|lr.B62. BK.Iahrg. Bezugspreis z Vierteljährl. 9,— Ml., monotl. 9,— Ml. frei in» k>aus. voraus zahlbar. Poft» bezug- Tlonallich Z.— Ml. ex!!, gu- flellungsgcdühr. Unler Zlreuzdand für De>ltschlai�> und Oesterreich-Ungarn bLz Ml., für dag übrige Ausland 19 2ü Ml., bei lägllch einmal, guslellunq 8,23 Ml. Poftbeflellungen nehmen an Dänemarl, isolland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz, lkingelraaen in die Pofl-Ieitirnzs-Preislisle. Der„Borwärls" mil der Sonntag»» beilag»»Poll u. geiN erfcheim wachen- täglich zweimal. Sonntags eininal. Telegramm-Adrelfe: �Sozlvldemolrol veclin-. MorgenAnsgabe. W:f> Nerlinev Volksbleltt. (15 Pfennig) Anzeigenpreis: Sie achlgelvallene 9lonvareilleZill» tollet I.2b Ml.Uleiae Nu, eigen". da» lengedrucktc Wort SU Plg,(zulässig 2 lengedruat» Worief, fede» weiter, Wort 2» Plg, Kiellengeluch, und Schlafltellenanzetgcn da» erste Wort 40 Plg. lebe» weiter, Wort 2v Psg, Wort» Uber ll> Buchstaben zählen lür zwei Wort«. Teuerung», tulchlag öu»/» Familien- Anzeigen, politische und xewerlschaltllchc Verein»- Anzeigen l.2v Ml die geile. Anzeigen lür die nächste Nummer müsseii dl» S Uhr nachmitlag» tm Saupigelchäli, Berlin SW US. Lindenftrab' 8, abgegeben werden. Deoffnel oon 9 Uhr früh di» d Uhr abend», �entralorgan der rozialdemokratirchcn parte» Deutfchlands. Neüaktion und Expedition: Slv. 68, üindenftr. Z. Fernsprecher: Amt iviorinpla«, Nr. tZTit?. Vorwärts-Verlag G. m. b. H-, SV. b8, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt NioritiPlaN- Nr. I»7 53— öl. Gtto öraun über üie Erntestreits. Tie Rede des �andwirtschastsminlsters Genossen Otto Braun in der gestrigen Sitzung der preußischen Landes- Versammlung, in der er Antinort gab auf die Interpellation der verschiedenen Parteien um Erutestreik war eine poli- tische und soziale Tat. Sie ivar d i e Tat, auf die mir seit Ausbruch der Revolution gewartet haben. Tie Landjunker haben ihre anmaßlichen Frechheiten, die sie zunächst nach />cui Zilfanimenbriich der alten Staatsgewalt scheu unter den Scheffel gestellt hatten, allmählich wieder ans Tageslicht gezcrrt und sie beweisen in dieser Zeit, daß sie aus ihrer Vergangenheit nichts .vergessen und von den neuen Geschehnissen nichts gelernt haben. Sie behandeln das Landprole- tariat noch ganz wie in den unseligen Zeiten der elenden mittelalterlichen Gesindeordnungen. Ter Landarbeiter ist ihnen kein, freier Mensch, sondern das A r b e t s t i e r, daß, wenn es nicht willig ist, mit der Peitsche zum Gehorsam gezwungen werden muß. Genosse Braun hat sehr richtig gesagt, daß es die Agrarier sind, die den Spartakisten das Wasser auf die Mühlen treiben und die nichts unversucht lassen, um die landwirtschaftlichen Arbeitsverhältnisse in das neupreußische Mittelalter zurückzudrehen. In der Stunde größter Gefahr für unser Vaterland, jetzt wo jeder Einzelne im Volke mit einem Seufzer der Erleichterung auf die bevorstehende Ernte blickt, gehen jene Gesellen daran, durch brutale Rücksichtslosigkeit gegenüber ihren Arbeitern die Ernteeinbringung zu sabo- tiercn. Darum war die Rede des Genossen Braun eine soziale Tat. daß er mit aller Entichiedenheit betonte, daß denen, die das Volk in seiner Existenz gefährden— gleichviel in welcher Lage sie sich befinden �dcrDaumen schart aufgedrückt werden wird. Wir haben unS im„Vorwärts" stets— geleitet von dem hohen VerantwortlichkeitSgcfühl gegenüber dem Gefamtwohl- stand— mit aller Kraft gegen die wilde unser Wirtschasts- leben zermürbende Wut fortgesetzter Arbeitseinstellungen g> wendet. Tiefes Verhalten ist von der Erkenntnis diktiert wor- den, daß wir ein sehr armes Volk geworden sind und daß wir auf viele Lebensbequenllichkeiten verzichten müssen, die uns in der. Zeit vor dem Kriege Selbstverständlichseit gewesen sind. Die' allgemeine A r m ut unseres Volkes muß von allen Kreisen gleichmäßig und solidarisch getragen werden. Es geht nicht an, daß man sich ohne Rücksicht auf den Wobl- stand der Nation und auf die Lebenssicherheiten anderer Kreise im Volke einseitig Vorteile erzwingt. Das ailt für a l l e sozia- len Klassen im Staate. Wenn wir für die Landarbeiterschast an dieser Stelle von vornherein unsere Sympathie erklärt haben, so ans der UeberzeugtMg heraus, daß das l a n d w i r t- s ch a f t l i ch e Proletariat unter weit e l e n d,e r e n Arbeits- und Eristenzbedingiingen zu leiden bat. als es dem Durchschnitt unserer Wohlhabenheit entspricht. Diesen Aermsten und Schwächsten im Volke leihen wir cückhalt- los unsere Unterstützung. Nicht sie sind es, die die Ernte gefährden, sondern die Agrarier, die von ihrem„Hsrrn.im-.?sause"-Standvunkt auch unter der Gefahr des Znsammenbruchs der deutschen Ernährungswirtschast nicht abgeben wollen. Von den Lasten, die der lanasährige Krieg auf das deutsche Volk gewälzt hat, hat fürwahr die Landwirtschaft bisher am wenigsten zu trewen gehabt. Jetzt hat man in eine E r- höhung der Getreiden reise gewilligt. Sie war not- wendm gcwprden, um die Arbe'tsfreudigkeit der produktiven Landliände heben zu können. S'e war notwendig geworden insbesondere deswegen, mn jede Möglichkeit zu geben, f ü r die Landarbeiterschast und deren Elend Erleichte- rungen zu schaffen. Trotzdem stellen sich die Junker getreu ibrem Grund- satz„und der König absolut, wenn er unfern Willen tut". das beißt wir sind Patrioten solange, als es uns etwas eintrögt— aus den Standpunkt, daß den Landarbeitern weder böbere Freibeiten noch größere Existenz- sichert-eiten gegeben werden dürfen. Wenn wir verlanaen. daß den Schädigern des Vater- landes mit aller Rücksichtslosigkeit zu Leibe gegangen wird, w bedeutet das nicht allein die Unterbindung aller schäd- Inben Auswüchse linksradikaler Treibereien, sondern in erster Linie auch die entschlossene Bekämpfung derer, die aus der Not des Volkes noch Riemen für ihre �ou �Interessen schneiden versuchen. .. Handarbeiter müssen durch Tarifverträge, � o\''»r sür ihre und ihrer Familie Ernährung ' f."7" sicherstellen in die Laae ve'-setzt werden. I- a Vr Freudigkeit zu bewahren und von t»*' vetrett werden, dc>ß sie nach wie vor ledig- l i ch e r M e;" ge der Reicht umsanhäufung für die Grundbesitzer sind. Wir begrüßen die rücksichtslose Offenheit, init der der Genosse Braun den wahren Charakter des Krautjunker- tuins gekennzeichnet hat. Bis aus lvenige Afterbürger, denen die Sorge um den Geldsack höher steht als die Wohlfahrt des Volkes, steht das ganze deutsche Volk hinter ! i h in. preußische Landesversammlung. 47. S i tz u n fl. Donnerstag, den 16. I u t i 1919, mittags 12 II h r. Am Miiiistmisdbe Braun. Piäsidenl Leinert eröffnet die Sitzung um 12 tthr. ES jetzt zunächst wieder eine GeichäftsordnungS- ausspräche über die Frage ein. ob während der Vollsitzungen auch AuSschutzsitzungen slailfindcn sollen. Die Mehrheil spricht sich grundsätzlich dagegen auS. iäßl aber Ausnahmen zu. Das Ge�y zur Milderung dcS Warenhaussteuer- g e s e tz c S wird angenommen. Abg. Ruszczynski(Dem.) begründet darauf einen Antrag, der die Regierung ersucht, unverzüglich einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Fürsorge für Beamte und Lehrer in den bedrohten Grenz- gebieten regelt. Ein Rcgicrungsvertrctcr erkennt die großen Verdienste an, die sich Beanrie und Lehrer in der Ost«, Nord- und Westmark unter den schwierigsten Vcrbälinissen erworben haben. Die Regierung erkennt beionderS an, waS von ihnen in der Osimari geschaffen worden ist. Iva« ein Land, das ffch in verwahrlostem Zustande und auf dem Tiesstande der Kultur befand, in die Preußische Verwatlimg über- nominell wurde. Der Miiiisterial-Veschluß vom 26, Jnni sichert den betroffenen Beamten ihre ßiilunfi. Eine Ausgestaltung und Erweiterung des BcichlrtsseS'wird erwogen. Die Abgg. Rosedrock(So,.) und Frau Wrcnk lZ) fordern eine gesetzliche Regelung der Frage. Abg. Winklcr fDem.) schildert die schwierige Lage der betroffenen Beamren. In der weiieren Debatte wird noch, angeführt, daß die Berliner Regierung den P o s e n e r Beamten gegenüber beionders in den ersten Monaten keine gtiitkiiche Hand gehabt habe, auch die Posener Behörden hätten versagt. Schließlich wird der Antrag angenommen. Die zweite und dritte Lesung der Vorlage wegen Sicherung der Bewirtschaftung von Fischgewäjsern wird aus morgen verschoben. Es folgen die förmlichen Anfragen der D c n t s ch n a t i o- ir a len von Kessel und Genossen über den Landarbeitersircit, der Sozialdemnlraten über die Maßregelung organisierter Landarbeiter und der Unabhängigen über das K o a l i- trons recht der Landarbeiter. Laiidwirtschaftsminister Braun ist sofort zur Beantwortung bereit. Abg. lioch-Oeynbanseu(Tnat.): Ter Landarbeiterstreil hat schnell um' sich gegriffen und droht sich zu einer Machtprobe auSzuioachsen. Nach dem Nieder bruch von Handel und Industrie ist unS die Laiidwirtschaft alS die einzige Stütze unseres Wirtschaftslebens verblieben. Wir haben sie so nötig wie das tägliche Brot.' Neben der Auffaffung, daß mit dem großen Kladderadatsch alles schöner und besser wird, läuft die andere der s p a r t a k i st i s ch l o in m u n i st t s ch e n Richtung, die in dein offevsichilichen Plane erkennbar wird, das WirtichaslSleben in Deutschland über- hauvl nicht mehr zur Ruhe kommen zu lassener Landbund sucht eine Vetständigung systematisch zu hintertreiben. Tie Landarbeiter werden ausgenutzt zur Erreichung politischer Ziele. (Sehr richtig! links, Unruhe rechts.) Aber die alten Zeiten sind vorbei. Auch der Landarbeiter bai Anspruch auf gute Bezahlung, Von der Kricgskonjunktur der Landwirtschaft spricht jetzt kein Mensch. Mit den Spartakisten sind die Junker viel näher verwandt als wir. (Sehr richtig! bei den Soz.) Manche Gutsbesitzer sagen ganz offen, es müßte noch viel schlimmer werden.(Hört, hörtl links.) Der Belagern ngSzu st and ist verhängt worden, che es überhaupt zu Unruhen kam. � Auch die Landarbeiter wollen das Mitbestimmungsrecht. Jetzt gehören auch die Landarbeiter zur Landwirt» ichaft. Die Meldiingen in der Presie sind teilweise direkt gefälscht. DaS Vieh wird gefüilcrt und gemolken, und die Milch wird abgeliefert.(Hörtl hört! bei den Soz.) Wo das unterbleibt, greifen wir ein. Kommt es zu einer zweiten Revo« lnlion, dann werden die Herren, die für die fetzige Bewegung ver- aniwortlich sind, nicht io glimpflich davonkommen wie bei der ersten Revolution.(Lärm rechts. Iiiruic rechis i Bodenlose Hetze!) Für Sie ist jeder ein Hetzer,' der die Interessen der Arbeiter wahrnimiiit. Da« Militär griff überall zum Schutze der Arbeitgeber ein ivegcn der engen Brrwaiidtjchiist der Offiziere z» den Gutsbesitzern. (Sehr richtig! links,) Der Landarbeiterverband zählt schon über 309 000 Mitglieder, bald wird er ein« Million überichrilte» habe». Dann wird sein Einfluß groß genug sein, daß daö ländliche Proletariat nicht mehr mir sich Schindiuder spielen zu lassen brcnichi. (Beifall bei den Soz.) Abg. Mehrhvf(N. Soz.): Die schlimmsten Wucherer und Schieber ergeben sich in den lautesten Tönen über den bolschewisii- scheu Terror, um sich ihre schmutzigen Geschäfte so wenig wie möglich stören zu lassen. Auch die Landarbeiter fordern das Mitbestimmungsrecht bei der Fest- srbung von Lohn- und Arbcitebcdiiigunge«, die Großagrarier aber wollen nicht einsehen, wie ter Landarbeiter. der frübere Leibeigene, jetzt ein solches Reckt geltend machen kann. Der Landwirtschaft geht es jetzt relativ gut, sie ist durckw'g im Kriege und durch den Krieg zu Wohlstand gelangi, da ist eS begreiflich, wenn setz: auch die Landarbeiter ihren Anspruch auf ein menschenwürdiges Dasein geltend inachcii. Mit Gewalt wird immer nur das Gegemejl des Gewollten ecreickd Das Lang steht immer noch unter der Diktatur einer Handvoll Herreni eu- scheu. Lanöwirtschaftsminister Sraun: Tie Regierung brauchte durch die Interpellationen nicht eti! auf die„drohende Gefahr" ausiucrlsam gemacht zu werden. Es wäre dock verwunderlich. loenn das T t r e i k f i e be r, das jetzt unseren kranken Volkskörper seil Monaten schüttelt, gerade die Landarbeiterschast verschonen würde, deren Lohn- und Arbritsvcrhältnisie auch heute noch die allerrück- ständigsten sind, Tie Revolution hat die Landarbeiter von den politischen Feffeln befreit, aber wirtschaftlich und sozial sie zu b-- freien, dazu bedarf es nock der planmäßigen Einwirltmg Duii> die Landarbeiter selb st. Diese Situation wird jetzt durch einzelne t o in in u n i si i s ch c Agitatoren ausgenutzt, die die Landarbeiter in den Streit betze». Diese wenigen verbrecherischen [Elemente suchen auch hier das dauiedcrliegende Wirtschaftsleben zum völligen Zusammenbruch zu bringen, um anr tcn Trümmern die Herrschaft einer getvallätigen Minderheit aufzn richten. Sie setzen an die Stelle der Demokratie den Terror und an die Stelle de« wnhmi Sozialismus einen rohen Handzranaicnsozialismu». lGroße Unruhe bei den U. Soz.) Ein scharfes Vorgehen g.gen sie ist aber nur berechtigt, Ivenn es sich wirklich auf dieie Elemente beschränkt und wenn die berechtigten Ansprüche der Landarbeit:r erfüllt werden.(Sehr richtig! linkst Tie wirtschasilichc und soziale Lage der Landarbeiter mutz von Grund auf u m g c- staltet werden. Ileberatl hatten wir Erfolge, wo von den Arbeitgebern die.-derbeisührung des WirtschaftSfricdrns»ickit geradezu sabotiert worden ist. Solche Kreise gibt es, sie sind das Gegenstück zu den Kommunisten, sind nicht weniger gemeingefährlich 'als diese, ja beide arbeiten sich einander in die Hände. I-seist richtig! Zurufe links: Blaue Spartakisten!— Lärm rechts.) Es ist teilt Zufall, daß gerade in P o m m t r n die Bewegung einen so gercizlen Eharakter nngeitomnten hat, denn in Potitmertt ist der Pom mersch« Landbund zu Hause, der angeblich wirtschasts- friedlichen Zielen dient, in Wahrheit aber das Zustandekommen von Tarisoerträgen vereitelt und poltisch reaktionäre Ziele verfolgt.