Nr.386. 36.Iahrg. Bezugspreis t SlertdiatirL Mi. monotL»- Mi. frei Ins fiaus, voraus zahlbar. Postbezug: Monatlich Zill. extl. Zu- stellungsgedühr. Unter Kreuzband Hu Deutschland und Oesterreich- Ungarn eLZ Mi. lllr das Übrig« Ausland 10 2öMi.. bel täglich einmal. Zustelluno 8.25 Ml. Poftbellellungeu nehmen an Dänemark. Holland, üuremdurg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen m die Post-Zeitungs-Preisliste. Der„Vorwärts� mtt der Sonntag»- beilage»Poll u. geiN erscheint wachen- taglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adreste: �Sozialdemoiral verlin-. Morgen-Ansgabe. Verlinev Volksblstt. � 15 Pfennig) «uzeigenprei»: SU»»chtgespalten« Ztonparrtllezesse rostet 1L0 Zill,»»lein««nzeigen-, da« fettgedruckte Wort w Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 40 Pfg. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen das erste Wort >5 Pfg. jedes wettere Wort ZY Pfg. Wort« über lb Puchstaben zählen fiie zwei Worte. Teuerungszuschlag 50%. Familien■ Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Dereins- Anzeigen ILO Mi. die Zeile. Anzeigen für die nächste Rümmer miissen bis 5 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin KD 88, Lindenstrasie 3, abgegeben «erden. iSeoffnet von s Uhr früh bis d Uhr abends. Zentralorgan der Ibzialdemohrati fchen parte! Deutfcblands. Redaktion und Expedition: EW. öS» Lindenstr. Z. aernsprecher: Amt Morlvpla«. Nr. Kü»»0— l.3l»7. Donnerstag, den 31. Juli ISIS. vorwärts-verlag G.m.b. h., EW. HS, Linüenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moriliplast, Nr. 117 SZ— St. Was er Teutschland anzugliedern und wie er Belgien zu versklaven gedachte. Die in der Rede des Ministerpräsidenten zitierte Denkschrift des Generals Luden dorff wird jetzt im Wortlaut veröffentlicht. Sie ist datiert vom 14. Sep- tember 1917. Nach einleitenden Betrachtungen über die militärische Lage kommt General Ludendorff zu dem Schluß, daß unsere Lage militärisch günstiger sei, als die der Entente. Er fährt fort: „Trotzdem bin ich auch der Ansicht, daß ein Frieden für uns vor Beginn des Winters erstrebenswert ist, wenn er uns das Nötigste bringt, Ivel wir zur Sicherstellung unserer späteren Wirt» schaftlichen Entwicklung bedürfen und uns in eine militärische und wirtschaftliche Lage versetzt, die uns einem neuen Berteidi- gungstrieg mit Ruhe ins Auge sehen läßt." Was wir nun alles„für den nächsten Krieg" brauchen, das wird im zweiten Teil der Denkschrift dargelegt. Zunächst betont Ludendorff die Verpflegungsschwierigkeit: „Sie würSe sich noch verschärfen, wenn wir, wie wir später hoffen müssen, Belgien zu verpflegen haben. Dies können wir zurzeit nicht. Wir müssen daher einen Zuwachs au Land er- halten. Diesen finden wir nur in Kurland und Litauen, die gute landwirtschaftliche Möglichkesten bieten. Bai der Haltung Polens müssen wir aus militärischen Rücksichten die Grenzen Litauens über Grodno nach Süden schieben und Ost- und West- Preußen etwas verbreitern. Erst dann können wir Preußen, schützen. Auch an einigen Stellen der Provinz Posen läuft die Grenze militärisch zu ungünstig. Ob wir mit Kur- land auf die anderen Ostsceprovinzcn anziehend wirken, mutz der weiteren politischen Entwicklung ülöerlassen bleiben." Damit ist das östliche Annezicmsprogramm jedoch noch nicht erschöpft. Auch für Oberschlesien verlangt Ludendorff militärischen Grenzschutz:„Wir müssen Oberschlesien auch durch Landgewinn schützen," Darauf wendet sich die Denkschrift dem westlichen Annexionsprogramm zu. Hier ist es Ludendorff darum zu tun, die beiden großen westlichen Industriezentren,„das lochringisch-lurcmburgische Erzbecken init dem Saarrevier und das nicderrheinisch-westfälische Industriegebiet" durch Vorlegung nröglichst breiter Grenzgllrtel für den nächsten Krieg den feindlichen Kanonen zu entziehen. Er schreibt: „DaS lothringische Erzbecken verlangt einen Gcländezuwachs nach Westen. Je größer er ist, desto leichter wird die Sicherung. Ter Beibehält der Grenze wie vor dem Kriege würde es mit sich bringen, daß jede politische Beunruhigung auf die Werke mit ihrer starken Arbeiterschaft zurück- wirken würde.... Auch in dem zu erwerbenden G e- b ie t s st r e> f e n liegen Gruben.... Selbstverständlich bleivt das Gebiet durch Artillerie und Flieger immer sehr gefährdet und wird starke Slcherungsmaßnahmen nötig machen, da wir unsere Grenzen dort nicht bis an die Maas vvr- schieben können. Um so dringender ist die unversehrte Erhaltung des nieder- rheinisch-westfälischen Gebietes. Was die flandrische Küste für Luftangriffe auf England für dieses Land ist, das ist die Maaslinie bei Lüttich in noch erhöhtem Maße für das Industriegebiet. Wir müssen das Gebiet zu beide» Seiten der Maas und südwärts bis Saint Pith fest in der Hand behalten. Bisher sehe ich nur in der Einvcr- leibung durch das Deutsche Reich die Mittel, dies zu erreichen. Ob es ein anderes Mittel gibt, muß ich dahingestellt sein lassen. Vorläufig scheint es mir noch n i ch t g e f u n d e n. Ter Besitz der Maaslinir allein genügt nicht, um dem In- dustricgcbiet die erforderliche Sicherheit zu geben. Wir müssen ein englisch-belgisch-sranzösischcS Heer noch weiter zurückschieben. DicS kann nur dadurch geschehen, daß Belgien wirtschaftlich so eng an uns angeschlossen wird, daß cS auch seinen politischen Anschluß an uns sucht. Der wirtschaftliche Anschluß wird ohne starken militä- rischen Druck— längere Okkupation— und ohne Besitzergreifung von Lüttich nicht inS Werk zu setzen sein. Die Neutralität Belgiens ist ein Phantom, mit dem praktisch nicht gerechnet werden darf. Ganz sicher wären wir erst, nament- Iich da der Tunnelbau Dover— Calais Wirklichkeit wird, wenn wir ganz Belgien militärisch besetzten und an der flandrischen Küste stünden. Trotz aller Schwierigkeiten Englands können wir dies zurzeit nichterreichen. Es fragt sich, ob wir um dieses Ziel den Krieg fortsetzen müssen. Das ist meines Trachtens der Fall, wenn die Engländer einen Gebietsstreifen in Frankreich(Calaisl behalten. Tun sie das nicht, so wäre der Besitz der flandrischen Küste für uns kein Grund zur Fortsetzung des Krieges über den Winter hinaus. Wir müssen dann die von der flandrischen Küste erstrebte Einwirkung auf England auf Umwegen erreichen können. Ich halte dies für möglich, wenn Belgien wirtschaftlich mit dem Deut- scheu Reich eng verbunden in Wallvnien und Flamland ge- teilt, mit der Zeit den Schutz gegen Frankreich und England selbst r übernimmt und nach Beendigung der Okkupation sich ein Heer und eine Marine hält." Der Anschluß Belgiens an Deutschland wird zur Folge haben, daß bei einer klar ihr Ziel verfolgenden Politik Holland an uns gezogen wird, zumal wenn sein Kolonialbesitz durch ein m-it uns der- bündeteS Japan garantiert witifc. Damit kommen wir wieder an die England gegenüberliegende F e st l a n d s k ü st e und verwirklichen das Ziel, das die Marine schon jetzt in rich- tiger Erkenntnis seiner Bedeutung anstrebt. Wir erhalten eine Stellung England gegenüber, die es uns erm.öglicht, unseren Handel im nächsten Krieg« aufrechtzuerhalten. Dies ist das dritte große Ziel, das wir nicht aus den Augen verlieren dürfen. Hierzu gehören außer Rußland überseeische Absatzgebiete in Südamerika, ein Kolonialreich in Afrika und feste Stützpunkte in und außerhalb des Kolonialreiches, Namentlich wenn wir jetzt auf die flandrische Küste verzichten, hat die Marine ein Ncchr, Stützpunkte als Kompensation, wie das auch der Herr Reichs- kanzlcr ausgesprochen hat, zu fordern, die es ihr ermöglichen, im nächsten Kriege Teutschland den Weg aus dem Weltmeer un« damit seine Zufuhr von auswärts zu erhalten. Je mehr w,r von diesem Ziel zurückbleiben, desto größer werden die Mittel, die wir zinslos an Rohstoffen in Deutschland niederlegen müssen. Daß ein durch günstige Handelsverträge eng mit uns ver. bundenes Dänemark unsere mavitime Haltung und unsere Han- : delssreihejt stark erhöhen würde, sei nur gestreift. Hier hohen wir das wahre Gesicht des Militarismus! Nur ein Gedanke beherrscht das Ludendorffsche Programm,— der nächste Krieg! Und für diesen nächsten Krieg Erweiterung der Grenzen überall, Vorlagcrung neuer Geländestreifen, sei es vor Ostpreußen, WestPreußen, Posen, Schlesien, Rheinprovinz oder Lothringen. Es gibt keine einzige Stelle, an der Ludendorff die deutschen Grenzen nicht vorschieben will, soweit sie an Staaten grenzen, mit denen wir damals im Krieg standen. Bescheiden ist er nur, wo die Trauben zu hoch hängen, im übrigen aber kann man hier wirklich nicht das Wort Bescheidenheit anwenden, ohne ein Gelächter zu erregen Denn zu den offenen kommen die verkappten Annexionen, oder besser gesagt, die nur ganz notdürftig verschleier- ten wirklichen Annexionen. Mit Kurland sollen die übrigen Ostseeprovinzen nachgezogen werden, Lit- tauen soll als preußischer Vasall möglichste Ausdeh- n u n g auf Kosten Polens erhalten. Das tollste aber im Stück ist Belgien, dessen offene Annexion Herr Ludendorsf zwar heuchlerisch ablehnt, das er aber in solche wirtschaftlichen Ketten legen will, daß ihm g a r n i ch t s w e i t e r ü b r i g b l e i b t, als den poli- tischen Anschluß an Deutschland zu suchen. Das Mittel zur Ge- winnung der belgischen Herzen: langjährige mili- tärische Okkupation! Aber nun kommt etwas, was fast noch verbreche- r i s ch e r anmutet: Ucber Belgien schielt Ludendorsf nach Hol- land und sogar nach Dänemark. Auch diese beiden neu- tralen freien Staaten will er auf den Rang von Vasallen- staaten Deutschlands herabdrückcn. Und während Ludendorsf dies betreibt, läßt er seinen poli- tischen Automaten, den pietistischen Heuchler Michaelis die Worte sprechen von seiner Uebereinstimmung mit der Friedens res olution„wie ich sie auffasse", während er dies betreibt— im Einverständnis mit Michaelis—, wird dem Reichstagsausschuß versichert, daß über Belgien einebefrie- digende Erklärung an die Entenre gelangen werde! Dies? befriedigende Antwort war dann jenes vor allen In- stanzen geheimgehaltene Schreiben des Herrn Michaelis, dessen unaufrichtige Phrasen durch die Ludendorffsche Denkschrift in das grell st e Licht gerückt werden. Brutalität, Gewaltmenschentum, gepaart mit grenzen» loser Verlogenheit unter dem Teckmantel des geheiligten Offiziersrocks und der kirchlichen Frömmigkeit,— das ist das Kennzeichen der Acra Llldendorff- Michaelis. � Die Abtretungen an polen. Paris, 30. Juli. Freiherr von Leisner hat der Friedens- konferenz''christlich mitgeteilt, daß Deutschland den von den Alliierten vorgeschlagenen Uebergang der'Souveränität Deutschlands auf Polen für die abzutretenden Gebiete a u g e- n o m nl e n habe._ Demission öes serbischen Kabinetts. De: Ministerrat beschloß gestern die Demission deS ge- samten Kabinett».- K Das neue Schulkompromiß. Von Heinrich Schulz, M. d. N. Das Verfasiungswerk des neuen Deutschland steht dicht vor seinem Abschluß. Die drei einstigen Äoalitionsparteicn, die jetzt begonnen hatten, haben es auch nach dem Austritt der Demokraten aus' der Regierung getreulich in gemeinsamer Arbeit weiter gefördert. Rur in einem Punkte, in der Schul- frage, gingen die politischen Meinungen, die in diesem Falle unmittelbar aus den verschiedenen Weltanschauungen entspringen, so stark aufeinander, daß schon im Verfassungs- ausschuß eine Lösung nur durch wechselseitiges U e b e r- stimmen, nicht durch Vereinbarung zustande ge- kommen war. Diese unbefriedigende Lage ivurde noch da- durch erschwert, daß die Demokraten aus der Regierung aus- traten. Die anderen beiden Parteien.-Sozialdemokratie und Zentrum, standen nunmehr Beschlüssen gegenüber, die geg-"l ihren Willen zustande gekommen waren, und die sie obendrein nicht befriedigten. Andererseits war eine Bei ständi- gung zwischen Zentrum und Sozialdemokratie bei der voll- endeten Gegensätzlichkeit der Auffassung über Religion und Schule ebenso schwierig, wie angesichts der ernsten innerpolitischen und außenpolitischen Lage dringend not- wendig. ! Man fand die Lösung in dem bekannten Schulkompromiß, das von vornherein darauf verzichtete, zwischen den sachlichen Gegensätzen eine mittlere Linie zu finden, statt dessen aber den Grundsatz der Freiheit und gegenseitigen Duldung nach Maßgabe des beiderseitigen Kräfteverhältnisses aufstellte. ileber die Mängel eines solchen Kompromisses lvar man sich von vornherein klar. Ebenso darüber, daß es im Hinblick auf die sonstige Zusammenarbeit in der Verfassuugs- frage sehr bedauerlich war, daß in der wichtigen Schulfrage die Demokraten abseits standen. Mancherlei Acußerungen in der Presse ließen schon darauf schließen, daß der Gegensatz zu kulturkämpferischen Schwierig- leiten führen könnte, die unserem vielgeprüften deutschen Volke nach Möglichkeit erspart werden mußten. Vor Beginn der dritten Lesung der Verfassungsvorlage wurde deshalb eine Verständigung in der Schulfrage mit den Demokraten angebahnt, die erfreulicherweise auch zum Ziele geführt hat. Die entscheidenden Paragraphen werden morgen in der folgenden Fassung angenommen werden: Artikel 143. Das öffe-ntlichc Schulwesen ist o r g a n i s cb auszugestalten. Aus einer für alle gemeinsamen Grundsäinlc baut sich das mittlere und höhere Schulwesen auf. Für diesen Aufbau ist die Mannigfaltigkeit der Lebensberufe, für die Auf- nähme eines Kindes in eine bestimmte Schule sind seine Anlage und Neigung, nicht die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stellung oder das Religionsbekenntnis seiner Eltern maßgebend. Innerhalb der Gemeinden sind indes auf Antrag von Er- ziehungsberechtigten Volksschulen ihres Bekenntnisses oder>hrcr Weltanschauung einzurichten, sotveit hierdurch ein geordneter Schulbetrieb auch im Sinne des Absatz 1 nicht beeinträchtigt wird. Der Wille des Erziehungsberechtigten ist inöglichst zu berücksichtigen. Das Nähere bestimn� die Landes gesetz- gebang nack, den Grundsätzen eines R e i ch s g e s c tz e s. Artikel 16%. Bis zum Erlaß des im Artikel 143, Absatz 2 vorgesehenen Reichsgesetzes bleibt es bei der b e st e h e n d e n Rechtslage. Das Reichsgesetz Hai Gebiete des Reichs, in denen eine nach Bekenntnissen nutzt getrennte Schule gesetzlich besteht, besonders zu berücksichtigen. Die Kompromißanträge atmen auch jetzt den Geist der Fruchtbarkeit und vollen Verständigung. Der wesentliche Unterschied gegen das frühere Kompromiß besteht darin, daß die früheren drei Schularten— ton- fessionale, gemeinsame und weltliche Schule— nicht mehr gleichberechtigt neben einander stehen, sondern daß der für alle Bekenntnisse gemeinsamen Schule. der Simultan schule, eine bevorzugte Stellung eingeräumt wird. Sie gilt als die allgemeine und nor- male Schule in Deutschland. Aber daneben haben die anderen beiden Schulen ihr durch die Reichsversassung gewährleistetes Reckt. Wenn Erziehungsberechtigte einer Gemeinde in einer genügenden Zahl— die näheren Einzelheiten werden nach den Grundsätzen eines Reichsgesetzes von den Ländern ge- regelt— eine Konfessionsschule oder eine weltliche Schule er- langen, so ist ibrem Wunsche stattzugeben. Es ist nunmehr die Sache der Freunde der weltlichen Schule, für sie die Herzen 1 vi'�.b-'rcchtigten zu erwärmen. Dann ->> oulform der Sozialdemokratie, die jur gl; 0 Tciiffchlcni,?:irchzus<— wir nicht stark genug ge- Wesen sind, überall dort etnfiüjren, und zwar nach der Maß- gabc unserer zahlenmäßigen Stärke, wo wir sie wünschen. Inzwischen können wir uns auch mit der Simultanschule begnügen, zumal die Versassungsbestimmung unberührt geblieben ist, daß kein Schüler gegen den Willen der Er- zieh-ungsberechtigten, und von einem bestimmten Lebensalter an nicht gegen seinen eigenen Willen, am Religionsunterricht teilzunehmen braucht. In der frtage der P r i v a t s ch u l e ist es zwischen den Parteien zu keiner Verständigung gekommen, aber auch in diesem Punkte ist der Gegensatz nicht mehr groß, da auch in Htm Antrage L oebe sSoz.)