Ur. 331. 36. Jahrg. Bezugspreis: BierteljShrl. 9,— Ml., monatl.»,— Ml. frei ins Haus, voraus zahlbar. Post- bezug: Monatlich Z,— Ml. cjtL Zustellungsgebühr. Unter Kreuzbanb für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 6,25 Mk., für das übrige Ausland 10 25 Mr., bei täglich einmal. Zustellung S.2Z Mk. Postbestellungen nehmen an Däneiuark, Holland. Luxemburg, Cchmeden u. die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preisliste. Der„Vorwärts" mit der Sonntags- beilazs„Volk u. Zeit" erscheint wochen- täglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adresfe: „Sozialdeiookrat Berlin". Abend Ausgabe. � f> Derlinev VolKsblAtt. ( 15 Pfennig} Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Nonparetllezeil» kostet lÄI Ml.„Sletne Anzetgen", da» settgedruckte Wo« 50 Psg. Familien» Anzeigen, golitifche und gewe«schaftliche Vereins-Anzeigen 1.20 Ml. die geile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr jrüh bis S Uhr abend», Zcntralorgan der tbzialdemokratirchen partet Deutfchlands. Reöaktion und Expedition: SM. 6$, �mdenstr. Z. Aernsprecher- Amt Morittplatt, Nr.»»190— Dienstag, den 1. Juli 1S19. vorwärts-veclag G.m.b. H-, EW. b8, Lindenftr. 3, Fernsprecher: Amt Morittpla«, Nr. 11.7 33—51. Ungarn kapituliert. Budapest, Zst. Juni. Taö Ungarische Korrespondenz- llurcau meldet: Im sinne der Ententeuote haben wir den Ruckzug auf die aufgezwungene Grenze heute vor- mittag ö Uhr begonnen. Tas t?'nde der groften Geste. Prag, 1. Juli.(Meldung dcZ Hollandfch?!iruwsburcauS.) Tci Tschecho-Tiowaklsche Preffcburcuu urcldet ams Budapest: Ter Aruleeoberkommandant Böhm sandte an dem General Pelle einen Funkspruch, worin er bittet, daß 1. die Kommandan- ten der tschecho-slowokischen Truppcnabtcilungen, die die von den magyarischen Truppen geräumte« Gebiet,« besetzen werden, da? Proletariat und dessen Führer im goräunüten Gebiet nicht verfolgen, da diese nur auf Befehl der Rättcrcgierung. gehan- delt haben und daher für ihre Handlungen nicht verantwort- lich gemacht werden können; 2. daß die wirch tschecho-slowakische Truppen weggeführten Geiseln in Freiheit gesetzt werden. Die Armee der magyarischen Niitcrepnblik wird Seine Geiseln verhaften; 3. die Kriegsgefangenen werden beiderseits mit möglichster Beschleunigung ausgetauscht werden. Liopö George im Underhaufe. Ms Lloyd George, der starke Mann vom Versailles, die eng- lisckle Clemenceau-Ausggbe, gestern das Unterhaus betrat, siehe, da war eitel Jubel. Nur die linke Opposition besaß so lange den Mut, sitzen zu bleiben, bis ihr die Äugst ankam. Zdur die Mitglieder der Arbeiterpartei blieben urch säßen beute noch, jvcun nicht die Natiqnachymne angestimmt worden wäre..Zwei Unverbesserliche, die des patriotischen und musikalischen Emp- findens derart mangelten, daß sie dennoch sitzen blieben, wurden wegen Achtungsoerletzung im Protokollbuch vermerkt. Herr Lloyd George sagte noch, daß der Friedensvertrag der größte sei, der jemals abgeschlossen wurde, daß er geeignet sei, dem Schick- sal der Welt eine neue Richtung zu geben. Ueber die Gemein- Verständlichkeit des Vontrages herrschte große Freude. Das Rätsel der ErfüllunF des Friedensvertrages wird Lloyd George am Donnerstag— sicherlich im Handumdrehen— lösen. Botschaft Wilsons über üen Krieüen. Haag, 1. Juli.(Meldung des Hollandsch Nieuwsbureau.) Tic von Hollandsch Nieuwsbureau kurz gemeldete Botschaft des Präsidenten Wilson an das amerikanische Volk liegt nunipehr im Wortlaut vor. Sie lautet; Ter Friedensvertrag ist unterzeichnet. Sobald er b e st ä t i a: und entsprechend seinen Bedingungen ehrlich und aufrichtig durchgeführt wird, so wird dies den Halt für einen neuen Srand der Dinge in der Welt bilden. Es ist ein harter Vertrag, was die Pflichten und die Strafen betrifft, die Deutschland aus- erlegt werden. Aber er ist nur so hart, weit daS große Unrecht, das Deutschland begangen hat, gutgemacht werden soll. Der Ver» trag fordert nichts, was Deutschland nicht erfüllen kann und Teutschland kann seine Stellung in der Welt wieder zurück- gewinnen, wenn es die Bedingungen treu und ehrlich erfüllt. Der Vertrag ist aber mehr als ein Friedensvertrag mit Deutschland. Er befreit große Völker, die niemals vorher in der Lage gewesen sind, den Weg zur Freiheit zu finden. Er macht dem alten und unerträglichen System ein für allemal ein Ende, das keine Brücken zu den Ländern schlug, die die Völker der großen Reiche für ihr eigenes ehrgeiziges Streben nach Macht und Vorherrschaft gebrauchten. Er vereinigt die freien Regierunge« der Welt zu dauerndem Bunde, indem sie sich selbst verpflichten, die vereinigte Macht dazu anzu- wenden, den Frieden aufrecht zu erhalten. Dadurch wird dem Bunde Recht und Gerechtigkeit verbürgt. Die Annahme des Völkerbundes macht die interuatlon-ale Gesetzgebung zur Wirklichkeit. Sie wird durch dringende Rechtsmitel geschützt. Sie macht dem Eroberungsrecht ein Ende und ver- nichtet Annexionen. Sie schafft einen neuen Stand der Dinge, unter welchem reaktionäre Völker die noch nicht zum po- litischcn Welrbewutztsein gekommen sind, nicht mehr der Vorher:- schaft und Ausbeutung eines stärkeren Landes unterworfen sind, scrdern unter befreundete Leitung gestellt werden und für ihren Ai fbau die Unterstützung von Regierungen erhalten, die dem Urteil der A ensckbelt verantwortüch sind für die Erfüllung dessen, was ibie Ausgabe ist: die Garantie der unverbrüchlichen Rechte der N a t t o n a l i t ä t e n die Rechte der Minderheiten und die H e i l l g i c i t der Religion und ihr�r Ausübung. Cr schafft eine Basis für Abkommen, die den Handelsverkehr 1 Kritische Tage. Ruhe und Besonnenheit tut not. Mit dem Ausbrechen des Verkehrsstoeiks auf fast sämtlichen Transportmitteln sind wir wieder eimnnl in das kritische Tta- düim einer Streikbewegung hineingellmyt. Man muß unter- scheiden zwischen den Massessn, denen es gutgläubig um wirt- schaftliche Vorteile zu tun ist, und den Drahtziehern, die mit der ganzen Bewegung nur ihre Politischen Zwecke und Ziele ver- folgen. Wenn eine Arbeiterkategorie heute vorrechnet, daß sie mit den gerade gezahlten Löhnen nicht auskommen kann, so wird man schwerlich solchen Berechnungen eine gewisse Berechtigung abstreiten können. Aber wir stelkn alle ruhig Denkenden vor die Frage; Wie oft ist nun schon aus solchen Gründen gestreikt worden. Wie viele Lohnerhöhungen sind aus diesem Grunde durchgesetzt worden, und Hot es der Arbeiterschaft wirklich etwas genützt?! Istein. was alle Einsichtigen vorausgesagt hoben, ist eingetreten: Mit den Löhnen sind die Preise in genau dem gleichen Tempo gestiegen, und jede Lohnerhöhung ist in kürzester Zeit durch Preissteigerungen wettgemacht worden. Wir haben ein Verhältnis, wie das von zwei kommunizierenden(in Veubindung stehenden) Röhren: Gießt man in der einen Wasser zu. so. steigt auch das Wasser in der anderen. Man l>ot oft gesagt, das Streiksiebec würde nachlassen, wenn die Regierung nur kräftiger an die S o z i a l i s i e r u n g ginge. Aber roas erleben wir jetzt? Getrieben von unverant- wortlicken Agitatoren bestreikt die Arbeiterschaft gerade ihre sozialisierten Betriebe. Wir haben schon neulich nachgewiesen, daß von der ganzen Eisenbahn nicht ein einziger Kapitalist in Teutschland Vorteile hat oder Profite einstreicht, lind die Straßenbahn ist soeben erst kommunalisiert worden, sie gehört der Berliner Arbeiterschaft, die im Stadtparlament eine Zweidrittelmehrheit hat. Hilst ihr nichts, sie wird bestrcikt. Wo ist da vom Kampf gegen Kapitalismus die Rede? Freilich, die politischen Agitatoren suchen ihn irgendwie hinein- zuschmuggeln, indem sie die große Gefahr einer ausbrechenden Lebensmittelnot in Berlin mit der Redensart abtun, die Reichen könnten jetzt ein paar Tage hungern, nachdem das Volk sünf Jahre gehungert habe. Werden es aber wirklich die Reichen sein, die zuerst von der Lebensmittelnpt erfaßt werden? Wer glaicht