Nr.33A.36.Iahrs. Bezugspreis i Dierteljiihrl. L.— ML, monatL 8,— 8RL frei ins Haus, voraus zahlbar. Post- bezug: Monatlich 8,— ML. ejO. Zustellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 62> ML, für das übrige Ausland ist 2Z ML, bei täglich einmal. Zustellung 8.2b ML Pastbestellungen nehmen an DänemarL Holland. Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Poft-Zeitungs-Preislilt«. Der„Bormiirts" mit der Sonntag»- beiiag?»Boll u. gc.i" erscheint wochen- iägtuu zweunall Sonntags einmal. Telegramm-Adresse: �Sozialdemokrat veclw«. MorgenAnsgabs. berliner Oolksbleitl. Anzeigenpreis: Die achtgelpaltene Sionoarctllezeile kostet 1.20 Ml„kleine Anzeigen-, da« tetlgedruckte Wort SO Pig. liulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes wettere Wo« 2b Pfg. Stellengesuche und Echlafstrllenanzcigen das erste Worl tO Psg. lebe« weitere Wort 20 Psg. Worte über lb Hullzstabcn zählen siM�..-. zwc, Worte. Teuerungszuschlag bO°?z Famtlien> Anzeigen, oolittsche»nd g»«verlschalliiche Vcrelnb- Anzeige» lM Ml die Zeile. Anzctgen für die »ächste Nummer müssen bis ü Uhr nachmittags im Hauptgeschäfi. Berlin SW 88, Lindenstraste 8. abgegeben werden. Deösfnel von 9 Uhr früh bi« b Uhr abends, �entralorgan der rozialdcmokratifchcn Partei Dcutrchlands. Neüaktion und Expedition: SW. eS, Lindenstr. 3. (vernfurrrficr: Amt Mor.ttpiav, Nr.»."»l itv— läl 37. Mittwoch, den Ä. Juli 1N59. vorwärts-verlag G.m.b. H., SW. H8, Lindenstr. Z. Zhernivrecher: Amt Monttpiafc, Nr. 117 33—54. Androhung der Enuaffung. Wie uns von amtlicher Seite mitgeteilt wird, ist die Loge des Eisenbahnetstrciks im wesentlichen unverändert. Der Streik hat sich zwar nicht verschärft, aber er ist auch nicht abgeflaut. Ter Verkehr, namentlich die Versorgung der Berliner Bevölkerung mit Lebensmitteln ist bedeutend gestört. Auch die Kohlenzufuhr hat be- reits gelitten. Aus diesen Gründen glaubt die Regierung, die überzeugt ist, daß es sich nicht um einen Lohnstreik, sondern um einen Streik mit politischen Zielen handelt, energisch eingreifen zu müssen. Der Minister der öffentlichen Arbeiten erläßt folgenden Aufruf: . Den Wünschen der Eisenbahner folgend stellt die Regierung wertvolle Auslandslebensmittel zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen zu'' Verfügung, die einen Aufwand von IM Milliarden erfordern und vem gesamten Bolke zugute kommen. Damit hat sie das Aeußerste getan, was nach Lage der StaatSfinanzen möglich ist. Sic wird aber auch weiterhin ihrem Personal zu helfen bemüht bleiben, soweit die allgemeine Rot des Volkes dies irgend erlaubt. Die Demokratisierung der Eisenbahnverwaltung erfolgt in voller vebereinstimmung mit den gesetzgeberischen Borgehen im Reiche und den Anschauungen der Landesvcrsammlung. Durch die Einführung der Betriebsräte auf Grund des ReichsgesetzeS wird dem Personal ein weitgehendes Mitwirkungsrecht eingeräumt. Sämtliche Eisenbahncrorganisationen haben ausdrücklich er- klärt, dasi sie den scgcuwärtigen Streik nicht billigen. Auch sonst haben weite Kreise des Personals wiederholt betont, daß die Ar» beit wieder aufgenommen würde, sobald der Streikerlaß des Reichs- wchrministeriums, durch den sie sich in ihrer Arbeitsfrciheit be- einträchtigt fühlten, aufgehoben sei. Im Vertrauen auf diese Zu- sichcrungcn ist der Erlaß aufgehoben worden. Trotzdem wird der Streik fortgesetzt. Abgesehen davon, daß die Arbeiter große Lohnausfälle er- leiden, daß die streikenden Beamten krast Gesetzes ihres Dienst- einkommens für die Tage der Arbeitseinstellung verlustig gehen, sind die Folgen für die Allgemeinheit unabsehbar.' All? Zufuhr nach Nerlin kommt tocticn der BctricbscinstcllilNl; nttf den Bahnhöfen ins Stocken. Gesten WOst Waaen allein für Berlin sind auf weiten Strecken unterwcsts zum Stillicsten gekommen. So müssen wertvolle Lebensmittel zu Grunde gehen, Vieh muß unterwests verhungern, Fischscndungcn verderben. Der Streik würde es aber auch verhindern, daß die vorbereitete Senkung der Lebensmittelvreise und die Verteilung der verbilligte« Rationen allseitig und rechtzeitig durchgeführt werden können. Hierdurch wird nicht nur die Ernährung der Millioncn-Großstadt Berlin, sondern auch der gesamte Bolkskörper aufs schwerste be- droht. Angesichts der furchtbaren Lage, in der sich der Staat in- folge deS unglücklichen Ausgangs des Krieges befindet» muß jetzt das Wirtschaftsleben unbedingt und mit allen Mitteln wieder in Gang gebracht werden, um das Land vor dem völligen Znsammen- bruch»nd die Bevölkerung vor weiterem Hunger zu bewahren. Schweren Herzens, aber im Bewußtsein der ernsten mir vor dem Volke obliegenden Verantwortung sehe ich mich daher genötigt, nunmehr die Aufnahme des Betriebes mit äusserstcn Mitteln durchzusetzen. Die Beamtenschaft ist sich zum allergrößten Teil ihrer Pflicht gegenüber dem Volksqanzen bewußt und bestrebt, gemeinsam mit zahlreichen gseichgesinntrn Arbeiter» den Verkehr vor dem Er- liegen zu bewahren. Alle diese Kreise der Beamten und Arbeiter werden eS mit mir nicht nur als notwendig, sondern rS geradezu als eine Er- leicheernng des aus ihnen lastenden seelischen Druckes empfinden, wenn ich nunmehr folgendes bestimme: Arbeiter, dir nicht bis spätestens am Donncrstast, den 3. Juli, ihren Dienst wieder aufnehmen, sind entlassen. Ebenso erhalten Beamte, die nicht bis zu dem gleichen Tage ihren Dienst wieder aufnehmen, ihre Entlassung nach den disziplinarischen Beftimmunsteu. Für die Sicherung der Arbeits freiheit ist Sorge getragen. O e s e r. Eupen unö Nlalmeöp für üas Reich. Wie die„P. R.* erfahren, stößt die Agitation mit dem An'chluß an Belgien in den Kreisen Eupen und Mal» medy auf bestigen Widerspruch. Die Arbeiter und Klein» dauern, aus die es bei der Abstimmung in erster Linie ankommt, haben bereils mehrfach erklärt, beim Deutscheu Reiche bleiben zu wollen. �ntiüeutsche Ausschreitungen in Spa. Steine und Schimpfworte. Spa, 30. Juni. Obwohl den englischen und den belgischen Behörden bekannt war, das? der Abtransport des Hauptteils der Waffcnstillstandskommission heute abend nenn Nhr erfolgen werde, haben sie starke deutschfeindliche Kundgebungen und Ausschreitungen vor dem Hotel, in den Straßen der Stadt und vor dem Bahnhof nicht verhindert. Johlen, Pfeisen und Schreien und feindliche Rufe erfolgten. ES wurden auch einzelne Steine gegen die von dem Hotel abfahrenden Automob'le geworfen. Obwohl einige kleinere Steine die Insassen trafen, gab es glücklicherweise keine Verletzungen. Die Glasscheibe eines Auto- mobils wurde zertrümmert. Die Haltung der englischen und bclgi- schen Polizei und der Soldaten war tadellos; am Bahnhof fand sich der englische General Green persönlich ein� Das wenig zahlreiche Aufgebot war jedoch gegen die Menge inachtlos, die anscheinend von auswärtigen Elemente» noch weiter aufgehetzt wurde. Ein von der belgischen Zioilbehörde trotz E�uchcus der belgischen Gen- darmcrie nicht verbotener Umzug mit Musik trug auch zur Aufreizung der Einwohnerschaft bei. Nach den Vorkommnissen in Versailles hätten die englischen und belgischen Militärbehörden weit umfassendere Borlehrungen treffen witffcii. Ratifikation ües Zneöensvertrages in Frankreich. Clemenceau: Tie Revanche ist crrunsten. Paris, 1. Juli. Nach einer Havasineldung legte Ministerpräsident Clemenceau der Kammer den Gesetzentwurf betreffend Nati- fizierung des Friedensvertrages mit Deutsch» land, sowie das englisch-französische und das amerikanisch-franzö- fische Abkommen vor. In seiner Rede jährte Clemenceau u. a. aus: TaS Werk Frankreichs und seiner Verbündeten ist ein Werk des Segens nach einer Drohung, die die Well in Todesgefahr führte. Wir wollen diesen Frieden mit starkem Wille», den nichts zum Wanken bringen soll. Wir wollen diesen Frieden zur Ausführung bringen, wie wir den Krieg geführt haben, ohne Schwäche, ohne theatratische Geste. Dieser Friede ist die Abrechnung zwischen den alliierten und den» jemgen Naiioncn. denen wir ihn anferlegcn. Der allgemeine Friede wäre aber nur ein Trugbild, wenn wir nicht fähig wäre», dem äußeren Frieden den inneren an die Seite zu stellen. Wenn der Geist der Streilfucht im Innern weiter lebt, wird der Friede verralen im Augenblick, wo wir ihn sichern wollen. Der innere Friede kann nur durch Arbeit, durch Gerechtigkeit gewonnen werden. Die militärische Revanche der Republik ist errungen. Es ist schlimm, daß immer noch im Innern Konflikte leben. Konflikte bei anderen Böllern zeigen uns, daß sie einen Verlust von Energie bedeuten. Frankreich steht ausrecht, stark und kräftig, stark im Willen zur Gerechtigkeit, stark in der Tugend seiner großen Soldaten. Zur Vollendung der nötigen Wiederherstellung wollen wir einträchtig bleiben. Haag, 1. Juli.(H. N.) Aus Paris wird gemeldet: Bei seinem Erscheinen in der Kammer wurde Clemenceau mit lautem Jubel begrüßt. Die Mehrheit der Abgeordneten erhob sich von ihren Sitzen. Nur die S o z i a l i st e n nahmen eine kühle feindselige Haltung ein. Die Rede Clemenceau rief lauten Beifall hervor und wurde nur.von den Sozialisten einige Male umerörochen. Es hat mehr und mehr den Anschein, daß die softe- matische Opposition der äußersten Linken einen geschlossenen Block der anderen Parteien um Clemenceau entstehen läßt. Aus Kreisen, die mit Clemenceau in enger Verbindung stehen, wird gemeldet, daß es wahrscheinlich ist, daß der M i n i st e r p r ä s i d e n t erst nach der Neuwahl der Kammer aus seinem Amte aus- scheiden wird._ /lmerikanisch-ftanzöfistbe Zusammenstöße. Steinwürfe wie in Versailles und Spa. Haag, 1. Juli.(H. N.) Aus Paris wird gemeldet: Die Pariser Ausgabe der„Chicago Tribüne" meldet, daß in Brest ernste Zusammen st öße zwischen französischen Ma- rinesoldaten und amerikanischen Matrosen statt- aenindcn f�ber. bei denen es viele Verwundete gab. Der Korre- spondent erklärt iveiter: Als ich Brest verließ, wurde die ameri- konische Militär kommission von der Menge mit Steinen beworfen. Gestern demonstrierte eine große Menge vor den Hotels, in denen die Amerikaner vermutet wurden. Die Ursache der Ereignisse ist noch unbekannt. Keine Abreise Wilhelms. Das.RIgemeen HandelSblad' in Amsterdam wird von oifiziöser Seite e? sucht, die Meldung von einer beabsichtigten Abreise des vormaligen deutschen Kaisers auf das bestimmteste zu dementieren. Die Eisenbahner werden mißbraucht. Es wird kaum einen Menschen in Teutschland geben, der nicht Verständnis für die Notlage weiter Arbeiterkreise emp- findet. Aber bis auf die kleine Zahl der Kriegs- und Revo- lutionsgewinnlcr und-schieber leidet das ganze Volt unter den Folgen der Verarmung Deutschlands. Besonders hart ist die Notlage derer�die nicht durch das Mittel, des Streiks ihr Einkommen fortgefetzt vergrößern kennen. Wie denken dabei an die Witwen und Waisen, an die Alters- nn a Invnlidcnrentner, an die Kriegsbeschädigten und an nie Peru. sionäre. Jeder hStreik, der zi»� weiteren Lobiierhötumg?-t großen Stils und damit zur Hevansgabe neuen Papiergp.nd? und zur weiteren Geldentwertung führt, ist ein B � r i a r e- chen an der Lebenslage jener A e r>n ii e n. Ein allgemeines völkisches S o l i d a r i � ä l s- gefllhl sollte verhindern, daß sich einzelne Kategorien rück» sichtslos über die Lebensnotwendigkeiten � anderer hinweg- setzen und ohne Mitgefühl für diese, einseitig auf deren Kosten, ihre Lebenslage verbessern. Wir sind seit dm Tagen der Revolution in T entschland nicht reicher sondern ärmer geworden. Wir produziere!'. heute bei weitem nicht das, was wir zu einer a-usreickende!' Lebenshaltung unseres Volkes notwendig haben. Die atlge- meine Erschöpfung Deutschlands legt uns große, ernste Vilich- ten auf. Wenn wir von Solidarität sprechen, so bedeutet i?r das Eintreten oller für alle. Niemand hat da• Recht, sich diesen allgemeinen Verpflichtungen zu entziehe,-. Aus der Armut können uns nicht die Streiks heraufhelfen. sondern nur h ö ch st g e st e i g e r t e Arbeitsleistung Die Wirkungen der Streiks können nicht Produktion', ferderui sein. Woran wir leiden, ist nicht das zu geringe Aldeiker- einkommen, sondern der Mangel an Lebensaütern. Tieie gilt es zu beschaffen, wenn wir aus den, Schlvmm Hera■. komnien wollen und wenn wir die Verpflichtungen, die rn;■ der Friedensvertrag auferlegt, sollen erfütlm toimen. Jeder Stre-ktag ist unwiderbringlicher Verlust. Wenn 5t) Mi Ar- buter streiken, deren tägliche Arbeitsleistung mit 2t> Mark bewertet wird, so bedeutet jeder Tag dieses Streits eine weitere Verarmung Deutschlands um jedes- in a l eine Million Mark. Wer das Unglück dieies Wahnwitzes nicht einsehen kann, muß aus der Reihe der vernünftigen Menschen gestrichen werden. i�ie Eisenbahner sind überzeugt, daß sie mit ihrem Streik lediglich ihren wirtschaftlichen Bedürfnissen diene». ES ist aber jedermann klar, daß sie von gewissenlosen Hetzern statt zur Geduld ermahnt zu werden, künstlich� bis zum Brechen mit� Unzufriedenheit angefüllt worden sind, und daß man sie in den Streik getrieben hat, um damit da Wirtschaftsleben Berlins und das physische Leben der Berliner Bevölkerung erschüttern und aus der dadurch entsiehmdeu Notlage Kraft für besondere politische und äuf den Um- stürz der gegenwärtigen Staatsordnung gerichtete Ziele zu' erreichen. Ter gute Glaube der Eisenbghuer wird schändlich mißbraucht, und es wird höchste Zeit, daß diese sich aufraffen, um die Unglücksbringer, die aus ihrer Haut Riemen schneiden wollen, ganz energisch abzuschütteln. Die Eisenbahnerorganisationen wissen, daß den nnvern antwortlichen Drahtziehern das Schicksal der Eismbahnr- völlig gleichgültig ist. Sie haben es-abgelehnt, diesen Streik weiter mitzumachen, und der Eisenbahnführer B r u n n e r bat in Nürnberg auf dem Eewerkschastskongreß offen ausgesprochen, daß es„im g e g c n w ä r t i g e n Augen- blick ein Verbrechen an, deutschen Volte ist, zum Streiks auf zu forder n." Vruuner hat weiter gesagt— und das beleuchtet schlaglichtartig die wahren Absichten derer, die die Eisenbahner in den Streik gehetzt haben.