-Gröber(Z.) die Errichtung von Privatfchulen an eine Reihe von Bedingungen geknüpft ist, die einen Mißbrauch der Zulassung von Privatschulen fast ausschließen. Das Zusammengehen der drei Parteien in der Schul- frage wurde nicht zuletzt gefordert durch den gemeinsamen Wunsch, dem deutschen Volke durch diese Verständigung ein Stück des inneren Friedens zu erobern und zu sichern, den es so dringend gebraucht. ,• • Zu dem Artikel„Gegen Preußen» Zerstückelung" sendet uns Ge- nosse Wolfgang Heine folgende Zuschrift: Der Artikel ist durch Kürzungen, die ohne meine Mitwirkung vorgenommen worden sind, an der wichtigsten Stelle in seinem Sinn entstellt worden. Der Satz„allem papierenen Unitarismus zum Trotz müßte dies Erperiment in Wirklichkeit zur inneren Zerrissenheit Deutschlands führen" folgt in dieser zusammengestrichenen Form unmittelbar auf einen Satz, worin ich die Schwierigkeiten einer Unifizierung der inneren Verwaltung des Reiches auseinander- setze. Er ist aber auf diese bezogen völlig sinnlos. Im Manu- skript stand vorher ein Satz, worin ich sagte, daß diese Schwierig- leiten allenfalls noch überwindbar seien, daß aber ganz gefährlich das populäre Verlangen einer„Neugliederung" des Reiche? wäre, die ohne innere Notwendigkeiten und au? politischer Erpen- mentiersucht vom grünen Tische auS mit dem Blaustist auf der Landkarte die Weltgeschichte zu korrigieren suchte. Von dieser „Neugliederung" habe ich gesagt, daß sie die Einheit durch Zer- störunq des bereits Einheitlichen suche und daß sie zur inneren Zerrissenheit Deutschlands führen müßte. Ein Aufruf üer Räteregierung Ungarns. Al« Antwort ans die Erklärung der Entente, mit der ungarischen Rätercgiernng nicht z» verhandeln, hat die R S t e- regierang an alle Proletarier der Welt eine« Anfrnf gerichtet, in welchem es heißt: Die Bourgeois« regierungen der Ententemächte wollen nns. das Joch de» KapitaliSmnS neuerdings aufzwingen. Die Eutenteregicrunge« wollen mit dem Räte» Ungarn nicht verhandeln können, da die Macht deS ProletarierstanteS nicht ans dem Volkswillen ruhe. Das sagen die, die entgegen dem Bolkswillen einen Krieg eingeleitet nud Jahre hindurch geschürt haben, die Bandenhänptlinge ans exotischen Ländern zu ihre» Ver- biindeten gemacht haben und Kolonien unterjocht halten. I« Budapest allein haben bstOWO Arbeitende bei den ersten Arbeiterrats wählen abgestimmt in einer Stadt, die kanm eine Million Seeleu zählt. Doch das be- deutet in ihren Augen nicht die Offenbarung des Volkswillens, denn in ihren Aagen bedeutet bloß der Wille der Bourgeois- klaffe den Bolkswillen. Wir forder« Euch Arbeitende aller Länder, die Prolrtarierorgauisationrn der ganzen Welt auf, schickt Enre Abgesandten her und besichtigt durch sie unsere Arbeit, die dcu K a p i t a l i s m« s zertrümmert und den SozialiSmns aufbaut. Schickt Eure Abgesandten, um die Wirkung der Blockade Eurer humanen Regierungen zu sehen. Wir haben seit Ausrufung der Räterepublik keinen Hehl auS unserer ablehnenden Stellung gemacht, und auch heute verurteilen wir die Diktatur Bela KhuuS entschieden; sie ist un s o z i a l i st i s ch, weil sie dem organischen Geschehen nicht Rechnung trägt. Nichtsdestoweniger können wir dem ungarischen Proletariat, das einen heldenmütigen Kampf um sein Leben führt, unsere Sympathie nicht versagen. Kein Mittel ist ungeeigneter, die Rätediktatur in ihrer Hilf- l o s i g k e i t bloßzustellen, als die Blockade, die sie um das Mitleid der Welt erregt. Hätte die ungarische Regierung das Pflichtgefühl und die Liebe zum Proletariat, von der sie oft genug spricht, so müßte sie freiwillig zurück- treten, bevor das ausgehungerte Volk gänzlich zugrunde geht._ Internationaler Gewerkschaftskongreß. Die Vertretungen. Amsterdam, 30. Juli. Auf dem hier tagenden Internationalen Gewerkschaftskongreß sind folgende Länder vertreten: Amerika mit 8 Delegierten in Vertretung von 3 600 000 Mitgliedern, Belgien 4 Delegierte 450 000 Mitglieder, Böhmen 2 Delegierte 230 000 Mitglieder, Dänemark 6 Delegierte 255 000 Mitglieder, Deutschland, Deutscher Gewerkschastslbund 10 Delegierte 5 400 000 Mitglieder, die syndikalistischen deutschen Organisationen 1 Delegierter s Mitgliederzahl ist nicht angegeben), England 3 Delegierte 4 750 000 Mitglieder, Frankreich 14 Delegierte 1500 000 Mitglieder, Holland, Niederländischer Gewerkschafts- bund, 10 Delegierte 220 000 Mitglieder, Holländisches nationales Arbeitersekretawiat, 10 Delegierte 45 000 Mitglieder, Oesterreich 8 Delegierte 500 000 Mitglieder, Luxemburg 3 Delegierte 21000 Mitglieder, Norwegen 3 Delegierte 122 000 Mitglieder, Spanien 2 Delegierte 150 000 Mitglieder, Schweden 5 Delegierte 235 000 Mitglieder, Schweiz 8 Delegierte 200 000 Mitglieder. Auf dem Kongreß haben Amerika 4, Deutschland 6, Englands, Frankreich 2 und die übrigen Delegationen, desgleichen die deut- schcn Syndikalisten und das holländische Arbeitersekretariat je eine Stimme. Zürich für Sie dritte Internationale�. Zürich, 30. Juli.(Schweizerische Depeschenagentur.)' Die sozialdemokratische Partei der Stadt Zürich beschloß nach einer Dis- kussion, die drei Abende in Anspruch nahm, mit 657 gegen 5 Stim- men, für den Beitritt zur dritten Internationale einzutreten. die Erfüllung öer Zrieöensbeöingungen. Von den deutsch-franzöfischen Verhandlungen. Die wirtschaftliche Kommission für die Ausführung der Friedensbedingungen, die zurzeit in Versailles mit den alliierten und assoziierten Regierungen über die Lieferung von Kohlen, Chemikalien, über den Wiederaufbau und anderes mehr unterhandelt, hat in Weimar der Reichsregierung Bericht erstattet. Es besteht bei allen beteiligten Stellen volle Klarheit darüber, daß die Ausführungen des Friedensbetrages, insbesondere die Lieferung von Kohlen, Deutschland im nächsten Winter die schwer st en Opfer auferlegen wird, daß jedoch gleich- wohl seitens der deutschen Stellen energisch durchgegriffen werden muß, um die in den Friedensbedingungen uns auf- gezwungenen Lieferungen, so weit dies objektiv möglich ist. zu erfüllen. Die Kommission ist am 28. Juli abends nach Versailles zurück gereist, um die Verhand- lungen mit den alliierten und asioziierten Regierungen fort- zusetzen._ Frankreichs Sicherungen. Versailles, 30. Juli. Vor dem FriedonSauSschuß der Kammer erschien gestern nachmittag Ministerpräsident Clemenceau, begleitet von Andre Tardieu. Sie überreichten dem Ausschuß ein Memo- randum als Antwort auf den zweiten Fragebogen betreffend das linke Rheinufer. Der Inhalt rief eine äußerst lange und lebhaste Debatte hervor, in deren Verlauf Elemenceau und Tardieu wiederholt da? Wort ergriffen. Ministerpräsident Elemenceau sagte, am 27. Februar habe die fwnzösische Regierung dem Fünserrat eine Denkschrift übervoicht, in der die Notwendigkeit, Deutfthe zuelnanöer. Indiskretionen aus rumänischer Gefangenschaft. Von Alwin Rath. Nachts im Eiswalde von Cernica. Grüne Aeste und tauend- nasse Holzkloben schachteln sich über der roten Bodenglut des Feuers zusammen. Kleine Rauchfontänen, explosiv sich entzündende Stich- flammen zischen und knattern, qualmen und glühen überall um die flackernde Brandsäule, die mitten über dem kochenden und brodeln- den Holze emporflattert und rötlich Gespensterzncken durch die blaue Schneefinsternis des MitiernachtswaldcS huschen läßt. Dicht um das Feuer liegt rings, als würfe die Flamme ein Dutzend schwere Schatten nach allen Seiten, eine düstere Rosette schwarzer Wolldecken, die schmal und lang und schmucklos sich wölben, wie Armensärge. Bisweilen geht ein fröstlich Wellenschauern hindurch. Bisweilen tobt die steife Straffung des Tuches in ein wildes Ge- beule und durcheinanderstrudelndes Acwoge auseinander. Ein klagendes Stöhnen wird laut. Ein irres Tranmreden wimmert, verstummt, wird wieder mit quengelnder, hundsähnlich bellender Stimme dringlicher, steigert sich zum Affekt,— bricht jählings wie erschrocken ab. Eine Hand ist nach rechts hinüber gesaust, unter einer Decke hervor, und mit maulwurfsartiger Schnelligkeit wieder darunter zurückgeflitzt. Tie getroffene Decke tamnelt, glimmrig jmgeschienen, schlotterig empor. Jetzt zerren sie zioci blaukalte Fäuste auf die Knie nieder,— und Karl R.'s Wildbart guckt vereist und zapfen- durchfroren, knurrig und verschlafen, wie die zottelige Visage eines mit einem Urwald am Beck herumschlcifenden Mönchsaffen in die Glut. In die räuchernden Flammen starren seine müden, brauen- verhüllten, gramverfinsterten Augen. Jetzt schielen sie, ohne daß er das Gesicht hinwendet, nach dem rnmänischen Posten, der in Zivil auf einem Baumstumpf im Schnee über das verrostete Bajonett niedermckt, das er wie ein Wiegekind in den Armen hält. Jetzt schrecken sie plötzlich nach hinten, die Augen: im Tale heult ein Wolf. Heult langgezogene HungerSlSut durch die verschneite Nacht- stille. Ein kurzes Kläffen bellt jedesmal wie eine Beteuerung des Hungers, wie ein Vorwurf hastig hinterdrein. Jetzt ist es, alS heckten unter Karls Brauen ein paar dicke langbeinige Spinnen. So hat er die umrunzelten Augen zusammengekniffen. Aus dem geöffneten Mund ist die durchfurchte Zunge etwas hervorgetreten. Er will es hinunterwürgen, das furchtbare Husten; er möchte dem gruslig schönen Heulen noch lauschen. Er möchte die keuchende, stoßende Kehle würgen. Aber um so wütender bellt sie jetzt in daS Vellen des Wolfes hinein, der gleich wie erschreckt verstummt. Von jenseits des FeuerS senken sich ein paar nagelschmutzigc Hände über die Glut und schweben spreitfingerig, von der Kälte geschüttelt, auf und nieder bebbernd, darüber. Dann fahren sie drüben an den Waden und Schenkeln lang, massieren und kneten, quetschen, kneifen, stoßen und reiben. Und bayerische zorngepfes- ferte Kraftflüch« ersetzen, zwischen Sepps tabakbraunen schmerz- knurrenden Zähnen hervorprotzcnd, das Massageöl. Sie bellen und fluchen beide, Karl und Sepp, die ganze Decken- rosette wach Sie bellen und fluchen hinter den 13 Holzfuhren her, als sie nach drei Tagen fertig sind und rvn ihren Eismatratzen nach dem Seuchcnlazarett Zerlendi in Bukarest mit dem gefällten Brennmaterial zurückkehren. KaN hustet sich in ein« fieberflam- mende Lungenentzündung hinein. Bekommt Packungen, Medizinen, 40 Grad und darüber, nimmt halbe Nächte den ganzen Ruhrsaal unter Feuer, wochenlang. Zwei Monate lang liegt der sonst so rassige und prachtvoll un- moralische Schnadcrhüpfel runterjodelnde Sepp steif wie ein gefäll- ter Kiefernstamm im Bett. Gelb ist er, braun, wie ein Schwefel- bad. Kann sich nicht mehr aufheben. Die Hose nicht anziehen. Die Tasse kaum zum Mund führen. Die Stunden der schlaflosen l Schmerzensnacht liegt er aus dem Bauch im Bett, bis er seinem Nachbar mit dem Stock in die Rippen stößt und der ihn umwendet. Und drüben im andern Saal donnert Karl seinen Husten über die schlaflosen Betten der Ruhrkranken. DaS find Karl und Sepp. Was sich die anderen aus dem Eis- quartier deS WinterwaldeS mitgebracht haben? Der deutsch« Stabsarzt schickte sie hin, wußte um diese Quartierverhältnisse für seine„Leichtkranken". Aber daß ein Arzt erst Existenzberechtigung durch die Existenz von Krankheiten hat, ist ein Gemeinplatz. Der Stabsarzt Dr. von... geht in der„Offiziersschule", im Geschlechtskrankenlazarett in Bukarest, als die Rumänen nach dem deutschen Zusammenbruch zurückkehren, von Stube zu Stube. Er versichert die Patienten, in kameradschaftlicher, loyaler Art, er werde nicht vom Platz weichen, bis der letzte Kranke geheilt sei. Geheilt!— Die Auffassung der Aerzte in Diesem Punkte ist sehr labil. Dr. von... neigt nach einigen Wochen der radikaleren Auffassung zu, Heilung anzunehmen, wenn die Krankheit noch zu 70 Prozent besteht. So geheilt schickt er seine Patienten ins Gefangenenlager. Ter rumänische Lagerarzt ist anderer Ansicht. Er schüttelt den weißhaarigen Kopf, wundert sick» über die Zutunlübkeit der Deut- scheu zueinander:„Wenn ich dich so ins Lager schickte,— aber euer Arzt?!" Und stellt die Kranken dem deutschen Kollegen nochmals freundlich zur Verfügung. '•" In der evangelischen Mädchenschule in Bukarest, einem Ersatz- lazarett, liege ich mit gräßlich in der Brust heraufwürgenden Magenkrämpfen auf der Schwerkrankenftation. Bin aufgewacht. Es muß schon weit über Mitternacht sein. Wenn nur endlich dies« Greuelmusik und dieser Schnapsgesang von drüben aus dem Fuselstall aufhören möchten! die RheinbrückenkSpfe zu besetze», im Interesse der Sicherheit Frankreichs verlangt wurde. Tie Alll- ierten hätten darauf Mitte März geantwortet, und von diesem Tag an habe man die Sicherheiten festgesetzt, die in den militärischen Friedensklauseln enthalten seien. Dazu sei die Mtlitärkonvention getreten, die, weder was Material noch was Mannschaften anbc- treffe, im Falle sie in Erscheinung treten soll«, begrenzt sei. So- wohl Clemenceau wie Tardieu sagten, nach ihrer Ansicht sei eZ nicht möglich, eine auf hunderttausend Mann herabgesetzte Arme« rasch in«ine Millionenarmee, die gut ausgerüstet ist, zu verwandeln. Der Vertrag erlaube Frankreich, nicht einzuschlafen. Der Friede, der abgeschlossen wurde, sei War poix«je vigiknc« (Wachsamkeitsfrisden), aber doch ein wirklicher Friede, der es Frankreich gestatte, wieder aufzuatmen, sich wieder zu erheben und in großem Umfange die Militär laiten zu vermindern. Elemenceau soll noch aus die Sicherheiten hingewiesen haben, die die Existenz Polens und Tschechoslowakiens Frank- reich biete. Tie englisch-französisch-amerikanische Allianz sei mehr wert als die Brückenköpfe. Selbst wenn die Armeen der Alliierten, was sehr möglich sei, stark reduziert würden, würden sie immer noch starker sein alS die, die 1914 vorhanden waren. Der Krieg habe bewiesen, daß man eine feindliche Nation rasch m eine bewaffnete umwandeln könne. Er habe aber auch ferner gezeigt, daß England und Amerika Frankreich und Belgien nicht von Deutschland, das heißt Germanien, überrennen lassen werden. Uebrigens bedeute dieser Krieg«in« Lehre, die niemal» vergessen werden würde. Man beschloß alsdann, daß dem Ausschuß- Protokoll beigefügt werde die französische Note über die miliitärische! Besetzung der Rhemlande und das gestern überreichte Memoran- dum. Barthou wird den Generalbericht vom 4. August vorlegen. Die Diskussion der Kammer soll am 11. beginnen und am 13. wo- möglich zu Ende geführt werden, da an diesem Tag di« General- räte ihre Session beginnen. Sollte dies nicht möglich sein, so hofft man bis zum 25. August ratifizieren zu können. Nur FranNin-Boullion soll im Ausschuß noch die An- ficht vertreten, man müsse di« Entscheidung deS amevikamschen Senates abwarten, bevor man ratifiziere. Der Friedensausschuß des Senats hielt gestern ebenfalls eine Sitzung ad, hörte den Bericht des Senators Morel über die Wirt- schaftlichen Klauseln und genehmigte ihn. Der holzarbeiterskreik. Aus Breslau wird berichtet: Der Holzarbeiterstreik nimmt auch in Schlesien an Umfang zu. Es wird lebhafte Propaganda von Seiten der Kommunisten für einen Holz- arbeiterstreik in ganz Deutschland gemacht. öeratungen öes Staaten ausschusses. Nach einer Information der„Telegrafen-Kompagnie" ist Staatskanzler Bios zu wichtigen Verhandlungen im Staaten- ausschuß nach Weimar abgefahren. Der parlamentarische Berichterstatter der„Deutschen Zeitung", Herr E. Zimmermann, steht offenbar auf der gleichen geistigen Höhe wie ihr Münchener Korrespondent, der ein« politische Satire als ernste Meldung an sein Blatt drahtete. Herrn Zimmermann hat eS sehr gewurmt, daß der Präsident Fehrenbach dem panzerplattennationalen Abg. Hugenberg das Wort entzog, als dieser in einer persönlichen Bemerkung allerhand unpersönliches vorbrachte. Erbost schimpft der brave Zimmermann:„Einen Präsi- deuten vom Schlage Fehrenbachs hat der Deutsche Reichstag nicht gesehen. Er war der Nationalversammlung vorbe- halten."— Herr Zimmermann war zwar schon zu Reichstags- zeiten parlamentarischer Berichterstatter der„Deutschen Zeitung", als solcher hat er aber nicht bemerkt, daß der letzte Präsident des Deutschen Reichstags— Fehrenbach hießl Solche journa- listischen Kräfte sind halt dem alldeutschesten Radaublatt vorbe« halten. Ich ärgere mich halbe Stunden lang über dieses schändliche Nokturno. Einmal geht unten einer mit taumelnder Stimme und quin- kelnder Gitarre vorüber. Ich hoffe. Aber plötzlich ist es mir, als musizier« das Notturno im Hause unten. Ich würge meinen ftut wahrem Bolschewistenturbor heraufstürmenden Magen wieder her- unter und versuche mich nach einer Zeitlang auf den Beinen.— An der Tür höre üb deutlich aus einem munteren Chaos ange» zechter Stimmen die der Schwester Elisabeth. Jetzt springt unten die Tür auf, und die schleifenden Füße amüsieren sich auch in den Korridor hinein. Auf dem Klavier rennt ein Pferd hin und her. Auf den Hos hinaus will unser bayerischer Doktor,— er sieht erst die Mauerecke für die Tür an. dann erholt er sich von dem Ansturm ein wenig auf den Treppenstufen.— und dann kapituliert er draußen. Ein deutscher Offizier, selbst nicht ganz bei Fußdienst, macht seinen Adjutanten, damit er zu der kleinen kete zurückfindet, die die rumänischen und deutschen Offiziere mit den Schwestern und den deutschen Lehrerinnen der Mädchenschule als Abschied feiern. In den nächsten Tagen soll ein Lazarettzug fahren. Vor drei Wochen hieß es auch schon so. Angenehmer Grund, jede Woche «ine AbschiedSfete herausbringen. Partout wie in Zerlendi, wo man mit dem gleichen Vergnügungsinsfinkt sich in solcher Situation zu arrangieren weiß. Am anderen Tage gibts auf der Schwerkrankenstation grün- liches heißes Wasser, durch das eine Schleimgardine von Kartoffel- resten weht, als Mittagsessen. Kamerad H. fragt Schwester Elisa- beth:„Was war heute nacht— ich glaubte aber, die Bolschewisten wären gekommen!" In Zerlendi werden den Kranken pro Tag eine Woche lang 50 Gramm Brot abgezogen. Der Rotwein für die Ruhrkranken ist ausgeblieben. Die Fleischrationen sind ausfällig kleiner ge- worden aus Gründen, die nur die Küchenverwaltung kennt. Statt Rotwein gibt es Himbeersaft als Beruhigungsmittel: ist auch rot. Einilge Wochen später stehen die deutschen Aerzte in Zerlendi abends um 9 Uhr zum Appell angetreten, militärisch, vor der Tür ihres früheren Zechkumpans, des rumänischen Berwattungs- offiziers Avramovicz, mit dem sie noch vor kurzem auch die Ab- seien feierten. Eine neue Situation!— Avramovicz, der immer sagte:„Ich bin ein guter Mensch", läßt sie warten. Der Chefarzt/ mit de- Uhr m der Hand, berät sich, ob sie iricht wieder geben sollen. Da öffnet sich die Tür. Wer kommt heraus?