Nr.383.3L.Iahrg. Bezugspreis: Biorleljährl. 9,— Ml» mono«. B,— SRI. frei ins Saus, voraus zahlbar. Post- bezug: Monailich 8,— All» ejiL gu» stellungsgebiihr. Unter Rceuzbanb für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 62'> Ml» für da» übrig» Ausland 10 25 Ml» bei täglich einmal. Zustellung 8.25 MC. Postbcstellungen nehmen an Dänemari. Holland. Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Poft-Zeittrngs-Bretslist». Der„Vorwärts" mit der Sonntag»- beilage»Voll u. Zeit" erschein! wachen- täglich zweimal. Sonntag» einmal. Abend Ausgabe. Telegramm-Adresse: „Sojiclbemotcal Berlin". ( 15 Pfeife) G AnzeigenprctS: ## f Devlinev PolkBlrlaft. ®l» achlgelpaltene glvnvareillezest» lostet IL» MC„Uletnc Un zeigen". da» fettgedruckte Wort 50Plg lzuläistg 2 setigedruckte Worte», jede« weiter, Wort 25 Psg Stellengesuch- und Schlafstellenanzeigen da» erst, Wort «0 Psg. scde» welter« Wort 20 Psg. Worte über 15 Buchstaden zählen sur zwei Wort«. T-uernngsznschlag 50°/» Familien- Anzeigen, politische und gewerkschastlich« Bereins- Anzeigen 1,20 Ml. die geile Anzeigen für dl, nächste Nummer müssen bis» Uhr nachmittag» im Z>auptgeschä!i. Berlin SW»3, Lindenstrabe 3, abgegeben «erden. Geöffnet von!> Uhr früh bi» b Uhr abend». Zcntralorgan der fozialdemokrati feben parte» Deutfchlands. NeSaktion und Expedition: SU). öS, Lindenstr. 2. Kernsprechert Amt Morivplat«, Nr. ISI SO— KSK 97. vorwärts-veriag G.m.b. H., SW. HS, Liadenstr. 2. Fernsprecher: Amt Ntoritiplati, Nr. 117 52— Zsi. Sowjet-Ungarns Ende. Vie Räteregierung will zurücktreten. Aus Wien wird gemeldet: Infolge der N i e d e r l a g e der Noten Armee ist die Stellung der ungarischen Rätcregie- rung schwer erschüttert. Heute erschien cinGungarischer Volkskommissar bei den Wiener Entcntcvcr- t r c t u n g c n und machte de» Vorschlag, man möge V e r- Handlungen einleiten, die den friedlichen Rück- tritt der Räteregicrung und die Einsetzung eines neuen Regimes zum Zwecke hätten. Dieser Vorschlag wurde von Oberst Eunningham »ach Paris weitcrgeleitct. Nachdem die Hilferufe der Budapester Regierung in den letzten Wochen, das Proletariat möge schleunigst mit der Woltrevolution im Sinne Bela Khuns deginnen, nicht die geringsten Wirkungen ausgelöst haben(die Entcntcsozialisten haben sogar ihre rein platonischen Kundgebungen aufge- steckt), war dieses Ende zu erwarten. Tie Opfer, die Un- garn in seinem Treifrontenkriege gegen Serben, Tschechen, Rumänien und Franzosen gebracht hat, sind vergeblich ge- wcsen. Es kann nicht gesagt werden, daß die kommunistische Gesinnung der Budapesrer Regierer zu erhöhtem Verant- wortlichkeitsgesühl beigetragen hat. Sic haben vielmehr, was die Leichtfertiakeit anlangt, ein Volk in den Krieg zu bringen, unseren Militaristen nichts nachgegeben. Vorbereircter Angriff auf daS Heer Bela KunS. Hitufl, 29. Juli.(H. N.f Reuter berichtet au» Paris, dah t'ämlliche Vorberetlunsten für einen kranzölisch-serbischen Angriff auf den rechten Flügel de» Heere» Bela Kun getroffen worden seien. Der Angriff werde erfolgen, wenn Bela Kun sich nicht den Bedingungen der Alliierten fügen würde. die belgischen Sozialiften für öen Zrieüens- vertrag! Die Leitung der belgische» Arbeiterpartei bat be- schloffen, daH die sozialistische» Senatoren und Abgeordnete» für den Friedensvertrag stimmen, ober zu gleicher Zeit eine gemeinschaftliche Erklärung abgeben werde«, in der bezüglich grwiffer Punkte, mit denen sie sich nicht einverstanden er- klären können, Bo r b e b a l t e gemacht«erden. Dir Leitung der Partei hat den Friedensvertrag mit allen gegen drei Stim- men bei drei Stimmenenthaltungen gebilligt. Diese Haltung der belgischen Sozialisten stimmt mit der der belgischen Gewerkschaftler auf dem Amsterdamer Kongreß überein. Wenn auch den Belgiern nachgefühlt werden kann, daß sie als Söhne eines brutal Überfallenen und mißHandel- ten Landes bittere Gefühle nicht unterdrücken können, so wäre es doch klüger gewesen, sie hätten sich von ihnen nicht leiten lassen. Sie binden sich mit diesem Beschluß an eine Politik, die ähnlich wie die deutsche entweder als Katastrophe oder als Lächerlichkeit enden mutz. Ter neuen Internationale, die sich aus den Trümmern der alten zu erheben beginnt, und in der die Belgier ein erhebliches Kontingent stellen, wirb damit ein schlechter Dienst erwiesen. Das Volk als Sünöenbock. Ein Schreiben Renners an Seitz. StaatZkanzler Renner richtete von St. Germain aus an Ven Präsidenten Seitz ein Schreiben, in dem er u. a. aus- führte Eine Mauer von Bor- und Fehlurteilen ist gegen unser Volk im Ausland aufgerichtet. Man kennt dort nicht die staatsrechtlichen Verhältnisse, unter denen e? zu leben gezwungen war. und ahnt nickt den Grad seiner E i n s l u s- l o s i a k e i t auf die Geschicke des Reiche?. Man macht es für das Unheil des Krieges v e r- antwortlich. Man belastet es mit der Schuld an einem Kriege, der von der Hof- und Militärkamariva im Dienste der magvariscken Oligarchen, im Dienste der Wieder- Herstellung Polens und im Dienste der klerikalen Richtung der Sndslawen unternommen wurde, und der mit unserm Gut und Blut geführt wurde. Aus einem Bpfer dcZ Kriege? ist der Schuldige gemacht worden. Bei der Abrechnung über die Kriegsfolgen begeht man zum Teil unw-ffentlich das Unrecht, uns als alleinige RechtSnach- folger der Habsburger Monarchie zu behandeln und droht, ein vaar arme GebirgSvrovinzen unter dem Bergsturz« der Kriegsschulden de» ganzen Reiche? zu begraben. Wohl dämmert einigen Völkern schon die Ahnung, daß unS furchtbares Un» recht geschieht, aber vielfach sind diese Völker durch Verträge ge- bundcn, dee sie selbst im Drange der kriegerischen Ereignisse ge- schloffen bgben und wesch« sie jetzt schwer widerrufen können. Daber besteht die. Gefahr, daß unser Volk, durch die erste Instanz, durch den bevorstehenden Friedensvertrag in St. Germain, i ch u l d, a gesprochen wird. Man muß sich mit dem Gedanken vertraut machen, daß dieser Friedensvertrag noch kein Instrument de? Rechtes, sondern eine Schövkung des Krieges sein wird, der bekanntlich immer mebr Unrecht schaff t alz er tilgt. DeShallb allein wird unser Volk noch nicht verzweifeln, solange eZ die Berufung an r es höhere Instanz offen sieht. Diese höhere Instanz kann der Völkerbund werden, wenn er sich tatsächlich zu einer fried» lieben Vereinigung aller abendländischen Kulturvölker auf der Grundlage der Freiheit und Gleichheit weiter entwickelt. Deutsch. Österreich kann in der Laae, in der es sich befindet, kaum leben. Es kann nickt ander?, als sich vertrauensvoll dem Völkerbund und '""en Entickeibunaen überantworien. E» wird nicht Großmachts-, rock, auch NachbarsckaftSpoli'ik machen, sondern ausschließlich VSlkcrbundspolitik. Es braucht Ruhe und wünscht in kein« der Affären Europas der- wickelt zu werden, am allerwenigsten aber einbezogen zu werden tu einen erweiterte« Balkan, zu dem sick, trr europäische Südosten zu entwickeln droht. Indem sich DeiMchoiterrcich auf diese Weise jeder auswärtigen Entwicklung ferro'f. wirb es versuchen müssen, seine Volkswirtschaft wieder auszubauen und jene neue soziale Ordnung zu schaffen, die daS Sckweraew.ckt des wirtschaftlichen wi» politischen Leben? in die breiten Massen deS werktätigen Volke« verlegt. ?o werden wir auch nach auf>en unfern guten Namen wiederher- stellen un. fenes Maß an Acktung und Eintluß gewinnen, da? nottut, um unsere«taatZbürger n�je unsere Erzeugnisse im Ausland zur Geltung zu bringen. Diese Hoffnung würde nur dann eitel werden, wenn der Völkerbund an sich versagt oder wenn er unS die Anerkennung unseres Rechte» auf Existenz bAtoeigeti. Solange diese verzweifelte Lage noch nicht gegeben ist, müssen wir mit Eni- schlossenheit den geschilderten Weg gehen. Der englische Sergarbeiterftreik geht weiter. (Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Trotz d:S Abkommen? zwischen der englischen Regierung und dem Bergarbeitcroerband vom Freiing geht der Streik weiter. 