(Hört! dort! links. Wider- spruch rechts.) Dieser Bund hat es auch verstanden, den mili- tärischcn Apparat in seine Dienste zu stellen. iHörtl hört! links.) Dadurch hat er sich in den Besitz van Waffen zu setzen gewußt. Gewisse militärische K v m ni a n d o jt e l l c n stecken mit diesem Landbttnd unter einer Decke,(Hort! hört! links. Lärm rechts.) Ter Pommersche Landbund ist soweit gcgan- gen, daß cr die Einrichtungen und- Angestellten einer jimtlirtKtn Körperschaft, der Landwt rtschaftskammer für Pommern, filr seine politischen Ziele mißbraucht hat.(Stürmisches Hört! hört'! iiiits. Großer Lärm rechts. Zurufe rechts: Beweise!) Mir haben das durch Haussuchungen festgestellt. (Minutenlanger Lärm rechts. Zurufe rechis: Skandal! Ungesetzlich!) Die Haussuchungen sind von einem Kommissar vorgcnom- men worden, weil sie absolut notwendig tvaren.(Erneuter Lärm rechts. Zurufe rechts: Ungesetzlich!) Diese Hcrnssuchungen sind völlig gesetzlich.(Stürmischer Widerspruch rechts.) Wenn eine mir unterstchendc öfsentlick-rechtlichc Körperschaft zu politischen Zwecken mißbraucht toird, habe ich das Recht, dagegen alle erforder- lichen Maßnahmen zu ergreifen.(Sehr rcktig! Große Unruhe rechts.)� Sie(nach rechts) waren bisher nicht gewöhnt, von dieser Stelle solche Worte zu hören(Sehr.richtig! rechts.) Sie werden sich jetzt daran gewöhnen müssen.(Bravö! links.) Bei Ausbruch der Revolution hatten sich diese Kreist inz Mauseloch verkrochen, tetzt aber treten sie mit der alten Arroganz aus den Plan und suchen ihre besonderen politischen und wirtschaftlichen Zwecke durch- zusehen. In der gewissenlosesten Weise werden noch heute Land- arbeiter g'cmaßregelt wegen der Zugehörigkeit zu einer Organisa- Hon oder zu einer den Konservativen unangenehmen Partei. (Hört! hört! links. Zuruf rechts: Minister für Landarbeiter!) Jetzt gehören auch dir Landarbeiter zur Landwirtschaft, das witde bisher oft vergessen.(Beifall links.) Die Herren im Pommerschcn Landbund, die diese verderbliche Tätigkeit ausgeübt haben, müssen mit derselben Schärfe bekämpft werden wie die kommunistischen Streikhetzer, denen sie die Hasen in die Küche treiben.(Lärm rechts. Beifall links.) Diese Herren haben cS sogar gewagt, Peamtc des Landarbriterverbande? zu bestechen und meinen Kommissar durch Einladungen zur Jagd und durch gesellschaftliche Liebcnswürdiglei.ten von seiner Pflicht abzuhalten.(Stiirmisches Hört, hört! links. Lärm rechts, Zurufe rechts: Beweise!) Was ich hier vortrage, kann ich alles beweisen.(Hört, hört! links.) Als das mihlang, hat man ein Kesseltreiben gegen den Mann unternommen und ihn mit der bekannten skrupellosen Art bekämpft, mit der Kon- servative von jeher politische Gegner zu vernichten trachteten. l Sehr gut! links. Lärm rechts.) In einer Beschwerde an das Ministerium hat der Landbund behauptet, einer meiner Kam- misiarc hätte die Landarbeiter ziMr Generalstreik aufgehetzt. (Sehr richtig! rechts. Abg. Graf Kanitz: Der junge Mann? — Unruhe link?.) Herr Graf, Sie sind auch nicht viel älter. Dieser Mann ist schwer verwundet aus dem Felde heimgekehrt, und Sie haben kein Recht, in dieser Weise über ihn zu sprechen.'(Beifall links.) Nach meinen Feststellungen sind diese Behauptungen, die Herr van der Osten auch auf dem Deuttchnationalen Parteitag vorgetragen hat, nicht nur unrichtig, sondern das Gegenteil ist wabr.(Hört, hört! links.) Diesem Dr. Grimm ist eS gelungen, unter großen Schwierig- ketten eine Verständigung zwischen Arbeitgebern und Arbeit- nehmcrn herbeizuführen und einen Streik zu verhindern. Die Berhüngung des BelogerungSzustandcs war ein großer Fehler. Ich habe sofort J>;c Aufhebung verlangt. Die militärischen Stellen sollen sich nicht in Wirtschastsstreitigkeiten� mischen. Es müssen die Grundlagen zu befriedigenden Tänisvcrträgen gelogt werden, es müssen landwirtschaftliche Spruchkammern geschaffen werden. Die bolschewistische« Elemente von rechts müssen zur Ruhe gebracht werden, dann werden Streiks verhindert werden. Ein Erntestreik ist unter allen Um- ständen zu vermeiden.(Beifall.) Jetzt, wo unser ausgehungertes Volk wirtschaftlich so daniederbiegt, ist ein Erntcstreik entweder Wahnsinn oder verbrechen. t Lebhafte Zustimmung.) Es verstößt auch gegen das gesunde Gc- fühl der Landarbeiter, daß sie die Früchte der Arbeit eines Jahres jetzt verderben lassen sollen. Machen unverständige Arbeitgeber eine Einigung unmöglich, dann muß die Staatsgewalt gegebenen- falls auch zwangsweise eingreifen. Die Staatsgewalt wird die Landarbeiter auch gegen die terroristischen Elemente schützen, die sie an der Erntearbeit verhindern wollen.(Beifall.) Tie Ernte muß den Bolschcwjstcn von rechts und links zum Trotz in die Scheune gebracht werden.(Lebhafter Beifall.) Darauf werden die Verhandlungen wieder durch«ine Geschäfts- ordnungSaus'prache imterbrochen. Präsident Lcinert schlägt vor, die für die einzelnen Redner vor- gesehene Redezeit von einer Viertelstunde für diesen Gegenstand aus eine halbe Stunde zu. verlängern Abg. Hosfmann lU. Soz.) beantragt unter heftigen Angriffen gegen die Mehrheit, die Beschränkung der Redezeit überhaupr fallen zu lassen. Der Antrag wird gegen die Rechte und die Unabhängigen ab- gclebnt. Der Borschlag des Präsidenten wird angenommen. Darauf setzt wieder minutenlanger Lärm ein. Präsident Lcinert bittet nochmals um Ruh«. Wenn in diesem Tone weiter verhandelt werden soll, dann bin irfi gezwungen, das Präsidium zu verlassen.(Bewegung und lebhaftes Hört, hört!) Alg. v. d. Osten(Dnat. Vp.): Herr Dr. Grimm, der jetzt Kommissar des Landwirtschafts- Ministers ist, hat früher auf einem ganz anderen politischen Stand- punkt gestanden, noch nach der Revolution hat er versucht, tu Ost- Preußen bei der deutschnationalen Partei unterzukommen.(Hörl, hört!) Er hat den Arbeitern in einer Versammlung in Schievel- dein gesagt, daß sie einzeln zu schwach seien, daß sie sich zusammen- vom Schaffen und Leben. Aussprüche von Gottfried Keller. Alles Schaffen aus dem Notwendigen heraus ist Leben und Mühe, die sich selbst verzehren, wie im Mühen das Vergehen schon herannaht. Dies Erblühen ist die wahre Arbeit und der wahre Fleiß; sogar«ine simple Rose muß vom Morgen bis zum Abend tapfer dabei fein mit ihrem ganzen Korpus und hat zum Lohne das Welken. Dafür ist sie aber eine wahrhaftige Rose gewesen. Leiden, Irrtum und Widerstandskraft erhallen das Leben lebendig. Etwas wagen muß das Herz und früh auf sein, wenn cS leben will. Tie träge Teilnahmlosigkeit ein«? Volkes endet immer mit der Mißachtung seiner Einrichtungen und mit dem Verlust seiner Freiheit! � Große Enthusiasten sind auch den größten Irrtümern unter- worfcn. ES ist gesünder, nichts zu hoffen und das Mögliche zu schaffen, als zu schwärmen und nichts zu tun. Es gehört auch zum Leben, sich einer schweren Notwendigkeit unterziehen zu lernen und von der Hoffnung zu zehren. Es ist doch ein Elend mit unS Menschen! Täglich sprechen wir von Liebe und Humanität und täglich beleidigen wir auf Wegen, Stegen und Treppen irgendein Mitgcschöpf! Meine Maxime ist geworden: wer keine bitteren Erfahrungen und kein Leid kennt, der hat keine Malice, und wer keine Malice hat. bekommt nicht den Teufel in den Leib, und wer diesen nicht hat, der kann nichts Kernhaftcs arbeiten. Sobald das Recht uns ein bißchen nach Pflicht riecht, sucht jeder einzelne sein Recht darin, keines zu üben. Alles was wir an unseren Gegnern tadelnswert und verwerf- lich sinden, das müssen wir selber vermeiden und nur da? an sich Rechte tun, nicht allein aus Neigung, sondern recht aus Zlveck- Mäßigkeit und geschichtlichem Bewußtsein. Es steht einstweilen nicht mehr in der Macht der Kirche, ihre Gegner körperlich zu verbrennen; daß man hingegen mit Ver- gnügen ein moralisches Scheitcrhäufchcn unter den Füßen Anders- denkender anzündet, dies moralische Verbrennen ist kaum mensch- licher. Wenn man einen Esel füttert, bleibt derselbe ein Esel, wenn mau aber einen Fuchsen speiset, wird derselbe nichts anderes als ein Fuchs z denn jede Kreaiur wächst sich nach ihrer Weise aus. schließen müßten, um die Junkerherrschaft zu brechen, die Junker auf die Knie zu zwingen(Lebhafte Zustimmung links), daß in Hinterpommcrn noch alles beim alten sei(wiederholte lebhafte Zustimmung links), daß man sich durch Teilstreiks nur lächerlich mach«, daß mau mit dem allgemeinen Generalstreik vorgehen müsse(Lebhaftes Hört, hört! rechts), daß man nur damit die eisernen Mauern deS Besitzes umlegen könne (Zurufe links), daß man den Generalstreik so oft wiederholen müsse, bis die Junker endlich zu Kreuze kricchrn. Wenn die Verträge nicht zustandegekommen sind, so liegt das so- wohl an der rapiden Entwicklung wie an der Verhetzung der Land- arbeiterschaft durch kommunistische und anarchistische Elemente. Herr Braun ist kein Minister für Landwirtschast, sondern gegen die Landwirtschaft.(Sehr richtig! rechts. Lärm links.) Wenn wir die bolschewistisch« Welle von uns ablenken wollen. müssen wir alle zusammenstehen. Sonst gehen wir unter.(Leb- hafter Beifall rechts.— Die Redezeit ist abgelaufen.) Abg. Schauer(Soz.): Die Pommersche Landwirtschaftskammer hat sich in der Tat in den Dienst des Landbundes gestellt. Der Landbündler b. B o n i n hat es offen gesagt: Wir wollen keine Tarifverträge, wir wollen Herr im Hanse bleiben. (Hört, hört! links.) Das sind die Leute, die kurz vor dem Kriege auf dem Gutshof haben anschlagen lassen, die gutsherrlich« Kutsche müsse gegrüßt werden, auch wenn niemand drin sitzt. (Stürmische Heiterkeit links.) In Stralsund haben wir monatc- lang verhandelt, der Vertrag war beinahe fertig, da erklärten die Landbündler plötzlich, sie machten nicht mehr mst. Die Generalstrsiks in Stettin und Stralsund werden nicht aufhören, bevor der Belagerungszustand nicht aufgehoben ist.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) KriegsnGnister Reinhardt: In Pommern bestand unabhängig von den jetzigen Vorgängen der Belagerungszustand in Stettin, Randow und Greifcnhagen. Nach den Vorkommnissen im Kreise Franzburg wurde militärische Hilfe vom Regierungspräsidenten in Stralsund erbeten. Daraufhin wurde der Belagerungszustand vom Gcneralkom- mando II über Stralsund verhängt. Außerdem wurde zum Schutz um das bedrohte Gebiet der Belagerungszustand auch in Anklam, Demmin und Ileckermündc ausgesprochen. Das Ministerium hat gestern beraten und beschlossan, zwei Kommissar« nach Pommern zu schicken, die eben abgcreist sind, um an Ö>rt und Stelle gemein- sam mit den streikenden Parteien die Lage zu prüfen. Sie sind be- vollmächtigt worden, ohne weitere Rückfrage an Ort und Stelle alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Landwirtschaftsminister Braun wendet sich gegen den Abg. v. d. Osten. Die Angriffe gegen Herrn Grimm sind unberech- tigt. Er hat sich niemals als deutschnationaler Parteisekretär an- geboten und ist Sozialdemokrat seit ISIS. Abg. Wcstermann(Dem.): Ich rate meinen Bcrufsgenossen aus der Rechten, sich nicht gegen das K o a l i t i o n s r e ch t der Landarbeiter zu wehren. Tarifverträge müssen abgeschlossen werden, und zwar durch Aus- schüsse, in denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer paritätisch vertreten sind. Es liegt im Jmcresse der Arbeitgeber selbst, die Gcwerk- schaftSorganisation der Landarbeiter zu fördern und nur mit ihr Verträge abzuschließen. Was in Pommern angerichtet ist, muß so rasch wie möglich wieder zurechtgerückt werden. Bei einem Land- arbcilerstvcik kommt doch nicht nur die Ernte, sondern die Allge- meinheit zu Schaden. Beide Teile müssen für eine Verständigung sorgen, zum Nutzen nicht nur der Landwirtschaft, sondern des gc- samten deutschen Vaterlandes.(Beifall.) Nach S llhr wird die Beratung abgebrochen und auf Uhr abends vertagt. » Nachtsitzung. Ilm>48 Uhr wird die Sitzung wieder aufgenommen. Tie Aussprache über die Anträge zum Landarbeiter. streik wird fortgesetzt. Abg. Klausner(U. Soz.) erklärt, daß es nie zum Streik ge- kommen wäre, wenn man die berechtigten Forderungen der Land- arbeiter erfüllt hätte. Jedes Unwesen ist noch mit einem goldenen Bändchen an die Menschlichkeit gebündelt. Tie gute Gesellschaft, welche bis unter einen gewissen Punkt nie herabsinkt, verbreitet sich durch alle Stände und ist in den niederen Regionen ebenso oft zu sinden, als in den hohen. Tas Volk streift zeitlveise alte geborstene Rinden von sich ab, und man wird vergebens diese Bruchstticke trocknen, zu Pulver stoßen und ihm wieder unter die Nahrung mischen wollen; sie werden ent- weder sogleich auSgespieen oder die gute Natur hilft sich durch Gc- schwüre und Ausschläge. Alle großen Verankerungen müssen«inen Uebergang haben und sich einleben. Kunstsammlungen unS Kunsterziehung. Zur Reform des KunstsammelwesenZ veröffentlicht John S ch i k o w s k i in der von Heinrich Cunow herausgegebenen sozialdemokratischen Wochenschrift»Die Neue Zeit"(Nr. lö) einen Aufsatz, der einen guten lleberblick über die Gesichtspunkte dieser allgemein wichtigen Angelegenheit gibt. Die Neugestaltung der Schausammlungen, der Besuchszeiten, der gedruckreu Führer wivd besprochen. Schließlich woist Schikowski auf eine Maßnahme hin, die er für ganz besonders geeignet hält, die große Masse mit dem wichtigsten Inhalt unserer Kunstmuseen bekannt und vertraut zu macheu. Schikowski sagt: Die Tatsache, daß da? Publikum allenthalben in die wechselnden, zeitlich begrenzten Kunstausstellungen strömt, während die ständigen Kunstsammlungen leer stellen, gibt den Weg an. Aus dem- Besitz unserer Museen müßten nach bestimmten Gesichtspunkten einzelne Kollektionen zusammengestellt werden, die als wechselnde Sonderausstellungen in einigen für diesen Zweck hergerichteten Räumen des Museums zu zeigen wären. Und diese Kollektionen, deren jede eine einzelne ästhetische oder stilgeschichtliche Frage illustrierte, müßten dann als W a n- de rau s st e llu ng e n auch in die größeren und mittleren, ja selbst in die Kleinstädte entsandt werden. Geeignete Räume für diese Zwecke wären wohl schon heute fast überall zu finden, und sie werden in Zukunft noch häufiger und besser zur Verfügung stehen, wenn erst dem allgemeinen Bedürfnis nach sogenannten „Volkshäusern", das heißt volkstümlichen Stätten der Bildung und Erholung, in weiterem Umfmig Rechnung getragen ist. Eine unerschöpfliche Fülle von Kollektionen ließe sich unschwer zusammen. stellen. Jede einzelne dürft» nickt zu umfangreich sein, und eS wäre dabei keineswegs nötig, daß man die wertvollsten Meister- werke auf Reisen schickte, sondern es käme nur auf eine geschickte Auswahl charaklkristischer Stücke an. ES müßten— beispielsweise — einzelne Künstlerindividualitäten alter und neuer Zeit durch eine chronologisch angeordnete Auswahl ihrer Werke charakterisiert werden. Es müßten die kennzeichnenden Merkmale eines Kunst- stils durch Photographien oder Modelle von Bauten, O riginale oder Abgüsse von Plastiken, durch Gemälde« Graphiken und gewecbliche Abg. Rasch(D. Vp.)' bedauert, daß der LandwirtschastSminister alle Schuld den Arbeitgebern zugeschrieben habe. Vom Land- arbeitcrbunde sei zum Streik gehetzt worden.