das wohl? Nein, die Kinder und Säuglinge der Proletarier werden als e r st e O p f e r des Verkchrsstreiks auf der Strecke bleiben! Die eigentlichen Veranstalter wissen das sehr wohl; die große Masse ihrer Gefolgschaft suchen sie freilich in dem Glauben zu erhalten, daß hier ein Kampf gegen dei� Kapitalismus geführt werde. Ihnen aber ist es nur um den Kampf gegen die jetzige Regierung zu tun..Hierin unterscheiden sich i der Welt von der Ungerechtigkeit und von rachsüchtiger Sonderbe- stebung befreien soll und die durch Möglichkeiten aller Art von internationaler Zusammenarbeit dazu sichren kann daS Leben auf der Welt zu verschönern und die täglichen Aufgaben d�rch allerlei Günstiges zu erleichtern. Dies sind Garantien, die niemals gegeben worden sind, oder auch nur erprobt worden wären, in der gerechten Behandlung für alle, die an der täglichen Aufgabe arbeiten. Darum habe ich den Friedensvertrag die große Unterlage für einen neuen Stand der Dinge genannt, die Grund zu tiefster Befriedigung, zur Beruhigung und zu Vertrauen und Hoffnung gibt. Wovdrow Wilson. Die Worte Wilsons atmen den gewinnenden Geist seiner Dialektik. Nur darf er nicht verkennen, daß sie nach dem Ergebnis seiner praktischen Arbeit in Versailles in Deutschland wie Hohn wirken müssen. Eine Verhöhnung nicht nur unserer Not, sondern eine Verhöhnung seiner selbst. Denn was jetzt im Osten und Westen grinsend über die De- markationslinien schaut, das ist das brutale Antlitz jenes Militarismus, gegen Hen die Entente zu kämpfen vorgab! Wilsons Botschaft ist nicht ganz klar. Soll sie bedeuten, das alles nicht ganz so schlinnn werden soll, ivie wir heute ver- zweifelnd annehmen müssen, so wollen wir hoffen, weil uns nichts anderes übrg bleibt. Deutschland wird ehrlich schaffen, was es kann wenn es aber— und das ist sicher anzunehmen — das Uebermoß nicht zu bewältigen vermag was dann? Dann wird sich zeiaen müssen, wer Herr Woodrow Wilson ist: ein großer Mensch oder ein ethisch aufgetakelter Imperialist. l ihre Ziele von denen der Masse. Aber wenn diese es ablehnt, I einen politischen Kamps zu führen, so muß sie dies dadurch be- weisen, daß sie die größte Ordnung und Disziplin; wahrt. Dorn mgilt es jetzt, allen Aufputschemen energischen Widerstand entgegenzusetzen und sich zu keinerlei U n- b e s o n n e n h e i t e n fortreißen zu lassen. Ter Friedensschluß sollte das signal zum wirtschaftlichen Wieder- a u f b a u sein, die großzügige Lebensmittelreforni der Regie- rung sollte ihn erleichtern; es ist bedauerlich, daß das Verständ- nis der Situation bei vielen immer noch so gering ist. Oer große öerliner verkehrsjlreik. So haben wir denn erneut eine Verkehrskatastrophe. Straßen- bahn, Hochbahn und Ringbahn versagten von heute früh ihren Dienst. Wieder müssen die Hunderttausende ihren Weg nach und vom Geschäft zu Fuß gehen. Die noch im Verkehr befindlichen Omnibusse erweisen sich als völlig unzulänglich, dem Verkehrs- bedürfnis auch nur im bescheidensten Maße Rechnung zu tragen. Nach Lage der Dinge rechnet die Direktion der Großen Berliner Straßenbahn mit einer längeren Dauer der Verkehrsstreiks. Außer dam Straßenbahn- und Hochbahn- ist seit heute früh auch der Stadt-, Ringbahn- und Vorortverkehr in Groß-Berlin eingestellt. Schon bei dem letzten Streik der Straßen- und Untergrund- bahn hat die Eisenbahndirektion Berlin angekündigt, daß sie bei einer Wiederholung des Verkehrsstreikes auch den Stadt- und Ringbahnverkehr einstellen würde. Damals ist die Stadtbahn daS einzige öffentliche Verkehrsmittel gewesen und der Ansturm des Publikums war so ungeheuer, daß mit jedem Zuge viele Hunderte auf den Trittbrettern, auf den Puffern und auch auf den Dächern mitfuhren. Eine erhebliche Zahl von Unglücksfällen war die Folge. Im Frieden hätte die Stadtbahn bei ihren reichen Betriebsmitteln diesen Maffenberkehr zur Not noch zu bewältigen vermocht. Im gegenwärtigen Zeitpunkte, bei dem herrschenden Mangel an Loko- motwen und Wagen und dem schcchten Zustande der Betriebs- mittel glaubte die Eisenbahndirektion eine Verantwortung für die Sickvöheit des Lebens der Fahrgäste nicht mehr übernehmen zu können. Die Einstellung des Stadt- und Ringbahnverkehrs ist also, entsprechend der amtlichen Ankündigung, eine automatische Folge des Streiks der Sraßen-.und Untergrundbahnen. Sie wird auch so lange andauern, als dieser Streik währt. Bcrhandlungcn mit den Omnibusangestelltcn. Die Omnibuskutscher und-schaffner, sowie die Führer der Autobusse haben heute vormittag noch Dienst getan. Ob sie sich dem Streik anschließen, steht noch nicht endgültig fest. Zur Stunde finden Verhandlungen mit der Direktion statt, di« bereit ist, dem Personal Zugeständnisse zu machen. Ob diese angenommen wer- den, oder ob eS zur Arbeiseinstellung kommt, wird sich erst am Nachmittag entscheiden. Hamburg besetzt! Hamburg, 1. Juli.(Eigener Dralftbericht des„Vorwärts".) Die R-egicrungStruppen sind letzte Nacht hier eingerückt und haben alle wichtigen Plätze besetzt. Zwischenfälle haben sich nicht ereignet. ... darunter ein siebenjähriges Kind. Hamburg, 30. Juni. Heute Mitlag wurden auf dem Friedhof von Ohlsdorf die fünf bisher freigegebenen Opfer des Auf« standes bestatte:, darunter ein siebenjähriges Kind. polnifth-bolschewiftische verftänüigung. Das offizielle Organ der russischen Räteregierung„Jswesti- ja" drückt seine Befriedigung über das E i n de r st ä itd n i s mit d e n P o l e n aus und stellt fest, daß Sowjctrußland k e l n e f« i u d- liehen Ziele gegenüber den Polen verfolge. Im bolschewistischen Organ„Proletarskoje Echo" vom 5. Juni schreibt der Haupt- rvdakteur M. T u m a n o w über die polnisch-bolschewistische Ver- ständigung folgendes:„Von polwischer Seite droht Sowjet cußland keine Gefahr. Polen ist gegenwärtig mit der Festigung der Grenzen Großpolcns. die sich jeden Tag erweitern, beschäftigt. Wir hingegen stehen in einem schweren Kamps mit den reaktionären Truppen Koitschaks, Dcnikins und den nationalistisch-gegenrevolutionäreu Truppen Peiljuras Die Verständigung kommt nicht nur uns, sondern den Polen, die einen Krmpf mit den Ukrainern und Litauern führen müssen, zugute. Die Sowjclregierung war sich beim Ab- schluß des Uebereinkommens bewußt, daß Sowjetrußland kleine Gefahr seitens der Polen droht und daß die polnischen Staatsmänner keine gcgcnrevolutionäre Politik ihm gegenüber führen werden."
Helagerungszujlkdnö mit Hochverrat. Tas Treibender Ofsiziersfronde im Osten. In Birnbaum war dieser Tage an auffallenden Orten folgender Aufruf angeschlagen: Birnbaum, den 26. Jnni 1919. Eine Negierung, die diesen schmachvollen Frieden unter- zeichnet, erleiiiie» wir nicht an und nur aus dem Zwange her aus, unsere Heimat �u schützen, bleiben wir im Dienst, Wir fordern die sofortige Beseitigung der Regierung urtd Einsetzung einer Reichs Vertretung, die Rückgrat genug besitzt, unsere berech- tigten Interessen m der Ostmark mit aller Schürfe zu vertreten, Wir sind fest enischloffen, unsere Heimat gegen jeden Feind mit allen Mitteln zu verteidigen und verlangen oo» der Heeresleitung, den Angriffsbefehl z u geben. Das Osfifferkorps des Unterabschnittes Birnbaum. I. A.: B o e l.ck e, Hauptmann und Koinmandeur. In Birnbaum ist der Belagerungszustand verhängt. Unter seinem Schutze wird offener Hochverrat getrieben. Was geschieht gegen diesen Skandal? « Heber das Treiben des Hauptmanns Bölke m Birnbaum wird uns weiter von einem Einwohner folgendes berichtet: In Birnbaum herrscht'seit dem 27. die iK i l i t ä r d i k t a t u r. Seit gestern hängt in Birnbaum eine vom Hauptmann Mike unter- sch r i e b e n e E x k l ä r u n g aus, in der gesagt ist, daß der Grenz- ichutz auch gegen den Wislen der„feigen Legierung" die Provinz Posen halten oder wiedernehmen will. Es werden alle Bürger zur Mitarbeit aufgefordert. Gleichzeitig aber wird gedroht, daß der Grenzschutz und die mit ihm zusammenhängenden Kreise durch