Rr.3S8.SS.I-hrz. Bezugspreis: Sietteli5t)rl.9,— Ml. mon-tl.>,-» Nt. frei ms Saus, voraus zahlbar. Poll- bezug: Monatlich S,— Mb.(;fL gu« siellungsgebühr. Unter Areuzdanb für Deutschland und Oesterreich» Ungarn 6.25 Mb. für las übrige Ausland lv 25 Mb, bei täglich einmal. Zustellung 6 25 Mb Posibestellungen nehmen an Dänemarl, Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Boft-Zeitirngs-Preislist«. Der.Vorwärts" mit der Sonnrag»« beilage»Volk u. Feit" erscheint wachen« taglich zweimab Sonntags einmab Morgen-Ausgabe. Telegramm-Adrrffe: «Sozialbemokrot verlin-. -- Sevlinev VolKsblstt. Zcntraiorqm der rozialdemokratifcben Parte» Deutfchlanda. (iSPffennia) SluzeigeiipretS: Di« achtgespalten» Zlonparetllqest» kostet b2v Ml.ikletn« Anzeige«-, »o« fettgedruckte Bott bst Pfg. lzulasfig > fettgedruckte Wort»), jede« weiter, Wort» Pfg. Stellengesuch» und Schlafstellen anzeigen da» erst» Wort 40 Pfg. jede» weiter» Wort an Pfg. Wort» über lb Buchstaben zählen filr zwei Wort«. Teuerungszuschlag So»,» Familien< Anzeigen, politische NN» gewerlschastliche verein»- Anzeige» 1�0 Mb die gelle. Anzeigen für die nächst» Rummer müssen bt» 8 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berti» 658 66, Liubeuftraße 8, abgegebe» werden. Sedffnet von» Uhr früh dt» 6 Uhr abend». ir- Redaktion uaö Expedition: SM. öS,£indengr.3« Fernsprecher: Amt Moripplats, Nr. 1.5IS0— L5lS7. Mittwoch, de« 16. Juli 1919. vonoärts-verlag G.m.d. H., EW. HS, Linöenst?. Z. Fernspreche«: Amt Moritiplatz, Sir. 117 SS— S4. •£. gegen �anöarbeitertarife. Gtralsund, 15. Jult. fEigener Druhtbericht dcS„Bor- wSrtZ".) Die Meldung bürgerlicher Blätter, daß der General- streik in Borpommern in Zusammenhang stehe mit einer Stlldtvcrordnetensiuuug in Stralsuud, ist falsch. Der Geueral- streik hat sciue Ursache iu dem provoiatorisch verhängten Belage- rongSzuftand über ein ganz ruhig gewesenes Land. Die Ursache zur Berhängung dcS Belagerungszustandes waren über» trieb««« Meldungen dcS LaudratS von Franz- bürg. Der stellvertretend« Regierungspräsident Geh. Reg.-Rat von Wiukelmann hat in Umgehung aller Instanzen, und selbst des OberpräsidinmS, das Genera! kommaudo des 2. Armeekorps ersucht, de» Belagerungszustand zu verhängen. Die ganze Be- völkerung einschließlich viele, Behörde» sieht darin eine einseitige Parteinahme zugunsten der bis auf die Zähne bewaffneten Landbarone. Der Magistrat der Stadl Stralsund hat gemeinsam mit der organisierten Arbeiterschaft, die ui den Generalstreik getreten ist, beraten. Die RahrungSmittelversorgung stockt. Alle Betriebe, auch die Wasserwerke, stehe« still. Die Arbeiterschaft fordert die Abfetzung des Regierungspräsidenten, die S u s p e nd i e r u n g aller schuldigen Landräte, die zur Rechenschaft gezogen werden solle«, die Aufhebung bei B e- lagerungSzustandeS und die sofortige Zurück- ziehung allen fremden Militärs. Der Magistrat ist diesem Antrag beigetrete«. Telegramme in diesem Sinne sind an alle in Betracht kommenden Behörden abgegangen. Dir Arbeiterschaft ist ganz ruhig. Nichts ist vorgekommen. Aber sie ist;u allem entschlossen. Die Lage ist ansS höchst« gespannt. ES wird dringend ersucht, daß unverzüglich die geforderten Maßnahme» getroffen werden, da sonst baS schlimmste vnvermrid- lich ist. Tie Wahrheit über den Laudarbeiterstrcik. Unsere pommersche» Genossen protestiere« auf daS schärfste gegen die Berhängung des BelagcrungSzuftandeS anläßlich des LandarbeiterstrcikS. Tie Schuld trägt nur der großagrarische Pom- Mersch« Landbund, der jeden versuch zu einer tariflichen Einigung zwischen Besitzern und Landarbeitern in der schamloseste» Weise hintertrieb. Eine Konferenz dep KreiZtagSabgrordneten, Stadtver- ordneten und Gemeindevertreter der S. P. D. faßte in Stralsund folgende Entschließung: „Die besondere» Berhältnisse Pommern» mit der noch immer dominierenden Junkerherrschaft erfordern ans das drin- genbste die baldmöglichstc Ernennung ciueS neuen RegicrungS- prässdente» für mrferen Bezirk und die Neubesetzung aller Land- ratsämtrr, da hier nur tatkräftige Sozialdemokraten i» Frage kommen dürften." In Anklam ist her Generalstreik ausgebrochen. Fast astx zz�. triebe sind stillgelegt, bis auf das Wasserwerk. Wie der Streit zustande kam.» Weiter erfahren wir über den Streik: Die Brennpunkte der ganzen Bewegung liegen in der Provinz Pommern. Uebcrall osrt. wo den berufenen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden die Bildung paritätischer SchlichtungSauSschüffe möglich gewesen ist, b:c die Festsetzung von Tarifverträgen zwischen beiden zu erledigen hatten, haben Streiks bisher nicht stattgefunden. In der Provinz Pommern ist durch den Pommerfchru Landbund die Bildung von Arbeitgeber- und Arbcjtnchmerverbänden hintertrieben worden. Hierdurch ist naturgemäß einer kommunistischen Agitation für einen Lcmdarbeiterstreik der Boden bereitet warben. In den meisten Fällen ist die Grundlage der Forderungen der vom Scndwirtschahs- Ministerium aufgestellte Mustertarisvertrag. der den örtlichen Per- Hältnissen angepaßt wurde. T«tz es zum Streik gekommen ist. liegt meist an den Arbeitgebern, di« durch ihr Verhalten daZ Zustandekommen eines Tarifvertrages vereitelt baben. Tie Be- cnhigung der Streiks ist in sehr dielen Einzelfällen bereits nach wenigen Stunden, durch Verhandlungen erzielt worden, nur selten waren Tage zur Verständigung zwischen Arbeitgebern und Arbeit« nehmern notwendig. Von einer Bedrohung der Ernte durch die Streiks kann nicht die Rede sein. rlöschen des ostpreustisisten Laiidarbe'terstreifH. Berlin, 15. Juli. Aus Mohrungcu in Ostpreußen erfahren wir: Der Streik ist erloschen; er hat etwa acht Tage gedauert und rrstveckte sich auf etwa 70 Ortschaften. -i-re ivordernnge» waren in den verschiedenen Ortschaften ganz verschiedener Natur. Z. B. wurde iu einzelnen der Streik damit motiviert, daß zuviel Aussichtsbeamte vor- wurde eine Teuerungszulage gcsordert n." �"teprriode. Uebrr diese Forderung wird � ��«tgeber« und Arbcitnehmcrorgauifatumeu ul.Komgsberg noch verhandelt. Es ist in einzelnen Fälle» rü gekommen, indem d'rjcnigen, die sich dem«tcht anschficssen wollten, verprügelt worden rätc' dÜld entwenbei � �sedrungen und Sor-j verhanölungen über ö!e Heftellungen von Arbeitern in Versailles. Berlin, 15. �uli.(Tclcunion.) Wie die deutschen Delegierten au» Versailles mitteilen, sind die Verhandlungen bisher von feiten der All'.'erten durchaus in konzilianter Form geführt worden. Sach- lich bestehen sie aber auf der genauen Durchführung sämtlicher Paragraphen. Besonderes Gewicht legen sie auf die baldig« Stel- lung von freiwilligen Arbeitern für den Wiederaufbau. Auf die Schtvierigleuen. die die Stillung von solchen freiwilligen Arbeitern Deutschland verursachen würden, wie dies von den deutschen Tele- gierten auch zum Ausdruck gebracht wurde, könne nicht eingegangen werden. Der Vorsitzende der französischen Abordnung erwiderte, daß Deutschland alle? tun müsse, die für diese Zwecke benötigten Arbeiter zu stellen. Ferner wurde von den Alli'erten bei der beut- scheu Delegation dahin gewirkt, die nötigen Schritte für die im Friedensverträge vorgefchcnen deutischen Kohlcnkefcrungen zu vevanlassen._\ Die französischen Genoften lehnen ab! Der Nationalavsschnst gegen Ratifizierung. Paris, 15. Juli. Der Natioualausschust der Sozialisten beschloß mit 1420 gegen 54 Stimme» bei 501 Stimmeuent- haltnuge«, die Ratifizierung des Friedensvertrages abzulehnen. Von Sozialisten durste ein anderer Beschluß nicht er- wartet werden. Befremdlich bleibt nur die hohe Zahl der Stimmeuenthaltungen._ �rbeiteraktwn in Norwegen. K-penhase», 15. Juli.(Eigener Drahtbericht de?..Vorwärts'.) Die norwegisch,! Arbeiterpartei und die gewerkschaftliche Landes- organisation haben gestern gemeinsam einen Aufruf an die no:« wcgischcn Arbeiter erlassen, am 21. Juli, an dem Tage, an dem die Arbeiterpartei der Entente in einen Generalstreik eintrete, gleich» falls eine Kundgebung der Arbeitseinstellung zu veranstalten. Es sollen Massenversammlungen in ganz Norwegen abgehalten werden. ES heiht in dem Ausruf, daß da§ Ziel sei: 1. unseren Einspruch gegen die schädliche Verletzung'txi freien DelbstbestimmungSrechtS der Völker seitens der Entente durch den Einfall in Rußland zu bekunden; 2. unserer eigenen Regierung«ine ernste Warnung zu erteilen, daß auch sie sich in keiner Weise an der feindlichen Haltung der Entente gegen das neue Rußland beteiligen darf; 3. die Arbeiter zu einer machtvollen Kundgebung für folgende Forderungen zu bereienen: gerechte Wahlordnung mit sofortiger Neuwahl, vollständige Auflösung de» Militärwesens und Sozialifie- rung des Wirtschaftslebens. vie Weltorganisation öer Nahrungemittsl« Versorgung. Amerika gegen den englischen Vorschlag. Haag. 15. Julii lH. N.) Amerika habe dem britischen Plan der Organisation der NahrungSmittelverlorgung noch nicht zuge« stimmt und. werde dazu auch nickit geneigt sein, denn die Ameri- laner wollen nicht länger als notwendig einen Teil der Verant« wortung der europäischen Angelegenheiten tragen oder Europa in amerikaiiil'chen Angtlegenheiten einen Einfluß einräumen. Der LebenSmiltelkontrolleur Robert teilt mit. die Regierung habe be« schlössen, das Lebensmittelamt seine Arbeit fortsetzen zu lassen, um während deS Winters Vorräte. Vreile und Verteilung der wichtigsten Lebensmittel zu regeln. Brot, Fleisch. Fett. Milch. Butler, Marga- rm« und Eier sollen hierbei eingeschlossen sein. Robert hofft jedoch. daß«ine Beschränkung de« Konsums und Wiedereinführung des RationierungSjhftemS nicht notwendig sein werde. Kunögebung ües italienischen Miniftersttitti Einigkeit der Alliierten, Eewalt gegen innere Unruhe«. R»m, 15. Juli. Nitti sprach in der Kammer über die auswärtige Politik und billigte die Aueführungen Tittonis. Uebcr die Ergebnisse der Pariser Konferenz erklärte er. daß die Grenzen im Norden bekannt seien und daß die�Rcgicrnnz alles tun werde, um gegen Ilmtriebe zur Trennung der Alliierten zu kämpfen; sie werde, wenn nötig, gegen die Presse mit den schärfsten Mitteln vorgehen.—' Von dem geplanten Streik am 20. und 21. Juli sagte Nitti, die italienischen Ar- beiter ljätten dazu am wenigsten Anlaß, da sich Italien weder gegen Ungarn, noch geaen Rußland beteiligt habe. Es feien alle Maßnahme« getroffc«, um Unruhe» im Keime zu er- sticken._ Streik üer Nerv-Zorker Werftarbeiter. Haag, 15. Juli. Au« New Aork wird gemeldet: DaS Schiff- fahi»Samt hat sich vergebens bemüht, den Streik der Werftarbeiter! zu verhindern. Der Streik ist heut« ausgerufen worden. Streiks in öer Lanöwirtsihast. Zu allem Unglück, das über Deutschland hereingebrochen ist, drohen jetzt noch in vielen Teilen des Reiches Streiks der Landarbeiter, die das Einbringen der Ernte, aus die dos darbende Volk hofft und wartet, gefährden. Wen« die Ernte nicht in die Scheuern gebracht werden kann, wenn sie, allen WitterungSeinflüssen ausgesetzt, auf den Feldern liegen bleibt, dann müssen unermeßliche Werte und die ein- fodisten Garantien für den Fortbestand der physischen Existenz des deutschen Volkes zugrunde gehen. Streiks der Land- arbeiter bedeuten aber nicht nur große Verluste an Feld- fruchten, sondern auch an anderen landwirtschaftlichen Pro- dukten. Die ganze Viehhaltung. Biehpflege und Fleisch- Produktion nruß durch spontane Arbeitseinstellungen auf dem Lande erschüttert und gefährdet werden. Die industriellen Streiks treffen uns darum so hart, weil jeder Streiktag ein verlorener Produktionstag ist, und weil wir so arm geworden sind, daß wir nicht eine Produk- tionsstunde entbehren können. Notwendiger als indu- strielle Produkte, soweit diese nicht zum unimttelbaren Ein- tausch gegen Lebensmittel bestimmt sind, ist aber die Sicher st ellung deS für die Ernährung der Bevölkerung Notwendigen. Wr stehen am Rande unserer Lebensmittelreserven, und nur die kredit- mäßige Zufuhr ausländischer Lebensmittel vermag uns noch vor dem Schlimmsten � zu behüten. Kommt in erheblichen Teilen des Reiches die Ernte nicht herein, so werden wir eS das ganze Jahr an unseren Nahrungsmittelportionen spüren, und viele Menschen werden an den Folgen davon im Laufe der Zeit bis zur nächsten Ernte zugrunde gehen müssen. Erntestreik ist unmittelbare Lebensgefahr für unser Volk. 