Nr.37S.36.IaI,rs. Bezugspreis: Lien-Ijährl. S.— MI» monatl. MI. sret ins öau». voraus zahlbar. Post» bezug: Monatlich S,— MI. exll. Zu» lleSUngsgeduhr. Umer Kreuzband für Deutschland und Oesierreich» Ungarn SLä MI., für da« übrige Ausland 10 20 M�, bst täglich einmal. Zustellung •iZö Ml. Postbeilellungeu nehmen an DSnemarl. Holland. Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preislist«. Der„Vorwärts* mit der Sonntagsbeilage»Boll u. geil* erscheint wachen- läglug zweimal. Sonntags einmal. . Telegramm-Adresse: Sozialdemolral Serlin-. wG berliner Volksbleitt. ( sspfsnnia) Anzeigenpreis- Die achlgelpalten» tstonoareillezell» tostet l.eu MI_e>leic< Nn zeigen**, da» f-ltgebru-lte Wort SO Big.(zulhiflg 2 lettgedruck« Worte), fede» weiter, Won N Big Stellengeluch, und Schlalstelleaanzeigen da» erst» Wort so Big. lebe» weiier» Wort Zu Big. Wort» über ld Buchstaden zählen lü» zwei Worte. Teuerungszuschiag bi>°/, Familien' Anzeigen, politische und xewerilchaltliche verein»• Anzeigen Ml. die geile Anzeigen lllr dt» nächste Nummer Müllen bi» 8 Uhr nachmittag» im Hanpigelchälh verlin SW VS. Lindenstrahe z. abgegeben werden. Eeolfnei von g Uhr früh bi» b Uhr abend». Zentralorgan der fozialdcmokratifcbcn Partei Deutfcblanda. ltsöaktion und Expedition: SW. 6$, Lindenstr. 3. lzerieiv recher: Amt tvtorllivla«,. Str. t.,» 37. vorwärts-verlag H.m.b. h., EW. öS, �indenstr. 3. Fernsprecher: Zimt Moristplatz. Nr. l.17 53— St. Michaelis' Msreöe. Er hat das Friedensangebot abgelehnt, weil er die Jlidiskrctiou Erzbcrgers befürchtete. Der ekicmalige Ncichskanzlcr MichaeliZ gibt zu den Ent- hülluagen des NZiulsters Erzbcrger in drr Nati»- nalvcrsammlung vom 25. Juli 1919 der„Täglichen Rundschau" folgende Erklärung ab: Tie amtlichen Schrlftstüctc über die Behandlung dcS TchreibenS des Nuntiuö Pacclli an mich vom 23. August 1917 find mir nicht zugänglich. Nach meinen persönlichen Notizen habe ich zur Ve- Handlung des sogenannten„englischen Friedensfühlers" folgendes zu sagen: Das Schriftstück wurde mir Anfang September vor. gelegt. Ich habe es mit den Staatssekretäre» und Ministern be. sprochcn und bin dem Kaiser, der, wenn ich mich nicht irre, am 9. September von einer Frontreise zurückkehrte, entgegeugcfahre», um ihm Vortrag zu Helten. Ich bat den Kaiser um Abhaltung eine? Kronrates in Gegenwart der Obersten Heeres- und Marineleitun». Der Kronrat hat am 11. Srptcmber im Schloß Brllcvue stattgefunden. Da? Ergebnis der Besprechung wurde von dem Kaiser im eigenhändig unterschriebenen Vermerk folgendermaßen zusammengefaßt: „Die Annexion Belgiens sei bedenklich, Belgien könne wiederhergestellt werden. Die flandrische Küste sei zwar sehr wichtig und Zecbrügge dürfe nicht in englische Hand falle, r. Aber die belgische Küste allein sei nicht zu halten. ES müßte enger wirtschaftlicher Anschluß Belgiens an Deutschland herbei- geführt werden. Daran habe Belgien selbst das größte Interesse." lieber die weitere Behandlung dc-Z FricdcnSfühlcrS wurde von mir mit dem Staatssekretär von Z ü h l mo n u vereinbart, daß durch eine unbedingt geeignete Persönlichkeit zu sondieren sei, ob'auf englischer Seite in der Tat der Wille vorhanden sei, de» bisherigen Standpunkt übertriebener Friedcnszicle, wie sie � un- zweifelhaft zu unserer Kenntnis gekommen waren, aufzugeben und aus einer annchnibaren mittleren Linie zu verhandeln. Da? Schreiben des päpstlichen'Nuntius enthielt nach dieser Richtung hin keine irgendwie überzeugenden Beweise. Die G'e fahr lag vor, daß es sich darum handelte, Deutschland zu entgegen- kommender Erklärung zu veranlassen, ohne den eigenen extra- Vaganten Standpunkt aufzugeben, und daß dadurch die Bcrhand- lungSgrenzc» zu unseren Ungunsten verschoben würben. Tic Wohldes Vermittlers siel auf einen hervorragen- den, dem Staatösckretär von Kühlmann persönlich nahestehenden neutralen Tiplvincien, der ganz besonders qualifiziert erschien, die erforderliche Sondierung vorzunehmen. Ihm wurde seine Mission unter Mitteilung der Stellungnahme Deutschlands gemäß obigem Kronrat in der Weise umschrieben: Voraussetzung für Verhandlungen mit England sei das Anerkenntnis: a) daß unsere Grenzen intakt bl.'ibcn, b) daß unsere Kolonien zurückgewährt würden, c) daß keine Entschädigungen gefordert werde» dürfen, ck) daß wir von clnem Wirtschaftskrieg Abstand ge- nomine» würde.• Ich habe in Aebereinstimmnng mit Exzellenz von Kühlmann diesen Weg für den richtigen gehalten, weil nur bei u n b e d i n g- ic r Vertraulichkeit die Verfolgung dieser ersten Fried:ns. 'öden möglich schien. Tie Verhandlungen über dir päpstliche Kurie boten diese Sicherheit nicht. Schon beim Empfang d:S Schreibens des Nuntius hatte eS sich herausgestellt, daß der damalige Abgcord- nete Erzberger vor mir davon unterrichtet war, daß da» Schreibe» k a m. Eine Indiskretion durch ihn mußte aber vor allem verhütet w.'rden. Deshalb konnte auch dem Nuntius gegenüber nur eine abwartend» Stellung einge- nvmmcn und ihm nach Ablauf einiger Zeit nur ein? Aut- wort allgemeinen Inhalts erteilt werden. Daß jede Indiskretion die größten Gefahr?» für die Anbah- nung von Verhandlungen in sich schloß, hat der weitere Verlauf der Verhandlungen gezeigt. Die Besprechung im Kronrai und ihre. Ziel.* blieben nicht verboegen. Die kriegerischen Par. t e i e n in Deutschland, England und Frankreich bemächtigten sich der Angelegenheit und die Folge war, daß der Vertreter der eng- lifchcn Regierung öffentlich ableugnete, daß seih.'ns der englischen Regierung ein Friedensangebot gemacht sei. Ich liabc den Gedanken, unter weitem Nachgeben mit Bezug auf Belgien zum Frieden zu kommen, mit Lebffastigkeit ergriffen und babe es durchgesetzt, daß eine einheitlich.- Stellungnahme zu däeser Frag? innerhalb der maßgebenden Kreise erfolgte. Ich habe mich bemüht, den geeignetsten Weg zur Verfolgung der ersten Anregun- nen zu wählen. Wenn sich der Plan zerschlug, so lag e» daran, daß ««sere F e i n d q nicht wollten. n a r o w, 26. Juli 1919. gez. Michaeli?. D srStreik in den Siemenswerken Noch keine Einigung. .!~'r Kollektivabkommen in der Berliner Metall- mdustne sic-'Äaffene HauptauSschuß hat am gestrigen Sonn- nbenv m niehriiundigm Verhandlungen versucht, sich auf einen gemclniamen Schiedsspruch zu einigen. Da dieS nicht gelang, wurde von feiten der Arbeitgeber wie der Arbeit- nehmer ie ein Kompromißvorschlag formuliert und den Parteien unterbreitet; jedoch fand keiner der Vorschlage An- nähme bei der Gegenpartei. Schließlich einigte man sich da- hin, am Montag die Äerhandlungen vor einem aus 3 Arbtit- geberu und 3 Ärbcitnrhmern bestehenden SchlichtungsauSschust unter einem unparteiischen Vorsitzenden fortzusetzen. Das Reichsarbcitsministerium wird von der Arbeitgeber- und auch der Arbeitnchmerorganisation ersucht werden, den Unpartcii- schen zu benennen. Borschläge der Parteien. Die Verhandlungen im Hauptausschust drehten sich um! die unmittelbaren Ursachen des Streiks: Das Abreißen der Anschläge der Direktion und die darauf erfolgte Entlassung derjenigen Arbeiter, welche die Plakate entfernt hatten. Im Laufe der Verhandlungen machten die Vertreter der Parteien Einigungsvorschläge. Tie Arbeiter schlugen vor: Der HauptauSsckiub billig! weder das Emiernen der Anschläge, noch die deswegen dorgenommenen Entlassungen, er steht vielmehr auf dem Standpunkt, daß betde Parteien verpflichtet getvejen wären, den SchlichtungSausschuß anzurufen. Um den Sireitsall beizulegen, entscheidet der Hauptausschuß. Die Streikenden werden verpflichtet, die Arbeil wieder aufzunehnien. die Firma ist verpflichtet, die Entlassenen gleichzeitig wieder ein- zustellen. Alle vorliegenden Fälle, bei denen die Firma glaubt, daß durch die Handlungen der Arbeiter ein EntlassungSgrund vorliogt, werden nachträglich durch den SchlichrungSauSschutz zur Entschei- du-ng gebracht. Vorschlag der Arbeitgeber. Der Streik wird sofort abgebrochen. Die Arbeiter nehmen am Montag früh die Arbeit wieder auf. Die ArbeitcrauSschutzmit- gliedcr, die wogen Abreißen» der Plakate entlassen worden sind, werden wieder eingestellt und oleiibcn bis zur Entscheidung de» SchlichwngSauSi'chusseS im Betriebe. Diejenigen, welche wegen Abreißen« der übrigen Plallate weiter noch entlassen sind, bleiben bi? zur Entscheidung des Schlichtung SausschusseS außerhalb des Betriebes. Entscheidet der Schlich- tungSauSschuh zugunsten der Arbeiter, so werden sie wieder in den Betrieb eingestellt und wird ihnen die verlorene Arbeitszeit ver- gütet. Gegen den Vorschlag der Arbeitgeber erhoben die Ar- beiter den Einwand, daß er nichts anderes bedeute, als die Erfüllung der durch gesetzliche Verordnung und durch den Äollektivvortrag gegebenen Bestimmungen, wonach vor der Entlassung von Arberterausschußmitgliedern der SchlichtungS- ausschuß gehört werden muß. Unter den 46 Entlassenen befinden sich 6 Mitglieder des Arbeiterausichusscs und ein Mit- glied des Arbeiterrats. Tie übrigen sind Gewerkschafts- funktionäre. Ein Entgegenkommen gegen die Streikenden könne in dem Vorschlage der Unternehmer nicht erblickt werden. * Eine Versammlung sämtlicher Arbeiter deS SiemenS-KonzernS findet am Montag um 5 Uhr auf dem Spandauer Bock statt. Ergebnislose verhanölungen in Gberschlejien. Di« gestern vormittag in Kattowrtz stattgefunden en VerHand- hingen zwecks Beilegung des Streiks in den Lichtwerken Cholzow und Zaborze sind, wie die P. P. N. erfahren, ergebniSleS ver- lftnsen. Erreicht wurde lediglich, daß die Streikenden, um ein Er» saufen der Gruben zu verhindern, unter der Bedingung der Zu- rückziehung der niilitärischen Besatzung bereit sind, sofort d i e Notstandsarbeiten für die Gruben aufzuneh- m e n. Die Verhandlungen verliefen im höchsten Grade stürmisch. Als wahrer Streikgrund stellte sich im Laufe der Vee- Handlungen heraus, daß die Arbeiterausschüsse bei dem Licht st reik im Mai ihren Belegschaften den Entschluß mitteilten, die Direktion wolle ein« zehnprozentige Lohnerhöhung bewilligen. Die Direktion steht aus dem Standpunkt, sie habe nur zugestimmt, sich für diese LohrErhöhung einzusetzen. Bewilligen könne sie sie nur, wenn der Arbeitgeberverband sie genehmigt. Nunmehr hat dieser die Lohnforderungen abgelehnt. Die Direktion schlägt als Ersatz sin geldlich abzulösendes Kohlendeputat vor. Die StreikenSeu beharren auf ihrer Forderung, während da» Direkornun bei dem finanzielle» Stand der Gesellschaft sich außerstande erklärt, er»? solche Lohnerhöhung zu bewilligen. Der Streik geht demnach weiter. Der Jndustriehezirk bleibt weiter ohne Licht n«d Kraft. Die Straßenbahnen verkehren nicht, auch die Zeitungen könnsn nicht erscheinen. Am morgigen Sonntag solle» weitexe Bor» harrdlunge» stattfinde»- Reichsnotopfer oder Notanleihe! Die blutigen Opfer deS Weltkrieges sind gebracht, die finanziellen beginnen eigentlich erst. Der verlorene Krieg in Verbindung mit dem Gewaltfrieden, den die derzeitigen Machthaber unserer bisherigen Gegner in unbegreiflicher Selbstüberhebung und Verblendung uns aufzwingen, be- dingt für Deutschland in seiner Gesamtheit wie für jeden einzelnen seiner Bürger ungeheure finanzielle Opfer, die ihre Grenzen lediglich in der Tragfähigkeit der Schultern, auf die sie gelegt werden, finden. Nur mit Beschämung kann ich heute die Einleitung meiner Ende 1N6 geschriebenen Abhandlung über da? „ReichS-Elektrizitätsmonopor lesen, in der ich so optimistisch war, auf eine Beendigung deS Krieges für das Frühjahr 1317— wäre er damals nur beendigt wordenl— sowie auf ein Anwachsen der Reichsschulden auf„nur" 64 Milliarden Mark und der jährlichen Ausgaben auf„nur" etwa 7 Mil- ltarden zu hoffen. Das war vor zwei Jahren. In welcher unerhörten Weise ist uns seitdem die Wahrheit nicht nur über unsere militärisch-, sondern auch über die wirtschaftliche und im besonderen die finanzielle Lage vorentliatten worden! Heute wissen wir es. Nicht auf 7 Milliarden, sondern auf zirka 18 Milliarden beziffert der Reichssinanzminister de» jährlichen Bedarf des Reiches, der sich um weitere 7 Mil- liärden für die Einzekstaaten und die Kommunen auf. ins» gesamt 26 Milliarden erhöhen wird, und er kündigt an, daß die künftige Steuerlast eine„geradezu entsetzliche Höhe" erreichen wird, wobei er als eine der dringendsten Aufgabe» die Beseitigung der ans die ungeheure Höhe von 72 Milliar- den Mark angeschwollenen schwebenden Schulden be- zeichnet. Die Flut der neuen Steuervorlagen ist über uns hereingebrochen. AIS eine der ersten und wichtigsten ist der Gesetzentwurf über das„R e i ch S n o t o p f e r" por we- nigen- Tagen der Nationalversammlung vorgelegt worden. Da? Reichsnotopfer stellt eine große V e r m ö ge n s- abgäbe dar, die unter Freilassung der geringsten Ver- mögen bis zu 6366 Mark zwischen 16 Proz. bei den kleinen und 65 Proz. bei den großen Vermögen schwankt, und deren GcsamterträgniS mit 76— 90 Milliarden Mark erhofft wird. Die Zahlungstermine erstrecken sich über einen Zeitraum von 36 Jahren(resp. 56 beim Grundbesitz), bei fünfprozen- tiger Verzinsung der den Abgabepflichtigen zu stundenden Raten ab 1. Januar 1926. Besteht über die Notwendigkeit der Aufbringung außer- ordentlich großer neuer Mittel kein Zweifel, so dürften doch die Ansichten über die Zweckmäßigkeit deS ReichSnotopferS in bezug auf die Höbe, die Form und den Zeitraum, und zwar in Hinsicht auf den einzelnen Abgabepflichtigen sow.rhl als auf das Reich und— nicht zuletzt— auch auf unsere bisherigen Gegner weit auseinander gehen. Gegen die erstrebte Höhe der Abgabe mit 76— 90 Milliarden Mark läßt sich nichts einwenden, denn man braucht nur an die schon erwähnten gegenwärtig bereit? über 72 Milliarden betragenden schwebenden Schulden zu denken. Anders liegen die Dinge bei der Form der Abgabe. Das Reichsnotopfer stellt eine Vermögenskonfrs- k a t i o n dar, die namentlich in ihren höheren Sätzen nicht nur das Vermögen, sondern damit zugleich auch die Ein- nahmen außerordentlich stark angreist und zweifellos für sehr viele Einzelwirtschaften ruinös werden wird. Das aber muß verhängnisvoll auf die gesamte Volkswirtschaft und damit auf das Reich zurückwirken. Und unsere Gegner? Bei' Durchführung des Gesetzes wird sich der Reichssäckel zweifellos zunächst stark runden. Zunächst— mir schtvebt dabei das Bild einer Pferde-Ar- senikkur vor. Wir können heute noch keineswegs auch nar einigermaßen den vollen Umfang aller Leistungen(Ent- fchädigungen, Wiedergutmachungen usw.) überblicken, die unsere Gegner auf wirtfchafstichem und finanziellem Ge- biete von uns fordern werden. Und da sollen wir unter ganz zweifellos eintretenden außerordentlichen Schädigun- gen der Einzelwirtschaften wie der gesamten deutschen Dostswirtschast den Reichssäckel füllen und auf diese Werse unsererseits dazu beitragen, die maßlosen gegnerischen For- derungen immer weiter in die Höhe zu treiben? Der Zahlung? zeitrau« po« 80 Jahre*(resp. 60 beim Grundbesitz) ist für eine einzig« Steuer bei wer- t e m zu lang bemessen. Wer geht nickt liebe» einen sehr steinige», aber kürzeren Pfad, a» defle» Ende«iader ein guter Weg beginnt, olS eine zwar ein wenig bessere, aber doch noch sehr beschwerliche Straße, die endlos ist? Und tailaS ist für die lebende Generatio» ein Zeiten« üon oQ bis 50 Jahren. Auch das Reich hat kein Interesse daran, die Frist derartig auszudehnen: lassen sich in Zeiten allgem.'i- ner Umwälzungen, wie den heutigen, nicht einmal die nächst- folgenden Jahre in ihrem politischen und wirtschaftlichen Verlauf einigermaßen überblicken, um wieviel weniger ein Zeitraum von 30 bis SO Jahren. Ich vermute daher, daß der Reichsfinanzminister sich mit einem derartig langen Zeitraum nur einverstanden erklärt hat„der Not gehör- chend, nicht dem eigenen Triebe". Bei kürzerer Bemessung der Frist hätten zur Ausbringung des Steuersolls von 70 bis 90 Milliarden die Jahresraten zu e'ner so unerträglichen und absolut ruinösen Höhe für die Einzelwirtschaften em- porgeschraubt werden müssen, daß trotz seines bekanntm großen Optimismus der Reichsfinanzminister selbst wohl an der auch nur annähernden Erreichung einer so großen Milliardenzabl gezweifelt haben würde. Und muß eine der- artig lange Frist unsere heutigen feindlichen Gewalthaber mit ihrer von Machtgier und Rachedurst geschwellten Brust nicht geradezu anreizen, ihren SchröpsungSmodus auf einen ebenso langen Zeitraum auszudehnen? Das Reichsnotopfer ist sonach aus den angeführten Gründen nicht zn empfehlen, ganz abgesehen davon, daß es auch hinsichtlich seiner Durchführbarkeit den ernstesten Zwei- feln begegnen muß. Denn es gehört ein übergroßer Optt- mtsmus dazu, anzunehmen, daß sich auf dem vorgeschlagenen Wege 70 bis 90 Milliarden Mark erzielen lassen und daß d e deutsche Volkswirtschaft einen derartig starken Aderlaß ertragen könnte, ohne die Gefahr ihres völligen Zusammen- bruches in bedrohliche Röhe zu rücken. Um die unbedingt notwendigen großen Mittel aufzu- bringen, muß deshalb nach einem anderen Wege ze- si'cht werden. Ein solcher bietet sich durch die Aufnahme einer„N o t- A n le i h e" dar, die, wie gleich vorweg oe- merkt fein mag,«ine Zwangsanleihe sein muß. Ich denke mir den Plan einer derartigen Anleihe in gr«ßen Zügen etwa so: Das Reich legt eine fünfprozentige Zwongsanleihe zu 100 Proz. auf, und zwar lediglich in der Form von Schuldbucheintragungen. Es erhält also jeder Zeichnungspflichtige, der mit dem Abgabepflichtigen im Rdcksnvtopfergesctz identisch sein würde, ein Konto im „Reichszwangsanleihe-Schuldbuch", auf dem er den Gegen- wert für die von ihm zu zeichnenden Beträge anzuschaffen hat. Der Gesamtbetrag jeder einzelnen Zeichnung bestimmt sich nach der Staffelung des Reichsnotopfergesetzes, dessen Sätze eventuell, da es sich um keine Vermögensabgabe, sondern lediglich um eine verzinsliche Anleihe handelt, noch etwa? höher bemessen werden könnten, und wird gleichmäßig über einen Zeitraum von zehn Jahren verteilt, so daß in jedem Jahre der Gegenwert für ein Zehntel der Gesamtzeichnungssnmme anzuschaffen wäre. Den Zeichnern von Kriegsanleihe— aber nur solchen— wird ihre Anleihe zn 100 Proz. bis zur Höhe ihrer Zeich- nungSpflicht an ZahlungSstatt angerechnet. Tie Zinszah- lung wäre außerordentlich einfach, da die Zinsen viertel- oder halbjährlich von den zu zahlenden Steuern gekürzt werden könnten, so daß nur in den verhältnismäßig wenigen Fällen, wo niedrigere oder gar keine Steuern von den Zerch- nungSpflichtigcn gezahlt werden, eine Auszahlung oder Uebersendung bir Zinsen an die betreffenden Zeichner er- -folgen würde. 