L / Nr.401. 36.Iahrg. BezvgSpreiS» Bieriellährl. Mk» monatL I,— SRt frei ine you», voran» zahlbar. Poft- bezUg: Monatlich Ss- ML. exkl. Zu- stellungsgebllhr. Unter Arenzdand für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 6,25 ÄiL, für da» Ubrtgt Ausland 10 25 ML, bei täglich einmal. Zustellung 8,25 ML Postbestellungen nehmen an DänemarL Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preisliste. Der.Vorwärts� mtt der Sonntag»- beilage»Volt u. gelt� erscheint wachen- täglich zweimal. Sonntag» einmaL Morgen Ansgabe. i; TelegrarMn-Adreffe: �Sozialdemokrat Berlin". Nerlinev VolKsblskt. (iSPfenngg) LlnzeigcnpretS: vi« achtgefpaUene Nonpareillezelle lfoftet lSO Mk..Kleine Anzeige»-. da» fettgedruckte Wort iil> Pfg. fzuläfftg 2 fettgedruckte Worte), jede» weitere Wort 40 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen da» erste Wort Pfg., jede» weitere Wort Zu Pfg, Worte Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszufchlag 50%. Familien- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Verein»- Anzeigen 1,50 ML die Zeile. Anzeigen für die Nächste Nummer müssen bl» S Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft, Berlin GW 63, Lindenstrahe 3, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zcntralorgan der rozialdemokratifcben Parte! Deutfcblands. Neüaktion und Expedition: Ew. 68, Lindenstr. z. aernfprecher: Amt Moriftplatz. Rr. KSIS0— IöIS7. Freitag, den 8. August ISIS. vorwärts-verlag G.m.d. h-, SW. 68, Kindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moriftplatz, Str. II? Klt— 54. Europäische Kohlenkatastrophe. 20 Millionen Tonnen fehlen monatlich. Versailles, 7. August.„Matiu" veröffentlicht einen Appell Hoovers au die Bergarbeiter Europas, nicht nur das zu tun, was sie tun köunteu, sondern das, w a S sie tun müßten. Der Achtstundentag dürfe nicht zu einer Arbeitszeit von sieben oder sechseinhalb Stunden herabsinken. Er läßt keinen Zweifel daran, daß Amerika Enropa nicht von der Kohlenuot befreien könne, denn nach seiner Berechnung fehlen in diesem Winter zwanzig Millionen Tonnen Brennmaterial monatlich für die Ber> sorgung Europas. Es erscheint ganz aussichtslos, der schweren Not zu ent- rinnen. Die Verkürzung der Arbeitszeit für die Bergarbeiter aller Länder hat einen Produktionsausfall zur Folge, der zur Katastrophe werden muß. Es ist unmöglich, die Zahl der Bergarbeiter wesentlich zu erhöhen, weil keine Wohngelegen- heit vorhanden ist. Bis neue Wohnhäuser gebaut worden sind, ist mit der Not auf dem Kohlenmarkt zu rechnen. »» * Die KohlenkristS bedroht den ganzen Kontinent. Der Oberste Rat der Entente hat sich in einer Sitzung mit den Folgen des Kohlenmangels in Europa befaßt, in der der amerikanische Lcbensmitteldiktator Hoover erklärte, daß mit wesentlichen Kohlenzufuhren aus Amerika keinesfalls zu rechnen sei. Wie verlautet, wurde in Paris bereits erwogen, die all- gemeine Steinkohlenkrise dadurch zu verhindern, daß ein alliierter Rat für Produktion und Bertei- lung der Steinkohlen unter scharfer Heranziehung �Deutschlands Maßnahmen zur Erhöhung der Steinkohlenförde- rung zu treffen habe. Nachdem schon von englischer Seite erklärt worden ist. daß Großbritannien keine Ausfuhrkohle liefern könne, kündigte Hoover auch für Amerika einen bisher nicht dagewesenen Kohlenmangel in diesem Winter an. Die Gefahr, daß die Entente durch die Einfuhr fremder Arbeitskräfte— wie arbeitsloser Polen und Tschechen— eine Erhöhung der deutschen Steinkohlenförderung erzwingen kann, macht es notwendig, daß seitens Deutschlands alles auf- geboten wird, um eine Förderung der Produktion aus eigener Kraft zu erreichen. Anderenfalls setzen wir uns im Gebiet der gesamten Steinkohlcnproduktion einer erhöhten wirtschaftlichen Versklavung durch die Entente aus. Aus diesem Grunde verdienen die Verhandlungen, die augenblicklich von der Kohlenkommission geführt werden, doppelte Beachtung. Von ihrem Ergebnis und dem prak- tischen Erfolg der zu treffenden Maßnahmen hängt es wesent- lich ab, ob wir der Entente wenigstens den guten Willen zur Erfüllung des Friedensvertrages beweisen werden. Das aber ist das einzige Mittel, mit dem wir uns gegen etwaige Eingriffe der Entente in unsere eigene Produktion wehren können. • Ei« belgisches Ausfuhrverbot. Bersailles, 7. August. Die belgische Regierung hat nach Mel- düngen aus Brüssel die Kohlenausfuhr nach anderen Län- deru als nach Frankreich verboten. wieüererwachenöe Menschlichkeit. V Amerikanische Hilfe für Teutschland. Aus New Dork ist Wolfs folgende telegraphische Nachricht zugegangen: „Ein Wohlfahrtsausschuß, dessen Mitglieder schon vor Eintritt der Bereinigten Staaten in den Weltkrieg nach besten Kräften Deutschlands Notleidende unterstützten, hat sich mit Villi» gung'der an�rikanischen Regierung gebildet. Dieser Ausschuß beabljmigt, eine Aktion zur Linderung der in Deutschland bestehenden Rot stände einzuleiten. Er hat seinen Wohnsitz in New Aork und hat bereits NebenkomitecS in Ehicago, Ciucinnati, Baltimore, St. Louis, Boston usw. ins Leben gerufen. Das deutsche Rote Kreuz, an das sich dieser Wohl- fahrtsauöschuß gewendet hat, hat die Durchführung des menschenfreundlichen Planes einheitlich in die Hand genommen. Der Streikwahnstnn. fEigene Drahtmeldung des.Vorwärts*.) Luzern, 7. August. Zu dem schweren Kurssturz der Mark in der Schweiz hat nach Schweizer Blättern die angekündigte Aufhebung der Devisenordnung und Abstempelung der Banknoten in Deutsch» land beigetragen, jedenfalls aber auch die Streiks und Putsch» gefahren in Deutschland. In den letzten Tagen wird nun ab» wechselnd behauptet, daß die deutschen Noten abgestempelt oder nicht abgestempelt werden. Die Mark stehl heute auf 33 CemimeS, während sie im Frieden auf 126 Centimes stand. Natürlich muß sich dieses Verhältnis zu steigende« Preisen für LuSlandSlebens» mittel in Deutschland ausdrücke». die Monarchie Ungarn, j Joseph und Ferdinand. Kundgebung des Erzherzogs.— DaS«ene vorläufige Kabinett. Nach einer Meldung des ungarischen Korrespondenz- burcaus wurde in Budapest heute eine Kundgebung des Erzherzogs Joseph angeschlagen, in der es unter anderem heißt, es drohe eine Katastrophe, wenn die ungarische Intelligenz vereint mit der nüchternen Arbeiter- s ch a f t und dem ackerbauenden Volke nicht mit star- ker Hand Ordnung schaffe. Weiter gibt die Kundgebung das folgende vorläufige Kabinett bekannt: M l u i st e r p r ä s i d e n t: der frühere Staatssekretär für Heerwesen Stefan Friedrich, Inneres: Adolf S a m a s s a, Acußeres: General Gabriel T a» c z o s, Kul- tus und Unterricht: Dr. Alexander Jmre, Krieg: Gene- ral Franz S chn etzer, Handel und Gewerde: interimistisch Stefan Friedrich, Finanzen: Dr. Johann Gruenn, Volkshygiene: Dr. Andreas Czillery, Ernährung: einstweilen unbesetzt, Ministerium der nationalen Minderheiten: Dr. Jakob Bleycr, Justiz: Dr. Bela Szaszy, Ackerbau: Dr. Roland Ghöry. In einigen Tagen soll eine Uebergangsregierung nach Anhörung der Bür» Serschaft, des ackerbauenden Volkes und der Arbeiterschaft ge- ildet werden. Die Monarchisten obenauf. Außer den Rumänen sind auch Truppen der Szegediner magy- arischen Gegenrevolution in Budapest einmarschiert. Sie haben die KönigSfahne gehißt. Die alten im November beseitigten Behörden tauche« außer in Budapest auch in Provinzorten wieder ans. Mau meldet Racheakte an den ehemaligen BolkSbeausttragten der Räterepublik. In verschiedenen Orten solle« sie von der empörten Menge erschlagen worden sein. Budapest, 7. August.(Ungar, llorrespondenzburean.) Der hauptstädtische Magistrat und Bürgermeister Dr. Body haben ihre Befugnisse wieder übernommen.(Seit Wem November waren sie beseitigt. Red.) Budapest, 7. August.(Ungar. Correfpondenzburecnr.) Zum Ernährungsminister wurde der Generaldirektor der Allanticw-Seeschiffahrtgesellschaft- Dr. Eugen Polnay ernannt. Wien, 7. August. Die Blätter melden aus Budapest weitere Gewalttätigkeiten der rumänische« BefatzungS- truppen. Gestern nachmittag versuchten mehrere rnmäaifche Ab- tcilungen von der Csepeter Waffen, und Munitionsfabrik Besitz zu ergreife«. Die Arbeiterschaft setzte sich zur Wehr. Nach kurzem Feuergefecht, in dem die Rumänen Sieger blieben, besetzten diese die Fabrik. Böhm geflüchtet. Wien, 7. August. Dir„Zeit" meldet: Der ungarische Ge> sandte � B ö h m ist heute»acht nach Verbrennung sämt- licher Geheimaktrn lm Automobil a«S Wien geflüchtet. Am Vormittag erschienen in der Gesandtschaft ungarische Jour» naliften und Offiziere, verprügelten da« Gesandt- schaftspersonal und warfen eS auS dem GesandtfchaftSge- bäudr hinaus. Der Lanüerschacher üer Entente. Bekanntlich ist dem südlichen Teil deS»berschlefischen Bezirks R a t i b o r von der Entente das Recht ans Volksabstimmung nicht zuerkannt worden, da man daS Land als Hlutergebiet des Ostrauer JndustricrevierS den Tschechen schenken will. Wie wenig aber die Bevölkerung deS Ratiborcr Bezirks geneigt ist, von Deutschland loszukommen, beweist eine Abstimmung, die, spontan aus der Bevölkerung entstanden, alle Wahl- berechtigten einschließt. Fünfundneunzig Prozent aller Wahlberechtigten stimmten für Deutschland, die übrigen 5 Prozent verhielten sich indifferent und nur vereinzelte Stimmen erklärten sich für den Anschluß an Tschechoslawie». Rechnet man hinzu, daß der Wunsch der tschechischen Regierung nach dem Ratiborer Gebiet hinter der Absicht, mit Deutschland aus freundschaftlichem Fuß zu stehen, zurückbleibt, so ist damit die un« sinnige Schachcrpolitik der Entente in das rechte Licht gerückt. Die Streiks in öer Schweiz. (Eigener Drahtbericht des.