Nr.SSS.S«.z»Isrg. Bezugspreis» Bik-»eI>Lhri.»r- Mi. monatt•/—®t frei in« Hans, Daraus zahlbar. Post, Bezug: Monatlich ch— Ml, exv. gu- fteUungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn k,2ö Ml, für da« lidreg« Ausland 10 23 Ml, bei täglich einmal. Anstellung 6LS Ml. Postbeftellungen nehmen an Dänemark Holland. Luxemburg. Schweden n. die Schweiz. Einzelragen in die Post-gettungs-Pretslift«. Der„Borwilrts� mit der Sonntag«- deilage»Soll n. geir' erscheint woche» liiglich zweimal. Sonntag« einmal. Telegrannn-Abreff«: „Sojlaldnaotcat Setlio". Morgen Ausgabe. Berliner Volksblntt. (iSpksnnig) AszeigeuprelS: Dt« achtgefpaltene Zionpareillezei'e kostet lM> Ml«iiloine«nzeigen", da« fettgedruckt« Wort SO Pfg.(zulässtg 2 fettgedruckte Worte), jedes weiter« Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen da« erste Wort Gl» Pfg, jede« weitere Wort SO Pfg. Worte über lS Buchstaden zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 30°,� Familien- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Deretn«- Anzeigen IJSO Ml die Keile. Anzeigen für die nächste Zlummer müssen bis S llhr nachmittag« im Hauptgeschäft, Berlin EW SS, Lindeaftrahe S, abgegeben werde»,»«öffnet von 9 Uhr früh bis S Uhr abend«. �entralorgan der fozialdcmokrati Tchen parte! Deutfcblands. Rsüaktion und Expedition: EW. 68, Lindenftr.Z. »Fernsprecher: Amt Morrtzplatz, Rr.»S»S0— tS»S7. Montag, den 4. August 1S1V. vorwärts-verlag G.m.b. H-, EW. bS, LinScnftr. Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 117 SZ— S1. Italien drängt zur Ratifizierung. Bern, 3. Nugust.(W. T. B.) Nach einer römische« Meldung de«„Corriere della Sera" betonten gester» N i t t i und der Unterstaatssekretär für AeußerrS Sforza im parla- meutarischen FriedensauSschutz die politisch« Not- wendigkeit für Italien, den Lersailler Vertrag so- bald wie möglich zu ratifiziere«. Die Verzöge- rung habe keinen Zweck. Nicht nur die Verbüttdeten, auch Teutschland habe ein Interesse an der baldigen Ratl- sizirrung. Deutschland rechne mit dem gerechte« Sin» und der M ä h i g u n g Italiens bei der Anwendnng des Vertrages. Internationaler Sewerksthafts- kongreß. An de, Svanabendsipung erklärte Stuart Dunning iSckglemd), dah die englische Delegation sich den Geist der Snt- schliehung der zweiten Kommission über die Konferenz von Washing» ten durchaus aneigne. Die Engländer hätten jedoch schon beschlossen, nach. Washington zu gehen, denn ersten? sei eS besser, hinzugehen, als wegzubleiben, zweiten? würden auf der Washingtoner Kon> serenz die Regierung, die Arbeiter und die Arbeitgeber anwesend sein. Wenn die Arbeiter wegblieben, würde sich ihre Lage dadurch verschlechtern. Die Engländer wollten nicht die Möglichkeit der paisen, in Washings"--------------—"" ol? da? Bisherige. I o u h a u x verwies auf die von den französischen Arbeitgebern '« o mp7r�Nm«ri,a erklärte im Namen der amerikanifche« 5'' V s'�t babe den stunde« � Delegation, daß auch er sich den Getst der Entschließung aneignen d«« 8«h.nftM'd�nta� wieder«�zufuhren. � Er�er. Delegation, daß anch könne. Auch die amerikggiische Delegation sei nicht"in"jeder Hin. ficht mit dem Vertrag von Versailles zufrieden. Auch sie hätten versucht, mehr und Bessere? zu erreichen. Jouhaux könne da? be. zeugen. E? sei ihnen jedoch nicht geglückt. Die Amerikaner seien auf der Berner Konferenz nicht anwesend gewesen und betrachteten sich daher nicht an da? Pro» gramm von Bern gebunden. Da? ArbeiiSabkommen von Versailles gehe außerdem viel weiter, als da? Börner Programm. GowperS sagte, der internationale Gewerkschaftsbund ist eine neue Organisation, die mit der alten nichts zu tun hat. Die amerika. nische Delegation werde infolge deS Beschlusses der amerikanischen GewerkschastSgentrale an der Sonferenz i»«»shington teilnehme». Hierauf trat eine Pause ein. Dann erklärte Duerr. Schweiz, die Autonomie der GewerkschaftZzentrale müsse aufrechter» halten werden. Der BehauptunffDuerrS trat G o m p e r S entgegen. D u e r r bat zum Schluß, der Kongreß möge die Entschließung ein» stimmig annehmen. Jouhaux» Frankreich erklärte, sie gebe Bort für Wort da? wieder, wa? der internationale Gewerkschafts- kongreß von den Regierungen zu fordern habe; e« sei eine gebiete- rftche Rotwendigteit, daß die Arbeiter aller Länder an der inter» nationalen Arveiteraesetzgebung teilnähmen. Man dürfe nicht «inen kapitalistischen Imperialismus, sondern einen Imperialismus der Arbeiter bekommen. fBeifall.) Jouhaux schloß: Wenn nicht alle Länder nach Washington komme«, dann ist die Konferenz von Washington von vornherein zur Unfruchtbarkeit verurteilt. Er ersuchte den Kon. greß noch einmal, die Entschließung einstimmig anzunehmen. L e g i e»»Deutschland bedauerte, daß stundenlang über eine Re- s«lution verhandell werde, die von der Kommission einstimmig an. genommen worden sei. Er sagte u. a., die ganze Washingtoner Konferenz sei eine Torheit. Sie beschäftige sich mit Sachen, die vielleicht vor?0 Jahren geeignet g e w e se n wä r e n. «er«ähme an der Konferenz teil? Wer sei Mitglied deS Völker» SundeZ? Legten gab eine Uebersicht der Mitglieder des Völker» bunde? und nannte eine Anzahl Staaten vom Range Boliviens,' VeruZ und der Regerrepublik Liberia. Außerdem käme auf zwei Regierungsvertreter und einem Vertreter der Arbeitgebar nur ein Vertreter der Arbeitnehmer. ES sei töricht anzimehmen, daß Ar- beiterinteresien auf diese Weise besprochen werden könnten, und zu glauben, daß die Parlament« derartiger Staaten die in Washing. ton gefaßten Beschlüsse annehme« würden. Die Washingtoner Konferenz sei eine Konserenz für die Zntzresscn der Arbeitgeber. Legien ßubr fort: Damit haben wir nichts zu tun. Unsere Arbeit >st die?örderiing der Arbeiterinteressen. Gompers habe erklärt. ein deutscher Vertreter in Paris habe gesagt, da» Arbeitsprogramm gehe in vieler Hinsicht weiter als da» Berner Programm. Wer ist °�(J?wesen? Er selbst sei nicht in Pari» gewesen. E» wäre mit der Wurde der Arbeiterklasse nicht zu vereinbaren, an emer Kon» »eil�unehmen, von der sie keine Gewähr habe, das; sie dort Ii- r'n-en würde. TieZ sei aber nicht der Fall, auf einer Konreren,. dir von Arbeiterführern wie GomperS veranlaßt werde. Der. ttiijfs, demonstrativ erklären, daß die anwesenden Ver» jre.er der• r. eitere>rnanisat'onen nur die Interessen der Arbeiter vertreten �'"Kompromiß sei hier nicht möglich. Mo m per, erklarte, in seien keine Vertreter der ■"** r. � emr'> �al'Sstemeonna znaege» gewesen»nd die - �■ v"""» w*"-* r't-"«•■!»