Nr.370.36.Iahrg. Bezugspreis: V-erttljährl.»,— Ml. monatl. 8,— Sit frei ins Hau», voraus zahlbar. Post- dezug: Monatlich Ml.«jfL Au- ktellungsgeblihr. Umer Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 62S Ml. für da» übrige Ausland lO 25 Ml. bei täglich einmal. Zustellung S 25 Ml Poftbestellungen nehmen an Dänemark, Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitung»-Preisliste. Der„Bormärts" mit der Sonntag«- beilag?»Volt u. Zo.st' erscheint Wochen» läglich zweimal. Sonntag, einmal Telegramm-Adresse:' .Sozloldeinatral Saelw«. Abend-Ausgabe. Derlinev Nolksblkltt. IS Pfennig) Anzeigenpreis: Vi, achigelpaliene Nonoareillezeil» loste! IL» MI.«leine Anzeigen-, da» iengedruckt» Morl 5b Psg.(zulässtg 2 iiNgedruckr» Wonef ledes weiter» Wort 25 Vfg Stellengesuch» und Schlasstellenanzeigen da, erste Wort «0 Vfg. lede» weiter, Wort 20 Psg. «ort, über t5 Buchstaben zähle» für zwei Wort«. Teuerungszuschlag 50%. Famllien- Anzeigen, politisch? and gewerkschaftliche Vereins» Anzeigen 12v Ml die geile Anzeigen süt dl, nächste Nummer müssen bis ä Uhr nachmittag» im Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Liudenstratze 3. abgegeben werdeu. Seöffnei von S Uhr früh bis d Uhr abends, Zcntralorgan der rozialdemokratlfchen parte! Deutfcblanda. Neüaktion unö Lxpeöttion: SV). HS, Änüenstr. Z. aernsp, rcher: Am» Morivplah, Nr. ISlSV—»Slit?. Dienstag, den 2Ä. Juli 1919. vorwärts-verlag S.m.d. tz-, SA). öS, Linüenftr. 3. Fernsprecher: Amt Morittpla«, Nr. 117 5Z— 54. Nach den Tumulten. Die Enttäuschung. Wir müssen auch einmal aussprechen waS ist: Die Hoffnung, oaß das Proletariat der ganzen Welt sich am 21. Juli wie e i n Mann zu einer gewaltigen Demonstration gegen den Tchmach- und Bergewaltigungsfrieden von Versailles er- heben würde, hat sich nicht erfüllt. Außer in Italien ist es in keinem der zur Entente gehörigen Großstaaten zu irgendeiner nerinevswerten Detnonstration, geschweige denn zum General» streik gekommen. England und Fransreich haben völlig versagt. Was nützt es dem gegenüber, wenn sich die deutschen Prole. tarier von den Unabhängigen in einer Anzahl Städte zum Generalstreik haben treiben lassen? Wir Deutschen sind nun einmal— das muß offen ausgesprochen werden— bei dieser Demonstration das wertloseste Glied, weil es für die Opfer eines Gewaltfriedens wirklich kein Verdienst bedeutet, gegen die r'cderdrückenden Bestimmungen zu demonstrieren. Wir sind ja die, auf deren Stimme man nicht gehört hat. Das deutsche Proletariat könnte sozusagen Bäume ausreißen vor Wut und Entrüstung, dadurch würde der Frieden doch um kein Haar anders. Es hatte also gar keinen Zweck, wenn das deutsche Proletariat sich bei dieser Demonstration in den Vorder- gri'nd dränat, indem es seine verzweifelte Lage durch den Gene« rolsireik noch verzweifelter gestaltete. Es genügte vollkommen. wenn es nach dem Plane der MehrhcitSpartei handeln, durch eine Kundgebung ohne Arbeitseinstellung den Brüdern jenseits der Grenzen die Sympathie ausgedrückt hätte mit dem Zuruf: „Wir fühlen mit euch, wir reichen euch über die Grenzen die 5>and. aber wir sind ohnmächtig, nur ihr könnt es schaffen, nur i h r könnt die imverialistischen Beherrscher der Welt auf die Knie zwingen." Eine solche Sprache wäre allerorten ver- standen worden Verdienst, eine moralische Tat bedeutete der General- streik nur in den Ländern des Sieges, wo er sich gegen die tnumphberauschten Imperialisten und Weltbc- Herrscher gerichtet hätte. Wer g e r a d e d o r t ist ein v ö i- l i g e s Versagen zu konstatieren. Die französischen Ge- nosien hatten den Generalstreik von vornherein auf ein rein wirtschaftliches Gleise geschoben, in ihrem Generalstreis-- beschlüß stand nichts vom Versailler Frieden. Dagegen genügte ihnen eine drohende Geste Clemenceaus, um den Streik abzusagen. In Engwnd ist es erst gar nicht erst zum Generalstreikbeschluß gekommen. So haben denn nur die Unterlegenen ge- streikt, nicht die Sieger. Eine etwas Peinliche Tatsache. für die ursprünglich auch der Zentralvorstand der Un- abhängigen Verständnis gehabt bat, als er nach München die Anweisung gab, nicht zu streiken, denn die Verhältnisse in den Ententeländern träfen für Deutschland nicht zu. Die ..Freiheit" bestreitet das zwar mit der Angabe, daß der Be- schluß der unabhängigen Parteileitung schon am 15. Juli gefaßt worden sei, daß also das Münchener unabhängige Organ nicht am 17. Juli eine entgegenstehende Ausforde- rung derselben unabhängigen Parteileitung bringen könne. Das ist kein Widersvruch.(Denn in dem ersten unobhän- aigen Aufruf stand kein Wort von ArbeitSruhe.) Diese bat sich erst einige Tage später als unerläßliches Demonstrations- mittel eingefunden. Die unabhängige Parteileitung kann sich also noch am 15. Juli sehr wohl gegen Streik aus- gesprochen haben. Außerdem ist doch nicht anzunehmen, daß das Münchener Blatt der Unabhängigen ein? Aufforderung ihrer zentralen Leitung fälschen könnte. Mit dem„Irrtum" der„Freiheit" ist die Münchener Enthüllung also auch nicht aus der Welt geschafft.. � m„ Tatsache bleibt, daß nur in Deutschland auf Veranlastung der Unabhängigen in einer Reihe von Industriestädten Teile der Arbeiterschaft durch Arbeitsruhe demonstriert baben. In den Ländern der Entente marschieren die Massen der Völker noch hinter den Fabnen der Sieger einher. Auch erhebliche Teile der Arbefferschaft. Das wird sich erst allmählich ändern. Erst n a ch u n d n a ch ist die Internationale wieder aufzurichten. Es gilt zähe unermüdliche Arbeit. Es gilt, die ��jtjchen und intellektuellen Verheerungen des Krieges all- mansch zu überwinden..Heute sind wir noch nicht io weit. nicht in fünf Monaten auf, was fünf Jahre ver- wustet haben. Will man aber an den Aufbau gehen, dann hat man sich vorerst �Z��rstehen. Nickt aber sich vorerst;» b e k ä m p- fen Nocb weniger mit Stuhlbeinen und Bier- 5. J/-• Andersdenkenden einzudringen, wie die cknab. angraen es zur Wrih? des Demonstrat'onstages in �ev.in üewn haben, cik haben durch ihre Gewalttaten diesen Tag g e i w an d e t, und fie werden an dieser Schande noch �„ge und schwer zu tragen haben Wir anderen wollen an den Wiederaufbau der Jnter- nationale gehen. In ernster geistiger Arbeit, in eindringendem gegenseitigem Verständnis und in Bruderliebe, statt in Bruderhaß. Tann werden die Tage nicht fern sein, an denen der un- abhängige Nebel fällt und die Sonne der internationalen Solidarität cmfs neue und stärker als vorher leuchtet. Die Tumulte im Gewerkschastshause. Das Schuldgeständuis der„Freiheit". Als Referent der Versammlung im Gewerkschaftshaus er- kläre ich: In chrer heutigen Morgenausgabe versucht die„Freiheit" die unglaublichen Roheitsszenen, die gestern von ihren Anhängern im Gewerkschaftshaus aufgeführt wurden, kaum noch zu bemänteln. Was sie zur Entschuldigung.schreibt, ist absolut hinfällig. Zunächst heißt es in einer allgemeinen Betrachtung der,.Freche ic" über die Versammlungssprengungen: „Soweit die Redner der Rechtssozialisten sachlich sprachen, wurden sie ruhig angehört. Als sich einige jedoch zu Provokationen der Versammlungsteilnehmer der Ver- sammlungsmehrheit hinreißen ließen, kam eS zu stürmischen Unterbrechungen, die schließlich in mehreren Fällen die Redner zwangen, ihre Vorträge vorzeitig abzubrechen." Hierzu konstatiere ich: Ich habe im GewerkschaftShaut, soweit ich im Tumult zu Wort kommen konnte, auch nicht ein««in- zige protrokettorische Aeußerung getan. Meine Aus- iührungen bestanden einzig und allein darin, daß ich die Versamm- � lungsieilnehmer zur Ruhe beschwor und ihnen klar zu machender- ! suchte, wie wenig ein Bruderkampf de? Proletariats der Bedeutung und dem Zweck des TageS entspreche. Hierauf antwortete allerdings � ein Teil der Radaumacher mit höhnischem Gelächter! Die„Freiheit" schreibt nun allerdings, die Versammlung habe mich speziell nicht hören wollen, weil ich„einer der wüstesten Krieg?