ge- waltsame Einziehungen die Bevölkerung zum Kampfe zwingen will, Ganz offen spricht man von der Selbständigkeitserklärung des Lstens unter General Hoffmann, der fast alle Tage hier ist. Im Vorraum des Militärbureaus habe ich selbst gehört, daß zwei Offizier« sagten, sie würden den General Hofsmann auch gegen den Willen der Regierung halten und ihn in ihrer Mitte zu seinem Vorhaben stützen. Dabei sind keineswegs die Soldaten auf Seite des Generals, sondern es ist nur eine Reihe von Schrpiern und von deck Offizieren Aufgehetzten. ?lnch sonst fehlt es nicht an Uebcrgriffcn. Ein Leutnant vom Stabe ha! z. B. Arbeiter, die wegen Lohnforderungen streikten, ver- hostet und mit Erschießen bedroht, er hat auch bei mehreren Gelegenheiten betont, daß die Soldaten es der Regierung noch zeigen würden. Diese Vorkommnisse und Zahlreiche andere Dinge billigt Hauptmann Bölke und sein Stab. Es sind viele Leute, die keine Beschwerde wagen, weil mmi sie dann nicht mehr in Ruhe läßt, ihnen � Ausweise entzieht usw. Ein schnelles Vor- gehen und die Enffendung eines Vertreters der Regierung ist sehr geboten. Paul �vffmann unü die Eisenbahner. Ans der Preußischen Landesversammlnng wird uns geschrieben: Der Abgeordnete Paul Hoffmann hat, nach Presseberichten, am Sonntag vor Eisenbahnern im Zirkus Biisch eine wüste Schimpf- rede gegen die Mehrheitssozialisteu und Gewerkschaftsführer ge- halten. Was hat denn der von jeder Sachkenntnis im Eisenbahn- fach unabhängige Gastwirt Paul Hoffmann für die Eisenbahner ge- wirkt? Er gehörte der StaatshauZhaltskommission während ihrer mehrtägigen Beratung des Eisenbahnetats an. nahm als Kam- missionsmitglied auch � an den Besprechungen des Ministers mit den Vertretern der Eisenbahner t«:l. Da war es doch Zeit, den Mehr- heitssozialisten und Gewerkschaftsführern gründlich zu zeigen, wie man dict Eisenbahnerinteressen vertritt; ja wir dürfen verracen, daß alles gespannt war auf die„radikalen" Vorschlage, mit denen Paul Hoffmann kommen würde. Man wartete vergeblich! Zu den wich- tigsten Fragen des Arbeiter- und Beamtenrechts tat Paul Hoffmann den Mund nicht auf, oder er stammelte einige Worte, die nur die totale Unwissenheit des Sprecher» verrieten. Dieser große Schweiger bei den Beratungen über Eisenbahnerrechte konnte aber am Sonntag im Zirkus Busch nur mit Mühe den schimpfreichen Redefluß hemmen. Mit großer Sachkunde und gebotener Schärfe laben dagegen in den sehr eingehenden Kommissionsberatlmgcn die Mehrheitssozialisten und Gewerkschafter Neumann und Schu- Schulfihluß. Von Paul Haupt. Mitten in der Reihe der vi«' stöckigen, mit schmutzigen, ver- staubten Stuckornamcnien geschmacklos beladcnen Häuser steht ein roter, dreistöckiger Bau, eine Gemeindeschule. Es ist Mittagszeit� Wie ausgestorben liegt die Straße da. Gelangweilt glotzen die Häuserreihen sich sinnlos an, über sie hinweg schwingt sich foppend der Lärm der unloeitcn Hauptstraße. Im Schulhause beginnt es zu summen wie in einem Bienen- stock. Plötzlich klappen dl« beiden Tore auf Die Schüler quellen heraus, wie ein Quecksiiberiall, der in ungezählte kleine Kügelchen zerspringt. Hüben die Mädchen, drüben die Knaben, hübsch geord- r.et, wie es altpr�ußisch« Schulmeisterzucht erheischt. Aber im Nu ist die Ruhe zum Teufel, die ganze Straße ein Lachen, ein Lär- men, eine Eroberung der Kinder. Wie ein Trupp Vögel, der, von langer Haft befreit, sein Ge- sieder schüttelt, daß die Federn fliegen, die kleine Bande.' Tapp, läpp, tappen-einige hungerige nacki Hause, ohne sich umzusehen. Wo anders.stecht eine G uppe die Köpfe zusammen, immer mehr sammeln stch. nur die eifrigsten lassen vom Haschen und Spielen nicht ab. Eine Stille wie eine aufgeblasene Backe-n dem Knäuel. Plötzlich prustet es los. Eine neue Masse sprudelt au» dem Tor, lachend um des Lachens willen. Immer mehr springen lachend davon, die älteren folgen laut, unbekümmert sich erzählend. Noch liegt Lachen und Lautsein in der Luft, da ist mit einem Male alles wieder stumm. Gclangweilt, verärgert schaut die rote Schule, wie eine ent- rüstete unjfyjendliche Lehrerin; steif, spöttisch grinsen sich die Häuser an: Das Thealer geht jeden Tag lps! Ein klappriger Gaul zieht einen Geschäftswagen durch die Straße. Erstaunt blickt er aus müden Augen um sich: Dröhnte nicht eben alles von Leben und Lachen, von Kraft, die ihrer Arbeit noch harrt? Ii-stkonzert öes S ediner Tonkünftiervereins. Der feit 75 Jahren bestehende sozial und künstlerisch fruchtbar wirkende Tonkünst'erverein, die grüßte Musikerstandesorganisation her Weit, beging mit einem Konzert in der Hochschule seinen pa- triarchalischen Geburtstag, Der Abend begann mit einem Orgel- Vorspiel Walter Fischers, dem zwei in meisterhafter Sauberkeit vor- getragen«'Fest- und Gedenksprüche von Brahms folgten sThielscher Madrigaichor). Nach einer die Enttvicklung des Verein? zusammen- fassenden Rede des treu bewährten Vorsitzenden Adolf G L t t- mann folgte die Sensation des Abends: Zwei Ksmmerwcrke, denen d-ie Jury unter 48 eingelaufenen Arbeiten die Preise zuer- Set? sich der Eisenbahner angenommen und ihnen Zügesiändnisse gesichert. Dqrwcil saß der„große" Schweiger Pap! Hofsmann da und verbog lessie Miene. Aber aK die Beratungen der sachkundigen beende! waren, als es nur noch auf i,Ägitätiön nach außen" ankam — da ging der„große" Schweiger los! Erst im Landtage, dann im Zirkus Busch. Wehe, wenn solche Leute nun erst an die„Regierung" kommen! die Verhaftung Karl Emonts. Berlin, 1. Juli. Aon der Staatsanwaltschaft wir�- I uns mitgeteilt, daß die Berhäftang. de» EOschäftsfihrer» des Allgef meinen Verbandes der deutschen Bapkbeamten, Karl Emont»�, mit ferner Tätigkeit in der Bankbeänftenbewegung n i ch t d ä S g e i-' r i n g st e z u tun hat. Tie Gründe daftir liegen auf gan� anderem Gebiet. Die Bankleitungen stehen der Verhaftung vollständig fern. Auch der Reichswehrminister N o S k e erklärt, der Verhaftung vollständig fernzustehen. Es sei übrigens eine.unwürdige Unterstellung anzunehmen� haß der Oberbefehlshaber oder die Militärbehörden sich dazu hergeben WKden, die'Geschäfte Irgendeiner Jnteressrnteugrupsse, z. B. der Danlleitungen, wahrzunehmen, indem sie etwaige Verhaftungen äüf deren Befreiben hin aussprächen. » Von einer Lokalkorrespondenz wird dazu gemeldet: Emonts, der in den Geschäftsräumen des Bankbeamtenverbandes in der Französischen Straße 21 gemeldet war, ab?r dort nicht wohnte, ist lucht�als.radikaler�ührer der Bank S.ea m ten.verhaftet, worden, sondern wurde wegen revolutionärer Umtriebe gegen' die jetzige Regierung von den Pehörden bereits gesucht. Ein Haft- befehl gegen ihn lag schon vor. Emonts besuchte nicht in seiner Eigenschaft als. Führer der Bankbeamten, sondern zur Propagierung gerner revolutionären Bestrebungen fünf Städte. Ursprünglich wolllo er erst am 2: Juli nach Berlin zurückkehren. Wegen der für gestern einberufenen Bankbeamtenversammlung kam er jedoch schon gestern wieder. Jetzt wurde er in den Räumen des Verbandes in der Französischen Straße trotz seines Proteste? festgenommen. Kri- minalbcamte durchsuchten zugleich die Räume und beschlagnahmten eine große Menge Flugblätter, Broschüren und andere Schriftstücke und brachten sie mit dem Verhafteten nach dem Untersuchungs- gefängni? in Moabit. Dort wepden die beschlagnahmten Sachen von der Staätsanwalischaft zur Einleitung eines Strafverfahrens gesichtet und geprüft. Oer vüfseZösrfe? Streik beenöet. Tiisseldorf, 39. Juni. Tie Lohnbewegung der städtischen Ar- beiter ist heute durch Abschluß eine» neuen Tarifvertrags zwischen Stadtverwaltung und Arbeiterschaft beendigt worden. Ueber die strittigen Forderungen— Bewilligung von Urlaubstagen und Kinderzulagen— ist eine Einigung erzielt worden. Die Arbeiterschaft nahm mit Rücksicht auf die Senkung der Lebens- mittelpreise die Forderung auf Kinderzulagen zu rück. Tie Staot bewilligte für zwei bis vier Dienstjahre vier Tage