Nr.39Ä. 36.Iahrg. VezugSpret» t Biertelliihrl. 9/— Ml, monafl. 1»— Sö. frei ins Hans, Daraus jahldar. Paft» bf jug; Monatlich V- Ml. ftT. Sn* stellungsgebühn UmerJtreujbonb lflt Sntifchlanb und Oesterreich- Unzarn SLb M, für das übrig« ausländ 10 25 MI, bei täglich einmal. Zustellung 8,25 Ml. Paftbestellnngen nehmen an Dänemarl, Holland. Luxemburg, Schweben n. die Schweiz. Singcrrage» in dt« Post-3eiwngs»Prelslist«. Der„Borwitm" mit der Sor.mogs» beilag«»Ball n. geit* erscheint wachen» tiigtich zweunnl. Sonntags«intnal. Telegramm-Adresse; JSejlalöemotxat varlin-. � f Verliner Volksblstt. ( 20 Pfennig� Anzeigenpreis: Sit achtgespaltene Roupareillezeile lostet ILO Ml.»Slalna Anzoigan-, das fettgedruckte Wort SO Pfg.(zulässig 2 setigedmckie Worte), jedes weiter« Wort«0 Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenanzeigen dos erste Wort dl Pfg, jedes weitere Wort SO Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50%. Familien» Anzeigen, oolitisch« und gewerlschastlich« Vereins- Anzeigen 1,50 Ml. die Feile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachuitttags im Hauotgeschäft, Berlin EW Ob, Lindenstrahe 8. abgegeben «erden. Eeöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends, Zentralorgan der rozialdemohrat» fcben Partei Deutfcblande. Reöaktion und Expedition: SM. 6$, Lindenstr. Z. Zhernsvrecher: Am» Morivvlaq. Nr. I'-l OS— ISl S7. Sonntag, den 3. August 1919. vorwarts-verlag G.m. b. h», EW. vS, lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Morittplatz. Nr. 117 SZ— S1. Heia Khun internationaler Gewerksthastskongreß. Eine Trutzansage au die Washingtoner Konferenz. Amsterdam, 2. August. Die Kommission unterbreitete folgende Resolution zur Konferenz von Washington: Die Konferenz des Internationalen GewerkschastSbundes, die sich aus den Vertretern Deutschlands, Englands, Oesterreichs, Belgiens, DänemartS, Frank. reichS, Spaniens, Hollands, Luxemburgs. Norwegens, Schwedens, der Schweiz und der Tschecho-Slowakai zusammengesetzt, gibt ihrem tiefsten Bedauern darüber Ausdruck, daß das ArbeitZpro- gramm so gut wie in keinem Punkte dem in Bern im Februar 1S19 durch die gewerkschaftlichen Organisationen der hauptsächlichsten Länder Europa« aufgestellten Forderung entspricht. Sie gibt jedoch > zu, daß dieses Programm die Grundlage eines Bundes werden könnte, der nicht nur ein Bund der Regierungen, sondern ein Bund der Völker ist. Aus diesem Grund erklärt sie sich bereit, der Konf�. renz, die in Washington stattfinden soll, ihre Mitarbeit zu verleihen unter der Bebinguug, 1. daß zur Konferenz als gleichberechtigte Teilnehmer einge» loben und zugelassen werden: die Vertreter der GewerkschaftSbe» wegung aller Länder ohne irgend welche Ausnahmen, 2. daß als Vertreter der Arbeiterschaft die von den dem Internationalen Gewerkschaftsbunde angehörenden Landeszentralen bekanntgegebenen Delegierten anerkannt werden. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt werden, so werde« die bei der heutigen Sonfereuz vertretenen gewerkschaftliche« LandcS- zentralen verpflichtet sei«, an der Washingtoner Konferenz sich nicht zu beteiligeu. Die Internationale Konserenz in Amsterdam erklärt deZ weiteren, daß m diesem, Falle ihre Delegierten die Pflicht haben, energisch einzutreten dafür: 1. daß daS Berner Programm al» daS Arbeitsabkommen angenommen werden soll, 2. daß in den Dele- gationen eines jeden Landes die Vertretung der Regierung nur aus einem Mitglied bestehe, wie das für die Arbeiter und die Unter- nehmer der Fall ist, S. daß die Beschlüsse der Konferenz gültig sind, wenn sie mit absoluter Mehrheit gefaßt werden, das heißr, eine Stimme mehr als die Hälfte und nicht mit Zweidrittelmehrheit. Die Internationale Wewerkschafiskonferenz erklärt, daß diese Beschlüsse für alle in Amsterdam vertretenen Landcszeutralen bindend seien. die v!ktatore« geflüchtet. Nie«, 2. August. fKorrespondeuzburcau.) Bela Khuu, der die Aufeothaltsbewillignug für Deutschösterreich erhalte« hatte, ist in Wieu eiugettojsen. Er wird in einem Juter- »ieruugSlager«utergebracht werden. Mit Bela Khuu trafen auch Laudier und der Volksbeauftragte P o h r iu Wien ei». Sie wurden zum Polizeidrrektor geführt, von wo sie nach erfolgter Verneh- mung ins Jnternierungslager»ach Drosen- d o r f gebracht werden. Die Blätter melden, daß nach Mitteilungen ston zustän» diger Stelle die Entente die neue ungarische Regie- ruug auerkeuuell werde. In der ungarischen Gesandt- schaft herrscht heute lebhaftes Treiben. Hunderte von Per- fönen haben sich angestellt, um Pässe für die Rückfahrt nach Ungar» zu erhalten. « Wie», 2. August. Wie da«.Reu« Wiener Tagblatt� berichtet, seien für die Famlienangehörigen der zurückgetretenen ungarischen Volksbeouftraglen Einreiseansuchen bewilligt worden. Die Volts« beauftragten selbst, inbesondetc K h u n und Szamuely dürften durch die Entente ins Ausland gebracht werden. Selbstmord Szamuelps. Wie«, L. August. Die Blätter melden: Tttor Szamuely hat schon gestern die F l n ch t» r g r i s f e» und versucht bei Wiener Neustadt die Grenz« zu überschreiten, um nach Deutschösterreich zu gelange«. Er wurde aber vou Gendarmen erkannt und festgenommen. Darauf hat sich Szamuely durch eine» Kopfschuß selbst getitrt. Die Leiche wurde nach Wiener Neustadt gebracht. Aus Bruck au der Leitha ist die Mitteilung au- gelaugt, daß die dottige rote Grenzpolizei heute früh durch be- »affnete sozialistische Grrnzschutzsoldate» abgelöst wurde, die die R o t- gardipe« eutwaffuetru. Einstellung der rumänischen Offensive. Wien, 2. August Wie die ungarischen Llälter von zuständiger Seite erfahren, erreichte gestern nachmittag der Befehl der Enteme zur Einstellung der Offensive da» rumänische Truppen- kommando. woraus die rumänische Armee dem Befehle Folge leistete und die Bewegungen einstellte. Somit ist die Gefahr einer Invasion für die ungarische Hauptstadt beseitigt. Die Entente mit der neuen ungarischen Regierung uuAusrkedea. Wie», 2. August. Dem.Neuen Wiener Tageblatt' zufolge er- lläri« ein hervorragende« Mitglied der Entente- k o m m i s s i o n in Wien, daß sich die Entente mit der neuen Lage in Ungarn nicht znftiedengebe» tonn«, da in der neu konstituierten Regierung größtem«!« Männer sitzen, die an dem kom- munistischen Regime aktiven Anteil hatten. Dem gleichen Blatt zufolge hält man in den Kreisen der in Wien weilenden Ungarn da« sozialistische Kabinett er st für den An- sang der Entwirrung. Es sei jetzt die Möglichkeit ge- schaffen, daß die Budapester und Szegediner Regierung in Ver- Handlungen eintreten, um ein KoalitionSkabinett zu bilden, das allem den Willen des ganzen Landes datstellen würde. Die nächste Aufgabe sei die Ausschreibung der Wahlen zur National- Versammlung._ Vorübergehenüe öesetzung danzigs üurcb üie Entente. Haag, 2. August iH N.s AuS Paris wird gemeldet: Der Oberste Alliierte Ra» beschloß, daß die deutschen Truppen auS Danzlg zurückgenommen«erden sollen. Auch polnisch e Truppen dürfen "> ch t in dir Stadt eimücken. D» n z i g soll durch die Entente borüdrrgehend verwaltet werden. Zu diesem Zweck haben ott«ommijfionrn für die Festlegung der Grenzen ausgedehntere Ball» «achten erhalten. Die interallUette Kommission zur Msetzung der deutsch-polaischen Grenze. f« � Reinwollene Äaliste............»rette ss-ios«m Reinwollene Twills............»«»« 130-140 cm Reinwollene Alpakas...........»reite 113-140 cm Halb» und ganzseibene Gölten glatt u. bestick, Tasset-.popella- u. Rip-bindung-w Sreiie 95-115 cm Glanzreiche Kunstseide xanama-, Rips- und Krepp-Lmbung«.........»rette 15-1 to cm Seiden-Gabardin und Seiden-Kaschmir..................»reite»a- 110 cm Reinseidene und reinwollene Schleierstoffe geflretfi, broschiert und bestick! 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Der verstorbene bekannte Berliner Strafrechtsverteidiger Sello klagte nicht ohne Berechtigung in seinem 1911 er- schienenen, leider unvollendet gebliebenen Werk über die Irr- tümcr der Straffusiiz, daß sich ihm auf Grund seiner Er- fahrungen und Sammlungen ein Ausblick eröffne auf eine hypothetische Statistik der Justizirrtümer, die das Auge schwindeln mache, in eine Welt von Leid, die das Herz erbeben lasse, in ein Chaos von Irrtümern, die alle, die mit der Strafrechtspflege betraut feien, zu ernstester Selbsteinkehr mahne. Diese Klage bezog sich auf die bürgerliche StrafrechtS- chflege und hatte normale Verhältnisse und Organe im Auge, die nach Vor- und Ausbildung zur Verwaltung der Straf- rechtspflege berufen und geschult in ihrer Praxis waren. Was aber würde Sello erst sagen, wenn er noch Einblick gehabt hätte in die Militär strafrechtspflege der Schreckensjahre des Weltkrieges, für die es an Organen fehlte, in deren Personen die erwähnten Voraussetzungen erfüllt waren, für die die durch das gewaltige Anschwellen der Strafverfahren hervorgerufene Arbeitsüberlastung an sich schon die Leistungen und Ergebnisse ungünstig beeinflussen mutzte und bei der abgesehen von den Faktoren, die überall bei der Wahrheitsermittlung im Straf- verfahren eine verhängnisvolle Rolle spielen können, auch noch Faktoren besonderer Art am Werke waren, die Fehl- sprüche heraufbeschwören mutzten. Zunächst litt notwendig das Beweisverfahren an sich, das der Vorbereitung der Feststellung der materiellen Wahrheit im Strafverfahren dient, durch die Schleunigkeit und Flüchtigkeit der Ermittlungen, die vielfach i m Felde unter erschwerten Verhältnissen vorgenommen werden mutzten. Bei der Feststellung des objektiven Tatbe- standes, der vielfach von grundlegender Bedeutung für die ganze Untersuchung und das Schicksal des Beschuldigten ist, fehlte es häufig an der erforderlichen ruhigen und umfassen- den Genauigkeit und Sorgsamkeit aller Erhebungen. Was gehört nicht alles nach moderner kriininalistischer Wissenschaft und Praxis zur zuverlässigen Feststellung des objektiven Tatbeslandes! Vermeidung der Verwischung oder Veränderung von Spuren durch unberufene Hände, sorg- fältigste durch berufene Sachkenner zu erfolgende Aufnahme aller, auch der unbedeutend erscheinenden Realien, Verwertung der modernen Hilfsmittel der Kriminalistik(Photographie, ' chemische, mikroskopische, daktyloskopische Untersuchungen) und dergleichen mehr. Methoden also, die in der Strafrechtspflege der Militärjustiz im Felde und vielfach auch in den Etappen und Garnisonen ganz einfach häufig unberücksichtigt bleiben mutzten. f WaS das häufigste Beweismittel, die Zeugen, an- geht, so sind gewichtige Bedenken überall da zu erheben, wo ihre Vernehmung nicht in der richtigen, zuverlässigen und fachkundigeil Weise erfolgt. Mangelnde Erfahrung, Eile und Arbeitsüberlastung in der Person des Vernehmenden können zum Nachteil des Beschuldigten verhängnisvolle und nicht wieder gutzumachende Folgen haben. Die Forschungen der letzten zwanzig Jahre haben auf dem Gebiet der Psycho- logie der Zeugenaussage die wichtigsten und wert- vollsten Ergebnisse zutage gefördert.