- Hetzer" gewesen sei. Dieser verleumderische Vorwurf ist schon ein- mal in der„Freiheit" von Dr. Rudolf Breitscheid gegen mich erhoben worden. Ich habe daraufhin Beweise verlangt und Dr. Breitscheid aufgefordert, aus den während de- Krieges unter meinem Namen veröffentlichten Schriften und Artikeln mir auch nur eine einzige kriegshetzerische Aeußerung nachzuweisen. Herr Brettscheid hat darauf nur geantwortet, daß er sich nicht die Mühe genommen habe, meine schriftstellerische Tätigkeit zu verfolgen Ich richte heute an die„Freiheit" zum zweitenmal die öffentliche Aufforderung, ihre niederträchtige Verleumdung zu be- weisen. Dabei will ich aber bemerken, daß andere Unabhängige allerdings meine schriftstellerische Tätigkeit während des Krieges sehr genau verfolgt haben, indem unabhängige Blätter— wie z. 23. das„Hallesche Volksblatt"— mit besonderer Vorliebe meine Kriegsschilderungen nachdruckten, in denen ich als erster in Deutschland versucht habe, dem deutschen Volke einen Begriff von dem wirklichen Aussehen des Krieges, von den un- erhörten Leiden und Strapazen des«infachen Sol- baten zu geben, in ähnlicher Weise— werrn auch mit geringerem schriftstellerischen Können— wie Henry Barbusse in seinem be- rühmten Buch„l-e feu" in Frankreich. Die„Freiheit" behauptet dann, im Gewerkschaftshause hätten die Unabhängigen die Mehrheit gehabt und deswegen da? Bureau für sich beanspruchen können. Erstens war das schon für den Saal sehr zweifelhaft, und zweiten? ging eS im Getverk- schaftshauS ähnlich zu wie die„Freiheit" von der Versammlung in K l i e m S F e st s ä l e n mit zynischem Behagen feststellt. Sie schreibt darüber: Schon eine Stunde vor der festgesetzten Zeit hatten die Anhänger der U. S. P. sich zu Tausenden eingefunden und vor dem noch geschlossenen Lokal Aufstellung ge- nommen. Als der Saal geöffnet wurde, war er im Augenblick bis auf den letzten Platz besetzt, wer später kam—und das waren in der Mehrzahl Rechtssozialisten— der fand keinen Einlaß mehr. Im Gewerkschaftshaus hatten die Unabhängigen ztvar mit ihrer Schar nur einen Teil des Saalz besetzen können, dafür hatten sich ihre Sprengkolonnen hier auch schon zwei Stunden vor Versamm- lungsbeginn eingefunden. Ohrenzeugen haben dabei gehört, wie jene ganz ungeniert sich über die Sprengung der Versammlung verständigte». Diese war als» von vornherein beabsichtigt. Mit dem Geständnis der„Freiheit" ist der volle Beweis erbracht, daß die Unabhängigen den Skandal planmäßig herbeigeführt haben und daß sie die volle moralische Bcrantwortung für alles trifft. Da verschiedene bürgerliche Blätter meine Verwundung in übertriebener Weise geschildert haben, so möchte ich hier feststellen, daß ich ,» dem Trommelfeuer der Bierseidel durch ein Wurfgeschoß � eine zwar stark blutende, aber sonst unbedeutende Schnittwunde an meinem kriegsverletzten Arm davongetragen habe. Einige der raoikalen Radaubrüder waren freilich mit diesem Erfolge nicht zufrieden, denn als ich nach der Sprengung der Versammlung ohn« Begleitung das Gewerkschaftshaus verließ, suchte auf der Straße ein bester gekleideter älterer Mann einen noch dort stehenden Haufen seiner GcsinuungSgenostca gegen mich zu hetze«. Ich er- klärte dem Feigling, daß ich f ü r« i n e n zweite» Fall Neu-j ring mich durchaus zur Verfügung stelle, im übrigen«ich vor Gewalt nicht fürchte, sondern mich nur für ihn und seine Genossen schäme. Tarauf ließ man mich passieren. Von den Unabhängigen wurde behauptet, daß der Revolver- schütze ein in Uniform befindlicher Postschaffner, der sich zur Mehrheitspartei bekannte, gewesen sein soll. Der Bericht der„Frei- h e i t selber gibt zu, daß der traurige Revolverheld«in a n d e. rer Mann gewesen ist, von dem ich selbst gesehen habe, wie ihm auf dem oberen Treppenpodest der Revolver abgenommen wurde. Dieser Mann aber gehörte zu den Bersammluugssprengcrn. Wahr ist nur, daß einige der unabhängigen Hetzer, um d:e Schuld von sich abzuwälzen, nachher der Menge den Briefträger als den Schuldigen bezeichnet«, und daß dieser völlig unschuldige Mau» von der aufgehetzten Menge barbarisch verprügelt wurde. Erich Kuttner. » Zu der Schießerei erhallen wir noch von anderer Seite Mit- teilung darüber, daß der 1 mißhandelte Postbeamte, der von Ver- sammlungsteilnehmern beschuldigt wurde, geschossen zu Häven, � hierfür nicht in Frage kommt. Er selber wurde, auf dem ■ Podjum stehend, von Bierseideln getroffen, die ihm � mehrere Kopfwunde« verursachten. Die Personen, die ihn zur � Wache führten, untersuchten ihn sogleich auf Waffen, fanden aber nichts bei ihm vor. Der 21. Juli im Reich. Kiel, 22. Juli.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Hier ist der gestrige Tag durch vollkommene Arbeits ruhe bc- gangen worden. Di« Vertrauensleute sowohl unserer Partei al? auch die der Unabhängigen hatten entsprechend einstimmige Beschlüsse gefaßt, denen restlos Folge gegeben wurde. Alle Werften, Fabriken, alle Verkehrsmittel/Dampfer, Straßenbahnen waren still- gelegt, alle Läden, Geschäfte blieben geschlossen, nur die Gastwirte konnten bis 2 Uhr mittags arbeiten, um den Betrieb in deu KriegS- küchen und Krankenhäusern sicherzustellen. An der Kundgebung unserer Partei, die in einem riesigen Demonstrations- z u g e und einer Massenversammlung unter freiem Himmel bestand, beteiligten sich etwa 1(1 Mg Personen; an der Kundgebung der Un- abhängigen beteiligten sich etwa 3000-— 1000 Personen. Tie Kundgebungen fanden getrennt statt. Am Grabe der Revo- lutionSopfer vom 3. November wurde von unserer Partei ein riesiger Kranz niedergelegt. Alle Veranstallungen verliefen ohne jeden störenden Zwischenfall. München, 22. Juli. Der gestrige Tag ist in München voll- kommen ruhig verlaufen. Entsprechend den Beschlüssen der beiden sozialistischen Parteien wurde i« allen Betrieben ge- arbeitet. DaS Organ � der Unabhängigen„Der Kampf" tritt mit folgenden Worten noch einmal gegen den Streikgedanken auf:„Wir können die Acbeiter in den Ententeländern nicht dadurch unter- stützen, daß wir uns inmitten rücksichtsloser reaktionärer Willkür mit einer vollkommen aus dem Rahmen der revolutionären Eni- Wicklung in Deutschland gefallenen konfusen und wirkungslosen Aktion gegen den Friedensvertrag von Versailles wenden, einer Aktion, die lediglich Wasser auf die Mühlen der Nationalisten und Chauvinisten treiben würde. wer hat geloßen! Unabhängige Blätter beschuldigen einander der Fälschung. Die„Freiheit" schreibt in ihrer heutigen MorgenauSgave: Ter„Vorwärts" druckt aus unserem Münchener Parteiblatt „Ter Kämpfer", vom 17. Jpili, eine angebliche Zuschrift der Z e n t r a l I e i t u n g d c r U. S. P. D. ab, in der gesagt wird, daß eine Aktion der U. S P. D. für den 21. Juli nicht beabsichtigt sei; ein Grund für einen Demonstrattonsstreik lieg« nicht vor. Demgegenüber stellen wir fest daß eine solche Zuschrift unserer Parteileitung nicht erfolgt ist und nicht erfolgen konnte, da der Aufruf der Parteileitung, der zu der Kundgebung ans- forderte, bereits am 15. Juli beschlossen war und im Morgcnblatt der„Freiheit" am 16. Juli erschienen ist. Damit beschuldigt also das Berliner Organ das Münchener Organ der Unabhängigen einer schier unglaublichen Fälschung. Denn wenn die Darstellung der„Freiheit" richtig ist, so müßte das Münchener unabhängige Parteiblatt den Brief, der unabhängigen Parteileitung glatt erfunden, d. h. ge- fälscht haben. Es ist ja bezeichnend, daß die„Freiheit" ihr eigenes Bruderorgan einer solchen Handlungsweise für fähig hält. aber wir urteilen hier doch milder. Wir glauben nicht, daß der Brief gefälscht ist. sondern daß er existiert und daß die„Frei- heit" nur nichts von ihm weiß. Die Beweisführung der „Freiheit" ist nämlich nicht stichhaltig. Der Brief der Parteileitung der U. S. P. ist in München am 17. Juli«st im Druck ver« ö f f e n t l l ch t worden, woraus klar hervorgeht, daß der Brief selber älteren Datums ist. Es wird doch schon notwendig sein, daß die unabbflt-',,» Parteileitung selber sich zu der Sache äußert D:e �Verbe/Ierung� Sss Zrleüensvertrages. Ein Antrag im Unterhaus. Im Nnterhauie brückte— wie N e u te r meldet— Bottom» le h bei der zweiten Lesung des FriedensvertrngeS einen Ver- besserungSantrag ein, in dem das Bedauern darüber ausgeiprocken wird, dah der Friedensvertrag Deutschland nicht bestimmte bindende Verpflichtungen auferlegt, Großbritannien seine gesamten Geldausgaben für den Krieg �n ersetzen. In