— Eine hübsche äugen- blitzrige Dame, mit der Avramovicz abends gegen 11 auch wohl m letzter Zeit bei der Revision schon durch die Säle ging. Ist Avramovicz nicht ein w i r k l i ch guter Mensch, daß er sein Herz zum Appell schickt, sein Herz ist doch diese augenblitzvige Dam«. Will er den Deutschen nicht den Appell leicht machen? Sie will den Appell abHallen, sagt sie ganz charmant, augenblitzrig, mit Dieklage über öie?nternationale Eine internationale Konferenz ist auf den 1. August nach L u z e r n einberufen. Seit ihrem letzten Bei- samniensein ist fast ein halbes Jahr verflossen. Diese Zeit hat den Friedensvertrag, eine beispiellose Orgie des Imperialismus, eine tausendfältige Verhöhnung der Ideale der Menschheit und der Forderungen der Arbeiterklasse, eine namenlose Vergctvalti- gung des Techstoestimmungsrechts, kurz eine Reihe von Maß- nahmen der Reaktion gebracht, die ein entschlossenes Eingreifen der Internationale unbedingt erforderten. Was bat sie in die- fer Zeit getan? Wie hat sie gestrebt, ihrer geschichtlichen Auf- gäbe gerecht zu werden? Bange Frage, auf die man vergeh- l'ch nach einer Antwort sucht. Eine Frage, die in Reih und Glied des Proletariats aller Länder immer lauter gestellt wird, und die auf eine noch lautere Klage über die Untätig- keit der Internationale ausklingt. Dieie Klage ist in den siegreichen Ländern ebenso laut zu vernehmen wie in den besiegten. Ihr gibt in der u m a n i- t6" Marcel C a ch i n wie folgt Ausdruck: „In der französischen Sektion werden die Klagen immer zahlreicher. Wir sind sicher, daß in den anderen Sektionen die jungen, aktiven, lebendigen Kräfte gleichfalls unter der an- dauernden Schweigsamkeit des Internationalen Bursaus leiden. Im Interesse der allgemeinen Einigkeit aller Sektionen ist es Zeit, den Genosien Gelegenheit zu geben, chre Ideen aus- zutauschen und zu den Proletariern aller Länder zu sprechen. Die Folgen des Versailler Frieden», die Stellung der europäischen Gegenrevolution, dann die in Anbetracht dieser beiden beträcht- lichen Tatsachen einzunehmende Haltung wird jeder der schnellsten Prüfung durch die Internationale wert erachten.' Hier wird tu milder Sprache ausgedrückt, was in den Ar- beiterkreisen aller Länder in schärferen Worten kundgegeben wird. Freilich, ganz und gar untätig ist das internationale Bu- reau nicht gewesen. Es hat den in Bern bestimmten ständigen Ausschuß nach Amsterdam gerufen. Vielleicht hat es gar noch mehr getan, womöglich hat auch dieser Ausschuß ersprießliche Arbeit geleistet, nur weiß leider die Parteiöffentlichkeit nichts davon. Wir bekämpfen die Geheimdiplomatie. Das Bureau betreibt sie lustig weiter. So bleibt die Partei über sein Tun und Streben im Dunkeln, und diese Unkenntnis weicht leicht der Folgerung, daß es nichts vollbringe. Unter solchen Umständen kann die Abnahme der Begeisterung, nicht für die Internationale an sich, wohl aber für die jetzige internationale Organisation wahrlich nicht wundernehmen. Zu den Parteien, die ihr schon den Rücken gekehrt haben, ist neuerdings die n o r> wegische Sozialdemokratie gekommen. Das Auf fälligste ist, daß sie den Austritt aus der Amsterdamer oder den Anschluß an die Moskauer Internationale e i n st i m m i g be- schlössen hat. Die Bemühung des Genossen L i a n, den Schritt zu verhindern, war umsonst, wohl Weck er wenig gunstwerbende Talen des Internationalen Bureaus anzuführen wußte. In der den Austritt begründenden Rede wurde gesagt, daß die alte Internationale ihre Ohnmacht in Bern gezeigt hat, wo in einer langen Liste Forderungen aufgestellt worden sind, ohne sich darüber schlüssig zu werden, mit welchen Mitteln sie durchgesetzt werden sollen. UmbildungSmöglichkeiten gibt es für die alte Jnter- nationale nicht mehr... Man ist geneigt, diese Behauptungen für unwahr, für über- trieben zu halten. Indes, es fällt einem schwer, Beweise dage- gen aufzutreiben. In der Partei ö ffentlichkeit wissen wir wenig, nein nichts über die Tätigkeit des Bureaus, auch nicht d-e Gründe seiner Untätigkeit, seine Schwierigkeiten. Unter dem Uebcl der Unkenntnis, der Geheimnistuerei, hatten wir schon vor dem Kriege genugsam zu leiden. Von Zeit zu Zeit versam- sich zu Brüssel die Mttgsied'c des Bureaus, tagten, ein pz»: Tage hinter verschlossenen Türen,'chließlich brachten auch die Zeitungen einen mehr oder weniger nichtssagenden Bericht — und die um Klärung, Wegweisung oder Ermutigung nach Brüssel ausschauenden Arbeiter fanden sich einnial mehr ent- täuscht, um nicht zu sagen getäuscht. So gingen die besten Gc- lieblich seitwärts geneigtem Schwarzköpfchen. Aber der Stoffel, der Uefarzt, der plumpe Deutsche:„Sie besoffenes Schwein!" brüllt der an der Lieblichen vorboi auf das Bett da drinnen zu, wo man ein paar Beine, liegen sieht... Und was dann geworden ist, zu welcher neuen Situation man in Zerlendi gelangt ist, weiß ich nicht mehr. Notizen. — Kant- Gesellschaft. Preisausschreiben. Ter Ablieferungstermin für das neue Preisausschreiben, dessen Thema lauiet:.Kritische Geschickte de« NeukanliSmuS von feiner Ent- stehung bi« zur Gegenwart" ist auf den 22. April lS2l sestgesetzl worden. Der erste Preis belrägt 1500, der zweite 1000 Mark. Nähere Angaben durch Dr. Arrur Lieberi, Berlin W IS, Fasanen- straße 48. „• T i e Frage der Arbeiterhochschulen betrifft ein Aufsatz, den Dr. S. Kraus im ersten Hefl der Zeitschrift„Der Iungsozialist"(Georg Simon, Frankfurt o. M., Koblenzer Str. 83) veröffentlicht. Der Aufsatz bezieht sich, wie diese neue Zeitschrift überhaupt, vorweg auf die Frankfurter Arbeitcrhochschulc, hat aber darüber hinaus ganz allgemein für die besprochene Frage Wert. — Ausstellung Feldgrau. Pom Staat cKultusministe- rium) wurden angekauft: Gemälde von Stüdemann, Reimann, Pfitzncr; Aquarelle von Bartelt, Kühn. Lindenberg: Graphiken von Barielt, Oesterle, Waske; Plastiken von Brockmüller. Von der Stadt Berlin: Gemälde von Becker-Tempelburg. Psitziier, Socnnert, Tischler. Wagner; Graphiken von Klapper, Oesierl«, Brasch: Plastiken von Korn, Völkel. —.Unsere Toren." Die neue Zeitschrift.Die Hei- mar", die in Friedberg i. S. erscheint, bringt folgendes Gedicht von Hans Pfeifer: Vom Westen und Osten, von Nord und Süd Schleppen sich nächrenS viel Füße müd, Füße, vom Wandern wund und zerfetzc, Langsam bedächrig zur Erde gefetzt, Müdn sich im zitrernden Mondeuichein RastloS rief nach Denllchland hinein. Und wer mit lauschendem Ohr noch wacht, Hört sie in sedweder werdenden Nacht. Hört dies Schlürfen so müde und'chwer, Hört eine Klage voll wilder Begehr, Eine Klage schmerzzer fressen: Nur nicht vergessen I UnS nicht vergessen 1 - Aa« Natur und GeifteSwelt. Diese sVit zwanzig Iahren im Verleg Tsubner, Leipzig, erscheinende Sammlung ge- meinverfwrrdlich. wissenschaftlicher Darstellungen, die aus den gleichen Gedanken heraus begründet wurde, aus denen die Volks- Hochschulbewegung beruht, läßt jetzt zugleich nicht weniger als 40 Landchen neu oder in neuer Auslage erscheinen. In den letzten vier Jahren sind mehr als 800 Bände neu oder in neuer Auflage erschienen. Mit den neusten Veröffentlichungen ist das achte Hundert der Barrozahl begonnen worden. legenheitcn des internationalen Meinungsaustausches, der Selbstkritik, des Sichkennenlcrnens, der wechselseitigen Ideen- befruchtung verloren. Nicht nur das. Zu Brüssel wurde meist nur das hohe Ziel behandelt, zu wenig die Methode; es wurden dort theoretische Fragen in lange Resolutionen gepreßt, anstatt in erster Linie die Mittel der Durchführung der inernationalen Politik zu suchen und diese zu sichern. Die ferne Zukunft wurde lang und breit erörtert, die Gegenwart desto we- niger. Und als dann die Gegenwart unerbittlich die Durch- setzung der proletarischen Interessen heischte, der Interna- tionale die Schicks als st unde schlug, mußte sie wegen Mangel an Mitteln oder Nichtbereitsein verpaßt oder verschwatzt werden. Die Arbeiterklasse hat die Unzulänglichkeiten der Interna- tionalen Organisation mit entsetzlich teurem Lehrgeld bezahlt, daß auch die größte Mühe nicht zu hoch erscheint, sie endlich zu be- heben. Denn wenn sie nicht baldigst mehr Leben, niehr Ent» schlossenheit, mehr Initiative entwickelt, dann steht zu bcfürch- ten, daß die an der Gleichgültigkeit derer stirbt, für die sie geschaffen. Damit soll beileibe nicht gesagt sein, daß der in- ternationale Gedanke in der proletarischen Welt im Zeichen der Verkümmerung stehe; soll nicht gesagt sein, daß die sozialistische Arbeiterschaft ihre Herzenssache aufzugeben geneigt sei. Im Gegenteil. Und weil dem so ist, weil die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Internationale in Reih und Glied des Proletariates heute sicherlich nicht geringer denn je ist, und tausendundein Zeichen eine weitere Stärkung anzeigen, wird es sich, wenn sich die jetzige Organisation zur Erfüllung seiner Er- Wartungen nicht bald fähiger zeigen sollte, nach einer andern Oc- ganisation umschauen. Mit andern Worten, die a l t e I n t e r- nationale würde noch mehr Sektionen vcr- l i e c e n. Ein allgemeiner Kongreß, wo das proletansche Element neben dem an der kriegerischen Vergangenheit schwer tragenden Berufspolitikertum zur Geltung kommt, ist nötig, um die Stim- me der Arbeiterschaft aller Länder ungedämpft, unverfälscht zu hören in den Fragen, von deren Lösung ihre Zukunft abhängt. Freilich müßte diese Zusammenkunst, soll nicht wieder eine Ge- legcnheit, die Welt im Sinne der Freiheit, des Sozialismus zu bestimmen, verpaßt werden, so bald als es die technischen Uin- stände nur gestatten, einberufen werden. Von dieser Dringlichkeit ist aber das internationale Bureau offenbar nicht überzeugt; denn es will, wie die Tagesordnung der Luzccner Konferenz bezeugt, einen Kongreß— im FebruarlllLll organisieren. In den sieben Monaten wird die internationale Sie- gerkastc die Kriegsbeute oerstaut, vielleicht Rußland und Un- garn gleichfalls unter ihre Botmäßigkeit gebracht, so die sozia- listischen Mittelstaaten, das Aufmarschgebiet des in- ternationalen Sozialismus, auch von Osten her ganz abgeschnürt, kurz die Siegerkaste wird ihre äußere Position dermaßen gesichert haben, daß sie getrosteren Muts drohen- den Möglichkeiten ini Innern entgegensehen kann. Dem dann im Kongreß zusammenkommenden Proletariat bietet sich nur die Gelegenheit, die vollendeten Tatsachen durch wortreiche Pro- teste noch ausdrücklich zu bekräftigen. Einmal wird in die Ge- schichte der Internationale das Wort: Zu spät l eingetragen sein. Mag sein, daß die Auffassung der Zeitlosigkest nicht die des Bureaus ist, daß es gleichfalls auf den Boden der Tatsachen steht, wo gespannte Stundenbercitschaft. entschlossener Wille zum Eingreifen in daS Räderwerk der Weltpolitik vonnöten ist und betätigt werden will; aber, um dies zu glauben, langen die Tatbeweise leider nicht aus. Für das gesamte Proletariat sind jetzt Endziel und sonstige Zukunftsfragen weit zurückgetreten hinter seine Lebensfrage: Wie die gegenwärtige von der siegestrunkenen Reaktion beherrschten Stunde erfolgreich überstehen? Aus diese Frage, die der weststaatkichen Arbeiterschaft ebenso unerbitt- lich gestellt ist wie der mittelstaatlichen. eine bestiedigende Ant- wort zu finden, ist auf den beiden Seiten der Schützengräben gleich schwer. Von der Art wie der Schnelligkeit der Lösung wird unendlich viel für das Schicksal der Arbesterklasse aller- wärtS, für die Zukunft des Sozialismus überhaupt abhängen. Diese Frage ist die Tagesfrage des Proletariats. Mit ihr müßte sich die Luzerner Konferenz in allererster Linie befassen. Die Dringlichkeit ihrer Regelung heißt als reine Zeitvergeudung die Aufstellung von solchen Fordernugen erklären, fiir deren Durchsetzung man Mittel nicht anzugeben und Wik- len nicht vorhanden weiß. In Vermehrung der Mit- tel und Stärkung des Willens wird man von der Luzerner Konferenz nicht viel erwarten dürfen. Man wird sich� sibor glücklich preisen, wenn sie die Arbeiterpresse und ihr Nachrichten- wesen ausbaut, vor allem aber das Bureau selbst zu einem Mittel der internationalen Aktion umgestal- t e t._ Fritz Kummer. Nationalversammlung zu Weimar lScbluß aus der Beilage.) Nachmittagsfchung. Am Regierungstischc: Bauer, Dr. Preusi und Schlicke. Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung 4 Uhr 80. Die dritte Beratung über den Verfassungsentwurf wird beim dritten Abschnitt, Artikel 41 bis 60, über R e i ch s p r ä s i- dent und Reichsregierung fortgesetzt. Auf Antrag Dr. Haas(Dem.) werden die Artikel 48 und 4g (bewaffnetes Vorgehen des Reichspräsidenten gegen ein Land, das die ihm nach der Reichsverfassung obliegenden Pflichten nicht er- füllt, und gegen Störungen der öffentlichen Sicherheit) zusammen- gefaßt mit der Acnderung, daß der Reichspräsident vor be- wasfnetem Vorgehen gegen ein Land den Reichstag ver- ständigen muß. im übrigen gelangt der Abschnitt unverändert zur Annahme. Im vierten Abschnitt(Der Reichsrat), Artikel 62. wird auf Antrag Haußmann die Bestimmung gestrichen, daß, wenn gemäß Artikel 18 in einem Lande eine GebietZänderung vollzogen worden rst, das Stimmrecht im R e i ch s r a t durch Reichsgesetz neu geordnet werden soll. Im übrigen wird der Abschnitt Artikel 61 und 68 unverändert angenommen. Im Abschnitt d(Reichs- nesetzgebung) werden die Artikel 74 und 76(VolkSentschei» dung und Verfassungsänderung), da.neu« Anträge in Vorbereitung sind, zurückgestellt. Im übrigen wird der Ab- schnitt(Artikel 59 bis 77) unverändert angenommen. Im Abschnitt 6 lReichsvcrwaliung) wird Artikel 79 im Hinblick auf die Bestimmung des� Friedensvertrags nach einem Antrag Dr. Spahn(Z.s in folgender Fassung ange- nommen:„Die Verteidigung des Reichs ist Reichs- fach«. Die Wehrverfassung des deutschen Volks wird unter Berücksichtigung der besonderen landZmannschaftlichen Eigenarten durch ein ReickiSgesetz einheitlich geregelt." Artikel 91 wird angenommen. Der Abschnitt„R e i ch Z v e r- w a I t u n g", die Artikel bis lOO-i, werden in der Fassung der zweiten Lesung angenommen. Artikel 88 wird zurückgestellt. Der folgende Abschnitt beirifft die Rechtspflege. Aus Artikel 101, dessen Bestimmung umgestellt werden und besondere Bezeichnung erhalten, entstehen so zwei Artikel, dessen erster die Unabhängigkeit der Richter und dessen zweiter die Ausübung der Gerichtsbarkeit durch die Länder ausspricht. Artikel 103 bestimmt u. a. die militärischen Ehrengerichte sind aufgehoben. Ein Antrag Arnstadt und Genossen beantragt, diesen Satz zu streichen. Proußischcr Kriegsminister Reinhard: Eine Bestimmung der Artikel gehört nicht in die Verfassung und verbaut manchen Weg des Wiederaufbaues. Gerade aus den Kreisen, die die Bestimmung durchgesetzt haben,. erhalte ich und der Reichswchrminister, in dessen Namen ich hier auch spreche, täglich Aufforderungen zu scharfem Eingreifen gegen diese oder jene Persönlichkeit. Gleichzeitig nehmen sie uns die Mittel dazu. Abg. Dr. Spahn(Z.): Als Berichterstatter über diesen Ab- schnitt kann ich feststellen, daß uns von Vertrauensleuten ver- schiede nster Formationen bekundet worden ist, die Soldaten hätten Vertrauen zur Militärjustiz seit der Verordnung von 1918. Preußischer KriegSmimster Reinhardt: Ich will nur für die Zukunft vorbauen und warnen, daß sie uns nicht verbaut wird. Abg. Groeber(Z.): Wenn der Minister betont, eine Diszi« plinarordnung für Offiziere haben zu müssen, so hat er recht. Die Disziplinarbestimmungen laufen selbstverständlich neben den Militärgerichten nebenher. In Zukunft sollen die Militärebre>l geeichte nicht wiederkommen. Sie sind keine Einrichtung, die uns Segen gebracht hat. Abg. Davidsohn(Soz.): Man gebe un? Ehrengerichte für samt- liche Soldaten uird Unteroffiziere, dann werden wir mit uns reden lassen. Neulich noch hat der Kriegsminister die Offiziere in den Himmel gehoben, während er die Mannschaften herunterzog, als ob es unter ihnen nicht auch treue, ehrliche Männer gegeben hätte. Der Artikel wird in der Fassung der zweiten Lesung ange- nommen. Artikel 104 wird nach einem Antrag Haußmann(Dem.) in der abgeänderten Form folgendermaßen angenommen:„Die Militärgerichtsbarkeit ist aufzuheben, außer für Kriegszeiten und an Bord der Kriegsschiffe. Der Rest des Abschnittes(bis Artikel 106) wird in der Fassung der zweiten Lesung angenommen. Zu dem vorher ausgesetzten Artikel 88, der das P o st- und Telegraphenwesen behandelt, wird auf Antrag Hauß- mann ein Zusatz beschlossen, wonach die ReichSrcgierung mit Zustimmung des Reichsrals die Verordnungen erläßt, welche Grundsätze und Gebühren für die Benutzung der Verkehrs- einrichtungen festsetzen, und wonach mit Zustimmung des Reichsrats die Reichsregierung einen Beirat in Angelegenheiten des Post-, Telegraphen- und Fernsprechverkehrs errichtet. ES folgt der zweite Hauptteil:„Grundrechte und Grundpflichten der Deutschen.". Der erste Abschnitt, Artikel 108— 117, handelt von der Einzel- person. Abg. Koch-Cassel(Dem.): Die Grundrechte sind nichts anderes als der Versuch, im Wege verkürzter Gesetzgebung die wichtigsten Materien unseres RechtSlebenS neu zu ordnen. Wir stellen fest, daß