöser Minderheiten in Polen durch die Gesellschaft der Nationen. Diese Abmachung, welch« zwei Ka- pitcl auf 12 Seiten umfaßt, werde von Polen und de» 5 alliierten Großmächten unterzeichnet werden. „Petit P a r i s i e n" meldet, daß der Friedensvertrag vor- anSf-.chtlich nächsten Montag von Clemenccau in der Kammer nieder- gelegt werde. Clemneeeau werde bei diesem Anlaß eine kurze Er- klärung abgebe«. LersailleS, 28. Juni. Gesandter von Ha niel richtete heute folgende Note an den Vorsitzenden der Friedenskonferenz C l e- m c n c e a u: Jtw Auftrage des RdichSminister» des Auswärtigen beehre ich neich. Eurer Exzellenz faigendeS mitzuteilen: Unter Hinweis auf den Schluhabsatz des Schreibens Eurer Exzellenz vom 20. Mai dieses Jahres wegen Heimbeförderung der KriegSge- fangcnen und auf den Teil VI der Antwort der alliierten und assoziierten Mächte auf die Bemerkungen der deutschen Delegation zu den Friedcnsbedingungcn, bittet die deutsche Regierung um«ine tunlichst baldige Erklärung, wann, wo und in welcher Zu- sammensetzung der Zusammentritt der in Artikel 218 Absatz 1 deS Friedensvertrages vorgesehenen Kommission in Aussicht genommen ist. Sofortige, unwiüerrufliche Vollstreckung üer Todesurteile. Erklärung der Räteregierung Ungarns. Budapest, 27. Juni ch und sofort vollstreckbar erklärt. Sethmann Kollweg stellt sich öer Entente. Der Reichskanzler trägt staatsrechtlich die Verantwortung. Berlin, 28, Juni. Der ehemalige Reichskanzler von B eth- mann Hollwey hat, nachdem er bereits am 20. Mai d. I. einen gleichen Schritt auf ausdrücklichen Wunsch der ReichSregie- rung hat fallen lassen müssen, am 2S. Juni an den Ministerprä- sidenten Elemenceau ein Schreiben gerichtet, in dem er diesen kittet, das nachstehende Schriftstück zur Kenntnis der gegen Deutsch- land alliierten und assoziierten Mächte zu bringen: In Artikel 227 der FricdenSbcdingungen haben die alliierten und assoziierten Mächte Seine Majestät Wilhelm II. von Hohen- zollern. früheren Deutschen Kaiser, wegen schwerster Verletzung des iniernatianalen Sitte ng es etzss und der geheiligten Macht der Verträge unter öffentliche Anklage gestellt. Sie haben gleidjzeitig ihren.Entschluß kundgeton, an die Rogierung der Nieder- lande ein Ersuchen zu richten, worin sie bitten, den ehemaligen Kaiser zum Zwecke seiner Verurteilung auszuliefern. Mit Bezug hierauf erlaube ich mir, an die alliierten und assoziierten Mächte die Mite zu richten, das gegen Seine Majestät den Kaiser beab- sichtigte Verfahren gegen mich stattfinden zu lassen. Zu diesem Zweck stell« ich mich hierdurch zur Verfügung der alliierten und assoziierten Mächte. Als ehemaliger deutscher Reichskanzler trage ich für meine Amtszeit die im deutschen Staatsrecht geregelte alleinig« Verantwortung für die politischen Handlungen des Kaiser?. Ich glaube hieraus den An- fpvuch herleiten zu dürfen, daß die Rechenschaft, welche die alliierten und assoziierten Mächte für dies« Handlungen fordern wollen, ausschließlich von mir gefordert wird. In der Heber- zeugung, daß die alliierten und assoziierten Mächte einem durch öffentliches Staatsrecht normierten Rechtszustand auch inter- nationale Beachtung nicht versagen wollen, d7rf ich der Hoffnung Ausdruck geben, daß sie meiner dringenden Bitte stattzugeben ge- neigt sein werden. Hohenfinow, 25. Juni 1919. gez. Bethmanu Hollwcg. Wilsons heimfahrt. NbschiedSartikel der Humanits. Versailles, 28. Juni. Humanite" schreibt: Als Wilson in Frankreich landete, glaubte das Volk, daß er seineu großen Ge- danken, seinen Botschaften und seinen vierzehn Punkten treu bleiben werde. Das Volk hoffte, daß er der imperialistischen Be- gehrlichkeit das Veto der Gerechtigkeit und Ehre gegenüberstellen werde. Di« Enttäuschuug ist vollständig. Nach einigen Wochen von Anstrengungen und Kämpfen, in welchen er nur von der sozialistischen öffentlichen Meinung unterstützt war, ließ Wilson ohnmächtig den Imperialismus gewähren. Von dem edlen Pro- gramm, welches er der Welt vorgeschlagen hatte, wurde nicht? ver- wirklicht. DaS Völkerrecht, welche» er sv laut proklamiert hatte, ist ebenso beschmutzt und verkannt, alS.i« Jähre 1915 oder nach de« Treißisjährigen Kriege. Die Gesellschaft der Nationen, wie sie au» den Erörterungen der Friedenskonferenz hervorgehen wird, ist ein Spott. Die internationale Sicherheit, welche er für ewig begründen wollte, besteht weniger al? je, und Elemenceau triumphiert zu Recht, wenn er sagt, daß morgen noch mehr als gestern die Gefahren de» Krieges di« Menschheit bedrohen werden. Oft erinnerten wir an die tieferen Gründe, welche das Versagen des Wilsonismus erklären; aber in dem Augen- blick, wo Wilson Frankreich verlassen wird, sind wir verpflichtet zu sagen, daß er trotz allem unserer Sache gedient hat. In dieser schmählichen Epoche, wo tS genügt, sich auf die Gerechtigkeit zu berufen, um de» Landesverrats bezichtigt zu werden, wurden wir von Wilson, dessen Aktion sich eine Zeitlang in derselben Richtung geltend macht« wie di« unsrige, stark unterstützt. Auch morgen. wenn wir vor dem Lande den unmenschliche» internationalen vertrag, welcher heut« unterzeichnet werden soll, verurteilen werden, werden wir große Kraft aus den Wtlsonschen Behauptungen schöpfen und eS wird un» leicht fallen, seine vergeblichen Anstren- gungen, um seinen Grundsätzen gegen den wütenden JmperialiS- muS zum Triumph zu verhelfen, wieder in, Erinnerung zu bringen. Heunruhlgung im Osten. verlt», 28. Juni. Da» KriegSministerium macht folgendes be- könnt: Der Bevölkerung in den Ostprovinzen hat sich infolge der Unterzeichnung deS Friedensvertrages eine große Erregung be- mächtigt, die sich auf die Befürchtung gründet, daß die Grenzschutz- truppen jetzt schon zurückgezogen werden und die LandeSleUe, die abgetreten werden sollen, oder in denen es zu einer Abstimmung kommt, ohne militärischen Schutz bleiben. Demgegenüber wird ausdrücklich betont, daß der militärische Schutz im Osten bis zum ordnungsmäßigen Uebergang in die durch den Friedensvertrag geschaffenen neuen Befitzverhälrnisse bestehen bleibt. der Id. Gewerksthastskongreß in Nürnberg. Montag, den 30. Juni, beginnt in Nürnberg der zebnte Kongreß der freien Gewerkschaften Deutschlands seine Ver Handlungen, die voraussichtlich bis einschließlich 5, Jul: dauern werden. In den Stürmen der Revolution hleibt die Tatsache des gewaltigen, nie geahnten Anwachsens des Mitgliederbestandes der freien Gewerkschaften und die Bedeutung- dieser Er- scheinung weiteren Kreisen wenig bekannt und von diesen da her wenig beachtet. Die Zahl der Mitglieder aller der Generalkommission angeschlossenen freien Gewerkschaften Deutschlands habe in den zwei letzten Jahren vor dem Kriege die Höhe von rund 2% Millionen erreicht und war in dieser teit ziemlich stabil geblieben. Es wurde sogar von mancher eite die Ansicht zum Ausdruck gebracht, die Gewerkschafter. hätten sämtliche organisationsfähigen Elemente der Arbeiter fchast in sich aufgenommen und mithin die Grenze ihres Wachstums bereits erreicht. Daß die Gewerkschaften im Kriege au Mitgliedern sehr stark abgcnoinmcn haben, ist bekannt uitd natürlich, da die Einberufungen zum' Heeresdienst die ganze Zeit fortdauerten. Der Tiefstand war Ende 1916 mit ins- gesamt 914 713 Mitgliedern zu verzeichnen. Nach deni SJaffen- stillstand füllten die auS dem Heere entlassenen alten Mit. glieder die Reihen ihrer Organisationen wieder und so konnten die freien Gewerkschaften am 31. Dezember 1918 bereits 2863 742 Mitglieder zählen. Ende April überstieg die Mit- gliedcrzahl schon 4 Millionen, und es wird mit Sicherheit angenommen, daß die freien Gewerkschaften zur-tit im ganzen 3 Millionen Mitglieder in ihren Reihen mustern. Nach der Berusszählung vom Jahre 1907 gab cS im Deutschen Reiche ohne die Gruppe der in der eigenen Wirt schaff mithelfenden Familienangehörigen etivas über 17 Millionen in unselbständigen Stellungen beschäftigte Personen. Berücksichtigt man die gewaltigen Menschenverluste� im Kriege, so kann man wohl sagen, daß etwa ein D r i t t e l deS deutschen Proletariats in Landwirtschaft, Industrie, Handel und Gewerbe von den freien Gewerkschaften erfaßt ist. Da- zu kommt noch, daß nach der Revolution innerhalb der Beamtenschaft aller Gattungen sich ununterbrochen ein gewaltiger Sammlungsprozeß vollzieht, der zur Entstehung von Riesenorganisationen auf moderner Grundlage führt. Der Anschluß dieser Organisationen an die freie Gewerkschaftsbewegung dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Dadurch wird letztere neue Kräfte und weiteste Kreise der physisch und geistig arbeitenden proletarischen Bevölkerung gewinnen und eine Macht darstellen, wie sie in solchem Ausniaßc noch nie ge- sehen wurde. Entsprechend dieser Bedeutung der Gewerkschaften weist die Tagesordnung des Nürnberger Kongresses all die Fragen auf, die jetzt im Mittelpunkte aller Diskussionen stehen, uuv von deren Lösung die ganze wirtschafttiche Zukunft Deutschlands und mithin Europas tu höchstem Maße abhängt. Der Umstand ist nicht zu vergessen, daß auf dem Kongreß der Partei politisch neutralen freien Gewerkschaften sich ein heißer und leidenschaftlicher Kampf der Meinungen zwischen den Anhängern aller sozialistischen Richtungen abspielen wird, da unter den Delegierten wohl nicht nur Ver- treter aller Schattierungen der beiden sozialdemokratischen Parteien, sondern auch Befürworter der neukonrmunistischen fspartakistischen) TheovKu anwesend sein dürften. In der Debatte über den Rechenschaftsbericht der Generalkommission, der gedruckt in einem stattlichen Band im Umfange von 196 Seiten de« Kongreß vorgelegt werden und mündlich von Karl Legten ergänzt und erläutert wird, sind daher heftige Angriff« auf die Tätigkeit der Generalkommission während deS Krieges zu erwarten. Der Verlauf der zahlreichen Tagungen der ein- zelnen Zentralvcrbände in den letzten 3—4 Monaten gibt unS einen Vorgeschmack darüber. Aber wie auf diesen Ver- bandstagen das Gefühl der Verantwortlichkeit die Delegierten veranlaßt?, mit überwältigender Mehrheit den Leitungen das Vertrauen der Organisationen auszusprechen, so wird auch der Nürnberger Kongreß sich nicht gewillt zeigzn, leichten Herzens den Stab über die Führer der freien GetvcrkschaftS- bcwcgung zu brechen und über die Arbeit, die zu so gewal- tigen handgreiflichen Erfolgen geführt hat, ein Kreuz zu setzen. Dank dem Umstände, daß die Gewerkschaften seit Jahrzehnten inmitten der wirtschaftlichen Kämpfe stehen und daher Er- wägungen