— daß man die Eisenbahner noch bevor Verhandlun- gen stattfanden, zum Streik verleitet hatte. Im preußischen Staatshaushaltsausschuß, wo über die Eisenbohuerforderun- gen verhandelt worden ist, hätten alle Parteien den An- trag unterstützt, den Eisenbahnern so weit wie ni ö g I i ch e n t g e g e n z u k o in ni e n. mit Ausnahme der Vertreter der unabhängigen S o z i a l d e in o k r a- ten. Denen lag es also gar nicht daran, den Eisenbahnern zu helfen. Im Gegenteil I Ihre Not tollte nach dem Willen der Unabhängigen nicht gelindert werden, weil dadurch viel leichter die Eisenbahner in eine Verzweiflungsstimmung hätten versetzt werden können und das Ziel der Staatserschüt- terung leichter zu erreichen gewesen wäre. Es liegen eine ganze Reihe anderer Beweise für das elende Spiel vor, daß hier mit unschuldigen Arbeitern zum Schaden der deut- schen Wirtschaftskraft getrieben wird. Die kommunisti- f<0c tt Kcfvcit und' Flugblatter spreTen offen lW� daß man politisHo Absichten mit der Unzufriedenheit der Eisenbahner verfolgt. Und in einer Versammlung haben sogar mehrere Redner ausführen tonnen, daß es notwendig sei, die L e- bens m ittelzu fuhren für Berlin zu sperren. Gegen solche Verwilderung muß mit aller schärfe Front gemacht werden. Wo das Wohl des Volkes auf dem Spiele steht, wo Unschuldige frivol der Gefahr des Hungers ausge» liefert werden, hören alle Rücksichten auf. In linksradiralen Arbeiterkreisen wird häufig gesagt, daß der„Vorwärts" aufgehört habe, ein Arbeiterblatt zu sein. In jenen Kreisen aber heißt Arbeiterblatt unverant- wörtliches Heyblatt sein. Das sind wir nicht und das wollen wir nicht sein! Wir treten immer und überall für die Be- seitigung von Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen ein, unter denen die Arbeiterschaft einseitig leiden soll. Wir würden aber ein miserables Arbeiterblatt sein und müßten jeden Anspruch auf den Charakter eines zvahren Volksblattes ver- lieren, wenn wir dort, wo höhere Interessen des ganzen Volkes aus dem Spiele stehen, uns borniert und lediglich von Popularitätshaschcrei getrieben diesen Jntcr- essen verschließen würden. Wir wissen mit den Massen, die noch vernünftigen Er- wägungen zugänglich sind, daß die Zukunft des deutschen Volkes und das Schicksal der repub litauischen Freiheiten da- von abhängen, daß wir zu eiserner Disziplin und Selbstbeherrschung und selbstloser, nur auf den Aus- gieg des Dolksganzen gerichteten Arbeit zurückkehren. Es gehört kein Mut, sondern nur ein großes Maul, kein Verstand, sondern nur ein weites Gewissen dazu, die Arbeiter- schaft zu betören und ins Unglück zu jagen. Wir nehmen unsere Aufgabe zu ernst, als daß wir uns damit begnügten, die Arbeiterschaft mit billigen Agitationstiraden zu füttern. Und wir sind auch nicht gewissenlos g e» nug, um nicht mit aller rücksichtslosen Schärfe gegen den Mißbrauch Front zu machen, der im Falle des Berliner Verkehrsstreiks mit den Eifenbahneru getrieben wird. Ungarn in Oefahr. Sieg der alliierten Goldköuige. Budapest, 30. Juni. Nach einer Meldung des Ungar. Telegr.-Korr.-Bureaus veröffentlicht di: NLteregicrung eine« Aufruf an alle Saldaten der Roten Armee, worin gesagt wird: Die Interessen drS proletarischen Baterlandes machten es notwcu- dig, nicht weiter vorwärts zu gehen, sondern eine» Teil der in ruhmvollen Schlachten eroberten Gebiete zu verlaffen und sich auf ein anderes Gebiet zu begeben, das gegenwärtig die ran» be rifchcn Truppen der rumänischen Bojaren besetzt hielten. Man « eiche nicht zurück vor den tschechoslowatischen Imperialisten, man ha be eS zu tun mit der gesamte« Macht der französischen, englischen und amerikanischen Geldkönige, die ihren großen Sieg ausnützte». Maßenhinrichtungen in Luöapeft. '.Warnung des italienische» Kommandanten. Wie«, 1. Juli. Dem.Neuen Tag" zufolge befinden sich unter den u n g a r i s ch e n F l ü ch t I i n g e n, die in den letzten Tagen hier eintragen, auch der Volksbeauftragte Kunffq sowie mehrere andere Bolj'chcwisten. Die Blätter veröffentlichen die Antwort des Kommandanten der italienischen Delegation in Budapest Romanelli a n 5t u n, in der er ihn nochmals auffordert, nicht mit übertriebener Strenge gegen die polinschen Gegner der jetzigen Regierung borzu- r,cheii. Er lem Grade besitzen. Der Kraftfahrer z. B. braucht bestimmte Eigen- schaffen des Gedächtnisses und der Auffassung, der Maschtzwnschlosser eine gewisse Handgeschicklichkeit und technisches Verständnis. Mir solcher Auslese der Bestgeeigneten ist den Interessen des Unter- nehmecs und, wenigstens in gewissem Sinne, auch denen des Ar- heitres gedient; deng auch diesem letzteren wird ja durch da» Be- stehen einer solchen Eignungsprüfung gewissermaßen dafür garan- tiert, daß er in diesem Berum einmal etwas Tüchtiges zu leisten imstande sein wird; die Gefahr, eines Tages umsatteln zu müssen, wird zum minbesten verringert. Trotzdem liegt schon hier ein Unterschied zwischen den Jnter- essen der kapitalistischen und denen der sozalistischen Gesellschaft vor; denn, so müssen wir fragen, was wird aus denjenigen, die eine solche Eignungsprüfung nicht bestehen? Der kapitalistische Unternehmer braucht sich um das Schicksal derjenigen, die er als für seinen Betrieb untauglich gesunden hat, nicht weiter zu küm- mern. Wohl aber hat die sozialistische Gesellschaft ein Interesse daran, nicht nur daß jeder Betrieb die für ihn bcstgceigneftn Arbeiter erhält, sondern daß auch umgekehrt fedir Mensch in einen Beruf geführt wird, für den er nach Maßgabe seiner körper- liehen und geistigen Kräfte bestgeeignet ist. Mit anderen Worten: die oben geschilderte Berufs auslese ist, wenn sie nicht zu gerade» zu gcsellschaftsgesährdenden Folgen führen soll, zu ergänzen durch eine positive Berufsberatung. Der in den Schulen jetzt ein- geführte«Aufstieg der Tüchtigen" betrifft nur die«ine Seit« dieses Problems, insofern als er den intellektuell besonders Befähigten die Möglichkeit einer ihrer höheren Intelligenz entsprechenden wissenschaftlichen Ausbildung gewährt; außerdem gibt es aber auch unter den Menschen von gleichem Grade der Intelligenz, noch solche, die durch besondere Anlagen und Interessen mehr für den Beruf des Technikers oder mehr für den des Juristen, mehr für den Post- und Eisenbahnbeamten oder mehr für den des Werkzeug- schlossers berufen erscheinen. Außerdem ist die Intelligenz in manchen Berufen viel weniger auSschiaggebend für die Berufs- eignung als andere spezifische Eigenschaften. Die wissenschaftliche Psvchokogie dürfte sehr wohl in der Lage sein, den Staat bei der Erfüllung dieser Ausgabe zu unterstützen; ja ihm sogar die restlose Erfüllung dieser Aufgabe, jeden Man» an die richtige Stelle zu setzen, erst zu ermöglichen. Aehnlich liegt es mit anderen Fragen, deren wissenschaftliche Behandlung zwar zum Teil in Angriff genommen wurde, aber unter einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung zu praktischen Folgerungen nicht führen konnte; ich meine die Fragen zeZ Arbeitslohnes und der Arbeitszeit. Für eine kraß kapitalistische Ge- sellschaft sind diese Fragen ja sehr leicht zu beantworten: mö.zlichii geringer Lohn, möglichst große Arbeitsintensität und möglichst lange Arbeitsdauer. Die sozialistische Gesellschaft, die ja neben anderen auch Unternehmerinteressen hat, kann natürlich nicht ein- fach diese Antworten in ihr Gegenteil verkehren, indem sie überall groß statt klein und klein statt groß setzt! Dann würden alle Räder still liegen! Die Antwort ist anders zu geben. Suchen wir zunächst die „richtige" Bemessung der Arbeitszeit und die Arbeitsintensität su bestimmen. Der kapitalastische Betrieb sucht die Arbeit möglichst zu fvrzieren; er bedient sich dabei auch auf wissenschaftlicher Grund- läge geschaffener Hilfsmittel, die etwa ebenso wirken wie ein Schrittmacher bei Aadrennen; es ijt ilstn dabei gleichgültig, ob ffanüelskammern unö wirtschastsrate. Keine Rücksicht auf die Arbeiterräte in Preusien. Man schreibt uns: Ein bedeutungsloser Vorgang, das Er- suchen der preußischen Regierung an die Landesversammlung um nachträgliche Genehmigung einer Verordnung ans dem Jahre 191S über den weiteren Aufschub der Neuwahlen zu den Handels- kammern war vor einiger Zeit von der Fraktion der Unabhängi- gen zum Anlaß genommen worden, um die Regierung um schleu- rüge Vorlage eines Gesetzes über die Aenderung des Wahlver- fahrens zu den Handelskammern zu ersuchen. Gelegentlich der Verhandlung dieses Antrages in der Plenarversammlung war von unserem Genossen Lüde mann bereits darauf hingewiesen worden, wie bedenklich dieser Antrag sei, weil er jede Rück- s i ch t n a h m e aus die durch die Arbeiterräte zu verwirk- lichende Beteiligung von Arbeitern und Angestellten an der bis- her ganz einseitig von den Unternehmern ausgeübten Vertretung von Handel und Industrie vermissen lasse und lediglich eine Be- festigung der Handelskammern in ihrer alten Rolle bewirken könne. Wie begründet diese Stellungnahme unserer Fraktion war, hat sich jetzt bei der Beratung des Antrages im Ausschuß für Handel und Gewerbe ergeben. Die bürgerlichen Parteien benutzten die Gelegenheit, um von dem Handelsminister die baldige Einbringung eines neuen Handelskammergesetzes in einer Form zu fordern, die ebenso wie die zusagende Erklärung des persönlich anwesenden Herrn Fischbeck von den berechtigten Wünschen der Arbeiter und Angestellten überhaupt keine Notiz nahmen. Auch die Vertreter der Unabhängigen wußten hierüber nichts zu sagen. Lediglich die Redner unserer Fraktion haben sich in wiederholten Aeußerungen entschieden dafür aus- gesprochen, daß bei der Regelung der Handelskammerfrage unbe- dingt auf die revolutionäre Errungenschaft der Ar- beiterräte Rücksicht genommen werden müsse. Die öffentlich-rechtliche Vertretung von Handel, Gewerbe und Jndu- strie sei den von der Reichsregierung geplanten Wirtschaftsräten vorzubehalten, in denen die Handels- und Gewerbekammern nur einen Teil, nämlich die Vertretung der Unternehmerseite, dar- stellen können. Die Vertreter der bürgerlichen Parteien wagten nicht, sich offen gegen diese Lösung auszusprechen. Sie gaben auch zu. daß die Handelskammern ebenso wie die Gewerbekam- mern auf die Grundlage eines Reichsgesctzes gestellt werden müßten, aber ihre Angst vor der Verwirklichung der Pläne, welche da? Reichswirtschaftsministerium vertritt, veranlaßte sie, mit allen Mitteln nach einem Weg zu suchen, der mindestens eine Absch w ächu n g der zu erwartenden R e i ch s gesetzgebung durch ein noch vorher zu verabschiedendes Handelskammer- Gesetz für Preußen nicht ausschloß. von unseren Ge- nassen gestellten Anträge, welche von dem Preuß. Handelsmimster eine„Rücksichtnahme auf die bevorstehende Reichsgesetzgebung über Arbeiter- und Wirtschaftsräte" verlangte, verfielen infolge- dessen der Ablehnung, und übrig blieb nur das Ersuchen an die Preußische Regierung, der Landesversammlung tunlichst bald ein neues Handelskammcr-Gesetz vorzulegen. Die Erfüllung dieses Wunsches dürfte, da nach den Erklärungen des Herrn Fisch- beck der Entwurf bereits so gut wie fertig ist, auch wohl nicht lange auf sich warten lassen, während andererseits leider zn be- fürchten steht, daß die erheblich schwierigere Frage der neuen Wirtschoftsräte wohl noch längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Welcher zweifelhafte Dienst den Arbeiterräten durch das unüber- legte Vorgehen der Unabhängigen in der Preußischen Landes- Versammlung erwiesen worden ist, dürfte hiernach für jeden Ein- sichtigen klar ersichtlich sein. Aur Verhaftung Emonts. Eine Erklärung der Staatsanwaltschaft. Berlin, 1. Juli. Der Erste Staatsanwalt beim Landgericht I Berlin erläßt folgende Erklärung zur Verhaftung de» Bankbeamtenführers Emonts: In der Oeffentlichkeit. insbesondere in den Kreisen der Bank- beamten, ist vielfach die irrige Annahme verbreitet, als ob die Ver- hastung von Karl Emonts auf feine Tätigkeit in der Wirtschaft- lichen Bewegung der Bankangestellten zurückzuführen sei. Es ist sogar die Vern:utung aufgetaucht, daß von der Arbeitgederseite im Bankgewerbe auf die Verhaftung des Emv»ts hingewirkt war- und in welcher Zeit der Arbeiter ausgepumpt rnd abgenützt wird; denn der Ersatz deS Arbeiters durch frische Kräfte bereitet ihm keine Unkosten. Daö sozialistische Unternehmen dagegen hat ans verschiedenen Gründen, die ich hier nicht näher darzulegen brauche, ein Interesse daran, jede Arbeitskraft so lange wie möglich unge- schwächt zu erhalten. Die Arbeitszeit, die Einteilung der Pausen, die Arbeitsintensität müssen also derart bemcsjen sein, daß keine Abnützung des Arbeiters stattfindet, mit anderen Worten, daß der Arbeiter an jedem Tage(oder zum mindesten an jedem Man- tag) seine Arbeitsstelle wieder in demselben Zustande einnehmen kann, in dem er sich Tags zuvor(oder eine Woche zuvor) befunden hat. Das ist eine wissenschaftlich klare Fragestellung, deren Be- antwortung aus Grund wissenschaftlicher Festttellungen durchaus möglich sein wird. Die angewan-de Psychologie, die sich mit der körperlichen(Muskel-) Ermüdung und die angewandte Psycho- logie, die sich mit der geistigen(z. B. Aufmerksamkeit-) Ermüdung beschäftigen haben hier z. T. gemeinschaftliche Aufgaben, die aber jedenfalls von einer dieser Wissenschaften allein nicht voll- ständig gelöst werden können. Die Antworten, die heute gegeben werden: 8-stündiger Arbeitstag, 6-stündiger Arbeitstag usw., die Zahl und die Dauer der Arbeitspausen sind zum Teil rein„ge- fühlsmäßig" und beruhen zum Teil wenigstens auf vermeintlichen praktischen Erfahrungen und ökonomischen Erwägungen, die aber allein nicht entscheidend sein können. Wenn heute jemand kommt und den 4-stündigen Arbeitstag verlangt, so wird er auch Gründe ähnlicher Art dafür anführen können. Eine eingehende wissen- schaftliche Behandlung dieser Frage mühte zu einer eindeutigen und begründeten Antwort unter dem obenformulierten Gesichts- punkte führen, d. h. das Maximum per täglichen Arbeitszeit und die zweckmäßigste Verteilung der Arbeitszeit über den Arbeitstag fest- stellen, wobei es dann dahingestellt bleiben kann, ob sich nicht aus anderen Gründen eine Herabsetzung unter dieses Maximum emp- fehlen kann. Eine solche wissenschaftliche klare Antwort liegt noch nicht vor. Nur soviel scheint festzustehen, daß sich eine allge- meine, für alle Berufe und Beschäftigungen in gleicher Weise gültige Antwort schwerlich wird finden lassen, und daß somit der wissenschaftlichen Forschung hier ein großes und weites Arbeus- selb vorliegt. Sehnlich liegt es für daS Lohnproblem. Auch hier kann heute die Antwort„möglichst hoher Lohn" nicht ohne weiteres befrie- digen, besonders auch deshalb, weil vom Arbeitslohn ja auch der Preis der Ware abhängig ist, und dieser sich nicht unendlich steigern läßt. Nach dieser beispielsweisen Aufzählung von Problemen, deren Lösumg der sozialistische Staat von der angewandten Psychologie erwarten dürfte, müssen wir nun ftagen: ist die angewandte Psychologie beute schon in der Lage, die fertigen Antworten zu geben? Diese Frage müssen wir verneinen. Ja, die Psycho- logie ist heute nicht einmal imstande, die Bearbeitung dieser Aufgaben in dem e.rforderlichen Maßstabe in Angriff zu nehmen. Es ist notwendig, an eine solche Bearbeitung mit allen wissen- Nr. 332 ♦ 36. Jahrgang Seilage öes Vorwärts Mittwoch, 2.?uli 1919 10. öeutfther Gewerkschaftskongreß. 