> eeisb!";ch' nach ■?'»'"vdr sich nur deSbalh gegen die R den Ämcritanern(tiso« Unmögliche»»erlange.> den Winter auch rntr ein«. Tonn« floblen auSjufüjftgn. r*-;n«-«twer dig b T- tvan der Veldes gegen die S. P. D. Schluß der Sonnabendsitzung. Wel§ richtete in seiner Rede einen Aufruf an das anglo-ameri- kanische Proletariat, das nach dem Ausgang des Krieges der Vor- kämpfer gegen Kapitalismus und Imperialismus sein müsse. Er schloß mit dem Bekenntnis zur Demokratie. San der Bctde-Delgien protestierte scharf gegen die Zugestand- nisse Macdonalds und Troelstras an das Rätesystem und die 3. In- ternationale. Er trat dem deutsch«« Standpunkt der unbedingten Demokratie bei, griff ober die S. B. D. stark wegen ihrer Haltung im Weltkrieg an. Er schloß sein« Attacke gegen die S. P. D. mit den Worten: Solange die S. P. D. nicht ein Schuldbekenntnis ablege, und somit die moralische Einheit mit den Ententeparteien gleicher Richtung wiederherstelle, gäbe es keine aktionsfähige Jnter- nationale. Hcnderson-England bat, von einer Debatte über dieses An- sinnen abzusehen, da sie sich in das Grenzenlose hinziehen würde. Molkcnbuhr begnügte sich deswegen mit kurzer, würdiger Zu- rückweisung der Angriffe Van der Veldes, selbst als dieser ihn durch erregte Zwischenrufe unterbrach. Er wies auf die letzten Verhandlungen in Weimar hin, die bewiesen, daß die deutschen Sozialdemokraten restlose LnfflSrung über dir Schuldfragc wünschten. Van der Velde entschuldigte seine Heftigkeit. Er hätte nur den Belgiern das(ihnen unbestrittene) Recht vorbehalten wollen, auf dem Kongreß die Schuldfrage aufzurollen.— Der Kongreß ernannte zwei Kommissionen, die bis Mittwoch Borschläge zu machen haben über die Stellung der zweiten Internationale zur allgemeinen politischen Lage und zur Frage de? Wiederaufbaues der Internationale. Wie unser Berichterstatter meldet, ist man in Luzern allgemein der Meinung, daß es trotzdem nach dem Eintreffen der U. S. P. D. eine große Schulddebatte geben wird. Die nächste öffentliche Sitzung findet Mittwochvormittag statt. Hugo Heinemann f Am Sonnabend vormittag rief ich in Heinemanns Bureau an, wie sein Befinden sei. Infolge Abwesenheit von Berlin hatte ich ihn seit Wochen nicht mehr gesehen, inzwischen aber erfahren, daß er bettlägerig sei; die Auskunst lautete auf schwere Nieren-Erkran- kung. Als ich nach Tisch wieder ins Geschäft kam, teilte man mir mit, daß vom Bureau soeben der Tod HeinemannZ gemeldet worden sei. . Wie ein Schlag traf mich diese Nachricht. Und mit mir wohl die meisten seiner Freunde. Zwar sahen wir schon seit Jahresfrist den anscheinend in blühender Gesundheit strotzenden Mann in be- sorgniSerregender Weise abmagern; er hatte auch schon längere Zeit über Herzbeschwerden geklagt und Besserung in Kissingen der- sucht, aber keiner von uns hatte an so raschen Verfall gedacht. Um so weniger olS sein« Mutter bis in ihre siebenziger Lebensjahr« körperliche Frische bewahrt hatte. MS ihm kurz nach der November-Revolution der Eintritt in. die Regierung angeboten worden, kam er eines Mittags in meine Wohnung, um meinen Rat einzuholen. In dies« Unterhaltung wurde ich zum ersten Mal üb« seinen Ge- sundheitSzustand besorgt. Ich riet ihm schon auS politischen Grün- den, denen er sich nicht verschloß, von der Annahme de» Amtes ob und glaubte, ihn auch überredet zu haben, daß er jedenfalls sich der Entscheidung seines Arztes fügen werde— ich poar überzeugt, daß der Arzt ihn dringend abraten werde, denn wer Heinemanns Ar- beit seifer kannte, der mußte schon damals fürchten, daß« körper- lich den Aufgab«, nicht mehr gewachsen war, die da» Amt und seine Auffassung von de» ihm erwachsenden Aufgaben an ihn stellte. Er lehnt« dann auch ab. Heinemann war ein« Arbeitskraft ersten Range«, seine Liebe zur Arbeit wie sech Eiser bei der Arbeft waren nahezu beispiellos. Als Verteidiger hatte er nicht bloß unter Parteigenossen einen Namen, auch unter seinen Kollegen galt er als ein« d« feinsten juristischen Köpfe und die Fachliteratur zählt« ihn unter den Vorkämpfern für moderne Strafrechtspflege— der kürzlich verstorbene SirafrcchtStehrer Liszt schätzt«. ihn ganz besonders— zu den ersten Kräften; auf dem Gebiete de« Berein Sge setze«, der Koalitionsfreiheit und der Arbeitergesetzgebung war er Autorität. Wen« er schließlich nach den Wahlen, trotz de» AbredenS seiner Frau und sein« Freund«, da» Staatssekretariat im Justizministe- «um Lbernahm, so tat« eS, weil er glaubte, damit der Straf- rechtSreform und d« Lrbeiterilasse, zu dienen, für die er sein ganzes Leben gekämpft hatte. Seil Anfang der 90er Jahre kannte ich Heinemann als P a r- tsigenossen. AlS e« nach Aufhebung de« Sozialistengesetzes galt, d« Partei eine den veränderte« politischen Verhältnissen ent- sprechend« neue Organisation zu geben, war Heinemann neben Heine d« hauptsächlichste juristische Berater des Parteivorstankes. lind ebenso bei der Aenderung nach dem Köller-Coup. Mit Singer fcRbaad ihn persönliche Freundschaft; Auer» kühler Kopf fühlte ' Clemenceou und öie ungarische Regierung. Wien, 3. August. Clemenceau teftte in der Antwort auf die Depesche der Budapcster italienischen Militärdelegation die An- ficht des RateS der Alliierten mit. sich nicht in die innere Politik der ungarischen Republik einzumischen. Der 3lat könne dah« auf, die von den beiden Mitgliedern der ver- bündeten Missionen in Wien gemachten Vorschläge nicht eingehen, weil die Grundlagen d« Beziehungen zwischen den verbündeten und assoziierten Mächten einerseits und Ungarn andererseits seien: 1. Der Waffenstillstand vom 3. November 1918, der von der un- garischen Regierung beachtet werden müsse, 2. die MitteÄung der FriedenSkonserenz vom 13. Juni über die Festsetzung der Linie, an der die ungarischen Truvpen längs der tschechoslowakischen und der rumänischen Grenzen sich zu halten hätten. Der Rat der Verbündeten werde Rumänien mir«suchen, seine Truppen an. den Grenzen zum Stillstande zu bringen, die sie gegenwärtig infolge der Angriffe besetzt halten, aber er werde Rumänien nicht ersuchen, die Truppen bis zu der am 13. Juni festgesetzten Linie zurückzuziehen, ehe nicht die neue Budapester Regierung sich den Wa ffe n'stillsta nds beb i ng u n ge n strikte unter- warfen habe. Die Verbündeten wollten die Taten der unga- rischen Regierung abwarten und hofften, daß die neue Regierung ihve Verpflichtungen erfüllen, das ungarische Volk vertreten und den Zeitpunkt