Nr.355.36.Jahrg. Bezugspreis: Bierteljährl. 9,-, monatl. 8-9. feet ins Haus, voraus zahlbar. Bost bezug: Monatlich 8,- W., egfl. Sustellungsgebühr. Unter Kreuzband fülr Deutschland und Defterreich- Ungarn 6,25 Mt, für das übrige Ausland 10.25 ML, bei täglich einmal. Sufstellung 8.25 Mt. Boftbestellungen nehmen an Dänemart, Holland, Luxemburg, Schweben u. die Schweiz. Eingetragen in die Bost- Zeitungs- Breislifte. Der„ Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt u. Beit" erscheint wochen täglich zweimal Sonntags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Abend- Ausgabe. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15 Pfennig Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Ronpareillezetle foftet 1,20 E. Aleine Anzeigen", bas fettgebruckte Wort 50 Big.( aulässig 2 fettgebruckte Worte), jedes weitere Wort 25 Big. Stellengesuche und Schlafftellenangeigen bas erfte Wort 40 Bfg. jebes weitere Bort 20 Big. Worte über 15 Buchstaben zählen für amet Worte. Teuerungszufchlag 50% Familien Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Vereins- Anzeigen 1,20 mt. Die geile Anzeigen füt bie nächfte Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SB 68, Lindenstraße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 15190-15197. Montag, den 14. Juli 1919. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., SW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 117 53-54. Zusammenschluß des Weltproletariats. Zusammenarbeit der amerikanischen und europäischen| Der dänische Staatsminister zur Abstimmung] Arbeiterorganisationen. Haag, 14. Juli. Aus New- York wird dem H. N. gemeldet: Der erste jährliche Kongreß der allgemeinen Arbeiter. in Schleswig. Sozialer Steuerausgleich für Groß- Berlin. Bon Hermann Lüdemann. Amerikanischer Widerstand gegen den Grund der Abstimmungsbestimmungen über die Grenze zwi- ab wird also die lächerliche Ungleichheit der kommunalen EinVölkerbund. Kopenhagen, 14. Juli.( Eigener Drahtbericht des ,, VorFöderation hat eine Beschließung angenommen, daß famt wärts".) Staatsminister 3 a hle gab gestern in einer öffentliche Nationen der Welt sofort Mitglied des 25lterlichen Bersammlung folgende Darstellung des Verlaufs der bundes werden müssen. Ein zweiter Beschluß bevollmächtigt Abwicklung in Schleswig: Wenn der Friede von drei EnDie preußische Staatsregierung bat ein Gefez ausgeGompers, der jetzt nach Europa unterwegs ist, bei der Inter- tentemächten ratifiziert ist, ist er endgültig. Innerhalb zehn arbeitet, das endlich der kommunalen Bersplitterung ein Ende nationalen Trade- Union alle Schritte zu unternehmen, die zur 8u- Tagen sollen die Deutschen beider Abstimmungszonen machen soll. Spätestens am 1. April 1920 soll an die Stelle sammenwirtung mit den europäischen Arbeiter Schleswig geräumt haben. Nach den Abstimmungen fann der 39 Stadt- und Landgemeinden, die jezt die Verwaltung organisationen notwendig find. Dänemark die Landesteile, die für Dänemark gestimmt der Groß- Berliner Wohn- und Wirtschaftsgebiete besorgen, haben, administrativ besetzen. Danach wird der Tarif auf die Einheitsgemeinde Groß- Berlin treten. Von diesem Tage schen Deutschland und Dänemark getroffen und die Souve- richtungen aufhören, deren sich der Berliner Bürger heute erränität desjenigen Teils von Schleswig, der nördlich der Schöne Worte Wilsons. Grenze liegt, uns übertragen. Erst wenn das Vorhaltsrecht Amfterdam, 14. Juli. Die englischen Blätter vom 10. Juli Amfterdam, 14. Juli. Die englischen Blätter vom 10. Juli des Landes auf diese Weise uns von den fiegreichen Mächten bringen eine Exchangemeldung, der zufolge sich augenblicklich 49 ame- übertragen worden ist, erstreckt sich die gesezgeberische Vollrikanische Senatoren- das ist mehr als die Hälfte der Gesamt- macht des dänischen Reichstages bis zur neuen Grenze. Wir das ist mehr als die Hälfte der Gesamtmitgliederzahl des Senates vorbehaltlas der Annahme des Dänen hoffen und wünschen, daß die auf Grund der AbBöllerbundvertrages widerfesten. Aus den englischen ftimmung festgesette Grenze mit der nationalen Grenze Aus den englischen Blättern vom 10. Juli geht hervor, daß Bräsident Wilson in zwischen dänisch und deutsch zusammenfällt, daß das Selbstseiner in der Carnegie Hall gehaltenen Rebe erklärte, es bestehe ein bestimmungsrecht der Völfer hier seinem wahren wesentlicher unterschied zwischen der amerikanischen Freiheit und den Sinn nach zur vollen Entfaltung fommt. Autokratien. Das amerikanische Bolt müsse überall in der Welt das Recht unterstüten. Diese Worte in der Rede Wilsons beziehen sich, wie die englischen Blätter schreiben, offenkundig auf Irland. Weitere Blockade- Aufhebungen. Generalstreik in Norwegen. Kristiania, 14. Jult. Stürzlich ist für den 21. Juli der General. Streit für ganz Rorwegen als Demonstration für ein gerechtes Wahlsystem befchloffen worden. Dentsche Regierung und Kaiferprozesse. Haag, 14. Juli. Der Pariser Korrespondent des„ New York Herald" erfährt, daß die Blockade von Rußland und Chicago Tribune" bespricht die Saltung der deutschen Regierung Baris, 14. Juli.( 2. U.) Der Pariser Korrespondent der Ungarn durch den Dbersten alliierten Wirtschaftsrat hinsichtlich des Prozesses gegen Wilhelm II. Die beutsche Regie. fofort nach der Ratifitation des deutschen rung hat erklärt, daß man fich ftritte an den Friebensver Friedensbertrages aufgehoben wird. trag halten werde, welcher Deutschland nicht verpflichtet, bei der Der Korrespondent ist in der der Lage zu versichern, Auslieferung der Borgerichtstellung des Kaisers behilflich zu sein. daß nachdem dieser Beschluß bereits gefaßt war, noch Die Regierung betrachtet Wilhelm von Hohenzollern als einen zwei Versuche der Altierten Militärs unternommen Brivatmann, der Deutschland verlaffen hat und sich nicht wurden, um dennoch einen Angriff auf Budapest und mehr unter ihrer Rechtshoheit befindet. Petersburg durchzuführen. Diesen Militärs stehen aber Eine Bestätigung dieser Meldung liegt noch nicht vor, die Kaufleute gegenüber, die im Wirtschaftsrat vertreten es ist aber anzunehmen, daß die Regierung die darin zum find und die die Ansicht vertreten, daß nur die Abwendung Ausdrud gebrachte einzig mögliche Stellung einnimmt. starter alliierter Truppen durch Absperrung der Landesgrenzen es verhindern kann, daß die an Deutschland grenzenden Länder mit deutschen Waren überschwemmt werden, während im Falle der Aufrechterhaltung der Seeblockade doch deutsche Waren dorthin gelangen könnten. Die trostlose Ernährungslage DeutschOesterreichs. Wiederaufnahme der Ruhrkohlenlieferungen an Holland. Düsseldorf, 14. Juli.( T. 1.) Auf Grund von Vereinbarungen mit Solland verfehren von jetzt ab täglich zwei Sonderauge aus dem Ruhrtohlenrebier zur Lieferung von Kohlen, Kots und Briketts. Gute Ernteaussichten in Polen. freut. Ist es nötig, daß bis dahin alles beim alten bleibt? Muß in der 8 wischenzeit durchaus in allen Punkten die bestehende Berschiedenheit aufrechterhalten, darf durch Verzicht auf mögliche Notmaßnahmen diese Verschiedenbeit noch weiter bertieft und dort, wo die bürgerlichen Parteien die Mehrheit haben, die kommunale Selbständigkeit zugunsten der Besitzenden ausgenutzt werden? Am 4. Juni hat die verfassunggebende preußische Landesbersammlung ein Gesetz beschlossen, das die Gemeinden ermächtigt, die Einkommen bis zu 1500 Mark von der Gemeindeſteuer freizulassen und die Steuern auf die Einkommen bis zu 3900 Mart staffelweise zu ermäßigen. Der hierdurch entstehende Ausfall foll durch Aufschläge auf die höheren Einkommen( von 6500 M. aufwärts) ausgeglichen werden. Der Sinn diefes Notgefeges ist flar: durch Befreiung bam. Entlastung der niederen Einkommen von der Gemeindeeinkommensteuer und entsprechende stärkere Heranziehung der größeren Steuerzahler soll die Möglichkeit Einkommensteuertabellen bereits für das Jahr 1919 eine der geschaffen werden, trop der unveränderten Geltung der alien fozialen