Nr.336.36.Jahrg. Bezugspreis: Bierteljährl. 9,- Mt, monatl. 8,-. frei ins Haus, voraus zahlbar. Post bezug: Monatlich 3,- Mt, egtl. Bu stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 6,25 Mt., für das übrige Ausland 10 25 Mt., bei täglich einmal. Buſtellung 8,25 Mt. Poftbestellungen nehmen an Dänemart, Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Post- Zeitungs- Breislifte. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage, Volk u. 8ett" erscheint wochen täglich zweimal. Sonntags einmal Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin". 30 Morgen- Ausgabe. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15 Pfennig Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Ronpareillezetle Loftet 1.20 ML. Aleine Anzeigen". bas fettgedruckte Wort 50 Bfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 25 Pfg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erfte Bors 40 Bfg.. jedes weitere Wort 20 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen flir zwet Worte. Teuerungszuschlag 50% Familien Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Vereins Anzeigen 1,20 mt die Beile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. • Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3. Fernivrecher: Amt Morigplay, Nr. 15190-15197. Freitag, den 4. Juli 1919. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., SW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 117 53-54. Ratifikation in England. Telegrammwechsel zwischen Weimar und Wien. Die Totengräber unserer Volksjandie an Etaatssekretär Bauer folgende Drahtung: Wien, 3. Juli. Der deutsche Minister des Aeußern Müller sandte an Staatssekretär Bauer folgende Drahtung: Ratifikation durch Japan erst nach einiger Zeit. Haag, 3. Juli.( H. N.) Aus London wird gemeldet: Wie die" Times" vernehmen, wird das Gesetz bezüglich des Friedensvertrages, das Lloyd George einreichen wird, wahrscheinlich nur eine Slanjel enthalten, die die Regierung der auswärtigen Angelegenheiten des Reiches berufen, drängt es ermächtigt, alle nötigen Schritte zur Ausführung des Ver- mich nach meiner Rüdtehr aus Versailles, Sie in treuer Freundtrages zu unternehmen. " Im schwersten Augenblick der deutschen Geschichte zur Leitung wirtschaft. Von Hermann Wäger. Während sich Reichswirtschaftsministerium und ReichsRohstoffen oder von Lebensmitteln wichtiger ist, werden fortParis, 3. Juli.( Havas.) Das„ Echo de Paris" schaft herzlich zu begrüßen und zu bitten, daß Sie mir auch in schreibt, daß die Ratifizierung des Friedens mit Deutschland unsere auf Wiederaufrichtung der schwergeprüften Brüdervölter schreibt, daß die Ratifizierung des Friedens mit Deutschland meiner neuen Stellung Ihr Vertrauen weiter bewahren. Möge ernährungsministerium darum streiten, ob die Einführung von seitens Japans einige Zeit beanspruchen werde, da Japan erst in einem Monat im Besize des vollständigen Textes gerichtete Arbeit von Erfolg begleitet sein." sein werde. Staatsjefretär Bauer antwortete: Amsterdam, 3. Juli. Daily Herald" schreibt zu der Frage, Herzlichsten Dank für Ihren freundschaftlichen Gruß. Es wie die Arbeiterpartei des englischen Unterhauses sich freut mich, in vertrauensvoller Gemeinschaft mit Ihnen am Wiedergegenüber, der Ratifitation des Friedensvertrages aufbau des deutschen Volkes arbeiten zu können, das, durch den verhalten muß: Wir saten dringend, daß der Leiter der Partei den Imperialismus in furchtbares Unheil gestürzt, Vertrag ablehnt und daß alle Abgeordneten der Arbeiterpartei fich im Zeichen der Demokratie und des Sozialismus wiederauf den Saal verlassen. Das wird ein wirksamer, würdiger und drama- richten und, indem es das Vertrauen anderer Völker zu seiner tischer Protest sein. Es wird ein deutlicher Beweis sein, daß sich geistigen Erneuerung erringt, die Hindernisse überwinden wird, die die Arbeiter von diesem Frieden abwenden. Wenn der Haß bleibt, noch der staatlichen Einheit aller seiner Stämme entgegenstehen." so bedeutet er in Zukunft für die Arbeiter Sorge und Verluste und feiner, der jetzt noch nicht Geborenen wird es jemals den Arbeitern diese Generation vergeben, daß sie einen Vertrag unterstützt haben, der neue Kriege verursacht hat. Das unvermeidliche Gegen- denVertrag- Stimmen bedeutet an sich nichts. Der Vertrag ist über Die Unruhen in Dortmund. Die Zahl der Verletzten erhöht. gejeßt sowohl aus Frankreich wie aus England über unser be settes Wirtschaftsgebiet un geheure Mengen waren, die keinesfalls immer dem Bedarf der armen Bevölkerung entsprechen, eingeführt. Es handelt sich hierbei in der Hauptsach: um hochwertige Tertilerzeugnisse, wie feine Herrenstoffe, Damenkleiderstoffe, Seide usw. Der Wert der in den letzten 2 Monaten hereingekommenen und noch hereinfontmenden Waren dürfte mit vielen hundert Millionen viel zu niedrig gegriffen sein. Auch heute noch erreichen Berlin und andere größere Plätze täglich so und so viele Waggons mit Lurusartikeln. Man kann ohne weiteres annehmen, daß auf siz in den meisten Fällen nicht einmal der Einfuhrzoll bezahlt worden ist. Die Bezahlung dieser Waren geschieht dadurch, daß vom Empfänger die in Frage kommenden Marksummen an die sich in Köln, Worms, Mainz usw. aufhaltenden Verkäufer abDortmund, 3. Juli. Die Zahl der bei den Unruhen Ber- gegeben werden. Die Wartmanbanden ter obt unsere Köpfe und über den Kopf des Parlaments weg unterzeichnet lenten übersteigt bisher fünfais. Heute nachmittag trafen hier ins Ausland, wo sie in ungeheuren Mengen täglich in worden. Die Schantungfrage. Warum China den Frieden nicht unterzeichnet hat. Haag, 3 Juli.( H. N.) Aus London wird gemeldet: Die chinesischen Delegierten haben in einem Gespräch mit dem Vertreter des„ Manchester Guardian" die Gründe auseinandergesetzt, die sie zu ihrer Weigerung beranlaßt haben, am Sonnabend, dem Tag der Friedensunterzeichnung durch Deutsch land, in Versailles zu erscheinen. Der Rat der Vier drang darauf, daß sie den Vertrag bedingungslos unterzeichnen sollten und daß die Schantung fra ae ipäter beiprochen werden würde. Sie erachteten dieses aber als unmöglich, weil man dagegen in China auf das heftigste opponieren würde. Sie hätten nicht in die Heimat zurückkehren können, wenn sie den Friedensvertrag unterzeichnet hätten, und sie vertrauten darauf, daß jetzt etwas getan werde, um eine Besserung der Lage herbeizuführen. Sie werden in Baris bleiben und hoffen, daß die stonferenz die ganze Angelegenheit nochmals in Erwägung ziehen werde. Augenblicklich könne man aber noch nicht sagen, ob Japan einige Konzessionen machen oder ob England China unterstützen wird, so wie die chinesischen Delegierten es hoffen. eine Abteilung Artillerie ein. Wie das Freikorps Düsseldorf mit teilt, sind einige Geschüße an verschiedenen Stellen der Stadt aufgestellt worden. Am Nachmittage kam es nur noch vereinzelt zu Plünderungsversuchen und kleineren Zusammenrottungen, gegen die jedoch die Regierungstruppen nachträglich einschritten. Die Zahl der Verlegten hat sich weiter etwas erhöht. Unruhen in Dortmund Dortmund, 3. Juli. Die Regierungstruppen gaben an verschie denen Stellen der Stadt Schreckschusse gegen die Menge ab, da diese teilweise eine drohende Haltung einnahm. Der Bahnhof, sowie alle öffentlichen Gebäude sind von den Regierungstruppen besetzt. Das Urteil im Mordprozeß von Klüber. fremden Währungen umgesetzt wird. Das muß selbstverständlich auf den Stand unserer Valuta drücken und die Bezahlung für aus dem Auslande benötigte Lebensmittel in ungünstigsten Sinne beeinflussen. Anstatt für diese Milliarden Rohstoffe für unsere Industrie, insbesondere Rohbaumwolle hereinzubekommen, unsere Produktion damit wieder in Gang zu bringen und durch Ausfuhr unserer vom Auslande benötigten Erzeugnisse den Stand der Mark zu bessern, wird durch diese verbrecheriiche Manipulation dem deutschen Volke das tägliche Brot verteuert! Dann bewilligt man monatlich 500 Millionen Mark, un dem Volfe die Folgen dieses landesverräterischen Treibens einer fleinen Anzahl skrupelloser Geschäftsmacher weniger fühlbar zu machen. Wie lange soll dieser Wahnsinn denn hemmungslos fortwüten? Die Lebensmittelunruhen und Plünderungen der letzten Zeit, die man glaubt, im Bürgerfrieg blutig ersticen zu können, haben in diesen wirtschaftlichen Mit dem Urteil gegen die Mörder des Oberstleutnants Verhältnissen ihren ernsten Hintergrund! Wenn der Besikloje von Klüber hat eine der scheußlichsten Taten, die je von einer mit hungrigem Magen vor den Auslagen der Lebensmittelaufgeregten Menge verübt worden ist, ihre Sühne gefunden. geschäfte steht und sieht, wie die tauren Sachen von den gutwar sich noch der Einzelheiten entfinnt, wer vor allem noch genährten Angehörigen des wohlhabenden Bürgertums getauft daran denkt, daß von Klüber, wehrlos wie er war, in die Saale werden, denen man auf 1000 Schritt ansieht, daß sie wohl noch gestoßen wurde, und als es ihm gelang, sich an Land zu retten, nie in ihrem Leben produktive Arbeit geleistet haben- wenn wieder zurückgestoßen wurde, bis er durch die Kugel oder durch in den Schaufenstern Anzüge, Kleider und Wäsche zu phanErtrinken seinen Tod fand, der wird die Härte des Urteils nur tastischen Preisen ausliegen und der kleine Mann daran denken Rumäniens Mißstimmung über den Frieden. begründet finden. Was den Prozeß selbst angeht, so ist hier wie muß, daß seine Frau und seine Kinder kein Hemd auf dent Bratianus Abschiedsbegehren. noch nie der Sachverhalt durch die gegenseitige Beschuldigung. Leibe haben, dann gehört eine Oberflächlichkeit sondergleichen der Haupttäter flargelegt worden. Wenn sie nun das Gesez dazu, das rapide Anwachsen des Heeres der„ unsozialen EleParis, 3. Juli.( Havas.) Der, Matin" bestätigt, daß Bratianu nach Bukarest reist, um seinen Abschied ein mit seiner vollen Härte trifft, so muß man sich doch immer ein- mente" auf das Konto der Agitation der Kommunisten usw. zureichen. Er erklärte diesem Blatte, daß es für Rumägedenk bleiben, daß diese Leute nur Instrumente der maßlos zu setzen. Nein! Dieser Anschauungsunterricht überzeugt das nien unmöglich sei, die in dem Friedensvertrage mit aufgereizten Masse gewesen sind, und daß die Tat selbst nur Bolf von der Unerträglichkeit unserer wirtschaftlichen und poliDesterreich aufgenommenen Klauselu über die Minderheiten in ein Ergebnis der fieberhaft entfachten Butschstimmung war, wie tischen Zustände mehr als 1000 Bezblätter“ und„ Hezreden"! sie durch die Vorgänge in Halle zum Auflodern kam. Die Mitder Bevölkerung anzunehmen. Der Allgemeinheit werden diese Dinge int ganzen Umschuld fällt auf alle diejenigen zurück, die immer wieder die fange ebensowenig bekannt sein, wie die Tatsache, daß ungewirtschaftliche Not der Masse zu politischen Putschen miß- heure Bestände von Reichs- und Heeres. Die Abstimmung in Schleswig. brauchen und den Haß des Proletariats gegen die Regierungs- gütern teils durch das Versagen der zuständigen Aemter truppen bis zu einem Grade schüren, wo es fein Maß und Ziel und Bewirtschaftungsstellen, teils durch Unfähigkeit- ja selbst Die dänischen Konservativen gegen ihre Regierung. mehr gibt. Korruption einzelner Beamten und Offiziere in den Kopenhagen, 3. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Halle( Saale), 3. Juli. In dem Prozeß wegen Er- Schleich handel gekommen sind und noch kommer. „ National tende" zufolge wollen die konservativen mordung des Oberstleutnants von Klüber, der am Der Reichsregierung sind aber diese entsetzlichen und zur KataFrattionen der beiden Kammern des dänischen Reichstags den 2. März in Halle nach dem Einrücken der Regierungstruppen wäh- strophe treibenden Erscheinungen bekannt! Was hat sie nun Außenminister Scavenius auffordern, Schritte zu unternehmen, um rend der spartakistischen Unruhen von einer Menschenmenge zur getan, um dem Treiben zum Abgrunde Einhalt au gebieten? die Räumung der sogenannten dritten Schleswigschen Zone( der süd- Saale geschleppt, in den Fluß gestoßen wurde und durch Schüsse Ich will unseren Genossen Wissell und Schmidt ohne weiteres lichsten) zu veranlassen und dadurch die Abstimmungsfreiheit in der schwer verletzt unterging, wurde heute nach zehntägiger Verhand- bestätigen, daß sie den guten Willen gehabt haben, dieser zweiten Zone zu sichern. Diese sogenannte dritte Bone ist der vor- lung vor dem hiesigen Schwurgericht das Urteil gefällt. schmachvollen Zustände Herr zu werden, gelungen ist das ihnen übergehend von Deutschen bewohnte Streifen Süd- Schleswigs, nörd- Von den elf Angeklagten wurde der Militärinvalide Otto aber bisher nicht einmal in den bescheidensten Ausmaßen.( Zur lich des Danewerks, für dessen Abstimmung zugunsten einer An- Bauer wegen Mordes zum Tode verurteilt. tatsächlichen Richtigstellung: Die Verwertung von Heeresgut gliederung an Dänemark sich eine fleine aber energische Partei Wegen Beihilfe zum Morde erhielten der Schauspieler ein- unterstand bisher den demokratischen Ministern Röth und dänischer Nationalisten, sowie deutscher Opportunisten des be- rich Gierhold dreizehn Jahre sechs Monate, der Handlungs- Gothein, jekt Mayer- Kaufbeuern. D. Red.) Die Ursache ihres treffenden Gebietes eingesetzt hatte. Die Friedenskonferenz bat gehilfe Rudolf Richter zwölf Jahre, der Geschirrführer Kurt Mißerfolges ist darin zu suchen, daß sie in übergroßer Zagjedoch auf Vorstellung der dänischen Regierung, hinter der Styris zehn Jahre Zuchthaus, wegen Totschlags der Mechaniker haftigkeit unterlassen haben, den schwer erkrankten Volkskörper die Mehrheit des dänischen Volkes steht, diese sogenannte dritte Erich Fiedler neun Jahre Zuchthaus. Gegen die übrigen An- einer gründlichen Heilbehandlung zu unterziehen. Wir beZone von der ursprünglich geplanten Abstimmungsmöglichkeit geflagten Monteur Mar Rädel, Soldat Stephan Thaler, finden uns noch immer in der muffigen Krankenstube wederum ausgeschlossen. Der jetzige Versuch der Konservativen, Schloffer Max Jungmann und Arbeiter Oskar Suhle der kapitalistischen Wirtschaftsordnung und diese dritte Zone während der Abstimmung von den deutichen wurde wegen schweren oder einfachen Landfriedensbruchs auf Bucht- sehnen uns vergeblich nach der frischen Luft und dem Licht des Truppen und Beamten räumen zu lassen, um durch diese nicht das haus- und Gefängnisstrafen erkannt. Der Maurer Max Kels Sozialismus. Das unfähige Pflegepersonal in Gestalt der Abstimmungsergebnis in der zweiten benachbarten Zone beeinflussen erhielt wegen gefährlicher Körperverlegung sechs Monate Ge- alten verknöcherten Bureaukratie stemmt sich mit Zähigkeit zu lassen, ist demnach ein letzter Versuch dänischer Imperialisten, fängnis. gegen jede Anordnung der neuen Aerzte und redet ihnen ein, der Kranke sei zu schwach, um frische Luft und Licht zu verden Gedanken an die Danewert- Grenze lebendig zu erhalten. Der Arbeiter Musculus wurde freigesprochen. tragen. So werden die neuen Aerzte selbst an ihrer Kunst irre Polen und Kauben im Danziger Freistaat. und fürchten sich, die notwendigen radifalen Operationen vor" " Gegen das Proletariat.988.15 Man schreibt uns: In der gestrigen Ausgabe der Freiheit" wird bestritten, daß haltung von Lebensmitteltransporten Frauen und Kinder hungern zunehmen. Bäumt sich der arme mißhandelte Kranfe auf gegen Die„ Gazeta Gdanska" beschäftigt sich in ihrer Nummer vom dieje falsche Behandlung, dann sagen sie, es sei Fieberwahn und 27. Juni mit der Sicherung der polnischen Rechte in Danzig. Sie Eisenbahner gesagt haben, es mache ihnen nichts, wenn durch Auflegen ihm die Zwangsjacke an. verlangt, daß die Polen sich zusammenschließen sollten, um ihre ForUnsere Genossen in der Regierung tragen eine riesengroße derungen durchzusehen. Diese Forderungen beziehen sich u. a. auf müßten. In heuchlerischer Weise fordert das Blatt Beweise dafür. Verantwortung und ihr guter Wille wird sie nicht davor be- die Gleichberechtigung in Schulen, Amt und wirtschaftlichem Leben. Am 10. März d. J., vormittags 10 Uhr, hat der Bezirksleiter wahren, daß die Geschichte einst ein hartes Urteil über sie fällt, was unter Gleichberechtigung zu verstehen ist, fönnen wir ja mit des Deutschen Eisenbahnerverbandes, Vezirt Berlin, Schulz auf wenn sie nicht die nötige Energie aufbringen, diesem Stan Leichtigkeit aus dem Vechalten der Polen in Posen ent- dem Hofe der Eisenbahnhauptwerkstatt 2 Berlin, Revaler Str. 99, dal ernstlich zu Leibe zu gehen. Unser aus dem nehmen, daß natürlich auch für die Behandlung der Polen im Dan- in einer von zirka 2000 Personen besuchten Betriebsversammlung wilhelminischen Klassenstaat restlos in die deutsche sozia- ziger Freistaat zu dienen hat. Die„ Gazeta Gdanska" berechnet da- ausdrücklich erklärt, daß der volle Zugverfehr, einlistische" Republik hinübergerettetes Recht" ist eine einzige bei, daß der Danziger Freistaat ungefähr 360 000 Einwohner schließlich aller Lebensmittel und Kohlenzüge, Heiligsprechung des Privateigentums. Dem zählt, unter denen nach der preußischen Statistik 13 500 Bolen eingestellt werden müßte. Er betonte, daß es ihm sehr Gemeininteresse wird nur ganz verschämt eine engbegrenzte find, während die Polen neuerdings 60 000 herausrechnen, allerdings Kinder leiden