„Vorwärts".) Luzern, 7. August. Die Streckbewegung in der Schweiz flaut ab, obwohl in Basel und Zürich der Streik noch andauert. Ein ge» waltiges Truppenaufgebot ist in der größten Schweizerstadt Zürich bereitgestellt. In Basel wurde der Redakteur des„Vorwärts" der- haftet und gegen den„Vorwärts" militärgerichtliche Anklage er«. hoben. In Zürich mutzte auf militärischem Befehl die rote Fahne auf dem Gebäude deS. Volksrechts" eingezogen werden. In der französischen Schweiz ist vom Streik keine Rede. Eigentümlich be» rührt es uns Deutsche, daß eine der Hauptu r s a ch« n deS Streiks ein Milchausschlag vou L Centime» pro Liter ist. Man hat es Gerhart Hauptmann verdacht, daß er in seinem Festspiel von 1913 die heroische Geschickste der Be- freiungskriege zu einem Marionettentheater des Weltgeist» erniedrigte. Die grauenvollen Begebenheiten der � letzten fünf Jahre wird kein deutscher Dichter in einem Festspiel ver- herrlichen, vielleicht aber findet sich unter den Poeten der Zukunft ein großer Menschenverächter vom Ausmaß eines Swift, und ihm wird es dann gegeben sein, die neueste Bur- leske derer von Gottesgnaden zu schildern, die sich jetzt vom bluftgsten Hintergrund der ungarischen Volkstra- g ö d: e in knallenden Jahrmarttssarben abhebt. Wider Hohenzollern und Habsburg ging der vierjährige Krieg der Entente. Unter dem Schlachtruf„De- mokratie wider Autokratie I" ward er ausgefochten. Indes, wie jedes Schlagwort gab auch dieses nur grobe Umrisse: eS übersah, daß em Zweig der Hohenzollern, der rumänische, unter dem Banner der„Demokratie" für die Vergrößerung seiner Hausmacht wacker mitkämpfte, während Habsburg — zwei Seelen in einer Brust— unter ständiger Beteuerung seiner Bundestreue krampfhast eine Rückversicherung seiner Hausinteressen bei der Entente suchte. Der Effekt davon ist, daß die rumänischen Hohenzollern nickst nur über den Welt- krieg hinaus ihre Existenz weiter fristen, sondern sogar den Traum eines neuen gewaltigen Ostreichs träumen durften, der indes nicht lange gedauert hat. In dem Augenblick, in dem Ferdinand von Hohenzollern seine Finger nach der Königskrone Ungarns ausstreckt, tritt ihm Joses von Habs- bürg entgegen und drückt sich selbst— mit gütiger Erlaitbnis der Pariser Machthaber— den Regentenreif auf das dürftige Haupt. Sic transit glorla mnndl! Das ist das Ende irdischer Herrlichkeit. Hier sieht man die Reste einer großen Ver- gangenheit um die Gunst der Pariser Advokaten wettlausen. Die wollen die Hdhenzollern aus Bukarest nicht gar zu üppig werden lassen und setzen darum einen Habsburger auf die Bahn.„Lauf, was du laufen kannst!" Er lief und schaffte eS, damit wenigstens Ungarn in der Familie bleibt. Ungarn ist eine Republik mit dem Erzherzog an der Spitze. Joseph von Habsburg residiert als EntentissimuS in Ofen, und der minderbeliebte Ferdinand von Hohenzollern zieht sich sicht- lich gekränkt zurück. So enden zwei Herrscherhäuser als die Marionetten deS westlichen Imperialismus. Schon munkeln Vielwiffende, daß das Spiel noch nicht zu Ende sei. Denn Joseph sei von der Pariser Vorsehung zum Werkzeug noch höherer Zwecke auserkoren. Nicht mehr und nickst weniger sei im Werden, als eine neue habsburgifche Donaumonarchie. die im weltpolitischen Schachspiel als Turm gegen den noch immer gefürchteten deutschen Springer eingesetzt werden soll. Dann wird es heißen:.Habsburg und Hohenzollern gegen Deutschland und Deutschösterreich! Die Völker aber, denen angeblich durch diesen Weltkrieg das Selbstbestimmungsrecht gegeben werden sollte, sind sie wirklich dazu verdammt, ohnmächtig zuzusehen, wie_ die Weltgeschichte in der Hand der Pariser Drahtzieher zu einer Königsposse wird? Wo bleibt angesichts der Tragödie Sowjet-Ungarns das angeblich so starke Sowjet-Ruß- land? Was haben uns unsere deutschen Kommunisten vor- erzählt von der gewaltigen Hilfe an Menschen und Material, die uns ans dem Osten kommen würde, wenn wir unS nur zu Lenin bekehrten? Wo blieb diese Hilfe ftir das kommu- nistische Ungarn? Die gläubigen Apostel der Weltrevolution werden jetzt in Ungarn von entmenschten Horden mft Knütteln niedergeschlagen, Sowjet-Rußland aber sieht mft ohnmächtigem Grauen diesem Schauspiel zu, das viel- leicht nur das Vorspiel seines eigenen Schicksals ist. . Und wo bleibt die Hilfe der w e st I i ch e n Sozia- listen? Daß sie gegen den Gewaltfrieden, der über Deutsch- land verhängt wurde, nichts Ernstliches, unternahmen, war nach der Meinung der Unabhängigen nur die Folge davon, daß sie für„das Deutschland der Ebert-Scheidemann" nicht genügende Sympathien aufbringen konnten. Sowjet-Un- garn war dagegen der erklärte Liebling der Ententesozia- listen, besonders der radikalsten unter ihnen, die unzählige Male forderten, in Ungarn dürfe nicht militärisch inrer- veniert werden, in die inneren Verhältnisse Ungarns dürfe man sich nicht einmischen. Jetzt gehen die Machthaber der westlichen Demokratien daran, auf den Trümmern Sowjet- Ungarns einen neuen Habsburgerthron auszurichten— und das geschieht, während die Internationale in Luzern berät...? Indes, wir wollen gerecht sein—- was die entintistische Gegenrevälution jetzt in.Ungarn sagt, hätte sie mmM. Eagsn fortfterf oß'ne die Vorarbeit, die iftr 5er bvIsiNs. w istifch-kommunistische Wahnsinn geleistet hat. Er hat die Seele des ungarischen Volkes in wenigen Mo- nolen lo mürbe gemacht, daß sie widerstandslos die Wieder- aufrichtung der Reaktion über sich ergehen läßt. Hier offen- bart sicb dos alte Gesetz, daß eine Revolution, die über ihre vernünftigen, bem Volkswohl dienenden Ziele hinausgreist, schließlich in Gegenrevolution und Säbelregiment untergeht. Wenn es uns gelingt, die deutsche Revolution vor ähnlichen! Schicksal zu bewahren, so ertragen wir es gern dafür, daß uns kindischer Unverstand gegenrevolutionär nennt. Gelänge es diesem Unverstand, Teutschland in gleiche Abgrundstiete wie Ungarn hinabznschleudern, wer weiß, ob wir dann nicht auch auf deutschem Boden einen Wettlauf der Dynastien um die Gunst der Entente erlebten, ohne die heutzutage keine Kronen und keine Reichsverweserschaften mehr zu erlangen sind. Ist es nicht genug oder nicht schon zuviel, wenn ausländischer Boden zum Tummelplatz so würde- loser Turniere gemacht wird? Wollen wir nicht wenigstens die Republik und die demokratische Verfassung in festen Händen halten und dafür sorgen, daß nicht Kinder und Narren verderben, was Männer geschaffen haben? Die jüngste Geschichte Ungarns spricht in ihrem tragi- schen Teil wie in ihrem grotesken eine eindringliche Spracbe zu uns. sie zeigt uns ein Volk in unheilvoller Verirrung, aber auch di,<> Monarchie in ihrer t i e f st e n E r- n i e d r i g u ü g. Nein, mögen hinten weit in der Türkei Hohenzollern und Habsburger sich um Völkerfetzen raufen. Deutschland darf nicht so weit heruntergewirtschaftet werden, daß sein Volk ein ohnmächtiger Spielball dynastischer Intrigen wird. So tief wie seine einstigen Herrscherhäuser dürfen die Völker nickt sinken! Noch ein Rechtfertigungsverjucb. Im„Lokal-Anzeiger" veröffentlicht der frühere Reichs- kanzler Michaelis einen von Hindenburg, Luden- d o r f f und H e l f f e r i ch unterstützten Brief, der in breuei Tarstellung nochmals zu beweisen versucht, daß der durch den Heiligen Stuhl zur Kenntnis der Reichsregierung gebrachte Friedensfühler Englands im Septencker 1917 nicht ernst ge- meint gewesen ist. Michaelis gesteht, daß er dem durch den Münchener Nun- tius überreichten Schreiben mit starkem Mißtrauen gegenüberstand, und daß er, um seine Glaubwürdigkeit festzu« stellen, bevor er darauf einging,„z u n ä ch st" durch einen „neutralen"(spanischen) Diplomaten" die englische Regierung auf ibre Bereitschaft zum Frieden sondieren wollte. Um sich„Bewegungs f r e i h e i t" zu sichern, hat er sick eine ,ch i n- d e n d e" Entscheidung des Kaisers geholt. Tie Minister und Staatssekretäre erfuhren„nur die Tatsache", daß von einer neutralen Seite ein als englischer Friedensfühler an- mutender Schritt unternommen worden sei. Das hohe Miß- trauen ließen ihn um den Friedensfühler herumgehen wie um eine giftige Natter, die„die vorsichtigste und diskreteste Be- Handlung" erfordert. Michaelis beantragte mit Hilfe des Staats- sekretärs des Auswärtigen beim Kaiser,„gegebenenfalls erklären zu dürfen, daß Deutschland zur Wiederherstellung der territorialen Integrität und der Souveränität Belgiens bereit sei". Ter Chef des Admiralstabes wollte die flandrische K ü st e in der Hand behalten und die Oberste Heeresleitung wünschte die Kontrolle über die F e st u n g L ü t t i ch und Um- gebung. Ter Kaiser entschied im Sinne des Antrages von Michaelis, jedoch mit dem„Vorbehalt" einer erneuten Prüfung, falls der Verzicht aus Belgien nicht bis zum Jahres- ende den Frieden sichern werde. Auf„diese r" Grundlage wurde der neutrale Vertrauensmann instruiert, gleichzeitig wurde ihm gesagt, es„sei Voraussetzung für Verband- lungen mit England: die Erhaltung unseres Besitz- standes vor