'Schon jetzt erreichen uns Meldungen von Streiks in der Landwirtschaft. An diesen Meldungen mag viel Tendenz sein, viel Geschrei, das die landwirtschaftlichen Grundbesitzer nur darum erbeben, um zu alarmieren. In den von diesen Streiks betroffenen Gegenden steht die Ernte noch bevor. Aber die Gefahr von Landarbeiterstreiks darf darum doch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Nach Mel- düngen, die seit Wochen bei uns einlaufen, steht fest, daß politische Agenten der linksradikalen Kreise unter der Landarbeiterschaft für die Gefährdung der deut- scheu Ernte wirken, um durch die Erschütterung unserer Nah- rungsnüttelversorgung außerordentliche Notzustände und da- mit die Grundlage für innerpolitische Unruhen zu schaffen. Gegen solche Elemente mutz eingeschritten werden. Aber es ist unrichtig, die Streikgefahr in der Land- Wirtschaft nur unter dem Gesichtswinkel der politischen Hetz« zu betrachten. Die Landarbeiterschaft befindet sich tatsächlich in wirtschaftlichen Verhältnissen, die eher alles andere als rosig sind, und die dringend einer Verbesserung bedürfen. Die Landarbeiter sind vielfack auf Deputat, d. h. auf Entlobnuug in natura gestellt. Durch die Zwcmgsbewirt- schaftung der landwirtschaftlichen Produktion aber kann ikmen nur der Teil an Produkten ausgegeben werben, der der amt- lich festgesetzten Ration entspricht. Der restliche Teil muß ihnen zu den gesetzlichen Höchstpreisen in Geld ausgezahlt werden. Die dadurch an den Landarbeiter fallen- den Geldbeträge sind aber durch die viel stärkere Verteuening der industriemäßig hergestellten Lebensbedürfnisse: Kleider. Schuhwerk, Genußmittel, viel zu gering, um die begründeten Bedürfnisse befriedigen zu können. Es muß also eine höhere Geldentlohnung für die Landarbeiterschaft gefordert loerden, wenn ihre Existenz in erträglichen Grenzen gehalten und wenn ihre Arbeits- freude und ihre bekannt« Arbeitswilligksit nicht gefährdet werden sollen. Was nützt es dem Landarbeiter, wenn er auf dem Papier viele Zentner Kartoffeln, eine große Menge Roggen, so und so viel Liter Milch und andere schöne Sachen erhält, wenn rhm in Wirklichkeit aber nur.las zur Ernährung Notwendige gegeben wird, und wenn er mit dem nach den Höchstpreisen festgesetzten Wert der beschlagnahmten Produkte sich Jndustrieartikcl kaufen soll. Die Getreidepreise sind nach den jetzigen Erhöhungen gegenüber den Friedenspreisen mn etlva 100 Proz. gestiegen. Die Industriewaren aber sind ums mehrfache teurer als m ffüberen Zeiten. Die Landarbeiter- sclwft leidet an Bekleidungsstücken und HaushalwngSgegen- ständen weit mehr Not, als irgendeine andere Arbeiter« kategarie Deutschlands.' Wenn'den Landwirten jetzt eine 3Iprozentige Erhöhung der Getreidepreise zugesprochen worden ist, so bedeutet daS für die größeren und Großgrundbesitzer, deren Grund und Boden meist seit pichen Jahren schon in ihre« Besitz ist. eine Erhöhung der Grpndrevte, die sie nicht etnse&g nur für ihren per�onNHen vorteil schlucken dürfen, sondern von der sie ihren Arbeitern so viel abgeben müssen, als diese für ihr, der ganzen Nation wichtiges Leben notwendig haben. Es ist darum ganz am Platze, dag man dort, wo der böse Wille und der n a ck t e P r o f i t st a n d p u n k t in der Landwirtschaft vertreten wird, fest und entschieden den Daumen aufdrückt. In unserer schweren Bolksnot muß jeder sein Bestes für die Rettung der Allgemeinheit hergeben. Wer sich dieser Pflicht entzieht, soll die ganze Kraft der staatlichen Macht- mittel zu spüren bekommen. Wir hoffen, daß die Regierung sich entschlossen auf diesen Standpunkt stellt und den Agrariern unzweideutig klar macht, daß die Schädlinge des Lölkes getroffen werden, gleichviel in welchem Lager man sie antrifft. Was an den Streiknachrichten, die jetzt herumgehen, an Alarmtendenz steckt, richtet sich gegen die Lrgoni- iation der Landarbeiterschaft. Es kann gar keinen Zweifel geben, daß der in der Landarbeiterschaft er- wachte Wille zur Organisation und die Erlösung der Land- . rbeiterschaft aus den Fesseln der beschämenden Mittelalter- lichen Gesindeordnungen, die Agrarier in ihren Profit nter- essen stark beunruhigen. Dabei muß betont werden, daß ge- rade die Organisation der Landarbeiter dw einzige Moglich- p:it ist. in diesen aufgeregten Zeiten auch in der Landwirt- lchaft sichere Verhältnisse zu schaffen. Unorganisierte Arbeiter allen viel leichter hetzerischen Einflüsterungen und Putsch- bsichten zum Opfer als solche, die durch den Rahmen der ge- werkschaftlichen Disziplin zusammengehalten und unter die n'-raniwortliche Führung ruhiger und überlegener Menschen gebracht werben. Der Landarbeiterverband hat die Absicht, durch die Orgauisierung der Landarbeiter die Lebensbedingungen des Landprolstarrats aui ein« höhere und dm berechtigten Bedürfnissen dieser Arbeitergruppen befriedigende Basis zu bringen. Er läßt sich gleichzeitig von der Verantwortung gegenüber dem Volksganzm leiten. Sein Bestreben, mittels Tarifverträge in der Landwirtschaft feste der- lragsmäßige Arbeits- und Lohnnormen durchzusetzen, bedeutet in Wirklichkeit die beste Garantie vor putschistischen Gefährdungen der deutschen Ernte. Die Landwirte müssen zur Einsicht kommen, daß die Zeiten patriarchalischer und manchmal sehr iibel gewesener Herrschaft über die Landarbeiter vorbei sind. Dia Landarbeiter sind frei, sind nicht Sklaven wie früher, sind Menschen, deren Interessen ebenso geschützt werden müssen, wie die aller anderen. Man hört allenthalben von Vorbereitungen, um jede Erntegefährdung zu verhindern. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden. Wir möchten aber nawdrücklich davor warum, daß, soweit es sich um m i l i t ä r i s ch e Maßnahmen handelt, diese blind und ohne Berücksichtigung der jeweiligen Verhältnisse gegen die Landarbeiterschaft gerichtet werden. Man muß Schutz gegen Auswüchse schaffen. Man mutz pro- pagondistische Tätigkeit mit offensichtlich politisch der- jrecherischem Hintergrund unterbinden. Da aber, wo es zum Streik kommt infolg« der Starrköpfigkeit der landwirtschast- l;dhen Unternehmer, da, wo diese lieber die Feldfriichte der- werben lassen, als dm berechtigten Wünschen der Arbeiter- ichast und ihrem Freiheitsbedürfnis mtgegenzukommen, da müssen diese so scharr angepackt werden, daß ihnm und ihren Geisiesverwandtm n f ü r a l l e m a l die Lust vergeht, sich außerhalb des Pflichtenkreises zu stellen, dem sich jetzt jedermann im deutschm Volke fügen muß. 24 ftünötger Generalstreik in Zrantreich. Ter VerwaltungSrat der französlscheu Gewerkschaften pro- klamiert für de» 21. Juli eine» eintägigen Generalstreik. Der Vetionalrat der sozialistischen Partei hat ihm zugestimmt. jftus üem Klamottenwagen öurch Serlin. Ein Epilog von Alwin Rath. Endlich— mit schweißrcgnendcm Gesicht, nassem Taschen- uch. schlotternden Füßen, heißgelaufenem Kolbengestänge in. dem ■�ugeUapet der Hüsten— komme ich am Spittclmarkt an» fast pittelreif. Huje, die« Regnen aus dem Gesicht! Wie am End« clner Tragödie. Und eS ist erst der Anfang. Eine Wagenburg! Ueberzappelt von Menschen. Bestopft nur Menschen. Ein futuristisches Erreikbild. Alles quetscht dar- auf quer nach dem Bordstein ran, der in die Leipzigcrstraße hin- Vn sich Luft macht vor den Pferdehusen, den knirschenden Rädern, dem Menschengetrampel. LlleS ist bereit da hineinzusprengen rn die Leipziger, liegt wie beräderte Tiger auf der Sprunglauer: schwere, wuchtige Transportwagen, leichte zapplige nerdöS chlickernde Kabrioletts, altbürgerliche, gediegene, wie schwere Kon- alen sich ausnehmende MietSdroMen, und seltsame, sonst rne in Berlin gesehene Monstra, drollige Berkuppelungen, die aus. sehen, als Hecke ein Omnibus mit einer Sommerlutsche. Aber «o will sich leine Lücke in dem reißenden Strom der menschen- desetzten Vehikel zeigen, die mit der Sturmkraft eines zivilen Zanlangriffes unwiderstehlich, uneinrennbar aus der Leipziger sich herauswälzen. Eine unendliche Kette von kreisenden Rader- feigen, fliegenden Pferdemähnen, triefenden Regenschirmen und geschwollenen Schreien, geschwollen wie die Btasenferkel dom Jahrmarkt, Schreien, die allerhand Plätze in Berlin zum Besten geben. „Leipziger Platz— Wittenberg-Platz",„Molkenmarkt— Alexandcrplatz— Frankfurter Allee" schnörkeli eS sich in ungelenken, halbverwischten Kinderbuchstaben über die Seiten- lackierung der Wagen in reaenverschwommener Kreide.„Gen- darmenmarkt— Stettiner Bahnhof",„HallescheS Tor— Kreuzberg",„Victoria-Luife-Platz— Kaifer-Wilholm-Platz",„Dönhoff- Platz— Anhalter Bahnhof",„Siollendorf-Platz-- Savignyplatz": auf allen Radien der Windrose spritzen sie gemäß ihrer Kreide» tünche durch daS Steinmeer. Selbst in den Tiergarten und nach dem Heilquell da draußen in Grünau sind sie bereit, Berliner Kurgäste zu tragen. Aber nach dem eigentlichen Gesundbrunnen will mich keiner hinauZlotsen. Von Gefährt zu Gesährt wanke ich. Meine schweiß- und regenübcrregnete Brille will kaum mehr einen suchenden Ber- zweiflungSblick durch die blinstrigen schwimmenden Gläser durch- lassen. Hoffnungslos, schweißregnend, fuhlahm. schlotternd und mit heißgelaufenem Kugellager in der Hüfte suche ich Haltung zu bewahren. Taumle aber mehr als daß ich gsch« in meiner . Einmütigen Hoffnungslosigkeit umher. Und mit mir taumelt ein kleiner Koffer, mit einem kleinen Zentnergewiöht. Ja, ich labe Muskeln, sonst spiele ich mit einem Zentner wie einst der Zar mit dem Szepter. Aber jetzt hängt er sich doch in die Finger lnnein wie daS Gewicht von Republiken an Monarchen. Von Eaputh bis zum Spittelmarkt, mit einem Zen:ner?ofser, da ist man ein entthronter Monarch, ist man spittelreif. Da«ine krähende Knabenstimme, hell, frisch, klar, kristallen wie vom Gesundtzrunnew überrieselt:„Aleranderp latz-— Gesund- bwtznnen!"...>... �rwakers vo!ksrettuny. Ein Allventschsr nennt die deutschen Prinzessinnen Dirnen und Schandweiber. Einem fürchterlichen Attentat auf die Existenz des deut- schen Volkes ist ein sicherer Arwaker auf die Spur gekom- men, der in der„Deutschen Zeitung" gleich den berühmten kavitolinischen Gänsen sein warnendes Geschnatter ertönen läßt. Gräßliches plant die Entente gegen uns: sie will die germanische Rasse ausrotten, indem sie die Deutschen lang- sam aber sicher in ein Mischvolk verwandelt. Doch hören wir Herrn Arwaker selber. Er schreibt: Einhvnderiundvicrzig Amerikaner haben um die Genehmi- gvng nachgesucht, in Teutschland eine Ehe eingehen zu dürfen. Elnkundertundvierzig„deutsche? Frauen und Mädchen wllrdi» gen sich zu Dirnen herab, um den Mördern ihrer Brüder die Hand reichen zu können. Eine Unzahl weiterer solcher Ehe- schlichungen soll in Aussicht stehen... Michel, Hab acht! Nicht der Sckändfriede droht dir mit Untergang, nicht das Treiben politischer Hochstapler vom Schlage der Scheidemänner— sondern die Rassenschande mit ihren Folgen. Du, deutsches Volk, sollst ein Mischvolk werden, zusammengesetzt auS den Kreuzungen der ganzen Wcltmenagerie der feindlichen Kulturträger— das sicherste Mittel zu deinem Untergang. Schon spielen galizische Schnorrer in deinem immerhin noch reinen Hause die Herten! Mit dem letzten Satz ist Arwaker bei seinem eigentlichen Thema angelangt. Unter der Hand verwandeln sich ihm die 140 Amerikaner in 10 000 Juden, und Herr Arwaker schimpft und stöhnt über die Hardenbergsche Reform, die dem deut- schen Volk das Gift ins Blut geträufelt habe, indem sie „eine fremde Rasse bevorrechtete". UebrigenS steht Herr Arwaker mit seinen Rasseängsten nicht allein da.. Uns sind in letzter Zeit mehrfach seltsame Flugblätter in die Finger gekommen, in denen deutsche Frauen und Mädchen vor dem Verkehr mit„Negern, Mon- golen, Juden und sonstigen Rundschädeln" gewarnt werden, weil das den sicheren Tod für sie bedeute! Denn die deutsche Frau sei nun einmal so gebaut, daß sie nur s ch m a l s ch ä d l i g en Kindern das Leben geben könne, an der Geburt rundschädliger Kinder aber müsse sie unfehlbar zugrunde gehen! Aehnliches schwebt auch Herrn Arwaker vor. Denn er schreibt:„Wir wehren unS mit allen Mitteln gegen daS Eindringen des Blutes von Negern, Franzosen, Indianern, Tonkinesen, Vankees und anderer Kultur- träger". Und wie wehren sich Arwaker und Genossen! Man höre: Jene Schandweiber mögen ibre ,Liebes"-Dündmsse schließen. Aber wir lehnen die Aufnahme solcher Paare in unsere Volksgemeinschaft ab. Jeder Deutsche, der ein letztes Restchen Stolzes sich de- wahrt hat, muß es sich zur unverbrüchlichen Pflicht machen, jene Schandweiber und ihren Anhang von jeglicher, aber auch von jeglicher Berührung mit seiner Person; sei eS nun rein persönlich oder geschäftlich, auszuschließen. ES gibt keine Form der Verachtung, die stark genug wäre, diesen Besudlern der eigenen Rasse ehre sittliche Verkommenheit vor Augen zu führen. Zu jenen sittlich verkommenen Dirnen und Schand» Weibern, gegen die Arwaker wettert, gehören ja nun in erster Linie die ehemals deutschen Prinzessin» n e die in größter Zahl ausländische Fürsten geheiratet haben. Wir nehmen daher an, daß Herr Arwaker die Revo- kution vom 9. November 1918 sehr begrüßt, durch die sich das deutsche Volk„von jeglicher Berührung mit diesen Per- sonen ausgeschlossen" hat. Oder sollte er etwa nicht...?! Aber eins vermissen wir in Arwakers trefflichen AuS- führungen. Warum wettert er nur gegen die Schandweiber und Dirnen, die Ausländer heiraten, warum nicht auch gegen die Männer, die das Gleiche tun? Etwa darum. Mein heißgelaufenes Lager macht Halt. Der Zentner ächzt hinauf. Ich verhandle-schnaufend und regnend um den Pre-.S. Ein Kistchcn wird hingestellt» als Treppe. Wie eS sich elysisch sitzt, auf einem feldgrau bedeckten Brett, a?S weiches Sophapolster das harte Rückenskelett einer krummen Alten hinter sich und cm Nacken gekitzelt dom rotkorierten Bettzipfel, der über da? tür- kifche, scharlachen und fafran gefärbte Schultertuch der Alten herübersieht. Der kleine infcmteriebemützte Blonde kräht, kräht mit der Ausdauer der kleinen Hähne. Und fünf bis sechs Gcsundbrunner kräht er endlich zusammen. Da klettert die Kiste herauf. Und der Bettzipfel beginnt wieder zu kitzeln. Und wie! Unterwegs krümelt sich noch ein neuer Gefundbrunner herauf- Ja, der kleine Hahn versteht sein Krähen! Am Alexanderplatz aber ist im Ru volle Besatzung an Bord. Die Pferde ziehen schon wieder an. Da schreit es jenseits des Bettzipfels wie ein Schrei aus dem Kindbett! Mein weichendes Sophapolster läßt mich hintüber fallen. Als ich wieder ins Lot gekommen bin und meine Absätze wieder auf dem Wag?.n, sehe ich, man zieht mit vier Armen noch eine knöcherne Alte herauf. Dann klettert ein Herr herunter und liest die Zwiebeln auf, die nicht mit wollten. Tut sie in da? Netz der runzlig lächelnden Dame zurück, die mit der Warze auf der Nase dankbar nickt. Ein ande- rer Herr in Zplinder und Totenkranz steht auf, macht dem Zwiebelnetz Platz, setzt sich auf den Wogenrand. läßt die Beine herunterbäpgcn un!