wirtschaftlichen Charakters viel eher als die poli- tische Partei der Arbeiterklasse zugänglich sind, bekunden sie einen viel stärkeren Willen zur schnelleren Soz>a!isierung, als die Partei, die auch polttische Momente und Faktoren zu be- rücksickitigen hat. E!n interessanter Beitrag zu dem von NnfS angestimmten Geschrei über„Verrat von Arbeiterinteressen- seitens der Gewerkschafts'ühreri Die Genera lkommission befürwortet, die Lösung der auf dem Parteitag in Mannheim im Jahre 1906 getroffenen Ver- einbarungen über das gegenseitige Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften, richtiger zwischen den Zentralinstanzen der beidon Richtungen der modernen Arbeiterbewegung. Sie begründet diesen Antrag damit, daß die politische Bewegung gespalten ist in Parteien, die sich gegenseitig auf das schärfste bekämpfen. Sie befurchtet, daß auch die Fortdauer des Ver- tragsverhältnisses lediglich mit einer Partei die Gefahr des Zwiespaltes auch in den Gewerkschaften nähergerückt würde „Es bleibt den Gewerkschaften nichts anderes übrig— be- merkt der Rechenschaftsbericht—, als bis zu dem Zeitpunkt, der wieder eine einheitliche sozialdemokratische Arbeiter- bewegung tn Deutschland bringen wird, von jeder'Verein- barung mit einer der sozialdemokratischen Parteien a b z u- sehen und die in Mannheim getroffene zu lösen." Bei den folgenden zwei Punkten der Tagesordnung:„Die Richtlinien für die künftige Wirksamkeit der Gewerkschaften". Die Bestimmungen über die Ausgaben der Betriebsräte(Be- richterstatter: TheodorLeipart) und„Die Arbeitsgemein- schaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und'Arbeit- nehmer Deutschlands"(Berichterstatter: Adolf Cohen- Berlin) werden die Unabhängigen und die weiter links Stehenden, voraussichtlich in starke Opposition treten.— Als Beratuugsgegenstand von besonderer Bedeutung ist Punkt 5: Die Satzungen des„Allgemeinen deutschen Ge- werkschaftsbundes" zu betrachten; hierzu ist Theodor Leipart als Berichterstatter vorgesehen. Die Aufgabe des GeWerk- schaftsbundes soll in einem ständigen Zusammenwirken der gewerkschaftlichen Zentralverbände"zur Vertretung gemein- samer Interessen der Arbeiter und Arbeiterinnen bestehen. Dieser Zweck soll erreicht werden durch: a) die Förderung der gewerkslbaftlichen Agitation, durch Tamm- lung und Verwertung sozialpolitischer Materialen, Aufnahme allgemeiner gewerkschaftlicher Statistiken, Herausgabe von PublikationS- und Agitationsschriften; b) die Förderung und Wahrung des ArbeiterschutzeS, Unter- hallung von Beratungsstellen in Rechtsstreitigkeiten, Durch- sührung der Wahlen für die sozialpolitischen Arbeiter- Vertretungen: c) die Veranstaltung gewerkschaftlicher Unterrichtskurse; ck) die Abgrenzung der OrganisationS- und AgitationSgcbiete der Gewerkschaften und die Entscheidung über Grenzstreitig- leiten; s) die gegenseitige Unterstützung der Gewerkschaften in der Durchführung außerordentlicher Kämpfe; k) die Pflege internationaler Beziehungen zu den Gewerkschaften anderer Länder. Der Satzungsentwurf des Bundes sieht nichts vor, was nicht bereits von den Gewerkschaften erstrebt worden ist. Es handelt sich im wesentlichen darum, bisher Erprobtes unter besseren Formen weiter wirken zu lassen. Das Problem der Sozialisierung der In- dustrie wird P. Um breit beleuchten; das der land- wirtschaftlichen Produktion und Ansiedlung G. Schmidt. Beide Themen sind von großer Bedeutung für den sozialen Umbildungsprozeß der kommenden Zeit. Sie mit Tief- gpüstdlichkeit und Sachkenntnis zu behandeln, ist der GeWerk- �chastskongreß in erster Linie berufen. Und uni die große Schar der gewerkschaftlichen Mitglieder reif zu machen für die großen Aufgaben der Zukunft, werden die Gewerk- schaften in Bälde wieder ihre Bildungsarbeit beginnen. DaS Thema:„Gewerkschaftliche Unterrichtskurse"(Bericht- erstatter I. Sassenbach), und der hierzu gestellte Antrag der Verbandsvorstände zeigt uns, daß die Gewerkschaften der Heranbildung geschulter Kräfte ein sehr starkes Jnter- esse zuwenden. Ziemlich am Schluß der Tagesordnung ist ein Referat über die künftige Regelung des Lehr- lingswesens vorgesehen. Diese Materie hat die Ge- Wir haben noch üie Kraft! Mir finti trotz fchwerer dunkler Stunden in» hohe, klare Licht gestellt, und haben nicht» fo stark empfunden, und lind mit nichts so stark verbunden, als mit dem Craum vom Glück, der uns erhalt. Mir waren längft, schon längst verdorben in Schlamm und HIord, in JSot und Mut, wenn nicht, was wir als Kind erworben, tief in uns ruhte, ungcftorbent Die Kraft, noch JAenfch xu kein und gut. Die Kraft, noch hlenfch xu kein mit starkem Millen, der eine Zeit erstrebt, die uns gehört, in der sich unfre Cräume wunderbar erfüllen, freude und friede unfre Sehnsucht stillen, und Liebe unerbittlich haßt, was fie zerstört. Mir find, trotz schreiender Unmenschlichkeiten, ins klare Zukunftslicht gestellt; wir haben noch die Kraft, für Geilt und Recht zu streiten, wir haben noch die Kraft, uns Glück und frieden zu bereiten und lAenfch zu seiner in einer brüderlichen Meit! _ Hans G a t h m a« n. Leopokö?eßners Theaterprogramm. Der Leiter des KönigSberger Reuen Schauspielhauses, Leopold Jeßner, der für die Leilung des B e r li n er SraotS- t h e a t e r s aussichtsvoll in Frage kommt, hat auf Befragen sich über die Richtlinien ausgelassen, die für seine Tätigkeit in Berlin maßgebend sein würden. Er antwortete dem Fragesteller in seiner sympathisch Offenheit liebenden Art: .ES ist eigentlich noch nicht an der Zeit, daß ich mich zu diesen Dingen äußere; noch bin ich nicht gewählt, und selbst, wenn did Wahl auf mich fällt, weiß ich ja noch nicht, wann ich mein Amt werde antreten können, da ich dem Königsberger Reuen Schauspiel- Haus noch auf ein Jahr vertraglich verpflichtet bin. Sie fragen, wie ich mir die Aufgabe des neuen Leiters des Ttaatstheaters und den Geist, in dem er wirken soll, vorstelle. Ich will darauf nur dies lagen: Im Hauptsaal des jetzigen StaalS- lheaters steht, wie Sie wissen, die Statue des großen I f f l a n d. Nun, ich denke, jeder neue Leiter dieser Bühne wird nichts Besseres tun können, als vor Jffland seine Verbeugung zu machen. Man darf nicht von mir glauben, daß ich als Revolutionär in dem alten Hause, das seine Traditionen hat, schalten und walten werde. Ge- wiß, eine Umwandlung muß geschehen� aber sie darf nur auf dem Wege der Evolution erfolgen. Allmählich muß das Ueberlebte abgestoßen und der vorhandene große Or- ganismus mit neuem Geiste erfüllt werden. Vor allem handelt es sich dabei. darum, auS diesem Theater. daS bis jetzt eine hösijche Bühne war, ein Theater für das Volk zu machen, werkschasten in letzter Zeit bereits rege beschäftigt. Die trost- losen Zustände aus dem Gebiete der Lehrlingsausbildung, der Entschädigung, der Dauer der Lehrzeit usw. sind Anlaß genug, daß der Gewerkschaftskongreß sich eingehend mit der Frage des Lehrlingswesens beschäftigt. Eine Beseitigung der vielen Mängel ist auch im Hinblick auf die Neugestaltung des Wirt- schaftslebens dringend notwendig. Pie zu dieser Frage vor- liegenden Leitsätze des Referenten I. Sassenbach haben wir bereits in unserer SonntagSnummer vom 22. Juni ver- öffentlicht. Es wird als� den Vertretern der deutschen Gewerkschaften in Nürnberg an wichtigem Beratungssloff nicht fehlen. Eine unvergleichbare Bedeutung bat diese Tagung. Von ihr soll ein starker Impuls ausgehen, der unsere außerordent- liche verworrene Zeit mit zu neuer Ordnung führt. In den Jahrzehnten ihrer Entwicklung haben die Ge- werkschasten sich als die Träger des wirtschaftlichen Aufbaues und des kulturellen Fortschritts erwiesen. Die Nürnberger Tagung wird— daran zweifeln wir nicht— in ihrem Endresultat unerschütterlich Zeugnis dafür ablegen, daß die deutscheu Gewerkschaften sich als sichere Träger einer besseren Zukunft erweisen. Der Eisenbahnerstreik. Die Eisenbahner nehmen die Arbeit auf. Der gestrige Nachmittag hat eine Entspannung der Lage ge- bracht. Während in einzelnen Betrieben die Mehrheit für Ab- b r u ch des NusstandeS gestimmt hat, ist andererseits doch ein starker Wider st and in den Reihen der Arbeiter und Beamten festzustellen gewesen. Vor allen» hat der N o S k e s ch e Streikerlaß große Erbitterung hervorgerufen und nur mit großer Mühe ist es den Verbänden gelungen, ihre Unterorgani- lationen zur Solidarität zu zwingen und gemäß der Kundgebung am Freitag nachmittag im Herrenhaus zur Besonnenheit und Ruhe zu bringen. Die Vertrauensmänner deSAllgemeinenEisenbahner» Verbandes traten gestern nachmittag zu einer Sitzung zu- sammen. Die Versammlung verlief recht bewegt. Schließlich wurde, nachdem die Verbandsführer dringend zur Vernunft gemahnt hatten, folgende Resolution angenommen: .Die Vertrauensleute des Bezirks Berlin des Allgemeinen Eisenbahner-VerbandeS sehen fich trotz der nicht befriedigenden Zugeständnisse der Regierung schweren Herzens gezwungen, ihren Kollegen die sofortige Aufnahme der Arbeit zu emp- fehlen. Sie glauben es nicht verantworten zu können, das deutsche Volk unter den gegenwärtigen Berhältniffen wieder der Reaktion oder gar der Anarchie in die Hände zu spielen und dadurch den Zorn des ganzen deutschen Volkes auf sich zu laden. Einzig und allein die wilden Streiks haben das Gelingen der Lohnbewegung vereitelt. Die Vertrauensmänner be- balten sich aber vor, die Forderung aus Zahlung einer Ent- sch u l d un gSsumme aufrechtzuerballen, damit eS den Eisenbahnern ermöglicht wird, wenigstens einen Teil ihrer Schuldenlast abzu- tragen. Sie appellieren an den gesunden Sinn der Ne- gierung, daß sie auch den Eisenbahnern Entgegen- kommen zeigen möge, wie dies die Eisenbahner der Regie- rung und dem gesamten deutschen Volke gegenüber getan haben." Die Eisenbahnbeamten gegen den Streikerlaft. In einer neuerlichen Versammluirf, der berufenen Vertreter der E i s e nb a h n b e a m t e n s ch a st des Direktions- bezirks Berlin kam allgemein zum Ausdruck, daß die Streik- bewegung lediglich wirtschaftlicher Natur sei und daß die Eisen- bahnbeamten sich nicht als Diener einer Partei, sondern als Diener der Gesamtheit betrachten, unter der Berück- sichtigung, daß diese Gesamtheit auch den berechtigten Wirtschaft- lichen Forderungen das notwendige Verständnis entgegenbringt. Bezüglich des NoSkeschen Streikerlasses wurde eine Entschließung angenommen, in der der Bundesvorstand deS GewerkschattSbundes deutscher Eisenbahnbeomten die sofortige Aufhebung des E i s e n b a h n st r e i l e