299 909 bis 399 999 Bergarbeiter finid arbeitslos und außerdem tausende Industriearbeiter wegen des Kohlenman- g e l S: besonders die Ausständigen in Dorkshire verweigerten den Lettritt zum Abkommen. Ihr Führer, Herbert Smith, erklärte, es seien noch andere Dinge abzumachen, bevor der Weg offen liege. Er werde nichts unternehmen, solange die Bergwerks- besitzer ihn nicht zur Beratung einladen. Außerdem steht immer noch die Abstimmung des sogenannten Dreibünde» wegen einer direkten Aktion gegen die Wehrpflicht und die russische Intervention bevor. Ribst unö painleve zu öen Enthüllungen. (Eigener Dra�htbcricht des„Vorwärts".) „Echo de Pari?" hat sowöhl Herrn Painleve al? auch Ribot, welche im September 1917 Ministerpräsident bzw. Außenminister waren, über ErzbergerS Enthüllungen ausgefragt. Tic Antworten bestätigen zunächst Hermann MüllerS Mitteilung, daß eö sich nicht eigentlich um eine eng- lifche Initiative gehandelt habe, sondern um die veant- wortung einer päpstlichen Frage an alle kriegführenden Mächte. Ribot sagt, eS habe England au? reinen HSflichkeitS- r L ck s i ch t« n die päpstliche Rundfrage beantwortet, jedoch hinzu. gefügt, daß der vorliegende Borschlag nicht genügend Sicherheiten bezüglich Belgiens biete. polnischer slbftimmungsterrorismus. Wie uns vom Arbeiterrat Marienwerder mitgeteilt wird, suchen in den Abstimmungsbezirken des Osten» die Polen dnrch unglaubliche Drohungen das Äbstimmungsresultat zu deeinfluffen. Im Kreise Marienwerder hatten die politischen Parleien ArbeitSgemeinschailen gebildet, um die Bevölkerung über das Für und Wider des Anschlusses an Polen aufzuklären. Sofort gab der polnische Bolksrat ein Flugblatt heraus, in dem gedroht wird, die Führer der politischen Partei der Ententekommisfion zur Ausweisung vorzuschlagen. Die Einsender fragen, welche Schritte die Regierung gegen solchen TerroriSmuS zu unter» nehmen gedenkt._ Vertrauensvotum für Sie Reglerung. Weimar, 29. Juli, 1,Zg Uhr nachmittag?. Erzberger spricht eben und wendet sich gege» Geheimrat Rieß«. Heftet da? BertraurnSvotu« tz«t r die Regierung wirb tu einer! halbe» Stunde abgestimmt werde»,«s ist kciue Frage, daß e« angenommen wird. Rachmittag beginnt die dritte Lesung der Verfassung., Gegen Preußens Zerstückelung. Von Wolfgang Heine. In bewegten und verworrcneii Zeiten ist nichts gefähl- licher als die suggestive Kraft der Wiederholung immer desselben Wortes, bis das Publikum glaubt, es müsse sich dabei auch etwas denken lassen. Zu solchen Schlagworten gehören die Behauptungen, daß der Zertail Preußens unabwendbar wäre, und daß, je schwächer Preußen, un: so stärker das Reich werden würde. Im„Vorwärts" vom �4. Juli bespricht ein Ungenann- tcc, dessen Uebelwollen gegen Preußen aus jeder Zeile her- vortritt, das„linksrheinische Problem", wobei er auch von diesen beiden Axiomen ausgeht. Wenn der Verfasser der sozialdemokratischen Preußischen Regierung vorwirft, sie kennte die Stimmungen im Westen nicht und ließe sich darin von der französischen Besatzung ütertressen, so ist der erste Teck davon nicht richtig und der zweite enthält keinen Vor- wurf. Wir kennen sehr gnt nicht nur die Stimmungen. sondern auch ihre Gründe, aber wir wissen, weshalb wir nicht über olles reden. Wir wollen weder Oel ms Feuer gießen, noch den auf der Lauer liegenden Gegnern des deutschen Volkes zu Hilfe kommen. Das ist der Punkt, an welchem die ihrer Verantwortlichkeit bewußten Politiker stets im Stach- teik sind gegenüber denen, die sich weder um ihr Reden und Handeln, noch um dessen Folgen für das große Ganze des Volkes und seine Zukunft Gedanken zu machen pflegen, son- dern nur einem Schlagwort, einem Ziele, einem momentanen Wunsche folgen. Wenn wir aber von gewissen Vorgängen später unterrichtet werden, als die daran mehr oder weniger beteiligten ausländischen Besatzungsoffiziere, so versteht, sich dies eigentlich von selbst. Herr General Mangin mußte der Natur der Sache nach früher die Vorschläge der Herren Ull- rich und v. Brentano kennen, als wir sie in Berlin erfahren konnten, ebenso wie die Antwort, die Herr Elemenceau den Befürwortern der Groß-Hessischen Republik darauf gegeben hat. Ich bin weit davon entfernt, zu verkennen, daß die Mißstimmung der westlichen Gebiete gegenüber Preußen auf Tatsachen beruht. Sollte die Rhemprovinz ein Teil ÄeS preußischen Staates werden, so waren gewisse Verwaltungs- maßregeln unvermeidlich, die von der Bevölkerung hart empfunden werden mußten. Man schickte rheinische Beamte nach dem alten' Preußen. Ostelbier nach der Rheinprovinz. Man nahm auf die konfessionellen Unterschiede, die allerding? damals noch nicht die Rolle spielten, wie es dank den glor- reichen Fortschritten der Kultur heute der Fall ist, wenig Rücksicht. Was den ersten Jahrzehnten verständlich und, wie gesagt, nicht ganz entbehrlich war, hat man ein Jahr- hundert lang sortgesetzt und den Eindruck hervorgerufen, als wäre die Rheinprovinz ein erobertes Land. Die Schuld der bureaukratischcn und militärischen Ueber- Hebung und Verständnislosigkeit für die Volksseele an dem fürchterlichen Schicksal, das unser ganzes Vaterland betroffen hat, ist so augenfällig, daß wir es verstehen, wenn nach der Niederlage die Stimmung sich gegen Berlin als den alten Sitz der preußischen Herrschaft wendet, wobei freilich nicht vergesse« werden darf, daß die ärgsten Kriegshetzer am Rhein oder in seiner Nähe gesessen haben, und daß die„Kol- nische Volkszeitung" sich bei der Obersten Heeresleitung der Herren Ludendorff und Nicolai der größten Bevorzugung erfreut hat. Wenn endlich das Treiben der spartakistischen und„unabhängigen" Unruhestifter als Grund für das„Los von Berlin" angeführt wird, so wollen wir auch diese Re- gung verstehen und nur darauf hinweisen, daß es kein Ver- dienst der Rheinländer ist, wenn in den besetzten Gebieten an Zahl überlegene Truppen der Entente die Ordnung auf- recht erhalten. Endlich— alle Fehler der preußischen Ver- gangenheit zugegeben— sind doch auch die Motive anderer Art nicht zu verkennen, die den Ilbreißungsbestrebungen zugrunde liegen, der Ehrgeiz von Parteien und Führern, die Hoffnung, durch die Gunst der Feinde von gestern Vorteile für morgen herauszuschlagen, der Wankelmut, der in den Zeiten der Not Gemeingut schwacher Seelen wird. kein Schlagwort ist heute abgenutzter, als das des, Unitarismus", kein Bekenntnis alltäglicher und billiger als das für das einige Reich im Gegensatz zu Preußen. Alle, die jetzr von Preußen wegstreben, tun dies mit der lauten Ankündi- gung, daß sie auf diese Art das Reich stärken wollen. Ein- heit. Einigkeit, wahrlich, sie allein könnten uns retten! Nach der Katastrophe, die Teutschland betroffen bat, gäbe eS nur eine gesunde und fruchtbare Politik, daß nämlich alle Glieder des Volkes ohne Unterschied der Parteien und der Lands- Mannschaften sich fest zusammenschlössen, um in gemeinsamem Fühlen einen neuen Geist, in gemeinsamer Arbeit einen neuen Staat aufzubauen. Wo aber ist dieses einheitliche Wollen und Wirken?— Man kann ja zugeben, daß die schmählichen Zänkereien, in da«« sich die Deutschen von beute die Schuld an dem Zusammenbruch gegenseitig zu- werfen, daß die zerstörende Selbstsuchr der Einzelnen wie der Klasiett und Parteien und' Kiels? andere KrankheitSerfHei. nungen sind, erklärlich aus dem Unglück, da? niemals in der Welt die Menschen veredelt hat. Aber feststellen muß man doch, daß gerade jetzt, wo es am nötigsten wäre, ein einheit- liches deutsches Streben feblt. Worin besteht denn Einheit eines Volkes und Staates? In Einheitlichkeit und gleicher Richtung der staatlichen und seelischen Arbeit, in der Erzeugung und Erhaltung gemein- samer Kräfte. Man klagt über die Zersplitterung Deutsch- lands in viele verschiedene Verwaltungen— und nicht ohne Recht. In Preußen und Bavern aber h a t man große einheitliche Verwaltungskörper, die in hundertjähriger Arbeit aufgebaut sind. Gewiß hatten die alten Verwaltirngsme- thoden ihre Schwächen: aber diese Einheitlichkeit, die Größe der Gebiete, über die sich die Organisationen erstreckten, bc- deutete nwahre Stärke. Bis jetzt liegen die wichtigsten Lei- stungen der Verwaltungsarbeit, namentlich jede Kultur- tätiAeit in den Einzelstaaten und den ibnen untergeordneten Körperschaften. Es wäre schon sehr schwer, sie plötzlich zu Verwaltungsorganen