> daneben den Totenkranz. Am Rosenthaler Tor springt eine junge Dame vom Wagen. Sie ist gelenkiger als mein Koffer. Sie ist schwerer als mein Koffer. Denn als sie auf die Kiste platzt, tracht eS plötzlich. Plötzlich mächt die gelenkige Dame mit dem linken Fuß an der Erde merkwürdige bastige Hüpfversuche. Dabei läßt sie die Kiste nicht dom rechten Fuß, als wolle sie damit durchbrennen, als wolle sie Brennholz stibitzen. Gleich darauf aber zieht die ihrem Herrn treue Kiste sie zu Boden und dabei sickert etwas Weißliches aus der Rocktasche der jungen Dome. Sie schaut traurig darauf nieder, als die Kiste sie losgelassen hat und auS einem schwarzen Loch mißtrauisch zu ihr hinauf schielt. Das Weißliche, das meinen Augen wie Kalktünche erscheint, soll aber ein Tierprodukt sein, von einem Tier stammen, das Kuh beißt, soll nahrhaft sein und einmal den Namen Milch getragen haben. In der Brunnenstraße laviert immerzu ein anderer Kla- mottenwagen vor uns herum. Wir wollen nach rechts drum her- umfahren. Er fährt nach rechts. Quetscht uns zwischen dem Bordstein und seinen Rädern so in die Eng«, daß wir fast ken- tern. Gefluche zwischen den Kutschern! Gekeife zwischen Sen Boichgästen! Drohen mit den umgedrehten Peitschen zwischen den Kutschern! Nachher, als wir uns dom Feind« glücklich gelöst haben, wollen wir links drum herum fahren, wo ein Gärtnerbursche ein Blumenbrett voll roter Geranienstöcke reizend am Wagen» rond hingarniert � hat. Merlwürdia, daß die Geranienstöcke an unS hängen bleiben, wie vorher die Kiste an dem Damenbein. Klirrende Scherben an der Erde. Rote zersetzte Blumen da- neben, wie Ankündigung von fließendem Blut. Plötzlich hängen wie ein futuristisches Gemälde die Kutscher aus dem Pflaster durcheinander: mit stoßenden Armen, fegenden Peftschenstieleu, weil sich dann die Alldeutschen von jeglicher Derüsirnn?! mit ihrem Hauptführer, dem Grafen Reventlom, aus- schließen müßten, der bekanntlich eine F r a n z ö i i n zur Frau hat— und Arwaker stellt ja die Franzosen zwischen Neger und JndiansrI Oder hat sich Arwaker noch zur rechten Zeit erinnert, daß der vorletzte deutsche Kaiser eine Engländerin zur Frau hotte? Aber ! was dem einen recht ist. ist dem andern billig, und Arwaker wird nach seinen Grundsätzen nicht umhin können, auch den Hohenzollern und dem Grafen Reventtow„diesen Besudlern der eigenen Raste ihre sittliche Verkommenheit vor Augen zu führen"._ Austritt öer Unabhängigen aus üem fuchungsausschuß für üie �anuar-Unruyen. Wie die P. P. N. hören, hat die Fraktion der Unc:l.häng'>?n Sozialdemokratie in der Preußischen Landesversammlung be- schlössen, ihre Vertreter aus dem Untersuchungsausschuß wegen der Unruhen im Januar 1919 zurückzurufen und sich an den Arbeiten d.s Ausschusses nicht weiter zu beteiligen. Als Vorwand für diesen Entschlug will sie eingeben, daß einige Zeugen zu den Januarereignissen vernommen werden sollen, die nach den Angaben de» Berichterstatters von der Tarstellung Eickhornö sehr abweichende Angaben machen werden, ohne daß Elchhorn bei diesen Vernehmungen zugegen sein könne. Bisher sind mit Ausnahme des Zeugen Kaufmann Fernbach, der wiedsrholi zu den Vernehmungen hinzugezogen wurde, joeil der Ausschuß Mitleid mit dem durch den Verlust seines Sohnes besonders schwer betroffenen Mann hatte, von dem Ausschuß noch niemals ver» nommene Zeugen zu den Aussagen anderer Zeugen hinzugezogen worden, sondern es hat stets erst der Ausschuß nach der Verneh- mung der Zeugen, soweit er dies für noiwendig hielt eine Gegen» übcrstcllung beschlossen. Im Falle Eichhorn Härte sich die Verneh- mung der Heugen in Anwesenheit des früheren Polizeipräsidenten nur in einer Nachtsitzung ermöglichen lassen, die sich an eine bereits zwölfstündige Tagung angeschlossen hätte, und dann wären auch noch Dutzende Zeugen zu diesen Ereignissen übrig geblieben, die noch immer in Abwesenheit Eichhorns vernommen werden mußten. Deshalb hat der Ausschuß am vorigen Mittwoch die Abhaltung einer Nachtsitzung abgelehnt und dieser ge- schästsordnungSmäßige Zwischenfall muß nun den Unabhängigen dazu herhalten, sieb von dem Ausschuß zurückzuziehen. Die wahre Ursachr dieser Taktik liegt natürlich in einem anderen Felde. Die Unabhängigen haben seinerzeit ungestüm auf die Einsetzung diese? Ausschusses gedrängt, haben aber an seinen gründlichen Arbeilen nicht entfer nt daS Vergnü- gen gesunden, das sie sich versprochen hatten, und nicht im ge- ringsten den Erfolg gehabt, den sie vor schwachen Vorsitzenden, un- genügend eingearbeiteten Staatsanwälten und verängstigten Ver» schworenen im Ledebour-Proz.ß und im Prozeß de? Roten Sol- datenbunde? erziel! haben.- Deshalb waren die Unabhängigen schon seit Abschluß des Lodcbour-Prczesses bemüht, die Arbeilen des UntersuehuiigSauzschusseS zu sabotieren. Sie stellten unsinnige Beweisanträge, welche ohne jeden Erfolg lediglich die Arbeit des Ausschusses um Monate verzögert hätten und waren trotz'aller Aufforderungen zur Vorlegung ihrer Beweise und Nennung ihrer Z.euge» nicht zu be» wegen. Unter diesen Umständen wurde ihr Ausscheiden auS dem Ausschuß schon seit langer Zeit erwartet und eS fragt sich nur, welche Gelegenheit sie dazu wahrnehmen würden, da ihnen der Ausschuß keine bot, haben sie sich nun eine gemacht. Aber ihre Taktik ist zu durchsichtig, als daß sie, außer bei cinge» schworenen Unabhängigen, Eindruck machen könnte. Die Rückkehr ü?r Kriegsgefangenen. ' I» der nächsten Woche werden auS Frankreich proste Ge- fangenentranSporte erwartet. Tic für Nordwcftdeutschland be- stimmten Züge werden über Düsseldorf geleitet. Vom Semmel- lager aus gehen sie über Haspr. Von dort soll die tkutlassunz drr Kriegsgefangene» in die Hchmat erfolge«. Tie Londoner„Daily News" melden, daß der Abtransport der deutsche» Sriegszcsangenen aus England am 1ö. Juli beginnen wird. In den nächsten 14 Tagen werden 52 900 deutsche Gefangene über Holland heimgeschickt. tretenden Füßen, sausenden Fäusten, aufspleißcnden Röcken, spritzenden Schuhnägeln. Und an einem Peitschenstiel hängt plötzlich der Zrlindcr von dem Herrn mit dem Trauerkränz. wie vorher die Kiste an dem Damenbein. Was gehen den Trauer- kränz auch die Geranienstöcke an! Man soll sich nicht in Kutscher- fnturismuS hineinbegeben, wenn man auf dem Weg zum KnochenfuturiSmuS ist. Neben der Ankündigung fließendes Blute? auf der Erde strömt eS: aus einer traurig hängenden Nase, die blutigq Flüche ausstößt. Beim Nebergang don der Brunnen- in die Badstraße,'wo der Pflasterdomm einen' Buckel hochhebt, wie ein Riesensaurier, kriegt der Wagen die Aengste. Er schleift so schon sockmüde. Jetzt hält er plötzlich, wie erschreckt vor dem Buckel. Im gleichen Mo- ment krackst etwas dagegen. Ein Knattern wie von gebrochenen Radspeichen höre ich noch. Dann fühle ich enrsebst, wie mein Sophapolster urplötzlich wcgkippt, fühle mich selbst wegkippen, die Beine kochwcrsen wie vorher, den ganzen Wagen kippen, und dann liege ich auf dem Bett in den Unterröcken der allen Frau. Wie sie mich anstarrt! Als könne ihr was geschehen! Ich bin geistesgegenwärtig und zittere situationSgemäß— o Hamlet! wst einem gewissen Lächeln:„ES ist ein schöner Gedanke, zwischen Mädchenbeinen zu liegen". Sie schlägt mir mit dem Zwiebeine? ihrer Nachbarin ins Gesicht, an dem sie vergeblich Halt gesuckr ha:. AIS wir auf dem Pflaster Verstreuten uns aus dem Schiff- bruch, dem Radbritch erholt und erhoben haben, sehen wir den mit der blutigen Nase und den Geranienstöcken triumphierend und lustig mit der Peitsche knallend dor uns davonjagen. Notizen. - Theater.'.Di« Tribüne" sDirektion Franz Weng ler) hat Friedrich Meilinger als Direkror-Berireler und Regisseur verpflichiet. - Eine Ausstellung zur Bekämpfung der Ge- schlechtSkrantheiten veranstaltet daS National-Hvgiene. Museum in Dresden in Gemeinschaft mit der Ortsgruppe Leipzig der deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der GeschlechlSkrank- heiten vom 18. Juli ab in der Meßyalle am Markt. — Der Verband Deutscher B ü h n e n schr i f t stel- ler und Bühuenkompo niste n weist zur B-sertlgun.z p«, Ätthverständnisscn über den Tarifvertrag: den«r mir dem Deutschen Bühnenverein geschlossen hat. aus folgende Tatsachen hin: Di« früheren einschränkenden Aufnahmebedingungen sind durch die neuen, völlig veränderten Satzungen deS Verbandes aufgehoben- Es heißt in diesen wörtlich:„Mitglieder deS lBerbandes können werden: Urheber von Bühnenwerken, dre in einem Theater. daS -um Deutschen Bühnenverein gehört, zur öffentlichen Aufführung oder von einem Mitglied der Vereinigung der Bühnenberlezer zum Bertrieb angenommen worden sind." Ter Jcchresbeirrag (SO M.) kann in besonderen Fällen gestundet werden. Hierzu bemerkt der Verband rn einem Rundschreiben: Weder Anfängersckaft noch Mittellosigkeit schließt also vom Beitritt im Gegen'eil, der Verband erstrebt den Anschluß aller BerusSganosscn, zu dem Zweck, sie rn ihrem Berkehr mit d« Bühne wirtschaftlich und rechtlich zu stützen und zu schützech Kekegsbetzer überaU. IB. Juli. Wi?„Taill, News' meldet, hielt Nr Dougsns Sriixs in Lberdeen eine Re.de> in der er erklärte, jeder d�rcinwachsl'nde junge Engländer müste>m Gebrauch de» Ge- wehre» unterwiesen werden, damit, wenn„die nächste groye Probe ramm«, wie sie eines Tage» sicher kommen werde', England eine Jia.ton m Waffen sei, bereit und vorbereitet, um sich dieser Probe gewachsen zu zeigen. �..~cr'v,�L1.ttf,enro4 der Preußischen LandeSversammlung bat sich dcchn gemacht, daß die Ferien am lS. Juli beginnen, und dauern sollen. Der Präsident soll allerdings er- machngt werden, nötigenfalls das Hau» schon v o r d e m 1 5. S e v- t e m e e r einzuberufen, insbesondere mit Rücksicht auf die polnische 'eragch?or den Ferien wird noch unter allen Umständen eine dringliche Anfrage wegen de, Landarbeiter st reikS erledigt werden. planwirt�aft unö Sozialifterung. J Vom Genoffen Wissel! erhalten wir folgende Erklärung/! In meinem EnilassungSgesuch an den Reichspräsidenten habe ich betont, daß mich nichts so sehr erschüttert habe als die Tatsache, dag man meinen Plan, den Plan eines Mannes, den tiefstes Eindringen in die Probleme der Zeit und vollste Aufrichtigkeit oberstes Bedürfnis sei, so kurzerhand abgetan habe. In seiner unter der gleichen Ueberschrift, wie sie diesen. Zeilen vorangesetzt ist rm gestrigen.Vorwärts'— Nr. 356, Morgenausgabe vom 15. Juli— erschienenen Abhandlung scheint Genosse Welz den Beweis auch für den Fernstehenden liefern zu wollen, wi? sehr diese meine Bemerkung zutreffend ist: Mit solcher Oberflächlichkeit, wie eS leider Genosse Wels tut. sollte man doch nicht an die Krtik meiner Pläne herantreten. Er hat nicht einmal ge- lesen, was ich geschrieben habe. Ihm sind die Tenkschrift vom 7. Mai, das dieser Denkschrift beigefügte Wirtschaftsprogramm f und dje Anlagen dazu bekannt. Neben den von ihm erwähnten Bemerkungen vom 8. Juli zu dem Wirtschaftsprogramm, die ich den FrckHonSmitgliedern unterbreitet habe, ist der Abdruck dieser Ochriftsätz: vom Fraktionsvorstand in der Fraktionssitzung der- teilt worden. Aus diesen me'nen Bemerkungen vom 8. Juli zum Wirtschafts- prcgramm zitiert Genosse Wels ein-ge Sätze aus dem Abschnitt, der die als Anlage dem Wirtschaftcprogramm beigefügten Grund- zöge eines Gesetzes über den Arbeitsfrieden betrifft. Dieser Ab- schnitt lautet wch folgt: "2ie näbeve Prüfung und etwaige Weiterverfolgung des kin' Gesetz über den Arbeitsfrieden vorzulegen, möchte ich in erster Linie dem Neicbsarbeitsminister'um über- lassen, in dessen Kompetenz die Arbeiterfragen fallen. Vom wirtschaftlichen Gesichtspunkte aus möchte ich nur folgendes be- merken: Jede Aussicht, das deutsche Wirtschaftsleben wieder auf- zubauen und die Lebensmittel und Rohstoffe zu bezahlen, die wir unbedingt einführen müssen, schwindet völlig dahin, wenn das werktätige Volt nicht ungesäumt wiever zu geregelter Arbeit zurückkehrt. Man wird verschiedener Meinung darüber sein können, ob cZ notwendig und zweckmäßig ist, zur Erreichung dieses Zmls gesetzlich« Beschränkungen in der Ausübung des strelkreckst» vorzunehmen oder ob man erwarten darf, daß die Arbeiterschaft auS eiiener Kraft die Misibrauche, die auf dem Gebiete des i-otreikwesens bervorgetreten sind, überwinden wird. Für d?n Fall, daß der Erlaß gesetzlicher Borschriften in Betracht gezogen wird, möchte ich erneut darauf hinweisen, daß die für diesen Verzicht der Arbeiterschaft anzubietende Kompensationen m. E. in einer Sicherung gleichmäßiger Produktion und einer aebr.ndenen GSwinnverteiliing bestehen müssen, wie sie in meinen Vorschlägen enthalten sind. Eine sogenannte Vollsozialisierimg — d. h. eine Enteignung zugunsten des Staa!» oder Fiskalisie- rung— einzelner Betriebe würde m. E. eine geeignete Koni- pensation nicht bedeuten: Mit Micksicht auf die gegenivärtigen Zeilläufe scheint mir die Frage des Eigentums jetzt leider nicht wirtschaftlich im Vordergrund zu stehen. Die Fraae, ob man einzelne Betriebe in das Eigentum des Reichs überführt, dürfte nunmehr in erster Linie nach finanzpolitischen Gesichtspunkten zu entscheiden, d. h. danach zu beantworten sein, ob das Reich mit d-r Enteignung ein gutes Geschäft macht oder nicht.' Aus diesen Demerkuilgen glaubt Genosse Wels die mit dürren Wowen erfolgende Abweisung der Vollsozialisierung.zu- gunsten der viel wirksameren„Gewinnbeteiligung' der Arbeiter' herleiten zu sollen. ist für mich wirklich erschütternd zu sehen, daß man in eine Erörterung meiner Pläne hineinsteigt, ohne sie nur gelesen >u haben. In dem Plane des Gesetzes über den Arbeitsfrieden Ahe;ch für Betriebe, die unter FriedenSgebot gestellt sind— be- nimmt- Gruppen �von Betrieben sollten eZ sein—, die ge- " ir n d e n e Gewinnbeteiligung vor. Diese gebundene � leminnbetelligung sollte die Wirkung haben, daß von dem Teil des hteingewinnt, der über den Satz von 6 vom Hundert des Stamm- kapilals«infchließliS der ausgewiesenen Reservefonds hinaus«r« zielt wird, dreiviertel an einen NeichSfondS abzuführen sind. von dem zwei Drittel für die allgemeinen Zwecke des Reichsfonds, ein Drittel zur Förderung sozialer Aufgaben des Reiches verwendet werden sollten. AuS de» hier erwähnten Reicksfond? sollte die deutsche Gütererzeugung gefördert und dadurch die Be- scoäftigung der deutschen Arbeiterschaft ermöglicht werden. Die gebundene Gewinnverteilung sollte den Gewinn des Unternehmers beschränken: eine Gewinnbeteiligung der Arbeiter und gar eine solche an Stelle der Vollsozialisierung i't nicht vorgesehen. Ich ltelle das fest. Die vom Genossen W e l» an ernep, Nsbenpunkt geübte, auf den Kern meiner Vorschläge gar nicht eingehende Kritik, die die wesentlichsten Tatsacken nicht erkennt und sie vollständig übersieht, d� eine gebundene Verteilung des dem Unternehmer zufließenden Gewinns zu einer Gewinnbeteiligung der Arbeiter werden läßt, läßt es mir schon verständlich erscheinen, weshalb mein«, Pläne so kurzerhand abgetan wurden: sie sind, wie die Tatsachen erweisen — sicher von einzelnen—. nicht einmal gelesen worden. Eine solche Kritik führt die Erörterung aus das Niveau der leidigen Mißverständnisse, die ja bei allen unseren ParteiauSeüi- airdersetzungen eine so aroße Rolle gespielt hcck'n und die eine sacklich« Klärung so häufig verbänderten. Ich möchte die Erörte- rung der von mir verfolgten Wirtschaftspläne nicht auf den Streit um M'ßverftäiidniss« abgestellt sehen und bin zu meinem Leidwesen nun doch gezwungen» gleich die erste Antwort zu einer solchen gegen irriar Annahmen gestalten zu müssen. Wenn ich zu meinen wirksckaftzorganisawriscken Plänen Stel- lung neüm«— und das wird ja in nächster Zeit der Fall sein—, w- de ich voraussetzen, daß alle, die zu diesen Fragen Stellung nehmen, zuvor auch mein« Pläne wenigstens gelesen hzcken Genosse Wels wendet sich unter Bezugnahme auf das Steno. gramm seiner Rede auf dem Parteitag gegen meine Bemerkung, er babe erklärt, die Partei steh? geschlossen hinter meiner Plan- wi"'ckaft. Als ich diese Bemerkung niederschrieb, hatte ich— weil daS Protokoll des Parteitag» noch nicht vcnlag und ich meinem Gedächtnis allein nickt trauen wollte— den..Vorwärts" vom 11. Jurn(5?r, 239, 1. Beilage! vor mir liegen. Dort heißt«z in der Wiedergabe de» WelSschen R-�eratS:.Ick bekenne mich grundstitz- kick ,u den Wisscllschen Anschauungen irnd bin überzougi, daß die ganze Partei dahintersteht.