2. Verhandlungstag. Nürnberg, den 1. Juli. � Als heute früh die Beipredivng über den Reckienfckiastsbericht eröffnet wurde, stürzten si-ii ganze Scharen von Delegierten, die sich bereits vor dem Vorstandstisch aufgepflanzt hatten, vor und es ent» wann sich ein stürmischer Kampf, um als erster in die Rednerliste eingezeichnet zu werden. D i sz m a n n- Frankfurt a. M. stellt den Antrag, abwechselnd einen Redner für und einen gegen sprechen zu lassen. Der Antrag wurde aber wiederum abgelehnt. B r e y- Hannover sFabrilarbeiterverband) begründete die Ent- schliegung der Vorsiändckonferenz gegen den Nosleschen Streikerlatz. Er glaubt im Namen des ganzen Kongresses die Forderung aus- sprechen zu dürfen, datz in Zukunft solche Matznahmen auf dem Ge- biete des Arbeiterrechts nur erfolgen nach vorheriger Rücksprache >n u Gewerkschaflsverlreterm Wenn der gute Noske sich erinnert hätte, datz wir in Deutschland zur Vertretung der Arbeiterinteresien eine Generalkommission baben und datz die Eisenbahner eine Organisa» limr haben und wenn er sich an diese gewandt hätte, dann wäre ihm ein anderer Rat gegeben und er wäre nicht in die fatale Lage ge- kommen, datz man gegen ihn den Vorwurf erhoben hätte, gegen Arbeiterinteressen gehandelt zu haben und datz er nach 48 Stunden seinen Erlatz ivieder aufbeben mutzte. Die Vorftändekonferenz ist dem alten taktischen Kampfmittel der Gewerkschaften gefolgt, datz nicht unter allen Umständen gestreikt werden müsse, sondern datz allen Einstellungen Vermche vorausgehen müssen, zu einem Ver- gleich zu kommen. lSehr wahrst Die Mehrheit des Kon- grestes wird mir zustimmen, datz mit dem Stärkezuwachs der Geweikschatteu es geboten ist, datz erst recht die alte Taktik ver-olgt wird. sLebhafie Zustimmung,) Die Annahme ist ja nicht ganz von der Hand zu weiien, datz beim letzten Eisenbahnerstreik politische Motive mitwirkte. fSehr wahrst Dann hat die organisierte Arbeiterschaft aber die Pflicht zu sagen, die Arbeiterklasse hat genug Machtmittel an der Hand. lZuruf: Wo denn?) Ja, von welchem Monde kommen die Zwischenrufe den», Haben wir denn nicht ein Wahlrecht in Deutschland(Ohoruf), wie es in der ganzen Welt nicht zu verzeichnen ist? Haben wir nicht politische Machtmittel, um die uns die ganze Arbeitcrschajt der Welt beneiden könnte? tStürmischzr Beifall.) Oder glauben Sie, den Streik als politisches Kampfmittel benutzen zu müssen. lZuruf: Jawohl.) Dann wird die Arbeiterklasse einsehen, wohin SiedieKarre fahren wollen. fSlürmisch. Veliall.) Das führt zum Untergang der deutschen Arbeiterklasse und bxi diesem Untergang gehen Sie, G e» u o j i e Lange, auch unter. lSiürmischer Beifall.) Schulz- Frank'urt a. M. lEisenbahner) begründet eine Em- schlietzuna der Opposition, die die Vorstandsentschlietzung als lenden- lahnr ablehnt und die Motznahme des Reichswebrministers brandmarkt. defien Brutalität und Gewaltpolitik die Taktiken der schlimmsten Reaktionszeit übertreffen. Unsere Forderungen liegen in, weient- lichen nicht aus wirtichafilichem. sondern auf politischem Gebiet. Mit der Forniel.Demokratie' können wir nichts anfangen.(Ver- rinzelter Beifall) B r ü m m e r- Mannheim(Mejdllarbeiter) begründet den An- trag auf Beseitigung der Generalkommission, Aufhebung der Arbeits- gemeiiischafl mit dem Unternehmertum und Anerkennung des Räte- gedankcnS. Ani seine heftigen Angriffe gegen die Regierung und die Generalkommission wird»hm aus der Versammlung zugerufen: .Hetzredner'! Krämer- Tüffeldorf tMetallarbeiter) verlangt, datz das „Korrespondenzblatt' sich nicht in den politischen Parteistreit eiiimi'che. To st-Berlin empfiehlt einen Antrag des Meto llarbeiterver- bandes Noivawcs-Polsdam. der sich gegen die Politik der General- kom Mission und ebenfalls gegen die Arbeitsgemeinschaft wendet. Diese diene nur dazu, die Arbeiter in dauernder wirtschaftlicher Knechtschaft zu halten. Damit untergrabe die Generalkommission die Revolution und rette das Kapital, Schauer- Stettin erklärt, die Politik der Generalkommission trotz der gestrigen Freiübungen Ditzmanns nicht verurteilen zu können. Viele Genossen der heutigen Opposilion haben sich zu Kriegsbeginn in patriotischer Begeisterung nicht genug tun können. (Sehr wahr I) Der Parteivorstand hat sie vielfach erst zur Besinnung bringen müssen. Die Opposition sollte ihre guten Verbinvirngen ausnutzen und die Genossen im Auslande aufrufen zur Verhinderung des Unheils, das die Ententekapilalisten über uns heraufbeschworen haben.(Beifall) Lang e- Berlin lHandlungsgehilfenverband) hält seinen gestrigen Vorwurf(Polizeispitzel) gegen die gematzregellen Gewerkichafts- beamien aufrecht und beruft sich auf Vorgänge in Leipzig, die zur Matzregelung eines Beamten geführt hätten, der einen anderen denunziert habe, einen Streik unterstützt zu baben. Gegen solche Schamlosigkeiten halte ich meinen Vorwurf aufrecht(Erotze Unruhe. Zurufe: Pfui, Unverschämtheit.) Vorsitzender Reiche: Die Anschuldigungen sind wohl erhoben. aber nicht bewiesen. In der Arbeiterbewegung haben wir immer Wert auf Gerechtigkeit gelegt.(Lärm links.) Wir müssen diese im- erhörte Behauptungen zurückweisen, solange nicht Tatsachen fest- gestellt sind und die Genossen, die angegriffen werden, sich nicht verteidigen können. Lange forlfahrend: Für die Oppckfition kann eS nur wertvoll fem, wenn die Kongretzleitung dieie Leute in Schutz nimmt. Legien hat der Opposition den Voiwurf gemacht, datz sie schuld sei am Zusammenbruch der Front. Wenn es nach der Generalkommission ginge, hätten wir heute noch Krieg. Dre Arbeileischaft wird nicht erst Ihre Genehmigung einholen, wenn sie in einen politischen Streik eintreten will.(Lärm und Beifall links.) Schliestedt- Remscheid(Metallarbeitcrverband) verlangt, datz der Belagerungszustand endlich aufgehoben werde.(Zuruf: Dann müssen auch die Uriochen beseitigt werden.) Siegle- Berlin(Holzarbeiter) kritisiert die jdriegspolitik der Generalkommission.(Zuruf: Erinnern Sie sich denn nicht Ihrer patriotischen Feldpostbriefe?) Das waren Privalbriefe.(Schallendes Gelächter.) Redakteur U m b r e i t von der Generalkommiision: Wir über« nehmen vor dem Kongretz die volle Verantwortlichkeit für die Tätig- keit des Korrcspondenzblatles. Die Opposition soll erst nachweisen, datz wir das Interesse der Arbeiter während des Krieges nicht ver- treten haben.(Lebhafter Beifall.) Ditzmann verschweigt, datz der Kriegswille RutzlondS längst vor dem 4. August feststand. Damals hat der noch radikale.Vorwärts' und die.Leipziger Bolkszeitung' das offen ausgesprochen. CHörtl hört 1) Es ist dann folgende Vertrauensentschlietzung für die G e:> e r a l k o in m r s s i o n eingegangen: Der 10. Kongretz stellt nach Enigegennahme des Berichts der Generalkommission über ihre Tätigkeit fest, datz die Generalkommission bestrebt war. im Rahmen ihrer Aufgaben die wirtschaftlichen Interessen der deutschen Arbeiterklasse wahrzunehmen und zu fördern. Der Kongretz weist dxzher die in der Oeffentlichkcit erhobenen Anschuldigungen, sie habe die Arbeiterklasse im Kriege verraren, entschieden zurück. Unter voller Würdigung der Tatsache, datz Meinungsverschiedenheiten über die zweckmätzigsie Lösung der Einzelfragen bestehen können, spricht der Kongretz der Generalkommission sein Vertrauen aus. Den Standpunkt der Opposilion vertreten weiter Beilschmidt- Bremen(Eisenbahnerverband), H ei n z e- Leipzig(Kürichnervcrband). Der Kommunist Urich- Berlin ru't: Es ist eine Schande, datz wir einen Noske noch als Gewerkschaftsmitglied haben.(Stürmischer Beifall und grotze Unruhe.) Sodann erhielt da« Wort ReichSernührungsminister Robert Schmidt: Die Redner der Oppo« sition behaupten, datz die Gewcrkschaiien und die Partei die Auf- gaben, bieder internationale Kongretz in Stuttgart uns in der Frage des Krieges auferlegt habe, nicht erfüllt baben. Ich vermisse von der Opposition den Nachweis, was wir am 4. August hätten tun müssen. (Sehr wahr l) Wir baben trotz unserer Proteste das Unheil nicht aushalten können. Kein Redner der Opposition ist mit einem An« trag ooer Vorschlag beraiigeircten. um zu einer entscheidenden Tat zu greisen. Wir müssen uns vergegenwärtigen, wie die Situation am 4. August war. wie der Chauvinismus seine Wellen schlug. Mancher ist jetzt bei uns, der am 4. August im Dienste des Chauvinismus stand und heule als Ankläger gegen uns aus- tritt.(Stürmische Zustimmung.) Dieselben Leute, die damals in chauvitustlscher Begeisterung Fenster einschlugen, schlagen jetzt bei Krawallen aus Opposilion gegen die Regierung auch Fensterscheiben ein.(Lebhaste Zustimmung.) Es gab ein Mittel, datz auch auf internationalen Kongressen von englischen und romanischen Genossen erörtert wurde: Im Falle de« Krieges den Generalstreik und den Militärstreik eintreten zu lassen. Ich frage die Opposition, ist von Euch einer jemals an eine ver- antwortliche Stelle herangetreten,»m am 4. August selbst diese Verantwortung auf sich zu nehmen? Wenn diese Tat ausgeblieben ist in den romanischen Ländern, dann haben auch wir recht getan. Am den internationalen Kongressen haben unsere Vertreter, insbesondere Bebel und Vollmar nie einen Zweifel ge- lassen, datz von einer entschiedenen Aktion keine Rede sein könne, weil wir nicht die Macht hinter uns hätten. Aus dieser Situation konnten wir nur versuchen, den Krieg baldigst zum Abschlutz zu bringen. Wir haben alles mögliche getan, wir haben in Stockholm alles versucht. Wer aber hat die grotze Prolcstknndgebung des intei nationalen Proletariats unmöglich gemacht? Emmal war eS die Entente, die ihren Friedensvertrag schon damals in der Tasche hatte und sich sagte, es sei tiichls io gefährlich, als wenn die Arbeiterschaft zusammenkomme und Klarheit über das Verbrechen des internationalen Kapitalismus schaffe. Wie wenig bat es mir Sozialismuszu tun, zu sagen, datz ein einzelner die Schuld trage. (Sehr wahr.) Wenn heute die Opposilion wieder sagt, wir wären die einzigen Schuldigen, dann will sie also den Zarismus frei- sprechen und auch� die llcinen Balkanraiibstaalen. Gewitz, auch unsere damalige Regierung halte ein gerütteltes Matz von Schuld. War es uns denn möglich, �um Frieden zu kommen? Ihr mögt über unseren damaligen Einflutz in der Regierung spotten, aber er war doch grötzer als der unserer Parteigenossen von England und Franlreich.(Lebhafte Zustimmung.) Dann haben wir es durchgesetzt, datz wir zu allen internationalen#oiigreffen unsere Vertreter ent- senden konnten. In England und Frankreich war es nicht möglich.(Lebhafte Zustimmung und Lärm links.) Wir mutzten den Koniakt mit der Regierung beibehalten, wenn wir uns zurückzöge», so hätten wir die Regierung in die Hönde der Alldeutschen gegeben und unsere» Einfluß auf den Friede» verlöre». Zweimal haben wir den positiven Antrag der Regierung zur Friedensvermittlung an die Enrente gehabt und zweimal hat die Opposition im Parlament gesagt, für diesen Frieden sind wir nicht zu haben.(HörtI hörtl) Wenn man�sagt. der Friede sei nicht ehrlich gemeint geweien. dann hättet Ihr es ja auf die Konferenz ankommen lassen können und abwarten, datz die Staaten uns entlarvt hätten. Den Mut bat die Entente nie gehabt, denn sie wutzte, es gibt nur einen Frieden der Gewalt und der Unterdrückung. Wir haben niemals Zweifel gelassen, datz wir für die Unabhängigkeit unseres Volkes einstehen. Wenn die Jnternatio- nale die Verteidigung des Landes uns bewilligt,— und das mutz und bat sie— dann ist unser Schild rein. Wir haben unsere Pflicht erfüllt gegenüber der deutschen Arbeiterschaft und auch gegenüber dem Internationalismus.(Starker, anhaltender Beifall.) G i e b e l« Berlin(Biireauangestelller) begründet den Antrag, der Generalkommission das Vertraue» auszusprechen. Man gewinne fast den Eindruck, nicht auf einem Gewerkschaslskongreh, sondern auf einem Parteitag in sein. Unsere Parteiführer stehen zu hoch, als datz sie die Dreckipritzer erreichen können, die gegen sD geschleudert werden.(Beifall und Lärm.) Die deutsche Arbeiterschaft harte die Pflicht, sich gegen den internationalen Kapitalismus zu wehren, wo er kräftiger sich ausbreiten würde als der einheimische. Heute erleben wir es. wie er uns das Fell über die Obren zieht.(Hcckert-Cbemiütz: Ihr wollt dasselbe I) Ich würde den Kongretz heleidigen, wollte ich auf diese Zwischenrufe emgehen.(Stürmischer Beifall und lärmende Zuruf links.) Nirgends haben soviel schwarz-weiß-rvte Banner geweht, als im Norden Berlins. (Erneuter Beifall.) Da baben die Herren von der Opposition nicht protestiert.(Zuruf: Sre haben mitgemacht I> Weil es ihnen wahr- scheinlich zu gefährlich war.(Beifall.) Das ist ein Zeichen der geistigen Verirrung der Massen, die leider zu wenig Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse haben und sich viel zu sehr von Stim- mungen leiten lasseit.(Lebhafter Beifall.) Wir haben unkere Takiik geändert, weil es die Verhältnisie erforderten. Diese Taktik hat der Arbeiterschaft nicht geschadet, sondern ist zu ihrem Besten gewesen. (Lärmender Beifall.) Bei Beginn der NachinittagSsitzung verliest der Vorsitzende R e i ch e l t- Stuttgart ein Begrützungs- telegramm der dämschen Gewerkschaften, die die Hoffnung aus- sprechen, datz die Einigkeit der deutschen Gewerkschaften sich� befestigen und zum Wiederau-sbau der daniederliegenden deutschen Wirtschaft beitragen werde. Eine Entschltetzung der Opposition protestiert gegen die Auf» vechterhaltung des Belagerungszustandes im Industriegebiet und verlangt Haftentlassung der wegen Sireikvergehens verurteilten oder in Schutzhaft genommenen Gewerkschaftsmitglieder. Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse. 2� Verdeutscht von Max Hochdorf. Grunstraße. Ich stoße nur auf einen Laternenpfahl... Dann taucht aus dem Schatten ein kleines Kind hervor, das ganz aschgrau angezogen ist. Während es unbemerkt heimwärts strebt, preßt es einer Puppe gleich, das Dreipfundbrot ans H-se'g. das es eben geholt hat. Die Etappenstraße. Dort wohne ich. In dem Halbdunkel ist der Friseurladen sichtbar; er wird hell überleuchtet von einem Flimmern, das in den Spiegelscheiben aufglänzt. Da ich vorübergehe, öffnet jemand die durchsichtige Tür, auf der die kreisrunde Firmeninschrift sichtbar ist. Unter dem klingenden Barbierschild, das die Kunden heranlocken will, zeigt sich Herr Justin Pocard in eigener Person. Und zugleich mit ihm uebelt ein dicker Schwaden wohlduftender Helligkeit empor. Der Friseur ver- abschiedet sich von rinem Kunden und spricht bei dieser Ge- legenhcit einige Worte. Ich habe noch gerade Zeit, um den Kunden zu beobachten. Der Mann scheint überzeugt und nickt mit dem Kopse zu allein, was ihm eben gesagt worden ist. und Herr Pocard, das Orakel, streichelt mit dem Gelcnchte seiner Hand den blonden Bart� der ein ewig frisches Aus- sehen hat. Ich gehe um die verfallene Klempnerei herum, deren Mauern zerstückelt, zerbogen und zerstäubt, und deren Fenster erblindet und von Duiikclheit durchlöchert und besät sind. Ich glaubte, den kindlichen Schatten der winzigen Antoinctte zu bemerken, die» an den Augen leidet, und die man noch immer nicht heilen kann. Aber ich bin nicht ganz sicher, ob sie es gewesen ist. Endlich, wie an allen übrigen Abenden. mich trete ich in den Hof unseres Hauses. Da steht vor seiner Werstatt, die hinten im Hofe liegt, Herr Crillon. Täglich bastelt er in seiner Werkstatt an un- bedeutenden Arbeiten herum. Jeden Abend steht er vor mir wie ein Markstein am Wege. Als er mich sieht, winkt der brave, rienge Mann mit dem Kopf. Sein Gesicht ist glatt rasiert, seine ungeheuere Nase springt daraus hervor, mächtige Ohren kleben an seinem Kopfe, auf dem er ständig eine vier- eckige Mütze trägt. Er klopft auf die lederne Arbeitsschürze, die hart ist wie ein Brett. Er zieht mich zum Straßenrande heran, er stößt mich dann auf die Türwand zu und sagt schließlich mit leiser Stimme:„Dieser Pstraque ist wahrlich eiri miserabler Kerl". Dabei liegt in seinem Ton eine glühende Ucberzeugung. Er rückt seine Mütze zurück, er schüttelt noch heftiger seinen zerschundenen Kopf, der durch die Nachtdämmerung herumfegt, und er fügt hinzu: „Ich habe ihm sein Portemonnaie repariert, das ganz kaputt gewesen ist., Einen Truckknopf, der mich ganze dreißig Centiine gekostet hat. Hab' ich nun noch drauf gegeben und das Ganze ringsum abgesteppt. S5 was braucht doch Zeit, nicht wahr? Na, und, wie ich nun das Maul auftu und von die Nähmaschine reden will, die mir doch interessieren tut und die bei ihni doch bloß Klamotten ist, was bin ich da geworden? Luft bin ich da für ihn gcwestm." Er erzählt mir von dem wahnsinnigen Preis, den ihm der Schuster Trompson für ein Paar Sohlen abverlangt hat. Er beklagt sich über de» Beeret, der Crillons Anständigkeit einfach mifr braucht und ihm für die Reparatur einer Dachrinne ein Messer in Zahlung gegeben hat, das gerade scharf genug gewesen ist, um Buttermilch damit zu schneiden. Er berichtet mir von allem, das für sein Leben Bedeutsamkeit enthält und dann sagt er noch:„Was mir anbelangt, so bin ich nicht reich, aber ein ordentticher Bürgersmann. Schuften tue ich weil mein Vater schon geschuftet hat. und iveil sein Vater auch schon geschuftet hat. Andere kommen ja auch anders weiter, aber ich. ich bin eben keiner von die andern. Ich mach, was ich mach.' Plötzlich wird auf der Straße ein lautps und immer lauter werdendes Gestampfe vernehmbar. Eine Gestalt taucht auf. Sie torkelt stoßweise auf uns zu. Sie hält sich schlecht im Gleichgewicht und klammert sich an die eigene Haltlosigkeit, sie wird durch irgend eine Uebcrgewalt vorwärts gestoßen. Das ist der Schmiedemeister Brisbille, der wie gewöhnlich betrunken ist. Wie Brisbille uns bemerkt, schlägt er gleich Lärm. Nun ist er bis zu uns herangekommen, aber' er zögert noch. Plötzlich faßt ihn ein Gedanke. Er hält ein, seine klatschenden Sohlen schlagen wie Pferde- getrampel aufs Pflaster. Er mißt die Straßenstrecke mit dem Auge. Aber er ballt die Fäuste und schluckt offenbar hinunter, was er eben sagen wollte. Er strauchelt und zieht sich wieder zurück. Sein Gesicht ist ganz von roten Flecken zerfleischt. Eine Well des Hasses und des Weines strömt von ihm aus. Aller Crillon sagt�„Dieser Anarchist!" Seine Stimme ist von Ekel erfüllt.„Sind das nicht schauderhafte Gedanken, was solch Kerl hat? Deubel noch mal, wann wird man solch Gesindel endlich loswerden!" Dann reicht er mir die Hand und sagt:„Ich sag's ja) immer wieder im Stadtrat." Man mutz diese Komniunisten- Hände bei der kleisten Uebertretung von die Saufgesetze hoch- nehmen! Ja, Kuchen! Unser Stadtrat l Macht in die Hosen! Wollen Ordnung, aber wenn sie Ordnung machen sollen, dann heißt es immer: Oder was beißt mich da!" Der brave Mann ist wütend. Er schüttelt die derbe Faust, die einem vielgestaltigen Werkzeug ähnlich ist, in den leeren Raum hinaus. Er deutet nach der Richtung, in der Brisbille der dunken Nacht entgegenstauchelt. Und er fährt fort: Sozialisten I WaS ist tlas nun, Sozialisten? Das souveräne Volk, das sich nicht auf seine Beine halten kann I Wenn ich im Leben schuften tu, dann schuft ich, weil ich für Ruhe und Ordnung bin." Und dann: „Also gute Nacht! Tante Josephine geht's gut? Ich bin für Ruhe und Ordnung und für Freiheit bin ich. Darum bin ich nienrals mit die Bande gewesen. Hast ja gesehen, wie das vom Fleck kommt. Wie'n junges Mädchen so lustig, nicht wahr? Na. nicht wahr?" Er geht in seine Werkstatt hinein. Aber noch einmal dreht er sich um und er erinnert nnch an etwas. Er macht mir ein gehcinrnisvolles Zeichen, und er sagt: Weißt schon? Jetzt sind sie alle oben im Schloß angekommen?" Vor lauter Ergebenheit dämpft er die Stimme. Er ist ganz erfüllt von dem Eindruck, den die Schloßbewohner ihm hinterlassen haben, und er macht unwillkürlich eine Verbeugung, dann sagen wir uns Lebewohl. Seine Werkstatt ist ein enger Glaskäfig, der sich vertrau- lich an unser Haus anlehnt. Im Innern ist die starke und volkstümliche Gestalt Crillons sichtbar, der aufrecht neben einem Wirrwarr von vielfachem Gerümpel steht. Und über alledem thront der Lichtschimmer einer Kerze. Die Helligkeit, die auf dem Getürme von Werkzeugen lagert, und auch auf allem, was an der Wand hängt, ist gleich einem goldendurch- wirkten Flackern um das Bildnis dieses Weisen geschlungen, der sich wieder anschickt, die Bastelarbeit wieder aufzunehmen; er schuftet, wie sein Vater geschuftet hat, und wie sein Groß- Vater auch geschuftet hat. Sein Gemüt ist unbefleckt und frei von jeder Art gehässigen Verlangens, es ist auch unberührt von neidischen Regungen. Ich steige die Treppe unseres Hauses empor, und nun stoße ich die Tür auf, die don einem grauen Schatten um- rahmt ist. Nur die metallene Erhebung des Schlüssels sticht aus dem Schatten. Als die Tür entangelt wird, seufzt sie. Dann kann ich in den finsteren Flur eintreten. Einstmals war er mit Steinen gepflastert, aber nach und nach haben die Sohlen das Erdreich borten zusammen getragen und aus dem Boden so etwas wie einen Saumpfad aufgestampft. (Lorts. folgst) Eh rler. Frankfurt a. M.(WefaHarBeifet); Seit 5 Jahren 18 Tage be- willigt werden. Die WirtschaftSbeihilse könnten sie nicht gewähren, da Verhandlungen mit dem Zweckverband zwecks Uebernahm« des Betriebes beständen. Di« übrigen Forderungen wurden abge- lehnt. Die Unternehmer erklärten, daß sie aber zur Bewilligung der Forderungen bereit seien, wenn der ZO-Pfennig-Tarif be- willigt wird. Da uns die Zusagen nicht genügten, wurden di« Verhandlungen abgebrochen und in einer Versammlung im Sportpalast erklärten wir, daß wir mit der Erledigung'der For- derungen nicht warten könnten bis die Verhandlungen mit dem Zweckverband beendigt sind und forderten den Zusammentritt de« SchlichtungSauSschusseS. Wir verlangten weiter, daß alle Instanzen.bis zum 27. Juni über unsere Forderungen ent- schieden haben müssen. Der SchlichtungsauSschuß fällte am 24. Juni folgendes Urteil: Die bisherigen Löhne bleiben bestehen; der Lohn der Rangierer, Wagenwäscher und Bodenarbeiter wird auf IS M. erhöht, der der Schaffnerinnen auf 13 M. Ueber die WirtschaftSzulage und den Urlaub konnte keine Verständigung erzielt werden. Daraufhin beschäftigte sich dann der Hauptaus- schütz mit unseren Forderungen. Der Lohn der Rangierer usw. soll IS M. betragen. An Urlaub werden nach 18 Jahren 18 Tag« bewilligt. Der SauPtauSschuß hält es für angebracht, die Forde» rungen auf die Wirtschaftszulage vorläufig auf 6 Wochen zu der- tage», bis die Wirkung des Friedensschlusses zu übersehen ist. In den Vertrauensmännersitzungen und der Nachtversammlung am Sonnabend wurde der Schiedsspruch einstimmig abgelehnt. Von Unternehmerkreisen wird uns vorgeworfen, wir seien per- tragsbrüchig geworden, indem wir uns nicht dem Schiedsspruch gefügt haben. Der§ 22 des Kollektivvertrages fordert, daß sich die Organisationen wohl, aber nicht die einzelnen Mitglieder zu fügen haben. Die Organisationen haben alles getan, was in ihren Kräften stand, um den Schiedsspruch zur Annahme zu bringeti. Zur Begründung unserer Forderung führen wir an, daß nach Zeitungsberichten die Straßenbahn einen Reingewinn von 12 Mil- lionen Mark in den letzten 6 Monaten gehabt hat. Unsere For- derung würde aber nur die Summe von 10>4 Millionen betragen, so daß an einer Ruinierung de? Unternehmens nicht zu den.cn ist. Der Kampf wird von unserer Seite aus die loyalste Wels« gefiihrt. Alle Gebäude sowie das Material werden von ttJ«S bewacht; die Notstandkarbeiten werden weiter ausgeführt. Wir betonen ausdrücklich, daß unser Streik ein rein Wirt- schastlicher ist und daß nirgends politische oder kommunistische Bestrebungen vorhanden sind. Neue Forderungen sind von unö noch nicht gestellt worden. In den wilden Fuhrwcrkshaltern erblicken wir Streikbrecher und haben beim Polizeipräsidium bereits die erforderlichen Schritte unternommen. � Verschärft wird der Streik noch dadurch, daß die Omnibus- gesellschaft die Forderungen abgelehnt hat, so daß die Angestellten derselben ebenfalls heute abend den Verkehr einstellen werden. Weitere Iortführung öes Eisenbahnerstreiks. von der Streikleitung de» Deutschen Eisen, hohner, Verband«» erfahren wir: In der Funftwnärsttzung am Dienstagkormittag erstattete der BezirkSleiler Schulz Bericht über die Verhandlung im Ministerium. Er führte auS: Mit leeren Händen stehe ich wieder vor Euch. Mir ist vom Ministerialrat Leese erklärt worden, daß jeder Versuch, neue Verhandlungen anzubahnen, von der Regierung abgelehnt wird, da weitere Zugeständnisse, wie sie bereits geschehen seien, nicht erfolgen werden. Weiter teilte Schulz mit, daß die Regierung die Rückkehr der Arbeiter in die Betriebe verlangt, da sie sonst die Schließung der Hauptwerkstätten nach„Spandauer Muster" vor- nehmen wird. Die Ankündigung dieser Maßnahme rief gewaltige Entrüstung hervor. Es wurde dann noch von den Funktionären sämtlicher Dienststellen ein kurzer Situationsbericht gegeben, der dahin ging, daß der Streik noch unverändert fortbesteht. Beschlossen wurde außerdem noch, im Streik zu verharren, bis sämtliche Forderungen erfüllt sind. Um der Situation gerecht zu werden, findet Montag vormittags 10 Uhr in den Beirieben eine geheime Abstimmung auf Beilegung oder Weiterführung des Streikes statt. Nach dieser Geheimabstimmung soll wieder«ine Funktunärsttzung an Hand deS Abstimmungsresultates den endgültige» Beschlutz fassen. Es wurde eine dreigliedrige Kommission gewählt, welche beim KriegSgerichtsrat Sohl die Entlassung der inhaftierten Kollegen herbeiführen soll. * Die Eisenbahner wenden sich mit Entschiedenheit gegen die wiederholt aufgestellte Behauptung, daß der Streik politische Ziele verfolge. Lediglich die wirtschaftliche Notlage habe sie gezwungen. zu oem äußersten Mittel zu greifen. Vor Monaten habe ine Eisen« bahnerschaft bereits zum Ausdruck gebracht, daß sie das deutsch? Wirtschaftsleben durch Ausstände nicht völlig vernichten wolle!., schon«ine merkliche Herabsetzung der Lebensmittelpreise würde ihre Notlag« mildern und di« Eisenbahner zufriedenstellen. Seit dieser Feit habe die Regierung nichts getan, bis jetzt jene erbitterte -timmling zum Streik führte. Wenn heute ein Abbau der Lebens- mittelpreise herbeigeführt werde, so sei das kein gerechter Ausgleich für die Eisenbahner. Denn seit jener Zeit, in der sie zum ersten- mal die Forderungen auf den Abbau gestellt, hätten die Lebens- mittel ein« nocb viel größere Preissteigerung erfahren; ihr Ein- kommen habe sich indessen nicht verändert. Die Ersparnis von 20-~25 M» die eine fünfköpftge Familie bei dem geplanten Abbau der Lebensmittelpreise pro Woche habe, sei wohl für jene Berufs- schichten als beträchilich in Rechnung zu stellen, deren Einkommen sich ständig erhöht hätten, nicht aber für die Eisenbahner. Letztere könnten aus«ine finanzielle Abfinduiig schon deshalb nicht ver- zichten. weil das Gros infolge der beispiellosen Teuerungsverhält- nisse total verschuldet sei. Trüge die Regierung diesem Verlangen nicht Rechnung, so würde es keine Ruhe geben. Die wirtschaftliche Bedrängnis zwänge di« Eisenbahnerschaft, früher oder später ihre Forderungen von neuem zu erheben. Stimmungswechsel bei den Eisenbahnern? In der Funktionärfitzung der Eisenbahner wmde auch gestern abend wieder versucht, mit allen Mitteln Stimmung für die Fortsetzung des Streiks zu machen. Besonders wird immer wieder die Stillegung der Lebensmittel« und Kohlenzage gefordert. Bei oberflächlicher Beurteilung konnte man auch annehmen, daß die Slimmung immer noch für die Fort- ietzung und weitere Ausdehnung deS Streiks wäre. Aber schon in der Konferenz wurden Stimmen laut, die zu einem Nachgeben rielen, da die unter der Arbeiterschaft herrschende Slimmung einen raschen Zusammenbruch de« Streiks befürchten ließ. Es wurde zwar noch die Fortsetzung deS Streiks beschlossen, aber e« ist mit Sicherheit anzunehmen, daß der Streik 'ehr bald stark abflaut, daß er in wenigen Tagen erloschen ist. Oer Verkehrsnot!n Verlkn. Eine Unmenge von Gelegenheitsfuhrwerken setzte sich gestern souverän über den 7S-Pf.