des Reiches zu machen. Wenn man aber wirklich mit einem Federstrich die Behördenorganisa- tionen Preußens, Baverns, lsachsens usw. dem Reiche unier- steEhm wollte, so würde, auch wenn das größte VerwaltungS- gsnie an der Spitze des Reiches stände, ihm nichts übrig bleiben', als dieselben bisher einzelstaatlichen Einrichtungen ibre Arbeit fortsetzen zu lassen, nur unter anderem Namen. Da? Reich hat bisher keine innere Verwaltung und wäre auch nicht imstande, aus d'em Nichts eine zu schaffen, sondern es könnte lediglich die Arbeitsoraane der Einzelstaaten über- nehmen. Tarin läge schon eine gewisse Gefahr, neue Ver- wirrung zu schaffen, die wir gegenwärtig am wenigsten brauchen können. Allem papiernen Unitorismus zum Drotz. müßte dies Experiment in Wirklichkeit zur inneren Zerrissen- beit Deutschlands führen. Es ist nicht wahr, daß die Ein- zelstaaten, so wie sie sind, lediglich Zufallsbildungen wären, wie Herr Preuß in seiner Denkschrift zum Verfastungsent- Wurf behauptet. Welche Motive von Jahrhunderten die Herrscher geleitet haben mögen, gehört der Geschichte an? gegenwärtig sind die Staaten Erzeugnisse einer hundert- übrigen Arbeit, sind sie reale Datsachsn und Kräfte, die > iel mebr Bedeutung haben, als selbst die StammeSzu- i'ammenhänge, die man von der Völkerwanderung herleitet, und die sich in der Zeit des freien Verkehrs immer mehr verwischen. Das soll nich» heißen, �daß die Schwächen und Sünden des vergangenen Systems in das neue Reich hinübergenommen werden sollten. Die Einzelstaaten reformieren ihre Ver- ivaltung und baben in dieser Richtung bereits mehr frucht- bare Arbeit geleistet, als in den Diskussionen der Rational- Versammlung über die Grundrechte zn spüren ist. Die oft kleinlichen Schikanen der preußischen Verwaltung gegen die anderen Staaten sind zu ende. Preußen bat sein Eisenbahn- mstem, seine Heereseinrichtungen, seine Steuerorgonisation bereitwillig dem Reich zur Verfügung gestellt, um durch Einheit eine größere Kraft deS Reiches zu erzeugen. Auf seine Vormachtstellung hat es verzichtet Die vielgerübmts ..Neugliederung" aber vertieft die Gegensätze und erschwert die Annäherung und Ai-saleichung. Ganz besonders gefährlich sind die Abtrennungsbestre- bungen in den Grenzländern. Wenn es keinen anderen Grund gäbe, der vor ihnen warnen müßte, so wäre es der Eifer, mit dem die Franzosen alle diele Machenschaften teils 'elbst hervorrufen, teils unterstützen, llnverhüllt erklären die französischen Offiziere, daß st? die Abwennuna der westlichen Gebiete von Preußen wünschten. Soll ein Mensth gsaubep, daß sie dielen Wunstfi im Interesse Deutschlands hegen? Der offenbare Grund kann doch mir sein, daß ibnen ein schwaches Preuhan eine Gswäbr für ein schwaches Deutsch- land bedeutet. Wenn wirklich diele gev laute Abtrennung kleinerer Republiken in der Pfalz, in Hessen und am Rhein eine Stärkung Teutschlands zur Folge hätte, würden die Franzolen sie gewiß nicht hefördern. Je mehr Preußan geschwächt wird, je mehr eS von feiner zentralen Kraft verliert, desto größer ist die Gefahr, daß Zzzr Lösung öes fsMen Problems öer Tuberkulosebekämpfung. Die Berufung Friedmanns auf einen Lehr- stuhl der Berliner Universität hat erneute Angriffe der Widersacher dieses ManneS ausgelöst. Zu diesen An- griffen wird cms aus dem reiferen Medizinernachwuchs der Universität geschrieben: In der„Berliner Klinischen Wochenschrist" lNr. 27) schreibt Cid). Med.-Rat Prof. Dr. Posner redaktionell in dezug auf einen „in größerem Umfang als bisher geplanten Versuch der Tubec- kulosebekämpfung mit dem Friedmannschen Mittel":„Hier wird in der Tat die wichtigste Aufgabe zu lösen sein; seitdem die Un- lchädlichkeit des Friedmannschen Mittels erwiesen ist, darf man hier ein Problem von allergrößter Pedcutung für die Gesu»- tung unseres Volkskörpers erblicken, dessen Lösung im günstigen Sinne uns einen Ausgleich bieten könnte für den sonst bei der Tuberkuloseverhütung entscheidenden Faktor der. sozialen Ber- Hältnisse." Mit diesen Worten ist treffend und umfassend die Sack läge gekennzeichnet, mit der sich die folgenden Äusflchrungen beschäftigen. Der Arzt kann keine Krankheit unmittelbar heilen, er sorgt nur dafür, daß Schädlichkeiten, mit denen der Körper nicht fertig wird, unschädlich gemacht werden. Denn nur die Real- tionSfähigkeit des Körpers auf Reize, d. h. Abwcbrmaßnahmen mit Eegcnmaßregeln— zusammen mit Ausgleichborrichtungen das Kennzeichen des Leben? überhaupt— ist die Zauberin, die die eigentliche Heilung bollzieht. Wo diese Reaktivität versagt, entsteht Krankheit und erfolgt schließlich Tod. Da sich der mensch- iiche Körper aus einzelnen mikroskopisch kleinen Zellen, den eigentlichen Leben strögern, zusammensetzt, spielen sich diese Vor- gänge in ihnen ab, und eS gibt also auch teilwciseS Sterben. Unter den ansteckenden Krankbeiten, hervorgerufen durch Eiste kleinster in da? Körpergefüge eingedrungener Lebewesen, ist die Tuberkulose die bei weitem wichtigste von denen, gegen die bisher noch kein eigentliches Heilmiltel dem Arzt zur Bekamp- fang jener Schädlichkeiten zur Verfügung stand. Der menschliche, giftige Tuberkclbazillus, der überall in unsauberen Winkeln zu finden ist, kann gesunden, reaktionsfähigen Zellen oft nichts an- haben. Gefährlich wird er aber den durch sonstige Schädlichkeiten geschwächten Zellen. Haben sich nämlich die Bazillen erst ein- mal hier eingenistet, so werden die Zellen schwer mit ihnen fertig, denn gerade die abgestorbenen Bezrllen wirken besonders giftig und schädigend, und so wird ein� immer größerer Umkreis vor- bereitet zur Ansiedlung der übrigen Bazillen; der KrankheitS- Herd debnt sich allmählich aus, die Gifte kommen ins Blut, der ganze Mensch wird matt, verliert den Appetit: alles geeignet zum weiteren Fortschreiten der Krankheit, abgesehen von den direkten Schäden und Zwischenfällen, Hefe Grenziander iiacsi Sern stärkeren NcnWckr gradNer?ri. Dies um so mehr, als er durch wirtschastliche Begünstigungen einzuwirken vermag, und als die Hoffnung, das eigene Ver- mögen den konfiskatorischen Steuern zu entziehen, die das Reich fordern muß, schon jetzt eine große Nolle spielt. Alle diese Bestrebungen bedeuten die schwersten Ge- fahren für die Kraft Teutschlands nach außen. Aber auch nach innen wären die Zyirknngen nicht weniger Verhängnis- voll. Tie eigentlichen Kulturarbeiten, Schule, Wissenschaft und Kunst, find ihrer Natur nach mit dem Leben der kleineren Zentren eng verbunden. Das wird so bleiben, mag die Reichsverfassung«loch so viele Gegenstände als Reichssache erklären. Die Verwaltungsreform in Preußen will dieser Tatsache Rechnung, tragen, indem sie im Rahmen der allge- meinen Gesetzgebung Platz � für eine gewisse statutarische Autonomie der Provinzen gewähren will. Aber dabei bleibt die andere Tatsache bestehen, daß der gesamte Fortschritt auf geistigem Austausch und wirtschaftlicher Unterstützung der Provinzen und anderen kleinen Bezirke untereinander beruht. Zum Schluß noch ein Wort über die parteipolitische Seite der Sache. Daß Mitglieder der Zentrumspartei aus Rhein- land, Westfalen und Oberschlesien die Gelegenheit ergreifen möchten, um reine Zentrumsrepubliken zu gründen, ist allenfalls aus parteipolitischen Gedankengängen zu erklären. Die alte Feindschaft zwischen der Kirche und Preußen ist noch nicht vergessen: die Kirche kann kleinere schwache Staaten leichter beherrschen. Das Zentrum ist stets Träger ständischer und � lokaler Rechte gewesen. Uebrigeiis darf nicht verschwiegen werden, daß es auch Zentrumskatholiken gibt, die sich gegen diese Pläne ablehnend verhalten. Wenn aber Sozialdemokraten solche Zertrürnmerungs- bestrebungen gegen Preußen und Bayern unterstützen, so steht dies im Gegensatz zu ihrer Ueberlieserung, ihren Grundsätzen und Zielen, die sie cnrf anderen Gebieten verfolgen. Alle diese Bestrehungen haben doch den ausgesprochenen Zweck, Neuerungen zu hindern, die bisher Forderungen der Sozialdemokratie waren. Zentrumsabgeordnete aus Ober- schlesien drohen, daß die dorftge Abstimmung für Polen aus- fallen würde, wenn nicht eine oberschlesische Autonomie durchgeführt würde, die