(Lebhafter Beifall.)' 5estsetzvng Ser Laoötagsferken. Berlin, 15. Juli. Der Aeltestenrat der preußischen Landes- versammluwr hat sich am Dienstag dahin schlüssig gemacht, daß! die Ferien vom 19. Juli bis zum 15. S-ptembcr dauern sollen. Der Präsident soll ermächtigt werden, nötigenfalls da§ �aus schon! vor dem 15. September einzuberufen, besonders mit Rücksicht auf die polnische Frage. Vor den Ferien wird noch eine dringliche An- frage wegen des Landarbe'.tcrstreiks erledigt werden. Neues aus Weimar. Weimar, lö. I ili Wie w r hären, val der UnterstaatSsekreiäi im AnSwäriigen Amt Töpicr ,eme» Abschied genommen.— Tic or be vobisiwe AuSivrr e ist mä Rücksickt a"k den Ge'ckäsi v�on der Nationaldersammlung auf Montag, den 21. Juli, verschoben Worten.— Die Boilooe über die Bell cbdräle wlid der Nolillnat- veisammlung in de» nächsten Tagen zugeben.— In der heuiigen Sitzung der Nationalveriammlung wurde Abg. LZbe iSoz.) an Stelle des an-geschiedenen Uiiieistaais'ekretärs Schulz- Ostpreußen zum Vizepräfideuteu der Nationalveriammlung gewählt. putfchgerüchte. Wie wir erfahren, wird in Bayern daS Gerückt verbreitet. daß die Kommunisten einen neuen Putsch beabsichtigen und das Ende der Regierung Hoffmann nahe bevorsteht. Wenn das erstere auch möglich ist. so ist das zweite noch lange nicht seine notwendige f�olge; die Folge wäre nur wieder ein unsinniger, von einer verbrecherischen Clique an- gezettelter Bürgerkrieg. Auch in Görlitz redet man von einem kommenden Putsch. Wie stets werden von den Hetzern wirtschaftliche Schwierig- leiten, in diesem Falle in der Fleischversorgung, benutzt, um Stimmung für Streik und Aufruhr zu machen. Hoffentlich ist die Arbeiterschaft so vernünftig und versagt den Hetzern die Gefolgschaft._ Der Hamburger Proteststreik. Kciu Generalstreik. Hamburg, 15. Juli. Der heutige Proteststreik der llnab- häogigrn Sozialdemokraten«egru der Bcrhastuug des zweiten Vorsitzenden des Deutschen Mctallarbeiterverbandcs und die Trauer- frier für die am 24. und 25. Juni Gefallenen beschränkt sich im allgemeinen auf die Werftbetrirbe. Der Ber- kehr im Elbtunncl und auf den Fähren ist unbehindert. Auf der Werft Blohm«. Boß arbeiten zwei Drittel der Leute, auf de» übrigen großen Wersten ruht die Arbeit größten- teils._ Sabotage von oben her. Uns wird geschrieben: Die eingetragene Genossenschaft „Empor", Berlin SW. 61, beabsichtigt Ländereien in der Nähe Berlins, welche zurzeit vom Knegsministerum gepachtet sind und der Nemontezucht dienen, infolge ihrer guten Bodenverhältnisse, vorzüglichen Bahnverbindung, der landlvirtschaftlichcn Bearbeitung zuzuführen. Das LandwirtschaftSministerium hat sich der Sache besonders lvarm angenommen und alle Hebel in Bewegung gesetzt, um auch das Kriegsministerium zur Stellungnahme zu veranlassen. Monate sind vergangen und das Kriegsmini st erium Hai sich überhaupt noch nicht veranlaßt gefühlt, dem Landwirtschaftsministerium in dieser Angelegenheit zu antworten. Ein furchtbarer Krieg liegt hinter uns, niederdrückende Friedensbedingungen sind uns auferlogt, ein großer Teil der Arbeiter- schuft mutz aufs Land, um dort durch Produktion landwirtschaft- sicher Erzeugnisse dem Wiederaufbau unseres Wirtschaftslebens zu dienen. Wo irgend ein Fleckchen Erde ist, das gute Verbindung nach den VerbrauchSzentren hat und sich infolge seiner Bodenbe- kchaffenheit zur intensiven Bewirtschaftung eignet, mutz es unbedingt diesem Zweck dienstbar gemacht werden, rntd ztvar sofort. Das Kriegsministerium hat seit Jahren vom Landwirtschafts. Ministerium große Landst«ecken gepachtet und in den Tianst der Re- mornezucht gestellt. Nachdem nun unser Hoer nach den Friedens- bedingungen auf geringe Bestände reduziert wird, ist eS auch gar nicht mehr nötig, die nach einseitigen Gesichtspunkten bewirtschafte- ten Ländereien weiterhin diesen Zwecken zu belassen. In richtiger Erkenntnis der-Sachlage wandte sich das Landwirtschaftsmini- sterrnm an das Kriegsministerium, um nach schnellster Auslösung d-S Pachtverhältnisses die bisher für die Remontezuchi dienenden Lärtdereien nützlicheren Zwecken dienstbar zu machen. Mit Händen und Füßen sträubt sich das Kriegsministerium, kommt aus Er- lvägwigen nicht heraus, darüber gehen große Wert«, die der All- gemeinhcit zugute wmmen können, verloren, oder ist eS Wirtschaft- ticher, von«inem Stück Land, das zirka 656.Morgen groß ist, 366 Morgen für Weide von 46—56 Stück Rindviehs davon 36 Stück Jungvieh, zu benutzen, an einer anderen Stelle g.r o ß e Roggen- bestände, die wunderbar im Wuchs stehen, abzumähen und den Pferden garbenweise vorzuschmeißen. In diesem Falle han- delte es sich um 26 räudekrante Arbeitspferde, die einen halben Meter tief jn dem vorgeworfenen Getreide standen und vor Elend nicht fressen konnten.(Von den Pferden, die be. denkenlos der Ansteckung ausgesetzt worden sind, sind inMischen zwei krepiert.) Kennt die Remonteverwaltung nicht die GaSznken für Räudebehandlung oder sind heute 26 Arbeitspferde kein Ver- mögen? Ist«S jetzt nicht mehr nötig, daß die Bestände, weiche Staatseigentum sind, mit äußerster«orgfält behandelt werden? Soviel bekannt, darf der Privatmann fein Getreide nicht für Autterzwecke abmähen, dos Kriegsministerium hat wahrscheinlich eine Sonderstellung. ES ist nun allerhöchste Zeit, daß gründlich reiner Tisch gemacht wird, diejenigen Herren avS den Stellen entfernt werden, welche die grenzenlose Not unseres Volkes noch nicht begriffen doben, die sich in aller Korrektheit hinter einem Wall von Parazr.ipl'.en d-r- schanzen, sich gegenseitig Schwierigkeiten zum Schaden des Volkes bereiten. An allen Ecken sind Plakate angekleistert:.Arbeit ist ui.lere Rettung! HickauS aufs Land, ihr feldgrauen Brüder, dort liegt unsere Zukunft!' Wo sich mm Kräfte zusamengefunosn, die ge- Sache oder wird durch ein« ander« Stelle abgebreo bei einiger lleberlegung auf den Gedanken: ist nicht der Zweck der Uelning. die Arbeit der sozialistischen Minister zu d'.Ztvediliaren. auch den Massen zu zeigen,� sebt, eure Vertrauensm.fti-er Hillen auch nichts geschaffen: man sucht sich rtzt sehr gern Prügeljungen. die man vorzuschieben gedenkt, um ihnen die alten Sünden auf» laden zu können.__ Erbauliches aus öen Räterepubliken. Wie Sow-jetruftland verstaatlicht. Amsterdam, 15. Juli. Wie das Prefjebureou Radio igeldel, veröffenllickt SaS ruffifcke Jnformationsburcau in New-Vork eine Mitteilung über die Verstaatlichung der russischen Industrie durch die Bol'ckewisten. Darin wird hervorgehoben, daß so gut wie die gesamte Industrie lahm gelegt ist, weil die Mittel zur Be- zahl, ing der Arbeiter sehlcn. Der Ausschuß über die Konimvr.alisicrung der Charlottenburger Wasserwcrke hat die Vorlag« in seiner zweiten Sitzung in ihrem ! ganzen Umfange unverändert aagenommem Mit den Stimmen \ der Sozialdemokraten und des Zentrum» wurde übereinstimmend mit der RegierungStorlage geschlossen, daß die Entschädigung nach dem Kurz der Aktien zwischen 1. Januar und 1. Aprtl diese- Jahres durch ein Schicdsgericht unter Ausschluß des Rechtsweges I ftftzujetzen ist°. tzochverratsprozch gegenToiler. Hg. München, 15. Juli. Die Zeugenvernehmungen ergaben für Toller vielfach etü- lastende Momente. Ein Mitglied des Betriebsrats bekundet, daß Toller stets in mäßigendem Sinne aufgetreten sei. Dadurch �habe et sich Verdächtigungen und Angriffe der Richtung L e v i n e zugezogen. Er trat auch dem Vorschlag entschieden entgegen, d.e Arbeitslosen in die Rote Armee einzureihen.— Zeuge Schnellinge war als Bauernrot Teilnehmer an der Betriebsversammlung o 36. April. Toller berichtete über die Ermordung dcr Geiseln, habe dabei fast geweint und war ganz verzw ifelt. Er forde? dazu auf. alle übrigen Geiseln freizulassen.— Ein anderer Zeu. bekundet, daß Toller im Gegensatz zu Lev-ne ein humane Mensch war. Ein weiterer Zeuge, der sich wegen Teilnahme am Hochverrat in tnUersuchungshaft befindet, befand sich stets in der Nähe TolkerS. Toller war immer verhandlungsbereit mit der Regierung; er hatte auch Parlamentäre in das Lager dcr„Weißen Garde" geschickt. Dadurch hat er sich die Feindschaft Levincs und seiner Anhänger zugezogen. Er hat sich auch entschieden geweigert, Dachau mit Artillerie zu beschießen. Toller war in Gefabr. von den An- hängern Levincs verkästet zu werden.— Zeuge Küfner, Zweiter Bürgermeister von München, sagt aus, daß�Toller darauf bestand daß in der Lebensmittelversorgung nichts geändert werde.— Zeug � Hofer berichtet über den Konflikt TollerS mit Letiieu und Levin«, der durch da» Bestreben TollerS hervorgerufen worden war, mit der Regierung zu verhandeln. Levine nannte ihn„LauSbubr" und„dummer Junge". Besonders war er aufgebracht, weil Toller die Erschießung von Geiseln ablehnte.— Leutnant Beyer von den RegierungStruvpen bekundet, daß mit der Roten Armee auf Ver- anlassung TollerS Verhandlungen staitfanden. Toller hatte ihm gesagt, für ihn bestehe die Regierung Hoffmann nicht mehr� Hon- mann sei erledigt.— Zeuge Usenheimer gibt an, Toller habe tatsächlich in einer Betriebsratssitzung erklärt, wenn die Regierung den verhafteten H a g e m e i st e r in Würzburg erschießen lasse. dann müßten zehn Bürgerliche erschossen werden. Der Angeklagte bestreitet dies aufs Entschiedenste, ebenso die Aussage des Angeklagten aus dem Mübsam-Prozcß Erzcnga, daß er ihm zehn Blanko-Haftbesehle ausgestellt habe. Verteidiger Gänßler verlangt die Vernehmung deS Oberleut- nants von Sannenburg aus dem Kriegsministerium, daß Toller zweimal wegen Verhandlungen mit der Regierung sich an ihn gewandt habe und daß er schon am 16. April zu Verhandlungen bereit und am 12. fest entschlossen war. die.Räterepublik durch Ver- Handlungen mit der Regierung Hoffmann zu liquidieren. DaS Gericht beschließt, den Zeugen Sonnenburg zu laden, die Ver- nehmung weiterer Zeugen aber abzulehnen, da alle strittigen Punkte zugunsten des Angeklagten nach dem Ergebnis der bisherigen Be- weisaufnabme als erwiesen anzusehen seien. Es erstattet sodann sein psychiatrisches Gutachten Universitätsprofessor Dr. Rüdin: Er bat den Angeklagten zum erstenmal 1918 untersucht. Zweifelsohne liegt hysterische Veran- lagung vor. Damit sei aber nickt gesagt, daß jederzeit bei ihm Hysterie ausbräche. Sein Gutachten in der LandeSverratSsache habe dahin gelautet, daß Toller eine hysterische Persönlichkeit ift,_ aber kein Geisteskranker im Sinuc der StrafauSschließung. Dafür fr er aber in feiner ganzen Handlungsweise etwas milder zu beur- teilen als ein normaler Mensch. Sachverständiger Dr. Marcuse: Eine Künstlernatur, wie der Angeklagte, werde leicht hysterische Erscheinungen-vortäuschen, wie sie mebr oder weniger Dichtern und Künstlern«Wen sind. Der Sachverständig« kann»sich der Anschauung nicht anschließen, daß etz sich um eine hysterische Persönlichkeit handle, trotz aver� Be- lastungSmomente aus der Jugendzeit. Ein psychopati scher Zustand liege keineswegs vor. Zeuge Niekisch bekundet, daß Toller gegen die Ausrufung der Räterepublik in diesem Zeitpunkte gewesen sei. Der Zeuge gibt dann noch seiner Ueborzeugunp dahin Ausdruck,'daß Landauer in dcr Nackt»um 7. April deshalb auf die sofortige Ausrufung der Räterepublik drängte, weil der 7. April sei« Geburtstag(!) war. Dieser Tag sollte bayerischer Nationalfeiertag werden. Der Zeuge hat Landauer beiseite genommen und ihm Vorhaltungen gemacht, daß er daS persönliche Moment dock beiseite lassen solle. Geheimrat Martersteig, Mar Halbe und Björn Bsörnien geben � übereinstimmend«in günstiges Urteil über das Etho? eines drei- matischen Werkes, das der Angeklagte Ende 1317 geschrieben hat, ab. Zeuge Klinelhöfer bestätigt auf Befragen der Verteidigung, daß der Angeklagte immer zu vermitteln versucht habe. Professor Max Weber bat den Angeklagten in Heidelberg in «inem Kreise, junger Leute kennen gelernt. Der Krieg hatte seine Nerven stark heruntergebracht. Ju München kgm er unter dem Einfluß EiSuers, der sa auch eine lautere Natur war. aber nicht als Literat, der sich von Worten berauschen ließ und statt zu führen, Expenent der Massen war. Toller war geleitet von absoluter Lauterkeit.— Ein Zeuge bekundet, daß Toller mit Begeisterung in den Krieg gezogen sei und 1914 durchaus wieder sich freiwillig meldete, obwohl er wegen eines HerzleiocnS für kriegsunbrauchbar erklärt wmderv war.— Ferner wird«in' Ferner wird ein Brief de? Ministers Wollgong Heine verlesen, in dem dieser sich über die Entwicklung dar bayerischen Politik seit November äußert. Am Schlüsse heiß! es:„Toller ist kaum persönlich verantwortlich zu machen, wenn er auch in seinem übertriebenen Idealismus sich für berechtigt hielt, die Perrassung, die niemals rechtliches Leben gewonnen hatte, weiter revolutionär umzugestalien. Die Schuld, daß e? so weit ssekommen ist, liegt bei einer ganz anderen Stelle,"(Schluß der Beweisaufnahme.) Tie Tchluftvorträge. Staatsanwalt Hahn: Der Spruch könne nicht ander? lauten, als daß Ernst Toller schuldig sei des Hochverrats, Es ist rich:ig, daß der Angeklagte sich bemüht hat. ewige Mißstände abzumildern. Snafremtlich ist er auch lür den Geiselmord m i t verantwortlich, aber alle, welche die Massen verführt haben, haben eine moralische Verantwortung für deren Handlungen. Woher soll ein Studem, der noch mit sich selbst nicht fertig ist, die Fähigkeit hernehmen, die Massen zu beherrschen und Probleme zu lösen, an deren Lösung seit Jahrtausenden gearbeitet wird? Das Bild hat sich in der De- tveiSaufnayme entschieden zu seinen Gunsten geändert. Der Aug«- klagte gehört zu der Gruppe jener Leute, die sich al» Landfremde in bayerische Verhältnisse eingedrängt haben zum Unheil unseres Belkes. Eine rhrlss« Gesinnung ist dem Angeklagten nicht nachzu- weisen. Er ist ein Phantast; ohne Welterfahrenheit steht er weit hurter jedem einfachen Arbeiter zurück. Ich bin überzeugt, wenn die Masse endlich erkennen würde, wer sich alz Führer für sie aus- geschwnupen hat, dann wird mit der Erkenntnis auch die Ver- söhnung kommen, die wir alle, die wir unser Volk lieben, von Herzen ersehnen. Ich billige dem Angeklagten Toller mildernde Umstände zu und beantrage, ihn zu einer FestungSstrafe von sieben Jahren zu verurteilen. Verteidiger Gänßler wandte sich in längeren rechtlichen AuSzührunoen gegen die Anwendbarkeit des HochvsrratSpara- graphen, obwohl er wisse, daß dasselbe Gericht bereits im Levine- Prozeß anders gegen ihn, den Verteidiger, entschieden habe. Ebenso erhebe er erneuten Einwand gegen die Gesetzlichkeit der Standgerichte; er könne sich diesmal auf seinen Mitverteidiger Haasc stützen, der an Verantwortlicher Stelle damals an, der Gesetz- gebung als Bolksbeauftrogter mitgewirkt habe. prevßisthe Zanöesversammlung. 