dem Krieg, einschließlich der Kolonien, der Verzicht auf Entschädigung und die Abstand- nähme von dem Wirtschaftskrieg nach dem Krieg". Das Sihkißen. Von Th. Thoma». Auf dem Bahnsteig in Drekden floht der Zug Riesa-Berlln. Er ist schon so voll, daß eS droht, die Wände zu zersprengen. Die Mitfahrenden biegen sich zu den Fenstern hinaus, um nur im Innern Platz zu schaffen. Ta kommt, knapp vor der Abfahrt, ein Ehepaar gemütlich daher gewatschelt, tapv-tapp, als ob es keinen eingeschränkten Fahrplan, reinen Kohlenmangel, weder Eisenbahuerftreik noch defekte Ma>- schinen gäbe. Erst als sie vor dem Wulst von Menschenleibe cn stehen, der überall miS den Fenstern herausquillt, trippeln fie wie aufgescheuchte Enten hin und her, bis sie der Beamte mit einem „Nu gotwerdammich, mar meent, ihr Hütt en Gäfer im Gobb, steigt doch nein in die Gifte..." zu uns hereinzwängte. ES ist merkwürdig. Ein Raum wird mit einer ungefähren Zahl von Fässern, Kisten oder Säcken einmal bestimmt voll, Menschen gehen aber innner noch welche hinein, wenn sie auch schon so dicht nebeneinander stehen wie die Zündhölzer in einer Streich- holzschachtel. Tie beiden spazierten also zu uns herein, das heißt, fie wurden wie zwei Tuchballen dadurch hereingepreßt, daß der Bahnsteig- schaffner draußen wie ein Bär drückte, die beiden Leutchen luft- dickt an unS heranquetschte, so daß wir anderen in die Höhe gehoben wurden. Aber sie waren doch drin, als Dresden draußen erst langsam, dann schneller an uns vorüberglitt. Nun beginnen die beiden Alten zunächst ein ganz betrübtes Mienenspiel. Sie sehen sich schmerzbewegt an» dem verhutzelten Weibchen steht da? Weinen näher als alles andere. Bis nach Meißen geht dies stamme Mienenspiel so weiter. Jeder beobachtet den anderen scharf, fast vorwurfsvoll. Als sie bei einer Kurve gegeneinandergeworfen werden, beginnen sie lebhaft zu werden.. „DeS soll nu' eene VergnigungSreese sin," sagt« der Alte,„da gommste mir noch mal darmit. DeS i» weesterhole an« Schtrafe, ich weeß gar ni', daß ich uf den Leim gehuppt bin un die Reese «acke, ich Bähschaf." „Desterwägen brauchst« doch ni« so en Heesen Blick herzu- wä-sen Korbinian, wa? gann denn ick dafor?" „Was de daderfcr gannst? Tu mit deiner Mährerei bist doch egal ni färt'g geword'n; wenn de ni e so rumgezottelt wärst, dann weeß mer ni, ob mer ni en Sitzplatz gekricht hätten." ,E' du alte Mährgusch', nu bin ich glei schuld, wo st» viel Leit' sin, da gannste doch keen Sitzplatz erwischen. „Nu du albernes Luder, warum hast du denn da des Sitzgissen gestrickt, wenn de des so genau weeßt? Zu waß brauch ich mich denn mit dem Knänl nrnziikmetüben, HS?" „Tu bist» gan» verrickteS. dämliches Mannsbild. Korbinian, tzas Gissen is doch gar ni gestrickt, das is doch gehäkelt." w*«SaK mm& t* Sn mstzglb hast« banal Ifi t 9** Wenn nach Siefer Fülle von Sicherungen, Sie für eins Ansioort auf einen Friedensfühler reichlich viel Frostigkeit enthalten, die Sondierung des neutralen Vertrauensmannes „schließlich zn einem durchaus negativen Ergebnis" kam, so ist das nicht verwunderlich, und man darf dem ehemaligen Reichskanzler Michaelis kaum den guten Glauben zusprechen, wenn er daraus konstruierte, daß der Schritt des Vatikans nicht von besonderer Bedeutung war. Am Schlüsse des Briefes wird der damalige Staatssekre- tär des Auswärtigen von Kühlmann beschworen, doch endlich aus seiner stummen Verborgenheit herauszutreten und die Richtigkeit dieser Darstellung zu bestätigen. Kühl- mann hüllt sich in hartnäckiges Schweigen, obwohl er in dieser Angelegenheit mancherlei zu sagen haben wind. Die Schuld am. Kriege. Erklärung der deutschen Biererkommission. Bei Abfassung des Berichts über die Verantwortlich- keit am Kriegsausbruch war der deutschen Viererkommis- sion mir bekannt, daß der Bericht des bayerischen LegationSrats v. Schön vom 3. Juli 1914 in der damals vorliegenden Fassung mehrere Irrtümer enthielt. Aus den inzwischen von Herrn von Schön in der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" vom L. August d. I. Nr. 367(Beiblatt zur Morgenausgabe) veröffentlichten Aufilärungrn geht hervor, daß die irrtümliche Darstellung des Berichts, als dessen Verfasser unrichtiger Weise der vom 4. bis 26. Juli beurlaubte un» von Berlin abwesende bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld be- zeichnet worden war, daraus zurückzuführen ist, daß wesentlich« Stellen des Berichts weggelassen waren. Diese Stellen beweisen von neuem, daß die Reichsleitung nicht den europäischen Krieg wollt und betrieben, sondern von Anfang an aus die Lokalisierung des Konflikts zwischen Oesterreich und Serbien hingearbeitet hat und eriistlich bestrebt war, alle Anlässe zu einem europäischen Kriege auszuschalten. Zur Begründung der außerordentlichen Verspätuwg dieser Auf- klärung teilt.Herr v. Schön mit, daß bei Nachforschung nach seinem Bericht sowohl das Konzept o>uS den Berliner Gesandtschaftsakten, als auch das Original auS dem Archiv des Münchener Ministerium» des Aeußeren verschwunden waren und erst durch Hau suchun» gen bei der Witwe SiSnerS und dem früheren Sekretär EiSners(Fechenbach) wieder zutage gefördert wurden. Die Unterzeichneten ersuchen die ReichSvegierung, bei einer Neuausgabe des Weißbuches 1913 die vorstehede Erklärung zum Abdruck bringen zu lassen. Berlin, Würzburg und München. 3., 4. und 5. August 1919. Hon S Delbrück, Albrecht MendelSsohn-Bavtholdy, Max Graf Montgelas, Max Weber. Eine unerhörte Geschichte. Seit dem 1. April bewohnt der Krimmalkommissar und Oberleutnant der Sicherheitswehr N. eine Villa m Lichterfelds, der das Grundstück zwangsweise räumen sollte. Er verweigerte dem Gerichtsvollzieher den Zutritt und drohte, jeden, der die Räume betrete, niederzuschießen. Als der Gerichtsvollzieher sich daraufhin zu seiner Unter- stützung einen Schutzmann holte, erschienen drei bewaffnete Soldaten vom Reichswehr-Schutzenbataillon, die aber von den Polizeibeamten nicht in das Haus gelassen wurden. Die Soldaten meldeten dies in der Kaserne. Der diensthabende Offizier ließ darmtfhin die zwangsweise Räu- mung mit Waffengewalt verhindern. Der Konflikt wurde endlich dadurch beigelegt, daß das zuständige Amtsgericht die Zwangsvollstreckung auf 14 Tage hinausschob, bis die Be- rufungsinstanz gesprochen hat. Auf Einspruch des Grund- eigentllmers wurde das Militär miS dem Hause zurück- gezogen. Es ist kaum glaublich, zu welchem Zwecke das Militär aufgeboten wird. Sollte.dieser Uebergriff ohne Nachwirkim- gen bleiben, so dürste in Zukunft jeder Leutnant die bewaff- nete Macht des Deutschen Reiches gegen seine Gläubiger mobilisieren._ Belgien desetzt Malmedq. Das belgische Ministerium deS AuS- wärtiqen hat ein Telegramm von Fach erhalten, worin Belgien eingeladen wird, das Gebiet von Malmedy militärisch zu besetzen und in Verwaltung zu nehmen. wävge zusammengekläbastert, wenn mär mi de Beene in Hintern stehen müssen?" „Nee, Korbinian, du hast ganz deitlüh gesagt, daS Grssen war gestrickt, nn wärste mir doch ni sägen wollen..." „Jetzt halt e mal dei Gusck mit deinem gestrickt, gestrickt, daS is mir doch egalweg piepe, meintwegen gannste des Gissen geklöppelt Hamm, ich meen ganz eefach, die Firlefanzerei wär unnöt'g gewäsen, wo mir doch steh n müss'n." „DeS hat mer nu von seiner Guthect, da meent man, dir alten Gecl eene Wohldad zu machen, un nu gommste mir e so." „Hättste ni so lang mit deine drei Haare in der Stube rum- gerannt, da warn mir eene Stunde lang eher dagewäsen. Aver nee, da noch e bißche rumgefiedskt, da noch en Bändl reingebunden, bis es zu spät is. Zu was brauch ich denn da en Eitzogiffen, wenn de so langweilig bist?" „Wer hat denn so lang gebraucht? Ich war doch schon färt'g, da hast du noch immer an denn Vorhemd! rumgeinorist, nu sollen meine Haare schuld sin. Sei doch froh, daß ich noch e paar Strähn! auf'm Gapp habe, da hast se mir doch balle runtergeärgert. Und day des weeßt, daS Sitzgissen, da? trenn ich wieder uff, jawohl, da ward was anners doaus gemacht. Vor so en patzigen Gerl gehört gee Gissen, vor so en Däntlak gehört höchstens eine Raspel unter die Haut..." „Bitte, hier werden für die alten Leutchen ein paar Platze frei, wir steigen in Riesa auS." Zwei Herren nötigen die beiden Weißhaarigen in daS Abteil. Glücklich, auf einmal über das ganze Gesicht schmunzelnd, der- fügen sie sich auf die Plätze. Der alte Korbinian nimmt behaglich sein Kissen aus der Verschnürung, legt eS, während fein Gesicht immer freundlicher wird, unter die Hinterfront— sein EhegespcmS ihm gegenüber. Man merkt ordentlich wie«S ihm wohler wird. Die Mienen beider werden Heller und Heller, der Streit ist aus. „Nu, was reddfte denn nu, Korbinian?" „Das tut recht gut so e bißl was WeccheS unter sich zu Hamm, weeß Gott, jetzt mcrkt monnS erst." „Un meenste immer noch, das wär'n unnötige Fladusen gewäsn? Aber weil de so stach geväsn bist, trenn ich'S doch kaputt." „Nee. Justine, Gottverdammich. das machst« ni. man merkt'S erst, wenn man druff rumlungert, daß eS doch was DcheeneS iS, was de gestrickt hast." .Gehäkelt Hab ich'S, wie oft soll ich'S denn sagen?" „Nu ja, gehäkelt,'S iS-schon recht. Nu sei gemietlich un gib de Bommen rauS, ich Hab en Heeßhunger wie doll." „Gegentkich sollt ich daS Gissen doch wieder entzwee machen, weil du so eklich bist." Damit nahm sie die Brote auS dem Korbe. »Gib de Nammen her und halt'S Maul, du Host bloß immer zu schimpfen, ich Hab doch gar wischt über daS Gissen gesagt." Ratschläge für psl-tiker. In feinen„Züricher Novellen" gibt Gottstied Keller, dessen hWchextjter Aelii rM« tnc battat gestiert wurde, de» tonbcutea Schleichhanüel und �anöespolizeiamt. In der Morgenausgabe der„F r e i h e i t" vom S. August wendet sich der kommunale Ausschuß des Vollzugsrats Groß-Berlin gegen eine Pressenotiz über die Einstellung von Gewerkschast�- lern als Hilfskriminalbeamte in den Dienst des Landespolizeiamts. Soweit in dieser Erklärung betont wird, daß der nach dem Ausscheiden der S. P. D.