„WaS diese Wissenschaft betrifft, eL ist so schwer, den falschen Weg zu meiden, es liegt in ihr so viel verborgenes Gift..." Nicht das wissentlich falsche Zeugnis ist die ge- fährlichste Fehlerquelle richterlicher Wahrheitserforschung beim Zeugenbeweis. Sie ist vielmehr überall da gegeben, wo zwar ein an sich wahrheitswilliger Zeuge vorhanden, aber seine Fähigkeit, wirklich die Wahrheit zu sagen, nicht vor- handen ist. Hier kommen Unvollkommenheiten der Fähigkeit. - Wahrnehmungen zuverlässig aufzunehmen, zuverlässig sich ihrer zu erinnern, zuverlässig sie wieder zu geben, in Betracht. Mängel der Auffassung, der Sinne, des Intellekts, der Bit- dung, der Erinnerungstreue spielen hier eine bedeutende Rolle, desgleichen die Phantasie(Veranlagung zur sog. IPssuclolo�ia phantastica), Beeinflussungen, Suggestionen und auch die Autosuggestion� Schon vor dem Weltkrieg waren diese Fehler- quellen materieller Wahrheitserforschungen beim Zeugen- beweis vorhanden und erkannt und mutzten die Menschen, die über Menschen zu Gericht satzcn, zur Vorsicht mahnen in der Bewertung einer Zeugenauslnge. Wie sehr aber bedurfte es erst dieser Vorsicht bei richtiger Einschätzung der Psychologie eines Zeugen im Felde oder in der Etappe? Man wird sicher von einer Psychologie des „feldgrauen" Zeugen reden können und es wäre hoch- interessant, darüber Erfahrungen und Forschungen zu ver- öffentlichen. Wie wirkte zum Beispiel monatelangcr Stellungs- krieg auf den Wert des Zeugen als Objekt der Wahrheits- erforschung, auf seine Zuverlässigkeit in der Fähigkeit wahr- zunehmen, sich zu erinnern und wiederzugeben? Wie wirkten Verwundungen, Entbehrungen, körperliche und seelische Ein- slüsse, Stimmungen und Suggestionen in der Bereitschafts- stellung, in der Etappe, in der Garnison, wie die Trennung von Weib und Kind, die Sorge um die Zukunft? Die bei den Zeugenvernehmungen im militärischen Er- mittelungsversahren leider vielfach fast zur Regel gewordene Vereidigung der Zeugen schon im Vorverfahren unterliegt den schwersten prozessualen Bedenken. Sie legte den Zeugen von vorn herein auf eine Aussage fest und der- baute dem nicht ganz gewissenhaften Zeugen ein Abgehen von ihr in der nach pem Gesetz für die Urteilsfällung allein maßt gebenden Hauptvcrhandlung. Oder sie hatte zur Folge, datz der Zeuge überhaupt nicht in der Hauptverhandlung zu er- scheinen brauchte und statt der unmittelbaren mündlichen Vernehmung die Verlesung des Protokolls über die frühere erfolgte. Unentbehrlich ist,— um von einem anderen wichtigen Beweismittel zu reden— in vielen Strafverfahren der Sachverständige. Kam er immer zu Wort, wo es nötig war? Und wenn er zu Wort kam. hatte er Gelegen- heit zu eingehender Unterrichtung? Kam der Psychiater zu W ort bei Spuren degenerativer Abstammung des Angeklagten bei pathologischer Alkoholwirkung und neurasthenischen Ver- änderungen, die vielleicht erst im Felde zum Ausdruck kamen? � Auch die Persönlichkeit des Angeschuldigten selbst und seine Einlassung auf die Beschuldigung gehört zum Beweis- verfahren. Insbesondere sind falsche Geständnisse häufiger als der Laie ahnt. Sie können auf Motiven eigener Art beruhen oder auf gewissen Anomalien, auch auf Einwirkungen äutzerer Art(geistige Tortur der Haft, häufiger Vernehmungen) und auf seelischer nervöser Zermürbtheit. Um der Gefahr zu ent- gehen, ein falsches Geständnis nicht zu erkennen, bedarf es aber einer genauen Erforschung des Angeklagten und seiner Psyche selbst, seines Vorlebens, seiner Motive. Wer wagte zu behaupten, datz hier immer das Erforderliche geschehen sei? Solchen Problemen der Wahrhcitsermittelung, die hier nur kurz angedeutet werden konnten, standen nun die mit der Militärstrafrechtspflege betrauten Organe gegenüber. Junge G e ri ch t s o f f i z i e r e ohne jede Vor- bildung und Erfahrung für solche Betätigung hatten die ersten und wichtigsten Vernehmungen zu machen, die oft entscheidend waren für den Ausgang des ganzen Verfahrens. Junge Assessoren oder Rechtsanwälte, mitten heraus- gerissen aus der Zivilpraxis, amtierten als Kriegs- gerichtsräte und hatten unter dem gleichfalls oft im Straf- verfahren völlig unerfahrenen Gerichtsherren das ganze Ermittlungsverfahren selbständig zu sühren. Ueber welche Erfahrungen und technische Kenntnisse verfügten sie zur Er- süllung ihrer verantwortungsvollen Aufgaben? Der Mangel kriminalistischer psychologischer Erfahrung, der Mangel an Reife und Selbständigkeit, an völliger Beherrschung aller Mittel der Wahrheitseriorschung, an objektiver unbeeinflutzter Stellungnahme lag vielfach offen zutage. Dem Angeschuldigten gegenüber mutzte er vielfach notwendig dazu führen, datz seine Rechte, die ihm auch die Militärstrafgerichtsordnung gibt, verkümmert wurden. Berücksichtigt man nun noch, datz die Verteidigung, die zur Vermeidung von Justiz- irrtümern auch schon während des Ermittelungsverfahrens beitragen sollte, nach Militärrecht autzerordentlich be- schränkt war und überhaupt erst nach Abschlutz des Ermittelungsverfahrens einsetzen konnte, datz auch nur in seltenen Fällen beruflich geschulte Personen als Verteidiger in Tätigkeit treten konnten, datz es bei den Urteilen der Feldgerichte überhaupt keine Rechtsmittel gab, so darf sich der Kriminalist allein schon uns Grund der feststehenden unerbittlichen Forschungs- ergebnisse seiner modernen Wissenschaft die Klage Seüos zu eigen machen und mit Grund besorgen, datz unter der Riesenzahl von Verurteilungen durch Militär- gerichte viele Justizirrtümer vorgekommen sind, weil 'ihren Urteilen nicht die materielle Wahrheit zugrunde lag. In ähnlicher Weise wie bei der Feststellung der Schuld haben die angedeuteten Faktoren vielfach auch bei der F e st- setzung der Strafe eine bedenkliche Rolle gespielt, und dies hat zu gelten auch da, wo die Verurteilung an sich keinen Bedenken unterliegt, also ein eigentlicher Justizirrtum nicht in Frage kommt. Leicht zu erfassen waren natürlich jeweilig die Straf- verschärfungsgründe. Die strenge Disziplin, das Bedürfnis, den Strafzweck der Abschreckung zum Ausdruck zu bringen, und— vielleicht unbewutzt— die Bedcutuugslosig- keit, die das Einzelschicksal im giantischen Ringen um Sein oder Nichtsein des ganzen Volkes hatte, sprechen hier zuerst mit. Aber solchen Strafzumessungsgründen gegenüber trat vielfach in den Hintorgrimd oder wurde ganz vergessen, was in der Person des Angeklagten strafmildernd wirken muhte. Die durch Kriegsgeschehnisse verminderte Widerstandskraft gegen zur Tat treibende Motive, körperliche oder geistige Schwächen, Ver- anlagung, Vorleben, Gesinnung, Folgen, die die Strafe gerade für diesen Täter über den Strafzweck hinaus haben wird. Vielfach kamen solche Momente gar nicht zur Sprache, weil der Angeklagte selbst stumpf, unbeholfen, eingeschüchtert war und zu seiner Verteidigung nicht das Erforderliche vor- zubringen Mutzte, der Offizialverteidiger aber der Situation entfernt nicht gewachsen war. So sind unter den vielen taufenden von Kriegs- teilnehmern, die im Kampfgebiet oder in der Etappe, in der Garnison oder auf Urlaub gegen Strasbcstimmungen gefehlt haben sollen und von der Strenge des Gesetzes erfatzt worden sind, ganz zweifellos viele, viele dem Justiz i r r t u m zum Opfer gefallen. Die Forderung nach weitgehendster Amnestie ist daher nicht nur aus allgemein menschlichen und der neuen Zeit entsprechenden sozialen Empfindungen, sondern auch wissenschaftlich strafprozessualen und krimina- listischen Gründen berechtigt. Zur Psychologie öes Zrieöens- jchiusses. Professor Förster sendet uns aus Zürich folgenden Brief mit der Bitte um Abdruck: Sehr geehrte Redaktion I In Nr. 362 Ihres geschätzten BlatteS hat Herr Viktor Schiff in durchaus sachlicher Weise zu meinem Artikel im„Berlner Tageblatt"„Nach FriedenSschluh" Stellung ge- nommen. Natürlich wäre eine Diskussion in einer Tageszeitung dem Umfang des in Rede stehenden Problems nicht gewachsen. Erlauben Sie mir nur folgende Bemerkungen: Herr Schiff geht von der Auffassung au», durch den Versailler Friedensschluh hätten meine Ideale Schiffbruch erlitten. Diese Auffassung ist mir ganz unbegreiflich. Wie kann meine Ueber- zeugung: datz wir vor dem Untergang unserer ganzen Kultur stehen, wenn nicht in der Völkerpolitik der Machtwabn überwunden wird— wie kann diese Ueberzeugung dadurch widerlegt werden oder Schiffbruch erleiden, datz diesmal unter dem Eiifflütz der furchtbaren Erbitterung der alliierten Völker über vier Jahre beut- scher Kriegführung und Kriegsverlängerung die neuen Ideen noch nicht durchbrechen konnten? Wenn jetzt gleichwohl eine höher« Idee der Völkergemeinschaft da ist, auf die man sich berufen kann und die das unvollendete Werk unwiderstehlich fortsetzen wird, so ist dies da£ Wilsons A-dien� auch wenn ihm die Kraft gesWt ■■»Vr-----•'■......- hat, feine Ueberzeugung gegenüber der ungeheuren Macht des Mitztrauens und des Hasses durchzusetzen. Vielleicht wollte Herr Schiff sagen, datz mein Glaube an die westlichen Demokratien Schiffbruch gelitten habe. Aber auch daö könnte ich nicht zugeben. Obwohl ich weitz, datz der Pazifismus in jenen westlichen Demokratien unvergleichlich stärker war als bei uns— sonst hätte ja auch, Wiljpn fem Programm gar nicht auf- stellen können—, war mir doch niemals zweifelhaft, datz jener westliche Pazifismus nur unter lebendiger Mitarbeit des alten deutschen Geistes zum Triumphe geführt werden könne. Ich habe in diesem Sinne in meinem Buche„Weltpvlitik und Weltgewissen" ausdrücklich(S. 131) gesagt: „Wer die internationalen Ideen der Entente betrachtet, dem wirb stets aufgefallen fem, wie blatz, abstrakt und mechanisch diese Ideen blieben, wie wenig das abgeschlossene englische Insel- Volk oder das auf Jahrhunderten von nationalistischer Tradition stehende ftanzösische Volk oder das ferne Amerika imstande sind, das lebendige geistig-siitliche Ferment zu schaffen, das die künftige Völkergemeinschaft zusammenhalten kann. Die Welt warte: darauf, datz aus der Tiefe der alten deutschen Menschlich- keit, der alten deutschen föderativen Begabung die lösende und heilende Völkergerechtigkeit komme, die in dieser Weltnot die . allein rettende Realpolitik bedeutet." Datz diese alt« deutsche Menschlichkeit und Universalität nicht kam, um sich mit den Anhängern der Wilsonsche» Ideen zu ver- einigen und jenes furchtbare Mist trauen gegen Deuffchland zu über- winden, das die eigentliche Ursache der Niederlage Wilsons wurde— darin lag wohl die verhängnisvollste Versäumnis der Wochen und Monate nach dem Waffenstillstand«: Immer nur Protest und Weh- ge schrei über das, was Deutschland zugefügt wurde— kein einziges gutes Wort über den Jammer Nordfrankreichs, kein einzige? Wort der Scham und Verdammung über die preutzische Kriegftihnmg. keine offene und tapfere Absage an 20 Jahre deutscher VerHerr- tichung von Blut und Eisen und Verhöhnung der Ideal: der Völkerverständigung! Das eben wäre der erste wirkliche Schritt zum Völkerbunde gswesen, wenn weite Schichten des deuff�en Volkes endlich einmal das den andern Zugefügte tief als national: Schuld empfunden und dementsprechend die schwere Züchtigung unseres Militarismus durch die Wut der Verletzeten beurteilt hätten: Datz unsere moralische Kraft für dieses Hinausgehen über die eigenen Grenzen nicht mehr reichte— das mutzte das borläufige Schicksal des Völkerbundes besiegeln, Dieser Mangel an nationaler Einkehr, mutzte e? auch mit sich bringen, datz man auch dem eigmen ins Elend geführten und für den Machtwahn herrschender Schichten mitzb rauchten Volle kein Wort männlicher Selbstanllagc fand— wie sehr hätte solche Selbst- Überwindung in allen Kreisen die sittlichen Mächte entbunden! Nun heitzt es: Wie kann man den regierenden Kreisen daraus einen Vorwurf machen, sind sie nicht unablässig durch Putsch de droht und beunruhigt worden? Antwort: Will man denn nicht sehen, datz es gerade die fatale Halbheit der neuen Männer war, die der Putschpolitik so weite Kreise des deutschen Volkes zuführte? Was weit« Kreiso.de:- Auslandes und des deutschen Volkes rermitzt haben, das war auck gar nicht so sehr das Schuldgeständnis nach autzen hin, als viel mehr eine Ausklärung des deutschen Volles selber über die sjäuze offizielle deutsche Kriegslüge mit all ihren völlerver hetzenden Entstellungen der wirklichen Ursachen des Krieges und der Kriegsverlängerung. Es hätte sich dabei gar nicht um Publi- kaiion neuer Mten gehandelt, es genügte für jeden, der lesen kann und will und der mit offenen Augen die deutsche Politik der letzten beiden Jahrzehnte beobachtet hat, die offenkundige Selbstisolicrnng Deutschlands durch die verblendete Stellungnahme der machthabenden Kreise zu allen generellen und partiellen Verständigungsversuchen des Aus- l a n d e s(Haag, Chamberlain, Grey, Haldan«.. Ei hätte ge nügt, diesen Geist der deutschen Weltpolitik zu erfassen und bei Namen zu nennen, sein Auswirken in dem Ultimatum an Serb'.en und in der Ablehnung der englischen Vermittlungsvorschläge fest- zustellen und endlich sein kriegsverlängerndeZ Wirken durch Einschüchterung jedes unzweideutigen Auftretens der deutschen Regie- rung betreffs der vollen Wiederherstellung Belgiens zu beleuchten. Keine Akten der Welt werden den prcutzischen Militarismus van der Hauptschuld an der Verrohung Europas und am Weltkriege entlasten. Und weil daS einfache deutsche Volk, das diesen Mili- tarismus während des Krieges nur zu anschaulich kennen und fühlen lernte, das ganz genau weih und auch das Elend der ver- sklavten fremden