-Fahrpre>s hinweg. Eine Mark war das mindeste, oft genug wurden zwei, drei verlangt und bezahlt von solchen, die arbeiten wollten. Angesichts dieser Not vermögen wir dem folgenden Erlaß deS Polizeipräsidiums leider allzu große Be- deutung nicht zuzumessen:„Durch di« kürzlich für Berlin und di« Vororte gleichlautend erlassen« Polizeiverordnung über AuS- hilfSwagen ist bestimmt, daß die Betriebserlaubnis ür dies« Wagen Wegen mangelnden Bedürfnisses versagt werden kann. Ich mache hierdurch bekannt, daß bis auf weiteres die Er» laubnis nur� für solche Wagen erteilt wird, die mindestens sechs Plätze für Fahrgäste Hadem Kraftwagen werden überhaupt nicht als AuShilfSwagen zugelassen. Diese Bestimmung gilt gleichzeitig ür die Ortspolizeibezirke Eharlottenburg, Schöneberg. Wilmer». darf, Neukölln und Lichtenberg mit Stralau." Die Direktion der Großen Berlin« scheint sich auf den Stand- Punkt zu stellen, die Streikenden seien vertragsbrüchig, also werde mit ihnen nicht verhandelt, und Regierung und Magistrat scheinen ich dem anzuschließen. Wir halten diese Stellungnahme für u n- haltbar. Mag auch ein Vertragsbruch vorliegen, so würde dies« Rechthaberei doch verkehrt sein. Di« riesigen Entfernungen kann man nicht öfter zu Fuß zurücklegen, die Kosten für Wagensahrten wird man aber den Unternehmern, für die man arbeitet, in Rech- nung stellen und den Vorteil hätten nur die Herren AushilfSwagen.- Wucherer. Da aber die Kosten der» Lebenzhaltung zu sinken beginnen. erscheint es uns richtig, jetzt nicht länger« Lohnvereinbarungen abzuschließen, sondern für festzusetzende Zeit mit einmaligen Zah- langen zu helfen. Dies« mögen allenfalls aus öffentlichen Mitteln, wenigsten» teilweise, gezahlt werden.„So pleite, so Pleite", ist die Losung. Unser Geld hat ja doch bloß eingebildeten Wert, na, dann drucken wir öden noch«in paar Kilometer Schein« mehr! Jeden- all» ist es dringende Pflicht aller für das allgemein« Wohl einge- ötzten Behörden, alles zu tun, um der Hauptstadt schleunigst aus >cr Verkehrsanarchie herauszuhelfen, die nur für den Besitzenden leicht zu übeuvinden ist. Wir wissen natürlich, daß das eine Tespe radopolitil ist, die uns vollends in den Sumpf führt, aus dem es kein Herauskommen mehr gibt. Aber wir glauben kaum noch. daß gegen diese herrschend« GeisteZrichiung etwas zu machen ist und so soll sie nicht auch noch diejenigen hindern, die arbeiten wollen. Den Omnibusangestellten, die 600 M. fordern, sind 800 M. öfort und Lohnerhöhung ab Ott ober geboten. Die Angestellten (ollen ihre Forderung aufrecht erhalten Haiben, so daß heute auch kein OmnibuS fahren würde, d. h. natürlich mit Ausnahm« der „AushilfStvagen. die im Gewand« des Echunfelwagens sich so be- zahlen lassen wie im Frieden ein Auto. « Angriff« auf AuShilfSwagen. Im Laufe de» Vormittags gab eS auf dem Alexanderplatz, wo das Polizeipräsidium in Bcrtridi, gungSzustand gebracht ist. öfter Zusammenrottungen gegen die Wagen, die besonders den Verkehr nach den nördlichen Vororten vermittelten. To» Polizeipräsidium sandte wiederholt Streiftnonn- schasten auS. die jede Ansammlung zerstreuten. Sehr lebhaft wurde «S nachmittags u.a. auf dem Straußberger- und dem Alerandernlatz al»«in starker Andrang zur Fahrt nach der Rennbahn in Karlshorst eintrat. Jugendliche Leute suckuen die Abfahrt der Wagen zu ver- hindern. Man drohte, die(Heschirre zu zerschneiden, verletzte einige Pferde und kippte einige Wagen um. Zunächst suchten sich di« � Kutscher der Menge zu erwehren. Als es gefährlicher wuroe, rief man die Polizei an. Diese benachrichiigte auch da» Garde-Ka»! vallerie-Sch sitze nlorpS. dag dann Trupps mit Kraftwagen entsandte.: Jeder Aufforderung, den Platz zu räumen, erwiderte das Gesindel mit Johlen und Schreim. Einige Schreckschüsse brachen aber jedes- mal den Widerstand. Die Menge sammelt« sich aber an anderen Stellen wieder. Perletzungen sind bisher nicht gemeldet. Patrouillen in Kraftwagen sorgen für Ausrechterhalwng der Ordnung. Bi« spat abends war e» zu schweren Ausschreitungen nicht mehr gekommen. Eine Meng« versuchte vor dem Warenhaus« Wertheim am Alexanderplatz da» Abfahre» von SuShilsLfuhrwerken mit Gewalt zu verhindern. Wiederholt wurden auch Leute, die die Wagen schon bestiegen hatten, gezwungen, wieder abzusteigen. Wenn dann aber die Polizei kam, so zerstreuten sich die Uebeliäter sofort und verschwanden. Auch an anderen Stellen wurden Wagen an- gehatten. Bei ollen Ansammlungen im Laufe des Vormittag« waren Hetzer eitrig dabei, die angesammellen Mengen immer von neuem wieder aufzuputschen. In der Prinzen-Allee 28 plünderten etwa 100 Leute das Lebensmittelgeschäft Schulz. Die Polizei verlrieb die Menge. • Keine Kohle. Infolge Streik» der Eisenbahner sind die Zu. fuhren von Kohlen jeder Art sehr gering. Sowohl die Versorgung der Gasanstalten als auch der Elektrizitätswerke ist sehr Ije&roht. ganz besonders aber auch die Versorgung mit HauSbrand-Briketts gefährdet. Aus diesem Grunde sieht sich der Kohlenverband Groß- Berlin genötigt, di« znni 1. Juli d. I. in Aussicht genommene Freigabe weiterer Abschnitte der Kohlenkarte zunächst aufzuschieben. » Tie hungernden Kapitalisten. Man schreibt unS: Auf einer Eisenbahnerversammlung hat ein Redner ausgeführt, der Eisen- bahnerstreik müsse deshalb rücksichtslos durchgeführt werden, weil die Kapitalisten auch einmal hungern könnten.nachdem da» Pro- lctariat 4% Jahre gehungert hat. Wie blödsinnig dies« Forderung ist, sieht man auS folgendem: Jeder Großkapitalist besitzt heut« ein Auto. Ost genug kann man diese Herrschaften auf Hamsterfahrtep beobachten. Ihnen, ihrem Geldsack und ihrer wohlgefüllten Speise- lammer tut ein Eisenbahnerstreik nichts. Aber gerade di« Pro- letarierkinder werden an dem Manuel an Milchzusuhr zuerst zu leiden haben. Ebenso sind eS die Proletarier, die nicht die un- erschwinglichen Preise für Lebensmittel, di« beim Ausbleiben der Zufuhr eintreten müssen, bezahlen können. Darum sollte sich Herr Brühl sagen, daß die Wschneidung der Lebensmittelzufuhr die Proletarier mordet!_ GroMerlln Die juristische Sprechstunde findet vom 3. diS einschließlich 26. Juli von 3 bis 5 Uhr statt. Wählt Schülerräte! Der Verein Arbeherjugend Groß-Berlin hat für die Wahl von SchülerrLten folgende Richtlinien ausgestellt: l. Jede Klaiie wählt 1—2 Vertrauensleute. 2. Die Vertrauensleute einer Schule bilden den Schükerrat. Sie haben aus ihrer Mitte unter Zustimmung der Schülergemeinschast 2 Vorsitzende und 2 Schriftführer zu wählen. 3. Aufgabe der SÄülerräle ist es. alle 14 Tage oder 4 Wochen eine Versammlung der Schulgemeinde einzuberufen. 4. Der Schülerrat wird aus Jahr gewählt. ö. Die Schülerräte sind nicht Vorgesetzte, sondern nur Beauf« tragt« ihrer Kameraden. 6. In den Schülerversammlungen bat jeder einzeln« das Recht, seine Wünsche und Beichwerden über den Schülerrat vorzubringen. Jugendgenosienl Rur durch eine straste Organisation der Schülerräte können unsere Forderungen verwirklicht werden. Weitere Auskunit sowie Ausweise für die Schülerräte im Jugendsekretariat, Berlin IV 9, Bellevuestr. 7 III v. Die verbilligte« AuSlaadSlebeuSmittel soll es ob Montag gebe«. An die Gemeindevertro4er von Grotz-Berli». Um zu dem Gesetzentwurf der Regierung betreffend Bildung eir.ee Einheitsgeweindc Groß-Berlin Stellung zu nehmen, findet Sonntag, den 6. Juli er., vormittag« 10 Uhr, im Plenarsaal des Herrenhauses, Leipziger Straße 3, eine Konferenz der Bemeindevcrtrcter Groß-Berlin-, statt. Zu dieser Konferenz sind auch dir Gcmeindevertrrter derjenigen Gemeinden eingeladen, die nach dem Gesetzentwurf der Regierung nicht dem zukünftigen Groß-Brrli» angehören sollen. Etz wird um bestimmtes und pünktliches Erscheinen ersucht. Der Vorstand der Kommunalen Konferenz der Gruieindevertretcr von Groß-Berlin. I. A.: Ritter. Die Borortgemeinschaft gegen de» Gesetzentwurf Groß-Berlin. Di« Berliner Verortgemeinschaft im Kreise Teltow hat in ge- meinsamer Sitzung de! Vorstandes und de» Verfassung Sausfchusie« den RegierungSenttvurf für Groß-Berlin beraten. Der Entwurf erfuhr allgemeine Ablehnung und schärfste Kritik. Die Interessen und Ansichten der Vorortgemeindcn, die die Re- gierung in Besprechungen im Ministerium festgestellt hat. haben im Entwurf uicht die leiseste Berücksichtigung gefunden. Von einer Lösung des Problems„Groß-Berlin" ist mchti zu spüren. Der Entwurf bringt die reine Eingemeindung, und zwar in einer so einseitigen, offenbar nur auf derzeitig« Berliner Jnter- essen zugeschnittenen Form, daß hinter dieser einseitigen Tendenz jede sachliche Erwägung zurückgetreten zu sein scheint. Di« viel gcrühntt« Dezentralisation hat ihren Ausdruck in Distriktsämtern und Distriktsversammlungen gesunden, die nur für groß«, im übrigen völlig ungleichmäßig und scdematisch zusammengesetzte Be- zirle vorgesehen, gar keinen Ersatz für die gleichzeitig vernichteten Selbstverwaltungslörprr gewähren. Selbst für Gemeinden von dem Umfange wie Pankow, Weißensee. Friedenau ist an Stelle der bisherigen Selbstverwaltung nur ein Bezirksvorstthe? gesetzt. Die Notwendigkeit, für di« zahlreichen großen GemeinschaftSausgaben Groß-Berlins eine Einheit, und zwar am besten in Form einer ein- heitficben Gemeinde zu sckxmeti, wurde allgemein anerkannt, auf der anderen Seite aber unbedingt gefordert, daß die Selbfwer- waltung, die der Entwurf einfach tottchlägt, erhalten und für die Vororte, di« zu größeren Bezirken zusammengelegt werden mögen. gesetzlich festgelegt werden muß. Dazu ist notwendig, daß dies« Verwaltungsbezirke wirklich« SelbstverwalttingSorgane, also Magistrat und Stadtverordnetenversammlung, bekommen, d. h. ihren Charakter als Gemeinde, unbeschadet der Zuständigkeit Groß- Berlin», bewahren._ � Vorläufige Aushebung der Erw«rbSlosenk»ntrive. Mit Rück- ficht auf die infolge de» Streiks der Straßenhahuangestellten ent- standenen VerkehrSschwierigketten wird für die Dauer des Streiks auf das Beibringen der Kontrollstempel von der Erwerbslosen. fürsorge verzichtet. Oieschleibtskroulenbebandlung. Da? Pskizeipräsid'.um macht folgende sehr bedauerliche Mitteilung: Die von der Staoüuegierung getroffen« Einrichtung, noch welcher geschlechiskranken Hoeresent- lossenen und deren Angehörigen, sofern sie nicht in der Lage sind. die durch die Militärbehörden oder die Krankenkassen gewährleistete kostenlose Behandlung in Anspruch zu nehmen, oder nicht imstande sind, ihre ärzt'iche Behandlung au» eigenen Mitteln zu bestreiten. kostenlose ärztliche und fachärztliche Behandlung sowie kostenfreie Untersuchung noch Wassermann und kostenfreie Versorgung mit Medikamenten gewährt worden ist, ist eingestellt worden. Keine Pakete«ach Breslau wegen Stockung im Eisenbahnverkehr. Das Frauen-Turn- und Gportfest Im Stadion ist de» BerkebrS» strei» wegen aul Mitirooch. den 16. Juli, verlegt worden. Programm und Anordnungen bleiben in Krast. Brdeiter.Ochwimin-Bereia Neukölln. Männer- und Frauen« abteilung, Sonnlag, de» 6. Just, Badepartie»ach Werls«». ReutÄI». Zeugen gesucht! Passanten, welche am 8. Mal. abend» 7 Mr, an der Kreuzung der Strom- und Tunnslratz« da» Ueberfahren eines KindeS gelehen haben, wollen ihre Adresse bei H. König, Bremer Str. 48, Slfl. II, abgeben. Aerztestreit in Niederbarnim: Vor einer ganz eigenartigen Lage stehen augenblicklich die Mitglieder der Allgemeinen OrtZkrmrkenkasse Niederbarnim. Seit dem 1. Juli d. Js. befmden sie sich in der unangenehmen Situation, daß die bisher für die Kasse tätigen Aerzte eine Behandlung der erkrankten Mitglieder ablehnen, wenn sie nicht sofort von den Mit- gliedern dasür bezahlt werden. Bei Jnkrafttretn der neuen Reicheversicherungsordnung wurden die gesamten Ortskrankenkassen des Kreise» Niederbarnim, einige SO, aufgelöst, und zu der Allgemeinen Ortskrankenkasse Nieder- barnim verschmolzen. In letzter Zeit sah sich der Vorstand zu einer Tezentralisotion der Kassen veranlaßt, um grobe Schäden für die Mitglieder zu beseitigen. Da die Ortskrankenkasse Niederbarnim sich vem Verband der Krankenkassen Groß-Berlin. angeschlossen hat, so nahm sie bei dem Abschluß eines neuen Vertrages mit den Aerzten selbstverständlich zum Muster ihres Vertrages den Aerztever- tragSentwurf der Ortskrankenkasse Gr.-Berlin. Damit war der Aerzte- verein für den Kreis Niederbarnim nicht einverstanden und sagte, diese Grundsätze seien für ihn nicht maßgebend, da ja ihr Verband dem Zentralvcrband der Kassenärzte Groß-Berlin» nicht angehöre. Di: Verhandlungen darüber zogen sich längere Zeit hin, bis Milte Juni die Aerzte der Kasse plötzlich ein Ultimatum stellten. Sie erklärten, wenn der Kassenvorstand Niederbarnim bis Ende Juni ihre Forderungen nicht anerkannt hätte, daß sie dann ab 1. Juli die Konseguenzen ziehen werden. E» handelt sich augenblicklich nicht um finanzielle Forderungen. Nach dem Uebereinkommen be- kommt die Kassenärztliche Vereinigung pro Mitglied und Jahr 6 M. Auch in der Frage der Kilometergelder besteht keine Meinungsverschiedenheit. ES scheint sich mehr um «ine Machtfrage zu handeln, denn es ist einem Unbeteiligten unver- ständlich, warum die Kassenärztliche Vereinigung für den KreiS Niederbarnim eS ablehnt, den Bertrag des Verbandes der Kranken- lassen Groß-BerlinS als Grundlage für die Verhandlungen zu nehmen. Die Kasse schließt doch Verträge mit den Aerzten ab, um ihren Mitgliedern die ärztliche Versorgung zu gewährleisten. Wenn man e» dann dem Arzt überlassen will, wie verlangt wird, ob er ein Mitglied behandelt oder nicht, so ist es das Gegenteil von sozialer Fürsorg«. Dem entspricht'MS Verlangen der Aerzte in anderen Punkten, auf die wir wegen Namnmangels nicht eingehen können. Der Kassenvorstand' glaub!, von der Einsicht der Kassenmii, glieder erwarten zu können, daß sie die Unträ�lichkeiten, die ihnen durch einen Kampf für kürzere oder längere Zeit erwachsen müssen. in ihrem eigenen Interesse auf sich nehmen, noch dazu, oa der Vo» stand schon all«? in die Weg« geleitet hat, die Mitglieder in der kürzesten Zeit mit ausveicheirder ärztlicher Versorgung zu versehen. 