Gesichtspunkten beffer Rechnung tragende Abstufung der Steuerlasten herbeiguführen. Nun wird niemand bestreiten wollen, daß sich die größte ungleichheit der Vermögens- und Einkommensteuerverhältnisse in den Großstädten findet und daß daher die möglichst vollkommene Durchführung des Gesezes in den Großstädten am dringlichsten ist. Wie aber, wenn sich jetzt herausstellt, daß die kommunale Zersplitterung Groß- Berlins wieder einmal zum Semmnis für den sozialen Fortschritt wird? Wenn die Einzelbeschlußfaffung der verschiedenen Groß- Berliner Gemeinden im Endergebnis zu einer Vermehrung und Erweiterung der steuerlichen Ungleichheit führt? Wird die durch das Gefet bom 4. Juni gestattete Steuerermäßigung für die niederen Einkommenstufen in Berlin voll durchgeführt und daß das geschieht, dürfte angesichts der starken sozialdemokratischen Mehrheit in der Berliner Stadtberordnetenverfammlung nicht zweifelhaft fein, so müßten, um die hierdurch bedingte Mindereinnahme der Steuerfasse auszugleichen, die höheren Einkommen mit einem Aufschlag von 33% Prozent belastet werden. Ganz anders liegen die Verhältnisse bei den östhöhung der Gemeindeeinkommensteuer für alle Einkommen bon 6500 M. aufwärts um rund 100 Prozent noch nicht ausreichen, um den erforderlichen und durch das Gefez borgeschriebenen Ausgleich herbeizuführen. Obwohl Neukölln ebenfalls ein Parlament mit starker sozialdemo fratischer Mehrheit befitt, erscheint es daber mehr als zweifelfoldeten Arbeiterbevölkerung die Durchführung einer sozial gedachten Besteuerung doppelt wünschenswert erscheinen läßt, von der Ermächtigung des neuen Gefeßes Gebrauch gemacht werden kann. Wien, 14. Juli.( T.U.) Vorgestern wurde in St. Ger- Warschan, 14. Juli. Die diesjährigen Feldberichte versprechen main eine nur im indirekten Zusammenhange mit dem in Bolen eine gute Ernte. Polnische Blätter berichten auf Grund Frieden stehende Note überreicht, die gleichwohl für von Gutachten von fachmännischer Seite, daß die diesjährigen ErnteDeutschösterreich eine Lebensfrage bildet. Die zur Einfuhr aussichten überaus günstig feien, das beziehe sich sowohl auflichen Vororten. In Neukölln a. B. würde die Ervon Lebensmitteln von der Entente bewilligten Kredite von aus Bezirk Bosen und allen anderen Drten günstige Rachrichten. Getreide als auch auf Kartoffeln und Futtermittel, ebenso tommen 48 Millionen Dollar sind erschöpft und reichen kaum mehr für die Lieferung von Mehl bis zur neuen Ernte aus. Seit Bolschewistenpropaganda mit rußischem Gelde. Monatsfrist sind die amerikanischen Transporte von Fleisch, Helsingfors, 14. Juli. Die Räteregierung wies unlängst Fett, Reis und kondensierter Milch eingestellt und die aufge- 21, Milliarden Rubel für Agitation sawede filt bie stolt ftapelten Borräte sind erschöpft. Die Entente weigert i alarmee in Ingermanland, im Nordforps und in Deutschland fich, ohne neue Kredite zu liefern. Bur Sicherstellung der an. Deutschsprechende Personen sollen von Petersburg in verhaft, ob hier, wo das starte Vorhandensein einer gering bebereits aufgebrachten Kredite ist aber alles, was Deutsch- fchiedenen Abteilungen nad Deutschland aur agitation österreich noch befißt, nämlich seine Holzausfuhr, Goldmünzen gefandt werden. Jede Abteilung erhält 800 000 Stubel. und ausländische Werte, verpfändet. Eine Deckung für neue Kredite daher im Augenblick nicht vorhanden. Von der Weiterlieferung dieser Lebensmittel hängt aber bei den geSpannten innerpolitischen Verhältnissen die Aufrechterhaltung bon Ruhe und Ordnung im Lande ab. Es bleibt nur der Ausweg, den die Entente uns gegenüber schon einmal beschritt, die sofortige Aufnahme von Lieferungen auf Rechnung erst zu bewilligender Kredite, deren Deckung weiteren Verhandlungen in St. Germain vorbehalten bleibt. Zusammenbruch des finnischen gegenbolschewistischen Unternehmens. Geheimniskrämerei der Entente. Ausweisung eines amerikanischen Korrespondenten aus Fiume. Haag, 14. Juli. Hollandsch Nieuws- Bureau meldet aus New gort: Der Korrespondent der Chicago Tribune in Paris teilt mit, daß er aus Fiume ausgewiesen wurde, weit er die dort stattgefundenen Stämpfe zwischen Italienern und Franzosen, wobei sehr viel Blut vergoffen worden war, in einem Bericht an feine Zeitung veröffentlichen wollte. In amerikanischen amtlichen Streifen ist man der Ansicht, daß es besser ist, gegenwärtig feine Schritte zu unternehmen. Man drückt die Hoffnung aus, daß die Lage in Fiume nicht zu sehr in der Breffe ausgebeutet wird, damit die Beziehungen zwischen Italien und Frankreich dadurch nicht geschädigt werden. * Helsingfors, 14. Juli. Die letzten Meldungen aus Olonet erweisen klar, daß die geradezu katastrophate Entwicklung der Dinge in den legten Wochen zu einem vollständigen Mißerfolg des finnischen Befreiungsunternehmens ausgewachsen ist und daß bas Die Meldung beweist, daß die Unruhen in Fiume doch einen gesamte bisher befreite Dlonezgebiet wieder den Bolsche wie u bedrohlicheren Umfang angenommen haben, als man zunächst vera verfällt. muten fonnte. Umgefehrt gestaltet sich die Sachlage in den reichen westlichen Nachbarstädten Berlins. Dort ist, dank der zahlreichen großen Steuerzahler die Steuerermäßigung am leichtesten durchzuführen, die Geneigtheit hierzu aber sehr gering, weil die bürgerlichen Mehrheiten der dortigen Gemeindeparlamente höchstwahrscheinlich ihre Aufgabe darin erblicken werden, sich schüßend vor das Bortemonnaie der Besitzenden zu stellen. Ein berartiger Fall liegt bereits vor. In Wilmersdorf, wo meines Wissens zuerst die Anwendung des neuen Gefeßes beantragt worden ist, haben die ganz unter dem Einfluß von Dr. Leidig stehenden bürgerlichen Fraktionen mit Einschluß der Demokraten bereits den Antrag der sozialdemokratischen Fraktion zu Fall gebracht. Lediglich die Freilassung des Einkommens bis zu 1500 m. wollen fie äußerstenfalls zugestehen und dies auch nur unter Berzicht auf jede ausgleichende GöberbeTaftung der großen Einkommen, HiernaV läßt sictz zlemNH genau llenmjten, tvÄHe Folgen sich für die Groß-Berliner Bevölkerung schließlich aus der Anwendung bzw. Nichtanwendung eines so vernünftigen Wsetzes ergeben werden. Wird, wie nicht mehr zweifelhaft ist, der Steuerzufchlag der großen Geineinden demnächst ein- hsitlich auf 300 Broz. festgesetzt, so werden wir es bald er- leben, daß Arbeiter und AngestKlte mit gleichem Einkommen in demselben Betriebe nebeneinander arbeiten, von d e n e.n einerbiszu 300 Proz. mehr Steuern zahlt als d er andere, und das vielleicht nur deshalb, weil der eine auf der linken, der andere auf der rechten Seite einer Straße wohnt, durch die zufällig die Grenze zweier Gemeinden läuft. Kein Mensch wird für diese Wirkung eines von der neuen Landesversammlung beschlossenen Gesetzes Verständnis haben und eine tiefgehende Verstimmung über diese Errnn- genschast der nachrevolutionären Gesetzgebung würde nickt nur begreiflich, sondern nur zu berechtigt sein. Dem Auf- kommen solcher Zufälle muß deshalb unbedingt vorgebeugt werden. An die preußische Staatsregierung ist das Ersuchen zu richten, daß sie mit größter Beschleunigung einen Gesetz- entwurf zur Herbeiführung eines zwangswei- sen Ausgleichs der im Gebiet von G r o ß- B e r- » lin aus der Anwendung des Gesetzes vom 4. Juni sich ergebenden Steuerausfälle vor- legt. Es ist von vornherein zuzugeben, daß die Aufstellimg eines derartigen Gesetzes nicht unerheblichen Schwierigkeiten begegnen wird. Aber möglich ist es! Allerdings, wird man einwenden, nur durch einen Eingriff in die Selbst- verwaltungsrechte der einzelnen Gemeinden, aber das ist schließlich die Zusammengemeindung des gesamten Berliner Wohn- und Wirtschaftsgebietes auch, und im Vergleich zu diesem großen Werk handelt es sich hier doch nur um eine vorläufige Einzelmaßnahme, die noch nicht einmal eine Zu- sammenführung sämtlicher Steuererträgnisse zum Ziel hat, sondern nur den Ausgleich, der aus einer einheitlichen sozialen