'i Eine derartige Transaktion bietet gegenüber dein Plan des Roichsnotopfecs sehr große Vorteile. In der Einzelwirtschaft würde lediglich eine leihweise Uebertragung eines Vermögensteils auf das Reich erfolgen, das seiner- seits dafür Zinsen zahlt, so daß in den Einnahmen des Zeich- nungSpflichtigen keinerlei Minderung eintritt. Dadurch wird die Einzelwirtschaft und mit ihr die gesamte Volks- Wirtschaft und das Reich wesentlich leistungs- fähiger erhalten, als im Fülle des Reichsnotopfers, welches das Vermögen und das Einkommen zugleich trifft. Das Reich wird zwar die erforderlichen Mittel erhalten und vor allem die schwebenden Schulden beseitigen können, rn- dessen wird kein gefüllter Reichssäckel die Begehrlichkeit un- serer Gegner immer weiter anstacheln. Das Reich wi-.d nicht Eigentümer der neuen Milliarden, sondern bleibt deren Schuldner. Der kürzere zehnjährige Zeitraum wird gegen- über dem 30- bis SOjährigen im Neichsnotopfergesetz eine schnellere Ge s u nd u n g der Reichsfinanzwirtschaft er- möglichen. Während dieses Zeitraums aber soll sich, so hoffen wir zuversichtlich, sowohl politisch wie wirtschaftlich und fman- ziell, bei uns wie nicht zuletzt bei allen unseren bisherigen Gegnern gar manches ändern. Die gegnerischen Chauvi- nistenbäume werden nicht in den Himmel wachsen, dafür werden die großen Massen sorgen, die nicht die gegenseitige Vergewaltigung, sondern die internationale Verständigung und Verbrüderung auf ihre Fahne geschrieben haben. Sie werden auch den jetzigen Gewaltfriedensver» trag zerreißen und deren Urheber von ihren krank- hasten Macht- und Rachegelüsten heilen. Dann werden wir wieder gleichberechtigt in der Welt sein und erst dann auch wieder die Möglichkeit hoben, unser Haus neu aufzubauen, schöner und wohnlicher, als es früher gewesen war. Unsere Finanzgebarung wird sich den jeweiligen veränderten und hoffentlich gegenüber setzt um vieles für uns günstigeren Verhältnissen anpassen. Nötigenfalls könnte nach zehn Jahren, also nach Vollzahlung der Notanleihe, deren fünfprozentige Verzinsung jährlich um 1 Proz. gemindert werden, so daß die Verzinsung nach 15 Jahren völlig aufhören würde. Dann aber wäre entweder im günstigen Falle an eine Tilgung der Notanleihe heranzutreten oder aber sie wäre im ungünstigen Falle teilweise oder völlig zu an- n u l l i e r e n. Letztere Prozedur wäre außerordentlich ein- fach und nach 15 Jahren auch weit weniger schädigend und schmerzhaft als heute, denn wenn auch die Möglichkeit einer späteren Annullierung der Notanleihe heute keineswegs ins Auge gefaßt zu werden braucht, so ist sie doch immerhin nicht ausgeschlossen und wird die Zeichnungspflichtigen veran- lassen, damit zu rechnen und sich entsprechend einzurichten. Im Falle der Annullierung würde der Zweck des Reichsnot- opfers, die Vermögensabgabe, unter wesentlich vorteilhafte- ren Bedingungen für den Einzelnen wie für die Allgemein- heit und in einem viel kürzeren Zeitraum erreicht sein. Aus allen angeführten Gesichtspunkten heraus erscheint daher eine„Zwangsnotanleihe" viel empfehlenswerter, als das Reichsnotcpfer. Ganz zu schweigen davon, daß das letz- terc gegenüber der Notanlethe einen ungeheuer viel große- ren und komplizierteren Apparat für seine Durchführung erfordern würde. Eine Durchführung, deren Mögtichkeir, wie sckion erwähnt, in dem erhofften Ausmaße nichts wen:- ger als gesichert erscheint. Dr. R. Hartmann- Chcrrlottenburg. Keine Schulüverschiebung! Ein unabhängiges Parteimanöver. Die„Freiheit" müßte nicht die„Freiheit" sein und die U. S. P. nicht die 11. S. P., wenn sie nicht versuchten, an dem Feuer der weltpolitischen Auseinandersetzung mit den Alldeutschen ihr unabhängiges Partei- s ü p p ch e n zu wärmen. Für einen richtigen Unabhängi- gen gibt es bekanntlich nur ein politisches Ziel, das ist: auf die Mehrheitssozialdemokratie zu schimpfen und ihr ein paar Anhänger abspenstig zu machen. Alles, was außerhalb dieses Rahmens der engsten Parteipolirik liegt, existiert für die Unabhängigen nicht, oder es wird mit Gewalt so gebogen, daß es schließlich auf eine Schimpferei gegen die Mehrheits- sozialdemokratie herauskommt. Offener Brief cn Rsmam Rollanö. Sehr geehrter Herr Rolland! Sic umarmen wieder mit einer sehr schönen und menschen- freundlichen Bewegung alle Schwestern und Brüder, die Ihnen verbündet sein wollen, in de: Absicht, dem zerrissenen Weltenrund eine würdige und erträgliche Friedenscwigkeit zu verschaffen. Dank Ihnen dafür!'' Ihr Traum ist himmlisch wie immer. Ihr Herz hat noch nichts von seiner Lauterkeit verloren. Doch Ihre Erkenntnis, Ihre Erkenntnis der deutschen Menschen und Dinge, die ja nach Ihrem Plane nicht von der lieblichen Erneue- rang ausgeschlossen weiden solleu, ist furchtbar getrübt und ver- schoben. Als im Januar dieses stürmischen JahreS die Kanonen des Bruderkrieges die Berliner Winterluft und die Köpfe unschuldiger Frauen und Kinder zerrissen, überbrachte mir ein aus der Schweiz kommender Gesinnungsfreund, wohlgemcrkt, einer von den fiebe- risch ergriffenen Europäern, Ihre Frage: Ist eö in Deutschland nur der verlorene Krieg, oder ist es wirklich die Revolution? Sie haben seitdem diese Frage vor der Oesfentlichkeit wiederholt. Nun, es war sehr lange, wochenlang, monatelang, nur der verlorene Krieg, nur die Unzufriedenheit und daS Zähneknirschen, weil die Götter und Halbgötter verschütteter Tage die polternde Hoffnung und die geheim wuchernde Verzweiflung so schwer enttäuscht hatten. Aber heute ist das in meinem Lande ganz ander? geworden. Heute bängt nur noch ein Häuflein unheilbar Wahnsinniger an dem alten Spuk. Heute ist alles in Deutschland, mag es nun mit seinem armen Stimmzettel die Rechte oder die lindeste Bank des Bolts- parlamentes bevölkern, fertig, auf immer fertig, unweigerlich fertig mit dieser kronenverzicrten Ilnseligkeit und Vergangenheit. Heute blickt kein Deutscher mehr rückwärts, heute blickt jeder Deutsche nur noch vorwärts! Und Sie, Herr Rolland, Sir, nur ein ArbcitSmann von der Feder, dcch einer von unseren aufrichtigen und starken, Sie sollen uns dazu helfen, Sie müssen uns dazu helfen, daß wir Deutschs mit unserem milden, suchenden Versöhnungs blick nicht mehr auf die gräßlichen, boshaften, mißtrauischen unK hinterlistigen Augen des „TigerS" und seiner Affen stoßen. Da Sie sich«uS eigenem Gewissen zum Herold der Versöhnung ausrufen, haben Sie kein Recht mehr, in Ihrer Schweizer Stille und Ruheemfigkeit zu bleiben. Sie müssen schleunigst die von sehr magerer Kost und gliederzermürbender Langsamkeit begleitete Mühsal einer Reise durch Deutschland auf sich nehme«! Hie müssen falber sehen, waS bei im» vorgeht! Sie müssen sslber prüfen,«b wir es verdienen, daß man in Ihrem Laube noch wie die Schakale "auf uns niederkläfft l Sie müssen eS dann sofort in Ihrem Lande Ingen! Sie weriiAi es sagen— im, Ihre. ergebenen und ver- trauenden SMotnänec, wissen daS—, bis zu welchem Umfange her xtnstmaS fahr«immn-rt« tferflmfr ei« es«»* päifcher nach Ihrem und nach unserem Sinne geworden, bis zu welchem Grade das einst so eisige deutsche Kriegerherz zur voll- gülligen, europäischen Menschenwärme erhitzt worden ist! Sie werden und müssen nicht allein kommen. Bringen Sie Barbusse mit und eine Gruppe anderer Freunde, die sich zu der Gerechtigkeit bekennen! Sie werden und müssen die journalisti- scheu Eitelkeiten und Mittelmäßigkeiten ersetzen, die über die Vcgesen und den Kanal und die Atlantik Tinge hinauserzählen, die mit dem gegenwärtigen Teutschland kaum noch etwas zu tun habe«. Sie werden und müssen die paar journalistischen Wind- Hunde ersetzen, die schon in besserer Zeit irgendeinen Tingeltangel oder eine Nachtkneipe mit dem wirklichen Deutschland verwechselt haben, und die jetzt zu Hunderttausenden ihrer Landsleute spreche«, als wenn sie unterrichtete und ernsthafte Männer wären. Sie und Ihre Freunde müssen auf einige Wochen zu uns kommen und den Berichterstatter machen, keinen rosig schminkenden, keinen niederträchtig schwarz färbenden, auch keinen chauvinistischen, son- dorn einen weltfreundlich und europäisch gesinnten! Johann Christoph, das deutsche Genie, war einstmals Ihrer wuchtigen Feder würdig. Sie werden Ihre Feder nicht entehren, wenn Sie nun bald mit aller Kraft von der Seele und dem Alltag des kleinen deutschen Mannes und der emsigen deutschen Frau und des stund- lich blasser werdenden Kindes schreiben. Sie werden und müssen mit Behutsamkeit und mutiger Entschiedenheit wägen, was im Herzen der echten Weltfriedensfreunde für und gegen das republikanische Deutschland von 1919 spricht! Diesen Dienst verlange ich von Ihnen für Deutschland, damit auch der ganzen, ruhebedüeftigen Menschheit ein Dienst geleistet werde. Ich fordere diesen Dienst von Jch*en für Deutschland, weil ich selber in schweren und gefährlichen Zeiten den Deutschen ständig ein Frankreich gezeigt habe, das„über dem Getümmel" steht und nicht den tobsüchtigen Steinschleuderern von Versailles verwandt ist. Von den edlen Geistern Frankreichs, von. Ccnnte, Barbusse, Buffon, JaureZ habe ich durch Uebersetzungen, Bücher und Aufsätze den Deutschen fleißig Kunde gegehen. Von den genialen Belgiern Karl von Ligne und Berhaeren, also auch du« Männern, die Sie bewundern, Hab« ich durch Buch und Schrift den Deutschen die Kenntnis vermittelt. Ich durste cm französischen Volkshochschulen und in franzSfischen Zeitschrift»« von jenem deutschen Wesen sprechen, dem auch Ihre Diebe gehört. Ich habe asseS das nicht getan um der Ehre willen, sondern nur, um dem heiligen Geiste der Schönheit imj der Wahrheit ein bescheidener Gehilfe zu fein. Die Ehren und die Orden ließ ich gern de« andere«. Mir mußte eS genügen, daß mein Wille in Frankreich, Belgien und Deutschland gleichmäßig mißverstanden Und verschollen worden ist. Aber jetzt wissen wir, daß der Grift der Aufklärung und Ver- söhnung trotz allem nicht mehr sterben kern«. Jetzt seufzen wir wohl noch, aber wir atmen auch schon in der Vorfreude auf jene Welt, die wir, trotz aller Qual und Verachtung, vorbereitet habe«. Wir, feig feitttstfen m* die Schwäche««, wir lasuche» Sie heute. Als wir in der gestrigen„Freiheit" den Leitartikel, über die Enthüllung des Michaelisschen Ver- b r e ch e n s lasen, da fühlten wir uns lebhaft zurückerinnert an jene Zeit während des Krieges, in der die Vorgängerin der„Freiheit", das Berliner„Mitteilungsblatt" der Unab- hängigen, in drei Monaten mehr als Hunderl wüste Ausfälle gegen die alte Partei brachte, aber auch nicht eine Zeile, auch nicht eine Sterbenssilbe gegen das damals auf dem Gipfelpunkt stehende Treiben der Vaterlandspartei und der Alldeutsche�. Diesmal ist zwar die„Freiheit" so weit, daß sie auch ein paar kräftige Worte der Verurteilung über die schuldige Cligue findet, die sich um Michaelis gruppierte, aber das geschieht nur zu dem Zweck, um schließlich als die Schuldige an dem Michaelisschen Verbrechen die Mehrheits- sozialdemokratie hinstellen zu können. Mit dreister Stirn behauptet die„Freiheit", die Reichs- tagsmehrheit, Sozialdemokraten und Zentrum, hätten g e- wüßt oder wissen müssen, was dorging, und sie hätten dazu geschwiegen. Selbst der bescheidenste Ver- stand müßte jedem Leser sagen, daß diese Bebauptung eine niederträchtige Verleumdung ist. Die Michaelis und Konsorten werden gerade Anlaß genommen haben, oie Mehrheitsparteien, mit denen sie dpsn Kampf auf Tod und Leben ausfochten, in ihre finsteren Machenschaf- ten einzuweihen! Wenn wirklich ein so großer Kreis von Menschen um die Sache gewußt hätte, wie die„Frei- heit" behauptet, dann wäre es allerdings ein völliges Rätsel, wie bis zum vorgestrigen Tage noch nichts davon in sie Oesfentlichkeit gesickert ist, wie die Erzbergerschen Enthüllun- gen auf dos ganze Volk, auch auf die politisch informierten Kreise als ungeheure Sensation wirkten. Wir können hier mit aller Bestimmtheit erklären, daß v o r der Revolution kein Mensch in der Sozialdemokratie diese Dokumente gekannt hat. Noch sinnloser ist die zweite Anklage der„Freiheit", der Text der Friedensresolution sei viel zu undeut- lich und verschwommen gewesen, um wirken zu können. Lehrt nicht der englische Friedensschritt, sechs Wochen nach der Friedensresolntiön, das genaue Gegenteil? Gerade er zeigt, daß die Friedensresolution gut gewirkt hatte, und daß sie zu vollem Erfolg hätte führen können, wenn nicht eine ver- brecherische Clique insgeheim ihre Auswirkung sa- botiert hätte. So felsenfest das Verbrechen der Michaeliscligue er- wiesen ist, auch der größten Verdrebungskunst wird es nicht gelingen, auch nur einen Bruchteil dieser Schuld aif die damalige Reichstagsmehrheit zn wälzen. War sie es doch, die diesen Kanzler sofort fallen ließ, als er seinem Lippenbekenntnis zur Friedensresolution die ominmen Worte beifügte,„wie ich sie auffasse". Wenn Herr Michaelis noch ein paar Wochen an seinem Amt klebte, so war das nicht Schuld der Reichstagsmehrheit, sondern Schuld der rück- ständigen Verfassungszn stände. Daß Herr Michaelis freilich diese ihm gelassene Galgenfrist benutzte, um in aller Heimlichkeit das schwerste Verbrechen am deutschen Volk zu begehen, das hat damals niemand geahnt und niemand ahnen können, tvir so wenig wie die Unabhängigen. Kaltgestellt. General der Infanterie v. d. Borne, der in den Tagen der Friedensunterzeickinung als Mitglisd der reaktio- närsn OfsizierSfronde eine größere Rolle spielte, ebenso General- mrqor E h r k e und Generalmajor v. D o m m e r find zur D i S- Position gestellt worden. Dr. Melchior lehnt ab. Dr. Melchior will daS ihm anzctra- gene Unterstaatssekretariat nn ReichSwirtschaftmin-istcrium ab- lehnen. Sie müssen näher zu uns heranrücken, damit Ihr Wort noch mehr Blut und nachwirkende Fruchtbarkeit empfange! Kam- men Sie schnell zu uns, wie eS Ihre Pflicht ist, die Sie sich selber bestimmten! Kommen Sie mit einer Schar Ihrer Freunde, die sehen und prüfen können ohne Voreingenommenheit, wie wir Deutsche heute wirklich sind! Denn bald mutz Wirklichkeit werden, was auch einer von unseren wahrhaften Führern, Ihr Landsmann Eugene Carriere, gefordert hat: Die Menschen müssen den Menschen--- den Frieden erklären! Ihr sehr ergebener Max Hochdori. - Notizen. — Was i st Klassenkampf? Diese Frage beanwortete in eingehenden Darlegungen in der„Neuen Zeit" der jetzige öfter- reich! sche StaatSkanzler Genosse Karl Renner. Die Buchhandlung „Vorwärts" in Berlin hat diese zeitgemäßen Abhandlungen als Broschüre herausgegeben. Ueber die Aufgabe, die sich der Ver- fasser gesteckt hat, unterrichten folgende Kapitelüberschriften: Bor- bemerk ringen über die Natur des Klassenkampfes; der unmittelbare oder ökonomische Klassenkampf; gegen das Industriekapital; gegen daS Handelskapital, gegen das Ai«Skap:tal, gegen, das Grundeigentum; der ökonomische Gesamtkcunpf; der politische Klassenkampf: der politisch-ökonomische Kampf; der rein politische Kampf: daS Zusammenspiel der ökonomischen und politischen Aktion.(Preis 1 M.) — Theater. In der am 1. August, iVi Uhr, in der V o l k S- k> üh ne ftattfirtdenden Erstaufführung der Oper«Der Kuhrei- gen" von Wilh. Kienzl waren die Hauptrollen gefpiell durch: Adolf Lußmann von der TtaatSoper m Dresden. Fritz Krenn von der StaatSoper in Wien, Hermann Kant von der Hofoper in Kopen- Hägen, Margarete Schlemüller von der Brüsseler Oper.__. — Musik. Camilla tzildebrand. seit Juni 1012 Diri- gent unserer Philharmoniker, ist zum Operndirektor und Leiter der Sinfoniekongerte in Freiburg i. BreiSgau gewählt worden. Der verdienstvolle Mann wird sich-m 90. Juli im städtischen Polls- konzert in der Philharmonie verabschieden. Kapellmeister Richard Hagel, sein Nachfolger, wird zum ersten Mal das städtische Bolls- konzert in der Philharmonie am 1. August dirigieren. — Vorträge. Unter dem Titel.Neudeutscher Geist" bietet am 1. August', abends 7 Uhr, die Schciftleitung der Reichs- wehr im Beethovensaal Kammermuftk, Dichtungen, vorgetragen von DwardowSki. Vortrag von Dr. Karl Langen. Lieder, vorge- trage« von Katarina Garde« und Max Menstng. Der Reinertrag dient zur Beschaffung guten Lesestoffes für die ReichSwehrtruppen. _ Knut Hamsun hat das Berftlmungsrecht an seinen Werken der Olympia-Film-Gesellschaft übertragen.' Zuerst wird .Victoria" von Franz Servae» für den Film bearbeitet.. — Die Münckener Sittlichen gegen Wedekind. Im Mfinchener Schauspielhaus hat die Aufführung der Wedekind« Ichen Dirnentragödie»Die Büchse der Pandora" zu heftigen Protest'umulten geführt. Mit Entrüstungsrufen und Flugblatt« werfen toble der alte Heinze-Geist. Als Gegenokrion gab e» Hw« auswürfe an» dem Parkett. Der SittlichieilSradau hielt bis zu« Schlüsse an. Jim Donnerstag, öen 31. Zuli abends H Uhr: Große Proteft-Bersammlungen(T.P.D.) in folgenden Lokalen: Patzenhofer-Brauerei �lr Druckfehlerteufel. Di« elldeutsche„Tägliche Rundschau bracht« gestern über die Rede bei Herrn v. Graefe ein �i�mnmngsbild. in dem es hieß:„Wenn einer urteilslos ist dann berichtigt sie, eS hätte„vorurteilslos" heißen sollen. 