Bevölkerungen viel tiefer in sich ausgenommen hrrt als die oberen Klassen, so hat es dunkel nach einer Regierung verlangt, die das richtige Wort finde, jene flachbeladensn Tradi- tionen nun auch laut und deutlich als solche zu bezeichnen und die durch solche Präzision des Urteils über das Per g a n g e n c auch allein zu vertrauenerweckender Klarheit in der Ausstellung ihres Zukunftsprogramms gekommen wäre. Es ist nicht richtig, datz das Ausland vor allem durch Männer, wie H. v. Ger lach, W. Herzog, Greving». a. zum Mißtrauen in das neue Deutschland gebracht wurde— n«n, es war die Tonart fast all der offiziellen Kundgebung�» und vor allem das, was nicht darin stand, was diesem Mißtrauen immer stärkere Nahrung gab. War um sind z. B. Erzberger» Aufklärungen nicht schon vor Monaten gemacht worden. Das hätte doch eine reinliche Scheidung ganz anderer Art zwischen dem alten und dem neuen Deutschland eingeleitet cmd hätte dem deutschen Boll: vieles, was vom Ausland kam, begreiflicher gemacht und dadurch zum Abbau der Völkerverhetzung beigetragen. Warum ha! Herr Hautzmann sein Versprechen nicht gehalten, nach Kriegsende Auf- klärung über den Fall Dirpitz-Haldane zu geben? Die Aufklärung über diese und andere Sehukdftagen fft ein« Pflicht gegenüber dni- deutfchen Volke. WaS das Ausland tut oder nicht tut, darf uns dabei gar nickt berühren. Ob der Friedensvertrag d-urck alle solche Auftlärimgev»»> Umwandlungen nock wesentlich beeinflußt worden wäre, kann ge wiß bestritten werden. Ich habe ja auch für den Friedensvertrag nicht bloß jenes Berfagen des neuen Teutschland in der Echuld- ftage, sondern weit mehr>50 Jahre deutscher Realpolitik mck vier Jahre preußischer Kri«gfiihr«ig" verantwortlich gemacht— vor allem auch das Nichteingehen Deutschlands auf Wilson? Januar- und Februarboffchaften 191S. Auch die Propaganda für den An- schluß Deutschösterreichs Hai wesentlich dazu beigetragen, den sran- zösischen Widerstand gegen Wilson aufs äußerst« auszupeitschen. !Kan wollte kein neues„Grotzdeutschlaiid" als Frucht eines solchen Ringens. Im übrigen: Ich habe den Abstand des Pariser VertvageS von WikstmS Versprechungen in einer vor alle« für das Ansl»ch de» WllM.tgi Arfiklvsihe fii der»Neuen Zirafjct Zeitung" ta&tj charakterisiert— dem deutschen Publikum aber kann man nicht nachdrücklich genug sagen, daß Deutschland nicht mit Engeln, son- dern mit Menschen Krieg führte und baß der Pariser Vertrag eine nur zu begreifliche Antwort lebendiger Menschen auf vier Jahre Verbrechen und Wahnsinn waren. Und je deutlicher das dem beut- scheu Volke zum Bewußtsein gebracht wird, desto größer wird die Möglichkeit, daß Männer, wie General S m u t S, die Führung in die Hand bekommen und daß die ruhig gewordenen Völker einer gründlichen Revision dcS Friedensvertrages zustimmen. Mit vorzüglicher Hochachtung Fr. W. Foerster. vsrbanöstag öer Suchbwöer. Würzburg, 1. August 1919. Fünfter Bcrhandlungstag.� Der VerbandStng behandelte heute in geschlossener Sitzung den Punkt'„Unsere Lohnbewegungen". Das einleitende Refe- rat hielt der 2. Vorsitzende des Verbandes Härder« Verlin, der die Bewegungen während des Kriege? eingehend besprach. Der Ver« band tat alles, um die Lohnverhältnisse der Kollegen zu verbessern. Von einer Kündigung der Tarife wurde � Abstand genommen und versucht, neben den Tariflöhnen wesentliche Teuerungszulagen zu erreichen. Dam Verband ist eS dabei allerdings nicht gelungen, ebenso hohe Löhne zu erreichen, wie einige Spezialberuse sie erzielt haben. Ein Schiedsspruch des ReichsarbeitSministeriumS über weitere Teuerungszulagen vom 4. Juni d. I. erkannten die Unter- nehmer nicht an. ES gelang aber durch weitere vom ReichSarbeiiS- amt herbeigeführte Verhandlungen, eine Verständigung mit den Ar- beitgebern zu erzielen. Die Grundlage der derzeitigen Tarife bildet der Vierstädtelärif(Berlin, Leipzig, München, Stuttgart), um den sich Tarife weiterer �Orte gliedern. Es entsteht nun die Frage: Was fall weiter geschehen? Soll die bisherig« Dezentralisation beibe- halten werden, oder soll der Weg weiterer Zentralisation beschritten werden? Da kann es nur eins geben: Der Weg zur R ei ch S t ari fg« m e i n'sch a f t, für die sich der Verbandstag be- reits gestern ausgesprochen hat. Zu einem gemeinschaftlichen Reichs- tarif mit den übrigen graphischen Berufen fehlen noch die Vorbe- dingungen. Zuerst müssen die einzelnen Berufe ReichSiarife haben und diese einander möglichst nabegebracht werden. Wir stehen nun vor Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Vertrags für die vier Städte. Da wollen wir den Abschluß eines Tarifs für das ganze Reich beraten. Zunächst werden wir veriuchen, eine provisorische Regelung der Löhne für die vier Städte durchzuführen, die dann in den Reichstarif übergeleitet werden sollen. Die Arbeit- Seber treffen bereits Vorbereitungen fiir die kommende Bewegung. 'ür unß gilt e», alles zu tun, um den Verband so auszugestalten. daß wir die«vent. Kämpfe siegreich bestehen können. Unser Ziel muh sein, zu einer festen, reichstariflichen Lohnregelung für die gesamte Kollegenschaft zu kommen.(Lebhafter Beifall.) An da? Referat schloß sich eine ausgedehnte Diskussion, die den ganzen Tag auLftillte. Die Redner trugen die Wünsche ihrer Filialen vor und nahmen Stellung zu der Frage der Reichstarif- gemeinschaft, für die sich die Mehrzahl aussprach. Verlangt wurde u. a. die Abschaffung der Akkordarbeit. Richtigstellung: Der Delegierte H ö l tz e l- Hirschberg ersucht, mitzuteilen, daß er nicht Mitglied der Kommunistischen Partei sei. Theater öer Woche. Luiscu-Theattr: i. die 7.„Wenn grauen lieben", 8. bis 11.„Der ver» flössen« Refjdorf", 3. n.„Der Hiittenbesstzer", 10. n.„Der Leiermann und fein Pflegekind".— Urania! 3., 8., 9.„Obereugadtn'—-- 10. n.„Die Insel R Ilgen", 5., 10.„3m Lande de ,Lum Hocdfirn der Jungfrau". Täglich: Valksbiihnei„Der Kuhreigen", 3., 10. n.„Die Fledermaus".— Deutsche» Theater!„Auch ich war ein IUngling".— Kammerspiele:„Das Weib und der Hampelmann".— Theater des Westen»!„Die Ecisha".—£. fing. und SpIUgen", 4. ab., 8., der Mitternachtssonne", K., 7. Theater!„Charleys Tante".�— Deutsche»«iinstlertheater! Rutschbahn". — Theater in der Königgräher Strage-„Der Häuptling".— Komädienhau»: „ßiseiott von der Pfalz".— Berliner Theater!„Die Dame im Frack".— Schiller-Theateri„Alt-Heideiderg".— Kleine» Theater- hinterm Baume der Erkenntnis".— Komische Oper:„Schwarzwaldmädel".— Lustspiclhan»!„So ein Mädel".— Trianou-Theater:„Der gute Ruf", 3., 10. n.„Zohannisseuer". — Residenz-Theater!„Da, hithere Leben", 3., 10. n.„Gespenster".— Met-opol- Theater-„Die Faschingssee".— Theater am Nollendorsplah!„Die Puppe", 3. n. „Drei alt- Schachteln", 10. n.„Der Iuxbaron".— Thalia-Theatcr:.fungier Sonnenschein".— Rene» Operettenhau»!„Die Dam« vom gtrkus"/, Ü,?'/, 1 EinSensatlons-i i Äug,-Programm,; 6 Antonetts j ber.Akrob.-Famllle. I �Hanni u. Angela| 1 Luft-Akt. P Klug Louis& Solln die Todeslelter.[ j Jean Clermont j Zirkus-Parodie. Schich'tel's künstl. Menschen I iven Andersln Tanzakt. 2 öezettys akrobat. Neuheit. ! Hoock&Pauly,: die Urkomischen. Rud. Mälzer, der sächs. Komikerl j 1 Sonnt S1/» Uhr: jed. 1 ! Erwachs. 1 Kind frei 1 1 Winter- Harten Heute Z Vorstellungen 3l/s Uhr Kleine Preise, Kind d, Hälfte 1 Uhr Auftreten des Detektiv Erik Jan Maria Rapp L Koloratursängerin von der ehemalig, kalserl. Oper In Petersburg und Moskau. Carl Bernhard Humorist Ferry Corwey Musik-Clown. Whüby Co. dl« mysteriöse Tafel. GdzaVaradyT nippe Gesangs-Tanz-Ensemble. Mia und Gerti Rollschuhi&uferinnen. Karl Edler mit sein. Kollegen„Nicki". Hansi Imanns Dressurakt 4 Tavos Luft-AkL Kinomatograph. Carlshof a. Spandauer Schiff. Kanal n. Bahnhof Beusselstr. Jeden _ Sonntag � Gr. Konzert In allen 3 Sälen Tan*. Jeden Mittwoch: Kinderfest Konzert und Tanz. VergD.-Park, Marlo,u.-Th. dll Ruderboote. WlWIemar. Berliner Theater Ooflfpielbicettion Volker Stomn Ab heute täglich 7.1» Uhr: M Z« W Zllll Vaudeville in K Akt. v. PordeS-Milo GesangStexte von Will. Gteinberg Musik von Malter Kromme Hauptdarsteller! Käthe Dorsch n Richard Settins Marlon Illing.— OSkar Linke. Herbert Kiper. Ludw. Michaelis. Turt Bois. linze: Sgon MangelSdorsf. Wochentags 6, 8 Uhr, Sonntag* 4, 6, 8 Uhr Vorverkauf 12— 1 Uhr an der Tageskasse, Freikarten ongflftlg National-Theatep 8 Ehr 8 Uhr StOrmischer Erfolg! Familie Hannemann. M�Schanbnrg'�Vk TtnOreosstc. 64, am Andreasplah(Rontorbta): Ringkampfe 4 Uhr und 7 Uhr, 15/2 Außerdem t US WS? ZllWWM«. Festkonzert-Woche Sil iDlniii des Persönlich Bonita Rerol. Die beiden Gaften der Frau Ruth m» Kurt Göt* Vtrsafier i H. Oelee« Regt», R. Blcbradi Wodieniegt ab I Uhr/ Soemlo»*» l*r ■® A Ä k�serubderv PJULÄST £va F3ay j!m Zusfspie/ Das iatichie Neg jj Zoo logischer Harten. Heute (am I. Sonntag im Monat): MM-SWelkOMk. Zo0 so'k Aciua Kinder die Hälfte. AQUARIUM. Theater a.Kottbns.Tor Allabendlich 71/, Uhr LMs-8Ängs? ' 9 enem. Mitgl. der Stettiner Singer Humor. Spielplan Sommerpreise 1 untergütiger Mitwirkungder nachgenannten Dirigenten, Komponisten, Solisten und Bühnenkünstler.:;;. Sonntag, S. August, Spandauer Bock(Stegmayeri Dienstag. 5. August, Vereinsbraaarel, Neukölln, Hermannstr. 214 Mttrtroch, 6. August, Cafd Heyne, Has.nhelde 46/44 Donnerstag, T.Aug., Bockbrauere), Chausseestr. 64 Sonnabend, 9. August, Schloßpark- Restaurant, Steglitz, Scnloßstr. 42 Sonntag, 10. August, Theatergarten, Charlottenburg, Kantstr. 12 Dirigenten: Paul Lasko, Carl Zimmer, Gastdirigenten u. a.: Johannes Doehber/ Carl Oieflel-Bayreuth/ Dr. Felix Gllmher/ Victor Hoilaender/ Hans Krüger/ Ludwig Kuckatz/ Paul Linke/ Prot. Ochs/ Max Rhode Dr. Siegfried Prager/ Walter Wlnnig/ Georg Wöhlert Mitwirkende u. a.: Das Solisten-Blasquarteit und Fanlaren-Trompcter- chor des I. T.-O./ Lore Kern, Vortragskünstlerin Kornelia Lohse, Alt/ Ruth Mlrcker, Sopran, Anna Müller-Lincke/ Karl Muth, Bariton/ Rene Paly, Tenor/ Anna Prager-Wüllner, Mezzosopran, Slgf Sauden, Humorist/ Gertrud Schuck, Koloratursängerin/ Ellen von Schalk, Sopran/ Hertha / Stolz, Sopran/ Friedrich Voege, Baß/ PROLOG verfaDt u. gesprochen von Friedr. Voege. Serenissimus- Zwischenspiele mit W. K 1 o c k o w als Serenissimus und Friedrich Voege als Kindermann und großem Gefolge. Unsere bekanntesten Filmsteme haben ihr Erscheinen zugesagt. Anfang der Konzerte■ an Sonntagen um 6, an Wochentagen um 7 Uhr. Eintritt 1 Wnrk. Orcliester-GESCliältsslelle W ßlüsyreDtlierStr.!S Telephon: kürtürsTjeöo u. 3401. ScMoSbr. SchSneberg Hnuptftr. 128/128. Sonntag: Der große Tischler(Salzburg) gegen Brfkson(Dänemark). Rachdemt Bambola(Neger.Dhamp.) gen Gemme) Hlntxe(Berlin) gegen Petldean(Berlin). Klnetxky(Schßnederg) Naher Ostpreußen). Karfürstendamm 236 Direktion Jilejbert�oldschmld� POGROM 7 Akte Znr Verbreltqng der Wahrheit für den Film gestellt von H. Fredall. Hauptrolle i Jlka GrOning. Außerdem: Der SadebaU. Schwank In 2 Akten. Regle: Rndolt del Zopp. Potadamer Str. 38 Bnmo Kästner in Die Bodega von Los Cuerros« Turmstr. 12 Das Oeheimnis von Mayerling. Alexanderplatz-Passage. Friedenau, Rhelnstr. 14 Lotte Nenmann im Filmspiel Das Nnrvenscliloss. Hubertus- Säle, SctaOnbolx. Jed. Sonntag, Mittag Sonnabd. Groß. Ball Aug.1 Anf. TUV. Volksstook mit Konrad Dreher Meilta Petrl LeoPeukert Wochenteo« 6, 8 Uhr Sonntag« 4, S, 8 Uhr U I»..... vvjwwmir' ♦PW�INBOtBAR« Piano, -leg. schwarze», 1800,—, Ruß- daumptano 2800,—, Konzert- '!N0 2500,—, perkaust Errzat, ■-- jfijjjj. f MMerlplaii König Krause Yolkaat&ck mit Konrad Dreher Melita Petri Leo Penicert Fried rlehatraaM M» UmpoaprlDiaentn Bebanaptol mit RunnarTolnaes Klara Wlath Maaachrpt /W»l»b»tg»a»f Polo lieZkl In der Tragddla Kreuziget Biel mit Albert Patry, Magnus Rtfftor, Harry Lladtka Regle: Georg Jaeeby DOhen eberg Die Sflnderln Pilmnovetle mit Erika Glttmaar Reglet Lee Laeko Hueohetde. 7. Wooha Die Austern- prfnzessh Dan«rröeat. deute ehe Lmataplel mtt Oaal Oswalda, Harry Lladtka, Victor Janson, JulluaPalkenataln Regie: Ernst Labltsch Woefceataga 8. 8 Uhr Sontaq» 4, 8, 8 Uhr Voigt-Theater SabTtnchc 55. TU Uhr: Sie»er-WA. Vorher: Vsrietö-VorsteUuri?. ErSssnung 3 Uhr, Ansang 5 Uhr. Jed. Mittw., Sbb.,Sonnt.: Soll. Seite- Oraler 7/9 Kastauirnallee 7/9. Neptun's Buminslfalirt. arskNalfige« Doricte. »fe Ba». Ansang 4", Uhr._ Sortlmentsbudchandlfi. Torwarts, Linbenstraß« 1 fiut Aufführung im Vallaee-Xhealec. Bader: t* Das Gefetz Tragödie in drei Mten. Preis kart. 3�0 M. 21 A!