die Schulreformpläne verhinderte. In Schleswig wurde mit derselben Drohung, das Land würde für Dänemark votieren, gleichfalls für«in« Elb- republik Stimmung gemacht und uns zugemutet, die mittel- alterlichen Kirchspielswahlrechte mancher Bezirke für iman- tastbar zu erklären. Die Sozialdemokratie der preußischen Landesversammlung, die den Dingen nahe steht, lehnt solche Zumutungen ab. Die Sozialdemokratie hat vor der Zukunft eine schwere Last von Verantwortung für fremde Fehler und deten Folgen übernehmen müssen. Alles, was der Friede dem un- glücklichen deutiwen Volke an Schmach und Elend auferlegt, werden lügnerische Agitatoren der Sozialdemokratie zu- schieben. Sie kann die Verantwortung für den äußeren und inneren Zusammepbruch mit gutem Gewissen ablehnen. Zerstört sie aber die großen Einheitsorganismen der inneren politischen Arbeit und bcmmt sie dadurch die inneren Re- formen, die uns die Kraft für den Wiederausbau des Vater- landes schaffen sollen, so nimmt sie damit eine eigene Scbnvd ans sich. Die Rechnung wird ihr von der dadurch gestärkten politischen Reaktion präsentiert werden. Luöenöorft äußert ßch. Zu den Erklärungen der Minister Dauer und Müller und des Abg. Gothein in der gestrigen Sitzung der Nationalver- sammlmig veröffentlicht Ludendorff folgende Erwiderung: l. Der Beschluß zum U-Bootkrieg wurde nicht am 18. 1., son- dern am v. 1. 1917 und zwar tn Anwesenheit de? ReichSkanz- lerS und mit dessen Zustimmung gestßt. 2. Di« vom Reich Kminister deS Auswärtigen gegebene Dar- stellung über den Waffenstillsband enthält nichts Neue?. ES kann nur auf den Schriftwechsel des Generals Ludendorff mit Bei Vergegenwörtigung solcher Verhältnisse wird zweierlei verständkich: einmal, daß oaS Vorkommen der Tuberkulose ge» wohnlich mit einer ungesunden Art der Lebensführung zu- sammenbängt, vor allem falscher Ernährung, lleberanstrengung und Ilnsauberkcit; und ferner, daß eine einmal entstandene Tu- berkulose von den natürlichen Heilkräften de? Körpers allein nur dann überwunden werden kann, wenn eine solche ungesunde Lebenshaltung geändert werden kann, indem eben jene Schwache- zustände rechtzeitig und schnell beseitigt werden. ES ist mithin klar, daß die Tuberkulose vorzugsweise die Krank- heit der weniger bemittelten Volksklassen i st, besonders bei einer MirtschastSlage wie der jetzigen, und daß hier eine einmal aukgebrochcne Krankbeit, wie leider gesast werden muß, in der Regel zu einem unaufhaltsamen Siechtum führt. ES ist bekannt, wieviel für die.Tuberkulösen durch Heilstätten u. a. gesorgt wird, indem man sie in äußerlich gesunde Bedin- gungen zu bringen sucht. Aber eS gab bisher kein Mittel, um den Körper wirksam in seinem Kampf zu unterstützen, der Krank- heit selbst zu Leibe zu gehen. Die Strahlenbehandlung bewirkt zwar ein Zerstören einzelner Krankheitsherde, damit aber zu- gleich ein IlekerschwemMen des Blutes mit giftigen Zerfalls- sioffen, abgesehen von der gleichzeitig schädigenden Wirkung auf die Körperzellen, ist also ein Scheinerfolg, wie aus obigem her- vorgeht. Ta hat nun Friebmann, als er 1902 den Schildkröten- tuberkelbozillvS entdeckte, der dem menschlichen der Form nach zwar außerordentlich ähnlich, aber für den Menschen völlig un- schädlich ist, mit genialem Blick für daS Wesentliche, ähnuch: prak- tische Schlußfolgerungen gezogen, tvie 1796 I e n n e r mit seiner bisher im Erfolg einzig dastehenden Pockenschnyimwung. Bei der bekannten Pockenimpfung werden lebende, für den Menschen unschädliche Erreger der Kuhpocken dem noch nicht erkrankten menschlichen Körper einverleibt. Dieser nun erzeugt sich per- möge seiner Reaktivität Sckutzstoffe, die ihn auch gegen die gifii- gen menschlichen Pockenerreger schützen. Roch 1870 forderte die Pockenkrankbeit in Preußen 60 000 Opfer an Toten/nach Einfüh- rung der offiziellen Pockenschutzimpfung ist sie bald ausgetilgt worden. Ebenso wirkt das Friedmannsche Mittel nachweislich schützend auf daS von Tuberkulose zwar noch unberührte, aber der tuber- kulösen Ansteckung ständig ausgesetzte neugeborene bzw. junge Kind. Aber auch wenn bereits eigentliche Tuberkuloieerkran- kung ausgebrochen ist, ist das Friedmannsche Mittel anzuwenden, und zwar je früher, mit um so größerer Auesicht auf Heilung. Denn auch hier gilt jenes grundlegende Lebensprinzip: oer Kör- per muß noch reaktionsfähig, d. h. in seinen wichtigsten Funktio- nen leistungsfähig geblieben sein; er.muß noch imstande sein, auS jenen unschädlichen Schildkrötentuberkelbazillen sich selbst die Schutzstoffe zu schaffen, mit denen er die Gifte des SchäalingS, des giftigen menschlichen Tuberkelbazillus, beseitigt: dann schwin- den di* Kachtschweiße, dex Appetit bessert sich. Husien und Bus« Sefct Mlnsitt'präsiLenten Sc? ei d e tn an n vom Marz 1910 verwiesen wachen. 3. Der Außenminister greift die Kriegführung der obersten Heeresleitung an und nennt Ludendorff in diesem Zusamenhang den größten Ver derber. Es ist nicht ersichtlich, woher der Herr NeichSnrinister feine militärischen Kenntnisse schöpft. Das Mitte August erscheinende Buch de S Generals Ludendorff wird über die Kriegführung der Obersten Heeresleitung Auskunft geben. 4. Im Kronrat vom 11. 9. 1917 haben der Generalfeldmarschall und General Ludendorff pflichtmäßig ihte militärische Ansicht über daS vorgetragen, waS sie zum Schutze des deutschen wirtschaftlichen Lebens an der Deftgrenze für erforderlich hielten. Dieses ist vom General Ludendorff in der im Auszug veröffentlichten Denk- f ch r i f t nochmals niedergelegt worden. Di« Entscheidung Seiner Majestät hat der ehemalige Reichskanzler Dr. Michaelis iw seiner Erklärung vom 27. Juli veröffentlicht. Diese Entscheidung ist auch für die Oberste Heeresleitung Sin- dsnd gewesen, nachdem sie ihrer Pflicht, die militärische Notwendig- keit klarzulegen, entsprochen hatte. Ein paar nichtssagende Redensarten und Belanglosig- leiten, dick aufgemachte Buchreklame— was will der Mann? der allüeutsthe Tintenfisch. Gegenüber den auf die alldeuffchen Kriegsverlängerer niederprasselnden vernichtenden Schlagen wendet die rsak- tionäre Presse die Taktik des Tintenfisches an. der bekannt- lich, wenn er angegriffen wird, eine schwarze Flüssigkeit auS- spritzt und dadurch seine Umgebung zu trüben sucht. Mit- unter wird auch die Methode des Tintenfisches mit der des Stinktier? vertauscht. Enthüllungen über Erzberger sollen die Aufnzerksamkeit von dem ungeheuren alldeutschen Verbrechen zur Zeit der MichaeliSschen Kanzlerschaft ablenken. Es ist längst bekannt, daß zn Beginn des Krieges auch Erzberger der nationalisti- scheu Massenhypnose unterlegen ist. Wenn jetzt ein Brief Erzberger? auS dem Jahre 1914 veröffentlicht wird, worin er die Anwendung eines Flammenwerfers empfohlen und sich wegwerfend über völkerrechtlich« Bedenken geäußert hat, so entspricht daS zwar dem Bilde, daS von der Tätigkeit Erz- bergers zu Beginn deS Krieges feststeht, ändert aber nicht das geringste an dem Urteil über die Vorgänge im Sommer 1917. Das deuffche Volk ist nicht an der Frage interessiert, ob Herr Erzberger eine innere Wandlung durchgemacht bat, sondern daran, ob es im Jahre 1917 einen anständigen Frie- den haben konnte und wer das vereitelt hat. Hier haben die gestrigen Weimarer Verhandlungen das vernichtende Ur- teil über die kriegstrciberische Politik der MichaeliSschen Clique nur voll bestätigt. Die alldeutsche Presse sucht setzt den Ansckein zu erwecken, als gebe der Wortlaut des eng- tischen Schreibens ihrer Auffassung recht, daß der Frieden?