Wstufung der Kommunalzuschläge sich ergebenden Ver- schiebungen der Steuererträgnisse gegenüber den ursprüng- lichön Voranschlägen der einzelnen Gemeinden. Gegenüber dem möglichen weiteren Einwände, daß es für die Durch- mhrung eines derartigen Steuerausgleichs zu spät sei, weil das laufende Steuerfahr berefts am 1. April begonnen habe, genügt es wohl darauf hinzuweisen, daß dieses Be- denken mit derselben Berechtigung auf die Anwendung des ganzen neuen Gesetzes zutrifft, das ja auch erst am 4. Juni, also reichlich zwei Monate nach Begiyn des Steuer- jahres zustande gekommen ist. Auf das Geschäft der Steuer- erhebung brauchten alle diese Maßnahmen nicht die geringste Verzögerung auszuüben, da es mindestens keine unüber- windlichen Schwierigkeiten bieten wird, die bis zur ab- schließenden Regelung des vorgesdhlagenen Ausgleichs etwa zuviel entrichteten Steuern zurückzuzahlen bzw. anzurechnen und auf der anderen Seite die dann für das Gesa-utgebiet von Groß-Berlin ebenfalls einheitlich zu erhebenden Auf- schläge auf die höheren Einkommensteuern nachträglich ein- zufordern. In jedem Falle würden diese Schwierigkeiten, die sich vermutlich auf die Einführung eines nicht einmal besonders komplizierten Rechnungs- und Buchungsverfah- rens beschränken würden, in keknem Verhältnis stehen fä den oben geschilderten Nachteilen, die bei der Unterlassung einer solchen Ausgleichung u n v e r- meidlichwären. Radikale Schimpfmethoöe. Unabhängige und Vermögensabgabe. Zu dem Gesetzentwurf über die Vermögensabgabe weiß die„Freiheft" nichts Wetter zu bemerken, daß er„ein Kitsch und eine Komödie", ein„Schaugericht" und Matt weiß, was sonst noch sei. Mit Schimpsworten und Unflätigkeiten sucht sie die Aufmerksamkeit ihrer Leser von der immerhin nicht uninteressanten Taffache abzulenken, daß nach diesem Gesetz ein Mann mit 200 000 M. Vermögen, der bei dem jetzigen Geldwert kaum besonders reich genannt werden kann, 26 000 M., ein Millionär 246 000 M. und ein zehnfacher Millionär fast bsch Millionen M. an Abgaben zu entrichten hat, das heißt mehr als die Hälfte seines Vermögens. Woran sich die„Freiheit" stößt, das ist der Umstand, daß dieses Geld nicht auf einen Schlag gezahlt, sondern als Rente in dreißig Jahren abgetragen werden soll. Tie Entrüstung hierüber wirkt um so eigenartiger, als direkt vor diesem Schimpferguß der unabhängige Theoretiker Rudolf H i l- f e r d i n g in einem Artikel über Steuetpolitik auseinander- setzt, daß, solange der Privatkapftalismus existiert, auf andere Art gar nicht verfahren werden kann. Hilferding führt aus, daß die Schranke der Steuererhebung darin liegt, daß das Betriebskapital und die Produktions- mittel nicht vermindert werden dürfen. Die Erfassung des Kapitals wls solchen ist nur möglich durch die Sozialisierung. Mit dieser These geht Hilferding allerdings etwas zu weit. Tatsächlich wird die jetzige Steuerpolitik von den zahlreichen Fällen erhebliche Kapitals Minderungen zur Folge haben. In dem oben charakterisierten Schimpferguß der„Frei- heit" wird natürlich ganz und gar verschwiegen, daß die bis zu 65 Proz. gehende, auf 30 Jahre verteilte Notabgabe von Vermögen ja keineswegs die einzige Vermö- g e n s st e u e r ist, die kommt. Erinnert sei nur daran, daß die Kriegsabgabe vom Vermö genszu- w a chH die größeren Kriegsgewinne so gut wie gänz- lich wegbesteuern wird, dazu kommt die außerordent- liche Kriegsabgabe von Mehreinkommen(infolge des gesunkenen Geldwertes hat fast jeder Mehreinkommen!) und dazu eine Erbschaftssteuer, die, wie schon hier ausge- führt worden ist, den einst so beliebten Erbonkel und die lachenden Erben von der Bildfläche verschwinden lassen wird. Dazu rechne man, daß die normale Einkommensteuer durch. Züschläge und erhöhte Gemeindesteuern ebenfalls einen höheren Prozenffatz des Einkommens erfaßt als früher. Rechnet man dies alles zusammen, so ergibt sich ohne wer- teres, daß diese Steuern zusammen von dem einzelnen Ka- pftalisten in den meisten Fällen gar nicht aufgebracht werden können, ohne daß er sein Kapital ganz.erheb- lichdabeiangreift. Daß die Kapitalisten selber keines- Wegs in dieser Steuergesetzgebung einen„Kitsch und eine Komödie" sehen, das beweisen die verzweifelten Mittel, mit denen sie die Steuerflucht ins Ausland betreiben, von welcher die„Freiheit" doch sonst so ausführlich Notiz nimmt. Es ist bekannt, daß heute schon(ganz abgesehen von den Valutaverlusten) ein D r i t- tel des Vermögenswertes als Provision an die Schieber geopfert wird, um nur das Kapital ins Ausland zu bekommen. Glaubt die„Freiheit", daß Hab- gierige Kapftalisten solche Opfer bringen würden/nur um „einem Kitsch und einer Komödie von Steuergesetzgebung" zu entgehen?!_ Noch einer. Herrn von Jenas Sekundant.' Der Hauptmann von Jena hat seinen Verteidiger ge- funden. Aus dem Hotel Metropole in Stettin(erstes, neuestes' Haus mit größtem Komfort, feinstes Restaurant und Cafö — vermeldet der Briefbogen am Kopf) schreibt uns ein Freiherr von Bock einen längeren Brief, aus dem wir folgendes zitieren: ,�ch bedauere lebhaft, daß ich die Herren, die die Behaup- tung, die der„Vorwärts" macht, nicht kenne!(An dem frei- herrlichen Deuffch sind wir unschuldig. Red. d.„V.".) Ich wüßte Wnen auf gute deutsche Art zu antworten! Es wird da ltach den Offizieren geftagt, die für„ihren" Kaiser bis in den Tod stehen? Nun, wir alle sind es! Alle wahren, echten preußischen Offiziere! Und wir sind zu Tausenden! Hütet Euch, Ihr Revolutionäre, uns noch weiter zu reizen. Unseren Kaiser verlassen wir nicht und lassen ihn aurff nicht durch Euch besudeln! Ihm haben wir geschworen, aber er ist unser Kaiser. Für Euchzu schade! Ihr seid nicht weirt, daß s i ch ein derartig edel denkender Mensch an Euere Spitze gestellt hat in Gottver- Slinöer Kamerad. Von Fritz Karstadt. Ach, mem blünlder Kamerad, toi« ist e» trauniig, dich hier an der Strvßenecke wieder zu finden. Du spielst Melodien auf einem Ban- dmvinm zum Ergötzen der müßigen Bürger, die damals zu einer wohlfeilen Erregung im Hurraschreien kamen und die Fähnchen lustig flattern ließen, als du drüben blutüberströmt unter Taufen- den zusammenbrachst, und das Elend der Gemarterten und Ge- töteten zum Himmel schrie. Du hast ihnen Wohl vergeben und denkst jetzt, man muß sich fügen. Jeder hat, tvaS er hält und du hältst deine Ecke. Es blüht heute die Konjunktur der tausend Gelegenheiten und an einer verkehrS-betvegten Ecke zu fitzen ist nicht wenigör nahrhaft, als auf einem Ministersessel. Wer sollte es dir mißgönnen? Gibt es überhaupt etwas, das man dir mißgönnen könnte, da du das Bild und die Farben der Welt, die Freuibe, die lustigen Stunden, die frohen Gesichter und viele? andere einbüßen mußtest. Und ans der Dunkelheit, die dich immer umgibt, trittst du, wie die Reichen und Glückliche» in ihre Prozeniumslogen, in dein« Ecke. Nun beginnt dein Leben nnd dein Zweck; denn dieser Platz ist wohl eine Loge für dich die dich dem Theater des Leben« näher bringt, all den tausend Aeußerungpn der Bewegung, die dein Ohr mit emsiger Gier aufnimmt. Indem d-iest Geräusche vorüberziehen malst du dir aus, wie sie entstanden sirtb. Wie jener Schritt voll Sicherheit einem dickem und fetten Mann gehören muß, der mit einem Doppelkinn und einem feisten Hals glücklich diesen Krieg über- leben dürft«. Jener hastige Schritt muß einem mageren Arbeits- tier angehören, imd du denkst dir aus. daß ihn irgend etwas hetzt, was auch dir vor Jahren nicht unbekannt war. Du vernimmst den schlürfenden Gang der müden Damen, die auf irgend einer Jagd find, wobei es ans die Gelassenheit ankommt. Die junge Dirne neben dir tritt von einem Fuß auf den anderen; sie dreht sich und die Seide ihrer Röcke streift dich für einen kurzen Augenblick. Du hörst schreiende und leise Stimmen. Leute, die bitten, und solche, die gewähren. Nur weißt du es nAht, werd vor dir steht. Sie werden gewissermaßen unpersönlich still und wandeln sich, wenn