müßten, das geht aber nicht anders. Im wohl befannt sei, daß darunter in erster Linie Frauen und Einflußsphäre eingeräumt. Die ungeheuer schwere Zukunfts- auf Grund einer völlig unsicheren Schäßung, die natürlich viel zu Interesse des gestedten Zieles( Sturz der Regierung) müsse aber aufgabe, vor die das deutsche Volk gestellt ist, erfordert zu ihrer hoch sein muß, wie jeder Kenner Danzigs genau tveiß. Die Gazeta auch das hingenommen werden. Ohne Einsatz kann das Spiel nicht Lösung die Anspannung aller Kräfte, die vollstän- Gdanska" spricht nur von Polen und vergißt dabei wieder voll- gewonnen werden. dige Unterordnung aller Einzelinteressen unter das Gesamt- ständig, daß in der nächsten Nähe von Danzig zahlreiche Kaj- Der Einsender erbietet sich, seine Angaben eidlich zu erhärten. interesse, eine Umwertung aller Werte und damit zine Revo- juben leben. Wie jedermann weiß, sind die Kaffuben keineswegs Wenn jetzt noch behauptet wird, daß der Streit der Eisenbahner lutionierung und völlige Umgestaltung unserer bisher für den Polen und wollen durchaus nicht als solche betrachtet werden. Die lediglich aus wirtschaftlichen Gründen angezettelt worden ist, Gemeinintereffe muß zum obersten Gesek erhoben wer- und die laffubische Gigenart zu unterdrücken. Da die Deutschen in kapitalistischen Klassenstaat geltenden Rechtsgrundsätze. Das Polen sind bestrebt, die Kassuben als Polen in Anspruch zu nehmen so bedarf es nach dieser einwandfreien Feststellung keiner weiteren Beweise mehr. den, Verstöße gegen dasselbe sind Hochverrat dieser Hinsicht bedeutend mehr Toleranz zeigen, so werden sie selbstund müssen mit den schärfsten Strafen belegt werden. Wenn verständlich auch auf die Kassuben Rücksicht nehmen und nicht nur die furchtbaren Versäumnisse der vergangenen Monate und die den Polen, sondern auch wahrscheinlich den im Danziger Freistat von den Parajiten am deutschen Wirtschaftskörper begangenen weit zahlreicheren Kassuben Gleichberechtigung zuerkennen. Es ist Verbrechen gegen das Gemeinwohl etwas wieder gutgemacht anzunehmen, daß sich auch die Kassuben in nächster Zeit zusammen. werden sollen, dann muß ungesäumt zu einer radikalen Beschließen werden. schlagnahme aller über das bejezte Gebiet eingeführten Waren geschritten und diese Waren für Rechnung des Staates zu angemessenen Preisen veräußert werden. Jeder Bejißer derartiger Waren muss unter Ende des Eisenbahnerstreiks! muß Eideszwang den Ursprung derselben angeben, damit diejenigen zur Rechenschaft gezogen werden können, die aus maßloser BroDer Eisenbahnerstreit ist beigelegt. Glüdlicherweise hat er in fitgier am Ruin der eigenen Volksgemeinschaft mitgewirkt vollem Umfange nur wenige Tage gedauert und der Schaden, der baben. Dem Zugriff der Exekutive unterliegt jedes Waren- dadurch angerichtet worden ist, ist in verhältnismäßig geringen lager, bei dem der Verdacht besteht, daß es aus Reichs- oder Grenzen geblieben. Jedenfalls ist er nicht in dem unabsehbaren Seeresbeständen stammt und daß bei dem Befigwechsel nicht umfange eingetreten, den die politischen Drahtzieher, alle gejeßlichen Vorschriften beachtet wurden. Durch Gesetz welche die wirtschaftliche Notlage der Arbeiterschaft. ihren politischen muß der bestehende Rechtszustand abgeändert werden, daß nicht Zielen zunuze machten, heraufbeschwören wollten. Es ist ein wahres mehr der Staatsanwalt dem Besizer oder Eigentümer der be- Glück, daß sich die besonnene Arbeiterschaft in threr Haltung nicht schlagnahmten Waren den rechtswidrigen Erwerb nachweisen hat beirren lassen, sondern von ihren Ansprüchen zunächst zurückmuß, sondern daß umgekehrt die Nachweispflicht dem getreten ist, als sie die unerfüllbarkeit der Forderungen einEigentümer oder Besizer auferlegt wird. sah. Der Fluch der Selbstblockade, die unserem Wirtschaftsleben nach Vor Monaten ging bereits die Reichsregierung mit einem ähn- den Einschränkungen des Außenhandels den Todesstoß versehen lichen Gefeßentivurf schwanger! An welchen Widerständen ist mußte, ist uns im wesentlichen erspart geblieben. das Zustandekommen desselben gescheitert? Schließlich müssen alle Umschlagpläge am befetten Gebiet mit einer ständigen und ausreichenden polizeilichen Kontrolle belegt werden, deren Aufgabe es ist, den gesamten Güterverkehr zu überwachen, alle Güter ohne Ursprungszertifikat einer deutschen Zollbehörde anzuhalten und etwaige Ursprungszertififate durch Rückfrage auf ihre Echtheit hin zu prüfen. 3war regen sich noch an anderen Orten des Reiches Streifwellen, über deren voraussichtlichen Umfang heute noch nichts gesagt werden kann, doch hoffen wir auch in diesen Fällen, daß die Bernunft siegen wird. Wenn es erst einmal der Arbeiterschaft zum vollen Bewußtsein gekommen ist, daß in der heutigen Notlage unserer Volkswirtschaft jeder Streif ein Wertevernichter sein muß und daß jeber noch so große durch Streit erworbene Vorteil früher oder später durch die Steigerung der Preise verloren gehen muß, so werden diese tödlichen Angriffe in das Wirtschaftsgetriebe von selbst unterbleiben. Man wird mir hier entgegenhalten, daß zur Durchführung dieser Maßnahmen ein Mehr von einigen Tausend Kriminalbeamten notwendig ist, daß aber gegenwärtg sowohl bei den Wir haben schon immer betont, daß wir keinesfalls verkennen, örtlichen Polizeipräsidien, als auch bei dem Landespolizeiamt wie schwierig die Lebenshaltung für die Arbeiterschaft unter den großer Mangel an Beamten besteht. Darauf ist zu erwidern, heutigen Verhältnissen ist. Darum werden wir nicht ablassen, bedaß für diese Tätigkeit, die feine besondere friminalistische rechtigte Forderungen mit Nachdruck zu vertreten, sobald die allgeSchulung voraussetzt, mit Leichtigkeit die erforderliche Anzahl meine Wirtschaftslage und die Gesundung der Staatsfinanzen die geeigneter Sträfte zu gewinnen ist, wenn man sie nur aus Möglichkeit ihrer Erfüllung gibt. Aber wir können im Hinblick auf fömmlich entlohnt. Die jetzige Entlohnung der unteren Stri- den Verkehrsstreit nur erneut die Mahnung wiederholen, angesichts minalbeamten mit wenig über 400 Mt. Gesamt- Monatsein- der bevorstehenden Aufhebung der Blockade durch Arbeit, durch Schaf= kommen ist eine der vielen Unbegreiflichkeiten, über die man fung von Ausfuhrgütern dazu beizutragen, daß in Form von Legar keine Worte erst verlieren braucht. Eine ganze Anzahl von bensmitteln und Rohstoffen der Arbeiterschaft erträglichere Eristenz Kriminalbeamten würd: frei werden, wenn man endlich einmal bedingungen gewährt werden können. das Institut der politischen Polizei aufheben würde. Es ist ein Unfug, wenn Minister auch sozialistische über wacht werden. Nochmals: Es muß ernstlich und sofort dieser Anarchie auf den Leib gerückt werden! Mit Palliativmittelchen ist hier nichts mehr zu machen, sonst treiben wir rettungslos dem Untergange zu! Hot sp10 Schon jest macht sich unter den Straßenbahnern eine erhebliche Mißstimmung gegen den Streit geltend, die um so begründeter ist, als ja die Straßenbahn nunmehr ein sozialisiertes Unternehmen ist und infolgedessen die Steigerung der Ausgaben mur von der Allgemeinheit getragen werden muß. Wir hegen den Optimismus, daß auch hier bald die Vernunft über die Leidenschaft den Sieg davonträgt. Beweise Hindenburgs Abgang Auflösung der Obersten Heeresleitung. Der Dank der Reichsregierung. Weimar, 3. Juli. Amtlich. Generalfeldmarschall von Hinden burg, der bereits vor einiger Zeit um Genehmigung feines Rücktrittes bei Abschluß des Friedens gebeten hatte, verlägt am heutigen Tage Kolberg. Gleichzeitig ist die Oberste Heere leitung aufgelöst. Aus diesem Anlaß hat der Ministerpräsident an den Generalfeldmarschall von Hindenburg im Namen der Reichsregierung folgendes Telegramm gesandt: Im Namen der Reichsregierung sage ich Ihnen, Herr Generalfeldmarschall, noch einmal unseren una bänderlichen Dank für alle Dienste zum Besten des Vaterlandes. In Tagen der Not wurden Sie gerufen, in Tagen noch schlimmerer Nöte schließen Sie Ihre Aufgaben ab. Die wir im 3wange der Pflicht auf unseren Bosten bleiben müssen, werden immer ein großes Vorbild in der Art sehen, wie Sie die Pflicht gegenüber dem Vaterlande höher gestellt haben, als persönliche Gefühle und Anschauungen." sidstid.is gez. Bauer. Berlin, 3. Juli. Reichswehrminifter Roste hat an den Generalfeldmarschall v. Hindenburg folgendes Telegramm gefandt: Generalfeldmarschall v. Hindenburg, Kolberg. An dem Tage, an dem Sie den Oberbefehl niederlegen, ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen, Herr Feldmarschall im Namen der der neuen deutschen Wehrmacht den herzlichsten und unauslösch lichen Dant des Baterlandes für Ihre treu ge leisteten Dienste auszusprechen. Wie Sie als ruhmgekrönter Feldherr unsere Heere in Feindesland geführt haben, wird unbergeßlich in der Geschichte fortleben. Besonders aber muß Deutschland Ihnen dankbar sein für die Mühe und Sorgfalt, mit der Sie in der legten schweren 8eit die mili tärischen Geschide unseres Vaterlandes gelenkt haben. Sie haben damit den Grundstein gelegt, auf dem unser Volk in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft sein neues Haus bauen wird, in dem dann unsere Kinder und Enkel wieder mit Stolz und Freude als Deutsche leben können. In dieser sicheren Zukunftshoffnung möge Ihnen, Herr Feldmarschall, noch ein langer, von der dankbaren Verehrung des deutschen Volfes getragener Lebensabend be schieden sein. Reichswehrminifter Noste. 1 Der Stand der Steuergeseze. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, sind, entgegen anders lautenden Meldungen, im Reichsministerium der Finanzen die Entwürfe der Vermögensabgabe, der Umsatzsteuer und der Reichsabgabenordnung fertig ausgearbeitet. Die Vorlagen werden der Nationalversammlung und dem Staatenausschuß unverzüglich zugehen, so daß sie noch vor Beginn der Sommerferien im Parlament erledigt und Gesetzesfraft erhalten werden. Der Bizepräsident der Nationalversammlung Schulz ist als Unterstaatssekretär in das Reichsministerium des Innern berufen worden. Wissenschaft nicht imstande sein, das übrige Europa vor der An-| die dadurch leichtere oder schwerere Verlegungen, borzugssteckung zu schützen. Wir weise an den Händen, davongetragen hatten, daß sie das Das Kinderelend in Mitteleuropa. Aber blicken wir noch weiter: Was für Hoffnung besteht auf Schlachtfeld absuchten, dabei sogenannte Blindgänger" fanden, diese einen Wiederaufbau der Welt, wenn die Kinder Europas, die über- aufhoben und dann durch die Explosion dieser nicht explodierten Die furchtbaren Folgen der Hungerblockade werden jetzt ali- leben, von Rachitis und Tuberkulose so geschwächt sind, daß ihr Granaten oft schwer verletzt wurden. Ich habe als Leiter einer größeren chirurgischen Abteilung eines Striegslazaretts in Polen mählich auch in England bekannt. Das Elend der Kinder, nament- Leben nur ein halbes Leben ist? Es gibt Kinder in den Wiener eine ganze Reihe solcher Fälle zu behandeln gehabt; darunter war fich im östlichen Europa, wird auf Grund der Mitteilungen des Krankenhäusern und anderwärts, die niemals werden sehen können; auch der Fall eines vierzehnjährigen Jungen, dem die eine Hand Internationalen Roten Kreuzes von M. P. Willoods in einem es gibt unzählige andere, die nie einen zum Arbeiten gesunden von einem solchen explodierenden Blindgänger vollkommen abge= Wie fann die Welt von Völkern wieder rissen worden war. In Belgien, wo ich nur fürzere Zeit tätig war, englischen Blatt geschildert:" Der Hunger typhus wütet in Deutsch Körper erlangen werden. österreich, in Polen, Litauen und Weiß- Rußland. Hunderttausende aufgebaut werden, die in ihrer Lebenskraft so schwer erschüttert habe ich ein Kind behandelt, dem mehrere Finger auf die gleiche von Menschen in diesen Gebieten müssen sich mit einem Teller sind? Denn es handelt sich nicht nur um die Lebenden, sondern Weise abgerissen worden waren. Es liegt nahe, das Märchen von den Kindern mit den abgehackten Händen auf einige oder auch nur Wassersuppe und mit ein paar schlechten Kartoffeln als Tages- um die degenerierten Nachkömmlinge der heute Lebenden. eine derartige Verlegung zurückzuführen. Die betreffenden Kinder nahrung begnügen. Bockenfälle sind in Siebenbürgen sehr häufig. fragen mit Entsezen, was für eine Zivilisation von dieser wachsen mögen in deutsche Lazarette gebracht worden, dort behandelt, event., Zahlreiche Kinder der Mittelmächte werden blind werden, weil die den Masse menschlichen Glends ausgehen soll. Diesem Kinderelend wenn notwendig, auch amputiert worden sein. Sie sind dann später notwendigen Medikamente zu ihrer Heilung fehlen. Seltsame in Ost- und Mitteleuropa nach Möglichkeit zu steuern, das muß die mit dem Wechsel der Kriegslage auf die feindliche Seite gekommen, Krankheiten, wie Knochenerweichung und bisher unbekannte Formen erste praktische Aufgabe des Geistes sein, der in dem Völkerbund und nun haben sie das Fundament für das ganze Verleumdungsgebäude abgegeben. Wahrscheinlich erzählen diese Kinder, nachdem der Tuberkulose, treten unter den Kindern in Deutschland und zum Ausdruck kommen soll." Freilich müßte sie das sein. Aber der Geist des Völkerbundes fie erst der Mittelpunkt des allgemeinen Interesses geworden sind Oesterreich auf. reif anerkennen, wenn damit ein Weltgeschäft zu verbinden ist. will, daß ihnen die Deutschen die Hände abgehadt hätten. Dieser wird vorläufig nur dann praktische Aufgaben als zur Durchführung und schließlich den wahren Ursprung ihrer Werstümmelung vergessen haben, bewußt oder unbewußt lügend, jedem, der es hören Einstweilen hat der Kapitalismus der Westländer sein Geschäft mit der Vorgäng wäre psychologisch durchaus erklärlich." großen europäischen Kinder vernichtung gemacht. Und nicht zum erstenmal hat der Kapitalismus ein Blatt seiner blutbesudelten Geschichte mit der Bestätigung beschrieben, daß bethlehemitischer Kindermord ihm ein Wohlgefallen ist, weil er sich üppig rentierte. Alle Kinder unter zwei Jahren sind in Petersburg tatsächlich tot. Es gibt Teile Rumäniens, wo überhaupt keine Kinder unter zwölf Jahren mehr leben. In Russisch- Armenien ist die Nahrungszufuhr so ungenügend, daß sich nur ein Teil der Bevölkerung er nähren kann, und natürlich sind die Kinder die ersten Opfer. Man muß, so schwer es einem fällt, die Geschichten von Menschenfresserei glauben, die von hier gemeldet werden. In Prag gibt es weder Brot noch Milch, noch Fett oder Reis. Die Kinder, die hier noch am, Leben ſtub, können nach dem ihren Beinen stehen und sehen mehr wie traurige Gespenster, als mie menschliche Wesen aus. Im Baltangebiet kommen nach den Mitteilungen des amerikanischen Roten Kreuzes die Flüchtlinge in Scharen zu den Rettungsstationen, Frauen mit ihren toten Kindern auf dem Arm, junge Mädchen, die vor Hunger wahnsinnig sind, und Kinder, die nur noch lebende Skelette darstellen. Unter der Hungersnot leiden ebenso Rumänien wie Serbien, Montenegro wie Albanien und Bosnien. In Armenien, Syrien und im Kaukasus gibt es eine halbe Million vaterlaser und hilfloser Kinder. Die Bocken wüten in Konstantinopel unter dem Nachwuchs. Das Das Märchen von den abgehackten Händen. utzeuge Notizen. - Den Blutzeugen der deutschen Revolution widmet der Wahre Jakob" in seiner dieswöchigen Nummer ein zeichnerisches Gedenkblatt: Hängende Zweige umrahmen die Bildnisse von Karl Liebknecht, Rosa Luremburg, Kurt Eisner, Gustav Landauer; im Stirnfeld der Architektur, in die die Bildnisse eingelassen sind, steht geschrieben: Im Blutrausch. -Kein Neubau des Opernhauses. Mit der AusDie Greuelgeschichte von den belgischen und franzöfifchen Kindern, denen von den deutschen Soldaten eine oder beide Hände abgehackt worden seien, ist nicht nur während des Krieges mit allen Mitteln der Propaganda von unseren Feinden verbreitet worden, führung des geplanten Opernhausneubaus auf dem Gelände des sondern wird auch gegenwärtig wieder, besonders in den besetzten trollschen Theaters ist vorläufig nicht mehr zu rechnen. GegenGebieten, eifrig zur Stimmungsmache benutzt. Da Photographien wärtig bemüht sich der preußische Fiskus, das ehemalige„ Neue dieser verstümmelten Kinder herumgezeigt werden und Soldaten Königliche Opernhaus"( Stroll) vom 1. Oftober ab wieder zu verder feindlichen Armeen in jeder Weise bekräftigen, sie hätten solche pachten, und er berlangt, daß der Pächter alle WiederinstandsetzungsKinder mit eigenen Augen gesehen, ist es von Wichtigkeit, nachzu- arbeiten allein trage. Gegen die Verunstaltung durch Denkmäler. forschen, wie dieses Greuelmärchen überhaupt zustande gekommen fein kann. Dafür bietet einen wertvollen Anhalt die Erklärung, Beim bayerischen Kultusministerium ist ein Sachverständigenausdie ein Arzt in der Medizinischen Wochenschrift" gibt. Gewiß hat schuß gewählt worden, der alle Gesuche um Aufstellung von DentAlle diese Dinge sind Tatsachen, furchtbare Tatsachen, die von die Hekpropaganda der Feinde diese zunächst auftauchenden Gerüchte mälern vom fünstlerischen Standpunkt aus zu prüfen bat. Für dies den Behörden des Roten Kreuzes, von neutralen Kommissionen, die in der schamlosesten Weise zu unerhörten Anschuldigungen gegen Jahr gehören dem Ausschuß an die Architekten Prof. Otto Orlando, aus Aerzten und Gelehrten bestehen, von unseren eigenen Offi- die deutsche Armee mißbraucht. Aber nicht jeder, der solche Kinder Kurz und Mar Wiederanders, die Bildhauer Prof. Hermann Hahn aber auch in mit eigenen Augen gesehen haben will, braucht deshalb als Ver- und Nida Rümelin, der Maler Prof. Julius Diez. In den bahe zieren gemeldet werden. In Ost- und Mitteleuropa. Teilen von Italien herrscht Hungersnot ist die Jugend dem leumder hingestellt zu werden, sondern er kann selbst irregeführt rischen Landesteilen hat der Ausschuß Vertrauensmänner. Ein Bund der Kunstgewerbler Deutschlands, ivorden sein. Fast jeder Arzt, der längere Zeit im Feindesland Untergang geweiht, wenn nicht Hilfe kommt. Und dieser schwer zugebracht hat und dort Gelegenheit hatte, nicht allzuweit hinter dessen Forderungen von sozialistischen Einsichten zeugen, erläßt einen erkrankte Körper muß ohne die schärfften Abwehrmaßregeln ganz der Front und besonders nach größeren Gefechtshandlungen ein Aufruf an alle freischaffenden und angestellten Künstler und KunstEuropa vergiften. Wenn erst einmal der Hungertyphus und die heimische Zivilpersonen ärztlich zu versorgen, kann bestätigen, daß gewerdler, den der Dekorationsmaler Ostar Hüttel, Berlin- Neukölln, Boden über halb Europa verbreitet sind, dann wird all unsere ihm vielfach Kinder, manchmal auch Erwachsene zugeführt wurden, ljestr. 