4 5. Sitzung vom 15. Juli, 1 Uhr mittags. Am Ministertifch: Hirich. Auf der Tagesordnung stehen zunächst kleine Anfragen.— Auf Anfrage Dr. Rosenfcld iU. Soz.), ob der Staatkkommifiar für Ost- Preußen Winnig die Bestrebungen unterstützt habe, die Ostprovinzen vom Äeiche zu trennen, erwidert Ministerialoircktor Meister, daß da? Gegenteil richtig sei.— Auf Anfrage Schloßmon» i&cm.) bestätigt Ministerioldircltor Meister, daß die Bestimmung der rheinischen Städteordnung aufsehoben sei. wonach Bater und bon ihren Protesten gehört.(Unruhe rechts.) Herr Brust auf der andere« Seite aber Fiestigkeit, Klarheit und Energie bei der vom Zentrum verlangte von der Regierung, sie solle endlich den""""" Mut haben, den Eisenbahnern das Strcikrecht abzusprechen. Darin liegt genau soviel politische Klugheit wie in dem Worte„Gegen Demokraten hellen nur Soldaten�'. Wir warnen vor dieser Me- ihode. Wir wollen heraus aus dem ChroZ, eine solche Politik aber bring: uns nur tieser binein. Darum verlangen wir die völlige Demokratisierung. Tann wird auch die Arbeitsfreudigkeit wieder gedeihen, und Arbeit erhält die Welt.(Lebhafter Beifall bei den So�.) ?lbg. Schmedd:»g(Z.): Bei der Anstellung von Beamten darf nicht nur nach der politischen Gesinnung gefragt werden, sondern Sohn' nicht gleichzeitig Stadtverordnete sein können.— Abg.; entscheidend müssen die Fäbigkeite n sein. Wir billigen die Lichtesst ein(U. Soz.) füstrt Beschwerde über die polizeiliche Be�! Grundsätze des Ministers in dieser Hinsicht. Ware die setzung des Sekretariats der Unabhnägigen in Breslau.— Ministe-!«lte Regierung diesen Weg gegangen, dann wäre uns viel Miß. rialdirekwr Meister erwidert, daß es sich um eine Maßnahme des! st'mmung erspart geblieben. Für die Arbeiter- und Soldatenräte Mili tärbefeh l Sbabe rs auf Grund des Belagerungszustandes bandle.! ist kein Platz mehr, nachdem die Verwaltung überall auf domo- Nach Annahme des Gesetzentwurfs über dos Bürger- und kratischer Grundlage neu errichtet ist.(Beifall im Zentrum.) Gemeinderecht der F ra u und die weiteren Durchführungen der Gemeindewahlen in zweiter und dritter Lesung wird die Aussprache über den Etat freZ Ministeriums des Innern fortgesetzt. Abg. Dr. Weyl(11. Soz.) bespricht die Tätigkeit der kommunalen Arbeiterräte. Ihre Wirksamkeit wird auch von bürgerlicher Seite vielfach als wertvoll und ersprießlich anerkannt. Sie haben vor allem im Kampf gegen den SchloHch Handel segensreich gewirkt. Nur im Ministerium des Innern ist man anderer Anficht. Wenn es � noch ihm gebt, werden die kommunalen Arbeiterkäte a b g e» würgt. Wir brauchen sie aber zur Konirolle, als Gegengewicht gegen die schwerfällige Bureaukratie und als Antreiber im Punkte der Neuordnung und Sozialisierung. Abg. Bubert lSoz.) hält es für unberechtigt, daß die Stellen de: besoldeten Senatoren in Hannover ausschließlich Ju- r i st e n vorbebalten sind.— Sin Regierungsvertreter er. widert, daß bei der kommunalen Verwaltungsreform dem Wunsche des Vorredner? entsprochen werden würde. Nunmebr beginnt erst die allgemeine Besprechung in Verbindung mit sämtlichen zum Etat des Ministeriums des Innern gehörigen Anfragen und Anträgen. Eingegangen ist noch ein Zentrumsan.trag betreffend strenge Durchführung des § 151 des St. G.B. und wirksames Einschreiten gegen die lieber- schwemmung mit pornographischen Druikschriften und deren Auslage in den Schaufenstern sowie Wiedereinführung der Filmzensur und den Ausschluß der Jugendlichen bis zum vollendeten 17. LcbenSjs.hr von den allgemeinen öffentlichen Licht- schauspielen. Abg.«Haufchill»(Soz.): An das Ministerium des Innern werden außerordentlich hohe Erwartungen geknüpft, so daß ich niemand beneide, der an dessen Spitze gelangt. Ein Freund sagte mir neulich, er wolle lieber in Badebosen auf einem Ameisenhaufen sitzen als auf einem Minister- sessei Das trifft beute in erhöhtem Maße auf da? Ministerium deL Innern zu. Nirgends ist die Reaktion lo eingenistet gewesen w»e gerade hier. Die große Verwaltungsreform wird eine Riesenarbeit sein, und da wir eine gründliche Reform wollen, sind wir bereit, un? noch etwas zu gedulden. Die allgemeine Volks- ftimvrung geht dahin, daß die Geheimratsbureaukratie, die da? Volk am S. November von ihrem Throne herabgeworfen hat, sich jetzt auf Schleichwegen und durch Hintertüren wieder zur Geltung bringt. In der Verwaltung muß man Sozial- demokraten in den Aemtern noch immer mit der Laterne suchen. Schon die weniwn sozialdemokratischen Oberpräsi- deuten badenden größten Aerger der mißvergnügten kleinen K a st« hervorgerufen, die früher die preußische Verwaltung soude- rän beherrschte. Auch Nichtsozialdemokraten haben darüber ein vernichtendes Urteil gefällt, wie z. B. der demokratische Bürger- mcister Schücking.(Lachen rechts.) Angesichts der Tätsache, daß die Reaktion sich jetzt w-eder bervorwagt, können wir den Minister nur� auffordern, mit allem Eifer an die Reformarbeit zu gehen. Bezüglich der Wertschätzung der kommunalen Ar- beiterrä�te stimme ich mit Dr. Wenl überein. Aber die Ar- beiterräte dürfen nur wirtschaftliche Kompetenz habe« und nicht politische Kontrollinstanzen sein. Mit der Durchführung der Demokratisierung ist ihre politische Aufgabe erledigt In dieser Frage hat Dr. Rosenfeld neulich hier einen politischen Eier- tanz aufgeführt. Auw«ine unabhängige oder kommunistische Ne- gierung würde den Belagerungszustand eiligst wieder einführe», um daS Volk bor Gewalttätigkeiten, vor terroristniben Anschlägen zu sichern.(Lochen und Lärm bei den 11. Soz.) Die neuliche Be- merkung eines Redner? der Rechten, auf unserem Programm stände der Satz„Eigentum ist Diebstahl", war reckit töricht. Dieser Satz hat nie in einem sozialdemokratischen Programm gestanden, er rührt auch nicht von einem Sozialdeuokraten her. Der Haß gegen NoSke wird von den Unabhängigen täglich und stündlich in der Presse und in Versammlungen geschürt. Noske hat niemals von der Militärmacht Gebrauch gemacht zur Be- kämpfung derDemokratic.(Widerspruch und großer Lärm bei den U. Soz.) ES kommt die Zeit, wo auch Sie einmal, ruhiger geworden, werden anerkennen müssen, daß Noske sich durch sei» Wirken verdient gemacht hat.(Lachen und stürmischer Widerspruch bei den Soz.) Zum �...-.-_ Ausbau der sozialistischen Kultur gelangt man nicht durch Putschis-; durch die Revolution groß geworden ist.(Sebr r'chtig!) Dieses i B-r-ntwortlich für«oiftik:«rt-r sifl«, Eßmlo:te»iorg, für de» übrig?» mus and Bürgerkrieg Wenn die Herren von der Rechten sich mit, Streikfieber ähnelt dem Ausgange der Julircvolution von 1530. Teil des Blattes:««red sch-l». Rentölln; für«nzelg-n: rhe»d-r si-ck-, einmn Male als Anwälte des freien Wortes auftun. fo hat man!„Bereichert Euch!" lautete dämals der Grundsatz. Wir verlangen Sing» t!an sollte die Einführung eine? ArbeitSzwanges für alle Arbeitsfähigen erwägen und diese Maßnahme von der Gehässigkeit entkleiden, die ihr vielfach anhastet.(Sehr richtig!) Das Streikfieber läßt sehr wenig von dem Gemeinschaftsgefühl spüren, das angeblich Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung, die die Grundlage jeder Verwaltung sein muß.(Beifall bei den Dem.) Abg. von Kardorsf(Dnat. Vv.) nimmt in einer persönlichen Bemerkung auf Grund einer Rücksprache mit oem Landrat von Putzig die gegen diesen gerichteten persönlichen Angriffe mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Hierauf wird die Fortsetzung der Aussprache aus Mittwoch 12 Uhr vertagt. Schluß 6 Uhr._ GewerfflWsbewMNg Kein Streikfieber der Landarbeiter. Der Vorstand des LandarbeiterveröandeS teilt uns mit: Die durch die Presse verbreiteten Meldungen über große Landarbester- streiks sind stark übertrieben. Sie gehen auoensckeinlick von agrarischen Kreisen aus, die beabsichtigen, durck aufgebau'ckte Nack- rickten Stimmung gegen die ihnen unbcgueme gewerkschaftliche Or- ganisation der Landarbeiter zu mackeu. Jnloloe dieses Treibens sind in verschiedenen Orten Vertrauensmänner des Landarbeiter- Verbandes verbaftel worden. Namentlich in Pommern wird eine unverschämte Hetze gegen den Landarbeiterverband betrieben. Hoffentlich gelingt eS, den agrarischen Hetzern gegen die Land- arbeiterorganiialion daS Handwerk zn legen, den Landarbeitern endlich zeitgemäße Lohn- und Arbeitebedingungen zu sickern und so bei Zeiten die ungeheuere Gefahr abzuwenden, die durch Land- arbeiterstreiks zur Erntezeit über das notleidende deutsche Volk heraufbeschworen werden würde. Der Erklärung, die das Mitglied des Z-niralratS der Eisenbahner, F o r st e r- Potsdam, in Nr. 356 deS„VorwäriS" abgegeben bat, schließen sich die ZenroalralSmitglieder Paul Mcnch e und Fritz Dormnnn an._ Arbeiterausschnstwahl in der Spandauer Gewehrfabtzi?. Bei der am Montag in der Gewehrsabrik vollzogenen Neuwahl de-S ArbeiterauSsckusses wurden von 1086 eingeschriebenen Stimmen 778 abgegeben. Von seilen der Freien Gewerkschaften war eine Liste eingereicht sowie von feiten der Bürgerlichen, Richtung Forlenbacher. E« wurden abgegeben für die Freien Gewerkschaften 547, für Forren- bacher 171. ungültig 60 Stimmen. Demnach erhalten die Freien Gewerkschaften 9 aktiv? und 16 Ersaysitze. die Fortenbacher dagegen nur 2 aktive und 6 passive Siye im Arbeiterausschuß. Sämtliche politischen Parteien hoben fich bei der Aufstellung der Listen von dem Gedanken leiten lassen, daß es nicht Sache der Parteien sei, die wirtschaftlichen Betriebsangelegenheiten zu regeln. sondern daß hier einzig und allein nur daS gewerkschaftliche Prinzip zu entscheiden hat.- Deutscher Metallarbciter-Verbaud. Am Donnerstag, den 17. Juli, finden in den bekannten Lokalen die Branchenkonjerenzen statt.?n denfelben wird das Materiol iür die Urabstimmung ausgegeben. Vertrauensleute, selche keiner Branche zugeteilt sind, oder auS einem anderen K runde an der Branchenionserei'z nicht tcilnebmcn. erhallen ihr Material im Verbandsbureau, Zimmer 3, beim Kollegen Rudol, Dehrend. DounerStog, den 17. Juli: Nachm. 2 Ehr: Versammlung aller arbeitslosen Metavarbeite- rinnen im GewerkschastShaiiS. Engelujer 15. Tagesordnung: 1. Die wir!- Wmitliche Notlage unlerer ArbeitSlojcn. 2. Beschwerden über den pari- tätischen Arbeitsnachweis. 6 Uhr abends: ivraucheuversamml nnq der Metallschleifer. daU vaniscure, Hilisardrirer nud Ardeiterinneu in den Zentral-Feitlalen. Alte Fakobstr. 30(großer Saal). Tagesordnung: 1. Bericht vom Gewcri- fchaitsiongretz. 2. Tistufsiou. 3. Verbands- und Branchenangelegenheiten. i. Verschiedenes.. 7 Uhr abends: Branchenversammlung der Drahtarbciter und Arbeiterinnen im Lokal von Wollichiöger, Stdalbertstr. 21. TagKordnung: 1. DaS gegenwärtige Lohn- und ArbeitSoerhätwiS in unserer Branche. 2. Verbaudsangelegcnheiten und Verschiedenes. Beruauensmännerfitzung um 6 Uhr in demselben Lokal. Ohne Rilgliedsbuch kein Zutritt. Deutscher Trausporrarbeiterverbaud. Kafscnboten der Kener-. Einbruch-. SebenS-, vieb-. Hagel.. lTroncp-r»-, Unfall- und Hastpflichiversichcrungen! Donnerstag. den 17. Juli 1919, abends'L' Ehr, im EewerlschaftShauS, Engeluser 15. linker Teilenfiügel, 3 Tr.. Zimmer 99: Wichtige Versammlung. 1. Berichterstattung über den Abschluß deS TaiisS. 2. B erbandSangelegenbecke». Verbandsausweis ist mitzubiingen.— Beiträge lönncn bezahlt werden. Die Branchcnieitung. Obmänner,»nd Bertranenslente-Berfammliing der Hilfskräfte deS Magistrats Berlin zwecks hlrbeiterratSersatzwahl Freitag, den 18. Juli,>lti Ubr. Marg.-Lhzeum, Jfflaudswaxe. So Neuwahl noch nicht erfolgt, die alten Bcrwauensmännec erscheinen. AuSweiS vom Obmann ausstellen laßen. Angesiellten> Ausschüsse der Fackgrunpe» 12. 13. 14 und 15. Donnerstag, den 17. d., abends Sst. Uhr, im Plenarsaal des Herren- hauseS, Bericht über den Stand der Tarisverhandlungen.• Angesiellten-Ausschütte der gesamten Holz- und Möbel. Z�a- dustrre. Freitag, den 18. d., abends S Ehr. Haverland« Fest'alr. Neue Friedrichstr. 25(großer Saal). Unser Tarif. Wahl einer Tartskom- misswn. Wahl cm« Funscr-Komitri: jion.. ßacl fUhrang aritndliche Umerweiluua. f. Simon, Berlin W 35, Magdeburger Strafte 24. 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Ter Artikel 107 des Verfassungsentwurf?, wonach die Grund- rechte und Grundpflichten Richtschnur und Schranken für die Gesetz- genung, die Verwaltung und die Rechtspflege im Reich und in den Ländern bilden, wird entsprechend einem Antrag Gröber(Z-) gc- j strichen. �löel, Titel, Gröen. Artikel 108 bestimmt: Alle Deutschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen haben— grundsätzlich— dirsrlben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten. Oeffentliibrccht- liche Vorrechte und Nachteile der Geburt oder des Slandes bestehen nicht. Adelsbezeichnungrn gelten n u r als Teil des Namens und dürfen nickt mehr verliehen werden. Titel dürfen nur als Amts- oder Bcrufsbezeichuung verlieben werden. Akademische Grade sind hierdurch nicht getroffen. Orden und Shrenzeickcn dürfen vom Staat nicht verliehen werden. Kein Temscker darf von einer ausländischen Regierung Titel und Orden annehmen� Tie Abg. Heinze(D. Vp.) und Genossen beantragen die Sireichung sämtlicher Bestimmungen über die Adels- de Zeichnungen, Titel. Orden und Ehrenzeichen; die Unabhängi- gen beantragen: Der Adel ist abgeschafft, Vorrechte oder Nachteile(also nicht nur öffentlich-rechtliche) der Geburt oder deS Standes bestehen nicht. Ferner soll zu Ansang das Wort„grund- sätzlich' gestrichen werden. Außerdem sollen alle Bestimmungen aufge- boben werden, die die Rechtsstellung gcr Frau aus dem«Kebiete des bürgerlichen Rechts beschränken.