r l a s s e S des ReichSwehrministerS vom 27. Juni ISIS fordern soll. Im ganzen Eisenbahnbezirk finden Urabstimmungen unter den Ei ienbahnbeamten statt, deren Ergebnis über den also ein Theater, das wirklich den lebendigen geistigen Strömungen in unserem Volke dient und mit ihnen in engster Fühlung steht. DaS bedeutet keineswegs, daß ich als Leiter des StaatStheaterS, wie ich eS hier in Königsberg getan habe, vor allem moderne Werke und Werke der Jüngsten in den Spielplan aufnehmen werde. Eine Hauptaufgabe deS SiaatslheaterS, wie ich eS mir vorstelle, muß es vielmehr sein, die dramatischen Werke unserer Klassiker wiederzugeben. Selbsterständlich eine Wiedergabe, die diele Werke unserem heutigen Empfinden durch eine zeitgemäße Inszenierung näherbringt. Für ebenso selbstverständlich sehe ich eS an, daß das Staatslheater keinen lebenden oder toten Dichter auS irgendwelchen unlünstlerischen Motiven verschloffen bleibt. Der Umkreis deS Spielplanes muß natürlich möglichst weit sein. Auf eine Konkurrenz mit Bühnen, die eine gewisse Spezialität pflegen, kann sich das Staatstheater niemals ein- lassen, daS würde ganz der besonderen Stellung widersprechen, die eS doch unter den Bühnen einnehmen soll. Der Spielplan darf auch nicht auf ein bestimmtes Abonnements- Publikum zugeschnitten sein, sondern er muß fich mög- lichst an alle Kreise wenden, so daß das Staatstheater wirtlich dem ganzen Volk zu einer Art von künstlerischem Mittelpunkt wird.! WaS die soziale Gestaltung des Tbeaters uild meine Stellung dazu betrifft, so will ich vor allem dies sag�n: Wer sich heute den Errungenschaften, die die Angestellten deS Theaters in jüngster Zeit gemacht haben, in den Weg stellt,. der gleicht einem jungen kriegsbegeisterten Rekruten, der auf einen heran- sausenden Panzerwagen losstürmt. Er wird zermalmt. Man mutz mit der Zeit gehen. Ms ich vor kurzem in Berlin war. hatte ich eine Unterredung mit den technischen Angestellten des Staats- theaterS, die meine Stellung zu gewissen Forderungen, die sie auf- stellen, wisien wollten. Ich tstnprach ihnen, diese und jene Forde- rungen zu unterstützen, andere, die ich für unberechtigt hielt, würde ich ablehnen. Auf bestimmte Versprechungen könnte ich nicht ein- gehen. Meine Bestrebungen und meine Tätigkeit auf sozialem Gebiete seien ihnen bekanift und müssen ihnen genügen, sich ein Urteil zu bilden, ob Sie mich für einen gerecht denkenden Vertreter ihrer Interessen hielten oder nicht. Und ebenso denke ich auch über die künstlerische Leitung. Die Rechte der Ange st eilten dürfen keinesfalls so weit gehen, daß ste eine künstlerische Knebelung für den Theaterleiter bedeuten. DaS würde natürlich jede ersprießliche Arbeit unmöglich machen und auch nur dem Ganzen schaden. vie Verfassung öer Herlitter Staatstheater. Ueber die Verfassung der beiden Berliner StaatSthedter wurde, nachdem Erörterungen zwischen dem Ministerium deS Innern, dem Finanzministerium und dem Kultusministerium vorangegangen waren, in einer Beiprechung im Kultusministerium zwischen diesem und dem Personal Sonnabend eingehend beraten. Außer dem Personal nahmen die jetzigen und künftigen Direktoren der Staats- Streik entscheiden soll. DaS Ergebnis dieser Urabstimmung der Beamten des Berliner Bezirks wird vorauSsichil'w erst heute vor- miltag endgüllig festgestellt werden können, weil ein Teil der Beamten die Abstimmung erst in den Nachmittagstunden vornimmt. Bis jetzt hat fich die überwiegende Mehrzahl der Beamten dem Streike ferngehalten. Berhandlungen mit den Eisenbahnern im Reichswehr- Ministerium. Berlin, 23. Juni. Heute nachmittag fand im ReichSwehrmini- sterium eine Besprechung zwischen dem Reichswehrminister NoSke und Vertretern deS Deutschen Eisenbahnerverbandes, des Allae- meinen Eisenbahnerverbandes und des GewerkichaflSbundes deutscher Eisenbahnbeamter statt. Ter Reichswehrminister betonte, daß fein Streikerlaß fich nicht gegen das Koalitionsrecht der Eisenbahner richte. AtS altem Gewerkschaftler liege eS ,hm völlig fern, die gewerkschaftlichen Rechte der Eisenbahner anzutasten. Sein Erlaß richte sich ledig- lich gegen die wilden Streiks, die unter Umgehung und gegen den Willen der Organisationen in frivoler Weiie das Schicksal einer Millionen-Bevöikerung. aufs Spiel setzte. Dagegen müsse sich jede Regierung im Interesse deS Volksganzen schützen. Ter Reichswehrminister gab aber die bündige Zusicherung, daß. wen» bis Montag früh der Streik beendet oder eine beträchtliche Zu- nähme der Arbeit eingetreten sei, er den S tr e i k e r l a ß bis Montag mittag aufheben werde. Rürnserg, 28. Juni. Die Konferenz der Vorstände der g e- werkfchaftlichen Zentralverbände nahm gegen eins Stimme ein« Resolution zu dem Streikerlah des Reichswehr- Ministers an, in der die wilden Streiks verurteilt werden und E i n- spruchgegenden Erlaß erhoben wird, weil er das Streikrecht der Eisenbahner gefährde. Die Wiederaufnahme der Arbeit auf den Bahnhöfen. Auf dem Görlitzer Bahnhof wurde bereit? im Laufe de? gestrigen Sonnabends wieder gearbeitet. Jnfolgedeiien konnten im Laufe deS Nachmittags bereits eine ganze Anzahl von Zügen ab- gefertigt werden. Auch der Vorortverkehr wurde wieder auf- genommen, wenn auch die Züge noch mit großen Abständen ver- kehrten. Vor allen Dingen wurden die Eilgüterzüge, die zum großen Teil LebenSmittelsendnngen enthalten, auS- geladen. Wiederaufnahme der Arbeit in Görlitz. Görlitz, 28. Juni. In einer heute vormittag in der Stadthalle stattgehabten Versammlung der Eisenbahner wurde beschloffen, die Arbeit nachmittag um fünf Uhr wieder aufzunehmen und die Züge heute wieder verkehren zu lassen. Eine Zuschrift aus Eifenbahnerkreisen. Uns wird geschrieben: Im„Vorwärts" befindet sich im Nachsatz des Artikels„Streik und Wiederaufbau" die Behauptung, daß der ganze Zweck 0eS Streiks der Berliner Eisenbahner ein rein politischer se«, um die Negierunß zu stürzen. Die wirtschaftliche Fordecung sei nur ein Köder, die Mitglieder der S. P. D. wüßten nicht, worum es sich in Wirklichkeit bei diesem Streik Handel«. Ich gebe zu, und dieses trifft bei jedem Lohnkampf in fetziger Zeit zu, daß politische Hintermänner den Streck für ihre Ziele ausnützen wollen. In der jetzigen Bewegung der kommen diese Dank der Einsicht des großen Teiles der Streikcildcu u: ht auf ihre Rechnung. Die Eisenbahner sind der Ansicht, vaß der politische Kampf Sache der einzelnen Parteien ist. Diese Ausfasiunz-st auch in einer Resolution der Ortsgruppe Schlesischer Bahnlioj deS T. E. V., welche den gesamten Betrieb der Strecke von Friedrich straß« bis im Teil Stralau-RummelSburg, inkl. der BetriedSioerlmriltercr umfaßt, zu eigen gemacht worden. Gerade die betreffende OrtS- gruppe hielt daran fest auf den Ruf des Verbandes hin erst die Ar- beit niederzulegen, trotzdem infolge der Verschleppung i-er Verhandlungen die Spannung bei den Mitgliedern des D. E. V. und A. D. E. aufs Höchste gestiegen war. theater und die vom Personal bezeichneten Vertreter der Organisationen teil, das Kullusmiuisterium legre einen SatzungS- entwurf vor, der die Wünsche der Angestellten in weitgehendem Maße berücksichtigt, zugleich aber auch den in letzter Zeit bäiifig aus den Kreisen von Bühnenlettern usw. heraus geäußerten künsl- lerischen Forderungen und Erwägungen durchaus Rechnung trägt. Auch die Anregungen, die die anderen beteiligten Ministerien zum Ausdruck gebraut hatten, wurden ein- gehend beachtet. Aus dieser Basis gelangte man in der Sitzung zu einer vollständigen Einigung aller Beteiligten, io daß mit der baldigen Veröffentlichung des Beffasiungsstatuts gerechnet werden kann. DaS Verfassungswerk,' das nun seit Monaten die Welt der Bühnenkünstler beschäftigt und erregt, wird also nunmehr bald seine vorbildliche Wirkung entfalten können. Wer behalten uns vor, im einzelnen dazu Stellung zu nehmen, sobald es verössent« licht ist._ Notizen. — Theaterchronik. DaS bayerische VolkSstllck„Der H i a S" gastiert vom 1. Juli im Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater. Seine gesamten Reingewinne von über 1700(XX) M. werden zur Linderung der KriegSnot verwandt.— Die im LustspielhauS auf Dienstag angesetzte Erstaufführung des Lustspiels„S o e i n M ä d e l" mußte auf Donnerstag, 8. Juli, verschoben werden. — Der Berliner Tonkünstler-Verein, der seit 20 Jahren von Musikdirektor Adolf Göttmann geleitete älteste Tonkünstlerverein Deutschlands, begeht am Sl>. Juni, abends 7 Uhr, den Tag feines 7öj ährigen Bestehens mit einem festlichen Konzert im großen Saal der Hochschule für Musik, Fasonenstr. 1. Eine Festschrift berichtet über die Männer und Werke, die für die Lebensarbeit des Vereins bedeutsam gewesew sind. — Arbeiter-Kunst-AuSstellung. Infolge des außet- ordentlichen Interesses, das die Ausstellung der„Genossenschaft sozialistischer Künstler", in der Baugewerkschule, Kurfürstenstr. 141. gefunden hat, wird sie bis zum 12. Juli verlängert. Die AuS». stellung ist täglich, auch Sonntag, von 1» bis 6 Uhr geöffnet. —„Sturm". Ausstellung. Auf der JulianSstellunq deS Sturm, Potsdamer Str. 184a, stellt Kurt Schwitterij seine sogenannten Merzbilder(aus verschiedenartige» Stoffe»; komponierte Bilder) aus. — Eine neue Gemäldegalerie in Münche». Ant Sonntag wird in München die im bisherigen AusstellungSgebäude der Sezession neu eingerichtete Galerie für neuere Kunst eröffnet, — DieBrücke. Die sozialistischen Studenten- und Akademiker» gmppen Deutschlands und Deutsch österreichs geben unter diesem Titel jetzt ein moyatlich erscheinendes Mitteilungsblatt heraus. Die Redaktion ist in Cbarloitenburg, Grolmannstr. 