(Lärm b. d. Soz.) Persönlich erklärt Abg. Heilmann(Soz.) gegenüber den Au- griffen des Abg. Mehrhof, daß er daran festhalte, daß es sparta- kistische und kommunistische Agitatoren gäbe, die zum Streik heyteu, lediglich um das Elend zu vergrößern und ihr Ziel, die Gewalt- Herrschaft, zu erreichen. Damit ist die Aussprache über die Landarbeiterstreikftage er- ledigt.' Um 9 Uhr wird die Aussprache über das Ministerium des Innern fortgesetzt. Abg. Leid(U. Soz.) richtet heftige Angrisse gegen die Mehr- heitssozialisten. Jetzt werde nur mit Maschinengelwehren und Handgranaten regiert. 'Freitag, 12 Uhr: Weiterberatung. Schluß nach 11 Uhr._ Arbeiter! Parteigenossen! In den Betrieben wird von den Kommunislcn und Unabhängigen für Arbeitsruhe am Montag, den 21. Juli, agitiert. Sie versuchen, die Aktion des internationalen Proletariats, die sich gegen die Ge- waltpolitik der Ententeimperialisten richtet, zu einer Aktion gegen unsere Regierung umzufälschen. Wir fordern daher unsere Genossen auf, nn�er alle» Umständen in den Betrieben zu bleiben und geschlossen an den Bcranstaltungrn der Partei am Mentag nachmittag nach Arbeitsschluß teilzunehmen. Gegen den Gewaltfriede u. Gegen den Imperialismus. Für die Völkerverbrüderung. Für den Aufbau des Wirtschaftslebens. Das deutsche Volk ist ein Opfer der Gewaltpolitik der Entente- imperialisten. Ein Streik würde sich also nicht gegen die Unter- drückcr, sondern gegen die Opfer der Unterdrücker, gegen uns selbst, wenden. Dazu dürfen vir nicht die Hand bieten. Arbeiter! Parteigenosse»! Berhclst der Vernunft zum Siege. Nieder mit der Politik des Wahnsinns. Bezirksvorstand des S. P. D. Zur tzetze gegen Sie Lanöarbeiter. Bemäntelungsversuche der Alldeutschen. Weimar, 17. Juli.(Eigener Trahtbericht deS„Vorwärts'). Die Deutschnationale Volkspartei hat folgenoa Interpellation eingebracht: Spartakistische und kommunistische Umtriebe, zum Teil geschürt durch ausländische Agenten, sind:m Gange, um durch Erregung wilder Streiks die Arbeil aur dem Lande zu unterbinden und allgemeine Unruhen herbeizuführen. Tie Einbringung der Ernte wird dadurch verhindert und die Ernährung der Bevölkerung in Frage gestellt. Welche Ma?- nahmen gedenkt die Regierung zur Abwendung dieser Gefahr zu treffen? � Eine ähnliche Interpellation ist auch von der Deutschen Volkspartei eingebracht worden. Das alte Bild von dem Spitzbuben, der„Haltet den Dieb" schreit, um unerkannt entlaufen zu können. Aber dieses Mal wird den Herrschaften ihr Gezeter wenig helfen. Die richtige Antwort hat ihnen der Landwirtschaftsminister Braun gegeben, indem er auf die enge Verwandtschist zwischen Junkern und Spartakisten hinwies. Das Gefühl, welches wir oft seit dem 9.??ovewber hatten, da� die reaktionären Kreise sich über das Vorhandensein einer linksradikalen Opposition freuen und diese zur Verschleie- rung ihrer eigenen unsauberen Zwecke verwenden, wird durch die Ereignisse der letzten Tage wesentlich bestärkte 2 Dieses Mal aber scheint den Herren Agrariern ihr frivoles Spiel von Anfang an zu mißglücken, da von der Regie- rung die Urheber der ländlichen Unruhen rechtzeitig er- kannt worden sind. Hoffentlich halten sich die K o m m u- n i st e n von jeder Agitation unter den Landarbeitern fern, um nicht den ländlichen Arbeitgebern erneuten Anlaß zu Hetzereien gegen die von ihnen ausgebeutete Landarbeiter- schaft zit geben. Arbeiten iMöbelstücke. Geräte, Stoff«, Bucheinbände ufw.) gezeigt werden, soweit«s angängig ist, die für di« ständigen Museen nickt empfehlenswerte Einrichtung von stilgerechten Interieurs am Platze wäre. Äunsthistovische Entwicklungsreihen könnten deutlich gemacht werden, indem man dem Beschauer vor Augen führte, wie der gleiche Gegenstand von der primitiven, der altorientalischen, der klassischen, mittelalterlichen, Renaissance-, Barock-, Rokoko-, Bieder, maier- und modernsten Kunst dargestellt worden ist. Aekniliches könnte aus kunstgewerblichem Gelürt versucht wer, den durch Kollektionen, die den Stuhl, den Tisch, den Beleuchtung�- gegenständ, das Trinkgefätz und anderes im Wechsel der Zeitaücc zeigten. Ein tieferes Verständnis fiir den Geist und die Tendenzcir der heute lebendigen Kunstströmungen ließe sich dadurch anl>ahnen, daß man deren Wurzeln in alter Zeit darlegte, zum Beispiel durch eine Art Ahnengalerie des Impressionismus oder� d-r Freslichi- malerci von der Renaissance über Japan bis auf Slevogt und Corinth; durch Zusammenstellung von Negerfkulpttrren, altorien. taltschen. islamitischen, frühchristlichen, romanischen und gotischen Arbeiten mit Werken des neuesten expressionistifchen Stils. Dies sind nur wenige Andeutungen, die zeigen sollen, was ich meine. Tie Ausstellungen könnten je nach der Größe der Stadt längere oder kürzere Zeit gezeigt werden, und die Rundreise jeder Kollck- tton könnte Jahre dauern. Gedruckte, kurz und populär gehaltene Anleitungen der oben angedeuteten Art hätten das Verständnis und das Einfühlen in das betreffende Gebiet zu erleichtern, Füh- rungen und Vorträge könnten in den Ausstellungsräumen statt- sinden. Die Kosten fiir solche Arrangements wären nickt groß, und sachverständige Kräfte für die Ausführung find in genügender Zahl vorhanden.'.... Die Veranstaltung derartiger Wanderausstellungen mugta meines Erachtens eine der wichtigsten Aufgaben unserer Volkstum- lichen Kunstpflege werden. Die Ausstellungen würden daS grob- städtische Publikum unvergleichlich lebhafter anziehen und fesseln als die ständigen Schaufammlungen der Museen. Sie wurden aber namentlich an kleineren und entlegeneren Orten, rn denen sonst wenig künstlerilche Anregungen zu baben imd. hei einer bisher uninteressierten Bevölkerung den Sinn sür Kunstsrage» wecken und— ein nicht zu unterschätzendes Moment— die sruchwarsteu Einflüsse auf«ine kunsthungrige und fchonheitSdurstende Jugend ausüben._ Notizen. _ Eine Gottfried. Keller- Ehrung bringt auch die neue Nummer de»..Wahren Jakob". Paul Endcrling sagt in einem Aufsatz, der des DickterS Leben uberichaui:..Gottfried Keller« Leben ist typisch sür daS Leben deS deutschen Dichters in der Zeit. da das gebildete Bürgertum herrschte und die Parole für Literatur und Kunst ausgab: Verkennung und Kampf um die nackte Existenz in der Jugend, höfliche Ablehnung im ManneSalter zugunsten glatter Schönredner, überhitzte, ebenso gedankenlose Verehrung an der Schwelle de« Tode«. — Ter Bibliopravb Johanne« Müller, der seit 1894 in der ReichstagSbibliothek, von 1996— 13 als Leiter, tätig war, ist in Zchlendorf, 60 Jahre alt, gestorben. M die Werktätige Bevölkerung Grsß-Serlms! Am Montag, den 31. Juli 1919, nachmittags 5 Uhr: Massenversammlungen Gegen den Gewaltfrieden. Gegen den Imperialismus. F-ür die allgemeine Völkerverbrüderung! Für den Aufbau unseres Wirtschaftslebens I Wir fordern unsere Parteigenossen auf, sich in Massen an der Kundgebung zu be- teiligen.— Die Lokale werden noch bekanntgegeben. MF" Von allgemeiner Arbeitsrnhe bitten wir Abstand zu nehmen."3531 Der Bezirksvorstand Grosi-Berlin. Die Ursache unü Ziele öes Streiks in Stettin. Stettin, 17. Juli.(T. 11.) Heute hat eine Versammlung deZ Zentralraics unh der Mehrhcitssazialisren stattgefunden, in der über die Ursache und die Ziele des Streiks gesprochen wurde. Die Ursache erblick: man in der Hauptsache darin, daß die sogenannte Miliärkaste unzeitgemäße Maßregeln ergriffen habe. Ter Belagerungszustand, der über Stettin seit dem 16. Mai schwebt, hatte schon längst aufgehoben werden müssen, da keine Unruhen von Bedeutung mehr vorgekommen seien. Ebenso bält man die Verhängung des Belagerungszustandes über Stral- sund für unnütz, weil es auch dort nicht zu Unruhen gekommen sei. Eine Anfrage bei maßgebenden Stellen hat allenfalls ergeben, daß eine größere Anzähl von Arbeitern die Arbeit niedergelegt hat, aber es handelt sich hierbei nur um solche Arbeiter, die aushilfst weise angenommen waren, während die st ä n d i g e n Arbeiter die Arbeit wieder aufgenommen haben. Aus diesen Gründen verlangt man d:e Aufhebung des Belagerung S. z u st a n«> e s. Zu irgendwelchen Beschlüssen ist es nicht gekommen. Es sollen jedoch heute abend weitere Versammlungen stattfinden, in denen Stellung genommen werden soll. Weiterhin ist noch bekannt geworden, daß drei Regierungskommisfare heute abend in Stettin eintreffen, um mit dem Zentralrate und mit den Be- Hörden Fühlung zu nehmen, die Verhältnisse zu prüfen und ge- gebenenfalls die Aufhebung deS Belagerungszustandes zu veranlassen. Crnteftreik unü Nationalversammlung. Interpellation der Rechtsparteien. Weimar, 17. Juli. Die Deutsche Volkspartei und die Deutsch nationale Partei haben in der Nalionalversamm- lung Jnterpellaiionen eingebracht, in denen angefragt wird, welche Maßnahmen die Regierung zu treffen gedenke, um die verheerende Wirkung des Ernteftreiks zu verhindern. Kabinettsfttzung in Weimar. Weimar, 17. Juli.(Eigener Drabtbericht des.Vorwärts".) Am Donnerstag nachmittag fand im Schloß zu Weimar eine K a- binettssitzung statt. Gegenstand der Beratung war der Entwurf eines Geietzes über die Gewährung von Slraffre'heit und Sirafmilverung in Disziplinarsachen. Am Donnerstag nachmittag fand eine Besprechung der beteiligten Regierungen mit den Frak- tioneu in Weimar statt, um in der Frage des§ 18 der Partei- Verfassung des Länderparagraphen eine Einigung herbeizuführen. Die Neichsfinanzreform. Karlsruhe, 17. Juli.(Eigener Drahtbericht des.Vorwärts".) Der Plan der Verreichlichung des gesamten Sieuerwcsens wird in Baden scharf kritisiert. Der Landtag nimmt Dienstag Stellung, wird aber voraussichtlich zustimmen, da eine Mehrheit durch die Stimmen der Sozialdemokratie sicher ist. Sozialisierung und Planwirtschaft. Weimar, 17. Juli.(Eig. Trahtber. d.„Vorw.".) Genosse Otto Wels teilt uns mit: Ich habe im„Vorwärts" vom 15. Juli mich dagegen verwahren müssen, daß mir der Genosse Wissell in seinem Abschiedsgesuch die Behauptung unterstellt, in meiner Rede auf dem Parteitage hätte ich gesagt, die Parteien ständen geschlossen hinter seiner„Plan- Wirtschaft". Gleichzeitig mit dieser Richtigstellung habe ich einige der Gründe angegeben, die gegen eine Unterstützung der Wissell- schcn Pläne durch die Partei sprechen. Hierbei ist mir ein Irrtum unterlaufen, der, so nebensächlich er auch für die Beurteilung der Planwirtschaft ist, vom Genossen Wissell nun zu einer großen An- klage aufgebauscht wird. Er selbst nennt die Sache, um die es sich handelt, einen Nebcnpunkt, greift sie aber einzig und allein aus meinen Ausführungen heraus, um zu beweisen, daß ich seine Plan- Wirtschaft weder gelesen noch begriffen hätte. Dieser Art zu pole- misicren gegenüber stelle ich fest: 1. daß Genosse Wissell sich gegen die Sozialisierung, also gegen das A und O de? wirtschaftlichen Parteiprogramms, ausspricht und an ihre Stelle lediglich eine Kon- tingentierung dcs Uuternehmcrgcwimics setzen will, daß er also die wirtschaftliche Macht dcs Arbeitgebers überwiege und nur zu- gunsten des Staates eine Art schöner Umsatzsteuer herausschlagen will, was aber mit den sozialistischen Ideen von der Ucbersührung der Produktionsmittel in das Allgemeingesetz und dem M:bestim- mungs- und Mitbesitzrecht der Arbeiter nicht das Entfernteste zu tun hat, ja vor seiner Verwirklichung neue Hindernisse ausbaut; dag der Genosse Wissell aus meine Ausführungen mit keinem Worte eingeht und weder in seinen wiederholten Ausführungen, noch m leinen sehr umfangreichen Denkschriften den Beweis führt, ob und wie seine Vorschläge für die Planwirtschaft zur sozialisti- schen Produktion führen, sondern sich lediglich mit den großen Worten von dem„eigenen tiefsten Eindringen in das Problem dcr Zeit und der vollsten� Aufrichtigkeit" zu beheltcn weiß, die man fcbon aus ie:nem Abschiedegesuch keiini; 3. daß Wissell, dcr mir Oberflächlichkeit vorwirft, lediglich auf Grund seiner Zeitungs- berichtigung den Wortlaut notgedrungen kürzt und dadurch Schief- heiten enthält, dcr Partei eine Stellung zu seiner Planwirtschaft unterschiebt, die sie nie eingenommen hat, was auch Genosse Wissell aus den Auseinandersetzungen auf dem Parteitage, in der Frak- tion und schließlich im Kabinett hätte wissen können. Auslieferung öes Leutnants Simon! Leutnant Simon soll ausgeliefert werden. Wie