'Er ist natürlich auch jetzt noch zu einer Einigung mit den Aerzten gern bereit. ES kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß, wenn die Aerzte glauben, eS hart darauf ankommen lassen zu können, der Vorstand von allen Machtmitteln, die ihm die R. V.O. in die Hand gibt, rücksichtslos Gebrauch machen wird. Schöneberg. N«8 der Stabtverordnetensttzung, die sich am Montag wieder bis in die späte Nachtzeit hinzog, sei noch einige» nachgetragen. Ein Antrag der Sozialdemokraten, der den Ma- giftrat aufforderte, EntfchuldungSsummen auch Hilfskräften und Arbeitern zu gewähren und auf einheitliche Regelung'für Groß- Berlin hinzuwirken, wurde von der bürgerlichen Mehrheit abqe- lehnt.(Pfuirufe, bei den Sozialdemokraten.) Ein erneuter An- trag der Sozialdemokraten, der Anwesenheitsgelder für Stadtver- ordnete und unbesoldete Stadträte forderte und Beratung in ge- mischten: Ausschuß vorschlug, wurde von der bürgerlichen Mehrheit erneut abgelehnt. Beschlossen wurde auf Magistratsantrag die nachträgliche Erhöhung der Genwindeeinkommensteuer von 260 Pro. zu lassen. Auf schärfere Heranziehung der hohen Einkommen wurde unter dem Widerspruch der Sozialdemokraten verzichtet. Einen Antrag der Unabhängigen, den Familien der Kriegsgefangenen die Unterstützungssätze zu«höhen, nahm die Versammlung«in- stimmig an. Rosenthal. Der U.-G.-P.-Aerem teilt mit, daß Mlbrodt gegen sich da« Disziplinarverfahren beim Landrat beantragt habe. Wenn da» Urteil gesprochen sei, würden die Maßnahmen getroffen, die man im Jntecesie der Partei für notwendig erachte. Reinickendors. Der Gemeindevertreter Glamatnn schreibt uns, daß«r für das im letzten Gemeindevertreterbericht erwähnte Pferd nicht 2 M, sondern 1 M. pro Pfund erhalten und 400 M. verdient habe, sondern im Gegenbeil die Gemeinde 400 M. daran verdient habe. Wie unser Bericht zeigte, wird die Angelegenheit dort durch eine Kommission von 6.Gemeindevertretern untersucht. Wir weisen seinerzeit über den Ausgang der Untersuchung berichten. Ferner schreibt im» Herr G.,daß daß die U. S. P.-Fraktion der <5. P. D.«inen Sitz im Ernährungsam! einräumen wollte, aber nicht dem Genossen Scharff, wegen seiner Unbeliebtheit. Gleich daraus schreibt G. aber, daß die Fraktion den Genossen Scharff nicht aus sein« Stellung als Beamten des Metallarbeiterverbandcs herauswählen wollte, da er sich durch seine langjährige Tätigkeit eines guten Rufes«freut. Also guter Ruf, ober unbeliebt. Komisch!_ Groß-Serline? Partewachrichten. 28. Abteilung. Heut« 7'/, Vemeindeschule Oderberger Straße 57— 5g: Abtetlungsversammtung und Neuwahl der AbtcitungZleitung. Verschiedene». Sozialiftische Studentenpartei. Der DiSkussionSabend sällt wegen Erkranlung de« Referenten aus.— Der öffentliche Vortrag der Wenoiffn Wally Zeppler über.Triebkräfte de» Sozialismus' findet erst am 11. Juli, um 8 Uhr, im Auditorium 140 der llntversttät statt. Gäste willkommen. Groh-Berliner Lebensmittel. Verltn. B!» Freitag wird in den Bezirken der 51., 66., 70, 72., 73., 74., 75., 77.. 78.. 7».,«3., 84.. 181., 132.. 201., 203., 212. und 233. Brot- kommission pro Kops 125 Gramm Käse verteilt. Aus Abschnitt 35 der LebenSmiitekkarte der Stadt Berlin 250 Gramm Marmelade(1,30 M. für 1 Nsund). Anmeldung von heute Mittwoch bis Freitag abend. Marmelade 1 Psund 1266),'/, Pfund 165, Jugendliche). Spandau. Obstkonserven nur an Spandauer aus ObstkonservenbczugSschein anzumelden. '1, Psund Amerttamehl oder JnIandSmehl bis 9. Juli(34). Schiffer ein Psund Amertkamehl iMittelstück der bis 13. Juli gellenden Lebensmittel- karte.) In den Apotheken Nährhefe ohne ärztliches Attest. Martendorf. Wie bekannt geworden ist, haben einzelne Händler bei der Ausgabe von Grieß und Graupen sür 100 Gramm Graupen anstatt 3 Pf. 1« Pf. berechnet. E» cmpsiehlt sich, bei Einkauf der Waren aus die bekanntgegebenen Preise zu achten und etwa bereit« zuviel gezahlt« Beträge von den Händlern »urüllzusorbrn.— Verkauf der bereit» aus Abschnitt 112 angemel- beten Gemüsekonserven. Der Verlaus der War« beginnt sür die Anwohner am 2. bezw. 3. Juli nachm. 3 Uhr. Auf sede Karte 1 Kilogramm Gemüse- tonserven: Bohnen, Spinat, Spargel, Erbsen, Kohlrabi. Die Preise der einzelnen Sorten sind aus den Büchsen verzeichnet. Für die bi» zum 10. Juli nicht eingelösten Abschnitte erlischt da» BezuaSrecht.— Gegen Ab- trennung der aus die beiden Abschnitie W 8 der Einsuhr.Znsatzkarten biO einschl. 3. Juli' 250 Gramm ausländische» Kochmehl aus jede Karte. Entnahme bi» spätestens S. Juli.__ BSetteranSftchtea für da» mittlere Storvdeutfedlaud drt Donnerstag mittag» Etwa» wärmer, Im Westen überwiegend bewöl» und ziemlich zahtretchc Regenfäll«. O-stlich der Oder anfaiizS noch vielfach heiter und meist trocken, später strichweise Gewitter. Mägige südöstliche bi» südwestliche Winde. /im 27. Juni verstarb Frau Edith Fraenkel Sie in langjähriger aufcpferunesvoller Tätigkeit das Amt eines Kurators unseres Frauen-Asyls versah. Seltene Henensgüte u. unermüdlicher Schaffensdrang haben diese vortreffliche Frau ausgezeichnet Ihr Tod schafft eine unausfQllbare Lücke In unserem Verein. 6/18 Berliner A«yl-Tepeln».Obdachlose. Sozialdcm. Vshlverein llcukölln(S.P.D.) Dan Mitgliadern die fraurlga ltlaifirlcht. daß unser langjährlger Denoffe Albert Janne Bez. 14, II.«bt am 29. Juni nach kurzem schroerev! Leiben oer- fftnrcen fit-• Ehre seinem Andenken! Dia Seardigung findet am Donnerstag, denZ.sZuI>, nachm. Ist« Uhr, vom städtischen Gcmetndetrledhos Maricndorfer Weg aus statt. Um reae Beteiligung vi Tgjmf bittet der UZorfländ. Bettnässen Iiob betannt vorzügliche und in feiner Wirfung hervvrrdgende Mittel gegen dieses so lästige Leiden find die bekannten MeapüüöMM | a Schachte! 4 M. p. Nachnahme. ! Erfolg d. Danfschreib. nachgem. Echt mir durch zu beziehen. 183)7- Ant 23. Juni vormittag« SV, Uhr wurde meine Ueve Frau, mein» herzensgute Pflegemutter, unsere gute Tochter, Llhwester, gchtvä- gerttt und Tante 32521) Marie Stübinger durch einen sanften Tod von ihrem schweren Leiden erlöst Um stilles Belleid bitten Qcori; StCblngcr. Lotte KSaler, als Pflegeiochter. StutBllit Barthelsdorferstr. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 3. Juli, Machmittags 4 Uhr. von der Halle des Neuköllner S»> meindoiriedhols am Mg. riendorfer Weg aus statt. lürnier Spul-, Maden- und Bandwürmer, bei Kindern und Erwachsenen, beseitigt Sicher und ohne Gefahr das gilnz. bewährte Mittel JUterin" für Erwachsen« M. 4,35 für Kinder.. M. M3 inkl. Darrnrelnigungstee. Porto extra[• C. Bitter Nachf. Reformhaus „Zur Gesundheit" Bielefeld. l Dr. Grötering Spezlalarzt. Invalidenstraße 35 ck« ChausseestraBe am Stettiner Bahnhof.' !l— f�zS-H�LSonntll— 12 iE i lote beseitigt DÄisHaussalbe led. hautausschl, Flecht, I Hautju ck., bes. Belnschad., j Krampiadern der Frauen i u.dergl. in Originaldesen| 4 50. 7 M erhältlich In der f „ElcUoien-Apothcke" Berlin 213, Leipziger j Str.iÜP 74(p. nfinholtpl 1 Ssttwässegi Abhilfe sofort* Alter und Uepchiecht angebtn Auskunft umsonst. 7171 ME H K 17 R- V ERS AN O üünthen 17c, Neureniherstr.ta Aftfitnttft umsonst bei efetaeriläriikeil Ohrvcr., nerv. 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Die Ueber- nähme entgeltlidier Siebenbeschäfttgung ist nur mst Genehmigung der städtischen«örpersmasten gestattet. Bewerber, welche ausreichende Kennwiffe und praktische Erfahrungen aus sozialem Gebiete der Wohlfahrt»., Armen- und Jugendfürsorge nachweisen können, erbiutm den Vorzug � Bewerbungen mit Lebenslauf find bis spätestens den 15. Juli MM" MM Psrwn» erwünscht. Ter Magistrat. I'seiiS.-AiIiI, IllWsii-sMkie Klettupx 4. Klasse»8. u. 16. Juli 1919. 'Ii _ V«_ 8,28 10,80 21 42 AI. u. Porto Hahn, i�tterTe"''��� BerMa S 14, �����'�Prlnzenstra��TO�ji�MoHuglatz� Tögl.(lewlnnllsten zur PreulL-sadd. Klassen. Lott. 1.— 5, Klasse zum Preise von M. 14 versendet[• B. C. Balms Wwe., Berlin S 14, V Aleanadrlnenstr. 70 und Pri�zenstr. 79. V "Ein großer Posten Leder-Schutisenkel blUlcst tm verkanten, Günstige Qeitgenbeit für Schuhfabriken und-(jeschäfte, Sattlerwarcn, Händler, QemiEchtwarengeschäft», Kantinen usw. Probehundert 80 cm. lanit 30,— Mk. gegen Nachnahme von Klementabrik B. Feix. 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Der Weg zum Turniersaal wurde gebührlich mit Girlanden geschmückt: im Saale selbst war ein Thron mit allen Emblemen Hieronymus XVI. aufgerichtet und genau zwischen zwei Spielen hielten Screnissinms, Kindermann und Gefolge feierlich den Einzug in den Saal. Serenissimus war offenbar in glänzender Laune. Er unterhielt sich mit verschiedensten Leuten, mit Herren und Damen au» dem Publikum, stellte Jragen, die in helles Erstaunen fetzten, äußerte Meinungen, die höchst überraschend waren und gab Urteile, die ganz märchenhaft klangen. Und alle diese Dialoge mit Kindermann und den Personen aus dem Zuschauciraum waren von so drastischer, origineller Könnt und ergaben so merkwürdige Pointen, daß der vollgefüllte Saal immer wieder von fröhlichem Lachen erdröhnte. Alle An- ÜUjp. Oriskrankenkasse w«senden hatten da» Eestkhi, baß man bei einem Spiel, da« die Nerven ein wenig erregt, noch nie ein so ungemein lustiges Zwischenspiel durchgemacht hat.— Mit dem Versprechen wieder. zukommen, verließ Serenissimus den Saal, begleitet von Beifall und frohgelauntem Lachen und dem Wunsche, ihn an dieser Stell- bald wieder begrüßen zu können. 80/17 i.eHBjngr-ThenM'T iommerspielz: H. Sternberg. Uastspiel(iuldn Thiclschcr: 8 Uhr: Chnrlcys Tante. Dcntsrhps Künstler. Theater. 8 Uhr: la.t Adalbert u. Kurt Götz in: Die Kutschbahn. fölksMlme a�Ä. h/i Uhr. Der heilige Florian. Deutschen Theater. 7'/, Uhr: tueb Ich war ein Jüngling... (Schwank). Kamm erspiele. Allabendlich 8 Uhr: Leopoldine Konstantin in las Weib n. der Hampelmann. Theater des AVestens Allabendlich TViUhr Hia Werber und Hans Wass- manli in Die Qelgha. Theater I. d. MggrätzerStraße Iß Uhr: Der Hüuptllng. Komodienlmus -liefe Höflicli u. Ludw. Slartau (; Llsclott von der Pfalz» Berliner Tbeater I Uhr; Dio tolle Komtess. Central-Theater Kommandantenstralle 57. Die Schönste von Allen. Deutsches Opernhaus 7 uhr: Eollinanns SJÄ. Frieilr.-Wilheimst. Theater unr: Der Hias. Kleines Tbeater. VI, Uhr: Unterm Baume der Erkenntnis Komische Oper K- SchwarzwaliiiMßel. l.nstsplelhuns � Die spanische Fliege. Metropol-Theater. r uhr 20: Die Faschiiigslee. Kcoes Operettenhans. Serliner f rater 7/9 Kastanienallee 7/9. Täglich: iZBuriMMlouen ITcUc.Ä Ball. Anfang i1/, Uhr. Rose-Theater. Vi, Uhr: Ehe-Urlaub. 'Vi, Uhr Gartenbohne: Das sieht sich jeder an. Vorher Konzert u. Spezialität. Walhalla-Theater. VI, Uhr: Die Frau des Dehutanten. n, u. Palast-Theater ri, unr: Talisman. Operette in 3 Akten v. Zorlig. Schlller-Thent. Chart. 7v« unr: Das Konzert. Thalia-Theater 7'/. U Th. am\ollend«rrpIat«i Vi, Uhr; Die Schleichhändler. "/. unr: Die Puppe. Theater d. Friedrichstadt t Uhr: So eine Frechheit. Versicherung gegen Einbruch. Ei» Pollerabend. Dal!» er-Theater VI, Uhr: Das Gesetz. Kurfürstendamm 236 Direktion Siegbert Qoldschmidt Unwiderruflich letzter lagt Nocturno in 5 Akten Regie: Otto Rippert AuSardem: 19. Abenteuer Jjt BAnHr�rar.GS Hl«r CPO or t) Eins Nash! im Freniänn�ininiBr Regle: Rudolf Meinert 4 615 830 Trianon-Theater. Bhf.Friedrichstr.Ztr. 4927�391 Tägl.SU. Heute z. 297. Male: der gute Bitf von Hermann Sudermann. Sonntag 4 Uhr: Johann isfener. Ädmirals-Piilast. Täglich VeS Uhr Sonntags 3 u. 7 Uhr Die neuen Ballette Im GespcnslerscIiIoS Wiener Walzer außerdem « Tanz» Revue•< Cdmlralä»K!no. I Der Sehmuck d. Gräliu .Ii. Lehens Rutschbahn s Naüonal-Theater 8 Uhr Stürm. Erfolg 8 Uhr MlieWUMM. ReldiskalL-Tliester Gastspiel d. berühmten Dresdener Viclvris-Ssug. Völlig neues Programm. 1. S. Wieder- au�treten�Stettiner�a� Seffent!. Versammlung Osten 264/9 Mittwoch, den 2. nbendz 7'/z Uhr, im großtn Enal der Viehhof-Lörse, Eldeuuer Str. 37. Thema: Warum müssen wir Sozialisten uns einigen T Referenten: Dr. Nestriepke(U. E. P.), Rideling(S. P. D.>, Dr. K o l d s ch m: b t(Räte-Zeitung).— Dislufsion. 2entrale für Einigung der Sozialdemokratie. Bezirk Osten. j Theater a. Kottbus. Tor Allabendlich 7-/, Uhr; SUfe-Säüger 9 ehem. Mitgl. der Stettiner Sänger Humor. Spielplan Sommemreise! Isen-Theater. Freitag, Vi, Uhr: NAue S«. � VemiZkMlilievell Sonnlag Z Ubr: Flu MlicD.FW!lieuVtiler \hMi\- Oailen Täglich 7'/« Uhr« Yariet6-Spißlplan Rauchen gestattet I Weinstuben und Bar Taubenstr. 35 Anerkannt vorzügl Küche (änte Welno ff. Kaffee/ Zivile Preise Wiener Schrammein Dietrich Pepl Werner. Gemütlicher Aufenthalt. I Eintritt frei I Residenz-Theater. Untergrundb. KlosterstraSe, Ausgang Stralauer S'.ralle. Täglicn8 Uhr. Zum 170. Male: Schauspiel von Sudermann. Regie: Alfred Rotter. 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Juli Ißoral und Sinnlichheit !!Das Tagesgespräch von Berlin!! yweiitell», zyiehernstr. Jeden Dienstag, Mitt ifttwoch, Donnerstag und Sonntag; �Son�nta�s. Antan 3 Uht. iesVlesteas i Gr. Ball BaS9 intim Srstkiassige vallmnstk. Beginn 7 Uhr. Jeden Sonntag ab 4 Uhr !.W ff.� ritfantme. in Stangen. UzberaU erhältlich GeneroJvertrete/' QranR�ITCiöd-i Benimms? Potsda Betca.d. Z«niimeMt»ZnW. Ortsgruppe tvrost-Berlln. Donuer-Ztail, drn 3. Juli 1919, nachmittags 4 Uhr, im Gewerkschafishaus, Engeinfer LS(groster Saal): Große Periammlung aller In den Orts», Innung!- u. Bctriebshranlsenlsalfen tätigen Kollegen und Kolleginnen. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu unseren Lohnforderungen. 2. Berbandeangelegenheiten. 49/4 Mitgliedsbuch legitimiert; ohne dieses kein Zutritt.— Auch soweit Äollegen bei anderen freigewertschaftlichen Organisattonen Mitglied sind, sind Mitgliedsbücher als Answeis vorzulegen. Sie vranchenieifling der Krankentassenangesiellten. Bekanntmachung. Vom 30. Juni ab finden die Tprechsiunden der zahnärztlichen Klinik für die Behandlung der Lassenmitglieder von morgens S bls nachmittags H'-S Ahr statt. 