Urlaub, bei jedem weiteren Jahr einen Tag' bis zur Höchstgrenze von 18 Tagen. Der Tarifvertrag gilt bis zum 31.. Dezember d. I. �ixelroös Exterritorialitätsrechte. Von einer dem in Uniersuchungshaft befindlichen russischen Vertreter Axelrods nahestehender Seite wird uns gesch-iebcn: „Der Verteidiger des Herrn Arelrod hat vom A u s w ä r t i- g e nr A m t ein- Telegramm erhalten, das folgenden Wortlaut hat: „Im Anschluß an Telegramm vom 22. v. M. Nach ein- gebender Prüfung der Angelegenheit muß. da Herrn Axelroo Exterritorialitätsrechte nicht zuerkannt werden können, eine Verwendung zu. seinen Gunsten abgelehnt werden und die Entscheidung. ausschließlich oem Gericht überlassen bleiben. Ueber die Frage einer etwaigen Begnadigung im Falle seiner Verurteilung hätte die Regierung des bäherischen Volksstaates zu befinden. � Auswärtiges Amt." Dieser Standpunkt des Auswä tigen Amts ist unhaltbar, nachdem die offiziöse„Deutsche Allgemeine" und auch das„Wolfs- Bureau" zugegeben haben, daß Herr Axelrod im Besitz einer Aus- weiskarte des Auswärtigen Amtes ist, die nur Personen d i p l o- m atischer Vertretungen ausgehändigt werde. Wir.können kann! hatte. Das Quintett für Blasinstrumente l2. Preis) zeigte die Hand eines im satz bewanderten, fähigen und fertigen Mu- sikers, angenehm, aber ohne tiefes Jyteresse hinfließend im Fahr- Wasser Brahmsschcr Serenadentechnit, da» Opernhaft-Flache nicht gerade verachtend. Von der Suche nach Neuem in Ausdruck und Mache kehrt man unbefriedigt zurück; die formale Gewandtheit mordet die beflügelte Phantasie,»den Aufschwung, den Geist. Eine gute, eine solide, akademische Arbeit. Verfasser ist Ewald S t r ä ß e r, der namhafte Kölner Komponist. Klang dieses Werk noch etwas nach bestem Konservatorium so lguichte wan interessierter dem Beginn des Sextetts. Auch hier Brahmssche Klänge, untcrmischt�mit melodischem Kolorit Schumannsckier Artung. Die ersten beiden Sätze sind musikalisch best gelimgen, schön in der Erfindung, warm im Ausdruck der Einzelinstrumentc lStre'chguartett und Klarinetten), mit selbstverständlichem, jugendlichem Schwung gestaltet. Dieser lebendige Atem stockt im dritten Satz und artet zum Schluß in asthmatische Oberflächlichkeit aus. Hier wird zu feile» sein, damit aus einem Ansang, der geglückt ist. ein künitlertsches Ganzes werde. Der sungc Komponist,' über den Durchschnitt Lfcgäbt, heißt Raimund Hassung e. Wir wollen hoffen, daß sein Talent reist. Bewährte Kammermusiker der Staatsoper setzten sich völler Jnter- esse für die beiden Novitäten ein. K. S. Märkischer Tata?. Der für alle leidenschattlichen Raucher so empfindliche Mangel an reinem Sabal in linieren auch sonst so wenig beneidenswerien Tagen lenkt den Blick zurück aus die Zeit, da in mehr als einer preußischen Provinz, besonders Brandenburg. Tabak weit über den Bedarf hinaus gebaut wurde, so daß es Friedrich H. des Guten schließlich zuviel wurde. Er erließ deshalb im Jahre 1776 die Weisung, der Tabakbau sollte sich niöalichst genau nach dem Ver- brauch richten; nach einer späteren Jnstriiktion war die Kultur aui solche Gegenden zu beschränten, wo der Ackerbau nicht recht lohnte, wie bei Zonen, Wusterhausen, Teliow usw. In einem Jahre sl781/82) wurde im ganzen Lande die onKhnliche Menge von 163(DO Zenlnern erzeugt. Der König glaubie deshalb vor allem sein Augenmerk auf die Verbesserung der heimischen Sorten richten zu sollen. Im Jahre 1789 beaufiragte er den Chemiker Achard in Berlin, Versuche mit ausländischen Tabak- sorten, namentlich den Virginischen, zu machen und wies für die Versuche eine Fläche von sünf Morgen beim Dorfe Lichtenberg in der Nähe von Berlin an. Er muß mit den Leistungen Achards Und deren Wirkungen auf den einheimischen Tabakbau vorzüglich zufrieden gewesen sein, denn er setzte ihm eine Pension von fünf- hnnderl Talern auf Lebenszeit au»„für seine Verdienste um Ver- besierung der Tabakkultur". Aber auch der Tabakindustrie wendete er sein Interesse zu. An den mit der Leitung der Tabakverwaltung betrauten Finanzral Magusch schrieb et, ihm sei sehr viel an der Erfindung einer.Säure" gelegen, vermittelst derer man einbeimischen Landblättertabak derart verbessern könne, daß er dem Virginischen an Güte elnigermaßen aleichläme. Er iet gesonnen, demjenigen. der eine solche Säure erfinde, eine jährliche Pension von tausend Talern auszusetzen. Die leidenschaftlichen deutschen Raucher der noch mitteilen, daß biefs AusweiSkarte am 19. August 1918 ausgestellt wurde, daß sie die Nummer A. 922 trägt und von Fehler, Geheimer Rat, unterzeichnet ist. Diplomatische Vertreter aber ge- aießen das Recht Per Exterritorialität, und da die amtlichen Stellen die diplomatische Eigenschaft des Herrn Axelrod zugeben haben, kann das Auswärtige Amt keinesfall» seine Eltcrritorialitäisrechts bestreuen. Es muß dabei berücksichtigt werden, daß auch die R e- v o I u t i o n s r e gi e r u ng die diplomatischen Eigenschaften Axel, rods ausdrücklich anerkannt hat. Denn nach dem 9. November ist Axelrod mit Genehmigung der Regierung Ebert-Haase-Scheide- mann au» Kopenhagen nach Berlin gekommen, und zwar auf Grund seines Diplomatenpasses. Als Diplomat bat er im Dezenv- bsr mjt der. deutschen Regierung Verhandlungen gciührt. Tgs Auswärtlge Amt ist also völlig im Unrecht, und seine un- richtigst Behauptungen sind geeignet, die durch Verschulden der deutschen Reäieritng geschaffene Spannung zwischen Deutich- isind ugd Soptiet-Rußland nur noch zu vergrößern und ftir die in Rußlaüd lobenden deutschen Bürger nur n a ch t e i l i g o Folgen Herborzurufen."_ hk Ententesozialiften und der Zrieöens- vertrag. C a ch i n schreibt in der„H u m a n i t e", daß der Friedens- hertrag von keinem Proltjariät der Welt angenommen werden könne. Er müsse von Grund auf geändert werden. Tie Völker verstehen unter Zivilisation etwas anderes als die Gewalt- Haber. Der„A b a n t i" läßt sich au? Rom schreiben, daS Versaille« Ereignis werde nT Italien kaum beachtet. Mehr noch als die Besiegten fühlen die Sieger, da dieser„Frieden" neue Kriegs heraufbeschwören müsse. Er werde vor allem Frankreich daran hindern, seine Kriegswunden au-zuheilen, aber ebenso unzusrieoen wie Frankreich seien Frgnkreichs-P e r b ü n d e t e, von denen einige bereits wirtschaftliche, wenn nicht sogar politische Anknüpfung mit Deutschland suchen. ßronkreich und Deutschlands Einheit! Das Pariser„Jomnal" bringt in letzter Zeit täglich Artikel, in denen es in überschweiiglichcr Weise die Enistchung und Berech- tignng der rheinischen Republik schildert. Bei dem augenblicklichen Raummangel in den deutschen Tageszeitungen kamt leider aus diese Artikel zürzeit in entsprechender Weise nicht eingegangen werden. Doch sollten allmäblich jedem dentschfühlenden Mann die Augen aufgehen, warum gerade die Franzosen mit solcher Inbrunst die Bildung einer rheinischen Republik oder auch mehrerer rheinischen Republiken begünstigen. Der Ausblick, mit dem-der Artikel des Pariser„Journal" vom 8. Juni abschließt, läßt darüber keinen Zweifel. Darin heißt es über„die ersten Schrille der rheinischen Repilblit': „.... Das sind die elften Feststellungen, die ich in oller Eile über eine Bewegung zu geben vermag, die bis jetzt wenig geräusch- voll aufgetreten ist. ober deren Folge so fruchtbringend sein können. Wenn die Bewegung, die sehr gut begonnen hat, nicht eine Fehl- geburt wird, werden wir in kurzer Zeit mit einem unobhön- .gi gen Staat von 12999999 Einwohnern zu verhandeln haben, die nichts anderes wünschen, als einen aufrichtigen Frieden m it uns. Es ist dies der eiste Krach in der u n b e i l v o I l e n deutschen Einheit, die wir naiv genug gewesen sind zu loben und aus der dock all unser Elend hervorgegangen ist. Die deutsche Einheit hat uns zwei Kriege gekostet, zwei Invasionen, Milliarden an Schäden, Millionen an Toten. Wenn diese deutsche Einheit n-chk heule zusammenbricht, dann wird sie uns