— Die Sozialdemokraten Auer und Genossen beantragen gleichfalls die Abschaffung des Adels und die Gleichstellung der Männer und Frauen nur in den staatsbürgerlichen Rechten(nicht Pflichten). Ferner bean- tragen die Sozia'dsmokraten Frau Juchacz und Gen. hinter den Satz über die Gleichstellung von Männern und Frauen den Zusatz: ..Tie Bestimmungen des öffentlichen und bürgerlichen Rechts find entsprechend zu gestalten." Abg. Frau Juchacz(Soz.): Der Frau können wegen ihrer besonderen Veranlagung nicht dieselben Pflichten auferlegt werden wie dem Manne, wie z. B. der Waffen- und Kriegsdienst. Die Abschaffung des Adels entspricht einer Forderung der heutigen Zeit und der ganzen neuen Verfassung. Bildung. Herzensbildung und Person- licher Takl muß de« Menschen im neuen Teutschland anerzogen werde«, dazu brauch« es keine? Adels. Wir brauchen aber eine freiere demokratische Auffassung. Auf Antrag Dr. Quarck(Soz.) wird über die Anträge wegen Gleichstellung der Frau n a men klick abgestimmt werden. Abg. Frau Trusch(Z.): Mit einem System der absoluten Gleichmacherei können wir ums nicht einverstanden erklären. Abg. Tr. Luppe(Dein,); Die sogenannte Adelsbezcichnung ist doch nur ein Teil des Namens. Auch das ,ckon" vor dem Namen bezeichnet nause der Sache zuliebe und der offenilichen Meinung, mich trifft keine Derantivortung. aber meine Pflicht habe ich zu tun. Zu Artikel 113 tBeschränkung der persönlichen Freiheit nur auf Grund von Gesetzen) beantragen die Unabhängigen Aufhebung der Ansnahmegesebe gegen die Prostitution. Abg. Frau Reuhaus lZir.) spricht. gegen den Antrag, da dia Prostitutionsfrage überhaupt nicht in die B e r f a s- 1 u n g gehöre.— RegierungSkommissar Dr. Preutz erklärt diese Frage für einen Gegenstand der Spezialge setzgebung und empsiehlt gleichfalls die Ablehnung des AntrggeS, ebenso Abg. Dr. Hartman«(Dnat.) auS ärztlichen Grüniden. Abg. Frau Zictz(U. Soz.): Wir haben den Antrag aus Mit- leid mit den Prostituierten gestellt. Unter andauernder Unruhe des Hauses bespricht die Rednerin Einzelfragen der Prostitution und fährt darin trotz einer Ermahnung des Präsidenten Fehren- bach unter andauernden' Schlußrufen deS Hauses fort. Die Abgg. Frau Lutze(Soz.) und Frau Bloh(Soz.i ersuchen um eine Erklärung der Regierung, daß die Sache geregelt werden. sdll. Dann könne man sich zufrieden geben. Abg. Dr. Kahl(D. Bp.) polemisiert gegen Frau Zietz, diese und Dr. Cobn fU. Soz.h�erwidern. Artikel 113 wird unter Ablehnung des Antrage? der llnab- hängigen angenommen. Präsident Fehrenbach: Soeben wird mir mitgeteilt, daß im Saale geraucht wird. Ich mache darauf aufmerkfam, daß das Rauchen hier nicht üblich ist und bitte es zu unterlassen.— Wir kommen jetzt zur Frage der Todesstrafe und müssen da wohl abbrechen.(Zustimmung.) Nächste Sitzung Mittwoch, 9/4 Uhr lFortfetzung der Verfassungsberatung). Schluß 2 Uhr. GroßSerlm IwanZiöte öes vollzugsrates. Bekanntlich haite der Vollzugsrat gewisse feste Einkünste vom Reichsschatzamt. Auch die Stadt Berlin hatte dem Bollzugsrat eine einmalige Beihilfe von fast 100000 M. gewährt. Nach der Um- bildung des Kabinetts wurden dem Vollzugsrar durch das Reichs- schatzamt jedoch die Bezüge gesperrt, da der Reichsschatz- sekretär dem VollzugSrat die Anerkennung als offizielle Behörde verweigert. Infolgedessen bat der Vollzugsrat sich an die Re« gierung gewandt,"um eine offizielle Anerkennung zu erlangen. Ferner fordert er. daß die Regierung durch Dekret die Finanzierung dieser Körp-rschas: durch die Betriebe regelt, welche Betriebs- oder- Arbeilerräie besitzen. Diele Forderung ist vorläufig abgelehnt" worden. Infolgedessen will der VollzugSrat zunächst, um seinen dringlichsten V-ipflichlnngen nachzukommen und seine Angestellten bezahlen zu könne», eine Sammlung unter der Arbenerschaft veranstalten. « Vollversammlung der Arieitrrröte, der kommunalen ArdeiterrSte, sowie der Delegierte« der Soldatrnrätc Sonnabend, den 19. Juli, vormittags 9 Uhr, in den Gcrmaniasälen, Chausseestraße 110. 1. Erledigung der Beschlüsse der letzten Vollversammlung. 2. Die Tätigkeit und die Finanzierung deS Bollzugsrates und der Ardeitcrriite. R. Müller. Fr. Brokat. •u] Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdorf. In Unordnung geht man auseinander, und man schlägt den Weg ein, an dem die Baumskelette stehen, auf denen noch die Winterkahligkeit lagert. Als wir in unserem Stadtteil ankommen, sind die Straßen schon ganz von Dämmerung an- gefüllt. Stückweise spricht man von dem großen Geschäft, das Pocard plant. Ach, die Menschen leben wildwütig und sie möchten ihr Glück erringen um jeden Preis. Vor den Ohren der winzigen Antoinette, die behutsam an einer hohen Mauer entlang streift, wandeln all diese Menschen vorbei, Das Kindlein bleibt stehen, und es würde um. sich blicken, wenn es nur könnte. In dem Dämmer- schatten zeigt sich ihre Gestalt, die fem und zart ist wie ein Blumenstiel, und die bald auch nichts anderes sein wird als ihr Tämmerschatten. Eine Frau berührt das Kindlein und sagt:„Armes Engelchen!" Als wir bei dem Wirtshaus von Rampaille vorbei gehen, sind nur noch Maria und ihr Vater an meiner Seite, Äiänner, die in Schwarz gekleidet sind, und die an dem Leichenbegängnis teilgenommen haben, sitzen an dem Wirts- haustisch. Dann sind sie bei mir zu Hause. Maria reicht mir die Hand. Wir zögern.„Willst Du nicht einen Augenblick hinein- kommen?" Sie tritt ein. Wir betrachten das Totenzimmer, das so tot ist. Es hat hineingercgnet, und ein Zugwind weht, als wenn wir auf der Straße ständen. Uns ist beiden sehr zum Weinen zu Mute. Sie sagt:„Morgen komme ich wieder und dann bring ich alles in Ordnung. Morgen!" Verwirrt sind wir, ein Getaste flirrt zwischen unS, wir reichen uns die Hände. darauf scharrt man an der Tür und es wird ichuchtern angeklopft. Es ist Vöron. Er tritt herein. Sein langer Körper, der schlecht verpackt ist. schwankt wie ein ��densckäld, das in der Luft hängt. Er ist ein seltsamer, gcfuhlstchwerer Mensch. Niemand hat sich noch die Mühe gegeben, zu ergründen, was er eigentlich ist. Und er beginnt: braucht vielleicht Geld oder sonst etwas. Natürlich Geld— all die Unkosten— und da Hab ich mir gesagt, ich werd ihm etwas Geld bringen." Er mustert mich. Die Tränen sckießen mir in die Augen, und ich schüttele ihm die Hand. Ich brauche kein Geld, aber ich weiß wohl, daß ich diese so übernatürliche Güte niemals vergessen werde. Und da er wegwankt, ist er durch meine Weigerung etwas verschüchtert und auch behindert durch seine großen Beine und durch sein nicht minder großes Herz. Ein Schauer faßt mich, ich setze mich in einen Winkel, dann schiebe ich mich in einen anderen Winkel, der eben so verödet ist. Es bedünkt mich, daß Maria mit all meinem Gut und Wesen von mir fortgegangen sei. Ich bin in Trauer, ich bin ganz vereinsamt. Ich bin in Trauer um Mariens willen. 4. Kapitel: Maria. Dort wo die Mauer von einem Rosenstrauch überblüht ist, und wo die Straße auch zum Flusse hinunterläuft, dorten lehnt sich eine Bank an das graue Sieinwerk. Es ist Abend. Ich habe Maria gebeten, daß sie kommen möge, und ich warte auf sie. Als ich mich nach so vielen Tagen der Ungewißheit ent- schloß, sie um diese Zusammenkunst zu bitten, war sie über- rascht und sie schwieg erst. Aber dann sagte sie nicht Nein. Sie haite überhaupt kein Wort gesagt,— denn Leute waren vorbei gekommen. Dann war sie fort. Nun ist mir kneine Bitte erfüllt und ich warte auf Maria. Langsam schlendere ich zum Flußufer. Da ich hinauf- klimme, sitzt jemand auf der Bank, thronend in dem Schatten. Das Gesicht ist unbestimmt. Aber man sieht in dem dunklen Kleid den Herausschnitt der Bluse und das neblige Gewölbe des Rockes. Ich beuge mich vor und höre, wie Maria mit leiser Stimme sagt:„Siehst Du, ich bin gekommen". Ich sage nur:„Maria!——" Sonst nichts. Ich setze mich neben sie. Wir bleiben stumm. Sie ist mit ihrem ganzen Wesen um mich. Ich unterscheide das Weiße ihres Gesichts-, ihres Halses und ihrer Hände, das aus den schwarzen Kleidern hervorschimmert. Ich sehe ihre ganze Schönheit, wie umwallt von leuchtendem Lichte. Bisher war sie für mich nur ein Bildnis der Traumbcgeisterung gewesen. Das ging vorüber, das lebte fern von mir sein eigenes Leben. Jetzt aber hat sie mich gehört. Sie ist auf meinen Ruf ge- kommen. Sie hat sich mir entgegengebracht. » Der Tag ist glühend heiß gewesen. Am Ende des Nach- mittags ist ein Gewitterregen über die Erde niedergegangen Das hat bald aufgehört. Noch klatschen verspätete Tropfen, die von den Zweigen aus das Mauerwerk tröpfeln. Bon Erd- geruch ist die Luft angefüllt von Blätterdust, von Blumendust, und schwere Windfahnen wehen. Zuerst spricht Maria, sie redet von diesem und jenem. Ich weiß nicht, was sie zu mir redet. Ich rücke nur näher, um ihren Mund zu sehen, und ich antworte ihr:„Ich muß immer an Dich denken." Sie fängt diese Worte auf. Noch bleibt sie stumm. Ihr Schweigen vergrößert sich, je mehr sich die Nachtverschattung vergrößert. Ich rücke noch näher, so nahe, daß ich auf meiner Wange das Flügelstreifen ihres Atems spüre. Und ihre Schweigsamkeit umstreicht mich kosend. Ich will mich beherrschen. Ich- reiße em Zündholz an, vielleicht um zu rauchen, aber ich bediene mich nicht dieses Flämmleins, das an meinen Fingerspitzen züngelt. Ich sehe nur deutlich Maria, wie sie zarlfarben ist, wie sie golden über- haucht ist, und ein wenig zitterig. Auf ihrem Gesicht webt, ein Lächeln auf. Ich sehe, sie ist voll von diesem Lächeln. Meine Augen verschleiern sich, meine Hände beben. Ich möchte, daß sie etwas spreche. Ich bitte:„Sag' etwas!" Ihr schön geschwungener Hals hebt sich. Sie hebt den Kopf, sie will sprechen. Noch immer brennt das kleine Lichtlein in meiner Hand, das ich in seiner verräterischen, großen Sanftheit erhalten möchte, und wir lesen eine Inschrift, die in das Steinwerk ein- gegraben ist. Dort ist ein Herz, und in dem Herz stehen zwei Buchstaben— J3l. und S.— Ach, ich habe diese Inschrift einmal selbst eines Abends dort hingekritzelt. Und dort kauerte die kleine Helene auf der gleichen Bank, und ich glaubte, daß ich sie anbete. Einen Augenblick bleibe ich ganz verwirrt vor dieser dauerhaften Erscheinung des Irrtums, der schon ver- weht und ganz vergessen war. Maria weiß nichts von alledem, aher da sie nun diese Namenszeichen sieht, die sich wie lebendig gegenwärtige Wesen zwischen uns drängen, kann sie kein Wort mehr hervorblingen. Da das Zündholz am Erloschen ist, werfe ich es zur Erde. Das letzte Aufflackern des Fläminleins erhellt daS bescheidene Florklerd Mariens. DaS Kleid ist schon so ab- gebraucht, daß cs�selbst am Abend ein wenig glänzt. Und ich sehe auch den Stiefel des jungen Mädchens. Am Knöchel ist der Strumpf zerrissen und ww bemerken alle beide dieses Löchlein. Maria sckämt sich, und sie versteckt schnell den Fuß unter dem Rock. Aber ich zittere noch stärker, da ich mit den Augen ein wenig ihrer versteckten Leiblichkeit und ein Teilchen ihrer wahren Zartheit streife. Sachte reckt sie sich aus der Dämmerung, um dieses erste Zusammentreffen abzubrechen, die unser beider Schicksal verwandeln soll.(Forts, folgt.) Di: BersorgAngSabteilüngen amtieren, wie die ÄandweHrinspek- tion mitteilt, weiter; der S-'reik umfaßt nur die„inaktiven Mann» schaften". Uns haben die Streikenden erklärt, daß sie überhaupt keine Klarheit erlangen können, ob sie Soldaten oder was sie sonst sind.___ Die«eue Heizverordtmng und die Mieter. Der Mieterbund Groß-Verlin schreibt uns: D?e Verorvnung vom 22. Juni t«lv über die Einwirkung der Heizstoffpren'e auf die Mil-tverbäitniste bat eine erhebliche �eun- rubiaung hervorgerufen. Die Absicht der Verordnung gebt dahin, bei l a n g t r> it i o e n Vertiägen die Mögl'ckke't einer Abwälzung der erbö ten Koksprci'e aus die Mieter schaffen. Verträge, die nach dem 2 November 1917 abgeschlossen oder zu einem höheren Mietz ns v'iläilgerl wurden, fallen nicht unier die neu? Verordnung Eber o wenig kann der Vermieter oh, e weiieres die Mehrkosten auf den Mieter abwälzen, sondern er bat die Schredssielle sMieteiniaungs- omi> anzurufen und deren Eiuschcidung abzuwarten Der Mreier- burrd Groß Berlin bat bei den MieleiitipungSämtern und bei den maßgebenden Neichsstcllen gegen die um,(hiiae Auslegung der Ver- ordrrung Ein'pruct! erhoben. Er warnt die Mieter dringend davor, freiwillig den Mietzins zu erhöben oder die Vereinbaruna de§ Mietervereins de? Westens mit den Hausbesitzern, die aus völliger Verleiinuirg der Sachlage beruht, zu befolgen. Wo b'eibt die MieNrNterstülzung der Arbeitslosen? Arn SO. Mai hat die Stadtverordnetenversammlung den dahingehenden Antrag Sasienbach angenommen, aber weiter ist in diesen sieben Wochen nichts geschehen. Zahlreiche Arbeitslose stehen vor der LiäUsnungsklage, Man veranlagt sie auf Grund der so knappen „Rente" zur Steuer, aber die Mietunterstühung vergißt man. Auch wäre eine amtliche Aufklärung darüber nötig, ob und welche Höchst- dauer für die Gewährung der Arbeitslosenunterstützung besteht. An die Bäcker! „Ach, wie ist das Leben sauer" Klo t der Siädler, stöhn: der Bauer, Für der ganzen Weit verckulden, Muß der Magen büßen, dulden. Jetzt nracht ihm viel Pein und Not, Unser eisi iaures Brot. Was im Mehl drin, wissen Götter, Nur wir nicht— und so ist's viel netter! Weckt der Hnnrer nn« im Sidlummer, Na, dann gebt ichon los der Kummer. Rübenkaff-e, niwis zum Süßen, Saures Brot, kaum zu genießen. Doch man schiebt's io hinterher, Als ob's Schweinebraten war. Laßt uns bitten?ille Euch: Spart doch etwas Sauerteig, All' die Kinder. Alien, Kranken, Würden Euch von Herzen danken! Und wie ist'S denn mit den Schrippen, Könnt' man nicht da mal dran tippen? M o h r ch e n. Der Polizeipräsident von Tchöiicbcrg-WilwerSdorf, Freiherr von LiidiiigKauien, trat sein Rücbnllegcsuch eingereicht. Er war der zweite- gemeinsame Polizeipräsident der Siädte Schöncberg und Wilmersdorf und belleideie das Amt seit I0k>8 als Nachfolger des Grafen Westarp. Zuvor war er Landrat in Gumbingen. S. p. D.