nack unserer Meinung die Grundreckte keine Quelle der Rechtsfindung, sondern der Rechtsverwirrung sind. Im Artikel 108(Gleichheit vor dem Gesetz), wonach u. a. öffentlich-rechtliche Vorteile oder Nachteile der Geburt oder de? Standes nickt bestehen, wird auf Antrag des Abg. Spahn die Aenderung beschlossen, daß sie„aufzuheben sind". Ein Antrag Auer(Soz.), wonach sie„aufgehoben sind", sowie ein Antrag H e i n z e auf Streichung der ganzen Bestimmung. werden abgelehnt. Die Bestimmung dek Art. 108, wonach Adelsbezeichnungen nur als Teil des Namens gelten und nicht mehr verliehen werden dürfen, wird entgegen einem Antrage der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei auf Streichung aufrechterhalten. Zu dem Art. 113, derdiepersönlicheFr ei h e i t behandelt, beantragen die Abgg. L o e b e(Soz.) und Dr. Ablaß(Dem.) eine Entschließung, worin die Reicksregierung ersucht wird, alsbald einen Gesetzentwurf über die Reform des Strafrechtes und des Strafvollzuges mit dem Ziel einer Beseitigung der Todesstrafe dem Reichstage vorzulegen. Die Abgg. Dr. Sinzheimer(Soz�-. Dr. Ablaß(Dem.) und Dr. Kabl(D. V.) beantragen eine Entschließung, die Regierung zu ersuchen, alsbald einen Gesetzentwurf vorzulegen, nach dem in allen Fällen, in denen das Gesetz ausschließlich die Todesstrafe vorsieht, mildernde Umstände zugelassen werden uno wähl- weise neben der Todesstrafe die Verhängung einer Freiheitsstrafe zulässig ist. Abg. Dr. Taucher(Z.) erklärt, daß seine Freunde Zum größten Teile die Todesstrafe als äußerstes Abwehr, und AbschreckungS- mittel gegen die größten Verbrechen immer für notwendig halten. Abg. Loebe(Soz.): Wir finden leider für einen Antrag auf Abschaffung der Todesstrafe keine Mehrheit, wiederholen deshalb aber unfern Antrag, in einem besonderen Gesetz die Todesstrafe aufzuheben. Abg. Dr. Cohn(U. Soz.) wird mit seiner Partei mangels einer besseren Lösung der Frage für beide Entschließungen stimmen. Beide Entschließungen werden angenommen. Artikel 114 erhält auf Antrag Auer(Sozck die Fassung:„Die Wohnung jedes Deutschen ist für ihn eine Freistätte und unverletzlich. Ausnahmen sind nur auf Grund von Gesetzen zulässig." Im übrigen wird der erste Abschnitt der Grundrechte unver- ändert angenommen. Es folgt die Beratung des zweiten Abschnitts der Grundrechte, Artikel 118 bis 131. Artikel HS Abs. 1 erhält aus Antrag Spahn(Z.) die Fassung:„Die Ehe steht als Grundlage des Familienlebens und der Erhaltung und Vermehrung der Nation unter dem besonderen Schutz Oer Verfassung. S i e beruht aus der Gleich- berechtigung der beiden Ge schlechte r." liebet Artikel 119(Erziehungsrecht der Eltern) entspinnt sich eine längere Aussprache. Abg. Dr. Ablaß(Dem.) führt zu oen Anträgen der Sozialdemokraten auf rechtliche Gleich st ellung der unehelichen Kinder mit den ehelichen aus, daß damii in der Praxis eine Besserstellung oer unehelichen Kinder vor den ehelichen und eine außerordentliche Verwirrung der Familienvcr- hältmsse erzielt würde.(Zustimmung.) Abg. Dr. Cohn nötigen Vor verbanöstag der öuchbinöer. Würzburg, 29. Juli. Zweiter Berhandlungstag. Die Diskussion über den Geschäftsbericht zog sich den ganzen Tag hin. Die Auseinandersetzungen waren manch mal sehr stürmisch, Sie drehten sich fast nur um die Kriegspolitik der Gewerkschaften, rein aewerkschasiliche Fragen wurden kaum be- rührt. Tie Redner der Opposition richteten scharfe Angriffe gegen die Gewerkichastsführer und besonders gegen den Verbandsvorsitzen« den Kloth, der noch Weiler nach rechts gegangen sei als viele andere von der Mehrheit. Frau T b i e l- Leipzig hielt eine fast einflündige Anllagerede gegen den Vorstand und verteidigte die Entlassung des früheren Bevollmächtigten von Leipzig, da er das Vertrauen der Mitglieder nicht mehr gehabt habe. Das unbesoldete VoistandSmitglied Brückner-Berlin verteidigte die Politik des Vorstandes, der bis 1916 in seinen Beschlüsie» ejnmüiig gewesen sei. Der Vorstand sei sich bewustt, das Beste für die Kollegen gewollt und im Interesse des Proletariats gehandelt zu haben. Für die Tätigkeit Kloths als Vorsitzender trage der ge» samte Vorstand die Verantwortung. Frau K r z y m i n« Berlin (unbesold. Vorstandsmitglied) polemisiert lebhast gegen Kloth, der sich über manche VorstandSbei'chlüffe hinweg gesetzt habe. Der der kommunistischen Partei angehörende Delegierte H ö l z e l- Hirsch- berg«rat für die Gewerkschaftsführer ein, die sich bewährt hätten. Die Gewerkschaften dürften nicht zum Tummelplay politischer Aus- einanderietzungen werden, sondern mufften parteipolitisch neutral sein. Die Provinz werde sich keiner politischen Diktatur im Verbände unterwerfen. Der Vertreter der Generalkommission. Ad. Cohen- Berlin, ging ausführlich auf die gegen die Generalkommrssion erhobenen Lorwürfe ein und wies sie als unberechtigt zurück. Fehler seien wohl auf allen Seiten gemocht worden, die G.-K. habe sich bei ihrer Tätigkeit nur von dem Gedanlen leiten lassen, die Interessen der Arbeiterschaft zu wahren. Wir setzen unser mögliches ein. um die sozialistische Wirtschaftsweise durchzuführen. Die soziale Re- volution wird aber noch Jahre dauern. In der weiteren Debatte kamen die Gegensätze zwischen Berlin und der Provinz stark zum Ausdruck. Den Berlinern wurde vor- geworfen, daff sie sich schon immer vom nackten Berliner Interesse leiten lieffen. Die Aufgabe der Gewerkschaften bleibe die Erringung besserer Lohn« und Arbeitsbedingungen und nicht die Durchführung der Rätediklatur. Für die Einheit der Arbeiterbewegung traten verschiedene Redner ein. Govechchaflsbeweglmg Zu den Schiedsgerichtsverhandlungen in der MetaR i industrie schreibt uns die Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenvcrbände: Am Donnerstag, vormittags 10 Uhr, beginnen unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsamtes die Besprechungen über die strittigen Punkte. an denen die bisherigen Verhandlungen des Tarifvertrages der Berliner Metallindnstrie scheiterten. Es muh sich nun erweisen, ob die Arbeitgeber wirklich die neue Zeit verstanden haben und gewillt sind, einen Tarif mit klaren Bestimmungen, der allen Juristen jede Möglichkeit deS Eingreifens nimmt, also absolut eindeutig ist, ab- zuschlieffen. Bei dieser Gelegenheit ist daran zu erinnern, daff das Kollektivabkommen durch die eigentümliche Auslegungsart den Unter- nebmern Unsummen gekostet hat, die für Jahre ausreichen würden, um den jetzigen Forderungen der Angestellten gerecht zu werden. Die Angestellten müssen unter allen Umständen verlangen, daff das Mitbestimmungsrecht, um im Re- gierungsdeutsch zu reden, in dem Tarifvertraa verankert wird, da die Nationalversammlung wahrscheinlich mit den Neichsfinanzen soviel zu tun haben wird, daff sie sich mit dem famosen Entwurf der Betriebs- rät« in absehbarer Zeit nicht beiasien kann. Der vormalige Reichs- arbeitSminrster Bauer hat ja diesen Gesetzentwurf in den Verband- lungen der Karfreitagsnacht schon als.in naher Aussicht siebend' bezeichnet. Es sind seit dem 8. April wieder vier Monate in? Land gegangen und daS Geietzwen ist noch immer nicht fertig. Die An- gestellten unterstreichen nochmals, daff sie bei den zerrütteten Wirt- schaitlichen Verhältnissen der Republik einen Kampf vermeiden wollen, möchten aber nicht versäumen, gleichfalls auf die neun« monatigen ergebnislosen Verbandlungen hinzuweisen. Von einer ver'prochenen Senkung der Preise tür die allgemeinen Lebens- bedürinisse ist leider sehr wenig zu spüren, es sei denn, daff man an die kür September sda man sich im August nicht zu waschen braucht) in Aussicht gestellten 50 Gramm Feinseife denkt. Im Gegenteil können die Angestellten das Weitergedeihen des Schleich- Handels in allen möglichen Bedarfsartikeln feststellen. Kohle«— nicht Steine fördern. An die Bergarbeiter wendet sich der Reichskommissar für den rheinisch-westfälischen Bergbau, Genosse Hu e, in einem Nufruf, worin er darauf hinweist, daff die Kohlenverbraucher über starke Verunreinigung der Kohlen durch Steine klagen. Ein Betrieb habe festgestellt, daff die ihm geiieferten Kohlen über 20 Prozent Steine enthalten. Das mawe bei einer täglicben Förderung von 230 000 Tonnen rheinisch-westfälischer Kohle rund 46 000 Tonnen Steine. Wenn täglich 150 000 Tonnen Kohle mit der Ersenbahn versandt werden, so seien darunter rund 30 000 Tonnen Steine, die mit der Eisenbahn nutzlos spazieren gefahren werden, wozu allein täglich 2000 Eisenbahnwagen erforderlich wären.— Eine ganz reine Förderung sei ja nur selten zu ermöglichen, aber eine Vermengung der Koble mit 20, ja 40 Prozent Steine könne nicht als erträglich angesehen werden. Es könne aber nicht angenommen werden, daff so stark verunreinigte Kohlen von den Zcchenverwalrungen den Ar- heitern als vollwertig abgenommen und bezahlt werden. Genosse H u e bittet die Betriebsräte im Interesse des Ansehens der Bergarbeiierschaft dringend, dem gerügte» Uebelstand ihre Auf- merkiamkeit zu schenken und nicht nur auf die Menge, sondern auch aus die Güte der Förderung zu achten. Die Belegschaften und Betriebsräte sollen nach den Uisachen des Nebelstairdes forschen. ES dürfe nicht dahin kommen, daff gesagt werde, früher, als hohe Strafen wegen unreiner Förderung drohten, hätten die Berg- arbeiter reinere Kohlen gefördert als jetzt, wo die Strafen ab- geschafft sind.__ Bekenner des unverfälschten Rätesystems. Ein Parteigenosse schreibt uns: Auch in der Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Buch- und Steindruckereihilfsarbeiter dürfen nur solche Mitglieder als Funktionäre gewählt werden, die auf den, Boden deS.unverfälschten Räteshstems' stehen. Es ist be« Ilistigend, mit anzusehen, was sich unter dem Terror der Unab- bängigen alles zum Rätesystem bekennt. Treubewäbrte Kollegen, die seit Gründung der Organisation tätig sind, ziehen sich, angeekelt durch das Treiben der Unabhängigen, zurück, zum groffen Schaden für die gesamte Kollegenschaft. Jetzt bat nun der stellvertretende Vorsitzende Grohmann ein neues Mittel erhindeu um die Gärung der rechtlos gemachten S. P. D.- Mitglieder zu dämmen. Als einige Vertrauensleute ihre Aemter in den Betrieben niederlegen wollten, weil sie sich nicht das Bekenntnis zum unver« fälschten Räteshstem abpressen lassen wollen, erklärte Herr Grob- mann, diese Erklärung gilt nur für die Mitglieder der engeren Orts« Verwaltung ssoll beiffen für die Festbesoldeten). Also als Druckerei« Vertrauensmann braucht man vorläufig das RätebekennlniS noch nicht, nur für die Beamten soll dies gelten. Man sieht, welchem Zweck das unabhängige Maulheldentum dienen soll. Deutscher Dransportarbeiter-Vc rbnnd. Bezirk iNroff-Berlin. Die Obleute der Arbeiter-Ausichüsie aus den Kauf-, Warenhäusern und Spczial- geschälten Kroff-BerlinS Sitzuna am Freitag, 1. Augnst, nachmittags 4 Uhr, im Königstadt-Kaflno, Holzmarktstraffe. Glühlamvcnwerk Siemens». Halske, Eharlottenburg. Helm« holtzstr. 4/8. Wiederaufnahme der Arbeit Donnerstag, den 31. Juli. Der Arbeiterrat. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Rrbeiter-Radfahkerbund.Solidarität-'. Berlin. L. Abteilung. Heute abend 7 Uhr bei Fröhlich. Fontanepromenade 18: Start zu der im.königstadt.Kasino'.Holzmarllilr. 72, stattfindenden iSeneraweriammlimg der Ortsgruppe.— Douriitenverein.Die Naturfreunde«, neutrale Gruppe. 3. August: Hangelsberg, Löcknitz, Fangschteuse. Abs. Schlcsiicher Bahnhos S.30 Uhr.— Freier Wanderbund. 3. Augnst. Tour l: Melchow, Nonnenstieff, Melchow. Abs. Stettiner Fernbahnhof b.öv. Tour II: StrauS- berg, Bötzsee, Strausberg. Ablabrt Schlei. Bahnhoi 8.10 Uhr. Kinder- Wanderung: Treffpunkt 8 Uhr srüh ln Tegel, Endhaltestelle.— Freie Turnerschaft Ncukölln-Brib. Wegen Renovierung der Turnhalle Weilestratze findet das Turnen der 1. Mönnerabteilung vom 1. August ab bis aus weiteres in der Schuilurnballe, Weser'tratze, statt.— Arbeiter- Stenographenbund.Jntersystema.«. Sitzung jeden Freilag 7—9 Uhr, im.Patzenhoser', Fruchtstr. 71. AnsängcrtursuS nach Stolze-Schieh be- ginnt am 29. August— Stenographenperein„Gabelsberger«. Uebungen von 7— S Uhr abends in der Fricdrich-Werderschen Ober- realschule, Nicderwallstr. 12.— Reichsbund der Kriegsbeschädigte». ebemattger krtegsteilnebmer und Kriegshintcrblicbriien, Bezirk Tempclhos. Sonnabend, 2. August, 7'/, Uhr: Mitaiiederversammlung bei Töpfer, Berliner Str. 100.— Mieterbund Groff-Berliu. Sommerscst: Sonnabend, 2. August, Brauerei Bötzow, Prenzlauer Allee. Eintrittskarten M. 1 Potsdamer Str. 56. Verantwortlich für Politik: Artur gitklrr, Eharlotteuburq, Mr den Übrigen Teil des Blattes: Allred Scholz, Neukölln: illr Anzeigen: Theodor Slö«e, Berlin. Bering: Borwiirts»BerIag®. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwärts» Buchdrutfcrei und Berlagsanstalt Paul Einger u. Co. in Berlin. Lindenstr. S. Hierzu 1 Beilage. 1« Me Me Zielili. Robert Zielka, der Besitzer des weilbekannten Kaffee Zielka, feiert am 31. Juli sein 10jäbriges Geschäfts-Jubiläum. Mancherlei Ausmerkiamkeuen wurden ihm an diesem Tage zuteil. Besonder« originell war ein Gedickt, daS ihm feine treuen Stammgäste gewidmet hsven. Es möge hier Platz finden: Heute sind 10 Jahr' verflogen, Seid Du in Dein Haus gezogen, Hast, obwohl Du llein begonnen, Mutig bald Dein Ziel gewonnen. Da Du selbst ein Billardmeister, Zogst Du die verwandten Geister Immer mehr in Dein Lokal— Bald zu enge ward der Saal Und Du sprachst:.Es ist gescheiter, Baue weiter, immer Weiterl' Nahmst zum eisten Stock den zweiten Um Dich weiter auszubreiten. Ein Konzertsaal ist entstanden— Fünfzig groffe Billards fanden Platz in Deinem Niesenhause— Der Verkehr wuchs ohne Pause. .Langt's noch nicht", so rieist Du aus, .Dann vergröff're ich das Haus BiS hinauf zum Blitzableiter, Immer weiter, immer weiter.' Doch, als kaum fünf Jahr' verronnen, Hat der groffe Krieg begonnen Und Du mufftest als Soldale Eifrig dienen Deinem Staate— Hast dann in den Urlaubsstunden Für Dein Haus noch Zeit gefunden, Warst auch jetzt noch Tag und Nacht Auf der Gäste Wohl bedacht— Und Du wirktest froh und heiter Immer Weiler, immer weiter. Riefst die Geister zu Tournieren, Die am Billard konkurrieren— Hast ein Kabarett gegründet, Das kaum seinesgleichen findet-- Hallest Ehrgeiz und Kourage, Zahltest gern die höchste Gage. Zahltest manchem groffen Star Das gewünschte Honorar, Schmunzelnd sprach selbst Otto Reuter: .Zahl'» Sie weiter, immer weuterl' Nach dem Krieg zog. uns erregend, Spartakus in Deine Gegend. Fenster klirrten, Schüsse fielen-- Doch Du sagtest froh:.Wir spielen.' Unten: wilde Menschenmenge Oben: heilste Llederiänge—* Der Begleiter am Klavier Wollt ergreifen das Panier. Doch Du saglest zum Begleiter: .Spiel'» Sie weiter, immer weiter.' Optimistisch warst Du immer— WaS auch kam. Du ruhtest nimmer— Darum, beule nach zehn Jahren Konntest Tu mit Stolz eriahren: Unermüdlich, lieber Robert. Hast Du Dein Terrain erobert Und dem jungen Jubilar Wünscht die ganze Gästeschar: .Schaffe rüstig, wie kein zweiter, � Immer weiter, immer weiter.' Mit bestem Wunsche für Deine Zukunft 80 20 Deine treuen Stammgäste? Nr. med. Karl Keinhardt Berlin, PotsdamerStr 1 17(a. d. Lützowstraße) SpeziaUArzt bewährte lachmännlgche Behandlung;. Unentgeltliche Auskunft und aufklarende Gratis- Broschllren(Beschreibung sämtlich. Heilverfahren) I m den Sprechstunden von VjlZ— 2 mittags,'ltbbii| >/zI0 Uhr abends, Sonntags Vill— 1 Uhr(im verschlossenen Brief 1,25 Mk.).• Dr. med. Holiaender Spezialarzt Aufklärende Broschüre Hr. X. 1,50 DI. gegen Nachnahme.• Berlin, Leipziger Str. 108\ täglich 11— 1,5— 7 Uhr, Hamburg, Kolonnaden 26/ Sonntags 11—1 Uhr. Werkzeugmaschinen. Leit- und Zuffspindel-Drelibanke m allen Abmessungen Fräsmaschinen(Horizontal- und Universal). Schnell» bolirmaschlnen von 15—70 mm bohrend, Tlschbohr» tnaschlnen in jeder Größe. Revolvcrdrehhänke von 10—60 mm Durchlaß, Schleifmaschinen in allen Auslührungen, Werkzeug-, Universalwerkzeug-, Universal- Rund- Bchleifmaschinen, Vertikal-Stoßwerke, Excenter» und Priktlons-Pressen in verschiedenen Grössen sofort ab Lager, neu und gebraucht, billigst lieferbar. TcIC�Montzpl. peJJx Kohls Tele U0703n,zp'' It K K I I\ SO. 18, Brandenburger Ufer 2-3. Meine großen Möbel-Säger mit SpeMejimroern,©eteenjimmetn. Sddof- timmecn, Cebec- u. ffiobclin-ffiotnilucen, plasch. lofas. Jtumeaus, Schränfen, Beclitos. fom- pleticn ftüdjcneiorichtunoen usn>. stehen zur ae älliqin zwanglosen Besichtigung in berBruiiucnfitatjc Jlt. 7. Nr. 6 u. Jlr. 186 nahe Rosenthaler Platz de) Möbel.-Lechner,&2ÄS5 i 1 Geöffnet von 8-6 j Nut mit meinem neuen, ges. gesch. Rasierklingen-Abziehapparat„Daple*«» vermag teder Selbstrasierer seine Klingen wirklich haarscharf abzuziehen. Erst jetzt ist Selbstras eren ein Ver gnügen! In vorn. Etui 13,50 M. fko. Nachn. Druckschrift frei. Grossisten, Wiederverkäufer und Vertreter gesucht. Franz Berger, Bssen 35/J. günst. Einkauf Speise-, Herren- Ii. Schlaf- Zimmer, Küchen DORN.ffeinmeisterstr.S unweit Pfandkammer. Kautjucken! bes. in d. Beitwäi me zu lästig, Kratzen reizend, rote Punkte, kl.wässerige Bläschen, Krätze heilt völlig Apotb.Schanz Hautausschlagsalbe. 2 Töpfe(zu cinerKur unbedingt erforderl.) 