noch weucrinUii- kosten stürzen. Neioen wir unS deshalb mit Sympathie und hoffnungsvoller Sorge llder bie Wiege dieser rheinischen Republik, die vielleicht Teutschland zerstückeln wird und erinnern wir uns, daß nur ein zerstückeltes Teutschland unS die Möglichkeit gibt, einen wahrhaft friedlichen Frieden zu ichiießen. einen Frieden, der tür uns besser ist. als alle Eiiischädtgungsvcriprechen, dw im Namen eines Volkes von mehr als 69 Millionen Einwohnern unterzeichnet sind durch Leute wie Eberl oder Brockdoiff-Nantzau, Bernsdorff oder Scheidemann." Gegenwart würden vielleicht dem Eifinder ei�er ähnticheu zauberhaften Flüssigkeit ganz ander« Ehrungen bereiten. Oer Sa!onbolschew:st. Das lanze Haar geistvoll gestriegeit, woran mau das Genie gleich merkt, die Hoie tip-lop aufgebügelt. die Hemdcnbrust famos gestärkt, spricht er beim Tee mit Grabesstimme von„unserer" unerträglich schweren Not und schivört mit edlem Zornes Grimme allen Tyrannen Fluch und Tod. Die ganze Welt will ei vernichten, zu Schutt und A'che soll sie erst vergeh'», danu wird er seine neue Theorie errichten und aus der Anarchie wird alles wunderbar ersteh'». Und endlich'ckweigt des Volkes großer Sohn. Beifall. Geschwatze, Lä m und Gläseriliiige». Und draußen hält rein Aulo schon, um ihn zur—„Fledermaus" zuckringen. H. D e s e m a n n. Nots?en. — Der Denkmalpfleg etag, der am 7. und 3. Juti in der Berliner Akademie der Künste stattfindet, wird in einer Reihe von Referaten die Zukunft der fürstlich.» Schlösser und des ronsii- ssen ehemaligen fürstlichen Kunstbesitze» lebandeln. In der Stziung am 8. Juli spricht Prof. Dr. Wilhelm Kahl üder das Thema„Die Trennung von Kirche und Staat in ihrer Bedeutung für die Denkmalspflege". — Theater. Im Palast-Theater wird am ö. Juli die Operette„Weinende Erben" nach Nestroy von Kurt Dbiereen und Richard Batka, Musik von R. Danziger, erstaufgeführt.— Das Rose-Theater verschiebt die Erstaufführung von Decker-GLtzes Volksstück„O schöne Zeit, o selige Zeit" auf den 6. Juli. — Zum Gedächtnis der Kriegsgefallenen wird Albert Bartholoms, der Meister de» Denkmals der Toten, ein Denkmal im Pariser Justizpalost, im„Saal der verlorenen Schritte", errichten. — Kirche, Religion und Sozialdemokratie' Unter diesem Titel erschien in der vom Verlag der Biichhandlnng Vor- wärt? heransgegebenen Schriftenreihe„Die praktischen Forderungen des sozialdemokratischen Parteiprogramms in Einzelerlonteri'iigep", eine gehaltvolle Arbeit von Emil Felden. Der Vepsaiser ist Prediger der Mariini-Gemeinde in Bremen und als solcher ein Nachfolger des namhaften, unvergessenen Albert Kälkofi. � Ter Soziatrsmus gilt ihm als Vorbedingung einer höheren Rgl>g>ons- form und damit meint er eine Religion,„die uns zu starien, mutigen, ans uns selbst und unsere eigens Kraft und Arbeit ver- trauenden Menschen werden läßt", womit sie zu einer Verbündeten des Sozialismus tvird. Tie klare Scbrisl setzt sich aiick mit den Religionserlasien des preußischen Kultusministeriums während der Revolutionszeit auseinander. Sie lostet 1 Mark. I
Sie in den Germaniasälen tagende Bollversammlung der Ar- beiterräte und Delegierten der Soldatenräte Groß-BerlinZ Murde beute vormittag um 10 Uhr eröffnet. Die beiden ersten Punkte der Tagesordnung:"die Verhaftung von Mitgliedern des VollzugZrats, die Haussuchung in seinem Bu- veau. Wiederherstellung der Pretzfreihei� wurden gemeinsam behandelt. Säumig(11. S. P.): Die Vorgänge der letzten Tage und Wochen können nur verstanden werden im Zu- semmcnhang mit der Revolution, die immer noch nicht zum Ab- fchlufz gekommen ist. Man kann nicht anknüpfen an dem, was vor dem Kriege war und darauf ohne weiteres aufbauen. Die Welt- revoluiron ist eine Tatsache, die sich nickt ans der Welt schaffen lägt. Unter den Nachwirkungen de? Krieges und der Revolution herrscht eine Stimmung in den Massen, aus der sich die Uuzu- friedenden oas Verlangen, zu besseren Verhältnissen zu kommen, erklärt. Es ist das Unglück der heutigen Regierung, daß sie kein Verständnis hat für die Volkspsyche, wie sie sich nach der Revo- luiivn herausgebildet hat. W i r haben die Aufgabe', d'is objektivenTat fachen derSozialrevolution in ein skahrwasser zu bringen, daß die ArbeitSsreudigs- teil bei den Massen wieder Einzug hält. ES ist cm- durchaus oberflächliche Beurteilung, wenn man meint, die Un- zufriedenheit der Massen werde durch Partei politifche Verhetzung von linls h-rvorycrufxn. l!) Die gegenwärtige Zeit ist dazu angetan, daß sich alles zusammenschart, was etn Interesse cm der Wiederber. stellupg der alten Verbaktnisse und der Errungen schatten der Re- volution Hot. Kapitalistische und militärische Kreise sind am Werk, um die Gegenrevolution zu betreiben. Hier siebt das Schicksal einer kleinen Kaste, die lange Zeit das Volk beberrschtc, und dort steht die große Masse der 30 bis 40 Millionen Arbeiter. Da gibt es nichts anderesl als daß die Angehörigen der bisher herrschenden Klasse zu stützen suchrer, was noch irgend zu erhalten ist. Dl« Militärs suchen die gegenwärtige Krise zu benutzen, um ihre alt? Herrschaft wieder herzustellen. Das sind die Ursachen der Verhaftung deS VollzugSrats, der Unterdrückung der Preßfreiheit und der Plün- derungen,- zu denen man lumpenvroletarifche Elemente verführt bat.(Ich bewundere, daß die klasfenbewußten Arbeiter Disziplin und ruhiges Blut in dieser erregten Zeit bewahrt haben. Ich er- warte, daß die Arbeiter auch ferner ruhiges Blut bewahren werden. Wi r haben fein I nt er esse am Bürgerkrieg. �Rufe: Ihr Hahr ja Schuld an den gegenwärtigen Verhältnissen!) Um solchen Zwischenrufen ein für allemal zu antworten, sage ich: Wenn an Stelle von Bauer, Wiffell und wie sie alle heißen, Haafr, Cohn, Rosenfeld in der Regierung säßen, die Tinge auch nicht besser geben würden.(Zuruf: Abwarten!) Ich we'ß, daß das alte de- a-okratische Staatsgebände nicht mehr reparrert»erden kann mit dm Mitteln des alten Militarismus.(Stürmischer Beifall.) Man muß den Blick richien auf daS große Ganze, auf das, was den Interessen des gesamten Prolefarwri? dient, aber man soll sich nicht von Parteihaß und wilder Leidenschaft blenden lassen. Heute besteht tatsächlich eine militärische Nebenregierung. Dadurch erklären sich viele Vorgänge der letzten Zeit. Die Verhaftung der Vollzugs- ratsmitglieder wird damit begründet, daß die linksstehenden Mit- alieder des VollzngsratS mit den Vorgängen in Hamburg in Ver- vtndung ständen und den Sturz der Neuerung beabsichtigen. Ich a kann hier namens der beiden linksstehenden Gruppen erklären, daß uns von einem derartigen Plan nichts bekannt ist. daß keiner von uns dabei die Hand im Sviele gehabt bat. Kein Mitglied de? V o l l z u g s r a t? hat mit den Äorgängen in Hamburg etwas z u tun. Man sucht nun di: Rube in Hamburg wieder herzustellen durch einen militärischen Befehlshaber, der im afrikanischen Buschkriege ermbren sein mag der aber keine Abnung von der Psyck.e der Ar- bciter hat und deshalb durchaus ungeeignet ist. in Hamburg■Crd- uung zu'chafsen. Mit Gewalt läßt sich das nicht erreichen. Ich glaube nicht, daß die Erlasse, die in letzter Zeit unter dem Namen Noske erschienen sind, auf ibn selbst zurückgeführt werden können. Dahinter stecken die militärischen Machthaber. Aber diele Erlasse, kiese Eewaltovlittk sind nicht geeignet, die Arbeiter zu beruhigen, sondern sse verschärfen die Stimmung, au? der die Streiks ent- stehen. Die Streiks böron erst dann aus und sind erst dann ein Verbrechm, wenn wirklich die ersten Anfänge einer sozialistischen Wirtschast gemacht worden sind.(Lebhafter Beifall.) Der Redner lespricht das Verbot von Zeitungen. Diese Ver- böte sot�ic die Verhaftungen, so jetzt wieder die Verhaftung des Bankbeamtenführers Emonts, wirken aufreizender als die ganze -'partäikistische Agitation.