sie in deinen KrmS treten. Deine Finger bewegen das In- strument und es formt sich auS dieser bescheidenen Musik etwa?, waS du ihnen sagen möchtest. Irgend etwas, das dein Mund nicht aussprechen und dein Gesicht, das tot und bewegungslos allen ent- geyenstrebt, nicht ausdrückt. Ist es ein Vorwurf? Sie mögen es nehmen, wie sie wollen; aber du merkst, wie still sie werden. Wie sie. ans ihrer Hast und ihrem Kreis herausgerissen, für einen Augenblick genötigt sind, dir zn folgen. Denn du denkst es doch immer, warum im hier fitzest. Und diese» �varum' mag ihnen wie «in Menetekel erschei-non. ES ist heilsam und führt zur Selbstbesinnung. Sie mögen sich Bilder mismalen, wie sie wollen, sie mögen aus deinen toten Augen lesen, wa» du erlebtest, wie«L geschah nnd warum ci sein mußte. Es wird itri« eine Ernüchterung über sie kommen, wie ein feiner, kalter Wasserstrahl, der sie un» Versehens trifft. Du stehst auch da, wenn sie nachts aus dem Wust ihrer Ben- gnügungen treten, wenn die Tür nebenan sich öffnet und eine Wolke von Geschrei und künstliche Erhrtzung dich trifft, eine süße, gesättigte Lust von Speisen und Parfüms»rit dem Spritzer einer oerklingenden Geige hinausdringt. Und wenn sie mit erhitzten Köpfen herauskommen, fragwürdige Scherze plötzlich verstummen und ledern werden, dann weißt du. daß sie dich gesehen haben. Du spielst deine arme Melodie, die sie sacht in eine Kühle wickelt und zur Ernüchterung bringt. Du bist ein guter Dämpfer, lieber Kamerad, für die Hochgefühle allen SchiebertumS, für die Exal- tationen der ftagwürdigen Geister. Dein totes Auge, dein stummes Gesicht.— Sie brauchen diese Ernüchterung._ Ernst Ästauer: ,vie ewigen Pfingsten�. In diesem Buche hat Ernst Lissauer eine Anzahl seiner Ge- dicht« au» den Jahren 1011—1919 sinnvoll zu einew Zyklus ver- einigt: da« hohe Lied des göttlichen Geistes, der seit Menschen- gedenken zeitlos über den Zeiten waltet, des Geistes, der in iedem auch dem enfachsten Menschern lebt, der ihn vorwärts streben läßt, Zielen entgegen, die kern Erdenelend kennen. Ewige Wolken, aus ewigen Feuern geballt, Reisen sie hin, über die Zeiten.' Seine Auserwählten.erfüllt er mit feuriger Glut und wirkt und schafft durch sie zum Segen der Menschheit. Darum betet der Dichter am Eingang mit der ganzen Inbrunst seiner Seele: Stürze nieder auf mich, den ich singe, du schöpfender Geist, Fahre über mich hin, daß mein Haupt in Gesichten erschallt Und ich von dir sause wie von den Winden der Wald. Und der göttliche Geist kommt über ihn in reicher Fülle. Er schaut zurück. Franz von Affisi, Luther. Goethe, Beethoven, Bach und Bruckner sehen wir kraft des göttlichen Geistes, der sie unwiderstehlich mit schöpferischer Glut überflammt, ihre herc- lichen, unvergänglichen Werke schaffen. So Luther bei seiner Bibelübersetzung: Dumpf lehnt sein Kopf zurück in lauschendem Beien, Rückwärts zu horchen, wie Gott bor Zeit Gesprochen zu Aposteln und Propheten. Und er wird mit Gewißheit es gewahr, Gott ist zugegen, um ihn zu stützen und zu tragen, Sein Wort noch einmal in ihm auszusagen. In einer Felsengrotte läßt er Beethoben die Akkorde seiner Hymnen finden. trauen.(Ne, tatsächlich! Red.) Mein Kamerad hat nur zu Recht, daß er Euch vorwirft, Ihr kennt keine Treue. JJr kennt weder Treue noch Ehrgefühl!... Auch ich stehe in ven Reihen der Reichswehr. Doch nicht für Euch habe ich, wie Me Kameraden, die im alten Sinne des Wortes Offizier sind, die Unterstützung geschworen, sondern meinem unglücklichen Vaterlande, das durch Euren Größenwahn derartig verarmt und verkommen ist. Nur dieses wollen wir schützen und stützen, nicht Euch... Und wenn diese sauberen Herren, die den Artikel in den „Vorwärts" gesetzt haben, noch mehr Namen wissen wollen, so sollen sie sie erfahren. Aber sie würden sich wundern— und werden schweigen, da sie feige und lichtscheues Gesindel sind. Georg Freiherr v�n Bock.". Derartige Briefe zeigen, wie berechtigt unsere immer wiederholte Forderung ist, die Reichswehr von derartigen unehrlichen und zweideutigen Elementen zu befreien, die der Republik zu dienen vorgeben und dabei an nichts anderes denken als an die Wiederherstellung der Monarchie. Wir" verlangen von den Offizieren der Reichswehr keineswegs, daß sie uns schützen, aber daß sie die Republik schützen, das muß selbstverständliche Voraussetzung.ihrer Tätigkeit in der Reichswehr sein._. Gegen Me! Alldeutsche Phrasenpolitik. - Auf dem deuffchnationalen Parteitag ist Graf W e st a r p, der lange Verschwundene, wieder an die Ober- fläche getreten. Seine Rede zeigt ganz die Phrasenhaftigkeit und Hohlheit der alldsuffchen Politik. Graf Westarp be- zeichnet als Ziel die Befreiung Deutschlands von dem Joche des Friedensvertrages. Wie er das aber anstellen will, das ist gerade nach seinen eigenen Ausführungen mehr als dunkel.„Ten eigentlichen Zwingberrn im Völker- bunde" nennt Westarp das englische Weltreich, als „die eigentlichen Leiter" der gegen Deutschland gerichteten Operationen bezeichnet er ,chas verbündete englisch-ameri- kanische Großkapital". England ist der Zwingherr und be- dient sich des französischen Hasses gegen Deuffchland nur als Mittel. Aber ausdrücklich betont Graf Westarp, daß an eine Versöhnung, an eine gemeinsame Politik mit Frankreich „nicht zu denken" ist.„Mtt den Franzosen eine Per- ständigung zu suchen, ist eine Utopie." Wohin blickt Graf Westarp sonst? Nach dem Osten vielleicht? Ausdrück- lich erklärt er:„Zwischen Deuffchen und Polen wird keine Freundschaft entstehen können. So will er vielleicht mit Rußland zusammengehen? O nein!„Mit dem Bolschewismus gibt es keinen Pakt, kein Ver- handeln, keine Möglichkeit des Zusammengehens." Graf Westarp will also Deuffchland befreien, aber i m Kampfe gegen die ganze Welt, in dem Deutschland unterlegen ist, als es noch auf der Höhe seiner militärischen und wirtschaftlichen Macht stand. Jetzt von Befreiung zu reden und gleichzeiffg den Krieg an England, Amerika, Frankreich. Rußland, Polen zu erklären— dazu gehört die ganze UnVerantwortlichkeit der alldeuffchen Phrasenpolitik. _• Wie beb„Vorwärts" die„Klassenjustiz" unterstützte. Die.Frei- Heft" hatte bekanntlich den Bericht über den Prozeß gegen die Mörder KWerS ist Halle, obwohl ein unabhängiger De- r i cht e r st a t t e r den Verhandlungen von Anfang bis zu Ende beiwohnte, ihren Lesern unterschlagen, um ihnen nach- her vorzulügen, Has Urteil sei ein nacktes Klassenurteil, die Schuld der Täter sei gar nicht bewiesen worden. Als wir auf Grund mehrerer sehr ausführlicher Berichte erklärten, daß sei nicht der Fall, im Gegenteil sei der«PchuldbeweiS viel lückenloser geführt worden, als gegen die Mörder Liebknechts, wo die �Freiheft" trotz- dem Verurteilung verlangt habe, da wurden wir in der üblichen Schimpfmethode der.Freiheit" als Verteidiger der Klassenjustiz angegriffen. Nun hat der Haupttäter, der Invalide Bauer, ein umfassendes Geständnis abstdfegt. womit nunmehr auch für die„Freiheit" erwiesen sein dürfte, daß tatsächlich das Urteil den Schuldigen getroffen hat. Wer den Bericht kannte, konnte anderer Auffassung gar nicht sein. Die Hetzmethode der.Freiheil", die den Bericht unterschlug und dann hetzte, ward durch diesen Fall aber einmal gründlich entlarvt. Beethoven aber ging um in der starren Groiterckammer Wuchtig gehärtet au? Erz und, wie eine Stimmgabel fein Klingend behorchte die Felsen sein federnder Hammer, Und"pochte Stimmen und Ton aus dem Gestein. Die Symphonien dagegen hat ihm Gott auf DergeShöhen erschlossen: Gott gab in seine Posaune affo großen Schall. Beethoven fuhr empor, die Hände hielt er hoch und schrie. Der Schall war aufgewacht in seinem Ohr Urgrotz durchs Haupt ihm wogte Symphonie.' Der göttliche Geist ist zeitlos, fft ewig. So in„Goethes Per» klärung"., ES verflocht sich um ihn da» Licht Zu einem Gewölke golden und dicht, Und die fingenden Lüfte bewegten sich sacht und erbebte zart das golden Gewölk, und eS trug und