seiner Antwort auf die Debatte verteidigte Lloyd George verschiedene Bestimmungen des Friedensvertrages und erllärte, Großbritannien habe sich beträchtliche Kompen» s a t i o n e n gesickert, obwohl es unmöglich, gewesen sei, die gesamten KriegStosten zurückzubekommen. Es sei nicht möglich, den Betrag für die EntickSdigung und Wiedergutmachung festzusetzen, da die Kosten für die W i« d e r h e r st e l l u n g Z- arbeiten gegenwärtig noch nicht festgesetzt werden konnten. Lloyd George verteidigte ferner die territorialen Neu- Regelungen und die Deutschland auferlegten militärischen Bedingungen. Er betonte, daß auf der ganzen Welt der Wunsch bestehe, der Dienstpflicht ein Ende zu machen und sprach die Hoff» ming aus, daß Groß-Britannien Ende lDlS durch freiwillige Rekrutierung alle die Streitkräfte haben werde, die not- wendig seien, um die über die ganze Welt verstreuten britischen Interessen zu schützen. Verbesseruugsantrag, so lesen wir. aber wa? enthält er? DaZ ausdrückliche Bedauern, daß man nicht noch mehr aus Deutsch» land herausgepreßt hat. Und Lloyd George sieht sich tatsächlich zu einer Ents chnldigung verpflichtet I Wenn's nicht so ernst wäre, könnte man lacken. Sollte diese.Besserung' schon die erste Folge der.Berliner Wellrcvolution' vom 21. Juli sein? » Der Friedensvertrag wurde in allen Lesungen, nachdem die irischen Nationalisten als Protest gegenüber der Haltung der Negierung in der irischen Frage eine Abstimmung verlangt hatten, mit 1S3 gegen 4 Stimmen angenommen. Die den englischen Vertrag betreffende Vorlage wurde in sämtlichen Lesungen ein» stimmig angenommen._ Oeutsth-englischer postverkehr. Reuter teilt aus Londou mit, daß jetzt wieder P o st für Deutschland angenommen wird. die Koh!en!ieferunxen an Frankreich. Deutsch-franzöfische Besprechungen. In Versailles fand eine erste Besprechung zwischen den Vcrtietcrn der alliierten und assoziierten Regierungen und Vertretern der deutschen Negierung und beut- scheu Sachverständigen über die K o h l c n l i e f e- r u n g e n statt, die Deutschland gemäß Anlage V zu Art. 236 des Friedensvertrags an die Entente zu leisten hat. Die deutschen Delegierten legten die gegenwärtige Kohlenlage Deutschlands dar, aus der sich ergibt, daß die Abgabe von Kohlen an die Entente unter den gegenwärtigen Verhältnissen die s ch w e r st e Gefährdung, ja unter Umständen den alsbaldigen Zusammenbruch des deutschen Wirtschckfts- lobcns nach sich ziehen muß. Die alliierten und affoziierten Regierungen verlangten die Vorlage eines Planes über die Teutschland vom September ab etwa möglichen Liefe- rungen. Die Verhandlungen werden am Donnerstag fortgesetzt werdelt._ Der abgesagte Generalfteeik in Kraakreich. Clemenceaus Drohungen. PersaillcS, 21. Juli. Der Nationalrat der franzö» fischen Gewerkschaften trat heute vormittag auf Einladung des Verivaltungsvates der Eompagnie Generale du travail zu einer Sitzung zusammen, um die Frage des abgesagten General. st r e i k e S zu peüfsn. Laut.P o p u l a i r e" stellte der General- sckretär I o u h a u x fest, daß dieArbeitermassen n i ch t g e» neigt waren, der Streikauffordcrung so Folge zu leisten, wie man erwartet hatte. Ministerpräsident Clemenceau habe erklärt. daß er mit den schärfsten Maßregeln gegen Streikende vorgehen werde. Trotzdem wäre der Streit durch- geführt worden, wenn nicht in der Kammersitzung am Freitag klar zutage getreten wäre, daß man gegen die Teuerungskrise nachbrücklichst vorgehen wolle. Die Verhandlungen wurden auf den Nachmittag vertagt. HollÄ'oüische Stimmen zum Serliner Streik. Der allgemeine Streik ein s?ehlschlag. »Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt zu dem Streik in Berlin, soweit dies ein Sympathiestreik sei, so werde gestreikt aus Sympathie für die Tatsache, daß der andere an der Arbeit bleibe! Soweit er jedoch eine Demonstration bedeute, so beweise er, daß die Berliner mit ihren internatio» nalen Ansichten allein dastehen, und daß die Sympathie, die sie für die französischen, englischen usw. Prolelarier empfinden, keineswegs erwidert wird. Das Organ der nieöerläudischen sozialistischen Arbeiterpartei „H e t Volk' stellt fest, daß wie in England. Frankreich und Italien so auch in Holland der für den heutigen Tag anberaumte allgemeine Streik ein Fehlschlag ist. Wien vor einer Kohlenkataftrophe. Wien, 22. Juli. fEigeuer Drahtbericht des„Vorwärts".) Wien steht vor einer vollständige» Kohleukatastrophe. Die Elektrizitätsversorgung wird, wenn uicht schleunige Hilfe eintritt, in diesen Tage» vollständig eingestellt werden müssen. Die Kohlenzufuhren aus der Tschccho- Slowakei, aus Deutschland und aus Polen sind ausgeblieben. Oesterreich selbst verfügt nur über eine äußerst geringe Steinkvhlcnprvduktion in Steiermark, die für die Eisenhütten in diesem Lande gebraucht werden. Die Stadt Wien besitzt eigene Kohlenbergwerke, die aber an der niederösterreichisch.ungarischeu Grenze liegen, der größere Teil liegt auf ungarischem Gebiet und auch von dort kommen fast gar keine Kohlenzufuhrcu._ Zur öie Kriegs- unö Nvilgefangenen. Eine Aufforderung an die Regierung. Der dritte Vertretertag des.Volksbundes zum Schutze der 'deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen" und der„NeichSvereini- gung ehemaliger 5kriegs- und Zivilgefangencr' hat an die R e- g i e r u n g folgende Aufforderung gerichtet: „Der aus allen Teilen Deutschlands beschickte dritte Vertreter- tag fordert die Regierung auf, ihre Vertreter in Versailles zu veranlassen, mit der Entente unverzüglich wegen R ü ck s ü h- rung der deutschen Gefangenen zu einem Abschluß zu gelangen. Sollte dieser Abschluß an dem Widerstand der Gegner scheitern, so erwarten die Vertreter des..Volksbundes' und der „Reichsvereinigung', daß von der deutschen Regierung dieser offen- bare Vertragsbruch unzweideutig als solcher g e k e n n- zeichnet wird. Ter Bertrctertag verlangt, daß die Regierung Mittel und Weg« findet, gegebenenfalls unter Anrufung des neu- traten Auslandes, von den feindlichen Regierungen die Jnnehaltung ihrer übernommenen Verpflichtungen zu erzwingen." Kultusminister haenisth gegen öas Schul- kompromiß. Wie wir hören, steht der Kultusminister Haenifch nach wie vor auf dem Standpunkt, daß das Schulkompromiß undurchführ» bar fei. Das größte Hindernis für das Kompromiß sieht der Minister in der vorgesehenen konfessionellen Gliederung der Schule. Es sei geradezu paradox, den Gemeinden die Eni- scheidung über die konfessionelle Gliederung der Schule zu ül..- lassen. Bei den höheren Schulen sei das so gut wie unmöglich. Die borgesehene Ausbauschule finde hier die größten Hemmnisse. Es werde durch die einzelnen Bestimmungen des Kompromisse? geradezu der Gedanke der Einheitsschule vernichtet. Würde das Kompromiß durchgeführt, so würden sich die Schulen in den einzelnen Orten oerart voneinander unterscheiden, daß von einer Einheitsschule keine Rede mehr sein könne. Außerdem würden, wenn man den Gemeinden die Umgestaltung der konfessionellen Gliederung überließe, in diese Gemeinden die konfessionellen Kämpfe erneut hineingetragen werden. Eine große Gefahr für die Entwicklung der Schule bildet auch der Artikel 143 Absatz 2 des Schulkompromisses, der die Schulder- waltungen verhindert, ihre Schulweise so auszugestalten, wie es die EinheirSschule verlangt. Die Hauptwirkung des Kompromisses würde sein, daß die Schule der Stagnation verfällt. Be- sonders schwer würden durch das Kompromiß diejenigen Bundes- staaten betroffen, die heute schon ihre Schulweise in fort schritt! ich em Sinne ausgestaltet hatten, wie Sachsen, Hessen und Baden. Die Kehrseite öer Meöaille. Uns wird zum Schulkompromiß geschrieben: Die Artikel von Heinrich Schulz, und Richard Lohmann verdienten volle Zustimmung, wenn es sich wirklich um eine deutliche, wenn auch provisorische Regelung bandelte. Leider kann ich den Optimismus der Verfasser nicht teilen, ja ich behaupte, daß diese Zugeständnisse vom Zentrum in der be- wußten Absicht gemacht sind, die Partei zu täuschen. Es han- delt sich für das Zentrum doch darum, unberührt von jeg- licher Sentimentalität vaterländischen Empfindens, in dem großen Zusammenbruck