2.as gibt doch bei Graes« gar keinen Sinn. UrteilsloS wird schon richtig Seesen snn. Mindestens war der Druckfehlerteufel ge- scheiter als der alldeutsch« Redakteur .,,De»tsch-Ssterreichisch.polnisch«r Handelsverkehr. Nach pol- vstwen Blattermeldungeu hatte die deusich-österreichische Regierung mit Pcuen ett«n Hande.sverrrag abgeschossen, worin die Lieferung vcm Och Petroleum und anderen Miueralprodutten vorgesehen rst. die m Poles tu lieber fluß vorhanden seien. Nationalversammlung z« Weimar (Schluß aus der 1. Beilage.) Abg. Langwost(D.-Hannov. P.) fortfahrend: Nicht unsere Politik war falsch, sondern die Männer waren, falsch, die öffentlich ja und im geheimen nein sagten.(Sehr wahr! und lebhafte Zustinunung bei den Sozialdemokraten.) DaS Wort, das Heydebrcmdt gesprochen haben soll: wir sind belogen und betrogen. wird jetzt zum Aufschrei eines ganzen Volkes werden, es wird sich verdichten zu einer furchtbaren Anklage, der sich niemand entziehen kann, der damals mitgelogen und mitbetrogen hat. Gewundert hat eS mich, daß Herr H a a s e durch die gestrigen Enthüllungen nicht überrascht gewesen ist, sondern daß ihm dies« Dinge schon länger bekannt gewesen sind. Dann muß ich aber sagen: Wenn. Herr Haase diese Kenntnis hatte, und er hat sie dem deutschen Volke vorenthalten, dann hat Haase sich mitschuldig gemacht. (Sehr wahr! und lebhaft« Zustimmung bei den Sozialdemokraten), denn wer die Wahrheit kennt und saget sie nicht, das ist fürwahr ein erbärmlicher Wicht.(Beifall bei d«n Sozialdemokraten.) Zur Zeit der Eingabe des Grafen Czernin im April 1917 verlangten die Sozialdemokraten einen Frieden ohne Entschädigungen und Annexionen, aber die Konservativen, die heute nnter der falschen deutscknationalen Flagge segeln, brachten dagegen eine Jnter- pellation ein. Scheidemann sagte damals, daß, wenn Deutschland einen solchen Frieden nicht mache, die Revolution komm«. Die deutsche Regierung beachtete die Eingabe des Grafen Czernin überhaupt nicht, auf mildere Friedensbedingungen konnten wir mickt mehr rechnen, nachdem die Unabhängigen erklärt hatten, wir müssen unterzeichnen. Die Richtigkeit der Politik deS jetzigen Außenminister? wird am besten gekenn» zeichnet durch die Angriffe des Herrn von Graefe. Unsere Außenpolitik muß vor allem Vertrauen erwecken. Dazu gehört ferner, daß alle Unfähigen aus dem auswärtigen Dienst entfernt werden. AlS PodbielSki Postmiuister wurde. hieß eS: Ein richtiggehender Gardeleutnant kann jedes Amt über- nehmen, zu dem er kommandiert wird," nterkeit.) Wer wie Herr von Gräfe, den FriedenSvertraj? nur benutzt zur Hetze gegen einen mißliebigen Gegner, darf keinen Einfluß mehr in der Auswärtigen Politik haben.(Sehr richtig! links.) Unser« Lands- leute im Auslände und in den abgetrennten Gebieten rufen mir zu: Hütet euch vor der Weltvergistung und der schrankenlose« Be- gehrlichkeit der Alldeutschen, die die ganze Welt gegen unS zu- sammcngebracht haben. Wir kämpfen gegen die nationalistischen Umtriebe dieser Partei. DaS oberste Gesetz unserer Auswärtigen Politik muß sein, den Schutz der nationalen Minderheiten sobald als möglich zur Weltsache zu machen. Der Abg. Traub hat das 2?eltgewissen angerufen. Hat er nicht sonst das Weltgewissen als Phrase mit Hohn und Spott abgetan? Unsere Politik muß die Politik des BölkerbunbcS fei«, aber der in Paris zusammengebrachtr Völkerbund ist ein Völkerbund gegen die Völker und namentlich gewisse Völker. Wir lehnen die sogenannte Kontinentalpolitik ab. Der Begriff„Feind" muß auS der Welt verschwinden. Besonders mit unfern Nachbarn müssen wir in rieben leben. Wir wollen die Politik der Ehrlich- eit, der Demokratie, der Versöhnung mit allen Kräften fördern. Also nicht Rache, nicht Beschimpfung, weder nach Osten noch nach Westen! Aber die Nationalisten wollen nicht Versöhnung, sondern Verhetzung, sie rufen: Der Feind ist England! Der wahre Völkerbund bringt erst den wahren Weltfrieden und mit allen Völkern gute Beziehungen. Wir wollen nicht nach dem Muster der kaiserlichen Politik die äußere Politik nach der inneren orientieren. Clemcnceau vertritt das französische Volk nicht, er kann in dessen Namen unS keine Kampfansage ergehen lassen. Wir werden jedenfalls alles vermeiden, was wie eins Kampfansage aussieht. Eine viel angefochten« Bestimmung im Friedensvertrag deutet auf künftige Verständigung der Völker hin, nämlich die über den Wiederaufbau Belgien» und Frankreichs. Damit können wir den wahren Geist des deutschen Volke» zeigen und neues VerKauen schaffen. Die schlimmste Zerstörung deS Vertrauens hat die Großindustrie, vor allem Herr Hilgenberg, auf dem Gewissen, indem sie die Sklaverei wieder einführten. Wie sie die belgische JndusKie fast für nichts erwarben ist nichts gegen die schändliche Dummheit, mit der sie die Arbeiter wie Bich abtransportierten. Die Dummheit dieses Verbrechens fällt auf unser gange? Volk zurück. Wenn die Sklavenhändler wenigstens nur gewußt hätten, daß menschliche Ware ihren Wert nur behält, wenn sie am Leben bleibt;«über von öK0lK> Arbeitern sind innerhalb zwei Monaten 1590 umgekommen. Diese Sklaventransporte erfolgten, wo das Reich sich mit einem Friedensangebot an die ganze Welt wandte! Heute haben wir die Weltherrschaft der angelsächsischen Rasse; England herrscht über alle Weltteile, aber vielleicht noch stärker ist Amerika, das die Welt mit Getreide und Rohstoffen versorgt. Alle Verbündeten der beiden sind zerrüttet mit einziger Ausnahme nur Jap«nis. Jeder Kampf gegen den Kapitalismus muß künftig in England und Amerika durchgeführt werden, nicht mit Maschinengewehren und Handgranate», sondern durch die internationale Organisation der Handarbeiter sobald die Entwicklung dazu reif ist. In Deutsch- land kam es, da dag Volk durch Hunger entnervt war, zur Revo» lution; in England aber wird sich lediglich die Eniwicklung zur Sozialisterung vollziehen._ Eine Planwirtschaft ähnlich wie bei uns, kündigt sich dort jetzt schon an, friedlich und langsam, als Evo- lution nicht dramatisch als Revolution. Auch eine RLteregirrun« wäre abhängig von der Lieferung von Rohmateria! und Lebens- Mitteln, und ihre Entziehung durch England würde die Räterepublik über den Haufen werfen. In vier Wochen wären sie ge- stäupt und gehängt an den nächsten Latcrnenpfahl. Danken Sie oer ReichSregierung und RoSfc. datz er Sie vor diesem schmählichen Echicksal bewahrt, DaS Ideal des Völkerbundes wich t�twirfticht � werden, Deutschlands Aufnahme wich diesen Völkerbund verbürgen, deshalb findet die Reichsregierung unsere Unterstützung.(Borsall bei den Soz.) Persönlich bemerkt Abg. Löbe(Soz.): Nach den heutigen Er- klärungen Dr. Hugos und den Mitteilungen Gröbers im Ausschuß ist es nicht richtig, daß die anderen Parteien das Zu- standekommen der Steuergesetze durch Obstruktion verhindvtp. wollen. Ich nehme daher mein« Aeußerungen zurück. Abg. Haase(U. Soz.): Der Abg. Wels ist meiv-ra LtSfübrungsn von heute morgen offenbar nicht genau gefolgl, sonst würde er wissen, daß ich nicht gesagt habe, daß ich von der Geheimnote Kenntnis gehabt habe. Ich habe vielmehr gesagt, mir sei bekannt, daß bereits im Früh- jähr 1918 Erzberger volle Kenntnis von diesen Borgängen gehabt habe. Ich selbst hatte im Frühjahr 1918 davon noch keine Kennt- rvis, an de verse US weiß Herr WelS ganz genau, daß ich nicht ei» mal, sondern wiederholt die Regiernng angegriffen habe. weil sie, als sie den Frieden herben konnte, die Gelegenheit au?c�- schlagen hat. Die Bemerkung, die der Abg. WelS im Anschluß daran gegen mich gerichtet hat, charikterisiert sich also als eine b e. wußte Irreführung deS Hauses und eine bewußte Ehrabschneiderei. ' Abg. Wels(Soz.): Herr Haase sollte mich persönlich soweit kennen, daß er weiß, wie fern es mk liegt, andere persönlich zu verletzen. Wenn er aber behauptet, wir hätten die Regierung in ihrer KriegSpolitik weitet unterstützt, obwohl wir wußten, daß sie die Gelegenheit zu einem Frieden ausgeschlagen habe, so ist das eine bewußte Unwahrhe.r. Ich kann feststellen, daß auch Reichspräsident Ebert erst durch die gestrigen Mitteilungen Kenntnis von dem Friedensangebot des Vatikans erhalten hat.(Vizepräsident Dietrich ruft den Abg. Wels wegen des Ausdrucks»bewußte Unwahrheit" und den Abg. Haase wegen de» Ausdrucks„Ehrabichneiderei" zur Ordnung.) Hierauf vertagt sich das HauS. Nächste Sitzung: Montag 2 Uhr(Fortsetzung der Beratung und erste Beratung des Gesetzentwurfs über die Errichlu»g eines Staat sgerichtshofs.)_ Der unabhängige Kronzeuge. Wir haben schon erwähnt, daß im Parleibureau der U. S. P. D.. Schicklerstr. ö. ein großes Lager von Lebens- Mitteln oller Art liegt, die nach den Angaben der„Freiheit" für die hungernden ppltlischen Gefangenen„unter eigenen Ent- behrungen der Spender" gesammelt worden sind. Zu den Lebens- Mitteln gehörten IL bis 20 große ganze Schinken. Glücklich die Leute, die sich das absparen können. Aber die Lebensmittel sind auch gar nicht für die politischen Gefangenen verwendet worden, sondern«S ist u. a. auf Anweisung deS Rechtsanwalt» Dr. Kurt R o s e n f e I d sein Kronzeuge im Lrdebour-Prozeß Hasso v. Tyszka wochenlang von dort auS mit Brot. Wurst. Fleisch, Eiern. Bulter und allen möglichen Leckerbisseu gefüttert worden. Hasso v. Tyszka, Bizeseldwebel und Einbrecher, war im Lede- bour-Prozeß der Kronzeuge der Vefteidigung. Mit seiner Hilfe wurde die vernichtende Aussage deS Elodtkommandanten Leutnant Fischer entkräftet. Denn Hasso v. Tyszka war bereit zu beschwören, daß Fischer ihn und andere zum Morde an Ledcbour angestiftet hätte. Auch die ganze Legende, daß RegierungSspitzel die Januar- unruhen hervorgerufen hätten, geht auf diesen adligen Gewähr«» mann RosenfeldS zurück. Aber Hasso b. Tyszka hat sich nicht mit guter Kost begnügt� er hat auch anständige Bezahlung verlangt. Ein paar hundert Mark hat er schon vor dem Ledebour-Prozeß bekommen. Mehrere lausend Mark waren ihm— so schreibt die„Sozialistische Korre- spondenz"— für später versprochen. Nach erfochtenem Siege vergaß Rosenfeld aber seines treuen ThSzka und zahlte die Gelder nicht aus. Infolgedessen lief Hasso v. TySzka zur Polizei und beklagte sich über Rolenfeld. Und jetzt hat sich der böse Staatsanwalt der Sache angenommen. Die„Freiheit" wird nun gewiß versichern, daß die Staats« anwaltschaft sich für ihre Niederlage im Ledebour-Prozeß jetzt an dem bewährten Bollsmann Rosenfeld zu rächen suche. Nun. Rosenfeld ist ja immun und wird weiter ungestört das Wort führen können. Nur über Tyszka wird er schweigen. v. TySzka verhaftet. Der von der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei schon seit längerer Zeit gesuchte Lizefetdwebel«. TySzka ist feit einigen Tagen verhaftet und in das UntersnchungSgefängniS Moabit über- geführt worden. ThSzka hatte mit mehreren anderen im Januar und Februar Vaiideudiebstähle begangen, verstand eS jedoch, sich dauernd seiner Festnahme zu entziehen. Der frühere Bizefeldwcbel sollte im Ledebour- Prozeß der Kronzeuge der Verteidigung sein. Seiner Straftaten wegen entzog sich v. T.. wiewohl ihm freies Geleit zugebilligt worden war, dem Erscheinen vor Gericht. Da nun Tyszka verhastet ist, wird wohl bei dieser Gelegenheit eine Klärung darüber kommen, wa« an der Behauptung der Verteidigung von der„Mördcrzeiitra.'e" Wahres ist. Abermalige Abgabe vvn Lokomotiven. Ems«tb ermali ge Ab» gccke von Lokomotiven hat der Friedensvertrag zur Folge, nachdem wir erst durch dre WaftenstillstanÄ SlZtX) Maschinen verloren haben. Artikel 371 des Friedensvertrages bestimmt, daß, wemr ein Netz mit eigenem rollenden Matci iol im ganzen an eine der feindlichen Mächte abgetreten wird, so soll dieses Material voll- ständig nach der letzten Aufnahm« vor dem 11. November 1918 übergeben werden. Die anzutretenden Gebiete find aber mit den Lokomotiven auszustatten, die sie vor dem 1. November hatten. Dann haben wir im Osten wette Skecken von Bahnen des ehema- llgen Russischen Reichesy baben.— Die Bereinigung mit dem Verband der Versicherungsang-stellten sei glatt von statten gegangen, doch sei es schwerer gewesen, mit dem Ver- band der Bureauangestellten zur Emiaung zu koinmen. Doch babe man sich schließlich auf gemeinsamer Grundlaoe verständigt, so daß die Verichmelzung am 1. Oktober zum„Zentralverband der Angestellten" erfolgen werde.— Vom Verbandstag sei auch eine Werbe- zentrale eingerichtet worden, die bereits eine Broschüre heraus- gegeben habe. In der Diskussion entsponnen sich Auseinandersetzungen über den Richiungskampf innerbalb des Verbände?. Wäbrend es einige Redner bedauerten, daß auf dem Verbandslage der Mcinungskampf nicht zum Austrag gekommen ist. wurde das von den übrigen Rednern begrüßt. W e y l a n d begründet den Antrag, den Ortszuschlag trotz der Erböhung der Beiträge weiter bestehen zu lassen. Der Antrag wurde anflenommen. Es erfolgte dann die Wahl der vier ehrenamtlichen Beisitzer im Hauptvorstand. In der Generaldebatte über die Kandidaten wurde Greendork wegen seiner politischen Haltung angegriffen. Während der Debatte kam es zu heftigen Auseinandersetzungen ztoischen den beiden Richtungen. Die Abstimmung wurde durch Stimmzettel vorgenommen. Das Resultat war bei Schluß der Versammlung noch nicht bekannt._ Deutscher Metallarbeiter-Verband. Montag, den 28. Juli, abends 6 Uhr, Bezirksvers amm- l u n g c n für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: Bezirk 1. Wcistcnfcc, Pol»er Allee, Ecke Lehderftratze, im Prälaten. Bezirk 2. L., Memeler Straße 67. Comeniussäle. Bezirk 3. Lichtenberg, Aula des Cäcilien-Lyzcums. Bezirk 4. Lichtenberg, Schulaula. Marktstr. Bezirk 5. TL., Waldemarstraß« 75. Bezirk 6. NculSll», Karlsgarten- straße, Karlsgarten. Bezirk 7. S.. Fontanepromenade, Ecke Kaffer- Friedrich-Platz, bei Fröhlich. Bezirk 8. TO., Eirgeluser 15, Gcwcrk- schastshaus. Bezirk 8a. S., Wassertorstraße 67 bei Gliestng. Bezirk S. 2., Seydelstraße 30 bei Wegner. Bezirk 10. TW., Wilhelmstraßc 118, Restaurant. Bezirk 11. Schöncbcrg, Hauptstraße, Lindcnpart. Bezirk 12. Friedenau, Rheinstraßc, Kaffer-Wilhelm-Garten. Bezirk 13. Charlotten. bürg, Bolkshaus, Rostncnstraße 6(kleiner Saal). Bezirk 14. RW., Zwingli- ftratze 2. Schulaula. Bezirk 15. Reinickrndors-Weft. Scharnweberstraße, Brauerei Hartmann. Bezirk 16. N., Müllcrstraße 142, Pharussäle. BA zirk 17. N., Colberger Straße 23. Feib-ls Festsäle. Bezirk 18. N., Schwedter Straße 23. Bezirk 19. R., Schwedter Straße 23. Bezirk 20. R., Grünthaler Straße 4, Schulaula. Bezirk 21. Obeffchöncweibc, Real- ghmnasium. Bezirk 22. FricdrichShagen, Fricdrichstraße 137, Eonrads Fcsffälc(kleiner Saal). Bezirk 23. Spandau. Moltkestr�ße 7. Oberreal- schule.— Tagesordnung in allen Versammlungen: Aufstellung der Kan- didatcn für die Delegierten zur Verbandsgencralversammlüng. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Kollegen und Kolleginnen, eS ist Pflicht, in diesen Versammlungen recht frühzeitig zu erscheinen; keiner darf fehlen! * Di« Abstimmung findet statt am Sonntag von g— 12 Uhr vormittags und am Dienstag von 3— 6 Uhr nachmittags in folgenden Lokalen: Osten: Heinrich, Große Frankfurter Straße 30. Rott. Snaßmann- straße 29. Grunwald, Memeler Straße 67. AndreaS-Feslsäle. Andreas- straße 21.„Zum Freischütz", Fruchtstraße 36a. Blume, Ali-Boxhagen 56. Bahr, Stralauer Allee 47.— Nur am 29 Juli von 1— 6 Uhr nachmittags. Südosten: Fröhlich, Muskauer Straße 1. Eichhorn, Reichenbergcr Straße 86. Ehlert, Kottbuser Straße 19. Gewerffchaftshaus, Engelufer 15, Saal 11. Prasser, Michaelkirchstraße, Ecke Wusterbausener Straße. Süden: Blcnlle, Schönleinsttaße, Ecke Boppstraße. Büttner, Gneisenau- straße 66. Kasfler, Ritterstraße 121.— Nur am 29. Juli von 3 bis 6 Uhr nachm. Topp, Alte Jakobstraße, Ecke Hollmannstratze. Greive, Rungestraße 30. Westen: Wiemer, Bülowftraße 56. Nordwesten: Markgraf, Huttenstraßc 23. Trick, Berlichingenstraße 5. Pärsch, Oldenburger Straße 10. Krüger, Puttlitzstraße 10. Hämmcrer, Birkcnstraßc 67. Sturz, Huttenstraße 29.— Nur am 29. Juli. Kaiser, Gotz- kowskystraße 34.— Nur am 29. Juli. Norden: Kuffcher, Hennigsdorfer Straße 13. Krause, Seeftraße 62. Sachse, Lindower Str. 26.— Nur am 29. Juli. Naß, Maxstraße 12. Meyer, Ackerstraße 123. Zastrow, Ackcrstraße 103. Thomas. Garten- straße 71. Baumann, Gerichtstraße 74. Tahms. Schlcgclstraße 9. Kluwe, Jasmunder Straße 3. Büttner. Sckwedter Straße 23. Wald, Pflug- straße 5. Larzeck, Hussitensttaße 35. Hummel, Sopbienstraße 5. Vorbau (früher Scrtelmann), Linienstraße 195.