der Wiederherstellung de« Friedens und der Wied«- aufnähme der regelmäßigen wirtschaftlichen Bezidjimgen beschleu- uigen werbe. Der Eh es der ftalienischen Militärmission in Budapest, Roma» nelli, erklärte in seiner Aiftworidepesche, die neue ungarische Regie. rirng sei durchaus geneigt, die Wasfenstillstandsbedinguzrgen mög- lichft bald auszuführen, und habe ihn ersucht, Clemenceau zu bitten, daß die verbünde:«» und assoziierten Mächt« die ungarische Re- gierung durch Entsendung je eines Regiments einer jeden alliierten Macht unterstützen mögen, mid zwar in d« Weise, daß die Eni- sendung nicht eine Intervention, sondern ein« freie Kundgebung darstelle._ Ungarn kehrt zur demokratie zurück. Einberufung einer Nationalversammlung. Bude tieft, 2. August. Das Ungarische Korrbureau meldet: Der Minister des Acutzern Peter Agoswn niachte. den Vertretern der aus- ländischen Presse u. a. folgende Mitteilungen: Vom Rätesystem gehen wir zum Svstem der Demokratie üb«, gegenüber der Entente' verpflichteten wir uns zur Ausarbeitung eines neuen Ver» sassungSentwurfs und zur Einberufung der konstituierenden Nationaloersammlung. Die neue Regierung steht auf dem Stand- punkte der Aufrechterhaltung der Sozialisierung. Den Umfang der Sozialisierungen wird jedoch nicht das Kabinett, sondern die konstituierende Versammlung zu bestimmen haben. Die sozialisierter� Betriebe werden his zum Zusammentritt der National- Versammlung im Dienste d« gesellschaftlichen Produktion bleiben. Verhandlungen zwischen Ungarn und Rumänien. Wie„Nepszava" meldet, hat das rumänische Oberkommando die ungarische Heeresleitung verständigt, daß eine rumänische Kont- Mission zu Verhandlungen über einen Waffen still- st a n d nach Budapest entsandt worden sei. Die Regierung wird mit dieser sofort nach deren Eintreffen die WasfensttllstandSverhand- lungen aufnehmen.__ Der Generalstreik in Zürich. Zürich, 3. August. Die Streikleitung verlangt die Schließung aller Wirtschaften während d« Dauer des Streiks. Der Regierungsrat hat sich geweigert, den Ausschank von alkoholischen Getränken zu verbieten. Von Montag ab werden nur noch Milch- fuhrwerke verkehren. Der Platzkommandant von Zürich weist in einem Aufruf m a. darauf hin, daß entsprechend«in« neuen An- Weisung des Militärdepartements die Truppen auch bei wieder- holten Beschimpfungen ohne weiteres von der Waffe Ge- brauch machen werden. Eine Holge der Enthüllungen. Ungeahnte Wirkung. Die Enthüllung der alldeutschen Schandtaten, die in den letzten Tagen Schlag auf Schlag einem Unwetter gleich auf die Häupter ton schuldigen Alldeutschen herniedergeprassekt sind, sind diesen iu einer Meise in die Glieder gefahren, daß sie ungewollt selbst ent- hüllen— allerdings nichts anderes als die große Herzensangst, in der sie schweben. Von. den radauantisenvi tischen Flegeln war man eS gewohnt, dah sie, sobald ihnen etwas schief ging, sich nach einem Prügelknaben umsaben und sich zu diesem lauteren Zweck ihrer jüdischen Mitbürger bediente»!. Neuerdings ist auch Graf Reventloio unter diese Sorte von Journalisten gegangen. In der„Deutschen Tageszeitung" stellt er treffinnige. Betrachtungen üb« die minderwertige Moral der Volksrepublik an und vergißt hierbei nicht, wiederholt auf die Juden hinzuweisen, von denen angeblich die Zersetzung d« nationalen Denkart herstammt. D« Leitartikler der„Deutschen Tageszeitung" sieht allerdings keinen Unterschied in nationaler und nationalistisch« Denkweise, während wir den Trennungsstrich zwischen beidon sehr scharf ziehetl. Der Kampf gegen jede Art von Nationalismus ist unseres Wissens in erster Linie von der Sozialdenwkratie geführt worden; wen» trnr jedoch hierin von unseren jüdischen Miösürgern Unterstützung findan, so sind wir ihnen außerordentlich dankbar dafür. Auch nehmen wir an, daß der Genosse N o? k e sich wenig um die An- rempelung bekümmern wird, tue ihm wegen seiner energischen Ver- Wahrung gegen antisemitische Pöbeleien tM dein erlauchten Grafen zuteil wird. sich zu Heinemann hingezogen, Bebel tat keinen juristischen Schritt ohne seinen Rat. Auer, Singer, Bebel starben, aber der juristische Beirat de? ParteivorftmcdeS ist Heinemann bis zu seinem Tode geblieben. Di« Parteigenossen kennen Heinemann in erster Lmie als Verteidiger. Es gab in Deutschland in den letzten 20 Jsthren keinen politischen oder gewerkschaftlichen Prozeß von irgendwelcher Bedeutung, in dem nicht Heinemaün als Verteidiger die Sache der Arbeit« geführt hat. Für seine Freunde war eS imm�r ein Genuß, diesen großen Optimisten bei Uebernahm« eines Prozesse» als schlimmsten Pessimisten kennenzulernen. Wir lachten schon imm«. wenn« Gründe auf Gründe vorbrachte, die den Verlust des Prozesses mit Notwendigkeit beweisen sollten. Sowie er aber an die Arbeit ging, schlug sein Urteil um. ES gab aber auch keinen Ver- teidig«, der eine übernommene Sache mit größerem Pflichtgefühl, mit größer« Hingabe, mit unermüdlicherer Arbeitslust führt« als er. Neben sein« juristischen Fähigkeit war eS diese Hingabe, die ihn sein« Ausgabe gewinnen ließ. Kam aber gar noch ein persön» lich« Freund in Frag«, so war seine Hingabe geradezu rührend. Als Verteidiger kannte er nur ein« Aufgabe: feinem Klienten zu dienen. Selbstverständlich ohne and« Sack?« auch nur das Tipselchen über dem i auszugeben. Vielleicht versteht man Heinemann am besten, wenn man ihn mit Stadthagen, der unbestritten auch ein fein« Jurist war. vergleicht. Stadthagen lebte ewig mft den Richtern in Krakeel; Heinemann stand mit allen Richtern auf bestem kollegialen Fuß. Stadthagen begründet« sein Beinhalten mit der Erklärung:„Wenn ich mit den Richtern in Krach gerote, so müssen sie meinen Klienten milde behandeln, weil sie sonst in Verdacht g«aten, daß sie sich für meine Angriffe an mev- nen Klienten rächen. Dazu siiid sie, wenn auch nicht alle zu cm- ständig, so doch alle zu klug. Dah« nützen meine.Krakeel« meinen Klienten." Heinemann, der ein feines psychologisches Verständnis für die Seele der Richter besaß, war für solche Pferdekur nicht ge- nug Dr. Eisenbarth. Der Erfolg hat gelehrt, daß Heinemanns sachliche, vornehme Art d« Verteidigung auch für seine Klienten die vorteilhaftere war. Ein„polittscher Advokat" ist Heinemann nie gewesen. Daran hüidert« ihn einerseits die große Zivilpraxis, auf der anderen Teste die gewissenhafte Art. mit der er jede einzelne Kleinigkeit eines Prozesses sekb« bearbeitete. Für ihn gab es leine.Kleinigkeit", wenn sie von sachlich« Bedeuttrng