Nr. 193. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Norwärts 11. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Numiner müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonne und Festtagen bis 9 Uhr Bors mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 21. August 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt hein boykottirtes Bier! hat ihr Gerede und Gethue weder für die Gegenwart noch| gebäude, sondern stets die Einsicht der Genossen in die Sozialistische HalbNothwendigkeit einer Befreiung des für die Zukunft. Proletariats Ein charakteristisches Zeichen der Halbbildung ist es durch Beseitigung der Klassenherrschaft, und der feste Bildung. diese Befreiung durchzusetzen, aber, daß sie sich Wunder wie weise und überlegen dünken, Wille, gewesen ist. Das wachsende Unbehagen der herrschenden Klassen wenn sie abseits vom großen Strom des Lebens in ihrem Ueber sonstige Einzelheiten gehen die Ansichten der Genossen über die Ausbreitung der sozialistischen Ideen macht sich in sozialistischen Ententeiche umherpaddeln und, die große vielfach auseinander. Für das Handeln der Partei eutmannigfacher Weise Luft in trüben Betrachtungen, in weh- Menge verachtend, ihrem eigenen hehren Bilde im Wasser scheidet die in reger geistiger Arbeit festgestellte Gesammt meinung. Es ist ja ein oft gebrauchter Spruch, daß wir leidigem Gestöhn, in Erflehung der Polizeihilfe und in zulächeln. sauber ausgeklügelten Plänen, wie dem drohenden Sturze Die Sozialdemokratie hat für diese Leutchen kein Uebel- unsere Taktik stets bereit sind, den veränderten Umständen der Klaffenherrschaft zu begegnen sei. Nicht nur strebsame wollen kann doch der eine oder der andere reif werden entsprechend zu verändern. Wohl aber müssen wir daran Lehrer der staatlich approbirten Nationalökonomie auf mit der Zeit für die Mitarbeit an der großen Volks- festhalten, daß, wer jene Einsicht und jenen festen Willen unseren Hochschulen, nicht nur die offiziellen und offiziösen bewegung unserer Zeit sie mißt ihrem Thun und Treiben nicht hat, niemals Anspruch darauf erheben darf, sich einen Mitarbeiter der Reptilienblätter befassen sich mit solchen aber nur eine symptomatische Bedeutung bei. Es ist ihr ein wirklichen Sozialisten zu nennen. Die sozialistische Halbbildung, die in den, Grenzboten" Arbeiten, sogar die Matadore unserer Großindustrie, die in Zeichen für die ständige Einsicherung sozialistischer Ideen banaufischer Verachtung aller nationalökonomischen Wissen- in andere Gesellschaftskreise und andere Parteien. Ganz zu Worte fommt, läßt es denn auch bei allerhand schönen schaft dahinleben, sind wankend geworden in ihrem Ver- anders aber die Stummfrupperei. Die ist höchlich un- Worten bewenden. Nachdem sie in Humanitätsgefühle getrauen auf die ungestörte Dauer ihrer polizeilich geschützten gehalten darüber, daß solche Söhne gebildeter Eltern" schwegt hat, nimmt sie am Ende die Löwenperrücke aus Ausbeutungspraxis. Sie reißen die Augen auf und erheben anfangen, ihre Unterthanenhaftigkeit vor Gott, König und Hobelspähnen ab und Rettung vor den Zukunftsgefahren der ihre Stimme, um zu protestiren gegen die Ausbreitung der Kapital einzubüßen, seitdem ihnen ein Tropfen sozialdemo- Sozialdemokratic erflehend, wirst sie sich unterthänigst in gefährlichen Ideen, die dem Parasitendasein in der Gesell- kratischen Dels in die Milch ihrer frommen Denkungsart den Staub vor dem Militarismus. schaft ein Ende bereiten wollen. gefallen ist. Und da greift sie denn, die Stummfrupperei Da können wir sie liegen lassen. nämlich, zu ihrem bewährten Kampfmittel, der Denunziation, um diese antikapitalistischen Bösewichter der hohen Obrig feit zur Unschädlichmachung zu denunziren. " Politische Uebersicht. Eine solche Stimme schallt zu uns aus Westfalen her über, roo der rheinische Großindustrielle Julius Vorster einen Vortrag, den er im Frühjahr vor einer Versammlung rheinischer Industrieller gehalten hat, unter dem Titel Auf die Vorster'sche Denunziation hin meldet sich nun Berlin, den 20. August. ach, gar 311 Der Programmentwurf der freisinnigen BolksDer Sozialismus der gebildeten Stände" hat im Druck gleich ein solcher Bösewicht, der Man könnte ihn ebensogut für erscheinen lassen. Der Kollege der Herren v. Stumm und deutlich!- erkennen läßt, welch harmloses Schäfchen partei liegt heute vor. v. Krupp ist sehr ungehalten über die immer mehr sich unter seinem sozialistischen Löwenfell verborgen ist. einen Entwurf eines Programms der freisinnigen Vereini vordrängende Agitation der Sozialisten gebildeter Stände Mit wuchtige Schritten stampft er umher auf den gung halten, stimmt ihm doch die von Herrn Alexander gegen die Vertreter der Landwirthschaft und Industrie und Brettern, die für ihn die Welt bedeuten und plaudert in Meyer mit Leit- und Boykottartikeln versorgte Bossische gegen die sogenannte kapitalistische Wirthschaftsordnung den Grenzboten" aus, was er für Sozialismus hält, für Beitung" warm zu. Die alte Tante weiß gar nicht, wie überhaupt". Unter diesen Sozialisten gebildeter Stände" den Sozialismus der Gebildeten", wie er es nennt, und sehr sie ihn im Ansehen der entschiedenen Politiker versteht er nun nicht aber etwa Sozialisten mit wissenschaftlicher bekundet nur seine sozialistische Halbbildung. Man kann der Bildung, sondern allerhand Theologen, Juristen, Lehrer ein ganz guter Philologe oder Jurist sein und dennoch den u. s. w., die so etwas in den Sozialismus hineingeschnuppert Stempel der Halbbildung allem aufdrücken, was man über haben, und denen dabei die Erkenntniß aufgedämmert ist, andere Dinge redet, denn das Merkzeichen der Halbbildung daß es wahrlich nicht zum Besten bestellt ist in dieser kapita bleibt immer das selbstbewußte Urtheilen über Dinge, von listischen Welt. Ein gewisses Mitgefühl mit dem darbenden und denen man nichts versteht. Nun ist der wahre Sozialisunterdrückten Bolte treibt sie an, gegen die ärgsten Miß- mus" der christliche, während er der Sozialdemokratie ihren bräuche der kapitalistischen Ordnung ihre Stimme zu erheben; Dogmenzwang und Phrasenkoder" verwirft. Nun braucht ihr sozialistisches Wissen reicht indeß nicht aus, um ihnen man doch nur einmal die Geschichte der Partei zu überdie Einsicht in die Nothwendigkeit einer gründlichen Um- schauen, um zn wissen, wie wenig ein Dogmenzwang für gestaltung unserer Wirthschaftsordnung zu eröffnen. Wo sie eine Partei, die ihr Programm der fortschreitenden Erkennt auf Abhilfemittel zu sprechen kommen, da bleiben sie an niß und den veränderten Umständen wiederholt angepaßt allerhand Palliativmittelchen kleben. Einen greifbaren Nußen hat und deren bindender Kitt nicht irgend ein Dogmen Feuilleton. Der Jude. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Sälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. " " meisten Parteien herabsest, indem fie ihn befriedigt sehr maßvoll" nennt, so daß auch viele Nationalliberale in ihm den Ausdruck ihrer politischen Ueberzeugungen und Bestrebungen sehen" können. Biel neues ist in dem Entwurfe nicht zu finden, die alten Ladenhüter des Liberalismus werden mehr oder weniger abgestäubt als Schaugericht vorgesetzt. Zu den brennendsten Fragen des Tages, den sozialen, wird in möglichst verschwommener Weise Stellung genommen, damit die Vertreter der verschiedensten Standpunkte annehmen können, ihre Sonderanficht ist gewahrt, was aber nur zur Folge haben kann, daß die Partei in dem Falle, wo sie ge" Er wird sich fördern im Geschäfte mit dem Grafen, um sein Aeußeres bei öffentlichen Gelegenheiten und Anlässen rasch wie der Blitz am hellen Tage noch an unserer Stadt zu beherrschen, nickte langsam grüßend mit dem Haupte, vorüber zu ziehen, und Abends bei seinen Gefährten zu und blickte auf den Edelknecht, als wollte er fragen, wars sein, denn einen blutigen Tanz hat er sicher vor, wenn um sich ein unerwünschter Dritter hier befinde. Dagobert 118 auch wohl nicht zu Erlebach."-" Beim heiligen Martin!" verstand den Wink besser, als der glotzende Gerhard, und rief Gerhard, Ihr habt mir aus der Seele geredet. Ich fandte ihn hinweg mit der Bitte, im Stalle nach dem habe ohnehin mit dem alten Bösewicht einen Faden vom Rechten zu sehen. Als nun Vater und Sohn allein waren, Rocken zu spinnen. Mögt Ihr's glauben, daß der Grau- begann der Erste, nachdem er sich gesetzt:" Du willst fort, topf, zur Zeit, da er noch Hauptmann der Stadt gewesen, Dagobert?" Dieser bejahte gelaffen. So leicht also dergestalt vom Teufel des Hochmuths geplagt worden ist, wäre es Dir schon geworden, von Deiner Heimath und Deinem Vater zu gehen?" Dagobert schwieg, um sich " Thut, wie es Euch gefällt, guter Wirth," erwiderte daß er es abschlug, mit mir Brüderschaft zu trinken, Dagobert, viel helfen wird's jedoch nicht, wenn auch der blos weil er dem Kaiser die Sporen abgegaunert hatte? nicht in unangenehme Erörterungen einzulaffen. Diether fuhr Näuber in seinem Uebermuth frech genug die wahre Fährte Donner und Strahl! Heute ist der Tag, an dem ich ihm langsam fort: Dagobert, Du warst ja souft ein harm verrieth. Die Herren des Rathes sind unschlüssig, uneins, und jene Unbill in den Bart reiben könnte. Darum, mein loser Mensch, dessen Gutmüthigkeit, wie ein Kind, nach allem ich denke wohl, daß meine Schwester graue Haare haben wackerer Geselle! auf, und nicht gesäumt. Ich will gerne in der Welt griff, um es an die Brust zu drücken, wären und Euer Gast, der Kaufdiener, verhungert sein wird, wann ohne Trunk die Mittagshize verwinden, wenn wir nur es auch Schlangen gewesen. O, dieses kindliche Vertrauen einmal der Beschluß herauskömmt, ernstlich auf deren nicht die Gelegenheit versäumen, dem Schurken einen Stein fann noch nicht ganz aus Deiner Seele gewichen sein! Das Befreiung zu finnen." Der Wirth begab sich, durch Da- in den Garten zu werfen, und uns dafür einen solchen böse, tüctische Schicksal kann Dich nicht so falt gemacht " Das Letztere mag haben, daß Du nicht für die Rene eines Vaters ein Dhr, gobert's Worte unschlüssig geworden, kopfschüttelnd hinweg, bei der Stadt in's Brett zu setzen." und der junge Altbürger sprach munter und eilig zu dem Deine Sorge sein," versette Dagobert spöttisch und rief nach für seine Bitte ein versöhnlich Herz, für seine zitternde, Edelknecht:„ Glaubt Ihr wohl, daß die Kunde mich wieder Bollbrecht, um alles ohne Aufsehen zum Auszuge rüsten zu Vergebung suchende Rechte eine freundliche offene Sohnes hand hättest!" aufregte zum Leben? Ihr habt Recht; Trübsinn und lassen. Bei dem Namen des Knechtes faltete sich des Hüls- Dagobert war auf ganz andere Reden gefaßt gewesen; Schwermuth machen uns bresthaft, ohne zu helfen. Männ lich Wollen und Thun giebt uns hingegen neue Kraft. hofener's Stirne: Wär's nicht, daß wir Dreie feien um so überraschender flang die herzliche, erschütternde des Ich liebe meine Schwester nicht; weiß Gott, ich müßte es gegen Dreie," sprach er, so möchte ich wohl, daß wir Alten, unterstützt von seiner dargebotenen Hand, von der lügen, allein das erneuerte Angebenten an ihre schmähliche den Langen zu Hause ließen. Der Anblick des Burschen Thräne, die in seinem Auge bebte, von der schwachen Röthe, Haft empört mich; nicht minder die Saumseligkeit des demüthigt mich in etwas, denn er trägt seine Wohlbeleibt welche die Beschämung in seine blassen Wangen trieb. Rathes, der mit Drohungen stets, zur That aber selten beit so stolz vor sich her zur Schau, als wollte er nur Auch in Dagoberts Augen stürzten Tropfen des heiligsten gerüstet ist. Laß uns die Vollstrecker des Befehls werden, immer sagen: Gelt, Du armer Fechtbruder; ich bin in Gefühls, und zu den Füßen des Vaters sank er nieder, den die Bürgermeister geben werden, wann es zu spät sein die Pfingstwoche gerathen, während Du noch immer am als ob er der verlorene Sohn sei, und der Verbrechen uns wird. Mich drängt es ohnehin, diese Mauern zu verlassen, Aschermittwoch tauest?"" Laß den wackern Knecht unzählige zu bekennen hätte. Diether war so ergriffen, daß die mir vorkommen wie ein Grab meiner angeborenen geschoren," erwiderte Dagobert freundlich und wendete sich er nicht aufstehen, den Knienden nicht aufheben konnte, Fröhlichkeit. Laß uns reiten, und auf dem Wege nach gegen die aufgehende Thür. Wie staunte er aber, da nicht sondern blos mit seinen Händen dessen Wangen streichelte, Hayn in Hinterhalt uns legen. Ich will doch auch einmal Bollbrecht hereinkam, sondern der unerwartetste von allen und Perle auf Perle in dessen braune Locken, auf dessen versuchen, wie sich's thut, wenn man auf der Land- Menschen: Diether der Altbürger, sein Vater. Verlegen Stirne fallen ließ. D, mein Sohn," sprach er nach will's Gott, muß und glühenden Antliges ging er auf den Ueberraschenden langem Schweigen: Du kennst meinen unbengsamen Straße den Feind niederwirft, und Bechtram unser sein, ehe noch die Sonne im Mittag steht. zu, ohne eines Wortes mächtig zu sein. Der Alte, gewohnt, Willen, Dir ist nicht fremd. daß ich eher in Zorn ge zwtmgen ist, in einer sozialen Frage Stellung zu nehmen, zerfallen muß. Möglichst oberflächlich und möglichst, kurz ging man über diese ivichtigsten und brennendsten Fragen hinweg, so daß selbst die„Vossische Ztg." den Stoßseufzer nicht unterdrücken kann:„Vielleicht hätten auf sozialem Gebiete noch nianche Wünsche berücksichtigt werden können." Wir kommen in einem Leitartikel auf den Programm- cntwurf noch ausführlich zurück und veröffentlichen hier nur die die Sozialpolitik berührenden Punkte: Die öffentliche Gesundheitspflege ist zu fördern und ins- besondere die Beseitigung der Mißstände in den Wohnungsver- Hältnissen anzustreben. Das Erwerbsgebiet für das weibliche Geschlecht soll erweitert werden, jedoch ohne Beeinträchtigung des wichtigsten Berufs der Frau als Gattin und Mutter. Beförderung aller auf friedliche Verständigung zielenden Ein- richtnngen, gesetzliche Anerkennung der freien Bcrussvereine zu- fleich als berechtigter Interessenvertretung, Sicherung der ttoalitions- reiheit, Freizügigkeit, Ausbau der Arbeiterschntz-Gesetzgcbung, insbesondere zum Schutz der Arbeitnehmer gegen mißbräuchliche An- forderunge» an ihreArbeitskraft, Gestaltung der öffentlichen Betriebe zu sozialen Musteranstalteu, zeitgemäße Regelung der Rechlsverhält- tüsse der in Haus- und Landwirthschaft beschäftigten Personen, Vereinfachung und Verbesserung der Arbeitcrversicherung, nament- lich auch durch Förderung der auf Selbsthilfe und Selbstverwal- tung beruhenden freien Organisationen der Arbeiter. Herr Enge» Richter muß sich in vortrefflicher Laune be- finden. Denn fortgesetzt koustatirl er, daß wir in der angenblick- wichen Polemik mit ihm eine Pofltiou nach der andern zu räumen gezwungen sind. In seinem letzten Artikel schreibt er mit lächer- licher Genugthmnig, er habe uns zu dem Zngeständniß gedrängt, daß der Großbetrieb nicht immer und überall anwendbar ist. �Ja, wo zum Kuckuck haben»vir denn jemals das Gegentheil be« chauptet? Es ist doch ganz selbstverständlich, daß' man z. B. Stiefel für verkrüppelte Füße und Kleider für Bucklige trichHm Großen herstellen kann. Solche billigen Triumphe gönnen wir Herrn Richter. Ganz dunkel ist uns aber Herr Richter geblieben, wenn er im Anschluß daran schreibt, damit sei zum mindesten zugestanden, daß auch die sozialdemokratische Zukunftsvrdnung nicht immer und überall anwendbar ist. Wir haben uns vergeblich bemüht, dem Gedankengang des Herne Richter�nachzuspüre»; es ist uns das nicht gelungen. Wir müssen es uns daher hier leider ver- sagen, ihn zu widerlegen. Ebenso dunkel ist uns die Behauptung des Herrn Richter geblieben, daß wir in eine Sackgasse gerathe» seien, indem wir Ichrieben:„Die Voraussetzung ist naturlich, daß eine genügende Garantie für die richtige Leitung der Produktion vorhanden ist. und diese Garantie erstreben wir in der sozialen Demokratie." Haben wir jemals etwas anderes gesagt? Daß er der Ansicht ist, diese Garantie könne nur durch das Geldsackinteresse gegeben werden, das wissen wir ja. Uebrigens stimmt Herrn Richter's Sprichwort„des Herren Auge macht die Kühe fett" in seiner so geliebten Wirthschafts- iordnung durchaus nicht immer, und zwar gerade in den Fällen nicht, auf die es hier ankommt. Wer sind denn heute vornehm- ckich die Leiter der Großbetriebe? In der größeren Zahl der Fälle sind es Angestellte, und man hat noch nicht davon gehört, daß diese Betriebe schlechter gehen, als die anderen, denen die Eigenthümcr selbst vorstehen. Möge sich doch Herr Richter klar machen, daß ein noch so großes Eigeninteresse des Unternehmers nicht seine Dumniheit oder Unkenntniß aufwiegen kann. Und wenn die Unternehmer heute die richtige» Betriebsleiter heraus- finden, sollte uns das in der sozialdemokratischen Gesellschafts- ordnung nicht gelingen? Einfach lächerlich! Das wollen wir Herrn Richter zugeben— vielleicht meint er wieder, wir hätten damit eine Position geräumt?— daß die heutige Wirthschaftsordnung die Tendenz hat, die Produktivität der Produktion zu erhöhen und daß sie diese Produktivität that- sächlich bereits außerordentlich erhöht hat und noch weiter erhöhen wird. Das ist das größte Verdienst, das wir der liberalen Wirthschaftsordnung in unserer materialistischen Geschichts- auffassung zuschreiben. Wir wiffen deshalb sehr genau, daß unser Argument der höheren Produktivität in der sozial- demokratischen Wirthschaftsordnung, soweit es sich auf den Groß- betrieb und was damit zusammenhängt stützt, mit der Zeit durch die weitere Entwickclung des Großbetriebes schwächer werden muß, obwohl es niemals ganz bedeutungslos iverden wird. Mit um so größerer Macht wird aber ein anderes Argument wachsen, nämlich das der Arbeitslosigkeit. Herrn Richter ist dieser Punkt — was ihn in seiner ganzen Harmlosigkeit oder auch Gemein- gesährlichkeit zeigt—„von minimaler Bedeutung" für die Ge- sammtheit der in Betracht kommenden Verhältnisse. Er hilft sich über diesen Punkt elegant hinweg, indem er schreibt:„Die Zahl der Arbeitslosen ist auch gegenwärtig im Durchschnitt einer längeren Wirthschaftsperiode eine verhältnißmäßig geringe."