6M. Glänz. Heiiberichte. Versand per Nachn. nur durch Apotheker Schanz, Einsiedel bei Chemnitz I. Sa. 37. 55/17* 4 Spezial-Behandlung 'clektr. Durchleucht. Harn- Blutuntersuchung # Ostheim, Alle Sdiontianser Str. Schofföre sichern sich guten verdienst durch Neben- Empfehlung einer vorzüglichen Ersatzbereifung für Personen- und Lastwagen in Interessentenkreisen. Gefl. Anfragen unt J. L. 15870 an Rudolf Mosse, Berlin SW. 19.• Sclmtzhunde, Dobermänner. Kchpintscher, Teckel, spottbilüc, 3422b* Schaffland, Pall&adenstr. 25. |i Schreib mai(l)lnen fast aller Systeme gröü. Posten sofort versandt, ei. Titendend. weissen Teint �■ird erhielt durch esaton-dldcfi-Cnea der Leberflecken, Sommersprossen usw entfernt. Probe tube M. 2,60, groBe Dose M. 6.— Zu haben in Apotheken, Drogerien usw. Fabrikant. Apotheker Bruno Salomon, Fabrik pharmaceutischer Prävarate, Charlottenburg IV f. Bismarckstr. 96.• Versand durch die Luisenstädtische Apotheke Berlin SO., Cöpenicker Str. 119. 1 7ähiiP mit echtem Friedens- flfülüE kautschuk 5 Mark. 5 Jahre Garantie.— Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung v. Gebissen gratis. Gdidkronen v. M M. an. Evezralitat: Zähne ohne Gaumenplatte. H Zahnpraxis Hatvani, Tanziger Strotze, Ecke Schönhauser Allee Spezial- Abteilung Uniformenfärben. in �ivil umarbeiten in fchmorz. braun, blau, grün, in 8 lagen fotnie Wenden. Umarbeiten, Neuarbeiten von Herren- und Eatncngaröecofaen in 3 logen. Stossneubeiten. Stosfausstellung. Antzetdem wird jeder Artikel tn 6 lagen gefärbt, I Hautjucken ®(Krätze) wirksam« Spezialmittel I Pers. 7,50 5L, 2 Pers. 14 M. Apotheker Lauensteins Vers. Sprembeg L, 44,* Berlin W 8 Leipziger Str. 19 Schaeler& Clauss » FA�aftwirtschafts- einrichtunq SUffett, Schanktisch, Stühle und Tische verkauft 3489b Chroscb, Lehniner Str. 5. Original•«ngllsche Stoff- Ausmahl. TraueNackien In 48 Stuuben. Bäsch& Buczkowski, FrieiirictistraSe 63 Wer mietet Tischlerwerkstatt für Schlafzimmerfabrikation, mit zn übernehmenden fanfenb. Auftragen? Auskunft 8—5. Große jeanf fürtet Str. 125. latin, Qold, Silber alte Zahngebisse, einz. Zähne fr- q||f zum hohen KdUll Tageskurs J. Weinstock"'.T Mohrenstr. 16 am Untersrnndbahnliof Prledrichstraße Alexanderstrasse 14 a I Charlottenburg nahe Jannowilzbrücke| Stnttgart. Platz 5 Ankauf von Brillanten nur Mohrenstraße 16 FHedrifhÄ0.' Von der Reise zurück: Prof. Dr. G. G u t m a n n. Augenarzt, Hardenbergstr. 1? und Luisenstr. 19. 83/1 Ich habe die Abt. IV des Instituts für Sexualwissenschaft, In den Zelten 1>, übernommen. Dr. Friedr.Werthelra Spezialarzt für Geschlechts-, Haut- und Harnkrankheiten. r-2, 5-7. 14/13 Spezialarzt Dr. Haedicke Friedrichstr. 187/88 (an der Mohrenstraße). Sprechzeit; ii-l,3— 7. 72L» _ Sonntags: II— I Mandoline, Laote. (Bitacre. Slanbermaabol. 45.—, erttfLSä.—«an jertlaufe 125.—, 145.—(Lintert idn 8.— Monatsbonorar, roentl. loftbg. Schnellt« rfe Lftünff lernioline mif flubehor 145.—, Nonzerl- neine 85— Ernst, Oranien. ftraae 168111.__ !!!Geld!!! lüt lebe äBett jache. Höchste An- laufspreife für Pfandscheine, Brillanten, Goibgegeniiande. Teppiche. Bücher üia>. Woiff, Friedrichstr. 41 III. Cckelfochstr. Deseiiigt oStrahi'sHaussalbe jed. Hautausschi., FlechL, liautjuck., bes. Beinschad., Kra.npiadern der Frauen u. dergl, in Originaldusen 4 50. 7 50 erhältlich in der „Eleiamen-Apoiheke" Berlin 213, Leipziger Straße 74ia. DönhoKpl) Reklame Drucksachen iSutitirticistretkutidl Palisadenstr. 103/ Anfertigung sämtl. Drucksachen Zsoiierteu äupjerbzoht, Litzen und Wachzdrahi tauft hächstzahiend» Zugenieurbured« Schllchtlng. Berlin W a, Linkstr. 10. Tel.: Llltzoro 3703 u. 8518. bi O Professor Dr. Hebra's Sommersprossen- Cream I nach Original- Rezept.| 1000 fach bewährt, In Töpfen ä M. 4.50. Elefanten Apotheke Berlin 32», SW 19 Leipziger Str. 74 140?' Piano, elea. schwarzes, 1800,—, Nutz- banmpiano 2800,—, flonzert- liano 3500,—, verlauft Ernst, 7ra:ien!tratze tßß Ul._ � Kupferdrähte B Kabel Litzen für Auslandsbedarf 1 kauft Kabelvenrieb' Pialzburg 4559 Joachim-Friedrich-| _ Straße�)4. Lchrllack kauft Otto > Hahn, Dircksenstr.?. Bertrauensvolle � � Auskunft.. Prenh, Vrnnnenftr- ti. Sie raacben zu viel! „Raucbertrost" I' Tabletten(g, gesch.i ermögl-, das Rauchen ganz od leilw. einzustehen I Unschädlichl I Schachtel M. 2, 1 frei 6 Schachteln M. 10/ Nachn. Vers. Hansa, Hamburg 2SE 174, im Nr. ZS6 ♦ 36. Jahrgang Seilage öes vorwärts Vonnerstag, Zt.�uli Nationalversammlung zu Weimar (Fortsetzung aus der Abendausgabe.) Abg. Dr. Heintze(D. Vv.): Nach diesen Gesichtspunkten wird eine Verfasiung, wie wir sie zum Ausbau unseres Valerlandes brauchen, beurleiten müssen; sie musz die Möglichkeit geben, alle lebendigen Kräfte des Staates heranzuziehen, sie mutz die Voraussetzungen für eine stelige und weitsichtige Politik bicien. sie muh kurz und knapp und juristisch einwand« frei gefatzt sein. Man wirft uns vor, wir hingen zu sehr an der Vergangenheit. Gewitz, wir hängen an der stolzen Vergangenheit von 1L71.(Lebhafter Beifall rcchis.s Unsere schwarz-weitz-roie Fahne hat man herunlergeholt zugunsten der schworz«rot»goldencn, die Beseitigung von Titeln und Orden, die Abschaffung des Adels Hai man ausgesprochen, als ob man organisches Leben durch papierene Paragraphen beseitigen könnte.(Sehr gutl rechts. Das markanteste Zeichen dieser neuen Verfasiung ist ein extremer Parlameniariemus. Ich fürchte sehr, der Staatswagen, der sowieio schon sehr) schleudert, wird durch das Referendum ganz und gar aus dem Gleis geworfen werden.(Sehr richtig I rechts.) Was endlich die sog. Grundrechte anlangt, so erkenne ich an. datz es wünschens- wert ist, die Bestimmungen über Schule und Beamte in die Ber» fassung zu bringen; alles andere aber ist überflüssiger Ballast. Nach alledem werden wir für den Entwurf in der vorliegenden Fassung nicht stimmen können.(Lcbh. Beifall rechts.) Abg. Dr. Cohn(U. Soz.s. Verassungen haben keinen Ewigkeitswerl. Für diese Verfassung ist der Zeitpunkt unrichtig, we.l verfrüht gewählt. Die scheinmonarchische Stellung des Reichs- Präsidenten ist überholt. Die Räte müssen überall die Aufsicht gewinnen. Zuerst die Betriebsräte, aus denen sich Gruppenräte bis zum Neichswirlschaitsrat ausbauen. Der polnische Zentralrat fcm- ärolliert dann das Parlament und die gesamte Verwaltung. Die Verfasiung bringt aber in den Rätebestimmungen nur eine icham- haste Konzession an die neuen treibenden Kräfte des Wlitschaits- lebens. Wir brauchen Abkehr von dem engen Nationalismus, von dem die deutsche Politik bisher beherrscht war, und Ausstieg zum Internationalismus. Die Deutschen müsien abgeben von der Demokratie und Wendung zur wahren Demokratie; aus diesnm Grunde lehnen wir die Ver- fasjung ab. Rcichskommissar Dr. Prenh: Die Opposition der Rechten und der äutzersten Linken ist sich darüber einig, datz der Zeitpunkt für die Verfassung falsch ge- wählt sein soll. Die Rechte klebt an der alten Verfassung und Dr. Cohn erklärte sie für verfrüht, vermutlich in dem Ge- danken, datz wir warten sollten, bis seine Partei an die Herrschast gekommen wäre. Ties ist nun mal der Lauf der Geschichte, datz das eine Extrem von dem andern abgelöst wird. Wenn die Ver- fassung jetzt verabschiedet wird, bewahren wir unser Volk sowohl vor der Diktatur von rechts wie auch der von links. �Widerspruch bei der Rechten und den U. Soz. Beifall bei der Mehr« heil) Diese Parteiherrschast ist schlimmer und unkruchtbarec nIS wechselnde Parteiherrschaft.(Lebhafter Beifall.) Der Kampf um die Macht in den geordneten Formen der parlamentarischen Aus- einandersetzung ist den früheren Verfahren vorzuziehen. Der Abg. Dr. Heinze ist so weit gegangen, die Bismarcksche Verfassung dem Entwurf selbst hinsichtlich des organischen Ausbaues für überlegen zu erklären. Gerade bei der Bismarckichen Verfassung"kann man von einein organischen Aufbau nicht sprechen.(Lebhafte Zu- stimmung.) Wenn Sie(zur rechten) heute zur Regierung kämen, würden Sie auch die Bismariksche Verfassung nicht aufrecht erhalten können. Es ist gerade ein Segen der Parteiherrschaft, datz auch die Opposition nichts fordern kann, als was sie selbst zu erreichen fähig wäre. Auch diese Tatsache bewahrt uns vor der Unfruchtbarkeit des allen Systems.(Zustimmung.) Mit all zu starken Konlrollmatznahmeii, die die demokratische Regierung behindern können, bin auch ich nicht völlig einverstanden. Sie sind aber nichts anderes als Nachwirkungen deS alten Systems, dessen Erbschaft wir angetreten haben. Im politischen Kampfe wird sich die Auslese für die ftaatsmäniusche Arbeit geeigneter Führer, die das Vertrauen des Volkes»aben. vollziehen. Man be- fördert aber diese Auslese nicht, wenn man, wie es hier seitens der Opposition der Rechten geschehen ist, immer das Alte in den Vorder- grund schiebt, das an seiner inneren UnHaltbarkeit zusammen- gebrochen ist.(Lebhasier Beifall.) Damit schlietzi die allgemeine Besprechung. Präsident Fehrenbach i Ich möchte den bescheidenen Wunsch aus- sprechen, soweit nicht ganz auf das Wort verzichtet werden kann, sich wenigstens der möglichsten Kürze zu befleihigen; w'r haben in Aussicht genommen, von Freitag ab eine kleine Pause eintreten zu lassen. In der Einzelberatung wird hierauf Ueberschrift und EinlcitungS« formel debaitelos angenommen. Art. I des ersten Haupt- abschnitts(Aufgaben und Aufbau des Reichs) lamet: .Das Deutsche Reich ist eine Republik, die Staatsgewalt geht vom Volke aus." Anträge Arn- llllllliilllillllllllllllllllllBi Mf zum Protest! /lroeiter, Gewerkfchastsgenosten, die auf dem Soden der S. p. D. stehen, demokratisch gestnntes Sürgertum, besucht in Massen heute unsere protcstversammlungen; es gilt zu demonstrieren für die Solidarität des inter- nationalen Proletariats gegen Terror und Gewalt- tätigkeit der politischen Srunnenvergifter, denen das Volkswohl garnichts, der parteifanatismus aber alles ist. Versammlungen sind in folgenden Lokalen: Patzenhofcr Brauerei(fr. Bockbranerei), Fidicinstr. 2/Z. GcwerkschaftShauS, Engclufcr Heinrichs Fcstsälc, Graste Frankfurter Strasse 30(am Stranstbcrger Plan). Brauerei Bötzow, Prenzlauer Allee. Germania-Prachtsäle, Chausseestrasse 110. Prachtsälc Moabit, Wiclesstrassc S-4. Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenstrasse 3. Referenten: Die Genossen Hcilmaun, Hcinig, Heller, Krüger, Lüdemann, Wuschick, Zicklcr. » Die Vorsitzenden der Versammlungen werden gebeten, der Redaktion des.Vorwärts" einen kurzen Bericht über den Verlauf der Versammlungen telephonisch(Mpl. 15 190) zu übermitteln. Illlilll st a d t(Dnatl. Vpt) und Dr. H e i n tz e(Dt. Vpt.) wollen dan ersten Satz streichen. Art. 1 wird unverändert angenommen, ebenso Art. 2. Art. 3 handelt von den Reichsfarben. Ein Antrag Dr. Heintze(D Vp.) für die Farbe schwarz-weih- rot wird gegen die Stimmen der Reckten und eines Teils der Demo- traten und des Zentrums abgelehnt(Das Ergebnis wird von der Reckten mir Pfuirufen aufgenommen. Grotze Unruhe und lärmende Zurufe bei den Mehrheitsparieren.) Art. 3 wird in der Fassung eines Antrags Hautzmann(Dem.) angenommen:.Die Reichsfarben sind schwarz-roi-gold, die Handels- flagge ist fchwarz-wettz-rot mit den Rcichsfarben in der oberen inneren Ecke."> Zu Art. 8(Abgrenzung der Gesetzgebungszuständigkeit zwischen Reick und Ländern) bemerkt Abg. Dr. Bcyerle: Die Vertreter der bayerischen Vollsportei haben von Anfang an am Verfassungswerk rätig Anteil genommen. Wir sind unS der g r o tz e n Opfer, die vom Standpunkt der Einzelstaaten zugunsten des Reiches gebrockt werden mutzten, sehr wohl bewutzt. Wir haben erhebliche Bedenken gegen die Erweiterung der Zuständigkeit des Reiches. Ait. 8 wird angenommen. Artikel 12 gibt der Reichsregierung gegen LandeSgefetze. die sich auf Gegenstände der S o z i a li s i e r u n g beziehen, ein Ein« sp ruck s recht vlit aufschiebender Wirkung, sofern dadurch da? Wohl der Gesamtheil im Reiche berührt wird. Die Worte:.mit aufschiebender Wirkung" werden gestrichen. Artikel 17, der die Verfassung der Länder betrifft, setzt auch für die G e m e i n d e w a h l e n die Grundsätze der allgemeinen Wahlen an. Dazu wird ein Antrag Arnstadt angenommen, datz das Wahlrecht für Gemeindewable» durch Landesgesetz von einem einjährigen Aufenthalt in der Gemeinde abhängig gemacht werden kann.(Unruhe und Murren links.) Präsident Fehrenbach: Das Bureau ist nock niemals so einig gewesen, datz jeyt die Mehrheit gestanden hat.(Grotze Heiterkeit.) Die Abstimmung über Art. 18, der die Aenderung des Gebietes von Ländern usw. festsetzt, wird vertagt. Art. 22 setzt zunächst die Wahlperiode des Reichstages auf fünf Jahre fest. Ein Antrag Bauer(Soz.) will d r e r j ä h r i g e Wahl- Periode, ein Antrag Erkelenz(Dem.) vierjährige. Abg. Dr. Cohn(U. Soz.): Wir würden wieder zweijährige Wahlperiode beantragen, wenn wir die nötige Unterstützung häiten. Abg. Katzenstein(Soz.): Der alte Reichstag hatte die drei« jährige Wahlperiode. Erst der reaklionäiste Reichstag, den wir hatten, und der durch Lug und Trug zustande kam, verlängerte sie auf fünf Jahre. Die vierjährige Wahlperiode wird in Auszählung mit 166 gegen 139 Stimmen angenommen. Die weitere Be- stimmung des Artikels, datz vor dem Ablauf der Wahlperiode Neu- wähl stattzuftliden hat, wird gestrichen, daiür nach einem Antrag Hautzmann beschlossen, datz der Reichstag zum eisten Male spätesten am 36. Tage nach der Wahl zusammenzu- treten habe. Die Artikel 28 bis 34 werden in der Fassung der zweiten Lesung angenommen. Art. 35 wird unverändert an» genommen. Art. 36(Immunität der Abgeordneten) wird unverändert a n g e n o ni m e n. Zum Art. 37, wonach die Abgeordneten während der Tagungszen nrckt verhostet oder zur Untersuchung gezogen werden töunen, beantragt Abg. Hautz- mann, statt„Tagungszeit" zu setzen Tagung. Abg. Davidsohn(Soz.) bedauert, datz der eingebürgerte AnS- druck.Sitzungsperiode" durch den unklaren Ausdruck.Tagung" be- seiligt werde. Abg. Dr. Cohn(U. Soz.) bedauert gleichfalls die Unklarheit deS Wortes.Tagung". Reichskommissar Dr. Prenß lehnt eine bindende Erkärung da- rüber, wie die Gerichte entscheiden werden, ab. Es werde aber eine gewisse Bedeutung für die Gerichte haben, wenn alle Faktoren darin einig seien, datz unter.Tagung" die Sitzungsperiode ge- meint sei. Abg. Katzcustein(Soz.) bringt einen neuen Antrag ein, das Wort.Tagung" durch.Sitzungsperiode" zu ersetzen. Dieser An- trag wird angenommen und mir dieser Aenderung Artikel 37. Im Art. 38 war in der zweiten Lesung bezüglich des Reckies der Abgeordneten zur Zeugnisverweigerung eine Be« stimmung dahin angenommen, datz die Abgeordneten durch Zwangs- mittel nicht angeballen werden dürien, Beweismittel sür eine Unter- suchung auszuliefern, und datz schriflliche Mitleiliiligen zwischen einem Beschuldigten und einem Abgeordneten der Beschlagnahme nicht unterliegen, falls sie in den Händen des Abgeoidneten sind und dieser nicht einer Teilnahme, Begünstigung oder Hehlerei, ver- dächtig ist. Z 38 wird mit dem Antrage Kahl angenommen. Die Art. 39 und 46 werden nach dem Beschlutz zweiter Lesung angenommen. Um 2 Uhr wird die Weiterberatung auf nachmittags 4 Uhr vertagt. �(Bericht über die NachmittagSsitzung siehe Hauptblatt.) ?unglehrertagung in Sedin. Auch auf die Verhandlungen des zweiten Verhandlungstcrges patzt das Stimmungsbild, das wir in unserem gestrigen Bericht ge- geben haben. Nachdem am ersten Tage der„Preußische Junglehrer-Verband" gegründet worden war, beschäftigte er sich am ziveitcn Tage mit den beionderen Junglehrcrforderungcn. Zunächst wurde folgende Er- klärung beschlossen: .Die Tatenlosigkeit, mit der die Regierung unseren Notrufen gegenübersteht, treibt uns zur Verzwctslung und Erbitterung und läßt jede Lust und Liebe am Erziehungswerk an unserem Volke schwinden. Wir alle, die wir entweder vier Jahre lang im Schlamm der Schützengräben lagen oder in der Heimat bei schlechtester Er- nährung doppelte Lasten trugen, haben bisher des Vaterlandes Undank im vollen Umfang erfahren. 27] Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdorf. Herr Joseph Boneas. schreitet vorüber, seine Mutter am Arm geleitend. Er trägt feinen schwarzen Anzug, er ist von ausgezeichneter Vornehmheit. Ich grüstc ihn und seine Mutter mit tiefem Hutziehen. Im Vorbeigehen deutete er über die Gesamtheit dieses Schauspiels und er sagt:„Das ist das Fest unserer Nasse". Infolge dieses Wortes blicke ich noch ernsthafter auf das Bild vor meinen Augen, auf all dieses ruhige und gesammelte Menkchengesumme, das sich in der festlichen Natur entfaltet. Die Arbeit der Gedanken und die Bitterkeit des Daheims haben meinen Geist gereift. Sie wird dargestellt von einer ungeheuren Menge, die im Räume lebt. Sie ist nicht begrenzt von Zeitenendlichkeit. Und ich gehöre ganz und gar zu dieser Menge. Sie hat mich nach ihrem Ebenbilde geschaffen. Sie schafft, daß ich ihr weiter ähnlich und gleich bleibe. Den Weg, den die Menge geht, ich muß ihn auch gehen. Sie sind alle meine Ge- fährten. Am großartigen Kirchhofstor sieht auch die Baronin Grille. Sie trägt ihr Reilkleid, denn sie liebt es. sich in diesem Ge- wand vor deni Volke zu zeigen. Auch Marquis Monthyon hat sich eingestellt, sein Gesicht ist schön und kraftvoll. Er ist straff von Ansehen, seine Bewegungen sind Bewegungen eines Sportmannes, seine Reitgamaschen glänzen, ebenholzfarbcn sind seine Stiefel. Er geht umher und lächelt. Dann ist auch ein alter Herzog da, niit dem sehr ange- lcgentlich ein Abgeordneter plaudert, der einstmals Minister gewesen ist. Herr Gozlan fehlt auch nicht, und nnt ihm sind die berühmten Persönlichkeiten gekommen, deren Namen man gar nicht kennt. Sie gehören zur Akademie und zu den großen Gelehrtengesellschaften oder sie sind Millionäre. Nicht weil von dieser Gruppe, die von den übrigen durch eine scharlachrote, kettcnklirrende und mit Jagdhörnern behangene Zägcrburschenschar abgesperrt wird, hält sich Herr Fontan auf. Der jeisle Gastwirt und Nahrungsmittelhäudlcr füllt einen Zwischen- platz aus, der zwischen den Herrschasten und der Bevölkerung besteht. Sem Gesicht ist blaß und er ist fett und aufgetürmt wie ein �.uddhaleib. Unbeweglich und achtunggebietend steht' er da und er spricht kein Wort. Er spuckt nur ruhig im Kreise um sich herum. Er strahlt ein Gespeie aus. Und an diesem Feste, das einem Hochamt alcicht, sind durcheinander geschichtet die Bürger aus der reichen Stadt und die Bewohner aus der Prolctaricrstadt. Sie scheinen nur verschieden von einander und sie sind doch einander gleich. Man streift Menschen, denen man jeden Tag begegnet. Appolline geht gaffend umher. Sic trägt ein neues Kleid. Sie hat auf ihrer Haut Köllnisch Wasser zerstäubt. Ihr Auge ist lebhast, ihre Haut ist wohl abgerieben, ihr Ohr ist blühend frisch. Trotzdem scheint sie immer etwas schmutzig und ihre Handgelenke sehen baumgrau aus. Aber llimte trägt sie seidene Handschuhe. Noch einige Schatten im Bilde: Vrisbill- ist mit seinem Kumpan, dem Wilderer Termite gekommen. Sie wollen mit ihrer mißtönenden und verwahrlosten Gegenwart das Fest stören. Und auch eine Arbeiterfrau füllt wie ein unange- nehmer Flecken auf. Sie spricht in den Versammlungen, und man weist mit Händen auf sie. „Was will die denn hier Jemand sagt:„Sie glaubt nicht an Gott." Eine Mutter sagt:„Eben weil sie keine Kinder hat." „Doch, sie hat zwei Kinder." Da sagt die arme Frau:„Dann sind Ihre Kinder nie- mals krank gewesen." Die kleine Antoinette kommt auch. Der alte Pfarrer führt sie bei der Hand. Jetzt zählt sie 15 oder 16 Jahre, und sie ist nicht viel größer geworden, oder man bemerkt es gar nicht. Pfarrer Piot ist, wie immer, weißhaarig, sanft- mütig und redselig. Er ist ein wenig zusammengeschrumpft. Mehr und mehr wandert er dem Grabe zu. Mit kleinen Schritten gehen die Beiden voriviirts. „Man wird sie heilen. Es scheint, daß man sich ernsthast um sie kümmert." „Ja. wo ist das außerordentliche und unbekannte Mittel, das man an ihr erproben wollte?" „Nein, darum handelt es sich gar nicht mehr. Es handelt sich um den neuen Arzt, der sich bei uns nieder- gelasien hat. Der soll, lvie man sagt, gerade der Nichtige für das blinde Kindlein sein." „Armes Engelchen I" Das Kind ist nun fast gänzlich blind geworden. Man kennt nur den Vornamen des Kindlcins. und seine Gesundheit von so viel Teilnahme. Als es nun vorbeigeht, ist es ganz in sich erstarrt, wie wenn es nun auch ver- stummt wäre, und es bleibt auch taub vor all den Wünschen, die seinen Weg begleiten. Nach der Messe tritt ein Herr hervor, um eine Rede zu halten. Er ist Offizier der Ehrenlegion. Schwach klingt seine Stimme, aber seine Ge- sichtszügc sind vornehm. Er spricht von den Toten, deren Tag heute ist. Er setzt uns auseinander, daß wir von den Toten nicht geschieden sind. Nicht nur, weil wir im Jenseits weiter leben werden nach der heiligen Glaubenslehre, sondern auch darum, weil unser bürgerliches Erdenlcben eine klare und schlichte Fort- setzung des Daseins bedeutet, das unsere Toten einstmals geführt haben. Tun müssen wir, tun, was sie getan haben. Glauben müssen wir, was sie geglaubt haben, oder wir versallen in Irrtum und Gedankenausschweifung. Wir sind alle einer an den anderen gebunden. Wir sind alle an die Vergangenheit gebunden. Wir sind an eine Gesamtbest von Ueberliescrungen und Gewalten gebunden. Dieses Schicksal entspricht unserer Natur. Wir müssen es walten lassen auf seiner Wegcsspur. Wir dürfen nicht die Versuchungen der Umsturzerneuerung, des Hasses und des Neides hören. Der Haß besonders, er ist der KrebSschoden im Gesellschaftsleben, er ist der Feind dör großen Bürgertugend, er ist der Feind jeglicher Manneszucht. So spricht der Redner. Tann schweigt er. Durch das Schweigen schwebt noch der Widerhall der großartigen und prächtigen Worte. Nicht alle verstehen, was der alte Mann gesagt hat. aber alle haben den nachhaltigen Eindruck, daß von der Schlichtheit, von der Weisheit und dem Gehorsam die Rede gewesen ist. Und bei dem Ansturm der Worte rauscht es in den Köpfen, wie es aufrauscht, ivenn der Wind über die Felder geht. Crillon bleibt ganz verträumt und er sagt: ,',Ja, das ist ein vollendeter Redner. Alles was man denkt, dem kommt es aus dem Munde. Der gesunde Verstand und der Respekt, man wird doch durch etwas zusammen gehalten." Joseph Boneas sagt:„Durch die Ordnung wird alles zusammengehalten I" Crillon bekräftigt noch:„Und das muß wahrlich wahr sein, wenn alle Leute das so sagen ..Schwerbrett", setzte Benoir das Tipfelchen auf das i. Wo doch alle Welt einig ist, und wo jeder doch das Gleich« sagt ewig und immer!"(Forts, folgt.) Während die Forderungen anverer VerufZflruppen, die Mil- liarden verschlingen, restlos erfüllt werden, während ungelernt« Arbeiter, einfache Fahrlartenverkäufer, 6000 M. im Jahr ver- dienen, haben wir jungen Lehrer ein Gehalt, das hinter der Er- werbSloscnunterstützung zurückbleibt. Für alle unsere Notschreie hatte der Finanzminisler nur ein Achselzucken. Wir fordern ganz energisch sofortige Beseitigung unserer furchtbaren Notlage durch Erfüllung unserer gerechten Forderungen, die auch vom Preußischen und Deutschen Lehrertag erhoben worden sind. Wir rufen alle Äreise unseres Volkes zur Hilfe auf, denn wir wollen nicht hungernd Kinder erziehen, sondern wollen leben und frohen Mutes unsere Kraft dem Volke weihen.— Wenn auch politisch neutral, so wird doch jeder von unS nur für die Parteien eintreten, die sofort alles tun, unsere Forderungen durchzusetzen." Zur Beleuchtung ver Besoldungsforderungen wurde erwähnt, dag Lehrlinge nwnatlich ebensoviel, ja mehr Lehrgeld bekommen als 26— 2o jährige Kriegsseminaristen vierteljährlich, datz daS Lehr- geld eines BanilehrlingS höher ist als das Gehalt 25— 32 jähriger Junglehrer. Es ergibt sich ferner, datz der Lehrer mit 36 Dienst- jähren noch nicht an den Lohn eines ungelernten Arbeiters von 21 Jahren herankommt. Daher ist das Besoldungswesen schleunigst gesetzlich zu regeln: s) Entsvrechend den Forderungen der Lehrerverbande müssen wir in geseylicher Regelung ein durchaus genügendes Anfangs- gehalt fordern, das für alle Lehrer und Lehrerinnen vom ersten Diensttage an mindestens 6666 M. beträgt und in 15 Dienstjahren auf 12 000 M. steigt.(Wir werden damit noch hinter allen Privat- beamten zurückstehen.) b) Bis zur gesetzlichen Regelung ist dieses AnfangSgehalt da. durch zu erreichen, datz die Lehrer entsprechend höhere Teuerungs- Zulagen beziehen. c) Der Landlehrer erhält dieselben Bezüge wie der Grohstadt- lehren ck) Den Lehrern, die während der KriegSzeit kein Gehalt be- zogen oder infolge verspäteter Prüfung oder aus anderen Gründen Gehaltsausfall hatten, ist der erlittene Gehaltsausfall zu ersetzen. Die Zahlung ist aus Staatsmitteln zu leisten, falls die Gemeinden während des Krieges Vertretung zu stellen hatten. e) Nachzahlung der im Jahre 1918 fällig gewesenen Teuerungs- Zulagen an alle, die sie noch nicht erhalten haben. {) Es ist sofort gesetzlich festzulegen, datz auch Beamten die KriegSrente unverkürzt zu zahlen ist. g) Müssen sich kriegs beschädigte Lehrer vorzeitig pensionier«« lasten, so erhalten sie als Pension den Höchstbetrag derselben. H) Die Dienstwohnung der Lehrer mutz standesgemätz sein. Diesem Grundsatze mcht entsprechende Wohnungen sind durch Neu- bauten unverzüglich zu ersetzen. Die Dienstwohnung mutz auch für die Junglehrer zur Gründung eines eigenen Hausstandes �auS- reichend sein. Die Mictentschädigungen sind sofort zu erhöhen. Den nicht festangestellten Lehrern und Lehrerinneu ist ohne weiteres die Erstattung der Umzugskosten zu gewähren. i) In der doppelten Anrechnung der Kriegsamtszeit auf die Pensionierung auch aller Nichtkriegsteilnehmer wird eine unbcrech- ligte Bevorzugung dieser und eine Zurücksetzung der KriegSteil- nehmer erblickt. Zum Ausgleich sowie als Anerkennung für dem Staat« geleistete besondere Dienste wird gefordert Anrechnung der Kriegszeit der Kriegsteilnehmer auf das Besoldungsalter. lc) Gleiche Auszahlung für Lehrer mit und ohne eigenen Hausstand. I) Das Ministerium wolle sofort die immer noch auf den Ver- Ordnungen des„Allgemeinen Landrechtes" stehenden Tarife für Umzug- und Reisekostenivergütung zeitgemätz erhöhen. «n) Die gesamte Kriegsdienstzeit ist doppelt sowohl auf das Dienstalter als auch auf das PenstonSalier anzurechnen. Bezüglich der Anstellung forderte die Versammlung: Die feste Anstellung der Lehrer und Lehrerinnen erfolgt zwei Jahre nach der ersten Lehrerprüfung. Besondere Prüfungen autzer der ersten Lehrerprüfung, auch Probelektionen fallen fort. In der Ernennungsurkunde ist die Bestimmung, die den Lehrer zur Er- teilung von Fortbildungsschulunterricht verpflichtet, zu streichen. D:e Uebetnahme dieses Dienste? ist bis zur Regelung des gesamten Bildungswesens durch ein Schulgesetz privater Vereinbarung zwischen dem Lehrer und der untcrhaltungSpflichtigen Gemeinde vorzubehalten. Die Anstellungsmöglichkeiten sind zu vermehren durch Aufforderung an die Gemeinden, baldigst durch Herabsetzung der Klassenfrequenz Lehrerstellei', zu schaffen, durch vermehrte Be- rufung von seminaristisch gebildeten Lehrern in KreiSschulinspek- tionen, durch Erleichtern der Pensionierung alter Lehrer und Lehrerinnen und Schulaussichtsbeamten durch die Zusicherung, datz den seit dem 1. April 1919 in den Ruhestand getretenen Beamten und Lehrern die Kriegsteuerucktzszulagen zum Höchstsatz gewährt werden, und datz nach dem Inkrafttreten des neuen Dienstein- kommengesetzes da? Ruhegehalt unter Zugrundelegung der neuen Besoldungssätze festgelegt wird, durch Anwendung des Erlasses des preußischen Staatsministeriums vom 26. Februar 1919 betr. die vorzeitige Versetzung der unmittelbaren Staatsbeamten in den Ruhestand auch auf VolkSschullehrer, durch Heranziehung stellen- loser Schulamtsbewerber zur entgeltlichen Beschäftigung ra der Schulverwaltung. Alle bisherigen Hilfskräfto sind zu entlassen. Fortfall des Vermerkes der Nolprüfung im Seminar-AbgangS- zeugnis. Fortfall der Reverspflicht. Jedem ersten oder allein- stehenden Lehrer gehört der Vorsitz im Schulvorstand. Da die Kricgsseminaristen die Tagung verlassen hatten, wurde über die Forderungen der Kriegsseminaristen nicht verhandelt. Die Versammlung bekannte sich auch zu den Forderungen des Deutscben LehrervermS und fordert« besonders schnelle und rest- lose Durchführung einzelner Punkte de» Schulprogrcnnms deS Deutschen LehrervereinS. Mit besonderer Erregung beteiligten sich die Versammelten an der Jraqp der zweiten Prüfung und der Wohnung. Die Stellung- «ahme der Versammlung gegen die zweite Prüfung wurde mit lcmgandauerndem Beifall aufgenommen. Das Strafrecht öes Schlichtungsausftbusies Zu dieser durch den Schiedsspruch im SiemenSkonflilt auf- gerollten Streitfrage wird uns geschrieben: I« der Enlschlietzung der Vertrauensleutekonferenz der Siemens- betriebe vom Dicnslag wird die Ansicht vertrete», datz dem SchlichtungsauSichutz nicht das Recht zustehe über die Funk- tionen der Betriebs- und Arbeiterräte zu ur- teilen. Die« ist ohne Zweifel vollkommen irrig, denn wie soll ein Scklichtungsausschuh seine Ausgabe ersüllen, einen ou§ der Be- tättgnng des Betriebsrats entsprungenen Streit beizulegen, wenn e« ihm verwehrt ist, die Besupmsie und Ausgaben, auf denen die Tätig- keit der Betriebsräte beruht, zu beumilen. Der Schiichwnasaus- schutz ist für olle Streitigkeiten, die sich aus dem Arbeitsverhältnis erpeben, zuständig. Um sie in besriedigender Weise ordnen zu können, mutz er die Möglichkeit boben, zu ollen Betriebs- Vorgängen und BetriebSeinrichiungrn Stellung zu nehmen, die mit den" seiner Entscheidung unterbreiteten Srreitiachen irgendwie in Zusammenhang stehen. Daß bierzu sehr oft und sehr wesentlich die Wirksamkeit der Betriebsräte gehören wird, kann gar nicht zwenelbaft fein, zumindest nicht für diejenigen, welche in den Be- triebSräten nicht bloß leer« Delorationen erblicken, sondern sie zu wirklichen, den Betriebsleitern gleichberechtigt gegenüberstebenden A> britnehmerver treiungen gestalten sollen. Bisher mutzte man an- nehmen, datz dies auch die Meinung der Unabhängigen sei. weil sie sich dock bei jeder Gelegenheit als die einzigen und wahren Ber- trcter des Rätegedanlcns aus'pirlen. Um so verwunderlicher ist eS, datz von den unabhängigen Drahiziehern des Metallarbeiter- Verbandes der gestrigen Bertrauensleutekonkerenz eine Entichlietzung vorgelegt werden konnte, die derartig kindliche Auffassungen von der Stellung der Betriebsräte enthält. An einer anderen Stelle der Entschlietzung wird dem Schlich- tungsauSschutz daS Recht abgeip, ochen, Strafen zu ver- hängen. Eine Verhängung von Strafen wird darin erblickt. datz diejenigen Arbeiter, die wegen des AbreitzenS von Bekannt« machungen der Betriebsleitung entlassen worden waren, erst drei Tage nach der Wiederaufnahme der Arbeit durch die Streikenden wieder eingestellt werden sollen. Nun ist anzunehmen, datz wahr- scheinlich jeder Schiedsspruch, der nicht ohne Einschränkung oder Vorbehalt die Entlassung der 41 ausgehoben hätte, von diesen als eine Bestrafung empfunden worden wäre. Obwohl, wie gegenüber der„Freiheit" gesagt werden mag. der Schiedsspruch durchaus nicht feststellt, datz gerade diejenigen Arbeiter im guten Glauben gehandelt haben, welche die Plakate abgerissen haben. Den Wort- fübrern der Vertrauensleute wird jedoch, ebenso wie dem Bericht- erstatter der„Freiheit", bekannt sein, datz in den öffentlich geführten Verbandlungen de« SchlichtungsauSschusseS sämtliche an- wesenden Arbeitervertreter der grundsätzlichen Rechts- auffassung, die in der begründenden Einleitung des Schiedsspruches niedergelegt ist, nicht nur keinen Widerspruch entgegengesetzt, sondern sogar ausdrücklich Herrn Rusch zugestimmt haben, als dieser den Standpunkt vertrat, datz künftig jedes Abreihen von Anschlägen der Betriebsleitung mit der Ent- lassung des betreffenden Arbeiters geahndet werden müsse. Ist nun eine Entlassung keine Strafe? In Arbeiterkrcisen war man bisher anderer Meinung. Die Entlassung. d. d. die Entziehung von Lohn und Brot, galt bisher stets als die schärfste im Rahmen des Arbeitsverhältnisses überhaupt mögliche Bestrafung.' Der SchlichtungSauSschuh war deshalb durchaus gut beraten, wenn er dieie von der Direktion der EiemenSwerke ge« wählte Matznahme für den vorliegenden Fall al« zu rigoros ver- urteilt und die Betriebsleitung zur Wiedereinstellung der Zettel- abreitzer nach einer kurzen Frist von drei Tagen verpflichtet hat. Natürlich ist eS da» gute Recht der Betroffenen, in dieser An- ordnung, die durchaus im Jntereffe einer geordneten Wiederaus« nähme deS Betriebes gelegen fein mag, als eine Bestrafung für die von ihnen zweifellos begangenen Ausschreitungen zu empfinden. Aber diese Bestrafung ist doch autzeror deutlich milde im Vergleich zu der von ihren unabhängigen Führern für künstige Fälle als berechtigt anerkannten Verhängung der Entlastung, und eS muh daher sehr eigenartig berühren, wenn nun dieser Teil des Schiedsspruchs zum Lnlatz genommen wird, um dem Schlichtungs- ausschutz grundsätzlich das Recht abzusprechen, zur ruhigen Bei- legung eines Konfliktes Anordnungen der bezeichneten Art zu treffen. Wäre es den Herren etwa lieber gewesen, wenn der Schlichtungs- auSschuh die für künftige Fälle vorgesehene„Strafe" schon diesmal vorgesehen und die vorgenommenen Entlassungen als berechtigt an- erkannt hätte?_ GroMerün Die gemeinnützige Bau- und Betviebsgemeinschaft, über deren Generalversammlung wir in Nr. 376 einen Bericht brachten, sendet uns dazu folgende Berichtigung: „Der Referent hatte in seinem Bericht jede Politik ausgeschal- tet und ausdrücklich betont, datz in der Genossenschaft jede einseitige Polidik ausgeschaltet bleiben müsse, lieber Matznahmen oder Bc- schlüsse der Regierung ist im Referat kein Wort gefallen. Versuche der Diskussionsredner, über politische Ereignisse zu diskutieren, wurden sofort vom Versammlungsleiter unterbrochen. Tie Rand- bemerkung der Redaktion ist daher unbegründet und war über- flüffig. Bei der Wahl des AufsichtSrates und Bestätigung der Vorstandsmitglieder ist von keiner Seite danach gefragt worden. welcher politischen Partei der einzelne angehört, sondern nur, datz er überhaupt einer sozialistischen Partei angehört. Datz bei einer Genossenschast mit derartigen Grundprinzipien wie hier, nicht konservative oder deutschnationale Interessen vertreten werden, ist selbstverständlich. Der letzte Satz über den Wiederaufbau Nord- frankreichs ist ebenfalls entstellt. Es ist auf einen Antrag auf Einberufung von Versammlungen zur Stellungnahme der Arbeit«- losen zum Wiederaufbau Nordfrankreichs vom Versammlungsleiter ein Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes in dieser Beziehung und über die bereits unternommenen Schritte bei der Regierung erteilt und erklärt worden, datz öffentliche Versammlungen nötig seien, da die Kapitalisten bereits tüchtig an der Arbeit sind und infolge ihrer Geldmittel auch über die nötigen Beziehungen und Erfolge verfügten." Der Bericht, den der Borstand hier als entstellt bezeichnet, war uns von dem AussichtSratmitglied Zoske zugegangen. Wir glaubten, ihn als offiziellen Bericht ansehen zu müssen. Den Re- ferenten Würdemann lietz sein Bericht wörtlich sagen:„Unter den heutiges Verhältnissen erscheint dieser Weg der Selbsthilfe als einzige Möglichkeit, die Not der Erwerbslosen zu beseitigen.