- und D. P.-Mitglieder der- bleibende Rest des VollzugSrats an der Gestellung von Hilsskitzisten zur Bekämpfung des Schleichhandels unbeteiligt ist, soll hiergegen nichts eingelvendet werden. Eine vollständige Verkennung der Sech- läge spricht aber auS der Begründung dieser ablehnenden Haltung, wonach der Vollzugsrat nicht als„Stellenvermittler für Polizeibüttel" fungieren wolle. Weiter heißt es in der Erklärung, daß die eingestellten Genossen irgendwelche Machtvollkommenheiten nicht erhalten und lediglich als Prügelknaben für die unzulängliche Aktion gegen den Schleichhandel herhalten sollten, damit man sagen könnte, auch mit Hilf« der Arbeiter sei eS nicht möglich, den Schleich- Handel zu bekämpfen. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß die Hilfskriminalbeamten mit allen zur Ausübung ihres Amtes erforderlichen Mochtbefugnissen ausgerüstet sind wie jeder andere Polizei beamte und daß es ganz von dem Eifer des Hilfsbeamten abhängig ist, ob seine Tätigkeit mehr oder weniger wirksam ist. Nicht an dem guten Willen des Landesvolizeiamts hat es gelegen, wenn bis jetzt trotz seiner Tätigkeit die Schieber und Schleichhändler gute Zeiten hatten, sondern m erster Linie an dem Mangel geeigneter Kräfte. Die Bekämpfung des Schleichhandels und Sckiebertums ist ein Tätigkeitsgebiet, auf dem parteipolitische Erwägungen und Grundsätze vollständig ausscheiden. Höchstens kann hier das uns allen gemeinsame proletarische Empfin- den gegen die zu bekämpfenden sozialen Schädlinge ein antreiben- de? Moment sein. Aus diesen Erwägungen heraus erschien uns die organisierte Arbeiterschaft als das geeignete Reservoir, aus dem wir die nötigen Hilfskräfte zu entnehmen hätten. Da wir in der Aus- wähl der Personen zudem zu größter Vorsicht verpflichtet sind, dje Arbeiterorganisationen ober eine gewisse moralische Garantie für di« Z ii v e r l ä s s i g k e i t der von ihnen vorgeschlagenen Genossen übernehmen, kann den Hilfskriminalbeamten von vornherein ein Maß von Vertrauen entgegengebracht werden wie keinen anderen. Vielleicht sind nach dieser Aufklärung di« prinzipiellen Be- denken des Vollzugsrats gegen seine Mitwirkung bei der Be« kämpfung de? Schleichhandels zerstreut. Hermann Wäger. Gegen den Schleichhandel. Die Maßnahmen der Regierung gegen den Schleichhandel aus dem besetzten Gebiet werden sich weniger gegen Reisende richten al« gegen die überhandnehmende Korruption des Güter- dienstes. Nach Mitteilungen einer Korrespondenz treffen täglich in allen größeren Städten Waggons mit Waren aller Art ein, die ohne Kenntnis der Eisenbahnverwaltungen an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Die Organi- fationen des Schmuggeldienstes erstrecken sich über das ganze Reich. Mit Hilfe von Eisenbahnern werden die Waggon« mit den Waren sicherer und schneller an ihren Bestimmungsort geleitet, als dies dem sonstigen Handel möglich wär«. Von München-Gladbach auS werden augenblicklich große Mengen von Textilwaren ausgeführt. Die eingeführien Waren, die vielfach aus englischen HeereSbesiänden herstammen, entsprechen in ihrer Qualität vielfach nicht den gesorderien und erzielten Preisen. DaS Hauptgeschäft liegt jedoch nach wie vor in der Einfuhr von Lebensmitteln. Die Re- gierung hat sich hier auS dem Grunde zum Einschreiten veranlaßt geftben, weil die durchschnittlich getorderten Preiie von 12 bis IS M. für Speck und Schmalz Wucherpreise find, da an Ort und Stelle di« Grossisten di« Fettwaren zum Preise von 4, SV bis 5 M. da» Kilo abgeben. Das Militärwochenblatt. Das Kriegsministerium teilt uns mit, daß das„Militär- Wochenblatt" kein offizielles Organ fli und die darin ent- haltenen Mitteilungen keinerlei amtlichen Charakter trügen. Trotzdem ist allgemein bekannt, daß das„Militärwochen. Matt" nur solange existieren kann, als das Kriegsministe- rium seine Hand darüber hält. Das Kriegsministerium des republikanischen Staates hat aber u. E. Wichtigeres zw tun, als Provokationen gegen die Republik zu unterstützen. unv gewordenen Politikern einige gute Rateschlage, die immer wieder gehört werden sollten. Es heißt da u. a.:„Glaube nicht immer, sprechen zu müssen, laß manche Gelegenheit vorbeigehen und sprich nie um deinetwillen, sondern immer einer erheblichen Sache wegen. Wirke nie mit Trugschlüssen und kleinlichen Spitz- findigketten: den Kern de? Volkes rührst du nur mit der vollen Wucht der Wahrheit um. Darum buhle nicht um den Beifall Jxt Lärmenden und Unruhigen, sondern sieh auf die Gelassenen und Festen unentwegtl BÄde deinen Geist und überwache deine Ge- mütsart und studier« an anderen Menschen den Unterschied zwischen einem bloßen Maulhelden und zwischen einem wahrhaftigen und gemütSreichen Manne! Reise nicht ins Land herum und laufe nicht auf allen Gaffen, sondern gewöhne dich, von der Fest« deines Hauses auS und inmitten bewährter Freunde den Weltlaus zu verstehen. Wenn du sprichst, so sprich nicht wie ein witziger Heusknecht und wie ein tragischer Schauspieler, sondern halte dein gutes, natürliches Wesen«in. und dann sprich nnmer aus diesem heraus. Ziere dich nicht, wirf dich nicht in Positur; Rick, bevor du beginnst, nicht herum wie«in Feldmarschall oder gar die Versammlung belauernd! Sag nicht, du seiest nicht vorbereitet, wenn du es bist; denn man wird deine Weise kennen und«S sogleich merken! Und wenn du gesprochen hast, so geh Nicht herum, Beifall einzusammeln; strahle nicht vor Selbstzufriedenheit, sondern setze dich still an deinen Platz und horche aufmerksam dem folgenden Redner. D-ie Grobheit spare wie Gold, damit, wenn du st« in gerechter Entrüstung einmal hervorkehrst» es ein Ereignis sei...."_ Notizen. — I n der Volksbühne wird der Kuh r e i g e n, Wil- Helm KienzlS einschmeichelnde Oper, in neuer Hesetzung gegeben. Dem PrimuS Thaller leiht Hans Winkelmann-eine gesanglich wie darstellerisch gleich gute Verkörperung. Karl Tannerts Favart kehrt die Kontraste deS Gegenspielers wirksam heraus. Durch ihre Anmut und vollendeten Gesang bezwingt die neue Vertreterin der Blanchefleure auch die Republikaner im Zu» schauere au m. —„D i e Sonnenfinsternis' von Arno Holz wird auch in Jena, und zwar in den Kammerspielen aufgeführt werden. — Wurst wider Wurst. Al? Alexander D u ns a S, der Sohn, seinen ersten bedeutenden Roman herausgegeben hatte, schrieb Alexander Dumas, der Vater, einen Glückwunschbrief, der folgender- maßen anfing:„Sehr geehrter Herr!" Der Ton de» ganzen Briese» stimmte mit der Ldvesse überein, so als ob er an eine ganz fremd« Person geschrieben wäre. Er sprach darin seinen Dank an den Per- sasser des Buches aus für das Vergnügen, das das Lesen ihm be- «itei habe. Der jünger« Duma» antwortete darauf: „Mein Herr! Ich danke Ihnen her-lichst für Ihren fteundlichen Brief. SS bat mich außerordentlich gefreut, da ich großem Wert auf Ihre Anerkennung lege, w«l ich stets gehört habe, daß Sie emta bm heyiittitftn, gymmfrernr meines Vater» sind." Zweite Lesung öe Nationalversammlung z» Weimar 7 3. Sitzung vom 7. August, 4 Uhr. Am Negiemngstisch: David, Bell, Erzberger. Ter Abg. Eichhorn, der ehemalige Polizeipräsident von Berlin, ist heute im Sitzungssaal anwesend. Die Interpellation der Frau Dransfeld(Z.) betreffend Entlassung von Frauen bei der wirtschaftlichen Demobilmachung wird von der Tagesordnung abgefetzt, nachdem Geheimrat Dr. Ti- burtius erklärt hat, die Regierung werde die Interpellation später beantworten. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über eine auherordentliche Kriegsabgabe für ISIS. Der grundlegende S 1, wonach die Einzelpersonen für 13tg eine außerordentliche Kriegsabgabe von ihrem Mehrein kommen zu entrichten haben, wird debattelos an- genommen. Ebenso die 8§ 2 bis 12. Nach§ 13 beginnen die Steuersätze mit 5 Proz. für die ersten 10 00!) M. des abgabepflichtigen Mehreintommens und steigen staffelförmig bis zu 70 Proz. für die 100 000 M. übersteigenden Mehrcinkommen. Ein Antrag Auer lSoz.s beantragt eine Erweiterung und Er» höhung der Sätze, die schon bei einem Mehreinkommen von o 0 0 0 Mark mit 6 Proz. beginnen und bis zu 80 Proz. steigen sollen. Dröner(Soz.) begründet diesen Antrag. Die Steuer soll die Kriegsgewinnler und darunter in erster Linie die Schieber treffen. Was diesen Leuten als Steuer abgenommen wird, braucht nicht von der Masse der Bevölkerung aufgebracht zu werden. Es handelt sich um einen Akt ausgleichender Gerechtigkeit gegenüber denen, die im Felde ihre gesunden Knochen eingebüßt oder hier im Lande ihre Existenz verloren haben. Wir müssen der breiten Masse zeigen, daß in der neuen Republik die Besitzenden schärfer angefaßt werden als im alten Kapitalistenftaat. Dr. Becker(D. Vp.s: Die Steuer trifft nicht nur die Schieber, sondern auch ehrliche Geschäftsleute und bedeutet schon auf Grund der Beschlüsse des Ausschusses eine B l u t e n tz i e h u n g, die die Grenzen des wirtschaftlich Möglichen überschreitet. Der Vorredner hat nur mit Schlagworten operiert. Wurm fll. Soz.): Auch mein Vorredner Hai nur allgemeine Redensarten gemacht. Nach diesem elenden Krieg hat kxiner mehr ein Anrecht, aus dem Kriege noch ein Mehreinkommen davon- zutragen. Das mutz bis auf den letzten Pfennig weggesteuert werden. Heim(Zcntr.: Unter zwei Voraussetzungen wäre ich für so hohe Sätze: Einmal eine genaue Durcharbeitung des Gesetzes und ferner die Prüfung der persönlichen Verhältnisse der Abgabepflichtigen. Der fleißige Mann darf micht mit dem Schieber, die Genossenschaft nicht mit den übrigen juristischen Personen in einen Topf zuiammengeworfen werden. Der Antrag Auer wird abgelehnt und§ 13 in der Ausschuß- fassung angenommen. Tie ZZ 15— 27 handeln von der Abgabepflicht der Gesellschaften. Nach§ 16 ist als abgabepflichtiger Mehrgewinn der Unterschied zwischen dem Friedensgewinn und dem im fünften Kriegs- geschäftsjahr erzielten Geschäftsgewinn anzusehen. Der Unterschiedsbetrag wird auf volle Tausend nach unten abgerundet, wobei Beträge unter 5000 M. steuerfrei bleiben.— Ein vom Abg. Holl(Soz.) begründeter Antrag Auer: 3 00 0 M. zu sagen, wird abgelehnt und Z 16 unverändert angenommen, ebenso die Paragraphen 17— 19 in der Ausschußfassung. § 20, der besagt: Sind die Geschäftsgewinne der früheren Kriegsgeschäftsjahre im Gesamtergebenis hinter dem betreffenden Betrage des Friedensgewinnes zurückgeblieben, so darf der Mindergewinn von dem Mehrgewinn des fünften Kriegsgeschästs- jahres abgezogen werden, loird unverändert angenommen, nachdem Schädlich lSoz.s die Streichung befürwortet hatte. Zu Sj 24(gewisse Ermäßigungen für inländische Gesellschaften werden von den beiden sozialdemokratischen Par- teien Anträge begründet, die einen Teil dieser Ermäßigungen st r e i ch e n wollen Gruber(Soz.) machte geltend, daß daS Volks- empfinden die restlose Erfassung der KriegSgcwinne von der Nationalversammlung verlange. Die Anträge der sozial- demokratischen Parteien werden abgelehnt, dagegen ein Antrag an- genommen, bei der eventuellen Erstattung der KricgSabgaben an Gesellschaften die von ihnen bezahlte Kirchen st euer nicht in Rechnung zu stellen. Zu O 26(Ermäßigungen auch für ausländische Gesell» schaften) begründet Grubcr(Soz.) einen Antrag, auch hier die Er- Mäßigung zu st r e i ch e n. Zwar habe die vorige Abstimmung sein Vertrauen in die Einsicht des Hohen Hauses sehr erschüttert, aber dennoch hoffe er, daß das Haus dem jetzigen Antrag um so ein- mütiger zustimmen werde. Finanzminister Erzberger bittet den Antrag abzulehnen. Die ausländischen Gesellschaften, es kommen fast nur noch neu- trale in Betracht, dürfen nicht stärker als die inländischen heran- gezogen werden. 8 26 wird unverändert angenommen.— Nach § 33 kann die Entrichtung der Abgabe erfolgen durch Hingabe von Schuldverschreibungen, Schuldbuchforderungen und Schatzanweisun- e Steuervorlagen. gen der Kriegsanleihen.— Auf Antrag Hermann-Württemberg (Dem.) wird eine Bestimmung hinzugejügt, wonach den G e- nossenschaften die Abstoßung von Kriegsanleihe er- leichtert wird. Der Antragsteller hatte darauf hingewiesen, daß die Genossenschaften, zum Teil auf behördlichen Druck, und über das verantwortliche Maß hinaus, 7,2 Milliarden Kriegsanleihe gezeichnet hätten. Erleichtert man ihnen hier nicht die Abstoßung, so liefen sie Gefahr, ruiniert zu werden. Finanzminister Erzberger erklärt sich mit dem Antrage ein- verstanden. Auch die Schlußvorschriften werden unverändert a n g e- n o m m e n. Damit ist die zweite Lesung erledigt. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzes über die Kriegsabgabe vom Bermögenszuwachs. Rießer(D. Vp.): Wir wiederholen unsere im Ausschuß ge- stellten Anträge nicht, weil sie aussichtslos sind und zum Teil durch die Erklärungen des Ministers erledigt sind. Die von sozial- demokratischer Seite erhobenen Vorwürfe sind übertrieben. Ma> darf aber nicht Steuern ins Blaue hinein bewilligen, sondern sich immer fragen, wo sind die Grenzen? Viele Unternehmer haben ihren Vermögenszuwachs doch wieder in Geschäften angelegt und könnten ihn nur mit V e r l u st wieder herausziehen. Erzberger:§ 6 bestimmt, welche Beträge abzuziehen sind, darunter u. a. der Betrag einer Kapitalabsindung, die als Entschädigung für den durch Körperverletzung oder Krank- Heft herbeigeführten gänzlichen oder teilwelsen Vevlust der Erwerbsfähigkeit gezahlt worden ist oder zu zahlen ist. Andererseits befinden sich darunter auch die auf das Einkommen entfallendsn Staats-, Gemeinde, und Kirchensteuern. Gothein befürwortot einen Antrag, wonach mich eine Summe abgezogen werden darf, die im Todesfälle des eronstabgabepftchh- tigen an die Familie gekommen wäre. Wurm(U. Soz.) beantragt, die Bestimmung über die Kirchen- steuer zu st r e iche n, die in der Regierungsvorlage nicht enthalten gewesen wäre. Die Kirchen dürfen keine Porrechte haben. Nach einer weiteren Auseinandersetzung zwischen Mumm (Dnat. Vp.) und Wurm(U. Soz.) über die Frage der Kirchensteuer bemerkt Erzberger: Es handelt sich hier um kein Vorrecht der Kirche, sondern des Steuerzahlers. Wenn der Ausschuß die Bestimmung aufgenomnien hat, so beweist das nur, daß die Regierung jjute Anregungen gern aufnimmt. Der Abg. Wurm gab aber kerne gute Anregung. § 6 wird unter Ablehnung des Antrages Wurm nach denr Antrage Gothein angenommen.__ Zu§ 8, der bestimmt, welche Beträge dem im Gesetz der Bs- steuerung Vorbehalt enen Endvermögen hinznzureOnen sind, liegen mehrere sozialdemokratische Anträge vor, die u. a. Zu- Wendungen für notwendigen, nicht angemessenen Unterhalt ein- setzen und andere Zuwendungen, nämlich zu kirchlichen, mild-tätigen oder gemeinnützigen Zwecken streichen wollen. Frau Luve(Soz.) begründet diese Anträge, gegen dre sich Unterstaatssekretär Mösle unh Dr. Beckcr-Hesien(D. Vp.s wenden. 8 3 wird nack Zlblehnung der Anträge angenommen. Zu 8 16, der' die Staffelung der KriegDabgabe enthalt, liegen cor Anträge Auer(Soz.) und Wurm(U. Soz.), die beide die Kriegsabgab- erheblich verschärfen wollen. Hasenzahl(Soz.) führt aus, daß die Mehvheitzsozialisten am lisb'ten den ganzen Bermögenszuwachs während des Krieges fort steuern würden. ES ist widersinnig, daß trotz und während des Krieges Vermögensvermehrungen zustande gekommen sind. Sie sind in erster Linie von Reklamierten gemacht worden, die die KriegSkonjunkwr ausnutzen konnten. Unter Ablehnung der beiden Anträge wird 8 16 in der Aus- schußfassung angenommen. Nach 8 28 kann bei wissentlich falschen Angaben neben erner Geldstrafe auf Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehren- rechte erkannt werden. Krätzig(Soz.) beantragt, diese K a n n Vorschrift in e,ne Muß Vorschrift umzuwandeln. Nach Mitteilungen emeS Steuer- sachverständigen seien kaum 10 Proz. der Steuerdeklarationen richtig, und da» Kesseltreiiben, das sich gegen den Finanzminister �Erzberger als den Urheber der neuen Steuer nchiie. würde sich später mit verstärkter Wucht in der Form von S t e u e r h i n t« r zi eh u n- gen gegen die Steuer selbst richten. � Dernburg(Dem.) tritt der Behauptung, daß höchstens 10 Pro�. der Steuerdeklarationen richtig wären, entgegen. E'.rae leichtfertigere und die Ehre des deutschen Bürgertums schwerer treffmds Behauptung könne überhaupt nicht aufgestellt werden. § 28 wird unter Ablehnung der sozialdemorratr- scheu Anträge unverändert angenommen, ebenso der Rest der Vorlage ohne Erörterung. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung Freitag, 3% Uhr.(Kleine Anfragen; Ergänzung zum Besoldungsgesetz. Ergänzungsmaßregeln wegen Kapitalabwanderung in das Ausland; Sozialisierung der Elektrizitätswerk e.) Schluß 7 Uhr._ St» rusiWer Funkspruch. Kein Abbau des Bolschewismus. Helsingfors, 7. August. Das russische Nachrichtenbureau Vestnik in Petersburg versendet folgenden Funkspruch: Wir sind ermächtigt zu erklären, daß das verschiedenen Orts verbreitete Gerücht über angebliche Verhandlungen, welche die Bildung einer Koalitionsregierung in Rußland bezivecken sollen, von Ansang bis zu Ende pure Erfin- dung ist. Ebenso sind die absurden Gerüchte von angeblichen Rücktrittsabsichten Lenins vollständ-ig lügenhaft. All dies ist nichts weiter als bloße Lügen, die mit böswilligen Zwecken verbreitet werden. Die kommunistische Regierung sitzt fest im Sal- tel, ihr Sieg über Koltschak ist niederschinetternd. Nach ihm wird Denittn vom selben Los befallen werden. Im Innern geht die or- ganisatorische konstruktive Arbeit der Sowjetmacht allmählich vor- wärts. Nur Verräter können von Weichen vor den Feinden der Ar- beiterklasse sprechen. Die russische kommunistische Revolution kämpft unentwegt weiter. Ihre Lage befestigt sich immer mehr. Si« denkt an kein Weichen. Sie brandmarkt die Ausstreuer solcher infamen lügenhaften Gerüchte als niederträchtige Schurken und Arbeiter- feinde.' Die Vollzugsräte zum wieüeraufbau. L. Z. Der unabhängige VollzugSrat beschäftigt sich augenblicklich mit der Frage der A r b e i t s v e r m i t t l u n g