— Nun, das sind Geschmacksachen. ' Ganz mißverstanden hat Herr Richter den Schlußsatz unseres letzten Artikels, in dem wir es für eine Utopie erklärten, auf reiner Nächstenliebe beruhende Gemeinschasten inmitten einer rathe, als in Rührung; allein, ich fühle, seit gestern bin ich anders geworden. Mein Wahnsinn mußte mich auf den höchsten Gipfel treiben, um zu erliegen den glühenden Worten eines Fremden. Welche Nacht habe ich zugebracht in den qualvollsten Leiden meines Innern! Mit welcher Pein wurde ich wiedergeboren, und wie sträubte sich mein eiserner Sinn gegen die Rene, welche dem Beleidigten die Hand reichen muß,... wie wehrte sich mein Fnß gegen den ersten Schritt, welcher der Buße auserlegt ist. Endlich hat der Herr gesiegt und mein besserer Thcil; abgeschüttelt habe ich alle Scham, allen Hochmnth,... und in dem Gewände der Deniuth bin ich vor den Sohn getreten, um ihn zu bitten, daß er mir verzeihe, was ich schwer an ihin ver- schuldet,— daß er mir den schimpflichen Verdacht vergebe, den ich gegen ihn gehegt,— und daß er darein willige, wieder in mein verwaistes und verödetes Haus zu ziehen, geschniückt mit der Fröhlichkeit seiner früheren Zeit, und mit ungetrübtem Vertrauen gegen einen Vater, der die noch kurze Frist seines Daseins gerne hingeben würde, könnte er damit die vergangenen Schreckcnszciten zurückkaufen." —„Ach, mein Vater," antivortete Dagobert sanft und schonend,„wie weh und dennoch wie wohl thut mir nicht Eure Rede. Wenn es mich schmerzen muß, den Vater mich anflehen zu hören, wie kaum ein reuiges Kind thun möchte, so wollte ich doch gerne aufjubeln vor Freude, daß Ihr endlich mein Herz erkannt habt, das stets rein geblieben ist, und ohne Falsch. Schier wäre ich verzweifelt an der Hoffnung, mich wieder treu und liebevoll an Eure Brust legen zu dürfen; ein guter Gott hat aber dafür gesorgt, daß nicht getrennt bleibe, was der Allvater gnädig zusammen- fügte. Glücklich werde ich sein, mein Vater, wenn Ihr mich wieder in Eure Arme aufnehmen wollt, und läge es an mir. Euer Leben zu verschönern..."—„Deine Rede beschämt niich immer mehr," versetzte Dicther ausstehend, und des Sohnes Hand schüttelnd:„Laß uns reden, wie es Männern geziemt, ohne viele Worte, die nur weich machen, wo das Herz wieder stark werden soll. Wir wollen wieder Eins sein. Freunde, gute Freunde, nicht wahr, mein Sohn?"—„Wahrlich, Vater!" versicherte Dagobert aus- richtig.—„Wir wollen vergessen und hinter mi werfen, Gesellschaft halten zu wollen, in der der krasseste Egoismus und die schnödeste Habsucht oberstes Gesetz ist. Die Anzapfungen des Herrn Richter daraufhin sind aber so öde und thöricht, daß es gar nicht lohnt, weiter darauf einzugehen. Der ganze letzte Artikel des Herrn Richter ist von einer solchen Verworrenheit und zeugt von einer solchen Vcrständniß- losigkeit, daß wir es für überflüssig gehalten haben, ihm noch einen Leitartikel zu widmen. Herr Richter wird fortfahren, für den heiligen Profit mir allen Mitteln zn kämpfen, wir werden fortfahren, ihn z» bekämpfen, und das Volk wird zwischen uns entscheiden— oder bat es vielleicht schon entschieden? Um aber die Sache zu einem heiteren Abschluß zu bringen, sei noch eine Weisheit des Herrn Richter erwähnt. Er schreibt in seinem letzten Artikel:„Sobald aber der Grundsatz des gleichen Lohnes preisgegeben wird, ist auch wiederum eine neue Ungleichheit angebahnt, um alles dasjenige, was die Sozialdemokratie zer- stören will, die Ansammlung von P r i v a t k ap i t a l und dergleichen, findet sich erst recht wieder ein." Hat der Mann eine Ahnung! Wir waren neulich in einer Versammlung, da fühlte sich ein dürftiges, antisemitisches und deutschnationales Schulmeisterlein bemüßigt, in der Diskussion den profunden Satz auszusprechen: „Sie können machen, was Sie wollen, meine Herren. Kapitalismus wird es immer geben, auch im Zukunftsstaat." Ungeheure Heiter- keit belohnte den Braven natürlich für den unfreiwilligen guten Witz in dieser ernsten Zeit. Und jetzt müssen wir erleben, daß Herr Eugen Richter, dieses große Licht der heutigen Wirtb- schaitsordilung, dieselben Ideen hat, wie jenes dürftige Schul- meisterlein. Vielleicht thun sich die beiden edel» Seelen zusammen und nehmen bei einem Arbeiter ein Privatissiumm über Kapitalismus und Sozialismus.— Tas ventsche Biirgerthmn nud die Nevolntion vo» 1848 und 1849. Ein bnrgerlich-dcmokratisches Blatt, der in Karlsruhe erscheinende„Badische Landesbote" bringt in seiner Nummer vom vorigen Mittwoch nachstehende Korrespondenz: Rastatt, 13. August. In den nächsten Tagen werden es 3S Jahre, daß Pulver und Blei dein Leben einer Reihe deutscher Freiheitskämpfer ein gewaltsames Ende bereitet. Daß sie für eine verlorene Sache muthig ihr Leben einsetzten, kann ihr An- denken ebensowenig schädige», als daß sie de» Weg der Gewalt für den einzigen hielten, um Deulschlands Freiheit und Einheit zu begründen. Fürst Bismarck hat im Jahre ISLö denselben Weg der Gewalt beschritten, nachdem er eingesehen, daß nur durch Blut und Eisen die„deutsche Frage" gelöst werden konnte. Sein Werk der Revolution von oben war von Erfolg gekrönt, das Unternehmen der Revolution von unten scheiterte und mußte scheitern. Die Opfer der preußischen Kriegsgerichte liegen ans dem hiesigen Friedhof bestattet, dessen Umarabung jetzt bevorsteht. Wie schon seit Jahren die sozialdemokratische Partei sich als die berufene Erbin der Männer von 1813 aufzuspielen und die der Ruhe und dem Frieden geweihten Gräber der Gefallenen politisch »u demonstrativen Zwecken auszunützen versucht hat, so kommt zetzt wieder von dem wackeren Offen burger„Volksfreund" die Kunde, daß die sozialdemokratische Partei den für die Erhaltung der Gräber ersorderliche» Auswand berichtigen werde. Dies ist je- doch eitel Geflunker. Schon Jahrzehnte, ehe sich die Herren So- zialdemokrate» um die Gräber bekümmerten, wurden dieselben alljährlich am Todestage geschmückc und hergerichtet. Ein von alten ISern in Amerika gesammelter Fonds setzte den f Fabrikanten Unkel, einen kernfesten Demokraten, in den Stand, das Andenken jener Freibeitskämpfer zn ehren, und nach seinem Tode wurde sein Werk von unserem Milbürger, A. Hofstätter, fortgeführt, iilus diesem Fonds sollte auch ein einfaches Denkmal errichtet werde», und an der Spitze des hierzu schon im Jahre 1876 gebildeten Komitees stand der damalige Anwalt und jetzige Bürgermeister Stigler von hier, selbst ein alter 48er. An dem Widerspruch der preußischen Militärverwaltung scheiterte leider der Plan und die für jene» Zweck gesammelten Mittel beschloß das Komitee für die Erhaltung und Schmückmiz der Gräber zu verwenden. Ans ihnen und nicht aus sozialdemokratischen Parteimittelu wird auch die Erwerbung der Plätze erfolgen, jetzt da dieselben um- gegraben werden sollen. So viel ist sicher, daß sich die damals Erschossenen, die Tiedemann, Heilig, v. Biedenfeld, Dortü, Ber- nigan u. A. im Grabe herumdrehen würden, wenn sie wüßten, wie sie dereinst von der Sozialdemokratie als zu ihr gehörig be- schlagnahmt und gefeiert würden. Sie waren durchweg D e in o- k r a t e n, keine Sozialisten, und hatten mit den Zielen der heutigen sozialdemokratischen Bewegung so gut wie Nichts gemein. Dies die Korrespondenz; wir wiffen nicht, ob und in wie weit das über den„von alten 48ern in Amerika ge- sammelten Fonds" Gesagte den Thatsachen entspricht— darüber werden die Rastatter Genossen wohl Aufklärung geben; das aber wissen wir, daß, mit verschwindenden Aus- nahmen, das deutsche Bürgcrthnm von den d e m o k r a- tischen Idealen, deren Verwirklichung die März- revolution mit ihren Ausläufern erstrebte, sich ab- was unser Gefühl beleidigt hat, und zerrissen unsere Herzen!" —„Das wollen wir, Vater!"—„Wir wollen nicht zögern, der Welt zu zeigen, daß wir uns wieder vereinigten, und ablassen von jedem Groll, den wir hegen könnten, gegen Feinde und wohldienerische Freunde!"—„In Gottcsname», Vater."—„Nun denn," setzte Dicther hinzu: „So komm mit mir, mein Erstgeborner, mein Wieder- gcborner, damit der Gang in unser Haus mir lieblicher werde, als der saure Gang hierher, wo ich den Sohn unter Fremden suchen mußte."—„So Ihr mir erlaubt, als- dann ans einen Ritt zu gehen, den ich nicht verschieben kann?"—„Gerne, mein Sohn, Zwang soll Dich nicht drücken. Nur einen Angenblick ruhe wieder ans in meinem Hanse, damit der Geist der Zwietracht völlig daraus entweiche."— Sie gingen. Arm in Arm, durch die Gassen, wo alle Fenster aufgingen, und alle Hauöthüren, an welchen sie vorüberkamcn. Der Zivist zwischen Vater und Sohn war zum Geschwätze der Stadt geworden; ihre Ver- söhnung wurde es nicht minder. Die wahren Freunde winkten ihnen lächelnd zu, die falschen zogen sich beschämt auf die Seite und der Schultheiß warf klingend die Fenster- flügel zu, an welchen er zufälligerweise ein Zeuge dieses rührenden Schauspiels gewesen war. Bei dem Eintritte in das väterliche Hans sah Dagobert den Mann ihm entgegen- treten, in welchem er alsobald— nächst Gott— die Wurzel dieser ersehnten Vereinigung erkannte: den Prediger- mönch Johannes, seinen würdigen Lehrer.„O, wie lieb ist mir's," rief Dagobert:„daß dieses weiße Friedensklcid mir entgegenkommt, und nicht die schwarze Kutte meines Ohms. Gott segnet meinen Eingang hier durch Euren Empfang, hochwürdiger Herr!"—„Der Mensch ist nur ein schwaches Gefäß, so lang ihn seine Begierde regiert;" erwiderte Johannes:„aber herrlich und stark, wenn der Herr ihn besucht in seiner Gnade. Seht hier einen solchen Herrlichen und Starken,"— fügte er bei, indem er auf Diether deutete, der mit seligem Lächeln daneben stand, und die Hand auf Dagoberts Schulter hielt, als ob er be- fürchte, de» Wiedergefundenen anf's Neue zu verlieren.— (Fortsetzung folgt.) gewandt hat, und daß, wie in Berlin, Wien und Dresden so auch in Baden fast ausschließlich die sozial- demokratischen Arbeiter es sind, welche das An- denken jener Revolution feiern und die Gräber der Gefallenen schmücken. Sozialdemokratisch war die Märzrevolntion allerdings nicht— so weit war die politische und ökonomische Entwickelung damals noch nicht gediehen— aber das Hauptkontingent der Kämpfer bildeten die Arbeiter, und die meisten dieser Kämpfer waren 1849 schon Sozialisten. Und ein Mann, den das Karls- ruhcr Blatt für sich beschlagnahmt, Dortü, war ein ebenso überzeugter Sozialist, wie sein Freund, der bei Wag- Häusel gefallene S ch l ö f s e l.— „Was hat die Sozialdemokratie grost gezogen?" wird in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" gefragt und hierauf geantwortet.„Nichts anderes als das Versammlungsrecht und das allge- meine Wahlrecht." Daß ohne Entwickelung der kapitalistischen Prodnktions- weise die Sozialdemokratie auch bei den größten Freiheiten nicht zur Entfaltung gekommen wäre, und daß sie sich heute auch nicht durch Feuer und Schwert unterdrücken läßt, wiffen die Ansnahmegesetz-Fanatiker nicht. Was die speziellen Vorschläge anlangt, so sollen bloS die„wirthschaftlich Selbständigen" das Wahlrecht behalten und blos diese sollen das Recht zum Besucht von Ver- sammlungen haben. Wer wagt den überdies ganz wirkungslosen Staats- streich, ohne den ein solches Monstrum von Verfaffungs- bruch undurchführbar wäre. Bei einer Staatsstreich- Politik würde die Sozialdemokratie am wenigsten zu ver- lieren haben.—„ Die alte Tante Vost strebt wohl nach dem Ruhme, im gleichen Schritt und Tritt mit der„National-Zeitung" und der„Post" den Kampf für Polizeimaßregeln aufzunehmen. In einem die„Anarchisten in Berlin" überschriebenen Leit- artikel der Sonntagsnummer nimmt sie alle Polizei- Nachrichten als baare Münze an, nennt das Dynamitgcsctz, dem zahlreiche Unschuldige und kein) Schuldiger schwere Frei- yeitsstrafen verdanken, ein wohlerzogenes und nützliches Gesetz, sie verspricht anf's eifrigste Ausnahmegesetze befür- warten zu wollen, wenn sie ebenso wohlerwogen und gleich nützliche Wirkungen versprechen, wie das von allen Kennern streng verurtheilte Dynamitgesetz. Dann läßt Herr Stephany der Wachsamkeit, Entschlossenheit und Rührigkeit der Polizei ein Loblied singen, preist das internationale Znsammenarbeiten der Polizei und faselt von mit Sprengstoffen gefüllten Kisten, die, gemeint sind die kleinen Radieschen- samen-Schachteln, an den Kaiser und Kanzler anlangten. Tie ganze Angst des Bürgerthums, seine Feigheit und Charakterlosigkeit leuchten ans dem Artikel, der ein Denkmal des Niederganges des deutschen Liberalismus ist. Tante Boß ist auf die— Polizei und das„Kleine Journal", das in denselben Ton einstößt, gekommen.— Für die Tcfiortation der Anarchisten, die man nennt, und der Sozialdemokraten, die man weit mehr fürchtet und hauptsächlich im Auge hat, tritt die„National- Zeitung" ein. Eine recht wüste, weltabgeschiedene Insel will sie als Domizil ihren Feinden einräumen, einen Ort, von dem kein Entrinnen ist, wo das Klima vernichtend wirkt. Wenn solche Maßregeln geplant werden, werden sich viele, die frei vom Verdachte der Zugehörigkeit zur anarchistischen und sozialdemokratischen Bewegung, es überlegen, für Aus- nahmebestimmungen einzutreten, denn wer bürgt ihnen da- für, daß sie, sobald sie unbequem sind, In Anarchisten ge- stempelt werden, wie Crispi schon heute die Anarchisten- gesetzt ans Sozialdemokraten und vielleicht im nächsten Jahre auf Radikale und in zwei Jahren auf Ultramontane anwendet.— Bismarck und die Schweine. Vor einigen Wochen ging durch die Zeitungen die Nachricht, daß der Exreichskanzler die Anarchisten mit Schweinen verglichen habe. Da dieser Vergleich sehr wenig gefallen hat, dementirt nun der Tapfere seine Aeußerung. Die„Hamburger Nachrichten" schreibe» nämlich: „In der„Magdeburger Zeitung" hat kürzlich ein Bericht über ein Gespräch gestanden, das ein Mitarbeiter der„Magde- burger Zeitung" in Varzin mit dem Fürsten Bismarck gehabt haben will. Der Bericht beruht auf Erfindung. Auch der Ver- gleich der Anarchisten mit den Schweinen oder irgend ein Wort, an das er sich knüpfen ließe, rührt nicht vom Fürsten Bismarck her; der Gedanke, der einem solchen Vergleich zu Grunde liegen würde, wäre unlogisch. Die zahmen Schweine sind dem Menschen nützlich und Geschöpfe, die ihren Beruf in dieser Well, wenn nicht vollständig, so doch nach Kräften durch ihre Leistungen erfüllen. Dasselbe kann man von den Anarchisten nicht sagen. Der Fürst bat später, als er von dem„Bericht" Kenntniß er- hielt, gesagt:„Diesen Vergleich möchte ich doch meinen Schweinen nicht anthun." Seine Liebe zu den Schweinen hat der Herzog von Lauen- bürg auch im Dementi nicht verleugnet.— Ueber die Stellung der evangelische» Geistlichen in der sozialen Bewegung der Gegenwart ist in der letzten Zeit viel gestritten worden. Kürzlich hat sich die Duisburger Synode mit dieser Frage beschäftigt und folgenden drei Leitsätzen zugestimmt: „l. Zur Lösung der sozialen Frage und zur Versöhnung der sich beiämpfenden Klassengegensätze bietet das Evangelium das allein durchgreiseude Heilmittel. Danach hat die Gemeinde Jesu Christi, als die Verkünderin des göttlichen Wortes und Spenderin der Sakramente, durch ihre berufenen Organe eine große Auf- gäbe bei den sozialen Wirren der Gegenwart zu lösen. II. Diese Aufgabe besteht nicht darin, daß die Organe der Kircke in den sozialen Kämpfen Partei nehmen oder im Namen des Christenthums technisch-wirthschaflliche Grundsätze als Partei- Programm aufstellen oder gar das Christenlhum zum Mittel für irdische Zwecke herabwürdigen. III. Die Aufgabe wird im Wesentlichen erfüllt durch die der Kirche ursprünglich gegebenen alten Mittel: Dienst am Wort und christliche Liebe-thätigkeit. Das schließt nicht aus, sondern ein, daß auf die Heuligen besonderen wirthschaftlichen Verhältnisse in allen Beziehungen Rücksicht genommen wird, doch ist stets zu beachten, daß die Aufgabe der Gemeindeorgane keine politisch-soziale. fondern immer eine religiös-sittliche sein und bleiben muß." Wenn sich die Geistlichen nicht in ihrer überwiegenden Mehrzahl zu Handlangern des Kapitalismus hergäben, die heutige Ordnung nicht eifriger wie ihre religiösen Grund- sätze vertheidigcn würden, dann würden sie eine neutrale Stellung zu den sozialen Wirren unserer Zeit einnehmen können. So aber beschwören sie den Kamps gegen sich selbst auf.— Zum Strafvollzug. Genosse Kokosky ist bekanntlich als Redakteur der„Neuen Welt" zu einem Monat Strafe veruriheilt, weil die Feder eines seiner Mitarbeiter auf das Gebiet des§ 166 des Str.-Ä.-B. übergeglitten sein soll. Kokosky hatte mit Rück- ftd)t dnrauf. daß sein körperliches.Leiden gerade jetzt besonders stark, vor etwa. 14 Tagen einen Monat Strafausschub beantragt und seinem Antrag ein ärztliches Attest. über seinen GesundheUs- zustand beigefügt. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin verlangt' Kokosky solle seinen Gesundheitszustand durch einen Bezirksphystkus bescheinige» lassen. Diesem Verlangen konnte Kokosky nicht entsprechen, da die Bezirlsphysizi ihrer Jn� struktion gemäß erklärten, sie dürfen eine solche Bescheinigung ohne direktes behördliches Ersuchen nicht ausstellen. Hier- a>es wendete sich Kokosky an die Staatsanwaltschaft mit dem Antrage, dieses Ersuchen zu stellen. Diesem Antrage wurde nicht stattgegeben. Vielmehr mußte Kokosky am Sonntag, den 19. d. M., sich nach Rummelsburg zur Verbüßung seiner Strafe begeben! Kokosky leidet an einer schweren Kehlkopfskrankheit med ferner bekanntlich an einem körperlichen Leiden, das ihn behindert, sich ohne Krückstock zu bewegen. Thut nichts— selbst der Antrag, aus einen Monat die Vollstreckung aufzuschieben, wird abgelehnt, Kokosky gezwungen, sich in dieselbe oberstaatsanwaltlicher Aussicht unterliegende Strafanstalt zu begeben, deren Besuch einen anderen politischen Redakteur die Syphilisseuche als Zubuße verschafft hatte, ohne daß bislang ermittelt werden konnte, welchen Beamten die Schuld an dieser fahrlässigen, schweren und ekelhaften Körperverletzung trifft. Hoffentlich übersteht unser Genosse seine Gefängnißhaft ohne dauernden Schaden an seiner Gesundheit zu nehmen.