24, unterzeichnet. Nr. 336 ❖ 36. Jahrgang Seilage öes vorwärts Zreltag, 4.Iuli1y1H 10. öeutfther Gewerkschaftskongreß. 4. Verhandlungstag. Nürnberg, den 3. Juli. In der heutigen Sitzung erhielt Richard Müller- Benin das Wort als Gegenberichterstatter zu der Frage der künftigen Wirksamkeit der Gewerkschaften und zu den Richtlinien über die Betriebsräte'. Während der Rede Lei Parts durchwehte nicht ein Hauch revolutionären Geistes diesen Saal und was er sprach, hätte ebenso gut in der Zeit vor der Revolution gesagt werden können.(Gelächter der Mehrheit, Zustimmung links.) Nicht mit einem Wort hat er uns den Weg gezeigt, wie das Proletariat herausgeführt werden kann aus den Irrungen der Zeit und hin- eingeführt zum Sozialismus.(Zuruf der MehrheiU Wir müssen arbeiten, wenn wir bessere Tage sehen wollen! Vielstimmiges Sehr wahr! bei der Mehrheit.) Die Arbeitslust mutz wieder geweckt werden. Das sittliche Empfinden mutz zurückgefunden werden. (Wiederholtes Sehr wahr! bei der Mehrheit.) Das aber Genossen können wir nicht mit der heuligen Staatsform erreichen.(Zu- stimmung links.) Die privatkapitalistische Produktionsform und der alte staatliche Organismus bedürfen der Umgestaltung. Das Rätesystem ist unerlätzlich für die Wiederaufrichtung der Wirt- schoft. Die Demokratie offenbart täglich ihre Unfähigkeit. Das Proletariat verlangt darum eine andere Art von Demokratie. Mit den alten Parteien und Gewerkschaftsorganisationen kommt man heute nicht mehr aus. Wer sich dieser Entwickelung wider» setzt, wird durch die Verhältnisse hinweggefegt werden. Was wir heute sehen, ist nur ein kümmerlicher Rest der Errungen- schatten der Revolution.' Was von der Generalkommission propa- giert wird, ist der Versuch, den Grundstock des Kapitalismus zu retten. Die bürgerliche Demokratie kann niemals die politische Macht für die Arbeiter erkämpfen. Das dürfte auch dem jüngsten Arbeiter einleuchten. Der Parlamentarismus mit seiner Vcrwaltungsmaschinerie hat vollkommen versagt. Die Unternehmer können niemals zum Wiederaufbau der Wirtschaft herangezogen werden. Sie haben gegenüber der Revolution Sabotage mit dem deutschen Wirtschaftsleben getrieben. Eine völlige Umgestaltung unseres Wirtschaftslebens ist zwar heute noch nicht völlig durchzuführen. (Lebhafte Aharufe.) Regierung und Gewerkschaftsführer würden erst durch gewaltige Generalstreiks zur Anerkennung der Be- triebsräte gezwungen. Tie Richtlinien der Vorständekonferenz sind ein Skandal innerhalb der Revolution.(Zustimmung der Opposition.) Sie sind ein Schutzgesetz für die Unternehmer.(Er- neuter Beifall, Widerspruch bei der Mehrheit.) Redner wendet sich dann gegen die Arbeitsgemeinschaft und nennt sie einen Verrat an den Arbeiterinteressen.(Lebhafte Zustimmung links und Widerspruch.) Warum verschweigt die Generalkommission ihre Wirtschaftspolitik? sie verfolgt die Wissellsche Wirtschaftspolitik. Wissell, Bauer, Schmidt sind Mitglieder der Generalkommission. Kann man sich da wundern, datz die Generalkommission diele Politik mitmacht? Wenn sie aber Richtlinien borlegt, die einen Teil des Wissellschen Wirtschaftsprogramms bilden, dann mutz sie auch vor dem Kongretz offen aussprechen, was sie will und dem Kongretz Gelegenheit geben, zu diesem Programm Stellung zu nehmen. Das Programm der Regierung ist ein Versuch, den Sozialismus mit dem Kapitalismus zu verkoppeln. Dieser Versuch mutz scheitern an dem inneren Widerspruch. Es wäre ein beschämendes Zeichen, wenn der deutsche Gewerkschaftskongretz keinen anderen Weg finden würde, um die Arbeitsfröhlichkeit und Produktion zu steigern.(Zuruf: Zeige uns doch Deinen Weg!) Wir haben das Vertrauen zu den deutschen Arbeitern, datz sie hart arbeiten werden, wenn sie das Bewutztsein haben, datz der W�eg zuni Sozialismus führt. Wir wollen nicht nur herunter- reißen: das Wohl und Wehe der deutschen Arbeiterklasse liegt uns ebenso am Herzen wie ihnen. Wir fordern restlose Beseiti- gung der liberalen Demokratie und jeden kapitalistischen Ein- flusses auf das Wirtschaftsleben. Hand- und Kopfarbeiter werden das allein machen. Allerdings können wir nicht von heute auf morgen den kapitalistischen Staat umstoßen. ( Aharufe.) Auch hier ist ein organisches Fortführen nötig. Sofort mutz aber das Wirtschaftsrätesystem durchgeführt werden. Wir haben dazu eigene Richtlinien aufgestellt. Auch in Kreisen meiner Freunde besteht nicht volle Klarheit über diese Richtlinien.(Aharufe.) Ich konnte die Richtlinien dem Kongretz nicht früher unterbreiten, weil Noske durch seine Leute mein Material beschlagnahmt hatte und mir es erst gestern zugestellt werden konnte.(Lärmen, Pfuirufe bei der Linken.) Die tzinder- nisse, die der Fortentwickelung der wirtschaftlichen Revolution in den Weg gelegt wurden, werden wir hinwegfegen.(Lebhafter Beifall.) Im Anschluß daran spricht A. Cohen- Berlin über die Arbeitsgemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Vertragsbedingungen sind eine konsequente Durchführung unserer alten gewerkschaftlichen Forderungen und bedeuten für die Arbeiterschaft einen großen Fortschritt. Die Arbeitsgemem- schaft ist keine Produktion der Revolution. Die Unternehmer sind über Nacht zu Verfechtern der Gleichberechtigung der Arbeiter geworden. Die Not hat sie dazu gezwungen. Schon bei dem ersten Tarifvertrage der Buchdrucker im Jahre 1896 wurden uns, wie heute, Vorwürfe gemacht, datz wir den Klassenkampf der- leugnet hätten. Bringen Sie so viele Resolutionen wie Sie wollen ein, wenn Sie sich nicht auf den Boden der Tatsachen stellen, werden sie wirkungslos sein, sobald es gilt, die Lage der arbeitenden Klassen zu verbessern.(Sehr richtig!) Mögen die Arbeitgeber glauben, durch diesen Vertrag ihre Position zu stär- ken, die Entwickelung wird uns recht geben. In den Fachgruppen innerhalb der Arbeitsgemeinschaft werden wirtschaftliche Fragen von ungeheurer Wichtigkeit beraten. Darum müssen wir bestrebt sein, alle Kräfte aufzubieten, um innerhalb der Arbeiterschaft die Sachverständigen heranzubilden. Schieben wir die Unierneh- wer bei Seite, dann kommen bei uns Zustände wie in Rußland. Frei von allen Phrasen sagt mir, woher sollen wir diese Kräfte nehmen, um unter Beseitigung des Unternehmertums, wie Müller es verlangt, die Wirtschaft fortzuführen? Dies schaffen wir nicht durch radikale Phrasen, sondern wir müssen uns auf den Hosen- boden setzen und lernen.(Lebhafte Zustimmung.) Dann wird man aber nicht angehocht wie derjenige, der recht radikale Töne in Volksversammlungen anschlägt. (Sehr wahr! und Unruhe.) Die Betriebsräte über daS Wirt- schaftsleben hinaus wirken zu lassen, ist ein höchst unglückseliges Experiment. Wenn die Arbeiterschaft ein neues Haus aufbauen wird, dann geb ich ihr den Rat, zu dem von Euch(zur Opposition) vertretenen Rätesystem zu greifen.'(Sehr wahr!) Die Wahr- nehmungen der wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter bildet die Existenzberechtigung der Gewerkschaften. Das Rätesystem sst kein Prinzip, sondern eine Zweckmätzigkeitsfrage.(Lebhafte Zu- stimmung.) Redner empftehlt zum Schluß folgenden Antrag: Der Kongreß erklärt, datz die Arbeitsgemeinschaften die kon- sequente Durchführung der Tarifvertragspolitik der Gewerkschaf- ten darstellen, die die Anerkennung der Gleichberechtigung der Arbeiter mit den Unternehmern und die kollektive Regelung des Arbeitsrechts zum Ziel hat. Die Arbeitsgemeinschaften dienen diesem Zweck überall dort, wo die private Wirtschaft nicht durch die sozialistische Wirtschaftsweise ersetzt ist. Unter der Voraussetzung, datz den Arbeitnehmern in allen Institutionen der Arbeitsgemeinschaften sowie bei allen VerHand- lungen und allen Körperschaften, die dem Aufbau und der Für- derung unseres Wirtschaftslebens dienen, vollste Parität mit den Unternehmern gewährleistet wird, empfiehlt der Kongretz allen Gewerkschaften die Beteiligung an der Betätigung der Arbeits- gemeinschaften. Als Korreferent zu diesem Punkt erhielt ebenfalls Richard Müller das Wort: Wenn noch Zweifel darüber bestanden haben, datz das Wirtschaftsprogramm des Reichswirtschaftsamtes und der Plan der Arbeitsgemeinschaft ein und dasselbe sind, so ist es durch die Ausführungen Cohens hoffentlich endgültig wider- legt. Die Russen haben nicht nur die Unternehmer, sondern auch die Intellektuellen davongejagt. Das war ihr Verhängnis. Die deutsche Arbeiterschaft steht auf dem Standpunkt, daß wir die In- tellektuellen unter allen Umständen brauchen. Die heutige kapita- listische Gesellschaft kann nicht auf einmal beseitigt werden. Die Produktion mutz fortgeführt werden und sie darf nicht gestört werden. tLebhafte Zurufe aus der Versammlung.) Die revo- lutionäre Bewegung mutz sich ausreifen. Die Regierung wollen wir jetzt gar nicht stürzen, nein, sie soll sich erst abwirtschaften. Das Volk soll einsehen, datz auch diese Regierung nicht imstande ist, es aus dem Elend herauszuführen.(Zuruf: Däumig!) Däumig und meine Parteileitung stehen auf demselben Stand- Punkt wie ich. Wenn die Stunde kommt, werden wir dem beut- schen Volk den Weg schon zeigen, welchen es zu beschreiten hat. iWelcher Weg ist das?) Nicht der der Arbeitsgemeinschaft. Redner legt dann in längeren Ausführungen die Gliederung seines Rätesystems dar. Die Intellektuellen sind in weitestem Sinne in das Rätesystem einzufügen und so ist die wirtschaftliche Organisation der Arbeit aufzubauen. Die Massen werden unse- ren Ideen mehr Glauben schenken als den Beschlüssen deS Kongresses.(Lebhafter Beifall bei der Opposition.) Es beginnt dann die Besprechung. Als erster Redner veo- tritt Paul L a n g e- Berlin einen Antrag, der den Gesetzentwurs über die Betriebsräte verwirft und überhaupt jeden Gesetzentwurf ablehnt, der nicht den Grundsätzen des Rätcsystems entspricht. Er verlangt weiter, datz der Kongretz seine Mißbilligung darüber aussvreche, datz die Generalkommission in keiner Weise tätig ge- Wesen wäre, die Forderungen des Rätesystems zur Geltung zu bringen, sondern sich auf den Regierungsentwurf gestellt habe. H e t s ch o ld- Berlin: In manchen Betrieben wachsen sich die Betriebsräte zu Aktie ngesellschaF' ten aus, die den Gewinn unter sich verteilen und sich um das, was außerhalb ihrer Betriebe geschieht, gar nicht kümmern. Man hat verlangt, datz der letzte Hofkchrer so viel verdient wie der erste Betriebsleiter.(Zuruf: politischer Blödsinn.) Damit gc- winnt man die Intellektuellen sicher nicht zur praktischen Mit- arbeit.(Zustimmung.) Solchen Leuten kann man nicht das Wohl und Wehe der deutschen Arbeiterschaft anvertrauen.(Sehr richtig!) Der Vorsitzende verliest dann ein Beileidstelegramm, das die Generalkommission zum Ableben Söderbergs an die schwedische Landeszentrale abgesandt hat. Sodann teilt der Vorsitzende Reichel- Stuttgart das Abstimmungsergebnis über das Vertrauensvotum für die Generalkommission mit. Die an der Abstimmung beteiligten Delegierten vertreten 4791154 Mitglieder. Davon haben mit ja gestimmt 3397335 Mitglieder, mit nein 1483779 Mitglieder. Nachmittagssitzung. In der NachmittagSsitzung wird die Besprechung fortgesetzt. Tost- Berlin(Metallarbeiter) begründet einen Antrag Lange und Genossen, der die Arbeitsgemeinschaft ablehnt und die Aus- schaltung des Unternehmertums im Produktionsprozetz durch das Rätesystem als Aufgabe der Gewerkschaften bezeichnet. V o r h ö l z e r- Sluttgart(Metallarbeiter): Was Müller will ist nichts als behördlich konzessionierte gelbe Organisation. (Oho! bei der Opposition, Zustimmung bei der Mehrheit.) Wie die Demokratie Müllers aussieht, beweisen die Matzregelun- gen der Gewerkschaftsbeamten. In Mannheim haben die aus Unabhängigen zusammengesetzten Ausschüsse beschlossen, die Arbeiter, die zur S. P. D. stehen, a l s Gelbe zu betrachten. (Pfuirufe.) Das ist Eure Demokratie. Die Demokratie MüllerS will durch Gewalt ihr« Macht halte«. Müller ist derjenige, der die Hauptschuld trägt, datz die Regie- rung zum Teil nach reaktionärer Weise zusammengesetzt ist.(Pfui- rufe und lärmende Zwischenrufe der Opposition.) Müller hat erklärt, datz nur über seine Leiche der Weg zur Nationawersamm- lung gehe.(Zuruf: Leichenmüller!) Hätten wir die Wahlen früher gehabt, dann wäre eine andere Mehrheit zustande gekom- men. Mit der Gebeimratspolitik mutz die Regierung grundsätzlich aufräumen.(Lebhafter Beifall.) S e i m a n n- Düsseldorf(Metallarbeiter): Diese Fragen dürfen nicht nach parteipolitischen Gesichtspunkten behandelt wer- den. Wir müssen uns verstehen lernen; Arbeiterräte und Ge- werkschaften müssen Hand in Hand arbeiten. Cohen beantragt, den Eingang zu seiner Entschließung wie folgt zu fassen:„Der zehnte Gewerkschaftskongretz erblickt in den Arbeitsgemeinschaften die konsequente Durchführung der Tarifpolitik der Gewerkschaften. Die Arbeitsgemeinschaften be- deuten die Anerkennung der Gleichberechtigung der Arbeiter und sind geeignet, das Mitbestimmungsrecht der Arbeiter und die kollektive Regelung des Arbeiterrechts zu verwirklichen." Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse. 4] Verdeutscht von Max Hochdorf. Das Gespenst meiner Tante hantiert mit einem hölzernen Löffel und es geistert in dem Räume herum. Und dabei fährt sie fort:„Deine arme selige Mutter war in die Fetzen rein verliebt. Na ja, schadet ja auch nichts, wenn eine was Ordentliches anzuziehen hat. Und dann, sie war erst 26 Jahre, als man sie schon herausgetragen hat. Ach, die Hüte, das liebte sie besonders! Aber sie hatte auch ihre guteu Seiten, so, lvenn sie mich immer uberall mitgenommen hat.