für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in Frankreich und Belgien. Er ist der An- ficht, daß ihm bei der Anwerbung und dem Abschluß von Vcr- trägen mit der Arbeiterschaft ein Mitbestimmungsrecht eingeräumt werden müsse. Infolgedessen find Verhandlungen mit den Gewerkschaften angeknüpft worden. Der Bollzugsrat will vor allem die Ausschaltung der Privatbetriebe bei den Aufbauarbeiten gesichert wissen. Die kommunistische Fraktion des VollzugrateS stellt noch weitergehende Forderungen auf als die unabhängige; sie will eine Beteiligung der kom« munistiscken Arbeiter nur in dem Fall empfehlen, wenn die Organisation auf der Grundlage deS Rätesystems durchgeführt wird. Der VollzugSrat der S. P. D. ist nach mehreren Sitzungen zu dem Beschluß gelangt, einen Aufruf an die deutsche Arbeiterschaft zu erlassen, um die benötigten Handwerker und ungelernten Arbeiter— man rechnet mit einem Bedarf von etwa 60 000 Mann— zur Meldung> zu veranlassen. Sollte dieser Aufruf nicht die beabsichtigte Wirkung haben, dürften Zwangsmaßregeln nicht zu umgehen sein. Der Vollzugsrat hat bereiis Verbandlungen mit der Regierung und den Gewerkschaften aufgenommen. Kein Arbeitszwang für den Wiederaufbau Nordfrankrcichs. An zustäudiger Stelle erfahre» die„P. P. N.'; Die Meldung eines Berliner Mittagblattcs, daß für den Wiederaufbau der zer- störten Gebiete in Nordfrankreich Arbeiter durch Zwang oder durch eine Art Aushedung zur Arbeit herangezogen werden sollen, cnt- spricht in keiner Weise den Tatsachen. Es ist im Gegenteil bei den amtlichen Besprechungen stets betont worden, daß irgendein Zwang auf die Arbeiterschaft nicht ausgeübt werden soll. Groß-Thüringen gesichert. Wie aus Weimar gemeldet wird, neigen die VerHand- lungen aus Bildung eines thüringischen Gemeinschaftsstaates einer g ü n st i g e n L ö s u n g zu. So soll P r e u ß e n den Widerstand gegen die Abtretung bestimmter Gebietsteile auf- gegeben haben, wie auch die M e i n i n g e r Vertreter des Thüringer Volksrates vorbehaltlos dem Gemeinschaftsvertrage zustimmen wollen. verfayungsfeier der Partei in Weimar. Weimar, 7. August. Die soziald einakratisch- Fraktion der Ratio- nalversammlung veranstaltete heute abend im Sitzungssaale des Skationaltheaters eine Verfassungsfeier, deren starker Be- such Zeugnis ablegte von der regen Anteilnahme der Weimarer Bevölkerung an dem Zustandekommen des VeofassungswerkeS. Nach einem Begrüßungswort-des Fnaftionsvorsitzeroden Lobe und einem Vortrag der-Egmont"- Ouvertüre ergriff Genosse David das Wort zu längeren Ausführungen, um in seiner vornehmen, fesselnden Art ein Bild zu zeichnen von den sittlichen Werten, dte in dem neuen Verfassungswerk zum Ausdruck kommen, dessen vor- nehmsteS Ziel die Erreichung des Friedens im Innern sei. Starker Beifall belohnte seine Ausführungen, als er mit dem Hinweis auf die kulturelle Mission des deutschen Volkes in der Welt schloß. DaS Ende der würdigen schlichten Feier bildeten wiederum musikalische Vorträge. Streik im Drogen- unü Chemikalien- Großhanüel. Für die Angestellten der Verbände des Gewerkschaftsbundes kaufmännischer Angestellten Meldung jeden Morgen von g bis 11 Uhr im Gewerkschaftshäuse, Oberwasserstr. 12, 1 Treppe (Großer Saal) bei der Streikleitung zwecks Bericht über die Streiklage und Abstempelung der Srreikkarten. Tie Mitglieder deS Gewerkschaftsbundes kaufmännischer An- gestelltenverbände haben sich nur nach dessen Anordnungen zu richten. Dewegung üer obersthlesifthen Polizei- beamten. Tie Bewegung der oberschlesischen Polizeibeanrten, die durch das oberschlcsische Räubertum in eine besonders gefährliche Loge geraten sind, greift jetzt auch auf den gesamten Verband der ober- schlesischen Polizeibeamten über. Sie stellten, wie der„Tele- graphen-Union" mitgeteilt wird, folgende Forderungen: 1. Ein- malige Entschuldungssumme von 1200 M., 2. Erhöhung der Ten- erungszulage um 100 M. und 25 M. für jedes Kind, rückwirkend ab 1. Juli, 3. sofortige Berücksichtigung bei Zuweisung von Le- bcnSmittoln und Bekleidungsstücken, 4. Nachprüfung und Beseitigung einer Anzahl von Mißständen. Von der Erfüllung dieser F o r d e r u ng e n.wird eS abhängen, ob in Oberschlesien die öffentliche Sicherheit weiter äufrechterhaiten bleibt. Die Streiklage n» den Kalirevierrn. Die Lage in den Kali- revie.�n Maleldeuischlaiios ist auch am DoiinerSiaz wenig Oer- üntertp eine Besserung ist immerhin unverkennbar. Zwei Driiiel der streitenden Belegschaften im Bezirk Nordhausen haben die Arbeit wieder aufgenommen. Ferner find die Belegschaften der Gswerscbafl Braunichweig-Lüneburg-JIberstedt. Neu-Sollitedt, Salz- münde und der Adler-Kaliwerke in ihrer Getamlheit wieder ange- fahren. Es streiken im ganzen noch zirka 5500 Bergarbeiter.— Deiüsches Kali tu Amerika. Nach einer Reutermeldung aus Washington teilt da» Kriegshandelsamt mit, daß deutsches Kali wieder.eiudefüzrt werden darf. Internationale Sozialistenkonferenz in Luzern. Im weiteren Verlauf der Sitzung wendet sich Brouckhere(Belgien) in einer temperamentvollen Rede gegen jedes Hinneigen zur bolschewistischen Methode. In Ruß- land herrsche keineswegs die Diktatur des Proletariats, sondern die Diktatur von einigen Tausend Volkskommis- s a r e n, und enteignet sei nicht die Bougeoisie, sondern dem rus- fischen Proletariat habe man idie Hoffnung auf die Revolution urw seine eigene Kraft genommen. Hruschcwski(Ukraine) gibt die Erklärung ab, daß-die Jnter- nationale allzu lange den internationalen Fragen gleichgültig gegenübergestanden habe, worunter besonders die durch Polen uno Rußland unterdrückte Ukraine gelftten habe. Frossarb(Frankreich) wendet sich dagegen, daß Brouckhere (Belgien)-den Antrag Mistral, der Einfügung der Zeile.der kollek- tivitierten oder kommunistischen Gesellschaft" verlangt, benutzt habe, um die Frage des Bolschewismus aüfzurollen. Die französische Mehrheit kann nicht zustimmen, daß dem Ergebnis der beabsichtigten Studienreise einer internationalen Kommission vorgegriffen wird. Wir von der französischen Mehrheft erklären unS weder für die Demokratie, wie sie von gewissen Parteien der International gehandhabt wird, noch für das bolschewistische Regiment; wenn mau uns aber zwingen wollte, zwischen NoSke und Lenin zu wählen, dann sind wir für Lenin. Blisgen als Berichterstatter wendet sich gegen die von Chaf- sanowitsch(Palästina) gefordene unbedingt bindende Kraft d«-. Kongreßbeschlüsse. Hierdurch werde die politische Bewcgungsfrei- heit der einzelnen Parteien vollkommen aufgehoben werden. Zu C r i s p j e n(U.S.P.) sagte Vlie-gen, daß die Verwirklichung de» Sozialismus Zeit, Entwicklung und Bildung einer ganzen Reihe von Faktoren fordere, welche in der Arbeiterklasse in keinem et»- zigen Lande in genügendem Maße vorhanden wären. Die Demo- kratie, rri« Crispien sie will, steht in unserem Statut nickt drin und wir wollen sie auch nicht dort hinein hoben. Zu der Ausein- andersetzung zwischen Brouckhere und Frossard stellt Wegen fest, daß die Einleitung de» Statut» die Mittel zur Berwirllichnng de» Sozialismus den nationalen Sektionen überlasse. Demokratie und Diktatur des Proletariats brauchen sich nicht immer gegenüberzustehen. Die Aufrollung dieses Gegensatzes kann uns nur aufein- andertveiben, während wir alles Interesse haben, nach solchen Fa;- sungsn zu streben, die uns beieinander lassen. Di« Räte sind lehr verschiedenartiger Natur, darun: können wir sie nicht im Statur einen. Sind sie Bestandteile der politischen Organisation, dann brauchen wir sie nicht besonders zu nennen; sind sie aber ein Teil der staatlichen Organisation, so sind sie nicht mehr Zwangsopgam- sation und haben aus unserem internationalen Kongreß nichts zu tun. Der Antrag von Mistral wird m-ft Mehrheit a n g e n o m- m e n. Die Vertreter der sozialistischen Parteien Deutschlands be- finden sich in der Minderheit. Nach dieser Abstimmung protestiert Henderson dagegeir, daß nach Köpfen abgestimmt wurde. Es handele sich um eina Sitzung der perma-nenten Kommission und jede Nation habe nur zwei Stimmen.(Infolge des Abstimmungsmodus nach Köpfen hatten die Franzosen einen sehr starken Einfluß auf die Abstim» mung. Anmerkung des Berichterstatters.)— Der Protest Hender- sonS hat keine weiteren Folgen. DaS Statut wird in dieser Form en bloc angenommen. Slne neue Partei in Amerika. Opposition siegen de« Vcrgewaltigungsfrieden Amsterdam, 7. August.„Daily News" meldet auS New Dork, daß bei der politischen und wirtschaftlichen Krise, die die Ver- einigten Staaten augenblicklich durchmachen, der Name H e a r st s m den Vordergrund tritt. Hearst habe endgültig mit Wilson und den Demokraten gebrochen, und es sei möglich, daß er die Bildung einer neuen Partei vorschlagen werde, die folgende vier Ziele verfolgt: 1. Anerkennung der irischen Republik. 3. Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund. 3. Nutzbarmachung der Profite für die Allgemeinheit. 