schwebte. Da löste mit leisen Rufen sich drunten das Volk und begann ein Loben und Preisen� Keinem ward er entrissen, er hatte sich allen gespendet, Auswärts stieg er. völlig gelöst und gänzlich vollendet. Ueber dem frohen Bewußtsein, daß der schöpferische Geist stet» segnend gewirkt hat und noch wirkt, ringt sich der Dichter im „Pfingstgebet" zu dem hohen, starken Glauben empor, daß dieser göttliche Geist einst mit Allgewalt sich durchsetzen wird zum Wohle der gesamten Menschheit. Einmal, ich weiß, eS geschieht: Es rasten mit eins alle Bahnen, Werke, Maschinen, Pfingstliches Licht steht ob der Zeit im Zenith, Bis in die Winkel der Obdachlosen versprüht und versplfttert. Doch verblich dann daS Licht, hebt neu an das Lärmen und Tosen, Stahl und Eisen strahlt von inwendiger Sonne durchgleißt, Stein und Beton erglänzen wie Felsen von Rosen Ueber den Menschen kreist Gnade und Gott und Geist. Kein»überragender, wohl aber ein echter, rechter Dichter, der, ohne störend überschwenglich zu werden, mit feinen treffenden Worten zu sagen weiß, w-w er uns zu sagen Hot, der selber ganz von dem Genius durchglüht ist, den er als ewig treibende, ewig schaffende Kraft der Menschheit an anderen so sinnvoll ver- herrlicht. Seine Sprache ist frei von jedem Zwange, anschaulich eigen und schön hebt sie den andächtigen Leser in die Sphäre der den Dichter belebenden Bilder. Klingt es wicht wie Musik, wenn er Beethoven m der Felsengrotte � mit federndem Hammer, wie eine Stimmgabel fein klingend die Felsen behorchen und Stimmen und Ton aus dem Gestein pochen läßt? Im Rhythmus völlig frei, weiß er sich feinem jeweiligen Gegenstande fein an- zupassen: Lang, lang, lang ist das Werden, lang und voll Langsamkeit. Anheimelnd berührt unS der häufig angewendete Stabrer«. Zu der Einordnung der Gedichte ließe sich bemerken, daß«da» Agrarische Quertreibereien in Vorpommern. I uns eine familiären ober geistigen Bambe berknüpfen, werde ich 17 M. Aus dem Kreise Franzburg wird uns geschrieben: Ueber den Kreis Franzburg in Vorpommern ist der BeIagerungszustand verhängt! Warum? Weil, nachdem die Tarifverhandlungen mit dem Landbunde gescheitert sind, schwere Ausschreitungen der Landarbeiter begegnet sein sollen. Diese Ausfunft bekommt man im Landratsamt in Franzburg, wo behauptet wird, daß auf 50-60 Gütern in der Umgegend von Barth der General streit im Gange set. Anders berichten die Genossen in Barth selbst: streit im Gange sei. Anders berichten die Genossen in Barth felbst: es werde bis auf fleine Ausnahmen überall gearbeitet, in aller Rube warte die Landarbeiterschaft das Ergebnis der im Gange befindlichen Verhandlungen ab, auf einzelnen Gütern sei der Tarif des Landarbeiterverbandes angenommen. Steinkopf. M. d. N. Deutschnationale Entrüstung. uns feine familiären ober geistigen Banbe berknüpfen, werde ich 17 M. Diese Preise stehen in gar keinem Verhältnis zu ben unsern Briefwechsel der Oeffentlichkeit übergeben. Schleichhandelspreisen, die jetzt in Berlin verlangt werden. Aus diesem Grunde ist die Forderung gestellt worden, die Einfuhr von Scefischen zu gestatten. Allerdings müßte die Regierung dafür Sorge tragen, daß die deutschen Fischereigesellschaften Kohlenliefe rungen erhalten. Bereits jetzt ist ein großer Teil der Fischereiflott Fahmgelegt, da die Dampfer fein Heizmaterial erhalten fönnen. Auch die Belieferung der Motorfutter mit Benzol und Petroleum it ins Stoden geraten, so daß der Fischfang an den deutschen Rüften gegenwärtig nur durch Segelschiffe ausgeübt werden kann. Reine Seifen! Die fitengebliebenen Pressevertreter. Die fromme und alldeutsche Post" ist sehr entrüftet darüber, daß in der geftrigen Sigung des deutschnationalen Parteitages angebliche Vertreter der sozialdemokratischen Bresse wie„ steinerne Gäste" auf ihren Pläzen siten blieben, während die alldeutsche Ko= rona ihre patriotischen Hymnen und Eine feste Burg ist unser Gott" sang. Die" Post" lagt über Mangel an Gefühl und Erziehung usw. Demgegenüber ist zunächst festzustellen, daß sozialdemokratische Jm Monat September wird zum ersten Male wieder reine deutsche Seife geliefert werden. Es handelt sich um pilierte Feinseife mit 80 Broz. Fettinhalt Pressevertreter auf dem deutschnationalen Parteitag überhaupt in 100 Grammstüden, ferner um reine Kernseife mit 60-62 Proz. nicht vertreten waren. Sicherlich hätte auch gar kein Bedürf- reine Rafterseife mit 80 Broz. Gettinhalt in 50- Gramm- Stücken. Fettinhalt in 100- bain. 200- Gramm- Stüden, und schließlich um nis bestanden, gleich vier Mann dorthin zu entsenden. Den Herren, Das 100- Gramm- Stüd Feinseife wird 1,20 m., das 100die sich um das deutschnationale Gegröhle nicht geschert haben, Gramm- Stüd Kernseife 1,60 m., bas 50- Gramm- Stück Rasierseife können wir im übrigen zu ihrem Verhalten nur gratulieren. 50 Bf kosten. Richtig ist eins: Es herricht eine Bewegung unter der Landarbeiterschaft. Warum? Aus mehreren Gründen. Die 2and arbeiter Ordnung wird einfach nicht durchgeführt. Bis heute haben es die Behörden, Regierungspräsident. Land1äte, Amtsvorsteher, Gutsvorsteher nicht fertiggebracht, daß Arbeiterausichüsse oder Vertrauensmänner( 2. A. D.§ 13) endDie entrüftete" Post" aber möchten wir fragen, ob sich denn Die Seife fann zunächst nur gegen den Feinseifenabschnitt der lich gewählt werden. Die Arbeitszeit ist überall verschieden. etwa ein Vertreter der Post" oder eines anderen tonservativen Seifentarte abgegeben werden, damit sie auch wirklich in den Besitz Die Erbitterung über die Maßregelungen aller Art wegen der Blattes jemals auf einem sozialdemokratischen Parteitag der berechtigten Verbraucher gelangt und nicht im Schleichhandel politischen und gewerkschaftlichen Haltung, denen die Land- erhoben hat, wenn ein Hoch auf die Internationale ausgebracht oder verschwindet. K.- A.- Seife, die bisher gegen die Feinseifenabschnitte arbeiterschaft sich schußlos preisgegeben sieht, wächst. Vor allem ein Stampflied gesungen wurde? Wir machen ihnen durchaus keinen abzugeben war, ist fünftighin markenfrei. Auf einen Feinseifenababer ist es die Tätigkeit des Pommerschen Landbundes, Vorwurf daraus, denn unseres Grachtens hat ein Preßbericht- 50 Gramm Kernseife oder 50 Gramm Rafierseife bezogen werden. schnitt der Seifenfarte fönnen wahlweise 50 Gramm Feinseife oder die geradezu verheerend im Lande wirkt. Der Landbund mit erstatter neutral zu sein und sich nicht in die Handlungen einer Sobald die neuen Seifenfarten ausgegeben sind, müssen die ſcinen Moorfulturipaten" und mit den andern schönen Tagung einzumischen, die er besucht. Ueber Tattgefühl aber sollten Oktober- Feinfeifenabschnitte zum Aleinhändler gebracht werden, Dingen, der Landbund, der mit dem Aufwand ungeheuerlicher Leute am wenigsten reden, die zwei Tage lang bis zum Heiserwerden der dafür einen Gutschein ausstellt. Die Ware tommt im SepMittel und mit einer durch nichts überbotenen Demagogie im teine anderen Worte gerufen haben als„ verfluchte Judenbande"," die tember herein und wird gegen den Gutschein geliefert. Im OktoLande arbeitet, er trägt die Schuld daran, daß die Stimmung nicht Schweine"," schlagt die Hunde tot" usw. Das wären die durchgän- ber kann die Seife sofort gegen die Novembermarke beim Kleinzur Ruhe kommt. Ihm legt die öffentliche Meinung zur Last, daß gigen und immerfort wiederholten Zwischenrufe dieses Parteitags. händler bezogen werden und dementsprechend in den folgenden Moer mit Bewußtsein das Zustandekommen eines naten. Die erste Bestellung im August gegen Abgabe der OktoberTarifs hingezögert und endlich verhindert hat. Mit Sorge abschnitte darf nicht vergessen werden. muß man sich fragen: Was wird nun geschehen? Wird der Landbund mit seiner Kraftprobe recht behalten, wird ihm bewaffneter Schutz zuteil werden? Oder wird man nun endlich die Entschluß trait faffen, mit der gebotenen Rüsichtslosigkeit vorzugehen gegen die renitenten Amtsstellen, die die Landarbeiter- Ordnung