— Und dann Hab ich alles für Dich aufgeopfert, dann Hab ich Dich ganz allein aufgezogen—" Tantchen ist nun völlig der erregenden Erinnerung an die Vergangenheit ausgeliefert, und sie hält ein mit all ihrem Reden und Rumoren. Sie erstickt beinah und fährt mit dem Kopse hin und her und tupft sich mit dem Aermel das Gc- ficht ab. Jetz wage auch ich behutsam ein Wort:„Aber ja doch, ja doch—" Ein Seufzer nur antwortet mir. Sie zündet das Feuer au. Der Wrasen bauscht ein Rauchgcpolster auf, das immer dichter wird. Das wälzt sich über den Herd, das kriecht bis zum Boden hinab und breitet sich dort in geschmeidigen Schichten aus. Tantchen hantiert am Feuer herum. Ihre Füße sind von der wolkigen Schicht umwallt und auch ihre weißen Haare, die unter dem iveitzen Häubchen hervorquellen. Alles das scheint auch wie ein Schwaden und Gequadere von Rauch. Dann sucht sie ihr Taschentuch. Mit den Fingern, die auch von der Wrasendüstcrkeit uniflossen sind, klopft sie die Schürze ab. Dann macht sie sich wieder an die Kochtöpfe. Dabei sagt sie:„Herr Gnllon, der Vater von unserni, der alte Dominik, hat sich hier bei uns so um 66 oder 67 angesiedelt. Von Eher ist er damals gekommen. Jst'n Mann von gutem Gemeinsinn, unser Crillon. Ist darum auch Gertieinderat. Sollst ihm aber sagen, daß er nicht immer seine Dreckkästen vor die Tür stellt. Herr Boneas ist sehr reich, und er spricht so gut. obwohl er's doch im Hals hat. Mutzt Dich bei all die Herren gut anschreiben lassen. Du bist nobel, und Du kriegst schon 180 Franken im Monat. Solltest aber ein be- sonderes Abzeichen tragen, daß Du kein gewöhnlicher Arbeiter und ins Kontor bist, wenn Du in die Fabrik gehst." Ich:„Na, das sieht man doch auch so." „Aber ein besonderes Abzeichen wär' doch schöner," meint Tantchen hartnäckig. Ein feuchtes Atmen strömt von ihr aus. Sie schnauft stärker und dringender. Sie sucht hier und da ein Taschen- tuch. Sie schwankt mit der Lampe umher. Während meine Augen ihr nachfolgen, wird der Raum wacher und wacher. Der Blick tastet sich durch alles durch, und ich sehe wieder die viereckigen Bodenfliesen, mit denen der Mauersand be- flastert ist. Ich sehe auch das Fenster, dessen Fahlheit in den Raum hineinslarrt. Das Fenster liegt gerade über dem dicht gestopften niedrigen Bette, das einem Erd- und Trümmer- Haufen ähnelt. Ich sehe auch die Kleider, die wie Maul- Wurfshaufen über den Boden zerstreut sind, ich sehe endlich auf Tisch- und Brctterkantejj Töpfe, Flaschen und Kannen und herunterhängende Stoffahnen und dazu noch dieses Schlüssel- loch, in dem der Papierpfropfen sitzt. Und Tantchen nimmt schon lvieder das Wort und sagt: „Ich liebe die Ordnung so sehr." Dabei huscht sie zwischen all diesem Gerumpel herum, das von einer weichflaumigen Wolkenschicht bedeckt ist. Ich strecke die Beine aus, so wie ich es jeden Abend tue. Ich lege die Füße auf den Schemel, den die langjährige Ab- nützung blank gescheuert und verschönt hat, als wenn er noch ganz neu wäre. Mein Gesicht wandelt dem mageren Ge- geistere meiner Tante nach, ich werde eingelullt von ihrem unerschöpflichen Rumoren, von ihrem unermüdlichen Gerede. Aber da, da ist sie mir nun plötzlich ganz nahe gekommen. Sie trägt ihr weiß- und graugestreiftes Leibchen, das von ihren spitzen Schultern herunterbaumelt. Sie zittert förmlich und legt die Arme um meinen Hals und sagt:„Du mit Deinen Gaben kannst noch mal hoch herauskommen. Du wirst vielleicht eines Tages den Menschen auf der ganzen Welt die Wahrheit der Dinge sagen. So was hat man schon getroffen. Es gibt Menschen, die haben über alle Mensch- heit mehr Recht behalten, als wer immer auf der Welt. Warum sollst Du nicht ein solcher sein, Du, mein Junge. einer von diesen großen Rufern über die ganze Erde!" Sie schüttelt sachte das Haupt, das noch von ihren Tränen ganz versteckt ist. Sie späht und horcht in die Weite. Sie sieht mich schon, wie ich rufe, sie hört schon, Ivie ich in den Straßen gehört werde. » Kaum ist dieses seltsame Bild einer Zukunft vorüber ge- huscht, das da unerwartet unsere Küche besucht, als Tantchen ihre Augen in die meinigen versenkt. Und sie sagt:„Junge, nimm Dich in acht, höher hinaus zu wollen, als es sich ge- hört I Du bist schon ein bißchen ein häuslicher Mensch, Du hast schon ernste und gesetzte Angewohnheiten. Schön, aber laß Dir niemals einfallen, mehr als die anderen Menschen sein zu wollen!" Ich:„Das brauchen wir niemals zu fürchten." Nein, das brauchen wir nicht zu fürchten. Ich möchte nur bleiben, wie ich bin. Irgend etwas hält mich in dem Rahmeu meiner Kindheit und meiner Jugend zurück. Ich möchte, daß all das unvergänglich bleibe. Natürlich erhoffe auch ich vielerlei vom Leben. Ich hoffe, ich hoffe, wie alle übrigen Menschen auch. Ich kenne mich nicht einmal in all meinen Hoffnungen aus. Aber ich möchte doch nicht, daß mich all zu heftige Lebensveränderungen bestürmen. Im Grunde meines Herzens möchte ich, daß nichts den Platz dieses Herdes, dieser Quelle und dieses hölzernen Schrankes verändere, und daß auch nicht anders werde die Gestalt meiner Abendruhe, die täglich und getreulich zu mir wiederkehrt. Nun ist das Feuer angezündet und Tantchen rührt mit dem Holzlöfiel das Fleischessen, das warm werden soll. Manchmal sprüht von der Feuerstätte ein trübes, zerfetztes Feuerlein auf ihre Gestalt hinüber. Ich stehe auf, um auch nach dem Essen zu sehen. Die Flamme raunt, man sieht im Topf bleiche Kartoffelschnitten, und alles das ist überstäubt von einem losen Zwiebelschaum. Dann schüttet Tantchen das Essen in eine große weiße Schüssel. Dabei sagt sie:„Das ist für Dich. Ich brauche ja nichts weiter." Wir lassen uns an dem kleinen schwärzlichen Tischlein nieder. Tantchen sucht in ihren Taschen nach etwas. Dann schält sich ihre magere durchbuchtete und dunkel angelaufene Hand aus den Kleiderfalten hervor. Sie bringt ein Käse- stücklein zu Tage. Sie kratzt es mit einem Messer ab. daß sie unmittelbar an der Schneide packt, und sie schluckt die Stück- lein langsam in sich hinein. Das Strahlen der Lampe fällt über uns und ich sehe, daß Tantchens Gesicht noch nicht trocken geworden ist. Ein Tränenwassertropfen ist auf ihrer Wange hängen geblieben, die sich bei jedem Bissen aufbläht, um schillernd zu glänzen. Ihr großer Mund bewegt sich nach allen Richtungen und verschluckt manchmal die Reste der Tränen. Derart sitzen wir vor unfern Tellern. Auf einem Stücklein Papier liegt das Salz. Mein Anteil an dem Eingemachten ist in einen Mostrichtopf gefüllt. Während wir so dasitzen, sind wir eng verbündet und nah; unsere Stirnen und unsere Hände sind von dem Lampen- schimmer zusammengefügt. Alles Ucbrige aber ist armselig. von dem ungeheuren Nachtschatten verkleidet. Worts, folgt.) * Sonnabend, 5. Juli, vormitags 10 Uhr, in den Germaniasälen, Chausseestraße, Arbortionate, Vollversammlung Delegierten der Als weiterer Redner sprach Jansson( Generalfommission). I treten für den Wiederaufbau des Mittelstandes ein. Ein Antrag| Grundstüde meist außerhalb der Stadt liegen. Die Produkte des Er tritt der Behauptung Müllers entgegen, daß die General Gräf( Soz.) will die private Stellenbermittlung unter- mühsam beaderten Feldes verderben, und mancherlei Kleinvich tommission mitberantwortlich sei für Bestrebungen, die auf Befagen. Ein Antrag rheinischer Zentrumsabgeordneter fordert die geht wegen mangelnder Pflege zu grunde. schränkung des Streifrechts hinausgehen. Schon am 21. Junt Versorgung der bejetten Gebiete mit Ersazhabe das Korrespondenzblatt" die Behauptung der Freiheit" futtermitteln. Ein Antrag des Ausschusses für Bevölkerungsals unwahr bezeichnet. Es wurde erklärt, daß die Gewerkschaften politik richtet sich gegen den Straßenhandel mit Süßig= gegen leichtfertige Preisgabe des Streifrechtes als eins der wich- feiten. Gin Antrag Hammer( Dnat. Vp.) vegt die jährliche tigsten Arbeiterrechte Einspruch erhoben und diesen Bestrebungen Herausgabe einer Genossenschaftsstatistik an. schärfsten Widerspruch entgegenseßen würden.( Hört, hört! nd Beifall.) Wenn Müller trotzdem diese Behauptung wieder hier aufstelle, so fehle dem Redner der parlamentarische Ausdruck für diese Kampfesweise.( Zustimmung.) Lange versuche auf 1: nwegen ein Mißtrauensvotum gegen die Generalfommission einzuschmuggeln, obwohl der Kongreß gestern entgegengesett ents schieden habe. Der Entwurf, der hier bemängelt werde, sei noch fein Entwurf der Reichsregierung, sondern er bedeute einen Ver: entwurf, den das Reichsarbeitsamt habe ausarbe: len lassen als Grundlage der Beratungen mit den Interessenten. Das russische Beispiel regt nicht zur Nachahmung an. Die russischen Betriebsräte hatten die volle Kontrolle über Produktion, Kauf und Verlauf. Die Russen haben zwar die Intellektuellen inch: fortgejagt, aber diese haben erklärt, nicht mehr zu arbeiten, wenn sie nichts zu sagen haben. Der Rat der Gewerkschaften hat dort, gestüt auf die bolichemistische Regierung, Maßnahmen ergriffen, um die Arbeitsdisziplin, u. a. das Taylor- System, das wir rundweg ablehnen. wieder herzustellen. Giebel- Berlin( Bureauangestellter): Es wäre besser gemesen, die Redner der Opposition hätten die Richtlinien, die zu diesem Bunkt vorliegen, erst mal durchgesehen, dann hätten fie wahrscheinlich zu diesem wichtigen Thema andere Reden gehalten. Richard Müller wünsche ich, daß er das langsame Tempo der Revolution ebenso überdauert, wie das Faktum der Nationalberfammlung.( Heiterkeit.) Wir kommen in dieser Zeit nicht ohne die Mitarbeit der Unternehmer mit ihren Erfahrungen für den Wiederaufbau aus. Der Tag wird fommen, an dem wir Arbeiter erkennen werden, daß es ein Glück für sie war, nicht der Bolitik der hohlen Phrase gefolgt zu sein, und daß sie nur gestüßt auf starte Gewerkschaften den Aufstieg zu einer freien Wirtschaft nehmen können.( Stürmischer Beifall bei der Mehrheit, Lärm bei der Oppofition.) Ein Schlußantrag findet Annahme. Abg. Brandenburg( Soz.) bespricht die Lage der Haus angestellten, für die nun endlich auch ein Arbeitsrecht und Tarifverträge geschaffen werden müßten. der Arbeiter- Mäte, Kommunal- Räte sowie der Delegierten der Soldaten- Räte. I. Bericht über die Ausführung der Beschlüsse der letzten Vollversammlung. II. Stellungnahme zu der Streifbewegung der Abg. Frau Arendsec( U. Soz.) fordert rest lose Aufhebung letzten Tage. der Gefindeordnungen und reichsgefeßliche Regelung der Frage. willigen- Verbände. III. Stellungnahme zu dem Boykott der FreiAbg. Schrader( Soz.) begründet den Antrag seiner Partei, jede Der Vollzugsrat: gewerbsmäßige und private Stellenbermittlung gegen Entgelt zu untersagen. Diese Bermittlung erweise sich geradezu als Friz Brolat. Heinrich Malzahn. Berlin auf den Beinen. Berlin walzt". O seliges Mittelalter mit deiner Wanderromantik- unser zivanzigstes Jahrhundert stellt dich in den Schatten. Auch die wacklige Bofttutsche muß erblassen vor dem, was heute durch die Straßen rollt. Der Möbelwagen neben dem Kremser, der Viaker zwischen Last- und Rollfuhrwerken, Autos im Gewirr von Hunde- und Eselstarren das alles in ungestörter Harmonie. Berlin, Berlin, wie hast du dich verändert. Wenn der Hochweise Ben Atiba noch lebte und sehen könnte, was in Berlin jetzt alltäglich zu sehen ist, er würde sicher nicht mehr murmeln: Alles schon dagelvejen. Hindernis für die Unterbringung der Kriegsbefchädigten und Kriegsteilnehmer in Arbeitsstellen, die nur zentral und unentgeltlich von Reichs wegen bewirkt werden könne Alle offenen Stellen müßten dem zentralen öffentlichen Arbeitsnachweis gemeldet werden. Abg. Eberle- Barmen( Soz.) wendet sich gegen die die Konjum vereine schädigende Warenhaus steuer und verlangt die so fortige Beseitigung des Warenhaussteuergesetes von 1900, das auch als Konzession an den Mittelstand wirkungslos geblieben sei. Unterstaatssekretär Neuhaus verweist darauf, daß die Warenhaussteuer zum Ressort des Finanzministeriums gehört und gibt anheim, beim Finanzetat auf den Antrag zurüdzukommen. Für den Antrag des Zentrums, die Regierung zu ersuchen, der Bandwirtschaft im befeßten Gebiet ausreichenden Ersatz besonders Der Fußsteig ist schwarz vor Menschen. Jung und alt, Männan Straftfuttermitteln zu beschaffen, ist ebenfalls das Handelsressort lein und Weiblein trippelt einträchtig nebeneinander her. Jeder nicht zuständig, sondern das Reichsernährungs ministe nimmt sein Schicksal gelassen hin. Gewohnheit stumpft ab. Das rium. Streifen ist etwas so Alltägliches geworden, daß es kaum noch aufAbg. Dr. Hager( Zentr.) fordert schnelle Maßnahmen zur Sefällt. Auffallen würde es höchftens, wenn mal nicht gestreift bung des Kurses der Kriegsanleihen. Das ganze Volk würde. wartet gespannt auf die Antivort der Regierung.( Jm Saal sind von 421 Abgeordneten taum 30 anwesend.) Weitgehende steuerliche Vergünstigungen für Kriegsanleihen sollten Plaz greifen. Weshalb geichieht nichts gegen die Leerverkäufe? Unterstaatssekretär Neuhaus: Ueber Maßnahmen der Regierung gegen ein weiteres Sinken der Anleihen schweben Verhandlungen, die kurz vor dem Abschluß stehen. Die Bevölkerung sei vor Angstverfäufen gewarnt und zur Besonnenheit gemahnt. Abg. Woldt( Soz): Richard Müller verteidigt im Schlußwort das Rätesystem gegen die erhobenen Einwendungen. Ich behaupte nach wie voz, daß ein solches Gesetz über den Arbeitsfrieden von Herrn Wissell Abg. Leibig( D. Vp.) fordert Staatshilfe für den vorliegt und das weiß auch Jansson. Das Dementi des, Rorre Mittelstand. Der gewerbliche Mittelstand will Klarheit darüber ſpondenzblattes" betraf das Zuchthausgejes, das die Freiheit" Tag kommen, wo diese Versprechen nicht eingelöst werden können. veröffentlicht hat. Will Jansson die Tatsache bestreiten, daß Wissell Richtlinien für das Gesetz dem Reichsministerium unterbreitet hat?( Jansson: Die Generalfommission hat keine Vecantwortung dafür.) Es mag ja sein, daß verschiedene Mitglieder der Generalfommission mit diesem Wissellschen Gesetz nicht einverstanden sind.( Legien: Alle!) Die Scharfmacher sind heute wieder oben auf und wodurch?( Zurufe: Durch Euch!) Nein, weil die Mehrheitssozialisten und Gewerkschaftsführer versagt haben.( Beifall und stürmischer Widerspruch.) Möge der Rongreß den Mut aufbringen, der Generalfommission zu sagen, was Ihr macht ist falsch, fort mit den Arbeitsgemeinschaften. unbelehrbar. Sie möchte am liebsten das ( Stürmischer Beifall bei der Opposition und auf der Tribüne.) Der Vorsitzende rügt die Beifallskundgebungen der Galeriebesucher. Wir stehen wirtschaftlich vor einem Trümmerfeld und Hoffnungslos und energieunlustig sind die Menschen. Nur gewissen lose Menschen können den Massen den Himmel auf Erden versprechen. Für den Augenblid mag das wirken. Aber es wird der Tag kommen, wo diese Versprechen nicht werden eingelöst fönnen. Wir verurteilen scharf die beklagenswerten Vorgänge dieser Tage, durch die zur Förderung parteipolitischer Ziele das Bolt der Hungersgefahr ausgesetzt wird. Auch die Rechte ist freie Spiel der Kräfte so laffen, wie es früher war. Dabon kann aber gar feine Rede fein. Der Industriefeudalismus ist ein für allemal vorbei. Der Handelsminister ist nicht mehr der Handelsminister der Induſtriekapitäne. Wir verkennen nicht die Bedeutung des Unternehmers im Produktionsprozeß. Aber die Im Grunde genommen geht einem freilich die ungewollte alltägliche" Tippelei" gegen den Strich. Denn der Berliner ist immer noch verwöhnt von früher her, als er noch für zwei Sechser mit dem Ring" durch ganz Berlin fahren konnte. Ja, ja, o schöne Zeit, o fel'ge 3eit " Ein gewiefter Junge ruft:" Loofen Se doch nich so schnell! Hier fönnen Se erst mal ordentlich verpusten bei' ner Zigarette, Stüd for 30 Pfennige, echt holländische Marte." Und siehe da, so pafft mit zweifelhafter Miene den holländischen Hochgenuß in die mancher Jüngling kann der Versuchung nicht widerstehen und pafft mit zweifelhafter Miene den holländischen Hochgenuß in die Luft. Gestern sah ich einen gang praktischen Berliner, einen Pfiffitus, der herausgefunden hat, zu welch vielseitigen Zweden die Straße benutzt werden kann. Er suchte sich eine passende Ecke aus und machte sichs bequem, indem er sein Bündel von der Schulter nahm und sich darauf nieder ließ. Dann padte er seinen Frühftüdsbeutel aus, nahm sein Taschenmesser zur Hand und setzte seine Ainnladen in Bewegung. Das Publikum lachte und amüsierte sich. Aber warum denn? Das lange Tippeln" macht müde und hungrig. Berlin walzi". Es ist ein ungeheurer Menschenstrudel, der uns mitreißt, unaufhaltsam, bis wir dort landen, wo wir unsere Ruhe haben, in den Heimatlichen Penaten, dem„ ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht". Das Recht auf die Straße, heute fönnen wir es in vollem Maße auskosten. Aber es ist doch eine eigene Sache damit, wir würden es gern wieder los sein, lieber heute, wie morgen S. W. Streitfolgen. Infolge des Verkehrsstreits lönnen zahllose Kunst- und Musitschüler nicht zu ihren Lehrern gelangen, Dieje find ohnebies in schwieriger Lage und nun, wo die Ferien vor der Tür stehen, droht ihnen der Verlust der Honorare oder womöglich gar die Notwendigkeit, die verlorenen Stunden später nachzugeben, erfreut haben. Cohen- Berlin setzt sich in seinem Schlußwort mit Müller und Lange über die Frage auseinander, welche intellektuellen Berufs gruppen heute sofort Betriebsleiter stellen können. Er stellt dabei fest, daß in dieser Frage Uneinigkeit innerhalb der Opposition besteht. Bange hält die Handlungsgehilfen für fähig, aus dem Handgelent heraus einen Betrieb zu leiten, während Müller die Grenzen Arbeiter sind doch das wichtigste Glied in der Volkswirtschaft. enger zieht. Aufgabe der Gewerkschaften ist es, durch unermüdliche Wir sind schärffte Gegner des freien Spiels der Kräfte der alten Aufklärungsarbeit ihre Mitglieder dazu fähia zu machen. Vorläufig Raubwirtschaft und stehen hier in hartem Kampf gegen rechts. Geaber fönnen wir auf die Mitarbeit und Erfahrung der Unternehmer rade die Kartelle und die Trusts haben den sozialen Fortschritt genicht verzichten. Wir denken nicht daran, mit der Arbeitsgemein- hemmt und den Herrn- im- Hause- Standpunkt zum Prinzip erhoben; schaft einen Weg zu gehen, der es den Stapitalisten ermöglicht, sich mit Recht hat Naumann gerade diesen kraftvollen Unternehmer- So werden Künstler geschädigt, die oft auch ein Arbeiterpublikum auf Kosten der Allgemeinheit die Taschen zu füllen.( Sehr richtig.) organisationen zünftlerischen Charakter zugesprochen. Die Befürchtung, daß im Laufe der Zeit auch die gelben Gemertschaften in die Arbeitsgemeinschaften hineinkommen fönnten, ist hinfällig. Sie werden nicht über den Stock springen, der ihnen in den Bedingungen, die sie zu erfüllen haben, bevor sie eintreten fönnen, entgegengehalten wird.( Lebhafter Beifall.) Wenn Tost und Lange die Stollettivverträge ablehnen, weil die Metallarbeiter mit ihrem Vertrag in Berlin feine guten Erfahrungen gemacht haben, so ist das ungefähr so, als wenn ein Mann ein Instrument in der Hand hat, aber nicht darauf spielen fann und dann die Schuld dem an und für sich guten Instrument zuschiebt.