27. Die erste Nummer berichtet über den im April in Jena abgehaltenen Kongreß der Gruppen. — Holzveredelung. In dem immer auSgezeichnetenl „Fachblatt für Holzarbeiter", das der Deutsche Holzarb efterver- band herausgibt, schildert(im Juniheft) Karl Schmidt(Heller»») das Verfahren, Holz auf dem lebenden Stamm durchzujärbe», Bemerkenswert ist, daß U. S P. D. und K P. D. dort in ver- schwindender Minderheit sind und mit ihren Anschauungen auf den schärfsten Widerstand stoßen Immer hielt man daran fest, die Der- Handlungen abzuwarten und den Weisungen der Organisation zu folgen, während schon andere Betriebe einig« Tage streikten. Die Aerantwortlichcn waren froh, so die Disziplin gewahrt zu sehen. Da kam am Donnerstag der Erlaß des Rsichswehrministers mit den Strafandrohungen, welche, soweit sie sich auf die Beschädigungen usw. erstreckten, zu unterschreiben sind, aber die in dem Telegramm des Präsidnten Wolff angedrohten Mahnahmen schlugen dem Faß den Boden aus, zumal die Acußerungen des Reichswehrministers llioste, jeder der streikt, wild an die Wand gestellt,(Wie uns mit- g-teilt wird, hat NoSte nie eine solche Aeußerung getan. D. R.) bekannt wurden. Tie Stimmung schlug ohne jede Einwirkung um und stürmisch verlangten die Schichten Arbeitsniederlegung. Der Orts- gruppenoorstand versuchte den alten Beschluß zur Geltung zu bringen und trotzdem auf denselben hingewiesen wurde, beschloß die Ber- samlung, an welcher beide Organisationen teilnahmen, in g e- h e i m e r Abstimmung den Streik, mit 27g gegen lg Stimmen. Die Haltung der Kollegen ist mustergiltig. Wäre die Haltung des Herrn Minister Oeser nicht so ablehnend gewesen, war auch dieser bedaucr- liche Lohnkampf nicht. Die Haltung des„Vorwärts" in der ganzen Sache ist so schwankend, daß wir alte Parteigenoflen irre werden. Ein dißchen mehr Druck von feiten der Partei hätte uns wohl auch vieles vorwärts und beiden hinweggeholfen und die Krise wäre überwunden. Sie werüen immer frecher! Wann wird endlich zugepackt? Es wird immer verwunderlicher, mit welch schamloser Offenheit die Gegenrevolution arbeitet, aufreizt und Aktiv- n?n vorbereitet. Ein Beispiel aus vielen, die uns täglich übersandt werden: die„Pommersche Tagespost"(Stettin) schreibt am 25. d. MK. unter der bezeichnenden Ueberschrift „Auf zur T a t!" u. a.: Tas Ungeheuerliche ist geschehen! Die derzeitige Regierung hat unier der fadenscheinigen Motivierung, daß durch einen Cewaltakt die Ehre des deutschen Volkes nicht berührt wer- den könne, die schmachvollsten Bedingungen des Erpresserfriedens angenommen. Der Kaiser und feine Getreuen, die unsere herrlichen Truppen von Sieg zu Sieg führten, bis eS einer fchand- und fluchbeladenen Berbrccherklique gelang, ihnen ver- räterisch in den Rücken zu fallen, sollen vor Gericht gestellt und abgeurteilt«erden. Niemals im Verlaufe der Geschichte wurde eine ähnliche auf niedrigsten Instinkten beruhende Schändlichkeit an einem Volke begangen. Brennender, sieden- der Haß muß in allen deutschen Herzen entfacht werden. Rache, unnachsichtige Rache wollen wir an unseren Unterdrückern nehmen. Von unseren I ü n gst g e b o r e n e n, die eben die ersten deutschen Laute stammeln, wollen wir an Stelle des vertrauten Vater und Mutter die Wo rte Vergeltung und Rache vernehmen. Nicht Worte können uns retten, sondern die Tat! Rastlos uiuß, vom heutigen Tage an, das Befreiungswerk in Angriff ge- nommen werden, Organisationen müssen sich bilden, die in emsiger Arbeit aufklärend in unserem Volke wirken. Ungeschminkt müssen die Verräter gezeichnet werden, die unser Volk in dieses Elend und in diese Schande führten. Wir kennen sie alle! Es sind die Führer der Sozialdemokratie, der Demokraten und des Zentrums. Gesunden können wir nur dann, wenn alle auf- stehen und einmütig jene verbrecherische Füh- r- r f ch a f t h i n�w e g f e g e n undMännertreudeut scher ArianihreStellebringen. ES genügt nicht, daß in oer Narionalversammlung einige schöne Reden gehalten werden, sin- dern wir«ollen Taten sehen!... und diese Erkenntnis kann nur darin bestehen, daß wir wieder eine Macht bilden, daß wir wie- der ein deutsches Schwert schmieden, so stark und u n b e s i e g b a r wie das a l t e. Im Osten unseres Vaterlandes haben sich bereits Hunderttausende deutscher Männer den Treueid geleistet, die deutsche Heimat gegen das polnische Verrätervolk zu verteidigen. Im Osten soll zuerst die Freiheitsfackel ent- zu ndet werden, und ihr Schein wird siegreich nach Westen dringen. Mchts von Verträgen, nichts von Ucbergabe. Auf zur retten- den Tat! Maßloser kann die Hetze zum Kriege noch' innen und außen nicht betrieben werden: Es wäre traurig bestellt, wenn acht Monate nach der siegreichen Revolution das elende Ge- schmeiß, das unsere setzige Loge verschuldet, wieder ungestraft das alle verbrecherische Spiel treiben dürfte. Wir fragen die Regierung, welche gründlichen Maßnohmen sie endlich gegen' dre Aufpeitscher der Gegenrevolution zu unternehmen ge- denkt? Die Klage öer Ehemaligen Vorwärts- Redakteure. Wie erinnerlich, führte di«. Frage der Bewilligung der Kriegs- kredne bereits ISIS zu schweren Differenzen in der sosial- demokratischen Partei und Presie. Als sich der Parteivorltand, weichen! damals u. a. Scheidemann, Ebert. Bauer und Müller ei,.',-hörten, und mit ihm das Zeniralorgan der Partei,„Cot- Werts', auf die Seite der Kreditbewilliger stelhen, kam es zum offenen Bruch rn der Redaktion. Die Redakrenxe Däuinig, �mdlhagen. Ströbel, John, Wilepp und Leid forderten die Leier ans. das Abonnement nicht mehr ,n bezahlen: infolgedessen sah sich b:e ottcnc Handelsgesellschaft„Vorwärts" veranlaßt, den vorge- nannten Redakteuren unter Bezug auf§ 626 B.G.B.(Vorliegen eines wichtigen GrundeS) im November Ilm zu kündigen. Die Redakteure machten geltend, daß nach A 26 der Satzungen ihre Eiiilanung nur vom Vorstand zusammen mit der Preßkommisfion bsitte ausgesprochen«erden dürfen. Sie klagten deshalb gegen die Offene HandelSgesellscdast„VorioärtS" und ibre Teilhaber, darunter den jetzigen ReichSpräfidenten Ebert, auf Zahlung ihres Gehaltes bis z:in!.lb.AprillSl7, an wclchemTage die Unabhängige Partei gegründet wurde. Das Landgericht Berlin wies die Klage ab, wogegen ihr das Hammergericht gegen die Handelsgesellschaft und den Teilhaber Friedrich Ebe-.t stattgab. Die Richter nahmen an, daß die Beklagte nschl das Recht habe, ihre Redakteure selbst anzustellen und zu ent- lassen, loiidern daß hierzu, nach§ 26 der Satzung, nur der Vor- stand getneinlam mit der Preßkommitsion berechtigt sei. Die Klln- digunq entbehre deshalb der Rechtskraft. Diese Entscheidung wurde hinsichtlich der HandelSgesell'chaft vom Reichsgericht bestätigt, bezüglich des Präsidenten Ebert wurde dagegen das Urteil de» Landgerichts wieder- hergestellt» d. h. die Klage abgewiesen, so daß also eine Has- wng der Teilhaber nicht mehr in Frage komml. »Eine Kundgebung des/z Uhr der Belagerungszustand verhängt. Breslau, 28. Juni.(TU.) Der«rrslauev Haupt- b a h n h o f wurde heute früh um 65� Uhr von Trrrppe» des De- tachemcnts Kühne beseht, und zwar nach kurzem Widerstande der streikenden Eiseubahnarbeiter. Staatskommissar Hörning hat für die VreSlauer Arbeiterschaft den Arbeits- zwang verfügt. Am Hauvtbahnhof kam es zu Kämpfen, l« denen es auch einige Verwundete gab. Weitere RcgierungS. truppen sind im Anmärsche auf Breslau. die verhungernüen Kinöer öes Erzgebirges. Folgender Aufruf geht uns zu: Aus dem deutschen Erzgebirge, daS die Tschechen annektiert haben, dringt ein furchtbarer Schrei. Tausende deutscher Kinder verhungern im Er-gebirgel Kinder mit rhachitischen Köpfen, krummen, verquollenen Beinen, mit gedunsenen Spitzbäucken der Hungerwafsersucht. Neutrale Reisende, die durchs Erzgebirge gefahren find, stellen fest, daß die meisten Kinder der Erzgebirgler nicht von Brot, sondern v o n K r ä ut er n� leben oder von halb oder ganz verfaulten Rüben und wurmigem Sauertraut. Es handelt sich um die Kinder arbeitsloser Perlmutterdrechsler, Spitzen- klöppler, Jnstrumentenmacher und Spielzeugverfertiger. Die meisten Kinder besitzen nicht ein einzige« Hemd, viele liegen tagsüber nackt im Stroh. Hautkrankheiten und Ungeziefer zehren an den geschwächten Kinderkörpern. ES sind d e u t s ch e K i n d e r, die in der tschecho-slowakischen Republik den furchtbarsten Hungertod sterben. Es sind Kinder von Menschen, die. wie jammervoll ihr Schicksal auch sei, zäh« an der Scholle hasten. Wer dieses entsetzliche Leid lindern will, sende seinen Beitrag an den österreichisch-deutschen Arbeitsausschuß, Postscheckkonto 101 48, Kommcrzienrat Böhm. Der österreichisch-deutsche Arbeitsausschuß: Geheimrat Professor H e r k n e r. Stefan Grotzmann, Hermann K i e n z l, Auguste H o u s ch u e r. Im StaatShauShaltsousschntz der Preußischen Landesversamm- luug wurde hurte bei Fortsetzung der Beratung deS Eisenbahn» etats zunächst die Erfurter Angelegenheit besprochen. Bom Ministerium wurde erklärt, das Mitbestimmungsrecht der Arbeiter und Beamten dürfe nicht das Bestimmungsrecht der gesetz- gebenden Körperschaften beschränken. Klagen über manche Bahn- ärzte erkannte daS Ministerium als berechtigt cm und wird die Frage prüfen, ob die Einführung emar. beschränkten freien Arztwahl möglich sei. Reumann lSoz.) erkannte die Haltung des Mtrusteriums im Erfurter Falle an, in dem die Entsendung von Militär falsch war. Die Frage der Sonntagsruhe im Güterverkehr müsse ernsthaft geprüft werden. Da? M i« n i st e r i u m erkannte die Bevechügung de? letzteren Bestrebens an, könne aber einstweilen nicht mehr tun. Die volle Sonntagsruhe würde 4000—6000 leere Wagen weniger am Montag bedeuten, die wir aber einstweilen wegen der Ko h l c n n o t. noch, nicht missen könnten. Schubert/ Kleine aparte Glocke aus weißer Kunstseide, OQ00 mit weichem Kopf.,. Kleiner Matelot aus weißer Kunstseide, mit A QOO verschieden, Gamifuren Z-S? Kleiner fescher aufgeschlagener Trotteur aus Plaingeilecht, mit � �75 schwarzem farbiger Tagalgarnitur Weihe Tagalhüte modem flache Formen... � 35 :45 Rosa Tagalpikot-Hüte aparte Formen..... Preiswerte Formen verschiedene Geflechte...... 00 :75 Weiße Matrosenhüte Serie I für Kinder Serie II Serie III ;75 875 Sportbluse aus naturfarbigem Leinen-Nessel............... 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Nach Beendigung der dreistündigen, groß- angelegten rhetorisch glänzenden Verteidigungsrede konnte man wieder mal mit Wilh. Busch sagen, einmal kommt es anders, zwei- tens wie man denkt! Drei Tage raste die See und�wollte ihr Opfer und nun wurde es ganz still. Mit größtem Staunen wurden Müllers Mitteilungen über. dos Verhalten des skommunistischen) SeemamtSbundes während der Waffenstillstandsverhandlungen aufgenommen. Müller, der im Auftrage der Regierung an den Verhandlungen in Spa, Trier und Brüssel teilgenommen, hatte die Forderung gestellt, daß die deutschen Seeleute auf den auszuliefern- den Handelsschiffe verbleiben sollen, wenn auch unter fremder Flagge, weil sonst die Gefahr bestehe, daß sich die Seeleute weigern, die Schifte überhaupt auszuliefern. Während nun Müller mit dieser Drohung die Entente voü ihrem zunächst ablehnenden Stand- Punkt abzubringen suchre, lief ein Funkspruch des Seemannsbundes ein, worin sich diese Organisation, als„allein zuständige" für die deutschen Seeleute, bereit erklärte, das Auslaufen der Schiffe zu gewährleisten, wenn die Entente die Reeder zwingen würde, mit dem SeemannSbnnd« über feine For- derungen in Verhandlungen einzutreten. Da die Entente den Funkspruch abgehört hatte, waren hierdurch alle woi« teren Verhandlungen in dieser Angelegenheit unmöglich ge- macht. Redner verteidigte sein« Kriegspolitik. Das deutsche 7g-Millionen-Volk mit feinem fährlichen Zuwachs von 800 000 Menschen hatte zu wählen zwischen Export von Menschen oder Waren. Um nun durch Warenexport sich einen Plcch an der Sonne deS Weltmarktes zu erringen, war Deutschland zu einem Wirtschaft- lichen Imperialismus und ist heute zu einer K o n t i- nentalpolitik gegen das Angelsachsentum gezwungen.