(Beifall.) Man will mit den Anhängern ves Rätesystems aufräumen. Alle, die auf dem Boden des State- ZnSustrie unö ßanöel. Börse. Tie Börse lieh sich in ihrer zuversichtlichen Haltung weter durch die VcrkehrsstretlS noch durch di« bevorstehende Bankbeamtenbewegung stören. Es fanden wieder umfangreiche Käufe statt, die zu einer erneuten Auf- wärtsbewegung führten. Am Montanmarkt waren besonders Phönix beachtet, während von Farbwerten Va- d i s ch c Anilin bevorzugt waren. Rü st ungs werte konnten die erzielten Kursgewinne nicht voll behaupten. Dagegen bestand für Elektrowertc, Kali- und Kolonialpapiere wie- der Nachfrage. Eine lebhafte Kaufbctvegung entwickelte sich in heimischen Anleihen, namentlich in Kriegsanleihen im Zusammenbang mit einer Mekdnng, wonach ein StützungSkon- sortium für Kriegsanleihen geplant fei. Der Kurs stellte sich auf etwa 77)4 Prozent._ OroßSerün Zur Kommuualisicrunsi der Ttrahenbahn wird von berufener Seite mitgeteilt: Der gestrige Beschluß der VerbandSverfammlung Groh-Berltn hat die Vorbedingungen für die Kommunalisterung der Großen Berliner Straßenbahn ge- schaffen, den Ankauf selbst aber noch nicht bewirkt. Dazu tedarf es außer der Festsitzung der Modalitäten noch des Befchlusses der Generalversammlung des Unternehmens, welche am l?. d. M. zu- sammentritt. Bisher ist also der Zweckverband nicht verfüguygs- berechtigt, es beruht deshalb auf oinen Irrtum, wenn vielfach ge- meldet wird, die Leitung des Zweckverbandes oder der Magistrat Berlin seien wegen des Straßenbahnerstreiks in unmittelbare Verhandlungen eingetreten. Solche Verhandlungen können zurzeit nur mit der Direktion der Großen Berliner Straßenbahn geführt werden. Dagegen ist der Magistrat Berlin mit Nachdruck bemüht, die bereits angekündigten Ai sichten der Reichsregierung, welche sich aus Verbilligung der Lebensmittel richten, zur Ausführung zu bringen. Wie wir hören, hat darüber heute eine Verhandlung im Ratbaufe itattgefunden, diese Verbesserung der Lebenshaltung ist iur alle beteiligten Klassen der Angestellten und Arbeiter Wirtschaft- Ach weit bedeutungsvoller als die Geldbeiträge, welche sie durch den Streik zu erlangen suchen. Wie wir erfahren, haben die städtischen Behörden die Arbeiten so weit gefördert, daß die Verbilligung der Lebensmittel wahrscheru- lich am 7. Juli erfolgen wird. Stellungnahme zum(Öesetzentwnrf Groh-Berlin. Ter BürgeranSfchuß Groß-Berlin ist in gemeinsamer Sitzung seines Vorstandes und VersassUngsaussckmsfes nach eingehender Beratung des von der Rogierung vorgelegten �Gesetzentwurfs über die *<. W>. y»fer. systems stehen, werden dafür eintreten, daß es eingeführt wird. Von der Regierung und vom Zentvalrat haben wir in dieser Hin- ficht nichts zu erwarten. Wie es Lassalle mit der Forderung des allgemeinen Wahlrechts getan hat. müssen wir die Parole des Rätegedankens immer wieder in die Welt hinausrufen. Der Par- lainentarismus ist nicht imstande, eine Situation zu schaffen, in der das Proletariat einen Lichtblick sieht. Es ist nicht wahr, daß irgendeine Partei hinter dem Streik der Eisenbahner und hinter dem der Straßenbahner steht. Man wird dieser Bewegung nicht gerecht, wenn man in der Presse behauptet, sie würde mit aus- ländischcm Gelde betrieben. Bleiben wir fest auf dem Boden des Rätesystems stehen und lassen mir ihn uns nicht rauben durch Attacken des Gardefchützenkorps, auch nicht durch den Versuch der Aushungerung. Wenn man den Vollzugsrat, wie schön angedeutet ist, aus seinem Hause verdrängen will, so wird doch die Institution der Berliner Arbeiterräte bestehen bleiben. Aber sie würde durch solche Gewaltmaßnahmen in eine Oppositionsstellung gedrängt werden. Die Räte, die einzige noch übrig gebliebene Errungen- schaft der Revolution, müssen erhalten bleiben. Wir halten fest an den Berliner Arbciterrälen und dem Vollzugsrat.(Lebhafter Beifall.) K a n o»(S. P. D.): Säumig sagte, es besteht neben der jetzigen Regierung eine Militärregierung.(Sehr richtig!) Ich und meine politischen Freunde sind der Meinung, daß diese Neben- regierung ein Ausfluß dessen ist, was die Arbeiter durch Partei- loidenschaft verschuldet Haien. Wenn die Arberterschaft einig wäre, dann hätten wir solche Erscheinungen nicht.(Zustimmung.) Ohne Einigkeit kann die Arbeiterklasse nicht das erreichen, was ihr Wunsch und ihr Verlangen ist. Von dem, was Däumig über die politischen Verhältnisse sagte, kann ich manches unterschreiben� Mit kühlem Blick und ruhigem Blut nrüiien wir au die Arbeit gehen. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß der Sozialismus nur durch die Demokratie verwirklicht werderr kann..(Zustimmung und Widerspruch.) Wenn man aus den Ausführungen Däumigs die Konsequenz zieht, dann muß man dazu kommen, daß sich das ge- samte Proletariat einig zusammenzuschließen hat. DaS ist das einzige Mittel, um die Gegenrevolution abzuwehren. Wir stnd mit Säumig darin einig, daß die Arbeiter allen Putschversuchen gegenüber sich ablehnend verhalten müssen. Saß wir das gegen- wärtige System halben, daran ist die Unsinigkeit der Arbeiter schuld. (Sehr richtig!) Ter Redner bespricht die Verhaftung der Boll- zugsratsmiiAieider. Wir haben uns unmitteliar nach der Ver- Haftung mit unserem Parteifreund Noske in Verbindung gesetzt. (Großer langan haltender Lärm.) Ter Redner führt die für die Verhaftung angeführten Gründe an und sagt: Schon vor den Hamburger Unruhen ssnd von Angestellten des Vollzugsrats Tele» phongefpräche nach außerhalb geführt worden, was Richard Müller untersagt bat. Wer das Gespräch mit Hamburg geführt hat, ließ sich nicht feststellen. Aber ein Mitglied des Vollzugsrats war es nicht. Die Arbeiter verlbngen vom Vollzugs rat praktische Vorschläge für den Wiederau-bau hes Wirischaftslebcns. jl&er in dieser Einsicht ist nichts geschehen.(Zuruf: Durch euve Schuld!) Nein, nicht durch unsere Schuld, Wenn die parteipolitischen Maßnahmen so wie bisher weiter getrieben werden, dann können wir nicht zum Auf- bau unseres Wirtschaftslebens kommen. Den Eingriff in das Haus des Vollzug srats verurteilen wir genau so wie Sie, Wir haben uns mit unseren Parteigenossen in'der Regierung dahin verständigt, daß Derartiges nicht mehr vorkommen soll. Das darf nicht sein, daß Personen, die mit dem Vollzugsrat nichts zu tun haben, vom Bureau des VollzugSrats aus ihre Parteiangelegen- Heiken betreiben, wie es tatsächlich geschehen ist. Der Sollzngsrat hat lediglich wirtschaftliche Ausgaben zu erfüllen. Parteiangelegenheiien müssen durch die Parleiinstitutionen betrieben werden. DaS Verbot der„Republik" verurtei- len mir genau so wie Sie. Die Prefssreihert muß unter allen llmständen gewahrt wenden. Wer den Streik der Eisen- bahn er und der Straßenbahner beobachtet hat, Ott weiß, w i e diese Streiks gemacht worden sind. (Zuruf: Gemacht? Lärm.) In dieser Frage stimme ich nicht mit dem Genossen Däumig überoin. Keine Berufsgruppe ist nach der Revolution in ihren Verhältnissen so hochgebessert worden wie die Eisenbahner.