war. Diese Fülle von Arbeit beanspruchte seine ganze Zeit und sein Pflichtgefühl seine ganze Arbeitskraft. Für die, die ihn arbeiten sahen, war es oft geradezu ei» Wunder, was er leistete. Natürlich versagten dann von Zeit zu Zeit feine Nerven. Und seine Angestellten und mehr noch seine Familie koirnten über seine Heftigkeit manche? Lied singen. Frei- lich suchte« dann, wenn der Sturm vorübergerauscht war. den .Kopf, den« eben abgerissen hatte, nett aller Liebe wieder aufzu- fetzen. Melleich! darf ich hier in den pa Zeilen freundlicher Ersnne- rung cm den toten Freund auch mit einigen Worten der Frau gedenken, die seit 20 Jahre-n ihm zur Seite stand. Denn was Herbe» an dem sonnigen Charakter des verstmchenen Genossen war. ba hat sie in«st«r Hinte üb« sich ergehen lassou müssen. In seinem Brautstande war Heinemann der glücklichste Mensch von der Welt. -Er fühlte, daß er mft der licWichen Gestalt auch daS sanfteste W:io und die verständnisvollste Lebenögenoifin gewonnen hatte. Aus einer angesehenen Jurist« nsamilte stomancirb, hatte sie für den Beruf ihres ManneS nicht bloß das Erbe des BerständinsseS, son- der» auch die. Frucht des Eifers und der Vorbildung in die Ehe mitgebracht. Und wenn es eine„ Bernach lä ssig urg" des WciboS ist, daß der Mann seine ganze Zeit, sein ganzes Denken uns Streben sein« Beruftarbeit widme«— sie hat das nie als„Ver- nachliffsigung" empfmvden und damu ihrem Mann« ein Glück em- gegengcbracht, das ihn erst die Arbeit leisten ließ, um die ihn seme Gegner beneideten, seine Freunde tiebteiu Ohne diese Frau hätte Heinemann das nicht leisten kömien, waS er für seine Familie, du Partei, die Acbefterklasse geleistet het. Auf der Höhe seines Lebens, inmitten sei»er Arbeiten, noch ehe er die Schwelle des ManneSalter« betreten hatte, mußte« nun dahingehen! Wie oft hatte er davon geträumt, feinet» Lebensabend in Ruhe und Bffchaulichkeit mft seiner Frau im schönen bayerischen Oberlande verbringen zu können! Es nxrr ihm nicht beschieden! In früheren Jahren ein fröhlicher, gesellig« Gsnojse, in spätevcn ein ernster, verkäßttcker Freund, auf bm men bauen konnte— s o wird Heinemann in unserem Andenken weiterleben. Und»venn seine Frau und seine jugkmdliche Tochter an sein« Bahre stehen, pen liebevollen Gatten und zärtlich besorgte»'Bater betrauernd■— die Erinnerung an das Andenkn», da» feine Foe�nde ihm bewahren, die Achtung, die seine Gegner ihm bezeugen, wird ihr Trost in später« Zeit sein. r. k. » Notizen. — D er hessische Landbote. Di« von Ernst Rowohlt» Verla». Berlin, soeben begonnene Sammlung von RevolvtionS- flugschristen.Umsturz und Aufbau", deren tagwichtige Bedeutung schon durch die kürzlich erwähnte Veröffentlichung der politischen Lyrik Walter HasencleverS bezeichnet wird, stellt an ihrer Spitze die berühmte Flugschrift GeorgVüchner»„D:r hessische Land. boie", dies erste Sturmzeichen des sozialen Klassenkampfs in Deutschland, das ISSS unter der in diesem Neudruck nun»um lZuchtiull«bobenen Ueberschrift ,.F r i e d e d e n Hütt«»! Krieg den Palästen!" erschien. Wir begrüßen diesen von Kurt PinthuS mit einer LebenSflizze Büchner» eingeleiteten Neudruck. der durch eins» Anbai»» von Ausschnitten au« Briefen Büchner» sachgemäß ergänzt worden ist. Denn die Flugschrift Um 1834 nicht so in Druck, wie Büchner sie aufgesetzt hatte, und was bürget» liche Vorsicht milderte und wegließ, läßt sich au» dem Geiste der Brieft immerhin erahnen. — Theater. Da» Düsseldorf«» Schauspielhaus wird i* fein« fünfzehnten Spielzeit an Uraufführungen von Werken Uienbtr deutscher Dichter zunächst bieten: Herbert Kranz:„Die Rich- t-rin", H rns Franck:„Godiva sgemeinsam mit Frankfurt am > Main' und Karl Röttger:„T,e sechs Schwäne".— In W i« n i ist unter den Theaterangestellten eine neue Lohnbewegung I ausgebrochen. UnadhZngkße Gsfühlsverlumpimg. Selbst Tote sind bor dem Schandblatt, daz sich„Freiheit* nennt, nicht mehr sicher. In einer Notiz dieses Blattes, in der der Tod deZ Genossen Hugo Heinemann angezeigt wird, heißt es: „Heinemann, der zu den Rechts sazialisten gehörte, war während des Krieges einer der schlimmsten Rationalisten und Durchhalter. Dem rechtssozialistischen Parteiborstand hat er bei den Gewaltakten gegen die Obposition, insbesondere beim Raub des„Vorwärts", juristische Handlangerdienste geleistet. Nach der Revolution, deren erbitterter Gegner er war, erhielt er als Belohnung für seine treuen Dienste den Posten des llntcrstaats- sekretärs." Die„Freiheit" weiß ganz genau, daß die selbstlose Art des Genossen Heinsmann auch solchen ihrer Anhänger, die jetzt führend geworden sind, in seiner RechtSanwaltstätigkeit zum Vorteil ge- worden ist. ES kommt ihr jedoch darauf an, jeden zu verun- glimpsrn, der sich nicht das Mitgliedsbuch ihrer Partei gekauft hat. .Und diese Gesinnungsverlumpung respektiert selbst die Toten nicht. Die neue Reichs�-efaffung. Eise ftnrmifche Bor mmluug. Ueber die ReichSverfasiung referierte auf Einladung der A rbeitsgem ein schaft für staatsbiirget � und wirtschaftliche Bildung der bisherige Reichkkommiffar P rofessor Dr. P r e u tz in der Phikharmonie. Er wies auf die ärt des Zustandekommens der Verfassung hin, die von Sozialdemokraten, Demokraten und dem Zentrum geschaffen sei, hieraus erkläre stch ihr Kompro- mißcharakter. E-z gehe demnach vorwärts auf dem Wege zum Einheitsstaat. Der Leitgedanke der Verfassung von Weimar sei nationale Einigkeit, soziales Recht und politische Freiheit. Dem nächsten Redner, unseren Genossen Dr. Sinzhei- m e r, war es unmaglich, sein Referat zu halten. Angefacht durch antisemitische Zwischenrufe, entstand großer Lärm, der noch verstärkt wurde, als das Stichwort„Mehrheitssozialist' ausgegeben wurde. Der fortgesetzte Lärm, die Schlutzrufe und der ironische Beifall ließen ihu iiber die Einleitung nicht hinaus- kommen. Er sah sich genötigt, sein Referat zu uuterbrechen. Räch ihm sprach noch der Zentrumsäbgeordnete Pfeiffer unter groger llnriche der Versammlung. Wir sprechen den Antisemiten zu den geistigen Waffen, mit denen sie ihre Kämpfe führen, unsere Bewunderung aus. yinSenburg wM Luöenöorf öecken. Von tzer Kommandostelle Kolbrrg geht unS folgende Kund- vebung zu: - Die»Angriffe gegen meinen früheren. Mitarbeiter, General Ludendorff, mehren sich. Ojne mich in eine Erörterung über das Unberechtigte, dieser Angriffs einzulassen, bemerke ich, daß für alle Entschließungen der O. H. L. ich allein die volle Verantwortung trag«. General Lbdendorff hat jtetS im EinberftöndniS mit mir gehandelt. Wer den Ge- neral Ludendorff trifft, trifft also mich. Hanniwer, 31. Juli t91S. gez. v. H i n d e n b.u r g, Gcneralfeld Marschall. So achtenswert auch die Absicht Hindenburgs ist, müssen wir seine Mitverantwortiichkeit doch ablehnen. Es ist eine feststehend« Tatsache, die auch das neue Weisibuch ergibt, daß Ludendorff die treidende.