277/2 Der Vorstand. C. Bilgaike, Vorsitzender, flrbeitneljmerverband des prifeur. u.@aargewerbe$. Donnerstag, den 3. Juli 1919, abends 7l/3 Uhr, Engelufer 15: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom Derbandstaa.— 2. Wahl von s Mitgliedern zum Verbandsvorftand.— 3. Beschlußfasiung über Beitragshötze. Rur Mitglieder haben Zutritt.— Mitgliedsbuch legitimiert. 204/7 Der Vorstand. P. L i e r e. ZkiiMmM der hMdWseWe«. Ortsgruppe Äroß-Berli». Bureau: C. 25, Münzstraße 20. Geöffnet von 10— S Uhr, außerdem Montags u. Freitags von 5-7 u. Sonnabends von 10—1 Uhr. Bezirksversammlungen finden statt heute Mittwoch, S. Juli, abends 7'/z Uhr: Restaurant„Patzenhofer, Stresowplatz. Tleplvlv- VoMsAlenweg. Abends S'l, Uhr. Hotel Pfuhl in Königs. Bujerska Ecke Kiefholzüraße. Bfidensee. Szi,."""""■" � MüMMsrieii-llliMa. Wusterhausen. Donnerstag, den 3. Juli, abends 71l2 Uhr: ItavhAM I lRosenthaler Berstadt-Gesundbrunnen),.Rosen» ilOlOcU I. thaler Haf». Rasenthaler Str. 11/12. Itardon u(Slbönhauser Borstadt.) Hamberg Festsäle", tivtvCil II. Schönhauier Allee 129. IthrÄon III(Oranienburger Vorstadt— Wedding.)„Ger- ilOtOen III. mania-F-ststile". Chausteestr. 110. ROlOOftSn.»Unions-Festsäle', Ereifswalber Str. 221/222. RotökorRrit. Turmstr. s. fl fosi Restaurant Heinrich. Große Frankfurter Str. 30(am U ItU. Etrausberger Platz). BJrftrR.„Natioualhof". Büloastr. 87. fifl{l$!)Cl{{..Defellschaftshaus", Augustc-Viktorta-Ttr. 4L Restaurant.�tais-rhof", Köpenick. Grünstr. 10. �ogen-Kasino", Knorrpromenade 2. Danton)- AWerslhSnhnnsen. straße 14. Mnet- VollersSors- MSersSors. Ww.?� Wihnersvgrs'Slilensee'SihlnnrnenhSls. j Wilmersdorf, UHlandstr. 100, Ecke Wilhelmsaue. Wirtshaus am vraukesee' Möbel Scklafzimmer Speisezimmer »eri-enziminer polstepmSdel tcompl. Kuchen Einzelne Möbel Gc.Aiiswalil. WO. Pceise Auf Wunsch a. Teilzahlg. Kisl-Cohn Gr. 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Diejenigen, weiche den ganzen Kursus mit allen 7 Porirägen uncntgcillich zu de» legen wünschen, werden um Mitteilung ihrer Adresse gebeten. „Aufbau und werden.- Geiellschaft stir �JmttlfchMäotfsmtttlaritiig�artlmJJl� Preufi. Staats-Lotterie Beginn der neuen Lotterie am 15. Juli 1019 Games Halbes Viertel Achtel Lose zu zu haben: ItnohfUhriing: gründliche Unterweisung. F. Simon, Berlin W 35, Magde» burger Elraßc 24. B erlangen Sie gratis Probebrief. R" Preuss.-Südd. Klassenlose ZUhung i. Klasse 14, u. IS. Juli Preise pro Klasse: Achtel Lose M. 5.25 Viertel„„ 10 60 42 21 10,5o 5,25 M. Neumann, Lotterie-Einnehmer. Berlin W 30, MaaBcnstr. 20. jlrbefter-Sehretär für Kiel gesucht Für das Arbeiterfetreioriat Kiel wird ein tüchtiger Sekretär mit hervorragenden Kenntniffen in der Eozialgeietz. gebung gesucht. Gehalt nach den Bestimmungen des Vereins Arbeiierpresfe nedst Teuerungszulagen: Dienstjahre werden an- gerechnet. Bewerbungen sind zu richten an Genossen F. Kunz m Kiel, Fährstr. 24 lGewerkschaftshans), Zimmer 10. sslOi'U Halbe 21— 42.- Ludwig Müller, Lotterie-Einnehmer, Berlin W. 56, Werderscher Markt 9. Postscheck- Konto 3WS5. SJ Wer anbeln will, komme zu uns. öchster Berdienft in wenig Stunden. 9—5. Z24Sb» Reforb'Berfrieb, Große Frankfurter Str. 87. Bezirkssekretäi*. Zum möglichst so/ortigen Antritt wird für da« BejictS' sekreiariat Grosi Thüringen(Sih Weimar) infolge Aus- jchcidens des Genossen Baudert ei» Bczirtssckretär gesuckt. Ge- »offen, die in ähnlicher Stellung sich befinden, mit Orgai.i- satlonsfragen gut vertraut, rednerisch befähigt sind, wollen ihr Bewerbungsschreiben bls zum IS. Iuli an die Adresse des Bezlrksfekretariais in Weimar, pabflskr. IS, ein- reichen. Reflekttert wird auf eine gute Kraft._ 264'10* Redegewandte Genossen, die Bildung verbreiten wollen durch den Vertrieb eines für jeden Gewerkschaftler unentbehrlichen Selbstunterrichtswerkes gegen hohe Provision; wollen sich wenden unter 26 A an Rud. 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August, die ;'c Grundlage der Kr egspoliü! der Generalkominissiou war,.st iil ausgearbeitet worfle» von Simon.(Lebhaftes Hört, hört!) wicdncr begründet und empfiehlt dann folgenden Antrag Paeplow und Genossen zur Neutralität der Gewerkschaften! „Der zehnte Kongreß der Gewerkschaften Deutschlands erklärt, das; die Gewerkschaften die Arbeitnebmer unbeschadet der polt- !.scheu und religiösen Urberzeugung des einzelnen zu einheftlicher ad geschlossener Aktion zwecks Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen vereinigen müsse. DaS Mannheimer Abkommen.mit r sozialdemokratischen Partei Deutschlands vom Jahre tUOö hat P'.ständigung der beiden Zcntralleitungen bei wichtigen, die Ge- >am:interessen der Arbeiterklasse betreffenden Fragen verlangt. Es harte den Zweck, die Aktionskraft der Arbeiterschaft durch Ver- i.:oung von Differenzen zwischen gewerkschaftlicher und politischer Arbeiterbewegung zu erhöhen. Die politisckw?keiltralität der Ge- werischaften gegenüber ihren Mitgliedern wurde davon nicht be- ahrt. aber dieses Abkommen hatte eine einheitliche politische " nlcrenenvertretung der deutschen Arbeiter zur Voraussetzung. Diese Voraussetzung ift nicht mehr vorhanden. Die Spaltung der i o demokratischen Partei gefährdet auch die Einheit und Ge- loücnkwit der deutschen Gewerkschaften. Der Gewerkschafts- kongreü sieht sich daber genötigt, die Neutralität der Gewerkschaften ' nübcr den politiichen Parteien auszuforschen. Die politischen A! ei in! ng» kämpfe der Arbeiter dürfen die Stoßkraft ihrer politischen slutereffcnvertretung. der Gewerkschaften, nicht schwächen. Die Ge- i. erkschasten dürfen sich jedoch nicht auf die enge berufliche Jnter- genvertretUm ibrcr Mitglieder beschränken. Sie müssen vielmehr .gim Breniipuakt der Klassenbestrebungen des Proletariats werden. .:! den Kämpf für den Sozialismus zum Siege führen zu helfen." Nachdem noch N e u m a n n- Berlin(Metallarbeiter) gegen die Generaltonimission sich gewandt hatte und nachdem Ernst-Hagen den Antrag auf Aufhebung des Belagerungszustandes begründet nie, wurde ein Schlnßaiitrliii angenommen. D istmann- Frankfurt a. M, bestreitet im Schlnstivort die von Ehrler gegen :;>n erhobenen Vorwürfe wegen der Wahlschiebung. Am Vorabend dc? Krieges soll ich eine patriotische Rede gehalten haben. Dumm- heften habe ich in meinem Leben auch schon gemacht, aber diese ! ickft. lieber den Gewaltfrieden der Enteilte jammert man jetzt • if feiten derjenigen, die die Gewaltpolitik unserer Imperialisten mitgemacht haben. Die alten Popanze auf dem Thron sind ver- Ks, wunden, aber der Militarismus herrscht im Volke nach wie vor. Redner wendet sich unter stürmischem Beifall der Opposition und der Tribüne scharf gegen den Vtrvnirs der Gewerkschastszersplittc- rung. Mögen Sie der Generalkommission das Vertrauensvotum - rsstellen, die revolutionäre Entivicklung wird die Gewerkschaften rorwartsireiben. Wie gewaltig könnten wir wirken(allseitiges Sehr richtig!), wenn die fiinf Millionen silewerkschaftsmitglicder mit unseren revolutionären Miilcln vorwärtsgetrieben würden. Legten(Schlußwort): Die Schlußrede Dißmann? hat nur wieder gezeigt, daß nicht die gewerkschaftliche Tätigkeit die Oppo- üürflt hervorgerufen hat, sondern daß es rein politische Beweggründe sind.(Sehr richtig!) Hier, wo es sich um Leben und Dasein des deutschen Volkes handelte, wo wir das internalionale Proletariat aufmerksam machen mußten auf den Gewaltfrieden, da kommt man und sagt, man dürfe nicht unterhandeln. Bei diesem ganzen Vorgehen zeigte sich nicht die Spur von Taktik. Titzmann be- hanptet, daß der Friede von Brcst-Litowsk ebenso schlimm sei wie der von Versailles. Deutschland hat nicht einen Fuß.ibreit Boden beansprucht, hat nicht rein nationale Gebiete abgetrennt, hat nicht dem russischen Volke Bedingungen auserlegt, die seine Wirtschaft- che l'risienz unmöglich machen.(Lärmende Zwischenrufe links.) er t wsailler Friede ist eine ganz raffinierte Zusammen�ellung aller Maßnahmen, um das deutsche Wirtschaftsleben zu ertöten und damit die Arbeiterklasse niederzudrücken.(Zustiminuug.) holen und Frankreich zerstückeln unser Land, England unter- nimmt es, unser Wirtschaftsleben zu unterdrücken. AAS Memcl rirö England ein neues Gibraltar machen. Es ist nicht einmal der Beweis versucht n.o den, daß die Generalkommission nicht richtig im Interesse der ..r,''eiterschaft gebändelt hat. Man hat nicht Rechenschaft von uns zu verlangen für Vorgänge, die außerhalb des Gewerkschaftö- lel'ens liegen. ES ist ein Unsinn, das Hilfsdieustgesetz eine Zucht- iwusvorlage zu nennen. Ich erinnere an die schweren Gefängnis- trafen des englischen Gesetzes bei Streiks.(Lärmende Zurufe i.fts.) Die Regierung hatte es damals in der Hand, der Ar- .'rkftlsse den Arbeitszwang aufzuerlegen. DaS haben die Gr- wcrkschäitcn verhindert, indem sie die Regierung in Vorverband- I.tilgen Schritt fiir Schritt zu Konzcssionen zwangen. Aftc Wand- W..naen, die wir hier vertreten, sind geschehen unter den daman- -. n Boranssetzungen, um das schlimmste von der Arbeiterklasse xbzuwkjnden. Ich hätte nicht erwartet, daß ein altxr Gewerk- ' mftler den Mut finden würde, die Maßregelungen von Beamten hier zu rechtfertigen. Dißmann hat dieselben Argumente a»ge- wendet wie ein Unternehmer bei Maßregelungen von Arbeitccn. — Weiter beruft sich Legten auf JaureS und Bebel für das Recht r Landesverteidigung. Wenn die Sozialdemokratie nicht die .'olitik des 4. August getrieben hätte, wäre wahr geworden, was Bebel lhd3 gesagt hat: dann wäre ein russischer Kaiser in Berlin gewesen und waS das bedeutet hätte, wissen jetzt schon die Genossen v.s dem besetzten Gebiet.(Sehr richtig!) Mit unserer Politik haben wir dem Proletariat der ganzen Welt einen grossen Dienst erwieftn; ohne sie hätte eS keine russische und keine deutsche Revolution gegeben. Wir werden dafür sorgen, daß die revolutionäre Welle nicht Halt macht am Rbein oder am Kanal.(Stürmischer Beifall.) Die L pposition sollte sich die Erfahrungen der ehemals einigen Sozial- istokratischen Partei zur Warnung dienen lassen; sie sollte von ' n Sonderkonferenzen ablassen und alle Mcinungsverschicden- leiten loral in voller Oeffentlichkeit zum Ausdruck bringcu. Sonst treibe,- wir der Zersplitterung entgegen.(Sehr wahr!) Große Unruhe ruft die Verlesung eines Briefes hervor, den Tifmann an seine Gesinnungsgenossen geschickt hat und aus dem bervorgeht, daß die parteipolitischen Interessen der Opposition böber stehen als die gewerkschaftlichen. Legien schließt: Putsche könne man mit politisch indifferenten Arbeitern machen, Revo- Iiftionen nur mit einer Arbeiterschaft, die auf einem hohen geisti- neu, sittlichen und kulturellen Niveau stehe. Auf dieses Niveau � ttcii die Gewerkschaften die deutsche Arbeiterklasse gehoben. Ihr Verdienst sei es, wenn die größte Revolution der Weltgeschichte, d:e Revolution des 9. November, so gut gelungen sei. In Anbe- rächt der säwercn Angriffe gegen die Generalkommission müsse Dese fordern, daß der Kongreß ein ausdrückliches Vertrauens- von-m ausspricht. Durch dieses Vertrauensvotum würden sich die i'.veruisse des gewcrlschuftlichen Kampfes leichter überwinden lassen.(Lebhafter Beifall.) In einer persönliche» Bemerkung sagt Simon: Wenn die Rcakiionäre und Kapitokisten glauben, daß sie aus diesem Me- nungsstreit Vorteile für sich ziehen könnten, dann irren sie sich. Wenn es um das Schicksal des Proletariats geht, werden wir geeint marschieren und geeint schlagen. (Lebhafter Beifall.) Nach vielen weiteren pcrsöv.licben Bemerkungen, die häut-g' zu..rini'den Zusommenilößen führen, wird um Uhr die; weitere Verhandlung auf Mittwoch früh vertagt. I Znöustrie und yanöel. Börse. Die Börse war trotz der verschärften Streikbewegung wieder recht zahlreich besucht und eröffnete in ausgesprochen fester Haltung, da sowrhl aus der Provinz als auch vom neutralen Auslande umfangreichs Kaufaufträge vorlagen. Besondere Be- acvtung fanden wieder heimische Anleihen, insbesondere Kriegs- anleihen, die sich aus etwa 77-/« Proz. stellten. Weniger einheit- lich war die Stimmung am Montanmarkt. wo Pismarckhütte eine größere Kurseinbuße erlitten. Im allgemeinen überwog aber auch hier feste Tendenz Höher stellten sich Rüstungspapiere, Elektro- werte und Kali-Aktieii und Kali-Kuxe. Auch Canada wurden höher bewertet. Groß'Serlm Tic juristische Sprechstunde findet uom 3. bis einschließlich 2ö. Juli von 3 bis 5 Uhr statt. Die billigeren Lebensmittel ab nächsten Montag. Der Magistrat Berlin gibt folgendes bekannt: Am Montag, den 7. Juli, wird, wie nunmehr feststeht, für Groß-Berlin die angekündigte Herabsetzung der Lebensmittel- preise in folgender Form eintreten. Ter Preis wird für den Einzelverkauf betragen für: Mehl% Pfund etwa 44 Pf., statt bisher 1,1V M.; Fleisch 1 Pfund etwa 4,50— 5 M., statt bisher 11 M. und 960 M.; Speck 1 Pfund etwa 4 bis 4,20 M., statt bisher'1,40 M.; Speisefett 1 Pfund etlva 5 M., statt hiAher 6 Mk.: Kartoffeln alte Kartoffeln 1 Pfund etwa 15 Pf., statt bisher 25 Pf.p neue Kartoffeln 1 Pfund etwa 20 Pf._ Tie Brotversorgung gefährdet. Die Bäckerzwangsinnung hat dem Magistrat Mitteilung ge- macht, dass bei den Bäckern infolg? der Vcpkchrsschwierigkeitcn zur- zeit ein derartiger Lohlcnmangel herrscht, daß die Brotvcrsorgung ernstlich gefährdet ist Der Magistrat, Abteilung für Brstvcrsrr- gung, hat deshalb an die zuständige,, Stellen das Ersuchen gerichtet, mit allen Mitteln aus die Hcranschaffung der erforderlichen Kohlen- menge hinzuwirken. Normal laufen in Bersin täglich 12 999 Waggons ein. Vor- gestern sind es infolge des Streiks nur 1299 gewesen, gestern 2999, also jedenfalls nur ein sehr geringer Bruchteil. Und»ntcr diesen Waggons sind viele hunderte, die Lebensmittel nach Berlin bringen. Vor dem Krieg sind täglich 299 Waggons Kartoffeln nach Berlin gekommen, jetzt täglich nur 5 bis 19. Tie Versorgung Verlins mit Kartoffeln ist also nicht mehr lediglich in Frage gestellt, sie hat auf- gehört. Aber die Kartoffeln, die nicht nach Berlin hereinkommen, verfaulen in den Waggons, die die Streikenden nicht nach Berlin hineinlassen. Das gleiche Schicksal erleidet das Gemüse, erleiden die Eierseirduugen und das Obst. Unerhörte Saalpreise. Uns wird geschrieben: Am 1 t. Juni fand eine Versammlung der gesamten Hilfskräste des Magistrats Berlin im Spor, Palast statt. Der Saal kostete 1299 M, am 18. In», eine Nach,- Versammlung der Slraßenbabner und Hodbbahner im Svonpalast mit Lich, koiteie der Saal 1599 M. Am 28. Juni soll wiederum eine Verianinilunq von einer anderen großen Körversckofi dort statifinden. Fiir diese Versammlung wird ein Preis von 3999 M. ve, langt. Zu bemerken ist noch ansterdem, daß weder Siögelege,,- heilen nack» Rednertlibünc oder sonstige Bequemlichkeiten, welche andere Säle aufweisen, vorbanden sind. Auch in anderen Versammlungslokalen werden verschiedentlich geradezu Wucherpreise sür Saalmieiungen gefordert. Für das ge- iomle Organisationsleben entsteht dadurch eine Uiigeheuee Be- lastung. Wird man vielleicht hier nicht erst auch Höchstpreise fest« setzen müssen?