— Nur am 29. Juli. Nordosten: Wiese, Elbinger Straße 85. Späth, Georgcnkirchstraße 65. Gkiesche. Kopenhagener Straße 74. Eichner, Bernauer Straße 76. Löwen- braucrei, Bad-, Ecke Hochstraße. Friffch, Drontheiiner Straße 4. Krüger, Husfitcnstraße 34. Carus, Voltaftraße 37. Koblassa. Voltastraße 40. Ertclt, Gerichfftraße 71. Schwark, Feldfttaße 3. Schurzmann, Slettincr Straße 11. AdlcrShos: Bockert. Ecke Radickesiraße. Banmschulcnweg: Boche. Baumschulenftraße 67. Charwttenburg: Helmholz-Ouelle. Helmholzstraße. Volkshaus, Ro- finenstraße 4. Porfchcl, Kaffer-Friedrich-Straße 82. Friedenau: Spieß. Rheinsttaße 27. FricdrichShagen: Tinius, Fricdrichstraße 121. Hasclhorst: Restaurant Barchel. Hohenschönhausen: Hcrrmann(Zum Hcrrschleb), Berliner Straße 98. Hennigsdors: Kantine A. E. G. Köpenick: Kaßner, Kaiserin-Augusta-Vittoria-Sttaße 29. Lichtenberg: Glockauer. Frankfurter Alle« 138. Dahmes, Mainzer Straße 23. Weiß. Möllendorsistraße 77. Mariendors: Stritzk«, Eroßbeerenstraße.— Nur am 29. Juli. Streiter, Chausseestraße 27. Marienfelde: Scholz, Kieperplatz.— Nur sür Dienstag. Neukölln: Jdeal-Klause, Marescbestraße 14/16. Ideal-Kasino. Weichsel- straße 8. Iben, Boddinstraße 58. Rückhcim, Bergstraße, Ecke Lahnsiraße. Kirchner, Hermannstraße, Ecke Schierkestraße. Ni ed erschöne« eide: Rachel, Grünauer Straße, cm Bahnhof.— Nur für Dienstag. Obeffchöncweide: Kodaneck, Wilhelmineichofftraße 18. Reinkc. Wil- helminenhofftraße 64.— Nur für Dienstag. Pankow: Schmidt, Florastraße 15. Reinickcndors-Roscnthal: Feind(Zur Wartburg), am Bahnhof. Reinickendors-Oft: Uhlig, Restdcnzsttaße 156.— Nur sür Dienstag. Rcinickcndorf-Wcst: Mieche. Eickchurnstraße 49. Schöneberg: Obst, Martin-Lucher-Tttaße 69. Brumm, Reichertstraße. Seegefeld: Restaurant Baier. SicmenSftadt: Müller, Märkffcher Steig, Ecke Nonnend ammallee. Marsand, Nonnendamm. Lang«, Reichsstraße, Ecke Nonnendamm. Spandau: Steinmetz, Bismarckstraße..Zur letzten Minute", Bahn- Hof. Windt, Pichelsdorfer Straße 5. Staaken: Thiele, Berliner Straße. Steglitz: Henke, Flensburger Straße 7.— Nur am Sonntag. Tegel: Lehnhordt, Berliner Straße 84. Tcmpclhos: Bürgergarten. Am Bahnhof, Berliner Straße. Schreiter, Gottlieb-Dunkel-Straße.— Nur für Dienstag. Treptow: Ganter, Harzer Straße 88. Braun«, Bahnhof Treptow.— Nur für Dienstag. Wildau: Kafino. Schuhmann. Weistensee: Pietz. Rennbahnstraße 4. Mosche, Berliner Allee 251. Kollegen und Kolleginnen, beteilige sich ein jeder an dieser Abstimmung! Glühlampenwerk Siemens». HalSke A.-G., Charlottenburg. Be- ttiebsverfammlung am Montag, 28. Juli, mittags 12 Uhr, im Siadt- chcater Moabit, Alt-Moabit 47. Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen unbedingt erforderlich. Der Arbeiterrat. Funktionäre der Elektroindustrie. Sitzung findet am Montag im Mär- kischcn Gvmnasinm nicht statt." Dr. P. Meyer A.-G. Wedding. Am Montag,.den 28. Juli, nackm. US Uhr, hält Genosse A. Wusch ik bei Sachse, Lindower Str. 26, einen Vortrag. Alle Kolleginnen und Kollegen, die auf dem Boden der S. P. D. stehen, sind eingeladen._ Ter Einberufet Brumier. Wettcrausfichtru für das mittlere Norddeutschlaud bis Montag nachmittag: Zunächst noch kühl und überwiegend bewölkt mit weilverbieitelen, im Westen meist geringen, im Osten stärkeren Regensällen und mäßigen nordwestlichen Winden. Später im Westen beginnende Aus- beiterung. B-rantwortlich für Politik: Artnr llickler, Eharlottenburg, slir de» übrige» Teil des Blattes: Alfred Scholz, Neukölln: fllr Anzeigen: Theodor Sloäe, Berlin. Verlag: Borwärts-Derlag S. m. b. H., Berlin. Druck: Borwarte» Buchdrucker«! und Berlazsanstalt Paul Singer u. Co. in Berlin, Lindcnstx. S. Htrrz» 3 Bettagc«./ Leipziger Str. ICiSxalgslraße Moritzpietz Rosentireler Str. Teller tief oder flach, glatt....,. 75 Pf. Butterbrolleller glatt 65 Pf, Teller lief oder flach, gerippt..... 80 Pf. Dutlerbrotteller gerippt....... 70 Pf. Satz Schüsseln 6 stück, weiß.... 8.00 Satz Schusseln 6 Stück, bunt 8.75 10.50 Kaffeebecher weiß... 60 70 90 pl Milchtöpfe konisch, weiß.. 2.10 bis 4.25 A-WEMTHEIP�f ' s o. t>. H. Versand- Abteilung Berlin W ö6 Leipziger Str. Kochtöpfe braun, hoch oder breit............... 65 95 Pf. 1.60 Einmßchtöpfe bock.................... von 4.90 bu 24.00 Einkochkrüge...... 1 Ur. 1.15, l'/- Ltr- 1.50, mit Deckel, 1 Ltr. 2.60 Feuerfeste Ton-Kodigcschirrc von 2.85 bis 12.75 MildltÖpfe konisch, blau.. 2.66 bis 6.85 Bratenschüsseln bunt.. 85 Pf. bis 3.7 5 Kartoffelnäpfe bunt.......... 3.69 Rettigschalen bunt.......... 85 pi. Erdbeerschalen bunt......... 1.75 Obstschalen auf Fuß, bunt...... 2.15 Kaffeebecher bunt. 65 75 85 Pf. 1.65 Kannenuntersätze glasiert 55 Pf. 2.15 ßratenschusseln Ä 1.35 2.75 4,00 Bcilagschalcn weiß..... 50 Pf 75 Pf. Eisschalcn weiß............ 33 Pf. Kaffeekannen kown�h 1.10 2.50 5.40 MÜchtÖpfe konisch, weiß. v. 30 Pf. bis 1.55 MilchtÖpfc sortiert, weiß. 8 Pf bis 42 Pf. Prcss�lasgarnitur „Hansa" Butterdosen............... 1.50 Eisschälchen.............. 75 Pf. Kuchenteller..... 3.10 4.00 4.75 Salatschüsseln.. von 68 Pf bis 3.60 Kompotteller......... 42 75 Pf. Zuckcrschalen......'.1.10 1.45 Salatschüsseln weiß..... 95 Pf 4.25 Tassen weiß........ 1.45 dünn 1.95 Zuckerdosen weiß.......... 40 Pf. Tassen bunt bemalt....... 1.45 2.20 Tassen ind. blau............. 1.90 Tafel-Service f i2Pers. 175.00 410,00 Konfektdosen............. 3.95 Blumenschalen....... 1.60 6.50 Blumenkübel 1.90 2.15 2.40 2.70 Nippes Vasen mit Deckel...........■• 5.25 Blumenvasen......... 2.25 3,25 Porzellan-Nippes.......... 85 Pf. Tiere und Figuren in Kopenhagener Art Gr«ße Auswahl in Schwarzwilder Teegeschirren ei�SW-OlIT CSU. Gepressie Einmachegläser...... 33 Pf. bis 1.90 Geleegläser v* Wund......... 55 Pf. Honiggläser mit Deckel. 42 48 70 Pf. Konserven- schmale Form 1.00 bis 1.45 gläser breite Fonn 1.55 bis 2.15 Einkochapparate......... 29.00 Glastabletts....... Gemüsedämpfer........... 7.50 Käseglocken gepreßt.... 2.40 2.90 Likörgläser gepreßt......... 16 Pf. Kompotteller gepreßt....... 55 Pt Wassergläser gepreßt........ 55 Pf. Sturzflaschen 8.00 8.50 13,50 ,. 20 cm 3»00 24 cm 4-50 Pressglasgarniiur „Mariha" Butterdosen.............. 5.25 Salatschüsseln.... von 1,10 bis 2.45 Kuchentcller.............. 3.50 Kompotteller............. 65 Pf Zuckerschalen............. 200 Bhimcnvasen........ 6 30(>6 6 80 cm K?. Z7H ❖ ZS. Jahrgang 7. Seilage öes Vorwärts Sonntag, 27. JuftWlQ Selbstverwaltung im Schulhause Das Verhältnis des KlafsenstaateS zu seinen Beamten und Lehrern predigt bis in seine Winkel hinein die Wahrheit des Satzes, daß eine geknechtete Beamtenschaft eins der besten Herrschaftsmittel ist, um ein ganzes Volk knechten und niederhalten zu können. Zu dem eben gekennzeichneten Zwecke hielt man Beamte und Lehrer zu allen Zeiten in entwürdigender recht« licher und wirtschaftlicher Abhängigkeit. Man suchte schon im vor- aus ihre Geistesrichtung zu bestimmen, indem man ihren Eni- wicklnngsgang beeinflußte. Ilm das gewünschte Maß von VoüSfremdheir in ihnen großzuziehen, ließ man sie a b g e s o n- d e r t von der Volksgesamtheit aufwachsen. Den größeren Teil der Beamten erzog man als Militäranwärter in der Kaserne und die Volrsschullehrer hinter den Mauern ehemaliger Klöster oder in abgelegenen Landstädtchen in Internaten. In dieses Kapitel gehört auch die Verlegung des Berliner Seminars für Sradtschnllchrer nach Spandau sowie der Umstand, daß der Stadt Berlin noch vor zwei Jahren die Genehmigung zur Errichrung eines Lehrerseminars verweigert wurde. Kamen die also Vorbereiteten dann ins Amt, so sorgte ein Spstem von Gewalianwendungen, geschriebenen und ungeschriebenen, dafür, daß die Beamten und Lehrer dem Zwecke, Organe der Klassenherrschaft zu sein, dienstbar gemacht wurden. Die durchweg ganz unzulänglichen Gehälter und das Hinausziehen der festen Anstellung taten ein übriges. Denn man wußte in den Kreisen, die in dem Lande westlich von Rußland damals die maßgebenden waren, nur zu gut, daß, wer wirtschaftlich nicht feststand und wer nichts Rechtes unter den Füßen hatte, daß der auch oben nicht anecken würde. Wen dann die Not des Lebens zwang, Neben- verdienst zu suchen, der mußte dem Spstem in noch höherem Maße seinen Tribut zahlen. Wer gar aufsteigen wollte auf der Stufen- leiter einer sogenannten Lausbahn, der mnßte sich einem mehr« jährigen Läuterungsverfahren unterziehen, mit Prüfungen, Revisionen und Berichten gespickt, das geeignet schien, auch den letzten Rest von Gradheit und eigener geistiger Betätigung zu er- töten. Auf die Volksschullehrerschaft, diese Masse vril- gärer Intelligenz, hatte es der Staat der Junker und Pfaffen ganz besonders abgesehen. Ihr Schicksal war auf das engste verknüpft mit dem der breiten Bolksmasse, die ihre Jugend der Volksschule zuführt. Schwerlich ist das Maß tffrn Sorgfalt zu übertreffen, die aufgewandt wurde, um den Geist der gottgewollten Abhängigkeiten im Schulhause zu sichern. Ganz gewohnheitsmäßig wurde zu diesem Zwecke der Sittenlehre ins Gesicht geschlagen, die man in den Schulklasien den Hosenmätzen vorpredigen ließ. Und wenn nicht jede Absicht dieses niederträchtigen GewaltsystemS voll auf ihre Rechnung kam, so ist das mehr der Gesundheit der mensch« lichen Natur in den Beherrschten zu danken als irgend welcher Zimperlichkeit bei der Wahl der Mittel seitens der Herrschenden. Die Wirkung dieses Systems auf das heranwachsende Geschlecht ist von der politisch organisierten Arbeiterschaft wohl erheblich unter schätzt worden, llmsomehr muß heute auss ernsteste davor gewarnt werden, den Fragen der Schulerzrehung mit Lauheit und Halbheil gegenüberzustehen. Der alte Staat Preußen vertrug es einfach nicht, daß im Schulhanse der Großstadt fünfzehn bis zwanzig gebildete Menschen aus dem Volke als freie Leute an der Erziehung der Jugend arbeiteten, ohne daß der Staat seinen Vertrauensmann da« zwischen hatte. Diese Funktion zu erfüllen, war die Aufgabe des Rektors, an den höheren Schulen die des Direktors. Wer in dieses Ami aufrücken wollte, der wurde in seiner Laufbahn, wie schon angedeutet, von den Sachwaltern des KlaffenstaateS für seine künflig«! Funktionen in meist jahrelanger Wartezeit noch besonder? präpariert. DaS Rektorat an den mehrklaffigen Volksschulen ist eine von Hause auS preußische Schöpfung, die danach wie ja auch sonst der preußische Geist in Deutschland ans »moralische Eroberungen' ausging. Bezeichnend ist, daß auch dieses »cht preußische Gewächs gerade dort' auf die heftigste Gegnerschaft in den Kreisen der Volksschullehrer stieß, wo nach dem Zeugnis des alten Fritzen die schlechtesten Preußen wohnen, in Westdeutschland. Auch in der Schulverwaltung der Reichshauptstadt schien man diesen Umstand zu kennen. Es ist wohl nicht ganz zufällig. daß der Berliner Lehrerschaft der Zuwachs aus Westdeutschlad so ganz ferngeblieben ist. Rheinländer und Westfalen hätten sich jeden« falls der Berliner Schulmühle nicht reibungslos eingefügt; wahr« scheinlich hätten sie auch die Haltung des Berliner Lehrer- verein« in für die Behörde unerwünschter Weise beeinflußt. Berlin ist ja die Zentrale der großen Lehrerverbände. Seit sich nun nach den Novembertageu das System Zucker- brot und Peitsche der Lehrerschaft gegenüber nicht mehr voll geltend machen kann, hat mau im preußischen Lehrerverein die berechtigten Forderungen der westdeutschen Lehrer auf Herbeiführung der Selbstverwaltung im Großstadt« schulhause glatt übernommen. Auch die Berliner Lehrerschaft ein- schließlich der sozialistischen, fordert die Leitung der mchrklassigen Schulen durch das K o l I e g i n m und die Wahl des Schulleiters durch das Kollegium aus Zeit. Jeder Lehrer soll in seiner Arbeit unter der Aussicht seines nächsten Vor« gesetzten, des KreiSschulinfpettorS, selbständig sein. Der über- flüssige und darum schädliche AufsichtS- und Vorgesetztenpostqn des »RekrorS, der gegenwärtig alle wesentlichen Besstgnisse de? OrtS« schulinspcktorS besitzt, soll restlos beseitigt werden. Zu den Herr« schaftsgrundsätzen gehörte eS nämlich nicht nur, die Vorgesetzten mit Allgewalt nach urtten hin auszustatten, sondern eS wurden Borgesetzte auch an Stellen eingefügt, wohin ans Gründen der Arbeit keine gehörte», als sei ein Äussichtsbeamler bester als zehn Arbeiter. Die Arbeit, die im Schulhause geleistet wird, unterscheidet sich in einem grundsätzlich von der Arbeit an anderen Arbeitsstätten,. sie ist Arbeit an lebendem Material. Sie hat sich darum den Gesetzen des Lebendigen anzupasten. DaS gilt aber auch für die Organisalion der Aufficht! Nicht der UnterrichiSstoff, sondern die Erhöhung der körperlichen und geistigen Leisiungssähigkeit des Schülers und seine Einfühlung in die Notwendigkeiten der Volksgesamtheit find das wesentliche an der Schularbeit. DaS sind aber Dinge, die sich als Arbeitsergebnis nie recht nachweisen lasten. Es koinmt hinzu, daß der Erfolg der Erziehungsarbeit mit bedingt wird durch die vielfachen Hemmungen gesundheitlicher und sozialer Art, die nachträglich nicht nachweisbar find. So boten und bieten die Besonderheiten der Schularbeit jed« wedsn HerrschaftSgelüsten schier unbegrenzte Möglichkeiten. Man hat sie weidlich zu nützen verstanden. Der schwere Druck macht eS erklärlich, daß man zu politische» Maßregelungen der Lehrerschaft im Staate Preußen so selten zu greifen brauchte. Der berufliche Druck reichte vollkommen aus. Die Arbeit eines Lehrers ist letzten Endes Vertrauenssache. Kontrollieren läßt sich nur der Schul drill. Wem man die Jugend des Volkes nicht anvertrauen zu können glaubt, den soll man lieber davonjagen, als daß man für die Masse der Lehrerschaft Leitschienen und Gängelbänder auf- recht erhält, die ihre notwendigen Albeiismöglichkeiten hemmen und beschränken. Man hat nun im preußischen Unterrichtsministerium, das der Leitung eines Parteigenosten untersteht, auch mit der Frage der kollegialen Schulleitung beschäftigt. Vertreter des preußischen Lehrervereins, des Reklorenvercins und des KlassenlehrerbereinS auS Rbelnland- Westfalen waren zu einer Aussprache geladen. So weit, so gut! ES ist dos aber keineswegs eine Angelegenheit, die in erster Linie im Sinne eines Ausgleichs der widerstrebenden Jnteresten zu lösen wäre, wie etwa die öffentliche Bewirtschaftung von Frühjahrs- und Herbstgcmüse. Die HerrschaftSinstrumeate des alten Systems sind einfach zu beseitigen im Interesse des ganzen Volkes, das an den Folgen dieser Herrschaft so schwer zu tragen hat. Wer dem deutschen Volke aufrechte Männer und Frauen erzieben soll, der muß s e l b st bei seiner Arbeit gerade stehen können, den darf man nicht beengen und niederdrücken können an seinem Arbeitsplatze. ES hat doch gar keinen Sinn, von der Selbstregicrung der Schüler zu reden, wenn man nickt zunächst dem Lehrer ausreichende Bewegungsfreiheit gewähren will. Was in der Regelung der Ortsschulaufsicht aus dem Unter- richtsmi nistenum herausgekommen ist. das wurde von der„Allge- meinen deutschen Lehrerzeitung' mit Recht als eine für die Lehrer« schaft gesährliche Halbheii gekennzeichnet. Man hört nun einiges von einer Reform desRektorats. An seiner Beseitigung ist man seltsamerweise vorbeigegangen. Man ist im Unterrichtsministerium anscheinend nicht in der Lage, sich von der Traditton ausreichend frei zu machen und Schulftagen von den großen Gesichtspunkten aus zu betrachten, die ihnen nun einmal eigen sind. Man sollte vom Zentrum lernen, daß es in dergleichen Dingen lohnt, aus? ganze zu gehen. Die beiden sozialdemokratischen Fraktionen der Berliner Stadtver. ordnetenversammlnng haben vor kurzem einmütig be« schloffen, die erledigten Rekloren« und Direktorenflellen bis zur Regelung der Schulleitungsfrage nicht zu besetzen. Was hilft uns Lehrern aber schließlich das in diesen Beschlüssen zum Ausdruck gebrachte Verständnis, wenn das Unterrichtsministerium ein Stück Borgesetztenposten erhalten will, das für Land und Kleinstadt nun glücklich beseitigt ist. In dieser Frage, der Beseitigung des Rektorats, gibt es doch keine Hinderniste parteipolitischer Natur- ES kann in dieser Frage eben nur eines gebe«: Wie eine unfreie Lehrerschaft zu den Existenznotwendigkeiten des ObrigkeitsstaateS gehörte, so ist die Befreiung der Lehrer und Beamten von beruflichem und politischem Drucke ein not- wendiges Bedürfnis eines freien VolkSstaateS. DaS Rektorat aber ist gerade das Kernstück zur Nieder- Haltung der großstädtischen Lehrerschaft gewesen. Wer eS in irgend welchem Maße erhalten will, der darf der Gegnerschaft breitester Schichten der Lehrerschaft sicher sein, die an einer befriedigenden Erledigung dieser Frage aufs lebhafteste interessiert find. Die sozialistische Lehrerschaft insbesondere dürfte in der Konservierung unnützer beruflicher Beengung eine Einschnürung ihrer Entwicklungsmöglichkeiten sehen. Darum schaffe man Raum, man breche Bahn. damit der Erziehungsbeamte des zusammengebrochenen ObrigkeitS- staatei sich entwickeln kann zum Volksschullehrer eines freien Staates und freien Volkes I_ E. Drange. Nationalversammlung z« Weimar (Forksetznmg auS der AbendanSgabe.) DaS HauS trttt iu die TagcZovdnung ein. Abg. Dr. Hngv(D. Vp.): Die gestrige Rede ErzbergerS nnd der eben gehörte Antrag sollen daS deutsche Volk in seinen tiefsten Tiefen anstvühlen.(Unruhe links; Ruf: Auftlärenl) Nachgerade wird das eine Gefahr für die deutsche Oeffenilichkeit. Nach der gestern angewandten Me- thode lebt man wie unter einem Uebersall mit irgendwelchen Eni- hüllungen, nnd so wird ein Schaden im Volke angerichtet, der eine Wüste daraus macht.(Großer Lärm und andanenede Unruhe links!) Präsident Fehrenbach: Die Lage ist doch ungeheuer ernst. Be- aoeiflich ist ja nach dem gestrigen Tage die Erschütterung des Hauses, aber es sollte doch die Gefühle zurückhalten. Bieten wir dem Reiche das Bild einer ruhigen und ernsten Beratung. Abg. Dr. Hugo(D. Vp.): Setzen wir einen obseNiven AuSschnst ein, der die uns bewegenden Fragen in durchaus objektiver Weise erschöpft, bestehend auS Historikern raiter einem publizistisch geschulten Juristen, die daS Recht haben, alle Auskünfte zu verlangen und jede Erhebung anzuordnen. Eine andere Methode schafft kein objektives Urteil.