4. Durch Kongreßakte festgelegtes Recht der Arbeiter au» Vertretung in der Leitung der Jodustrieu. ( GeWerkschHzdewMNg Fortdauer des Streiks im chemischen Großhandel. Zwischen einer Kommission des ArbeitgeberverbandeS des chemischen Großbandels und der Streikleitung hat gestern nach- Mittag unter Führung des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen »nd des Deutschen Transporlarbeiterverbandes eine Besprechung stattgefunden. Die Vertreter der beiden Arbeitnehmerorganisationen gaben sich die grünte Mühe, sachliche Verhandlungsn anzubahnen, während sich die Arbeitgeber in dieser Beziehung ablehnend ver- hiellen. mst nach einer stündigen internen Beratung der Arbeil�eber erklärten diese sich bereit, mit dem Transportarbeiter- verband die Verhandlungen an einem noch festzusetzenden Tage aufzunehmen. Weiter verlangten die Arbeilgcber nochmalige Vor- schläge vom Zentralverband der Handlungsgehilfen, die auch bereit- willig erteilt wurden, um eine Grundlage zu neuen Verhandlungen zu finden. In der Zwischenzeit versucht natürlich der Gewerkschaftsbund kaufmännischer Angestclltenverbände, aus einem Artikel in der heuiigen Frühausgabe der„Morgenpost" ersichtlich, einen Keil zwischen die einmütige Angestellten- und Arbeiterschaft zu treiben. Demgegenüber ist rn der Versammlung der Streikenden am gestrigen Vormittag zum Ausdruck gebracht worden, datz sich in diesem Kampfe Angestellten- und Arbeiterschaft nicht trennen läßt, sondern gemeinsam bis zur Erfüllung der gerechten Forderungen im Streik ausharren wird. Zur Entgegennahme weiterer Informationen versammeln sich die Streikenden heule irüh 9 Uhr abermals in den Sophiensälen n langen Aussllhrunaen gegen die Regierung und die Partei- lcitung.— Thomas verteidigte noch einmal seinen Standpunkt und volemisierte gegen Joelsohn. Die nachstehende Resolution Büchel wird gegen eine Minderheit angenommen: Die S. P. D.-ArbeiterrSte von Groß-Berlin erklären hiermit. daß der Bezirksleitung der S. P. D. Groß-Berlins das Recht nicht zusteht, die Ärbeiterräte zu Versammlungen einzuberufen, ohne daß der Fiaklionsvorstand der S. P. D.-Arbeirerräte seine Zustimmung erklärt hat. Die Ärbeiterräte find die Vertreter der Arbeiter in den Betrieben und sind für ihre Tätigkeit als Arbeiterrat nicht an Weisungen der Bezirksleitung gebunden, sie sind nur ihren Wählern verantwortlich. Die S. P. D.-Arbeiterräte und Vollzugsrats- Mitglieder von Groß-Berlin stehen nach wie vor auf den vom zweiten Räiekongreß angenommenen Räte-WirtschaftS- un Produktionsprogramm. K a n o wie« darauf hin. daß jetzt die llnabbängigen«ine> waltige Heye gegen unS betreiben. Während sie früher unsere Vi suche zur Schaffung eines Wahlreglements stets sabotiert h<' versuchen sie jetzt ein solches mit aller Schnelligkeit fertigzust Es kommt in den nächsten Wochen ein Wahlreglement vom Ze| rat heraus und würden wir uns nur an dasselbe zu halten — Büchel schlägt noch vor, eine Kommission zu wählen, sämtlichen BeruiSgruppen bestehen soll. Die Wahl wurde. nächsten Versammlung zurückgestellt. 1 sfiflf Sextampf. Der riesige ZirkuS ist Halbdunkel. Um so hsller mit Stricken umspannte Viereck ab, in dem die Tie Musik spielt einen Walzer, die Luft ist Schweiß, Sta-llgeruch und Staub. Die Menge sä Dann plötzlich anschwellendes Getöse. Die 1 haben den Ring betreten. Sie setzen sich gegenüber. Der Schieds- richter verliest die Namen und kündigt Herausforderungskampf mit allen Mitteln an. Die beiden Gegner überlassen sich mittler- weile den Händen ihrer Masseure. Man streift ihnen die Hand- schuhe über, reibt sie ab, läßt sie trinken. Um jeden von ihnen stehen dicht gedrängt Freunde, Trainer und Neugierige. Dem Publikum dauert es zu lange. Es beginnt zu rufen und zu pfeifen: Los! los!" Ein Gongschlag. Sosort tritt Stille ein. Die beiden erheben sich, gehen auseinander los. Man sieht die schwellendon Muskeln, die harten Fäuste. Groß und sehnig der eine,-mit langen Armen und Beinen. Der andere etwas kleiner, aber breiter, mit säulenartigen Beinen und Armen wie Schmiedehämmer. Etwas Brutales liegt in dem ganzen Körper. Sie nähern sich langsam. Der Große beweglich, mit schnellen Schritten, bald vorwärts-, bald rücklvärtsspringend. Die Arme sind in steter Bewegung. Ter ganze Körper wie eine lebende Herausforderung. Der andere ruhig, mit gesenktem Kopse, wie ein Stier, der einen Hund abwehrt. Das Ganze gleicht einem Spiel, die Stöße folgen leicht, werden ebenso teicht abgewehrt. Dann ein Sprung nach vorn, der Große greift an. Sein Schlag geht vorbei, er dreht sich, von der Wucht des Schlages hingerissen, um sich selbst, der andere zuckt zurück, ein Stoß Mitten ins Gesicht des andern. Er taumelt, ein zweiter Schlag, ebenso sicher, trifft seinen 5topf. Er springt zurück. Ter andere folg ihm. Schlag auf Schlag, Angriff auf Parade, Hieb auf Stoß. Sie prallen aufeinander, umschlingen sich sekundenlang, pressen sich in unierdrückter Wut. Der Schietsrichter trennt sie. Wieder los. Der Große gerät mehr und mehr ins Hintertreffen. Er wehrt sich noch, aber der andere ist stärker. Das Publrkum wird laut, lärmende Zurufe, Pfeifen, Schimpfworte, Drohungen. Da! Ein Schlag ins Auge. Der Große stürzt wie ein Stein zu Boden. Lautes Aufbrüllen. Der Schiedsrichter tritt Kvifchen beide. Die Uhr in der Hand, beginnt er zu zählen: 1— 2— 3! Er rührt sich nicht. Sein Gegner steht im ruhiger Sicherhett. 4— 5— 6! Noch keine Bewegung� Das Publikum brüllt, rast und tobt: .Ausstehen, Feigling, Schiebung I" 7— 8— Er bewegt steh, faßt sich an den Kopf. S— Er springt ans, schwankt einen Augenblick. Bravo! Er will eS versuchen. Im selben Augenblick ein Gong- schlag. Pause. Ein Ah! der Enttäuschung. Man führt sie zu ihren Stühlen. Der Große ist sichtlich«schöpft, er liegt regungs- tos. Man reibt ihn mit kaltem Wasser, flößt ihm Schnaps ern, massiert ihm sein Auge. Sein Gegner sitzt ruhig, sein gewaltiger Rücken ist leicht gerötet, man sieht ihm nichts an. Ueberall Lärm und Disputieren, Klappern von Mergläsern, Lachen und Gröhlen. Dann ein Gongschlag. Ring frei! Der Kampf beginnt von neuem. Tiefe Stille; tausend Augen stieren. Der Große geht langsamer. Sein Gegner ist fast unbeweglich, er erwartet thn ruhig. Ein kurzer Augenblick. Tann ein Vorschnellen, klatschende Schläge, lautes Keuchen, wirbelnde Arme, verschlungene Gliedmaßen. Und dann ein kurzer, scharfer Schlag. Der Große fliegt zurück auf Knie, bleibt liegen. Man sieht nur seinen Rücken, die Seiten echanisch wischt er sich das Blut ans dem Gesicht. Der ster zählt. Sein Gegner wartet unbeweglich Rasend ld heult die Menge..Weiter, wetier! Aufttehn! aufstehn!" 'ngt aus, taumelnd, zitternd. Aber er steht. Dann los. Schläge gehen inK Leere. Er ist unsicher. Das Gesicht ist ollen und blutig, er steht nicht mehr. Der andere spielt mit Leichte Abtvehr und dann ein fürchterlicher Schlag auf Magen und Herz. Laut klatschend fallen die Schläge. Er l ihn durch den ganzen Ring, ihm absichtlich Atem gönnend, ihn dann uim so vernichtender zu treffen. Die Zuschauer rasen. Hysterisches Frauenkreischen! Gelächter! Rohe Zurufe: »Feste! Hau ihm! Nieder mit ihm! Aus den Boden!" Es ist vorbei, er kann nicht mehr. Aber er muß weiterkämpfen. Das Publikum verlangt es. Er macht einen letzten Versuch. Blind- wütig stürzt er vor, packt seinen Feind, ferne Fäuste hämmern. Da, der saß, der auch. Bravo! Es nützt nichts mehr. Der andere trifft ihn, wieder und wieder. Vergebens hält er die Arme vor das Gesicht. Hageldicht fallen die Schläge aus ihn. Und dann ein Hieb. Er tvanR, fällt langsam. Richtet sich noch einmal auf. Ein letzter Hieb gegen die Schläfe. Mit einem dumpfen Aus- schlagen bleibt er lang ausgestreckt liegen. Aus! Die Musik spielt einen Tusch Der Sieger verneigt sich vöt dem beifalltobenden Publikum; Getrampel, Begeisterung, Hoch- rufe und ungeheurer Lärm. Der andere wird hinausgetragen. Vor mir sagt eine Dame zu ihrem Begleiter:„Es ist doch ent- zückend aufregend, wenn sie sich blutig schlagen." Hat sie nicht recht? Da der schöne Krieg vorbei ist, muß doch irgendein Ersatz für die zirzensischen Gelüste der bourgeoisen Bestie da sein!_ H. W— nn. GroßSerün Die Unschuldslämmer. Die O. H. L. und was so drum und dran gehangen ist mit fliegenden Fahnen unter die Schornalisten gegange», Alltäglich müssen die Scherlschen Rotunden einen Speech von den Exzellenzen entspunden. Sie gehen mit den Federn um ebenso wie mit dem Degen, denken nicht viel dabei, tun aber forsch und verwegen. Nur ist's genau so: es fehlt bei der Tintenspritze immer am letzten entscheidenden Witze. Früher wars leicht mit solchen geistigen Siegen; sie brauchten nur dreist und gottesfurchtig zu lügen. So verpaßten die Herren der bösen Iournalje die ihren Wünschen entsprechende Talje. Ludendorffs Nervenextrakt, Helfferichs taktische Wanze helfen den Deuwel nicht mehr den Vätern von't Janze. Es wäre daS beste, sie ließen vergHliches Mühen, um sanft, doch mit merklichem Schwung zu verblühen. P a u l ch c it. Hugo Heinemanns Bestattnng. Am Donnerstag, nachmittags 5 Uhr. fand im Krema- torium an der Gerichtstraße die Traucrfeier für den Verstor- denen Genossen Rechtsanwalt Dr. Hugo Heinemann statt. Zahlreiche Regierungsvertreter, unter ihnen der Minister des Aeußern Hermann Müller, Ministerpräsident Hirsch und Polizeipräsident Ernst, erwiesen dem Toten persönlich die letzte Ehre. Viele Kranzdeputattonen, so vom Parteivorstand der S. P. D.. vom Berliner Bezirksvorstand, von der sozialdemo- kratischen Fraktion der Berliner Stadtverordnetenversammlung, vom Magistrat Berlin, von unserer Redaktion und eine zahl- reiche Trauerversammlung füllten den Raum der Kapelle bis auf den