( Heiterkeit, Beifall.) Nachdem der Redner noch die verschiedenen Einwendungen gegen die Arbeitsgemeinschaft zurückgewiesen hatte. wurden die Verhandlungen auf Freitag früh 9 Uhr vertagt. Es erhält dann Leipart das Schlußwort. Schluß 6 Uhr 20 Minuten. babyd Berichtigung. In dem Bericht vom zweiten Verhandlungstage in der Morgennummer bom Mittwoch ist zu lesen: Urich Unabhängiger( nicht Kommunist), ferner in der Rede von ThomasFrankfurt a. M. ftatt Berständigungskonferenz„ Borständefonferenz" und statt Bauern ,, Bayern", so daß der Sah richtig lautet:" In einer Vorständekonferenz hat Genosse Simon selbst zugegeben, daß er für das verbesserte Hilfsdienstgesetz stimmen könnte, wenn es auf Bayern Anwendung finden würde." Der Unternehmer steht jenseits aller Moral ( Lebhafter Widerspruch rechts); er beugt sich nur der Macht. Wenn im Westen Thyssen und Stinnes jetzt endlich mit der Arbeitern zu verhandeln sich bequemten, so mußte ihnen von den Arbeitern das verhängnisvolle zu spät" zugerufen werden. Die Gemeinwirtschaft braucht Sträfte, die das moderne Leben verstehen; die Herren vom Kaliber der Affefforen und Bureaukraten, die bisher an der Spike waren, schenken wir Ihnen.( Unruhe rechts.) Die streifenden Verkehrspersonale hielten Donnerstag nachmittag zwei Versammlungen ab, deren Teilnehmerzahl von der Streifleitung auf mehr als 8000 geschätzt wird. In beiden Berſammlungen erstatteten Mitglieder der Streifleitung Bericht über die Lage. G3 wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der die aufgeftelten wirtschaftlichen Forderungen als durchaus gerechtfertigt bezeichnet werden und der Wille ausgesprochen wird, bis zur Erfüllung der Forderungen im Ausstande zu berharren. Gleichzeitig wurde auch die Bereitwilligkeit zu Verhandlungen beDer Verkehr auf den Vorortstreden konnte gestern bis auf wenige Unregelmäßigkeiten bedient werden. Auf dem Vollrang berkehrten nur Personalzüge. Gbenso ruhte auch auf der Staatsbahn und auf der Strede Spandau- Charlottenburg der Verkehr. Der Fern- und Güterverkehr war regelmäßig. Die Beschränkungen in der Annahme von Stückgütern auf Lebensmittel und Brennstoffe In wird jedoch erst in einigen Tagen wieder aufgehoben. verschiedenen Stadtgegenden, z. B. am Straßenbahnhof in Tempelhof fam es zu Auseinandersetzungen zwischen Publikum und Straßenbahnern, die gelegentlich in Tätlichkeiten ausarteten. Abg. Dr. Hager( Zentr.): Auch das Zentrum ist bereit, zu gefundet. wissen Sozialisierungen die Hand zu bieten, auch das Zentrum will den Kapitalismus und Mammonismus zurüddrängen. Aber die Initiative des Unternehmers können wir nicht entbehren; Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen sich zur Förderung des Gemeinwohls verständigen. In unser Wirtschaftsleben muß endlich eine gewiffe Stetigkeit kommen. Für den Mittelstand hat sich die Zentrumspartei stets mit besonderem Gifer verwendet. Der Schleichhandel hat dem Ansehen des ehrlichen Handels großen Abbruch getan. Der reelle Handel darf aber nicht zu sehr eingeschränkt werben, wie es leider zum Schaden des Ganzen geschehen ist. Die Fabriken, welche hochwertige Exportartikel Herstellen, sollten bei der Kohlen- und Kraftbelieferung bevorzugt iverden. Sierauf wind die Beratung abgebrochen. Nächste Rachite Sizung: Freitag, 1 hr.( Aleinere Vorlagen, bar. unter Gesezentwurf betr. Die vorläufige Regelung verschiedener grundlegender Punkte des Gemeindeverfassungsrechts; Preußische Landesversammlung.chung der Gtatberatung.)- Gahluß gegen 6 Uhr. 89. Sizung, Donnerstag, den 3. Juli, mittag 31 Uhr. 700 din he Am Regierungstische: Am 3ehnhoff. Broß- Berlin Präsident Leinert eröffnet die Sizung um 1 Uhr 15 Min. Zunächst werden die Abstimmungen zum Justizetat borgenommen. Die Entschließungen des Haushaltsausschusses über der Vollzugsrat verhandelt. bie 3uziehung von Arbeitern und Frauen zu Schöffen- und Geschworenengerichten werden angenommen. Ferner wird befchloffen, daß die Rechtsanwälte allgemein. nach Zurüdlegung einer Dienstzeit von 15 Jahren unter der Voraussetzung zu Notaren ernannt werden sollen, daß seitens der Anwaltskammer keine Bedenken wegen der bisherigen Dienstführung geltend gemacht werden und daß der Anwalt an dem Amtssiz bisher mindestens 10 Jahre anivesend war. Anträge auf Verbesserung des Dolmetscherwesens bei den Gerichten der östlichen Provinzen und auf Verbesserung der Lage ber Gerichtsassessoren werden angenommen. Genis Anträge über die verbesserung der Gefängnisbüche reien und Anträge auf beffere Behandlung der Gefon. genen durch Erhöhung der Lohnbeträge usw. Einem Ausschußantrage entsprechend soll in Strafanstalten der 3wang zur Teil nahme an gottesdienstlichen Handlungen fortfallen. Nach einem Antrage der Rechten, der im Hammelsprung mit 134 gegen 121 Stimmen angenommen wird, soll der Gottesdienst jedoch für die jugendlichen Gefangenen beibehalten werden. Es folgt der Haushalt der Der Vollzugerat hielt am 3. Juli eine Sigung ab, in der vom Borfizenden mitgeteilt wurde, daß die Vollzugsratskommission, die mit dem Reichswehrminister wegen der Verhaftungen und der Serstellung der Preßfreiheit verhandeln sollte, am Freitag Vormittag eine Besprechung mit dem Reichswehrminister haben wird. Handels- und Gewerbeverwaltung. Eisenbahner Werbeausschuh! Versammlung des Arbeitsausschusses, der Bezirksvertrauensleute und Bertrauens Teute Montag, 7. Juli, 5 Uhr, in den Warschauer Bierhal Ien, Warschauer Straße 43. Die Bezirksvertrauensleute und Vertrauensleute wollen unbedingt erscheinen oder Bertreter entfenden. Einlaß nur gegen Ausweis! Magistratshilfskräfte gegen Streit. Folgende Erklärungen gehen uns zu: Die Hilfskräfte der Stadthauptkasse, des GeneralBureaus, des Demobilmachungsausschusses und des Finanz- Bureaus protestieren entschieden dagegen, daß sie mit den Zeitungsnachrichten des Zentralausschusses, die ohne ihr Wissen veröffentlicht sind, in Verbindung gebracht werden. In dieser schweren Zeit werden sie nicht leichtfertig, so nichtiger Ursache wegen, die Bürgerschaft durch Dienfteinstellung in Verlegenheit bringen und verbitten es sich, zu Die Bureau= politischen Machenschaften verwandt zu werden. Hilfskräfte des Wohnungsamtes halten es für ihre Pflicht, eine Erklärung dahin abzugeben, daß fie der Beteiligung an einem Streit vollständig fernstehen. Vielmehr sprechen sie ihr schärfstes Mißfallen über das Verhalten des Delegierten Heinricht aus, der, ohne die Meinung der Bureauangestellten zu hören, die Erklärung über ihre Köpfe hinweg abgegeben hat. Der Verkehrsstreik, der in der vorigen Sitzung des Vollzugsrates bereits Gegenstand der Verhandlung war, wurde erneut beiprochen. Die vom Vollzugsrat mit dem Reichsarbeitsamt geführten Verhandlungen haben dazu geführt, daß, falls beide in Frage Vertrauensleute der Angestelltenausschüsse der Magistratsfommenden Kontrahenten auf Anregung des Vollzugsrates zu einer hilfskräfte Berlins. Sonnabend, 2 Uhr nachm, im Margarethen- 2hBerhandlung bereit sind, auch das Reichsarbeitsamt eine Vertretung zeum, fflandstraße: Bersammlung. 1. Stellungnahme zur Durchführung zu diefer Verhandlung entsenden wird. Der Vollzugsrat bat beschloffen, ber Wahl zum Zenhalen Ausschuß und die Organisation. 2. Eingegangene Der Zentrale Ausschuß. die Organisationen der Verkehrsunternehmungen unter Hinzuziehung Anträge. des Oberbürgermeisters Wermuth sowie einer Vertretung der Personale der in Betracht kommenden Unternehmungen auf Freitag Arbeiterräte, kommunale A.- Räte und Delegierte der S.- Räte( S. P. D.). nachmittag? Uhr einzuladen, um, wenn irgend möglich, eine Einigung herbeizuführen. Des weiteren Sonnabend 10 Uhr eine Bollversammlung einzuberufen. Freitag, 4. Juli, 4 Uhr, im Plenarsaal des Herrenhauses Fraktionssihung: Stellungnahme zum Beschluß der Räte- Vollversammlung vom 1. Juli, Bertagung des 4. Punttes der Tagesordnung" ( Boykott der Freiwilligenverbände). Da Tagesordnung von besonderer Wichtigkeit, wird um zahlreiches und pünktliches Erscheinen gebeten, Der Fraktionsvorstand: P. Ha ase. Die Bureauangestellten der Großen Berliner haben heute nachmittag im Gewerkschaftshause nach einem Vortrage des Synditus ber Gesellschaft, Dr Moser, der ihnen den Kontrattbruch nachwies, Dazu liegen zahlreiche Anträge vor. Ein Antrag Friedberg beschlossen, den Streit abzubrechen und morgen die Arbeit wieder ( Dem.) fordert Schuß für die Verbündungsfreiheit der aufzunehmen. Ueber die Beschlüsse der Straßen- und Hochbahner, Beamten und Arbeiter der Staatsbetriebe. Anträge die heute nachmittag im Gewerkschaftshause bezw. auf der Unterder Sozialdemokraten verlangen ein neues Arbeitsrecht für grundbahn Spittelmarkt Versammlungen abgehalten haben, ist Sausangestellte. Deutschnationale Anträge befürworten den nichts befannt geworden. Große Erbitterung gegen bie Abbau der Zwangswirtschaft. Demokratische Anträge Straßenbahner herrscht besonders unter den Baubenkolonisten, deren einer Einheitsgemeinde Groß- Berlin Stellung zu nehmen, finde An die Gemeindevertreter von Groß- Berlin. Um zu dem Gefehentwurf der Regierung betreffend Bildung Sonntag, den 6. Juli cr., vormittags 10 thr, im Plenarsaal des Herrenhauses, Leipziger Straße 3, eine Konferenz der Gemeindevertreter Groß- Berlins statt. Zu dieser Konferenz sind auch die Gemeindevertreter derjenigen Gemeinden eingeladen, die nach dem Gesekentwurf der Regierung nicht dem zufünftigen Groß- Berlin angehören sollen. Es wird um bestimmtes und pünktliches Erscheinen ersucht. Der Borstand der Kommunalen Konferenz der Gemeindevertreter von Groß- Berlin. J. A.: Ritter. Der Revolver. Donnerstag nachmittag gab ein Herr, der mit einem von Berlin kommenden Buge auf dem Wannseebahnhof Friedenau eintraf, aus dem Bahnabteil einen Revolverschuß ab, durch den glücklicherweise niemand verlegt wurde. Des Publifums bemächtigte sich große Aufregung. Die Beamten hatten große Mühe eine Panit zu verhüten. Der Schüße, der sich von Hülsen nannte und einen Grund für sein Verhalten nicht angeben wollte, wurde in Haft genommen. Mittags fiel aus einer durch die Yorkstraße fahrenden Feldküche plötzlich ein Schuß. Gin Soldat Der Besatzung fant, in den Oberschenkel getroffen, hintenüber. Sein Revolver hatte sich entladen. Der Soldat erhielt in einem Laden einen Notverband und wurde einem Lazarett übergeben. bei der Inspektion gearbeitet und waren deshalb mit den Berhält. nissen vertraut. Alle fünf wurden dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Wie sie behaupten, haben sie die Kriegsanleihe verbrannt, weil es ihnen zu schwer wurde, sie zu Geld zu machen. Von dem baren Gelde befaßen sie nur noch wenig. Sie hatten die Beute mit leichtsinniger Gesellschaft durchgebracht. Groß- Berliner Parteinachrichten. -O Abt. 18. Morgen Sonnabend, 7 Uhr, bei Lange, Litauer Straße 17, Busammenkunft sämtlicher Bezirksführer. Erscheinen dringend notwendig. Charlottenburg. Montag, 7 Uhr, Voltshaus, Rosinenſtr. 3, kombinierte Borstandssitung. Das Parteisekretariat befindet sich Rosinenstraße 4, born, 1 Treppe, im Boltshaus. Geöffnet während der SommerDie Vorwärtsspedition, bisher Immanuelfirchstr. 12, befindet sich monate Dienstags, Donnerstags, Sonnabends von 5 bis 7 Uhr. Telephon vom 1. Juli an Immanuelfirchstr. 24, Laden. Wilhelm 730. Jungsozialistische Vereinigung. Treffpunkt zur Wanderung am Sonntag, 7 Uhr, Görlizer Bahnhof, Unfallstation. Vereine und Versammlungen. Deutscher Holzarbeiterverband( Verwaltungsstelle Berlin). Korbmacher! Die Arbeitsvermittlung erfolgt vom Montag ab nur noch im städtischen Arbeitsnachweis Rüdertstr. 9, III, Fachabteilung der Holzindustrie. Fernsprecher: Norden 9764. Vermittlungszeit vorm. 10-12. Für die Musikinstrumentenarbeiter ist die Vermittlungszeit von 8-12. mittelt. Kollegen, verlangt von jedem Neuanfangenden die Ausweis farte Schwedter Str. 23/24. Montag, 7. Juli: Hinterbliebenenversammlung. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Bezirk Norden. Heute Fernspr.: Norden 3691-92. Auch die Arbeiterinnen werden dort ber- 7 Uhr abends: Kriegsbeschädigtenversammlung in Büttners Festfäle, des Arbeitsnachweises. Ohne Nachweis teine Arbeit. Zentralverband der Töpfer und Berufsgenoffen Deutschlands, Filiale Groß- Berlin. Donnerstag, den 10. Juli, 6 Uhr, im Gewerkschafts haus, Engelufer 15, Saal 1, außerordentliche Generalversammlung. 1. Bericht von der 11. Generalversammlung in Nürnberg. 2. Stellung nahme zu den Arbeiterratswahlen. 3. Die Auslösungsfrage. 4. Stellung nahme zur Wahl des 1. Vorsitzenden. Mitgliedstarte! Bezirk Tempelhof. Am 5. Juli, 7, Uhr, Restaurant Töpfer, Tempelhof, Berliner Str. 100: Mitgliederversammlung. Gäste willtommen. Arbeitertouristenverein Naturfreunde( neutrale Gruppe). Sonntag Badetour nach dem Störizfee. Abfahrt 5.20 Uhr morgens Schles. Bahnhof bis Fangschleuse." Freier Wanderbund". I. Nachttour: Löwenberg- Gr. Mug- Freibad Bugsee- Gransee. Abfahrt Stett. Fernbahnhof Sonnabend 6.17 nachm. II. Neuhof- Bech- Fintenmühle- Wünsdorf Baderast. Abfahrt Sonntag früh 5.53 Anhalt. Bahnhof. Arbeiter- Radfahrer- Verein Groß- Berlin. Sonntag früh 6 1hr: Groß- Besten. Nachm. 1 Uhr: Richtershorn. Start: Mariannenplay. Arbeiter Radfahrer- Bund" Solidarität", Ortsgruppe Berlin. I. Abt. Sonntag früh 5 Uhr: Nauen. Nachts 1 Uhr: Pichelswerder. Sämtliche Starts bei Wiemer, Bülowstr. 58. Gäfte tillkommen. II. Abt. Sonntag früh 5 Uhr: Luckenwalde, Gewerkschaftshaus. Mittags 12 Uhr: Löwenbruch. Start: Fontanepromenade 18. Arbeiter Verband, Kreis I. Um 8. Juli Schwimmwvartſtunde in Geebap WeißenKanfmännische und technische Angestellte der Berliner Schlossereien und Geldschrankfabriken. Versammlung am Freitag, den 4. Juli, abends 7 Uhr im Schultheiß, Neue Jakobstr. 24/25. Tagesordnung: 1. Bericht erstattung über den Tarif. 2. Abstimmung. Kein Einbrecher- Leutnant. Zu der einer Korrespondeng ent. Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände. nommenen Notiz in Nr. 328, schreibt uns Oberleutnant Eggebrecht, Schmargendorf. Die Freie Turnerschaft turnt fegt im Real. 6. Kompagnie, 2. Bataillon, Freikorps v. Klewiß, daß der angebliche Gymnasium, Cranzerstraße, am Hohenzollerndamm. Schüler: Dienstags Leutnant Haertel nicht Reserveoffizier, sondern seinem militärischen und Freitags von 6-8, Jugendliche und Männer von 8-10 Uhr. Deute Dienstgrad nach Trainfahrer ist. Er ist vor etwa sechs Wochen aus Freitag nach dem Turnen bei Bringmann, Breitestraße: Bersammlung, fee, abends 7, Uhr Rettungsübung und diesbezüglicher Vortrag des Gen. der Kompagnie entlassen worden, da sich auf Grund seiner Papiere wozu auch die Eltern der Schüler eingeladen find. herausstellte, daß er geistestrant war. Er wurde daraufhin dem Rejervelazarett Prinzenstraße 70, mit der Maßgabe, in eine Irrenanstalt eingeliefert zu werden, überwiesen. Rasch aufgeklärt wurde von der hiesigen Kriminalpolizei der große Geldschrankeinbruch, bei dem in der Nacht zum 26. v. M. die Täter bei der Inspektion der technischen Abteilung für Fernsprech und Telegraphengerät am Treptower Part 24 32 000 m. bares Geld und für 265 000 M. Kriegsanleihe erbeuteten. Der Verdacht der Kriminalpolizei fiel auf einen Dreher Friedrich Schnell und einen Gastwirt Friedel. Sie standen in Verbindung mit einem Dreher Friedrich Wuttge und Arbeitern namens Hermann Kugler und Friedrich Fleischmann. Mehrere von ihnen hatten vorübergehend Am 2. Juli verschied sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel Paul Galster im 59. Lebensjahre, tiefbetrauert von den Hinterbliebenen. Berlin S., Gräfestr. 25. Beileidsbesuche dankend verbeten. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 5. Juli, nachmittags 1 Uhr, von der Halle des Alten Thomas- Kirchhofes, Neukölln, Hermannstr., aus statt. 3264b Nach langem, schwerem Leiden verstarb am erstarb am 2. Juli d. J. der Kaufmann Herr Paul Galster unser Expeditions- Vorsteher. Seine hervorragenden Charaktereigenschaften und seine große Herzensgüte hat jedermann empfunden, der ihn kannte. 3265b Seit 30 Jahren unser treuer, braver Mitarbeiter betrauern wir tiet seinen Verlust und werden sein Andenken für alle Zeit in hohen Ehren halten. MAM Bergmann& Franz Nachflg. Inhaber: Carl Bachmann. Berlin SO., Waldemarstr. 57. Am Mittwoch, den 2. d. Mts., entschlief nach langem, schwerem Leiden unser unvergeßlicher Kollege, der Expeditionsvorsteher Herr Paul Galster In langjähriger, gemeinsamer Arbeit haben wir in dem Dahingeschiedenen nicht nur einen Kollegen, sondern auch einen Freund von hervorragenden Charaktereigenschaften kennen gelernt. 3266b Sein Andenken wird uns unvergeßlich bleiben. Berlin SO., Waldemarstr. 57. Das kaufmännische Personal der Firma Bergmann& Franz Nachflg. Der Expeditionsleiter Herr Paul Galster entschlief am Mittwoch, den 2. d. Mts., nach schwerem Leiden. Der Verstorbene war uns stets ein gerechter Vorgesetzter und ein Vorbild treuer Pflichterfüllung. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. wir stets Die Arbeiter und Kutscher der Firma Bergmann& Franz Nachflg. Berlin SO., Waldemarstr. 57. Allen gnten Freunden und Bekannten zur Nach richt, daß am Dienstag früh 2 Uhr mein lieber Mann, unser treuforgender Bater, Schwieger- und Großvater Herr Heinr. Weigand im besten Mannesalter von 56 Jahren uns jäh durch den Tod entrissen wurde. Im Namen der trauernben Hinterbliebenen[ 3261b Frau Anna Weigand geb. Schilder, Lichtenrade, Raiser- Friedrich- Straße 20. Die Beerdigung findet am Sonntag, 6. Juli, nach mittags 4.20, auf d. Lichtenraber Gemeinde- Friedhof statt. 7/12 Von der Reise zurück Frauenarzt Dr. Aschheim, Charlottenburg, Berlinerst. 