öxsntIerstr.2I 10 ZMlsMten und die burleske .VsterolmeKmir Kolossaler Lacherfoig. Nach der Tarn 7 Vorstellung:* itll�e .Anfang 7 U. Sonntags 4 v. Bei»chönem Wetter Vorstellung Im herrlichen Naturgarten. KaHeekliehe geöffnet. r Park-Restaurant' SSdende» Jeden 446 D* Sonntag nniilXittvaeli; Großes Gartcnkonzert.! Jeden Sonata Dienstag Donnerstag und Sonnabend: Moderne lanz-AbenflE. Wen Vollen Kuchen prima laeNrrl. 7 lallig ohne Anrichte. ML 375,— mit Anrichte.„ 483,— Nengebauer, Eharlotteabarg, Dilmarphotfec Str. 128 Ecke Schillerstrah«. Rein Loben. Die Gabe der ZWW. m 3.20. Euter Ton uns feine Sitte, Deschenkwers 5.50. Mab. Tanziehrduch 3�5 Bekämpfung der Schüchternheit 3L5. 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Helene Merkel als Gattin Älara Merkels Marie Merkel/ Achter. Berlin, 1. August 1919. Kameruner Str. 17. Die Beerdigung findet am Dienstag, 6. August, nachm. 4 llhr, von der Kapelle de» Nazareth- Friedhofe», Tee- straße, au» statt. Danksagung. Fllr die vielen Beweise auf- richligster Teilnahme und reichen Kranzspenden beim Heimgange meine» Manne», unsre» Bater«, de» Dreher» Itadert Rohm sagen wir allen«erwandten, Freunden und Bekannten sowie den Kollegen und Kollealunen der Firma Knorr. Bremse, den Drehern und Revolverdrehern der Firma Daimler(Marien- feldes, den Deutschen Metall- arbeiterverband, dem Sozial- demokratischen Wahlverein Neu- kölln, den Rmichbrlldern und -Schwestern de, Rauchklubs .Weichselb lotf, denMiiglledern 6e» �Zentral- Raucherbunbe»" und den Mietern de» Hanse» Herrfurthstr. 2 unseren he lichsten Dank! sVw /ttari« Rohm geb. Urban, nebst Kindern Herrfurthstr. 2. Von der Reise zurllck: Dr. Wilhelin Klein, Leeste. S9. 153A Von der Reise zurück: Zahnarzt Israelzlk. ich habe meine Praxis wieder aufgenommen und mein Institut kilr Behandlung mit kllnstlicher Hohensonne u. Diathermie wieder eröffnet. Or, Alfred Mendeison, ScBwäbisehe Str. 7. Bruchkranke können auch ohne Operation u. ohne Berufsstörung gehellt werden. Nurpersönl.Behandi. Sprechstunden nur Sonntags von 10—1 Uhr. 161/3* Dr. med. Albert Laabs, Arzt, Berlin W 35, Potsdamer Straße 102. WieeiilMer beseitigt DSr!ÄHaussalbel jed. Hautausschi, Flecht, I Hautjuck, bes. Beinschad., Krampfadern der Frauen I u. dergl, in Originaldosen 1 4 50, 7.50 erhältlich In der I „Elefanlen-Apoihcke" Berlin 213, Leipzigerl Straße 74 fa. Dönhoffnl 1■ mmmmm Isolierten Kupferdrahf, Litzen undWachsdraiit, kauft höchstzahlehd Ingenieurbureau Scbllchtlni Berlin W 9, Linkstraße 10. Tel.: LDtzow 3705 und 8518. Elektromotore Gleicbstrom:: Drehstrom kauft[• IngeoieorliureaD SdiHehtlon Barlln W9, Llnkstr. 10. Tel. 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Die letzte zahlreich besuchte Mllgliederversamm- iung vom 25. Juli hat beschlossen, zn diesen neuen Beitrags siitzen den bisherigen Ortszuschlag von 2,— AI. pro Monat zu erheben. Demnach stellt sich der Beitrag ab August wie solgt: bei einem Ginfoimnen bi» 150,— M. Bettrag-fiasss Iii 3,— Ttl. Monatsbeitrag bei einem Gintommen von 150.— bis unter 350,— M. Beitragsflaffe II, 4,— BL Mvn-t-beitrag bei einem Einkommen von 350/— M. und darüber Beltragsflass« I, 5,— Ht. Monatsbeitrag fstr Jugendliche unter 17 Jahren pro Monat 0,2» HL Rllckstänblge Beitrüge müssen schnellsten» aufgeholt werden, da nach dem 20. September auch die rückständigen Beiträge zu den neuen Sätzen bezahlt werden müssen. Wir bitten deshalb die Mtfgliidrr, alle rückständigen und tatsenben Beiträge in den nachstehend oerzeichneten Bezirk»- Versammlungen zu bezahlen. Bei Nosteittzahlnngen wirb gebeten, nur da« Noffschecktanto Nr.#8 823 Berlin NW 7, Max mctjlonb, Kassierer, zu denutzem ♦ Sommerfeft! Am Sonnabend, den N. August, im Etablissement„Schloh Schönholz". Siutrttt einschl. Tu», 1,50 M./ Kinder ftei. Einlaß 8 Uhr/ Beginn 8 Uhr. Glntrtft, karten sind in allen Sitzungen bei den —" Fmtttionären m im Bureau zu hoben. Der Neiuertrag geht z« Gunsten deS Kampffonds. Die ( Bezirksversammlungen finden statt; NIMM. 6. Mvsl. MOS 7v.lt iMgsmltttMni-ilM. KS"ms?. Wusterhausen. WMStjsrsöMseeSltjMrWW. mann, wilmersbors, Berliner Str. 38. WstM, Restaurant pnhenhoken. Stresowplatz. ZrepkW'Laumslhvtevmeg. ZV�sV'� Ecke Klesholzjiraße. Velh�htö?,»estanrant Berti ner Yes.«ntonpßatz L (fttnet Restaurant»lehent, Berltn« Str. 8. ZulieMelllav. neu u.gebraucbt i.gr. Au&w. A. KCagnus, Berlin C. 25, Idlrcknrnistraße, B ogen 137 MM, 7. M. UMS. 7v.lt «Avfinn T lUasenkhaler Vorstadt-(Befunbbtnnnen), UUIUCU 1 Rosen thaler yos. Roscuthalcr Str. 11/12. mm n camb"*™- ItAfhnn III(Oranienburger Vorstab»- 20ebdlng) NUlOc»!!! wermania-Aestsaio, Ghausseestr. 110. DOlS'OD. Unlono-Festsdle. Srrif»walber Str. 221/222. ÜNÜ'Vttt. N«rbwest.y0leL-nrmflr. 8. NNon Restaurant Heinrich, Große Franks urter Str. SO Ulltu,(am Strausberg er Platz). BftEQ.»ttNonalhof.«ülowstr. 81. MWlbe. kvel Mliersdort USershor!. HSljeBslhälltjllvseil.»«rl.hau. am Otanfefet gflrl5f)0ttt. Restaurant VMH, Dresckow�lllee 78, SÖPBIliit, Restaurant»aisarhos.«Spenltt,»rünstr. 19. h'CDhCtO. eogen aastno.«n»rt>Pr-menabe 2. BDMon-lifMiWnMfii, SS«""!?,"?'!!- Mm Mmiiin. aW"""*- 5(t)ijl)8D8üß, NaNonakhos.«ülowstr. 87. Restaurant einbengarten, Berstner Str. 88. ZlllkU. S. MM IMS?V- III BÜÖ-IM, Restaurant Clnbenhaf, Lwdenstr. 18. Restaurant Bers8hnnng»»a«e, Grünauer Ählklöhöt» Restaurant Ziege,«blershai, Sebanstr. 8. 8tt!kkthlt8l!ht!k8, Nolknhans, R-fin-nstr.4(Newer Saal). m- üno MMWN8!v8jij8'MM!sW. Oiestaurant Marl Schulze, NleberschdaeweiSe, Drückenstraße, an der Tresckowstraße. üenlöSs I. NiV«""b"'« Äotl6ufet HPlltÖüfl II,»reift» Sestfflle, Hermaimstn 188. Keutfitln III, Oenffchei Wirtshan». B-rgstr. 136. Möflniv. CfPfllift(umfassend die Orte Friedenan.«roh-Clchtcr- Dltyill] selbe, Stegllh, Sübenbe. Canfmlst. Dnhlem. Zehlenborf). Cogenreffaurant. Sieglitz, illbrechl. straße 112 a. 71/10» !8W8i!j0t. Restaurant TSpser. BerUner Str. 100. Spezialarzt Dr. Hasch6 'o techstunden 10-1, 5—8. Sonnt 10—1. '--' am Bahnhos— Teilzahlung Ariebrichstratzn. gestattet «S AMb8N SM'Z8lWS. WS! Montag, den 4. August, adendS 61/, Uhr, in den«ermania-FestsSlen, Ehansseeftr. 11V: Gasarbeiter-Verfammlung. SWiWllhM8 m SWsWH Des ZeRW-Msslhvsses. Vollzählige««. pünMiche« Erscheinen ist Pflicht. Ohne OrganisationSauswet« kein Zutritt Di« vranchenleituug der Basarbeiter >N/n des Gemeindrarbeiter-Lerbande». Di« Sihnn- der Oblent« der Gaswerke findet am Donnerstag, den 7. Angast, abends 6 Nhr, im„Goldenen Löwen", Jüdeastr. 55, statt. WWW-GemmeMWetleM der Verfichernngsbetriebe. Sonntag, den 3. August, vormittags 10 Ufitj Große öffentliche Versammlung im großen Saal der Sophiensäle, Sophienstraße. Tagesordnung:, i. Beschlnstfaffung über den Streik. 2 Freie Aussprache. Sämtliche Kolleginnen und Kollegen aller Provifion«-Gen eralagtnwrbetrlebe mvssen unbedingt erscheinen. VI» Kartell verbände. Straßendahnen i 1», 8, 8,«, 28, 27, 28, 29, 81, 88, 88, 87, 88, 40, 42, 44, 47, 48, 53, 55, 99, Stadtbahn Bdrst Verlicheslingsangeitellte! Am Montag, den 4. Angnft, findet in den Sophiensdlen, Gophiensträß«, tUhr, ein« wichtige Versammlung der AngeftelllenansschNfte, verkranenslont» nnd veleglerken statt.— G» wird um dw stimmte» Erscheinen gebeten.————— Zentralverband der Handlungsgehilfen. »verband der Versicherungsbeamten. Verband der Bnreauangestellten. m/r* SWlI>lmlr.MlMelii UMof. Am Dienstag, den 8. Angnft. nbenbs 7 Ahr, Im»esfnnranl Ratskeller: AuBerordentl. MltglledeniersaniiiiluDg. Tagesordnung: L Ersatzwahl fstr den L Vorsitzenden. 1 vememd-ongeliaenheiten. 1 Pattelang«leg euheiten. Piftcktiiche, Erscheinen 198/9 Der vorftnnd, Melier Portier-Verband. TienStag, den 5. August, abeuds 71/« Uhr im»»ntgftn»»-«aftn», Mexanderstr. 21, Ecke der Holzmartt- straße 218/15 Tagesordnung: � L Unser Anschluß an den Dtsch. Transpottorb.-«erdaich (Reserenti Koll. Werner). 2. Di-kussion. 8. Adstlmmung über den Anschluß. 4. Berschledene». Nur Mitglieder hob«, gutritt! __ Die Ver8emd«>el. # Ist Spezial-Behandlung 'elektr. Durchlaucht Harn-Blutuntersuchung.' sthetm, Alte ScMnlianser Str. 85. � Sonnt. 9—1 + Beil-Institut Kühn lillspp»99tp 75 I Ecke Breslauer Str_ dicht am SchTes. Bhf. flllurCaoäir. 10, I Sprechz. 10—12, 5—7, Sonnt geschlossen. » Hnrn» und Blutuntersuchungen.- Lebensmittel! Lenden Sie per Postanweisung dänische Kronen 25.00 und Sie erhalten umgehend per Postpaket au» staatskonttollierter Ledensmlttelsabttk ein Paket enthaltend: 1 kg Bolled beel, 1 kg Leberpastete, 1 kg Gulasch, 1 kg Fleischbollen und>/, kg gesalzene Wurst mit Speck." Kotgev Uetersen, Jernbanegade 19, Nykjobinjj Falster. D&nemarb. 18/1' Möbel Komplette Zimmer, lediea. 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So wie ich mir meine Meinung über ihn bildete, so war die Meinung allgemein: Der alte 13los, daö ist ein seiner Kerl. So griff ich gerne nach seinen Denkwürdigkeiten, von denen vor kurzem der zweite Band herausgekommen.») Denn der alte Blos ist als Parteimann wie als Mensch ein Mann mit einer »eichbewegten Vergangenheit. Und wenn man seine Erlebnisse und Bekenntnisse liest, die wert sind, daß sie allen in der Partei und auch vielen darüber hinaus gehören, so weiß man nicht, ob man den ver- dienten Parteimaim oder den nicht unterzukriegenden Menschen bei ihm voranstellen soll. Denn er hat so viel kräftige Art und Eigenart von Haus aus mitbekommen, so viel revolutionäres Temperament. aber auch so viel guten Humor, daß beides ausgereicht, bis ins Greisenalter anzudauern, aber auch so viel brüderlich-demokraiisches Disziplingefühl, daß er, ihm vor allem gehorchend, in den Wirrnissen der Vergangenheit, wie in der Wirrnis unserer Tage, unserer Partei stets ein absolut zuverlässiger, erprobter Bannerträger ist und war. Er liebte das Recht und die Freiheit heiß und tief; das hat ihn aus ser kleinbürgerlichen Demokratie weg zur Sozialdemokratie hin- geführt, aber er ließ dabei nicht von seinem erdig- frohen, gemür. basten, dichterischen Genießergefühl, von seiner Freude an heiterer .Irdischkeit, die ihn in durchweg wahrhaftig nicht rosigen Lebens- läuften sich immer wieder froh und frei wie«in König fühlen ließ, die ihn alle», was er erlitt, was ihm geschehen und was er gesehen, innerlich verklären, lebenskünstlerisch erleben ließ, die ihn auch das noch heiter nehmen ließ, was manchem anderen tiefste Bedrücktheit sind Entmutigung abgenötrgt hätte. Diese glückhafte Wesensveranlagung strahlt von Anfang bis zu Ende aus seinen beiden LebenSbüchern, die übersät sind mit kleinen episodischen Einzelzügen, die sein Vermögen erhellen, zu den Menschen, die»hm behagen, zu„kleinen" wie zu„großen" — und es brauchen nicht immer Parteifreunde zu sein—, in ein intimes, warmblütiges Verhältnis zu treten; die Parteitreue, aber nichts von Nur-ParteifanatiSmuS, der engstirnig bleibt, atmeji, die in jflem, wie er Menschen, Umwelt und Erlebnisse so bildhaft zeichnet, daß sie nicht wesenhose Schemen bleiben, die kaum einen schatten werfen, zeigen, daß eS von einer Hand kommt, Inder Seele wohnt. Dieser Ritter ohne Furcht und Tadel, einfach, männlich, frei« mütig, hat sich in fünfjahrzehntelangem Kampf mit Parteigenossen und Parteigegnern kraftig herumgeschlagen.—„Ich leugne nicht, daß ich in lenem Bruderzwist(zwischen Lassalleanern und Eise- nachern) viel mitgesündigt habe".