— Vom Fall v. Münch. Die„Schwöb. Tagwacht" schreibt: In Sachen der versuchten Entmündigung des Freiherrn v. Münch auf Hohenmühringen ist dem Vernehmen nach ein Stillstand eingetreten. Die Beschwerde desselben an das Kgl. Oberlandes- gericht lies unmittelbar vor Beginn der zweimonatlichen Gerichts- ferieu ein, die am 15. September zu Ende gehen, soll aber den Erfolg gehabt haben, daß der Strafsenat des Kgl. Oberlandes- gerichts außer den beanstandeten Gutachten des Oberamts- und Gefänguißarztes Dr. Biesinger in Rottenburg und des Stadt- direktions- und Gefängnißarztes Dr. Köstlin hier die Einholung eines weiteren ärztlichen Gutachtens zweckmäßig gefunden haben soll.— Die Anzweiflung des Geisteszustandes polrtischer Gegner, rnsbesondere solcher, die etwas von Panama oder Panamino in gewissen Regionen entdecken, wird wohl erst nach den nächsten Landtagswahlen ihr wohlverdientes Ende finden. Wohnungs-Enquete. Die Haupt-Steuerämter haben nach der„Schles. Ztg." auf Anordnung des Finanzministers den Auftrag erhalten, feststellen zu lassen und zu berichten, wie viel Miethswohnungen aus dem platten Lande wie in den Städten schätzungsweise vorhanden sind und für welche Wohnungen Miethsbeträge bis zu 300 M. einerseits und über 300 M. andererseits gezahlt werden. Wenn bei uns eine Wohnungsenquete gemacht wird, wird sie nicht aus sozialpolitischen, sondern aus fiskalischen Beweggründen in Angriff genommen.— Liebesgaben für die Hausagrarier. Im„Ver- waltungs-Archiv" äußert sich der frühere Minister des Innern von Herrfurth, bekanntlich eine Autorität der kommunalen Finanzstatistik, über das Kommunalabgaben-Gesetz folgender- niaßen: Ein solches Vorgehen der Aufsichtsbehörden wird ferner bei schon jetzt hier und da hervortretenden Bestrebungen der Gebaudebesitzer in den Städten, der sich durch Gesetz gebotenen stärkeren Heranziehung zur Deckung der Gemeindebedürfnifse zu entziehen, zzpraus- sichtlich nothwendig werden. Diese städtischen Agrarier gehen davon aus, daß die Aufhebung der StaatS-Grund- und Gebäudesteuer in erster Linie nicht der Gemeinde, sondern den Grund- und Gebäudebesitzern direkt zu Gute kommen müsse und daß, was den Rittergutsbesitzern recht sei, ihnen auch billig sein müsse. Die einseitige Betonung der eigenen Interessen, wie sie m Beschlüssen der Grundbesitzer- Vereine in mehreren Städten bereits hervorgetreten ist, wird, zumal die Hausbesitzer in den Stadtverordneten-Versammlungen die Majorität zu haben pflegen, eine sorgfältige Prüfung der neuen Ordnungen und Gemeindebeschlüsse durch die Aufsichts- behörden und nöthigenfalls ein energische- Einschreiten derselben angezeigt erscheinen lassen, damit die Aufhebung der Staats- Grund- und Gebäudestener auch wirklich zu einer Verbesserung des kommunalen Abgabewesens führt und sich nicht zu einer Liebesgabe für die Begehrlichkeit der Grundbesitzer gestaltet. Was der Militarismus alles Ifordert. Seit einigen Wochen wird aus verschiedenen Theilen Deutsch- iands gemeldet, daß auf Anordnung von Militärkommandos wegen beabsichtigter Scharfschießübungen Gehöfte geräumt werden mußten. Der prägnanteste Fall ist der folgende, über den die»Freis. Ztg." zu berichten weiß: Eine Meile von Stettm liegt ca. zwei Kilometer vom Dorfe Warnow entfernt ein einzelnes Haus, in welchem sich ein Restaurant sowie seiner hohen Lage wegen eine Erholungsanstalt für Lungen- kranke befindet. Bei dem Besitzer dieses Hauses. Restaurateur S., erschien eines Tages ein Offizier des in Stettin stehenden Jnfanterie-Regiments und überbrachte eine Ordre, wonach das Haus zwecks einer Schießübung, welche in dem daneben liegenden Gelände stattfinden sollte, in den und de» Stunden zu räumen sei. Der Wirlh ging darauf zu dem Bataillonschef des Bataillons, welches die scharfe Schießübung vornehmen sollte, und erklärte die Unmöglichkeit der Räumung, besonders da er einen Kranken beherberge, der nicht zu transportiren sei. Nach langen Hin- und Herreden„gestattete" dann der Offizier, daß der Wirth, der kranke Herr und dessen Mutter im Hause bleiben könnten und zwar in einem Zimmer, welches nach der entgegengesetzten Seite lag, im Uebrigen ist das Haus thatsächlich von Mensch und Vieh während der Schießübung geräumt gewesen.— Geuoffe v. Elm ist Preuße. Das ist das Resultat einer laugen Untersuchllng. Am Sonnabend ist dem jüngsten Mitglieds unserer Reichstagsfraktion vom Wandsbccker Landrathsamte die Bescheinigung zugestellt worden, daß er Preuße und somit auch zum Reichstage wählbar ist. Weder eine neue Blamage für unsere Gegner.— Die Wanderung ländlicher Arbeiter nach den Vereinigten Staaten nahm in letzter Zeit ab. Leider ist dieselbe nicht durch angenehmere Verhältnisse und günstiger werdende Löhne für unsere Landarbeiter, sondern durch die schwere Krisis, unter der die nordamerikanische Arbeiterschaft feufzt und durch die Erschwerung der Einwanderung ver- ursacht. Unsere Agrarier haben keinen Anlaß, �stolz darauf zu sein.— Das„Berliner Tageblatt" druckt in seiner Sonntags- Nummer die am Sonnabend von uns gebrachten Mittheiluugen ab, welche beweisen, w i e das Herreuhausmitglicd, Erb- und Burggraf z» Dohna(Lauck) die Dienste eines Privatförsters lohnt, der aus allzu eifriger Sorge für das wildschweinerne Privateigeuthum des Burggrafen zum Krüppel geschossen wurde. Dagegen, daß unsere Mittheiluugen abgedruckt werden, haben wir natürlich nichts einzuwenden. Daß das Tageblatt seine Quelle, den„Vorwärts", nicht zitirt, nimmt uns nicht Wunder: publizistifcher Anstand ist von der Redaktion des Mosfedlattes nicht zu erwarten. Daß aber das Tageblatt, die freche Stirn besitzt, dem Abdruck der Schreiben hinzuzufügen»indem w i r(das Tageblatt!) diesen Fall öffentlich zur Sprache bringen" hat uns überrascht: diesen Grad schamloser Lüge und groben Betrugs hatten wir auch beim Tageblatt nicht vorausgesetzt. Aber: ist eine Lüge noch so dumm— Moffe schafft ihr Lesepublilum. Pindter»> alias Dr. Griesemann, soll, wie ein Ge- rücht wissen wU, trotz seiner unermüdlichen Agitation für Ausnahmegesetze gegen die Sozialdemokratie, wegen seiner Artikel gegen Miqnel am 1. Oktober durch einen Pindter HI. ersetzt werden.— I» der„Mit dem todten Viktor Hehn" überschriebenen Notiz unserer letzten Nummer finden sich die folgenden sinn- störenden Druckfehler: 1) Absatz, 1 Zeile 15 ließ: Geld j u d e n- t h u m, nicht Geldprotzenthum; 2) Absatz 2, Zeile 6 lies: Schnaps sch änkern, nicht Schnapsschänken; 3) Absatz 3, Zeil- 6 ließ: diese Kom in is, nicht diese den Kommis; 4) Absatz 3, Zeile 8 lies: Prediger der griechischen Kultur, nicht Prediger der preußischen Kultur. Verspäteter Aprilscherz, nicht„methodischer Wahn- sinn" ist der in unserer Sonntagsnummer erwähnte Riesen- Mordplan des Oberst a. D.„Sirius-Canard". Sirius ist ein bekanntlich sehr weit entfernter Stern, auf dem es allein Bermuthen nach weder todte noch lebendige Mord- inaschinen giebt, und Canard ist bekanntlich ein französisches Wort und heißt— Ente.— Eine internationale ultrawoutane Konferenz zu Lüttich, die am S.'und 6. April getagt hat und über die die„Germania" erst heute berichtet, hat eine Resolution für die weltliche Herrschaft des Papstes gefaßt. Von deutschen Politikern sind Graf Ballestrem, E. Haffner, treiherr v. Loi-, Dr. Porsch, Rochus v. Rochow und >r. E. v. Steinle neben Vertretern der Ultramontanen Belgiens, Luxemburgs, der Niederlande, Oesterreich-Uugarns, Frankreichs, Portugals, Großbritanniens, der Schweiz, Italiens und Spaniens unterzeichnet. Um mehr als eine politisch gänzlich bedeutungslose Demonstration handelt es sich hier nicht.— Die Agitation für das allgemeine Wahlrecht wird von den österreichischen Genossen mit regem Eifer sortgesetzt. Eine Depesche aus Wien meldet hierüber: Die gestern Nachmittag 4 Uhr stattgefundene, zahlreich be- suchte Massenversammlung der Sozialdemokraten ist ruhig ver« laufen. Dieselbe beschloß, die Agitation zur Erlangung des all- gemeinen Wahlrechts mit allen Mitteln fortzuführen.— Blutige Kaisers Geburtstagsfeier in Wien. Anläßlich der Feier zum Geburtstage des Kaisers wurden im Prater Böllerschüsse abgegeben. Infolge plötzlicher Entladung eines Böllers wurden drei Personen, davon eine schwer, verletzt.— Die Anarchisten nannte, die Sozialisten meinte Crispi. Am gleichen Tage, an dem dem Könige die Voll- zugsvorschrift zum Anarchistengesetze zur Unterschrift vor- gelegt wurde, verbot Crispi den Sozialistellkongreß von Bozzolo(Provinz Mantu)a. Außerdem soll der Minister des Innern an alle Polizeipräfekten ein Rundschreiben ge- richtet haben, worin dieselben aufgefordert werden, alle Sozialistenkongresse zu untersagen und die Organisatoren derselben, in Anwendung des neuen Anarchisteugesetzes, zu verfolgen. Wer weiß, wie schroff der Gegensatz zwischen An- archisten und Sozialisten, speziell auch in Italien ist, der wird die Niedertracht und Hinterlistigkeit Crispi's vollauf zu würdigen wissen.— Nihilistisches. Die in einer der letzten Nummern(191) des„Vorwärts" erschienene, der„Kreuz- Zeitung" entnommene Notiz soll dahin berichtigt werden, daß allem Anscheine nach die dort erwähnte Verhaftung von zwei zugereisten Nihilisten auf die Verhaftung eines russischen Studenten zurückzuführen ist. In einem uns eben zugegangenen Bericht wird mitgetheilt, daß zwei junge Russen, die aus dem Auslande nach der Heimath reisten, an der Grenze verhaftet wurden. Ueber den einen konnte man bis nun nichts näheres erfahren, der andere erwies sich aber als russischer Student, der in Berlin studirte und für die Ferienzeit sich nach der Heimath begab. Er ist einer der- jenigen, die anläßlich der vorjährigen Polizei- Affäre in Berlin verhastet wurden, der aber— nachdem er eine Nacht auf dein Alexanderplatz zugebracht hatte— wieder freigelassen wurde. Der harmlose Russe blieb ruhig und ungestört in Berlin, wo er seine» Studien oblag, allein die auf dem Alexanderplatz zugebrachte Nacht soll doch nicht ohne Folgen für ihn sein: der kompromittirte Student ist jetzt von der russischen Polizei ergriffen worden und wartet in Kiew sein Schicksal ab. Wir wollen nun fragen, wem gehört eigentlich in diesem Falle der„Wink", von dem die„Kreuz-Zeitung" spricht?— Der französischen Polizei gewiß nicht. Wir haben schon wiederholt darauf hingewiesen, welche große moralische Verantwortlichkeit oft die deutsche Polizei auf sich nimmt, indem sie der russischen Polizei Dienste leistet. Folgender „Wink" soll abermals unsere Ausführungen bekräftigen. Wir erfahren, daß die drei Studenten(2 Russen und 1 Bulgare), die in diesem Jahre aus Berlin ausgewiesen wurden, in ihren Abgangszeugnissen der Universität die unglaub- liche Anmerkung erhielten:„Ausgewiesen wegen hervorragender Beiheiligung an der internationalen Umswrzpartei!" Dieser „Wink" hat nicht nur für Rußland seine Geltung, er hat auch innerhalb Deutschlands seine volle Wirkung ausgeübt. Keiner von den Ausgewiesenen vermochte wegen der famosen Anmerkung in irgend welcher Universität angenommen zu werden. Und da wolle man behaupten, daß mau nur aus Verlaugen fremder Re- gierungen handelt. Rußland und die russische Ncgieruug befinden sich wirk- lich in einer angenehmen und für den deutsche» Spießbürger so- gar höchst beneivenswertheu Lage. Was auf dem Gebiete der Reaktion zu leisten möglich war, ist in glänzender Weise ge- leistet worden, und den neuesten nihilistischen Drohungen gegen- über kann die Zarenrcgierung nur noch mit der bloßen Furcht reagireu. Giebt es doch in Rußland weder Preßfreiheit, noch Versammlungsrecht, noch Vereinsrecht, daß man sie etwa nach dem deutschen viel ventilirten und neuerdings wieder empohlenen Rezept einschränken könnte. Mit den Russen selbst ist man aber völlig fertig geworden, und weder die Petersburger„Norddeutsche Allgemeine"(„Srusobäuuin"), noch die Petersburger„National- Zeitung"(„Nowojo"VVrernja") sind im stände, etwas wirklich llteues auf dem Gebiete der Reaktion zu erfinden. Und so ist man jetzt in Rußland damit beschäftigt, die nicht russische Bevölkerung nach Möglichkeit zu dezimiren. Unter anderen sind es die Deutschen und Finnländer, welche auf sich das milde Auge Väterchens lenken.— Es ist bekannt,(daß die deutschen Kolonisten Südrußlands die Regierung ersucht haben, sie möge ihnen aufs neue Grund und Boden zutheilen, da die Bevölkerung der Kolonien, welche vor über einem Jahrhundert der Aufforderung Katharina II. folgend, von den Deutschen ge- gründet worden waren, sich bedeutend vermehrt hat, was zur Folge hat, daß jetzt großer Mangel an Grund und Boden, herrscht. Dieses Ersuchen beabsichtigt die Regierung folgendermaßen zu be- antworten: Dem Reichsralhe soll am Ende des Jahres ein„Eni- wurf zur Regelung(?) der deutschen Kolonie in Südrußland" vorgelegt werden. Nach diesem wird geplant„das Recht der beut- scheu Kolonisten zur Erwerbung von Grund und Boden einzu- schränken, die Waisenkasien unter die Kontrole der Regierung zu stellen, mehrere bestehende Begünstigungen ganz abzuschaffen nnd theils einzuschränken, und endlich die Schulen in den deutschen Kolonien u iiter strengere polizeiliche Aussicht zu stellen."— Wahr» lich eine nette„Regelung". Finland erfreute sich bis vor kurzem einer etwas beßünstigteren und unabhängigeren Presse, was dazu führte, daß die russischen Preß- und Polizei-Kosaken allerlei„Jntriguen gegen Rußland" in ihr witterten und infolge dessen gegen die„finlandischen Freiheiten" die Regierung aufhetzten. Endlich unterstellte man auch die finländische Preffe der sZensur des finländischen General-Gouverneurs, der wie bekannt vom Zaren ernannt wird. Die Presse Finlands ist also gezähmt, und es blieb nur noch übrig, auch das mündliche Wort dortselbst durch Agenten kontroliren zu lassen. Die reaktionäre„Moskowskija Wedomosty" läßt sich über' ein Fest des! Gesangvereins in Wilmanstrand Folgendes berichten:„Das Fest begann mit der finländischen(!) Nationalhymne, die von einem finländischen(!) Orchester begleitet wurde......... Ein Bürger betrat die Tribüne und hielt vor einem großen Publikum folgende Rede: Meine Herren! Zwar erlebt jeyt Finland schwierige Zeiten, zwar unterdrückt uns Rußland unter den Augen der ganzen Welt und ist bestrebt, uns aller Rechte zu berauben, aber wir werden das nicht ohne weiteres zulassen. Wir sind Finländer! Wir werden, ehe wir unsere nationalen Schätze unseren Feinden, den Russen, preisgeben, bis zum letzten Mann verbluten. Freunde! Seid sicher, daß die Russen uns zu ihren Sklaven machen wollen, sie werden unsere Religion mit Füßen treten und uns in unsere eigene Kirche nicht mehr eintreten lassen. Deshalb wollen wir einmal sagen: Wir sind Finländer, die bereit sind, wie ein Mann für ihr theures Vaterland zu sterben." Ist es zwar möglich, daß der reaktionäre Berichterstatter der „M. W." die Affäre etwas übertrieben hat, so kann man doch nicht annehmen, daß das ganze Ercigniß aus der Luft gegriffen ist. Von dem Maße der Erbitterung, die in Finnland herrscht, zeigt diese Rede jedenfalls.— Die Mflfti'c&cln der russischen Regierung gegen die revolutionäre Bewegung beweisen deren Stärke. Ueber die Mäßnahmen wird dem„Verl. Tage- blatt" aus St. Petersburg depeschirt: Der amtliche Regierungsbote meldet, daß nachstehender, vom Minister des Innern in Vorschlag gebrachter und vom Mi- nisterkomitee genehmigter Erlaß von dem Kaiser bestätigt worden ist. Gemäß den allerhöchsten Befehlen vom 3, Juli 1893 und vom 10. Juni 1894 ist die verstärkte Ueberwachung zum Schutze der staatlichen Ordnung nnd öffentlichen Sicherheit bis zum 4. September 1895 ausgedehnt worden aus die Gou- vernements Petersberg, Moskau, Charkow, Kiew und auf die Städte Rostow am Don. Taganrog, Nachitchewan, die Dörfer Kasverowka, Bataisk und die Staniza Guilowskaja im Gebiete der donschen Kosaken, den Petersburger und Odessaer Stadthaupt- mannsbezirk, den nikolajewskischen Militärgouverneur-Bezirk und auf die Oertlichkeiten, die dem kroustädlischen Militärgouverneur unterstehen. Dieser Erlaß steht zweifellos mit den hier vielfach besprochenen Entdeckungen und Vorkommnissen am 6. August in Peterhof und den an verschiedenen Orten des Reiches neuerdings sich bemerkbar machenden revolutionären Strömungen in Zu- sammenhang, welche es erwünscht erscheinen lassen, für die ge- nannten Ortschaften verschärfte Polizeimaßregeln anzuordnen und die Machtbefugniß des mit der Sorge für die Sicherheit der Person des Zaren und des kaiserlichen Hauses beauftragten Gene- rals Tscherewin zu erweitern.— VavkeiNAlliricktkcn. Die Agitationskommissiou für Thüringen hat sich in Erfurt neu konstituirt und folgendermaßen zusammengesetzt. Zum Vorsitzenden wurde G. Markus, Udestedterstr. 12. zum Kassirer M. Henn, Johannesstr. 87, gewählt. An den Ersteren sind alle Briefe u. s. w., an den Letzteren die Geldsendungen zu richten. In einem Aufruf macht sie die Parteigenossen Thüringens darauf aufmerksam, daß man sich bezüglich Zu« Weisung von Referenten an sie wenden möge. Einen vollständige» Sieg errangen unsere Genossen in Bielefeld bei den am 17. d. M. stattgebabten Gewerbegerichts- Wahlen. Als Beisitzer aus der Klasse der Arbeitnehmer sind die vom Gewerkschaftskartell aufgestellten Kandidaten gewählt worden. Eine Gegenliste war nicht aufgestellt. Im ganzen wurden 1652 Stimmen abgegeben. Ueber 500 Wähler haben ihr Wahlrecht nicht ausgeübt. Von der Ngitation. Am�22. August spricht der Reichs- tags- Abgeordnete Wurm in einer Versammlung in B e r ns- bürg über:„Die Thätigkeit des Deutschen Reichstags".