uns aus Köln gemeldet wird, verlangt die Entente in Kürze die Auslieferung des Leutnants Simon, der seinerzeit, wie berichtet, die Verbrennung der französischen Fahnen vor dem Denkmal des alten Fritz, Unter den Linden, veraniaßte._ Der Tag öes Protestes. Wie die„Freiheit" ihn nicht auffaßt. Die„Freiheit" unternimmt den hoffnungslosen Versuch, den sozialdemokratischen Parteivorstand gegen den„Vorwärts" aus- zuspielen. Wenn man den Kern der in dem Aufruf des Partei- Vorstandes niedergelegten Auffassung richtig versteht, so wird man den großen Unterschied zwischen der Aktion unserer Partei und der der Internationale am 21. Juli auf der einen Seite und der der unabhängigen Sozialdemokratie auf der anderen Seite leicht erfassen. DaS internationale Proletariat, mit Aus- nähme der unabhängigen Sozialdemokratie De u t s ch l a n d Z. demonstriert an diesem Tage gegen die srie- densgefährliche Vergewaltigung ganzer Völkerschaften durch die Entente. Die Unabhängigen aber benützcn diese �Gelegenheit zu einem Vorstoß gegen die Regierung und zur Begrün- düng neuer innerpolitischer Unruhen. Deutschland hat die alten Machthaber abgeschüttelt. In den anderen Ländern ringt das Proletariat jedoch noch um den Sieg des Gedankens dcr demokratischen. Gleichheit aller Staatsbürger. Das ist der Grunduntcrschied zwischen den Verhältnissen in Deutschland und den anderen Ländern. Die„Freiheit" glaubt aus dcr Forderung dcr Arbeiterschaft in den Ententcländern nach politischer Amnestie nach Aufhebung des Belagerungszustandes und der Zensur für sich das Recht abzuleiten, allein im Sinne der internationalen Bewegung am 21. Juli zu handeln. DaS ist elende Demagogie! Die deutsche Revolution hat unmittelbar nach ihrer Durchführung all diese dunklen Stellen der deutschen Kriegspolitik entfernt. Tann aber setzte eine wüste Hetze der um die„Freiheit" gruppierten Kreise gegen die Demokratie selbst und gegen die Sicherungen der Revolution ein. Für die Putsche, die sich in unendlicher Reihe seit den RevolutionS- tagen in Deutschland wiederholt haben, und die die Hauptschuld tragen, daß das Werk des Wiederaufbaues der wirtschaftlichen Kraft Deutschlands, der Konsolidierung dcr politischen Verhält- nisse und der ruhigen Entwicklung deS neuen Staates noch nicht gelungen ist, tragen die schamlosen Wühlereien der Organe vom Schlage dcr„Freiheit" und der zu ihr stehenden politischen Gruppen die alleinige Verantwortung. Gegen ue mußte im Interesse des ganzen Volkes jede Sicherung geschaffen werden. Sie waren es, die unverantwortlich an die Leidenschast dcr niederen Instinkte appellierte und daS Wiedcrentstehen politischer Prozesse in Teutschland, die Verhängung des Belage- rungSzustonbeS in verschiedenen Orten und einer gewissen von Fall zu Fall eingetretenen Beseitigung der zur Pressefrechheit ge- wordenen Pressefreiheit provoziert haben. Wir, die wir Anhänger der vollen politischen Freiheit sind, wenden uns in unseren Versammlungen am 21. Juli gerade gegen die uit abhängigen und kom>nunisti''�en Putschisten, die zur Wiedereinführung von ZwangSmah- nahmen getrieben haben. Wir wenden uns aber auch gegen die Kreise, die ohne Rücksicht auf die Not des Vaterlandes rück- sichtslos und ausschließlich der nackten Profitgier folgen, und die dadurch die wirtschaftlichen und durch ihr reaktionäres Treiben auch die politischen Zustände Deutschlands erneut in Verwirrung zu bringen versuchen. Für das sozialdemokratische Proletariat Deutschlands ist der 21. Juli der Tag deS Protestes gegen alle volksfeindlichen Ge- walten: gegen die Gcwaltpolitiker von Versailles, gegen die Ge- waltpolltiker Im unabhängigen und kommunistischen Lager und gegen die vewaltpolitiker dcr alten Reaktion'. Der Erfolg agrarischer öockbeinigkeit. Greifswald, 17. Juli.(T. U.) Uebrr die durch de» Landarbeiterstrcik verursachten Ernteverluste wird vom LandratS. amt Franzburg der„Greifswalder Zeitung" mitgeteilt, dost tat- sächlich bereits erheblich? Schäden eingetreten sind. Dem LandratS- amt liegen mehrere Telegramme vor, in denen dcr Schaden zum Teil ziffcrnmästig angegeben wird. Nm nur ein Telegramm heraus- zugreifen, sei erwähnt, daß infolge des Streikes auf dem Gute Groß- Cordhagin 150 Morgen Wintergerste zum größten Teil ausgefallen sind. In anderen Telegrammen wird von Verlusten bei der Zuckerrtibenernte gesprochen, weil die Zuckerrüben nicht gehackt worden sind. Ganz erheblich dürfte auch dcr Verlust von Rübsen sein, weil die Rübscnkerne infolge Uebcrreife aus- gefallen sind. Die verloren gegangenen Werte i« landwirtschaft- lichrn Produkten dürste» demnach erheblich sein. Die Note Jochs zum Jall Manheim. Tie französische Regierung scheint ihre Beratungen übcss den Zwischenfall in Berlin, durch den der Sergeant Man- heim sein Leben eingebüßt hat, beendet zu haben. Man spricht, daß eine Note Fachs bereits an die deutsche Regierung ab- gegangen sei. Darin soll gefordert sein: 1. Beschleunigung des gerichtlichen Verfahrens, 2. Entschuldigung wegen des Borfalls, 3. Uebcrnahme dcr Kosten der Bestattung. 4. Entschädigung von 100000 Frank für die Familio deS Getöteten und 5. Buße der Stadt Berlin von einer Million Frank in Gold. Die Entschuldigung seitens der deutschen Regierung ist bekanntlich sofort erfolgt. Daß die S t a d t B e r l in eine. Buße zahlen soll, ist ganz widersinnig, weil der Berliner Sicherheitsdienst Staatssachc und nicht Aommunaleinriäitung ist. Diese Gründe lassen uns annehmen, daß die Note nicht so aussehen kann.__ Wiederaufnahme des poftverkehrs flmerika�-Deutsibland. Amsterdam, 17. Juli. Laut Prcssebureau Radio hat der amerikanische Gcncralpostmeister die Wiederaufnahme des Postdienstes zwischen den Bereinigten Staaten und Teutschland angeordnet. ES wird jetzt Post nach allen Teilen Teutschlands unter deuselben Bedingungen und Tarifen wie für andere europäische Länder angenommen. Da bisher noch kein direkter Schiffsverkehr errichtet worden ist, wird die Post über Holland, Norwegen und Dänemark gesandt._ Deutsch-polnische Vorbesprechungen. Tanzig, 17. Juli. Heute fanden in Thorn zwischen Vertretern des Obersten polnischen Volksratcs. sowie Mitgliedern des Danziger Oberpräsidiums über die Ausführung der Eriedensbcdingungen bczw. die Räumung der abzutretenden ebiete vorbereitende Beiprechungen�statt. Der Vorschlag der Reichsregierung bei der Entente alf Eröffnung direkter Kommissionsverhandlungen zwischen Deutschland und Polen zur Ausführung des Friedensvertrages hat in Versailles noch fetzte Erledigung gefunden. Die Antwort auf diesen Vorschlag wird binnen kurzem erwartet. Die Thornei Vorbesprechungen sollen der raschen und reibungslosen Abwickelung der Angelegenheit dienen. Iranzö'sische Iriedensöebatte. Versailles, 17. Juli. Im F r ied en sa us s ch uß der Kammer wurde gestern bekanntgegeben, daß der Friedens- vertrag am 5. August iin Plenum verhandelt werden wurde. Ter Ausschuß oerlangt die Mitteilung aller Protokolle der Friedenskonferenz. Es kam darüber zn heftigen Auseinander- setzungen, namentlich über drei Briefe, die Marschall Foch wegen der niilitärischen Besetzung des linken Rheinufers an du Friedenskonferenz geschrieben habe. Auch von ihrem Inhalt will die Kommission Kenntnis haben. Ministerpräsident Cle- m c n c e a u wird heute nachmittag vor dem Ausschutz erscheinen und wohl Stellung zu dem Verlangen nehmen. Neuer Paragraph im österreichischen Friedensvertrag. Haag, 17. Juli.(H. N.)„Universale New Service" meldet aus New Aork. daß die Großen Fünf einen Paragraphen in die österreichischen Friedensbedingungen eingefügt haben, und zwar den Bau zweier Eisenbahnen über den Resck>cn-Paß und über den Prodi!. Der Bau dieser beiden Eisen- bahnen aus österreichischem Boden findet aus italienischen Wunsch statt und wird von Italien bezahlt. Stillstand des New-gorker tzafenbetriebs. Wie das Piesse-Bureau Radio meldet, liegen im Haien von N- w- J o r l infolge des Streiks 1 500 000 Tonnen Schiffsraum müßig._ Ein sonderbares Lest. Nach der„Freiheit" wird in einer Einladung des Freikorps Oven angezeigt: Sin F e st zu Ehren der in den Unruhen in Teutschland Gefallenen..... mit Dampferfahrt, Picknick. Wein, Leckerbissen und Rauchwaren unentgeltlich auS Heeresbe- ständen. Und dazu wird noch die Anwesenheit deS Reichsmehr- Ministers angezeigt. Wir müssen schKn sagen, wenn da die.Frei- heit" nicht mystifiziert wurde, fordert diese Veranstaltung zum schärssten Protest heraus._ DaS„neue" Blut in der deutschen Diplomatie. Den Wiener Abendblättern zufolge hat Prinz Wilhelm zu Stolberg die Führung der Geschäfte der deutschen Botschaft übernommen. Die„Neue Freie Presse" betont, Prinz Stolberg/ der mit den deutsch-österreichischon Verhältnissen genau vertraut sei, hege die wärmste Sympathie für Deutsch-Oesterreich und habe sich durch seine maßvolle Behandlung der schwebenden Angelegenheiten so- wie durch seine Objektivität großes Ansehen erworben. Der RcchtSauSschuß dcr preußischen Landesversammlung nahm heute das Gesetz an, das mit Rücksicht aus die feindliche Besetzung und die Abtretung von Gebieten den Justizminister zu anderweitiger Abgrenzung der Gerichtsbezirke er- mächttgt, und dehnte diese Ermächtigung für die Verwaltungs- gerichtsbarkeit auch auf den Minister des Innern aus. Weimar, 17: Juli. Der GrunbstückSsteueräusschuß nahm folgenden Antrag an: Erfolgt der Uebergang des Eigentums nicht innerhalb eines Jahres nach Abschluß des zur Uebertraguug dcs Eigentums werpflichtenden Eigentumcgescbästs. so tritt die Steuer- Pflicht mit Abiaus eines Jahres nach Abschluß des Vcräußerungs- geiwästs ein. Haben innerhalb des JahreS mehrere Veräußerungs- aeschäste stattgefunden, so werden sie sämtlich mit Ablauf eines JahreS nach Abschluß deS ersten VeräußerungSgeschästeS steuerpflichtig.— Ein sozialdemokratischer Redner trat dafür ein, die nach 20 Jahren eintretende Besteuerung eines Grundstücks, das in diesem Zeitraum nicht den Besitzer gewechselt Hai, sür di- gemein- nützigen Bau- und Siedlungsgesellschaften aufzuheben.- Dcr bayerische RegicningSvertreter gab darauf Auskunft über die bayerische Praxis dcr Besteuerung der Toten Hand, die in mancher Hiusich! für den zur Debatte siebenden Entwurf vorbildlich ge- Wesen war. Ter Vertreter der Reichsregierung legte nochmals ein- gehend dar, daß eine Aufhebung der Besteuerung der Toten Hand eine Privilegierung der juristischen Personen bedeuten würde. Ein iozialdemokratischcr Redner trat dafür ein, zum mindesten die VolkSbäuser imd ähnliche Institutionen steuerfrei zu lassen. Tie übrigen Paragraphen wurden teils zurückgestellt, teils mit rednk- tionellen Aenderungen angenommen. Nach längerer Aussprache wurde die nächste Sitzung auf Frei- tag 4 Uhr nachmittags vertagt. GewersschoflsbenWung verbanüstag der �sphaiteure und Pappdecker. Aus dem Rechenslkaitsberichi des Vorstandes, der dem kürzlich in Dortmund obgebaltenen Vcrbandstage vorlag, ist solgendes zu entnehmen: Mehr als 7S Proz. der Mitglieder waren zum Knegs- beer eingezogen. Manche Verwaltungsstellen wurden beim Ausbruch des Krieges völlig lahmgelegt, weil sämtliche Mitglieder eingezogen waren. Die Ausgaben überstiegen die Einnahmen.— Der Vorstand versuchte zunächst, die Aufbesserung der Finanzen des Verbandes durch Ausschreibung von E�trabetirägen zu beben. Diese Maß- nähme fand leider nicht das richtige Verständnis bei den Mitgliedein. Mit dem 1. Ollober 1917 trat das Statut wieder in vollem Um- sänge in Kraft. Da man nach der ganzen Sachlage damit rechnen konnte, daß der Krieg sich seinem Ende näherte, mußte der Haupt- borstand Mittel schaffen, die den zurückkehrenden Kollegen die weit- gehendste Milderung der wirtschaftlichen Not sicherten. Der Ver- bandsvoistand machte den Vorschlag, den Wochenbeitrag von 59 Pf. auf 75 Pf. zu erhöhen. Dieser Vorschlag fand überall einmütige Zustimmung. Der erhöhte Wochenbeilrag von 75 Pf. trat mit dem 1. Juli 1918 in Kraft. Er hat zweifelsfrei zur Gesundung der Finanzen des Verbandes geführt. Trotz der ungünstigen Geschäftslage in der Asphallindustrie konnten auch während des Krieges durch Tarifabschlüsse recht er- hebliche Lohnerhöhungen. Teuerungszulagen u. a. m. für die Mit- glieder durchgesetzt werden. Leider war es nicht möglich, die kleineu Verwallungsstellen während des Krieges zu halten. Diese sind verlorengegangen. Die Mitgliedeniffer von 1914 ist nicht nur er- reicht, sondern am Schlüsse des 1. Quartals 1919 bei weitem überschritten. Das Wachsen der Mitgliederziffern hält auch jetzt noch au, so daß man getrost in die Zukunft blicken kann. Die Finanzen deS Verbandes baben sich am Schluß des Jahres ganz wesentlich gebessert. Das 1. Quartal 1919 ist ganz besonders erfreulich. Trotz der hohen Summe, die tür Arbeitslosenunter- stützung aufgewendet werden mußte, ist der Abschluß äußerst günstig. Der Bericht schließt:„Der Verband hat schwere Zelten durchlebt. Indessen bar er die Krise übeistanden. Das Ende des Jahres findet Ulis bereits wieder iw einem erfreulichen Aufstieg. Mir Genug- luung können wir feststellen, daß es weiter vorwärts geht.' Der Verbandstag hat eine wesentliche Kritik an dem Geschäfts- bericht des HauptvorstaiideS nicht geübt. Nur Leipzig führte die üblich gewordenen Vorwürfe, daß die Politik der Generalkommission und mit dieser auch die der Gewerkichaftsvorstände den Kapitalismus geschützt s?!) habe u. a. rni Ebenso führte ein Leipziger Vertreter heftige Angriffe gegen die Redaktion. Nicht die Gewerkschaftsarbeit wurde kritisiert, sondern die„Politik' der Generalkommission und damit auch die der Vorstände, weil sie nicht den Methoden der U. S. P. entspricht. Die Statutenberatung hat eine wesentliche Aenderung gebracht. Alle Anträge auf Schmälerung der an die Hauptkasse abzuführeiiden B.