� Diese Produktivgenossenschast soll der erste Schritt sein zur Durchführung der Sozialisierung, denn eS mutz festgestellt werden, datz an eine Verwirklichung dieses Gedankens von feiten der Regierung nicht zu'denken ist, da dieselbe trotz der Revolution und nach ihrem Eingehen von Kompromissen mit den Kapitalisten drauf und dran ist. die kapitalistische Wirtschaftsordnung wieder aufzubauen." Hierzu sagten wir:„Erfordern die Zwecke und�Ziel« der Ge- nossenschast solche sinnlosen Angriffe? Zu ihr gehören Mitglieder 'der S. P. D., der U. S. P. D. und der K. P. D. Der Reftrent ist Mitglied der S. P. D.; den uns zugegangenen Bericht hat ein Mitglied der N. S. P. D. unterzeichnet." Datz unsere Abwehr notwendig war, zeigt jetzt gerade die Berichtigung. Der Vorstand wird sich nun mit dem Einsender'des entstellten Berichtes, seinem AufsichtSratSmitglied Zoske, auSein- andersetzen müssen._ Verbesserung der Fettversorgung. DaS Reichsernäbrungsministerium teilt jetzt mit, datz die in Aussicht gestellte Verbesserung der �ettversorgung vom 1. August eintritt. Von da ab soll die Feitratwn auf 160 Gramm pro Kopf und Woche erböht werden, nachdem durch Ankauf erbeb- sicher Menaen ausländischer Robstoffe eine Steigerung ber Mar- garinefabrikasion möglich geworden ist. Außerdem wird ans den Kopf der Bevölkerung einschließlich der Selbstversorger eine Sve'ie- fettmenae von 59 Gramm'vorwiegend in Maraarine) wöchentlich ausgegeben, die an Stelle der bisher nur den Veriorgungsberechtia- ten gewährten Sonderzuteilung tritt. Schließlich soll noch in dieiem Monat eine einmalige Sonderzuteilung von 266 Gramm Auslands- kunstspesiefett auf den Kops der Bevölkerung entfalle». Unter Hin- Iiirechnung der bisherigen Handels zuichläge einschließlich der Um'ot,- steiier wird das Pmnd Margarine den Verbrauchern etwa S.32 M bis 9 58 M. kosten, soweit nicht'n einzelnen Gemeinden eine weitere Erhöhung dieKr Preise zuaunsten der Verbill'guno der Milch ein- tritt. Der hohe Preis der im Ausland yekausten Rohstoffe hat eine Erhöhung des Margarwepreise? zur Folge. KrirgSgrfangenenheimkehr. Der größte Teil der zurück- kehrenden KrieoSgefangenen wird in der eigenen Wohnung oder bei Angeböriaen und Bekannten«in Unterkommen finden. Immerhin mutz aber damit gerechnet werden, datz bet der berr- schenken Wohnungsnot die Unierbringung alleinstehender Kriegs- gefangener auf Schwierigkeiten stohen wird. Um diesen WohrningS- lo'en sofort ein Heim, wenn auch nur vorübergehend zur Verfügung stellen zu können, wende« sich der OrtsauSichutz iür KrieaSgefongenen- Heimkehr an die Einwohner Neukölln» mit der Bitte, ihm bei der Unterbringung der Zurückkehrenden behilflich zu sei». Erwünscht find Angaben über die Zahl der Auszunehmenden, mögliche Dauer des Aufenthalts und Preis, Nähere Milteiluiigen an die Geschäfts- stelle des Ortsausschusses, Ganghoferstr. 16/11, 1 Tr., Zimmer 14. Muftte da wieder geschossen werden—? Vor dem Kriminalgericht in Moabit entflohen gestern zwei Gefangene, die ein Aufseher aus dem Gefängnis in der Lehrter Strotze geholt hatte und nach dem UniersuchungsgesängmS bringen wollte. Da sie auf seine Haltenife nicht stehen blieben, io feuerte der vor dem Eingang des UmersuchungsgesängnisicS aufge« stellte Militärposten hinter ihnen her. Ein Schutz traf einen der Flüchtlinge«n den Bauch, ein anderer verletzte eine gerade vorüber- gehende Frau. Die Verwundeten wurden dem Lazarett deS Gefängnisses zugeführt._ Raubmord in Schöneiche. In Schöneiche bei Friedrichshagen wurde gestern die sechzig- jährige Witwe Johanna R a b u S, die an der Chaussee nach Bollensdorf eine Obstplantage bewiriichafiete. in ihrem von ihr allein bewohnten Hause ermordet autge'unden. Sie lag tot in ihrem Bett mit einem Knebel im Munde und der Hals zeigte Würgemale. Alle Schränke waren erbrochen und durchwühlt. Die benachrichtigte Staatsanwaltschaft II Berlin sandte sofort die Mord« kommission on den Tatort. Beamten-Ausbelfer und-AuSbelferinnen im Post- und Tele- graphendienst. Die von den verschiedenen Aemtern gemaßrepellen Kollegen werden gebeten, sich umgehend wegen Eemaßregellen. Unter- stiitzung tm Verbandsbureau, Kaiser, Wilhehm- Straße L6II, Zimmer 1, zu melden.' Zentralverband der Handlungsgehilfen, RlngrSmPfe um de« Preis der Schaubnrg. In der Schauburg am Andreasriatz beginnt am Freitag eine große wternationale Ringkampf. tonkurrenz, für die 12Y M. an Preisen ausgeworfen find. An ersten Kräften sind unter anderem gewonnen: Paradanoff, der Europameister, Matralli, der Koloß vom Balkan, William Douglas, Meisterringer von Südamerika, Schikai, der Champwn der deutschen Marin«, Heimann Stange. israelitischer Chamoion usw. usw. Die Schauburg, das größte Kinovariete Berlins, bringt zum ersten Male die sportlichen Kämpse im Rahmen eines Film- und Varieleprogramms. Groft-Berliner Lebensmittel. NowaweS. 2 Pfd. Kartoffeln für 28. Juli bis 8. August,— Zucker- dezug auf Zucterkarte(88) und Zucker, ufatzlarte(August). Abschnitte am 1. und 2. August abgeben! Warenlieferung 8. bis tS. August. Groß-öerliner parteinachrichten. Zur Funktionärversammlung schreibt uns Genosse Julius Kaliski- „In der gestrigen Morgenausgabe des„Vorwärts" wird über die Funklionärversammlung der S. P. D. u. a. berichtet, datz die Versammlung mit sehr grotzer Mehrheit beschlossen habe, nach einem Referat des Genossen Brolat über den Austritt der S. P. D.-Fraktion aus dem Arbeiter- und Vollzugsrat Grotz-BerlinS auf die Diskussion zu verzichten. Bei allem Verständnis iür den Raummangel des „Vorwärts" da,f ich wohl auf die Veröffentlichung der Feststellung rechnen, datz ich die Debatte beantragt habe, weil die wiederholte Mitteilung, datz der Austritt der S. P, D,- Fraktion au« dem Ar- beiter- und Vollzugsrat einstimmig beschlossen worden ist, zu Irr- tümern Veranlassung gegeben hat. Ich erklärte, datz ich durch meine Abwesenheit von Berltn an den Verhandlungen in der Frakiion der S, P, D. nicht teilnehmen konnte und entschieden der Trennung ent- gegengetreten wäre. Zu meinem Bedauern ist eS mir unmöglich gemacht worden, in der Funktionärversammlung die Gründe für meine Haltung darzulegen. Julius Kaliski.' Angestellte und Arbeiter der Knorrtremse. Freitag, 1. August. nachmittags 3 Uhr, Versammlung sämtlicher Angestellten und Ar- beiter der Knorrbrems«, die auf dem Boden der S. P, D. stehen. im Loaen-Kafino, Knorr-Promenade 2, 4. Abt. Die Parteigenossen beteiligen sich an der Bersammlung in der Bockbrauerei, Fidicinstr, Z. 33. Abt. Die Mitglieder nehme» an der Bersammlung in dm Germaniajälen teil. Sozialdemokratischer Berei» Berlin. DaS am 28. Juli für Treptow, Konzertgarten, Plänterwald, angesetzte Sommerfeft ist wegen regne- riichen Wetters auf Sonnabend, den S. August, veilegt worden. Sämtliche nicht benutzte BillelS baben für diesen Tag im obengenannten Lokal Gültig. keit. Eintrittskarten bei sämtlichen Funklionären erhältlich, Tie Mitglieder der Jungsozialistischen Bereinigung beteilig« sich heule an den Maffenverjammlungm der S. P. D. Gerichtszeitung. Die Millioneubetrügereie« der Frau Geheimrat Lepa. Das Strafverfahren gegen die Frau KammergerichlSrat Helene L ep a geb. Kallmorgen ist jetzt, nachdem die Anklage schon vor einem Jahr erhoben worden war, in ein neueS Stadium getreten. Wie belannt, handelte es sich bei der auf schwere Urkundenfälschung und Betrug bezw. Beihilfe lautenden Anklage um umfangreichste Wechselfäli'chungen und Beträge, die zu'ammen sich auf etwa 2'/z Millionen Mark belausen. Die Anklage richtet sich ferner auch gegen Fräul. Erna v, Jange-Reingard, die Geichästs- Vermittlerin Gertrud Gebbordt, deren Vater, den Kaufmann G., und ein Fräulein Erna K I e i st.— Die Angeklagte Lepa, die von allen Seiten als eine riesig gewandte und mtelligenle Dome geschildert wird, war bekanntlich seinerzeit plötzlich mit der Be- haupiung hervorgetreten, geisteskrank zu sein. Ein Gutachten des GerichisarzteS, Medizinalrat Dr. S t ö r m e r, ging jedoch dabin. datz von einer Geisteskrankheit im Sinne deS Z 51 keine Redst lein könne. Nachdem sich Frau Lepa jetzt längere Zeit in Bad Nauheim aufgehallen hat, ist nunmehr der Antrag gestellt worden, sie zwecks Erlangung eines weiteren Gutachten« der Provinzial- Irrenanstalt Eberswalde aus die Dauer von sechs Wochen zu über« weiten. Von dem Verteidiger ist gegen dieien Beschlutz der Straf- kammer Beschwerde beim Kammergericht erhoben worden, über die noch keine Entscheidung getroffen ist.— Die Verhandlung wird unmittelbar nach den Gerichtsserien vor der 3. Strafkammer am Landgericht I stattfinden, und da über 56 Zeugen geladen find, mehrere Tage in Anspruch nehmen.— Gegen einen Teil der Zeugen schwebt zur Zeit noch etu Strafverfahren wegen Wuchers. Sriefkallen üer Reitaktioii. Jeder kür den Briefkasten bestimmten Ankraze Mae man einen Briibstaben und eine Nummer bei. Briefliche Auskunft wird»icht erteilt. Eilige An- fragen trag« mau in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. t. Hof var- teere link», vor. Schriftstacke und Beiträge stnd mitzubringen. G. 27. Die Gemeinde ist zur Erhebung der Umsatzsteuer berechtigt. Ein Erlaß wird nicht zu erzielen iein, Sie können event. nur Siundunq deanlraqen,— Z. 67. Das Gecctz ist noch in Vordere timg. Es ioll in d-r nächsten Zeil in der Nationalversammlung beraten werden, Berialgen Sie die Presse.— BS 2ch. 1030. 1. Besonderer A iSlrill nickst notwendig. da Sie konselfionSIos sind, 2 Seitens der Mieter lann der Permi-ier unter Setzung einer Frist zur Jnjlandsetzung gutge'orderl werden. Per» streicht die Frist ersoiglos, kann Klage erbebe» iverden, und zwar beim Amlsaerichi.— Genofle 1003. Wenden Sie sich an die Wailendepulation des Magistrats. Acte Jatobstr. 39,— Alter Aboiinen», Mahlsdorf» Süd. t. Nein. 2. und 3, Ja.— I. H. 34. l. bi» 3, Der Abzug ist unbegiündel, da die Forderung verjäbrt war. Wenden Ii« sich an das VersicherungSamI der Stadl Berlin. Klosteistr. Sö,— R. P. 70. Weqcn Aus? ahme in ein Altersheim setzen Sie sich mit der Stiitungsdcputation de« Magistrats, Poststraße>8, in Verbindung. Die Altersrente einichlijeß- lieh Zuschuß wird für den Fall der Ausnahme von der Stadt abgezogen. WetteronSsichteu für das mittlere Rorddeutschland bis Freitag nachmittag: Mäßig warm, verände-.Iich, vorherrschend wolkig und im Südwesten nur vereinzelte, in den anderen Gegenden, besonders au der Küste zahlreiche leichte Regeujälle, strich wehe Gewitter. Zll SMIW eines ieltetnMlffenenls. Eines der größten Kaffee-EiablisiemenlS Berlin«. da« Kaffee Zielka. da» im retchshauptstädti- fchen Leben als gröbte« Billardlaffe« einen ganz besonderen Rang einnimmt sieht mit dem heutigen 31. Juli auf ein gehnjährige« B e st e h e n zurück. Die Entwicklung de» Kaffee Ziella zu dem gegenwärtigen großen, so umfang» reichen Stande, zu der Stellung unter den größten Etablissement« Berlin« und zu den außerordentlichen Darbietungen, die täglich ein sehr große« Publikum anziehen, ist interessant und charakteristisch zugleich. Am 31. Juli 190g mietete Herr Robert Zielka einen Teil der Lokalitäten der ersten Etage de» Equitablepalaste« in der Friedrichstr 59.60 Ecke Zeitiger Straße und richtete sein Augenmerk, da er selber ein bedeutender Billardkünstler ist. zu» nächst neben einer guten, echt modernen Be- wirtschaftung al« Kaffeehaus, auf eine Ausgestaltung de« Institute« al« musterhafte« Villardkaffee. Die« zog iehr rasch»iele ftreunde de« Billardspiele« und besonder« Billard- Amateure an, und der Besuch wurde so rege, daß Herr Zielka schon nach einem Jahre zu einer Vergrößerung seine« Kaffee« zu ichreilen begann. Er mietete nun auch die weiteren Lokalitäten de« ersten Stockwerke« hinzu, und dann. al« fich dieser Schritt bewährte, wagte er e« eine Zeit später, auch einen großen Teil der zweiten Etage dazu zu nehmen, sie al« große Säle auSzu- bauen, und da« nunmehr riefige Tiabliffement mit der außerordentlichen Zahl von 50 Billards zu besetzen, so daß es zum größten Billard»Kaffee der Welt gestaltet wurde. Gleichzeitig aber ließ Herr Zielka den großen ge« räumigen Haupn'aal de« ersten Stockwerke« noch bedeutend vergrößern, zu einem großen prachtvollen Konzertsaal, für den er eine« der größten Konzert» Orchester engagierte.. Genau am Tage de« fllnffährige« Bestehen» war e«. am 61. Juli 191» al« der Krieg ausbrach. daß eine neue Wendung für diele« Hau»— wie ja auch für das ganz« deutsch« Volk— eintrat. Eine schwere Zeit kam für olle Kaffeehäuser Berlin« und auch sür da» Kaffee Zielka. Umso schwerer war diese Zeit für da« Kaffee Ziella, al» deffen Inhaber, Herr Zielka, zur Fahne einberufen wurde und seine Pflicht al» Soldat erfüllen'mußte. E« war«in harter Daseinskampf, den Herr Zielka jetzt au«» lämpfen mußte. Trotzdem verlor er aber nicht den Mut. Da er in den letzten Jahren in einem Borort Berlin« garnisoniert war. befaß er die Willenskraft. in den Urlaub«stunden oft die Rächte hindurch, für da« Stablisiement tätig zu lein, r« zu letteu, große Billardturniere in seinem Kaffee zu veranstalten und vor ollem auch war er bemüht, trotz der schweren Zeit und bei oller Ueberbürdung mit Militärdienst und Geschäftsangelegenheiten, sein Kabarett durch Engagement hervorragendster, hoch- bezahlter KabarettkÜnstler auf eine Höhe zu bringen. die dem Etabliffement«inen ganz besonderen einbracht« und auch ein« besondere AnziehungSfta aus da« Publikum ausübte. Al« größte» Billard» kaffee, al» vornehmste« und unterhaltende« Kabarett steht nunmehr da« Kaffee Zielka nach zehnjähriger unermüdlicher Arbeit an der Spitze der Berliner Kaffeehäuser. Es ist in vollem Sinne des Worte« ein Weltetablissement geworden. Der heutige 31. Juli ist aber für ihn ein großer Bedenktag: ein Gedenken an den für ihn so erfolg» reichen Tag vor 10 Jahren, ein Gedenken an dte Arbeit und die vielen schwer lastenden Sorgen, di« mit dem Wagnt« verbunden waren, dem große« Wogni«, mitten im Herzen Berlin««in Etablissement zu begründen, mit der bewußten vollen Absicht, e« zu einem Weltetabliffement auszugestalten. Und die« ist Herrn Zielka gelungen— in und trotz der so schweren Zeit. so/»' '■ H| i ÜW 0 ungemein interessante Bände BfriminaHProzeffe von knltnrhlstoriselier Sedentnng nach eigenen Erlebnissen von Hugo FrtedlSnder »»richteberichterstatter. Eingeleitet von Justizrat Dr.<8. Cello, Berlin. IL Adteilun«! «an» 7. Der Danziger Riw-lmordprozeh.«er San de»» errat». Zt�ezew,�.Hensch. Der MordprojeH«,�ule» Dan»& Unalllcktlch» Ehen. Stn wetbllcher Ulaubort Der ßroBt Prozeß— TOonunffn-ütemotd. Der verbreche risch, rusmqe Dardeoderst. Eln BreffestandaL Di» Vorgänge im Ardetiehau» Vrauwetler. van» e. Manoleocu, der Färft der Dieb« und HochlUwIe» Der Synagogenbrand von«euftettin. Der vielfach» Volksdükne Tiieaier am Bülowoiati B Uhr Oer heilige Florian. Freitag, I Aug., zum I. Male: DerKuhreigen Oper von Deutsche« Theater. ?•/, Uhr: Auch ich war ein JClngliog... (Schwank). Kammersplele. Allabendlich 8 Uhr: Leopoldine Konstantin in Das Weib u. der Hampelmann. Theater des Westen» Allabendlich 7'/» Uhr Mla Werber und Hans Wass- mann in Die Qelsha. Theater 1. d. KOniggrätzerStraße VaS Uhr Der»Saptlinx. KomSdienhans Gastspiel von Lucie Huflich 8: Liselott von der Pfalz. Berliner Theater '/aS Uhr: Die tolle Komtess» TViU. Centrai-Theater Kommandantenstratte 57. uhar. Die Scliönsts von Allen. FriedP.-fflMnist. Hieater perßüjj Kleines Theater. TU Uhr:- Unterm Baume der Erkenntnis Koiuische Oper {Jtl': Schwarzwaldniädel. Dustsplelhans TV» Uhr: Sfl ClH Mädel. Hetropol-Tbeater. 7 Uhr 20: DlO Xeues Operettenhan». 7'/, u.: Die Dame voniZirkns. Palaet-Thenter vi, um: Weinende Erben. Oper. v. R. Danziger. Bchlller-Thent. Charl. VI, Uhr Thalia-Theater P/.uJnngler Sonnenschein Th.amXullendorfplatz 7 v.uhr: Die Poppe. Theater d. Prledrlchstadt 8 Uhr: So eine Frechheit, Versicherung gegen Einbruch. Ein Polierabcnd. WaXin er-Th eater VI, Uhr: Das Gesetz. Residenz-Theater. Untergrundb. KlosterstraBe, Ausgang Stralauer StraBe. TäglichSUhr. Zum 201. Male: Das lere Leben. Schauspiel von Sudermann. Sonntag 4 Uhr: Oe»pen«t«r. Trianon-Theater. Bht. Friedrichstr. Ztr. 4927 ,2301 Tägl. 8 U Heute z. 326. Male: Per gute Snf von Hermann Sudermann. Sonntag 4 Uhr: Johanniafeocp. Walhaila-Theater. 