(Sehr richtig! rechts; Unruhe links. Abg. Keil ruft: Angst haben Siel) Ganz einseitig wirft Erzbergsr den Dentfchnationalen die Illusion vor, daß der U-Boot-Krieg in kürzester Frist den Frieden entscheiden könnt«; er selbst hat nicht anders gedacht. Selbst Sozialdemokraten, der jetzige Minister Dr. David, der„Vorwärts' vom Februar 1918 glaubten an die Wirkung des N-Boot-ÄriegeS, und die militärische Hilfe Amerikas schätzte der Militärkritiker des„Vorwärts' gering ein. Der Schaden, den die FviedenSresolution anrichtete, war, daß sie im Volke den Glauben vernichtete, es müste, um den Krieg zu gewinnen, aushalten. Cle- menceau und die französischen Staatsmänner haben anders ge- handelt und jede Friedensbewegung im Volke erstickt. So würde Clcutenccau der Retter seiner Nation und so wird er vom französischen Volke angesehen. War das Nein, das alle Parteien mn 12.!Nai aussprachen, überall mir ein Nein des Affektes? Wie ist die Regierung damals mit dem Volke um- gegangen? Man sieht, wie wenig charaktervoll das deutsche Voll in der entscheidenden Stunde seines Geschickes geführt� wurde. (Sehr richtig! rechts; Unruhe links.) Das alle System war so gut und so schlecht wie das neue, es kommt darauf an, welche Männer Geschichte machen. Das Selbstbestimmungsrcckt des Balles hat auch im alten System einen weiten, weiten Spielraum. Durch Ihre öde Verneinungspolitik haben Sie(zu den Sozialdemo- kraten) die Bildung einer arbeitsfähigen Mehrheit im Reichstage auf die Dauer unmöglich gemacht. Das muß Ihnen einmal gesagt werden.(Gelächter be! den Sozialdemokraten.) Auch das Zentrum hat durch seine Nützlichkeitspolitik, durch die es bald zu Mehrheitsbildungen nach rechts, bald nach links ver- anlaßt wurde, eine feste Mehrheitsbildung verhindert. Eine wei- tere Schuld der Sozialdemokratie an den heutigen Zuständen finden wir darin, daß die Soziakdemvkratte 60 Jechve hindurch Vorstellungen über die Macht de? Sozialismus in der breiten Masse erweckt hat, die fie nicht erfüllen konnte. Dar- ans fließt die Triebkraft, die die Arbeiter in die unglückseligen wilden Streiks getrieben Hot. Der intern atisnale Gedanke, mit dem sie Schiffbruch erlitten haben, ist nun auch noch das Leitmotiv der äußeren Politik des Ministers Müller. Gerade diese Politik der Volksversöhnung hat aber zu den katastrophalen Enttäuschungen geführt, die wir jetzt erleiden,(Lebhaste Zustimmung rechts,) Scheioenmnn hat noch im Dezember 1916 die Znkunf! des deutsck-cn Volkes im Falle des- Sieges der Feind-«IS die eines BettlervolkcS ausgemalt. Mit Ihren falschen Ideen der Bersttindignng haben Sie aber den DurchhaltSgeist gelähmt. Man kann nicht verlangen, daß wir dem Minister des Aeutzern auf dem Wege der Illusionen folgen. Seine Rede entbehrte jeden realm Wertes und bewegte sich in einer VorstellungZwelt, die es gar nicht gibt, dir man nur in Deutschland findet. Wir denken nicht an neue Rüstungen und halten eS nach Annahme des Friedensverträge:- für unsere Pflicht, das zerstörte Frankreich wieder aufzubauen- AlleS Liebeswerben darüber hinaus kann uns aber nur ch- Heuchelei oder Schwäche ausgelegt werden.(Lebhafte Zustim mutig rechts.) Der Sozialismus verschuldete auch den Zusammenlwnch unseres-HoereS. Der Gozialdemorrat KaliSkh hat gesagt: DaS alle Heer habt Ihr verlumpen und verludern lassen und das neue nicht wieocr aufgerichtet. Weltgeschichte macht man nicht mit MehrheitShe- schlüssen. Den wirtschaftspolitischen Absichten der Regierung stehen wir, obwohl wir daS Fallenlassen der Plan- Wirtschaft begrüßen, doch mit starken Bedenken gegen- über. Wir begrüßen aber best Ton des Optimismus, der ans der Rede des Reichswirtschaftsministers klang, und seine Absichten auf Anbahnung einer freieren Wirtschaft. In Mtcrna liegen ein? Reihe Fischdampfer, die nicht gelöscht werden können. Wenn wir der Regierung unser Vertrauen nicht aus- sprechen können, so beabsichtigen wir nicht, eine negative Politik zu führen. In der augenblickuchen Regierungspolitik vermissen wir schöpferische Ideen, die zum Wiederaufbau Deutschlands geeignet sind.(Lebhafter Beifall bei der deutschen VollSpartei.) Rdchstwnähnimgsminister Schmidt: Es trifft zu, daß eine Reibe Fischdampfec in der Elbe lagern und daß die Fische nicht verteilt werden. Sie werden konserviert und gesalzen, um uns zu Zeiten einer weniger reichen Zufuhr zur Verfügung zu stehen. Dem Verderben sind sie also nicht ausgesetzt. Abg. Dr. Hnase(U.Soz.): Wir haben gezeigt, daß wir Gegner Erzbergers sind, aber die Attacken, die jetzt z. B. Helfferich in der„Kreuzzeitung" gegen ihn reitet, machen stutzig. Man will sich rächen an dem Mann, der durch Unterzeichnung des Friedensvertrages den Plan_ der Vabanquespieler vereitelte und jetzt schwere Sievern durchsetzen will. Die Arsache de? Zns«»mknbr«chs des Hseres und deS Friedensschlusses sind längst klargestellt; die Oberste Heeresleitung hatte bereits im Oktober 1918 tlar zugcgc- den, daß sie am Ende ihrer Kräfte sei; aber wer die Wahrheit sagte, wurde als ehrlos gestempelt. Gegen dies Treiben erft." sich Januar 1918 der große Streik in Berlin, und viel wäre uns| erspart geblieben, häite er Erfolg gehabt. Aber niemand, aurv Erzberger nicht, der die Vorgänge in München gestern als neu darstellte, trat offen auf. Nun kommt der Friedensschluß. Am 22. JuNi feilte Noske vertraulich mit, ein Wideistaud sei aus- sichtsloS, im Osten könnten vielleicht einig: Erfolge erzielt iverdeu aber dann wäre eS bald zu Ende. Schiffer riet schlankweg zun, unterschreiben, Posadowsky zögerte etwas, hatte aber kein:» lebhaften Widerspruch, nnd entscheidend war, daß H e i n z c e i klärte, seine Partei»verde aus der llnterzciw nnng niemanden einen Strick drehen. Alle? atme: auf, als die Regierung unterschrieb. Wer unterschreibt, ist ein Ehrenmann. Heute sollen wir der Friedeusgesandtjchaft in den Rückui'g° fallen sein, aber Brockdorff wünschte gar nicht, daß man in Berlin sofort„unannehmbar' sagte. Heute atmet alles auf, daß wir den Friedssi haben, selbst der Minister Müller hat eine Rede frei von Kraftmaicrttnn und ohne bramarbasieren gehalten. Der Herr Außenminister hat zugesagt, daß»a? Baltiknni gertsiimt werden soll. Wenn« wirklich eine solche Anordnung gegeben hat. so wird sie von den militätisch«« Instanzen gründlich sabotiert. Die Werbebureaus für die baltische Landeswehr setzen ihre Tätig- keit ungeniert fort, und die VertranenSIente beider sozialdemokratischen Parteien berichten übereinstimmend und unabhängig van einander, daß jetzt, genau so wie Anfang August, Truppcnkörpcr durch.. Ostpreußen nach Kurland geschickt werden. Herr Müller regiert also nicht, sondern er wird von einer militari- schen Nebenregier nng regiert. Wir haben vom Minister deS Aeußern loeiter gehört, daß mit der ruftischen Republik Beziehungen angeknüpft werden sollen. Aper wie ist e? demgegei' über möglich, daß man jetzt noch ein immunes Mitglied der russischen Sowjet-ötrpublik, Radek, im Geftingni, fesihiilt? (Sehr richtig! bei den U. Soz.) Die Werbebureaus und die Frei- willigenkorvs bestehen unverändert iveiter. Es tvar ein schwerer politischer Fehler, daß man überhaupt,- Werbebureaus einrichtete. Der Verlauf der Ereignisse hat gezeigt, daß die Hunderttausende von Soldaten, die man im Osten aufgestellt hat, unnütz, ja im entscheidenden Augenblick eine große Gefahr für uns bedeuteten. weil sie schon darauf und daran waren, ganz gleichgültig, ob der Friedensvertrag unterzeichnet würde, eine Gewaltpolitik auf eigene Faust zu betreiben. Unser Heeresbudget ist noch ebenso wie in der Kricgszeit.(Hört! hört!) Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie die Freiwilligenkorps verpflegt und gelohnt werden. (Sehr richtig! bei den U. Soz.) Die Regierung sollte wenigstens darauf achten, daß nur die Offiziere bleibc?», die auf dem Boden der Republik stehen. Es ist doch ein geradezu unerhörter Zu- stand, daß die Offiziere ganz offen gegen die Repnlllik frondieren, als sich ein Bund von Offizieren und Unterosfizieren bildete, der sich grundsätzlich auf republikanischen Boden stellte. Da fuhr Herr Nooke sofort mit einem Erlaß dazwischen und erklärte, politische Propaganda dürfe im Heere nicht betrieben werden. Wo war er, als der Nationalbnnd der Offiziere eine Propaganda im konserva- tive« Sinne trieb? Herr Noske spielt sich oft als. den starken Rann auf; aber im Grunde ist er an beiden Händen gefesselt.(Sehr richtig! bei den U. �oz.) Wie die Mitglieder dieser Freiwilligen- korps sich anfsühren, das schreit geradezu zum Himmel. Ich er- nmere nur an den Vorfall in Königsberg, wo fie gewaltsam in die Stadtvemrdnetensitzuug eingedrungen und zwei Stadtverordnete mit Gewalt genötigt haben, eine Erklärung abzugeben. » SMe„Not«»atzne" ist jetzt schen seit iibcr einen Monat unterdrückt. Die frühere Re- ffierung hätte es nicht gewagt dauernd eine Zeitung zu verbieten. (Sehr richtig I bei den U. Soz.) Der Belagerungszustand wird weiter aufrechterhalten auf Grund der Berichte von Spitzeln und übel beleumdeter Subjekte, von denen sich die Regierung schon aus Reinlichkeitsgründen fernhalten sollte.(Beifall bei den 11 Soz.) Unsere Herren Minister sind so durchdrungen von ihrer Wichtig- keit, daß sie sich mit dem Deutschen Reiche identifizieren. Wenn ihre politische Sicherheit, nicht einmal ihre menschliche persönliche Sicherheit in Gefahr kommt, wenn man ruft„Nieder mit der Re- gierung 1", so verhängen Sie den Belagerungszustand. Die tollsten Mißstände bestehen auf dem Gebiete der Schutzhaft. Im Ruhr- gebiet sitzen jetzt noch tiber tausend Arbeitet in Schutzhaft, ohne daß sie wissen, weshalb man sie verhaftet hat.(Große Unruhe und Pfuirufe bei den U. Soz.) Kann man einer solchen Regierung der- trauen?(Zurufe bei den U. Soz.: Niemals!)— Als Herr Bauer noch Gewerkschaftsführer war, hat er sich nicht so über Streiks und Putsche ausgesprochen wie jetzt. Wirtschaftliche Streiks find keine Putsche; die Streiks werden aus der wirtschaftlichen Not geboren, und die politischen Parteien erfahren erst davon, wenn sie zur Tat gewor- den sind. Das Mittel de? Streiks können Sie den Arbeitern nicht nehmen. Obligatorische Schiedsgerichte, die aus der Bourgeoisie zusammengesetzt find, können den Arbeitern nichts nützen. Der ArbettSzwang ist solange der kapitalistische Staat besteht,«in Per- brechen an den Arbeitern. Eine soziale Reform ist nicht mit einem Schlage tmrchzufiihren. Die Gegenrevolutionäre sind an der Arbeit. Gegen die Juden wird heftig gehetzt. Mit der Nnterdrückung der Unabhängigen ist man schnell bei der Hand. Die Diktatur beS Proletariat» bedeutet keineswegs die Herrschaft mit Han'ogkanaten. Mißtrauen gegen die Regierung haben die«Arbeiter besonder? deshalb, weil die nach dem Friedensschluß erwartet« Amnestie ausgeblieben ist. 'Peifall bei den U. Soz.) Die R ei chAv eh rm in i ster Nos?e: antisemitische Hetze chätze ich als sehr gefährlich ein. weil eS bei der Erregbarkeit vieler Menschen und der Geneigtheit zu Gewalttätigkeiten leicht ;u Ausschreitungen kommen kann. Deutschland? Ansehen in oer Welt würde weiter beeinträchtigt werden, wenn wir zu allem Un- heil auch noch Pogrome erleben würden. Der antisemitischen Hetze in Berlin nachzugehen, ist nicht leicht, weil die Polizei nicht so funktioniert, wie eS wünschenswert wäre. Der Ursprung mancher antisemitischer Hetzblätter ist ebenso schwer festzustellen wie der von spartakistischen Blättern. Wo sich eine Handhabe bietet, wird zugepackt werden. Jede anti- semitische Treiberei in der Truppe verurteile ich auf das Eni- schiedenste und bin dagegen eingeschritten. Die Regierung hat allerdings in den letzten Monaten nicht immer ihr Dichten und Trachten auf Reformen und SozialisierungSmaßnahmen richten können, weil ihre Kräfte für tnnerpolitische Kämpfe in Anspruch genommen wurden. Wenn die deutschen Arbeiter die Früchte der Revolution noch nicht ernten, so ist daS dem ekel- Hastesten Bruderkrieg in der Arbeiterschaft zu danken, der von Haase und seinen Freunden geschürt wird.(Abg. Haas?: Sie sind ja der Harrptschürer!) Große soziale Reformen werden ja gerade durch die Leute um Haas« dauernd sabotiert.(Abg. Haase: Sie wissen ja, daß das nicht wahr ist!) Am vorigen Montag ist den Leuten vorgeredst worden, wenn sie au» den Betrieben heraus- gingen, so nehmen sie an einer Kundgebung des internationalen Proletariat» gegen den barten Frieden teil. In Wirklichkeit haben die Franzosen, Engländer, Italiener und Schweizer den Streik abgelehnt und die Italiener haben in ihrem Manifest ge- sagt, der einzige wirksame Protest gegen den Frieden bestehe nicht im Streik, sondern in der Arbeit, um Italien wieder zu beleben. Davon haben die Freund« Haases den Arbeitern keine Mitteilung gemacht. Deutschland bedarf der intensivsten Arbeit. Wer was kiimmert das die Leute, die mit dem Schicksal des deut- schen Volkes und der Arbeiter Schindluder treiben?(Mg. Haase: Gerade NoSke!) Am 21. Juli mußte abermals der Verkehrsstreik eintreten, wenn auch Menschenleben verloren gingen. Auch der elektrische Strom in den Krankenhäusern wurde eingestellt. Das ist dieselbe Gewissenlosigkeit, mit der ein Fährer beim Eisen- bahnerstreik die Absperrung der Lebcnsmittelzufuhr damit besür- wartete, es seien im Kriege soviele Frauen und Kinder zugrunde gegangen, daß auch noch mehr verhungern könnten. Der Mann ist noch heute eine Zierde der Unabhängigen. Es haben liebliche AuSeinartdersetzun- gen zwischen den Unabhängigen und den Kommunisten stattge- funden. Gegenseitig warfen sie sich PutschismuS und Pntfchtaktik vor. Eine Regierung muß nach Möglichkeil darauf bedacht neh- men, daß sich Dinge wie im Januar und März in Berlin nicht wiederholen. Zu dem Kapitel dieser Vorbeugung gehört auch daS Verbot der„Republik" uftd anderer Blätter. Ich halte es für meine Aufgabe, dafür zu sorgen, daß eine Anzahl Leute, die ihr revolutionäres Herz eben erst entdeckt habeu, nun politische Geschäfte machen wollen, daß sie die Erregung, die im deutschen Volke steckt, in solcher Weish aus- nutzen. Deni trete ich entgegen, solange ich daS Vertrauen der Mehrheit habe und auf meinem Posten stehe.(Zuruf bei den Unabhängigen: Und die Preßfreiheit?!) Ueberall, wo Sie die Möglichkeit hatten, die Macht� auszuüben, haben Sie Schindluder gespielt mit der deut- schen Press«. Schimpffreihett und Lügenfreiheit hat noch niemals in der Welt als Preßfreiheit gegolten.(Langandauern- der Lärm, Glocke des Präsidenten, der durch den tobenden Lärm auf der Linken minutenlang nicht durchdringen kann.) Den Belagerungszustand im Industriegebiet halten wir nicht zum Vergnügen aufrecht, sondern weil die Ae- folgfchaft der Haase und Z i e tz schamlosen__ ■wnnv"!■FiiwwwMtiim"!'»««'hf vi w i~ a i—mmir» TerroriSmu» mit Handgranaten, Maschinengewehren und Pistolen ausübten, als sie drohten, die Bergleute, die anfahren wollten, wie Katzen zu ersäufen und die Förderungsanlagen zerstörten. DeSbalb packten wir zu und oer- hängten den Belagerungszustand. Die Zahl der Verhaftungen ist außerordentlich übertrieben.(Lärm bei den U. Soz.) Ich habe auch ständig Nachprüfungen angeordnet, ob die Voraus- setzungen für den Belagerungszustand noch bestehen. Aber diese Leute auf das deutsche Wirtschaftsleben wieder loszulassen, er- schien mir absolut unverantwortlich. Ich denke gar nicht daran, mich für einen unnützen Betagerungs- zustand einzusetzen. Wer wenn die Gefolgschaft Haases Deutschland zugrunde richten will, dann stelle ich das Schicksal unseres Landes und Volkes höher als allen Spektakel, den Sie hier aufführen. Klagen über Gewalttätigkeit in ihrem Munde sind sehr merk- würdig. Wenn Ihre Leute Massenmorde begehen und nieder- trächtige Morde wie an Kliiber und Neuring, dann bringt daS Organ Haases auch nicht ein Wort. lStürmische Unterbrechungen und tobender Lärm bei den U. Soz.) Den Berliner Lesern der „Freiheit" ist alle? unterschlagen, was- dort an Verlogenheit und Gemeinheit sich abgespielt hat. Nur in einem Resümee hieß es nachher kurz: da und dort sei wieder ein schamloser Kriegsmord an Unschuldigen verübt worden. Und wie achton Sie die Versammlungsfreiheit der anderen? Wie haben Sie auf dem Wilhelmsplatz das freie Recht der aride ni, sich zu versammeln und ihre ehrliche Ueberzeugung auszusprechen, damals geachtet? Wie kann die Regierung sich Leute auf den Ber» liner Straßen austoben lassen, die die geschlossenen Ver» sammlungen anderer stören und in ihnen wie die Vandalen hausen? Uno da klagen Sie über Gewalttätigkeit und Ungerechtigkeit! Ausschreitungen der Soldaten beklage auch ich, aber in Königsberg wurden nach den Ergebnissen der Unter- suchung die Soldaten bis aufs Blut beschimpft und tätlich beleidigt. Die Freiwilligen wurden als vogelfrei angesehen. Sie(nach links) haben viel schlimmeres ergangen!(Lärm bei den U. Soz.) Ueber all diese Niederträchtigkeiten ist das Land vollkommen unterrichtet Wo Sie das Heft in der Hand haben, setzen Sie den Beamten, der widersprach, auf den Schubkarren und schmeißen ihn hinaus. Auch über die Vorgänge in Hamburg hat die unabhängige Presse, deren Verlogenheit doch nachgerade genügend bekannt ist, falsche Nachrichten gebracht. (Tosender Lärm bei den U. Soz. Gellende Rufe: Verbrecher! Glatte Frechheit! wiederholen sich, namentlich der Abg. Seeger setzt die Zuruf- andauernd fort.) Seeger ist der letzt«, der Spektakel machen sollte, denn nach semer letzten Rede am Montag haben die Leipziger Blätter feine Behauptimgen als Fälschungen der Wahr- heit angenagelt. Wie können Sie solchen Lärm gegen meine ein» wandfreien Feststellungen machen!