nicht zur Durchführung bringen fönnen oder wollen? Cottbus, Jahrstraße 4. Zwei Briefe. Herrn Steinkopf 8. Juli 19. Weimar. Aus der Zeitung ersehe ich Ihren Namen. Da unsere Fa milie Die klein ist bisher seit undenklicher Zeit treu deutsch und vaterlandsliebend war, bitte ich Sie, mir anzugeben, ob Sie dieser wirklich angehören. Wir stammen aus Anhalt, mein Großbater war Gutsbesitzer in Ballenstedt bei Bernburg. Es wäre uns eine Beruhigung, wenn wir den Abgeordneten einer Partei nicht zu unserer Familie zu zählen brauchten, die bewußt das Vaterland zertrümmert hat, die unser gemeinsames Haus in Brand steckte, um selbstsüchtig ihre Parteisuppe zu kochen. und die unser Unglüd verewigt hat durch feiges Unterzeichnen des Schmachfriedens. Paul Steintopff Major. Herrn Weimar, den 11. Juli 1919. Cotibus. Der Geiselmörder verhaftet. An der bayerisch- sächsischen Grenze wurde der 25 Jahre alte Bureauangestellte Fris Seider verhaftet, der seinerzeit in München als Kommandant der Roten Garde die Erschießung von 10 Geiseln veranlaßt hat. Industrie und Handel. Börse. Die Börje wurde durch den Gefebentwurf über das Reichs. notopfer in feiner Weise beeinflußt. Das Geschäft war zwar sehr Still, die Tendenz indes verhältnismäßig fest. Ziemlich veger Nachfrage erfreuten fich Striegsanleihen, die im Sin blick darauf, daß die Zahlungen der Vermögensabgabe in Kriegsanleihen vorgenommen werden können, mit 81 Broz. einsetzten, später aber diesen Kurs nicht voll behaupten konnten. Schiff fahrtsattien waren im späteren Verlaufe vecht fest, namentlich Hansa. Montanwerte waren nicht einheitlich, die ursberänderungen jedoch unbedeutend. Farbwerte gaben ziemlich starf nach, Glettropapiere fowie Rüstungswerte waren geschäftslos. Schwächere Kurse zeigten sodann Kanada und Baltimore. Groß- Berlin Der Verkehrsstreik. Geringe Arbeitsleistungen bei Rotstandsarbeiten. Dem Mißberhältnis zwischen Arbeitsleistung und Bohnaufwand bei Notstandsarbeiten will der preußische Handelsminister dadurch ein Ende bereiten, daß er bei Demobilmachungsangelegenheiten in alle Feststellungsbescheide und in alle Verfügungen, durch die die Frist für Gewährung der Ueberteuerungszuschüsse verlängert wird, einen Vorbehalt des Inhalts aufnimmt, daß die festgestellten zuschußsummen nicht überschritten werden. Die Kostenan schläge werden nach Bekanntwerden dieses Vorbehalts einer besonberen Prüfung bedürfen, ob die eingefeßten Jettkoften den tat sächlichen Verhältnissen entsprechen und nicht etwa willfürlich hoch angenommen sind. Stellt sich heraus, daß der für eine Arbeit zu zahlende Lohn in trajiem Mißberhältnis zum Umfang der geleisteten Arbeit steht, so ist nur ein entsprechend gekürzter Betrag als Ueberteuerung einzusehen und als Zuschuß anzuweisen. Beseitigt das Verkehrshindernis. Uns wird geschrieben: Schon vor mehreren Jahren hat die Preffe wiederholt darauf hingewiesen, daß der alte Friedhof vor dem Potsdamer Hauptbahnhof wegen des starken Verkehrs von der Bildfläche verschwinden müßte. Heute noch befindet sich das kolossale Verkehrshindernis unversehrt an der selben Stelle. Ich hatte nun bor einigen Tagen Gelegenheit, diesen angeblichen Friedhof zu besichtigen, war aber sehr überrascht, hier einen wohlgepflegten Gemüsegarten in Augenschein nehmen zu fönnen. Ich fann daher bei aller Rüdsicht nicht verstehen, daß der große eingemauerte Gemüsegarten immer noch nicht im Interesse des Verkehrs aufgehoben wird, da es doch für derartige Zwecke an der Peripherie Berlins genügend Bachtland gibt. In der heutigen Major Paul Steintopff Uns wird berichtet: Der heutige Tag dürfte auf jeden Fall die Beit müßte doch jedes Verkehrshindernis so schnell wie möglich Entscheidung in dem Streit der Verkehrsangestellten bringen. Die beseitigt werden, wenn nicht in Güte, dann zwangsweise. Wir wollen hoffen, daß diese Zeilen dazu beitragen, den im Für Ihre Seelenqualen, entstanden durch die Gleichheit Abstimmungen auf den einzelnen Bahnhöfen und in den Betriebsunjaer Familiennamen, habe ich bolles Verständnis. Auch mir werkstätten der Verkehrsgesellschaften dürften erst gegen 12 Uhr Interesse des Verkehrs als standalös zu bezeichnenden Zustand soist diese Namensgleichheit aus erklärlichen Gründen nicht gerade mittage beginnen, so daß das Resultat frühestens in den Radfort zu beseitigen. angenehm. mittagsstunden zu erwarten ist. Die Entscheidung liegt in erster Liebestragödie im Hotel. Im Hotel Binz in der SichendorffDa ich aber mit dringenden Arbeiten zum Wohle unseres ge- hier ist allerdings die Frage, ob man mit einer umgehenden Bei- fich für ein Ehepaar ausgegeben hatten und gemeinsam ein GastLinie bei den Angestellten der Großen Berliner Straßenbahn und ftraße 4, waren vor drei Tagen gwei junge Beute abgestiegen, die meinsamen und über alles geliebten Volkes und Vaterlandes überlegung des Ausstandes rechnen fann, außerordentlich ungeklärt. zimmer bewohnten. Ma fie am gestrigen Sonntag nicht zum Vorhäuft bin, kann th die mit einem Antrag auf Namensänderung auf den Bahnhöfen, in denen das alte Bersonal das Hebergewicht ichein tamen, ließ der Gastwirt öffnen, um sich nach den Gästen berbundenen Zeitberluste leider nicht auf mich nehmen. Ich schlage Ihnen deshalb vor, und dies dürfte die einfachste Lösung Beendigung des Streits finden wird. In zahlreichen Depots jedoch, erhängt auf. Wie ein Glas mit einer Flüssigkeit erkennen ließ, hat, wird mit Sicherheit damit gerechnet, daß sich eine Mehrheit für umzusehen. Jest fand man beide rechts und links neben der Tür fein, Sie stellen einen entsprechenden Antrag und lassen sich fünftig namentlich in Often und Norden, wo die, nach dem Kriege eingestellten hatten sie vorher noch Lysol getrunken. Die Lebensmüden, die über Steiltopff" nennen. Damit aber die staunende Witwelt rechtzeitig von der Namens- Angestellten numerisch überwiegen, ist die Stimmung sehr zweifel- die Veranlassung zu dem gemeinsamen Selbstmord keine Aufzeichänderung unterrichtet wird, auch zur Dokumentierung dessen, daß Rolatt und eine 20 Jahre alte Arbeiterin Lucie Löche aus der Greinungen hinterlassen haben, sind ein 22 Jahre alter Schlosser Alfred fingstgebet" als Ausblick in die Zukunft und als Spiegel fenhagner Str. 39. Die beiden Leichen wurden nach dem Schauhause gebracht. feines eigensten Dentens besser unter die Psalmen gestellt worden wäre. Doch tut dieser Kleine ,, Schönheitsfehler" der Gesamtmirtung des Buches keinerlei Abbruch. Von Herzen sei bekannt: Es bleibt eine hervorragende, schöne Leistung. Karl Heinrich Krüger. Notizen. Keil zwischen die Streifleitung und die Streifenden zu treiben. haft. Noch am heutigen Morgen haben Heißsporne versucht einen So wurde entgegen der Parole des Verbandes, daß lediglich geheime Abstimmungen ohne irgendwelche Beeinflussungen stattfinden sollten, die Streifenden dahin gedrängt, daß von radikalen Elementen Versammlungen angefeßt wurden, in denen die Straßenbahner über die Lage aufgeklärt werden sollten. Nur auf zivei oder drei Bahnhöfen siegte die Einsicht und man verhinderte die Abhaltung derartiger Aufklärungsversammlungen". Auf mehreren Bahnhöfen fanden jedoch Vorträge vadikaler Führer statt, in denen die Streitbeitung auf das heftigste angegriffen wurde. Man warf den bisherigen Führern vor, daß sie die Kameraden berrieten und, daß man auf feinen Fall weitere Verhandlungen mit der Büfen von Marg und Bebel fowie eine Statue Direktion der Großen Berliner führen sollte. Das Entgegenvon Zajfalle hat neuerdings Gustav Eberlein geschaffen. Zu lommen der Arbeitgeber sei als ein Zeichen der Schwäche zu bediesen Arbeiten hat er eine Erklärung abgegeben, in der es heißt: trachten und es sei ein Verrat an der Sache der Angestellten, wenn " Die Monumentalfunst der Bildhauerei hat die Aufgabe, der Welt man die günstige Situation nicht restlos ausmube. Wenn man alles Große, schöpferisch Fortschreitende der Menschheit im Bilde den Streit weiter führe, würden