— und ist glauuia reinen, man möchte fast sagen: naiven Herzens geblieben, ein Glück und Vorzug, wie er vielleicht nur wenigen Politikern erblüht; er hat nicht den Glauben an seine Sache und seine Partei, nicht den allgemein» brüderlichen Menschheitsglauben verloren. DaS alles zusammen— Bewährung und natürliche Veranlagung, jeden redlichen Menschen in seiner Art gelten zu lassen— hat es vermocht, daß unter Ge- bildeten diesem Mann Zeit seines Lebens viele wahren Freunde verblieben, selbst da, wo sie nicht in seinem Parteilager stehen. Wir aber wollen ihn ganz besonders lieben, denn in seinem fruchtbaren Leben hat er uns gedient, uns hat er gehört. Wa» er erzählt— Blos ist der geborene Erzähler—, ist ohne verstiegenheit gegeben, schlicht, volkstümlich und ungekünstelt, so daß es der einfachst? Arbeiter versteht. Allerlei eingowobener, oft schnurriger Kleinkram, echte Menschlichkeiten, und herzhaft wieder- gegeben, rücken ihm mit einem geschichtlichen Rimbu» umkleidete politische und literarische Persönlichkeiten wie altvertraut wirtlich nahe, die er ohne dies nur in einer nebelhaften, unwirklichen Eni- fernung sähe. Aber auch dem Geschulten und Anspruchsvollen g«- schieht voll Genüge. Ein sich schlingender Reigen lichter und dunkler Gestalten seit 70 Jahren, seit der 48er Revolution, di« aus der Revolutionierung von Wissenschast. Literatur und Politik, aus der sozialen Bewegung einen Namen haben, zieht da vorüber, die BloS alle noch von Angesicht zu Angesicht gesehen. Blos, der sich so sehr für Geschichte interessiert— was er auS dem eigenen Leben erzählt, ist jetzt selber Geschichte. Man merkt es wohl— •) Wilhelm Bios: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten. Verlag G. Birk u. Co., München, 1. und 2. Bd.. 287 und 224 Seiten. jetzt erst recht, nachdem wir unter unerhSrten Ereignissen neue Geschichte erleben—> es ist die erste, die zweite, sogar die dritte zurück liegende Generation, deren ragende und oft auch nicht ragende Köpfe und soziales Mühen er in seinem ersten Bande heraufbeschwört; aber die Art, wie er sie und ihre versunkene Um- weit ins Bildhafte hebt, stellt unS mitten unter sie. Revolutions- und Freischärlerluft— Revolutionsromantik— aus den nun ach so kleinen Stürmen der Liberalen tn wein frohen Städtchen vom Main bis zum Bodensee schlägt uns entgegen; köstliche Typen im Hcckec- Hut, von denen wir später manche als ganz zahme Nationalliberale wiederfinden, begegnen uns in dem ziemlich großen.lbschnitt, der uns von Bios' bitteren Kinder- un� harten ersten geistigen und politischen Entwicklungszeiten erzählt. Er wurde von Kindesbeinen an nicht auf Straßen geschoben, woran rechts und links fette grüne Weide lag, und oft genug haben sie als Sackgasse geendet. Daß er sich trotzdem mit so viel behaglicher, verklärender Poesie in seiner Jugend Land ergeht— im Kinderland: „Int Paradies, bi Möm und Ohm, Dar steit he in min Kinnerdrom..., dann in den Studentenjahren, den Jahren tollen, brausenden Jugenddrangs, wo man glaubt, in Lebenslust und Lebensernst die Stern« vom Himmel holen und tzas Leben in seinem Gang be- stimmen zu können—, das tat er wohl vor allem einem tiefen eigenen inneren Gefühl zur Genüge. Aber doch ist es nicht Selbst- zweck, und der Leser folgt ihm auch darin willig— auf jeden Fall aber ist es kennzeichnend für den Mann und seines Wesens Wurzeln, wie wir sie hier zu bestimmen suchten. Kennzeichnend ist eS auch, wie er gesteht, daß ihm, dem damals Jugendhaften, die Tränen in die Augen traten, als ihm das Ein- gehen des demokratischen Konstanzer Volksfreunds gemeldet wurde, jenes ersten Blattes, das ihm als..Unterredakteur" sein erstes stürmisches Eingreifen in die politischen Tagcsfragen ermöglichte. Dann wie ihm, viel später, und nun schon als tausendfach Herumgestoßenen, oft inhaftiert Gewesenen und bis zur körperlichen Zer- rüttung Abgetriebenen, vor dem Grabe des edlen Geib, dem er die Leichenrede hielt, die zitternde Stimme brach. Ich selber sah ihn, wie er, die Augen voller Tränen, aus jener erschütternden Sitzung der Nationalversammlung vom 22. Juni trat, die dem Friedens- vertrag zusttikmen mußte, mit dem man Deutschlands und des Sozialismus tiefste Erniedrigung und Vernichtung anstrebt. Sein voll und reich strömendes Geftihl ist bei Wilhelm Blos ein Urwesens- zug,'der als Rührseligkeit nicht ergreifend und nicht halb so er- greifend ohne das Zeugnis wäre, wie dieser warmblütige Sozialist und Internationalist �ich zugleich als«cbter Deutscher fühlt. Dieses i Deutschland ist tief In Schuld verstrickt gegenüber seinen besten Söhnen, denen es jahrzehntelang Wunden schlug. Auch Blos, der bewehrte Gesell, trug Wunden über Wunden davon. Dem noch ganz jungen Politiker, als Idealisten und Alu- visten innerhalb der Demokratie, genügten bald Form und Inhalt des demokratischen Programms nicht mehr. Es sprach zwar von gleichen StaatSbürgerreckiten, neben der politischen Freiheit und Gleichheit sogar von wirtschaftlicher Befreiung; aber wirtschaftliche Befreiung der Arbeiterklasse war doch mit Arbeiierschutz, Fabrikgesetz. aebung, zehnstündigem Normalarbeitstaa und Einigungsümtern nicht durchzusetzen. Es war der klassenbewußte Arbeiter, der dem suchen» den Akademiker erste Belehrung gab.„Seben Sie," sagte ihm der Maschinenmeister der Druckerei,„das demokratische Programm ist ganz schön. Aber wenn eS verwirklicht wäre, so hätte der Brandecker immer noch die Macht, mich auf die Straße zu werfen und mit meiner Familie verhungern zu lassen." Da lag der Hase im Pfeffer. Die Eigentums- und ProduktionZform war der Angelpunkt, von wo aus die Befreiung der Arbeiterklasse tatsächlich bewirkt werden konntet Dem armen, von der Schwindsucht gepackten Maschinen- meister Kießling und vielen anderen der wisscnSernsten. dem Sozialismus ergebenen Namenlosen hat BloS in Dankbarkeit und Freund- schaff in seinen Büchern ein Denkmal gesetzt. So dem alten Franz Reichelt in Zeulenroda, dem diese Zeilen vielleicht zu Gesicht kommen. Vom Wahlkreise Reuß wurde BloS im Jahre 1877 zuerst in den Reichstag gewählt. Zu köstlich beschreibt er die Fülle der historischen und intcresianten. der anziehenden und abstoßenden Persönlichkeiten in diesem Parlament im alten ReichStagsgebäud« in der Leipziger Straße. DaS Zentrum, gestärkt durch den dummen„Kulturkampf" und noch in schroffer Oppositionsstellung, die Rationalliberalen, zahlenmäßig noch in"ihrer„großen Aeit", aber vor Bismarck, der ihnen breite Bahnen zur Großindustrie, zum Welthandel, zu riesiger Kapitalanhäufung erschlossen hatte, sie dafür anderseits aber mit dem Kürassierstiefel behandelte, kriechend wie die Hundeseelen; die Fort- schrittspartei, wütend auf uns gemäß dem Wort deS schwäbischen Demokraten Julius Hausmann:„Die Kerle verderbet ons alles!' (nämlich die Stimmenfängerei unter der zum Klassenbewußtsein erwachenden Arbeiterschaft); die alten Westarps und Reoentlöwen — na ja.... Als Präsident der Ungerechteste, den BloS in drei- einhalb Jahrzehnten kennen lernte, der Nationalliberal« v. Forcken- beck, der duldete, daß den Sozialdemokraten„gewerbsmäßig" das Wort abgeschnitten wurde, der den sozialdemokratischen Abgeordneten daS Wort oft geradezu verweigert hat. Zu den Kommissionen wurden sie nicht zugelassen, aber man sagte ihnen nach draußen nach, sie könnten nur„Negation" betreiben. An der Spitze des Ganzen Bismarck, halbmodern, halbfeudal, tückisch lauernd, der Sozialdemo- kratie ans Leben zu können. Als er die Nationalliberalen dermaßen breitaeschlagen, daß sie im Verein mit den konservativen„Patrioten" ihm das Schandgesetz apportiert hatten, herrschte die Stimmung vor:„Die sind besorgt und aufgehoben." Die Sozialdemokratie wurde fertig mit Bismarck und feinen Satrapen. Ihre Stimmung war schließlich durch das geschichtliche Wort BrackeS stigmatisiert: „Wir pfeifen auf das Gesetzt" Ueber das W i e handelt Bios im ganzen zweiten Bande und gibt wieder eine Fülle allerpersönlichster Noten. Hier eine: Hamburg unter dem kleinen Belagerungszustand. Aufgescheuchte Menschen im Redaktionsbureau der Gerichtszeitung, des verkappten Parteiblattes. Blos und Auer, an Tischen sitzend, bei der Arbeit. Aber Auer feierlich mit einem schwarzen Frack angetan. Da fragt ihn ein vorwitziger Parteigenosse:„Was bast denn Du für einen Rock an?"„Meinen AusweisungS- f r a ck l" antwortet Auer trocken. Es wurde schon viel— und von Berufeneu— über da» Heldenzeitalter der Partei geschrieben— mit am frischesten stehen mir in diesem Augenblick Bebels Memoiren in der Ennnerung—, aber ich muß sagen, anschaulicher als durch die Be- fchreibungen Blos' wurde ich nirgends durch das altvergangene Parteileben geführt. Das macht: Blos gibt nicht akademische Be- schveibungen, er zeigt die Dinge und die Menschen mit einer ihm eigenen Gemüthaftigkeit und Innigkeit. DaS ist Leben, das da atmet und strebt, leidet und lacht, daß wir unS sagen: So und ähnlich hast du das auch schon erlebt. �. BloS ist glücklicherweise kein langwelliger Greis in Schlafrock und Zipfelmütze; in alle Tragik und Fron, in Empörung und Pathos klingt sein kräftiges Lachen. Wie einst im braunen Haar. So leuchtet ein eigener Glanz, der Glanz eines stark erlebten und frolfen Lebens über den Schilderungen der Wege und Schicksale der Partei, die auch Blos' Wege Ivaren, für die er sein Bestes gab, und zwar in jahrzehntelangen Zeiten, als eS für einen Akademiker, der die gut- bürgerlichen ÄuSfichten für sein? sozialistische Ueberzeugunß in die Schanze schlug, materiell nur Nachteile in der Partei einzu- tauschen gab. Jetzt hat W ü r t t e m b e r g, wo er seit langem ftnrkt, den bald Siebzigjährigen zum Landespräsidenten.erwählt: Personifizierung unseres Parteiaufftiegs! BloS will unS noch einen dritten Band:„Denkwürdigkeiten" geben, der �hoffentlich auch die Frische dessen atmen wird, dem das Leben das fröhliche �>erz beließ varlehnssihwinöel. Wenn Dich, lieber Leser, dies«? Thema interessiert, so begleite mich auf einigen meiner Irrfahrten, die ich zur �Erlangung eine? Darlehns unternommen habe. Nimm an. ich wäre ein Beamter, der ein Darlehn aufnehmen muß. Irgendwo hatte ich gehört, daß in den Zeitungen stets Geldango bot« zu finden sind. Ich nahm eine Tageszeitung zur Hand und war angenehm überrascht, mindestens 50 diesbezügliche Annoncen zu entdecken. Gleich das erste Inserat erweckte mein Vertrauen: ..Selbstgeber gibt Darlehn an jedermann grundreell, 5 Prozent Zinsen, langjährige Rentenzahlung. Tausend« erhielten bereits." Ich meldete meinen Besuch an und wurde in ein einfach möbliertes Privatkontoc genötigt. Nach Klarlegung meiner Verhältnisse er- klärte mir der Biedermann, daß ich das Darlehen bekommen könnte, jedoch waren zur Erstattung der Unkosten 10 M. zu entrichten. Ob- gleich hiervon wenig erbaut, zahlte ich und tröstet« mich mit dem immerhin bescheidenen Zinssatz des in Aussicht stehenden Darlehns. Nachdem ich 8 Tage gewartet hatte, erkundigte ich mich, wann da» Geld ausgezahlt würde. Mir wurde kurz geantwortet, daß die Gewährung des Darlehns abgelehnt wird. Und meine 10 M.? Sind für Auslagen und werden nicht zurückerstattet. Daraus beschloß ich, mit folgendem Inserat miein Glück zu ver- suchen:.Darlehn gegen Möbelverpfändung(stehenbleibend) au jedermann, langjährig« Ratenzah�'ng." Habe ich Vorschuß zu zahlen? fragte ich den mich empfangenden.Geldmann". Kein. Nur müssen die Möbel von einem Sachverständigen taxiert werdeu, wofür an diesen 10 M. Taxgebühren zu zahlen sind. Ter Herr ..Sachverständige" kam, besichtigt« meine Wohnungseinrichtung und steckte seine 10 M. Taxgebührsn ein. Nach einigen Tagen erhielt ich den Bescheid, daß ich das Darlehen bekommen könnte, wenn der Hauswirt, der ein gesetzliches Pfandrecht an den Sachen �hat, seine Einwilligung zu der Verpfändung der Möbel geben würde. Da ich eine derartige Zumutung entrüstet zurückwies, betrachtete der Erleuchtung. SO'} Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdors. Manchmal erschienen auf der Straße oder an den Fenstern Herren, die ganz neue Uniformen trugen. Man wollte sie erkennen, aber zuerst erkannte man sie gar nicht. Graf Or- champ war Leutnant der Reserve. Dr. Bardoux war Stabs- arzt und er trug die Ehrenlegion und alle bewunderten achtungsvoll diesen Glanz. Feldwebel Marcassin, der eben noch der dreckige Lampenputzer Petroll gewesen war, und dessen Name ja soviel wie Schwein und Dreckfink bedeutete. stand unerwartet vor den Menschen, wie wenn er aus der Erde hervorgesprungen wäre. Er war ganz frisch angetan und aufgetakelt undstrahlte und starrte in rot und blau und goldenen Tressen. Schon von weitem mutzte man ihn be- merken. Gleich einem glänzenden Mann auS der Fremde bezauberte er die Scharen der Jungen, die ihm noch vor acht Tagen Kieselsteine nachgeichmisien hatten. Eine Frau aus dem Volke wurde vom Triumpf herum- gewirbelt und rief:„Die Alten und die Jungen, die Dicken und die Dünnen, alles zieht jetzt wieder den bunten Rock an i" Und eine andere Frau meinte, datz nun ein neues Reich herausgekommen sei. Am Freitag