- versuch von 1917 gar nicht ernst gemeint und ganz beveu- tungSloS gewesen sei. Wir brauchen demgegenüber nur auf die gestrigen Ministerreden zu verweisen, die das klare Gegenteil ergeben. DaS Michaelissche Verbrechen ist durch nichts auS b« Welt zu schaffen. Die ungeheuerliche Lüge bleibt besteh?»: Michaelis beschwört die Parteien, nicht auf einer öffentlichen Erklärung über Belgien zu bestehen, da dies auf anderem Wege im gewünschten Sinne«-folge. Hinter ihrem Rücken gibt er jedoch eine Erklärung ab, die da? gerade G e- gen teil dessen besagt, was die Parteiführer e'-warien durften und mußten, und gleichzeitig ergibt es ein B r i e r- Wechsel mit Hindenburg. daß er an eine Freigabe Belgiens innerlich niemals gedacht hat, daß er Belgien zum Teil annektieren und als Ganzes m i r t- schaftlich versklaven wollte. Die„Deutsche Tan-s- zeitzung" g'mbt unser vernichtendes Urteil über die Mi- chaeliSsche Intrigenpolitik durch den Hinweis entkräften zu können, daß Herr von Paver erst einige Wochen später Vi;e- kanzler wunde. Aber auch der damalige Vizekanzler H e l f- f e r i ch behauptet ja, daß Herr Michaelis ihm von seiner lvnrf vermindern und verlieren sich schliehsich. daS Krnftgefühl wächst und, der KrankheitSprozeß geht in Heilung über, jid-r nicht nur beginnende Lungentuberkulose kommt zur Heilung, son- dern auch die frischen tuberkulösen Eelenksckwellungen ge- n zurück, Drüsenpakete furchen sich und schwinden, zur Kastralion bestimmte Hoden gelangen zur Heilung, Knochen-, Gelenk- und Hautffsteln zu dauerndem Verschluß u. a. m. Während die bisherigen BebandlungSmethoden ein Leben unter günstigsten Bedingungen für die Gesundheit zur Borau?- setzung haben, muß demnach daS Friedmannsche Mi:tel al» wirk- licbeS, spezifisches Heilmittel und damit bei unserer jämmerlichen WirffckaftSlage als die einzige aussichtsreiche Waffe, gelten, durch die unser ausgemergelter VolkSlörper diese verheerende Seuche mit Erfolg bekämpfen kann. Obwohl die Tuberkulose schon immer den Löwenanteil unter den Todesursachen lieferte, hat die Tuberkulosesterblickkeit während de? Krieges noch um 60 Prozent zugenommen. ES ist klar, daß solchen Verhältnissen gegenüber die alten„natürlichen" Behandlungsmethoden vec- sagt haben und versagen müssen angesichts der Natur dieser Krankheit. Die Anwendung deS Friedmannschen Mittels ist dabei für den Kranken die denkbar einfachste— oft nur eine einzige Jmp- fung— und mit keinen Unbequemlichkeiten verknüpft. Theo- re tisck steht die Methode auf festem Boden,«ine zehnjährige praktische Erfahrung hat die Tatsache der günstigen, zum Teil unerhörten Heilwirkungen erwiesen, zahlreiche Veröffentlich in- gen in den medizinischen Fachzeitschriften weisen an der Hand eines reichen Materials darauf hin. Schon hat da? Friedmann- sche Mittel in vielen Bezirken Deutschlands und darüber bin- aus ausgedehnte und erfolgreiche Anwendung gesunden, nachdem e? zuerst in der sächsischen Armee 1916 offiziell eingeführt war- den war. Und doch muß man verwundert selben, wie cm Bericht über die Generalversammlung deS deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose in der„Deutschen med. Wochen- schrift", 1919 sNr. 27) diesbezüglich nur zu lesen ist:„Herr Dührssen empfiehlt daS Friedmannsche Mittel, wobei er den schärfsten Widerspruch de» Herrn Röpke findet. während alles Interesse sich auf ein weitere« Ausgestalten der„alten Metho- den"(!) zu konzentrieren scheint— e,ne SystphuSarbeit:„Er- fassung aller Tuberkulösen". Man will offenbar nicht umlernen, scheint die Arbeit einer Umgestaltung der Tuberkulosebekämpfung zu scheuen. Aber eS steht schlimmer: Auf Grund von Mißerfolgen infolge telscher Behandlung und Anwendung in hoffnungslos dorgeschrstten?» Krankheitsfällen ist von offizieller Seite das Friedmannlche Mittel zunächst 1914 bekämpft worden, dann wurde es tolge- schwiegen— welcher M«d>zinstud,erende der letzten Jahre kennt dies« Methode auch nur de« Namen nach?— und jetzt, se,t der endlich erfolgten Erennenung Dr. Friedmannz zum a. o. Pro- fessor an der Berliner Universität konnte mancher rech: eigen- artige, unsachliche, tacan nicht uifoch« Aeußerungen ta L-r. Antwort nichts mtfgtfeili Hab«. Und ttn übrigen richtete sich unser Vorwurf ja nicht dagegen, daß Michaelis den Vize- kanzler, sondern daß er die Parteien hartnäckig belog und betrog, und das wäscht ihm kein Regen ab. Geistige Moorkulturspaten". Eine agrarische Mischung. Die Unanständigkeit, mit der die Agrarier da? Landwirt- schaftsmini st erium bekämpfen, seitdem ein Sozialist darin die Leitung hat, übersteigt jedes Matz. Unter der Ueber- schrift„Ein nettes Landwirlschästsministerium" erzählte die „Deutsche Tageszeitung", am 28. Juli eine räubermätzige Geschichte von einem im Landwirtschaftsministerium beschäftigten Geheimrat Marx,— es wurde dabei auch eine Postkarte dieses Herrn zum Abdruck gebracht, die an den Rittergutsbesitzer C r e t i u s in Breitenfelde gerichtet ist—. Der Inhalt der Geschichte war kurz der, datz der Geheimrat deS LandwirtschastZministeriumS dem Rittergutsbesitzer wegen der Vernachlässigung seiner Kartoffeläcker mit ZwangSenteignung zum Zwecke der Kleinsiedlung ge- droht haben soll, und dabei gar nicht erkannt habe, datz auf den seiner Ansicht nach mit Kartoffeln bestellten Feldern in Wirklichkeit — Ackermelbe gewachsen sei. Die Geschichte ist in der Tat weder schmetternd. Rur leidet sie an dem einen Fehler, datz, wie uns daS Landwirtschasts- Ministerium mitteilt, seinem Bcamtenkörper weder ein Geheimrat Marx angehört, noch sonst eine Persönlichkeit des LandwirtfchaftS- Ministeriums den Herrn Marx zugeschriebenen Auftrag gehabt habe. Das Ganze ist also eine gemeine Lüge und niederträch- tige Fälschung der„Deutschen Tageszeitung" und kenn- zeichnet die agrarische KampseSweise, die auf der Höhe der sonstigen „Moorkultur" deS preußischen LandbundeS steht. �sftstellung üer öeutsch.polnisthen Grenze. Haag, 29. Juli. lH. N.) BuS Pari» wird gemeldet: Der Oberste Alliierte Rat ernannte eine Kommission zur Fest- st-llung der wcftpolnischeu Grenze. Ter gerettete Bo�kumstrand. Zu dieser Notiz erhalten wir eine Zuschrift, auS der wir ersehen, datz durch daS energische Eingreifen der sozialdemokratischen Partei- organisation von Borkum der Antisemitenskandal gewisser Badegäste ein Ende gefunden hat. Der Kurkapellc, die auS Gemeindemitteln bezahlt wird, ist verboten worden, antisemitische Hetzlieder zu spielen. Schieösspruch im Streik öer Siemenssthen Arbeiter. Der Schlichtungsausschuß, der gestern unter dem Vorsitz des Ingenieurs Lüdemann vom Reichsarbeitsministerium zusammengetreten war. um den Konflikt in den Siemens- b�tri-'b.m beizulegen, hat kurz vor Mitternacht einen Schieds- spruch gefällt, der zwar der Firma grundsätzlich das Recht zuspricht sich gegen Ausichreitimgen der vorgekommenen Art durch Entlassungen zu schützen, der aber für den vorliegenden Fall sämtliche von derBetricbsleitung ausge- sprochenen Kündigungen und Entlassungen aufhebt. Tiejcnigen, welche die Anschläge der Direktion abge. issen beben, sollen jedoch erst nach völliger Wiederauf- n.chms des Belriebes wieder eingestellt werden. Der Schlich- tun.z Ausschuß hat hier'iir eine Frist von 3 Tagen vorgesehen. Der Tch edsspruch hat folgenden Wortlaut: Der SchlichlungSauSschutz:st der Auffassung, datz der Be- trieb Sie uung daS Recht gewährt werden mutz, Bekanntmachungen. die sie im Interesse deS Betriebes zu machen hat, am schwärzen Brett anzuschlagen, und datz kein Arbeiter oder Angestellter berech- tigt ist solcke Anschläge eigenmächtig zu entfernen. Die Bekannt- machungen sind jedoch, soweit sie Arbeiterfragen betreffen, vorher dem Arbeiterausschutz beziehungsweise dem Betriebsrat vorzulegen. Der SchlichtungSauSschutz ist der Ansicht, datz dies im vorliegenden le'ungen hören, woraus doch nur auf absichtliche Irreführung des jungen Studenten geschlossen werden kann—, denn Sach- lenntnis soll man doch von einem Lehrenden voraussetzen müssen. »nutz man die betrübende Erfahrung machen, dast jetzt, wo endlich die Möglichkeit besteht für eine großzügige Jnangriff- nähme nickt nur zur Rettung der Tuberkulösen, sundern sogar zur allmählichen Ausrottung der Tuberkulose überhaupt, oen werdenden Medizinern weiterhin die Anschauung eingepflalizt wird, datz eS gegen die Tuberkulose kein eigentliches Heilmittel gebe. Wenn sogar Berufene ihre Pflicht versäumen, so mutz daS Publikum selbst aufgeklärt werden, damit eS sich selbst helfen kann. Denn bis solche Widerstände in der Acrztewelt überwun- den sind, dürfte noch etwas Zeit vergehen. Aber Eile tut not. Immer und überall haben neue Errungenschaften, je größer sie waren, mit um so größeren Gegenwirkungen zu kämpfen gehabt. Ein Semmelweis, der zuerst das