71/, Uhr: Die Fran des Debütanten. Rose-Theater. letzte Auffflbning. /'/, U.: 0 schöne Zelt, o selige Zelt Vi, Uhr Gartenbtihne: Das sieht sich|edcr an. Vorher Konzert u. Spezialität. --- tei a. Koitbus.Tor ihenojich 7 Uhr Ute-Sänger . 0 enem. Mit.l. der SteNiner Sanger Humor. Spielplan Sommerpreise I METROPOL KABARETT BEHPEMSTRch� DICHTER /CHLACKT 5tginitzq«9«n Farster «.caalnB-Thcster Sommersplelz; H Sternberg Gastspiel Guido Thielscher: 8 Uhr Chnrleys Tante. Deutsche» Künstler- Theater. Allabendlich 8 Uhr Max Adalbert>n: Die Butschbahn. Natlonal-Theater 8 Uhr Stürm Erfolg 8 Uhr Stncffle SovomW. Loisen-Theater. Täglich abends 7'/,: Kenn Stauen»eben. ÄP Derfiiittenbesltzer. Letzte Sonntagsauftfihniag! 7v.:M3taneaReDeQ Voigt-Theater Badliraße 58. 7>/, Uhr: Sie«et-Mtl. Vorher: Variete-Vorstellung. Eröffnung 3 Uhr, Ansang 5 Uhr. 3cb.9HitttP,6bb.,6onnt: Bali. Winter- Galten Täglich 7>/, Uhr: Varietd-Spielplan Rauchen gestattet! Berliner Jrater 7/9 gastanienaller 7/9. VsBiHepinnsBüininBlIalirt ®t. Operrtten-Pofle in 3 Akten. ttÄ Ball. Bar! et« Anfang Vi, Uhr. Admirals-Palast Snternation. ftinghämpje um den Preis der Deutschen Republik.| Anfang« Uhr, iimlrals>il | Halbblut ResTor.» Ein genialer Einlall. BeiebsbalL-Tbeater Letztes»astspiel I her Dresdener yietoria-Säng, Anfang T1/» Freilaa. I.Aug.: " Stottin.ESnger. Reichshallen"«TL*. Dönhoff-Brettl Anfang 7� Uhr. Hltorgfit! Stentn y tö�tituun Linden- Restaurant Eingänge: Linter de» Tinden 4« Jrledrichlroß«« allseitig gerühmte Küche! Schtpilsener und Münchener SIere Kapelle Michaiek «eschüeümm,! Zonndors.Letrieb« Od. Arn T annd«� �LLXAHDÜTClftLD Prltx Berber und Minna Rcverally im Duett Dr. Altos Panl Coradlni Ernst Warlltz Eva Warllts Conf.: Willi Horwitz Am Flügel. ftawnd» Aelilnl.II.SWMtlsll. Äeute, DonnerStag,'/,8 Ahr: Zum Male: Der KWIins Komödie in 3 Akten von Paul Spel l MARMOR HAUS Direktion: Siegbert Ooldschmldt Kurfürstendamm 236. h Heute 2 Urauf f fthrnncen! POGROM 6 Akte Zur Verbreitung der Wahrheit fQr den Film gestellt von H. Fredall. Hauptrolle: Ilka Qrüning AuBcrdem: i Der Badeball Schwank in 2 Akten. Regie: Rudolf del Zapp. TYPOQRAPHIA Oesangvercln Berliner Baehdntefcer oad SchrlttgleSer. Sonntag, den 3. August, nachmittags 5 Uhr t Sommer- Konzert in der Berliner Bock-Brauerei, Fidiom8tr.2/8. Kaffeekochen bis 6 Uhr. Im groBen Saal: Tan». Blntrlttskartaa k 1 M, sind m den mit Plakaten belegten Oeschäften und an der Kasse iu haben«8/20 SCHAUBURG am Andreasplatz, Andreasstr.#4, l Mln.v.Sehles. Bahnh. Ab I. Ansaat l RINQK AEMPFE um den Preis der Schauburg. II 000 Mark. Protektorat; Der Filmschauspieler Paul Heidemann. 20 Internationale Ringkämpfe, u. a.; Europameister Paradanott, Champion der roten Garde, Scblkat, Meister der deutschen Marine, MatralU, Der Ko'oss vom Balkan, Donslas, Champion von Südamerika, Helmann Stange, jüdischer Champion usw., asw. Ferner die Films: Bonita Berol die 7i&hrlge Spltzentänzi-rin Persönliches Auftreten. Xenng Porten: Ihr Sport. Die rollende Huxel. Filmrnman nach Dostojewski. Br Volks- und Kinderfeste Hmnor. Kopfbedeckungen, Polo- näilnstdde, Stocklaternen, Harken, Sensen, Lampions, Feuerwerk, Ronjettl. Lustschlangen, Radausachen, Berlosungsartlkel usw. RoiiiS D/eher äsebk.. Deelin SW 19, Splttetmarkt 4/5.[12088* «nmdrder «in ml D>« Srmordu? fchnelder vor Sertt , de» Iustizr, Pro,,».»w miorimng des Saal». Der(vattenmord Rostngart. Der gtznig der Spieles. Der Irren hau» stan dal Lübeck!. Bank 11. Der hochlntereffante MolUe- charden». istiame. Rachspiel« zur Srmo er(der Könitz er Tragödie). Dand ll Du Spitz, Iprvzetz«eckeri-Lsttzow. Der Morbprvse» Grete Eeler. Der«ielfäthe Raubmörder SternUteL Oh, Liebesdrama tat BerNner Tiergarten. Jeder Sand IAO DL und 25 PL Porta, alle« Stade 30,40 M. und l DL Porto. Auch die erste Abteilung Sand t dw 0 ist fetzt wieder vow stllndlg lieferbar. Lleferuna gegen Sorrinfendung odrr Räch» nahm«(del Nachnahme 36 Pf. Sondergebühr) durch RMer mversmo Mkebeii hiiilM gibt lausend an Wlederveriüufrr ad Euren Ellgass, WarnemündE» Eeethvvensaal, XSthencr Sir. 32. Freitag, dea I. August, adeads 7 Ohrt »Neudeutscher Geist." Künstlerischer Vortragsabend. Kutmerniuslk: ** Vortragsfolge: Willi Bardas, tflav _________ m. Ilavler, und Fell» Robert Mendelssohn, Cello. uagca: H. H. v. TwardowskL v. Lessingtheater deutscher Oelst". Vortrag von Dr. Karl Langen ;cs0nge. Lieder; Katharina Garden von derPreu0. Staatsoper u. Max Mensing, Kammersingei. Am Klavier; Eduard KOnneke. 443D Karten zu 3, 2 und I M. bei A. Werthelm u. Bote& Bock. E i iE :»—«nna.*«.n»«a«.ä8n. Dentozon antiseptische Muncaws�erlatietten Der neueste Fortschritt in Zahn- und Mundpflege-Hygiene. Jeder stellt sieb sofort sein tägliches Mundwasser selbst Her. s» mm Ii SS» Kronen» Brflcken» Plomben Zähne in 1 Tag Minderbemittelten ErmäBigung. Dir. Koppe's Spez.«Inst. f. mod. Zahnersatz Magdeburger Str. 28. Ecke Lützowstr., Kurt. 1230 H'R f sttalische Licht- u. Natur-Heilmelhode. Die wiffenschastlich U anerkannte und glänzend dewährte Behandlung mit den H..Küitsillchcii tiohcnsannen" als Erfa» für Behandlung > in den Hochgebirgs-Sanatorien. Die„Künslliclie H ttölleasonne» �Uebandlune ist das beste und neueste llitlveriahren bei allen Erkrankungen der Lunge und der Atmungswege, speziell bei Lungenschwindsucbt und Tuberkulose jeder Art. chirurgischer sowie nncrer. Die hicrmst erzielten Heilerfolge stnd unbestreitbar. Daneben kommen die modernsten und besten Heilapparate und R!etho»>en zur Anwendung, z. B. Röntgcn-Behandlung und-Ulstersuchung, Elettromagneto-Therapie. sämtliche !ll Bäder sowie Kräuterbäder. Inhalation von I ....._ terstoff und innerlicher Gebrauch von Eaucr- stoff-Präpararen, mechauotyer.rpcutische u. homöopathische j " Handlung rc.— Durch die angeführten Heiljaltoren Behandlung werden in unserer Heilanstalt hauptsächlich bei chronischen jtranlheiten undestrestbar die besten und dauerndsten Heilerfolge erzielt: selbstverständlicb nur bei genauer OurchlühTung der Kur, die obne Berufsstiirung durch- geführt werden kann.— Mit bestem Heilerfolge werden ehandelt: Lungen-, Hals-, Herz-, Magen-, Darm-, Leberleiden: Stervenschwäche, nervöse Kopfschmerzen, all- gemeine ZieroojUäl. allgemeine nervöse Abspannung: Ischias, Sicht, öUicumatismus: sämtliche Ausschläge: Flechten, Wunden. Geschwüre; Lähmungen sowie Kinder- lähmung: ötonwrchiestrauthciten, zuderkrankheit: Haut-, Hgrn-, und Uttteclelds'rantheiteu. r- Jreiwiilige, beieflidje uno>uün->ltch« Anerkennungen früher behandelter NU» geh etiler potienfen. die angaben, vor der Behandlung in unserer Anstalt aud«rn»e!tig ohne Ersoi-, behandelt worden zu sein:». B.: L und 2. schreibt Herr Lehrer Zielste aus Iachzenbrück bei Josten am 21. Dezember 1U18:.Nachdem ich in einem Gebirgs-öanalorium sur Lungenkranke 5 Monate ohne Erfolg behandelt worden bin, habe ich in Ihrer Heil- anstalt wieder Heilung gefunden und wurde vom Kreis- arzi, der mich vorher jllr dienstunfähig erklärt hatte, nach genauer Untersuchung wieder für dtrnstsähig befunden. Seit dem 10. Dttoder 1018 erteile ich 4.Stunden ununterbrochen Unterricht. Dies schreibe ich Ihnen ohne jegliche Beemstussung Ihrerseits.-Auch meiner Frau, die bei Ihnen behandelt wurde, geht es ausgezeichnet(litt an Mberwl. Halsdritsenoereiteruna)."— Herr Werlmeistcr Jt. Völler, Berlin, Utrechtcr Str. 26, Ichreibt:„Nachdem ich mehrere Wochen in einer ärztlichen Klinik ohne Erfolg behandelt worden war und mir schließlich der rechte Arm abgenommen werden sollte, habe ich mich in letzter Not an Ihre Anstalt gewandt und bin mit 45 Behandlungen von mcwer Blutvergiftung»ob Vereiterung des rechten Arme» und der Hand geheilt worden."— 4. Frau Magiftratsassistent Hertmann au» Kottbus, Lausttzer Str. 14, fchrekot:„Ich bin von meinen Magen- gejchwüren mit 80 Behandlungen völlig in Ihrer An- stalt geheilt worden, nachdem ich 12 Jahre lang anderweitig ohne Erfolg behandelt worden war. Ich fühle mich io wohl und gesund, wie ich mich noch nie gefühlt habe."— ö.Hcrr Feuerwerksieulnant INafchlonka, Neutölln, Weser- Straße 81(jetzt Königsberg i. Pr.) schreibt:„Meine Mutter, meine Schwester, meine Frau und ich sind in Ihrer Anstalt geheilt und gebessert worden; die Mutter von chronischem»ogrnleiven, die Schwester von Kops- schmerzen und Schwerhörigkeit, meine Frau von Herz- und»ogenleideu und ich von allgemeiner nervöser Allwannung.-— 0. Frau Restaur. Hering, Berlin, Schönhauser Allee 87, sdireibt:.Ich bin vor mehreren Jahren bei Ihnen von Herzleiden und Basedowscher»rankheit geheilt worden. Aus Dan!- barkeit habe ich Ihnen viele Pai ienten mit gleichem Leiden empfohlen. Sollte sich irgend ein Leiden bei mir 1 »erbe Tagesordnung: Internationale, Jmperialismns und Bruderkampf. Referenten: Heinig, Heilmann, Heller, Krüger, Lüdemann, Wuschick, Zickler. Arbeiter, Parteigenossen, erscheint in Massen! 213/11___ Der Vorstand -|- Hell-fostitnt Kühn empfohlen. bar machen. so werbe ich mich demerl- sofort wieder an Sie[ .. Ireviow, u. Blasenleiden geheilt.— (Sinaec sslltc fi.»nrstvn,, wenden."— 7. Herr W. Hees«, Tcmpelhos Kaiserin Augusta-Stratze 07: Bon tz Monate alter, stark eiternder, breiter OperaNons-Bauch» und Darmfistel geheilt loorher zweimal operiertl—.8. Herr w. Herrmann, Rahnsdorf, Dorfstr. 0: Eon tuberkulöser Brust- und Aippenseklberellernng geheilt.— 0. Herr A. Schön, Eharlottenkmrg, Spandauer Berg 21: Bon Bronchial- afihma geheilt(anhaik. Heilung 0 Monate später de- stätigts.— 10. Frau M. vornemaun, Berlin-Ti Graegsrr. 0: Von Mieren- 11. Frau»eur-esch, Anterteibsleideu chönederg, Edersftr. 50: Bon all- gemotuer Zkeurefkuenie, Herz- u. Magenneurose und Aneemie geheilt(vorher dreimal Nervenchok).— 1». Fxau C. Sroun», Cheriottenburg. Peftalozzistr. 58: Bon»«»eueot�ludnni tm Unterschenkel geheilt.— 14. Frau A. Reubauer, Charlotieuburg, Kaiserin- Augusta-AsleeOl, l.Aufg. I Te.: Bon Ikeroenschmerzeu in der Hüft- und Unfähigkeit zum Gehen geheilt.— 15. Frau E. Hadorf, Berlin. Kolberger Straße 23/20: Bon Heroen-».»nochenhaut-Entzüuduug(voll- .........— 10. Frau m. ttuorr, ' verschiedenen Malen .________..... cn geheilt, u. a. von Herzschwäche, Leberschwellung u. Magenkrebs.— 17. Frau». chuebener, Charlottenburg, Kaiser- //riedrich-Straße 102: Bon allgemeiner Neurasthenie, geheilt(gern. ud«"' .—, Steglitz, Bier Personen von verschiedenen Leiden, Auskunft darüber bereit).— 10. Frau iit. wunderlE Berlin, Schwedter Straße 250: Bon Magen- und Darmgeschwüren geheilt.- 20. Frau«. Regie». Berlin. Aeandefttraße 5: Bon Neroenschmerzeu im ganze»»örper gekeilt.— lietrennie Behandlungsräume für Damen u. Herren!— Sprech- u. Behandlungszeit; 9—1, 4— 7>/z.— Sonn- und Feiertag: 9—1, Aerztliche Anstaltslcitung: Hellanstaltsbesther- Professor k». Mistelsk� graduiert und appvobiert im Ausland öel-Iiri 30. 16. krüclienstr. 10� NIU lllnlinkak Jannowltzl, rücke. Spezialarzt Dr. Hasche Sprechstunden 10— 1, 6—8. Sonnt. 10—1. am Bahnhof— Tetlzohlune Artedrichstrage. gestattet. 7S. l »Horn- Praxis seit 1901 Ecke Breslauer Str., dicht am SctiTes. BHi. Spreche. 10—12, 5—7, Sonnt, geschlossen. and Blutuntersuchungeo.i Mlatnnetl Sinnens& dnisfe A. G.. Charlottenburg, Helmholtzstr. 4— S. Wieselnnsnllhme ver Ardeit: b-n�v»'"-». 3400b Der Ardeiterrut. I. A,: Ledert. öemer öslzMM'SeldliO Verwaltung Berlin. Zkorümsoüer! Heute Donnerstag, 81. Juli, abends 7 Uhr, im Gewerkschaft»- hau»(Saal 1), Engeluser 16: Branchen-Versammlung 84/2 Tag e»ordnun g: 1. Bortrag:„Arbeitsgemeinschaften oder Rätesystem". 2. Branchenangclegenhetten. 8. Verschiedenes. vle Vrancheukommlsflon. ZemnMM i>. SMWMWII Bezirk Groft-Berlin. Heute Donnerstag, den 31. Juli, abends 7 Uhr, in den„Musikersälen", Kaiser-Wilhelm-Str. 31: beffendiilieBeifonitniuns oller im£eöet-.£eDet- tnoren u. SiüutisroBliflnöel und Der Motion deWsligken knnsmönnWen Aogeskellten. Tagesordnung: 1. Berich» über die lartfverhaudluugru: F. Licht. Mo en 2. DiskuMon. 3, Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen I Es gilt wi zu fassen, vor allen Dingen müssen sich die' Kollegen darülier ichliiliig werden, ob sie aus das Mitbestimmungsrecht, welches in schweren Kämpfen errungen wurde, Verzicht leisten wollen. Sektion der Lcder- und Lederwaren-Angeftelltcn. _ I. A.: F. Licht._ 7* die neue Fhrb-Boltnermasse � Seit„liacKck" Kam In. unsepHaus, Komm Ich auch onne Maleraus. Lacka'' f» die neue Tarbbohnermasse färbt und bohnert zugleich. Jedermann sein eigener Maler. Keine abgetretenen, rauhen, unansehnlichen Fußböden mehr. Bei dem jetzigen Mangel an Oelen und Lacken ein Riesen schlag er für alle einschlägigen Qeschäfte. Ladenpreis: I-Piund-Oose Mk. 6,— Alleinige Hersteller; Kenkel$ Co., Kannover Fabrik chem.-tecbn. Produkte Abteilung Fußbodenpräparate. —�——Verkauf nur an Händler. Vertrieb u. Lager: Alfred Kampmann, Berlin C 2, Burgstraße 28. Fernsprecher: Norden 9021— 39. Bei der Zuveplässlgkeitsfahpt Berlin— Cottbus— Berlin, 224,6 km, am 6. April 1919 fuhr der Rennfahrer Rosellen auf JGordon-Bereifungnachtl Std.u. 3 Min. mit einem Vorsprung von 24 Min. als Erster Sieger durchs Zlel.| Diese Tatsache beweist am glänzendsten, dass dieses Fabrikat in jeder Hinsicht nur das Beste bietet. 3 D. R.--- 0. R. P. Q.». aogsm. !JGordpn� Ins nur bestem Stahl. 1 r � P ünbegrente Hattberkeit. Pnktisdiste ksföliaing. Keine Bcpaiaturea. Leichteres Fahren als auf Gummibereifung! Die fisrBifung ist durch alle Fahrradhandlungen zu beziehen.— Man verlange umgehend Prospekte. Uieißise Fabrihnten: Gopdon Ges. m. b. H., Dresden-A. 1, Scheffelstraße 31. V�*««gr«xTxxxg:gT;fg-TyxTyrri Nur Donnerstag, 31. Juli, Freitag, 1. u. Sonnabend, 2. August, von 10—6 Uhr. kaule Ich alte, auch zerbrochene 72/5 zahle.''' pro bis _____ u Zahn_____ lur den gewöhnlichen Platin-Zahn 1—2 M., lür Piatin- Stiftzahn 2— 1 M., für Platin-Plaitenzahn 4— 8 M. im Hotel Zum grünen Baum, Kransenstro 56/58, Zimmer 1, part._ Frau V0Klcr*, Aufruf! Sofort dringend gesucht zur Verwendung Im Heimatgebiet Berlin- Potsdam- Spandau: Freiwillige 14/10 auch gv. lür Ordonnanz- und Arbeitsdienst sowie schreibge wandte Leute für Geschäitszimmer- dienst. Außerdem werden aktive Unteroffiziere für Bureaudienst eingestellt. Gebühr; Wie nichtkämpfende Reichswehr. Nähere Auskunft bei den Werbestellen: Potsdam: Priesterstraße Charlottenburg: SchloBstr.2 Berlin: Wrangelstr. 97-99. Geöffnet von 8—6 Uhr. Besonders vorteilhaftes Speisezimmef 1 Büfett Eiche 1 ICreden«„ 1 Ausziehtisch n 6 Stühle„ Mark: 2850, 3750, 4500 etc. Herrenzmer 1 Bibliothek 1 Schreibtisoh 1 runder Tisch 1 Schreibsessel 2 Stühle Mark; 2450, 3650,4875 etc. Schlafzimmer 1 Schrank mit Spiegel. Eiche 1 Waschtoilette mit Spiegel und Marmor 2 Nachtschränke mit Marmor 2 Bettstollen 2 Patentböden* 2 stteilige Auflegematratzen mit Keilkissen 2 Stühle 1 Handtuchhalter M. 1875, 2650, 2950, 3875°w. Ständig große Ausstellung von ca. 300 Herrenzimmern, Speisezimmern, Schlafzimmern, Wohnsalons, Wohnzimmern, Rächen, Dielen etc. Leder-MObel— Gobelin-Sofas und SesseL Hervorragend schöne, gediegene Ansführungen r. einfacher, mittlerer und elegantester Art u Teppiche> Kronen/ Kristall/ Porzellan. Berlin C9 Dircksenstr. 31 am Bahnhof Alexanderpl., Ecke Königsgraben. Blendend weiße Zähne durch Chlorodont die wunderbar erfrischende Zahnpaste MMsellM Hit Bonn u. Bö. sei«. Für das Arbeikcrsekretariat Bonn wird ein tüchliger Sekretär gesucht. Geeiancle Bewerber mit rednerischer und organisa- Ivris-ber Befähigung wollen ihre Angebote bis 20. August unier Angabe ihrer bisherigen Tätigkeit nebst lurzem Aulsag über die Aufgaben eines Arbeiterselrelärs an die Adreste 215/14 Kurl Aoloft. Bonn, Sandkuule Ar. 11, mit der Aufschrift„Bewerbung" richten. Gehalt nach den Be- ffimmungen des Vereins Arboitceprcsse: Dienstjahre in der Arbeiterbewegung werden angerechnet. Antritt möglichst sofort. Juwelen- Monteure, Goldschmiede, Faffcr, mägNchstmitNeben arbeiten vertraut, bei gutem Lohn in dauernde Stellung gesucht. GoldwarenfabrI.Beinstolk G. m. b. H. »erltn W., Mohrenstr. 1«. Mechaniker und 3137 b Maschinen schlosser stellt ein. Meidung S— 11 Uhr. Elektrostcherung, Friedrtchstr. 234. MälchinlIteR und Rammarbeiter für vompsrommen sofort ge- sucht. Aki.-Ges. f. B-uaA-sührungen, Baustelle Edinburger Sttaße. Vorarbeiter w. Schnitt- und Stanzenbau gesucht S43Sb Gelder& Vogel, Urbanstr. IIS. SMiZNiiM leller eines Sewerkichastshauses sucht anderweitigStclluug.Suchender ist mit der Buchiuhrung ver- ttaut und dllrite durch seine langjährig gesammelten Cr- ftihiungen in der Lage sein. derartige Beiriede mit Erfolg flibren zu können. Offenen «Mer T. 30 an die Exp-d-tion dieses Blatte»._ J�43) Wertmeister! Büchsenmacher, der in allen vortommenden Fällen der Büchsenmacherei bewandert. wie vorzüglicher Einschießer ist. suchen Söhlig& Eseh. Charlotte nbnrg, Kaiser-Friedrich-Straße 05, II. Hof. 485D Goldpoliererin in dauernde Stellung ge- sucht Goldwarrnfabr J.Weiastock G. m. b. H. verlin W., Mohrensir. 16. ZeitüligsaustfägeriDiien m>erd-n eing-st-ll, vorwärts- speöltion. Petersburger Vfötz 4. Zu melden 9— 5 Uhr. Ii Zimmer I. part. Frau Voeler. H Stenotyp iftistuen mu guter Schulbildung werden sofort eingestellt. Borst-ue: Mgemille ZrallsvMttMMvgS'M