(Lärmender Widerspruch,) Solche Streiks tragen nicht dazu bei. das Wirtschaftsleben auszubanen, sondern sie bringen eS noch tiefer in das Chaos hinein(Großer Lärm-) Bei Schluß des Berichts spricht der Redner noch fort. Bildung eines Stadtkreises Groß-Berlin" zu der Ueberzeugung gelangt, daß der Regierungbentivurf tatsächlich die volle Einge- meindüng darstellt und damit den Einzelgemeinden die Sclhstver- waltung nimmt. Borstand und Verfassungsar�sschuß können diesen Gesetzentwurf der Regierung nicht gutherßen, da die eingehenden bisherigen Verhandlungen der Organe des Bürgeraussckusses die Ablehnung der Eingemeindung und die Vil- dung der Gesamtgemeinde als Ziel ergeben haben. Besonders auch in Rücksicht auf die Aufgaben de: Uebcrgangswirtschaft hegt der Bürgcrausschuß ernsteste Bedenken gegen das Zerschlagen der gegenwärtigen BerwaltungSorganisation Groß-Berlius; er hält es für ratsam, den Einzegemeinden zunächst— unter Aendeiung der Zuständigkeit(Verleihung der Kompetenzkompeienz an die zu bildende Zcntralverwaltung)— ihre bestehende Gemeindeverfassung zu lassen und die Bildung der neuen Gemeindcorganisation durch natürliche Entwicklung der Selbstverwaltung abzuwarten. Der Bürgeraüsschuß hält also gegenüber dem vorliegenden Ent- Wurf der Regierung die Sckmsfung eines Rahmengesetzes für besser, das die Bildung der vom Bürgerausschuß propagierten Gesamt- gemeinde als Uebergang zu dem einheitlichen Groß-Berlin vorsieht. Der Bürgerausschuß hält für nötig, zu Groß Berlin hinzuzu- nehmen: im Westen das westliche.Havelufer, im Südwesten Machnow, Stahnsdorf(Zent alfriedhof) und die Stadt Teltow, im Süden— um den Grüngürtel um Groß-Berlin herum schließen zu können— die städtischen Rieselfelder(wenigstens in begrenz- iom Umfange), im Osten das Gehiet der Seen und Forste mit Grünau und mehr nördlich Dahlwitz und Neuenhagen, im Norden vor allem Hennigsdorf, wo die A. E. G. große Betriebe hat, und Staaken,.die Arbeitersiedlung von Spandau. Achtung? Gemcindevcriretcr von Grost-Berlin. Um zu dem Gesehentwurs der preußischen Regierung, betreffend Schnffung einer Panheitsgemeinde Groh-Berlin, einheitlich Stellung zu nehmen, werden die Gemcindevertreter von Groß- Berlin dringend ersucht, rine am nächsten Sonntcg, den 0. Juli, stattfindend: Konferenz sämtlicher Geulrindevertreter von Groß- Berlin abzuwarten. Das Tag-ungslokal wird noch bekanntgegeben. Ter Borstand der Kommunalen Konferenz der Gemeindevertreter von Groß-Berlin. I. A.: Ritter. Keine Höchstpreise für Frühobst. Die Reichsstclle ichreibt uns: Berliner, Hamburger und andere großstädtische Btätter berichten seit einiger Zeit über Höchst- preise, die örtlich oder bezirksweise von den amtlichen Stellen für ctnzelne Gemüssartcn festgesetzt sind. Nicht selten werden diese HüchstpreiSsestsetzungen so ausgelegt, als habe sich die Reichsstelle für Gemüse und Obst nachträglich zu einer Aenderung ihres noch im Frühjahr den Hochstpreisfestsetzungen gegenüber ablehnenden Standpunktes veranlaßt gesehen. Bisweilen wird sogar cmge- deutet, die HöchstprciZscstsetzungen seien jetzt ohne Zutun der Reichsstelle oder gar entgegen deren Absicht erfolgt. Beides ist falsch: Zunächst beruhen die örtlich und bezirksweise getroffenen, Preissestsetzungen ausschließlich auf Anordnungen der Reichsstelle. Diese hatte ferner nur— wie auch der Oeffentlich- kcit wiederholt mitgeteilt worden ist— für solche Gemüsearten, die den Gegenstand von Lieferungsverträgen zwischen: Gemeinden und Anbauern bilden können, und zwar für Erbsen, Bobnen, Kohlrabi, Zwiebeln, Kohl und Möhren Höchstpreise be- schlössen. Denn ohne solche wäre der Abschluß und die Erfüllung von L i e f e r,u n g s v e c t r ä g e n der wichtigsten Grund- läge beraubt. Für andere G e m ü s e a r t e n, als für die- jenigen, über die LieferungZverträge abgeschlossen werden können, sind Höchstpreise weder festgesetzt, noch in Aussicht genommen. Das Frühobst bat die Reichsstelle, dem seit dem Vorjahre nahezu allgemein geäußerten dringenden Wunsch nach Wieder- einsetzung des ireien Handels in seine alten Machtbefugnisse nach- gebend, in diesem Jahre von allen einschränkenden Bestimmungen freigelassen,(Darum auch erst der Wucher und dann die Kra- walw. D. Red.)_ Wertsachen der Militargesangcncn. Bei den FestirngSgefä.ig- nisten und Militärgefangenenkompagnien öefinden ssck noch Gelder und Wertsachen, welche'wegen FcblenS näherer Adressen den De- sitzern nicht ausgehändigt werden können, und zwar aus der Zeit vor dem 9. November 1918, Die Bei reffenden wollen sich an die Inspektion der miliiSrischen Strafanstalten Berlin SW. 68, Linden- straffe 31, wenden. Dabei müssen sie genau angeben: Geburtsort und-dawin, den Namen des betr. FeitnngsgesSngnisses oder dt? NümMcr der Militärgefangenenkompagnie, der sie zuletzt angehört häben. ihre jetzige Adresse— sowie die zurückgelassenen Wertsachen oder Guthaben. Die Bvrwärtsspedition Tölz, hiSher Immanuelkirchstr,� 12. bc- findet sich vom 1, Juli an I m m a>> u e l k i r chst c. 42, Läden. Kleinbahnpolizeibeamte für die Straßenbahn. Wie dercitZ seit längerer Zeit ans der Hoch- und Untergrundtahn, so werden jetzt auch auf der Straßenbahn ein Teil der Beamten als Klein- bahnpolizerbeamte vereidigt. Zunächst sind Sä Beamte(Aufsichts- beamte und Iahrmeister» als Kleinbahnpolizeibeamte vorgesehen worden. Sie haben vor allem die Ausführung der zur Aufrecht- erbal tuiig der Ordnung und Sicherheit des Betriebes erlassenen polizeilichen Verordnungen und gesetzlichen Vorschriften� zu über- wachen. Die Nichtbcsolgung der Anordnungen der Kleinbahn- polizeiibeamten gilt vor dem Richter als Widerstand gegen die Staatsgewalt. Gekennzeichnet sollen die neuen Beamten durch ei" besonderes Brustschild„Kleinlbahnpolizeibeamter" werden. Ten Zuckerschiebungrn und dem Wucher mit Süßigkeiten geht letzt das Landespolizeiamt in Verbindung mit der Reichszuckerstelle sckars zu Leibe. Besonders gegen die„wilden" Konfitürengeschäfte, in denen den Wucher am üppigsten blüht, wird vorgegangen. Dau- ernd und fortgesetzt erfolgen Kontrollen und Revisionen, bei denen große Mengen von Süßigkeiten, Bonbons nsw. und Zucker aller Art, die diese Geschäfte unter erheblicher U Überschreitung der Höchstpreise. oft genug zu wabreu Phantasiepreisen verbausen, beschlagnahmt werden. Tie Revisionen führen auch zur Entdeckung von großen Zuckermassen, für die im Schleichhandel Riesenpreise gefordert und gezahlt werden. Die beschlagnahmten Mengen werden solchen Ge- schästen. die als durchaus zuverlässig erprobt sind, zu Großhandels- preisen überwiesen und von ihnen nur mit dem für den Kleinhandel erlaubten Ausschlag verkauft. Diese Kontrollen werden dauernd sortgesetzt. Aus dem Spreckonol gelandet wurde gestern die Leiche eines Mädchens, dessen Persönlichkeit noch nicht bestimmt festgestellt werden konnte. Man fand bei der Toten eine Straßenbahniahrkarte der Linie Köpenick— Berlin aus den Namen Macga Mutiska. Nuftes' ePffn«««' chfiffe der T vaudouer Hoc: eSbrtriebe: Donner!' tag, de» �8, Juli, nachmittags 4 Uhr, Sitzung,.Neue Well», Spandau. Teltowcr Ilraße, Arbeiierrötc der HeereSboti iebe« die dem II??l. K» und Kwrb.toipv un'ei sieben; Mittwoch, den 2. Juli, vorm, 9 Uhr, Sitzung, Stralau, Mar.'glaieiidanim 26. o" Sporipar» Treptow. Di- am 6. Juli zur Abheltunq kommenden Rem cn boten eine«ehr gute Beletzmig gesunden. Für den Große» Preis .der Jndusttie, wcicbcr nur jür Fairer der Extra- und A-Klaffe oiien ist, starten: Baucr Bawke, Lettelbeck und Thomas. Auhcr dieiem Rennen wild noch ein 15- und 25.K>Iometcr.Neniicn für L-Fahrcr abgebattcn, Um muh den Freunden des Fliegcisvoi tS ncrccht zu werden, und drei Fliegcli nmcn voegeie en, in denen das'Aimbindei innen die tzaiirinumnicr bildet. Ein lurzcS Vorgabe«.und ein ElttschädigungSjahreu bilden den Schluß des reichhaltigen Programms. Grosz-Bcrliner Lebensmittel. Lickiterfelde. Tie Frist zur Abnahme auf die 10 Abschniiie Nr. 27a— s entsaltendcn 5 Pfund ftm'offrtrt uno der auf die Nr, SS der grünen LczugSlarte cnisaücndcn 5 Pfund wird bis Donnerstag. 6. In«, verlängert. Pankow. Von beute ad aus den Slammabschnui der Bollmilcbkarie für Juni Aiiickzwieback. Zwiebav und Keks, Es eulsallen aui Buchirabcn Ä ca 250 Giamni Viuchzitürbäck und ein weite: es Paket von ca. 125 Gramm; aui alle ülnigen Siaminabjchnilte ca, 250 Gramm Zwieback oder ftekS'in zwei Päckchen. n ri; Ii Ol z. Die auf UedenSmiiielkarte 32 und 33 angemeldeten Graupen können ron Donnerstag ob entnommen werden. Am Fischkarten Nr,>8 bei den Kaufleuken, bei denen die Voranmeldung au! Graupen gemacht find, je ein Hering(60 Pj.i von Mittwoch ab. Aus Fi'chkarien Nr, 19 von Mittwoch ab bei den gleichen Kaufleulen 100 Äiamm Tilsiter Käse jür 50 Pf, Dp an bau. Von beute ab auf Beziuischein, der von den Schulleitern an die Schuttiilder ausgegeben worden ist, eine Luchst iondensierle Milch. Vereine unö Versammlungen. Zentralitolke für tsjnignuq der Sozialdemokratie. Bezirk Norden, Mittwoch, Tl, Uhr, Mitgliederversammlung bei Nidder, VOiia- strafe 43. Tagesoidnung; Vcrlcht vom Sozialistentag, Referent Genosst Dr. Holpert.