die Verkehrs. zu zeigen. Ganz gleich, aus welchem Stande es emporquillt, aus gesellschaften entgültig mürbe sein und alle welcher Station es sich entwidelt und unter welcher politischen orderungen bewilligen. Die Arbeiterschaft Stituation es fegenbringend wächst Ganz gleich, ob dieses aus der Macht eines Großen der Erde fich erzeugt oder bem Sirn eines Denters oder armen Arbeiters entspringt. So habe ich mich stets bemüht und versucht, den Nerb meiner Zeit zu treffen, und darum Auf einigen Straßenbahnhöfen einigte man sich dahin, eine jchuf ich, da die wahre Stunft frei von allen Vorurteilen und inter- Abstimmung überhaupt nicht stattfinden zu lassen, sondern der national fein, foll, die Büsten unserer drei Sterne am sozialen Streifleitung befannt zu geben, daß die Angestellten im Streif Simmel" Was die Büsten künstlerisch bedeuten, entzieht sich berharrten und, daß die Streifleitung lediglich die Beschlüsse der bisher unserer Kenntnis. Mehrheit auszuführen habe. Ferner wurde der Vorschlag gemacht, Gottfried Kellers Sundertjahrestag. Am noch einmal eine allgemeine große Versammlung der Streifenden Sonnabend, abends 7% Uhr, trägt Friedrich Moest in der aller Verkehrsgesellschaften einzuberufen und dort zu den Vorschlägen der Arbeitgeber( Stellung zu nehmen. Die Streilleitung der Reicherschen Hochschule, Fasanenstraße 38, das Meisterwerk und auch der Berliner Vollzugerat haben zu der neuen Situation Sellerschen Humors" Die drei gerechten Sammacher" bor. noch nicht Stellung genommen. Die Meisterschaft von Berlin mit einem atveitägigen großzügigen veranlagten Meeting soll am Mittwoch, den 16. und Sonntag, den 20., Als Hauptereignis ist die auf der Olympiabahn ausgetragen werden. welcher unsere hesten Fahrer starten. Mit Fahrern von der Klaffe Saldow, Meisterschaft von Berlin für Dauerfahrer über 100 Kilometer vorgesehen, in Bauer, Pawke, Kruptat, Nettelbed, Wittig, Kuschkom, Techmer, Wiemerall und Schröter ift Ste Garantie gegeben, daß es zu äußerst spannenden Momenten und heißen Kämpfen fommen wird. Außer den Geldpreisen, welche insgesamt 25 000 m. betragen, mintt dem Sieger die goldene Medaille. Die Rennen am Mittwoch find als Abenbrennen gedacht und beginnen um 16 Uhr. Außer den Dauerrennen finden 3 Fliegerrennen itatt, zu denen eine große Anzahl Meldungen eingegangen find. Die befanntesten sind Schrage, Studela, Stabe, Hoffmann, Wegner, Münzner, Behlik um. Groß- Berliner Lebensmittel. Tempelhof. 1 Bfund Kartoffeln auf die zwei Abschnitte 29 a der stände geflossen hinter den Streitenden und Startoffellarte, die Abschnitte 29 a- g find ungültig. Als Ersatz für fehlende man sei der Sympatien des größten Teils der Startoffeln 750 Gramm Brot auf die beiden übschnitte 52 und 150 Gramm Berliner Bevölkerung jidher. Senkung der Fischpreise. Startoffelpräparate auf die beiden Abschnitte 53 der Lebensmittelfarte des Streises Teltow. Ferner werden ausgegeben: 400 Gramm Grieg auf die Abschnitte 37 und 40, 100 Gramm Suppen auf Abschnitt 38, 250 Gramm Haferfloden auf Abschnitt 41, 500 Gramm Graupen auf Abschnitt 45 der Lebensmittellarte des Kreiſes Teltom. 150 Gramm Haferfabrikate auf Ab. auf Kinder- Bolmilch farten BI und B II: 500 Gramm Haferfabrikate, schnitt 37 für Jugendliche. An Nährmitteln für Juli werden ausgegebent 125 Gramm Reis, 3 Batete Rets, 3 Batete Milchfüßspeisen. Verkauf von 500 Gramm Stunfibonig auf Abschnitt 26 der Lebensmittelfarte bes Streises Teltoto und Anmeldung von 500 Gramm Marmelade auf Abschnitt 47 der Lebensmittelfarte des Kreiſes Teltow. Mariendorf- Südende. Einwohner, die versäumt haben, sich mit den Abschnitten 25 und 26 zum Bezuge von Kunsthonig und Marmelade an zumelben, können die daraus entfallende Menge, 500 Gramm Kunsthonig für 80 Pf. und 500 Gramm Marmelade, 1,20 M., in den beiden Gemeinde laben bis Mittwoch abholen. Dasselbe trifft zu für die Abschnitte 29, 30 und 31 der Groß- Berliner Lebensmittellarte; auf diese Abschnitte gibt es 300 Gramm Grieß für 29 Pf. und 100 Gramm Graupen für 9 Bf. Mitt och erlischt das Bezugsrecht. Die zum Verbcauch in dieser Woche bestimmten 5 Blund Kartoffeln müssen auf die Startoffelkarte Abschnitt 29a- 8 wird zunächst keine Ware verabfolgt. bis spätestens morgen entnommen werden. Auf die Abschnitte 29f und g Vereine und Versammlungen. Die Lobtonzerte in Sondershaufen werden in ihrer bisherigen Form beibehalten. Sie waren als tünstlerisch tertbolle Darbietungen im Schloßpart zu Sondershausen nicht nur in Mitteldeutschland, sondern in der ganzen Kunsiwelt bekannt und geJm Augenblid wird von verschiedenen Seiten der Versuch ge fchäßt. In früheren Jahren waren sie von Erdmannsdörfer, Bruch, macht, eine Senfung der Verkaufspreise für Seefische herbeizu Brahms und C. Schroeder( jezt in Berlin) geleitet worden. 8u führen. Die Fischversorgung Groß- Berlins ist trok der Bemühun schüsse des Hauses Schwarzburg, die aus dem Kammervermögen gen der Stadt Berlin noch immer nicht geregelt. Bekanntlich hat bestritten wurden, ermöglichten es, die Lohkonzerte seit mehr denn der Magistrat 7 Millionen Mark zur Organisation der Fischau: hundert Jahren jeden Sommer des Sonntag nachmittags und abends fuhren von der Küste nach Berlin zur Verfügung gestellt, da das bollkommen fostenlos zahllosen Besuchern bon nah und fern darzubieten. Reichsernährungsministerium Fischaufäufe im Auslande nur im Ohne ein Wort zu verlieren, hat jetzt die sozialdemokratische Landtags- äußersten Notfall gestattet. Bis jetzt hat Berlin jedoch noch keine mehrheit ein Gesetz angenommen, durch das alle Zweige des Kunst- städtischen Seefische erhalten, da die Verhandlungen mit den lebens im freien Boltsstaat Schwarzburg- Sondershausen in der Fischereigesellschaften sich außerordentlich schwierig gestalten. Auch Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Ortsgruppe Neukölln. bisherigen künstlerischen Weise weiter fortgeführt und sogar weiter bie pommerschen und medlenburgischen sowie die schleswig- Holstei Bri. Mittwoch, den 16. d. M., 7 Uhr, im Starlsgarten, außerordentliche ausgebaut werden. Jedes Jahr werden neben den bisherigen Aus nischen Landesvertretungen bereiten Schwierigkeiten und wollen. Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom 2. Quartal: a) Ge gaben 250 000 Mart im Staatshaushalt ausgeworfen, die auf das die Fischfänge für die Bevölkerung der fleineren Landstädte gefchäftsbericht; b) Stassenbericht. 2. Wahl des zweiten Staffierers. 3. Bericht Rammergutsvermögen des Landes hypothefarisch sicher eingetragen sichert wissen, da diese zugunsten der Großstädte auf Zufuhren von ftändelonferenz. Steferent: Stamerad Gbert. 5. Wahl der Delegierten zum Gautag. Reierent: Kamerad R. Müller. 4. Bericht von der VorAuslandslebensmitteln bisher zum Teil haben verzichten müssen. Gautag. 6. Verschiedenes. Dabet ist der Fischfang gerade jezt ein außerordentlich reicher. In. Rostod, Warnemünde und anderen großen Fischplähen werden beispielsweise täglich 500 bis 600 Bentner Fische eingebracht und dort freihändig an die Bevölkerung berfauft. Die Fischer nehmen im Durchschnitt für frische Seefische einen Verkaufspreis bon 80 f. bis 1 M. Räucherwaren toften, je nach Qualität der Ware, 5 bis werden. Gottfried Sellers Tanglegendchen wird dem. nächst von Arel Junders Verlag, Berlin W. 15, in einer Sugusausgabe erscheinen. Das ganze Werk, Schrift und Bilder, wurde bon Hannes M. Abenarius, einem Neffen des Kunstmart" Begründers, auf Stein gezeichnet und dann in einer ganz befchränkten Auflage abgezogen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 3. und 4. Abteilung. Dienstag: Frauenversammlung in der Baugewerfschule, Sturfürstenstr. 