(Wider- spruch.s Den Vorwurf der Vökkerverheßung weist Müller ganz ent- schieden zurück und betont, daß die Internationale vor und während des Krieges versagt habe, weil sie das nie gewesen, was die Deut- schen vermuteten. Auch den AnWurf, er habe 30000 M. VerbandS- gelder unterschlagen, weist er als Verleumdung zurück, gestützt auf interessantes Tatsachenmaterial. Zum Schluß stellt er sich noch als„Unternehmerföldling" vor, lvie er in einem Berliner Flugblatt betitelt wurde. Er trete mit Einverständnis de? VerbandSvor- standes in die Hamburger Seeberufsgenossenschaft als seemänni- scher Beirat ein, wodurch für die Seeleute ein« alte Forderung der Kontrolle und des Mitbestimmungsrechtes der Arbeitnehmer in den BerufSgenossenschasten erfüllt werde.(Beifall.) Vorsitzender Schumann bedauert in seinem Schlußwort, daß sich die Gewerkschaften in der Revolution haben ausschalten lassen. In der nunmehr vorgenommenen Abstimmung rinden die Berliner Anträge, die die Gewerkschaftspolltik während des Krieges verurteilen und auf Amtsenthebung oder NichtWiederwahl bestimmter Vocstaudsmiiglieder abzielen, unter den Tisch. Das Verbandsorgan wird in Zukunfr wieder alle acht Tage erscheinen. Das Verhalten des früheren BerbändSangeftellten S ch ü n i n g, der eine Sonderorganisation der Binnenschiffer gegründet hat, wird aufs schärfste verurteilt und betont, daß diese Organisation als Interessenvertretung der Binnenschiffec nicht gelten kann. Hierauf wird das Referat des Redakteurs Lindow über die Aufgaben der Gewerkschaften nach dem Kriege entgegen- genommen, an das sich so l ort der Vortrag Benders über So- zialisjerung im Handels-, Transport- und Ver- kehrsgewerbe anschloß, der in folgenden Sätzen gipfelt: Die Generalversammlung erblickt in der G e m e i n w i r t- schaft die höhere Form der volkswirtschaftlichen Organisation und fordert daher Regierung und Gesetzgebung auf, durch Gesetz die Uebersührung des privaten Handels, der privaten Verkehrs- und Transportbetriebc in den Besitz des Staates und der Gemeinden einzuleiten. Für die Berufszweige des Handels-, Transport- und Verkehrs- gewerbes, deren sofortige Sozialisierung nicht durchführbar ist, sind W i r t schaftsräte zu bilden, die die Ausgabe haben, die Sozia- lisierung vorzubepeiten. Soziales. Abänderung der Pfändbarkeitsgrenze. Die im.Vorwärts" vom 17. Juni angekündigte Erhöhung der Pfändbarkeitsgrenze ist nunmehr in Kraft getreten.' Nach der neuer- lichen Verordnung des Reichsministeriums ist jedes Einkommen bis zu 2000 M. jährlich wegen privatrechtlicher Ansprüche der Beschlag- nahm- nicht unterlegen. Nebersteigt das Einkommen deS Schuldners 2000 M., so bleibt von der Beschlagnahme noch Vs des Mehrbetrages von der Beschlagnahme frei, jedoch nur bis zum Höchst- betrage von 3000 M. Hat der Schuldner dem Ehegatten, auch ge- schiedenen, Kindern, auch unehelichen oder Verwandten Unterhalt zu gewähren, so bleibt ein Einkommen bis zu 2500 M. jährlich frei. Von tem Mehrverdienst sind ferner auch hier Vs des 2500 M übersteigenden Betrages nicht beschlagnahmefähig, ebenso für jede Person, der der Sckiüdner Unterhalt zu gewähren hat, ein weiteres Zehntel, höchstens jedoch Via des Mehrbetrages bis zum Höchstbetrag von 4500 M. Der ß 850 Absatz 4 der C. P O. gestattet die sogenannte Kahl- Pfändung wegen der Unterbaltsbetröge der Verwandten und Ehe- gatten, mit einer gewissen Einschränkung auch wegen der Unterhalts- ansprüche unehelicher Kinder. Diese Bestimmung ist für Schuldner, die Kriegsteilnehmer sind oder waren, für Unterhalisansprüche au? der Zeit der Kriegsteil- nehmerschaft, entsprechend den obigen Bestimmungen eingeschränkt Die obige Verordnung tritt mit dem 1. Juli 1919 in Kraft und soll spätestens am 31. Dezember 1920 außer Kraft gesetzt werden. Wir erwarten, daß bis dahin eine allgemeine, den Jnter- essen der Arbeiter und Angestellten entgegenkommende Aenderung der das sogenannte Existenzminimum behandelnden gesetzlichen Vor« schriften eingetreten sein wird. Sericktszeitung. Eni Eichhorn-Gardist. Der Kellner D. S e l b i g e r hatte sich im Januar eine Matrosen« uniform verschafft und gerierte sich nun überall als„Kommunist und Matrose". Er begab sich auf das Polizeipräsidium zu Eich- Horn und wurde mit der Führerschaft einer Gruppe von 34 Mann betraut. Das Postenstehen wurde ihm langweilig und so versuchte er es als Lockspitzel.(Höre„Freiheit"! Red.) Nachts 12 Uhr gab gemäß verabredetem Plan sein Kamerad Lauer von der Gontardstraße aus 4 Schüsse ab und nun ging S. an der Spitze seiner 84 Mann auf den Bahnhof loS, besetzte die Eingänge, den Metderanm und den Warteraum und drang aus die Wache selbst ein. Die Wachmannschaft war ganz perplex und mußte sich dazu bequemen, die Waffen zu strecken. Die Eichhorn-Gardisten führten die Wachmannschaften im Triumph nach dem Polizeipräsidium, nahmen aber auch noch die Bettdecken und Pelze mit. Als der An- gellagte im Polizeipräsidium anlangte, war man mit diesem SpezialPutsch gar nicht einverstanden. In voller Wut warf er den„Nörglern" seinen Revolver vor die Füße und verließ das Präsidium. Er hat dann in der im Hotel Alexanderplatz einge- richteten neutralen Hilfsstelle für Verwundete Samariterdienste ge- leistet, bis er beim Passieren der Straße von einem Mitgliede der Wachmannschaft wiedererkannt wurde. Bei seiner Festnahme durch die Polizei und auch später vor dem Untersuchungsrichter hat sich der Angeklagte einen falschen Namen beigelegt, ausgerechnet einen adligen. Als Motiv für seine Stellungnahme gegen die Regierung gab der Angeklagte auf wiederholtes Befragen des Vor- sitzenden„wütenden Haß auf Preußen" und„Wut aus die Offiziere und Unteroffiziere" an, die ihn in den Gefangenenlagern arg drang- saliert hätten. Dem Wahlspruche der Geschworenen gemäß wurde der Angeklagte wegen Landfriedensbruchs usw. zu1Jahr7Mo- naten Zuchthaus, 3 Wochen Haft und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt._ Ein sonderbarer Freispruch. Der Gutsaufseher Fritz Sievert in Neuhof bei Nauen halte eine 20 jährige Schnitterin, die von ihm nichts mehr wissen wollte, erschoffen. Die Geschworenen folgten den Ausführungen des Ver- teidigers, daß der Angeklagte das Bewußtsein und die Herrschaft über sich selbst verloren hatte und sprachen ihn frei! Damen �Kleiüung ' wsiLen oder be- IX S öH druckt Schleierstoif en aus weicher Seide, USCH einfarbig od. gestreift T> 1 aus verschiedenartig. -Dllisen Waschstoffen....... B1 B1 T/" 1* Jj aus bedruckten IVleiaer Schleicrstofien..... Kleid U•• 1 aus einfarbigem oder XS».OCK.6 mischfarbig. Cheviot . 1 aus verschiedenartig. i- JLcXlltö- Stoffen.••»•••••••• Jackenkleider....... er au« weicher Seide 17.50 24.- 29.. 32- 42- 79.. 45- 56- 69.. 79- 135- 185.. 185- 250- 375.- 49- 65- 89.. 75- 118- 160- 98- 125- 198- Damen-Hüte 5|£L» 9.75 15— 28- Damen-Hute stmi.«. 32— 58— 75- Jvr�SMJJ&L, BERLIN C S�andauer Str. 16 Weißwaren Blusen- u. Jacken-Kragen 1.90 Unterziclipasse w.'äTtuii 4.T5 Jitot mit Stehkragen......... 5.75 Blusenkragen jab®®aii»o 9.00 Glttcrscklcier..... 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Theater de» Westens Allabendlich 7>/, Uhr Mla Werber und Hans Wasi- mann m Die Geisha. Theater 1. d. KöaiggrätzerStraße Täglich/, Uhr: Die Neuvermählten. Lotichens Geburtstag. v/a uhr: Pnunelhlätlehen. Komische Oper JA'?: Sehwarzwalflinäilel. Lustspiclhaae � Die spanische Fliege. Metropol-Theater. 7 uhr 20: Die Faschlngslee. Tkeaes Owerottenhans. 7Vt u.: Die Dame vcin Zirkus* Palast-Theater 7v, uhr: Talisman. Operette in 3Aktenv.Zorllg. Se.hUIer-Theat. Charl. 3 Uhr; Ein Volkslelnd. 7v» uhr Der Andere. Thalia-Theater 7>-.U.: Th. am Xollendorfplat« 3>/, Uhr: Der Juxbaron. ür. Freund, E. Lichtenstein in uhr Die Puppe. Theater d. Frledrlchstadl 8 Uhr; So eine Frechheit. Versicherung gegen Einbruch. Ein Polterabend. Wallner-Theater t'/j uhr.- Manörapola. Rose-Theater. 7-/, Uhr: Ehe-Crlnub. 7Vs Uhr Gartenbühne; Das sieht sich Jeder an. Vorher Konzert u. Spezialität. Walhalla-Theater. TV, Uhr: Die kleine Sklavin. Die Geisha und der Samurai TragMls einer Morphinistin. 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Malet Der gute Ruf von Hermann Sudermann. Residenz-Theater. Untergrundb. Klosterstraße. Ausgang Stralauer Straße. Täglich S Uhr. Zum 169. Male: Schauspiel von Sudermann. Regle: Alfred Rotter. kisen-Theater. 3 Uhr: Einmal. Auflührung; M lofte m Nicht. >/, Uhr; Letzter Sonntag: 71/; Die liMeue Same. Vom 5. Juli ab: wenn grauen Weben. Voigt-Theater Babsirahe 58. 7'/, Uhr: Frühlingslust. Dorher: Vuriet�-VoTstellun?. Eröffnung 8 Uhr, Anfang 5 Uhr. gerliner Drslsr 7/9 Kastanl mallee 7/9. iMrieNEralliovev K-rs»all. Anfang M/, Uhr. 2. Woche Die Varfifcrfen nach dem kouian von Hans H y« n Regie; Carl Froelich Mauptdar atuller: Qerlrud Wslcker Carl Auen Elsa Borna Platro Scholz Max Adalbert NoIIendortpUtz Die Geisha und der Samurai Die Tragödie einer Morphinisfin Hauptrcillän; Gertrud Welcher Ernst Deutsch Alezanderplatz Die Czardastdrstln nach der bekannten Ooereite in der Wiener Original- besetzung Welnberpng/ derilzplab Dämmerung des Todes Tragödie mit Pola Nesri Hasenheide Duell der QeUter Schauspiel der Seoul Asland Schoneberg. DieHlndernls-Ehe Lustspiel in 4 Akten mit Harry Waiden Woehentags 8, 8 Uhr benntsq* 4, 6, 8 Uhr SWeiM-SMei Am Frledrlcbshain 29/32. Heute Sonntag WM«WM mit der Operette Ueberau grotzen Teich. zzprverkauf v. 10 Uhr vorm. ab. C�nOI�V.THL/U'lZ« Letzte Aufführungen: ICinopuppe | Musik von Walter Bromme Ab 1. Juli, 8 Uhr; Familie Hannemann Schw. y.Schertz u. Reimann I Rechtzeitig Billetts besorgen. I Cliitcrbaltungs-Rcltauraiit Mien-Sei'lin Jägersfr. 