128 3267b Sent ist es ein Jahr her, daß der Krieg uns unfer Liebftes nahm. Am 4. Juli 1918 starb an feinen Wunden mein guter Mann, unser lieber Sohn, der Unteroffizier 3262b Hermann Bischof. Du starbst so früh und wirft so schwer vermißt, du warst so gut, daß man dich nie vergist. In treuem Gebenken: Deine Eltern, Deine Frau und Tochter. Salon- Harmonium 1275.-, m. eingebautem Spielapparat( auch ohne Notenkenntnis spielbar), 1475,-, kleineres 650,-, gebrauchte Pianos billigst, verkauft 175L* Berger& Co., Oranienstr. 166 Privatverkauf III. Etage. turnen während der Ferien zusammen, und zwar: Schüler jeden MonSchöneberg. Die Kinderabteilungen der Freien Turnerschaft tag und Donnerstag Belziger Str.( Hohenzollerngymnasium); Schüle. rinnen Mittwoch und Sonnabend Feurigstraße( Eingang Ebersstraße), von 6-8 Uhr. Die Arbeitereltern werden gebeten, ihre Kinder mur in die Arbeiterturnvereine zu senden. Groß- Berliner Lebensmittel. Lebensmitt bis 8. Juli im 97., 100, 101., 193., 194., 200., 204. und 219. BrottomBerlin. Bis 6. Juli im 216., bis 7. Juli im 91., 191. und 213. und missionsbezirk 125 Gramm Käse. Ab Freitag ein Pfund Frühkartoffeln ( 28a) 20 Pfennig. Für die fehlenden 4 Pfund Kartoffeln Ersak auf beson dere Bekanntmachung. Brit. Das Auslandsmehl( Q 6) muß bis 5. Juli abgeholt werden. Holzarbeiter! Montag, den 7. Juli, abends 7 Uhr, in der Aula Dresdener Straße 113: D Berfammlung für Verbandsmitglieder die der S. P. D. angehören. Tagesordnung: Die jetzige Lage im Verband und was lehrt uns der leste Streit? S03. Mitgliedsbuch legitimiert. Menschel. Schriftliche Mitteilungen an Friz Buschmann, Neukölln, Wipperstraße 17. Briefkasten der Redaktion. Bis einschließlich 26. Juli findet die juristische Sprechstunde von 3 bis 5 Uhr statt. F. 111. Die Adresse war nicht zu ermitteln; vielleicht können Sie Auskunft beim Verein für Ferienkolonien, Am Starlsbad 10, erhalten. Sonnabend mittag: Ueberall etwas wärmer, im Südwesten zeitweise Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis heiter und nur stelleniveise strichweise Gewitter, im Küstengebiete und im öftlichen Binnenlande vielfach wollig und verbreitete Gewitter, schwache, veränderliche Winde. Bekanntmachung. Gemäß§ 66 der Städteordnung vom 30. Mai 1853 machen wir bekannt, daß der Entwurf eines Nachtrags zum Haushaltsplan ber Stabt Berlin flir bas Rechnungsjahr 1919 vom 2. Juli bis 9. Juli 1919 einschließlich in den Vormittagsstunden von 10-1 Uhr im Finanz- und Rechnungsbureau, Rathaus, Bimmer 67, zur Einsicht für die Einwohner unserer Stadt ausliegt. Berlin, ben 1. Juli 1919. Magiftrat. Bekanntmachung !!! Geld!!! Elektromotore für jede Wertsache. Höchste An- Gleichstrom, Drehstrom taufspreise für Pfandscheine, tauft, tauscht, verkauft[ 1131 Brillanten, Goldgegenstände. J.Schönberger, Elektro- Indust. Teppiche, Bücher usw. Wolff, Blumenstraße 100. Aleg. 1723 Friedrichstr. 41 III, Ede Rochftr. Uhrmacher. Gin flott und sicher arbeitender Gehilfe 84/1 betreffend achte Fettverteilung vom 7. bis( ungefähr M. 240.-) pro Woche. Nach drei Monaten zahle ich Mieterverein Charlottenburg 6.3. Windscheidstraße 29 II. Ortsgruppe des Mieterbundes Groß Berlin E. B. Mittwoch, den 9. Juli, abends 8 Uhr, in der Aula des Schiller- Realgym. hier, Schillerstr. 26: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bereinsangelegenheiten. 2. Bortrag über Großstadt- Siedlungen mit Lichtbildern. Gäste willkommen. 264/12 Der Borstand. Dr. Künkel. 13. Juli 1919. 13.0 Gemäß§ 5 der Berordnung über Lebensmittelfarten vom 10. Ottober 1916 und ber§§ 17, 18, 29, 30, 32, 35 unb 39 ber Bekanntmachung über Speisefette vom 20. Juli 1916( R.G.BI. G. 755) und den Verordnungen der Fettstelle Groß- Berlin vom 20. Dezember 1916 über Abgabe und Entnahme von Speisefetten und über die Anmeldung des Speisefettbezugs wird für den Bezirk ber Fettstelle Groß- Berlin bestimmt: 1. Auf den Abschnitt X 8 der Einfuhr- Susazkarte entfallen 50 Gramm Margarine. 2. Der Kleinhandelspreis file 50 Gramm Margarine beträgt 28 Pfennige. 3. Die Margarine ist in den zum Speifefettverkauf im Bezirke der Fettstelle Groß- Berlin zugelaffenen Kleinhandels gefchäften gegen Abgabe der beiden Abschnitte X 8. der Einfuhr- 3ufaßtarte unter gleichzeitiger Borlegung der Speisefetttarte in der Woche vom Ein großer Posten Montag, den 7. Juli, bis Sonntag, den Leder- Schuhsenkel billigst zu verkaufen. Günstige Gelegenheit für Schuhfabriken und-Geschäfte, Sattlerwaren, Händler, Gemischtwarengeschäfte, Kantinen usw. Probehundert 80 cm. lang 30,- Mk. gegen Nachnahme von Riemenfabrik B. Feix, Schwenningen 103 a. N. Wie ein Wunder San.- Rat beseitigt Dr.Strahl's Haussalbe jed. Hautausschl., Flecht., Hautjuck., bes. Beinschad., Krampfadern der Frauen u. dergl, in Originaldosen 4.50, 7.50 erhältlich in der ,, Elefanten- Apotheke" Berlin 213, Leipziger Straße 74( a. Dönhoffpl) 66 Berlin NO 13. Juli 1919, in Empfang zu nehmen. Die Margarine ist in den Kleinhandelsgeschäften in Empfang zu nehmen, in welchem der Berbraucher zum Speisefettbezuge eingetragen ist. Urlauber und Schiffer erhalten die margarine ebenfalls. 4. Die Kleinhändler haben die von ihnen für die Margarine angenommenen Abschnitte getrennt gebündelt zusammen mit den Speisefettkartenabschnitten am Montag, den 14. Juli 1919 an ihren zuständigen Großhändler abzuliefern. 5. Zuwiderhandlungen gegen diese Borschriften werden gemäß§ 35 der Bekanntmachung vom 20. Juli 1916( R.G.BI. G. 755) fofern nicht nach anderen Borschriften schwerere Strafen verwirkt find, bestraft. Berlin, den 30. Juni 1919. findet angenehme, selbständige Stellung. Gehalt 9. Nr. 80.00 Reise Deutschland- Gundalforen und dann Kr. 100,00 pro Woche. Arbeitszeit 8 Stunden. Karl Swertzen, Uhrmacher, Sundalsoren, Norwegen. Telegramm- Adresse: Swertzen, Sundal. Schildermaler, für flotter Zeichner, gut bezahlte, angenehme und berbe Stellung sofort gesucht. Nur in der Branche gelernte und durchaus bewanderte Kraft tommt in Frage. 184/ 9* Düffeldorf, Rank& Richter, Hüttenstr. 113. Schuhkrem- Meister 7/8" mit langi. Erfahrung( Waffer- u. Deltrem) für bereits bestehendes Wert schnellstens gesucht. Angebote mit Gehaltsforderung unter Chiffre A. O. 294, an Rudolf Moffe, Magdeburg. 7/ 3* Wir suchen zum baldigen Eintritt tüchtigen Kupferschmiedemeister aus der Lotomotivbranche mit langjähriger Praxis. Bewerbungen mit Lebenslauf, Gehaltsansprüchen, Referenzangaben erbeten unter H. 28. Lebenseristenz. 306D Rührigen Herren bieten wir durch bezirksweise Uebernahme einer Bertretung in Bersand-, Afquifitions-, InferatenFettstelle erforderlich, find 500 Sicherheft, Groß- Berlin( Butter). and Abonnementsabteilung glänzenden Berdienst nähe Landsberger Allee, habe ich ein solides Rentenhaus mit Ofenheizung so fort zu verkaufen. Billige Mieten, 25 206 M., sehr steigerungsfähig, 3, 2, 1 Bimmer, 3 Läben. Preis 340 000 R Anzahlung 25 000 m. Bereits jest reeller Ueber. Schuß 5300 m. Wilhelm Berlwig, Martin- Luther- Straße 83. Rollendorf 3521. „ Fredy" Zigarettenvertrieb Berlin N Brunnenstr. 17, Zigarren Zigaretten Amt Norden 2343. Neukölln nahe Bahnhof, habe ich ein fehr gut gebautes villenartiges Wohnhaus mit Ofenheizung zu verkaufen. NurBorderhaus, ca. 300 gm Garten, bepflanzt mit Obstbäumen. Mieten 6200 M., fteigerungsfähig, Preis 90 000 M. Anzahlung 15 000. Eine 3- Zimmerwohnung wird für ben Käufer fret. Wilhelm Berlwik Martin Luther Straße 83. Nollendorf 3521. Dr. Grütering Flügel, Klavier Mandoline, Laute. Spezialarzt. Invalidenstraße 35 Ecke Chausseestraße Stettiner Bahnhof. am 11-1,5-27, Sonnt. 11-12, 875,-, elegantes schwarzes Gitarre, Wandermandol. in unmittelbarer Nähe der Schönhaufer Allee, habe ich ein sehr solides Rentenhaus mit Ofenheizung besonders preiswert zu verkaufen. 8, 2, 1 8immer, 2 Läben, Mieten 19 294 M. Preis Anzahlung 260 000 m. 25 000 m. Reeller Ueberschuß 4400 Mart. Wilhelm Be lwik Martin Luther Straße 83. Nollendorf 3521. Pumpen für Tgb. Nr. 5391 Fbu. Wermuth. Bekanntmachung. Die Stelle des Grsten Bürgermeisters der Stadt Beiß ist infolge Ausscheibens des bisherigen Inhabers fofort zu befegen. Die Wahl erfolgt auf 12 Jahre; das ruhegehaltsberechtigte Einkommen beträgt jährlich 11 000 W., Steigend aller 3 Jahre 2 mal um je 1500., das 8. mal um 2000 m. bis auf 16 000 M., baneben werden bie Teuerungsaulagen nach staatlichen Grundsägen gezahlt. Anrechnung auswärtiger Dienstzeit bleibt vorbehalten. Bersönliche Gehaltszulagen find nicht ausgeschlossen. Der zu Wählende barf weber ein Nebenamt uoch eine fortlaufend vergütete Nebenbeschäfti gung übernehmen. Ohne Zustimmung der Stadtverordneten barf er nicht Mitglied des Borstandes, Aufsichts- oder Ber waltungsrates einer Erwerbsgesellschaft werden oder politische Bertretungen übernehmen. Die Ansprüche auf Ruhegehalt richten sich nach der StädteM. Angebote, für welche Bezirke( mit genauer Angabe der Ortschaften) Vertretung ge wünscht wird, an uns. Nur schnell entschloffene Reflektanten wollen fich melden. 3079* Westdeutscher Berlag, Effen, Dreilindenstr. 24. Schlosser, perfett für Rahmen und Transparente, fucht 184/ 10* Schilderfabrit Rank& Richter, Düsseldorf, Hüttenstr. 113. Goldschmiedegehilfen verlangt 2999* J. Weinstock, Beilin, Mohrenstr. 16. Straßenhändler B erhalten einen völlig neuen u glänz. 50 Pf. Parfümartikel Bon 9-3, Holzmarktstr. 21, Sofaufgang rechts( Färbere Saase). Selbständige 308 ordnung, die Hinterbliebenen- Fürsorge nach den staatlichen Selbständiger Monteur Taillen- und Zuarbeiterinnen Borschriften. Geeignete Bewerber wollen ihre Melbungen bis späteftens zum 10. Juli 1919 an den Herrn Stadtverordnetenvorsteher in Beig, Rathaus, einreichen. 61/19 Zeth, den 26. Juni 1919. Der Magiftrat. Kelp. Preußische Klassen- Lotterie 72 Millioneh Mark Gewinne in allen 5 Klassen. Ziehung 1. Kl. 15. u. 16. Juli noch abzugdben. 1/8 1/4 1/2 11 Lose * 5.25 10.50 21.-42.-M. einschl.Teuerungszuschl. für alle Klassen 26.25, 52.50, 105, 210. Porte u. Liste extra. Pr. Bott.Norden 8844 Größe, kleinste Hand Boeck, Einnehm. Chausseestr.17. Postsch. Berlin 31031. pumpen zum Selbstaufstell.nach kostenlosen Anleitung. fachmänn. Rat. AltesSpezialhaus Viele Anerkennung. Carl Köchlin& Co., Berlin SW 68, Alte Jakobstr. 20/22 Natursektkorke p. Stück 20 Pf. 1950,-, Nußbaumpiano 2800, 45- erittL85.- onsertlaute Flaschenkapseln, Weinkorke Konzertpiano 3500,-, Bech- 125.-, 145.-( Unterricht 8.- tauft ebenfalls stein, Duysen, Bösendorfer Monatshonorar, eventl. 10 ftbg. 2969 Stutzflügel 4800,-, eleganter Schnellturfe), unfilervioline R. Nachemstein G.m. h. H., kleiner 1950,-, Konzertflügel mit 8ubehör 125.-, Ronzert 2800,-, verkauft 175L geige 65.-, Ernst, OranienErnst, Oranienstr. 166 III. ftraße 166 III. Charlottenburg, Windscheidstraße 30. Brillanten Berlen Juwelen kauft zu hohen Preifen Balischansty, gen. 0. Bittoria- Café. Zentrum 1080 Friedrichstr. 155, Ede Unter d. Linden + Gummiwaren!+ 7/10 Gummimäntel für Damen und Herren. Hygienische Gummiwaren. Dauerwäsche prima Qualität, kalt abwaschbar. Verlangen Sie kostenlose Zusendung der neuest. Preisliste! Berlin NW 21, fofort gesucht für Start- und Schwachstromanlagen Ingenieur Martin Krause, Berlin W 57, Potsdamerst. 83 c. Umsichtiger, flotter Zeitungs- Metteur zum sofortigen Antritt für unsere täglich erscheinende Zeitung ,, Neue Zeit" gesucht. Druckerei Neue Zeit, Charlottenburg Berliner Str. 128. 311D 3immerleute für längere Zeit stellt ein Karl Tuchscherer, Baugeschäft, 3040* Warnemünde. Reisetoften werden vergütet. sucht Modellhaus Hobe, Charlottenstr. 32 a. 6/ 19* Putzzuarbeiterinnen und Garniererinnen sofort gesucht. Meldungen in unserer Bersonalverwaltung, III. Stoct. Kanthans des Westens G. m. b. H. Berlin W. 50 Tauentienstr. 21/24. Für vnser großes Buhatelier suchen wir zum baldigen event. späteren Eintritt noch mehrere erste Kräfte und zwar Puz- Garniererinnen, Puk- Zuarbeiterinnen bei hohem Gehalt und dauernder Stellung. Offerten eventuell schriftlich oder mündlich erbeten. Lindenstr. 35. Mertes& Co., Berlin SW 68, Zeitungsfrauen Sanitätshaus Willy Holzer, Wilsnacker Str. 9. Anteil ſtellt sofort ein Bei Bezugnahme auf diese Anzeige 5% Rabatt! 70/11 mit Gewerbeschein für Straßenverkauf gegen festen Lohn unt 32560 " Freie Preffe", Berlin, Spittelmarkt T. Lessing- Theater Sommerspielz.: H. Sternberg. Gastspiel Guido Thielscher: 8 Uhr: Charleys Tante. Deutsches KünstlerTheater. 8 Uhr: Max Adalbert u. Kurt Götz in: Die Rutschbahn. Theater Volksbühne a Bülowpl. 7 Uhr: Der heilige Florian. Deutsches Theater. 7% Uhr: Auch ich war ein Jüngling. ( Schwank). Kammerspiele. Allabendlich 8 Uhr: Leopoldine Konstantin in Das Weib u. der Hampelmann. Theater des Westens Allabendlich 712 Uhr Central- Theater Kommandantenstraße 57. 712 Trianon- Theater. The Die Schönste von Allen, Bhf.Friedrichstr.Ztr.4927,2391 Deutsches Opernhaus Tägl. 8 U. Heute z. 298. Male: 7 Uhr: La Traviata. Der gute Ruf Friedr.- Wilhelmst. Theater 7 Uhr: Der Hias. Kleines Theater. 7 Uhr: Unterm Baume der Erkenntnis Komische Oper 7. Schwarzwaldmädel. Uhr: Lustspielhaus 74 Uhr: So ein Mädel. Metropol- Theater. Mia Werber und Hans Wass- 7 Uhr 20: Die Faschingsfee. mann in Die Geisha. Theater i. d. Neues Operettenhaus. von Hermann Sudermann. Sonntag 4 Uhr: Johannisfener. Rose- Theater. 72 Uhr: Letzte Aufführung! Ehe Urlaub. 72 Uhr Gartenbühne: Das sieht sich jeder an. Vorher Konzert u. Spezialität. Luisen- Theater. Bis Freitag, 712 Uhr: Die lichtigene Dame. Wenn Frauen lieben Sbd. Sonntag 3 Uhr: KöniggrätzerStraße. Die Dame vom Zirkus. Ein glücklich. Familienvater 128 Uhr: Der Häuptling. Komödienhaus Lucie Höflich u. Ludw. Hartau 8: Liselott von der Pfalz. Berliner Theater 8 Uhr: Die tolle Komtess. Walhalla- Theater. 712 Uhr: Die Frau des Debutanten. Admirals- Palast. Täglich 28 Uhr Sonntags 3 u. 7 Uhr Die neuen Ballette Im Gespensterschloß Wiener Walzer außerdem Tanz Revue Admirals- Kino. Das Buch Esther. Der Weiberfeind. Palast- Theater 7% Uhr: Talisman. National- Theater Operette in 3 Akten v. Zorlig. 8 Uhr Stürm. Erfolg 8 Uhr Schiller- Theat. Charl. Familie Hannemann. 7 Uhr: Alt- Heidelberg. 7 U.: Thalia- Theater Residenz- Theater. Jungfer Sonnenschein Untergrundb. Klosterstraße, Th. am Nollendorfplatz Täglich 8 Uhr. Zum 172. Male: Ausgang Stralauer Straße. 7% Uhr: Die Puppe. Das höhere Leben. Theater d. Friedrichstadt 8 Uhr: So eine Frechheit. Versicherung gegen Einbruch. Schauspiel von Sudermann. Regie: Alfred Rotter. Ein Polterabend. Wallner- Theater 7 Uhr: Das Gesetz. Berliner Prater APOLLO Friedrichstraße 218 Dir.: James Klein 73/4 31½ und Letzter Gastspiel- Monat der Gesellschaft Anton Sonntag 73/4 Prinzeß- Hernfeld Theater Kantstraße 163 a. Zoo Das Geheimnis von Mayerling ( Die Tragödie des Kronprinzen Rudolf) 500 645 830 UFA Friedrichstrasse 3. Woche Die Verführten nach dem Roman von Hans Hyan Regie: Carl Froelich Hauptdarsteller: Gertrud Welcker Carl Auen Else Berna Pietro Scholz Max Adalbert Nollendorfplatz Die Spinne und ihre Opfer Lustspiel mit Magda Sonja Alexanderplatz Weinbergsweg Die Geisha und der Samurai Die Tragödie einer Morphinistin Hauptrollen: Gertrud Welcker Ernst Deutsch Moritzplatz Die Hindernis- Ehe Lustspiel in 4 Akten mit Harry Walden Hasenheide Die Czardasfürstin nach der bekannten Operette in der Wiener Originalbesetzung Schöneberg Am Tor des Todes Tragödie mit Harry Walden Wochentags 6, 8 Uhr Sonntags 4, 6, 8 Uhr mit der neuesten Schlager- Burleske Nur nicht schießen Vorh. Spezialitäten! Sonnt.32jd.Erwachs. 1 Kind frei! Theater a. Kottbus. Tor Allabendlich 72 Uhr: Elite- Sänger 9 ehem. Mitgl. der Stettiner Sänger Humor. Spielplan Sommerpreise! Blüthgen- Konzert. MARMOR HAUS Kurfürstendamm 236 Direktion Siegbert Goldschmidt Der Roman einer Geheim agentin in 6 Akten IKARUS Im Höhenflug der Leidenschaften mit Esther Carena Ernst Hofmann Regle: Karl Froelich. Außerdem: Geheimnisvolle Gewalten in der Hauptrolle FERN ANDRA Eine psychologische Studie in 4 Akten 7/9 Raftanienallee 7/9. Täglich: 12 Barieté- Attrattionen In der Zanz Ball. Diele täglich: Anfang 4% Uhr. Winter- Garten Täglich 7, Uhr: Varieté- Spielplan Rauchen gestattet! Reichshall.- Theater Gastspiel d.berühmten Dresdener Victoria- Säng Böllig neues Programm. 1. 8. Wieder auftreten d.Stettiner Sänger. KASPIELE Wenn Freunde zu Rivalen werden! Schauspiel in 5 Akten mit Magda Madeleine Karl Beckersachs Wochentags 6, 8 Uhr. Sonntags 4, 6, 8 Uhr. UFA Tauentzien PALAST MAX LANDA 232 Die Apachen Redie E.A.Dupont Mitwirkende Hanni Weigre Reinh, Schanzel BUL Potsdamer Str. 38 Turmstr. 12 ,, Anders als die Andern" ( 8175) Regie: Richard Oswald. Alexanderplatz- Passage. Maria Carmi in Das Wunder der Madonna. Friedenau, Rheinstr. 14 Cagliostros Totenhand. www Tonndorf Berlin NW, Unter den Linden 58 Ab 1 Uhr mittags geöffnet! Abteilung: Die Bar in geöffnet! Miper: Werner Treffpunkt der Sportleute! Kapelle: Willy Reuter Geschäftsleitung: Tonndorf- Betriebe Ed. Arno Tonndorf SAAL MOZARTAuf vielseitigen Wunsch wiederholt Henny Porten im Lustspiel Auf der Alm... Mannliche Rudolf Biebrach Hauptrolle: UFA Wochentags.. 6, 8 Uhr Sonntags.. 