Ära|t der miiitärifchen Bevormundung unserer BvlisN war. Sericht ües vovzugsrats üer S. p. D. uaö v. p. GroK-Serlins. � Am Montag fand bei dem Präsidenten der Reichsbank eine Sitzung auf Veranlassung der Arbeiterrät« im Buchdruchgewerbä mit dem Vollzugsrai statt. Es' hcmaelte sich um den an di" öster- reichische Staatsdruckevei vergebenen Auftrag von Banknoten im Werte von 5 Milliarden, welche einen Kostenaufwand von 1b Millio« neu ausmachen. Bei der Verhandlung stellte sich heraus, daß von diesem Auf- trage Banknoten im Werk von Ith Milliarden Mark in der deut- scheu Reichedruckerei hergestellt wcrve-n. Allerdings konnte der Auf. trag an Oesterreich nicht»ehr riukgängig gemacht werden. ES wurde vereinbart, daß man sich an den Reichspostminister wenden sollte. Daraufhin fand am Sonnabend eine Verhandlung mit dem Reichspostminister, Vertreter« des Vollzugsrats und Aroeiterräten statt. ES' wurde festgestellt, daß die Reichsbank ein selbständiges Institut ist und der Reichspostmiaister erst vor einigen Tagen von dem Austrage nach Wien erfahren hat. Er versprach bestimmt, dafür Sorge tragen zu wollen, daß in Zukunft keine Aufträge mehr an das Ausland vergeben werde« sollen. Um eventuellen Ent- lassungen vorzubeugen und der Arbeitslosigkeit zu steuern, werden sämtliche Behörden angewiesen, alle in Frage kommenden Auf- träge sofort an die Renhsdrucker« zu vergeben, die dann ihrer- seitS dafür Sorge trägt, Aufträg«, die sie selbst nicht bewältigen kann, an andere deutsche Firmen weiterzugeben. In letzter Zeit wurde» bedacht: mit Buchdruckerarbeiten: 46 Firme« mit SRI Aufträge« im Gesamtwerte von 1385 000 Vi., 54 Firmen mit 183 Auftragen im Wer!« von 407000 M.; mit Buchbinderarbei ten: 4b Firmen mit 578 Aufträgen in: Werte von 1 1II 000 M., 48 Firme» mit 172 Aufträgen im Werte von 645000 Mark. In der Reichsdruckerei leiden verschieden« Abteilungen selbst unter Arbeitslosigkeit, z. 7. die wissenschaftliche Abteilung, weil die Akademie der Wissenschaft wegen Mangel an Mitteln kei«e Aufträge herausgeben kann, ebenso die arabische Abteilung, weil ine Verbindungen mit der Türkei ab. gebrochen sind.» Außerdem sieht der Vollzugsraj mit verschiedenen anderen Behörden Wer wirtschaftliche Fragen in Verhandlung und'wird zur gegebenen Zeit über das Ergebnis Bericht erstatten. Der Bollzngsrat macht nochmals darauf aufmerksam, daß die Anhänger der S. P. D. und D. P. D. sich an dem Kauf und dem Vertrieb der Marken für de» Wabl. und Propagandafonds nicht beteiligen. Adresse de« Vollzugsrats der S. P. D. und D. P. D. iO: Berlin SW. 68, Lindenstr. 114. Tel.: Amt Moritzpl., 0057. Eine neue polnische Greueltut. Die WaffenstillstandSkommrssion hat der französischen Militärmissjon in Berlin eingehenden Bericht über eine neue polnische Greueltat, die Ermordung und Beraubung des Leutnants Jungfer?, überreicht, au! dessen Einzelheiten eine unerhörte und bestialische Grausamkeit der Polen spricht.'Die Leiche des auf Patrouille gowesenen Offiziers wies einen H als- und Bauchschuß, einen Hieb mit der Beilpicke über de» Kopf, drei Stich« m der Brust und im Bauch, außerdem ein« abge- schlagen« Zeh: auf. Ahr und Stiefel waren geraubt. Di« Rot« der W affonK llstan dskouimission ersucht die französische Mli- tärmission unter Protest gegen den grausamen Mord, beim polni- scheu Oberkommando vorstellig zu werde«, damit die Schuldigen bestraft werden. GMerffchlWWMNg Streik der Bugestellta« der Prvvisiousgeneralagenturen. In der gestrigen Versammlung nahmen die Angestellten der PriwisionSgeneralazentnlea Stellung zum Streik. Koppe tBureanangestelltenverband) und W ernicke(Handlungsgehilfen- verband) referierten über die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber- verband zur Anerkennung des Reichsiarifs. Während für die anderen Verftcherunosangestellten der Reichstarif längst an- erkannt sei, hätten die Provisionsagentcn sich bisher geweigert, den Tarif anzuerkennen. Trotzdem den Arbeitgebern Zugeständnisse bei der Kündigung und Zahlung des Gehalts in Krankheitsfällen gemacht wurden, haben sich die langwierigen Verhandlungen dennoch zerschlagen und die Arbeitgeber das gestellte llltimatum unberück- sichtigt gelassen. Die Kollegeb in Karlsruhe, Breslau, Leipzig und Dresdeu haben bereits die« Arbeit niedergelegt, das übrige Reich werde.heute ebenfalls in den Ausstand treten. T h i e m e(Trans. Portarbeiterverband) gab bekannt, daß auch für die Kassenboten Verbandlungen schweben, daß sie sich aber mit den Angestellten sali- dänisch erklären und ebenfalls die Arbeit niederlegen werden. In der DiSkofsion wurde von einigen Rednern verlangt, daß sich auch die Tirekttonsbeamten dem Streik anschließen müßten und daß den Arbeitgebern ein Ultimatum bis Mittwoch gestellt werden sollte. Demgegenüber wirrde betont, daß den Arbeitgebern ntist noch ein zweite» Mal ein NItmatum gestellt werden dürfe. Die Geheimabstimmung ergab 122 Stimmen für und 3 gegen den Streik. Die Angestellten treten somit heute früh in den Streik. Die Streikenden melden sich heute früh v Uhr zur Striffhilf? im Bureauhaus Börse, Buvgstr. 23, Zimmer 42. Znr fLarifbewegnnss der Schneider wird uns mitgeteilt: Tie von der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisation eingesetzte Kommission zur Feststellung der für die Anfertigung der einzelnen Kleidungsstücke erforderlichen Arbeitszeit hat ihre Arbeiten beendet. Es wurden 7 Arbcitszeitllassen ge- schaffen, wobei die einfachste Verarbeitung der Stücke(Maschiricti- arbeitl zugrunde gelegt ist. Handnöben der Nähte wird errta be- rechnet, wie auch alle bisher bereits bestehenden Extraarbeiten als solche nach der aufzuwendenden und nunmehr für das ganze Reich einheitlich festgelegten Arbeitszeit ertra berechnet werden. Die Einreihung der Orte in die 7 Arbeitszeitklassen für die Stücke unterliegt der örtlichen Beratung. Ueber die Festlegung der für jeden Ort Geltung erlangenden Stundenlöhne sonne über die Anzahl der zu gewährenden Fericntage und die Errichtung von Werkstätten soll gleichfalls örtlich verhandelt werden. Tie Arbeitsstunden, die für die Herstellung