darauf war ich dessen gewiß, datz auch ich ausmarschieren' mutzte. Dann kauften wir Schuhe ein und bewunderten auf dem Weg die schönen Vorkehrungen im Kine- matographenthcater. das' in ein Rotkreuzspital verwandelt werden sollte. Marie prüfte die aufgehäufte Menge der Möbel und der Betten, und sagte:.Man hat aber auch an alles gedacht I" Da standen Kisten mit kostbarem Inhalt, da waren alle notwendigen Dinge reichlich vorhanden und vollkommen Und sie wurden mit ewt�französischem Schwung an Ott und Stelle gebracht von den esanitälssotdaten, die der junge Varennes kommandierte. Er war ein hübscher Sanitätsunterosfizier und Herr Lazian Gozlan war der Offizier vom Dienst. Rings um daS neue Lazarcrt euuvickelten sich Gcjchäjtig- keit und lebhaftes Reden. Im Handumdrehen hatte man sich unter freiem Himmel eine fliegende Kneipe aufgezimmert. Für Apolline waren seit dem allgemeinen Umschwung und der Mobilisation alle Tage Feiertage, und sie versah sich reichlich mit den berauschenden Tropfen. Sie humpelte mit ihrer breiten Leibeswölbung vorwärts, sie schaukelte ihr Halblitcrschöpplein in den kurzen Schildkrötenarmen. Die rübenroten Flecken auf ihren Wangen leuchteten noch röter, und sie schwankte schon in lauter Hoffnungsseligkeit. Auf dem Rückweg kamen wir bei der Kneipe FontanS vorbei. Fontan war schwer geschäftig und ein schmalziges Lächeln leuchtete aus seinem Gesicht. Er huschte durch den Rauchschwaden, und man sang die Marseillaise ringS um ihn. Die Zahl seiner Hllssmannschaften war vermehrt, er selbst mutzte sich verdoppeln, er mutzte Gläser schleppen. Gläser schleppen. Seine Geschäfte wuchsen und wuchsen, die Not- wendigkeit der Dinge verlangte es. Als wir unsere Straße wieder erreichten, lag alles in der alten Einsamkeit. In der Ferne verstarben die zitternden Be- wegungen der Marseillaise. Man hörte nur Brisbille. er war betrunken, und er hämmerte mit aller Kraft seiner Arme auf den Amboß. In den Häusern, die gleiche Finsternis wie immer, die nämlichen Lichter entzündeten sich der Reihe nach in den Häusern. Es war, als wollte das alltägliche Leben nach dem sechstägigen, übernatürlichen Durcheinander wieder seine alten Formen annehmen. Schon wehrte ftch hier, in unserem Erdenwinkel, die Vergangenheit wuchtiger als die Gegenwart. Ehe wir bei unS eintraten, sahen wir die mächtige Ge- stalt Crillons. Er kauerte vor seiner Wcrkiiatt im Schein einer Lampe. Er wurde von einem Mückenschwarm um- schwirrt und schlug sich ernsthaft damit herum, eine Fliegen- klappe ordentlich auf ihren Stiel zu setzen. Er war doller Spannung. Sein Mund stand offen und die vom Speichel glänzende Zunge baumelte heraus. Er bemerkte uns und unsere Pakete. Er legte seine Arbeit beiseite, dröhnte einen Seufzer und sagte:„Ein Holz ist das l Der richtige Zunder. Um das zu sägen, sollte man ein Butterniesscr nehmen." Er war gekränkt und stand aui. Tann aber sprangen seine Gedanken um. Er stand im Lampenlicht und leuchtete durch den Abend, er streckte den Arm auS und klopfte mir die Schutler und meinte:»Krieg. Krieg, das haben sie nun eben da ausgerufen. Hei Wetter, nun haben wir den Krieg I" Als wir im Zimmer allein waren, sagte ich zu Marie: „Nur noch 3 Tage!" Maria schaffte dieses und jenes, ste redete ständig um mich herum, sie nähte die Metallknöpfe an die sunkelnagel- neuen Tornister. Sie wollte mich offenbar absichtlich zer- streuen. Sie trug eine blaue, weiche und schon abgenutzte Jacke, die am Halse offen stand. In diesem unseren Zimmer nahm sie einen großen Raum ein. Sie fragte mich, ob ich lange fortbleiben würde. Dann gab sie sich, wie schon oft in diesen Tagen, selber die Antwort auf ihre Frage: „Natürlich, weißt es ja selber nicht." Sie bedauerte, daß ich nur gewöhnlicher Soldat sei. Sie hoffte endlich, daß bis zum Winter alles vorbei sein werde. I ch aber redete kein Wort. Ich merkte, daß sie mich heimlich ansah, und sie überschüttete mich mit den Neuigkeiten, die sie hier und da aufgehascht hatte:„Weißt, der Vikar ist als einfacher Soldat ausmarschiert, nicht mehr und nicht weniger wie die anderen Geistlichen auch. Und der Marquis, der schon ein Jahr über die Dienstpflicht hinaus ist, hat sich dem Kriegsminister zur Verfügung gestellt, und der Minister hat ihm postwendend gedankt." Sie verpackte und verschnürte Waschzeug und Rcffezehrung, als wepu es bloß eine Reise gälte und sie sagte:„Alles ist in Ordnung. So, jetzt brauchst Du gar nichts mehr." Dann setzte sie sich hin und seufzte:„Ach. der Krieg ist doch schreck- licher, als man sich vorstellt I" Sie schien von traurigen Vor- ahnungcn bedrückt. Ihr Gesicht war bleicher als gewöhnlich. die alltägliche Mattigkeit ihres Gesichtes schien heute artig und sanft. Ihre Augenlider waren rosig angehaucht. Sie lächelte ein schmächtiges Lächeln und sagte:„Es sind auch Jungens von achtzehn Jahren. eingetreten, aber nur für die Dauer des Krieges. Sie haben Recht. DaS wird ihnen nachher im Leben zu 100 Sachen nützen." Am Montag schleppte man sich noch so herum, und dann ging ich endlich fort. Erst zum Rathaus, und dann sollte eS Zum Bahnhof gehen. Beim Rathaus stampfte eine Gruppe von Männern herum, die in der gleichen Lage»aren wie ich. sie waren mit vieltach verknoteten Paketen beladen. Tie neuen Stiefel baumelten ihnen über die Schulter. Ich ge- seilte mich zu den neue» Gejährten, um einer der ihren zu werden.(Joris, folgt) Herr„fflerbmamr* 51« Sache als erTebiai Und die 10 M. Tax- ßebichren? Sind Sache des Taxators! erhielt ich als Antwort. Erst später erfuhr ich, daß derartige„Geldleute" mit den Taxatoren unter einer Decke stecken und die Gebühren brüderlich teilen. Noch einmal wagte ich einen Versuch und schrieb auf folgendes Inserat:„Ohne Vorschuß gibt Privatier reellen Leuten Darlehn." Ich mußte ein Schriftstück unterschreiben, nach welchem ich für den Fall, daß das Geschäft nicht zustande komme, 10 M. für Unkosten zu zahlen hätte. Bei der nächsten Unterredung verlangte de: Herr »Privatier" gleich zwei Bürgschaften und stellte auch andere nicht annehmbare Bedingungen, so daß das Geschäft nicht zustande kam. Nun forderte dieser Geldmann die 10 M., die ich ihm schriftlich zu- gesichert halt«, und da er sofort mit Klage drohte, blieb mir nichts weiter übrig, als betrübten Herzens zu zahlen. Nicht einmal der Unwahrheit konnte ich den Mann zeihen, denn die 10 M. waren kein Vorschuß, sondern— Nachschuß. Nachdem ich bei einem im Prospekt ausdrücklich so bezeichneten „behördlich konzessionierten" Bankgeschäft mit hochtönendem Namen in derselben Weise um 10 M..Nachschuß" geprellt worden war, wollte ich bereits die Hoffnung, auf diesem Wege»in Darlehn zu erhalten, aufgeben, als mir folgendes Inserat wieder etwas Mut einflößte:.Darlehn an jedermann gegen LebensversicherungS-Ab- schlutz." Bei der ersten Unterredung erklärte der Menschenfreund bereilwilligst, Geld geben zu wollen. Die Bedingung sei, daß ich eine Lebensversicherung über MOO M. abschließe. Ich unterschrieb den Antrag an die Lebensvcrsicherungsgesellschaft Nach Verlauf einiger Zeit sandte mir die Versicherungsgesellschaft die Police mit der Aufforderung, die erste Prämie zu zahlen Ich tat dies und begab mich zu dem Herrn Geldgeber, um das versprochene Darlehn in Empfang zu nehmen. Der vorher so liebenswürdige Herr„Geld- geber" war sichtlich von meinem Besuch wenig erbaut. Nachdem er mich mit allen möglichen AuSrehen abzuspeisen versucht hatte, stellte er für die Hergabe deS Darlehns Bedingungen, die kein Mensch erfüllen konnte. Auf eine diesbezügliche Beschwerde an die Versicherungsgesellschaft erhielt ich den Bescheid, daß ihr von irgend- welchen Abmachungen zwischen mir und dem betreffenden Herrn nichts bekannt wäre. Die Lebensversicherung sei in rechtsverbind- licher Form abgeschlosien und sei ich verpflichtet, die jährlichen Prämien zu zahlen. Nachträglich erfuhr ich. daß der vermutliche Geldgeber überhaupt nicht in der Lage sei, Geld zu verleihen. Dem Mann ist es lediglich um die Provision für den Nachweis eineS Lebensversicherungsabschlusses zu tun gewesen. WaS sollte ich machen? Ich brauchte notwendig Geld und nahm noch einmal die Zeitung zur Hand.„Heureka!" rief ich, hier bietet eine Dame, eine Selbstgeberin, Darlehn an. Von neuen Hoffnungen beseelt, machte ich mich auf den Weg. Eine wenig ein- ladende Kneipe bot sich mir als„Geschäftslokal" dar; doch faßte ich Mut und-trat ein. Auf meine Frag« nach Frau£ nötigte mich ein junges Mädchen, eine üppige, herausfordernde Erscheinung, zum setzen. Frau T werde in einer halben Stunde erschei-nen. Mein Visavis begann die Unterhaltung damit, über die„enorme Hitze" zu klagen, und fragte ohne sonderliche Umschweife, ob wir zur Er- frischung nicht eine Flasche Wein trinken wollten. Ich gab meine Zustimmung, da ich mir die Chancen bei der Geldgeberin nicht verscherzen wollte. Der Durst meiner trinkfesten Partnerin schien von der einen Flasche nicht gelöscht zu sein. Sie sing wieder von der Hitze zu sprechen an und befürwortete mit schmachtendem Blick noch eine Flasche. Endlich kam die erwartete Besitzerin. Doch o Schreck, die Dam« fing auch an; über Hitze und Durst zu klagen. und ließ keinen Zweifel, daß sie ebenfalls Appetit auf eine Flasche Wein hatte. In Gedanken an das Darlehn gab ich notgedrungen meine Zustimmung. Als die animierte Unterhaltung einen Augen- blick stockte, brachte ich mein Anliegen vor. Die Geldgeberin und Restaurationsinhaberin versprach wohlwollend, meine Angaben zu prüfen, und stellt« mir Bescheid für die nächsten Tage in Aussicht. Nachdem ich die Zeche, 8 Flaschen Wein a 6 M. und 2 M. Trink- geld, beglichen hatte, empfahl ich mich. Der erwartet« Bescheid blieb aus. Auf meine briefliche Anfrage kam die kurze Mitteilung, daß die Gewährung deS DarlehnS abgelehnt wird! TagS darauf klagte ich meinem Freunde, einem Juristen, mein Leid. Der wollte sich ausschütten vor Lachen.„Lieber Freund," sagte er,„Du hast nur auf einem Spezialgebiet deS Berliner Schwindels Erfahrungen gesammelt. Diese sogenannt«.Borschuß- nepperei" grassiert in allen Branchen! Es gibt Hypothekenschwin- del, Automobilschwindel, Pferdeschwindel.. Zeitungsschwindel, Stellenangebotschwindel usw. Ich kenne einen Baumeister in Berlin W., der täglich inseriert, er hätte 60 000 M. auf zweite Hypo- thek zu vergeben. Erhält er ein passendes Angebot, so lautet die Bedingung, daß das Grundstück von einem Taxator begutachtet werden müßte, Kostenpunkt 200 M. Baumeister und Taxator sind gute Freunde, die Taxe fällt ungünstig aus und die 200 M. werden geteilt. In gleicher Weise werden Automobile.beliehen". Taxa- tor ist in diesen Fällen meisten? ein verkrachter Ingenieur. Beim Pferdeschwindel ist eS ein„ehemaliger Tierarzt", der das bestellte Gutachten abgibt. Der Zeitungsschwindel befaßt sich in der Haupt- fache mit dem Hypotheken, und Geldmarkt. ES gibt hi«: in Berlin mehrer«.Zeitungen" mit hochtönendem Namen, die ein Heer von Agenten und Unteragenten beschäftigen, um das gelosuchende Publi- kum zum annoncieren zu verleiten. Fällt jemand auf die Sache hinein, erhält er eine Zeitung zugeschickt, die von Anfang bis zu Ende von Hypotheken- und Darlehnsgesuchen angefüllt ist. Die Zeitung wird nur in soviel Exemplaren gedruckt, wie Belege für die aufgenommenen Inserate erforderlich sind. Der Stellenangebot- schwinde! wird vorzugsweise von einer Kleinstadt aus betrieben. Solange ich denken kann, erscheint in den meisten größeren Zeitun- gen und Zeitschriften ein Inserat, ungefähr deS Inhalts, daß sich Stellenfuchende vertrauensvoll an di« X-Zeitung wenden sollen. Geschieht die», erfolgt die Zusendung einer Nachnahme, die ein« wertlose Zeitung, von anderen Zeitungen entnommenen Offerten enthält. Tausende von Stellungslosen fallen jährlich hierauf hinein und opfern manchmal für Einlösung der völlig wertlosen Nachnahm« ihr letzte? Geld." Wie schützt man sich gegen diesen Schwindel? fragte ich meinen Freund..Sehr einfach!" erwiderte er. Nkan zahle prinzipiell nichts, solange nicht die versprochene Gegenleistung tatsächlich erfüllt ist. Dann hört der Schwindel von selber auf. GroßSerün Achtung! Arbeiter! parteigen offen! Schon mehrfach wurde darauf hiugewiese«, daß in der Koufrrrnz der Bctriebsvertranensleute, Parteifunktionäre und Arbeiterräte der S. P. D. beschloffea worden ist, sich a« den Sammlungen, die von dem sogen. Bollzugsrat(Mfitter und Genossen! in den Betrieben, Bureaus»s«. vorgenommen«erden, nicht zu beteiligen. Gegenwärtig wird rrneut versucht, pro Bloch« 50 Pf. oder 1 VL, die durch Marten ans rote Karte» quittiert werde», dem einzelnen abzupressen. Ja, man ist schon so weit gegangen, daß man bei einzelnen Firme», so bei der Firma Lübler, einfach den Betrag voa der Lohnzahlung abgezogen hat. Wir fordern darum alle Parteigenossen auf. eine Beteiligung an diesen Sammlungen stritte abzulehnen»nd nur auf die von unserer Partei herausgegebene Lifte zu zeichnen. Wo Abzüge, wie in dem vorgenannten Falle, durch irgend«ine Firma vorgenommen worden sind, ersuche» wir unsere Parteigenossen, diese Firmen ans Nachzahlimg zu verklagen. Der Lorstand und dir BetriebsvertranenSleut« des sozialdemokratisch«« BezirtSverbandeS Groß. Berlin. Arbeiter entlaffunge« bei der Nord-Tüdbah«. Wegen Mangel an Baustoffen, vor�ollem an Zement, werden jetzt Arbeiterenllasiungen bei der Nord-Südbahn notwendig. Eine Reihe von Arbeitern sind im Laufe dieser Woche aus dieiem Grunde schon entlassen worden. Neben den Bauherren haben auch die Arbeiterdertreter der siauaus führenden Finnen versucht, durch Verhandlungen mit den Zementfabriken die erforderlichen Zement- mengen freizubekommen, damu die Arbeiterschaft nicht bsschäf- tigungSloS wird. Leider haben aber auch diese Verbandlungen er- geben, daß Zement einstweilen nicht herangeschaffl werden kann. Beschlagnahme großer Wohnungen in Groß-Berlin.