— In Bonn a. Rh. sprach am 15. der Genosse Schumacher vor einer gut besuchten Versammlung über: Antisemitismus und Sozialdemokratie. »« Lassallefeier. In Altona wird auch in diesem Jahre am 31. August eine Gedächtnißfeier des Lebens und Wirkens Ferd. Lassalle's stattfinden. Die Feier wird bestehen in einem Vortrag nnd entsprechenden Gesängen von verschiedenen Liedertafeln. »» Vom„antikollektivistischen Banernschädek. Wir hatten vor kurzem Notiz genommen von einem Artikel, der in süd- deutschen Parteiblättern die Runde machte und in dem ein „praktischer Landwirth" seine Ansichten über die Ziele der Sozial« demokratie darlegte. Daran hatten wir die Bemerkung geknüpft, daß zum Entsetzen des Ordnungsbreies der„antikollektivistische Bauernschädel" immer mehr zur Legende werde. Das paßt der „Magd. Ztg." nicht, welche schreibt:. Der„Vorwärts" wird niemand einreden wollen, daß die„Bauernschädel" kollektivistischer ge- worden seien. Er mache nur den Versuch, den Bauern mit dem eigent- lichen sozialistischen Programm, vor allem mit der Beseitigung des Eigenthums, zu kommen; dann wird er am eigenen Schädel vielleicht ersahrcn, wie es mit dem Kollektivismus der Bauern bestellt sei."— Den nicht mißznverstehenden Wink, die Bauern möchten uns am„eigenen Schädel" erfahren lassen, wie es mit ihrem Kollektivismus bestellt sei, schenken wir dem Organ für „Bildung und Besitz", er ist seiner würdig. Und wenn unsere Gegner die Fortschritte, die wir zwar langsam, aber sicher auf dem Lande machen, nicht sehen wollen oder ableugnen— uns kann's recht sein. « T « Von der Leipziger ViirgerrechtS-Veelveigerung. Der Kampf unserer Leipziger Parteigenossen gegen den StäatSrath wird sich jedenfalls noch in den sächsischen Landtag verpflanzen. Die„Leipziger Zeitung" muß schon jetzt zugestehen, daß die iiZer- Weigerung des Bürgerrechts durch den Rath der Stadt Leipzig gesetzlich nicht begründet ist. Denn dieses Zu- geständniß ist- aus dem nachstehenden Satz eines Artikels, auf den näher einzugehen wir uns vorbehalten, zu entnehmen� derselbe lautet: Davor— nämlich vor einer sozialdemokratischen Parteiherrschaft — unsere Städte zu behüten, ist die Verpflichtung eines jede» Stadtraths und es darf nicht überraschen, wenn in besonders gefährdeten Städten zur Erreichung dieses Zweckes der Stadrath zu einer vielleicht nicht ganz einwandsfreien Auslegung der Be- stimmungen der Städteordnung seine Zuflucht nimmt. Wenn das Vorgehen des Stadtraths nur einigermaßen ge- setzlichen Untergrund hätte, so meint treffend der„Wähler", würde das königliche Blatt nicht den leisesten Zweifel an der Auslegung der Bestimmungen der Städteordnung äußern, im Gegentheil, die Vertheidigung des Stadtraths würde sie in der von uns gekenn- zeichneten Weise fortsetzen. Auch ist ja das Blatt nicht„überrascht" davon, daß der Stadtrath zu seinem gesetzwidrigen Vorgehen „seine Zuflucht nimmt", aber weil alle Welt den offenbaren Gesetzesverstoß sieht, wagt das königliche Blatt seine acsetzes- verächterischen Aufforderungen zum Verstoße gegen das Gesetz nicht mehr in der von uns anfangs dieser Woche geschilderten Weise fortzusetzen. Es war auch ein Schauspiel für Götter, ein königliches Blatt so gegen die Institutionen des konstitutionell- monarchischen Staates wüthen zu sehen. Wenn so an den gesetz- lichen Grundlagen des Staates gerüttelt wird von den„Stützen des Staats", dann wird er wohl liquidiren müssen. In der Ein- ficht nun, daß das stadtrüthliche Vorgehen bei strenger Beachtung des Gesetzes durch die Oberbehörde nicht sanktionirt werden kann, schreibt das königliche Blatt weiter: „Sollte aber die Entschließung des Stadtraths nicht aufrecht erhalten werden können, so würde unseres Erachtens die Roth- wendigkeit dargethan sein, wie im Jahre 1886 die Stimmberechtigung in den Landgemeinden eingeschränkt worden ist, durch eine Novelle zur revidirten Städte-Ordnung die Be- stimmungen über den Erwerb des Bürgerrechts in der Weise abzuändern, daß allen gefährlichen Elementen, welchen nicht sowohl das Gemeindewohl, als vielmehr nur die Förderung ihrer auf die Vernichtung der bestehenden Gesellschaftsordnung gerich- teten Bestrebungen am Herzen liegt, die Möglichkeit genommen werde, das Bürgerrecht und daniit die Stimmberechtigung bei den städtischen Wahlen zu erlangen." Kann das Gesetz nicht gebeugt werden, um Sozialdemokraten aus städtischen Vertretungen fern zu halten, muß es verschlechtert werden, sagt also das Blatt in anderen Worten und bestätigt mit der Forderung der Verschlechterung des Gesetzes ebenfalls. daß die Bürgerrechts-Verweigerung des Stadtraths nicht ausrecht erhalten werden kann. Jndeß die Zuversicht auf den sächsischen Landtag hat eine arge Erschütterung bei den Kartellbrüdern er- litte», wie wir in einem Artikel des näheren nachweisen werden — und es ist sehr fraglich, ob iin nächsten Landtag die an Horn- vieh besitzreiche konservative Majorität noch bestehen wird. Ge- uug, die Verthcidiger des stadträthlichen Entrechtungsverfahrens weichen vor der Entrüstung der dem Gesetz vertrauenden Bürger und Einwohner zurück. Traurig genug, daß sogar ein königliches Blatt gegen das Gesetz hetzte. • �• Polizeiliches. Gerichtliche?:c. -» Aus_ Anlaß des Arbeiter- Sommerfestes, welches demnächst in München stattfindet, verbietet die Polizei- direktion, wie man der„Franks. Ztg." von dort meldet, daß auf öffentlichen Wege», Straßen und Plätzen die Leute fich gruppen- weise nach Art eines öffentlichen Aufzuges bewegen, daß Fahnen, brennende Lichter oder andere auf größere Eni- scrnung wahrnehmbare Zeichen oder Abbildungen getragen, aus- gestellt, aufgehängt oder sonstwie sichtbar gemacht werden. Ferner wird es verboten, durch Musik, Singen, Schreien oder dergleichen Lärm zu machen. Daß das Sozialistengesetz ein„Schandgesetz" gewesen sei, wollte einem überwachenden Beamten in Dresden gar nicht einleuchten. In einer Schuhmacherversammlung entzog er einem Redner, der dem Gesetz diese Bezeichnung beilegte, das Wort und drohte schließlich mit Auflösung. — Wegen„Aufreizung zum Klassenhaß" soll, wie die„Hall. Ztg." mittheilt, der Anarchist Bender aus Stuttgart, welcher kürzlich in einer öffentlichen Anarchistenversammlung in Halle gesprochen hat, verfolgt werden. Soziale Uebevlichkt Annehmbare Arbeitslöhne. Der Direktor des Etablisse- ments„Industrie" in Hamm bezieht, der„Niederrheinischen Volkstribüne" zufolge ISOOO T h a l e r Jahresgehalt, während den Arbeitern kürzlich eine allgemeine Lohnreduktion angekündigt wurde, die bei manchen bis zu 25 pCt. beträgt.„Das Werl könne sonst nicht konkurriren", so lautete die Begründung dieser Maß- regel,- 85 000 Arbeiter brotlos I In Nelson, in Varrowford und in Colne(England) haben eine Anzahl Kattunfabriken, welche im ganzen IS 000 Stühle besitzen, ihren Betrieb bis Montag über acht Tage eingestellt. Nächfle Woche werden ihnen weitere 40 000 nachfolgen. Seit Jahren hat die Industrie in Nordost-Lancashire nicht so darniedergelegen. Getoevstfickkakklilhes. Den Mitgliedern des deutschen Metallarbeiter-Ver- bandeS(Filiale Schöneberg) zur Nachricht, daß die am Mittwoch, den 22. d. M., Abends 8Vs Uhr, anberaumte Versammlung bei Keßner, in der Genosse Wagner über„Volksbildung und Klassenbewußtsein" referiren wird, pünktlich zur angegebenen Zeit eröffnet wird. Wir niachen hieraus besonders aufmerksam, weil gegenwärtig hier von den Behörden die Versammlungen nach Eintritt der sogenannten Polizeistunde aufgelöst werden. Daß hierbei auch der Gastwirth, der seinen Saal zu Versamm- llnngen hergiebt, geschadet wird, ist klar. Deshalb mögen unsere Kollegen recht pünktlich und zahlreich auf dem Posten sein. Ein amüsanter Zank um die Seelen der Bergleute ent- spinnt sich gegenwärtig in Rh e i n l a n d- W e st fa l en. Am 26. d. M. soll bekanntlich ein„nationaler Bergarbeitcr-Kongreß" stattfinden, um zur Gründung eines„christlichen Bergarbeiter- Verbandes" zu schreiten. Die evangelischen und katholischen Kampfhähne fallen nun bereits jetzt über einander her und machen sich gegenseitig ihre Schäfchen streitig. Die Grubenherren wollen aber natürlich von beiden nichts wissen, ihnen ist schon, wie der„Reichsbote" schreibt, das„maß- volle Eintreten" des Pfarrers Weber für die Interessen der Bergleute zuwider und das Unternehiner-Organ die„Rhein. Westfälische Zeitung"„überschüttet obigen Herrn mit den gröbsten Beleidigungen". Der„Reichsbote" bedauert dies und meint, das Nichtzustandekommen des christlichen Bundes würde nur der Sozialdemokratie zu gute kommen. Das kann stimmen, und wenn der Bund zu stände kommt? Uns auch recht, denn wenn die frommen Knappen mit ihren„maßvollen Forderungen" abgeblitzt sein werden, kommen sie ohnedies zu uns. Ueber den samosen Kongreß, wo der heilige Bund gegen die Umsturzpartei zusammen geschmiedet werden soll, werden wir seiner Zeit be- richten. Zum OelSiiitzev* Teppichweber- Streik der Firma Schenk, Schmidt und B e u t t l e r wird uns von dort be- richtet, daß in dem Stande desselben noch keinerlei Acnderung eingetreten sei. Die Fabrikanten beharren auf einer Lohnreduktion von 10—12 pCt., während die Arbeiter den vollen Lohn ver- langen und dies damit begründen, daß in den zwei größeren Teppichfabriken der alte Lohn gezahlt wird. Der Durchschnitts- Wochenlohn eines erwachsenen Arbeiters beträgt bei dem bis- herigen Lohn 14 M. Bis jetzt hat noch keiner der Streikenden die Arbeit wieder aufgenommen. Die Haltung der Streikenden ist gut, nur ist Unterstützung dringend nothwendig. Briefe und Gelder sind zu senden anHeinr. Merforth, Nordstr. 199?., O e l s n i tz i. V.— Alle Arbeiterblälter werden um Abdruck gebeten. Sämmtliche Weber und Weberinnen der Seiden- weberei von Delius Söhne in Bielefeld haben ihre Kündigung eingereicht, weil die Unternehmer eine„Lohnreguli- rung" angekündigt hatten. Diese famose„Regulirnng der Löhne" läuft darauf hinaus, daß die jetzigen Hungerlöhne, welche die Arbeiter der Millionäre Delius Söhne jetzt beziehen, noch um etwa 2 Mark wöchentlich beschnitten werden sollen. Die Arbeiter beschlossen, am 23. d. M. die Arbeit niederzulegen, falls die Fabrikanten die Maßregel bis dahin nicht wieder rückgängig gemacht haben. Sie theilten das in einem Schreiben der Direk- tion mit. Als Antwort darauf setzte diese die tägliche Arbeits- zeit um ein Viertel herab. Ter Streik der Schleifer der Firma Bever u. Klophaus in Schwelm dauert fort. Ein fremder Schleisergeselle war am Mittwoch bei der Firma in Arbeit getreten, legte aber schon am Nachmittag um ö Uhr die Arbeit nieder, als er erfuhr, daß die Arbeiter streikten, und er fuhr am Abend in seine Heimath zurück, nachdem er die Streikenden noch ermahnt hatte, einig zu sein und nicht nachzulassen, da der Streik völlig gerechtfertigt sei. Wenn alle fremden Schleifergesellen ebenso sich verhalten, so ist der Sieg der Streikenden sicher. Man wolle vor allem den Zuzug fernhalten. IS Maurer, die an der Stadtbahn in Wien beschäftigt sind, haben die Arbeit niedergelegt, da ihnen die Aufbesserung des Lohnes von 1 Gulden 70 Kreuzer auf 2 Gulden 30 Kreuzer verweigert wurde. Ein Ausstand der Pferdebahnschaffner steht in Pest iu Aussicht, wie von dort berichtet wird. Für den St. Stefanstag, an dem zehntausende von Fremde» in der Hauptstadt weilen, wird, falls die Direktion die Forderungen(kürzere Arbeitszeit, Pcnsionsansprüche, Lohnerhöhung) nicht bewilligt, ein Ausstand der Pferdebahnschaffner beabsichtigt. Die Folge eines solchen Ausstaudes wären naturgemäß große Verkehrsschwicrigkeiten. DaS Hamburger GewerkschaftSkartcll beschloß in seiner letzten Sitzung, den bisherigen Zahlungsmodus der Gewerkschaften an das Kartell dahin abzuändern, daß in Zukunft pro Mitglied und Jahr 5 Pf. an dasselbe abgeführt werden sollen. Pekleidnngöittdnstric-Kongrest in Erfurt. Ter Kongreß wurde am Montag, den 20. August, Vormittags 9 Uhr vou dem Reichstags-Zlbgeordnelen Genossen Paul Reißhaus-Ersurt eröffnet. In einer kurzen Ansprache betont Redner, daß die Arbeiten des Kongresses zum Wohle der Arbeiter ausfallen mögen und schließt mit einem Hoch auf die internationale Solidarität der Arbeiter- klaffe. In das Bureau wurden gewählt: Reißhaus-Ersurt und Bock-Gotha als Vorsitzende, Dangulier- München und Liepelt-Breslau als Rednerlistenführer, Noag- Breslau, Simon-Offenbach, Hinze-Stendal und Enders-Chemnitz als Schriftführer. Anwesend sind 84 Telcgirte, darunter 46 Schuhmacher(2 Vertreter der lokalen Organisation) 35 Schneider(2 Vertreter der lokalen Organisation), 1 Textilarbeiter. Der Kllrschnerverband und der Uuterstützungsverein deutscher Hutmacher habe» je einen Delcgirten entsandt. Außerdem ist alsVertreter derGeneralkommission Gen. v. Elm-Hamburg anwesend. Nach einer längeren Debatte über die Gilligkeit verschiedener Mandate, darunter 5 nur für den Spezialkongreß der Schuhmacher lautend, erklärt der Kongreß sämmtliche Mandate für gültig. Damit sind die Formalitäten bis auf die Festsetzung der Geschäftsordnung erledigt und wird die Vormittagssitzung um 12 Uhr geschlossen. Die Verfolgungen der Gewerkschaften in Sachse». Wie der politischen, so versucht man in Sachsen auch der gewcrk- schaftlichen Bewegung den Garaus zu machen. Die Mittel sind die gleichen: Verfolgung und Maßregelungen der Führer. Ver- sammlungsverbole, Vereinsauflösungen u. s. w. Die Deduktion-- kuust der sächsischen Polizeibehörden kommt dabei zur schönsten Geltung; durch immer ueue Blüthen wird die Welt in Erstaunen gesetzt. Wir hatten kürzlich von der Auflösung der Zahlstellen des Textilarbeiter-Verbandes zu berichten, die seitens der Polizei in einer ganzen Reihe sächsischer Städte verfügt worden war. Gegenivärtig macht nun der Weber Paul Wagner aus Berlin im Austrage des Verbandes eine Agitationstour durch das König- reich Sachsen, um„Einzelmitglieder" für denselben zu werben. Dabei hat er zu wiederholten Malen die Schueidigkeit der sächsischen Behörden und deren Aufsichtsorgane kennen zu lernen Gelegenheit gehabt. An vielen Orten verlangte man von den Einberufern zu wissen, ob der angegebene Referent auch Textil- arbeiter sei, wo er in Berlin wohne, in welchem Stock des be- zeichneten Hauses seine Wohnung belegen sei. Nachdem die verlangten Angaben gemacht waren, zog man dann auf telegraphischem Wege über seine Person Erkundigungen in Berlin ein. Dieselben mögen wohl so günstig ini Polizeisinne ausgefallen sein, daß man es nicht allerorts für nothwendig hielt, im vorn- herein seine Versamnilungen zu verbieten, sondern sich darauf beschränkte, ihm ins Wort zu fallen, als er sich anschickte, die polizeiliche Auslegung des sächsischen Bereinsgesetzes zu kritisiren. So konnte er bisher in Sachsen ini Ganzen zehn Versammlungen abhalten, ohne daß auch nur eine einzige der polizeilichen Auflösung verfallen wäre. Dagegen sind ihm in der Amtshauptmannschaft Chemnitz vier und in dem G l a n ch a u e r Verwaltungsbezirk zwei Versammlungen verboten worden. Chemnitz stützte sich bei den Verboten auf die Bestimmungen des sächsischen Vereins- gesetzes, nach welchem Vereine Sachsens mit anderen Vereinen des Reiches nicht in Verbindung treten dürften. Deshalb sei der Textilarbeiter- Verband im Chemnitzer Verwaltungsbezirk aufgelöst worden. Da aber Wagner von dem Vorstande ge- nannten Verbandes ausgcsandt worden sei, um an den verschic- denen Orten Sachsens Gruppen für jenen Verband zu bilden, also zu ungesetzlichen Handlungen auffordern solle, müßte» die zu jenem Zwecke angemeldeten Versammlungen verboten werden. In Glauchau mochte man wohl nicht gleich auf den genialen Gedanken gekommen sein, denn man begründete dort das Verbot mit ungenügender Räumlichkeit des Vcrsammlungssaales. Da ein starker Andrang zu erwarten sei, dem das Lokal nicht ge- nüge, sei Gefahr für das Leben der Versammlungsbcfucher zu erwarten. weshalb die Versammlung verboten werden müsse. Man meldete hierauf eine Versammlung nach dem Lokale des Abgeordneten Stolle in Eesau an und hatte hierbei die Gcnngthuung, zu erfahren, daß man es mit dem ersten Ver- böte nicht ernst gemeint hatte, den» das Verbot dieser Versammlung wurde damit begründet, daß Wagner in M e e r a n c zum Bei- tritt in den Verband aui'geforderr habe, und mit Sicherheit zu erwarte» stehe, daß er derselben„ungesetzlichen" Handlung sich auch in G e s a u schuldig niachen würde. Wagner hätte sich also danach schon zehnmal gegen das Gesetz ver- gangen, ohne daß er bis jetzt dieserhalb zur Rechen- schuft gezogen worden wäre, weil er die Behörden in verschie- denen Versammlungen aufgefordert hat, ihn in An- klagezustaud zu versetzen. Tie sächsischen Behörden scheinen also selbst die Richtigkeit der von ihnen beliebten Gesetzesauslegung anzuzweifeln. Der Textilarbeiter-Vcrband ist doch ein geschlossenes Ganze im Sinne des Gesetzes; die in verschiedenen Orten Sachsens vorhanden gewesenen Zahlstellen oder Filialen des Verbandes sind nur mit einander selbst und mit dem Vorstande des Verbandes in Verbindung getreten, also Gruppen ein- und desselben Vereins haben nur mit einander in Verbindung ge- standen. Tie Auflösung jener Filialen oder Zahlstellen genannten Verbandes war also durch das Gesetz nicht geboten. Gleichwohl hat aber der Vorstand genannten Verbandes das Statut desselben der polizeilichen Auslegung angepaßt und be- stimmt, daß an Orten solcher Bundesstaaten, wo die Bildung von Mitgliedschaften für den Verband Schwierigkeiten bereitet werden, die Textilarbeiter und Arbeiterinnen nur als Einzel- Mitglieder beitreten können. Wagner soll also für den Ver- band keine Gruppen bilden, sondern nur zum Einzelbeitritt auf- fordern, ein Vorgehen, welches mit dem sächsischen Vcreinsgesetz nicht im Widerspruch steht. Soll aber ein solcher Widerspruch konstruirt werden, so muß konsequenter Weise jedes in Sachsen befindliche Einzelmitglied des Verbandes- wegen Theilnahme au einer gesetzlich nicht statthasten Verbindung unter Anklage gestellt werden. Ob auch das in Sachsen möglich gemacht werden wird? Die Zeit wird es lehren. Dezrofthett. lWolff'S Telegraphen-Bnrean.) Wien, 20. August. Nach Meldungen der Blätter aus Fiilme dauert der Brand der Magazine in dem Freihafen- Gebiete, durch eine Bora neu angefacht, fort. Das Magazin Nummer 7, in welchem sich noch Spiritus befindet, steht in Flammen. Lemberg, 19. August. Der Kongreß der polnischen Handel-?