_ Ter Eisenbahnverkehr entwickelt sich heute wie an den Vortagen. Der Verkehr der Fernzüge wird von allen Bahnhöfen nach Möglich- ieit aufrechterhalten, die einzelnen Züge sollen pünktlich abgefertigt Iverden, doch sind einzelne Zugverspätungen unvermeidlich geblieben. Mit Hilfe von Soldaten ist der Betrieb der Betriebswerkstäften Grunewald wieder aufgenommen worden, so daß die Schnellzüge nach dem Osten, die vor einigen Tagen nur vom Schlesischen Bahnhof abfahren konnten, seit gestern wieder über die Stadtbahn ver- kehren. Ebenso verkehren auch die Personenzüge nach wem Osten, nach Bromberg sowohl wie auch in Richtung Breslau, wieder über die Stadtbahn, d. h. sie fahMu von Eharlottenburg ab, wo auch die ankommcnden Züge enden. Mlm Güterverkehr hat der Ausstand der Eisenbahnarbeiter eine Stonung hervorgebracht, so daß bei den Berliner Güterabfertigungen in, allgemeinen nur noch Lebensmittel und Brennstoffe zur Beförderung angenommen werden. Es werden jedoch auch solche Güter angenommen, die ohne Umladung ans Ber- liner Gebiet versandt werden können, wenn eine Abscrtigungsmög- lichkcit besteht. Biireoukratische Schwerfälligkeit. Uns wird geschrieben: Als Minderbemittelter bin ich nicht in der Lage, im Sommer teure Bäder oder Sommerfrischen aufzusuchen, ich habe daber im Hoch- sommer, wie viele andere Familien. Sonnabends und Sonntags im Zelt am Krossinsee gewohnt. Unter der früheren königlichen Regierung war es ein Leichtes, einen Zelterlaubnisschein gegen Zahlung von 1 M. zu erhalten, unter der heutigen„freiheitlichen" Regierung ist das nicht mögljch. Die Regierung in Pots- dam hat die?susstellttng von Zelt scheinen nur für Ruderer und Segler gestattet. Ich als?lngestellt«r kann mir solckvn feudalen Sport nicht erlauben und müßte demnach in der Großstadt hocken bleiben. Gerade diese und viele andere Fälle zeigen, wie die Erbitterung gegen die sozialdemokratische Regie- rung in die arbeitenden Volkskreise durch solche Verbote hinein- getragen wird. Denn ich bin nur einer von den vielen, denen es ebenso ergangen ist. Vielleicht kümmert sich mal die preußische Regierung überhaupt im allgemeinen etwas inebr um die Verfügungen und Erlasse ihres Vertreters in Potsdam. Wir glauben, daß sie dadurch viel Aerger aus der Welt schaffen könnte. Tic Notwendigkeit, Berufung gegen Mietcinigungsurteile ein- legen zu können, beweisen die uns täglich massenhaft zugehenden Fälle. Hier nur einer: Vierzimmerwohnung mit Heizung und DPirmwasserversorgung, die böchstens zu einem Drittel funktio- nieren, Friedenspreis 1499 M.. ab 1917 1599 M.. jetzt durch die Entscheidung de? WilmcrSdorfcr EinigungSaints auf 2859 M. er- höht. Resultat: Der Mieter ist gezwungen, auszuziehen. Wohin? Der nltc Brauch ist iiiin gebrochen! Man muß nämlich für das oft schmutzive Geichirr sehr erheblich Viand leisten, und wenn man dabei verabsäumt bat. sich eine Quittung geben zu lassen, was arglosen Kindern leicht passiert, kann man noch um>ein Geld kommen. So ist es einem Einsender Montag in der Hasenbeide ergangen. Känivse zwischen Polizist und Plünderern. Zu Feuerkämvfen zwischen Sicherheitsbeamten und Verbrechern kam es IN der ver- gangenen Nackt an zwei Stellen Auf dem Grundstück Aleran- drinenstr'ste 58 brachen Pierdediebe in den Stall der Fabrik von' Bach u. Riedel ein. Sie wurden um 3 Uhr nacht» bemerkt, und! man rief die Polizei des 28 Reviers zu Hilfe. Als Wachtmeister in den Stall vordrangen, unt die Einbrecher festzunehmen, wurden sie von diesen mit Schüssen, die fehlgingen, empfangen. Die Wacht- meister griffen jetzt ebenfalls zur Pistole. Einer der Einbrecher wurde so schiver getroffen, daß er tot ztisamnicnbrach. Er wurde festgestellt als ein 32 Jahre aller Kupferschmied Robert Marquardt aus der Straßmannstr. 15. Der Helfershelfer des Erschossenen, ein gewisser Wartenberg, wurde sestgenommen.— Aus dem Grundstück Große Frankfurier Straße 1)7, im Nordosten der Stadt, gab es ein Fenergefeckt zwischen Polizeiwachtmeistcrn und einer 30 töpfigen Etnbrccherbandc. Tics«, zusammengesetzt aus Zivi- listen, darunter auch Frauen, Infanteristen und Matrosen, hatte es auf das Warenkonrcktionshaus von Hugo Aronseld abgesehen. Das lichtscheue Gesindel ritz die Schutzgitter von den Schaufensterrr ab, schlug die Scheiben ein und plünderte die Auslagen. Drei Wachtmeister des 93. Reviers, die sich auf einem Rundgang befanden, wurden durch den Lärm aufmerksam. Sie eilten hinzu und erhielten von der Bande sofort Feuer. Unter Erwiderung der Schüsse, die fehlgingen, drangen sie trotz der bedrohlichen Lage in die Menge ein. Diese stob dann vor ihren Schüssen auseinander und entfloh. Einer der Beteiligten, ein Knecht Hugo Jung, erbielt einen Schuß in den Oberschenkel und konnte nicht mehr laufen. Den drei Wachtmeistern gelang außerdem noch, vier Rädelsführer festzunehmen. Die verhungernden Kinder deS Erzgebirge?. Zu unserer letzten SoniitagS Noliz tragen Iva nocki gern nach, daß Geldipenden eingezahlt werden können beim Postscheckamt Berlin unter Konto 19 148. Groft-Berliner Lebensmittel. Brill. Aus die Abschnitte? 5 und V 7 der Emsuhr.Zu'atzkartc von beute ob in der Gcmciitdevert.iusSslelle. Haiinemannstraße, je'l2 Pfd., zu- lammen 1 Pfd. Mehl je Person. Tie Montag- und Dieiistagnunimcrn dieser Woche werden, um Andrang zu vermeiden, nächüe Woche am 7. bezw. 8 Jiiss mit Mcbl beliesert. Steglitz.'-Bis 3. Juli am Abschnitt Q 6 der Einiubr-Ziiiabkarte 250 Gramm ameiit. Wcizcnmcbl zu l.tO M.. scrner aus Abschnitt 34 der braunen Steglltzer LebenSwiilclknite 499 Gramm Marmelade(2,16 M). Bezug in den Gelchäjlen, wo Abschnitt 27 dec Grok-Berlincr LebcnSmiltcl- karte angcmetdet ist. Abschnitt 27 dient nur als Ausweis und ist nicht abzutrennen. Ncinickeudorf. Aus Abschnitt 41 der Groh-Berliner Lebensmittel- karte 259 Gr. Haielllocken(45 Pi.i Der Abschnitt ist bis Donnerstag. den 19. Juli, abends, bei den Händlern abm-ieben. Pankow. Vom Donnerstag ab auf Abschnitt 49 der allgem. LebenS- mittclkarte 299 Gramm Teigwaren(Wasserwarc, 27 Ps.). vereine und Versammlungen. Reickisbund der Kriegsbeschädigten tBezict Zentrum). DannerS- tag, abends 71/, Uhr, Restnuraiit Elisabclbftr. 39 Lezirksversammliing.— Bezirk M ci r i e n d o r f. Montag. 8 Uhr. Strecker. Chaussceilr. 28. Ver- sammlung. M tgludskorle ist vorzuzeigen.— Deutscher tvionistrubuiid. Freitag, abends 7'/, Uhr, im Lhzeum-Ktub Vortrag von Herin«an.-Rat Dr. Magnus Hirschseld, Lüiowptatz 8. Tbema:„Das Prostiui- t ionsprobi«m".— Meiiuckescher Tällgcrchor„Bei sin 1999" übt jeden Freitag 8—19 Uhr Gcrichlstr. 31, MeyS Feslsäle. SangeSjreudige Herren willlommen.__'_______ Groß-Serlme? parteinachrlchten. Tegel. Heute Mittwoch 8 Uhr: Zahlabend im.Slrandschloß". T.-O: Bericht vom Paiteilag. Sozialdemolrati'cher Aerzte- Berein. Sitzung Montag 7 Uhr, Herrenhaus Zimmeistr. 29. Tagesordnung: Foitsctzung der Aussprache über die ZIcsoim des medizinischen Unterrichts. Ucbeinahme der Schulzahnpflege durch die Stadt Berlin. Rcierrnt: Herr Drucker. Schutarzt- srage in Berlin«.Haupt- oder nebenamtliche Aerzte). GewerffcheftsbewVUNs Aus Tr. RathcnauS Reich. In d«r A. E.G. befinden sich die Angestellten seit dem letzten Streik in einer empsindlichen Notlage. Ein Angestellter bemerkt in einer an uns gerichteten Inschrift: Die Mehrzahl der Ange- stellten hatte vor dem Krieg ein Gohalt von 159 M., sind verheiratet und Vater von 2 bis 4 Kindern und haben jetzt ein Einkommen von 499 bis 459 M. monatlich. Kann hiervon eine Familie leben? Um d'e Not der Angtstellten nur etwas zu lindern, wurde eine bescheidene Wirischajisbeihilfe in Höhe eines Monatsgehalts ver- langt. Auch dieses wurde uns abgeschlagen. Stattdessen will man uns in neue Schulden stürzen. Nun urteilen Sie. Ein Arbeiter in der A. E. G., welcher den Hof bzw. den Arbeitsraum sallikr fegt, bekommt die Stunde 2,19 M., das ergibt bei achtstündigem Arbeits- sag und 26 Arbeitstagen im Monat 437 M. Dem Angestellten jedoch, dessen Leistungen etwas Qualifikation und auch Verantwortung erfordern, zahlt man etwa 499 M. für Verheiratete. Un-d tvieviel ledige, wie auch verheiratete ohne Kinder von den Ange- stellten find in der Li. E. G., die über 499 M. verdienen? Ich laude, ein Straßenbahnwagen mit einem Anhänger genügte, um ieselben aufzunehmen. Ein großer Teil Lediger verdient sogar unter 399 M. monallich.(Nicht Jugendliche I) Nun fragen Sie bitte den Herrn Generaldirektor Dr. Rathenau, ob es demo- kratisch ist, zseinen Angestellten solch eine empörende Bezahlung bei dieser Teuerung zukommen zu lassen, daß sie den Hungertod ständig vor Augen haben._ Die Obleute der Betriebsräte und Ausschüsse der Kuustdruck- iuduslrie haben beschlossen, ihre Forderungen auf Wittichaftsbeibilfe vor den SchlichtiiiigSatiS'chuß zu bringen und da, wo glatte Ab- lebnung nicht erfolgte, bis Sonnabend Bescheid zu verlangen. Die Forderimgeii, die sich zwi'chci, 299 und 499 M. belausen, sind so minimal im Verhnliins zu dem ÄrbeilSverdienst in anderen Be- riften, daß man sich fragen muß. wie«S möglich ist, daß die Arbengeber eine solche bescheidene Forderung ablehnen. Deutscher Mctallarbeiter-Verband. Am Donnerstag, den 3 Juli, abend» 5 Uhr, in Graumann» Fcitsälen, Nauiiynstr. 27: Branchenversaminlung der Automaten- und Hand- bautet i, richter, Schraubendreher, Schraubendreherin n e n sowie aller in der Schraubenbranche beschästiaten Arbeiter und Arbcile» innen. Tagesordnung u. a: Welche Forderungen gedenken die Kollegen an die Unlernchiiier zu stellen. Am Freitag, den 4. Juli, nachmittag» VI, Ubr: Gemeinschaftliche Veriammlung aller G i ü h st r u m p s- A r b e, t c r i n n e n in den Andreas-Festiälen, Andieasitr. 21. Tagesordnung: 1. Siellungnahme zur Kündigung des Kolleklivvertragcs. 2. Regelung unserer zuküiijtigeii Lohn- und AibeilSbedingungen. Abends S'/z lldr: AuxerordenIIichc Klempner-Versamniliing ln Boekers Festsälen, Weberstr. 17. Tagesordnung: 1. Stellungnabme zum Beschluß- der General verianimluiig, Kündigung sämtlicher Verträge. 2. Neuwabl der Branchenkommission. Die Tagesordnung unserer Generalversammlung am 7. Julj dieses Jqhrcs ist wie solgt geändert worden: l. Kassenberscht und Bericht der Revisoren. 2. Waglen zur engeren Verwaltung. 3. An die Vciwaliung gelangte Anträge. 4. Beratung der Anträge zum Ver- bandSIag in KieL 5. Amstellung der Kandidaten zum Vclbundstag. 8. Stevungnalme zu den von den Brancben«emgc, eichten Forderungen an die llnieinebmer.— Die ausgegebenen Siimmliitcn sind zur Generalversammlung mitzubringen.- Die Kandidaten tür den Vcrbandslag werden hierdurch eingeladen und legitimieren sich durch ihr Mitgliedsbuch. Die Nngestellten der Bureaus Leipziger Plall, der Bahnhof«. bureaus, der Bureaus der BaimaMenungen und die technischen AussichiS- bcamien der Stratzcnbahii sowie der Hockbahn baden sich Donneisiag 1 Uhr mittags Engeluser einzuftndcn. Verband der Burc.iuaiigeilellten. Zeutratverband der Film, und Kino-Nngebörigen Teut-ch. lands. Am Sonntag, den 8 Juli, vonniliag» 19 lltn. findet im großen Saal des Gen eilsck.ajlebaiiseS. Engetiiser 15. ei: e Volwermmmluna aller im Zeniraiverband organisierten Mitglieder statt. Der SintriU ist nur gegen Vorzeigung der Mitglieds-Zahltart« gestcUtet. Stottern? Stammeln, Lispeln, Nervosltit u Angstgefühl vo Sprechen, Atemnot usw. werden durch so e Spezialbehandlun' ohne Apparate und ohne Hypnose gründlichst beseitigt. Jeder, der stotterfrei singt erhält eine fließende natürliche Sprache. Keine Berufsstörung. Tages, a. Abendkurse. Besondere Ferienkurse. Rechtzeitige Anmeldungen täglich 4—7 Uhr, außer Sonnabend u. Sonntag. Dr. Schrader's fÄ,1; Berlin W, LützowstraSe 30. Geöffnet von 8—6 Uhr. Besonders vorteilhaftes Speisezimmer 1 Büfett Eiclie i Kredenz„ 1 Ausziehtisoh„ 6 Stühle„ Mart; 2850, 3750,4500 etc. Herrenzimmer 1 Bibliothek 1 Schreibtisch 1 runder Tisch 1 Schreibsessel 2 Stühle Mark: 2450, 3650, 4875 etc. Schlafzitnmer 1 Schrank mit Spiegel, Eiche 1 Waschtoilette»nit Spiegel und Marmor 2 Nachtschränke mit Marmor 2 Bettsteilen, 2 Patentböden_• 2 Steilige Auflegematratzen mit Keilkissen 2 Stühle 1 Handtuchhalter M. 1875, 2650, 2950, 3875 o*. 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Sollte es da nicht Ihr größtes Interesse erwecken, wenn Ihnen die Möglichkeit gegeben ist, sich dieselben mit einerAusgabe von etwa 30 Pfennig täglich einzuverleiben? And mehr kostet ein großes Glas Äomburger Elisabeth-Brunnen nicht. nzentnerte Kunstiimonaden mit liimbeer Zitronen=, Waldmeister» Geschmack Mit Wasser verdünnt, ergeben diese Extrckte eine herrliche süße I/mpncdc. Köln?!!ok»f or-forefci-iloh I.itei'!!,— Ttark i atHtrwivi- Mtouo. H. Krömer«, Berlin N, Oraiilcnbnrg;er SCr.€G. Tel. Kord. Verkaufsstellen: Andreasstraße 78. I Blrkenstra?e 26. Chausseestraß? 76.] Petersburger Str. 88. Potsdamer Straße V6. Neukölln, Bergstraße 49.* Spandau, Erückenstraße 4. Friedrichshagen, Friedrichslraße 105. Nowawes, Lindenstraße 7. Versand in Korbflaschen von 5, 10, 25 Litern Feiiz. wochenti. 1 M. Plomben l,5ü. üolain- /flhnfi.i?« krönen I8M. Zahnziehen ra.Elnspr. höchst ibiUSBSiu Y.van schmerzllnd. Umarb.schlechts.Gebisse.Rep. Zahnarzt Wo I f sof. Potsdamer Str.SS. 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