141, 8 Uhr. Vortrag des Genossen Dr. Mal. fomsti Spiteltum. H bember in blefer Welfe haben finden laffen! Der Unteroffizier, I awischen der Photographen 8wangsinnung zu Berlin und ber derartiges jetzt noch wagte, wäre wohl nicht mehr am Leben! dem Gehilfenausschuß, bertreten durch den Verband der Die Brozeffe Noter. Soldatenbund" und anscheinend auch Ein zweites Bild zeigt settfaufende Dffiziere( auch fie find na- Lithographen, Steindrucker und verwandten Berufe." Mühsam zeigen, daß in dem Bürgerkrieg, der der Revolution nach türlich mit viehischen Fragen dargestellt), während Mannschaften mit Beide Parteien haben bis zum 2. Anguft darüber eine Erklärung einigen Wochen gefolgt ist und bald da, bald dort immer wieder halbgefüllten Ehnäpfen, in denen undefinierbares Beug fcibimmt, abzugeben, ob sie den Schiebsspruch anerkennen. Die Gehilfenauffladert, neben Ausbrüchen rohester Leidenschaft auch Spionage davonschleichen. An einer Tafel steht bertreter gaben ihre zustimmende Erklärung sofort ab. In der Berund Spitzeltum nicht fehlen. Ist das ein Wunder? Wo Krieg mit geschrieben: Staffee, mittags Dörrgemilfe, abends Marmelade, daß die Gehilfenvertreter in der Lohnfrage eigentlich zu bescheiden ihr Speisezettel an- handlung vor dem Schlichtungsausschuß erklärte der Obermeister, den Waffen der Gewalt geführt wird, stellt sich auch die Erkundung wie reimt sich das zu der Behauptung, mit der Spartakus sonst gewesen seien". In den Erläuterungen der Prinzipalstommiffion und die Lift ein. Wir verurteilen den Anlaß wie die Folgen und agitiert, daß die„ Nostegarde" mur durch ungeheure Eß der Innung zu dem Tarif, wie er durch beraten den Brinzipalen wollen mit beidem nichts zu tun haben. Es wäre nicht so weit ge- rationen bei der Stange gehalten würden, daß man ihnen das zur Kenntnis gebracht wurde, heißt es wörtlich: Die Meisterfomfommen, wenn nicht von gewiffen Gruppen sehr bald der Versuch beste Effen hinten hereinstopfe"?! mission hat sich entschlossen, um ein Zustandekommen des Tarifs zu gemacht worden wäre, der Mehrheit oder auch nur anders dentenden ermöglichen, die Forderungen der Gehilfenkommission, durch die Boltsteilen ihren Herrscherwillen gewaltsam aufzuzwingen. Denen, das weitgehendste zu ihren eignen zu machen. die materielle Lage unserer Mitarbeiter verbessert werden kann, auf die aus elender Demagogie und aus schlotternder Angst vor den noch Radikaleren nie gewagt haben, solche Gewalttätigkeiten zu bes fämpfen, um dann doppelt über die Gegengewalt zu schreien, steht die Entrüftung schlecht an über ein System, dessen fie fich felbft bebienen. Das nächste Bild: Ein gräßliches Echlachtfeld mit zahlreichen Toten und Kreuzen. Wirklich sehr bezeichnend für die Regierung, die eben den Frieden zustande gebracht hat! Reisegepäckversicherung. Vor allem fommt dies in den Fragen der Löhne, UeberBiertes Bild: Ein Kriegsfrüppel bettelt gutgekleidete Progen an ftunden, Ferien, Kündigungen usw. zum Ausdrud. Obwohl gegen ( auch hier die bekannten viehischen Gesichter), die ihn höhnisch aus viele diefer Punkte in den Meisterkommiffionsberatungen schwere lachen, oder oftentativ wegsehen. Wohl die Juustration dazu, daß Bedenken geltend gemacht wurden, da zu befürchten ist, daß bedie Regierung die Forderungen der organisierten Kriegsbeschädigten fonders durch die Lohnbestimmungen nicht nur schwache GeschäftsWir wissen von dem Herrn Roland nichts und haben auch fast restlos erfüllt und diesen selber die Verwaltung der Kriegs- inhaber, sondern vor allem auch viele junge schwache Mitarbeiter nicht den Wunsch danach. Wenn aber darauf hingewiesen wird, beschädigtenfürsorge übertragen hat! schwer geschädigt, wenn nicht um ihre Erifteng gebracht werden. daß er im Dienste einer Regierungsstelle" stand, so fönnte dies ja Diesen Bildern stehen dann andere gegenüber, bie ben gltdeußerung des Obermeisters ober die der Meisterkommission? Was ist nun die Meinung der Prinzipale? Die 3. B. das Berliner Polizeipräsidium gewefen sein, deffen Chef Eichlichen Zustand verherrlichen, den Spartatus angeblich bringt. Ein Beide laffen fich doch nicht vereinbaren. horn auch den Herrn Roland angestellt hatte. Bauer, der im Sonnenschein mit vier ja mit vier wohlDaß übrigens beileibe nicht alle Terrorakte von Spigeln an- genährten Pferden pflügt, derselbe Bauer dann abends geregt find, geht ja zur Genüge daraus hervor, daß der Vorwärts" mit der glücklichen Familie vor dem eigenen komfortablen schon vor dem Januarputsch von Mattosen und revolutionären Ob- Haus( mit großem Garten) fizend usw. Merkwürdiger lenten überfallen und brutalisiert worden war, wie übrigens schon weise spielen alle diese Mit Bezug auf die Notiz in Nr. 844 des Vorwäris* wird uns Glücksbilder auf dem platten vom Reichsverband der Privatversicherung ge im Ariege von einer Gesellschaft stöde- und schirmschwingender 2 ande, die Industrie, die Städte, die Industriearbeiter werden schrieben, daß die Verficherungsgesellschaften, die eine Versicherung Unabhängiger. bon Spartatus offenbar gänzlich abgeschafft! Auch fehlt des Reisegepäds übernehmen, faft durchweg dem Arbeitgeberverband ein Hinweis, wo diese Zustände bereits verwirklicht sind. Sollen deutscher Versicherungsunternehmungen angehören und somit den es etwa Bilder aus Rußland sein?! zwischen diesem und den freigewerkschaftlichen Angestelltenorganis fationen abgeschlossenen Reichstarifvertrag anerkannt haben. Es trifft somit auf diese Gesellschaft das zu, was in der Notiz von der, dem Arbeitgeberverband deutscher Versicherungsunternehmungen bisher übrigens nicht angehörenden Europäischen Güter und Reisegepad- Versicherungs- Att.- Gesellschaft gefagt worden ist, nämlich, daß die Angestellten eine austömmliche und vor allen Dingen geregelte Entlohnung erhalten; es ist nicht zutreffend, daß bei vielen dieser Firmen die Angestellten in erschredend läglicher Weise entlohnt werden. Es liegt somit fein Anlaß für die organisierten Arbeiter und Angestellten vor, sich nur dieser einen Gesellschaft beim Abschluß von Reisegepädversicherungen zu bedienen. Widerliche Hezze. Spartakus' neneste Musterleistung. Reuerdings agitiert der Spartakusbund mit illustrierten FlugBlättern, die so ziemlich das gemeinste und verlogenfte vorstellen, was uns je vorgekommen ist. Man muß schon etwa auf die widerlichsten Erscheinungen der nationalistischen Kriegsbege zurüdgreifen, um einen ähnlichen Tiefstand der politischen Karikatur zu finden. In der Schrift von Avenarins„ Das Bild als Verleumber" findet man besten Falles Parallelerscheinungen. Gewerkschaftsbewegung Zur Tarifbewegung der Photographen. Am 11. d. Mts. nahm der Schlichtungsausschuß zu dem durch beratenen Tarif der Innungsphotographen Stellung. Die Eine Reihe von Bildern foll zeigen, wie es unter der wangsinnung hatte abgelehnt, den Tarif mit dem Verbande der Lithographen, Steindrucker und verwandter Berufe abzuschließen. jezigen Regierung zugeht. Das erste stellt Unteroffiziere Der Schlichtungsausschuß fällte folgendes Urteil: Da der Tarif mit viehischen Fragen dar, die strammstehende Soldaten mit Fäusten mit den Vertretern des Verbandes verhandelt wurde, ist dieser auch Berantwortlich für Politik: Artur Ridler, Charlottenburg, für den übrigen und Stiefelabsägen bearbeiten. Möge uns Spartafus nur einen mit dem Verbande abzuschließen. Daher hat der dies. Teil des Blattes: Alfred Sola, Reutöün; für Anzeigen: Theodor Glode, Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts. einzigen Fall nennen, in dem sich Soldaten nach dem 9. No- bezügliche erste Absatz zu lauten: Vertrag, abgeschlossen Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. in Berlin, Lindenstr. 3. Preußische Klassenlotterie Ziehung der 1. Klasse: 15. und 16. Juli 468 000 Lose m. 214 000 Gewinnen u. 2 Prämien, verteilt i. 5 Klass., i. Gesamtbetr. v. 72 Millionen 426 000 Mark 1/8 Lose zur 1. Klasse 1/4 and 5.25 10.50 21.- 42.- M.Postgebühr Steinberg Preuß. LotterieEinnehmer Berlin am HackeRosenthaler Straße 40/41, schen Markt. Postscheck- Konto Berlin 31143. Hell- Anstalt ,, Löser" Münzstraße 9, 91, 4-8. nahe Alexanderplatz, Harn Blutuntersuchg. Lichte u. Finsen- Behandl. 83. 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