- gewerbetreibenden ist heute eröffnet worden. Auch ans Posen und Westpreußen waren Mitglieder erschienen. Zu Präsidenten wurden der Neichstags-Abgeordnete Kubicki-Posen und Große« Krakau gewählt. Sofia, 20. August. In ganz Bulgarien fanden die Wahlen der Departementsräthe ohne Zwischenfall statt; nur in Silistria und Trn kam es zu vorübergehenden geringen Muhestörungen. Die bis jetzt bekannten Wahlresultate sind regierungsfreundlich; die Listen des Klubs der Nationalpartei drangen überall durch. Der Wahlsieg wurde in vielen Gegenden von der Bevölkerung gefeiert. Bukarest, 19. August. Das„Amtsblatt" veröffentlicht eine ininisterielle Verordnung, durch welche wegen des Austretens der Cholera in Bessarabien geeignete Schuhmaßregeln an der Grenze getroffen werden. Bei Ungheni soll ein sanitärer Revisionsdienst für Reisende eingerichtet und die Desinfizirung benützter Effekten vorgenommen werden. Christiania, 20. August. Nach dem Ausfall der Wahl« männerwahlen im Amte Tromsoe wird bei den Storthingwahlen die Linke diesen Kreis behalten. Amsterdam, 19. August. Aus Haarlem werden eine Cholera-Erkraukung und ein Todesfall, aus anderen Städten fünf Erkrankungen gemeldet. Madrid, 20. August. Die Meldung, die Regierung beab- sichtige die Einführung der Zollzahlungen in Gold, wird für unbegründet erklärt. Gutem Vernehmen nach hat die Regierung beschlossen, zum Schutze der spanischen Interessen Kriegsschiffe nach Mazaga»(in Marokko) zu entsenden. Madrid, 19. August. Die Handelskonvention zwischen Spanien und Argentinien soll zwei Jahre dauern. Spanien wird keinen Zoll erheben für Fleischkonserven. Argentinien gewährt für Wein bis 13 Grad dieselben Vergünstigungen, die bisher für Wein bis 14 Grad galten. Madrid, 19. August. Die Nachrichten aus Melilla lauten widersprechend. Von Seiten der Kabylen wird behauptet, daß unter den dortigen Stämmen große Erregung herrsche. Muley- Araaf versichert, er bürge für die Ordnung und die Re- spektirung des spanischen Gebiets. Die Spanier treffen Vorsichts- maßregeln. Lissabon, 19. August. Den Morgenblättern zufolge ist es zwischen den Behörden des Kongostaates und portugiesische» Ein- geborenen, welche durch' Zwangsmaßregeln zum Militärdienst herangezogen werden sollten, zu einem itonflikl gekommen. Die Eingeborene» griffen den Posten in Loba an, tödteten zwei Sol- baten und nahmen drei gefangen. Petersburg, 19. August. Die Miltbcilung des„Standard", daß Rußland Truppen nach Korea schicke und auch in der koreanischen Frage ein Spezial-Abkommen mit Frankreich getroffen habe, ifl unrichtig. Die russische Regierung fährt nun fort, im Verein mit den anderen europäischen Mächten für baldige Wie- derherstellung des Friedens zu wirken. Als Beweis dafür, daß man in Rußland keine Verschärfung der koreanischen Frage er- wartet, wird der Umstand angesehen, daß der Direktor des asia- tischen Departements, Graf Kapnist, dieser Tage einen mehr« wöchentlichen Urlaub antritt. Petersburg, 19. August, Der Kontreadmiral Raswozow ist von einem Unterbeamten Peninsky, der aus dem Dienst ent» lassen worden war, ermordert worden. Das Verbrechen ist nicht auf politische Motive zurückzuführen. Petersburg, 19. August. Ter auswärtige Handel Rußlands in den ersten 5 Monaten dieses Jahres bclies sich km Export auf 251 162 000 Rubel gegen 133 359 000 Rubel im gleichen Zeitraum des Vorjahres, im Import auf 173 837 000 Rub. gegen 140 395 000 Rubel im Vorjahre. London, 20. August. Infolge einer vom Staatssekretär der Auswärtigen Angelegenheiten Lord Kiinberley am 9. August erlassenen Verordnung wurde i» Newcastle ein angeblich für China bestimmter, in Elswick gebauter Torpedo-Kreuzer beschlag- nahmt. Washington, 13. August. Im Senate erklärte Sherman, daß sich im Tarisgesetz fünfzig bis hundert schwere Versehen be- fänden. Wenn das auf Zollsreiheit des zu gewerblichen Zwecken benutzten Alkohols bezügliche Versehen nicht richtig gestellt würde. so würde der Regierung eine jährliche Einnahme von 20 bis 30 Millionen Dollars entgehen. Der Senat nahm sodann eine Resolution an, wonach er die Annahme weiterer Gesetze über strittige Fragen in der gegenwärtigen Session für unmöglich und für angebracht hält, sich sobald als möglich zu vertagen. Rio de Janeiro, 19. August. Der Fnianzminister ist von seinem Posten zurückgetreten, Naseimento hat interimistisch das Finanzporteseuille übernommen. Durch eine nubeabsichligte Pulvercxplosion wurden hier 25 Personen gelödtet. Oran, 19. August. Die Polizei verhaftete den 23 jährigen Anarchisten Srischp, welcher sich hier seit dein 2. Juli aufhielt. Srischy wird vor das Zuchtpolizeigericht gestellt werden wegen Zuwiderhandelns gegen den Ausweisungsbefehl. (Depeschen-Burean Herold.) Paris, 20. August. Ter offiziöse„Temps" bespricht in einem langen Artikel die koreanische Frage und sagt U. A.:„Es wäre ein Fehler, de» wir bitler bereuen müßten, wenn wir zugeben würden, daß das Gleichgewicht der Einflüsse der westlichen Mächte in den chinesischen und japanischen Gewässern gestört werde und zu gunsten einer Nation, welche uns manchmal als Feindin, jedenfalls immer als Rivalin gegenübersteht. Wir wer- den diesen Fehler nicht begehen." Lissabon, 20. August. Blältermeldungen zufolge ist in Afrika ein Konflikt zwischen den Behörden des Kongostaates und den eingeborenen Portugiesen ausgebrochen, der daraus zurückzuführen ist, daß die Portugiesen von den kongobesischen Be- Hörden in den Militärdienst eingestellt worden sind. London, 20. August. Wie verlautet, wird Sir Harcourt auf Bitten seiner Freunde fem Eutlassungsgesuch vorläufig nicht einreichen. London, 20. August. Die„Morning Post" meldet, daß gegen die Abseudung von italienischen Geheimpolizisten nach London zur Ueberwachung der dort weilenden italienischen Anarchisten ernstliche Hindernisse bestehen. London, 20. August.„Standard" berichtet aus New-Dork. die überaus mangelhafte und schlechte Abfassung der Tarifgesetz« mache eine neue Berathung der Bill in der nächsten Senatstagung durchaus nothwendig. London, 20. August. Wie die„Times" aus Shanghai melden, sind die chinesischen Truppen bei Asan geschlagen worden. Für die nächsten Tage sind entscheidende Schlachten in Aussicht. Ncwtzork, 20. August. Heber 100 000 Neger sind im Be- griff, aus den Vereinigten Staaten nach Liberia zurückzukehren. nachdem sie zu der Ueberzeugung gelaugt sind, daß sie in den Vereinigten Staaten niemals dieselben Rechte wie die Weißen erlangen können. Liverpool, 20. August. Wie Nachrichten aus Bonin(Afrika) besagen, sind mehrere Kriegsschiffe und Truppen nach dem dortigen englischen Schutzgebiete abgegangen, um einen daselbst herrschenden Ausruhr zu ersticken. Verantwortlicher Redakteur: Suao Bövsch in Berlin. Druck und Verlag von Max. Bading in Berlin SW., Beuthstraß« 2. Hierzu eiue Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 193. Dienstag, den 21. August 1894. Arbeiter! Varteigenossen! 11. Jahrg. Der brutale Willkürakt des Brauereirings. Harrt noch der Sühne. Den Hunderten unschuldig aufs Pflaster geworfenen Arbeitern ist noch keine Genugthuung ges worden. Arbeiter und Parteigenossen! Ohne Eure opferwillige Unterstützung würden die Gemaßregelten der bittersten Noth verfallen und gezwungen sein, um Gnade zu betteln. Die Hochherzigkeit der Berliner Arbeiterschaft hat diese Schmach verhindert. Der erste Sturmlauf des Prozenthums scheiterte an Eurem Solidaritätsgefühl. Nicht eine Bresche vermochte der Bierring in Eure Reihen zu legen. Einig, geschlossen, tampfesmuthig und opferwillig seid Ihr fest entschlossen, den entbrannten Kampf zum siegreichen Ende zu führen. Arbeiter, Parteigenossen! Euer Wollen garantirt Euer Können! Ihr könnt, wenn Ihr wollt. Den zweiten Sturmlauf auf Euere Phalanx mußten die dem Bierring Lehensdienste leistenden Saalbesitzer unternehmen. Die Agitation sollte unterbunden, das Mundtodtmachungssystem praktizirt werden. Auf der Mine, die sie gegraben, sind die Saalbesitzer aufgeflogen. Ihr Wehgeschrei tönnte Mitleid erwecken. Arbeiter, Parteigenossen! Selbst der Himmel, auf den der Bierring seine letzte Hoffnung setzte, ist mit uns im Bunde. Die Saison kann dem Ring nicht mehr über die Verlegenheiten hinweghelfen, die mit jedem Tag des weiteren Kampfes sich thurmhoch häufen. Ausharren bedeutet für uns fiegen. Unsere Position ist uneinnehmbar. Der Stand des Boykotts ist ein vorzüglicher. Wir können zuwarten, ohne entbehren zu müssen. Arbeiter, Genossen! Je konsequenter der Boykott durchgeführt wird, desto nachhaltiger seine Wirkung, desto entscheidender der Sieg. Duldet keine Ausflüchte, keine Ausreden. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Soweit unser Einfluß reicht, muß das Ringbier verpönt werden. Nicht ein Tropfen darf getrunken werden." Arbeiter, Genossen! Die Bierzufuhr ist eine geregelte. Sie wird mit jedem Tag der Fortdauer des Boykotts eine bessere. Alle Ansprüche können befriedigt werden. Darum widersteht jeder Versuchung, Ringbier zu trinken. Die schwerste Arbeit ist gethan. Die Periode der Organisirung des Kampfes war die aufreibendste. Jezt wird uns der Rampf leicht, weil wir das Terrain zum guten Theil beherrschen. Der Sieg muß unser werden, wenn wie bisher mit gleicher Schärfe und Ausdauer der Parole gefolgt wird: Hoch der Boykott sämmtlicher Ringbrauereien! Trinkt keinen Tropfen Ringbier! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, lottenburg. Friedrich Reichenkron, Die Boykottkommiffion. oder gar nicht beschuppten, also der gewöhnlichen Waffen und ihres Aufenthaltsortes ihre Farbe anzupassen verstehen. Schutzmittel entbehrenden Meergrundeln, die dem Untergrunde verflüchtigt hat; es fängt schon an zu knistern, wer weiß, wie deutung sind, darunter die kleinen, schwachzähnigen, unvollständig bald die Pauke ein Loch bekommt! Char- Brauervereins- wie wir das erfahren haben, ist unfere Sache Aus den Aeußerungen mehrerer einflußreicher Mitglieder des -geht unzweifelhaft die Abneigung gegen die Saalinhaber hervor, die nur deshalb dem Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend sich an den Hals geworfen hätten, und um Gelder bettelten, weil sie im Sommer so wie so keine Geschäfte machen könnten. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl King u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Exportbrauerei Rathenow, Niederlage bei May Denn hardt, N.W., Hannoversche Straße 18a. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Phönig- Brauerei, E. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Nenter, Swinemünderstr. 45. Berg- Brauerei, Brandenburg. Vertreter: H. Wolff, N., Dragonerstr. 31. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: May Fleischer, Reichenbergerstr. 155. Bürgerliches Brauhaus, Hamburg- Gilbeck, Kellerei Auf unser Mitleid haben die Saalprozen nicht zu rechnen, wenn sie sich in Kürze in der Situation des Mannes befinden, der sich zwischen zwei Stühle setzte, oder wenn ihnen das antike Bild lieber sein sollte: fest gebannt auf dem Schifflein, das unaufhaltsam der Scylla und Charybdis entgegen treibt! " vier Sonntagsruhe für die Perleberger Polizei! Vor vierzehn Tagen wurden in Perleberg eine Anzahl Agitations in geschlossenen Räumen Druckschriften unentgeltlich zu vertheilen, schriften in Ausübung des dem Staatsbürger zustehenden Rechts, verbreitet. Das eifrige Lesen dieser Schristen entging dem wach= samen Auge der Polizei nicht. Die Folge war, daß Berliner Genossen verhaftet wurden. Derartige Verhaftungen können im Regierungsbezirk Potsdam nicht mehr überraschen. Aber die Verhafteten mußten etwa 20 Stunden warten, bis sie endlich vernommen und dann natürlich sofort entlassen Die Matinee, welche am Sonntag Nachmittag im wurden. Warum wurden die Verhafteten nicht sofort ver Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frant- arbeiter stattfand, war derartig stark besucht, daß hunderte und berger Polizeiverwalter am Sonntage Bernehmungen nicht vor. National Theater" zum Besten der ausgesperrten Brauerci- nommen? Weil es gerade Sonntag war und weil der Perlefurt a. D. aberhunderte, ohne Platz zu finden, vor dem Theater wieder um- nehmen wollte. Ein Gesetz, das Sonntagsruhe tu diesem Sinn tehren mußten. Wie wir hören, soll infolgedessen am nächsten für Polizeibeamte vorschreibt, existirt nicht: das Geset Sonntag die Aufführung des Schauspiels Gin Fest auf der fagt im Gegentheil, daß jeder von der Polizei ver. Bastille wiederholt werden. Auch der Ueberschuß dieser Auf- haftete sofort dem Richter zugeführt werden muß. Bald führung ist zum Besten der ausgesperrten Brauerei- Arbeiter be- hat es den Anschein, als ob die Polizeibehörde in ftimmt. Perleberg an die Regierungsverordnung vom 26. Mai 1838 ge dacht hat, die in der That vorschreibt, an Sonn- und Festtagen dürfen von den öffentlichen Behörden und Beamten in der Regel teine Verhandlungen und Geschäfte betrieben werden". Sollte dem so sein, so ist es allerdings geradezu unerfindlich, weshalb dann das mindestens überflüssige Geschäft" der Verhaftung vors genommen wurde. Gegen absolute Sonntagsruhe der Polizei. wäre ja wenig einzuwenden. Ob der Minister der Justiz oder die Presse gegangenen Artikel eines Fachmannes als ziemlich I ich en Bestimmungen in Erinnerung zu bringen gewillt ist, bie Zur Fenersicherheit Berlins, die in einem fürzlich durch der des Junern für den Regierungsbezirk Potsdam die geseh= zweifelhaft bezeichnet wurde, enthält der Bericht des Magistrats zum Schutz der persönlichen Freiheit der Staatsbürger so. über die Verwaltung der Feuerwehr im Jahre 1893( einschließlich fortige Vernehmung und Vorführung vor dem Richter ver 1. Quartal 1894) die interessante Bemerkung, daß von Neuem langen? Oder läßt das Studium geheimer Erlasse im Antrag auf endliche Ausführung der schon seit 1885 als noth Regierungsbezirk Potsdam keine Zeit zum Studium der wendig anerkannten Zugwache in der Nähe der Urbanstraße Gesetze über?- Die Verhafteten mußten in einer kleinen, Die Polizeistunde oder Scylla und Charybdis. Wie gestellt worden, wie auch die Verhandlungen wegen Erungenügend gelüfteten Zelle auf dem Erdboden kampiren. Ihren groß die Enttäuschung war, welche der Berliner Polizeipräsident bauung einer Feuerwache an der Fischerbrücke von Neuem Strohsack theilten durch sein tühles ich will nicht" den Verbandsgastwirthen zu wurden jedem 2 Liter Wasser, ein paar gefügt hat, ersieht man aus der neuesten Nummer ihres Organs, 1885 als nothwendig als nothwendig anerkannt worden ist ist und noch Stullen, eine Flasche Kaffee und trocken Brot während des das sich wiederum mit dieser Materie beschäftigt. Auf die ,, hohen im Jahre 1893 einen erneuten Antrag auf endliche Aus Bellenaufenthalts verabreicht. Für diese Gastfreundlichkeit mußte Behörden", welchen dort die bekannten Gründe für Verlängerung führung nöthig macht, man würde es nicht glauben, wenn ichließlich gar noch jeder 50 Pfennige zahlen. Auf grund der Polizeistunde vorgesetzt werden, dürfte das Gestöhne kaum man es nicht schwarz auf weiß sähe! Sehr merkwürdig nimmt welchen Gesetzes? Liegt Deutschland in Si imponirend wirken. Die hohe" Polizei will und kann nicht sich in dem erwähnten Bericht auch das Geständniß aus, daß die birien, Herr Minister? anders handeln, wie sie gethan; ihr ist ja außer der Sorge für Tafeln über den Briefkästen, die die nächste Feuermeldestelle und Niederlage, SW., Verlängerte Trebbinerstr. 7. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage G. Spiekermann, Weberstr. 66. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, Mühlenstraße 49a. will. รุ่น " Tokales: Achtung, 6. Wahlkreis! Die Parteigenossen, welche mit der Bierkontrolle beauftragt sind, haben Beschwerden und Mittheilungen über Streichungen von Wirthen hinfort dem Restaurateur Tauschel, Grenzstr. 