4, 6, 8 Uhr 3. Woche mit Riesenerfolg! Das grösste deutsche Lustspiel von Hanns Kräly und Ernst Lubitsch Die I eat dis ustern REGIE: ERNST LUBITSCH am OSWALDA HARRY LIEDTKE VICTOR JANSON Prinzenz KURFÜRSTEN DAMM U.T UFA JULIUS FALKENSTEIN Wochentags: 5,684 Uhr Sonntags: 3. 464.8Uhr Freikarten gelten nur für die erste Vorstellg. Vorverkauf: 12 bis 1 Uhr an der Tageskasse Achtung! Achtung! Bauschule Rastede ( Oldbg.) Meister- und Polierkurse Ausführlich. Programm frei Siedlungsbauten Rich. Friebel, Architekt, Wilmersdorf, Sigmaringer Str. 18. Ziehung 19. Juli Berliner Lotterie f. d. Pestalozzi- Fröbelhaus Gesamt- und Hauptgew. M. 50000 10000 5000 usw. Lose 3.50 Pf. mehr. Porto u. Liste 10 L. m. Porto u. Liste 30 Mempfeh. u. vers. a. Nachnah Emil Haase& Co., Berlin 21, Bredowstr. 9 und in unseren Filialen. Anzüge nach Maß aus Friedensstoffen unt. Garantie f.tadell.Sitz Einheitspreis M. 490, Nur solange Stoffvorrat Neue Königst. 65, 3 Tr. 9-12 und 2-5 Uhr Friedensware! Silberweiße sehr haltbare EBlöffel M. 15.Teelöffel M. 9 p. Dtzd. F. Dorsch jr., Bremen, Postfach 87. 81/3 Sofas prima Stoff, Plüsch und Gobelin auf Leinewand gearbeitet von M. 375, an. Aufbau und Werden Gesellschaft für praktische Bolksaufklärung 66 Helden des Proletariates Sieben Vorträge von Wilhelm Nöllenburg, ehemaliger Lektor der Universität Sheffield. In der Aula d. Sophiengymnasiums, Weinmeisterstr. 16/17. Beginn abends 7 Uhr. Eintritt frei. 1. Frettag, den 4. Juli, über Grundlagen, Hilfsmittel und Aufgaben der Geschichtswiffenfchaft. 2. Freitag, den 18. Juli, über Geschichtsphilosophie. 3. Freitag, den 1. August, über Sozialistische Geschichtsauffaffung( Marg- Kautsky- Lenin). Praktisch historischer Teil: = 4. Freitag, den 15. August, über Spartakus und feine Zeit. 5. Freitag, den 29. August, über Das Zeitalter des Perifles. 32516* 6. Freitag, den 12. September, über Hans Sachs. 7. Freitag, den 26. September, über Richard Cobden. Wir bitten die Berliner Arbeiter, insbesondere die Vertrauensleute, um zahlreichen Besuch. Diejenigen, welche den ganzen Kurfus mit allen 7 Vorträgen unentgeltlich zu be legen wünschen, werden um Mitteilung ihrer Adresse gebeten. " Aufbau und Werden." Gesellschaft für praktische Boltsaufklärung, Berlin W. 62, Lutherstraße 19. 3099* Ferien- Dampfer- Extrafabrten von der Schillingsbrücke nach Wernsdorfer Schleuse. Täglich auch Sonntags Abfahrt vorm. 9 Uhr. Restaurant zum Paul Schwedler, Oder- Spree- Kanal. Vorzügliche Küche Anton's Weinstuben Am Untergrundbahnhof Stadtpark Innsbrucker Straße 42. Seltene Weine Künstler Konzert. * Ruhebetten Film Palaf in gleicher Ausführung von M. 175, an. Nur solange Vorrat! 29. Dir. J. Werner. Der große Tag der Kinofreunde! Wegen des Riesenerfolges noch einmal Stolzmann Moral und Sinnlichkeit. Belle- Alliance- Str.100. Zahlungserleichterung auf Wunsch. Bestellen die sofort, die Neuen Schriften: Jit der tommunistische Aufbau zu verwirklichen? Bon C. Schilling Lenins Umfehr. von Dr. Peter Elb Der Kommunismus ein Märchen. Bou A. Felger Preis 20 Pf. 30 " 7 200, Hat das Proletariat den Klaffentampf gewonnen? Von Dr. W. Beijer Preis 60 Pf. Die Zukunftsstaaten der Bergangenheit. Von Dr. Schidof Preis zirka 80 Sozialismus und Bolschewismus. Zur Revolution im Sozialismus. on W. Dehme. Preis 80 Pf. Bu beziehen durch die Buchhandlung des Vorwärts", SW 68. Lindenstr. 3, und alle anderen Buchhandlungen, oder aber direkt vom Generalsekretariat zum Studium des Bolschewismus, Gegründet 1876. Berlin W 35, Lüßowstr. 107. 308D Die Hauptdarstellerin Erika Glässner ist heute persönlich anwesend. DER NEUE ROMAN Neu! Hermann Essig DER TAIFUN Geh. M. 5-, geb. M. 7.50 Dazu der buchhändlerische Teuerungszuschlag Ein Berlin- W- Roman, der in allen geistig interessierten Kreisen das größte Aufsehen erregen wird. Im Mittelpunkt der Handlung steht die wildbewegte Kulissenwelt einer bekannten Berliner Kunstgruppe. Ein Zeitdokument von dauernder kulturgeschichtlicher Bedeutung! KURT WOLFF VERLAG Tula Vergnügungspalast Schloßbrauerei Schöneberg Hauptstr. 122/123. Drei große Entscheidungskämpfe: Döring( Westpreußen) gegen Winter( Wien). Petitjean( Berlin) gegen Radtke( Charlottenburg). Naber( Ostpreußen) gegen Bambula( Amerika). Außerd. falls noch Zeit: Pietro Scholz( Brandbg.) gegen Gametta( Schweiz) 4615 30 Central- Park am Bhf. Friedrichstr. Schleifenbahn Figur- 8- Bahn Berg- und Talbahn Taifun- Rad Hippodrom- Noblesse! Werktags ab 4, Sonnt. 3 U. Kautabak in Rollen und Stangen aus reinem Tabak. Zigarren Zigaretten jeden Posten an Wiederverkäufer abzugeben in den Zigarren- Geschäften ( Abteilung en gros) Friedrichstr. 243( Hall. Tor) Alexanderstr.9( beim Pol.-Pr.) Möbel- Fabrik Rob. Seelisch BERLIN 0 112, Rigaer Str. 71-73a. empfiehlt gute preiswerte Möbel. Einrichtungen in jeder Preislage. Ganz besonders große Auswahl in Schlaf-, Speise-, Wohn-, Herrenzimmern jedem Geschmack entsprechend. 154 Musterräume. Lagerräum. 6696 Mt.gr. Versand nach allen Plätzen Deutschlands. Besichtigung lohnend, ohne Kaufzwang. Wochentags von 82-7 Uhr geöffnet. 3414 Einmauer- Schränke 81/4 bester Schutz gegen Einbruch. Panzer- Aktiengesellschaft BERLIN N 20 Eadstraße 59 Spezialfabrik für moderne Sicherungen Geldschränke Stahlkammern Tresor- Türen Archiv- und Bibliothek- Regale die neue Schuhkrem Qualitats Wachsware Vom Guten das Beste Alleinige Fabrikanten: Henkel& Co., Hannover. Fabrik chemisch- technischer Produkte, Abt. Schuhkrem Verlangen Sie nur noch Henkels Hochglanz- Krem 99 Tula Vertrieb und Lager: Alfred Kampmann Berlin C 2, Burgstr. 28 Fernsprecher: Norden 9021-39. Eingeführte Vertreter gesucht. [* a. D. Dr. jur. Wilhelm v. Kirchbach ( Lützowstr.) Langjähr. Erfahr. Zuverläss. Rechtsbeistand_in Ehe-, Alimenten- u. Vertrauenssach., Gesuche, Verträge, Ermittelungen. Beobachtungen. Tel. Lützow 2494 Landgerichtsrat pers.z. sprechen Potsdamer Str. 115. Die Rückverlegung der bayerischen Regierung. Bamberg, 3. Juli. Wie die Korrespondenz Hoffmann meldet, wird die Rüd verlegung der Regierung und des 2 and= rischen Arbeiten zum Abschluß gebracht worden sind, also etwa Ende Juli. Nach Ablauf der Ferien nimmt der Landtag seine Tätigkeit im Herbst in München wieder auf. Die Reichsfarben Schwarz- Rot- Gold. Regierungskommissar Dr. Preuß: Ich bitte, den Antrag des tags nach München erfolgen, sobald die vorliegenden geselsgebe. Nationalversammlung zu Weimar Grafen Dona abzulehnen. Blinder Alarm. 45. Sigung vom Donnerstag, ben 3. Juli. Am Regierungstische: David, Wissell. Präsident Fehrenbach eröffnet die Sigung um 2 Uhr 15 Min. München, 3. Juli. Zu der Meldung eines Berliner Blattes, daß Anleihedenkschrift für die Schutzgebiete 1919 wird durch Stenntnis Die Beratung der Anleihedenkschrift für das Jahr 1918 und der die Gärung in München so wachse, daß mit einem neuen Aufnahme erledigt. stand zu rechnen sei, daß vorgestern ein Anschlag der Kommunisten auf die Schulfaserne noch vereitelt worden und die Einwohnerwehr und dann die erste Beratung der Reichshaushaltsredmung 1917. G3 folgt die erste Beratung der Reichshaushaltsrechnung 1916 ihrer Aufgabe nicht gewachsen sei, erklärt die Korrespondenz Eine Aussprache findet nicht statt. Die Grledigung erfolgt durch Hoffmann amtlich: Tatsächlich hat sich in München Ueberiveisung an den Ausschuß zur Berichterstattung. nicht das geringste ereignet, die Einwohnerwehr ist überhaupt noch nicht in Tätigkeit getreten. Die Tätigkeit der Ausschüsse. Aufhebung des Heiratsverbots der Beamtiunen und Lehrerinnen. Die zweite Beratung des Entwurfs ciner wind fortgesetzt. Berfaffung des Deutschen Reichs Art. XXX, 4, der bestimmt, daß die allgemein anerkannten Regeln des Völkerrechts als bindende Bestandteile des deutschen Reich 3 rechts gelten, und Artikel 5, der bestimmt, daß die Staatsgewalt in Reichsangelegenheiten durch die Organe des Reichs auf Grund der Reichsverfassung, in LandesLandesverfassungen ausgeübt werden soll, werden nach unerheblicher angelegenheiten durch die Organe der Länder auf Grund der Debatte angenommen; ebenso Artikel 6, der dem Reich die die StaatsAbg. Beyerle( 3.) wies im Laufe der Erörterung darauf hin, dah in bayerischen Regierungstreifen nach wie vor die censtestem Besorgnisse herrschten, ob die Zuständigkeitserweiterung des Reiches nicht doch in vielen Bunften zu weit ginge. eine so weitgehende 3entralisierung denke, wie fie Abg. Kazenstein( Soz.) erklärte, daß seine Partei nicht an 3. B. in Frankreich bestände. Den besonderen AulturaufDie Bevölkerungspolitik aber dürfe der Zuständigkeit des Reiches gaben einzelner Länder wolle auch seine Partei Rechnung tragen. nicht entzogen werden. Zu Art. 12 wurde ein Antrag der Unabhängigen bezüglich des Gesetzgebungsrechts des Reiches abgelehnt, wonach hinzugefügt werden sollte, daß über einen Einspruch nach näherer Vorschrift eines Reichsgejeges ein Oberster Gerichtshof des Reiches entscheiden solle. Die Art. 13-16 blieben unverändert. Verfassung haben. Die Volfsvertretung muß in allgemeiner, Nach Art. 17 muß jedes Land eine freistaatliche gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl von allen reichsdeutschen Männern und Frauen nach den Grundjäßen der Verhältniswahl Volksvertretung gelten auch für die Gemeindewahlen. gewählt werden. Die Landesregierung bedarf des Vertrauens der Volksvertretung. Die Grundsätze für die Wahlen zur Anträge der Rechtsparteien wollen die Bestimmung über die Beratung der preußischen verfassunggebenden Landesversammlung Der 10. Ausschuß( Bevölkerungspolitik beschloß nach längerer folgenden Antrag zur Beschlußfassung vorzulegen: Die verfaſſunggebende Landesdersammlung wolle beschließen, ausschließliche Geekgebung über die Gemeindewahlen streichen. Abg. Dr. Heinze( D. Bp.) beantragt die Staatsregierung zu ersuchen, mit tunlichster Beschleunigung gen zum Sorge zu tragen, daß die in den Anstellungsurkunden und Be- angehörigkeit, Freizügigfeit, Gin- und Aus- außerdem die Streichung des Erfordernisses der freistaatlichen Verfoldungsverordnungen der Beamtinnen und Lehrerinnen festgelegte wanderung und Auslieferung, die Wehrber= fassung. fassung. Ein Antrag der Unabhängigen verlangt, daß dieselben Bestimmung, wonach Beamtinnen und Lehrerinnen bei ihrer Ver- fassung, das Münzwesen, das Bollwesen und das Wahlgrundsäße für alle Selbstverwaltungskörper und die Körperheiratung aus dem Dienst auszuscheiden haben, aufgehoben Post- und Telegraphenwesen einschließlich des Fernschaften des öffentlichen Rechts gelten sollen. werde. Ergeben sich aus dieser Verheiratung ich wersprechwesens zuweist. Abg. Dr. Kahl( D. Vp.): Mit dem Aufkommen mon wiegende Bedenten gegen das Verbleiben im Dienste oder gegen die Anstellung oder Wiederanstellung einer verheirateten Be- der die Streichung dieses Artikels beantragt, der dem Reich die faffung rechnen. Ist etwa die Stäterepublik Gotha eine Zu Artite! 7 liegt ein Abänderungsantrag Dr. Ablaß vor, archischer Bestrebungen muß auch die Reichsveramtin oder Lehrerin, so entscheidet die anstellende Behörde nach ausschließliche Gesetzgebung über Abgaben und sonstige ganz oder freistaatliche Verfassung? Sie ist ein Zwangsstaat. Die Festiebung gutachtlicher Anhörung der berufenen Vertretung und bei Lehre- teilweise für Reichszwede in Anspruch genommene Einnahmen zu- des allgemeinen Wahlrechts für die Gemeinden ist unerträglich rinnen auch der Schuldeputation und des Schulvorstandes. weisen will. und unverständlich. Das Kirchenaustrittsrecht. Der Rechtsausschuß der Breußischen Landesbersammlung beriet gestern Abend u. a. über die Verordnung über die Erleichterung des Austritts aus der Kirche. Die Democ fraten hatten zu dieser Verordnung umfangreiche materielle Abänderungsanträge eingebracht. Die Abänderungsanträge wurden nicht zur Abstimmung gebracht, und die Verordnung selbst mit 10 gegen 9 Stimmen gutgeheißen. Die Hehe gegen die Eisenbahner. Eine Entgegnung auf Paul Hoffmann. Gen. Schubert, Mitglied der preußischen Nationalversamme lung, schreibt uns: In Nummer 310 der Freiheit" vom 3. Juli bringt der Abgeordnete Paul Hoffmann eine Darstellung über die Interessenvertretung der Eisenbahner im Haushaltausschuß, die der Wahrheit geradezu ins Gesicht schlägt. Abg. Dr. Graf zu Dohna( Dnat. Bp.) und Abg. Koch( Dem.) empfehlen den Antrag Ablaß. rungenschaften für den Zentralstaat gekennzeichnet worden; durch Abg. Heim( 3.): Die Artikel 7 bis 10 find als besondere Gr. sie hat man sich veranlaßt gefühlt, sogar von der Sterbeftunde der Einzelstaaten zu sprechen. Sie ist von den Intellektuellen ausgegangen und wurzelt nicht im Volt.( Lebhafter Widerspruch.) Den extremen Föderalismus Iehne ich ebenso entschieden ab wie den extremen Unitarismus. Am grenzenlosesten ist die Zentrali fierung auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Gesetzgebung. Jeht, wo die schwarze Kohle trapp wird, will uns der Norden die weiße Kohle unserer Wasserkräfte nehmen. Wir fürchten nicht die Einheit, sondern die Einheit unter Berliner Herrschaft. Reichskommissar Dr. Preuß: Reichskommissar Dr. Preuß: In einem monarchischen Reiche fönnen republikanische Stadtstaaten bestehen, aber in einer deutschen Republik ist ein monarchischer Einzelstaat vollkommen unmöglich. Abg. Dr. Düringer( D. Nat.): Die Gleichmacherei ist kein demofratisches Prinzip, das Wesen der Demofratie besteht in der Durchführung des Volkswillens. Preußischer Minister des Innern Heine bekämpft den Antrag der Unabhängigen, da es nicht möglich jei, alle Selbst. verwaltungskörper in der gleichen Weise zu be handeln. Der Begriff öffentlich- rechtliche Körperschaften" jei ganz unbestimmt. Auch die Kirchen seien solche Körperschaften, wir hätten aber feine Veranlassung, irgendwie regelnd in die Autonomie der Stirchen einzugreifen. Abg. Dr. Haas( Dem.): Ein Zustand, daß Preußen eine Monarchie und das Reich etwa eine Republik wäre, ist ganz unmöglich. Die Räterepublik verträgt sich nicht mit den in der Verfassung Der Entwurf beruht auf monatelangen Verhandlungen, wofestgelegten Grundsäzen. bei auf die Wünsche der Einzelstaaten in weitestgehendem Maße Tätigkeit der Gemeinden teineswegs. Hinter den Anträgen ber Abg. Dr. Quard( Soz.): Das freie Wahlrecht behindert die Bei den Beratungen des Eisenbahnetats im Haushaltaus nen lle bereinstimmung mit den Einzelstaaten. Die Ber- Rechten steht unausgesprochen die Absicht, wieder ein abgestuftes Rüdsicht genommen wurde, und führten zu einer vollkomme schuß habe ich als Berichterstatter von der Regierung die Aufnahme faffung ist nicht extrem föderalistisch, aber auch nicht ertrem zentra- Besizwahlrecht einzuführen Das lehnen wir ab. einer Anleihe gefordert, die zur Sentung der Preise listisch. Die Erfahrung wird zeigen, daß nur, wenn wir uns meinben fraft ihrer Autonomie ihr Wahlrecht selbst bestimmen Abg. Dr. Kahl( D. Bp.): Warum sollen denn nicht die Gefür alle Lebens- und Bedarfsartikel verwendet werden müffe. Dabei als Einheit betrachten, wir aus dem Elend dieser Zeit heraus- können. Die Räterepublik Gotha steht ganz gewiß im Widerspruch habe ich darauf hingewiesen, daß die zerrütteten preußischen fommen.( Sehr richtig!) Heute ist es möglich, das Reich von Finanzen eine weitere Belastung nicht zuließen. Die geforderten seiner Einschnürung auf finanziellem Gebiet zu zu den sozialdemokratischen Grundsäßen. Beträge hätten das Defizit des Eisenbahnetats auf mehr als befreien und ihm seine Bewegungsfreiheit zu geben. Die Ver- Abg. Dr. Cohn( U. Soz.) befürwortet den Antrag seiner Partei. 