die eigene Stellung, d. h. in erster Linie daS Kirchenvermögen, zu retten. So hat es ein leb- Haftes Interesse an'den Gebieten, wo seine großen Liegen- schasten sind, diese dem Staatsverband zu entziehen, damit sie nicht von der Sozialisierung erfaßt werden, damit man nicht auf den teuflischen Gedanken kommt, die Milliarden kirch- lichen Vermögens der Allgemeinheit nutzbar zu machen. Ich bin den Beweis für den Täuschungsversuch schuldig. Das Zentrum erkennt die weltliche Schul« an. Das kann es gar nicht, denn es setzt sich damit in strikten Gegensatz zur eigenen Kirche, zu den klaren Entscheidungen des Papstes. In der Canisius-Enzyklika vom 1. August 1897 heißt es: „Wer also den Unterricht so einrichtet, daß er in keinem Zu- sammenhang mit der Religion steht, der verdirbt die Aussaat selbst des Schönen und Anständigen, der wird nicht das Wohl des Staates, sondern Untergang und Verder- ben des mensch lichen Geschlechts bereiten",(du- maul xenans pestern ac perniciern parabit.) Gibt das Zentrum jetzt also die entgegengesetzte Zusiche- rung, so tut es etwas, das es nicht halten kann oder baldigst widerrufen wird mit einem höflichen Achselzucken:„Der heilige Vater gestattet es nicht" Aehnlich liegt die Sache in allen Fragen der Soziali- sterung: Leo XIII. erklärt in der Enzyklika„viuturoum illuck" vom 29. Juni 1881:„Aus jener Ketzerei"(dem Luther- tum) entstand das sogenannte neue Recht und die Volks- Herrschaft und jen« maßlose Zügellos igkeit. die die meisten nur für„Freiheit" halten. Von diesen kam man zu den letzten Seuchen(poatas), nämlich zum Korn- munismus. zum Sozialismus, zum Nihilismus, den veroo- scheuungswürdigsten und fast tödlichen Verbrechen der bür- gerlichen Gesellschaft(aivills daminaw kocielalis rg> terrirna portenta ac paene funera)." Und ähnlich heißt eS im SyllabuS Papst Pius IX. 1864:„Sozialismus, Kam- munismu?... derartige Seuchen..." Kann man da glauben, daß es dem Zentrum mit der Zustimmung zu den großen Steuer- und Wirtschaftsgesetzen ernst ist? Und erleben wir nicht schon, daß den Finanz- reforinen Erzbergers die süddeutschen Staaten widersprechen, will sagen, daß Zentrum gegen Zentrum steht? Do�s Zen- irum dient jedem Staate, gleichgültig, welche Verfastung er hat, ob es sich um Monarchie. Republik oder sonst eine Form handelt(nur nicht Volksherrschaft y- Imperium populäre!):' heißt es doch bei Leo XIII:„Warum soll nämlich der Kirche Die berliner yochsthule für Musik. Arn 1. Oktober verläßt Hermann Kretzschmor seinen für l.e musikstudierende Jugend BerkinS außerordentlich wichtigen Lehrposten cm der Universität und an der Hochschule für Musik. Wer sein Nachfolger im Ordinariat für Musikgeschichte wird, interessiert die weite Oessentlichdett zunächst weniger; man wird es allerdings schwer haben, nach Riemanns Tode vmen Mann auf diesen wertragend-n Posten zu berufen, der auch nur annähernd Kr-tzschmarS Können und L-hrtatent besitzt. Immerhin: Arnold Schering oder Peter Wagner wären hier schon in Ehren zu nennen, auch als Leiter des Instituts für Kirchenmusik. Wesentlicher aber ist die Reubesetzung des DirettorpostenS an der Hochschule. Denn diese Akademie, einst eine Zierde für daS musikalische Deutschland. eine Stätte, zu der unter Joachims Führung Tausende aus dem In- und Ausland pilgerten, ist— das muß gesagt werden— unrer Kretz schrnar nicht aus jener erhöhten Stufe und Wertigkeit stehen- geblieben. Die Riesenarbeit, die den Schultern des einen seltenen Mannes Mgemudet war, konnte selbst oin Herkules nicht leisten. Voll von anderen, eigenen Arbeiten und Ideen, konnte sich K. der Leitung nur in beschränktem Maße widmen. Die persönliche Note der Lehrenden war nicht mehr zündend genug, um den Versall des Instituts aufzuhalten. Auch von der hehrsten Tradition kann solch eine Akademie nicht ewig leben,«S fehlt und fehlte der künst- lsrische, der organisatorische G«st des Neuen, dem gerade die besten der hier wirkenden Musiker nicht recht Platz und Geltung ver- schafften. Der Ruf der Rückständigkcit war nicht nur ein Tadel der Modernsten: den StA und Sinn einer neuen Generation hatte die»inst königliche Hochschule mcht bcgrissen. Da ist Wandel zu schassen; Wandlung an Haupt und Gliedern. Die Hochschule muß wieder eine Kunstzentraie nicht nur für Berlin, sondern weit ausstrahlend für die verschiedensten Kunstzweige in ganz Deutschland werden. Daß solche Aenderung gelingt, dafür ist die Wahl de? kompetenten Direktors notwendigste Voraussetzung. Denn er bestimmt Richtung und Tragfähigkeit d«S Hauses. El wird gut und notwendig fein, ihn so zu wählen, daß daS Schwer- gewicht seines Wirkens«ben die Verwaltung der Hochschul« ist. Nebenamtlich kann hier eine fruchtbri uzende Funktion nicht ausgeübt werden. Schon werden Namen genannt, hochklingende und kegrüßenZirerte. An keinen von ihnen wird der Ruf ergehen dürfen, ohne daß man sicher ist: der angebotene Direktorposten wir» dem Kandidaten freudig ergriffen« Lebensaufgabe sein. Mit einem anstrengenden Lehrberuf oder einer vorwiegenden Kompositronstätigkert läßt sich das Amt eines solchen Führers der kürrftigen Musikgröhen nichr vereinigen. Die Jugend verlangt Leiter, die ihr stets und zu jeder Stunde fördern? zur Hand sind, Führer, die einem klassischen und einem modernen Geschmack die «echten Weg weisen, die Talente nicht in Fessel» der hergebrachten Formel bannen, sondern mit Takt und Spürsinn auch dem ab- surden Most zur Weinroise verhelfen. Ordnung, Tatkraft, Organisation und künstlerische Kultur hu not. Die Namen, die unter Eingeweihten kursieren, sind best akkreditierte: Hausegger, Siegfried Ochs, Georg Schumann. Hausegger: ein Führer der Modernen, die in charaktervollem Glanz, nicht in Spekulation ihre Wurzeln hat. Siegfried OchS: der sprühendste und suggestivste Kopf unter den reproduzierenden Künstlern und sicher der hervorragendste Organr- sator, den Berlin hat. Schumann: der auf klassischem Boden stehende, gemäßigte Elektiker der zielbewußte und umsichtige Leiter der Singakademie. Drei Namen, drei Künstler, drei Sterne. Be- vor die Würfel fallen, wird ein jeder, der etwa zur Wahl bestellt wird, sein Programm entwickeln. Und der Radikalste soll uns der Willkommenste sein, weil nur der Umsturz hier Segen uud Blüte schassen wird. 15. 3. Zwangsvorstellungen. Es begegnet wohl jedem Menschen gelegentlich, daß rhn eine Vorstellung, sei eS eine Melodie oder ein Vers, immer wieder befällt und sich ihm so aufdrängt, daß er gar nicht davon loskommen kann. Auch das ist nichts Ungewöhnliches, daß man plötzlich unsicher wird, ob man, wie man es wollte, die Türen der Wohnung rickt-g ver- schlössen hat, ob man den Gasbahn zugedreht oder das elektrische Licht abgestellt hat. ob man nickt etwa Briefe tu falsche Umschläge getan bat usw. Das sind alltägliche Beispiele, die sich aber bei nervensckwachen Menschen oft in der merkwürdigsten Form zu krank. basten ZwangSvorstellunoen steigern, wie sie der Nervenarzt Dr. Tetzner im neuesten Heft der„Umschau" aufzählt. ES gibt barmloser« Formen, bei denen der Kranke sich gedrängt fühlt, nack gleichgültigen Dingen wie Namen zu suchen: dabei muß er manchmal mitten in der Nackt aus dem Bett aufstehen, um irgendein Zitat nackzuscklagen. Andere wieder werden von dem Zwange beherrscht, über tausend unfruchtbar« Ding: nachzugrübeln, sie fragen sick, wozu es die Menscken eigentlich gibt, wieviel Mon- scben täglick oder auch jährlick an ihrem Hause vorbeigehen usw. Bei vielen ci-ler Zwangsvorstellungen herrfckt das Angstgefühl vor. Solcke„Phobien" zeigen starke Erregunaszustände. Herzklopfen, Pulsbeickleunigung und SchwerßauSbruck Bekannt ist da?»Lampen. freber". Sehr unangenehm ist für den Befallenen die„Errötunas. anast". die Vorstellung, er könne erröten, wenn ein bestimmtes Ge- svräckstbema angeschlagen wird, und man würde daraus auf gewisse Vorstellungen bei ihm schließen; dies« Anast macht den Kranken immer verwirrter und ruft wirklick das Erröten hervor, das er ver. meiden wollte, und schließlich wagt er fick überhauvt nicht mehr in Gesellschaft. Andere Kranke vermeiden Theater und Konzerte, weil sie befürchten, sie könnten durch lautes Sprechen, Hurrarufen