4, zu melden. Zuschriften an die Redaktion resp. Boykottkommission bleiben fortan unberücksichtigt. J. A. Warfchowski, Vertrauensmann. in Fluß gebracht sind". Eine Bache, die schon die schon seit Maus. Insgesamt mit einigen lebendigen und einer todten darüber den regelrechten Betrieb des Schankgewerbes doch auch die Kon angeben, bei Verlegung der Stelle bisher immer erst Wochen Von dem amerikanischen Musterausbeuter Pullman trolle der„ öffentlichen Sittlichkeit" übertragen und die wird nach nach der Verlegung" haben geändert werden können. Die Tafeln weiß das Berliner Tageblatt" folgende musterhafte Geschichte Ansicht gewiffer Leute unzweifelhaft Schaden erleiden, wenn der konnten nämlich angeblich nicht in kürzerer Frist durch nene ersetzt zu erzählen:" Der amerikanische Waggonfabrikant Pullman, in Völlerei" durch längeres Offenhalten der Schantstätten Vor- werden. Durch diese Langsamkeit wird die Sicherheit der dessen Etablissement in jüngster Zeit ein für die amerikanischen schub geleistet wird. Die Situation ist schlimm! Auf der einen Ermittelung der nächsten Feuermeldestelle nur sehr un- Berkehrsverhältnisse so folgenschwerer Streit zum Ausbruch geSeite die durch den Boykott aufs Tiefste verstimmten vollkommen ermöglicht, und dieser Umstand dürfte kommen war, befindet sich gegenwärtig mit seiner Gattin und Gastwirthe, auf der anderen Seite die Staatsraison, die da im schwerlich geeignet fein, die Feuersicherheit Berlins Tochter, der künftigen Prinzessin Isenburg Birstein, Interesse der sittlichen und sonstigen Güter der Nation" ver- zu erhöhen. Uebrigens schweben Versuche" mit einem in Paris und wird, wie uns ein Privat- Telegramm von dort langt, daß der gesittete Bürger um 10 Üühr in die Federn kriecht. Berfahren, das eine schnellere und dabei billigere Aenderung der meldet, demnächst nach Deutschland kommen. Herr PullWir leben im Zeichen des Verkehrs, ganz recht! Aber find denn Tafelu ermöglicht. Die für die Uebermittelung der Feuer man strebt nämlich darnach, daß seine Tochter noch vor unsere anderen Einrichtungen vielleicht allesammt auf den Ver- meldungen bisher geführten Tabellen sollen in Zukunft leider in ihrer Vermählung mit dem Prinzen Isenburg den Adelsfitel tehr zugeschnitten? Was geht den Bureaukratismus überhaupt den Berichten fortfallen. Sie fehlen schon in diesem neuesten in einem deutschen Klein staate erhalte, weil das so ein neumodisches Wort wie Weltstadtverkehr an? Non Bericht. Die Tabellen der Vorjahre ergaben, daß die Berliner nothwendig ist, wenn die aus der Ehe hervorgehenden possumus! heißt die Parole, mag sonst frachen, was frachen Feuerwehr thatsächlich nicht immer so schnell zur Stelle ist, als in der als ebenbürtige Isenburgs angesehen werden es im Interesse der Sicherheit der Stadt gewünscht werden muß. sollen. " Dürfte hierin nicht auch ein Grund zu suchen sein, daß die Im Jahre 1892 betrug die Zeit zwischen Abgang der FeuerWieviel will denn der amerikanische Obergauner und Zahl der Unzufriedenen steigt?" so frägt das Gastwirthsorgan meldung von der Brandstelle und Eintreffen der ersten selb- Massenlohndrücker daran riskiren, damit seine Tochter eine naiv und führt dann gleich darauf zwei- Saalbesizer an, natür- ständigen Abtheilung der Feuerwehr auf derselben bei ebenbürtige Isenburg" werde? Will Pullman den Adelstitel im lich aus der Gruppe der Verweigerer", die allem Anscheine 695( von im ganzen 1570) Alarmirungen 10 Minuten Submissionswege, im Ramsch, oder unter der Hand mit Hilfe nach schauderhaft erbost sind, daß ihre Gesuche um Erlaubniß und darüber, und bei 28 Allarmirungen sogar 20 Minuten und eines ehrlichen Matlers erwerben? Wer will machen ein GeTanz lustbarkeiten ablehnend beantwortet find bis zu 25 Minuten. Das kann nicht nur aus einer schäftche? Bor uns liegen zwei ablehnende Bescheide auf Langsamkeit in der Meldung des Feuers erklärt werden; Auch eine Selbsthilfe". In einem großen Berliner Gesuche von Saalbesizern, die um Ertheilung der generellen denn auch die Zeit zwischen der Alarmirung und dem Ein- Modewaarengeschäft, so berichtet der„ Geschäftsfreund", und Tanzerlaubniß eingekommen sind. Daß die Saalbesiber treffen der ersten Abtheilung ging im Jahre 1892 bis zu bürgerliche Blätter drucken es ihm ungenirt nach, bemerkte ein durch Verweigerung ihrer Lofalitäten au fo3i 18 Minuten hinauf. Die schlimmsten Fälle späten Eintreffens Abtheilungschef, wie eine Dame heimlich mehrere Gegenstände alistischen Versammlungen schwer geschädigt mögen vielleicht durch Zufälle, wie Glatteis, Unfall auf der von größerem Werth an sich nahm. Deshalb in unauffälliger find, unterliegt teinem Zweifel. Konnten hier nicht Fahrt u. s. w. herbeigeführt sein. Aber die Mehrzahl der Fälle Form angehalten und zur Rede gestellt, erwiderte die offenbar die hohen Behörden um so eher helfend eingreifend, al3 in nächster wird man sich wahrscheinlich aus der geringen Zahl der Feuer- an„ Kleptomanie" Leidende im Tone vollster Entrüftung:„ Aber Beit zwei Tanzlokalitäten eingehen?" So lautet die Stelle wachen zu erklären haben. Ist für die Feuerwehr vielleicht auch ich bitte, mein Herr! Ihr Personal hat ja so viel zu thun, daß wörtlich, die wir der Kritik unserer Leser hiermit unterbreiten. fein Geld übrig? man geradezu gezwungen ist, sich selbst zu bedienen!" Da der Zunächst einige Worte zum letzten Say. Wenn die von den Die Unfall Versicherungs Abtheilung des Reichs Ver- Name der Dame weitere Schritte ausschloß, fo großmächtigen Herren Gastwirthen geschmeichelten hohen Behörden sich durch das Erlöschen zweier Konzessionen zu Neuertheilungen ſicherungsamis ist in das neue Dienstgebäude desselben, Königin wurde die Angelegenheit in aller Stille bei geneigt zeigen follten, so dürfte im nächsten Frühjahre ein ganzer Auguftaftr. 25/27, woselbst sich das Rechnungsbureau bereits feit gelegt. Natürlich. Stielt eine arme Frau für ihre halbverhungerten Echub vor sich gehen; es ist uns bekannt, daß viele Saalbesiger etwa Jahresfrist befindet, verlegt worden. In den nächsten verzweifelte Anstrengungen machen, ihre verpönten Lokale los- Tagen wird auch die Abtheilung für Invaliditäts- und Alters- Kinder ein Stück Brot oder den Stoff zu einem Hemde, so wird der zuschlagen; glückt das nicht, nun, dann hat sie der Pleitegeier versicherung dahin übersiedeln, so daß alsdann sämmtliche Ab- Name der gemeinen Diebin in allen Blättern breitgezerrt und während des Winters sicher gefressen. Bestätigt wird diese unfere theilungen des Reichs- Versicherungsamts in dem Hause Königin man weiß dann nicht genug zu heucheln über die sittliche Ver Diebinnen aber, deren Name Ansicht in zuvorkommender Weise durch das oben im gesperrten Augustastraße 25/27( zwischen Regenten- und Matthäikirchstraße) derbtheit des niederen Volkes. Die von einigen Blättern gebrachte weitere Schritte ausschließt", tommen nicht ins Zuchthaus, sondern Druck hervorgehobene Eingeständniß der schweren" Echädigung, vereinigt sein werden. welche die Saalbesitzer durch ihr brutal- dummes Vorgehen gegen Nachricht, so schreibt die„ N. A. 3tg.", der wir diese Notiz ent- deren Gaunerei wird in aller Stille" von dem betroffenen Ges nehmen, ferner, das Reichs- Versicherungsamt werde auch im Be- schäftsmann beigelegt. Das ist so Brauch in der heutigen Welt ihre besten Kunden unzweifelhaft" selbst verschuldet haben. Steht hiernach ziemlich fest, daß die arbeiterfeindlichen Saal- size des Hauses Wilhelmsplatz 2 bleiben, ist irrig. Dieses Haus der Ordnung, die die Sozialdemokraten bekanntlich entsittlichen beherrscher aus den oben stizzirten Ursachen auf die Bundes wird vom Reichs- Schazamt und Reichs- Marine- Amt übernommen wollen. Die postalischen Verhältnisse des benachbarten Rigdorf, genossenschaft der Polizei in diesem Falle nicht besonders zu werden. rechnen haben die persönliche Ansicht des Polizei- Das Berliner Aquarium hat mehrere neue und an welche noch viel zu wünschen übrig lassen, werden demnächst präsidenten ist doch wohl jedenfalls von untergeordneter Beziehende Sumpfvögel erworben. Die vaterländische Fauna insofern eine dankenswerthe Verbesserung erfahren, als die Postdeutung so freuen wir uns, natürlich unter dem Siegel der lieferte zwei Arten, je ein Sumpfhühnchen und eine Zwerg- behörde jetzt beschlossen hat, auf dem Grundstück Prinz Handjern tiefsten Verschwiegenheit, den Herren noch mittheilen zu können, Rohrdrommel. Die Adria und die deutschen Meere haben einige straße 29 ein zweites Poftamt zu errichten, womit ein langdaß sich die heiße Liebe im Lager der Brauereien auch schnell Fischarten gesandt, die für die Seefischerei mittelbar von Be- gehegter Wunsch der Rixdorfer Einwohnerschaft erfüllt wird. = " 3u Gunsten der Arbeiter Bildungsschule findet am Mittwoch Abend in Sanssouci, Rottbuserstt. 4a, eine Volks. versammlung statt, in welcher Dr. Lur über die Revolution in der Technik" sprechen wird. Wir machen auf diese Versammlung ganz besonders aufmerksam. die Gerichts- Beitung. Die Lokalkommission von Charlottenburg giebt bekannt, in der Nacht zum Sonnabend in ihrer Schlafstelle ohne irgend der Borderfront, die so oft die Weherufe über durch baß die nachstehend verzeichneten Gastwirthe boykottirte 3 welchen Beistand einem Kinde das Leben geschenkt und war in- gefallene Stücke mitleidslos an sich abprallen ließen, und es erhob Bier führen und daher von der Arbeiterschaft nicht besucht folge dessen sofort nach der Entbindung von ihrer Wirthin, Frau sich ein Bau von fühnen Dimensionen, auf dem die Hypotheken werden: Ww. Bauz, Lüßowstr. 1a. Dörg, Wallstr. 11. Ende- M., mitsammt dem fleinen Weltbürger auf die Straße gefeht so sicher ruhen, wie die braven Unterthanen im Schute des mann, Bayreutherstr. 18. Wnuck, Kalkreuthstr. 18. Schulze, worden. Nun stand fie rathlos vor dem Hause Steinmez Gendarmen von Läppersdorf. 3war unfertig ist noch das Ganze und Augsburgerstr. 5. Kleemann, Eisenacherstr. 8.- Gastwirthe, straße 17, das Neugeborene in einem Stück Pad von wenig zart duftendem Kalfgeruch, aber doch heimelt das welche bontottfreies Bier führen und in die Liste auf papier eingewickelt in der Hand haltend. Hier traf fie auch der Publikum schon die Statue an, die der glückliche Hofrath in spe genommen sein wollen, können sich melden bei H. Wernicke, Nachtwächter Schüß, dem sie auf Befragen angab, ihren im als Zeichen der Dankbarkeit Charley's Tante, der echten, hat der Direktor; im Krummeftr. 19. R. Niemann, Lutherstr. 50. P. Wolter, selben Hause wohnenden Bräutigam zu erwarten. Der Beamte errichten lassen. Auch pietätvoll ist Magazinstr. 15. öffnete nun das Packet und fand in demselben die Leiche des Foyer hängen, sauber eingerahmt, die Zettel von Gotha wie neugeborenen Kindes vor. In diesem Augenblick fiel die G. in von Potsdam: unscheinbare Erinnerungszeichen der höchsten Folge des Blutverlustes ohnmächtig zur Erde, weshalb Schüß Ohren, die einem modernen Theaterdirektor zu theil werden So war es denn gar nicht anders denkbar, daß die schleunige Ueberführung derselben nach einem Krankenhause tönnen. veranlaßte. Die polizeiliche Untersuchung des eigenartigen Falles Charley's Tante bei der Wiedereröffnung des Theaters am ift eingeleitet. Sonnabend fam und von neuem siegte. Vierzehn Tage, heißt Ein sehr seltener Fund von Bronce- Armringen ist vom Bum Bauschwindel. 5080 556 Mark betragen die Ver- es, soll sie nur noch vorhalten, es sei denn, daß der Direktor Märkischen Provinzialmuseum erworben worden. Der Fund ist lufte der Bauhandwerker Berlins nach den bis jetzt eingelaufenen bei etwaigem Unglück an der neuen Liebe reumüthig wieder zur alten zurückkehren müßte. auf einer Ziegelei bei Schermeißel, Kreis Oft- Sternberg, gemacht Anmeldungen bei dem Vorfüßenden des Bundes für Bodenbesitz- alten zurückkehren müßte. worden. Dort stieß man nur 20 Zentimeter unter der Erd- Reform, Herrn Heinrich Freese. Und zwar ist dies, wie unser oberfläche beim Graben auf Steine, zwischen denen die Reste einer Berichterstatter schreibt, das Ergebniß von 218 Anmeldungen, Da aber etwa zerdrückten Urne und sechs schwere, eigenthümlich verzierte bron vom 22. Juni bis 18. August d. J. eine Armringe lagen. Die Gefäßrefte gleichen, wie die Boff. 8000 Bauhandwerker und Lieferanten in Berlin existiren, Zu dem Majestätsbeleidigungs- Prozek, über den wir die so im Verluste Bauhandwerk gang ge gestern berichteten, ist nachzutragen, daß der Denunziant nicht 3d schreibt, denen der oftgermanischen Grabgefäße, die off. 8000 mittlere und jüngere Bronceperiode, etwa 800 bis 400 vor Chr., waltige sein; zweifellos haben viele Handwerker, um ihren Kredit Buffelbarth heißt, sondern Höfelbarth. Er ist ferner nicht geschätzt werden. Dieser Zeit gehören auch die sechs Bronce nicht zu schädigen, die Anmeldung ihrer Verluste unterlassen. Schreiber, sondern Fabritarbeiter und wohnt Marienburgerstr. 11. Armringe an; fie wiegen zusammen 1420 Gramm, jeder von zu einer Statistik über die Verluste, welche die Arbeiter auf Wenn Eener denkt, er macht mit so'ne Kinkerlinken ihnen also nahezu ein halbes Pfund. Die Ringe sind offen, so Schwindelbauten erlitten haben, ist es bis jetzt noch nicht ge bei mir Furage, denn is er schief jewickelt!" Dieses selbstdaß die beiden Enden 1-2 3entimeter von einander abstehen. tominen. Eine solche würde ein noch viel ungeheuerlicheres Der lichte Durchmesser beträgt 9-10 Bentimeter, sie passen dem Material liefern, das nicht allein die notorischen Schwindler, bewußte Bekenntniß legte der Posamentier Lange vor dem nach für den Oberarm, wie auch für den Schenkel. Die äußere fondern, wie die vielen Gewerbegerichts- Verhandlungen zeigen, Schöffengerichte ab, vor welchem er sich wegen vorfäßlicher Präs.: Sie Wölbung der Ringe erscheint tief gezähnt, so daß sie wie eine auch manchen zunftbraven Handwerker arg kompromittirte. Und Sachbeschädigung zu verantworten hatte. strahlenförmige Berzierung wirkt. Die einzelnen Zähne beginnen der Arbeiter hat im Gegensatz zu der Mehrzahl der geschädigten scheinen einen stürmischen Charakter zu haben, sonst würde Sie ein so gewöhnliches Bierbank- Geschwät nicht in solche Eran den Rändern flach und laufen nach der Höhe der Wölbung Handwerksmeister und Lieferanten, nie etwas zuzusehen. regung bringen. Angefl: Herr Präsident, ick stippe scharf zu. In Abständen von 9, 10, 18 und 14 einfachen Zähnen Ein Ueberfall hat am Sonntag Vormittag gegen 91/2 Uhr sonst teene Fensterladen in'n Kaffee, aber wenn mir jemand stehen immer zwei Zähne, die mit Kerblinien verziert sind; solche in der Weberstraße auf die 22jährige Verkäuferin Marie Kur- vor'n Dummtopp estimieren will, denn adje Speck.- Präs Kerblinien haben auch immer die beiden Endzähne. Alle Ringe fowski, die in dem Nr. 39/40 belegenen Buttergeschäft von Röller ident: Erzählen Sie uns mal furz den Vorgang im sind mit schönem bläulich- grünem Edelrost bedeckt. seit einigen Tagen beschäftigt war, stattgefunden. Die Kurkowski Schulz'schen Schantlokale, um den es sich hier handelt. Ein Raub der Flammen ward durch bisher noch unauf- war früher in einem anderen Zweiggeschäft derselben Firma 2 nget I.:- Also, wir saßen alle um den runden Disch, über geklärte Weise in der vergangenen Nacht die vis- à- vis dem Hauptthätig. Eine unverehelichte 3. aus demselben Hause verließ das den det jroße Messer hängt un dischkurirten dadrieber, ob det eingange zum Landes- Ausstellungspart, an dem Abhange nach Haus, um Einkäufe zu machen und bemerkte in der Hausthür Boykott- Bier zum Besprizen der Straßen jebraucht werden kann dem Hamburger Güterbahnhof belegene Obst- und Blumenballe. einen heruntergekommen aussehenden jungen Menschen. Da dieser oder ob et ohne weiteres uff de Rieselfelder jebracht werden Durch Passanten, welche das Feuer bemerkten, wurde die Feuer- bei ihrer Rückkehr noch dort stand und ihr auffiel, stellte sie sich müßte. Da riskirt der windige Seifenschmierer, den se immer wehr mittels eines öffentlichen Feuermelders herbeigerufen, welche gleichfalls in den Eingang, worauf der Unbekannte in den perr Doftor" nennen, und der immer denkt, er hat alleene' t das Feuer löschte, bevor es dem dort belegenen benachbarten Hausflur zurücktrat. Gleich darauf hörte die 3. einen Auf- Bulver erfunden, ooch' ne Lippe un sagt so mit' nen Holzplatze gefährlich werden konnte. schrei und sah, wie der junge Mensch mit den Worten: richtigen madigen Tonfall:„ Wenn de Arbeeter noch lange det " Go jetzt habe ich es Dir ordentlich besorgt," an ihr Selterwasser schlampampen, denn müssen se entschieden seekrank Der Geschäftsfinn des Küfters. Eine öffentliche War- vorbei eiligst entfloh. Auf den Stufen, die vom Hausflur nach werden oder et muß ihnen de Brunnentresse im Leibe nung vor gewissen Geschäftskniffen des Küsters in einer hiesigen dem hinteren Eingang des Röller'schen Geschäfte führen, lag wachsen.- Präs.: Na, und darauf haben Sie ihm wahrscheinlich Kirchengemeinde liest man im Schaufenster des Sargfabrikanten die R. mit zwei bedeutenden Kopfverlegungen. Sie hatte um fofort geantwortet? Angetl.: Verstehtfiger Weise. Je jagte F. Bredlow in der Alexandrinenstr. 38. Die Warnung lautet: 10 Uhr nach Verschließung des Bordereinganges das Geschäft ihm blos: Sie Jammerlappen, wat verstehn Sie von eenen Vielfachen Klagen des bei mir kaufenden Publikums zufolge nach dem Flur zu verlassen, um in ihre gleichfalls in dem Hause richtigen Boykott un von de Seekrankheit? Oho, meent er, er versucht der Küster dieser Gemeinde das bei ihm Sterbefälle liegende Wohnung zu gehen, und war auf den Stufen von were eijentlich een jeborener Admiral, denn er habe lange Zeit anmeldende Bublikum zur Entnahme von Särgen in einem be- einem Menschen, den sie wegen des Zwielichtes nicht erkennen eenen Schreiber von de Marine rasiert, denn eßt er ooch zweemal stimmten Sargmagazin zu veranlassen. Auch nimmt er Aufträge fonnte, überfallen und wahrscheinlich mit einem Hammer auf den in de Woche marinierten Hering und eenmal hätt er ooch schon auf Leichenfuhrwesen an. Ich mache darauf aufmerksam, daß Kopf geschlagen worden. Wenn nun auch zweifellos ein Rache-' n marineblauen Hut jedragen. Ja, sage ic, un bei det Jeschäft das pp. Publikum bedeutend billiger wegkommt, wenn es unbeein- Aft vorliegt, so behauptet die K. doch, sie fönne niemand be is Ihnen denn woll ooch en Torstahn über't fleene Jehirn jeflußt den Bedarf deckt." Küster, die ihr Geschäftchen zu machen zeichnen, ber gegen fie Groll empfinden könnte. Es erscheint fahren, die Unfallversicherung hat Ihnen aber niſcht verjietet, verstehen, soll es auch in anderen Berliner Gemeinden geben; auf daher nicht ausgeschlossen, daß der Ueberfall der Vorgängerin weil se meente, det ja edle Körpertheile nich verletzt sein dhäten. einen dieser frommen Herren soll vor kurzem eine konsistoriale der K. gegolten hat. Die Löcher im Kopfe sind nicht gefährlich, Präs.: Lieber Lange, wenn Sie so weiter fortfahren, werden Müge herabgehagelt sein. und die Verletzte ist bei Besinnung. Die R. beschreibt den wir hier am Ende auch noch seekrant. Also haben Sie die Ge Thäter als einen 20- bis 22 jährigen, fleinen, schlanken Mann wogenheit, die geistreichen Zwiegespräche etwas abzufürzen mit blaffem Gesicht und kleinem dunkelblondem Schnurrbart. An get L.: Also, is jut; der Bartkrager plintert mit de Dogen Seine Kleidung bestand aus einem schmutzigen, abgetragenen, und meent:" Jungeken, bedenke doch deine Kinder! Wenn ick grauen Jacketanzug und grauem Schlapphut. Lungenhachee aus dir mache, denn sind se vorzeitig Waisen! Nanu, sage ict, Sie Kiefindewelt! Sie haben ja noch ne Glaze unter de Neese! Sie wollen... Präs. Liebster Lange, machen Sie es gnädig mit uns und lassen Sie alles Ueberflüssige hier fort! Anget I.: Also, is jut. Wir kommen uff besagten Hammel Für Fahrwerk und Reiter gesperrt ist bis auf weiteres von wegen de Seekrankheit nochmal zurück, und da meent der Kofferdiebe und Polizei auf dem Anhalter Bahnhofe. der öfiliche Theil der Schönhauser Allee, von der Buchholzer- Pomadenfrize so recht frienend: Die Landratten friejen ja Schon wieder wird ein Kofferdiebstahl vom Anhalter Bahnhofstraße bis zur Verbindungsbahn. Gleichfalls ist die Fußgänger- natierlich immer denn de Seekrankheit, wenn ſe immerzu int gemeldet. Der Vorfall erregt diesmal um so größere Ber: Brücke im Humboldhain behnfs Ausführung von Erdarbeiten Wasser tieken." Un denn meent er, ich soll et doch blos mal wunderung, als er sich fast unter den Augen der sehr auf zur Verlegung der Berlin- Stettiner Eisenbahn vom 22. d. M. ab probiren und nur en Kübel mit Wasser voll machen und de ganze Nacht darin rinkieken, denn wer ick sehen, det icf merksamen Kriminal- Polizei und gewissermaßen in Gegenwart gesperrt. eene Seefrankheit habe, aus die man zwee machen könnte. des Geschädigten abgespielt hat. Ein Reifender hatte in dem Polizeibericht. Am 18. d. M. Morgens erschoß sich ein Präs.: Angeklagter, ich fordere Sie jetzt ganz ernstlich auf... Wartefaal zweiter Klasse Platz genommen, Roffer nebst Schirm Mann in seiner Wohnung in der Köpnickerstraße. In der ngetl.: Also is jut. Jd behalte bei seine Uzerei meine janze bei sich niedergelegt. Ein Kriminalbeamter hielt sich just in dem Kazbachstraße wurde Mittags ein Mädchen durch eine Kutsche vornehme Ruhe un sage blos: Jungeken, wie Sie noch in den Theile des Bahnhofsgebäudes auf, wo der Warteraum liegt. überfahren. G3 erlitt eine bedeutende Rippen- Quetschung. Windein lagen, bin ich schon uff't Waffer jefahren, ick fenne den Es Kaum hatte er am Sonnabend Nachmittag 51/2 Uhr den Saal Nachmittags gerieth ein Knabe in der Gollnowstraße unter Müggelsee un alle andern froßen Jewässer aus'n ff un id möchte dritter Klaffe betreten, als ihm die Nachricht von dem neuen die Räder eines Arbeitswagens und erlitt außer einer ihm am liebsten eens in de Planken jeben, wenn er mit det Diebstahl gebracht wurde. Während der Geschädigte an den Quetschung der Hand einen Bruch des Oberarmes. Kujoniren nicht uffhören dhäte. Bei ihm erinnerte blos der Kopp Schanktisch der Bahnhofswirthschaft herangetreten war, hatten Am 19. d. M. Vormittags wurde die in dem Röller'schen an eene nahe Verbindung mit Wasser Präs.: Na, kurz und Langfinger das Gepäck im Nu unbemerkt verschwinden lassen. Das Buttergeschäft, Weberstr. 