der Uniformen nötig sind, die Entschädigung der Ueberstnnden, Nacht- und SonntaaS- arbeit iowie die Aufgaben der Betriebsräte unterliegen der zentralen Vereinbarung. Nach Abschluß der örtlichen Verhandlungen werden die Hauptvorstände unter Leitung eines unparteiischen"Kollegiums auch über örtlich strittig gebliebene Punkte»erhandeln. Eine stürmische Postaushelfer-Versawtmlung. Am gestrigen Sonntag vormittag tagte«ine sehr zahlreich be- suchte, durch den Eewerkschaftsbund laufmännftcher Angestellter einberufen« Versammlung von Postaushelfern und-aushelferinnen. Einleitend wurde von Gabbert(Deutschnationaler HandlungSge- hilfenverboud) ein kurzer Vortrag gehalten, in den, er den ver- flossenen Streik der Postausheifer kritisch beleuchtete. Er behaup- idt, die Vorbedingungen auf Erfolg seien bei Eintritt in den Streik nicht gegeben gewesen und dieser sei dadurch ein Schlag inZ Wasser geworden. Man habe an einzelnen Stellen das Per>onal zu demütigen gesucht und von ihm Abbitte verlangt. Es bestünde bei der Oberpostdirektion die Absicht, viele AuShelser zu entlassen und hierfür Militäranwärter einzustellen. Das Mitbestimmungsrecht» der Angestellten werde von den Poftbehörden nicht anerkannt, man versteife sich auf den Standpunkt, daß dieses auf Bebörden keine Anwendungen finden kann, obgleich darauf hingewiesen wurde, detz der Reich-Po stnnnifier Gieeverts selbst der Urheber der da? Mitbestimmungsrecht der Angestellten regelnden Verfügung sei. An den Vortrag schloß sich eine sehr ausgedehnte stürmische Debatte, in der der Gegensatz zwischen dem Zeniralvsrbaich der Handlungsgehilfen, dessen Anhänger anscheinend im Saale die Mehrheit hakte, und dem Gewerkschaftsbund scharf hervortrat. Michaelis vom Zentralderband sagt«, der Gewerkschaftsbund wolle sich jetzt, ohne ein Mandat von der Arbeitnehmerschaft zu haben, in die Bewegung einmischen. Am zweiten' Tage des Streiks habe der Referent und ein Herr Gleim sich eigenmächtig an leitende 'Heroen Der Oberpostdirektion gewandt und dadurch die Streikbewe- güng verpetzt. Wendler vom Zentralverband polemisierte eben- falls mft Scharf« gegen die Einberufcr dxr Versammlung, die nur einen ganz geringen Pracht: il de? Personals hinter sich hätten, sich jedoch aus Organtsationsegoismus in den Vordergrund zu drängen versuchen. Der Gewerkschaftsbund habe ein Zusammengehen mit den in der Arbeiterbewegung organisierten Kollegen, insbesondere mit dem TranZportarbciten-erband, geflissentlich vermieden und sabotiere den Abschluß eines Tarifvertrages. Der Referent Gabbert polemisierte gegen die Ausfühtungen der Heiden Diskussionsredner, behaupteie, daß die Streikleitung den Steikcn'dcn eine Verfügung der O. P. D. vorenthalten habe und daß die Anhänger des Zcn. tralverban.deZ der Handlungsgehilfen mit demagogischen Mitteln und Unwahrhastigieit arbeiten. Der weitere Verlauf der Debatte wurde außerordentlich stürmisch. Ein Herr Peger vom Deutsch- nat.onakn Handlungsgchilfenverband machte lange, sehr oft stür- misch unterbrochene AuSfiihrungen gegen den Zentralverband, dem er Phrafenhaftlgkeit, Demagogie und UnWahrhaftigkeit vorwarf. Am Schluß der Versammlung kam eS dadurch zu Lärmszenen, daß der Leiter der Bersirmmlung u. a. eine von den Anhängern des Zentralverbandes eingebrachte Resolution der Versammlung vor- enthielt. Nach dem allgemeinen' Tumult, der sich wegen der An« griffe gegen den parteilichen Versamvi'ungsleiter erhoben hatte, forderte Wendland die Anhänger des Zentralverbandes auf, den Saal zu berlassen, welcher Aufforderung von sämtlichen Bersamm- lungsbesuchern Folge geleistet purde, so daß eS dem Referenten unmöglich wurde, fein Schlußwort zu halten. GroßSerün. Freigabe der Fische. Mit Wirkung vom 4. August 1919 hat die zuständige Stell« die inländische Bewirtschaftung für Fische und Fischprodukte aus- gehoben. Es werden von diesem Tage an sämtliche inländischen und ausländischen Frischfische in die Auktionen gehen, die vom Reichs. kommissar für Fischversoraung genehmigt sind und unter dessen Kon- trolle stehen. Die hierbei erzielten Preise werden vom Reichskoni- missar für-Fischversorgung überwacht. Die auf den Auktioneu festgestellten Preise bilden die Grundlage für die weitere PreiSbil- düng, welche sich im übrigen nach den bestehenden Vorschriften richten muß, d. h. nur mit angemessenem Nutzen gemäß der bis- herigen allgemeinen Verordnung gegen die Preistreiberei bof sich gehen darf. Die Einfuhr von Fischen und Fischwaren bleibt nach wie vor zentralisiert._ Konflikt zwischen der O. P. D.«nd den Beamte» des H'aupt-Telegraphenamtes. In zwei sehr stark besuchten Versammlungen der Arbeits- und Interessengemeinschaft des Berliner Haupt-TelegraphenamtS nahmen die Beamten Stellung z» der geplanten Verschärfung de? Nachtllienfres(alle 10 Tage langen Nachtdienst von 9— 7, Wegfall des kurzen Nachtdienstes, dafür Dienst von 3— 11(!) und 10—3). Ech Mitglied bei BeamteaauSschugei berichtete stbex die Vor, geschichte dieser Angelegenheit. Schon seit Februar Hell der Beamtem ausschuß immer wieder darauf hingewiesen, daß eins wsitere Verschärfung des schon gegen die Friedenszeit verschkechterten Nacht- diensteS in Anberracht der Erschöpfilng der Beamten unerträglich sei. Roch vor etwa 3— 4 Wochen versicherte'ihm die Oberpostdirektion unter Lnertenming der geltend gAnachten Gründe und der Tatsache, daß, die Verwaltung wenigsteiG einen Teil der Schuld an den schlechten Betriebsverhältnissen hoch, daß an die zwangsweise Einführung des zehntägigen Nachtdienstes nicht gedacht würde. Aber schon am 28. Zulr erfuhr der BeamtenauSschuh von einer Verfügung der Obcrpostdireftion, wonach das Haupttelegraphenamt den verschärften Nachtdiiwst einzuführen habe unier Hinzuziehung des Beamtenausschussts mit beratender(!) Stimme. Der Be- amtenausschuß sollte also nichts zu sagen haben, wohl aber den neuen Dienstplan mit seinem Namen decken. Diese Art der Mitwirkung lehnte der BeamteuauSschuß, wie der Berichterstatter unter tosendem Beifall erklärte, alr. Die weiteren Redner gaben insgesamt ihrer Entrüstung Aus- druck, besonder? auch gegen die Ausschaltung des BeamtenauS- schusseS. Bezeichnend für da? VerantlvortlichkeitSgefühI der Beamte» ist es daß trotz der hohen Erregung und trotz der Ueberzeupung, daß die Zeit der bloßen Proteste vorbei sein müsse, das Wort »Streik� nur im ablehnenden Sinne gesellen ist Gegen eine Stimme wurde von beiden Versammlungen beschlr.sscn. daß für den Fall der zwangsweisen