-Mbeiter, Sslüaten- unü kommunale �irbeiterräte! Heute, Mittwoch, nachmittags 3l/.2 Uhr, im großen Saal dcS frühere» Herrenhaus es • Versammlung. Die sehr wichtige Tagesordnung wird dort dckanntgegebeu. Ter Fraltionsvorsrand. Haase. Erste Borsammlung deS Nepublikanifchen Fllhrer-Bundes. Nachdem nunmehr der Berkehrsstrsik behoben ist, wird der Re- publikanische Führer-Bund seine erste Versammlung am Frei» tag, den 13. d. M., 7 Uhr abends, im Lehrervereinshaus, Alexanderplatz, abhalten. Zutritt zu dieser Versammlung hat jeder Offizier, Unteroffizier und Gefreiter der alten Armee, der '.Reichswehr wie der Freiwilligen Verbände, gleichgültig, ob aktiv oder Beurlaubtenstand. Referenten: Erich Kuttner, Leutnant der Landwehr Müller-Brandenburg. In der Bolksspeisranstalt Zentralmarkthalle, Dirkienstroße, hat der größte Teil der dort beschäftigten Frauen»nd Mädchen die Arbeit niedergelegt, wie sie uns mitteilen, weil sie vom Inspektor keine Abhilfe gegen den Schmutz und die Verwendung ver» dorben en MalerialS erlangen konnten! Die Verdreifachung der Autogrnndtaxr Hl steht bevor, d. b. was bisher Willkür war, wird Gesetz werden. Der Tarif der Pferde- dioschken soll unverändert bleiben. Zu der Tötung des französischen Soldaten Manheim. Die weiteren Zeugenvernehmungen haben noch kein klares Bild er- geben. Bon großer Wichtigkeit ist es, wenn sich die beiden Chauffeure melden wiirden, die in der fraglichen Nacht den Kameraden des Erstochenen, den Sergeanten Tripier, zusammen mit deutschen Soldaten gefahren haben. Diesen Kraftwagenführern wird für ihr freiwilliges Melden eine Belohnung von je 100 M. zugebilligt. Nachrichten an Zimmer 133 des Polizeipräsidiums, Hausanruf Nr. öll. Bon maskierten Rändern überfallen. Als sich der Wach- und Schließgesellschaft-Wächter Karl Wotstrk aus der Rlldcrsdorfer Str. 6 gegen 2 Uhr nachts auf seinem Rundgange befand und gerade das Grundstück Nr. 310 aufgeschlossen hatte, um eS zu kontrollieren, wurde er plötzlich von vier Männern, die alle schwarze Larven trugen und bewaffnet waren, üöersallen und in das Kesselhaus ein- gesperrt. Während einer der Räuber ihn mit vorgebaltener Pistole daran hinderte, sich zur Wehr zu setzen oder um Hilfe zu ruien, drangen die anderen drei in die auf dem Grundstück befindliche Wäschefabrik von Grünbaum ein und rafften dort an Wäsche und Geld zuiammen, was sie vorfanden.— Für 40 000 M. Schirme erbeuteten Einbrecher in der Schirmfabrik M. Wigdor, Königstr. 20. — Zwei Straßenräuber überfielen in'Charlottenburg das Dienst- mädchen Frida K. aus der Weinrarer Straße und raubten ihm die silberne Uhr. Auf der Rückseite ist die Widmung»von den Eltern" eingraviert. Eine KindeSleiche wurde gestern nachmittag wieder Schiff- bauerdamm 4 aus der Spree gelandet. Es handelt sich um ein neugeborenes Mädchen. Zwei Gasvergiftunge«. In der Prenzlauer Allee 101 wurde der Klemvner Adolf Förster in dem Arbeiisuuun seines Bruder« mit Leuchtgas vergiftet aufgefunden. Ob Unglücksfall oder Selbst- mord war nicht festzustellen.— In der Tilsiter Str. 0 wurde die Stickerin Franziska K. von ihrem Sohne tot aufgefunden. Sie hatte sich mit Leuchtgas vergiftet. Beide Leichen wurden beschlag- rcchmt und nach dem Schauhause gebracht. Wegen Straßenraubes fesigenrnimen wurde gestern der Frei- schütze Karl Liadlte, der in der Nacht, zum Montag mit sieben anderen Soldaten einen Kellner und einen Straßenhändler in der Friedrichstraße ausgeplündert hat. Selbstmord eines Einbrechers. In Luckenwalde war ein Dieb bemerkt worden, als er sich an? einem Sckiuhwarengeschäst mn der Beute entfernen wollte. Bei seiner Verfolgung schoß er dreimal aus emea Poliz-iwachtmeister. ohne ih» jedoch zu trejjeu. 'Als ein zweiter Pokrzeiwachtmeisier von der enigegenxesetzten Seite kam, erschoß sich der Einbrecher selbst. Angestellte der chemischen Jndubrie. Heute abend 7 Ubr in Havellands Festsälen, Neue Friedrichslr. 35, Versammlung. Vergl. Inserat. Radrennen in Treptow. Klassisches Dauerrennen„Memento" bestehend aus zwei Vorläufen über je 40 Kilometer und dem End- laui über eine Sumde. 1. Vorlauf: 1. AppelhanS 37 Min. 24 Sek.. 2. Krupkat 280 Meter zurück. Hoffmann ariigegehen. 2 Vorlauf 1. Pawke 36 Min. 0 Sek., 2. Netielwck 6110 Meter zurück, Bauer aufgegeben. Endlaur 1 Stunde: 1. Pawke 01 Kilometer 410 Met-r. 2. Apvelhans 68 Kilometer 080 Meter, 3. Kiup'ai 68 Kilometer 74'; Meter, Nette Ibcck aufgegelien.— Armbinderennen, 6 Runden: 1. Hahn 3 Min. 27 Sek., 2. Kops, 3. Stolz, 4. Wiegairfct.— Vrämienfahren. 10 Runden: 1. Nernas 4 Mrn. 14 Sek., 2. Müller 3. Habn. 4. Kope.— EnlfchädioungS'ahren. 8 Runden: 1. See! 1 Min. 21 Sek., 2. Radornski, 3. Frerwald, 4. Schlottke. Zeugen ge'ucht. Am 8. Juli, nackimiltags peccn 4 Uhr. stürzte am Nollcudoiffplat; ein Break um. welches elwa tl Perlo; en nach d m Witten- bergplatz beförderte. Diclcs Fuhrwerk wurde von einem starken Fuci-s ae- zoaen und von einer Frau in säwarzcr Samtiacke kiclcnlr. Eine allein- stebcude. von ihrer Arbeit lebende Fra» von 58 Ja- ren erlitt bei dem Nn- glücksfall ichwerc Verletzungen, beide Arme winden ihr gebrochen. Personen. welche dielen Ur fall bezeugen oder ionsl Anonben zur Ermittlung de- Fuhrweribesitzers machen können, werden um'baldige Anaabe ihrer Adressen gebeten., BclonderS jener junge Mann, der der Vcriinaincklcn bilsreick in der Drogerie am Nollendo-fipiatz zur Seite stand und sie dann zur nächsten Rettmigswache führte. Unlosten werden e; staltet. Meldungen erbeten an die Zeitungeausgabestelle des„Vorwärts', Lausitzer Platz 14j15. Erkner: Die„VovwärtS"-Spedition befindet sich jetzt Fried- richstraße 21 beim Gen. Albert Zernicke. Buchholz: Die„Vorwärts"-Spedition befindet sich jetzt beim Gen. Rudolf Friedrich, Berliner Str. 40. Oranienburg: Die„Vorwärts"-Spedition befindet sich jetzt beim Gen. Friedrich Glaser, Kurfürstenstr.' 60. KarlShorst: Die„Vorwärts"-Spedition befindet sich jetzt bei Frau Stanke, Hentingstr. 32, v. ptr. Schmargendorf. Die Gemeindevertretung bat beschlossen, dem Arbciterrat die Befugnisse als koninrunales Kontrollorgan zu em- ziehen, ibn aber als vermittelndes Glied zwischen der arbeitenden Bevölkerung und der Gemeindeverwaltung bestehen z» lasten. Für dieie Tätigkeit erhalten die Verden Mitglieder des Arbeitmals je 25 M. täglich. HermSdo'rf. Gemeindevertretung. Die Absägung des Ar- beiterrats durch die bürgerliche Mehrheit ist nun doch erfolgt. Da der Beschluß der letzteren von vornherein feststand, so halfen alle Gründe der sozialistischen Vertreter nichts. Vergeblich war der Hinweis, daß der A.-R. sich stets korrekt benommen und daß er auch das Vertrauen der bürgerlichen Kreise gewonnen habe, die häufig seinen Rat und sein E'ngreifcn in Anspruch genommen; vergeblich die Warnung, daß die Maßregel große Beunruhigung und Erregung hervorrufen werde. Die U. S. P.-Fraktion verließ das Lokal.— Von den übrigen 17 Punkten der Tagesordnung beanspruchte noch der Fall der Lehrerin Lange besondere Beach- tung. Ter Lehrer Lemma hatte die kurze Zeit seiner Amtsherr- lichkeit als Vertreter des erkrankten Rektors der Volksschüle dazu benutzt, eine neue Lehrerinnenstelle zu schaffen und, ohne erst dre Bewilligung dieser Stelle durch die Gemeindevertretung abzu- warten, gleich auch die Stelle durch den Schulvorstand besetzen lassen, obgleich die Besetzung erst für Ostern 1920 erforderlick war. Zweck der Uebung war, zu verhindern, daß die allgemein beliebte Lehrerin Frl. Lange für die Stelle gewählt wurde: ist sie doch sozialdemokratisch organisiert und bei der hiesigen„Arbeiterjugend" tätig. Man wußte, daß der beurlaubte Rektor nach seiner nach den Ferien bevorstehenden Rückkehr für Frl. Lange eintreten würde, was er in einem von unserem Genossen Neunzig verlesenen Briefe ausdrücklich bestätigte. Daher die große Eile der Schaffung und Besetzung der Stelle. Selbstverständlich wurde der Antrag des Ge- noffen Neunzig die Angelegenheit, mit der sich wenige Tage vor- her schon eine Volksversammlung befaßt hatte, bis nach der Rück- kehr des Rektors zu vertagen, von den Bürgerlichen abgelehnt. Beim Minister und bei der Regierung ist Beschwerde eingelegt war- den. Wie der Arbeiterrat abgewürgt, so mußte auck dem Vor- dringen des sozialistischen Geistes in der Volksschule Einhalt geboten werden. Herr Lumina, Lehrer, im Nebenamt Grundstücks- und VcrsicherungSver mittler, alldeutscher Wanderredner und was sonst nicht alles, siegte. Sein Antrag wurde gegen die Stimmen der S. P. D. angenommen. Lichtenberg. Bei der Kleinhaussiedlung haben sich 1600 Be-, Werber um ein Sirrfamilienhaus gemeldet. Da zurzeit höchstens' 118 Wobnungen erbaut werden können und auch dies wegen der zunehmenden Baumaterialknappheit und der Streiks sehr in Frage gestellt ist. muß bedauerlichenveise der größte Teil der Bewerbun- gen unberücksichtigt bleiben. Die verfügbaren Wohnungen reichen nicht einmal für die wohnungslosen Lichtenberger. Bürger. Neukölln. Die ltädtiiche RechtsirnSkunstSstelle Garrgboser st ratze 20/21 ist während der Gerichtsserien vom 15. Juli bis 15. September nur Montags, Mittwochs und Freitags, 4— 7, geöffnet. reitS begonnen und find in der vergangenen Wocke einschlieiilich«onnlag. den 13. Juli, 8145 Stück Käirse dein Markt zugeführt worden. Auch in die'« Woche sind grössere Zufuhren zu erwarten.. Tie ausgetriebenen Gänse sind durchweg schön. Die Preise schwanken zwischen 30 bis 60 M. pro Stück. Für Interessenten empfiehlt sich, den Markt, der täglich statt- findet, zu btsuchen. Lichtenberg. Di« amerikanischen Speckwaren werden fortan alle 2 Wochen zu>/, Pfund verteilt. Erste Ausgabe In der Woche vom 14. bis 20 Juli(Z 8). Sonderzuwelsunq.(374 E. J. 0. K. 8.) 2 Päckchen Bon IMn- zucker, 376 K'I, Psund Homggeböck. 377 K und S je 100 Gramm Schoko- lade und je 125 Gramm Kacaopnlvcr Aus 52 und 53 je 750 Gramm Brot bczw. 250 Gramm 5tartosfel!cheibcn. 50 Gramm Lratsett(B 9. Gegen Speileseltkarle 125 Kramin Margarine. HermSdorf. Erlay für Karioffein 750 Gramm Brot(62) und 500 Gramm Kartofielarieg(53). Paukon). 250 Gramm Graupen(41), für Jugendlich« 100 Gramm Graiipei!(38), 400 Gramm Marmelade<-271» Reinickendorf.'/< Pfund Tilsiter Kaie(2011. Ausgabe«folgt Aus. weiSkorte A am 18. und 19., B am 21. und 22, C am 28. und 24.. V am 24. und 25. Juli. Nowawcs. Fleisch morge» Donnerstag. Seefische heul« ab S-Uhr markenfrei._ r Gro�-öerliner partemachrfchten. Berlin. LI. Abrlq. Heute abend 7>/, Uhr; Versammlung bei Steffen, Landsberger Allee 150. Wildau. Heute Mittwoch, abends 8 Uhr, bei Schumann: Zahl- abend. Vortrag: Die Schulreform. Stralau. Heute, Mittwoch, 8 Uhr, bei Bollenbach. Alt-Stralau 8. WahlverernSversamnilung. Vortrag des Genossen Adam über Bühnen. tunst. Tempelhof. Heule, abends 8 Uhr.' Mitgliederversammlung in der Ge- mewdcschule, Werder stratze. — 1* Jugenüveranstaltungen. Westen. Heute abend'/i? Uhr in der Bangcwerksschule, Kursürsten- dämm 142. Bortrag: Die Enntehung der Erde. Gäste willkommen. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Reichsbund»er Sriegsbefchitdigteu und Hinterbliebenen. 2. Bezirk. Osten. Nächsie Versammlung Freitag abend 7 Uhr im Lotal von Map Heimich, Langestr. 97.— Arbeiter- Sämarirer-Bund. Kolonne Gros» Berlin. Versammlung haben am Freitag, den 18. Juli, abends Uhr, Bezirk Norden: Usedomflr 33. im Restaurant OA.öter.— Bezirk W e st e u: Schöncberg, Vorberastr. 11, Restaurant Haendel. Die Sericsits-fsitung. Der. Führer der Mossehaus-Befatzung vor den Geschworenen. Wegen Verbrechens gegen das Sprengstoffgeietz, Aufruhrs, Landfriedensbruchs und zwar als Rädelsführer war der Schau- fentterdelorateur Ewald Max Win gering vor dem Sckwur- geiichi angeklagt. Der Angekragte. Mitglied der Kommuiristrschen Partei sSpartakusbund), war im November nach Berlin gekommen. Er halte sich dann am 6. Januar an der Spitze eines Trupps, der ein Maschinengewehr mit sich jührte, nach der Dra lonerkaierue in per Blücherstraße begeben. Hier wurde nun das Maschiirengcwedr in Stell ing gebracht. währenS der Angeklagte, wie die Aiillage be- Häuptel, Hilter Androhung Den Gewalt von eurem Offizier die Ocff- rntng der Waffenkammer erzwungen Kaden soll und den von tbrn ae- sühr'en Trupv mit 00 Karabinern, Pistolen und Säbeln ausrüstete. Ferner soll W. mehrere Tag« hindurch als Fübrer rn dem Moste» gebäude tätig gewesen t'ein uns es geduldet haben, daß zwei Minen an der Ecke Jern-salemer und Schützen- st r a ß e ausgelegt wurden, deren Zündschnüie in dem Portal 4 des Mossthauses mündeten. Dir Kugeklagie selbst b e sl r e t i e r dies out das Enlschiedeirste.— Von den Rechtsanwälten Dr. Rose nfels und Theod. Liebknecht waren eine größere Au- zahl Einlast, iiigszetigeit geladen worden, io daß die Verhandlung drei Sitzungstage in Anspruch nahm.