8 Milliarden Mark in diesem Jahre erhöht. Den Streit habe ich faſſung wird sicher nach vielen Richtungen föderativ wirken. Bon Da der Staat den Kirchen besondern Schutz gewähren müsse, habe als ein Berbrechen bezeichnet, weil die von den Gewerkschaften eine Vorherrschaft Berlin wird fünftig weniger die Rede in fein Schabe, wenn die Kirchen genstigt würden, ein demosein als er sich auch um ihre Ordnung zu fümmern, und és ſet eingeleiteten Verhandlungen noch nicht begonnen nuken, um die Verfassung in Mißtredit zu bringen. Diejenigen, fratisches Wahlrecht einzuführen. hatten, die fommunistischen Drahtzieher aber wahrheitswidrig den die in der Vereinigung der Einzelstaaten mit dem Reich unsere Eisenbahnern erklärt hatten, die Forderungen der Verbände seien Zukunft jehen, müßten auf dem Boden dieser Verfassung stehen und von der Regierung abgelehnt worden. sollten sie nicht ihren engeren Landsleuten verefeln. Das dient weder den Einzelstaaten noch dem Reich, die heute weniger als je boneinander zu trennen sind. Das Haus beschließt nach dem Antrag Ablaß. die Minderheit der Demokraten. Das Ergebnis der Abg. Andre( 3.): Wir müssen flare Verhältnisse schaffen unterne der Losung: Gleiches Recht für alle. Unter Ablehnung aller Abänderungsanträge wird Art. 17 in der Fassung des Ausschusses angenommen. Die Beratung des Artikels 18( Gliederung des Reiches in Länder) wird auf Wunsch des Zentrums ausgesetzt, ba zwischen mehreren Frattionen noch Besprechungen über eine Abänderung biefes Artikels stattfinden. Abg. Frl. Bähm( Dnatl.): Die Damen und Herren, die hier Wie Hoffmann die Forderungen der Eisenbahner vertreten hat, möge folgende sachgemäße Darstellung der Verhandlungen des Haushaltausschusses zeigen: Ein aus der Debatte hervorgegangener Antrag, der die Regierung ersuchte, den Forderungen der EisenDarauf findet die gestern ausgesetzte namentliche Abstimmung bahner soweit wie irgend möglich entgegenzukommen, fand über die Reichsfarben- Artikel 3 statt. Der Antrag der Undie Zustimmung aller Parteien bis auf die Stimme des Handelsflagge wird durch Reichsgesek bestimmt," wird gegen die wird. Zu Art. 21 beantragt Abg. Arnstadt( D. Nat.): Die Fest Art. 19( Staatsgerichtshof) wird unverändert abhängigen:" Die Reichsfarbe ist rot, die Ausgestaltung der angenommen, worauf über Abschnitt 2( Reichstag) beraten Abgeordneten offmann, der sich zunächst der Stimme Stimmen der Antragsteller abgelehnt. enthalten hatte, aber bei der Feststellung über die einstimmige Annahme dann erklärte,„ er stimme dagegen". Weiter hat Hoff- partei und der Deutschen Volkspartei:„ Die Reichsfarben find herauszunehmen und es dem Reichswahlgesch zu überlassen. Ueber den gleichlautenden Antrag der Deutschnationalen Bolts. fehung des Wahlrechts auf das 20. Lebensjahr aus der Verfassung mann in feiner der Besprechungen, die mit der Regierung statt- chwarz- weiß- rot," wird namentlich abgestimmt. Der Lehnung dieses Antrages, das Wahlalter auf 24 Jahre festzusetzen. Abg. Dr. Heinze( Dnatl.) beantragt für den Fall einer Aba fanden, um über die Forderungen zu beraten, das Wort ergriffen. Antrag wird mit 190 gegen 110 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen lehnung dieses Antrages, das Bahlalter auf 24 Jahre festzusetzen. Die von ihm gegebene Darstellung über seine Wortmeldungen be- abgelehnt. Gegen den Antrag stimmen die beiden sozial- Abg. Auer( Soz.) beantragt, einen Zusak: Der Wahltag muß trifft die Besprechungen mit den Organisationsvertre- demofratischen Parteien, ein Teil des Zentrums und ein Sonntag oder öffentlicher Ruhetag sein. tern. Aber bei ben Besprechungen der Regierung mit den Ver- Abstimmung wird mit Zischen von der Rechten aufgenommen. Der anveefnd find( Seiterkeit) möchte ich bitten, in Uebereinstimmung tretern der Parteien aus dem Haushaltausschuß, wo einzig kompromisantrag Duard( Goz.) Groeber( 3.):„ Die Reichs- mit dem ursprünglichen Entwurf der Verfaſſung die verfassungsund allein die Möglichkeit der Bewilligung der Forderungen farben find schwarz- rot- gold, die andelsflagge ist schwarz- mäßige efflegung des Wahlalters auf 20 Jahre wieder zu streichen. gegeben war, hat Hoffmann nicht ein Wort gesagt, ja, sich auch nicht weiß- rot mit einer Gösch in schwarz- rot- gold in der oberen inneren Abg. Hartmann- Berlin( Dem.): Man darf die jungen Leute zum Wort gemeldet. Daß ich für den Grlag Nostes eingetreten Ede", wird in namentlicher Abstimmung mit 211 gegen 89 Stim- bon 20 bis 24 Jahren nicht vom politischen Leben fernhalten. wäre, ist ebenso unwahr wie seine übrige Darstellung. Ich habe men bei einer Stimmenthaltung angenommen. Das Ergeh- Abg. Bauermann( Dnatl.): Mit demselben Recht könnte man wörtlich ausgeführt: Sie können die Eisenbahner mit dem Grlag nis wird mit lebhaftem Beifall auf der Sinten aufgenommen. Dem ja auch die Wahlfähigkeit den politischen Säuglingen geben. Frau Haute( Soz.): Aus Dankbarkeit schon müßte man den zur Arbeit zu gehen auffordern, Sie können sie mit Strafe bedrohen, 3ischen rechts folgt erneuter starter Beifall von lints. Sie können sie auch bestrafen, aber den Betrieb aufrecht- normative Gefeggebung des Reichs. Artitel 8 zählt die Materien funden wird, sein Blut für das Vaterland zu versprisen, darf auch Die Artikel 8 bis 10 regeln die sogenannte tonfurrierende und jungen Kriegern das Wahlrecht geben. Wer für gut beauf, für welche das Reich die nicht ausschließliche Gesezgebung hat. fein Wort in die Wagschale werfen. Vielfach müssen schon die Dahin gehören u. a. das bürgerliche Recht, Strafrecht, Bresse, Ber Schulkinder mitarbeiten, um die Kosten des Haushaltes zu beeins- und Versammlungswesen usw., Arbeitsrecht, Vergefell- treiten.( Ruf rechts: Wollen Sie den Schulfindern das Wahlschaftung( Sozialisierung), Enteignungsrecht, Versiche recht geben?) Das wollen wir nicht, aber Sie meinen, daß die Leute rungswesen, Theaterwesen. Nach Artifel 9 hat das Reich, soweit mit 20 Jahren noch Säuglinge find. Es gibt Menschen, die mit ein Bedürfnis für einheitliche Vorschriften vorhanden ist, die Ge- 50 Jahren noch nicht reif sind.( Sehr richtig! links.) Die Hohenlegebung über die Wohlfahrtspflege, den Schuß der zollern waren schon mit 18 Jahren fähig, ein ganzes Bolf zu öffentlichen Ordnung und Sicherheit und das Be- regieren, dann dürfen wohl die Jungen mit 20 Jahren in der stattungswesen. Nach Artifel 10 fann das Reich im Wege der Ge- Politik mitreden. Die Herauffezung des Wahlalters wäre eine jezgebung Grundsätze aufstellen für die Rechte und Pflichten der Provokation der gesamten Staatsbürger.( Lebhafter Beifall und Religionsgesellschaften, das Schulwesen einschließlich des Hoch- Händeklatschen bei den Sozialdemokraten.) schulwesens, das Beamtenrecht, das Bodenrecht, das Ansiedlungswesen, die Bindung des Grundbesizes, das Wohnungswesen und die Bevölkerungsverteilung. Ein Antrag Ablaß( Dem.) will das Bestattungswesen aus dem Artikel 9 herausnehmen und unter Artikel 10 einreihen. Die Abgg. Hermann( Dem.) und Quard ( Soz.) beantragen, im Artikel 10 dem Hochschulwesen das wissenschaftliche Bibliothelswesen anzufügen. " erhalten können Sie damit nicht!" Es ist also gerade das Gegenteil davon, was Hoffmann in seiner Darstellung behauptet. Daß Hoffmann nicht für die Verbesserung der Lage der Gisenbahner eintrat, war uns überaus verständlich, weil mit der Bewilligung der Forderungen, die von Hoffmann und den übrigen Drahtziehern getriebene Berhebung unmöglich geworden wäre. Hatte man doch zu dem großen Schlage" ausgeholt, und da durfte durch die Bewilligung der Forderungen die Partie nicht verdorben werden. Die Eisenbahner werden in furzer Zeit erkennen lernen, daß die wirklichen Bertreter ihrer Interessen sich in der S. P. D. befinden. Zurückziehung von Truppen aus Berlin. Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Die von einem Berliner Mittagsblatt verbreitete und yon der Freiheit" aufgenommene Nachricht, es würden in Berlin in erhöhtem Maße Truppen fonzentriert, auch feien die Regierungsgebäude besonders start mit Mannschaften besetzt worden, ist frei erfunden worden. Das Gegenteil ist richtig. Es ist, nachdem der Eisenbahnerstreit beigelegt wurde, ein Teil der in Berlin tonzentrierten Truppen zurückgenommen morden. Parteinachrichten. Ein Antrag des Abg. Graf zu Dohna( D. Vp.) will Artikel 9 als solchen streichen und die darin aufgeführten drei Gesetzgebungsmaterien dem Artikel 8 einschließen. Abg. Bogel( So3.): Im Gegensatz zu Herrn Dr. Heim stehen auch wir bayerischen Sozialdemokraten auf dem Standpunkt, daß trok der in diejen Artifeln festgelegten Erweiterung der Zuständigkeit des Reichs noch eine genügend weitgehende Berücksichtigung des einzel staatlichen Eigenlebens übrig bleibt. Der Gedante des Föderalismus ist aufgehoben worden durch die Revolution. Die Entwicklung zum Unitarismus ist notwendig aus außer politischen wie innerpolitischen Gründen. Insbesondere wird das durch den separatistischen Bestrebungen vorgebeugt, die schließlich doch nur den Erfolg haben würden, daß die abgesplitterten Länder Abg. Frau Ziek( 11. Soz.): Die Proletarierjugend hat eine is furchtbare Schule durchgemacht, daß sie mit 20 Jahren für das Wahlrecht reif ist. Die namentliche Abstimmung über Art. 21 wird bis morgen Nachmittag ausgefeßt. Art. 22 bestimmt, daß der Reichstag auf drei Jahre gewählt wird und vor deren Ablauf die Neuwahl stattfinden muß. Der Reichstag tritt zum erstenmal spätestens am 22. Tage nach der Wahl zusammen. Die Abg. Arnstadt( Dnatl.) und Gen. beantragen die Wahldauer von fünf Jahren. Abg. Oberfehren( Dnatl.) begründet zum Art. 22 über die Degislaturperiode den Antrag Arnstadt auf eine fünfjährige satt der im Entwurf vorgesehenen dreijährigen Periode. Abg. Grünewald( Dem.) erklärt die Zustimmung seiner Partei zu dem deutschnationalen Antrag. Abg. Seinze( D. Vp.) erklärt, daß auch die Deutsche Boltspartei dem Antrag Arnstadt beitritt. Neues Parteiblatt für Jüterbog- Luckenwalde. Außer dem„ Boltsblatt für Spandau und das Havelland" ist am 1. Juli auch für den Kreis Jüterbog- Luckenwalde ein sozialdemokratisches Parteiblatt unter dem Titel Boltswacht" erschienen. in fürzester Zeit ein Spielball der anderen Bänder werden würden. Abg. Wurm( U. Soz.): Wir sind für die dreijährige Periode, In einem Gruß an die Leser prägt die Redaktion unferes Auf der anderen Seite haben wir eine Vereinfachung und Verbillineuen Bruderorgans den Sazz: Geboren aus dem Volt, gung der ganzen Verivaltung dringend notwendig. tämpfen wir nur für das Bolt!" " Abg. Graf zu Dohna( D. Vp.): Eine Aenderung in der Sache Wir wünschen dem neuen Streiter für die sozialdemokratische ist durch unseren Antrag nicht beabsichtigt und würde durch seine Sache in seinem Verbreitungsgebiet reichen Erfolg. Annahme auch nicht herbeigeführt werden. Abg. Kazenstein( Soz.): Der Reichstag darf die Verbindung mit dem Volte nicht verlieren. Dieser Gedante ist im ihnblick auf den alten Reichstag ja auch von der Rechten mit großer Lebhaftigkeit verfochten worden, lehnen wir den deutschnationalen Antrag ab, um der beabsichtigten Volts entrechtung vorzubeugen. würden aber bereit sein, auch noch für eine fürzere einzutreten. aber bereit sein, auch noch für eine kürzere einzutreten. Die Abstimmung, die auf Antrag des Abg. Quard eine namentliche sein wird, wird auf morgen verschoben. Freitag 2 Uhr: fortjeßung.. Gewerkschaftsbewegung Tarifbewegung im Photographen Gewerbe! Eine im„ Askanier" tagende Berliner Jnnungsgehilfenversammlung nahm zu der Ablehnung des Tarifs und dem angebotenen Provisorium der Zwangsinnung Stellung. Die persönliche Vertretung wurde in 359 Fällen mit 411 Ter-[ fammlung vom 16. Juni beschäftigt haben. Die Verfammlung habe minen wahrgenommen. Hiervon entfallen auf das Reichsversiche- damals beschlossen, 2000 M. Wirtschaftszulage zu fordern. Da die rungsamt 104, Oberversicherungsamt 206, Versicherungsamt Branchenleitung diese Forderung nicht vertreten fonnte, habe sie die Das Berliner Arbeitersekretariat im Jahre 1918. 10 Fälle. Vor den Amtsgerichten bezw. Gewerbegerichten wurden Vertrauensleute zusammenberufen und diese haben dem Antrage der Dem Geschäftsbericht des Arbeitersekretariats für das ab- 29, bezw. 5 Fälle vertreten. Das Ergebnis von 376 bekannt ge- fort zahlbar, sowie eine monatliche Gehaltserhöhung von 200 m. Branchenleitung, eine einmalige Wirtschaftszulage von 1200 m. sogelaufene Berichtsjahr entnehmen wir folgendes: Das Sekretariat wordenen Fällen des Rechtsstreits war in 279 Fällen für die zahlbar ab 1. Juli zu fordern, zugestimmt. Die Versammlung wurde im Jahre 1918 von 14 758 Ratsuchenden in Anspruch ge- Arbeiterinnen bezw. Arbeiter erfolgreich; in 97 Fällen erfolglos. stimmte diesen Forderungen ohne Diskussion zu. nommen, denen in 15 020 Fällen Auskunft erteilt wurde. Von den Von den mit Erfolg vertretenen Fällen, nach der Art des RechtsRatsuchenden wandten sich 513 Personen schriftlich an das streits geordnet, kommen auf die Unfallversicherung 237; auf die Sekretariat, denen in 553 Fällen Auskunft gegeben wurde. Die Invalidenversicherung 5; auf die Krankenversicherung 12; auf die Bahl der Besucher des Sekretariats- Arbeitnehmer einschließlich Snappschaftsversicherung 1; auf die Arbeits- und Dienstverträge 4; sieben selbständiger Gewerbetreibender und Behörden betrug auf die Schaden- und Haftpflichtversicherung 20. Die letzteren insgesamt 14 240, denen in 14 466 Fällen Auskunft erteilt wurde. wurden durch Vergleich erledigt. Von den Auskunftsuchenden gehörten 10 158 dem männlichen, 4595 Das sind im Grunde genommen trockene Ziffern, die der Bericht dem weiblichen Geschlecht an. Von den Auskunftsuchenden gehörten hier aufführt. Indessen welche Summe von Arbeit birgt sich hinter 13 117, rund gerechnet 92, 11 Proz. den gewerkschaftlichen diesen Ziffern. Viel größer ist indes das Elend, die Not und 8entralverbänden an. Von den Auskunftsuchenden Bein, die besonders die Ziffern auf dem Gebiete der Arbeiter wohnten 13 701 in Groß- Berlin, 1052 wohnten in anderen Orten. versicherung, Unfall, Invaliden und Krankenver Sie Zahl der angefertigten Schriftiäße betrug insgesamt iierung, hinter sich bergen. Das Arbeiterfefretariat ist eine 4795. Davon entfallen auf die Arbeiterversicherung 2565, auf den Stätte in der Arbeiterbewegung im allgemeinen, in der GewerkArbeits- bezt. Dienstvertrag 65, auf das bürgerliche Recht 141, auf fchaftsbewegung im besonderen, wo die Mitglieder sich vertrauensdas Strafrecht 101, auf Gemeinde- und Staatsangelegenheiten 55, voll hinwenden können, wo ihr Recht nach jeder Richtung bin geauf die Privatversicherung 21, auf Militär und sonstiges, einschließ- wahrt und wenn möglich erkämpft wird. So soll es auch in lich Familienunterstüßung für die Kriegsteilnehmer 1847. Die Aus- Zufunft sein. fünfte auf dem Gebiete der Arbeiterversicherung betragen 9394 62,48 Proz. aller Auskünfte. An erster Stelle steht die Unfallversicherung mit 6327 41,46 Proz. aller Ausfünfte, dann folgt die Invalidenversicherung mit 1613= 10,73 Proz. und die Krankenversicherung mit 850 5,66 Proz. 1 HAN DEUTSCHER COF MARKE GOLDSTÜCK COGNACBRENNER Jacob Stück Nad Hanais REINEK WEINBRAN = Die Forderungen der Krankenkaffenangestellten. Der Gehilfenausschuß stellte es der Versammlung anheim, andere Gehilfenvertreter zu wählen, die eventuell mit der Innung nochmais verhandelten. Die Anwesenden protestierten einstimmig dagegen und verurteilten die Angriffe auf den Gehilfenausschuß, der nur die Beschlüsse der Gehilfen ausgeführt habe. Wenn dabei im Interesse der Kollegen Einzelne etwas zu scharf" gewesen sind, so liegt die Schuld auf Seite der Arbeitgeber, die den Gehilfenausschuß weil er die Interessen der Gehilfen wahrnahm. schon„ bor" den Tarifverhandlungen aufs schärfste bekämpft haben, weil er die Intereſſen der Gehilfen wahrnahm. Die Gehilfenschaft lehnte das Angebot der Innung gegen drei Stimmen ab und beauftragte den Verband der Lithographer. Steindrucker und verwandten Berufe, den Tari mit allen Mitteln zur Durchführung zu bringen. Berantwortlich für Politik Artur Zidler, Charlottenburg, für den übrigen Teil des In einer Versammlung der Angestellten der Drts, Innungs- Blattes: Alfred Scholz, Neuköln; für Anzeigen Theodor Glocke, Berlin. Berlag und Betriebstrantentassen im Gewerkschaftsbaus berichtete Mainz, Borwärts- Verlag G. m b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Puchbruderei und daß sich die Vertrauensleute noch einmal mit dem Beschluß der VerBerlagsanstalt Paul Singer u. Co. in Berlin. Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. Weinbrand Cognac Marke Goldstick" Jacob Stück Nachfolger hanan m TERAS hauicreme Wenig hilft viel Max Schwarzlose BERLIN Preußische Klassenlotterie Ziehung der 1. Klasse am 15. und 16. Juli 1919 1/ noch abzugeben 1/4 1/2 1/1 Lose 5.25 10.50 21.- 42.- Mark und Porto Dischlatis, Preuß. Lotterie- Einnehmer Berlin C 2, Königstraße 39, Ecke Klosterstraße. Cognacbrennereien Billige Sandalen Bröße: Größe: 25/30 95 31/35 ① の の 000 Größe 50 36/46 250 95 95 LINDENSTAEDT Wer sich nicht will beim Putzen quälen, dem ist Urbin warm zu empfehlen Fabrik: Urban& Lemm. Charlottenburg. Schuhputz Urbis überall zu beziehen! Schont Schuhe und Strümpfe, tragt Sandalen! Leiser WL.19 Kraftfahrer! Für den Grenz- und Heimatschuß werden dringend im aftfahrwesen erfahrene 2910* Mannschaften mit Führerschein II oder Illb, sowie Facharbeiter und Begleiter benötigt. Bedingnngen: Mobile Löhnung. Zulage pro Tag 5 Mark, freie Berpflegung, Ausrüstung und Unt bringung Verpflichtung erstmalig auf 1 Monat, hernach 14 täge Kündi gung. Militärpapiere( Entlassungsschein) sind beizulegen bezw. mitzubringen. Meldungen schri tlich oder persönlich an den Referenten für Kraftfahrwesen, Gouvernement Groß- Berlin, Berlin W., Potsdamer Straße 22a. Pionier- Kompagnie 354 ftellt noch gediente Pioniere und Refruten ein. Ferner werden noch zwei Leutnants, ein Arzt, ein SanitätsUnteroffizier eingestellt. Alte Angehörige der 231. J. D. meldet euch. Kommt zu euren bekannten Führern und Kameraden. Annahme unter Reichswehrbedingungen für Grenzschuß Ost. Gesuche sind an die Romp. nach Ortels burg( Oftpr.) zu richten. Krause, Leutnant u. Komp.- Führer. Uurninas Llut Zur Ausscheidung aller schar fen und kranken Stoffe aus Blut und Säften, gegen Blutandrang, rotes Gesicht, Hautunreinigkeiten ist mein Blutreinigungspulver Salfarin seit über 25 Jahren wirksam erprobt. Sch. 2.50. Uebl. 3 Schacht. 7.25. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstraße 4. Coler, Leut. d. R. 2350* Schreib- B maschinen fast aller Systeme größ. Posten sofort versandf.ei. Schaefer& Clauss Berlin W 8 Leipziger Str. 19 Neues aus Altem! Ein billiges Korsett fertige ich nach Maß aus allen Stoffen oder gebrauchten Wäschestücken, die Sie mir bringen. Für guten Sitz und saubere Verarbeitung wird garantiert. Hedwig Koß, Kochstr. 20( Laden) Spezialität: Reform- und Backfischkorsetts, Leib- und Büstenhalter. Reparaturen schnell und billig.