- In einer Konferenz, die Freilag zwischen den Vertretern der Stadt Neukölln und dem staatlichen WohnungSkommisiar statt« gefunden bat. wurden die Matznabmen zur. Unterbringung der WobnungSlosen in Neukölln eingehend besprochen. Die Berireter Neuköllns erklärten, daß die Stadt Neukölln auch für sich das Recht in Anspruch nehme, zur Unterbringung von WohnungSlosen große Wohnungen zum Teil zu beschlagnahmen. In städtischen Kreisen glaubt man jedoch, daß diese Maßnahme gerade für Neukölln, wo sich fast nur mittlere und kleine Wohnungen befinden, keinen großen praktischen Erfolg haben werde, da es dort nur 2 Proz. große Wohnungen mit ö und mehr Zimmern gibt. Gegenwärtig sind Bestrebungen im Gange, die daraus bin- zielen, die Beschlagnahme der Wohnungen einheitlich in allen Groß- Berliner Gemeinden zu regeln, und zwar, noch bevor die Ein- gcmeindung Groß-Berlin erfolgt ist. Es wird von dem Gedanken ausgegangen, daß sich die einzelnen Gemeinden in der WohnungS- frage jetzt, einige Monate vor der großen Eingemeindung, nicht gegeneinander abzu'perren brauchen, weil die Wohnungsfrage und mit ihr di« Beschlagnahme der großen Wobnungen bei Inkrafttreten des Gesetze« über die Eingemeindung am 1. April nächsten Jahre« sowieso gelöst werden muß. Gewerkschaftsmitglieder! Die Direktion de« W a l l n e r« T b e a t e r s hat uns für die Vorstellung.Da« Gesetz", Soziales Drama aus der Zeit de» Sozialistengesetzes, Vorzugskarten zur Verfügung gestellt. Auf Vorzeigen dieser Vorzugskarten zahlen die GewerkschaftS- Mitglieder auf allen Plätzen den halben Preis. Die Karten können in unserem Bureau in der Zeit von S'/, Uhr vormittags bis 3'/, Uhr nachmittags in Empfang genommen werden. » Sonntag, den 17. August, nachmittags 2>/, Uhr, findet im Deutschen Opernhaus. Cbarloltenburq. Bismarckstraße, eine Aufführung der Oper.Martha" von Fr. v. Flotow statt. Karten zum BorzugSprerse von 2,7b M. können in nnierem Bureau von S'/, Uhr vormittags bis 8>/, Uhr nachmittags in Empfang genommen werden. Die Plätze werden ausgelöst. Der Ausschuß der Berliner Gewertschaftskommiision. I. A.: G. Link. Berlin SO 16, Engelufer 15 I, Zimmer 15. Lebensmittelkontrollenre der Arbeiterräte. Der neugebildete vollzugSrat der S. P. D. und der demo- kratifchen Fraktion der Arbeiterräle hat sich mit der Lebensmittel« frage der Berliner Bevölkerung befaßt und wird in einer gemein- kamen Sitzung der Arbeiterräte beider Parteien in der nächsten Wocke über die bisher erfolgten Maßnahmen Bericht erstatten. Zunächst find innerhalb Berlin« eine Anzahl von Arbeiterrälen be« stimmt worden, denen die Beobachtung und Ueberwachung des Schleichhandels obliegt. Die Kontrolleure haben das Recht der.Fest- legung' von Waren bis zum Eintreffen eines Polizeibeamten, der dann die entdeckte Ware zu beschlagnahmen Hot. Ferner sind für die Mark Brandenburg Personen mit der Kontrolle der Bauern be» auftragt worden. Sie haben die Aufgabe, in einzelnen Orten Ueberschüsse festzustellen und der Berliner Behörde zur Einletiung weiterer Schritte zu melden.— Die Mitglieder des mehrheus- sozialistisch-dfmokrotischen VollzugSrats hatten jetzt ein« Kon- serenz mit dem Reichsernährungsminister in Weimar, in der auch die Frage de« FifchbezugS aus dem Ausland erörtert wurde. ES soll, wie Minister Schmidt mitteilte, alles versucht werden, den deutschen Fischdampfern genügend Kohle für dt« im Herbst zu er- wartenden großen Fänge zur Verfügung zu stellen. Bei der all« gemeinen Koblenlalamität ist eS dagegen kaum möglich, den holländischen Reedereien, wie dies von holländischen Vertretern ge- wünscht wurde, Kohle für ausländische Fischgeiellschaften zu liefern, trotz der sehr günstigen Angebote in frischen Seefischen. EinführnngSkursu» in die Geschichte des Sozialismus: Vortragender Gen. Heller. Der Kursu» beginnt Donnerstag abend» 7 Uhr. Teilnehmerkarten sind noch zu haben. Achtung! Teilnehmer des RednerkurfuS: Nächster Abend Dienstag 7 Uhr in der Aula der Gemeindesdjule Christburger Straße 7. Erwischt. Der gemeingefährliche Schwindler, der, wie wir be- richteten, die Angehörigen von Kriegsgefangenen heim- suchte, wurde gestern in Treptow unschädlich gemacht. Eine Frau, die er betrogen hatte, traf ihn und folgte ihm heimlich, als er in ein Haus hineinging. Hi:r versucht« er denselben Schwindel, doch kam er nicht dazu, da die Frau inzwischen einen Beamten gerufen hatte, der ihn festnahm. Der Schvindler entpuppte sich ais ein 23 Jahre alter Kaufmann Anton Kreisenbauer. Die Ermittelungen haben inzwischen ergeben, daß der Gauner auch HeiratSschwinde- leren getrieben hat. Er trat als Sanitätsfeldwebel Hans Schüller auf und trug auch entsprechende Umform. Einem Mädchen, dem er die Heirat versprach, nahm«r 5000 M. ab. Er gab dafür«tu Sparkassenbuch, das sich später als gefälscht herausstellte. Auf der Treptower Spielwiese unternahmen Wachtmannschaften gemeinsam mit der Polizei eine große Razzia. Sie hielten neun GlückSspielhaltrr sowie sechs wilde Händler mit Backwaren fest. Diu Spieltische, Würfel und Karden wurden sämtlich beschlagnahmt. Ebenso verfielen erhebliche Beträge, die sich in den wilden Spielbanken befanden, der Beschlagnahme. Sozialdemokratische Bereinigung der Beamten, Aogesteklte« «nd Hilfskräfte der Gemeindcbrvörden Grost-Berliu. Donnerstag, 7. August, 7 Uhr, Mitglied erverfammlang im Söllnischen Gymnasium. Jnseistr. 1. Stellungnahme zu der nengebUdeten ZentratarbeitSgememschast für Beamte. 2. Diskussion. Invalide«, Reutenempfänger, Hinterbliebene. Massenvcrsamm- lung Sonntag, 3. August, vormittag» si,10 Uhr. Schulaula, Danziger Straße 23. Vortrag: Das Elend der Invaliden«nd Rentenempsänger. Freie Ausspräche._ Treptow-Lanmschnlenweg. Aus der Gemeindevertretung. Die letzte Sitzung verlief teilweise dank der guten.Vorarbeit" recht stürmisch. Hatte doch die.Freiheit" durch die geschmackvolle An- tündigung, daß der kommunale Arbeiterrat.abgewürgt" werden sollte, von vornherein für die erforderlich!„Stimmung" gesorgt. Ihre eigenen unabhängigen Freunde besorgten denn auch dies«? Abwürgen recht gründlich, indem sie auf die von uns ge- forderte Wahl des ArbeiterratS durch alle Hand- und Kopfarbeiter nach wie vor nicht eingingen. Die Gemeindevertretung beschloß deshalb, der sich jetzt Arbeiterrat nennenden Kommission des unab- hängigen Wahlvereins eine Mitwirkung an den Geschäften der Ge- meindeverwaltung nicht zuzugestehen. Selbst die unabhängigen Antragsteller wußten diesmal nicht recht etwa» vorzubringen, daß sie die Masse der arbeitenden Bevölkerung vom Einfluß auf ihren Arbeiterrat fernhalten und so bewegte sich ihre Diskussion mehr auf dem Gebiete der hohen Politik. Demgegenüber zeigte die Mehr- hettSfraktion dann, daß sie praktischer Arbeit für die minderbe. mittelte Bevölkerung den Vorzug gibt. Auf ihrem am 24. Juni — also sofort nach Veröffentlichung des diesbezüglichen Gesetzes— gestellten und diesmal als dringlich auf die Tagesordnung ge- brachten Antrag wurde beschlossen, die Steuer« rleichterun. gen m der vollen zulässigen Höhe durchzuführen, also: Befreiung der Einkommen bis 1500 M. von der Gemeinoesteuer. 00 bis 10 Prozent Erleichterung bis zu 3000 M. und Höherbelastung bei über 6500 M. Der Steuerzuschlag selbst wurde von 260 auf 300 Proz. erhöht. In Beihilfen an heimkehrende Kriegsgefangene wurden 10000 M. vereffgesteM. Den üb« drei Monat Gr» werbslosen soll auf Rechnung einer etwa kommenden Miete- Unterstützung ein einmaliger Vorschuß von 30 M. an Verheiratete und 20 M. an weibliche Ledige gezahlt werden. Die ungefähren Lasten dürften sich auf etwa 11000 M. belaufen. Für Gemeinde- Vertreter- und Ausschußmitglieder wurden Sitzungsgeld er von je 6 M. bewijligt, den Gemeindevertretern außerdem monatlich 5 M. Fahrgeldpauschale. Di« unbesoldeten Schöffen, die sämtlich Dezernate innehaben, erhalten pro Jahr 2000 M. Aufwandsent- schädigung. Für den Zoologischen Garten wurden 2000 Mark Zuschuß bewilligt, wofür die Schulen freien Eintritt erhalten. Ein Bericht über di« Lebensmittelversorgung ergab, daß die jüngst in einer Frauenvcrsammlung erhobenen Beschwerden bei der Aussprache mit den Beschwerdeführern arg zusammenge- schrumpft sind und zumeist an den allgemeinen Ernährungs- schwierigteiten liegen. Es wurde gewünscht, daß Klatsch vermieden, berechtigte Beschwerden aber sofort dem zuständigen Beamten oder dem Dezernenten mitgeteilt würden, da nur so Abhilfe möglich ist. Bei der Erörterung dieses Punktes wurde die schon vorher bemerk- bare„Mitarbeit" der Tribüne zeitweise so lebhaft, daß sie der Vor- sitzende nach mehreren vergeblichen Ermahnungen zur Ruhe gegen Mitternacht räumen ließ. Lichtenberg gegen den Wohnungswncher. Um dem WohnungS- Wucher zu steuern, hat auch hier der Magistrat jetzt eine Verord- nung erlassen. Künftig ist jeder Abschluß eines Mietvertrages vom Vermieter binnen einer Woche nach Abschluß dem WohnungSamr anzuzeigen. Dieser Vorschrift unterliegen auch Abschlüsse von Unter- Mietverträgen über leere und möblierte Zimmer. Der Mieter kann künftig, auch wenn er den Vertrag unterzeichnet hat, beim Miet- einigungSamt beantragen, daß der Mietzins auf eine angemessene Höhe berabgefetzt wird. Aus einem Mietvertrag, der nicht inner- balb einer Woche angezeigt worden ist, kann der Vermieter kein« Ansprüche geltend machen. Es wird Sache des Wohnungsamtes foin, durch streng sachliche, aber eingehendste Prüfung der abge- schlossenen Verträge und eventuelle ausgiebige Geltendmachung feiner weitgehenden Befugnisse den besorgniserregenden Zuständen im Wohnungswesen wenigsten» einigermaßen entgegenzuarbeiten. Lichtenberg. Jugendweihe. Der Verein Arbeiterjugend der- anstaltet für alle Kinder, deren Eltern sich innerlich von der Kirche losgesagt haben, eine Jugendweihe, die an Stelle der kirchlichen Konfirmation tritt. Anmeldungen sind zu richten an: Georg Täubert, O. 112, Scharnweberftr. 52, Arndt, Lichtenberg, Skandi- navische Straße 102._ Groft-Berliner Lebensmittel. Vom 4. August bis 10. August: Brotkarte.Saethe*. Berlin. Vom 4. bis 10. August aus ReichSfleischkarte statt Frischwurst amerikanische Speckware. Die Wocheukopimengc, 250 Gramm, emschließlich eingewachsene Knocken oder Knochenbeilage. Zknochenfreie Ware nur 200 Gramm. 4,15 M. für 1 Pfd.- Für Kinder, die, wischen 1. August '907 und 31. Juli 1911 geboren sind, einmalig 5 Päckchen Puddlngvulner »u je 22 Psg. auf besondere Bezugscheine, die vom 4. August bis S. August von den Brotkommiifionen abzuholen und vom 4. bis 10.«ngust in den Geschäften zur Abtrennung vorzulegen sind. Verlauf vom 16. bis 23. August (fharlviteuburg. Vom 4. bis 10. August: 250 Gramm Flrbch taut besonderer Betaw-ttuachuilg ausländischer Schweinefleischerzeugnisse auf 32. 