oder Feuerstbreien Anstoß erregen,»der autb. es könnte ein Brand aus- brechen, sie würden ohnmächtig werden usw. Auch eine unerträglich« Angst vor dem Stottern oder die Furcht, nicht gut schreiben zu können, kann veranlassen, daß flotte Rodner die Sprache verlieren oder gebildet« Menschen nicht schreiben können. Zu den Zwangsvorstellungen gehört die übergroße Angst vor Gewittern, Feuersbrünsten, Eisenbahnen, B'ückcn. oitencn Fenstern, Glasschoibon, Gift, Verunreinigungen, vor Tieren und Menschen. vor der Dunkelheit. Bekannt ist die„Platzangst", bei der der Kranke sich auf weiten Plätzen hilflos vereinsamt füblt und nicht imstande ist, sie zu überschreiten. Ihm ist, als dehne sich der Raum ins Unmdliche, als müsse er schwindlig werden oder ohnmächtig zu Boden stürzen, und wird er gezwungen, über den Platz zu gehen, so zittert er und bekommt Herzklopfen, während oft schon die San» eines dreijährigen Kindes oder die Berührung einer anderen Per- son mit der Spitz« des Stockes genügt, ihn von dieser Angst zu be- freien. Weitere Formen zeigen sich in dem Zwang, alle möglichen anscheinenden Schädlichkeiten für sich selbst und andere hinweg- räumen zu müssen. Auch Zwangshandlungen müssen solche Krank« leiden solckv Kranken unter der Angst, irgend eine auffallende oder Krankhei-Skeimen waschen oder alle Türklinken desinfizieren. Oft leiden solche Krank« unter der Angst, argend eine auffallende oder verbrecherische Handlung begehen zu müsien. Sie guält die Vor- stellung. sie könnten in Gesellschaft obscön« Worte oder während des Gottesdienstes Flüche ausstoßen, oder sie würden das Kind au» dem Arm die Treppe hinunterwerfen oder sich selbst aus einer» Eisenbahn zug stürzen. Alle diese ZwcmgSan triebe werden in Wirklichkeit nie aus- geführt, und die Kranken wissen es auch, daß sie niemals derartme» tun werden; trotzdem leiden sie schwer unter die-rr Angst. Da» Seiden ist heilbar, am besten durch ärztliche Anwendung der Hypnose, für die oft wenige Sitzungen genügen. Bei!xr körperlich arbeiten- den Bevölkerung fehlen diese ZwangSzu stände fast vollkommen, um» zur Heilung trägt auch die Auffrischung der Körper krä'te, dre lo.per- liche Beschäftigung sehr nüylich bei. Notizen. — Theater. Fritz Krenn von der StaatSoper in Wien. Margarete Schlemüllcr von der Brüsseler Oper und He.ene Fa.k vom Sradtiheatcr in Nürnberg wurden für die ,m Monat Augu,: in der Volksbühne am Bülowplatz ftaltfrnoenden Opcrnvor» stellungen verpflichtet. —„Schief-Levinche mit seiner Kalle". Unter diesem Titel kam im Verlag Hoffmann u. Campe 1818 e,a Roman von Hermann Schiff heraus, der heute vergessen ist. Ein komischer Roman. Jetzt soll er eine Wiederauserstebuug erleben. Der Verlag, der ihn einst zuerst in die Oeffenllichkeit führte, hat ihn sozusagen neu entdeckt und wird chn aberma.S herausbringen. Heinrich Heine war seinerzeit entzückt von dem Buch und sprang ihm literarisch bei. Er nannre ihn „Meisterwerk voll sprudelnden WitzeS",«in Buch, daS,„waS vis Hauptsache ist, das Verdienst hat, mich unendlich amüsiert>,u haben". Im Nebentitcl ist der Roman genannt„Polnische Wir:- schafr". — Eine deutsche Gesellschaft für angewandte Physik ist begründet worden. Vorsitzender ist Dr. Gehlhoff in Berliu-griedenau. nicht angenehm sein die Herrschast eines oder auch mehrerer, wenn sie nur gerecht ist und sich auf den allgemeinen Nutzen richtet". Es bekämpft ober grundsätzlich: Volksherrschast. Sozialismus und weltliche Schule. Wer glaubt nun noch an die Zuverlässigkeit der Zugeständnisse? Es sind nur Manöver, bis die provinzielle Selbständigkeit erreicht ist, der erste Schritt zur Auflösung des Reiches, das Zentrum wird dann die Zugeständnisse zurückziehen oder sonstwie illusorisch machen. Die provinzielle Selbständigkeit ist dann aber nicht mehr zurückzuziehen, das kostet Blut. Siegfried Kawerau. * Di« vorstehenden Ausführungen des Tenossen Ka- wcran sind schwarz in schwarz gehalten. Sie sind ein Pro- bukt des Sorge und der Furcht, nicht des Mutes und der Zuversicht in die sieghafte Stärke der eigenen Weltansch.m- ung. Gewih haben päpstliche Enzykliken ihre Bedeutung, aber sie besitzen keine Allgewalt. Andernfalls gäbe es über- Haupt keine Sozialdemokratie. Außerdem wird die praktische Durchführung des Schulkompromisses manche der Sorgen verscheuchen, mit denen Kawerau und andere sich heute noch herumtragen. Das Kompromiß überträgt die Entscheidung über die Art der Schule dem Willen der Erziehungsberechtigten, und zwar innerhalb der einzelnen Schulgemcinden. Die Schulgemein- den haben also das Recht, selbständig darüber zu entscheiden, welcher der Schularten die Fbren angehören sollen. Vor- gesehen sind religiöse Bekenntnisschulen, Simultanschulen und bekenntnisfreie(weltliche) Schulen. Die ÄuZführurig durch die Gemeinden denkt man sich so, daß in der einzelnen Gemeinde für die Erziehungsberechtigten ein Wahltag angesetzt wird, an dem jeder Erziehungsberech- tigte seine Stimme dahin abzugeben hat, welche der drei Schul- arien er wünicht. Es wird dann innerhalb der Gemeinden nach dieser Abstimmung die Schulreform der einzelnen Schulen nach dem Verhältnisvroblem gelöst werden. Stimmen, z. B. 40 Proz. der Erziehungsberechtigten für eine weltliche Schule, M Proz. tür eine katholisch-konfessionelle Schule. 40 Proz. für eine evan- gelisch-konfeffionelle Schule und 20 Proz. für eine Simultan« fcbule, so werden 40 Proz. der Schulen weltliche, 30 Proz. ka- tboliidv, 10 Proz. evangelische, 20 Proz. Simultanschulen sein. So wird also jede Weltanschauung in der Erziehung der Kinder zu ibrem Rechte kommen. Es wird sich aber nicht vermeiden lassen, in denen nur eine kleine Minderheit für eine bestiminte Anschauung zu haben ist, daß die Kinder oft einen weiten Schulweg zurücklegen müssen, um ihre Schule zu erreichen Trotzdem ist nach der Anschauung des Kompromisses dieser Umstand einem Zwange, eine Schule mit anderer An- schauung zu besuchen, vorzuziehen. Ter W a h l t a g soll alle fünf oder acht Jahre wieder- holt werden. Das vorgesehene, möglichst bald zu erlassende Reichs- schulgesetz soll kein Sperrgesetz sein, sondern sich auf Ausfüh- rungsbestimmungen beschränken, die eine gemeinsame Grund- läge der äußeren Form des Schulbetriebes geben. Eine so- fortige Lösung der Schulfrage durch die Gemeinden wird daher vorher schon möglich sein. Das Kompromiß überträgt sa die Entscheidung über die Art der Schule dem Willen der Erziehungsberechtigten. Auch der schärfste Gegner des Kompromisses muß zugeben, daß diese Regelung mit dem preußischen Schulunter- baltungSgesetz von 1906 nicht zu vergleichen ist. Die Bahn ist freigelegt für die bekenntnisfreie weltliche Schule. Es gilt, sie zu beschreiten und im freien Geisteskampfe dafür zu sorgen, daß die Erziehungsberechtigten sich allmah- lich von den Vorzügen der weltlichen Schule überzeugen und der Konfessionsschule den Rücken kehren. Nicht kleinmütig und verzagt, sondern vertvauenSvzll und siegessicher heißt es in die Zukunft gehen. Auch auf dem Gebiet der Schule. Sne ruhige Versammlung. Daß«S auch ohne Radau und Tumult geht, da? bewies die gestrige Versammlung der S. P. D. im Stadttheater Köpenick mit dem Thema:„Die Gewaltpolitik der Entente und die Jnter- nationale". Schon lange vor Beginn der Versammlung war der große Saal überfüllt. Der Referent, Genosse C a S p a r i, erinnerte daran, daß erst vor noch nicht zwölf Wochen das Prole- tariat in Deutschland für dieselben Ziele demonstriert habe wie am heutigen Tag«, nämlich für Weltfrieden und Völkerbund. Es ge- lang dem Referenten, die Zwischenrufe der Unabhängigen und der Kommunistischen Partei schlagfertig abzufertigen. Der Referent ging mit der Unabhängigen-Politik scharf ins Gericht, aber trotz aller Zwischenrufe gelang«s den Unabhängigen und ihrem An- hange nicht, die Versammlung zu sprengen. Genosse Caspari führt«, oft von minutenlangem Beifall der Anwesenden unter- brocken, aus, daß der Weg zur International« wohl über ein fozia- listisches Deutschland führe, daß aber ein sozialistisches Deutsch. land nur möglich sei durch die Einigung der deutschen Proletarier. Trotzdem die Möglichkeit gegeben war, in eine