(Tosender Lärm bei den U.Sog. Rufe: Freche Beleidigung! Abg. Seeger: Die Rede lassen wir noch anschlagen! Große Heiterkeit.) Bei den Ausschreitungen lasse ich die militärischen Herren fliegen, aber so, wie es in den Hamburger Lazaretten zuging, daß.Kranke beftimimen wollten, wer zu entlassen fei, oder sich zu Mitgliedem de? Soldatenrats ernannten, kann es nicht gehen. Die Geschlechtskranken in den dortigen Lazaretten sind«S ist kaum glaublich zu sagen— in der völligen Freiheit, in'der sie sich bewegen, zu einer Gefahr für die öffentliche Sicher- heit und Gesundheit geworden. Dagegen müssen wir einschreiten, selbst gegen Kriegsbeschädigte. Von den Bahrenfelder Freiwilligen hieß eZ dagegen, keiner von dieser NoSke-Garde kommt lebendig wieder heraus! Gegen solche Niederträchtigkeiten muß selbstver- ständlich eingeschritten werden(Erneuter großer Lärm bei den U. Soz. Ein Teil der Mehrheitsfraktion begibt sich zu deren Bänken und redet ihnen zu, Ruhe zu halten.) Auch die Zustände im Baltikum sind gewiß nicht erfreulich, aber da wir die Truppe nicht aus dem Lande ernähren können, müssen wir Proviantzüge dorthin geleiten lassen. Di« Wertung ist verboten. Aber wieviel ist in den letzten Monaten in Deutschland verboten und doch nicht befolgt worden! Für die Truppe ist es kein Ver- gnüg-n, mit den Unabhängigen zusa-mmenzukommen. In mehr als einem Fall ist solch unglücklicher Teufel erstochen worden. Was haben Sie, z. B. Barth, diesen Leutchen nicht alles versprochen, aber die damaligen Verhandlungen mit ihm sind der glänzende Beweis dafür, daß Sie, wem Sie eines Tages regieren wollen, und die Rechte wird Ihnen das Leben nicht leichter machen als uns, auch Leute baden Müssen, die ein Gewehr tragen? (Bewegung.) Nach meinen Erfahrungen bleibe ich dabei: eine Truppe darf nicht ein politischer DiSkutierklub werde«, nicht einmal eine Truppe, die Haas« aufstellen würde, wenn er mich eines Tage» gestürzt hat.(Große Heiterkeit.) Selbst Haase würde an solcher Truppe keine Freude haben. Mit der Diskutierfreiheit, wie wurde dies Machtinstrument in vier Wochen aussehen! Ich weiß, welch Uebel eine politische Truppe ist, deswegen wehre ich mich dagegen. Eine Riesenmenge Politik steckt aber in der Truppe, das ist bedauerlich, aber ich kann von Offizieren, die in monarchischen Auffassungen grau geworden sind, wicht erwarten, daß sie in 24 Stunden umlernen. Mir ist es lieber, wenn sie mir sagen: wir denken monarchisch, aber wir wollen loyal auch jetzt unsere Pflicht als Sol- baten tun. Kann ich da? ablehnen? Dabei habe ich mit manchem Offizier, der fich nicht hallen könnte, geredet, wie es sich gehört, und nicht wenig« sind gegangen. EigenwiNigkeiten, solange ich Wehrmin ister bin, lasse ich mir unter keinen Umständen gefallen. Für die Ordnung, die wir in Zukunft brauchen, müssen wir Geduld mitbringen, ebenso wie wir warten müssen, daß der deutsche Ar- bei lex wieder zu dem Fleiß und der Tüchtigkeit zurückkehrt, die früher sein erster Ruhm waren. Getreu dem Friedensvertrag wer- oen wir die Truppe reduzieren, ohne Reibungen geht das aber wicht ab. Die Truppe, dt« im November wie sprödes GlaS zersprang, gewinnt den nötigen Zusammenhalt wicht gleich wieder, aber allmählich wird sie unter guter Leitung das Maß von Ruhr, Ordnung und Sicherheit uns verbürgen, ohne daß wir nicht leben können.(Lebhafter Beifall.) Um Ä2 Uhr wird die Beratung auf 4 Uhr vertagt. Vke Nachmkttagsfitzung. Am Regierungstisch: Müller, Naumann, Noske, Erzberger, Dr. David. Vizepräsident Dietrich eröffnet di« Sitzung. Abg. Eiseubergrr(Bayer. Bauernbuird): DaS Wort des Ministerpräsidenten von der Lehrzeit hat so. wohl dem Abg. v. G r a e f e als auch dem Abg. Haase Anlaß zu allerlei Deutungen gegeben. Ich mit meinem beschränkten Bauernverstande habe seine Worte so aufgefaßt: Es ist nicht leicht, an der Spitze der Regierung in einer solchen Zeit zu stehen, und ich meine, daß man sich das Regieren sowohl in München als auch in Ungarn recht leicht vorgestellt hat. Das ist gut, daß endlich Leute aus dem praktischen Leben an die Regierung gekommen sind.(Beifall.) Wenn im alten Obrigkeitsstaate nicht so vieles faul gewesen wäre, dann hätte er nicht so rasch zusammenbrechen können.(Zustimmung links.) Aus der Rede des Abg. Graes« habe ich den Eindruck geWommen: Die Junker blieben das, was sie schon vor 20 Jahren gewesen sind.(Zuruf links: Schon vor 200!) Es schadet nichts, daß der Kaiser zur Rechenschaft gezogen werde» soll. Nicht die Revolution ist schuld au dem Zusammenbruch unseres Heeres, sondern die Zermürbung, die durch die Ungerechtigkeiten zwischen dem gemeinen Mann und dem Offizier in das Heer getragen ist.(Lebhafts Zustimmung.) DaS haben die Herren um v. Graes« erst eingesehen, als die Kuh au? dem Stall war.(Heiterkeit und Zustimmung.) Die Herren (zur Rechben) sollten die Errungenschaften seit der Revolution nicht bestreiben. ES ist doch auch eine Errungenschast, daß die Herren wieder aus ihren Mauselöchern hervorkriechen können. (Große Heiterkeit und lebhafter Beifall.) Sie beklagen sich über den Landarbeiterstrnk. Ich bin Bauer, und zwar nur ein kleiner, bei uns haben wir den Landarbei- terstreik nicht, denn wir arbeiten wie die Arbei- ter, essen mitihne n und schlafen wie sie. Man muß den Arbeiter menschenwürdig behandeln. Herr Minister Erz- berger, gehen Sie mit den Steuern und der Monopolisierung nicht so weit, daß sie den Gliedstaaten gleichsam das Hemd aus- ziehen. Sorgen Sie dafür, daß unsere Bayern nicht wild werden. (Große Heiterkeit.) An dem Schulkompromiß finden wir nichts unrechtes. Da auch das Zentrum nichts darin findet, kann man ihm Wohl mit seinem Gewissen vereinbaren.(Heiterkeit.) Herrn Haase bemerke ich, daß man beim Schimpfen üver den KapitaliS- mus nicht alles über einen Kamm scheren soll. Man muß unter- scheiden zwischen dem WucherkaPitaliSmnS und dem AnternchmerkapitaliSmuS. Ohne den letzteren kommt man nicht aus.(Zustimmung.) Wen» uns die Herren von der äußersten Linken aber auch noch die Ar- beit nehmen, dann ist der Zusammenbruch tatsächlich fertig.(Leb- hafte Zustimmutjfl.) Die Recht« betreibt die Reaktion. Mit dieser geht«S einem wie mit der Viper; hat man dieser den Kopf ab- geschlagen, dann ist der Schwanz noch immer lebendig.(Stürmische (Heiterkeit.) Di« Rechte verzichtet auf ihr« Machtpolitik, die Linke auf ihre Gewaltpolitik, dann muß sich eine Zusammenarbeit auf dem Bosen de« gesunden Menschenverstandes ermöglichen lassen. Wenn wir einträchtig zusammenarbeiten, danm kommen wir auch wieder vorwärts.(Lebhafter Beifall.) Abg. Langwost(D.-Hcmnov. P.): Wir haben gegen di« Unterzeichnung des Friedensvertrages gestimmt, nicht, wie der Abg. Brauns gesagt hat, im Affdft, sondern weil wir in diesem Bertrag die Wurzeln sehen, aus denen neue Triebe hervortvachsen müssen. Mit dem Standpunkt der Macht-vor-Recht-Politik mutz endgültig gebrochen werden. Mit unfern Nachbarn, insbesondere mit Polen, müssen wir versuchen, in friedliche Verhältnisse zu kommen, und dazu müssen wir uns vor allen Dingen freimachen von den letzten Eierschalen der Hakatistischen Politik. In der inneren Politik hat unsere Regierung einen ungeheuer schweren Standpunkt, um die Schwierigkeiten zu überwinden. Die Regierung hat eS nötig, sich Freunde zu erwerben. Dafür bietet sich ihr vor allen Dingen auch in meinem Heimatlands Hannover Gelegenheit. Mr kämpfen für«in selbständige? Hannover. (Zuruf.) Nicht ftir ein Königreich Hannover. Ein selbständiges Hannover ist möglich. Wir firtd zwar nur ein« klei«� aber um so fester geschlossene Partei, di« zum großen Teile aitA. Fanatikern besteht, die bereit sind, wenn eS fein mutz, für ihre Ansichten den Kopf auf den Block zu legen. Abg. Wels(Soz.): Die gestrigen Enthüllungen des Reichsfinanzministers Erz-� berger haben im ganzen Reiche einen gewaltigen Eindruck ge- macht, und man kann wohl sagen, daß die Oesfentlichkeit ih-r Urteil«ber die Alldeutschen gefällt bat. Wir freuen.uns, daß durch diese Enthüllungen die Politik sich als die richtige herausgestellt hat, die wir während dcs� ganzen Kriege? vertreten lxiben.(Sehr richtig! bei den Soziale demokraten.) Unsere Politik ist es gewesen, die zur Bildung des Mehrheitsblocks im Reichstage und schließlich zu der Friedens- resolution geführt hat, von der fest steht, daß sie eS war, die das englisch-französische Friedensangebot durch den päpstlichen Stuhl zur Folge gebabt hat. Eine unselige Regierung hat die Brücke, die über daS Blutmeer hinwegführen konnte, in Stücke geschlagen. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) In dem Siebenmänner. kollcaium, daS die Antwort an den Papst redigiert hat, haben meine Parteiftennde aufs stärkste darauf gebrnngen. baß wir einen be- stimmten Verzicht auf Belgien aussprechen sollten. Der damalige Staatssekretär erwiderte damals mainem Parteifreunde Ebert, daß er vollständig seinen Staudpunkt iti\, er bitte aber das Kollegium, im Bugenblick davon Abstand zu nehmen, da ein« andere Sache nebenher laufe, deren Erfolg durch eine vorweggenommene Er- klärung geschädigt werden könnte. Dies« andere Sache war die»weite Anfrage des Heiligen SwhleS. Uud Staatssekretär Kühlmann fügte später noch hinzrn Verlassen Sie sich darauf, in vier Wochen sitzen wir hier und reden über den Frieden. (Schluß auf der 8. Seite des Hauptblattes.)_ in Sporttarben filr Oamon|, fllp Herren I8950«. 32S00 m. Hermaim Engel Landsberger Straße 05, 86, 87. Holzsandalen Paar 150m. In hellen modernen Farben fehlerhaft Stück 6' 0 M. Blegante LelneMOStüme In allen modernen Farben IIB00!., Blaue Jackenkleider nr m. Reinwollene Kleiderstoffe 110—120 cm br. 27" M., 24™»I. 19» M. Seidenstoffe. Schotten in vorzQgl. Qualität, 15 cm breit irs. Jackenkleider für Jugendliche 6700 M. weiße Seidenhute 48 M., 44 M. 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Vom Meere bis zur Schweiz— ein einzig Grab. Das Volk gebunden vor dem Weltgericht. Wie meinen Sie. gestrenger Herr vom Stob? Er zuckt die Achsel nur.„Ich weiß es nicht!" DoS ist die Antwort. Armes Volk! Paulchen. Grotz-Berii« un� die städtischen Beamte«. Am Freitag nahm eine von der Vereinigung der soKiakdemo- krarischen Beamten. Angestellten und Hilfskräfte der Gemeinden Grotz-Aevlms einberufene Versammlung Stellung zu dem den Stadtkreis Groß-Berlin betreffenden Gesetzentwurf. Eine Resolution, die sich mit den Grundgedanken des Gefetzentwurfs ein- verstanden erklärt, wurde angenommen. Soweit der Gefetzent- wurf Beamten rechte berührt, wurden folgende Forderungen auf- gestelll: Bai Versetzung in andere Stellen ist nicht nur die Berufe irildirng, sondern auch die bisherige amtliche Stellung zu berück- sichtigen.— Den �ruhegehalts- oder ruhegeldberechiigten A n g e- gestellten un Sinn« des Gesetzes sind auch alle diejenigen An» gestellten glcichzuachten, die. ohne bisherige BerechtigUNg zu haben, bei Anwendung der Berliner Gomeindebcschlüsse ruhegehaltS- oder rehegeldkerechtigt sein würden.— Die auf Widerruf oder Kündi- gung angestellten Beamten(also sämtliche Betriebsbeamten) dürfen nickt schlechter gestellt werden als die übrigen Beamten usw., die nach§ 32 bei einstweiligen Versetzungen in den Ruhestand ein Wartegeld erhalten. Ferner wird das Mitbestimmungsrecht der Beamten und Angestellten für all« aus Anlaß deS Gesetzes sich ergebenden Streitfälle in Beamtenfragen gefordert. Bctriebsvertrauensleute. Arbeiterräte, Parteifunktionäre der S. P. T. Dienstag, 29. Juli, nachmittags 5 Uhr: Allgemeine Funktionärversammlung im Deutschen Hof. Luckauer Sir. IS. Tagesordnung: 1. Kriegs» und Friedenspolitik der Sozialdemokratie. Referent: ReichSwirt- schaflZmin ister Robert Schmidt. 2. Die Vorgänge im Voll- zugörar. Sämtliche Funktionär« werden ersucht, an dieser wichtigen Ver« sammlung bestimmt teilzunehmen. MitgUedsbuch und Ausweis uorzcigen. « Funktionäre des graphischen Gewerbes Die zum Dienstag, den 29. Juli, nachm. 5 Uhr. nach dem Herrenhaus einberufene Konferenz fällt wegen der allgemeinen Funtlionärkonserenz im Deutschen Hos aus und wird, wenn genügend Zeit vorhanden, im Anschlug an diese slatlfinden. Die Funktionäre des Siemcns-Konzerns(T. P. D.) werden auf» gcsordert, in der Konserenz der S. P. D.-Arbeiterräte und Vertrauens- lcute am Dienstag im Deutschen Hos vollzählig zu erscheinen. Erleuchtung. 24� Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdorf. Ich vernachlässige mich. Schuld daran ist eine gewisse Faulheit, gegen die ich keinen ausreichenden Widerstand auf- zubieten vermag. Manchmal setze ich mich, wenn wir allein bleiben, mst Händen von verzweifelter Saubcrleit zu Tisch. Von Tag zu Tag, von Mouat zu Monat schiebe ich es auf, zum Zahnarzt zu gehen und lasse meiuen Kiefer zerbröckeln. Maria zeigt niemals Eifersucht. In allem, was meine Liebesabenteuer angeht, ist ihr Vertrauen fest, unbeschränkt. Sie ist nicht sehr hellsichtig, oder ich bedeute nichts Be- sonderes mehr für sie. Ich entfremde mich ihr wegen solcher Empfindungslosigkeit. Jetzt stoße ich auf Frauen, die noch zu jung sind, um mir Liebe zu gewähren. Und das ist das am schwersten entscheidende Hindernis! Von den liebes- sähigen Frauen trennt mich schon der Unterschied der Jahre. Und ich bin doch keineswegs noch, der Liebe überdrüssig. und ich recke mich noch sehnsüchtig der Jugend entgegen. Eine? Tages sagt Martha, meine Kleine Schwägerin, zu mir: „Ach Du, Tu bist doch schon so alt!—" Dieses ungezwungene Urteil, das ein fünfzehnjähriges, noch ganz unberührtes, eben erst erschlossenes und wirklich frischeL Kindlein vor einem sünfunddreißigjährigen Manne aussprechen darf, ist der erste Fingerzeig des Schicksals. Er bringt den erste« traurigen Tag mitten in dem Sommer, um zu verkünden, daß bald der Winter kommen wird. Eines Abends trete ich in unser Zimmer. Maria sitzt am Fenster, sie scheint ganz vertieft und träunit vor sich hin. Da ich näher komme, steht sie auf. Aber siehe, es ist Martha. Das himmlische Licht, das bleich dämmernd auf dem Kinde lag, hatte die goldenen Haare ge- bleicht und dem Scheine eines Lächelns den Anschein einer Falte gegeben. Das Lichterspiel hatte ihren HalS auf- geschwemmt und ihre Züge grausam verdorrt. Da sie ge- gähnt hat. so sind ihre Augen sogar naß, und einige Sekunden lang lagert aus ihren Lidern die Entzündung und Cntsrtu»g der Jahre. Die Aehnlichkeit der beiden Schwestern quält mich. Diese kleine Martha, die rundlich und duftig reizend ist, zeigt mir das erhabene Bild dessen, was Maria einstmals gewesen ist. Freigabe des Fischhandels. Wie die„F. P. N." erfahren, fand unter Vorsitz des Reicks- wirlschaftsminisierS Schmidt und in Anwesenbeit des Reichs- fifchlommisiarS von Plügge am 22. Juli in Weimar eine von zahlreichen Fischerei-Jnteresienten besuchte Besprechung statt. Als Ergebnis der sehr eingehenden Beratungen konnte Minister Schmidt erklären, datz die starken Fi s ch z u f» h r en es ermöglichen, den Fisch Handel unter gewissen Beschränkungen, die sich auf Fisch- ■IMIIIIIIM Biel Feind, viel Ehr! Je mehr die gewiffen- losen Schädiger der Allgemeinheit von gestern nnd heute, die Reaktionäre, die Mauldrescher und Bierseidelschmeißer den „vorwärts" verleumden, desto mehr wird der Ehrliche das Arbeiterdlatt schützen, das nicht in Phrasen und selbstmörderischem Wüten, sondern in der vor- wärtsstrebendeu Arbeit aller die Bürgschaft des werdenden Sozialismus sieht. Auf, Gedrückte, Be- schimpfte, Terrorisierte, auf zur Arbeit! Werbet für den„Vorwärts"! illlllH auktionen beziehen, in nächster Zeit freizugeben. Für die Einfuhr von Fiichen werden alle möglichen Erleichternngen gewährt werden. Doch mutz eine Kontrolle der Einfuhr noch weiterhin geübt werden.__ Freigabe weiterer Abschnitte der Kohlenkarte. Vom 1. August ab dürfe» zur Entnahme und Abgabe von Kohlen bis auf weiteres nur die folgenden Abschnitte verwendet werden: o— 8 der Kochkarte, 5—10 der S-Zenlner-Ofenkarte. 5—8 der 10— 60-Aentner-OfenIarte, 1— 10 der Kokskarte, 1— 16 der Sonderkarte. Bevorzugt zu beliefern sind die bereits früher freigegebenen Abschnitte der Kochkarle. 5—7 der 10— 60-Zentner-Ofenkarle, 1—8 der Äokskarte, 1—14 der Sonderkarte. Auf Abschnitte 1—4 der Kochkarte und sämtlicher Oienkartqn dürfen Kohlen nicht mehr ab- gegeben werden. Mit Rücksicht abf die Unsicherheit der istr den Winter zur Verfügung stehenden Kohlenzufnhren weist die Kohlen« stelle erneut auf die dringende Notwendigkeit hin, die nunmehr freigegebenen Kohlenmengen soweit als möglich für die Heizmonale einzusparen._ Die Juristische Sprechstunde findet wieder von 4— 7 Uhr statt. Keine Aufhebung der GaSsperrstundeu. Laut Aeutzerung des ReichSwiläfchaftSministeriums können wegen der Kohlenknappheit im kommenden Winter die Gassperrstunden voraussichtlich noch nicht aufgehoben werden. Die Ausdehnung der Arbeiterwochenkarte auf Beamte und An- gestellte wird vom Verkehrsministerium erwogen. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, er- halten die Groß-Berliner Abonnenten mit diesem Blatt. Die FriedrichSberger Bank berichtigt: Es ist unwahr, datz sie 1914 zum zweitenmal zustrmirnengebrochen ist und datz der Verlust der Bank sich seit der Geschästsaussicht von 363 000 M. aus S'A Millionen erhöht hat. Wahr ist, datz die Geschäftsausticht den Konfurs vermieden hat und einen Zwangsvergleich ermöglicht, der nach übereinstimmendem Urteil vom Gericht gehörter einwandfreier Sachverständigen für Gläubiger und Genossen sehr viel günstiger ist, als ein Konkurs. Alle gegenteiligen, von intsressierter Seite ausgehenden Behauptungen sind unbegründet und nur geeignet, durch Verhinderung oder Verzögerung des Vergleichs die Interessen der Gläubigerschaft schwer zu schädigen.(Beide Parteien Halen gesprochen. Schlutz! Red.) Eine Verstärkung de? Berufsverkehrs. Verkehrsverb es- serung mit Erkner. Der Zug, bisher ab Friedrichshagen 6,44 früh, beginnt bereits in Erkner, wo er um 6.27 abfährt, ferner werde» neu« Züge zwischen Cöpenick und Schlesischer Bahnhof der- kehren und zwar ab Eopenick um 6,06, 7,06 und 7,36 vorm., die in Die Augen Marthas glänzen, rosig und warm sind ihre Wangen, schwellend ist der Mund, sie ist eine breithüftige Jungfrau und die Waden runden sich wohlgeformt unter dem halb- kurzen Rocke. Das kommt über mich wie eine schreckliche Offenbarung. In Wirklichkeit ähnelt Martha mehr, als die heutige Maria derjenigen Maria, die ich einstmals geliebt habe. Martha Ähnelt dem jungen Mädchen, das einstmals auS dem Unbekannten zu mir gekommen war, um sich still und hell zu mir auf die nächtig verdunkelte Rosenbank nieder zu setzen, damit wir miteinander die Liebe betrachteten. Ich muß schwer mit mir ringen, um nicht eine armselige und vergebliche Annäherung an Martha zu versuchen. Unmöglicher Traum, Traum der Träume! Sie unterhält ein LiebeSgetändel mit einem Jungen, der noch kaum ein Jüngling ist. Er wirkt immer ein wenig lächerlich, wenn er sich an ihre Seite heranschlängelt. Und als sie einmal gegen ihre Gewohnheit laut aufsingt, da ge- schieht eS«nur. weil eine ihrer Nebenbuhlerinnen krank ist. Ich stehe auch befremdet vor diesem wachsenden Mädchensiege und vor ihren Träumereien, gerade so, als wenn ich ein Feind für sie wäre. Eines Morgens steht sie auf der Tür- schwelle, und sie ist mit Blumen geschmückt und sie lacht aus- bündig, aber sie kommt mir vor wie ein Geschöpf aus einer anderen Welt. Eines Wintcrtages ist Maria ausgegangen. Ich ordne meine Papiere und finde einen Brief,' den ich einstmale ge- schrieben, aber nicht an die Empfängerin abgeschickt habe. Ich schleudere dieses unnütze Stück in» Feuer. Am Abend kehrt Maria heim. Sie setzt sich an den Kamin, um die Kleider zu trocknen und schürt das Feuer. Halbdunkel herrscht noch im Zimmer, und der Brief, der nur teil- weise verbrannt ist. entflammte wieder. Plötzlich leuchtete aus dem Dunkel ein Stücklein Papier mit meiner Handschrift auf. Darauf stand geschrieben:„Ich liebe Dich ebenso sehr, wie Du mich liebst!" Diese flammende Inschrift, die aus dem Dunkel zündete, war derart deutlich, daß eS nicht einmal der Mühe lohnte, eine Erkläruno noch hinzuzusetzen. Unsere Worte finde» nicht mehr zueinander. Unsere Blicke selbst finden nicht mehr zueinander. Wohl gehörten unsere Gedanken noch in diesem Augenblicke zueinander, aber wir haben uns eines von dem anderen abgewendet und wir mußten in unserer Schattennacht verbleiben. Wir haben uns Sonntag, 27.?ul!l919 Schlesischer Bahnhof enden. In der Gegenrichtung wird neu eingelegt ein Zug ab Schlesischer Bahnhos 7,43 vorm. bis Cöpenick, außer- dem wivjt der Zug ab Grunewald 7,33 vorm., der bisher nur bis Stralau-Rummelsburg verkehrte, bis nach Cöpenick durchgeführt. Groher Scideuwarendicbstahl. Geschäftseinbrecher stahlen in der Kostümsabrik von Cohen und Briese am Hausbogteiplatz 11 für 150 000 Ml. Seidenstoff-. Die Firma hat eine Belohnung von 15 000 Mk. ausgesetzt.— Ei« neuer Raubübersall wird aus der Greifswalder Straße 169 gemeldet. Drei unbekannte Männer verschafften sich Einlaß in die Wohnung der Witwe Zerbe, die mit ihver Tochter allein anwesend war, fielen über beide her, fesselten und knebelten sie und erzwangen die HerouSgabe� von 1200 Mk., die die Ueberfallene in der Wohnung hatie. Außerdem nahmen. die Räuber noch für 30 Mk. Zigaretten mit. Um sich vor lieber- rasckung zu schützen, hatten sie den Fernsprecher durch Zerschneiden der Leitung außer Betrieb gesetzt. Die Täter entkamen unbemerkt. Polizeiliche Schließung d«S WcinhaufeS»uttner, Friedrichstraßt 171. Auf Ersuchen des Vorsitzenden der Staatlichen Verteilungsstelle Grotz- Berlin hat das Landcspolizeiamt dem Weinhöndler Siegsried Kuttner wegen Unzuoerlässigkit den Handel mit allen Gegenständen des täglichen Bedarfs und damit insbesondere die Abgabe von Speisen und Getränken i» Gast- und Schankwirtschaslen untersagt sowie die Schließung seiner Schanrwirtschast angeordnet. Kuttner war bereits im März 1319 ver» warnt worden. Trotzdem hat er in der Folgezeit in seiner Schankwirt- schaft die Polizeistunde weiterhin bis in die ftühcu Morgenstunden überschritten. Zu überaus hohen Preisen wurden«n dieser LuxuSstälto markenpflichtige Speisen den Gästen ohne Marken verabfolgt. Zusammenstoß auf dem Schlesischen Bahnhof. Sonnabend vormittag 11,53 Uhr fuhr der Vorzug noch Schneidemühl bei der Em- fahrt auf dem Schlesischen Bahnhof auf die umsetzende �Vorortzug- lokomobive eines Vorortzuges, westlich der Weiche 20 aus. Di« Vor- ortzuglokom otive hatte daZ Haltsignal überfahren. Es entgleisten beide Lokomotiven und drei Wagen und wurden unerheblich be- schädigt. Leicht verletzt wunden drei Eisenbahnbedienstete und 11 Fahrgäste. Die Fernzüge erlitten unerhebliche Verspätungen. Um 2V2 Uhr nachmittags war das Gleis wieder fahrbar. Ein Wüstling wurde Sonnabend nachmittag bei der Veriilnrng eines SittlichkeitSverbrechenZ durch Passanten ergriffen und der Po. lizei zugeführt. Er hatte versucht, ein kleines Mädchen in einem Hause der Großbeerenstraße zu vergewaltigen, wobei er überraschr und festgenommen wurde. Ein Zigarettenschwinbler bot einem Händler in der Dorsigstraße englische Zigaretten zum Preis« von 24 Pf. daS Sistck und zeigte auch echte Proben vor. Der Händler erklärte sich bereit, ihm einen größeren Posten abzunehmen.. Ter Verkäufer bestellte chm zu diesem Zweck nach einem Schanklokal in der Karlstraße, wo er ihm für 2400 Mk. zwei umfangreiche Pakete aushändigte, die, wie der Käufer später feststellte, statt Zigaretten Ziegelsteine ent- hielten. Der Schwindler war, als der Geprellte zurückkehrte, ber- schtvunden. Di« Straßcnbrhn, die während de? Krieges bis zur General-Pape- Sttaße durchgeführt wurde, wird mit 1. August von etwa 5 Uhr nachmittags an nur bis Goten st raße fahren; während der übrigen Tageszeit verkehrt fie bis Gcncral-Pape-Stratz«. Die Fwßbadc»nsl«lten. Morgen Montag nehmen«uch die Fluß- badeanstalten am Mühlengraben, an der Eberisbrücte und an der Lesflng. brücke den erweiterten Badebeirieb auf. ES sind dann all« städtischen Flußbadeanstalten bis aus weiteres täglich von morgens 7 Uhr bis abendS S Uhr geöffnet. RcichSbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegs- Hinterbliebenen, Bezirk 12(Osten). Gemeinsame Mitgliederversammlung der Kriegsbeschädigten und-Hinterbliebenen Dienstag, abends T6 Uhr, in Kam. Meyers Vcreinshaus, Tilstter Straße 64. Wichttge Tagesord- nung, u. a. Referat deS Gauleiters Kam, Bader. Rosenthal In dem Bericht der Montagnummer muß es richtig heißen:„Der besoldete Arbeiterrat besteht nur auS U.-S.-P.' Mitgliedern."_ (Sroh-Bcrliner Lebensmittel. Brotkarteuftichwort»Mehte. An Fettkelbstdersorger werden in der Woche vom 28. Juli bis Z. August 200 Gramm(und nicht 250 Gramm) Bratsett verteilt. Für diesen Feitbczug ist ein Abschnitt der Einsuhrzusatzkarte und eine Be- scheinigung, daß sie Fettieibsttin sorger sind, vorzuweisen. Abschnitt und Bescheinigung bei der Brotlommisston. Berlin. Diese Woche keine amerikanischen Speckwaren, weil die Dar« von der Reichsfleischftelle nicht angetiesert worden ist. Wann Ausgabe er- iolgt, wird öffentlich bekanntgegeben werden.— Bis Donnerstag im 85. bis 83.. SS., 105. und 176., und bis Freitag im 33., 104. und 216. Brotkom- mi sionSbczirk 250 Gramm Käse.— Gültigkeit von 30s und b der Kartoffel. vor der Wahrhaftigkeit geflüchtet; auch in diesen bedeutsamen Lebensgezeiten gehen wir fremd eines neben den anderen, wir sind niemals eines in das andere eingedrungen. Hienieden ist man wohl um eine schmale Spur getrennt von dem Neben- menschen, der uns nur streift, aber man ist auch erst recht weltensremd geschieden von»seinen allernächsten Ange- Höngen. • Nach all diesen Dingen geht mein Leben schlecht und recht weiter, wie früher auch. Gewiß, ich bin nicht so unglücklich wie andere Menschen, die eine blutende Trauerwunde oder ihre Gewissensbisse mit sich herumschleppen müssen, aber ich bin nicht so glücklich wie einstmals. Ich hatte da» Glück für mein Leben erhofft. Ach, die Liebe der Männer und die Schönheit der Frauen sind zu vergänglich hinieden. Und doch leben wir Männer, und leben nicht auch die Frauen nur um d e s s e n t w i l l e n auf der Welt? Liebe, dieses Schöpfungs- ding, das so lauter ist und daS Einzige, das die Mühe des Lebens verlohnt, sie ist fast ein Verbrechen, die Liebe, denn früher oder später wird man gezüchtigt. für seine Liebesschuld. Ich begreife daS nicht. Wir sind alle armselige Menschen. Ueberall um unS. in unseren Taten und zwischen unsere» Türen und in unseren LebenSgezeiten wittert eine Mittelmäßigkeit, die alles niederschlägt. Schicksal und Fügung sind voir grauer Farbe. Indessen, meine persönliche Lage wird nach und nach sicherer und wichtiger. Ich verdiene in der Fabrik 360 Fr. monatlich und noch einen Zuschlag von 50 Fr.. d«r«ir auS der Gewinnbeteiligung gezahlt wird. Ich house auch nicht mehr in dem glasvergitterte«, kleinen Bureau; dort hat mich Mielvaque, der also in eine höhere Stellung aufgestiegen ist, ersetzt. Manchmal sagt man nur:„Sie haben aber Glück gehabt!" Einstmals habe ich so viel Menschen beneidet, jetzt beneiden die Menschen mich. Zuerst verwundere ich mich darüber, dann habe ich mich daran gewöhnt. Ich berichtige meine politischen Pläne und Lnfichte». Aber diesmal verfolge ich einen vernünftigen und ordentlichen Plan. Ran hat mich zum Nachfolger CrillonS int Gemeinde- rat besinn wt. Früher oder später werde ich zweifellos dies?« Ziel erreichen. Die Krasr der Tatsachen allein treibt mich weiter, ohne daß ich etwas davon verspüre, auch ohne datz sich irgend jemand besonders Mühe um mich gäbe. Sortj. folflU karte(2 Pfd. FMkartoffeln) Bi? Mittwoch verlängert. Wer ans 27 und G leine Kartoffel» fiballcn hat, lann gegen Abgabe von 27 o. bis o und Gr 3 Pfund Karlofselscheiben entiichmen.— In dieser Woche z u n ä ch>l 2 Pfund K a r l o s s e l n aus7. Lebensjahre abermalige Ferienoer- teilung von je'l, Pfd. Reis, Haferflocken und Weizengrieß in den Kranken- ernäbrnngsgefchäslen. Wilmersdorf. 2 Pfund Frühkartoffeln(31a und 31 d), zur Ergän- zung auf grau E 750 p Brot, auf 0 250 � Teigwaren und D 250 g Hülsenfrüchte. Pfund Zucker(69), 250 g Haferflocken(41). 500 g Grouven (56), 600 g Marmelade(47). Für Jugendliche 100 s Kindergerstenmehl(38), 250 g Bratsett(H 11), 500 g amerik. oder inländ. Weizenmehl(ck 11, IG 12). Für Kinder 125 g ReiS(26 AI bis Gl II). 125 g Krieg(23 AI bis C II), 125 g Haferflocken(27 1 bis O II), 3 Pakete Lebluchen a 125 g(29 AI bis 0 II), 42 Päckchen Puddingpulver(30 II I. A II. L I, ö II. C 1. C II), 2 Päckchen(30 AI), 4 Päckchen(30 A II), 6 Päckchen(30 B I), S Päckchen(30 B II), 10 Päckchen(30 01). 12 Päckchen(30 0 II). Je 2 Päckchen Zwieback 125 g(31 A I, All).— Für werdende Mütter: 1 Dose Malzextrakt, 1 Dose Preiselbeeren, bis zu 1 Pfund Eipulver. Für stillende Mütter: 1 Dose Preißelbceren, bis zu 1 Pfund Eipulver. Für Kranke: Ende der Woche Eier(31). Neukölln. Marmelade(32). An die vor dem 1. Februar 1849 ge- bornien Personen 125 Gramm Kakaopuloer, 125 Gramm Schokolade und 250 Gramm Gerstenmehl in den städt. Verkaufsstellen. Sonderverteilung an Jugendliche: 150 Gramm Sago, 100 Gramm Haferflocken und 250 Gramm Grünkernmehl. Ende der Woche vormissichllich 325 Gramm Hülsenfrüchte, 250 Gramm Teigwaren, 125 Gramm Maisgrieß. 125 Gramm Reis und 250 Gramm Kunsthonig. Aus 31a und d 2 Pfd. Frühkartoffeln, 30 Gramm Butter und 290 Gramm Bratsett. Als Kartoffelersatz 750 Gr, Brot aus Lebensmittelkarte. Lichtenberg. Vom 28. Juli gegen Voranmeldung als Sondcrzu- Weisung 500 Gramm Weizengrieß(46), auf 48 125 Gramm Reis, aus 62 500 Gramm Kunsthonig. Für Jugendliche aus J 38 100 Gramm Haferflocken. Urlauber 100 Gramm Nährmittel und 250 Gramm Marmelade. Buchholz. Aus 40 und 41 450 Gramm und auf 38(Jugendliche) 100(»ramm Nudeln. Voranmeldungen bis Mittwoch.— In der Gemeiud- verkaussilelle auf 40 und 41(Jugendliche) je 125 Gramm Hajerflocken. Soweit Vorrat, zur Hälfte Grieß. Kinder bis zum 6. Lebenslahre eben- falls.— In der EememdererkausSsrelle Pserdeschlackivurst.— Bei der letzten Ausgabe von amerikanischem Meht sind für das% Pfund Mehl 68 Pf. zu viel gezahlt. Rückzahlung morgen Montag im AmiShaus, Zimmer 8, 9—1 Uhr. Die gestempelten Einsuhrzusatzkarten mitbringen.— Kartoffelverkauf von Dienstag ab von 9— 10 Uhr. Groß-öer!mer partewachrichten. Wichtige Ilugblattoerbreitung morgen Montag, nachmittags 5 Uhr ab, in Berlin und folgenden Vororten: Adleröhof, Baumfchulenweg, Borsigwalde, Britz, Buchholz, Char- lottenburg, Köpenick, Friedenau, Friedrichsteldr, Friedrichshagen, Grünau, HoheufchSiihansen, Johannisthal, Karlshorst, Kaulsdvrf, Lichtenberg, Marieudorf, Marienfelde, Reukölln, Riederjchöneweide Niederschönhausen, Oberschöneweide, Pankow, Neinickeudorf-Ost und West, Schmargendorf, Schöneberg, Steglitz, Stralau, Tegel, Tempel- Hof, Treptow, Weißen see, Wilmersdorf. Parteigenosse»! Beteiligt Euch zahlreich! BildungSwesen. Der vom Bezirlsbildungsausschusi Groß-Berlin (S. P. P.) vorgsehene Redekursus mit praktischen Uebmigen beginnt morgen, Dienstag abend, 7 Uhr in der Aula der Ge- nrcindeschule, Hinter der Garnisrnuirche. Vortragender: Genosse Ba r th. Teilnehmerkarten zu 2 M. sind am Eingang noch zu haben.— Der zweite Kursus: Einführung in den Wissenschast- lichcn Sozialismus, beginnt am Donnerstag abend im gleichen Lokal. Bortragender: Genosse Heller. Morgen Montag, f'/z Uhr, Franenleseabend. 6. Rb«. bei Alisch. Nostizstraße 38. 8., 13., 20., 21., 22. und 35. Abt. bei Steffens, Landsberger Allee 150. Vortrag der Genossin Wachenheim. 13. und 14. Abt. Morgen im Graphisihen Vereinshaus. Alcxan- drineustraße 44.(Genosse Heilbutt:.Vom neuen Recht der Frau". 34. Abt. bei Obligo, Stralsunder Straße 11. Referent Genosse Albert Fleck. Reinickendorf. West bei Lüning, Scharnweberstraße 37. Referent Ge- nosse Möglich. Thema:.Die Frauen und der Sozialismus'. Chmiottenburg. 14. Gruppe. F r a u e n v e r f a m m l u n g bei Arndt, Kantstraße 51. Referentin: Genossin Adele Schreiber. Thema: .Brennende Tagesfragen". Gäste, besonders auch Männer, willkommen! Reinickendorf- Ost. Dienstag, Schulaula, Letteallee 26/28, Dr. Engel- Hardt:„Die Schulsrage'.___ 2. bis 8. Abt. Mittwoch, 30. Juli, Slh Ubr, gemeinsame Sitzung der Funktionär« im Jugendheim, Lindenstraße 3, 2. Hos, 3 Tr. 20. Abt. Dienstag, 7 Ii Uhr, Bezirksversammlungen für die Be- zirke: 339— 44 bei Lade, Lowestraße 1.— 345—55 bei Hanschke Petersburger Straße 86.— 333—53 und 359— 92 bei Albrecht, Skraßmann- stratze 42. Tagesordnung: Wichtige Organisativnsfragen I Das Er- fchcmen aller ist unbedingt erforderlich. Friedenau. Dienstag, Iä8 Uhr, Gesellschaftszimmer des Rathauses, Fortsetzung der außerordentlichen Generalversammlung. Sozialistische Studenienparlki. Mittwoch, 8 Uhr, Diskussionsabend über„Bedeutung und Möglichleiten Internationalen Zusammenschlusses der Jugend und der Studentenschaft� Gerichtszeituns. Zwei gefährliche Burschen, di« Brüder Arbeiter Joses und Schriftsetzer Fritz B ö d i ck e r standen gestern unter der Anklage des schweren Raubes in zwei Fällen. Eine dritte Angeklagte, die Stepperin Anna Hänisch, die der Beihülfs bchchirldigt ist. hat es borgezogen, sich verborgen zu halten. Die Häinsch mnssie da- bintcr gekommen sein, dass die Näherin Frau Plasch in ihrer Wohnung angeblich eine Summe von 14 000 M. für eine dritti Person verborgen halte. Die Angeklagten faszten den Plan, diesen Schatz zu rauben. Zu diesem Zweck lockten sie Frau P. aus:hrer Wohnung, überfielen sie, raubten ihre Hutwta'che rart den Wohnungsschlüsseln, drangen in die Wohnung ein und durchsuchten iie noch den 14 000 Mk., fanden aber nickbts vor. Frau Plaschkc kam erst nach 2b Minuten, nachdem sie aufgefunden wurde, wieder zur Besinnung. Im zweiten Fall handelte es sich um einen Raub aus die Schaniwirtin G i e r k e in der Lutherrftasie zu Spandau. In früher Stunde kletterten Josef und Fritz Bödicker in das Spandauer Haus durch ein Fenster in die Wohnung hinein, würzten die Frau, bis sie bewußtlos Unirde und raubten die gesamte Barschast in Höhe von 4000 M. Auf die Hilferufe der Frau G. wurden zur Arbeit gehende Passanten aufmerksam, es entstand eine längere Hetzjagd, di« zur Festnahme des Joses B. führte, der noch einen Schuß aus seine Verfolger abgab, der einen Arbeiter in den Ober- schenket traf. ToS Gericht erkannte gegen Josef B. auf 15 Jahr' Zuchthaus und die üblichen fllebenstrasen, gegen Fritz Ä. auf 4 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und Polizeiaufsich!. �uxenöveranftaltungen. Gesundbrunnen. Der Portrag:„Das Lehrlingswesen im Mittelalter" findet Mittwoch, den 30. Juli, im neuen Lokal bei Pose, Kolonie. sirahe 11, statt.