Problem des KindbettsieberS aufdeckte, wurde gar ins Irrenhaus gesperrt. ES ist eine physische Tatsache, daß die vielfachen Interessen- Verknüpfungen im Leben und Beruf daS Urteil beeinflussen, die Erinnernngkbllder fälschen, die idealen Auffassungen ab- schwächen; daher darf eS berechtigt erscheinen, wenn sich hier jemand äußert, der von solchen AlterSerscheinungen noch nicht angekränkelt ist, ein alter Medizinstudierender, der am eigenen Leibe den Umschwung zur Heilung, den das Friedmannsch« Mittel bei einer Tuberkuloseerkrankung an ihm hervorgerufen hat, er» fahren hat._ Notizen. — Theater. Zum Besten der in Deutschböhmen hungern. d« Kinder inszeniert der frühere Düsseldorfer Oberspielleiter Direktor Ebers im August im Theater der Fried-richstadt G e r st e n b e r g S Hungertragödie„Ugolino", dies literatur- cc'chicktlich namhafte Werk auS der Miste des 18. Jahrhunderts. D.i- Einstudierung soll der Auftakt zu einer Sturm, und Drang-Bühne sein, die Direktor Ebers Mitte September an Nachmittagen im Theater te3 Westens eröffnen wird. Mit der Ur- aunuhrung des Trauerspiel»„Ter Republikaner" von dem b'.sger noch nicht aufgeführten schlesischen Dichter Gerhard Men- n r«bie Arbeit beginnen. Gerbart Hauptmann wird zu der „ugoiino-Aufführung einen Prolog stiften.-- Auf dem BrauhauS- derge bei Potsdam wird am Mittwoch erstmals SchönherrS Glaub« und Heimat" in den Waldspielen geboten. . schlechtem Wetter 7% Uhr im Schauspielhaus. � l-,•%.at Fried wurde von der Konzertleitung Hans ASttt für«ne Reihe Berliner Orchcster-Konzerte gewonnen; der 5? 20; Oktober in der Philharmonie, bringt die neUntffm?r.S50?,e d-n Gustav Mahler. wi Je• Grab wird bald in belgischer Crd« sern. E,nst hat dieser große Dichter, der vor zwei Jahren Falle ordnungsmäßig geschehen ist und datz daher die Betrtehs- leitung berechtigt war, diejenigen, welche widerrechtlich die Anschläge entfernt haben, zu entlassen. Andererseits mutz als festgestellt gelten, datz die von den Per- tretern der Arbeiterschaft mit der Betriebsleitung geführten Ber- Handlungen über die Handhabung des Anschlagwesens zu keiner abschli-etzenden Vereinbarung geführt hatten und mindestens ein Teil der Arbeiter des guten Glaubens soin konnte, datz die Betriebs- leitung nicht berechtigt war, Anschläge ohne Gegenzeichnung des Be- tnebsrats bzw. des ArbeiterausschusseS am schwarzen Brett anzu» heften. Unter Berücksichtigung dieser Verhältnisse und de? weiteren Umstandes, datz zwischen der Betriebsleitung und den Verkvetern der Arbeitnehmer nunmehr völlige Uebereinstimmung darüber be- steht, wie in Zukunft die Bekanntmachungen deif BetritzhIleltung zu behandeln sind, beschlietzt der SchlichtungSausschutz: 1. Die wegen passiver Resistenz entlassenen Arbeiter werden wiedereingestellt. 2. Die wegen dieser Entlassung Streikenden nehmen die Arbeit wieder auf. 3. Tie wegen AbreißenS der Anschläge Entlassene« werden nach Verlauf von drei Arbeitstagen nach Wiederaufnahme der Arbeit durch die Streikenden wiedereingestellt. Den Parteien wird aufgegeben, sich über die Annahme des Schiedsspruches bis Mittwoch, den 30. Juli 1919, vormittags 10 Uhr, im SchlichtungSausschutz, Berlin N. 4, Schlegelstr. 2, zu erklären. » Hierzu erhalten wir noch folgende Zuschrift: Die gestrigen Verhandlunsien vor dem SchlichtungSausschutz Grotz-Berlin" haben gezeigt, dag die Meinungsverschiedenheiten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gar nicht so groß waren, wie eS nach der langen Dauer und nach der Zähigkest, mit der beide Par- teien bisher ihren Standpunkt in der Oeffentlichkeit vertreten. haben, den Anschein haben mutzte. Beide Teile stimmten darin überein, datz im Interesse einer geordneten Betriebsführung der Betriebsleitung die Berechtigung zuerkannt werden mutz. Bekannt- machungen an die Arbeiterschaft zu erlassen und diese auch dann durch Anschlag bekannt zu machen, wenn der Betriebsrat mit ihrem Inhalt nicht in allen Punkten einverstanden ist. Im Interesse der Arbeiterschaft mutz jedoch verlangt werden, datz solche Bekannt- machungen nicht mehr in der früheren Weise ohne Borwissen des Arbeiterausschusses ausgehängt werden. Hie sind vielmehr zunächst der berufenen Vertretung der Arbeiter und Angestellten vorzu- legen. Diese kann dann entweder sich den Inhalt zu eigen machen und die Bekanntmachung mit unterzeichnen oder, wenn sie dies aus irgendeinem Grunde nicht will, kann sie sich darauf beschränken, lediglich die Kenntnisnahme zu vermerken. Ankündigungen der Betriebsleitung, die in dieser Weise behandelt worden sind, d. h. vor ihrem Aushang am schwarzen Brett dem Betriebsrat vor- gelegen haben, werden künftig als ordnungsgemätz anzusprechen sein. In keinem Falle steht ten einzelnen Arbeitern das Recht zu, eigenmächiig Anichläge vom schwarzen Brett zu entfernen, sondern, wer mit einem Anschlag nicht einverstanden ist, hat sich cln den Bs- trrcbsrat zu wenden, und dieser kann seinem etwaigen Einspruch durch Verhandlungen mit der Leitung und nötigenfalls durch Auf- rufung des Schlichtungsausschusscs Geltung verschaffen. Der Direktion konnte gestern nicht nachgewiesen werden, datz sie beim Anheften ihrer Bekanntmachung am 19. 7. 1919 den Ar- beiterausschutz übergangen hätte. Diesem ist vielmehr in allen Be- trieben der Anschlag vorher vorgelegt worden, und erst nachdem — man darf heute wohl sagen, in irrtümlicher Auffassung der Sachlage— die Gegenzeichnung angelehnt worden war, ist der An- j schlag am schwarzen Brett erfolgt. Die Direktion war deshalb objektiv im Recht, wenn sie für die rechtswidrigen Uebergriffe ein- zelner Arbeiter eine Sühne verlangte und, da die Arbeitsordnung derartige Fälle nickt vorsieht, mangels einer anderen Strasmöglich- keit die Entlassung der Betreffenden aussprach. Auf der anderen Seite mutzte jedoch zugunsten der Arbeiterschaft festgestellt werden, datz die wiederholten Verhandlungen, die ihre Vertreter mit der Direktion geführt hatten, zu keiner e-ndeutigen Vereinbarung über die Behandlung der Anschläge am schwarzen Brett geführt hatten und daß daher denjenigen der gute Glaube nicht abgesprochen wer- den konnte, die der Auffassung waren, die Betriebsleitung sei nicht mehr berechtigt, am schwarzen Brett Ankündigungen zu erlassen, die nicht die Gegenzeichnung der berufenen Ar- beitorvertretung trugen. Die Direktion der Siemenswerke hatte zwar in einem Schreiben vom 21. 2. 1919 ibren Standpunkt dahin präzisisrt, datz sie bereit sei, alle Bestimmungen und Vor- fügungen, das Arbeitsverhältnis betreffend, mit dsn Vertretern der Arbeiterausschüsse zu beraten und gegebenenfalls gemeinsam zu veröffentlichen, daß sie sich aber das Recht vorbehalte, erforderlichen- falls auch selbständig Bekanntmachungen zu veröffentlichen. In einer vier oder fünf Tage später abgehaltenen Versammlung sämtlicher 500 bis 600 Vertrauenspersonen der Siemensbetriebe war jedoch dieser Auffassung scharf widersprochen und der Be- triebsleitung für den Fall, datz sie dennoch auf eigene Faust Be- kanntmachungen anschlüge, mit dem Abreißen der Zettel gedroht worden. Dieser Bcschlutz ist allerdings auS unaufgeklärtem Grunde der Direktion offiziell niemals mitgeteilt worden. Es ist daher zu verstehen, wenn nachher über die Behandlung des Anschlagtoesens bei den Teilnehmern der Versammlung andere Auffassungen ge» herrscht haben als bei der Direktion, und wenn auch das Fehlen der Gegenzeichnung bei den Anschlägen vom 19. Juli 1919 nicht auf eine Unterlassung der Betriebsleitung, sondern aus ein« Weige- rung der Betriebsräte zurückzuführen war, so mutz doch zugegeben werden, datz große Teile der Arbeiterschaft, denen dieser Zu- sammenhang nicht bekannt war, den Aushang am schwarzen Brett für unzulässig hielten und als eine Verletzung ihrer Rechte ansahen. AuS diesen Gründen war die Entlassung der 41 Arbeiter zweifellos«ine unbillige Härte, und da autzeroem nun alle Be- teiligten über die künftige Behandlung solcher Angelegenheiten einig waren, namentlich auch von Arbeitnehmerseite die Unzu- lässigkeit deS Abreitzens von Bekanntmachungen der Betriebsleitung vorbehaltlos anerkannt wurde, war es nur natürlich, datz der