39/40, beschäftigte Verkäuferin beim gut, Sie haben sich gegenseitig stark geschraubt.- Anget l.: Ja fast unheimlich schnelle und dabei unauffällige Arbeiten der Spitz- Verlassen des Ladens von einem bisher noch nicht ermittelten woll. Also is jut. Mein Urian meent, det wäre immer noch buben läßt sich nur so erklären, daß die Kriminalbeamten, die Manne durch einen Schlag mit einem stumpfen Gegenstande am beffer, als wenn eenen sein Kopp nie Wasser zu sehen kriegte den Bahnsteig und die Wartesäle überwachen, den Dieben per- Kopfe so schwer verlegt, daß ihre Ueberführung nach dem und ich schiene ihm een Anhänger von der Wort„ Wasche mit sönlich bekannt sind und selbst in ihren Bewegungen genau be- Krankenhause erforderlich wurde. In der Nähe der Frucht- Lust!" zu sein. Da solle ick blos zu ihm fommen, er beschäftige obachtet werden. Wendet die Polizei nun auf furze Zeit den straße fiel Mittags ein Knabe aus einem Boot in die Spree fich jetzt ville mit Seife und habe' ne jroße Erfindung jemacht: Rücken, so wird jede Gelegenheit zur Ausführung von Diebstählen und ertrant. Abends wurde ein Mann in seiner Wohnung, Früne Kleider müsse man immer nur mit jrüner Seife und in der dreistesten Weise ausgenutt. in der Koppenstraße, erhängt vorgefunden. Am 19. und ichwarze mit schwarzer Seife waschen, sonst nußt et nischt. Nu war meine Jeduld zu Ende. Präs.: Und da haben Sie Mit abgeschoffenen Fingern ist am Sonntag Mittag der 20. d. M. fanden sieben Brände statt. dann zu Ihrem Vergnügen den Tisch mit sämmtlichen Gläsern umgeworfen? Angel.: Nee. Erst sagte ick blos: T. V.! und wie er denn so recht hämisch singt:" Behiet dir Jott, et war so scheen in Gnesen, behiet dir Jott, wie wird's in Dalldorf sein?" da kam mir die Wuth. Präs.: Was war denn da so aufregend? Angeti.: Weil Gnesen mein Vaterland mal war, mußte ich mir doch det anziehen. Idk will mir den Jungen fassen, tomme aber ins Glitschern und falle unPräs.: Sehen glücklicherweise an den Disch mit de Fläser. Sie, Lange, das kommt davon, wenn erwachsene Leute solche Kindereien treiben. AugetI.: Wir waren durch das boykotte freie Selterwasser alle' n bisten in de Rage. Da durch die Beweisaufnahme es wahrscheinlich gemacht wurde, daß das Ums fallen des Tisches mehr auf unglücklichen Zufall als auf böser Absicht des Angeklagten beruhte, so wurde Herr Lange schließlich freigesprochen. Unsere weiblichen Gigerl find den männlichen jetzt bebentend über". Das Neueste auf dem Gebiete des Spleens find Damenjaquets nach dem Muster von Soldatenröcken. Die Damen der Demimonde und sonstige Evastöchter, bei denen es im Oberstübchen nicht richtig" ist, werden wohl bald zunt Gaudium der lieben Straßenjugend darin umherstolziren. Momentan erregen diese„ Uniformen für Amazonen" in den Schaufästen einiger Konfektionsgeschäfte bei den Vorübergehenden un- der Stoff herkommen? geheure Heiterfeit oder Kopfschütteln. 37 Jahre alte Arbeiter Julius Ortmann in die Charitee gebracht worden. Der Verunglückte, der in Kremmen in der Neuen Kiehstr. 118 wohnt, wollte seiner Familie ein leckeres Sonntagsmahl verschaffen und hatte sich mit einer alten Flinte nach einem Das alte Märchen von den geheizten Wagen, die zum Winter auf der Pferdebahn eingeführt werden sollen, spukt wieder einmal in einigen Blättern herum. Es ist Gurkenzeit, wo foll Witterungsübersicht vom 20. August 1894. Gewässer auf die Jagd nach Hechten begeben. Die Waffe war Stationen. mit Schrot geladen. Während Ortmann nach der Beute ausschaute, hatte er die Mündung der Flinte in die linke Hand hineingelegt. Durch einen unglücklichen Zufall, den er sich selbst nicht genau zu erklären weiß, ging der Schuß los und zerriß Swinemünde ihm die linke Hand. Mit Rücksicht auf die Schwere der Ver Hamburg Legung wurde die sofortige Ueberführung des Verwundeten nach Berlin. Berlin ärztlich angeordnet. Barometer stand in min, d. Meeressp. 10 Windrichtung SSW 758 756 759 SW Wiesbaden. 760 764 SM 763 G 764 WNW 754 762 NW SM Mit einem Schustermesser hat sich der 20jährige Schuh- München macher Theophil Branici am Sonnabend Nachmittag schwer ver- Wien legt. Er wollte in dem Hause Auguststr. 50a Sohlen beschneiden, Haparanda die bereits aufgenagelt waren. Dabei glitt das haarscharfe Messer Petersburg aus und drang ihm tief in die linke Brustseite hinein. Branicki Cork. mußte nach einem Krankenhause gebracht werden. Am Hochzeitstage feines Vaters erhängt hat sich am Sonnabend Vormittag der 16jährige Max K., der Sohn eines in der Lothringerstraße wohnenden Kaufmanns. Vor Jahresfrist war die Frau des Letteren gestorben. K. verlobte sich vor Aberdeen Paris Windstärke ( 1) BB 12272 Wetter Temperatur ESSE( nach Celsius woltig Regen bedeckt 14 12 13 bedeckt 14 bedeckt 12 16 woltig wolkig halb bedeckt bedeckt 13 13 14 50.40 9.) Wetter- Prognose für Dienstag, den 21. August 1894. Bunächst noch fühles, vorwiegend trübes, regnerisches Wetter, mit mäßigen bis frischen nordwestlichen Winden; nachher auf Berliner Wetterbureau. Theater. " " Berichtigung nennt sich ein Schreiben eines Herrn Hugo Jaffé an die Redaktion des Vorwärts", welches sich mit dem in der Nummer 189 der Zeitung veröffentlichten Bericht über die Verhandlung der Lohnentschädigungsklage des Rutschers M. gegen die Firma Jaffé und Sohn befaßt und bei Strafe ge richtlichen 8wanges im Unterlassungsfalle lächerliche die betreffende Firma Jaffé und Sohn und nicht I. u. Kleinigkeiten berichtigt verlangt. So zum Beispiel daß " wenigen Monaten mit einer in der Memelerstraße wohnenden flärend und etwas wärmer. Co. heiße, Wittwe. Der Sohn sah der Wiederverheirathung des Vaters sowie der daß Namen eine Zeuge den mit großem Verdruß entgegen. E3 tam zu wiederholten Alfan und nicht Alban führe. Daß Herr Jaffé weiter unsere Streitigkeiten zwischen Beiden. Schließlich erklärte Mar R., Darstellung der vom Kläger M. und von den Zeugen aufdaß, falls der Vater die neue Heirath eingehe, er sich das gestellten Behauptungen bezw. gemachten Aussagen berichtigt", Leben nehmen müffe. Als das neuvermählte Paar Mittags aus dem Standesamt in die Wohnung zurückkehrte, tam ihm die als ich über den Jordan ging, und jetzt Adolph- Ernst- Theater. Ich hatte nichts als diesen Stab, finden wir höchst komisch, da er ja gar nicht im Verhand lungs- Termin anwesend war. Wir wollen ihm aber den 13jährige Tochter des Kaufmanns weinend auf der Treppe ent: Neunundsiebzig!" sind unser Gefallen thun, seine Richtigstellung betreffe der ZeugenGar unscheinbar ließ sich Die vorige gegen mit der Nachricht, daß Max sich in seiner Stube vor aussagen ihm( nicht unseren Lesern) dahin zu berichtigen, Saison an und das bekannte Angstspiel mit Dent wenigen Minuten eingeschlossen habe und trant sein müsse, da daß er damit nicht eine Richtigstellung", sondern eine Ans unberlinischen Berliner Schien Possen wieder seinen er entfeßlich flöhne. Das Schlimmste ahnend, erbrach K. Die nervös machenden Gang gehen, zu wollen, als der rettende ertennung unserer Darstellung gegeben hat; denn Zimmerthür und fand den jungen Menschen an einem in die Engel in Gestalt Wand eingeschlagenen Nagel hängend anscheinend leblos vor. Engel in Geftalt von Charley's Tante über's Meer ge er behauptet, was in unserem Bericht steht. flogen tam. Wie mit einem Zauberschlage war der Berichtigung. Herr Karl Reimann, Hussitenstr. 14, Erst nach dreiviertelstündigen Bemühungen eines hinzugezogenen leeren Häuser ein Ende gemacht; ersucht uns, unter Bezugnahme auf den Bericht in der Nummer zurufen; Max wurde nach einem Krankenhause geschafft; doch hundertste Aufführung und so ging es fort bis an der Tage Entschädigungsprozesses R. und Genossen( Puzer) gegen ist es fraglich, ob es gelingen wird, den jugendlichen Selbstmord Ende, allwo der Spielverderber der alten Berliner Posse piep- Büttner und Wiechert, folgendes festzustellen. Er habe tandidaten am Leben zu erhalten. maßgeschmückt in Waldesgrün von Hofrathstiteln und Schiller- nicht, wie eine dem Gewerbegericht von der Orts Eine unglaubliche Herzlosigkeit hat eine Frau M. in preisen träumen durfte. Doch als die Sommerferien tamen, tranfenfajse der Maurer gemachte Mittheilung besage, eine ber Kopifiraße zu Rigdorf ihrer Aftermietherin, der unverehe zeigte die Goldtante sich erst in sich erst in ihrer wahren Güte Anzahl Buyer angemeldet, aber noch keine Beiträge entrichtet". lichten 19 jährigen Hedwig G., gegenüber bewiesen. Letztere hatte und Schaffenskraft. Es fielen die düstern Klagemauern Durch Quittung vom 23. Juli tönne er nachweisen, daß er an Arztes gelang es, den Bewußtlosen wieder ins Leben zurück- trostlosen Zeit der es fam die fünfzigste, Die hundertste, die zwei des Vorwärts" vom legten Sonntag über die Verhandlung des " 630 C Dersammlungen. Neimann. diesem Tage 76,02 M. an die Kaffe anführte, also mit dem nach Ifangverein Arton, Wittenberge, Thurmftr. 23, Sentralhalle. Wacht M. 300. Sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. unferem Bericht von Büttner empfangenen Gelde feinen Miß- auf I, Wörther- u. Rytestraßen- Ece. Freiheit III, Bernau, im Hor por brauch getrieben habe. Dem Wunsche des Herrn Neimann tom- sarmonie III, Nixdorf, Bergftr. 142 bei Schimtäſe. Schüzenhaus. A. 1. Das Gericht ist irrig. Frete Feldblume, Wienerstr. 31 bei Schröder. men wir hiermit nach. Gefang: u. Orchester- F. N. 100. Ist der Miethsvertrag von Ihnen oder mit 1922910 verein Stralauer Liedertafel( Musifabend), Rummelsburg, Saupt- Genehmigung ihrerseits von Ihrer Frau unterschrieben, so sind ftraße 81 bei Friefede.- Gesangverein Gangesluit, Putbuserstr. 30 bet Sie an seinen Inhalt gebunden. Das Gleiche ist der Fall, wenn Alpenglühen, Manteuffelstr. 9 bei Nowack. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend der Wirth Ihnen einen schriftlichen von ihm unterschriebenen Alle Buschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an B. Gent, Bertrag übersendet hat, der den mündlichen Abmachungen ent Adalbertstraße 95. Dienstag. Mufitverein Hoffnung, bei Deler spricht. J Verband der Barbiere und Friseure sprach am Eisenbahnstraße 6. Geselliger Musikdilettanten- Verein Münster 16. August das Mitglied Liere in einem beifällig auf Mitglieder. mann, bei Wilte, Hochstr. 32a. Uebungsstunde und Aufnahme neuer genommenen Vortrag über die Entstehung des Pfaffenthums. Anhaltiner, Tempelhofer Ufer. Theaterverein Freundschaft, Abends 9 Uhr beim Theater- Gesellschaft Liberte, Rottbuser Das Referat bot die Anregung zu einer recht lebhaften Dis- Damm 103 bet Meter. Theaterverein Freie Kunst, Blumenftr. 46 b. Went, tussion, an der sich die Mitglieder Starosson und Henzler 8 Uhr.- Rauchflub Gut gefinnte Freunde, Abends 9 übr, bei Müller, Georgenkirchstr. 65. Rauchflub Virginia tagt jeden Dienstag Abend betheiligten. Sodann nahm die Versammlung den Bericht der 9 Uhr bei Schnieber, Admiralstr. 21. Rauchklub Ambalema, Abends Herbergskommission entgegen, und wird der Kommission derühr bei Golz, Grünauerstr. 3. Rauchklub Ruhiga, Abends 9 Uhr bet Auftrag ertheilt, ein neues Reglement auszuarbeiten. Eine recht eingehende Kritik wurde an dem Innungskongreß geübt, auf dem wiederum die Herren Innungsmeister sich in ihrer ganzen Arbeiterfreundlichkeit zeigten. Zum Schluß wurden den Verbandskollegen die Kontrollkarten übergeben, die zur Legitimation für die Zugehörigkeit zur Organisation dienen sollen. Freie Vereinigung der Graveurs, Ciseleure etc. Dienstag, Abends 9 Uhr, Drantenstr. 61: Versammlung. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Robert Schmidt über Kampfmittel der Arbeiter. Billetausgabe zum Sommerfeft. Ganverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 21. Auguft, Abends 8 Uhr, bei Ehrenberg, Annenftr. 16: Bersammlung. Tagesordnung: ModelleurAbend. Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe. Dienstag, ben 21. August, Abends 8% Uhr, im Restaurant Stühler, Neue Grünstr. 38: Vorstands- Sigung. Deutscher Senefelder Bund. Mitgliedschaft Berlin. Heute Abend 8 Uhr im Restaurant Röllig, Neue Friedrichstr. 44: Mitglieder- Bersammlung 19 und Vorstandssigung. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8-10% Uhr. Nord= Echule, Müllerstraße 179a und Südo ft- Schule, Waldemarstr. 14: Boltsth. Medizin. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. stein. H. Sch. Es darf Lohnarrest nur wegen der für ein Quarto rückständigen Steuern gelegt werden. Den Abzug braucht sich nicht gefallen zu lassen. nellah- nims. 3. S. 42, Sch. 38. Ja. isle las? 0220100 Briefkaffen der Expedition. Krause, Gitschinerstr. 93. Kalmus, Gräfeftr. 74.- Rauchklub Sumatra, Abends 9 Uhr im Restaur. Für die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter gingen ferner Mufitver. Osiris, Mariannenstr. 32 bet Dober: ein: Staligerstr. 124a Werkstatt Bolz 1,-. Bei einer GeburtsBergnügungsverein Nord wacht, Abends 9 Uhr bei Hermerschmidt, Perlebergerstr. 28. tagsfeier von den Genossen des 594. Bez. 3,60. Von den State verein Gangestreue jeden Dienstag von 8-10% Uhr bei Broy, Annen- Herrenpartie d. Buchdruckerei v. G. Bernstein( amerit. Auktion) 10,05. Gelang-, Turn- und gesellige Bereine. Dienstag. Männer- Gesang- brüdern der Telegraphenbau- Anstalt F. Schuchard 2. Nate 2,50. straße 9. Musikverein Frisch auf", Reichenbergerstr. 24 bet Tauschte. Arbetter Bitherklub Freiheitsttange. Jeden Dienstag Abends von Tischlerei Ost. Springer, Neu- Weißenfee, 2. Rate 9,75. Anti8% bis 11 Uhr bei W. Richter, Bülowstr. 65 am Dennewig- Play. Syllabus bei St. Charlottenburg 1,40. Gesammelt von den Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von Rohrern der Firma Gerullis u. Comp., Charlottenburg( Mitgl. 8-10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Bankſtraße 9-10. Berliner Turngen offenfchaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden der Freien Vereinigung der Bauarbeiter Berlins) 5,40. Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenstr. 63 a. Turnverein lerei von Groß, Nostizstraße 9, 2,05. Bom Billard am Fichte( Mitglied des Deutschen Arbeiter- Turnerbundes) turnt heute: Geburtstag bei Grauer, Chorinerstr. 30, 3,-. Von den Malern 2. Männer- Abtheilung Staligerstr. 55-56, 1. Lehrlings- Abth. Friedenstr. 37. Turnverein Norden, jeben Dienstag Abends von 8 bis 10 Uhr in der der Malerbude Tews, Reinickendorferstraße, 3,70. Vereinig. d. Turnhalle, Brinzen- Allee 8. Nach dem Turnen geselliges Beiſammensein im deutschen Maler, Fil. Frankfurt a. M. 14,95. Von den Töpfern Restaurant Bum Thüringer, Prinzen- Allee 10.- Turnverein Froh und Frei, Briz( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes Deutschlands). Turnen D. Firma Hoffmann gef. d. P. N. 3,30. Von Mitgliedern des der Männerabtheilung jeden Dienstag von 8-10% Uhr bet Bethte( vormals Holzarbeiter- Verbandes, Zahlst. Spremberg, 5,95. Für ein Referat go!" 9 Uhr präz. bet Dambect, Wollinerstr. 62: Sigung und Fidelitas. einer Tischgesellschaft beim Lindensrik in Lambrecht 3,95. Engel), Chauffeeftr. 39. Theatervereine: Dilettanten- Bühne ,, Rhein- b. d. Malern Charlottenb. v. Gen. Wagner 3,95. Sammlung Theaterverein Freter Wille tagt jeden Dienstag Abend 8% Uhr, im Märtischen Hof, Admiralstr. 18c.- Rauchtlub Sorgenfret tagt bei Bartel, Pallisadenstr. 22, um 9 Uhr. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender: Ad. Neumann, Pafewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Er. Dienstag, Abends 9-11 Uhr: Briefkaften der Redaktion. Uebungsfiunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Steinete Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine 3a ( Böttcher), Neue Friedrichstr. 