5 Pfund Kartoffeln GS werden zunächst 3 Pfund auf die Abschnitte a. b und c geliefert, die»lelieserung von d und e mit den restlichen 2 Psund rrsolgt umgebend nach Maßgabe der Anwhr. BIS Ersatz sür die mit alten Kai toffeln nicht belieserten Adschnltte 27 a—e tonnen Kartoffelscheiben freihändig gefault werden; die Gültigkeit der Abschnitte 27 ist mit dem 3. August erloschen. Psund Zuffo.. � die Zuckcrtarte, vom 1. bis 15. August. 500 Gramm Teigwaren aus 57.««5 Gramm Reis aus 58, 600 Gramm Graupen aus 60, 250 Gramm Hülsenfruchi« auf 66, 250 Gramm ausländische MaiSfabrikaie auf 67, 250 Gramm ausländische Marmelade aus 68. 6 Päckchen Puddingpulver aus 237, 140 Gramm Margarine aus unteren Abschnitt 1,12. 50 Gramm Butter auf den oberen Abschnitt I, 12, 250 Gramm auSISndffches Weizenmehl aus K 12(6. bis 12. August), Für Jugendliche: 150 Gramm Teigwaren aus 37, 100 Gramm Haiernäbrmittel aus 31. Räucherwaren und frische See. oder glußfiiche können sreihändig gekauft werden.— Im August an die Kriegsbeschädigten, die 50 Proz. und mehr erwerbsunfähig sind, 4 Pfund Nährmittel und zwar: 1 Pjd. Weizengrieß. 1'Psd. Halernährmittel. 1 Pfd.«raupen, 1 Pfd. Teigwaren. BerechtigungSkarten durch die Brotkommisston. Im August werden einmalig an schwangere Frauen vom 4. Monat ab 2 P>d. Weizengrieß und 2 Pfd. Zwieback, durch die KranlenernährungSabteUung; an Kinder im ersten Lebensjahre 750 Gramm Hasernährmittel, im 2. Lebensjahre 500 Gramm Sasernährmittel.— Freihändiger Berkaus: Speisesalz, holländische und belgische Fruchtmarnielade, dänischer Bouillonexttatt, Eipuwer, Suppen» und Kartoffelwalzmehl. Tchöncberg. Bis 5. August Voranmeldung sür>/, Psd. amerikanische« Weizenmehl ans 1 15 der Einsnbrzusatzkarte. 500 Gramm Nährmittel auf Absch. 60 der Groß.Berliner Lebensmittelkarte und 250 Gramm Nähr» mittel aus Absch. 42 der Juaendltchcnkarte. Ausgegeben werden in der nächsten Woche ohne Voranmeldung 1 Psd. Zucker auf Doppelabschnitt 21 der Schöneberger BezugSkarte, 250 Gramm ausländische Hüliensrüchte aus Doppctabschn. 66 der Groß« Berliner Lebensmittelkarte: außerdem>/, Psg. amerikanisches Betzenmebl aus Ablch. K 12, 50 Gramm AuslandSbutter und 140 Gramm Margarine aus Doppelabsch. L 12 der Einjnhrzujatzkarte, 500 Gramm Kunsthonig aus Absch. 47, 700 Gramm Nähi mittel aus Absch. 67 und 59 der Groß.Berliner Lebensmittelkarte. Ltchterfelde. 50 Gramm AuslandSbutter aus den oberen Abschnitt l, 12 der Einfuhr,, Zusatzkarte, 140 Gramm Margarine aus den unteren Abschnitt, 1lt Piund ausländisches Maismehl aus 57 der Lebensmittelkarte (bis 15. S,), 1 Psund ausländisches Maismehl auf 34 der grünen Bezug». karte(bis 15. 8.), 500 Gramm Nudeln aus 57 der LebenSmtttellarte lbis 9. 8.), 200 Gramm Nudeln aus 59(bi» S. 8.). 200 Gramm ausländisches weißes Gerslenmehl aus 36 der Lebensmitteltarte(bis 9. 8.), 500 Gramm Haferflocken oder Graupe» auf 46 derselben Karte(biS S. 8.), 2 Psund Hascrflocken aus 9 der grauen Hajerslockeukarl« sür Kinder bis zu 2 Jahren lür den Monat August,>/. Pfund Reis, I Pfund Haferflocken und 10 Patete Zwieback(Keks) auf jede» Mittel« resp. Gettenstück der Juli-Mlchkarlen -4.1,.4.11, E I, B II, Ol u. 011(verkauf in den Konfitürengeschäilen), ousl. Milchfüßspeise w sämtlichen Kolonialwaren- und Konsitürengeschästen erhältlich. Neukölln. Fortsetzung deS Verkaufs von Nährmitteln au Jugendlich« aus 37, 38, 42. Von Moiitag ab 325 Gramm Hülsenfrüchte, 350 Gramm Teigwaren. 125 Gramm Maisgrieß, 250 Kunsthonig. Aus 31» und d 2 Psd. Frühkartoffeln. Ansang nächster Woche Neuverteilung von msgeiamt 500 Gramm ausländischem Maismehl auf 49 und 65 und von 200 Gramm amerikanischem Roggenmehl aus 30. Die Wochenmenge an Butter und Margarine beträgt vom 4. d. M. ab 30 Gr. Butter und 40 Gr. Margarine. dazu auf L 12 50 Gr. AuslandSbutter und 140 Ar. Margarine. Im Lause der Woche Eoudervertetlung von Nährmittetn sür Kinder im 1. und 2. Lebensjahre aus Milchkarle sür August. Ans 206 der Neuköllner War-»- bezugstarte 1 Bricscheu Süßstoff. Austandseicr sür 1.25 M. aus Z der Neuköllner Haushaltungslarte. Weiterausgabe de« vrotbetag» Sorte l, der bisher auf 190 der Warenbezugskarte ausgegeben wurde, jetzt aus Y der Neuköllner Haushaltungstarte. In den städtischen Bert-rufSft-llen freihändiger Bertauf von getrocknetem Etpulver, Honig(7 M. und 4,25 M. das(blas). AuSlandSmarmetade und Obftkonseroen. Britz. Vom 4. biS 10. August d. I. getangen in der verkauf», telle der Gemeinde 1 Psd. Nudeln(56). 1 Pfd. Graupen oder Haferflocken(57). Psd. Mehl(K 12), Psd. Zwieback oder Keks je Kind(Britzer AuS- weis 42 und Milchkarte), Sonderzuteilung(43). für Kriegsbeschädlgte 1 Pfd. Reis, Hajcrflocken oder Rudeln-Absch. 6). Verlaus begwnt mitdeu Schtuß. nunmccrn Montag weiter 8701— 2700 Dienstag, 2699— 1800 Mittwoch, 1799—900 Donnerstag, 899—1 Freitag. Nowawcs. Vom 8. bt» 10. August: 500 Gram« Küchenmehl (Maismehl)(42). 250 Gramm Suppen(84). 5« Gramm Rudeln(57). 250 Gramm Maisgrieß(65), 250 Gramm ausländische Hülsenfrüchte(66). 250 Gramm ausläirdijchcs Weizenmehl<0 9), 250 Gramm Pflaumenmus (Nr. 19 der blauen LebenSmUtelkarte). 1 Palet Ke»(Nr. 39 für Jugend. liche. Anmeldung 4. und 5. August durch Abgabe der Kartenabjchnitte 42. 34, 57, 65, 66, C 9, 19 und 39. Lichtenberg. Vom< bis 10. Auguft gegen Voranmeldung ans 667 500 Gramm Graupen, auf 39 ll für Jugendliche und 881 K 8 ie 125 Gr. Ret», 2 Päckchen Puddmgp�er(387 D, ll. S � g) in Konfiturenaelchästen. Geaen Boranmelduna-in Packchen«ußstoff(391 E, J, H, G K) Außerdem ohne Marten frisch- Fluß- m.d Sero che. Für Urlmcher 100 Gram« Nährmittel und 250 Gramm Wannelade Gegen Voranmeldung vom 7 August out Abschnitt o5 200 Gramm Hülsenfrüchte oder 200 Gramm Hülsenst-uchtmehl. Reinickendorf. Amerikanische Hasernährmittel(Wschn. 64)-« 7. August. Tegel. Aus Absch. 55 der Groß-verlmer Lebensmittelkarte 200 Gramm ausländische tzüisenicüchte(50 Ps.). Abschn. 61 250 Gramm Teigwaren 33 Pf.) und 250 Stamm Heferjlock«(45 Ldjchu. 65 2°0 Gramm der SonderledenSmMel- neue« Buchholz. 200 Tramm Nährfuvven auf 37.-3« der Gemeinde- Verkaufsstelle 25V Gramm ausländijcheZ Maismehl auf 4S vom Mittwoch ab. Wer Küchenmebl aus 42«och nicht erhalle« hat. kann e» jetzt in der Gemeindeverkaufsstelle abholen. Die vorangemeldeten Nudeln vom Montag ab bei den Kaufleuten. Wer das zuviel gezahlte Meld Wr das amerikaniste Mebl noch«ich, zurückerhalten hat, muß es spätestens am Montag, S biS N Übt, im AmtSdaus, Zimmer 8. abholen. Gestempelte Karte mitbringen. Am Montag in der Eemeindeverkaufsstelle pro Kops I Ei gegen Abschn. IS der Fifchkarte und zwar für die Nr. der weisten Lebensmilteltarten 1—200 von S— 10 Uhr. 200—400 von 10—11, von 400—600 von 11-12, 600—800 von 12-1, 800-1000 von 4—5, 1000-1200 von 5—6. von 1200—1400 von 6— 7, für den Rest von 7—8 Uhr nachmittags.— In der Gemeinde. verkausSftelle jür die minderbemittelte Bevölkerung Männerhemden zu 16,25 M, Frauenhcmden 16,— M., Kindcrlocken 2,50 M. das Paar.— Als Ersatz für ausfallende Kartoffeln bei den Kaufleuten Kartoffeljcheiben(ge« trocknete) und Kartoflelwalzmehl erhältlich. Groß-Serlkner parteinachrkchtea. Funktionäre der Bergmann-Werke, Berlin. Montag. 3 Uhr, bei Senkel. Utrechter Str. 10: Zusammenkunft aller Funktionäre der Bergmann-Werke, Berlin, die auf dem Boden der S. P. D. stehen._ S. P. D.-Funktionäre de? Tieniens-KonzcrnS! Montag nachm. 8'l, Uhr: Konferenz für alle sich zur S. P. D- bekennenden Funklwnäre im Lotal.Zur Schleuse" am Bahnhof Jungsernhcide. Die wichtige Tages. ordnung verpflichtet zum vollzähligen Erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. 34. Slbteilung. Mittwoch, 7fl, Uhr. Zahlabcnd in nachstehenden Be- zirkslokalen: Bezirk 251 und 258 bei Moldbach. Viuetapla» 7. Bezirk 252 bei Obiglo, Stralsunder Str. ll. Bezirk 254 B bei Decker, Puttbuicr Str. 5. Bezirk 258, 259, 260 und 267 bei Opitz, Bernauer Str. 13. Bezirk 265 uud 266 bei Gräulich, Martenstr. 46. 46. Abteilung. Montag, 7 Uhr, Funktionärsitzung bei Fuchs, Weddmgstr. 5. «Therkottenburg«. P.. Am Rontag. 7 Uhr. im voiMau» Siofinenftratze 4, kombinierte Borstandssitzung, zu welcher sämtliche Partei- sunktionäre sowie Stadtverordnete eingeladen find. Schöneberg. Dienstag, 8 Uhr, Versaumriung sämtlicher Funktionäre, Martin-Luther-Str. 69.- Tlrcptow- Baumschulenweg. Mitgliederversammlung Dienstag 7>/, Uhr, in der.Rennbahn". Mitgliedsbuch mitbringen.— DaS Sommer- sesi der Berlmer Genossen findet Sonnabend, 9. August, im„Konzcrtgarten Plentcrwald" statt. Die zum 26. Juli entnommenen Billetts beHaltes Galligkeit. Soziald. BSahIderei» Adlershof. Austerordentliche Mtgliederver« jammlung Dienstag, 5. August. 7 Uhr, im.Ratskeller". WetterauSstchte« für das mittlere Norddeutschlaud bis Montag mittag: Zeitweise aufklarend, jedoch ziemlich kühl und über- wiegend bewölll mit wiederholten, im Süden geringen und im Norde», besonder» an der Küste, starken Regensällen. Neuheiten HGrifldlHl EvISGI Perserteppiche m Uebergangsmäntelno. Jackenkleidern. Jackenkleider in neuesten Formen aus Kammgarn und Gabatin. X Jackenkleider für Jugendliche 67 M. Neueste Herbst- und Wintermäntel X Wintermäntel für Jugendliche 37,50 M. X Imprägnierte Seidenmäntel. Gufnmimäntel 189,50 M. X Sommerkleider für Jugendliche 49 M. X Eolienne-Röcke 87,50 M. X Reinwollene Kleiderröcke 110 M, 86 M., 64 M. X Weiße Kleiderröcke 29,50 M., 24,50 M. X Morgenröcke und Hauskleider 110 M., 76 M., 56 M. Landsberger Straße 85, 86, 87. Sehleierstotfe 1 Seidenblasen Entzückende weiße IdliS" Ußii ßäÜSlfllilSBB 1 InweiB,rosa.heIlbUu u. vielen 1 aus Crepe de Chine, Chiffon, z.T. reich mit Handsfiek. cam. j anderen Farben, 110 cm breit| Taffetl, In vornehmst Verarb, 49,50 M., aiJOM., 27,50 M.| 10,50 M. | 76 69�0 HL, 48,50 M. Entzückende V eiste gestickte Voilekinderkleider Größe 50—90 42 M. bis 75 M. Blauweißgestreifte Kiuderwascbkleider Grüße 60—100 3950 m. ws 58« m. m. Stick.-Ein-u. Ansatz, aus pr. Renforcd 35 M., 29s0 M. Unterrocke gestp.Wasciisto!!, prima Qualität und bester Verarbeitung 2950Mm 24 M. Moirä antipe in mod. Farben und hllbsch.Anfenlgnng 53" M. IE1 m. Stick.-Ein- u. Ansatz, aus pr. Renforcd 2850 M. Annahme von Pelzsachen, Wollwaren und Teppichen zur Aufbewahrung; und Pfleg;«, Schutz gegen Mottenschaden, ch Versicherung gegen Diebstahl u. 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Der dentschösterreicMsclie Hills- und Wirtschaftsbond Berlin beabsichtigt IDr hier lebende Deutschötterrelcher fortlaufend Lebensmittel, besonders Reis, Kaffee, Schokolade, Kakao, Speisefett und eventuell Bohnen einzuführen und an Deutsch- Österreicher zum Selbstkostenpreise zuzüglich einer kleinen Verwaltungsgebühr abzugeben. Deutschöslerreicher wollen daher ihre Adresse mit gewünschten Mengen der einzelnen Lebensmittel unter Anführugg� der Zahl Ihrer Familien- Mitglieder an die unterzeichnete GeschSttsstelle bekannt geben. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß die zur Ausgabe gelangenden Lebensmittel nur zum eigenen Verbrauch und nicht zum Weitervertrieb bestimmt sind. 16/4 Geschäftsstelle des deuscbösterreichischen Hilfs- und Wirtschaftsbnndes, Berlin W. 62, Keithstr. 19(im Deutschösterr. Gen.-Konsulat.) Bekanntmachung. Wir bitten unsere geehrte Kundschaft, davon Kenntnis zu nehmen, daß in sStntlichen von uns versorgten Ortschaften mit Ausnahme von Grünau j die Rechnungen über den Gasverbrauch In den Monaten Juni/Juli und juli/August zu einer Rechnung i zusammenfasse* und Im Haute des Monats September einziehen lassen werden. Berlin, den Zt. Juli>919. 505D Qasbetrlebsgesellschaft, Aktiengesellschaft Der Vorstand. E. Körting. Hautkrankheiten Auslchlag, Juckreiz, Haaraussall. Rückenetz em. Maule, ftrütz« Flechte, Räude deseltiat auch in vorgeschrittenen Fällen durch obgetarz!* XaMtaUac bei mäßigem Hanore». -Heran* JÜHng, ÄSÄ&. _ 8—10 Uhr. 2— 4 Uhr. Sanntag, 11—1 Uhr._ Everth& Mittelmann (i�f- Bankgeschäft C. 19, Petriplatz 4 trlklrcbe Berlin gegenüber der Petrlklrche m Fernsprecher; Zentrum 2373, 7105 und 11541. Oeschäftsstunden 10— 1, 3—6 Uhr Sonrnbend Geschäftszeit 9— 3 Uhr.• Anmeldung ausländischer Effekten kostenlos. Gewissenbalte Beratung bei Anlage der freigewordenen Kapitalien. 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