Dis. kussion«inzutreten, meldete sich niemand nach dem Vor. trage zum Wort. O Tie zum 21. Juli nach dem..Kaiserhof" m Zehlendorf von der S. P- D. einberufene Protcstversammluntz war auch von zahlreichen Kommunisten besucht. Diese versuchten zunächst vergeblich, durch Bureauwahl den Versammlungsvorsitz an sich zu reißen. Das Refe- rat des Genossen Umlauf wurde andauernd durch wüste Zwischen- rufe gestört und konnte nur unter ungeheurem Lärm zu Ende ge- führt werden. Ein Kommunist hielt als Diskussionsredner eine ver» hetzende Rede, in der er von den„Genossen" Lüttwitz und Hinden- bürg sprach. Nack ihm kam unser Genosse Matern zum Wort, von den Kommunisten mit lärmenden Zwischenrufen begleitet. Er appel. lierw an die Genossen, solidarisch Protest zu erheben gegen den unserem Lande aufgezwungenen Gewaltsrieden, dessen brutaler In- holt sick bauptsächlich gegen die deutschen Arbeiter und den SozialiS- muZ rickteten. Nachdem noch ein zweiter Kommunist ähnlich wie der erst« stch ausgetobt hatte, zerflückte der Referent in seinem Schlußwort die Au./uhrungen der beiden Hetzapostel. Die Abstimmung über die porgeichlagene Resolution blieb bei dem von den Kommunisten voll- führten Tumult zweifelhaft. » HeezermLble-Eisenspalterei. Die von den Anhängern der S. P. und der U. S. P. d. gemeinsam veranstaltete Versammlung aur dem Schutzenplatz verlies ohne Zwischenfall. Sie war joii zirka<00 Pctiontn besucht. Referent war Genosse Kemnitz- Berlin. Nach der Versammlung wurde ein Umzug durch den Ort veranstaltet. Nationalversammlung zu Weimar 63. Sitzung. Dienstag, den 22. Juli 1919, vormittags 10 Uhr. Am Regierungstisch Dr. David, Dr. Preuß, Schlicke. Die zweite Beratung des Verfassungsentwurfes wird mit dem Artikel 18 kTerritonale Gliederung des Reiche?) fort- gesetzt. Dazu li»gt ein Kompromißantrag Löbe(Soz.), Trimbor« lZentr.) und Heile(Dem.) vor. Nach diesem Antrag bedürfen Ge- bietsänderungcn oder Neubildungen von Ländern inner- halb des Reiches der Zustimmung der beteiligten Länder und einer Bestätigung durch Reichsgesetz. Stimmen die Länder nicht zu, so kann eine Neubildung durch Reichsgesetz(Ausschutzbeschluß: verfassungänderndes ReichSgcsetz) erfolgen, wenn die Bevölkerung dies will und ein überwiegendes allgemeines Interesse dies erheischt. Die Abstimn'.ung der Bevölkerung erfolgt, wenn ein Drittel der Wahlberechtigten des abzutrennenden Gebietes es verlangt(Ausschuß: Wenn ein Viertel der Wakilberechtigteu oder die Politik oder die Kommunalvertretungen ein Viertel der beteiligten Bevölkerung es verlangen). Zum Beschluß einer Gebietsänderung sind mindestens drei Fünftel der Stimmen aller Wahlberecktigten erforderlich Bei Abtrennung von BezirrSteilen ist der Volkswille des ganzen Bezirks festzustellen. Ein Streit über die Vermögens- auZeinandersetzungen wird durch den StaatSgerichtShof für das Deutsche Reich entschieden. Der Kompromißantrag will ferner in die UebergangS- bestimmungen einen neuen Artikel 164o aufnehmen, wonach die Bestimmungen des Artikels 18, die für den Fall gelten, daß die Länder nicht zustimmen, erst zwei Jahre nach Verkündigung der ReichSverfassung in Kraft treten. Durch den Kompromißanrrag find die meisten zur Beschlußfassung gestellten Anträge hinfällig geworden. Ein Antrag der Deutschnationalen will die Bestimmun- gen, die sich auf die mangelnde Zustimmung der Länder beziehen, ganz st reichen. Die Abgeordneten Dr. Heinze(D. Vp.) und Genossen beantragen, daß bei niangelnder Zustimmung der Länder eine Neubildung oder GebietSänderung nur durch ein verfassungsänderndes Reichs- qesetz erfolgen kann, wenn das Reichsinteresie es erheischt. In Ver- bindung mit Artikel 18 werden die Artikel 62 und 64(Stimmrecht und Vertretung der Länder im ReichSrat) beraten. Nach Artikel 62 hat im Reicksrat jede? Land mindestens eine Stimme. Bei den größeren Länder entfällt auf ein« Million Eimoohner eine Stimme, kein Land darf durch mehr als Zweifünftel aller Stimmen ver- treten sein. Deutschöstmeich erhält nach seinem Anschluß Sitz und Stimme im ReichSrat. Nach Artikel 64 werden die Länder im ReichSrat durch Mitglieder aller Regierungen vertreten. Jedock wird die Hälfte der preutzi. scheu Stimmen nach Maßgabe eines Landesgesetzes von den Verwaltungen der preußischen Provinzen bestellt. Zu Artikel 62 beantragen die Sozialdemokraten die Abände- rung, daß Länder, die weniger als eine Million Einwohner haben, nur dann stimmberechtigt sind, wenn durch Reichsgesetz anerkannt wird, daß überwiegende wirtschaftliche Gründe eine besondere Ver- tretuug erfordern._ DaS Tirpitzbuch. die Aufzeichnungen des ausgezeichneten Mannes, dem wir die Ablehnung des englische» Flotteneinfchrän- kungSvorschlagS im Frieden und die Treiberei zum unbeschränkten U-Boot-Krieg und damit zu dem entscheidenden Eingreifen Nord- ameritaS rn den Krieg verdanken, erscheint am 25. Juli. Ein besseres Datum konnte gar nicht gefunden werden. ES ist der f ü n s- jährige Gedenktag des Ablaufs des Wiener Ultimatums an Serbien, mit dem der Weltkrieg ausgelöst wurde. Gewiß, da? Wiener Vorgehen war von Berlin nicht veranlaßt, aber«s war trotz Kenntnis nicht verhindert, obwohl Wilhelm II. nachher an Beth« mann schrieb, er hätte auf die serbisch: Antwort hin nicht mobilisiert. Industrie und Handel. Börse. DaS Geschäft an der Börse hielt sich auch heute wieder in sehr engen Grenzen, da im Zusammenhang mit den beabsichtigten Maß- nahmen zur Verhinderung der Steuerhinterziehung die Spekulation sich große Zurückhaltung auferlegte. Der Grundton blieb aber weiter fest. Bevorzugt waren obcrschlesische Montanwerke, die auf Majoritätsbestrebungen des Auslandes erneut im Kurf« anzogen. SchiffahrtSaktien stellen sich im Verlaufe der Börse höher, geringe Umsätze entwickelten sich am Färb-, Elektro- und RüftungSmarkte. Letztere waren, soweit sie notiert wurden, schwächer. Heimische Rentenwerte gaben mäßig im Kurse nach. Kriegsanleihen behaupte- ten sich ungefähr auf 84 Proz. HroßSerlm Schwedens Liebeswcrk. Seit Anfang Mai gehen etwa alle 2 Wochen große Trans- porte deutscher und österreichischer Kinder von Berlin nach Trelleborg und werden von dort aus über ganz Schweden ver- teilt, bis hinauf in den höchsten Norden. Das schwedische Rote Kreuz in Stockholm hat dies LiebeSwer! aufs beste organisiert und die Adressen von 1000 schwedischen Familien, die unsere Kinder aufnehmen wollten, festgestellt. Dann übernahm die Deutsche Wohlfahrtsstelle in Berlin die Organi- fierung der Transporte der deutschen Kinder, denen sich die österreichischen anschlössen. Zu jedem Transport traf eine Ab- ordnung des schwedischen Roten Kreuze» au§ Stockholm in Berlin ein, um die Leitung zu übernehmen. Außerdem hielt sich sechs Wochen lang eine Delegierte des schwedischen Roten Kreuzes in Berlin auf, um persönlich recherchieren zu können und besonders Bitten der Eltern entgegenzunehmen, sowie jetzt eine Delegierte der Deutschen Wohlfahrtsstelle, sowie einige deutsche Rote-Kreuz- Schwestern in Schweden sind, um nötigenfalls den Kindern bei- zustehen. Etwa die Hälfte der Kinder stammten aus Berlin. Wenn wir bedenken, daß alle diese Kinder, dazu noch die deutschöster- reichischen, baltischen und einige aus Rußland, von Schweden nicht nur 3 bis 4 Monate ernährt und unterhalten, fondern auch vollkommen neu eingekleidet werden, wenn wir berechnen, welche großen Unkosten vom schwedischen Roten Kreuz durch diese Reisen und das Unterbringen der Kmder in Sckweden entstehen, so können wir ungefähr die Bedeutung des �LiebeSwerlS ermessen. Zeotralheizvng und Mietzins. Di« Verordnung vom 22. Juni 1919 über die Einwirkung der Heizstoffvreise auf d>e Mieiverbältnisie bar eine erhebliche Beunruhigung der Mieter von Wobnungen mit Zentralheizung und Warmwasserveriorgung hervorgerufen. Die Absicht der BerorN nu»g gehl dahin, bei l o n g f r i�st i g e n Verträgen die Mög- lichkeit einer Abwälzung der erhöhten KokSpreiie auf die Meter zu schassen. Dieie wichtige Tatsache wird sowohl von den Hausbesstzern als auch von dem Mieterverein des Westen« völlig verkannt. Verträge, die noch dem 2. November 1917 abgeichlosscn oder zu einem höhere» Mi-izins verlänoert wurden, sollen überhaupt nicht unter die neue Verordnung. Eben» soivenig kann der Vermieter ohne weiteres die Mehrkosten auf den Mieler abwälzen, sondern er hat die Schiedsstelle(MieteinigungS- arm; anzurujen und deren Entscheidung abzuwarten. Der Mieter- Bund Groß-Berlm hat?e1 den MleteknigungSnmtern und Bei den maßgebenden ReichSstcllen gegen die unrichtige Auslegung der Ver- ordnung Einspruch erhoben. Er warnt die Mieter dringend davor, freiwillig den Mielzins zu erhöhen oder die Vereinbarung des Mietervereiiis des Westens mit den Hausbesitzern, die auf völliger Verkennung der Sachlage beruht, zu befolgen. Ausnutzung der Wohnungsnot. DaS„WohnungSburcau des Westens". Nachodstr. 