SchlichtungSausschutz schlietzlick zu«inem Spruch gelangte, der unter Feststellung deS grundsätzlichen RechtSstnndpunkteS die von der Direktion der S i s m e n S b e t r i e b e verfügten Entlassungen sämtlich aufhob. Die um drei Ta$» spätere Wiedercinstellung der wegen des ZettelabreitzenS wird unter vorlieaendsn Umständen als eine im Interesse der ruhigen Arbeits- aufnähme liegende Anordnung bezeichnet werden können. ES steht deshalb auch zu hoffen, datz die Arbeiterschaft der SiemenSbetriebe, die beute nachmittag zu dem Ergebnis der SchlichtungSverhandlun- gen Stellung nehmen wird, den Schiedsspruch annehmen und mar- gen geschlossen die Arbeit wieder aufnehmen wird. GroßSerlin Die Freiheit" berichtigt. Zu den Meldungen auS Nikolassee, die durch die„Freiheit" veröffentlicht worden waren, mutz jetzt das Blatt folgende Berich» tigung bringen: Von der Reichswehrbrigade Nr. 40 sv. Lettows werden wir unter bezug auf§ 11 des Pretzgesetzes um die Aufnahme nach- stehender Berichtigung ersucht:„Die auf Grund der in der„Frei- heil" vom 23. Juli Nr. 315 und vom 25. Juli Nr. 319 eingerückten Artikel, betitelt:.Bestialische Regierungssoldaten" bezw. .Die Ordnungsbestien von Nikolassee" angestellten Nachfor- schungen haben ergeben, datz die Darstellungen der»Freiheil" in keiner Weise zutreffen. Die Ermittlungen haben ergeben, datz in Nikolassee nur zwei Frauen wohnen, deren Männer in franzö- sischer bezw. englischer Gefangenschaft sind. Beide Frauen sind vernommen werden und haben ausgesagt, datz sie mit diesem Ueberfall in keiner Beziehung stehen. Die Polizei und die Gen» darmeris haben festgestellt, datz sich in obigen Artikeln genannte Vorfälle weder in Nikolassee seibst, noch in grotzem Umkreis da- von zugetragen haben. Auch die schwer daniederliegende Frau konnte trotz angestrengter Ermittlungen nicht ausfindig gemacht werden." Die„Freiheit" verspricht, auf die Angelegenheit nochmals zurückzukommen._ Vier Streckenarbeiter überfahren! Heute morgen wurden am Ningbahnhof«Potsdamer Bahnhos" vier Streckenarbeiter beim Ueberschreiten der Gleise von einem Zuge erfaßt und überfahren. Drei erlitten schwere Schädelverletzungen, einem wurde ein Fuß zermalmt. Die deutschen Flüchtlinge aus Rußland hatten gestern abend in den Prachtsäle» des Westens eine Versammlung, die outzerordentlick stark besucht war. Sie nahmen von ibrem Ausschutz den Bericht über die Verhandlungen entgegen, die mit der Regierung in Weimar über die Frage der Entschädigung der vertriebenen Ausländsdeutschen gerührt worden sind. Der Ausschuß- Vorsitzende Lenz berichtete, datz zwar Erzberger keine Zeit für ihre Abordnung gehabt, aber Hermann Müller und David ihnen williges Gehör geschenkt haben. Die Unterredungen mit Abgeordneten der Naiionalversammlung hatten das Ergebnis, datz eine 2ii- gliedrige Kommiision ans Abgeordneten aller Parteien die Entscha- digüugsfrage prüfen und fördern soll. Die vertriebenen Auslands- deutschen erwarten, datz sie vor den Jnlandsdeutfchcn entichädigl werden, weil sie nicht, wie diese, nach dem Kriege ihren Erwerb sofort wieder aufnehmen können. Für die Ftüchtiings-Darlehns- lassen fordern sie, datz ihr Abbau noch hinausgeschoben wirb und für sie von der Regierung weitere Mittel zur Veriügung gestellt werden. An eine Rückkehr nach Ruh'and sei übrigens so bald nicht zu denken, daher müsse jeder vorläufig auf Erwerbsbeschaffung im Inland bedacht sein. Geplant ist ein Zu'ammenichlutz aller vertilebenen Ausländsdeutschen in einer großen Gesamtorganisation. Im Sanatorium Bcrgstücken in Neubabelsberg wurde zwei Patientinnen Medizin verabfolgt, nach deren Einnahme die beiden Damen schwer erkrankten. Während die eine Kranke sich erholte, starb die andere, ein 8Sjähriges Fräulein Kurt cm» Rathenow, unter großen Schmerzen. Die Leiche wurde von der Potsdamer Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und vom Kreisarzt obduziert. Das Medikament war aus einer Apgthcke fertig be- zogen worden. Die Schuldfrage wird von den Potsdamer Ge- richten weiter verfolgt. FriedrichSjelde. Verkauf von Nähgarn. Der Gemeinde find ge- ringe Mengen an Nähgarn, Leinennäbzwirn und Stopfgarn zuge- gangen. Jede Haushaltung, die 4 und mehr Personen zählt, nach Wahl je 1 Stück Bamnwollnähsäden 40 Pf., Leinennähzwirn 29 P f., Stopfgarn 20 Pf. Die erforderlichen BczngSkarten werden bei der nächsten allgemeinen KartenauKgabe den in Frage kommenden Haushaltungen zugänglich gemackl werden. Die Abgabe erfolgt in Friedricksfelde im Warenhaus Hirsch, Berliner Str. lOOa, in Karlshorst bei dem Händler Hoffmann, Dorothenstr. 28. Inöustrie unö Handel. Börse. Die Tendenz an d«r Börse gestaltete sich als lustlos und schwächer. Selbst die bis jetzt bevorzugten AaSlandSpapiere und ausländischen Kupon? waren vernachlässigt. Lediglich für S ch. s- fahrtSaktien bestand verhältnismäßig gute Meinung, na» mentlich für Hamburg-Südamertkanische Dampfer und Hambnr- ger Paketfahrt-Aktien. Montanwerte gaben durchschnittlich 1 Proz. nach. Färb- und Elektrowerte waren vollkommen Umsatz- los, Rüstungspapiere weni� einheitlich. Kriegsanleihen gingen auf 82 Proz. zurück, die heimischen älteren Anleihen waren ver» ljältniSmätzig gut gehalten. Grofs-Berliner Lebensmittel. Reinickendorf. Aus Absckrnitt 36 der Lebensmittelkarte für Eroh« Berlin 200 Gramm aineiikanisches Gerstenmehl, Abschn. 47 500 Giamm Kunsthonig(O.bO ä».), Absäm. 51 800 Gramm amerikanische Hasernähi- mittel, Abschn. 55 200 Gramm und aus Abschn. 66 250 Gramm aus- ländliche Hülsenfrüchle, zusammen 450 Gramm(1,13 M). Die betrcsfeudcn Abschnitte sind bis Donnerstag abend abzugeben. Ausgabe der Nährmittel aus Abschnitte 36, 55 und 66 Donnerstag, den 7. August. Ausgabestelle wird durch die Kasse bekanntgegeben. Kunsthonig gelangt am Montag zur Ausgabe. Sobald die Hascrnährmittct sAbschn. 54) eintrcsien. wird der Ausgabetag bekanntgegeben.— Aui Abschn. 56 der Groß-Serliner Lebensmittelkarte 500 Gramm Teigwaren(0,70 M), Abschn 57 500 Gramm Suppen(1 Iii.). Die bctressenden Abschnitte sind bis Sonnabend abend abzugeben, Ausgabe ersotgt am tl. August.— Aus Abschn. 68 der ffirosi» Berliner Lebensmittelkarte 125 Gramm Reis(0,51 M), Abschn. 69 200 Gramm MasSsabritate(1,16 M), Abschn. 60 260 Gramm Graupen (0,22 M.) und 250 Gramm Suppen(0,50 M.). Diese Abichnilte sind bis Mittwoch abend abzugeben.— Aus Abschn. 62 der Groß-Berliner Lebens- mittetkartc 500 Gramm Kunsthonig oder Marmelade. Abschnitte find bis Sonnabend, den 9. August, abends abzugeben.— Aus Abschnitte 39, 10 und 41 für Jugendliche je 125 Gramm Haserfiocken, zusammen 375 Gramm (0,68 Uli.), auf Abschn. 42 250 Gramm Grieß(0,21 M.). Abschnitte sind hiS Sonnabend abzugeben. SenningSdorf. Am Mittwoch 250 Gramm Kunsthonig auf B(3) 10, auf die noch nicht beliejerten Marten B(S) 16 lönnen 500 Gramm Kunst» bonig empsangen werden; 500 Gr. Haserslocken aus 12; 500 Gramm Nudeln aus A 11; eine Dose londensierte Milch aus B(3) S. Donnerstag 70 Er. Margarwe für Erwachsene und 35 Gr. Margarine für Kinder. Treptow. 28. Juli bis 3. August: 2 Pid. Kartoffeln(31», 31 b). für die sehlenden 6 Psd. als„Ersah" 250 Gramm Karloffelscheiben(54); 30 Gramm Butter, 290 Gramm Ichmalz(Einsuhrzusatzkarte einschließlich Eonderznweiiung und Fettlarte), 500 Gramm Haferflocken(56), 200 Gramm Sago(55), 500 Gramm Kunitdonig(17), für Personen über 65 Jahre 250 Gramm Luchweizenmehl(Treptower Hausbaktskarte 16). 200 Gramm ausländiicheS Gersteumehl(Groß-Berliner HauSdaltskarte 61), für jeden Haushalt eine Büchse Kondensmilch; irische Fische und Räucherwaren, Backpflaumen, marleusret Dörrweißlohl. Zehtendork. Ausgabe von Gemeindewarcn 31. Juli bis 2. August: 250 Gr. Walzmepl(39). 250 Gramm Haserfiocken(10). 125 Granim Nudeln Nudeln(10); Nudeln(7). für Kinder(geibc Karte) 125 Gramm Reis(6), 125 Gramm Groß-Gerliner parteinachrkchten. i>.— 14. Zlbteilui g. Die zu Donnerstag angezeigt« Funktionär-, k o n s e r e n z fällt aus. Weitere Mitteilungen ersolgcn später. Friedenau. Heute 7-L Uhr im Gesellschastssaal des Ratskellers Fort- setzung der Generaluersammlung. Nier erschöuhause». Mittwoch. 