— Bezirk O st e n, Ocfstnlliche Vetsammlung Mittwoch, 7V, Uhr, im grohen 2a>l der Piehbos-Pö: st, Eldenacr Str. 37, Referenten: Dr. Nestrieple>U. S, P,), Rabclin i schinenarbelte>- und-arbeiterinnen. Abends 7 Uhr, PharuSsäle, Miillerstr. 112, Stellungnahme unserer Branche zu dem am Sonntag, den 22. Juni d. ff., in der Generatversammlunz angenommenen Antrag betreffs Kollcklioabkommen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.— Autogenschweißer und-schweißerinucn. AbendS 7 Uhr, GewerkichaslshauS, Engeluser 1ö. Saal 5. Stellungnahme zu unseren Lohn- Verhältnissen.— Abends 7 Uhr. Schulaula, Erünthalcr Str. 5. Branchen- »criammlimg aller in Geldschranklabriken bcschästigten Kollegen. Stellungnabme zur neuen Lohnforderung. Mitgliedsbuch legitimier!.— Abends 7 l!qv, bei Böker, Weberltraße 17: Versammlung aller ffnnungsschniicbe Groß- Berlins. Vortrag des Kall. BZ. Hcnichel. PZie wird der Tarif durchgeführt? Bon Banklelkuv.g'n erskaksen tv?r Ue VrkÜkrvng. fiaf die in 5er gestrigen Versammlung der Bankbeamten von einem Redner ge- lerne Aeufferung, die Brrnkleitungen hätten die Verhärtung Karl Emonts betrieben, jeder Begründung entbehre. Soziales. Tuberkulose La.zarcttinsassen und Heilbehandliing. Die Insaffen des Reservelazaretts Versuchs- und Lehrbrauere, Secsir. 12— 13, wenden sich in beziig auf die Hoilstättenbehand- lung für die an Tuberkulose erkrankten Soldaien in einer Re- solutron, der sich auch die- Patienten des Reservelazaretts„Neue daß den ausschließlich an Tuberkulose erkrankten Soldaten eine nach schloffen haben, an das Reichswehrministerium. Es wird betont, legung, daß die Heeresverwaltung die Verpflichtung habe, die in der Lazarettbehandlung erforderliche Kur in einer besonderen Lungenheilanstalt jetzt in den weitaus meisten Fällen überhaupt nicht oder nur nach erheblicher Verspätung ermöglicht wird. Ter Erkrankten, die zum großen Teil Familienvätcr und deshalb auf selbständigen, ausreichenden Erwerb angewiesen sind, babe sich aus diesem Anlaß eine Erregung bemächtigt, die um so mehr begreiflich sei, wenn man berücksichtige, daß diese Kranken vor ihrer Einbe- rufung nach ärztlicher Anerkenntnis nicht tuberkulös waren. Bei einer solchen Sachlage bedürfe es keiner weiteren Dar- lcgung, daß die Heresverwaltung die Verpflichtung habe, die in ihrem Dienst erkrankten Soldaten ausnahmslos einer nach menschlichem Ermessen durchführbaren Gesundung entgegenzu- führen. Tie Heeresverwaltung entschuldige sich mir" der Besetzung der westlichen Gebiete und der dadurch bedingten Entziehung zahl- reicher Herlstätten. Sie vermerkte im Korpsverardnungsblatt vom 11. Mai ISIS, Ziffer I 226. daß aus diesem Grunde vornehmlich nur die dringenden Kurauiträge für die eigentlichen Kriegsbe- schädigten Berücksichtigung fänden. Die übrigen Kranken sollen also aus Gedeih oder Verderb rückstchtslos ihrem eigenen, unbe stimmten Schicksal überlassen bleiben! Gegen ein derartiges, nahezu grausames Verfahren legen die Insassen des Lazaretts die schärfste Verwohung ein. Sie ver- mögen in dem von der Heeresverwaltung angeführten Umstand keinen ausreichenden Grund zur Abstandnahme von der crfoider- lichen klimatischen Heilstättenbebandlung zu erblicken. Die Heeres- Verwaltung habe die Möglichkeit, Heilanstalten in geeigneten Gegenden zu mieten oder sonst durch vrimitive Barackenbauten einzurichten. Tie Lazarettinfassen sprechen die dringende Bitte aus. daß die Regierung im vorliegenden Fall mit größter Bc- schleunigung eingreifen und eine umfassende Unterbringung der an Tuberkulose erkrankten Soldaten in den vorhandenen oder alsbald zu errichlcnden Heilstätten in kürzester Frist veranlassen möge. S?!ef?asten öer Nsöaktion. Jeder für den Drieftastcn bestimmten Anfrage füge man einen Txcdstai'en und eine Nummer bei. Briefliche AuStunfl wird nicht crreilt. Eilige An- fragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenftr. 3, 3. tzaf UMS, 1 Treppen. 1 bis 7. Sonnabends 3 bis B Uhr nachmitiags vor. Schrift stüche und LerNöge sind mitzubringen. R. 48. Tic VerjätirungSsmt ist unterbrochen, ioscrn der Gläubiger oder Schnidncr KrieqStciinebmcr warnt, für die Zeit der.KriegSteilnebrn.r» fchaft.— M. 2. l. WirtschaitSgegeniländr. auch Veiten und Ben- wä'che v et bleiben � dem E bemann.?-r übrige Rachinß ist Teillinnsmasic. 2. Rur die BeerdigungSlosten. 3. Tie Hülste— Zl. 3. 33. Tctettivburean. — Klein-Beitrn. i. u. 2. Fragen Erc beim Amtsooritcder oder Landrat: aml nach.— M. H. 7. Beschweren S ie sich bemr Kriegsminiitsrium.— H. H. U. 1 1. 1. Gemeindevertretung. 2. Nein. 3. Mitglied des Gemeindeooriland-S. - W. 9. ffn der Regel ja.— P. W. 1S9». 1.«ein. 2, ffa. 3. ffullS Ihr Nanie mit dem Buchstaben N beginnt, EntlastungSilelle f. Plan- user 63.— D. 91. 162«.'An die Landesversicherungsanstalt unter Ueber- reickung der AusrechnungSleicheinigungen nnd der letzten Invalidenierte. — I. E. 1873. 1. Obne Kenntnis der Bestimmungen nicht zu bemtei.eu. 2.'An den Magistrat, evtl. mit einer Petition an die Stadtverordneten- versammluna.— R. 9)1. 1898. Fragen Sie der Sicherheit wegen der Lrtspolizeibehörde an, ob die Strafe gelöscht ist, falls nicht, beantrag V Sie dies.—©. F. Wenden Sie sich beschwerdeführend an das Gene:u- kommando des Gardekorps, Abteilung IV BD.— F. R. 100. Die Frage wird gestellt, um die Bedürftigkeit nachzuprüjcn. Eine ipölerc Rück« zahiungSpilicht besteht nicht.— P. 3 t. 3986. 1. und 2. An die sür ffbre"Wohnung zuständige ErwerbSlosensllriorgestelle, die Sie aus dem Revier erfahren. Sie imterlieqen jedoch der Vcrord- nung betreffend Enilasiung Auswärtiger. Freifahrticheiae er- hatten sie durch die Bermittlmig der Erwerbsloiensürlorgestelle. — 9t. 9t. 31. 1. Stein. 2. Rur mit Zustimmung des Arztes. 3. Rein, da ein OrganisalionSzwang nicht besteht. 1. Eine gesetzliche Vorschrist be- siebt nicht. In der Regel verlangen die'Arbeiter- und Angeitellienräte solches, ö. New.— I. P. 30. 1. Nein, sosern Sie die fragliche Aeuße- rung beweisen können und derjenige, der die Erklärung abgegeben hat, berechtigt war, dies im Sinne der Geiellichast zu tun. 2. und 3. Falls eine Zahlungspflicht Ibrerscits bestände, ist der.Kurs von dem Tage maß- gebend, an dem Sie Zahlung geleistet haben. 4. Fragen Sie bei einer Bank an.— C. G. MatilSdorf. 1. Nein. 2. Nein, es mug alsdann so- ioct das MietewigungSaml angcruien werden.— E. K. 83. Befchrverde bei der Eisenbahndirektion, Schöneberger User, eventuell Verkehrs« Ministerium, Boßslraße.— E. R. 4. Leider ja.— F. 3t. Halten Sie beim'Auswärtigen Amt, Wilhelmstr. 75, Nachfrage. 2. Beschwerde beim Ministerium des Innern.— H. 3ch. 100. Fragen Sie beim BitzirkS- kommando. Gciikral-Pape-Siraße, an. 2. Die Wohnung kann vom Truppenteil gezahit werden, wenn Bedürftigkeit vor! egt Ein'Antrag ist an den Truppenteil zu richten.— M. 23. 301. 1. Nein. 2. Ja. Verantwortlich für Politik Artur ßickler, Sharlottenburg, für der. ilbrigrn Teil des Blattes: Alfred Scholz. Neukölln: wr Anzeigen: Thrador Glocke, Berlin. Lerlag: i VorwärtS-Verlaz G. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und VerlagSanftait Paul Einger u. Co in Berlin. Bindenstraße 3. Ein H Fieudentag Wasciitag mit dem patentierten, vollkommen selbsttätia arbeitenden„Lleblgs" DampNWasch- Automaten, der dauernd Arbeitszeit, Arbeits /** lobn, Seile und Feuerung er- Ho soart und in jedem Raum für Wk Grs- und Küchenherd benutz- B bar ist, ohne jede Bedienung,\S größte Schonung der Wäsche, is se.bst mit den markenfreien Sedenersatzmitteln, wovon wir aar. Bestbewährte auf-Wunsch liefern. Die Aitschaftung wird evtl. auch durch bequeme Zahlungs- weise erleichtert. Preis je nach Größe und dem zurzeit in Frage kommenden Teuerungdzuschlag von 61 Mark an. 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