63 a. Hugo Tust Richard Sandeck Eise Gareil Mario Costa Robert Nesemeno Janas Baseh Kapelle Gnstav Gottschaik Gute Küche— Gute Weine. Anfang 7 Uhr Eintritt frei. V Theater am Kottbuser Tor Ailabenalich 7 Vi Uhr: Elite-Sänger Äl? Stettiner Sänger Se del, Ruselli, Horst, Schubert usw. Humor. Spielplan Sommerpreise I Blüthgen- Konzert Komööieohaus An der Marschallbrücke. Gast'piel von tvlle SM ml Mm. Mo. Hm Montag, den so. �funi, 8 Uhr: Zum 25« Male: tllelolKWU. Sustpiel in 3 Akten und 1 Borspiel von Rudolf PreZber und Leo Wollher Stein. Wallner-Theater Wlili'ner-Theater-Ztrahe 3 1» Sommerdirektio«: Ernft Sdo tmun d Dienstag, den 1. Juli, abends 7l/} Ahr Erstaufführung Das Gesetz Sozialistische Tragödie Von Paul Bader, Mitglied ber Rationalversammiung. In den Hauptrollen: Sofa«rioah, mee Xotning, Sofe Steuer- roons, Eugen fllöptec, Sullas«. Herr. menn, Soll«verban». Jloal Saaftaanu, Stibecf ESflfchct. Hans SrftroelfacL Koo. _ Blng-actget. IBog S-chiefer._ ScL BilleUbeftelluug: flgft. 1X4.% Vorzugorart-n für Gewerkschafter im Sewerrfchaftshauo. Halbe Preise aus allen Plätzen.— Stadtbahn gannomigbriicke. Hochbahn. Rlosterfiraßk Die Welt, der grosse Jüujapler //iufitm/J&n' fftdchVttnen. CrroiHoAman. lat/m'g/Iufca. kommt am 1. Süll � zu einem letzten kurzen Gastspiel ine Meilt!:!! ViIIlelmüWÄie Theetn iHUliniiiniiiiniiiiitHiimiitiiniiiiiimtuiuiiimniiimwiniiiiiiitttititndültHiiuiininiHniiiiiiiiintiiitmiiiiiitinnm Dieses bayrische Volksstflck hat den Wechsel der Zeiten flberdauert. Das beweisen am besten die auch heute noch stets aasverkaultcnHauser und der stOrm Ische Beifall. Die«Brctlaner Zeitans* schreibt tm 17. Mri 1919: .... Nun vird man dem Verfasser, Heinrich Gllardoac» doppele dankbar sein, das« er seio Stück von Jeder chauvinlatlachen Ueoer- apannung und patrlotlseben Ueberbebung, voa Jeder törichten und gehMsleen Vrrklelncrunji des Feindes frtlgebaltea und es dsdurch such Hir den Zuschsuer des J.ihres der Sehmach 1919 aonehmbar gemacht nat. Ob es wohl ein Stück dieser Art im ie.ndliehen Auslande geben mag, das dem Deutachen mit ao viel Unvoreingenommenbeii begegnet. wie es hier unserm schonungaloaen Feinde gegenüber geschieht? (Equitablp) Friedrichstraße 59/60, Ecke Leipziger Straße Serenissimus Hyronimus I¥L mit seinem[87/15 Boimarsetiail Mennann die Höchstleistung unterhaltender Komik, und die übrigen Attraktionen. Billard-Wettspiele Rosendlelc SO Billard. eher arten. Zo# Heute GroBes MM-Wpelfmerf. !?..'• 1 Wi. Kinder die Hüllte. AQUARIUM. MWimrei SWelm« Hnuptftr. ILSi/ISS. 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Winter(Wien) gegen Stoll(Bremen) Alle Kämpfe bis zur Entscheidung. Nach Beendigung der Ringk. prokla- tnierung d. Sieger u. Preisverteilung. Erhöhte Preise, ch Potsdamer Str. 18 Maria Carmi Im Drama Das Wunder der Madonna. Turmstr. 12 Cagliostros Totenhand. Alexanderplatz-Passage. FtlrstenHeb©. Friedenau, Rheinstr. 14 LIU. Schauapiel In 4 Akten. „Zum fatzenhoier" (früher; Berliner Bockbraneret) Berlin SW, Fidicinstraße 2-3. Jeden Donnerstag und Sonntag: Konzert, Vorstellung und Tanz Säle für 3000 Personen sind zu vergeben Reinhold Beoedlx. Carlshof a. Span daner Schiff. Kanal n. Bahnhof Beusselstr. Jeden Sanntag Gr.lonzert In allen 3 Sälen Tann. Vergn.-Park. Marion.-Th. 40 Ruderboote. W.Wlemer. �Äm Tor des Todes Tragödie In 4 Aklen mil Harry Waiden Wodtentegs.. 6, 8 Uhr Sonntags..«4, S. 8 Uhr Vereinen, IIS« ».fÄSs? mmm\ OaÄtanltge. J�J S£; »vs*-. Außerdem; 19. 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Sonnabendmitiag tagten im Verwaltungsgebäude der Grohen Berliner Straßenbahn die Arbeiterausschüsse der Groh-Berliner Strahenbahnen und der Hochbahn unter dem Vorsitz des Ober- bürgermeisterS Werinuth. Nach Bortrag der Forderungen betonte der Oberbürgermeister, daß nach den Bestimmungen der Regierung die Lebensmitielpreise schon von der nächsten Woche an erheblich gesenkt ioerden, fo dah die Lebensführung der Bevölkerung sich fortan sehr viel billiger gestalten werde, und daß au« diesem Grunde die vorgetragenen Wünsche wohl zu weit gingen, jedoch würden sie in ernsthafte Erwägung gezogen werden. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Sonnabendnacht findet die Versammlung der Slraßenbahner im Hof des Gewerkschaftshauses statt, der Sonntag die Urabstimmung durch Zettel in den einzelnen Dienststelleii folgt. Davon werden die weiteren Schritte der Straßenbahner abhängen. Jugendweihe Oktober ISIS. Der Verein Arbeiterjugend Groß-Berlin beabsichtigt, wie in den früheren Jahren, im Oktober Jugendweihen zu veranstalten. Die Jugendweih« tritt a» die Stelle der kirchlichen Konfirmatian. All denen, die ihre Kinder nicht mehr am Religionsunterricht teil- Vom 1. Juli an erscheint im Feuilleton des „Vorwärts" üer neue große Nomon „Celeuchtuitg" Henri Barbusse bewährt darin seine unvergleichliche Kraft als Tarsteller des Alltags- lebens, läßt noch einmal die Tragik des Krieges in epischer Größe aufsteigen und erhebt sich zum Schluß zu einem inbrünftsgen Sekenntnis zum Sozialismus* völkerfrteöen. nehmen lasten, die selbst aus der Kirche ausgeschieden sind oder sich von ihr losgesagt haben, soll die Jugendweihe eine Feier für ihren Eintritt ins Leden sein. Irgend ein gesetzlicher Zwang zur Konfirniation besteht nicht. Da wir beabsichtigen, nieh« rere Jugendweihen in den einzelnen Stadtteilen und Nor- orien— Lichtenberg, Neukölln, westliche Vororte usw.— zu veranstalten, bitten wir, die Anmeldungen schon jetzt vorzunehnien. Anmeldungen find zu richten an Joseph, Wilhelmshnvener Str. 48; Walter Rüdiger, Lychener Str. 127(2—8); Viktor Haß, Treptow, Harzer Str. l l?; Herbert Wöllstein, NX) 43, Lietzinannstr. 5; Hans Heckmann. Großgörschenstr. 32; Georg Täubert, O 1l2, Schani- webelstr. 52. Schriftliche Anmeldungen sind an das Jugend- sekrelariat, W 9, Bellevuestr. 7, zu richten. Verein Arbeiterjugend Groß-Berlin. �rbelterräte von Sroß-öerlin. Montag, den 30. Juni, vorm. 11 Uhr, in den Germaiiiasälen, Chausseestratze Vollversammlung aller Arbeiterräte, der kommunalen Arbeiterrciie und der Delegierten der Soldatenräte von Groß-Berlin. Tagesordnung:„Die letzten Vorkommnisse." In Verbinderung der Vorsitzenden die Mitglieder deS Voll- zugSrateS: Franz Büchel, Fritz Kuno, Stolt, Richard Lange. * Arbeiterriitc, kommunale Arbeitcrräte und Delegierte der Sokdatcnräte S. P. D., Montag, den 30. Juni, vormittags 9 Uhr, in den Gcrmaniasälcu(kleiner Saal) Jraktioussitzung. Tagesordnung: Stellungnahme zur Vollversammlung. Der Fraktionsvorstand: P. Haase. Arbeiterräte, kommunale Arbeiterräte und Delegierte der Soldatenräte der S. P. D. Die zu Montag vormittag 9 Uhr in de» Germaniasälc» an- gezeigte Fraitionsfitzung ist zu Montag nachmittag 4 Uhr nach dem Herrenhaus, Leipziger Straße, verlegt. Der FraktionSvorfiand. statt. Heute findet die juristische Sprechstunde von 3 bis 5 Uhr Ter Raubmord in der Kochstraste. Als einer der Mörder des 76 Jahre alten Privatiers Gudohr aus der Kochsiraße 46 wurde Sonnabend nachmittag der 25 Jahre alte frühere M a t r o f e n- Artillerist Gersten aus Essen am Bahnhof Friedrichstraße festgenommen. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei ergaben, daß bei dem Raubmord drei Personen beteiligt waren: zwei Männer, Gersten, der in den Kreisen Gu- dohrs der Holländer hieß, und der 19 Jahre alte Soldat Willi Moll mit dem Spitznamen der Württemberger, und Gerstens Gc- liebte, Elfriede Simon. Ein Brief nun, den Moll gebracht hatte, blieb in der Wohnung des Ermordeten liegen. Er war an die Geliebte des Moll gerichtet, die sich zurzeit in dem Asyl in der Fröbelstrahe befindet. So kam die Kriminalpolizei den Per- blechern auf die Spur. Sie nahm zuerst die Simon fest. Gestern nachmittag gelang es ihr dann, den Aufenthaltsort Gcrstcns am Bahnhof Friedrichstraße zu ermitteln und ihn ebenfalls dingfest zu machen. Der Perhafiete legte ein umfassendes Geständnis ab. Moll ist noch nicht ermittelt. Er ist mittelgroß, dunkelblond und bartlos und spricht schwäbische Mundart. Nachträglich sind aber noch andere in der Wohnnng gewesen und haben Kleidungsstücke und Bettzeug des Ermordeten gestohlen. Pogromgeist spricht allabendlich aus den(ungehinderten) Straßenrednern auf dem Potsdamer Platz. Er ist auch sonstwo zu finden. Ein Kriegsteilnehmer, der nach unzähligen Schreiben weder eine Antwort bekam, noch seine Papiere erhalten hat, richtete an das Ersatzbil. Jnf.-Reg. 87 folgendes Schreiben: „Wann erhalte ich die von mir einbehaltenen Papiere? Durch Ihre VrrzögerungSpolitik erreichen Sie nicht, daß ich auf ' meine Ansprüche verzichte, die bleiben bestehen. Hochachtungsvoll..." Darauf erhielt er folgendes Schreiben: „Ihre Zeilen gelangten beute in den Besitz und wird Jhncn erwidert, daß bereits eine Zahlungsanweisung am 23. Mai 1919 den, Bez.-Kom. Berlin III übersandt wurde. Ferner wird ersucht, mit solchen uiiftrgeu beleidigenden Schreiben das Regiment nicht mehr zu belästigen. Sie haben doch sicher auch bei den Preußen Abwarten gelernt. Man ist ja leider gewohnt, von Ihre» Glaubens- genoffen(der Mann ist Jude. D. Red.) solche Schreiben zu er- hallen. Machen Sie also Ihre weiteren Ansprüche beim Bezirks- kommando geltend." Die feige Schreiberseele beim Truppenteil hat dieses Schreiben anonvm abgesandt. Trotzdem verlangen wir, daß das Kriegs- Ministerium sich um die Angelegenheit kümmert und die Bestrafung des Herrn herbeiführt. Zu den Plünderungen in Schöneberg wird uns geschrieben, daß ein gut angezogener„Herr" nach der Plünderung einiger Bäckerläden die Parole ausgegeben habe:„Nun hinüber zu Grün- bergl", die auch sogleich befolgt wurde. Nebereilte Schießerei von Truppen hat auch bei den Plünde- rungcn im Norden wieder Unbeteiligte selbst in ihren Wohnungen getroffen. Erst heißt es„Straße frei!" und dann sind auch die Leute nicht sicher, die in ihrer Wohnung sich aufhalten. Auf die gar nicht weiter untersuchte Behauptung hin, es sei aus dem Hause Badstr. 