Einführung des von der Ober- postdirekiion geplanten Dienstes entgegen dem Willen der Beamten und des Beamtenausschusses die Beamten den neuen Dienstplan nicht anerkennen, sondern ihren Dienst wie bisher weiter machen werde». Das Gerücht von eine« Morde rief gestern in der Philippstraße zu Charlottenburg große Auffegung hervor. Die Feststellungen ergaben jedoch, daß dort mehrere Freundinnen in«inen heftigen Streit geraten waren. Im Laufe des Streits soll dann die dort wohnenden 36iähr!gcn Witwe Ella Gebhardt zum Revolver gegriffen und einen Schuß abgegeben haben. Dieser Schuß hat Frau Geb- Hardt selbst getroffen, so daß sie mit einer starkblutcnden Kopfwunde auf das Ruhebett stürzte. Als die beiden Freundinnen da? Haus verlassen wollten, wurden sie festgehalten. Bei der Oeffnung der Wohnung wurde die G. bereits tot ausgefunden. Di« beiden Freun binnen wurden nach vorläufiger Feststellung des Sachverhalts auf freien Fuß belassen. Die Ermittelungen sind noch nicht abge- schloffen._ Große �uekcrschicbnngen sind durch Bee�nt« de? Landespolizeiamts in Berlin wieder aufgedeckt, mehrere hundert Zentner Zucker beschlagnahmt und bisher 10 Personen verhaftet worden. Zunächst gelang es den Beamten, einen Eisenbahnwaggon, der 300 Zentner Zucker enthielt, auf eine» hiesigen Güterbahnhofe zu beschlagnahmen, bevor der»ielgesuckte Zucker verschoben werden konnte. Die Nachforschungen ergaben, daß der Waggon aus Sudenburg- Magdeburg stammte»nd für»ine» Berltner. Schieber bestimmt war. Die Schiebungen begannen schoo auf dem Güterbahnhof in Magdeburg. Drei Bahnangestellte, eni Kaufmann und ein Schmild waren hier die Hauptbeteiligten. Wenn der Kaufmann einen Abnehmer für einen Waggon Zucker hatte, so wurde von den Bohnangestellten einfach ein Waggon einer bärtigen Zuckerraffinerie an einen anderen Zug gekoppelt, der Frach!- brief vernichtet und ein neuer mit Schreibmaschine angefertigte? eingeschmuggelt. Die verschobenen Waggon? rollien dann auf dem Umwege über Gr. Schönebeck, Schöningen, Bölke und EuSlingen. wo überall Schieber saßen, nach Berlin, wo der Hauptschieber für den Zucker, der in Wirklichkeit 13 000 M. kostete, dafür 192 000 M. bezahlte. Von dieser letzten Zahlung wurden noch 00 000 M- bei den einzelnen Beteiligten beschlagnaWnt, Die Ermittelungen sind now nicht abgeschlossen. ES ist zu erwarten, daß außer den bereit?»er hafteten 10 Personen noch weitere ungetreue Bahnenge stellten, und Schieber ermittelt und dingfest gemacht werden. Ter Ausba« deS Landespolizeiamtes. Der Eintritt von G e w e r k cb a f t l er» in das LandeSpalize!» amt, den wir in der Abendausgabe vom Sonnabend meldeten, ist auf eine Anregung deS NeichSministers Rob. Schmidt zurückzuführen. Die Zabl der dem Amte zur Verfügung stehenden Vollzugkffäfte erwies sich schon seit längerer Zeit als durchaus unzureichend. Deshalb hatte ReichSmiuister' Schmidt in feiner Eigenschaft als Preußischer Staaislommissar für VolkSernährung angeregt, dcn Beamtenstand dcö LaudeSpolizeiamteS durch Emtritt von Mit- gliedern der Gewcrkichasten und des Berliner VollzugSrateö zu er« ganzen. Diese neuen Kröste deS LandeSpolizeiamteS werden zu HilfSpolizeibeamten ausgebildet. Ihre Tätigkeit wird sich in der Hauptsache auf Zicvisionen und Beichlaonadmen erstrecken. ES ist in Aussicht genommen, die Zahl dieser Hilfskräste auch noch weiter beträchtlich zu vermehren. Die neuen Beamten wurden gestern vom Staatsanwalt Dr. Falck in ihr Amt eingeführt. Dosttzelselbstmord. Mit einem Sffaßenmädche» gemeinsam in den Tod gegangen ist der 20 Jahre alle Schlosser B. aus der Kleinen Alexanderstraße. AlS ein Arbeitskollege diesen am Sonnabend aus- suchen lvollte, fand er ihn mit einem Mädchen tot in dem mit Gas angefüllten Zimmer liegen. Die herbeigerufene Feuerwehr stellte noch Wiederbelebungsversuche«n, die jedoch bei beiden erfolglos roaren. Da? Mädchen wurde von der Polizei festgestellt als� eine 24 Jahre alt« Prostituierte. Was daS Paar in den Tod getrieben hat, ist noch unbekannt. Aufzeichnungen, die darüber Auffchlüsse geben könnten, hat es nicht hinterlasse». Vorsicht, Piottereibcsitzer! Auf Plättereien haben eS zwei Schwindlerinnen abgesehen, die ihr Unwesen i« großem Umfqnge und, wi« täglich einlaufende Anzeigen erkennen lassen, mit viel Erfolg treib«». In den Waschanfl alten oder Plättereien erscheint «in Mädchen und gibt an,«S wolle die Wäsche für den und den ab- holen. Wenn e? dann zur Antwort erhält, daß für diesen Kunden gar kern« Wäsche vorhanden sei, entfernt es sich meder mit der Be- merknng, daß eS sich wahrscheinlich in der Plätterm geirrt Hab.. Di« Anwesenheit in dem Plättegschäft ha! eS»un dazu benutz!. darauf zu achten, ob Wäschepabete mit Namen> und Päscheprei» fertig daliegen. Das ist meistens der Fall, und d>« Schwindlerin merkt sich Namen und Preis. Ihr« tzelfcrZtzelferin erscheint dann bald darauf, um die Wästfie auf diesen Namen abzuholen. In diese n Falle schöpft man keinen Verdacht und händigt dem Mädchen gegen Erstattung der Wäschrkosten daz Paket aus. Die Gvunernne» machen mit ihrem neuen Trick„gut? Gesthäfte", da sie für die jetzt so teure Wäsche nur da? Plättgetd bezahlen. Nndrcnnen in Treptow. Dauerrennen„Die Siund«": 1. Appel Hans 63,€10 Kilometer, 2. Krupkat 02,770 Kilometer,-- Panckc 60,690 Kilometer, 4. Leivanow 50,970 Kilometer.— Dreierwett- kampf in drei Läufen. 1. Lauf. 000 Meter: 1. Lorenz 55 Sek.. 2. Rütt, 3. Tadewald. 2. Lauf. 900 Meter: 1. Rütk! Min. 88 Sek., 2. Lorenz, 3. Tadswald. 3. Lauf, 1200 Meter und Gesamiklassemenff 1, Rütt 4, 3, Lorenz 5, 3. Tadcwald L Punkte.— Vrmbindereuncn, 'Endlauf über 1300 Meter: 1. Abraham 8 Min. 46 Sek., 2. Krahner. 3. Hahn, 4. Hiepcl, 5. Kendelbacher.— Dauerrennen, S-> Kilometer' 1. Krupkat 18 Min. 2b Sek.. L. Pawke 420, 8. AppelhanS 600, 4. Sc wanow 670 Meter zurück.— Handicap der Match-Fahrer, 400 Meter' 1. Lorenz(10 Meter Vorgabe) 27 Sek., 2. Tadcwald(P.O Meter Lorgabe), 3. Rütt(Wal).— Entschädigunekfahren,. drei Runden: 1. Münzner 1 Min. 32 Sek., 2. Zeel, 8. Wiegandt, 4. W. Sawall. Groß-Serliner parteinachrichten. Treptow. Povinfchulenwel. Mitgliederversammlung Dienstag, 1% Uhr. im Lokal..Rennbahn" am Ringbahnhof. Tagesordnung: 1. Referat über..Die politische Lage": 2. Drlegiertenwahten zur Kreisgeneralversammlung; 3. Anträge zur KreiSgeneralversamm» lung: 4. Stellungnahme zur Neuwahl der unbesoldeten Schöffen: & Verschieden«». Mitgliedsbuch kgittmiut. Der Verkehr mit öen öeutfihen Kriegs- gs/angenen in Rußland. Tausend» beuiV*** Kriegsgefangener sind tn Rußland, bis in den fernen asiatische» Osten hm. AurückgeWeben und ihre Dnge hörigen sind über daZ �rihnm Entrissen tn ganz im nn- Karen. Seit Jahren feh� Verbindung, und N.»ckrxbten-.u er- hatten, ist in der Tat h&hV schwierig. In der . tchrichten zu er- s-vanksurter Zei- tun« vervsi'-nnime w■&.»7>7---- � Mitwilungen, die den Iweck falsche Nachrstchtsn rtber den Verkehr mit den Gtfangsnen txfK' der Heimat cfu.3 entgegenzn- mitten. Wir aebsn einige? auZ dei�' Artikel Mied er. In K!X'-i!