20 bei Steller. Senefelder, Rosenthalers firaße 57 bei Wernau. Gerechtigkeit Westen, Bülowstraße 59 bet = anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Tisch Ges. im Orientalischen Rauch- Klub 2,20. Von den Kellnern im Reichsgarten, Friedenstr. 4,50. Auf einer Hochzeit gesammelt durch Otto Schmitt 2,90. Bierprozente der chirurg. Instrumentenmacher 11.-. Von den Lederarbeiterinnen in Magdeburg 15, Wahlverein I. 30,-. Der faule Bauch soll nichi verprassen was fleißige Hände erworben durch Rietz 1, Zinkgießer bei Schuhmacher, Bücklerstraße, Auktion eines Werner. Olympia, Adalbertftr. 21 bet Roll. Gangesblüthen, Grünau. Uns ist von einer Zuschrift Ihrerseits nichts be Stohltopfes 3,61. Lederarbeiter Gr. Borstel 15, Verein der Krauth, 6 bet Rudolf. Sängergruß, Friedrichshagen, Friedrichstr. 58. fannt. Senden Sie dieselbe ein und sie wird gleich anderen Play Maler, Filiale 11, Berlin 30,-. Rauchklub„ Gemüthliche RauchEcho II, Echönhauser Allee 28 bei stelle. Schild born, Swinemünder- im Vorwärts" finden. straße 35 bei Hübner. Gesangverein der Metallarbeiter Often, wolfe" Moabit 5,-. Sperans 10,-. Tischlerei Karl Müller Strautstr. 38 bet B. Wiesegarth.. Fretheit II, Adlershof, Wöllstein's Luftu. Co., Blücherstr. 35 24,-. Von den Arbeitern und Arbeitegarten. Myrthenblätter, Belforterstr. 15 bet Echneider. Shn'scher rinnen der Sumor, Lichtenbergerftr. 16 bei Karl Bolzmann.Froh' Hoffnung, Betriebswerkstelle im Konfektionshaus„ SoliKulmftr. 36 bei Julius Raumann. Eintracht I, Nieder- Schönweide, darität" 6, Boykottbrecher wider Willen 2,50. Spandau Grünauerstraße bet Strecker. Männer- Gesangverein orbeertranz I C. N. durch D. G. 2,-. Ueberschuß von„ Die Bierprozen" ( 79), Waldemarstr. 75 Süd- Ost" bei Carl Ulrich. Gefangverein Einig: ( Verl. v. H. Baate) 139,47. Richter, Tilsiterstr. 8, 3,80. Bei teit III, Gr. Lichterfelde, Phönir- Brauerei bet Hoffmann.-Unverzagt II, Stromstr. 27 bei 2. Lange. Waldkapelle, Admiralstr. 38 bei Schöneiner Junggesellenfeier durch Amerit. Auktion, gesammelt herr. Sängerchor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. R. Bahr 9,15. A. B. 1,-. Ges. beim Vergnügen der HandschuhArbeiter- Gefangverein Arbeiter- Maibund, Nowawes bet Potsdam, macher und Weißgerber am 4. Aug., Brandenburg a. H. 12,82. Wallstr. 55 bei Gärtner. Freies Lied, Friedrichsberg, Friedrich- KarlStraße 11 bet Heinecke. Männerchor Nord- Ost, Tilsiterstr. 82 bei Hänicke. Ges. bei Voigt und Crämer, Alte Jakobstr. 20, 111. Rate, 10,-. HuMänner- Gesangverein Sänger Freiheit, Naunynftr. 86 bei Friz moristische Pfeifenbrüder auf der Herrenpartie bei Bergemann in Bubett. Gesangverein Rothe Melte II, Ruppiner- u. SchönholzerstraßenStolpe a. Nordb. Amerit. Aut. 8,50. Auf einer Hochzeit gesammelt b. ce. Alte Linde, Mariannenstr. 48 bei Gitttler. Arbeiter- Gesang- Einwohner. verein Vorwärts III, Rathenow, Restaurant Zur Erholung bei Friesecke. Findeisen 2,10. Ges. b. d. Beerdigung eines verst. Fließenlegers Gefangverein Silaria, Andreasstr. 18 bei Matschte. Alpenglode, G., Rottbus, 1. Sie sind berechtigt, die Ihnen gegen den durch Schubert 2,10. Gesammelt durch F. G. 1,20. Lustige Gr. Frankfurterstr. 133 bei Gold. Eichenkranz, Prenzlau, im Kaiser Wirth zustehende fällige Forderung von der Miethe abzuziehen. Brüder durch Wilte 36,15. Modell Tischlerei Ritterstraße 14, Einigtett II, Weinftr. 11 bei Feind. Weddinger Har 2. Zuständig für eine eventuelle Klage ist das Amtsgericht. monie, Müllerstr 7 bei Reichert. Borwärts VIII, Marmit i. d. Mart, 2,50. Durch Hohlfeldt 0,40. Arbeiter der Metallwaarenbet W. Mölte. Wach auf, Bantow, Wollantstr. 113 bei Lehmann. Wette. 1. Ja. 2. Nach zurückgelegtem 4. Lebensjahr. 8. fabrit Elifabeth- Ufer, außer einigen Indifferenten, 6. Rate Concordia, Simeonstr. 23 bei A. Flick. Freie Sänger III, Seeger- Ein Strafantrag wegen Ehebruchs fann nicht gestellt werden, 8,25. Westt. Vorort 1,-. Amerit. Auktion des Gesangv. Freimühle Jbet Eberswalde. Frohsinn I, Rummelsburg, Hauptstraße bei wenn wegen des Ehebruchs die Ehe getrennt ist. Die Strafe heitsklänge 11 in Beelitzhof 10,68. Friefecte, 6-8% Uhr. Arbetter- Gesangverein Einig, Andreasstr. 26 bet Wilte. Gefangverein Acacie( gem. Chor), Beughoffir. 8 bei Behlendorf. beträgt 1 Tag bis 6 Monate Gefängniß. Wilmersdorfer Liedertafel, Deutsch- Wilmersdorf, Bad. Ge Steinmetz 5. In 20 Jahren. garten. Für den Inhalt der Jujerate über nimmt die Nedaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 21. August. Leffing- Theater. Madame SansGene, Rendenz Theater. Jugend. Bellealliance- Theater. schütz. Alexanderplatz- Theater. R. F. In der Versammlung sollten doch genügend Kräfte vorhanden sein, die selber ein paar Beilen zur Berichterstattung auffeßen fönnten. Paul Schmidt. Nachdem Ihre Ansicht schon von anderer Seite wiedergegeben ist, haben wir von einer Veröffentlichung abgesehen. 100. Wir beabsichtigen die Sammlung gelegentlich besprechen zu lassen. Vorerst sind wir außer Stande, ein Urtheil abzugeben. 1. S. 90. Die Mildthätigkeit des Rapitalismus. F. G. 100. London mit den Vorstädten hat 5 633 000 Die Geburt eines gefunden Töchterchens zeigen hocherfreut an 615 R. Wenzel nebst Frau geb. Schrepffer. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse Der Zimmerer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Zimmerer Carl Giedeck Danksagung. Für die vielen Beweise der Theil nahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres guten Vaters sagen wir allen Freunden und Bekannten, insbesondere ſeinem Chef, werthen Meister und Kollegen unseren tiefgefühltesten Dank. Herrn R. Auerbach, sowie feinem 2430b Emma Müller geb. Hetzel nebst Kindern. Danksagung. Allen Verwandten und Bekannten Der Frei- am 18. d. Mts. verstorben ist. sage ich hiermit meinen besten Dant Die Beerdigung findet heute Nachfür die zahlreiche Betheiligung beim Vermittag 4 Uhr vom Trauerhause, Begräbniß meines lieben Mannes, Wollinerstr. 13, aus nach dem Kirch- insbesondere den Mitgliedern des Fecht: National Theater. Susanne im hofe der Zionsgemeinde in Weißensee flubs„ Nordost". statt. Um rege Betheiligung bittet 24176 Der Vorstand der Filiale II. botene Liebe. Bade. Theater Unter den Linden. Der Zigeunerbaron. Adolph Ernst- Theater. Charley's Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten Apollo Theater. Vorstellung. Vorstellung. Parodie- Theater. Spezialitäten dors Borstellung. Wittwe Straßburg. J. A.: Chr. Hilgenfeld, Bergstr. 60. 24246 Danksagung. Für die herzliche und rege BetheiFür die beim Heimgange meines ligung bei der Beerdigung unserer lieben Mannes bewiesene herzliche brei Söhne sagen wir allen Betheiligten, Theilnahme sage ich allen Verwandten, besonders dem Fabrikpersonal der Firma Freunden und Bekannten, insbesondere 2. Thorner, unseren herzlichsten Dank. den Kollegen der Broncewaarenfabrik Kürschner O. Drofihn nebst Frau. band der Metallarbeiter und dem Ge- Bekannten sagen unseren tiefgefühltesten von Hans u. Mottan, sowie dem VerAllen Verwandten, Freunden und sangverein, Liederlust" meinen innigsten Dank für die Theilnahme bei der Be2408b ftattung unseres inniggeliebten Gatten Frau Wittwe Marie Müller und Vaters. 42/9 nebst Kindern. Adolph Ernst- Theater ant Charley's Tante. Schwant in 8 Atten v. Brandon- Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Bosse in einem Aft von! Eduard und Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesezt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Castan's Panoptikum. Hawaiische Königs- Tänzerinnen. Der Araber Hassan Ali, der schwerste Mensch der Welt Passage- Panopticum. 51 wilde Weiber aus Dahomey. Das lesende Kind 4 alt 13 Jahr. Die Beleidigung gegen Dresler nimmt zurück 24120 28. Treff. = Summa 490,38 M. Bereits quittirt 7224,69 M., in Summa 7715,07 m. Freie Volksbühne. Spielplan für den Monat September. I. Serie. Lessing Theater. = 271/6 136. Vorstellung am Sonntag, den 2. September, I. Abtheilung( roth). 137. 138. 139. 9. 16. " " 23. " " " " 140. 30. JI. III. " ( grün). ( grau). IV. V. ( braun). ( blau). Beginn jeder Borstellung 22 Uhr. Beginn jeder Verloofung 1/2 Uhr. Zur Aufführung gelangt: Emilia Galotti. Trauerspiel in 5 Akten von Gotthold Ephraim Lessing. Mitwirkende: Teresina Geßner, Marie Reisenhofer, Gustav Kober, Paul Nollet, Heinrich Prechtler, Otto Sommerstorff, Carl Waldow. " Von heute ab werden in folgenden Zahlstellen neue Mitglieder aufgenommen und Mitglieder ohne Ausweis in andere Abtheilungen " mgeschrieben, soweit Mitgliedskarten vorhanden sind. Das EinSchreibegeld für neue Mitglieder beträgt 60 Pf., der monatliche Beitrag 60 Pf. Neue Mitglieder haben außer dem Einschreibegeld nur den Beitrag für September( Rubrik 1) zu leisten, auch wenn sie sich im August aufnehmen lassen. Bahlstellen. Norden: Ernst Beyer, Bigarren- Handlung, Veteranen. mann, Zigarren- Handlung, Ackerstr. 153; Emil Diecke, Restaurateur, Lothringerstraße 13; H. Mehnert, Bigarren Handlung, Diedenhofenerstr. 3; M. Winkelstraße 67; A. Hinze, Bigarren- Handlung, Pantstr. 14a; Hermann Vogel, BigarrenHandlung, Demminerstr. 62. Nordosten: Franz Niemeyer, Bigarren- Handlung, Weberstraße 19; H. Mamlock( fr. Gumpel), Zigarren- Handlung, BarnimFrau Ww. Therese Pieper straße 42. Osten: Max Kothe, Bigarren- Handlung, Koppenstr. 90; E. Böhl, geb. Mühle. Ernst Pieper. Restaurateur, Frankfurter Allee 74; F. Wilcke, Destaurateur, Andreasstr. 26. Treptow b. Berlin, 18. August 1894. Südosten: E. Arndt, Zigarren- Handlung, Skaligerstraße 107; C. Böhlert, Die gegen Fräulein Marie Lohs, traße 39a; H. Wolter, Bigarren- Handlung, Pücklerstr. 58. Süden: J. Gädicke, Zigarren- Handlung, Mariannenstr. 5; M. Voss, Bigarren- Handlung, KöpnickerKrautstr. 2, in Umlauf gefeßten üblen Bigarren Handlung, Gräfestr. 93; G. Schulz, Bigarren Handlung, AdmiralRedensarten nehme ich hiermit zurückstraße 40a; W. Börner, Zigarren Handlung, Ritterstr. 108; H. Baake, Buchund erkläre Fräulein Marie Lohs als handlung, City Passage, Dresdenerstraße 53/53. Südwesten: A. Ochs, Susanne im Bade. ein in jeder Beziehung anständiges recht- Bigarren- Handlung, Lindenstr. 59; J. Windthorst, Bigarren- Handlung, Junker. ein in jeder Beziehung anständiges rechtstraße 1; A. Faege, Restaurateur, Fürbringerstr. 22; Albert Böttger, Bigarren schaffenes Mädchen. 24096 Handlung, 3offenerstr. 21; F. Schröder, Bigarrenfabritant, Kreuzbergstr. 15. Westen: A. Faller, Restaurateur, Pallasstr. 16; C. Behrend, Restaurateur, Blumenthalstraße 5. Nordwesten( Moabit): Fr. Lindemann, 3igarrenHandlung, Lübeckerstr. 8. Centrum: Albert Löwenberg, Bigarren- Handlung, Neue Schönhauserstr. 18; P. Horsch, Bigarren- Handlung, Gipsstr. 5; Bruno Scheithauer, Musikalien- Handlung, Rosenthalerstr. 64. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Novität. Zum 10. Male: Novität. Große Posse mit Gesang in 5 Aufzügen von Eugen Prudens. Mufit von Adolph Wiedecke. Regie: May Samst. Raffenöffnung 5/2 Uhr. Anfang 7/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne: Italien in Berlin, großes humoristisches Quodlibet, von Karl Peters, sowie Auftreten von Spezialitäten ersten Ranges. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag Nachmittags 3 Uhr: Nachmittags- Vorstellung. Ein Fest auf der Bastille. Trauerspiel in 4 Aften v. Franz Held. Armin- Hallen Täglich: Rudolph Klemm, Schlosser, Thaerstraße 35. Rohtabak. Grösste Auswahl. Billigste Preise. Formen, Bockfaçon, wieder vorräthig. Heinrich Franck, Brunnenstr. 185, Weißbier! Für Fabriken und Werkstätten sowie für Wiederverkäufer liefere ich mein Versand- Weißbier in Kommandantenstraße Nr. 20. unübertrefflicher Güte zum Preiſe von Frei- Konzert 3 Mt. für 40 halbe oder 45 4/10 oder 25 8/10 oder 20 ganze Flaschen, frei in's Haus, in Flaschen mit Patentverschluß, ohne Pfandberechnung. im schönen Natur Garten. Fernsprecher Amt Schöneberg No. 92. Säle. Vereinszimmer. Arzt LinienSonntags 8-10 Uhr. Homöopath. rase 149, 10, bis 74L* A. Seidler, = = = An die Mitglieder d. Arbeiter- Sängerbundes. Anläßlich des Delegirtentages der Liedergemeinschaft der ArbeiterSängervereinigungen Deutschlands veranstaltet der Arbeiter Sängerbund Berlins n. Umg. Sonntag, den 26. Auguft, Abends 6 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße Nr. 20, in den Sälen und Garten einen Commers Entree 15 Pf. Der Eintritt erfolgt nur gegen Vorzeigung der Bundeskarte. Hierauf bezugnehmend findet am Donnerstag, den 23. August, ag, ben 23. Abends 8 Uhr, eine Uebungsstunde in den Arminhallen" statt. Jeder in Berlin tagende Verein ist verpflichtet, je einen Sänger zu Schöneberg, 214L belegiren, welcher zur Uebungsstunde und Ausführung anwesend sein muß. Sedankraße Nr. 73-75 und 82. Die Eintheilung nach Stimmen ist die frühere. Neuere Vereine ersuchen wir, Berliner Weissbier- Brauerei. eine bewährte Kraft zu beauftragen. Der Vorstand. 65/7 Achtung! 216.2 Typographia Achtung! Den Mitgliedern der Zentral- Kranken- u. Sterbefasse der Sattler u. Berufsgen. Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgiesser. Schlosser und Maschinenbauer. Da die Berliner Ressource unter die Saalverweigerer Deutschl. ,, Hoffnung"( E. s. 64) gegangen ist, findet die öffentl. Schlosser- Versammlung am Montag, den 27. August, Abends 8 Uhr, in den Armin- Hallen, Kommandantenstrasse 20, im grossen Saal statt. Der Einberufer. Rich. Wegner, Dranienfir. 28a. Achtung! Gürtler und Bronzenre. Unser Sommerfest am 27. August in der ,, Neuen Welt" findet nicht statt, da der Dekonom Herr Nau uns von dem Kontrakt jetzt freiwillig entbunden hat. 2421b Das Komitee. J. A.: R. Schmolt. Arbeiter und Arbeiterinnen! ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbund.) Die Sangesßtunde fällt der Versammlunaen halber am Freitag, [ 128/14] Der Vorstand. zur Nachricht, daß die Zahlstelle Lehrter den 24. August, aus.- Nächste Nebungsstunde am Freitag, den ft. Die Mitglieder werden deshalb er. straße 26a, Restaurant Hehr, aufgehoben 31. August. fucht, ihre Beiträge in der Zahlstelle Bergfr. 60, Restaurant Hilgenfeld, zu entrichten. Die Ortsverwaltung. Arbeiter- Turner-Bund. Turnverein Germania" ( einziger Arbeiter Turnverein der Rosenthaler Vorstadt), turnt Dienstags und Freitags von 8 bis 10 Uhr Ackerstr. 67, 2411b Kulmbacher Rini- Brän Verlag von F. Fontane& Co. Soeben erschien: Schauspiel in drei Lassalline. Aften von G. Bolle. Vierte Auflage. Preis 50 Pfennige. Empfehle mein Geschäft in friscaen Mittwoch, den 22. August, Abends 8½½ Uhr, in Sanssouci, Blumen und Kränzen. 5441 L* Kottbuserstraße 4a: Gr. Volksversammlung zu Gunsten der Arbeiter- Bildungsschule. B Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Lux über: Technische Revolution. 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. Bur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. 50/10 Verband deutscher Gold- u. Silberarbeiter und verwandter Berufsgenossen( Zahlstelle Berlin). Mittwoch, den 22. August, Abends 81/2 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstraße 16. Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht der Delegirten vom Verbandstag. 2. Wahl des überwachenden Ausschusses. 3. Kassenbericht. 4. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen wird um zahlreiches Erscheinen ersucht 131/2 Achtung! Der Vorstand. Metallarbeiter. in dunkler und Münchener Farbe offerirt in Fässern und Flaschen billigst die General- Vertretung: Heyden& Kutzner, 2258b Wahmann Brake 25/26. Telephon Amt VII Nr. 5306. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, 2. Gesch. Andreasstr. 23, 5. pt., gegenüb. Andreasyl Gejch.: Brunnenstr. 95, gegenüb. Humboldtshain. Mustergrößtes Lager Berlins. Kinderwagen, cher gratis. Theilzahlung geKinderwagen, stattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr 22. Künstl. Zähne 3 M., Theilz. Plomben von 1,50 M. Vollk. schmerzl. Zahnziehen u. Nervtödten 1 M. Sprechst. 8-7 Ubr. 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August 1893, Abends 3½ Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstr. 20, im großen Saale statt. 174/11 Achtung! Der Vertrauensmann. Paul Hez, Staußbergerstraße 20. Töpfer. W. Hermann Müller Berlin Neue Friedrich- Strasse 9. Streng reelle Bedienung. Creditgewährung Achtung! nach Uebereinkunft!! Mittwoch, den 22. August 1894, Abends 6 1hr, im Lokale des Herrn Breuer, Gr. Frankfurteftr. 74: Deffentliche Versammlung aller Töpfer und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 1. Berichterstattung über die bisherige Thätigkeit des Gewerbegerichte. 2. Aufstellung von drei Kandidaten als Gewerbegerichts- Beisigern. 3. Unsere wirthschaftliche Lage und die diesjährige Fensterfrage. 4. Das Submissionswesen. Kollegen! Da von verschiedenen Seiten der Unternehmer versucht wird, Abzüge an unserem Lohntarif zu machen, haben wir den 3. Punkt der Tagesordnung dazu bestimmt, Stellung dazu zu nehmen. Wir ersuchen daher alle Kollegen und Berufsgenossen, in dieser Ver fammlung recht zahlreich zu erscheinen. 244/3 Der Vertrauensmann. Gustav Melzer, Friedrichsfelderstr. 26. Charlottenburg. Dienstag, den 21. Auguft, Abends 61/2 Uhr, im Lokale des Herrn Krause, Wilmersdorferstraße 39: Wanderversammlung des Vereins zur Regelung der gewerbl. Verhältnisse der Töpfer 1. Vortrag. 242/7 und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Tagesordnung: Diskussion. 2. Neuwahl eines Hilfskassirers. 3. Verschiedenes. Evora- Bräu Fürth- Nürnberg, in vorzügl. Qualität empfiehlt in Ge binden Flaschen. von 17 Litern an, auch in Otto Linke, Lagerhof 3. Telephon Amt III Nr. 404. Der Vorstand. KA Ein Jeder mache den Versuch. Eine alte deutsche Feuer- Vers.- Gesellschaft sucht für Berlin u. die Proving thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. Hohe fortlaufende Bezüge event. auch festes Gehalt werden zugesichert. Offerten unter 0. 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