26 lll, antwortet einem Wohnungsuchcnben it. ct.;„Bevor ich für Sie arbeite, beanspruche ich ein« Arbeits- anfangs- und Spesengebühr von 5 M. Nach Kontraktabschluß würde dann noch eine einmalige Vermittlungsgobühr hinzukommen, deren Höhe S i e selbst bestimmen und mir mitteilen wollen. Falls die Summe, die Sie mir bieten, meine Unkosten deckt und meinen Grundsätzen entspricht, und die besagten 5 M. in meinem Besitze sind, fange ich an, für Sie zu arbeiten, und würden Sic, wenn Sie in meiner Bewerbcrliste an der Reihe sind, die für Sie passende Wohnung mitgeteilt erhalten. Falls Sie für die Vcrmitt- lung der Wohnung einen größeren Say zur Verfügiing haben, könnten Sie aus der Reibe der Bewerber herausgegriffen werden und somit schneller zu einer Wohnung kommen.". Wir wären dafür, daß auch dieses WohnunoSbureau herausgegriffen würde. Großer Fcrkelauftrieb auf dem Magerviehhof. Die Zufuhr von Ferkeln nach dem Magerviehhos bei FriedrickSletde mehrt sich von Woche zu Woche. Wie uns mitgeteilt wird, soll für morgen wieder ein sehr starker Auftrieb zu erwarleu sein. Der Markt beginnr morgen» 7 Uhr. An die Backer! Z» diesem poetischen Stoßseufzer MohrchenS gegen daS saure Brot schickt uns ein Bäckermeister Proben der ihnen gelieferten Vackstosse, die ein besseres Erzeugnis ausschließen. Es wird sogar von Mehlblöcken berichlet, die man erst zerschlagen mußte, und es wird gefordert, daß das Getreide nur zu 60 Proz/ ausgemahleu werde. Wir haben das längst verlangt, sowohl im Interesse der Menschenernährung wie der Piehsütterung, und e» ist ja diese Maßnahme auch schon angelündigt für den Fall, daß die Ernte gut wird. In jenem Gedickilein eine Aufhetzung zu erblicken, dürfte dem Einsender vorbehalten geblieben sein. Bier falsche Kriminalbeamte, meldet eine Lokalkorrespondenz, drangen gestern nachmittag in da» Bankgeschäft von Ritter und die ebenfalls dort belegene Privatwohnung in der Hindenburgstr. 60 zu Schöneberg ein und nahmen eine gewaltsame Durchsuchung aller Räume vor. Dabei fanden und beschlagnahmten sie 10000 M. bares Geld, die sie mitnahmen. Ebenso ließen sie die Lebensmittel- karten mitgehen. Es gelang dem Ueberfallenen jedoch, die Revier- Polizei zu benachrichtigen und Beamten, die bald darauf erschienen, zwei der Verbrecher dingfest zu machen und ihnen das„beschlag- nahmte" Geld und die.Lebensmittelkarten wieder abzunehmen. Die beiden anderen Täter sind entkommen. Der eine wies sich mit«iner Erkennungsmarke des Charlottenburger Polizei- Präsidiums als kriminalbeamicr aus.(Wie kam der„falsche Kriminalbeamte" zu dieser EekeunungSmarle? Red. d.„Porto."; Lichterfeld«. Gemeindevertretung. Zum Gesetzentwurf Groß- Berlin wird gegen einige Stimmen der Rechten die Entschließung des Ausschusses angenoiumen.(Mit der Bildung Groß-Berlin» grundsätzlich einverstanden, gegen die Durchführung aber erheblicke Bedenken usw.) Im letzten Augenblick versuchte G.-V. Borken- Hagen(Fr. Vgg.) eine Mehrheit gegen die Entschließung zu er- zwingen. Wie bei früherer Gelegenheit unsere Genossen, so brand« marlic diesmal der Demokrat Dr. Michaelis das Gebaren dieses Herrn und kündigte an, daß die Demokraten nicht mehr mit der Fr. Vgg. in der Kommission verhandeln würden, wenn der An- regung deS Herrn D. Folge geleistet wird. Diese Drohung scheint den Airren der Rechten, die bisher gewohnt waren, fast willenlos ihrem Hauplsprechcr zu folgen, doch an die Nieren gegangen zu sein, und so ließen sie ihn diesmal fallen. Tie der Abstimmung vorangegangene Diskussion lieh keinen Zweifel darüber, daß der Rechten die ganze Eingemeindungsfrage äußerst unsympathisch ist. Die Demokraten waren der Meinung, daß die Frage der Eings- meindung keinen längeren Aufschub mehr duldet. Die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse drängten dazu. Aber der Entwuri genüge nicht den elementarsten Anforderungen. Gen. Wenzel hielt den Entwurf für besser als seinen Ruf. Es seien der Lasten- auSglcich und politische Gründe, die die westlicken Vororte veran- laßt hätten, bisher gegen jede Eingemeindung Stellung zu nehmen. Die Sozialdemokratie kämpfe seit langer Zeit für die EinheitZ- gemeinde Groß-Berlin. Es sei höchste Zeit, daß die Zersplitterung beseitigt würde. Der U.S.P.-Redner vermißte besonders, daß mit der Vorlage nicht eine gleichzeitige Aenderung der Städteordnung Hand in Hand geht.— Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde der Magistrat gefragt. waZ er gegen die in Lichterfelde bestehenden Spielklubs zu unternehmen gedenke. Ein Verein„Odeon", der sich als Sportklub bezeichnet, erhebe ein Eintrittsgeld von 400 M. und einen Monatsbeitrag von 50 M. Der Mogsstrat glaubt, nichts dagegen tun zu können, da es sich um geschlossene Gesellschaften handelt. Trebbin. Stadtverordnetenversammlung. Ein Vertrag war mit der Baugenossenschaft„Eigene Sckolle" in Frankfurt geschlossen zwecks Bau einer Anzahl von Kleinhäuiern. Dort sollen zwölf von Berlin überwiesene Kriegsbeschädigte angesiedelt werden.— Stadiv. Dahlemann stellt fest, daß den Einwohnern Abzüge von ihrer schon knappen Buttcrralion gemacht wurden, weil die hiesigen Landwirte zu wenig Miick abgeiieferr bältcn. Es ginge nickt an, daß eine Bevölketungsilasse für die Sünden der anderen bestraft werde. Groh-Berliner Lebensinittel. Buchbolz. Als Ersatz silr Kartoffeln vom 21. bis 27. Juli auf Lebensmittel- karte(64) 750 Gramm Brot. Kartoffelverkaus für diejenigen, die in der vorigen Woche ihre 4 Pfund Karlossein nicht erhalten haben, nächsten Mitt- wach im AmtSbaule, 9—12 Uhr. Kartosselkarteii mitbringen I Die Ge- meindsvertaufSstelle hat noch Stopfwolle, die Docke zu 35 Pf. Hcrwodorf. AIS Ersatz für Kartrssein vom 21. bis 27, Juli auf Groß« Beritner LebrnSmittelkmte 750 Gramm Brot(64) bei den Bäckern, 250 Gramm geirvlinele Kartosscljcheibcn(65) bei den Händlern zu 1,56 M. PsundpretS. Martendorf. Gegen, die beiden Abfchnitie J 11 der Ernfubrzliiatz- karte bei den Mchlhändlern w der Zeit vom 24. bis 26. Auii 250 Gramm mnerikanilcheS Weizenmehl auf jede Karte rür 42 Pf. Abfchniit 0 2 verliert mir Ablauf des 24.(Zuii«eine Güliigkeit. St.rtt des amerikanischen Mebis darf billige» inländische» Weizenmehl(für 250 Gramm 16 Pf.) aus Abtchiiilt li m den beiden Gcmcindeläden eninommcn werden.— Per- kauf von Torsstreu. Am 25. ftuli an die VicdhaUer, je Zentner 7 M. Säcke mitbringen! Lebensmittelkarte als Ausweis i Vorträge, vereine und Versammlungen. Nicderschöuhnusen. Mittwoch, 23. Juli, 8 Uhr. im Schwarzen Adler, Bianlenburacr Str. 4: Ocffentliche Verfcintnlung. Gen. HeUmaim. Mitglied der Preußifchen Landesversammlung, spricht über„DaS Schicksal der Revolution�. Arbeiter-Samariterbund. Kolonne Groß-Berlin. Bez. Süden. Mittwoch, 23. Juli, 7«/, Uhr, Melchiorstr. 15: Versammlung. PünUllch erscheinen I Ausgabe von Verbandsmaterial. Groß-öerlme? parteinachkichten. »1. Abt. Mittwoch, 23. Juli, 7 Uhr, Schulaula. Dtrasjmannstr. 6: unllionärionserenz sämtlicher Funktionäre, VetricbSverlrauenSleute und rbeüerräte. ..Potsdam. Morgen, Mittwoch. 8 Uhr, in allen«ezirkslolalen: Zahl- abend. ?ugenöveransia!tungen. Steglitz. Mittwoch, 23. Juli: KinderlvielauSflug nach dem Grüne, Wald. Treffpunkt:»/. 8 Uhr Bahnhof Steglitz, Haltestelle der Grunewald- Straßenbahn. Basperbrot mitbrrngcnl Spiele vorhanden. Rückjahrt 7 Uhr. OeweekschaMewWAg Laßt Euch nicht terrorisieren! Ein Parteigenosse schreibt mrS: Schon in den letzten Tagen voriger Woche ist von unserem Parteivorstand hingewiesen worden, datz am 21, die Arbeit nicht ruhen soll. Mit Freude ist dieser Veschlich begrüßt worden. Aber es ist doch anders gekommen. Ich bin in der A E.G.