__ ' zfkf., Bei der | ZuwepISssiezkeaftsfahrt [ Berlin— Cottbus— Berlin, 224,6 km, am 6. April 1919 fuhr der Rennfahrer Roseilen auf iGordon-Bereifunii nach 11 Std. u. 3 Hm. mit einem Vorsprung von 24 Hin. als EntertoMM Diese Tatsache beweist am glänzendsten, dass dieses Fabrikat hi jeder Hinsicht nur das Seste bietet. 3 D. 8. Q. U. .JGprd ereifwhg„ // ■\ Aus nur bcslem Stahl Prahtisäffe*as!älining. UotegrenzlE IMtarksit, Raine Sepiraturen. Leichteres Fahren als auf Gummibereifung! Die Bereifung Ist durch eile Falirradhandlungen zu-> hezieiien.— Kan verlange umgehend Prospekte. Ulainige fahiikantca: Gordon Ges. m. b. H.s Dresden-A. 1, Scheffelstraäe 31. Nahe Savignj'pJatz habe ich fortzusshalher ein htibsdies Wohnhaus J tn. Ofenheizung u. Warm- wasser, 3-, 5- u. 6-Zimmer- wohnungen, noch sehr niedrigen Mieten, unter Selbstkostenpreis für IM. 460 000?.u verkaufen. Julias M. Bier, Leipziger StraÜe 26, Zentr M«l. Wcgen vollständiger Aufgabe verkaufe Droscht«, ameruan. Whisfy, Pfaftenwazen, schiocce und leichte Pferde. 71/20 BSttcher. 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Ter Verlag Gesellschaft und Erziehung, Berlin SW. 48, gibt uns Gelegenheit, aus den Bogen des ersten Heftes festzu- stellen, daß drs neue Organ eine zentrale Bedeutung haben wird. Einem Aufsatz von Alfred Grotjahn über den Begriff des Sozialen in Medizin und Hygiene entnehmen wir folgende Ausführungen: Den Hauptwörtern Medizin und Hygiene wird gegen» wärtig sowohl im wissensckaftlichen als auch im alltäglichen Sprach ....... 8 Eigensch;|........" hier und da des Guten zuviel geschieht, dadurch Unklarheiten der gebrauch so häufig daS Eigenschaftswort sozial beigefügt, daß Zweifel darüber entstehen können, ob nach dieser Richtung nicht Fragestellung künstlich geschaffen oder gar kleinen WohlfahrtSunter» nehmungen ein ernsthaftes Gesicht angeschminkt werden soll. Namentlich wer die AuSdrücke soziale Medizin und soziale Hygiene mit besonderer Vorliebe in Mund und Feder führt, hat die Pflicht, darüber zu wachen, daß hier keine Nachlässigkeit einreißt, sondern diesen Ausdrücken unter allen Umständen Ernst, Würde und charak- teristischc Note gewahrt bleibt. Denn nur unter solcher Voraus- setzung können diese Bezeichnungen der Forschung und Praxis ihre wegweisenden und anfeuernden Kräfte verleihen. Der Ausdruck„soziale Medizin" ist in Deutschland zum ersten Male im Jahre 1848 von Rudolf Virchow und zwar, wie er selbst angibt, nach französischem Vorgang gebraucht worden;«r bezeichnete damit in den Aufsätzen seiner Zeitschrift„Medizinische Reform" die öffentliche Gesundheitspflege im weiteten Ausmaß. Seither hat sich jedoch die Medizin so sehr in einzelne nach For- schung und Anwendung verschiedenartige Fächer aufgelöst, daß sie kaum mehr als eine einheitliche Wissenschaft aufgefaßt werden kann. Auch sehen wir gegenwärtig die Gesundheitspflege nicht mehr als eine Unterabteilung der Medizin an, sondern als ihre Ergänzung mit dem Rang einer schon durch ihre Fragestellung selbständigen angewandten Wissenschaft. AuS diesen Gründen hat sich die Bezeichnung soziale Medizin im Virchowschen Sinne nicht einbürgern können. Sie verschwindet vielmehr für Jahrzehnte aus der medizinischen Literatur, um erst in Verbindung mit den Aufgaben, die das sozial« Versicherungswesen der Heilkunde stellte, wieder aufzutauchen. Aber auch in diesem Zusammenhang ent- zieht sich das Wort einer wissenschaftlichen Begriffsbestimmung; denn für die ausgedehnte und wichtige medizinische Gutachter- tätigkeit im Bereich des sozialen VersicherungslvesenS dürfte die Bezeichnung DersicherungSmedizin vorzuziehen sein. UebrigenS hat Rudülf Virchow nach den Jahren 1848/43, in denen er mit Leu- buscher die„Medizinische Reform" herausgab, für die Durchd-rin- gung Medizinischer und hygienischer Fragen mit sozialen Gedanken- gängen wenig mehx getan. Soweit ihm Zeit zur Beschäftigung mit den Fragen der Gesundheitspflege blieb, zog er eine literarisch: und praktische Betätigung bei der Durchführung der Städteassanierung und der ersten großen Krankenhausbauten vor. Seine Entwicklung zum manchesterlichen Liberalismus, die ihn im Alter so kurzsichtig gegenüber jeder Sozialpolitik machte, spiegelt sich auch hierin wider. Im gleichen Jahre, in dem Marx und Engels daö„kommu- nistische Manifest" erließen, schreibt aber der junge Virchow noch Sätze wie die folgenden: „Die Aerzte sind die natürlichen Anwälte der Armen, und die soziale Frage fällt zum größten Teil in ihre Jurisdiktion.— Die öffentliche Gesundheitspflege hat, indem sie in ihren Forschungen den Lebensverhältnissen der verschiedensten Vollsklassen nachgeht und die feinen, gleichsam geheimen Schwankungen des Massen- leben? verfolgt, bei den meisten sozialen Schwierigkeiten eine ent- scheidende Stimme. Allein darauf beschränkt sich ihre Wirksmnkeit nicht. Von Zeit zu Zeit werden jene Schwankungen größer, zuweilen ungeheuer, indem einzelne Krankheiten in epidemischer Form auf- treten. In solchen Fällen wird die öffentliche Gesundheitspflege souverän, der Arzt gebietend. Die Geschichte bat es mehr als ein- mal gezeigt, wie die Geschicke der größten Reiche durch den Gesund- heitSzustand der Völker bestimmt wurden, und es ist nicht mehr zwcifelbaft, daß die Geschichte der Volkskrankheiten einen untren«- baren Teil der Kulturgeschichte der Menschheit bilden muß." Doch diese Wort« verklangen im jenen Jahren, ohne unter den Medi- zimern besonderen Widerhall zu finden, obgleich sie doch schon sehr deutlich den Weg wiesen. Sprach eS doch zu gleicher Zeit S. Neu- mann, ein Freund Virchows, in einer Schrift, die den bezeichnenden Titel„Die öffentliche Gesundheitspflege und das Eigentum" trug, geradezu aus:„Daß der größte-Lsieil der Krankheiten nicht aus natürlichen, sondern auf gesellschaftlichen Verhältnissen beruht, be- darf keines Beweises. Die medizinische Wissenschaft ist in ihrem innersten Kern und Wesen eine soziale Wissenschaft, und solange ihr diese Bedeutung in der Wirklichkeit nicht vindiziert sein wird, wird man auch ihre Früchte nicht genießen, sondern sich mit der Schale und dem Schein begnügen müssen. Die soziale Natur der Heilkunst steht über allem Zweifel." Der wuchtigen Art, in der damals das Wörtchen„sozial" in Verbindung mit medizinischen und hygienischen Dingen gebraucht wird, sollten wir uns heute mit Ehrfurcht erinnern, weil leider gegenwärtig dieses Adjektivum häufig gerade von Aerzten und Ver- tretern der privaten Wohlfahrtspflege an unrechter Stelle angewandt wird. Denn es geht nicht an, den Ausdruck soziale Hygiene zu trivialisieren und damit eine besondere Betrachtungsweise der hygienischen Forschung von vornherein in Mißkredit zu bringen. So he'ßt beispielsweise das Adjektivum„sozial" niemals schlechthin nützlich im wirffchaftlichen Sinn; denn viele Dinge sind nützlich und wirtschaftlich, ohne das Prädikat„sozial" zu verdienen. Das Wort ist mich nicht gleichbedeutend mit„wohltätig für die unteren Be- Völkerungsschichten", denn das könnte auch eine Volksküche oder eine Poliklinik sein, die kein Soziologe als soziale Einrichtungen be- zeichnen würde. Auch die„soziale Betätigung" irgendeiner Fräulein Tochter in einer„sozialen" Frauenschule ist zwar lobenswert, würde aber der Bescheidenheit ihrer Bedeutung besser entsprechen, wenn sie sie in einer„Frauenschule für Wohlfahrtspflege" sachgemäß ausüben lernte. Gar der„Sozialarzt" ist eine bedauerliche Sprach- bildung, die den schlichten Fürsorgearzt hoffentlich niemals ver- drängen wird. Angesichts solcher sprachlichen Mißbrauche muß man wirklich noch daran erinnern, daß das Adjektivum sozial sich von dem lateinischen Wort socio, ableitet und stets eine gesellschaftliche, gemeinschaftliche oder genossenschaftliche Bezeichnung voraussetzt. Di« soziale Hygiene kann also mix Fragen hygienischer Art be- handeln, die mit dem GesellschaftS-, Gemeinschafts- und Genossen- schaftsleben der Menschen in Beziehung stehen.... Schon an und für sich kann an dem sozialen Wert jeder Hygiene kein Zweifel bestehen, sener Betätigung menschlicher Vernunft, die sich die Verhütung der Krankheiten, die Fernhaltung der den Körper schädigenden Einilüsie der Außenwelt und die Vervollkommnung der körperlichen Rüstigkeit zum Ziel gesetzt hat. Wir dürfen uns nur nicht mit dem Bewußtsein begnüge n, daß wir in technischer Hinsicht bereits zahlreichen Anforderungen der Hygiene gewachsen sind. Viel- mehr fuhrt uns gerade eine soziale Betrachtung mit zwingender Notwendigkeit zu der Ueberzeuguna, daß die erstaunliche Entwicklung der Gesundheitstechnik wenig heften kann, wenn es nicht gelingt, diese Maßnahmen zu verallgemeinern. Die Hygiene bedarf, falls sie nicht in Komforthygiene ausarten soll, eines kräftigen sozialen Einschlags. Denn ihr Ziel ist nicht die Gesundheit einiger Bevor- zugrer, sondern die Verallgemeinerung der hhgieni- s ch e n K u l t u r. Aber auch als Wissenschaft muß die Hygiene, die in Deutsch- land infolge des überragenden EinilusseS der Bakteriologen und Chemiker in die Gefahr geriet, ausschließlich Laborawriumsforschung zu werden, sich von sozialwisseirschaftlichen Gedankengängen be- fruchten lassen. Soweit die Hygiene eine Nawrwissenschaft ist— und daß sie das in erster Linie sein muß, bestreiten auch die Sozial- hygieuiker nicht—, kann sie über die hygienischen Beziehungen von klimatischen Faktoren, Wohnung, Kleidung, Ernährung und Spalt- Pilzen zu dem biologisch umschriebenen Einzelwesen nicht hinaus- kommen. Aber damit kann sich 8ie Hygiene als Wissenschaft auf die Dauer unmöglich begnügen. Ter Menfch hat es verstanden, sich von dem unmittelbaren Einfluß der Natur unabhängig zu machen. Zwischen dem Menschen und der Natur siebt die Kultur und diese ist gebunden an die gesellschaftlichen Gebilde, in denen allein der Mensch wirklich Mensch sein kann— an Horde und Stamm, an Familie und Sippe, an Gemeinde und Staat, an Volk und Rasse, mit ihren geschichtlich und geographisch so überaus verschiedenen Wirtschaftsformen, der Natural- und Geldwirtschaft, der Haus- und Stadt-, der Volks- und Weltwirtschaft. Die Hygiene muß daher auch die Einwirkungen dieser gesellschaftlichen Verhältnisse und der sozialen Umwelt in Betracht ziehen, in der die Meisschön geboren werden und leben, in der sie arbeiten und genießen, sich fortpflanzen und sterben. Damit wird sie zur sozialen Hygiene. Der Begriff der sozialen Hygiene läßt sich also kurz und er- schöpfend umschreiben als die Lehre von den Bedingungen der Ver- allgemeinerung hygienischer Kulhir hinter einer Gesamtheit von örtlich, zeitilich und gesellschaftlich zusammengehörigen Individuen und deren Nachkommen sowie von den Maßnahmen, die diese Be-» dingungen zu modisiziereu und zu rationalisieren imstande sind. Wer mit dieser oder einer ähnlichen Definition ausgerüstet ist, kann nie in den bedauerlichen Irrtum verfallen, daß etwa die an sich so ioertvolle fürsorgeärztliche Betätigung oder gar die karitative Wohl- fahrtspflege das Wesen der sozialen Hygiene erfüllt, sondern wird sich stets bewußt bleiben, daß die soziale Hygiene, soweit sie eine Wissenschast ist, mit der jeweiligen soziologischen Erkenntnis, soweit sie eine Praxis ist, mit den gleichzeitigen sozialpolitischen Be. wcgungen unlösbar verknüpft bleibt. Daraus ergibt sich ohne weiteres auch ihre Stellung zum Sozialismus. Theater ösr Woche. BolNbiihne: 27. bis 31.„Der beilige fflorian", 1. bis«„Der Kubreigcn", 8. n.„Dir Fledermaus".— Berliner Tbcate«! 27. bis 31.„Tolle Komteß", 1. geschl., 2.}f.„Die Dam- im Frack".— Luiscn-Thcatcr: 27. bis 2., 4.„Wenn Frauen lieben", 3.„Der Hüttendcüger", 27. n.„Ein glücklicher Familienvater", 3. n.„Der Leiermann und fein Pflegekind".— Rose. Theater- 27. bis 31.„O schöne Zeit, o selig« 8kit". 1. bis 4.„Die Frau des Debütanten".— Walhalla- Theater- 27. ,. Kleine Sklavin", 23. bis 31.„Die Frau des Debütanten", 1. bis 4. „O schöne 8oit, o selige 8eit".— Urania! 27. ab., 3. n.„Die Jusel Rügen", 2»., 30.„Im Lande der Mitternachtssonne", 31., 3.„Das Ldcrengadin und der Epluzcn, 2.„Von der Zugspitze zum Watzmann", 27. n.„Der Vicrwaldstlittcr See". Täglich: Deutsche, Theater:„Auch ich war ein Jüngling".— Kammer. spiele:„Das Weid und der Hampelmann".— Theater des Westens:„Die Geisha".— Lellmg-The-ter:„Eharlcus Tante".— Deutsche»«iivstlertheater: „Die Rutschbahn".— Theater i. d.«öniggräher Straße:„Der Häuptling".— Komädienhau»!„Liselott von der Pfalz".— Schiller-Theatcr:„Alt-Heidelberg". — Kleine- Theater:„Unterm Baume der Crlenntnis", 27., 3. n.„Johannis. leuer".— Komische Oper:„Echwarzwaldmädcl".— Lustspiclhau»!„So ein Mädel".— Tril-non. Theater:„Der gute Ruf", 27., 3. n.„Iobanni-feucr".— Refideuz-Theater:„Das höhere Leben", 27., 3. n.„Gespenster".— Mctropol» Theater:„Die Faschingssec".— Theater am Rollcnborsplah:„Die Puppe", 27. n.„Der Iuxbaron", 3. n.„Drei alte Schachteln"— Thalia-Theater:„Jungfer Sonnenschein".— Reue» Operettenhau«:„Die Dame vom Zirkus" tvom 27. ab 7!« Uhr Ansangt.— Palaft-Theater:„Weinende Erben".— Friedrich-Wilhelm. städtisches Theater:„Der Hios".— Theater w der Frledrtchstadt:„Drei Ein» akter".— Walluer-Theafer:„Das Gesetz".— Ratioual-Theater:„Familie Hanne- Berlin(£2 Breiie Straße Kubolph Berlin<£2 Brett« Straße Damen-Kleidung: -g-fl aus lodenarflgem Woüsfoft!n braun meliert.......... M, m v? am efrrfartlgem nroBston*4 In sdiwarz............. 4.....................M. Jl&�C!lCC�nLliLl6lCl aus grau gemuskertem-g Sdilelfensfofr................................... M. f K.SC5iCldTrOCl£ am braunem, lodonorflgem Ä50 wollskofT....................................... M. 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Zu»»erstarb unser Mitglied 183/2 Otto Kosvd Charttsstraße 6. ah»« feinem Andenke»! Die Eindscherung erfolgt Dienstag, den 2S. ds., mittag» 1 Uhr, im Ärema- torimn Serichtstrafie. vor vorfkaad. Von Oer Ke!»« rurtlhk: Ks. Ii Bäumer, Haut- und Harnleiden, SW. Friedrichstr. 20. 12-1. 4-6. 13/0» Ii Her beseitigt DrÄrsHaussalbel ied. Hautausschi.. Flecht,| nautiuck.,bes.Bem8Clia(l., j Krampfaderil der Frauer.| u. dergl, in Originaldosen I 4 50. 7.50 erhältlich in der „Elelanlen-Apotheke" Berlin 213, Leipziger Straße 7-l(a. DOnhottpl). allein seit 15 Jahren innehabende» Restaurant will ich ruhesetzungshalber verkaufen. Lur llebernahme find 10000 Mark erforderlich. Wohnung, bestehend au» 2 fenftrig. Giebel- stube, 2 Kammern, Bodenraum und Keller.vorhanden. Mete monatlich 250 Mari. 455 D» Karl Kindlere Königs« Wusterhaiisrn, Bahnhofstr. 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August 1919, vormittags 9 Nhr, im Lokal des Herrn Weyle, Gerichtstr. 12/13: fflitgliedemriammlung. Tagesordnung: 2. Kassenbericht lbändecuna der stg 28 und 36.-4. Pubiikationoorgane.— 5. Neuwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder und Revisoren.— 6. verschiedene».• , Mitglietxbnch legitimiert.— Die Anwesenheit der»etb- lichen Mitglieder sowie plinktliche« Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. 1. Bericht de» Borstande« pro 1018/lg.— de» Rendanien und Bericht der Revisoren.— AbSnd-runa 215/8 HIB. Z. A.: vtto Rosengarten, vorfitzneder. ""----" str. 37. Berlin 54 65, Senterstr. I vom 24. August 1919 ab wird die gahlstelle Straße 14 nach Adalbertstr. 24, lkcke Engelufer(Lokal), Bnckower verlegt. ZknlralverbaiHi der Giafer Zahlstelle Berlin. 215/8 DtenStaa, den 29. Juli er., abends 7 Nhr, im Oewerkschaftsliana(Baal 2): mtnn. Mfltiös- n. luriffoÄffionsniüöneöet Wie Der vertrsuessleuke u. Sezlrksleikn. Tagesordnung: VI» ArabfNmmnng am 10. Augnst. NV" Zahlreiches und pünktliche» Erscheinen ist Pflicht."HWfZ Die Vrtsverwaltung. I. A.: Max Purtflrst. Di« nächste Rttgltederverfmumlnng findet am 11. August statt. Deutscher Musiker- Verband. Ocfsoenvalfnng varNa. 60/4 Geschäft-steil«: Katser-Wilhelm-Strahe IL GeschSstszett: täglich von 9 Uhr vormittags dt» 5 Uhr nachmittag». Fernsprecher: Norden 988, 3244, 4402, 12858. vornehmster Musiker- Nachweis lÄ für Oper und sonstige Theater, EafS». Hochzeiten, verein»-»nd Privqtsestfichtetten. Erfttlasstge Blas- und Etreichtapellen. GlDlaWeviverk Siemens& Aksle Akt. Ges. Eharlottenbarg, yelmholtzstr. 4- 8. Montag, den 28. Juli 1919, mittag? 12 Uhr, im Stadttheater Moabit lKrone), Blt-Moabit 47: Betriebsversammlung. Erscheinen aller Kollegen u. Kolleginnen undedtnat erforderlich. 34536_ Der Arbeiterrat: Rcchenberg. Lectert. gydziok. Au�verbunx iüraiia�iuciic s. w. zu richten an die Expedition dieser Zeitun unter 030. J S' VotteigMsie. Kousm., rednerische: sucht Anfangsstellt.. Schristltg. eine» Partridiatte». Gest. Offert, unt. L. 29, a. b. Gxped. 0. Bl. erbeten. 460D ___. ,,_ Gnmndild. t., rednerische Befähigung, Anfangsstellung in der Linotyiiesetzer, längere Praxi«, stellt ein 3447b Punk, Friedrichstr. 23L Lehrling z. L CK. ges. Botst 2—4 Uhr. Rappolt& Söhne, «urstr. 88. 34486 MlllW, welche das Schlosser- od. Maler- Handwerk erlernen wollen, ges. Wilh. Bartel, MolkenmarK 1. 34466 Rahmenmacher, der auch Kreissäge bedienen sann, verlangt Spiegeifadril Voblon, Köpentcker Str. 115. Tüchilgen Bildhauer für Tischlerei gesucht; dauernd Platz und Bant vorhanden. lonsterborih. Sageiderg« strA« 7. 34526 Tischler ans MZdel nach Zeichnung stellt ein«. Olm. verNn. Schüuoberg.«kazienstraße 27. Musterndherinnen für Bwsen im Haus« verlangen Tuch St Läwensberg, 3151b Mohrenstr. 29,30. 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