30. Juli. 8 Uhr. im„Schwarzen Adler". Blantenburger Str. 1: Allgemeine Mitglledcrversammtung sämtlicher Be- zirl-. Taacsordnwrg: t. Die letzten Po tommniff«. 2. Stellungnahme dazu. 3. Geschästliches, Anträge, Neuausw:.,Nen. Iugenüveranstaltungen. Steglip. Ktnderspietanssiug Mittwach, den 30., nach dem Grunewald. Treffpunkt Uhr Bahnyos Steglitz, Hallestelle der Gcunetoalübahn. Lesperbrot mitbringen I Spiele vorhanden. Rück jährt 7 Uhr. Fahr losten 1 entstehen nicht. SeweekWKbeweguNg Ker Tchlniedsftreik ist beendet. Gestern hat eine Versammlung der streikenden Schmiede dem Schiedsspruch zugestimmt. Ta auch die Unternehmer— wie wir gestern schon mitteilten, den Schiedsspruch angenommen haben, ist der Streit beendet. Am Mittwoch wird die Arbeit wiederausgenommen. Der Schiedsspruch hat die Akkordbasis sür Schirrmeister auf 3,20 M., für Helfer am Feuer auf 2,90 bis 3 M. festgesetzt, des- gleichen für Schirrmeister an Pressen, Fallhämmern und Schmiede- Maschinen 3 M., für Helfer 2,70 M. Für Fallhanimerführer be- trägt der Lohn 2,20 M-, nach dreijähriger Tätigkeit als solche 2,30 bis 2,50 M.; die Akkordbasjs für Hammerführcr 2,50 M. Für letztere mutz die Zulage mindestens 10 Pf. pro Stunde betragen, Alle Beteiligten werden wiedereingestellt und erleidet das Arbeits- Verhältnis keinerlei Unterbrechung. Alle Kündigungen werden rück- ■ gängig gemacht. Mit der Beendigung de? Schmiedestreiks find alle Befürchtun- gen beseitigt, die hinsichtlich einer etwaigen Ausdehnung des Streiks auf die gesamte Berliner Metallindustrie laut geworden sind. Namentlich fällt der Grund zu einer Schlietzung großer Be- triebe, die von den Unternehmern anlätzlich des Schmiedestreiks in AuSsicbt gestellt war, fort, und die Arbeit kann ihren geregelten Fortgang nehmen. Streik in den sächsischen Ttnhlfabriken. In Geringswalde, Hartha, Leisnig und Waldheim sind am 23, Juli 2000 Holzarbeiter in den Streik getreten, nachdem alle Forderungen ristloZ von dem StiKliahrikantenvsrband abgelehnt worden iind, Hauplforderungen sind: 46 stündige Arbeitswoche, Ferien. 2 M. Mindeststunden- und 2,25 M. TurchschnittSfiunden- lohn für Facharbeiter. Für Polierer Lohnarbeit infolge schlechter Ersatzmatsrialien. Allgemeinverbindliche Tarifverträge. Ter Rcichsarbeits- minister hat die vom 1. August ab eintretend: allgemeine Verbind- lichfdt ausgesprochen hinsichtlich der Tarifverträge der technischen Angestellten des Hochbaugewecbes im Lohngebiet Grotz-Berlin; dar Arbeiter im Eisen- und Eisenwarenhandel im Gebiet des Zweckverbandes Grotz Berlin; der Apotheker im Gebiet d.Z Landes- pelizeibezirks Berlin Vorträße, vereme unö Versammlungen. Gesuapbrunnön, Schönhauser Borstadt. Barleigcnoffen und Ge- nofmmcn, welche sich einem(Icielliükcllsoercin anschließen wollen, werden gebeten, ihre Adresse dem Genossen Alfred Boscherl, Berlin X. 28, Graun- strajje 18. zn übermitteln. Die Bereinigung bat den Zweck, ihren Ml- gliedern Gelegenheit zu sachgemäßer Ausbildung in Gelang, Vortrag, Konzert ulw. zu geben, um Veranstaltungen der Partei unterstützen resp, eigene Geselligkeitsabenbe einrichten zu können, Arbeitsgemeinschaft für staatsbürgerliche und wirtschaftliche Bildung. Eonnabend, 2, August, 7 Uhr, Phiibarmie, öffentlicher Vortrag: „Die neue ReichsversasiungV Aebner; RcichSkommissar Prof. Prcuß, I). Naumann, Dr. Pfeiffer, Dr. Sinsheimer. Eintritt frei. Ter Sportpark Treptow wartet am nächsten Sonntag mit einem besonders inreresionten Programm auf. Zum erstenmal in dieiem Fahre wird dort ein erstklassiges Flieger-Vialch in 3 oder 4 Läusen zum Austrag kommen. Verpflichtet sind bereits Rütt und Lorenz, mit weitereu Test- nehmern schweben noch Unterhandlungen, Den Dauerfahrern ist ein 2V-Kilomcter-Tauerrennen und das klassische Rennen die„Stunde" vor- bebakten, im wellbcm Appelhans, Krupkat, Lowanow und Pawtc am Ad- lauf erscheinen werben, Briefkasten der Redaktion. Jeder für de« Briefkasten bestimmten Anfrage füge man einen Bnch't�en und eine Nummer bei. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Eilige An- fragen trage man in der Juristischen Sprechstunde. Lindcnstr. 3, 1. Hof parterre links, vor. Schriftstücke und Verträge stnd mitzubringen, A. BS. 100. Für eine solche Rc.se läßt sich leine Garantie übernehmen.— Z. 1Ö0. Cm zuverlässiges Verfahren nickt bekannt, — F. B. 81. Nein, warten Sie das Weitere ab,— A. H. 3G0. 1. Nein, 2. und 3. Ein Rentenanspruch besteht nicht,— Posen 10. Wenden Sie sich an das VerkehrSmmisterium, Posistr. 3ö.— F Dt. 93. 1. Klage beim Amtsgericht. 2. Vorläufig nicht,— B, P 1357. 1. Eine Beihiise ist sloltbait, ES bestebt jedoch kein Nechtsanipruch daraui, 2. Bi§ zu lUOO M. Bei Witwen von Gemeinen, bis zu 1250 M, bei Wilwen, von Untcroisizierkii, bis zu 1500 M. bei Wilwen von Feldwebeln nfw — B. K. 16. Die Veranlagung wäre zulässig,, — A. H. 22. Nähmaschine, Kleidung, Ildr und Schmucksachen geHörer zur Jeilungsinasse, Tie übrigen Gegenstände im allgemeinen zu den Wirtschaitsgegenständcn und verbiciben dem Ehemann,— F. H. 65 Nur noch für daZ Steuerjabr 1318. Falls sich die Veranlagung aus spülei c Zeit erstreckt, reklamieren Sic sofort,— H. L.!)8. Von beut ersten desjenigen Monats, der dem Monat iolgt, in dem Sie in Beschösiigung ge- treten sind,— S. 4. 1. Eine Wiederaufnahme des Prozesses ist nicht zuläfftg. Es bleibt nur übrig, eine neue Klage mit einem Anllag aus Auseinandersetzung nach vorausgegangener Auisorderung zu erheben, 2, Wir halten den Jbncii bestellten Anwalt zur Rückzahlung der Kosten sür verpflichtet, sofern sich Ihre Vermögens- bczw, EinkommenSverhältniffc nicht wesentlich gebessert haben, Sie müßten evtl Klage beim AmtSgerichl erbeben.— C. P 89. 1. Nein, 2. Zentrale sür Erwerbslosensürsorge, Breitestr. 36.— A.«. 21. l. Eine nochmalige Zustellung wäre nicht erforderlich, 2, Die gesamte militäriiche Dienstzeil ist anrechnungSsähig, — LS.®. 18. 1. Sie sind zur Sleuerzablung verpfiichlct, 2, Aus daS Aller des Stcuerzensilen lammt es nicht an,.1. D. Z. Jawohl, Verantwortlich für Politik: Artur zickler, Sbarlottenlmrii, für den übrigen Teil des Blaties: Alsred Scholz, NeukMn! sür Anzeigen: Theodor Stocke. Berlin. Verlag: Borwäris-Verlag S. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts- Buchdruckerci und Berlagsanstalt Paul Einger u. Co. in Berlin. Lindenstr. 3, Zeitungs-Ausgabestellen und Jnseraten-Annahme. flentru«: Max Renzel, Ackerstr. 174, am Koppen- platz. Seösfnct von 9—6 Uhr. Süden und Südwesten: Gustav Schmidt, Bärwald» straßc 42, a. d. töneiscnaustratzc. Geöffnet von 9—6 Uhr. Süden: St. Fritz, Prinzcnstr.»1, s°s rechts pari. De- öffnet von 9—6 Uhr. Osten: W i l h. Arndt, Markusstr. 96. Geöffnet von 9—6 Uhr.— Karl Melle, Petersburger Platz 4 (Laden). Geöffnet von 9—6 Uhr. Südosten: Paul Böhm. Lausttzer Platz 14/15. Geöffnet von 9—6 Uhr. Nordosten: Paul D ö l», Jmmanueliirchstr. 24. Geössnet von 9—6 Uhr, Moabit: Joseph. Wilhelmshavencr Str. 48. Geöffnet von 9—6 Uhr. Wedding: I, Hönisch. MWerstr. Z4o, Ecke Utrcchter Straffe(Laden). Geöffnet von 9—6 Uhr. tzwsenthalcr und Oranienburger Vorstadt: A. Wolgast, Wailstr. 9. Geöffnet von v— 6 Uhr. vesundl rnnnen: Fischer. Baftianstr. 7(Laden). Ge- öffnet von 9—6 Uhr. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Srcifenhagener straffe 22. Geöffnet von 9—6 Uhr. Adlershoi: Fever st ein, Vismarckstr. 82. Ält-Glienickc, Kallenberg: S a I z m a n n. Falkcnberg, Go.rtcnstadistr. 19. Dauinichlllenwcg: Frau Köptc, Kiefholzstr. 179. Bernau, Rimigental, Zepernick, Tchönbrück und Bnch: Heinrich Brase Bernau, Mllhlenstr. 5(Laden). Wieadarf: W. Dannobera, Biktoriastr. 11. s Bohnsdorf: Horlcmann, Genosscnfchaftshaus ,Pa- ! radies". Butholz: R. Friedrich, Berliner Str. 46. Chariottenbnrg: Gustav Scharnberg. Sefenheimer Straffe 1. Geöffnet von 9—6 Uhr. Th-rl-ttenburg Ii. Julius Strieme r, Tauroggcncr Straffe II. Eaaersdors! Schönherr. Landsberger Str. 16. Eichwalde, Schmöckwitz: Otto Krone, Eichwalde, Stuben- rauchstraffe IM. Erkner: Albert Zernicke, Friedrichstr. 21. F-chteuau. Ä r e ff k e, Waldstr. 28. Friedenau. Petcrinann, Nheinstr. 27, Ecke» Rönne- berastraffe, Fredersvorf-Petersh-gen! Uffenwaffer. Petcrshagcn. 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