— In später Räch- mttlagssttinie kam das Gericht dem Wabrt'pntch der Geichworenen gemäg zu folgendem Urteil: Von der Anklage des Verbrechens aegen das Sprengstoffgeietz wurde W. freigesprochen, im. übri en wegen einfachen Aufruhrs usw. zu 1 Jabr 9 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 6 Monaten llitiersuchuttgstail verttrieilk._ Bom StrolchewiSmuS. Ein nickt ganz gelungener lleberrall mit Plünderung führte den Bäckergesellen Karl Kirbik, der in Ma« lrosenitnisorin vor Gericht erichien, vor das außerordentlicke Kriegsgericht. Am 28. Juni erhielt der Schneidermeister M ü n n i w, Stralauer Platz 5. Besuch. Als er auf enolgies Klingeln öffnete. standen vor ihm 10 Soldaten, teils in Jnrauterie«. teils in Marine- unikorm.»nd erklärten ibm, daß sie bei ihm Hau»such ring nach Li-bensmilieln halten mfißien. Herr M. verlangte eure Legi- limation. woraus der Sprecher der Soldaten auf den in der Um- form eines Bize eldwebels gekleideten Mann hinwies und sagte: Das ist doch wohl Legitimation genug! M. verstand sich dann dazu, nur zwei der Leute eintreten zu tasseu, warnte aber ernstlich davor, irgend etwas in den Zimmern wegzunehinen. was an Kleidern und Stoffen vorbanden wäre. De angeblich mit der Haussuchung beauftragten beiden Ma- lrosen, die darnns die Wohnung beuaien, suchten nun vergeblich nach größeren Lebensmiltelvorräten, bielte» ober 80 Pfd. Lieien, die die Meisterin am Tage vorher gekaust hatte, für be- schlagnabmesähig und erklärten, damit zur Polizeiwache zu müssen. M. erklärte, mitzugehen. Vor der Polizeiwache warfen ibm die Soldaten plötzlich das Paket mit den Lieien vor die Füße und nabmcn R e i tz a ri S. M. traf dann zufällig auf die ganze Rotte und es gelang, fünf von ihnen, unter diesen auch den Vizeseldwebel, festzunehmen. Da drei noch aktive Soldaten sind, kannte hier nur gegen die beiden Angeklagten verbandelt werden. Kubik wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Eine DiebeShatz entwickelte sich in der Rhinower Straße am Abend des 14 Mai. Als die dort wohnende Frau Rändle mit ihrem kleinen Sohn von einem Ausgange zurückkehrte. konniP sie das an der Tür angebrachte Sicherheitsschloß nickt öffnen und eS ergab sich. daß in dem schloß ein Fremdkörper sich befinden und es gewait'am geöffnet sein mußte. Als die Frau dann durch das obere Schloß die Tür geöffnet hatte, prallte sie zurück, denn sie stieß in der Dunkelheit auf zwei Männer, die sie mit Gewalt zur Seite stießsck und schleunigst die Flucht ergriffen. Die Einbrecher hatten ,n der Wohnung alle dort vorgefundenen Wertsachen, goldene Nhren, Sckmuckgegenslände, Wäsche, Bettstücke, Kleider schon in Bündel ge- packt und waren im' letzten Augenblick gestört worden. Der junge Sohn d-r Frau R. war den Eiiifliehenden aus die Straße gefolgt und rief foriwährend:„Haltet sie! Haltet sie!" Der eine konnte entfliehen, fü'rden andern gab's 1 Jahr 6 Monate Ge- sang nis. Die„Strcikbohu". Ein drollige? Intermezzo zwischen deiw Vorsitzenden und einem als Zeugen geladenen Arbeiter spielte sich gestern vor dein Scköffeng-richl ab und zeigte, daß die Große Ber- liner offenbar für cplle Zeilen ihren Spitznamen weg hat. In einer ganz nebensächlichen Auklagesache war ein in Tegel wohnhafter Arbeiter der Borfigwerle als Zeuge geladen, aber nicht er- ichienen. Grade als der Termm verlagt und dem Zeugen die ge- samten Kosten schon auserlegt worden waren, langte dieser pustend und sckweißtiiesend im Gerichtssaal an und erklärte sofort:„Herr Gerichtshof, da ist die verdammte Streikbahn dran sckuld!" Auf die Frage, ob er damit die Straßenbahn rneiwe. erklärte der Zeug::.Et jibt ieene Straßen- bahn und ooch keenen Straßenbahner mehr. Et gibt bloß noch'ne Streilbabn u n d Streikbabne r!" Der Vorsitzende wies den Zeugen daraus hin. daß dies keine Eni- schuldigung sei. da auch betckgi« Richter täglich stundenlang lauten müßten und pünktlich im Gericht erscheinen. DaS Gericht hob jedoch die Bestrafung des Zeugen auf. der eine unbändige Wut auf die.StreilSabiier" zu haben schien, denn er äußerte noch unter allgemeiner Heiterkeit:„Die Brieder trauteir sich ja nick, sich in Uniform sehen zu lasten, da sie Angst vor Senge hauen'" (Anm. für Verleumder: Das ist ein Gerichtsbericht, das schreibt nicht der.Vorwärts"! Red.) - 1 öriefkaften üer Reüaktwn. Jeder ftir den Brlekk-r«-» bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei, VrieMche Auswirft wird nicht erteile. Eilige tKn- Iragen traue man in der Juristischen Sprechstunde. Lindenstr. Z. S. Hof lint», 4 Treupen. vor. Schrifistücke und Verträge lind mitzubringen. G. l« El war uns nicht möglich, die Adresse zu ermitteln: siagen Sie im Stadtbad Neukölln an.— M. 8. 99. Wenden Sic sich an das Eiseiibahn-Minislerium.— Ar. K. h>0. Wenden Sie sich an die Land rc- sellschast„Tiaene Scholle", Frankfurt a. O.. Halbestadt 7.— Ruswan- derer 49. 1. Beim Auswärtigen Amt. 2. Gibt es: erhalten sie m Buenos Aires. Redaktion.Ava-iguardla".— P. M. verein der� Frei- denker für Feuerbestattung, Oraniciistratzc 83/84 l: Verein sur n,-cuer- bestattuug a. lg.„Die Flamme", Anbaltilratze 6.—<£. 3. 14. Wenden »—*"'--AI—_t.- CtO— a rC--Ccklr* -----„_.„.„Die Flamme", Anbaltilratze 6— E. Sie sich an den Drogistenverband. Kötheuer Stratze 23. jetzt noch keine amiliche Bekanntmachung darüber erlasten aber in Kurze zu erwarten.—<5. ,-I.>8. 1. Fragen Sie bei der Eisenbahn an.. Nein. Läßt sich mit Sicherheit nicht beantworten.•—«b 3-®»" - K' 79®�?- A- m» demBmmu� des Kindes in Verbindung, um für die Zeit Sbrer militärische» Dienstzeit Bestleiung. zu erlangen.- K. 24. Gegen die beliebte Mox.m« des Abzahlungs. gcschäsis ist leider nichts zu machen.— 1888. sf. R. üerjahrung der Forderung tritt erst tn 30 Jahren em.- F. f. 1«»- 1 Kündigen Sie sich beim Kriegsministerlum. Letvz.gcr«tr. 5. 2. Die Einschätzung des MaaistralS ist matzgebend.- Q. Z. Auch als«ememdeverlrcier miiilen Sic die Grenzen des Anstandrö waren. Beurasung»st nlio mög. liih— B 17. I Sie werden vom MietSeiniginigSamt noch Nachricht er. halten weiches auch eine Enticheidling treffen imrd. 2. Fragen Sie beim WoknungSnachweiS, Gormannstr. 13, an.— Schramm. 1. Fg. 2.«a, durch evenwelle Klage, nach cnolgter Aufforderung und Fristsetzung. 8. Ja. a 27. ES ist das Wiederausnahmederfahren möglich: setzen Sie iich mit einem Rechtsanwalt in Derbindnng.— W. G. ZI. Setzen Sl- den stt-uteil eine Frist von 14 Tagen mit der Androhung einer etwaigen Klage bei.Ablaus der Frist. Wenn Androkung ergebnislos, Klage bei dem Amtsgericht in Menrel.— 8.1- Gemeindeamt Treptow Kriegejurlorgestelle T. P. IS. Der Fahrpret« mutz für die benutzle-Klai'c gezahlt werden.— H- 37. Wir zweifeln daran- versuchen Sie eS mit einer Eingabe an doS KriegSmiriiilerium. Abteilung TanilätSwefen.— Wetterbericht bis Donnerstag mittag. Ziemlich kühl; zeir- weise aufklärend, aber noch überwiegend bewölkt, viit öfter �stglied�. � tze��Bezirlstaichllll'abMei�ru t wicdechotietl« M sllgemeineg germgeg Aegenfälleu. tesBlnsr-Theater Soinmerspieli!: H. Sternberg. Castspiel Guido Thielscher: 8 Uhr: Charlcys Tante. Deutsches Kunstler- Theater. Allabendlich 8 Uhr: Max Adalbert, Uhr: Unterm Baume der Erkenntnis Komische Oper Jhr SdiwarzwaldiiiStlel. LuHtspielhanR tv. uhr So ein Mädel. Metropol-Theater. 7 uh. A M kizediuM. \ene* Operette« hr.u». 7'/, u.lj|el;aine?ßii3 Zirkus. Palasr-Thcater 7'i.uht.MxM Erben Oper in 3 Akt. v. R. Danziger. Sethiller-Thcaf.<'liarls 7v, uhr Ali-Beideffiers. Thaiia-TUcater tv, u Junger Sonnenselieia Th.am\ v:leii/, Uhr- 8Ute-Sänger 9 euem. Mitcü der Stettiner Sänger Humor. Spielplan. ommerrreise I ä. Biülligen-KDnzerL ÄdRiirals-Palast nfentation. ingkämple um den Preis„er Deutschen Republik. Anlane" llrr. J I \ d ni t>*a I s«Kino.~ Die Schuld mit Hikirv Porten. Volksbühne Theater«m BOlowplatr. Täglich 8 Uhr: Der heilise Fioriap. Deutsche« Theater. 7'', Uhr: Auch Ich war ein Jüngling... (Schwank). Kemmcrspicie. Allabendlich 8 Uhr: Lcopoldine Konstantin in Oas Weib u. der Kampelmann. Theater des Westens 200. AuiTührung in der Neu- cinstudierung. 2030. Auitreten Kia Werber eis.v.iraosa. t1/, uhr: Geisha Imari: Hnns Wtssmtnn. Theater i. d KonigyrätzerStraSe V� Uhr Der Häuptling. Komßdlenhans Lude Höflich u. i ndw. Hanau 8: Lisclott ven der Plalz. Berliner Theater V,8 Uhr: Die toll; Komtc««. Lnisen-fl'sater. �.VWAWeilveiiev Sonritg.3'cmii.<'. Autiührung M fjüiteuöep�f. Täglich aoenas T/t: BJena gtauea lieöec. National-Tlieater 8 Unr Stürm Erfolg« Uhr jasBlüe Gawsraicna. Waliiaiia-Theater. TV, Uhr; Die Freu lies Bckuiaoten. Rose-Theater. Täglich'/, UOft 0 schöne Zeit, o seiige Zeit 7V, Uhr Oauenbühne Das sieht sich Jeder an. Vorher Konzert u. Spezialität. Serllner?raler T/9 ftoftanipnatl« 7'i 3A8: fiEptunsBüiiüneliaiirt. Dr. Opcrctttn>P»f!« in 8 Alten. In der lau,- Di«!» iägl:d>: V a r i e t 6 Anfang 4V, Uhr. Il0iciisl!8li.-TiieätEr Sastspiel».berühmte« Dresdener WII:g neues Prcgrainm. 1. S. SBicbcr* austreten d Stettin er Sänget. 1F0LL0 Fnedrichstraße 218| Dir.: James Klein ir/i T/i Letzter Gastspiel-Monat der Oesellschaft Anton mit der neuesten Schlager-Burleske Nar Eicht schießen! J Vorh. Spezialitäten: 1 HSonnt.3V,id.Eiwachs| 1 Kind frei! Anerkannt vorzUgl Küche Kate Weine ff. Kaffee Zivile Preise Wiener Schramtneln Dietrich Pepi Werner. Gemütlicher Aufenthalt. t Eintritt Ire) t Etahüsscmciit MMsraser Ilieder-HchSuetneid«, Verlmer Strafe 91, direkt an b. Oberspree gelegen. Im Kenzert'Garten stth'N Donntrstag GrokLß Koszett Salon- Kapelle Felix Zöllner aus Brcslao. Bei nngiwstig. Betler im SaaL Ieben Donnerstag im großen Portettsaal Bau Btrifiwi (Cvfiflafnad Batimufil. 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Sic betragen für>«de>t Arkestsdaq: für Stiche A Ii III IV V VI VII 0,01 M. 0,06. 0,12, 0,18„ 0,34„ 0,80. 0,ao 0,42 VIII 0,48, .. JX 0ch4„ ,„ X, 0,80„ Die BestrSge werden wöchentlich berechnet und betragen da« Ecchsfad>e des täglichen Betrages. Für Lerflcherte, weid>e an»lle» Wochentagen und Sonntagen arbeiten, das Siebenfache des täglichen Betrage«. Die Bestragswvche beginnt aar Montag und endet am Sonntag. z 53 erhalt fassen de Raffung: Abs. 1, 2, i 4 wird gestrichen und erhält dafür f.lgende Faffnnn: Den Arbestgedern wird über die fälligen Bettrage für vctstchorungspflidchsge Mit» glieder monatlich nac!i!rägiich eine Rechnung durch die Post zugesandt und ist diese inner» halb T Tagen an der Raffe, durch Postscheck» oder Bank- Überweisung zu begleichen. Die näheren Bedingungen find auf der Rückseite der Rechnung an- zureden. Porta und Heber- ivClslmgszebühren trägt der Arbeitgeber. z Iii erhält folgende Fassung: vorrätige Gelder sind, soweit sie nicht zur Dickung der laufen- den Ausgaben benLtigt werden, bis zur Beschluhfaflung des Bor'tande» über deren An- legung, bei der Dresdner Bank, Dep.-Äasse U.IH Ählendorf-Wsb. oder der Bank für Sandel und Industrie(Darinstcldter Bank) Dep.-Kasse R, gehIendorf-Wst., anzulegen. 277/10 Dieser Nachtrag tritt mit dem Tage der Bekanntmachung ge- mich Z 116 der Satzung in Kraft. geHiendorf, den 12. Juni 1319. O« vor, tan» der Ailgemein«« Ort»Iranken- i'ass�sür gehiendors u. llmzeg. Genehmigt. Gharloitendurg, den 4.IuIt ISig. Dbrrvousichc-nag samt EroF-veriln. (Siegel) gez. von GystkowskE Sctilalzlmmer Speisezimmer Herrenzimmer Polstermöbel kompl. Kücben Binzeine Möbel Gf.Äuswalillilll. Preise Auf Wunsch a.Teilzahlg. Welksw 1 Qr. Frankfurter Str. 58 5 Min. v. Alexanderpt.* Filiale; Badstr. 47/48. Öerlfiaicliiiidt. Fachlehrbuch i. Rang., M. 17,85. Der mod. 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Juli 1019, abends 8 Uhr. im Restaurant von Roezytki, Berlin-Pankow, Kreuzstr. 3/4: Antzerordenlliche WiOuiM. Tagesordnung: 1. Berleiung der Niederschrift über die'legte Eiguna. 2. Portrag des Herrn Bendig über Tarifverträge mit den Kaffenangeftellten. 3. Beschlußfassung über Auf- stelluug einer Dienstordnung für die Kassenangestellten. 4. Aenderung der Satzung§ 47 und S 07. 5. Verschied. Kassenangelegen. heiten. Die Herren Vertreter der Arbeitgeber u. der Versicherten werden gebeten, pünktlich zu erscheinen. Ein Ausweis wird denselben zugestellt 277/9 Der vorstand. Otto Rißmann, Vorsitzender. Willi" beseitigt' DÄi-sHaussalbel ied. Hautausschi., Flecht, llautjuck., bes. Beinschad., Krampladern der Frauen u dergl, in Originaldosen 4.50, 7.50 erhältlich in der „Elefanten-Apotheke" Berlin 213, Leipziger StraBe 74(a, Dfinhoffpl) Verband der Gemeinde- und joÄto Slaatsarbeiter.«Ä». i Frritng, den 18. Juli 1919, abends pünktlich Kt/zllhr, in Boekers Frstsälen, Weberstr. 17: MmiheiiWe seiiMliierWiiil«. Tagesordnung: 1. Bericht über die Tarifverhandlungen. 2. Stellungnahme zum Nürnberger'Verbandstage. 3. Perbandsangelegenheiten. 34/11 Zutritt zur Generalversammlung haben nur Delegierte n Vorlegung des Mitgliedsbuches und der Legiti- Tie Ortsverwaltung. gegen mationstarke. iriieitspeinsetiäft freier ÄögeslelliaoveÄiis Orttskartell Berlin. Heute, Mittwoch, den 16. d. Mts., abend? 7 Ustr, im groß. Saal von Haoerlouds Ieftsölea, Neue Friedrichstr.35: LroAs Varssmminsg aller Angestellten der chemischen Industrie und des Grosthandels. Tagesordnung. Stand der Tarisnerhandlnngen der chetrlfchen Industrie. Da in dieser Dersammwng die Gegenvorschläge der Arbelt- geber bekanntaezeben werden und wir dazu Stellung nehmen müssen, ist das vollzählige Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen dringend erforderlich. 3/5 Km Freitag, den 25. Iul! 1919, vormittags 10 Ahr, werden wir auf unserm Hof, Berlin N., Wattstraste 22/24, etwa 30 Pferde darunter tiutschgespanae, freiwillig versteigern lassen. Mß. Verliver oMSss-Meü-GesMilst. 184/18' Berlin W. 8,«raufen skr. 10. P Hygienische W Guniniiwaren nl" kür Männer u. Frmten. Sauger, SpiUapvarate, Schlauch-, Leib- bind., Bruchbandagen, Damen- binden, Berbandsiöffe, elastisch« Eiosse. Preislifte durch i.8i!j!rvi!e?zcli..8erilliM. - Karlftr. 19. Sehr vorteilhaKH imprägnierte Seidenmäntel...... 128, 145, 168, 196, 225 �gtinstseldaae Strlofcjaokeu........ 115, 138, 165, 196 SpA-rtJaokon, reizeade Aufmachungen......... 36, 41, 46 '» lauge Cofrereoata&ntsl 87,—. Entzück. Winter-Ulster 125, 175, 250 Kurze Tafottjseken............... 75, 100, 126 MMMM der SWdlWgsgehllsm. verd�d der LllreVmgeslekkes. Mdaiid der MlUeü VelMelWgsdkMketi. 1 Am Donnerstag, den 17. 3nli, abends 7 Ahr. stnde: I in den Muslkersälen, Kalser-Wllhelm-Str. 31, für die! Funktionäre der drei Verbände eine gemeinsame fuitöttonärlWDferenz statt. Tagesordnung: 1. Arbeiterratswahl.— i Ortsstatut für den Z. d. B. 3. Verbandsangelegenheiten. Zutritt nur mit Fnnktionär-Busweis. Vollzähliges Erscheinen erforderlich. hiZ. Vegen der Hitgliedenrersamralung bitten wir die nächsten Tageszeitungen zu beachten. Ans der ReicdsbekleiduRSSstclle zezeii Berliner Maglstratsschein: Wollplüscbmäatel.......... 228,75, 230,10, 311,70 Fesche Kostüme 90,—, 206,25, 237,50 selur ölllf S!! Flotte Pelzmäntel, gediegene Felle.. 1200, 1500, 1800, 2200, 2700 Beldenplüsehmäntel........... 350, 475, 500, 650 atoffröoke...... 36, 54 Seidearöcko.... 86, 125 Westmann 2. Geschäft: Berlin aftO, Gr. Frankfurter Str. 115. 1. Geschäft: Berlin W, Mohrenstr. 37a. Sonntage geeohlossen! 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Bewerbungen mit Lebenslauf und Gehaltsansprficheh erbitten an Herrn Max JacoborrUz, Scnftenberg N.;L., Markt Der Vorstand des Soz. Wahlvereins des Kreises Calao. 265/12(Mehrheitsrichtung.i Woe SlÄirMelle. Die durch Ausscheiden de» bisherigen Inhaber» frei ge- wordene Etadlratsstelle soll auf 12 Jahre desetzt werden. Bewerber, die sich bereits in praktischer öffentlicher oder pri- vater Berwaitungstätigkeii be- währt haben und zum Richter- amt oder zum höheren Ver- waltunasdienst befähigt, oder als Vblkswirtschastler durchge- bildet, oder in der Leitung grSsterer Betriebe tätig gewesen gnd, werden eingeladen, ihre Gesuche unter Beifügung von Zeugnissen und Lebenslauf dem Unterzeichneten dis zum 25. Juli einzureichen. Das Anfangs- aehait beträgt M. 7000,—, das Endgehatt M. II 000,-. An- rechnung von Dienstsahren auf —.itellungsbedinguw gen teilt das Stadtverordnetelt- amt auf Wunsch mit. Siettin. den 6. Juli 1919. Der Stadlverordnetenvorfteher. Wehrraann,(18411 Geheimer stustizrat Für die städtische Ver- waltung wird ein itajisifaisssEssc!' zum sofortigen Antritt ein mutz, sofort ges. Metrke& Creim, Ties- und chochban» SW 61. Bellealltance-PlaS 7/6.