>i>Zcn besteh! seit End« d.arz ISIS ei ne Stelle, welch- die drei nordisch«,«�ellschnfden vom Vme» Kweux fdänifche». schwedisch?« und rtorwegischeS)«rrt« de«, ftame*„ftordlorS Kopenhagen. 6hr and demselben Lager zu machen sind: dann braucht die Adresse wenigsten» mir einmal depeschiert zu werden. Wenn keine Antwort«tnüfaeft, ist da»»Rotfciot»" wirklich rmschuldig daran. An Nachforschung«« Otxz GaTöwgwte, dt« v«Molleo sind oder deren Aufenthalttort nicht genau bekannt ist, sind seit Ende Mcreß ungefähr 1400 vinMlettet worden. Im Laufe de» Monats Juni ist ein« Anzahl List«i in Kopenhagen eingelaufen, die Ge- fangen« untestimmter Sager aufführen. Ob dies« Listen vollständig sind, ist unbekannt. Auf jede« /fall wird itbtt Angehörige, dessen Adresse sich in dies«« Listen befWbei, darüber verständigt. Außer- dem wich eine Kartokhek«tngechchdet, um da» Rochsuchen zu erleichtern!: die Listen sind oft ohne üben ersichtlichen Plan zusammengestellt. Geldsendungen«nnen nach Sibirien übermittelt werden. Man zahlt da» Geld«rf da« Konto de»„SJotMori" bei .............. der Deutschen Dan?(Berlin) ein. Et sind Sendungen bi» zu 1000 Rubel zugelassen; die Deutsche Bank berechnet den Rubel mit ILO M., glso reichlich teuer. Groß-öerliner Lebensmittel. Wilmersdorf. 250 Gramm amerikanische Speckwaren aus Z?, 8 Pfund ssrübta-löffeln aui 32»— s. 375 Gramm Zucker aus 70 vom 1. bis 15. Äugust und 500 Gramin Zucker aus 6 der Karte für Einzel- perlonen. Sreisefelt gemäss besonderer Bekanntmachung. 250 Gramm aiiZländilche Hüls-nsrüchte auf 6«. 600 Gramm Teigwaren aus 50. 500 öwcmm JnlandSmarmelad« auf 47. 250 Gramm Kunsthonig aus 53. Für Jugendliche: 125«ramm Reis aus 39. 125 Gr. Haserfiocken auf 40. 125 Gramm Griess auf 4l. 250 Gramm Teigwaren auf 42. Für Kinder: 1 Do'c Malzextrakt auf 32 AI und A II(grün). 1 Pfund Zucker auf G al« Sonderausgabe. 50 Gramm«u»Iaud!bMter auf L 12(oben) und 140 Gramm Margarine auf L 12(unten). Freibändiger Verkauf von frischen See- und Flussfifchen und Räucherwaren. Für werdende Mütter vom 5. Monat ab: 125 Gramm Speck aus besondere BezugSfcheme. 1 Dose Malzextrakt. 1 Dose Preisselbceren. Bi« zu t Pfund Eipulver. Für über 50 Prozent arbeitsunfähige Kriegsbeschädigte: 2 Kilogramm Nährmittel. Für Kranke: Eier, Ende der Woche, aus 32. Steglitz. Anmeldung von 250 Gramm ausländischem Weizenmehl; Berkauf von 500 Gramm Graupen, 800 Gramm Teigwaren, 100 Gramm Suppen, 100 Gramm Buchweizengrütze, 250 Gramm Kunsthonig, 250 Gramm amerik. Weizenmehl. 200 Gramm auSl. Gerstenmehl, 250 Gramm an»!. Hülsenfrüchte, 2000 Gramm Nährmittel für Kriegsbeschädigte. Alt-Glienicke. Auf Abschnitt 88 der? «»,«»0 weim»«»f SekAkbsrß «. Andre«»? l., Andrea»ü.«4 MMmpss Sckniltt«•«•« Stugc ZurnbiMcV, Stegamaui EHtsclicidan«; Wlmer««aen Stoctiuaa Orolet KmonAopnuani. Hennv Porte,« usw. Pees. Auftr. Bonltc»orol AllivAUhrNiegk.*• a Speziaiarzt ffir Haut- und Harnleiden Dr. med. fiaiuk, Lielpxlcor Str. IOÖ, ■eis» medrictutrafi«.* 1>— 1, 3—6, tzonntg«� 1)— 1 Dr. Qrötering Speziaiarzt. fovalidenstraQe 35 Ecke CbaussMitraSe am Stettiner Bahnhof.• 11—1,'.',8—'/VT. Sonnt. 11—12 Garantiert reiwsl�L roh und zekocht, pt3 Ktle 22,— Mi., in Stniwcn von 5, 10, 15,» und 50 Sil» Inhalt, ad»Bin unter Nachnahme. Bei grüsseren Bezügen billiger, gegen Aecreditioffellimg bei»er Deutschen Bank»hin. Jede» Quantum kann prompt ge- Uefet. werden. 4SZD' vtto Illez.«r, käla-düppos ghem. lechn. Prollukte Perntul: A. 5975 feMterlffltMe-HiilMsrliier. finale GrtB'lterlln. WHtoo«, ton 6. Kunuft 191»,«b«nd» 0 Uhr, In BMtte Z,fNM«n.»«»mflcafie IT: Äiißerordentllciie Generaiversainnilung. TagesordnuNg: 1. Bericht über die Tarifver Handlungen und»efchtussfafsung zum Schiedttvruch de» gentrawuoschuffeo. 2. Verband» emzeiegenheiten, 54/15 haben nur Delegiert» gegen Borlexuug de» Mitglied»- ducho« und der chrglttmatioastarre. »die<»«-tMV«i-rw»It»z>,g-. M hie MM 0. MM im lllmWe»«lMMel! vi- Beniühimgrn de» Zentralvereande»>rr Hand- lnngDgetzilfen und dr« Deutschen Transportarbeiter- deruandeS aus dem Wege der Verständigung einen Tarifvertrag mit dem Urbeitgeberverband de« Berliner Trogen- n«d Atz-«ik»lten-«r»ssdandel< zum klbschlun 5« bringen, sind mfolg« der ablehnenden Haltung der Srbeugtbtc gelcheUett. S>Mt taiffmänuilchen Angestellten hat. man onamiehm- bare GehaltSangebote gemacht und der Arbeiter- Organisation gegenüber erllärt, für die Arbeiterschaft tu salze der geringe« Zahl llberhaupt keinen Tarifvertrag »Ilgen zei wallen. Diese« kpiei kenne« wir n i ch t Wetter dulden. Dt« Zage der«wjestellien und Arbeiter ist unirträgltch gedeorde». Hetzt muh gehandelt«erden. Wir fordern hiermit sämtliche Augestettten nud Arbeiter aus, w unserer nach de» „Gophie»sSle>»", Sophievfir. 17/18, für MstKtag, de» 4. Augnst, abds. 7 Uhr, einberufenen Vsr»«mml«nz in erschein«, und dort den autsührl.«nicht de« Kollegen ■ Fritz Schmidt «utaegenzueechmen. it gilt,«eschlüffe von jasieu und ist e« an« diesem»runi Kellegin, eine« jede» Kollegen und»er gesamten«r- beirerichaft des chemischen Grosshandet», anwesend zu sem. Zenfralv erstand der Handlimgssehilfe». Ortsgruppe«rost-Berltu. De»tfcher Transportarbeiterverband Dentozon arstillo jpti&dia Mo�Wi��-TbliLellen Der neueste Partschritt ia Zahn- und Mundpfleje-Hyfiene. jeder ctellt»Ich sofort eeln(«gllchcs Manckvaeser selbst her. ♦jBüatfst Paraniten-Iiiniment Pfeifferol, Flaicke 1,75 M. und 2,75 M. Thricresol-Pader Pfeifferol gegeu Flöh®, 1,25 M. Baatcreme Pfeifferol, Tube 1,26 M. Trostcreme Pfeifferol, 75 Pf, und 1,25 M. 0 Waazentod Pfeifferol, Flafp: 1 M., 8,80 M. und 6 M. Äpotbeker Otto Pfeiffer& Piebier, H 65, ScholstraSe 17. Lieferauten»er deutschen Armee i» Fuhpslege-, F r o ft- u n d ll u g e z i es e r m i t t e ln.' , lombard-Hans6® K H. 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Kmldanll do« Westens (B. m. b 5 Berlin W50, gautrviroftt 7154 1MS-M—■*-- -MW©HifK�SSSSÄ. I | Westfättsche Meiall-Jnduftrie, Uippftadt. f