25 geschossen worden, nahmen die Truppen— wir wissen nicht, ob Reichs« oder Einwohnerwehr— einfach die Fenster unter Feuer. Dabei wurde eine junge Frau, die ihrer krank im Bett liegenden Mutter half, in den Oberarm getroffen und mußte sofort ins KrmikenhauS geschafft werden. So sehr wir die Notwendigkeit energischen Vorgehens gegen Verbrecher anerkennen, so entschieden fordern wir Sicherheit grgen derartige» gefährlichen Unfug. Zukunstslanü. Von Erich Bockemühl. Vorstadtstraßen. Menschen hin und her. Wagen, Radfahrer. Auf dem Tkottoir der hohen Straße gehe ich, links am Eisen- geländer vorbei. Darunter ist eine sehr hohe, grasbewachsene Böschung. Unten nämlich ist eine parallele Straße, die aber schon gleich rechts abbiegt und in einem langen Tunnel untw der oberen Straße und den Bahngleisen, die neben mir rechts herlaufen, weiterführt. Eine schmale Treppe perbindet am Ein- gang des Tunnels beide Straßen miteinander. Da beginnen hinter einem blaßbestaubtcn kleinen Park die Häuser. Hohe kahle graue Wände, wie mit Ueberlegung so gcsct>iffen zur Platzmietc für Plakate. Verblaßte ehemals grün gewesene Fen- stcrrahiuen. Ein paar schniutzige Kinder mit zerrissenen Jacken, durch die ein rot gestreiftes Hemd sichtbar ist, werfen sich mit Steinen. Ein Kellner mit einem verlebten Gesicht, über dem ein kahler Scheitel zwischen feucht zur Seite gestrichenen Haaren ist, geht nach gegenüber, um sich mit dem Zigarrenvcrkäufer zu unterhalten. Mädchen gehen vorbei. Verkäuferinnen vielleicht, in dünnen, bunt gestreiften Röcken und Blusen, die nicht auf Dauerhaftigkeit hin, sondern billig und für grelle Wirkungen gerauft zu sein scheinen. Aus ihren eifrigen Gesprächen höre ich„entzückend",„reizend"... und kann mir denken, daß es sich auf Unterröcke, Liebhaber, Hüte, verlebte Stunde gleicherweise beziehen kann und auch vielleicht gleicherart in der Stärke der Empfindung. An Läden gehe ich vorbei, Schaufensterausstellun- gen mit greulichen Reklamebildcrn, und ich habe Zeit, stehen zu bleiben und in die Wirtschast hineinzusehen, wo am Buffett eine dicke Frau mit schmutziger weißer, wie aufgeblasener Bluse steht und tläge- niit einem Lappen über die feuchten Messing- und Nickelplattcn wischt, ab und zu unter ihren getürmten Haaren her auf die Straße sehend'. Ein paar graue Steinstufen hinauf, über einen abgetretenen Fußboden geht man in die Kneipe hinein. Zigarrenstummel liegen noch untir den Tischen, das schmutzig goldene Mundstück einer Zigarette vörn an der Treppe; aus den schmutzigen Tischdecken liegt Zigarrenasche, denn die weißen Behälter sind mit Asche, roten und halbabge- brannten weihen Streichhölzern, mit Papier und dergleichen übervoll. Ich i?enke, wie hier das Löben geht, kalt, schaurig, öde und dunkel,.immer wie im matten Laternenschein einer schwar- zcn Nacht, daß es hier nie wirklich Tag sein kann. Und es schaudert mich. Ein kalter Wind kommt aus der Seitenstraße rechts. Ich wende mich um und denke, daß es hier auch einmal anders gewesen sein muß. Auch in Regentagen wie heute kann es nicht so schaurig verlassen einsam gewesen sein. Das Leben ist hier ohne Beziehung zu irgendwelchen Entwicklungen. Es friert blaß wie ein noch junger sterbender Mann. Der graue Qualm ist keine Lust zum Wachsen, ist ein ungesunder krank- haster Atem. Ehemals ivar unten in der tiefen Straße-in Tal, und neben dem kleinen Bach, in dem die Kiesel leuchteten(weiße und glänzend schwarze), in dem die Bachstelzen hüpften, war ein Weg, holprig und krumm wie der Lauf des Bächleins; da wür- den nun die dichten Schlehen blühen und der Abhang würde bunt sein von blauer Salbei, rotem Klee, weißen Margareten, gelbem Hahnenfuß zwischen dem blonden duftenden Gras, und oben, wo ich selbst gehe, waren Felder. Da wogte der Roggen mit sonnegoldenem Rauschen um roten Mohn und blaue Korn- blumen. Und vor den schmutzig-roten Häusern standen damals hohe Bäiune, Nüsse, Linden. Kastanien. Und die Fensterläden waren griin, und der plattgctretcne Lehmplatz vor den Häusern war früher ein Vorgärtchen, aus dem die Rajen über den Zaun | hingen, und vielleicht ging jetzt das Mädchen zwischenher, denn : es ist fast Mittag, und'das Essen wartet nur, daß die Familie nach der Arbeit sich versammele. Ich schwärme nicht. Tie Vergangenheit war einmal. Das weiß ich. Und jede Zeit hat und tut und erfüllt das Ihre. Und lebt aus sich selber. Ich komme nämlich eben vom Bahnhof, dem großen Tummelplatz der großen Industrie. Das Donnern, Sausen, Pfeifen, Fauchen, Lärmen, Zischen in Qualm und Tanipf ist das Leben. Da kann weder Ruhe sein noch Besinnen. Und die großen Hallen sind gewachsen aus dem Grimd vc? Erd-nfelsen. Aber dies hier an den Straßen ist der G�easatz. Hier ist des Verlorensein ohne alle Schönheit und ohne Träume. Hier ist die N.st und das Abwendige. In Tteinstraßen und Kellerzemmten ist die Verlassenheit eingepreßt, daß sie nicht mehr weinen kann, weil sie sich selbst vergessen hat. Die Fabri- ken gehen aus. Tic Männer geben träge zum Essen. Auf daß die Körper satt werden. Befriedist. Ob sie nach Hause gehen, weiß ich nicht. Ob sie sich des Essens treuen— es scheint nicht so. Mädchen zwischenher in blauen Arbeitshosen und Jacken, gehen straffer wie die Männer. Die Formen ihrer Körper sind herausgepreßt— aber in ihren Augen liegt die Schwermut eines Schicksals, denn in einsamen Nächten schreien tief aus der«eele die Keime ihres verlassenen Leibes:„Mutter". Tau- sendfach mit Weinen und Kreischen:„Mutter". Die heiße Not, die keine Erhörung findet. Gewaltige Bauwerke der Fabrikanlagen überragen hinter den Häusern die Stadt. Mächtige schwarze Kcsselsäulen mit Kuppeltürnicn nebeneinander, mit Brücken und Leitern wie ohne Ordnung verbunden. Gelber Onalm aus Schornsteinen, schwer lagernd, weißer und grauer, schwarzer aus den vielen hohen Schloten, mit den Wolken gejagt vom Wind, glühende Augen aus den wie Kästen aneinandergereihten rötlichen Koks- anlagen. Das ist alles gewachsen wie der Bahnhof auf felsigem Grund. Tatgewordcne Menschenkrast und Klugheit. Erfüllter Männerwille. Treibendes, reiches, heiliges Leben und Werden. Der Keime all, die in Mensch- und Weltengründen liegen von Anbeginn. Aber dies alles ist der Gegensatz. Die kleinen Gärten ohne Blumen, mit schmutzigem Kohl, Spalierlatten als Bohnenstan- gen, die umwehen, wenn die Bohnen hoch geklettert sind, oder durchbrechen. Einmal waren dort gepflegte Hecken, die bauschig grün wurden im Frühling, �in paar wilde Tornsträucher und viel Brennesseln sind übriggeblieben-- und die Gärten sind voll von Läusen und Ungeziefer, denn sie werden gedüngt mit Schlamm und Straßcnkot. Einmal war hier ein fruchtbares Land. Da gingen Mütter zwischen den blühenden Rosenhecken. Da, wo jetzt die Biirgersteige das Leben bannen, vor den schmutzigen. spinnivebverhangcncn Fenstern der schwarzen Keller gingen Männer nach der russigen Arbeit und pflanzten Blumen an den kleinen Wegen her in den Garten, abends, wenn die Drossel sang und wenn durch das offene Fenster her die Kuckucksuhr achtmal rief. Und Mädchen führten Kinder an den Händen in die Wiese an die Hänge, wo die Blumen waren. Mädchen, die mit Seligkeit der tiefen Keime leises Rufen hörten. Einst gingen Bräute und Geliebte diese Wege. Und in den Mondscheinstunde» saßen Nachbarn aus der Bank und plauderten. O, was ich sehnte, daß ein Grollen und ein Donnern durch die tiefen, schwarzen Gänge dieser Vorstadtstraßm ginge, daß cm Flanimen schlüge aus den Untergründen, daß im ungeheuren Branh die Häuser, Steine ganz zergehen mögen. und daß dann, wenn die Erde rein geatmet hat die hundert Jahre in reirer Luft, ein neues Leben werde: daß die Keime wachsen, alle Keime dieses einen großen, neue» heiligen Lebens— Wachstums! Daun würden die Häuser hinter stillen, grünen Garten stehen. Männer würden Feierabends nach der rußgeschwärzten Arbeit zwischen Beeten gehen. Reife Frauen würden sein mit schwerem Schreiten. Jungfrauen, die voll Sehnen sind in süßen Träumen, die sie nicht verstehen.— Und hinter Gärten ivürdc Landmanns Pflug des Morgens Furchen ziehen, wenn in den hohen Linden und Kasianicn die Vögel flöten— und über Hauser ragen Kesscltürme der Fabriken, die die Menschen schufen in der Arbeit, da die Menschen ihre Arbeil wn. ihre Arbeit heiliger Männerkraft. Und ob sie an der Glut der roten Essen stehen, ober ob Frauen ihrer warten bei der Heimkehr an den Toren ihrer Liebe, und ob die Kinder ihre Abendstunden segnen ini Haus.■ das ihre Freude grünumrankt. Allüberall ist Heimat, stille schöne Kraft der Keime, die frei am hellen Tage in die Sonne blühen, der Keime heiliger Muttererde, heiliger Menschen- kraft, die sich immer aus sich selbst erfüllen können. ~ 500 000 M. für Jugendfürsorge Hak ist Magistrat SSe'rih'rf bewilligt. Es sollen u. a. 4 neue Aemter geschaffen und die beiden Tepuiationc» � für das Jugendamt und die Waisenpflege mitein- ander verschmolzen werden. Das Ziel umsaßt u. a. die Säuglings- fürsorge, Waisenpflege, die Bormundschaft, Mütterheime, Krippen, Kinderhorte, Schulspeisung, Schulzahnpflege, die Versorgung kränk- licher Kinder, Landaufenthalt, Ferienkolonien,'das Jugendwandcrn, die Schulentlassenenpflege, Berufsberatung, Lehr- und Dienst- stellenvermittlung, Jugendberberge, Lehrlingsheime. Jugend- bildnng usw. Ferner Jugendlesehallen, Bekämpfung der Schund» literatur, Handscrtigkeitsunterricht, gartendauliche Betätigung, Sport, Turne»-, Spielen, Rudern, Schwimmen, Baden, Beratung und vorbeugende Fürsorge für sittlich gefährdete, schwer erziehbare, schwachsinnige, psychopatiscke, verkrüppelte, ul'dachlose und wandernde Jugendliche, Mädchenschutzhäuser, Fürsorgeerziehung, Jngendgerichlshvfe und dergleichen. Wie geschobeu wird. Eine empörte Arbeiterfrau berichtet uns. daß Freitag gegen Abend Nordkapitr. 4 drei Fässer Butter oder Fett von der Firma Reichert& C. Eoblenz, Lehrter Str. 40, abgeladen und kurz datanf von dem Geschäftsinhaber in der Richtung Schon- hauser Bahnhos abgefahren wnrde. Da er sich verfolgt sah, hieb er wie toll auf da? Pferd und auck auf Kinder ei», we nicht schnell genug der Schiebertuhre aus dem Wege sprangen. Als man sich an vre Polizei SSönfließer Straße wandte, würde dort gerade ein anderer Schieber vernommen', der hatte 47 Brote, die er zitm Preise von 6 M. verkaufen wollte, und 2'f. 2 Zentner amerikanisches Fett. Das Volk aber hungert!— Während nun der Schleichhandel einen Umfang annimmt, dem gegenüber die ganze Rationswirtschast zwergenhast erscheint und die Hinlenrumwaren alles überschwemmen. die Preise auch immerbin ichon sinken, droht den Mittelstnndstüchr» die Tchliejjmig wegen Rohstoffmangel. Das wäre doch die Höhe! Nimmermehr darf das geschehenl KriegSbeschädtgteu.Vertrauensleute deS SiemenskonzernS. Veriammiung Montag 4'/, Uhr, VoltShaus. Charlottenburg, Rostnenstraße. Tagesordnung: Das Ergebnis der Verhandlungen wegen der Fürsorge. stiftung. ReichSbund der Krieasbe schädigten, Kriegsteilnehmer und Krirgerhinterbliebenen. B e z i r t NW(M 0 a b i t). Am 1. Jnli 7'/. Uhr im Allmärkischen tzos. Emdener Straße 51, Vezirksversammlung der Geschädigten.