-träge wurden glatt abgelehnt. Der Verbandstag beschloß, daß Eintrittsgeld auf 1,59 M., den wöchentlichen Beitrag ab 1. Juli auf 1,—. M. festzusetzen. Die Unterstützungseinrichtungen baben eine recht erhebliche Er- höhung zugunsten der Mitglieder erfahren. Die Sterbeunterstützung. w'rd vom 1. Januar 1920 ab auf 35 anfangs, steigend bis 129 M., rhoht; sie wird im Todestalle der Ehefrau auch dem Manne ewährt. Die Erwerbßlosenunterstützung hat der Verbandstag in zwei Gruppen, Arbeitslosen- und Krankenunterstützung, zerlegt. Die Arbeitslosenunterstützung gewährt Unterstützungssätze, die sich je nach der Dauer der Mitgliedschaft aus 1,29 bis 2.75 M. täglich belaufen und kür 49 bis 54 Tage gezahlt werden. Die Sätze der Krankennnterstüvnng. die für 49—59 Tage gewährt werden, be- tragen 9,59—1,75 M. pro Tag. Die Streikunterstützung wird auf 3,75 M. pro Tag festgesetzt für alle diejenigen, die dem Verbände bereits 52 Wochen angehören. Indessen kann den Mitgliedern, die mehr als 26 Wochenbeiträge geleistet haben, 2,59 M., denen, die noch nicht 13 Wockenbeiträge geleistet, kann eine Unterstützung in Höhe von 2,— M. gewährt werden. Bei den Wahlen zum Hauptvo-stand hatte Leipzig beantragt, den Sitz des Vorstandes nach Leipzig zu verlegen, ebenso das Ver- bandsorgan dort zu drucken und den derzeitigen Redakteur mit dem 1. Juli seines Amtes zu entheben. Die Anträge wurden abgelehnt. Als festangestellter Borsitzender wurde K r i e g i s ch- Berlin gewählt. H i r s ch m e t e r- Leipzig erhielt die beiden Leipziger Stimmen. Kasfierer.und Redakteur wurden wiedergewählt. Als Sitz des Ausschüsse s wurde Hamburg bestimmt. Winzer wurde als Obmann gewählt._ Wie man Reinmachefrauen behandelt. Der Zentralverband der Hausangestellten schreibt uns: Wie andere Berufsgruppcn, so haben sich auch die Frauen, welche mit Bureaurcinigung beschäftigt sind, an die Organisation angeschloffen. Das will vielen Leuten, welche diese Art der Arbeit recht niedrig einschätzen, nicht in den Kopf, noch dazu, wenn diese Leute an der Spitze großer Bankinstitute stehen und die Frauen das berechtigte Ersuchen um Lohnerhöhung und Zahlung einer Entschuldungssumme stehen. Da kann es denn vorkommen, daß die Vertreterin der Or- ganisation, welche ihre Kolleginnen persönlich bei den Verhand- lungen unterstützen möchte, ganz einfach hinausgewiesen wird. Herr Direktor Krüger von der Tiskonto-Gesellschaft erklärte, bei Ver- Handlungen auf die Anwesenheit der Vertreterin vom Hausange- stellten-Verband Verzicht leisten zu müssen. Wir haben dann die weiteren Schritte eingeleitet und den Schlichtungsausschuß ange- rufen. Inzwischen hat man unseren Kolleginnen erklärt, wenn sie sich im Guten ohne die Organisation mit der Bank geeinigt hätten, dann würden sie mehr erreichen, und sie können stolz darauf sein. in einem so vornehmen Institut beschäftigt zu werden. Ja, man geht noch weiter. Um nicht selbst mit der Organisation verhandeln zu müssen, will man die gaitz« Reinigung einem Institut über- tragen und sämtlichen Frauen kündigen. Auf die soziale Einsicht der Bankleitung lvirft diese Handlungsweise ein eigenartiges Licht. Unseren Kolleginnen aber rufen wir zu, fest zusammenzustehen und die Organisation hochzuhalten. Drohender Streik in der Reichsdruckerei. Zu der in Nr. 369 des„Vorwärts" veröffentlichten Notiz schreibt uns ein mit den Verbältnissen in der Reichsdruckerei vertrauter Parteigenosse, es sei noch nicht darüber abgestimmt, ob am Sonn- abend in den Streik eingetreten werden solle. Diese Abstimmung siehe noch bevor. Die Forderung aus Gewäbning einer Entschuldungssumme hält der Einsender für unbegründet, denn die festangestellten Beamten der Reichsdruckerei befänden sich in keiner größeren Notlage als alle sonstigen Reichs- und Staatsbeamten. Bei den Hilfskräften könne überhaupt nicht von einer Notlage ge- svrochen werden, da junge Mädchen von kaum 29 Jahren einen Wochenlobn von 89 M. erhielten. Wenn diese Angaben sich nicht etwa auf besonders günstige Einzelfälle stützen, sondern auf die Mehrheit der in der Reichs- druckere Beschäftigten zutreffen, dann wird ja wohl wenig Neigung zum Streik vorbanden sein. Hoffentlich gelingt eS, eine gütliche Verständigung über die Forderungen herbeizuführen. Beseitigung des Trinkgeldes. Der Verband der Gastwirtsgehilien hat rnit der„Mitropa", Mitteleuropäische Schlafwagen- und Speisewagen-Altiengeiellschaft, einen Tarifvertrag abgeschlossen, der stch auf dos gesamte Personal erstreckt: und zwar sind besonders benannt: Aufseber, Schaffner, Oberkellner, Abteilkellner. Wagenkellner. Silberputzer, Köche, Küchen- gehilfinnen, Kutscher, Hausdiener und Wagenputzer. Bekanntlich geht das Bestreben der organisierten Gastwirtsgehilien jetzt allenrhalben du- hm, das Trinkgeldsystem restlos zu beseitigen: dieses Vorhaben ist miltelS des mit der„Mitropa" abgeschlossenen Tarifs vollkommen ge- lungen; i» Betracht kommen bei dem jetzigen, natürlich beschränkten Reiseverkehr immerhin noch rund 699 Angestellte. Wegen der von den Gehilfen geforderten Beseitigung deS Trinkgeldsystems war es in Dresden zum Streik und zur General- aussperrung gekommen; selbst die Hotels hatten den Fremden an- heimgestellt, sich selbst„Stiefeln zu putzen und Betten zu machen" — oder abzureisen I— Und das in Dresden, der Fremdenstadt pur excsllenos!— Und jetzt in der Hochsaison!— Nach achttägiger Dauer wurde der Streik aufgehoben und die Arbeit wieder aufge- nommen. Angestellte bei Militärbehörden! Heute Freirag, abends 7>/, Uhr, im Restaurant Schultheiß, Neue Jakobstr. 21/25. öisentliche Fach- Versammlung. Es sprechen Müller- Lübeck über„Aktive oder In- aktive, Soldat oder Zivilangestellter" und F e g e r- Berlin über„Was bleibt zu tun?" Alle in Betracht kamt wichtige Versammlung besuchen. kommenden Arbeitnehmer sollten diese Parteinachrickten. Parteitag für Schleswig-Holstein. Ein Bezirksparteitag für die Provinz Schleswig-Holstein tagte am 13. und 14. Juli im Kieler Gewerkschaftsbaus. 157 Vertreter waren anwesend. Genosse Alks, der an Stelle des Genossen Kürbis die Geschäfte des Bezirksvorstandes im letzten Halbjahr führte, gab den Rechenschaftsbericht. Die Zahl der Orts- vereine betrug am 31. März 256 gegen 133 im Jahre 1914. Die Zahl der Mitglieder hat sich gegen 1914 von 55 937(davon 11 944 weibliche) auf 81 999(davon 21 953 weibliche Personen) erhöht. Unsere Parteipresse hatte am Schlüsse des Geschäftsjahres 54 758 Leser. Einzelne Austritte aus der Partei sind durch Neuaus- nahmen nicht nur ausgeglichen, sondern übertrofsen. Die Zahl der sozialdemokratischen Stadtverordneten im Bezirk betrögt 484, in der Gemeindevertretung weit über 1999. Von 11 Mandaten zur Nationalversammlung hat unsere Partei 5, von den 16 Man- daten zur Preußischen Landesversalnmlung 8 erhalten. Bisher befand sich das Bezirks sckrctariat in Altona, nunmehr wird dieses laut einstimmigem Beschluß des Parteitages nach der Provinzzcntrale Kiel vcr'cgt. Beschlossen wurde, für das Bildungswesen und die Jugendpflege einen besonderen Ausschuß zu wählen und dafür einen besoldeten Sekretär anzustellen. Der Bezugspreis der„Westholstesnischen Volkszeitung", der bisher 1,29 Mark betrögt, wurde auf 1,69 M. erhöht. In die Bezirks- l e i t u u g wurden die Genoffen Poller, Kürbis, Haß und Schröder gewählt. Eine aus 7 Personen bestehende Kontroll- lommission wurde ebenfalls gewählt. Genosse Schöpfli» ist zum leitenden Redakteur des Karlsruher „Volksfteund" gewählt und tritt diese Stellung anfangs Sep» tember an. Personalien der Parteipresse. Am 16. Juli ist Genosw Wilhelm Kaisen aus Hamburg in die Redaktion des„Bremer Volksblattes" eingetreten. Mit ihm sind nun zwei Redak- teure im lokalen Teile der Zeitung, zu dessen besserer Ausgestaltung. beschäftigt. Verantwortlich tllr Volitik: Art» gicklcr, Ckarlottenburq, für den übrigen Teil des Blattes: Alired Scholz, Neukölln: silr Anzeigen: Theodor Glocke, Berlin. Lcrlag: Borwärts-Verlao G. rn. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt Poul Singer u. To. in Berlin. Lindenstr. S. Hierzu 1 Beilage. MflUftitr«. �Vejubrauö Coowuc iittttti«' �ogmcbmmmeieti Lesen Sie dieses zweimal. Die Natur hat dem Menschen die Augen gegeben, damit er gut sehen kann, nicht aber, damil er Beschwerden davon haben soll. Die Augen aber dürsen am wenigsten ungestraft überanstrengt werden, dennHiclc Beschwerden, die anscheinend»ichts mit den Augen zu tun haben, tonnen dennoch durch deren Ueber- anstrcngung hervorgerufen werden, besonders Kopfweh, Nervosität, Schwindelansälle und Ucbelwerden, GuteAugengläser könnenSie davor schützen. Aber die Haupisawe ist, daß Ihnen Ihre Gläser ganz genau passen, dabei fest und absolut richlig sitzen. Dafür garantieren wir Ihnen! Unsere modernen Formen sind überaus kleidsam. Die Augcnunterjuchuug ist kostenlos. Wir garantieren für Paffen der Gläser und, was ebenso wichtig ist. für guten Sitz. 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Hauptstr. 21. am«aiier-WUhelm-PIatz. Friedenau: Rheinstr. 18, Ecke Kirchstr. gegenüber der Kaiier-Eiche Wilmersdorf: Berliner Str. 132,33, an der Uhlandstraße S Tottbuser Darm» 10, • nahe Warenhaus Iandorf Ztenhökln: Bergftr. 4, gegenüber Rtchardltr. Spandan: Brette Str. 18. Wenl «in Belle-Alltance■ Straße 4, uW. am Kalleschen Tor N Schönhauser Alle« 81, Hoch- , dahnstation Nordring Charlottenharg: Tanentzienstraße 15. Ecke Marburger Straße. Ioachtmsthaler Straße 2, am Bahnhof Zoo. Nr. 362 ❖ 36. Jahrgang Wilsonsversagen unsereSchuM Von Victor Schiff. Professor Friedrich Wilhelm Förster gehörte während des ganzen Krieges zu jener geistigen Elite, die mit einer be- wundernswerten Unerschrockenheit, sowohl in München wie in Zürich, allen Wechseln des Kriegsglücks zum Trotz seine pazi- fistisckcn Anschauungen konsequent vertreten hat. Zu den tragischen Lehren dieses Weltkrieges gehört es, daß dieser mit dem Versailler Frieden, das heißt mit dem Schisfbruch aller hohen Ideale geendet hat, die die besten und ehrlichsten Köpfe aller kriegführenden Länder zum Segen und zur Ge- nesung der Menschheit inmitten der allgemeinen Aufhetzung und Verwilderung vertreten hatten. So hat ober auch Pro- fessor Förster selbst Schiffbruch erlitten, nicht etwa weil seine Ziele, sondern weil seine Voraussetzungen unvollkommen waren. Er setzte ein unbegrenztes Vertrauen in die„westlichen Demo- kratien" und erblickte im militaristisch regierten Deutschland das einzige Hindernis für einen gerechten demokratischen Frieden. Und al§ ihn die Kunde der Versailler Friedens- bcdingungcn traf, setzte er sich mit einer Konsequenz, die man bezeichnenderweise bei fast all denen feststellen kann, für die der Pazifismus nicht eine bloße demagogische parteipolitische Agitationswaffe war, gegen die Unterzeichnung ein:„Ich jürchtc," schrieb er unmittelbar vor der Weimarer Entscheidung an Theodor Wolff,„man unterzeichnet, und verleiht damit den Kriegskabinerren der Gegner einen Erfolg, der sie im Sattel hält, während die NichtUnterzeichnung sie in wenigen Tagen stürzen würde. Das weiß man im neutralen Ausland ganz genau." Diese Sätze werden in einer Vornotiz zitiert, die die Redaktion des„Berliner Tageblattes" am Dienstagmorgen einem Artikel Försters vorausschickt:„Nach Friedens- s ch l» ß". In diesem Artikel unternimmt Förster den durch- aus lobenswerten und vom Standpunkt seiner bisherigen Politik aus absolut konsequenten Versuch,„das Versailler Friedensdokument psychologisch begreiflich zu machen". Es ist gut, daß es Männer gibt, die die wertvolle und seltene Fähigkeit und Veranlagung besitzen, sich in die Seele des Gegners versetzen zu können, und es ist auch nützlich, wenn solche Männer als Diplomaten verwendet werden. Die bayerische Regierung, deren Gesandtschaft in Bern seit der Revolution von Professor Förster geleitet wird, dürste somit über die Anschauungen und Absichten der Ententemachthaber in hervorragender Weise unterrichtet sein. Aber Professor Förster geht in seiner Konsequenz wohl doch zu weit, wenn er in dem erwähnten Artikel nachweisen will, daß wir, in diesem Falle also die deutsche Regierung, daran mit- schuldig sind, wenn die Regierungen der„westlichen De- mokratien" in Versailles Wortbruch und Vergewal- tiguug begangen haben. Mit anderen Worten, wenn seine Ideale Schiffbruch erlitten haben. Unterlassungssünden unsererseits sollen daran schuld sein, daß das feindliche Ausland von der Tatsache der deutschen Revolution nicht recht überzeugt sei und uns daher schärfere Friedens- bedingungcn aufgezwungen habe, als wir nach dem Sturz der Monarchie erwarteten. Das Ausland sei von der geistigen Umwandlung des deutschen Volkes nicht über- zeugt, nachdem dieses von der republikanischen Regierung über die verschiedenen Sünden und llntaten der kaiserlichen Regierung ungenügend aufgeklärt worden sei. Es ist richtig, daß das deutsche Volk von den planmäßigen Verwüstungen in den besetzten Gebieten, von den Arbeiter- deportationen usw. zu wenig weiß. Aber da nun die Regie- rung durch die Annahme des Wilson-Programms die völlige Wiederherstellung der besetzten Gebiete versprochen hatte und gerade diesen Punkt als eine besondere Ehrenpflicht des beut- scheu Volkes wiederholt bezeichnete, ohne daß sich von irgend einer Seite irgendein Widerspruch erhob— z. B. Rantzaus Programmrehe in Weimar—, so hätte die französische Re- z des vorwärts Jreitag, 18. Juli 1919 gierung damit zur Beruhigung der Geister beitragen können, wenn sie es gewollt hätte. Gewiß, viele der Wirt- schaftlich en Bedingungen des Waffenstillstandes und des Briedens würden dem deutschen Volke erklärlicher erschienen sein, wenn es über den Umfang des angerichteten Schadens und die niederträchtige Art, in der dieser vielfach angerichtet