-Fabrik Brunnen- stcaße beschäftigt. In diesem Betriebe haben die Unabhängigen noch lange nicht die Mehrheit, denn die meisten sind nur große Schreier und ehemalige Gelbe. Am Sonnabend, den 19., haben die Herren eine Tätigkeit wie nie zuvor entfalter und Propaganda für den„Generalstreit" gemacht. Wie ich schon anführte, ist die S. P. D. in diesem Betriebe »och immer die große Mehrheit, aber wir werden weirer beleidig: und terrorisiert. Alle Genossen waren für Arbeitsleistung. Aber diesem Terror sind wir nicht gewachsen. Bisher halten sich die Beamten bei früheren Streiks solidarisch mit den Arbeitern erklärt, aber auw sie machen»ich: mebr mit, weil das ewige Streiken mal jedem vernünflig Denkenden über wird. Pflicht eines Jeden ist es heute, zu arbeiten und zu schaffen, daniit unser völlig ruiniertes Vaterland, das durch die Herrschaft der Monarchie und des Militarismus sowie des Kapitalismus an den Rand des Verderbens gebracht worden ist, zu neuem Wohlstand emporblüht. Darum ist es sehr zu wünschen, daß unsere Partei bei ähn- lichen Vorkommnissen uns vor dem unabhängigen TerroriSmnS schützt. Wir wollen uns hier nicht unterdrücken lassen. Zergen wir den Herren mal die Snrn. Allen Genossen aber, die in der AEG. beschäftigt sind, möchte ich zurufen: Behauptet Eure Stellung, seid vor den Unabhängigen keine Duckmäu'er und seid dem Rufe unserer Partei folgsam. Wählt, wenn die Arbeiterausschußwahlen stattfinden, Genosten der S. P. D. Nur sie vertreten unsere Sache gerecht! An die«versicherten der Bolksverficherungsgesellschaften (Viktoria, Jduna, Wilhclma, Friedrich-Wilhclm, Freia:c.) Seitens einiger Gesellschaften werden den Versicherten Frage- bogen vorgelegt, wonach dieselben schriftlich eine Erklärung abgeben sollen, ob das Inkasso der Wochenraten in Zukunf: wöchentlich, vierzehntägig oder monatlich statt- finden soll. WaS soll diese Maßnahme bezwecken? Nichts anderes als die Brotlosmachung und Entlassung eines großen Teils der Einkaisierer Einnehmer und Kassenboten. Bis dato wurden die Wochcnraten wöchentlich kassiert. Bei einem vierzehnlägigen Inkasso würde die Hälfte, bei monatlichem Inkasso drei Viertel der zurzeir tätigen Angestellten arbeitslos. Ueber die Gründe dieser vorgesehenen Maßnahmen seitens der Gesellschaften wollen wir uns heule nicht äußern, empfehlen den Versicherten ober dringend, die Fragebogen derart auszufüllen, daß eS bei dem wöchentlichen Inkasso bleibt. Wir verweisen die Versicherten auf die Gefahr, daß bei einem Inkasso von mehr als einwöchigen Raten, leich: größere Rückstände eintreten und demzufolge ein Verfall der Versicherungen nicht aus- geschlossen ist. Die Branchenleitung der Einkassierrr, Einnehmer und Kastenboten I. A.: Fr. L u ck o w. Buchbinder. Wir machen alle Kollegen und Kolleginnen, welche aus dem Boden der S. P. D. stehen, auf die am Mittwoch, den 23. d. M., abends S Uhr, im Deutlchcn Hof, Luckauer Straße, stattfindende außerordentliche Kencrawersammlung aufmertfam und hoffen auf recht rege Be- teiligung. Die Wichtigkeit der zu fassenden Bcschtüffe erfordert, daß der letzte Kollege, die letzte Kollegin zur Stelle ist. örkefkasten öer Neöaktkon. A. B. IS. Wenden Sie sich an die Buchhandlung Borwirts.— 100 O. Cr. Ja. Wenden Sic sich an die Stadt. Höhere Schule für da» Textilgewerbe, Warschauer Straße 7.— V. P. 85. Wenden Sie sich noch- mal» unter Darlegung dieser besonderen Umstände an das Polizeipräsidium: eventuell erheben Sie Beschwerde beim Minister des Innern.—<£. 88. Wenden Sie sich einmal an den Minister Konrad Haenisch.— 81. L. 1897. 1. Für eine Erholungsreise gibt es keine Erlaubnis. 2. Nein.— W. 17. Wenden Sie sich an Herrn A. Nollebohm, Dortmund, Hagenstraße 60. — Kstlau 41. Sie werden gut tun, sich bei dem zuständigen Bezirks- kommando erneut anzumelden.— G. G. 47. Der Anspruch de» Gläubigers besteht noch zu Recht, da die Forderung aus einem Schuldtitel erst nach Ablauf von 30 Jahren verjährt Ein Teil Ihres Einkommens wäre auch pfändbar. Setzen Sie sich mit dem Gläubiger ia Gutem auseinander.— G. W. 32. 1. Ja. 2. Den Kindern steht trotz des Testaments der gesetzliche Pflichtteil, d. i. die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, zu. 3. Ist im Testament mit einbegrisien. 1. Ja. 5. Ja, aber aus einem Bogen.— Balisache 1900. Die Steigerang erscheint uns ungewöhnlich hoch. Rufen Sie deshalb das zuständige MielemigungSamt an, falls Sie dort wohnen bleiben. Durch den Verkauf des HaufeS erleiden die Mietverträge keine Unterbrechung, wohl aber kann aus dem Um- stände, daß Sie ohne Erlaubnis des Hauswirtes mehrere Verwandte auf- genommen'haben, ein Grund zur sofortigen Kündigung erblickt werden. — A. W. 10. Beschweren Sie sich beim Kriegsministerrum, Berlm, Leipziger Str. 5.— P. 9. Nur am Schlüsse des lausenden StcucrjabreS und nur dann, wenn Ihr Einkommen sich um mehr als der Summe verringert bat, die Ihrer Veranlagung zu Grunde gelegen dat.— M. X. 1871. Das Abkommen von 1S11 tritt an die Stelle der Wechsel- summe. 2. Da offenbar ein Kausoerirag vorliegt, ist der Käufer nicht verpflichtet, den Apparat herauszugeben. Gegen den Käufer müßten Sie wegen Zahlung deS Restes Klage erheben.— H. 321. Da der FriedenSzuiland mit Amerika wieder hergestellt ist, möchten wir Ihre Frage bejahen. 2. Die Erbschaftssteuer bewägt 1 o. H. Verantwortlich für Politik: Art»» Ri/Icr, Sdarlottenbnrg, für den übrige» Teil des Blattes: Alfred Scholz, Neukölln: für Anzeigen: Theodoe Slseke, Berlin. Bering: Borwärls-Berlaz D. m. b. H., Berlin. Druck: Borwiirts» Buchdruckerei und Berlagsanftalt Paul Singer u. Co. in Berlin. Lindenftr. 3. ZeitungsMusgabestellen und Jnseraten-Annahme. Zentru«: M- z Menzel. Ackerstr. 174, am jtovven. platz. Geöffnet von 9—6 Uhr. Süden und Südwesten: S U st a v Schmidt, Bärwald. straße 42, a. d. Siiclfenaust-aßc. Geöffnet von 9—6 Uhr. Süden: St. 5? ritz, Prinzenstr. 81, Los rechts p-rt. Ge- öffnet von 9—6 Uhr. Oft-»: Wilh. Arndt, Markusstr. 36. Geöffnet oon 9—8 Uhr.— Karl Melle, Petersburger Platz 4 (Laden). Geöffnet von 9—6 Uhr. Südosten: Paul Böhm, Lausitzer Platz 14/16. Seöfknet oon 9—6 Uhr. Nordosten: Paul Dölz, Zmmanuelkirchsw. 12(Hof). Ge- öffnet«on 9—6 Uhr. Mo-tit! Joseph, Wilh-lm-hovener Str. 43. Geöffnet von 9—6 Uhr. «edding: I. Hönisch, Müllerstr. 84a, Ecke Utrechter Straße lLadcn). Geöffnet von 9—6 Uhr. Roscuthalcr und Oranienburger Vorstadt: A. Wolgast, Wattstr. 9. Geöffnet von 9—6 Uhr. Gesundbrunnen: Fischer. Bastianstr. 7(Laden). Ge. öffnet von 9—6 Uhr. Schönhauser D-rstodt: Karl Mar,. Sreifcnh-gen-r Straße 22. Deöffnet von 9—6 Uhr. «dlershsf: ss-yerstein, Bismarckstr. 32. «lt-Elienick-, Falk-nbrrg: Salzmann, F-lkcnbcrg, Gartcnstadtstr. 19. Baumschule», ocg: Frau Köpke, Kiefholzstr. 179. Bernau, Röntgental, Zepernick, Sch-nbrück und Buch: Heinrich Brose. Bernau, Mühlenstr. 5(Laden). Biesdorf: W. Danncbera. Biitvriastr. 11. »ohnodorf: Horlemau», Genossenfchastshau«„Paradies". Buchholz: R. 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Oranlcnburg: Friedrich Glaser. Kurfürstenstr. 69. Lberschöucwcid«: Robert Paul, Mathildenstr. 6. Pankow, Nordend, Blankenburg: R i ß m a n n, Pankow, Mühlenstr. 79. Rahnsdorf. T e i ch e r t, Forststr. 7. Reiuickcndorf.vst. Schönholz: Albert Wahl«, Provinz- straße 66(Laden). Edelweißstr. 23/29. Geöffnet von Reinickeudorf-Rofeuthal- Paul Elpel Potsdamer Str. 26. Schönebcrg! Wilhelm Bäumler, Belziger Str. 27 (Laden). Geöffnet von 9—6 Uhr. Schöueiche: Seifert, Waldstr. 36. Senzig: Friebewald. Chausseestr. 64. Siemensstadt: Aug. Druse, Doltastr. 6. Spandau: Schwarz, Spandau, Potsdamer Str. 2c Südende: Ludwig, Hatstestr. 36. Steglitz: Hans Kegel. Schildhornstr. 11. Tegel, Borsigwalde, Witteoau, Waidmanuslust. Freie Scholl« und Reiulckcndors-Wcst: Paul Kienast, Borsig- walöe,?!öuschsw.>9. Geöffnet von 9—6 Uhr. Teltow: Krüger, Schönow, Dorfflr. 9. Tempelhos: Schwächt, Kaiser-W!lhelm-Str. 13. Treptow: Rod. Gramenz, Kiefholzstr. 412, vorn 1 Tr. Vcißensee: Wasielewski, Berliner Mlee 11. 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