— Am 3. Juli daselbst Bezirksverjammlmig der Sektion Hinterbliebene. Erscheinen Pflicht. Olympiadahn. Die Radrennen grpßer und kleiner OIhmpiapreiS finden heute aus jeden Fall statt, auch dann, falls Totobetrieb nicht ausgeführt werden dach. Schöneberg. Mieterversammlung. In einer überfüllten Ver- sammlung in der Comeniusfchule empfahl Stadtv. Gen. Freier pen Ausbau der Organisation, die so stark werden rnüsse. daß die Straßen unb Hause« bon diesem organisatorischen Aetz überzogen sind und forderte die Bildung von Mieterraten mit behördlicher Befugnis. Er wandte sich gegen wilde Mieterstreiks, erklärte aber, daß ein solcher als letztes Mittel einer stark befestigten Organisation zu billigen und eventl. durchzukübren sei. Namentlich die An- gestellten, Arbeiter und Beamren forderte er zum Eintritr in die Organisation auf. Es wäre nur zu begrüßen, wenn durch deren Beitritt die Mieterbcwegung auch im Westen radikalisierl werde. Groh-Berliner Lebensmittel. Brotka rteu. Diese Wcche gelten nür Broikartcn mit dem Stichwort „Berlin und Nachbarorte", Gründruck. V-rli». Zucker>37), wenn Eintragung in Kundenlift« ordnungsmäßig erfolgt ist.— Bio Diene tag wird im 59., 53.. 64., 65., 6t., 67., 68., 69., 71., SO.. 81., 89., 178., 238., 240., bis Mittwoch im 57., 59., 60., 39., 6'!.. 64., 65., 76., 179., 195., 214., 298. und Bis Donnerstag im 56.. 58.. 66., 70. und ■293. Protkommissivnsbezlrk 125 p Käse vertelll.— An diejenigen Kinder, die xwüchcn 1. April 1906 und 1. April 1913 geboren sind, weitere 2 Dosen ameritanisiber Kondonsinilch. Bezugscheine bis 3. Juli von den Brolkom- niiisionen abzuholen, bis 5. Juli in den K!el»handrl°ge!chä!tcn vorzulegen. Ausgab« der Kondensmilch 12. bis 19. Juli gegen Abgabe der Bezugscheine. — Grieß an Stelle des teuren Auslandsileisches aus Fleischmarken der 26. Woche bis Mittwoch.— Pferdefleisch. Ab 1. Juli darf die Schlachtung von Pscrdcn nur noch auf dem städtische» Pjerdefchlachibosc durch Beaus- irngte dcsMagistrats ausgeführt werden, Berkaus von Pferdefleisch nur den vom Magistrat zugelassenen Lertämern gestaltet. Zugelassen werden nur eine bejchränlle Anzahl derjenigen Pferde schlächter, die bis jetzt im Besitze einer Ausweiskarte gewesen sind. Anträge auf Zulassung sind nicht zu siegen, da der Magistrot die Auswahl der i» Frage lommenden Vcrtäuser von sich aus trifft. Inhaber von Gast- und Schnnstvirtschaften, in denen Pserdcslcisch und Pirrdesicischwaren verabreicht werden, bedürsen neben der Genehmigung dcS Polizeiprälidenlcn auch der Genebmigung des Magistrats, Abteilung sür Pferdeflcischversorgung, Neue Friedrichstr. 1. Den Anträgen an den Magistrat ist die Genebmigim) des Polizeipräsidenten beizufügen. Ztegelung der Versorgung mit Pieidestcisch erfolgt in derselben Weise wie bei der Fleischverlorgung. nur daß hie Pjerdefleischkarten länger gelten. Die in einer Woche nicht auigerusenen Kunden müssen in den nächsten Wochen belicscrt werden.— Brotkarien. Diese Woche gelten nur Brotkarten mit dem Stichwort„Berlin und Nachbarart«": Gründruck. Mariendorf. Freihändig ständig billiges, gutes Salzgemüs« in beiden Gemeindeläden. Nur durch schnellen Perlaus kann einem Verderben der Nahrungsmittel vorgebeugt werden.— Freihändig ausländische Marmel ide, Psd. 3 M. in den Gemeindeläden.— Montag an Pserdehalter Pansennisch- sutter, Ztr. 34,— M.. je st, Ztr. Bezahlung vorm. Zimmer 90/91 des Rat- banses,'Ausgabe nachm. Futiermittellggsr, Khmnaüum, Eingang Rathaus« straßc. Säcke mitbringen. Auf Verlangen LeöenSmlttcikarte vorzulegen. Tchönebcrg. Bis 1. Juli Voranmeldung jür: 1 Pfd. amertt. Mehl (W 8), 600 g Nährmittel(40, 41 und 43) und 500 g Marmelade(26). Ausgabe ohne Voranmeldung: 260 g amcrik. Roggenmehl(36), st, Pstmd anicrit. Weizenmehl(V 7), 50 g Bratiett(U 7), 200 g Weizengrieß(37), 350 g Graupen(33 und 89). Werdende Müller aus Sonderkarte st, Psd. Speck und 2 Büchse» Kondensmilch, Kinder vom 7.— 13. Lebensjahre zwei Buchsen Kondensmilch. iju liiiumui Vvmmu!Jiici|ui llver ,jiEna)ionieroen(ZI), 0 Psdl Kartoffeln(27a, 27s), st, Psd. Zucker(68) bis 15. Juli. 250 Gramm Käje. 250 Gramm Kunsthonig(35), 200©ramm Grieß(37). 150 Gramm low s-uppen(34), 250 Gramm Auslandsmehl, 50 Gramm Bralsett(U 7). §ür Kinder st, Psd. Kataopulvcr(16 LIs. vi). Schokolade(l6 0 II). in Ei(54)., irische See- und Flußsikchc, Räucherwaren. Sauerkohl frei- händig. Eier sür Kranke Endo der Woche(97). Grsß-SZ?Zmer pexteinschrichten. k!?. Abteil. Montag: Sitzung der BeziriMuhrer und sämtlicher Ver- traucns.cute bei Tschnmmer, Rathcnowcr Str. 74. Abteilung, grauonabend, Montag.- abends 7st', Uhr, bei Steffens, Landsberger Allee 150. Gen w sin Wacheichcun spricht über die polivich« Lage. 2S, Abt. Mittwoch 70, Uhr NbtciluniSver>amm!mig kntb. Gemeinde» schule. Ode: berger Str. 57/59: Neuwnhi der gommUii Abicilungsleitung. Kür die F., E.. 7.. tj. Abteil. F r n u c n a b o n d Montag, llbcnds 7st, ubr. bei Schwachemvald, Kneisenaue. Ecke Bärwaldstraße. Post- und Telrgrapheiinerwaltiing. Sozialdeui akratische Partei Deutschlands S. V. D. Rüiwoch, abends 8 Uhr. Gemeinde. schule, Britzer Straße, nahe Kottbuscr Brücke, Pcrsammkniig)ür die Pe- amttunen der Pest- und Telegraphenverwalluug: 1.„Beamtinnen und Sozialismus", Resercntin: Stadtverordn. Frl. Riedger; 9. Freie Aus- spräche. Alles sei zur Stelle. Angehörige mitbringen! Der Werbeauslchuß. Sozialistische Ttudentrupartoi. Mittwoch spricht Genosse Zt röb el über Rätesystem. Freitag ivrichl Genossin Wallv Z- p l c r uvi 8 Ul.r im Auditorium 140 der Nnioersität in einem öffentlichen Vortrag über„Trieb- tröste des Sozialismus". Aeiilung, Schwerhörige. Nächste Veriammiung Mittwoch 7 Ubr, Taiibstummenlchnle. MarluSslr. 49, Ho' links 3 Treppen, nahe Hahnhos Jannowihbrücke. Vortrag: Das Erfurter Programm. Liclhörer ist aus- gestellt. Schwerhörige Partei-, Gewerkschastsgenoffen und ,VorwärtS"lescr, erscheint zablreich. Reinieteudors- Ost. Dienstag, abends 7'/, Ubr, Mitgliederversamm« lung bei Sodau. Residenzitr. 194. TagcSordmmg: Bericht vom Parloilag, VereinSaiigelcgenhcitcn. Verschiedenes,— Erscheinen ist Pflicht. Treptow. Frauenabend, Montag, abends?>/, Uhr, bei Ebert, Graehftr. 1. Bericht über den Frauentag in Weimar. Baumschuleuweg. Frauenabend, Montag, abends 7>/. Uhr, bei Erbe, Baumschulenstr. 14. Vortrag des Gen. Max Sassen. JugenüveranftaltunFen. Die angesagte Spiclpartie findet nicht statt. Das Jugendheim, LKidenftr. 3, ist von 3— st,10 Uhr geöffnet. Bunter Abend. 7 Uhr: SürtterauSsichten für daS mittlere Nvrddeutfchlond bis Man- tag mittag: Ein wenig wärmer, zunächst überwiegend trübe mit öfter wiederholten, im Norden, besonders an der Küste vielfach starken, im Süden schwächeren Regensällcn. Später zeitweise etwas aufilarcnd. Berlin C Breite Straße Rudolph Hertzog Berlin C BrüSersiraße Für die Gommer-Mife Nu Baöe-Hanöiüchsf* Bade- Anzüge* Baöe-Haubsn* Bade- Schuhe � sts; dj 0 weiße und farbige Oberhemden, weiche Kragen Herren-Ltnierwäsche Damen-Ltnierzeuge in verschiedenen Eommerqualitäten Strümpfe und Socken Rucksäcke für Damen, Aerren und Kinder HüNgeMSttSN aus S6?nüren und Stoffen Sporthemden für Herren und Knaben Ressesacke aus kräfilgen, wüss-rdichten Stoffen Haus- u« für Domen u. Serren Sportgürie�, Weskengürtel Waschsfäcke verschließbar, wasserdicht Einkaufstaschen WickslgamascheN/Gchilsielngümaschsn Schirme o» Gestrickte Damen-Zacken «>»!!? N?'-.VN in Kunstseide und Wolle mit Kunstseide gemischt. Spazierstöcke �reie Leitung JeWrist für sozilllißische Politik. erscheint t Sqlich»denä! b lihr al» SpStsdenüblött Sigenbeltst. 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Wahrlich, es ist!>trs grostte Glitci für einen Weuicheu, wen» er die Fühiateq desizt. den ylie» deherrjchen- den Ziiuher der Person inhiert zur Anwendung zu Knnzeii, Die- nicht nur iiir Männer, die rorwart» streben, sich Bahn brechen, z> tlhrc und Tu>rhen gelangen, türoNS erreiche» und Geld und chui erwerdrn Pollen, sondern auch iiir Mädchen und Kranen, den» jishub«» doch ehen- fallo ihre MW vcrgedcns nach den schone» Gütern des Lcdens abmühen und verzehren, könnten das oft unerreichbar scheinend« Ziel ihrer Wünichr wir im tühncn Flüge erreichen. maitit thuey das getirnunisvolic uderwainqende Machtmittel der uersonlulten Zaubers zur»ersitgtUtg ttrhe» wurde! Wollen Sic sich disses bezwingende Malluinittcl an- eiguen und damit eni�Kcuvrzti'grer»es GlnctaS werden i Flügen Sic dem prallijchey Wege eines Erfolgreichen' De- > stellen Sie heute»och das Buch„Die Mgcht der Persönlichkeit". 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Eür diese ist die MundpfleKO mit(Jitoiasorr i, � Kaliklora- ZahnpMla gerade,», ein I-ebsal, Bas klebrige Geiiüii und\nemünderSIr.38 Togostratze 4 TvanäBunlRrnfee 3 Willdenowstiaizc 4 X'O Böhowsv ahe 34 �nvniHtflvrtfec 4/5 Iribingct elr. 42 NaugarSer Str. 45 Wiiitstraire>9 Zcitcrstrahe 28 ctursürslenstrabe 17 ZllSevHrotte«: Rdlershof BitmarckDatze 31 Rlt-Älienieke Rudowcr"Straße 59. -Ecke CöpcuickcrJlr. l TrcZkoin-r'illce 101 Charlottenburg > ftredericiastraße 11 ' KmicriN-Augusta- !'Allee 55 - Pe'lalozziliraßc 55 / Potsdamer Straße 30 Wallltrcche 23 I Weimarer Straße 29 Erkner Friedrichitraße 54 «triedienau Mosctslraße 7 FrirdrichSfelde Caprivl-Allec 44 syriedrichshagen Drachholzslraßc 2 Erünau Cö Pen Icker Straße 8 Hermsdorf Schloßstraße t/2 Johannisthal Bismarckitraße 6 Karlsliorst Eöpeuick i Nieder- Berliner Straße 5 Schöneweide Borguiaunstrake 5> Berliner Straße 110 Müggel heirner Str.tS! P„nko,v Lichtenberg Berliner Straße 47 Barbagrncr S.r 24b! B/otlautstraßc 102 Bürgcrheimstr. 102 Reinickendors- Qst Holländer Str. 126 Finowstraße 2 «''ürtelstraße 40 ililttergiitilraße 22 Nikloriaplatz 2 Wismarplatz 5 Wühlifcktstraße 57 Ühllschs! Lichri rerfclde- Lankwitz Kaiscr-Wilh.-Str. 43 Martendorf Kaijerstraße 110 Hoppcstratze 16 Reinickciid.-Wrst Wachholderstraßc 32 Noseiithnl Lindenallee 7 Schönebrrg Zlpost.-Paulut-St. 40 Ebersstraße 26 Scdanslraße 82/83 Steglitz Albrechtslraße Ilo Südende Neukölln ! Bruno-Baucr-Str.ZL! i Eruier Straße 33„„ .verrsurlbitraße 6,6-, iS'cht°ric!dcr Str. 36 j Hertzbcrgftraße 22! Tegel Hobrechtilra,!- 26/27 Bahnhosslraßc 15 Mareichilraße 14/r6 Münchencr Str. 17 Steinmetzitraiie 107 Weierstrahe 28/29 Witdenbruchstr. 89/90 Nieder- Schönhausen Kaiicr-Wilh.-Str. 79 Lbcr- Tchöncweide Edlianitraße 50 i Mathildenstraße 5 chlieverstraße 16 Tcmpclhof Torsstraße 19/20 Friedr.-Wilh-Str. 15 Treptow Graetzstraße 55 Wciszcnsce LanghaiiZftraße 7 Lchdcrslraße 62 Wilmersdorf WilhelmSaue 25 J.BaerÄ E. 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