wurde, eingehender orientiert worden wäre. Die Wut des französischen Volkes, dem man jede Zerstörung als be- absichtigt und barbarisch hinstellte, auch z.B. jene vonSt-Quentin, obwohl diese Stadt monatelang hinter der deutschen Front lag und durch englische Geschütze zu einem grauenhaften Trümmerhaufen gemacht wurde— wäre sie deshalb geringer geworden, weil von irgend einer deutschen amtlichen Stelle wirkliche Verbrechen dieses oder jenes Heerführers be- leuchtet worden wären? Ach, wer in der Entente nicht an die deutsche Revolution glauben wollte, dem hätte keine Rede und keine Tat die Ungläubigkeit auskuriert. Wer Interesse daran hatte, den politischen und geistigen Umsturz in Deutsch- land zu bestreiten, dem wäre jede Volksausklärung bei uns, wie sie Professor Förster vermißt, herzlich� gleichgültig gewesen. Clemenceau, Northcliffe, Tardieu, der„Temps", die„Times", der„Figaro" und wie alle Männer und Blätter heißen, die den Haß gegen das deutsche Volk jahrelang, jahrzehntelang geschürt haben, hatten nun einmal Interesse daran, das Deutschland von 1919 als unverändert'hinzustellen, uni ihren kapitalistisch-imperialistischen Wortbruch zu be- gründen. Wäre selber Professor Förster deutscher Minister- Präsident gewesen und hätte er trotz aller Streiks, Putsche und sonstiger Krisen nickts anderes zu tun gehabt, als das Volk täglich über deutsche Untaten aufzuklären— auch dann wäre der Friede von Versailles nicht um ein Iota besser als er ist; auch d a n n wären sämtliche Ideale unserer edelsten Köpfe, einschließlich des Vertrauens Försters in die„westlichen Demokratien", unter deren Rache-, Macht- und Raubsucht hilflos zusammen- gebrochen. Aber es gab auch eine andere Kategorie von Menschen, die Interesse daran hatten, den Glauben der Welt an die Ausrichtigkeit der deutschen Revolution zu zerstören. Es waren jene, die, um Sympathien für ihre Person und ihre Partei im In- und im Ausland zu werben, keine Ge- lcgenbeit verpaßten, die Behauptung zu propagieren, es sei alles beim alten in Deutschland geblieben. Dos waren die Herren Wilhelm Herzog, der Salon- bolschewist der„Republik", der sich in Genf an Romain Rolland herandrängte, um ihnr seine verfolgte Unschuld bloszulegen ,�H. von G e r l a ch und Dr. Greiling, die in der Schweiz die verfolgten deutschen Revolutionäre spielten, die einzig und allein die Wahrheit hinaus- zuschreien den Mut hätten. Das war Herr Hugo H a a s e. der in Amsterdam dem Genossen Longuet einen langen Vortrag über dieses Thema hielt, den man einige Tage später, zu Beginn der Versailler Verhandlungen, als Jnterwiew im„Populaire" lesen konnte. Kein Wunder, wenn dann sogar die„besseren Elemente". auf deren Bekehrung Professor Förster mit Recht— obgleich sie tatsächlich noch immer inachtlos sind— so großen Wert legt, sich noch nicht zum Glauben an die deutsche Revolution ganz durchgerungen haben. Kein Wunder auch, wenn die schlechten Elemente der Entente der Versuchung nicht widerstanden, diesen ivertvollcn Kronzeugen die von ihnen erhoffte Reklame zu machen. Wogegen man sich aber unbedingt wenden muß, daß ist der Versuch Försters, auf Grund unserer eigenen Fehler Wilson mildernde Umstände zuzubilligen. Förster verurteilt übrigens den amerikanischen Präsidenten und sein Versagen ausdrücklich, schreibt aber weiter: „Haben aber nicht wir die Hauplschuld daran, daß er nicht durchdringen konnie? Die 1t Punkle wurden uns doch schon im Januar und Februar 1918 angeboten. Damals antworteten wir nur mit Entrüstung, Spott, Zweideutigkeiten und Brest-Litowsk." Das trifft sicherlich für die Alldeutschen zu und Förster hat absolut recht, diesen jedes moralische Recht, jetzt zu protestieren, abzustreiten. Und wenn sich andere aus falsch angebrachter Bündnistreue weigern, Oesterreich-Ungarns Aufteilung zuzustimmen, und überzeugt waren, Elsaß sei ein deutsches Land, so könnten sogar Sozialdemo- traten mit ruhigem Gewissen die Verantwortung dafür über- nehmen, daß sie sich nicht begeistert auf das Wilson-Programm gestürzt hätten. Aber gleichviel, Ivie schlimm auch die Sünden gewesen seien, die das frühere Regime bei und nach der Bekanntgabe der Wilsouschen Punkte begangen hat, dieses Progranim war uns wieder im Oktober 1918 als Friedens- basis angeboten worden und von uns und der Entente noch vor der Revolution— Lansings Note ist vom 5. November 1918 datiert— feierlich angenommen worden. Die wert- vollen Versuche des Professors Förster, uns die Psychologie der Gegner begreiflich zu machen, dürften nicht in einen Versuch ausarten, sich über diesen springenden Punkt hinwegzusetzen, oder dessen kapitale Bedeutung zu verringern. Förster bemängelt ferner, wie es bereits Abg. Haase in Weimar getan hat, daß man nicht längst die Schuldigen, die wir nunmehr ausliefern müssen, hat aburteilen lassen. � Man kann annehmen, daß»ach Ansicht sowohl Försters ivie Haases solche Verfahren nur auf einer rechtlichen Grutidlage stattfinden dürften. Eine solche konnte erst die National- Versammlung schaffcu, nämlich einen Staatsgerichtshof,� der übrigens bereits im März geschaffen wurde. Abgesehen davon, daß unparteiische Untersuchungen über die vielen in Betracht kommenden Personen und Tatsachen doch eine ge- wisse Zeit in Anspruch nehmen, wäre es nicht sehr klng gewesen, in diesen politisch erregten Frühjahrswochen iieuen Zündstoff in Deutschland zu streuen. Hatte die Regierung übrigens nicht ohnedies die Hände voll zu tun, um die Demokratie und das Leben des Volkes zu schützen? Heute Putsch in Verlin, morgen Generalstreik im Ruhrrcvier, übermorgen Revolution in München, usw. usw. und das seit Anfang Januar bis heute! Und da wundert sich Professor Förster und mit ihm die„besseren Elemente" des Auslandes, daß die Re- gicrung nicht genügend tue, um das Volk über deutsche Untaten in Nordfrankreich aufzuklären und die Schuldigen be- strafen zu lassen! Was Herrn Professor Förster besonders bedenklich er- scheint, das ist die absichtliche Nichtveröffcntlichung der Akten des Auswärtigen Amtes. Die' ganze Welt habe auf das„offene deutsche Wort" gewartet. O, das glauben wir gern, daß alle— also nicht nur die„besseren Elemente" der Entente— auf für Deutschland belastende Dokumente, auf ein deutsches Schuldgeständuis lauerten, um einerseits den geplanten Wortbruch moralisch zu begründen und andererseits sich selbst in Unschuld zu waschen, während die eigenen Archive hermetisch geschlossen blieben. Förster sagt selbst, von einer alleinigen Schuld Deutschlands könne n i cht die Rede sein, und er gebraucht diesbezüglich eine sehr schöne und zutreffende Formel:.„Die ganze Welt trieb Machtpolitik, wir aber haben die Machtpolitik s y st e m a t i s i e r t." Nun, jetzt wo Wilson versagt hat und der Wortbruch be- gangen ist, und nachdem die Entente den internationalen Ge- richtLhof abgelehnt hat, wird hoffentlich ein i n t e r n a t i o- n a l c r s o z i a l i st i s ch e r Ausschuß an der Hand aller vorhandenen Akten die Richtigkeit dieses Wortes nachweisen. Aber Herr Professor Förster besitzt sicherlich in zu hohem Maße die wertvolle Fähigkeit und Veranlagung, sich in die Seele des Gegners versetzen zu können, um im Ernste behaupten zu wollen, daß ein„offenes Wort" v or Versailles uns Danzig, Saarbrücken und die Kolonien erhalten hätte.... 16] Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdorf. Wir betrachten alle Beide diesen winzigen Papierfetzen. Ich habe ihn auf der Rosenbank am Rande des Flußwegcs gefunden. Das Papierlcin ist sorgfältig gefaltet, und ganz vergessen sieht es aus. Von seinem schüchternen Gewicht ist es eine Weile aufgehalten worden, und es hat gewartet. Bedeckt ist es von einigen Linien einer ausgeschriebenen Schrift. Und wir lesen:„Ich weiß nicht, welche Sprache die gläubigen Herzen führen. Ich weiß nichts. Ich bin nur Opfer und Extase..Ich kenne nur die Tränen, die mir in die Augen steigen, da ich die Schönheit betrachte, die Deinem Lächeln eingemischt ist." Da wir nun das gelesen haben, lesen wir es wieder. Von einem Geheimnisvollen und Weiten sind wir rings umströmt. Wir betasten dieses Papierstücklein, das vom Zufall aufgelesen worden ist. Wir»vissen nicht einmal recht, was es bedeutet. Wir begreifen nicht einmal recht, was es besagen möchte. * Da ich sie bitte, mit mir heute, am Sonntag, auf den Kirchhof zu gehen, willigt sie ein. sie willigt in alles ein, worum ich sie bitte. Auf den Gartenwegen kommt sie heran, und sie streift die Roscnzweige. Schweigsam wandern wir dahin. Mehr und niehr verlieren wir die Gewohnheit, uns mit Worten anzureden. Wir betrachten das umgitterte nnd umblühte Stcinvicreck, in dem unsere Tante schläft, wir be- trachten diesen Garten, der nur von dem Ausmaß einer toten Frau ist. Wir gehen heimwärts quer durch die Felder. Die «onne steht schon niedrig. Wir halten uns bei den Händen, und �vir sind von einer triumphierenden Freude ergriffen. sie trägt ein' schwarzes Leinenkleid. Der Rock, die Uermel und der Kragen sind wollig angekräuselt. Manchmal wendet sie mir ihr leuchtendes Antlitz zu, und betrachtet sie mim derart, so bedünkt es mich, daß ihr Gesicht noch heller werde. Sie wandelt ein wenig vornübergelegt an meiner Seite. Der Widerschein der grünen Triften fällt auf ihre Stirn und chre Wangen, lieber die Anmut der Gräser und der Blumen wandelt sie gleich einer Riesin fort. Ein Schmetterling shegt unserem Wege vorauf. Vor unseren Augen läßt er sich nieder. Als wir näher kommen, I fliegt er wieder davon, und er läßt sich mn Stücklcin weiter nieder. Dann flattert er wieder auf ustscrcm Wege empor, und wir lächeln diesem Schmetterling zu, der uns mit seinen Gedanken beschenkt. Wir sind umgoldet von der Sonne, die schon schräg fällt. Wir geleiten uns an den Händen bis zu dem Bildwerk einer Blumengottheit, das ein großer Herr der Vergangenheit einst- mals am Rande des Waldes aufgestellt hat. Aus dem un- beweglichen Grunde der weithinwogcnden Hügel reckt sich die Gestalt der Göttin. Sie steht halb nackt in dem schönen, reifen Lichte.' Ihre helle Hüfte ist um- schleiert von einem Steinschleier, � der weißer ist, als ein Linncntuch. Und vor dem alten, moos- bewachsenen Denkmal reiße ich Marien verzweifelt an mein Herz. Dann lege ich in der Einsamkeit dieses geweihten Waldes meine Hand auf sie. Ich knöpfe ihr schwarzes Kleid auf, ich ziehe die Schulterbänder ihres Hemdes herab. Damit sie der Göttin gleiche, entblöße ich ihre üppigen, geschwellten und aufrechten Brüste. Sie sitzt mit geneigtem Haupte und läßt sich anbeten. Ihr Blick ist prächtig verwirrt. Von Glut und Sonne ist sie rot übergössen. Ich lege meine Lippen auf ihre Lippen. Hatte ich sie bis heute geküßt, so hatte ihr Mund meinen Kuß nur geduldet. Diesmal erwidert sie meinen grabenden Kuß, und sogar ihre Augen verschließen sich vor dieser Liebkosung. So bleibt sie; sie kreuzt die Hände über der leuchtenden Brust; halb erschlossen ist ihr Mund: feucht und rot. So bleibt sie, losgelöst von mir und doch noch verbündet mit mir, blutend in Lebendigkeit, und auf ihren Lippen prangt ihr Herz. Sie hat die Brust lvieder zugedeckt. In kürzeren Stößen weht der Wind. Die Bäume am Weidenweg schütteln sich und sie schütten ihre Blüten in den Raum, die wie kleine Vöglein davonflattern. Und in einem hellgrünen Winkelchen, borten weiter, tanzt trocknende Wäsche im Sonnenschein. Tann erhebt sich der Wind und er wird schärfer. Grad heute weht er so beträchtlich. Das Wehen strömt in unsere Körper, die auf dem Bcrgcsabhang hingestreckt liegen.' Der Wind weht aus der Weltunendlichkeit. Das Laub des Waldes, das schon angegilbt ist, rauscht auf. Es bewegt sich wogend hinter dem Gegitter der schwarzen Baumstämme. Der Himmel, der jetzt grau verschleiert wird, wächst höher und höher herauf. Ein Schwindel saßt uns. Vögel fliegen von einer Wolke zur anderen. Es ist, als wenn ein- Stein geschleudert würde. Wir steigen zum Talgrunde hinab. Noch bleiben wir eng mit der Hügelsenkimg verbunden. Dem tiefen Eratmen des Himmelsgewölbes sind wir preisgegeben. Wir werden vorwärts gestoßen. Und wir klemmen uns eines an das andere. So werden wir von den Windwehen durch und durch getroffen und betäubt von diesem Weltenraumzusammen- klang, der durch unsere Ohren saust. Wir flüchten zum Fluß- ufer hinab. Das Wasser rieselt zwischen den Bäumen. Die Laubkronen rauschen zusammen. Durch einen weichen und feuchten Weg wandeln wir unter der Wölbung der Baum- zweige. Wir wandeln unter diesem dunkelgrünen Blätterdome, der kristallen überdacht wird. Wir entdecken eine flache Fischerbarke und ich helfe Marien in dieses Schifflein, das unter dem Gewicht des einsteigenden Mädchens seufzend wiegt. Tie alten Ruder durchschneiden die Wellen, wir schwimmen den Strom hinab. Unsere Herzen und unsere Augen sind begabt mit Schöpferkraft, und es bedünkt uns, daß die Ufer zu beiden Seiten zurückweichen. Die Reihen der Bäume und Gebüsche verschwinden. Wir, wir nur bleiben. Aber das Schifflein bleibt auf einer seichten Stelle mitten in dem Unkraut stehen. Maria hat sich hingestreckt und sie spricht kein Wort. Auf den Knien rutsche ich zu ihr. Das Boot zittert, es zittert wie ich selber. Das Geficht des Mädchens lockt mich in Stille. Sie ruft mich aus ihrem Wesen ganz und gar, aus ihrem hingebrochenen Körper, aus ihrem verlassenen und verworrenen Körper. Unter dem leich- ten Gewebe ihres Kleides lebt das alles Märiens Leben mit. Sie ruft mich aus ihren gespannten Brüsten, sie ruft mich aus der Tiefe ihres Leibes, der erschlossen werden möchte. Ich habe sie besessen. Gelehrig und erhaben hat sie nach- gegeben, sie hat meine heftige durchdringende Liobkosunq oe- duldet. Jetzt gehört sie mir, sie gehört mir für imnicr! Auf ewig! Von nun ab kann geschehen, was mag, die Zeit darf verstreichen, Winter darf auf Sommer folgen. Sie gehört mir, mein Leben ist bekrönt und besegnet. Mit Stolz denke ich an die großen und berühmten Verliebten, denen w'r gleich geworden sind. Ich erfahre, daß es keine besondere Gesetzes- kraft vor der Kraft der Liebe gibt. Und unter dem veraäng- lichen Flügel des Blätterlaubes, und überwölbt vom evig verwandelten Himmelsgewölbe, und gestützt auf die Erde, sagen wir wieder und wieder:„Auf ewig!" Wr sagen wieder und wieder:„Niemals." Und wir rufen die Ewig- keit an.(Fortsetzung folgt.) Nationalversammlung zu Weimar (tfortfcijutig auZ der?lbe nid ausgäbe.) ES Ivird die vom Ausschuß beantragte Eni sch ließung an- ncnommcn, einen Gesetzentwurs vorzulegen, der die rechtliche und soziale Stellung des unehelichen Kindes in dem beschlossenen Sinne neu regelt. Die Anträge der Unabhängigen, wonach Ehefrauen an der Ausübung eines Amtes nicbt wegen ihrer Verheiratung be» hindert werden dürfen, und wonach ein N e i ch s g e s u n d h e i t s« Ministeriums auf Grundlage der Vergesellschaftung des Heil- tvcsenS errichtet werden soll, werden abgelehnt. Artikel i'20 bestimmt;„Die Jugend ist gegen A u S- beutung sowie sittliche, g c i st i g e oder körverliche Verwahrlosung zu schützen. F ü r s o r g e m a ß r e g e l n im Wege des Zwanges tonnen nur auf Grund des Gesetzes angeordnet werden.*— Ein sozialdemokratischer Antrag Frau Kaehler und Genossen will einen Zusatz zu- gefügt wissen, wonach die Leitung von F ü r s o r g e a n st a l t e n nur erzieherisch gebildeten Personen übertragen werden darf.— Ein- Antrag Agnes und Genossen!in Sckreiben der Negierung in Potsdam fordert die Rückgängigmachung des..dem Gesetz wideriprecktenden" Be- schlusses auf Streichung der Mittel für den katcholischen Religions- Unterricht im Etat, �da fönst Zwangsetatificrung eintreten würde. I?. S. P. und S. P. D. beharren aus dem Beschluß. Ta die Grenze für Groß-Berlin bis 15 Kilometer festgesetzt ist, käme Nowawes nicht in Betracht, dagegen will Berlin Wannsee, jedenfalls aus iinanztechnischen Gründen, einbeziehen. Wir müßten unk mit Wairnlee, Nikolassee, Älein-Glicnicke und Trewitz zu einer Land- oder Stadtgemeinde zusammenschließen. Ter Bürgermeister von Wanasee ladet zu einer Kommissionssitzung ein. Berrefsend Entschuldungsbeihilfen an Beamte usw. tvill ein Antrag der Finanz- tommission bis zu:n Gehalt von 6500 M. einschl. 1200 M. Teuerungszulage 600 M. gewähren, während die U. S. P. sämtliche Teuerungszulagen angerechnet wissen will, damit vor allem_den Schlechtbezabltesten die Zulage zugute kommt. Osmer(Soz.s will die Härten mehr ausgeglichen wissen, auch den schon lange in der Gemeinde Tätigen die Zulagen zukommen lassen und ist darum kür Anrechnung von nur 1200 M. Teuerungszulage. Ter Antrag der Kommisston wird mit 22 gegen 16 Stimmen ltl. S. P.) angc- nommen.— Der Bereitstellung von Mitteln für die drei Lehrer- und zwei Lehrerinncnstellcn vom 1. Oktober 1019 ab, sowie für Errichtung von vier hauptamtlichen Lebrerstellen an der gewerbl. Fortbildungsschule wird zugestimmt, ebenfalls der Erhöhung der Feuerwehrbczüge. Niederschönhauscn. Ter Broscscke Park in der Kaiser-Wil- belmstraße soll verkauft werden, nachdem der Besitzer veritorben und die Erben kein Interesse an der Unterhaltung des Parkes baben. Seit Jahrzehnten war dieser wundervolle Park für die Außenwelt verschlossen. Ter Kaufpreis beträgt für die 2659 Oluadratruten große Fläche 263 000 M. An der Gemeindevertretung liegt es nun, für die erholungsbedürftigen Lungen seiner Einwohner diesen Park zu sichern. Tegel. In der Gemeindevertretung schlug der Gemeindevorstand eine Reihe von Aenderungen zum Gesetzentwurf Groß-Berlin vor und zwar: Radius 20 Äilömeier, Bürgerrecht noch dreimonatigem Wohnsitz sVorlage 6), 270 Stadtverordnete(186), einer auf je 12000 Einwohner(18000), Streichung der ministeriellen Genehmigung für Wahlkreis- und Mandatzohländerungeir, dreijährige Mandatsdauer(5), 40 Magistrotsmitglieder(30), Vertretung der Distrikts im Magistrat, dreijährige Aintsdaüer der unbesoldaten Magistrats- Mitglieder(5). itur erstmalige ministerielle Genehmigung her Wahl- ordnung durch den Minister, dann durch die �ladtverordnetenvorsteher. TastriktSversammlung besteh» ans dreimal soviel Bürgern als Stadtverordneten(zweimal), Wahl aller Distriktamtsmilglicder (teilweise Ernennung). Endlich wird vorgeschlagen:„Ausführung der Beschlüsse der Distriktsversnmnrlung und �der Distrikts- ämter kann der Magistrar nur mit Zustimmung der Ätadtverodnetcn verhindern. Tie Einberufung des DistriklsainleS soll nicht durch den Vorsitzenden, sondern auf Verlangen dreier Mitglieder erfolgen." .Herr Stritte schilderte in den schwärzesten Farben die Nachteile der Ueberstimmung der Vororte durch Berlin, hauptiächlich Erschwerung der ganzen Verwaltungsgeschäfte; von einer Selbstverwaltung sei überhaupt nicht mehr zu reden, der BurcaukratismuS werde herrschen.— Von den Bürgerlichen wandte sich Herr Westphal gegen den Rogierungsentwurf, den er als obsolttlistitch bezeichnete und gegen die starre Zentralisation. Schöffe Genosse Meier(S.P.) trat für die Regierungsvorlage und für die vorgeschlagenen Aenderungen ein. Für die U. S. P. führte Schöffe S ch ö n f e l d aus, daß alle Vorschläge für sie nickt maß- gebend seien, daß aber der Regierungsentwurf am meisten der Zentralisation entspreche? sie vermissen darin aber die Einfügung des Rätesystem? Die U. S. P. stimme ebenkgllS für den Regie- rungsentwurf mit den vorgeschlagenen Aenderungen. Ihr Antrag. die besoldeten Maglstratsmitglieder ebenfalls ans drei Jahre zu ioählen, wurde angenommen. Der Antrag, die kommnnaleri Arbeiterräte in dem Entwurf z u verankern, wurde abgelehnt. Die Mehrheit schloß sich den Ausführungen deS Bürgermeisters an. daß dies bei der Neuregelung der Städte- und Landgemeinde- ordnung in allernächster Zeit zu geschehen habe.— Bei der Gesamt- abstimmung wurde der Regierungsvorlage mit den vorgeschlagenen Aenderungen zugestimmt._ Groß-Berliner Lebensmittel. Berlin. Ein weiteres halbes Plund ausl. Weizenmehl nach Vor- anmeldling vom 19. bis 22. Znli(0 9): inländisches ohne Voranmeldung. Lickterfelde. Vom 21. bis 26. Juli(48 u. 58) 250 Gramm Reis. Außerdem werden für Jugendliche(39 u. 40) 250 Gramm Reis, aus 45 1 Pfund Graupen oder Hascrflocken, Bankow. Anmeldung zur Pferdefleisch- Kundenliste bei Krusch, Binz- strafe 37 oder Wandtle. Floraitr. 74. Ausgabe der Karten bei der Brot- kartenausgabestellc I für Ä— J Montag 5—6, K— JI Montag 6—7, N— S Dienstag 5—6. T—Z Dienstag 6—7. In Gast- und Sveisewirtichasten, Privatmiitagtischur, Pensionen, Kantinen u. dgl. ist eine Pferdefleifchkarte nicht erforderlich.— In dieser Woche ansländischeS Gefrier-schweinesteisch. Gemäß Verordnung des KreisauSschuffeS Knochepbeikag« bis zu zu- zuwiegen. AuZlcmdsfleisch ist nur gar gekocht zu genießen. Groß-Serliner parteinachrichten. 6. Slbt. Heute abend 0,8 Uhr in der Schulaula, Mittenwaider Straße 37, AbteilungSvcrsammlung. Tagesordnung: Ouartaisbericht und Wahlen. Morienfelde. Mitgliederverfammlimg heute Freitag, 8 Uhr, Manntz. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteilag. Res.: Genosse Tost. 2. Wer- fchicdcnes._ Gerichtszeitung. Amtsmißbrauch, Zu diesem Bericht der Gerichtskorrespondcnz in der Sonnobendnummer schreibt uns der Untcrfnchungsrichter, daß der Bericht unzutreffenderweise behaupte, der Untersnchimg?- richter hätte das„Aktenmaterial" des Verteidigers durchsuchen lassen wollen, serner daß er über.die Befugnisse des Nntersuchungsricbtrrs und die Bedeutung des Berufsgeheimnisses des Verteidigers unklare Vorstellungen erweckt. Die zuständige Strafkammer habe die Be- schwcrde des Verteidigers über die Durchsuchung zurückgewiesen. Somit sei die Maßnahme unanfechtbar geworden und jeder Kritik entzogen; sie unterliege auch nicht der Prüfung der Dienstauffichts- bchörden. Ein maskierter Räuber, der 22 jährige Paul Walter, der den Eafebcsttzer Erber in der Nacht zum 24. Juni in seinem Hausflur angefallen hatte, wurde zu drei Jahr:n Gefängnis verurteilt. vortrage, vereine unü Versammlungen. Arbeiter-Radfaftrer Bund Solidarität. Sonnabend, 19,, abends 7 Uhr, Sommernachtsball im„Stadtpark", Kaiier-Allee 51/52. Sonntag, 2 Ubr. Katertour nach PichelSwerder(Badewiese). Ortsgruppe Berlin. Abteilung Ii Räch Burg Ravenstein. Start morgen Sonnabend, abends 10 Ubr, bei Wiemer, Blliowstr. 58.— Abteilung II: Morgen Sonnabend, abends 7 Uhr, Streiszüge durchs Blumenthal.� Sonntag, nach. mittags t Uhr. Käuisdors(Hamanns Gesellschastshnus). sämtliche Starts Fontanepromenade 18. Mirgliedschaft Neukölln. Unser Sport- und Gartenfest findet Sonntag. 20. Juli, im Etabllsjement Lindengarten, Frtedrichstraße 61, statt. Zahlreichen Besuch erwariet der FestauS- ichuß.— Arbeiter-Radsahrer-Berein Groß-Bcrli». Touren zum Sonnlaa. 20. Juli: Früh 5 Ubr nach Teupili. Tornows Idyll. Rachmittags I Uhr, Neudal*ndo>s, Seejchloß. Start; Mariannenvial! Versammlung jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat bei Mattchens, Forster straße 9. Gäste. willlommen.—„Freier Wanderdund.» 19.-20, Juli. NachNvanderung; Bielenlhal-Bnckowsee-Bieienthat. Abs. Steif. Fernbhs. 6,35. Fahrgeld 2,40 M. Führer Hurrast. 20. Juli Btrsenthal-Duckowiee-Bietenihal. Abf. Siett. Fernbbs. 5.50. Fahrgeld 2.40 W. Führerin: Rambow, 25. Juli, abends 1'/,, Mitgliederversammlung bei Hehfe, Bohenttraße 19. Vortrag. Gäste bei allen Veranstaltungen willkommen.— Arbeitertouristenvcrein „Die Natimrenude", neutrale Gruype. Sonntag. Wanderung Königswusterhmisen, Cunnersdorf. Abs. Sonnabend, abends 5,20 Uhr. Körtiher Vorortbahnhof.— Arbeiker-Samartter-Bund. Kolonne Grvh» Berlin. Lehr- und Uebungsftnnde haben abends 70, Uhr, Montag: Bezirk Dempelhof. Berliner Straße 92 bei Marten. Bezirk Orte». Lichtenberg, Schamiweberstraße 60, bei Piekenhagen, Donnerstag: Bezirk Westen. Abt. 3: Schöneberg, Porbevgstraße 11, bei Haendel. Abt. 6: Eharlottenburg, Kaiier-Friedrich'-Straße 455, Reswmant Theten. Fugenüveranftaltungen. Treptow> Baumtchulenwe�. Heute abend 7 Uhr, im Jugend- beim, Elsenstraße 3, 1 Tr,, Bortrag und Disküision: WaS linterichcidet unS von der„Freien Jugend-- 1 Zahlreichen Besuch erwartet der Vorstand. — Sonntag, den 20. Juli, Wanderung mlt der Abteilung Südost nach Erkner— Berlsee, Kosten zirka 1,50 M, Sriefkasten der Redaktion. Jeder fiir den Brieftasten bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Briefliche Auskunst wird nicht erteilt. Eilige An- fragen trage man in der Juristischen Sorechstnnoe, Lindouftr. 3, 1. Hof parterre links, vor. Schriftstücke und Vertriige sind mitzubringen. H. W. 16. 1. Der Stiefvater und die Kinder beerben die Mutter nach den gefetziichen Bestimmungen Elfterer erhält 0«, letzlere 0« des Nachlasses. Stirbt der Stiefvater zuerst, fo beerbt ihn nur seine Ebesrau. die»linder nicht. Bei einem gemeinschaftlichen Testament können sich die Eheleute gegenieitig als Erben einsetzen und die Kinder als Nacheiben,— W. R 16. Zur Beseitigung des Ungeziefers ist der Hauswirt verpflichtet, wenn durch das Eindringe» des UnaczieierS in die Wohnung dieselbe den gebrauch». sähigen Zustand nicht niehr hat. Wenn das Ungeziefer nur an der Außen- leite der Wand sich zeigt, wird ein Vorgehen gegen den Hauswirt ergebntZ- los bleiben.— P. 27. 1. Beschweren Sie sich nochmals beim Kriegs- Ministerium. 2. Da daS Kind ein tiagbares Anrecht auf Zahlung von UnterhaktSgeid hat, kann eS alle Schritte gegen Sie geltend niachen. Der von Ihnen erwähnte Umstand spielt keine Rolle. 3. Wenden Sie sich an die Gesandtschaften der betreffenden Länder.— Agwas.(siegen die Bestimmung im Z 10 werden Sie u. E. mit Ausficht auf Erfolg nichts unter- nehmen iömien, falls es zum gerichtlichen Austrag der Angelegenheit kam men sollte.— H. B. 26. Ihre Fragen tonnen wir nicht beantworten Fragen>sie bei der Leitung der Reichswehr an.— W. W. 66. Nein — C. F. 44. 1. Ersatz für Versäumnis wird nicht gewährt, Sie sind aus allgemeinen ftaatSrechilichen Gesichtsvuniten dazu verpflichtet. 2. Rein.— K. 35. Sie durften nicht volle 2 Wochen warten, sondern sofort ins Ge- ichäft gehen. LohnauSsall wird für diese Zeit nicht gewährt.—<6. IV. Aendcrung im Grundbuch nicht ersorderlich. Ihr Anteil geht an Ihre Erben über.— Ott» 101. Zchrijtiiche Erliärung der Firma genügt, wenn diese im Schreiben ausdrücktich erliärl, in Zukunft keine Forderung mehr an Sie zu haben.— O. R. 17. Sie haben leinen Ansvruch.— Rudotpst 28. Der Pflichtteil ist die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Ihre Darstellung kann nicht richtig fein, weil'/, und 0, nicht'I, sind. Kommen Sic evtl. in die Sprechstunde.— L. 51. Der Vater eines unehelichen Kindes kann niemals Vormund deSstlben werden. Erscheint das Unterhaltsgeld als vom Gericht zu niedrig bemessen, muß gegen das Urleil Berufung ein gelegt werden. Bei Weigerung des Vormundes evtl. Beschwerde an das Vormundicha-tsgericht.- I. H. 76. 1. Ja. 2. Bezirksiommandv. — Scheidung. Tie von Ihnen vorgetragenen Gründe reichen u. S. zur Scheidung aus. Sie bleiben für die Kinder unterhaltspflichttg. Die Frau hat für den Unterhalt der Kinder einen angemessenen Beitrag zu icij�n. Wetterausfichte» für das mittlere Norddeutschland bis Tounabend mittag: Im Westen zeitweise beiler und etwas wärmer, öst lich der Oder überwiegend bewölkt, ziemlich kühl und besonders an der Küste öfter leichte Regensälle, mäßige westliche Winde. 15. Juli d. J. verstarb Herr Justizrat Hugo LaUerrnann, der Leiter unseres Juristischen Zentralbureaus. Sein Heimgang bedeute» für uns einen schweren Verlust. Seit dem November 1915 war er unser juristischer Berater. Er war dem RelchsausschuB ein allezeit treubewährier Mitarbeiter von vorbildlicher Pflichttreue und unermüdlicher Arbeitsfreudig- kei;. Durch sein umfangreiches Wissen und selng reiche Erfahrung hat er dem Relchsausschu3 wertvolle Dienste geleistet. Wir werden dem hoch- c-schätzten Manne stets ein dankbares, ehrendes Gedenken bewahren. 11/8 Der Vorstand des Reichsausschusses für pflanzliche und tierische Ocle und Fette. Vsröand der Citljo- grapfien, Steindrudier und verwandten Berufe Untern Mitgliedern geben wir Hierdurch bekannt, daß der Kollege,, Steindrucker Paul Platen am Sonntag, den 13. Juli, Plützlich an Herzschwäch- verirorden ist. 109 18 Wir werden ihm ein ehrendes Andenken be> wahren. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den t9.Iu>i, mittag» 1 Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner Genieinde-Friedhofes, Ma- rienborfer Weg. au« statt. Um rege Beteiligung er. sucht Die V.-rwaltun~. Dr. Griitering Spezialarzt. Invalidenstraße 35 ecke Cha tsste traße am Steuinei Uahnhot.* 'hl 1-1 5->/,?. ro' nt 11— U orÄisBaussalbe lfd. Hautausschl, Flecht.. «»ntjuck., bes. Heinsen ad., ..ramp, rudern äer Frauen 'n Originald-.sen p.'J? erhältlich in der -.,Eletantcn. Apotheke*' lSci)reib'l Imalchmen! last aller Systeme größ. Posten sofort versandt, ei.• Sctiaeier& Clauss I Berlin W 8 1 Leipziger Str. 19 1 ZeMlMlIIIIIifimSMlWSgMell Ortsgruppe Grotz-Verltn. Die infolge des Verkohrsstreiks vertagte MglikÄervsrssmmlung findet gm 71.fi- Montag, den Tl. Juli IttKK, abends 7 Uhr, im„Deutschen Hof", Luckauer Straße, statt. Tagesordnung: 1. Bericht vom Verbandstag in Nürnberg. Ref.: Kollege Fritz Schmidt. 2. Diskussion. 3. Festsetzung des Ortszuschlags. 4. Wahl der ehrenamtlichen Beisitzer in den Haupivorftand. 5. Ersatzwahl rcsp. Bestätigung von Ortoverwalttingsmitgliedern. 6. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert.— Ohne Buch kein Zutritt. Vollzähliges Erscheinen aller Mitglieder erwartet. Sie Orfvverwafkuag. 8pg?islgl!t für Haut- und Harnleiden Dr. med. Balnk, Leipziger Str. 103. Etke Friedrlchstraße.* 10—1, 3—6, Sonntags II— f. Pumpen für ieden Zweck und kirölle, kleinste bland pumoen zum Selbst- tulstcll.nach kosten losen Anleitung iachmänn. Rat. AltesSpezialhaus Viele Anerkennung. Carl Köcblin&Co.. Berlin SW 68,• Alte Jakobstr. 2U/22 Zentral-Verband der Glaser Zablatelle Burila. Montan, den 21. Juli 1919, abends 0,8 Uhr im Gcwcrkschastshaus(Saal 1): Vierteliahres- Gensralnersaarainiia Tagesordnung: 265 15 Kassenbericht.— Anträge aul Bezirksvers.— Berschiedcneo. Zahlreiches Erscheinen ermattet Die Ortsverwattung. I. A.: Max Purkflrst._ — Ziehung; 19. JuH—u f. d. Pestalozzl-Fröbelhaus Gesamt- und Hauptgew. M. 10 000 5900 usw.* I AOO 3 Porto u. Lis.e LOSe J.- 5u Pf. mehr. 10 L. m. Porto u. Liste 30.M. empfeh. u.vers.a Nachnah Emil Saass& Co., Berlin 21, Uredowstr. 9 -nd in unseren Filialen. Awg.«WM; Alle der S. P. S> angehZrende» Mitglieder de» Deutschen Met-llorbeittr-Verbande-, Ort,. Verwaltung Berlin, erscheint vollzählig zu der am Dienstag, den 22. Juli, abends 7 Uhr, in de« Grrmaniasälcu. Chausieestraßc, grosser Saal stattfindenden Versammlung� Tagesordnung: vi« Zustande In der stlelallacbelferbewegnng Im --- Reiche on» In Berlin.- Partei- z»nd Verbandsbuch legitimiert. * Dop Elnborufor. «rste und ölkeste hell.«nsta» LSser. Harn- und Blntnnlersnchungen. Elevr.|che und medt, mische Bäder. vir.: Löser senior ÄgÄSf Rosenthaler Str. 69-70, ßlileüte il. AnsEStellten-Äussciiüsse d. Ketallindüstrie! Echriiti. Einladung muß heißen S>/,IIHr Plenarsaal d.jderrenh. Scfiuhouta. lirbin üborall zu beziehen I febrik: Urban e Lernrn. CherloHenburQ. •—»«e—— Qf> jjredf| I andtiopinhtcppif a- D- Dr- lur- Wilhelm v. Kirchbach LdnUtjCllCOlbrcl pers. z. sprechen Potsdamer Str. 115. (Lützowstr.) Langjähr. Erfahr. Zuverläss. Rechtsbeisiand in Ehe-, Alimenten- u. Vertrauenssach-, Oesuche,Verträge, Ermittelungen.— Beobachtungen. Tel. Lützow 2494. ■ Für die Verwaltungsstellen des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes Hamm a. d. Sieg und Wissen a. d. 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Residenz-Theater. Untergrundb. Klosterstraße, Awagang Stralauer Straße. f JglichSUhr. Zum 188. Male: Das IHe Laien. Schauspiel von Sudermann. Regie: Alfred Rotter. Trianon-Theater. 3hf.Friedrichstr.Ztr. 4927,2391 Tägl. 8 U. H eute z. 31 3. Male; Der(gute stuf von Hermann Sudermann. Sonntag 4 Uhr; Johannihfcner. Centrai-Theater Kommandantenstraße 57. .TV- Uhr; F/-U. Ffieir.-Wilhelnist. Theater I>sr®i�5 Kleines Theater. ?'/, Uhr; Unterm Baume der Erkenntnis Komiache Oper Schwarzwalilniäilel. linstspieihans /•/.uhr: So ein Mädel. Metropol-Theater. / u� 20: Die Faschingslee. UTeueB Operettenhaus. /v.u.JeDamevoni Zirkus. Talnst-Theater t1/- uhr.- Weinentie Erlien. Oper, in 3 Akt. v. R. Danziger. Schiller-Thent. Charl. t3/- uhr: Rt-Deilielherg. Thalia-Theater /'/.uJungier Sonnenschein Xh. amXollendorfplat» /./. mr: Die Puppe. Theater d. Friedrichstadl 8 Uhr: So eine Frechheit. Versicherung gegen Einbruch, Ein Polterabend. W allner-Theater TV. Uhr: 038 fieSCtZ. Walhalla-Theater. TU, Uhr: Die kleine Sklavin. Rose-Theater. Täglich l'l2 Uhr: 0 schöne Zeit, o selige Zeit T/t Uhr Gartenbühne; Das sieht sich jeder an. Vorher Konzert u. Spezialität Natlonal-Theater 8 Uhr Stürm. Erfolg 8 Uhr MM WVWM. Lnisen-Theater. KfficnflStaacnfieöen Sonntg. 3: einmal. AutIHhrung Sei attttenDelilet. Täglich abends 7'/-: roenn Nauen liehen. iPOLLO 1 Friedriebstraße 218| Dir.: James Klein 73/ Sonntag>73/ / 4 3'lt und I /' Letzter Gastspiel-Monat der Gesellschaft Anton mit der neuesten Schlager-Burleske Nnr nicht 1 schießen! { Vorh. Spezialitäten! 1 1 nnt.SVajd.Erwachs 1 1 Kind frei!| Serliner?rater 7/9 Staftanicnallce 7/9. 'ADJeptunsßnuiinellalirt Sc. Operctten-Possc in 3 Akten. In bor Tanz. Viete Idgitch: »nr i et« Anfang 4V, Mr. ' Iiesslngt-Theater Sommerspieiz.: H. Sternberg. Gastspiel Guido Thielscher: 8 Uhr: Charleys Tante. Dentsehes Künstler* Theater. Allabendlich 8 Uhr: Max Adalbert>n; Die Rutschbahn. Voigt=Theater Sabftrojjc 58.?>/- Uhr: Frühlingsluft. Vorher: Varieto-Vorstellnnx. Erßffnung 3 Uhr. Anfang 5 Uhr. Ieb. Mittw., Ebb.,Sonnt.: Ball. Ebb. 19.: vieZörfter-Christl. Theater a. Kottbus.Tor Allabendllcb 7>/- Ubr 8lite-Sänger 9 ehem. MittU der Stettiner Sänger Humor, Spielplan Sommerpreise I Blütiigen-Ronzert. ReiehstifüL-Ttieater ©aftfpiel b-berühmt» Dresdener Völlig neues Programm. 3.«. Weber- au�treten�StettinerS� Wlös-ßZiiöll Täglich?>/, Uhr: Variet6-8plelp!an Rx'uchen gestvittetl iBE Potsdamer St.r« 38 Fern Andra in: CefieifniMSVolleCewyJttTi Turmstr. 12 Mariai Carmi i1» Der Fluch der Sonne. Friedenau, Rheinstr. 14 Henny Porten in: Die Schuld. Alexanderplalz-Rassage. Die Finsternis und Ihr Eigentum. Direktion Siegbert Goldschmidt Kurfürstendamm 236 Der Volksheld der Ukraine 5 Akte, verfaßt und ins zeniert von Slartln Berger Hauptdarsteller: irlri Eva Speyer Außerdem das Lustspiel: Die Medaille der Republik mit Richard Senius Beinrich Peer Ida Perry Regie: L. Bätz. am Bbi. Friedricbstr. Schleifenbahn Figur- 8-Bahn Berg- und Talbahn Taifun-Rad JBippodrom-Nolilesse! Werktags ab 3, Sonnt. 4 U. Tdinlfals-Palast. Sntertiation. Ringkämpfe um den Preis der | Deutschen Republik. Anfang 8 Uhr. dmlrals-Kino. Wenn Freunde zu * Rivalen werden.: f)eiMVeiberfeind. Das Gesetz. Soziales Stoma oon Pont Bader. 11,9 AllabendUch in Wallner. Theater Anfang«,'.8 Uhr. Von der Presse u. PnblUnm mit größtem Beifall auf«» Nammen. AHr. Kerr schrieb nn Tag: Van Oktober bis Juli gab mir kein Werk einen so starten Eindruck wie dieses Schauspiel. SüMimMWer BiliittelM WMeiiliW Sonntag, den ÄN. Juli ISIS Gr. Valöfest im Grunewalü Trefipunlt: Nackm. pünktlick 2 Uhr, ReichSkauzlerPlatz. V jn dort Abmarsch mit Musik zum Festplatz. Im Walde pr. Kaffeekochen, Kannen und Tassen sind miiäunehmen. Volksbclustikungcn» Kinderspiele» Verlosung Bei schlechtem Wetter findet das Fest am Sonntag, den 27. Juli, statt. Alle Parteigenossen nebst Angehörigen find eingeladen. 251/8 Friedrichstrasse 5. Woche Die Austern- prlnzessln Das i�rösste deutsche Lustspiel mir Ossi Oswaida, Harry Liedtke, Victor Janson, JuliusFal kenstein Regie: Ernst Lubitsch Nollendorf platz Das Fest der Rosella Far.tasie aus dem Rokoko mit Lya Marti Die TerblngnisToIle Ballnacht Lustspiel mit Hedy Url Regie: Karfiol Alexanderpl. /Weinber�sweg Die SOnderln FilmnoveJle mit Erika Glässner Regie: Leo Lasko Moritzolatz s Sobönaberg� 9. Woche Die Verführten nach dem Roman von Hans Hyan Regie: Carl Froelich Hauptdarstelle r:( Gertrud Welcher Carl Auen Else Berna Pietro Scholz Max Adalbert Hasen hei de Henny Porten im Lustspiel Auf der Alm... Das lasier Soziales Drama mit Alfred Abel Wochentags 6, 8 Uhr/ sonntags 4. 6, 8 Uhr ÜT. Friedricbstr. Wochentags 5, Sonntags 3 Uhr tJCMTSP!� Das Fest der Rosella fantasie aus dem Rokoko von H. Fredal! Hauptrolle: L�fcl Das Mädel vom Ballett Lustspiel mit Ossi Oswaida, Harry Liedtke Regie: Ernst Lubitsch W ochentags 6, 8 Uhr_ Sonntags 4, 6, 8 Uhr\ Heut. /rjßV5' Uraufführung Pola Negri in der Tiagödie Kreuziget sie! MÄnnl. Hauptrolle: Harry Liedtke Regie: Georg Jacot>y Vorverkauf 12-1 Uhr an der Tageskasse Freikarten ungllltig. Zur Premiere 6 Uhr sind Presse- und Ehrenkarten ungültig. "Wochentags 6, 8 Uhr. Sonntags 4, 6, 8 Uhr. ItTfAl atierueaeiv P�ÜLÄST Nadja Leiko in Die Frau xxnKäfi� vcmlidiinsKohe s, 6*f,r*s Obskparzetle! Auswnft Pavillon, Bahnhof Bir dorf. Mm* Weinstuben Am IJnterjrrnndbalinhof Stadtpark Innfebracker Straße 43.* I Seltene Weine Künstler- Konzert. I 3095)* ™ tkv ferien-DanipIer-Extrafatirten von der Schillingsbrücke ____ nach Wernsdorter Schleuse. Täglich auch Sonntags Abfahrt vorm. 9 Uhr. Panl Schwedler, oÄÄi Nur noch bis Sonnabend, 19. Juli, täglich zahle ich ausnahmsweise hohe Preise für MS-diM (auch für gänzlich zerbrochene alte Teile). 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K i r c h b a c h, Oesellschtft m. b. H., AlexanderstraBe 45(am Alexanderplatz, gegenüber Tietz)(9—71 Glänz. Erfolge! Beobachtg. Sonnt 10 12. Bekanntmachung. Gemäß§ 5 der Verordnung des Magistrats Berlin über Lebensmittelkarten vom 18. Oktober 1916 wirb für den Gemeinde» bezirk der Stadt Berlin bestimmt: 1. Auf Abschnitt c 9 der Einfuhr-Zusatzkarte der Stadt Berlin entfallen Ali@10» oDiUniiiies ieimeM oder 250@rii» inlMifiües VelWWl nach Wahl des Bezugsberechtigten. 2. Der Äleinhandelsverkaufspreis beträgt für das auf Ab» schnitt C9 auszugebende ausländische Weizenmehl O,4Ä M. je l/z Pfund, für inländisches Weizenmehl(94 prözentiges) 0,1« M. je l/z Pfund. 3. Unter Ausschluß nachträglicher Annahme ist der Bor» anmelde-Adschnitt>n der Zeit vom Sonnaheud, den Ig. bis zum Dienstag, den 22. In« 1919, bei den Zkieiil. Händlern abzugeben. Die ZkleinHändier habe» diese Abschnitte am 23. Juli 1919 bei den Großhändlern abzuliefern. Mit dem Verkauf des ansländischen Weizenmehls wird einige Tage späie: begonnen werden. Nicht abgeholte Ware verfällt mit dem 3L Juli 1919. 4. Das inländische Weizenmehl kann gegen Abgabe des ganzen Abschnittes L S der Einfuhr-Zusaßlartc ahne Voranmeldung sofort in den durch entsprechende Plakate kenntlich gemachten stlcinhandeisgeschästen enlnommen werden. Nach dem ZI. Zuti 1919 wird inläadischss Mehl auf Abschnitt L 9 nicht mehr ausgegeben. 5. Die mit dem Verlaufe de» Inlandsmehls neben dem Auslandsmehl beauftragten Kleinhändter sind verpflichtet. die für das inländilcho Mehl entgegengenommenen Abschnitte C 9 der trtnsnhr-Zusahiarte im Beisein des Bubliknms mit Blaustift zu bnrd>stre!chen. Die für das miändische Mehl entgegengenommenen Abschnitte C 9 der Einfnhr-Iusaßkarte sind getrennt oon den Mehlabschnttken »er Brotkarte am Donnerstag, den 3t. Znii 1919, an die Brotkommission abzuführen. Hinsichtlich der Abgabe der Mehlabschmtte der Brotkarte verbleibt es bei den bisherigen Bestimmungen. 6. Die ordnungsrnähige Ausgabe des Mehls in den tlleinhondetsgeschSsken mir»»ontrotkisrl. Hinsichtlich der Ausgabe de» Mehl» verbleibt es bei unserer Bekanntmachung vom IS. Mol 1919. Die Kleinhändler, die das reine ausländische Mehl etwa zurückbehalten, vermischen oder oertouschen, oder aber Restbeslände unbefugt vermenden, haben unnachsichttlch die Schliehnug des Betriebes zu gewärtigen. Im übrigen sinden, sofern nicht andere Vorschriften schmerere Strafen aussprechen, die Strafbestlmmnngen de» S 10 der Verordnung des Magistrats verlia vom IS. Oktober ISIS Anwendung. Berlin, den 16. Juli 1919. Magistrat. Abteilung für Nährmittel. Tgi. Nr. 4640 Nä. V Die Stadtverordnetenversammlung hat nach beretts erfolgtem Ablauf der Amtszeit des gegenwärtigen Inhabers die Ausschreibung der Stelle des Ohkrdurgmistkrc der Statu Offenbach a. Main zur alsbaldigen Reu- besetzung betchlofTcn. Die Wahl erfolgt nach den Bestimmungen der hesst. scheu Städteordnung durch die Stadtverordnetenversamm» hing auf 12 Jahre.— Die Feslseßnng des Gehalts muß vor Abhaltung der Wahl erfolgen und soll zunächst der Vereinbarung mit den Bewerbern vorbehalten bleiben.— Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung sind gesetzlich gewährleistet.— Die einschlägigen Bestimmungen der Städteordnung lännen durch Bereinbarung ergänzt werden. Juristische Borbildung ist nicht erforderlich.— Die Bewerber müssen erfolgreiche Tätigtest in der Staat,- oder Gemeindeverwaltting oder in tansmännischen, industriellen oder ähnlichen Großbetrieben oder voltswirt- schastliche Befähigung und Tüchttgkeit nachweisen. Meldungen sind ti» zum 1. August 1919 an den Oberbürgermeister der Stadt Offenbach a. Main einzn» reichen. Offenbach a. M.. den IL Juli 1919. 82/3» Ter Oberbürgermeister: Z. B.: P a r t h, Bürgermeister. Ein xroKer Rosten Leder-Scluihseiikei billigst zu verkanten. 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