letzten Platz. Eingeleitet wurde die Feier durch den Choral eines Männerquartetts. Für die Gcsamtpartei sprach Genosse Richard Fischer, für die Gewerkschaften Genosse Paul U m b r e i t. Sie rühmten in bewegten Worten die aufopferungsvolle Tätigkeit, die selbstlose Hingabe Heinemanns an sein Lebensziel. Nicht zu einer Zeit, in der er Vorteile von der sozialdemokratischen Partei erwarten durfte, habe er sich in ihre Reihen gestellt. Sein ganzes Leben lang habe er unermüdlich jedem, der ihn anging, mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Ueber den Pflichten gegenüber der Partei habe er niemals, trotz aller Schwierigkeit seines Standpunktes, die Bernfspflichten verletzt. Seine hohen Gaben, sein reiches Wissen, seine unge- brochene Tatkraft befähigten ihn dazu, der deutschen Arbeiter- schaft das zu geben, was ihr so lange vorenthalten war: ein 84j Erleuchtung. Roman von Henri Bar Verdeutscht von Max IT;./ »> Am Freitag um 3 Uhr Antreten HT! schule und feldmarschbereit. Im Rase lagen losgelöste Mauersteine herun Steinbögen, die das Aussehen von wurden vom Wind gerüttelt und�j Besichtigung ab. Er durchstöbert� unsere Tornister, und er wollte nügende Anzahl von Patronen� Nahrungsmittel nachweisen marschierte man los. Wir schierten auf der Landstraße war. Wir waren von MÄ in hartnäckiges Schweigen zu einer glitschigen, endb Schatten auf dem düsti Viele schwarze Mensch Kloakenweg hinauf, ur es von Eisen und Stahl s» Hof der Dorf- tzt verwaist war, in Gemenge von lern hatten. Wir tstiann hielt große atronentaschen und sen, die nicht ihre geeisernen Bestand der s Als es Abend wurde, wir sangen und mar- W die vielfach verschnörkelt mahlen und verbissen uns packst wurde, gelangten wir ,'ch die ihren dick geschichteten �rmwolkengewölbe abzeichnete. . olperten diesen unermeßlichen xauchelton und an allen rasselte ______...W.WW___ e Menschen wimmelten in diese abschüssige Finsternisunendlichkeit hinein, aus der sie wieder zurückgejchleudert wurden, und sie heulten auf vor Erschöpfung und Wut. Aber von allen Seiten dröhnte es auf uns nieder: „Vorwärts! Vorwärts!') Das gellte wie Hundegebell. Ich hörte an meiner Seite vre Stimme des Feldwebels Marcassin, der schiuchfcnd donnerte:„Los! Los! LosI Alles für Frank- reich!" Als wir an dem Gipfel dzes Bergrückens angekommen waren, ging es den Abhang an der anderen Seite wieder hin- unter. Es kam der Befehl, die Pfeifen auszulöschen und in aller Stille vorzurücken. Aber dort in der Ferne rauschte eine Welt von Geräuschen auf.\ In dem Nachtdunkel tauchte plötzlich ein Ausfallstor auf. Wir zerstreuten uns zwischen den flachen Häusern. In dem Mauerwerk saßen stellenweise schvbarze Löcher, wie Herdlöcher, und die Zugangstüren wurden von Schutt und benagelten Balken verrammelt. Hie und da in den Steinen Spuren der letzten Zertrümmerung. Zement und Kalk. An den Häusern und in dem Nachtdunkel wurden diese weißen Flecken sichtbar, als wenn man sie eben erst neu und frisch auf das Mauerwerk aufgcklcckst hätte.< Ein Soldat sagte:„Das ist die Glasfabrik." In einem Flur, dessen Maliern und Fenster zerschlagen waren, macht? man Halt. Man, konnte keinen Schritt gehen, man konnte sich keinen Moment umsetzen, ohne etwas Gläsernes zu zerbrechen. Man verließ den- Bezirk der Glasfabrik auf ge- wundcuen Wegen, die erst vom Scherben und hernach von Schmutz starrten. Erst ein Sumpfgelände, /eisig und düster, und nur ein wenig vom Nachtdämmern durchzuckt. Und dann gelangten wir au de» Raub eure»«ogehrnw. halbhell schuumerudeu Kraters. Der Grund dieses Abgrundes, in deffen Umkreis die feuchtig- keitsschweren tintenfarbigen Feldertristen zur Unendlichkeit aufbrausten, wurde von Gefunke und Gedonnere belebt. Einer sagte:„Das ist der Steinbruch." Wir marschierten weiter, ohne Ziel, ohne Ende. Wir mar- schierten abwärts, wir rutschten abwärts, wir gruben uns in diese Schlünde hinein. Vorwärts tasteten wir und stießen auf den Wirrwarr der Trainivagen undjjer Vorhut des Regiments, das gerade übgelöst wurde. Wir marschierten an Baracken vor- bei, die sich an diese kreidige, kreisrunde Schlucht lehnten. Von dein Nachtgekreise des Raumes wurde auch diese Schlucht ein geschluckt. Die Flintenschüsse kamen näher und näher und von allen Richtungen: sie knallten öfter und öfter. Ueber unseren Häuptern und auch zu unseren Füßen donnerten die Geschütze. Plötzlich befanden wir uns vor einem Erdloch. Dort mußte ein jeder hineinkriechen.- Mein Hintermann flüsterte mir zu:„Das ist der Schützen� graben! Man sieht wohl, wo er anfängt, aber man sieht nie», mals, wo er aufhört. Schwamm drüber! Vorwärts! Vor- wärts!" Drei Stunden trotteten wir durch den Schützengraben. Drei Stunden lang bohrten wir uns weiter in die Einsamkeit und in die Einöde hinein. Wir vermauerten uns weiter in der Nacht. Wir scheuerten die Schattenwände mit unserem schweren Rückenpack. Wir wurden manchmal heftig in den Verengungen des Engpasses aufgehalten, wenn unsere Brotsäcke sich plötzlich irgendwo verhedderten. Es war, als bemühe sich das Erdreich unermüdlich, damit es uns einpferche und ersticke. Nicht selten traf die Erde uns auch lest) haftig mit ihren Schlägen. Wir marschierten, und über uns in den unbekannten Zonen, die uns einen Schlupfwinkel gewähren sollten, zersichelten die Flinten- kugeln den Raum. Einige schweifende Lichtraketen schwärzten hell in den Nachtgebieten auf. Sie enthüllten das durchnäßte Eingeweide der Grabenhöhlung und'legten eine Reihe dicht aneinander ge- drängter Schatten bloß. Die Schatten wurden von hohen Bür- den erdrückt und stampften durch den schwarzen Engpaß, den wieder das Polster der Schwärze einpolsterte, und alles das verstopfte sich bei den Fluten und Gegenfluten. Als mächtige Kanonenschläge losgingen, wurde das ganze Himmelsgewölbe aufgeschleudert und taghell. Dann sank es wieder in sein Reich zurück. „Achtung! Weg stei!" Vor uns baute sich eine erdige Mauer auf. Kein Ausgang mehr. Plötzlich hörte der Schützengraben auf. Er schien erst an einer anderen Stelle weiterzugehen. Mechanisch fragte ich:„Warum?" Man erklärte mir: „Darum!" Tann fügte man hinzu:„Du mußt Dich bücken und durchkriechen." Die Leute zogen den Hals ein und kletterten hinauf. Sie nahmen einen Ansatz und dann stürzten sie im Galopp dem freien Gelände zu, das nur noch von der Dunkellieit geschützt wurde. Do» schmetternde Geplatze der Schrapnells, do» hie. und da die Luft durchblitzte, brachte mir nur eine entsetzliche Gewißheit dessen, daß wir alle gebreÄich? und bluigebundene Menschenkinder sind. Obwohl sich die Müdigkeit an meine Glieder klammerte, warf ich mich doch mit allen meinen Kräften im Sturme vorwärts, wie die Reihe an mich gekommen war. Und ich spornte mich in Erbitterung sprühend in die Spuren eines anderen Mcnschenkörpers hinein, der icherbürdet und dröhnend war, gleich mir, und immer nur vorwärts rannte, und immer nur vorwärts rannte. Und ich rannte mich außer Atem. Und ich verrannte mich hinein in ein Gezweige und Gekräusel von Wegen. Ich rannte und sah im Rennen die Finsternis des Schlachtfeldes, wie es klatschte im Kugelregen, wie es durchsiebt wurde von Löchern, wie es durchschrunden wurde von dumpf einfallenden Riesenschründen. Ich rannte und sah das Gekrcuze der Kreuze und phantastisch schwarzen Pfähle, die gleich erloschenen Brandfackeln im Räume standen., Ich rannte vorwärts unter dem Firmament, an dem sich' Tag und Nacht unermeßlich miteinander bekämpften. Ich sagte mir< halber Stimme zu meinem Vordermann:„Ich glaub, ich Hab Leichen gesehen." Der Mann lachte auf:„Pah, Du aus Dein Nest! Wird schon genug solch Heldenfledderviehzeugs hier herumliegen!" Ich lachte auch auf, und ich freute mich, noch einmal durch- gekommen zu sein. Wir marschierten wieder weiter, einer hinter dem anderen. Wir schwankten und wurden von der Eng- nis dör Schlucht gestoßen, die aus der einstigen Tiefe aus- gehoben worden war. Wir keuchten unter unserer Last. Wir wurden von den Dingen zur Erde gezogen, wir wurden von unserem Willen vorwärts getrieben. Immer vorwärts Md hindurch durch die Einöde, die unter dem steil hinabßallenden Gitter der Kugeln auflchrillte und schrie. Von rotem Feuer wurde der Raum sekundenlang durchzuckt und ganz mit Hellig- keit durchtränkt. Wegbiegungen, und wir bogen bald rechts und wir bogen bald links, und alle taumelten zusammen in dem ,✓ Niesenleib der Kompagnie, die blindlings ihrem Ziel entgegen- stürmte. Mitternacht. Und wir machten zum letzten Male Halt. Ich war so müde, daß ich in die Knie und auf dem weichen Boden niedersank und dort-einige Minuten ganz glückselig liegen blieb. Sofort fing mein Wachkomman-do an. Der Leutnant stellte mich vor eine Schießscharte. Ich mußte mich vor ein Loch stellen, und er erklärte mir, daß sich gerade vor uns ein Wald» hang hinzog. Ter Waldesgrund war vom Feinde besetzt, und dort, Löv Meter weiter zur Rechten, liegt die Straße nach Chauny.„Dort sind sie!" Ich mußte die dunkle Einbuchtung des Gehplzes bewachen und bei jedem Räketensignal auf die lehmige Landstraße acht» geben, die unfern Unterstand von der umdunsteten Reihe der Chausseebäume dort in der Ferne trennte. Er sagte mir, was ich im- Falle eines Alarms zu tun hätte, und dann ließ er mich nrm.1 tilTpin Worts. foloU gereditcS Arbeiterrecht. Trotz seiner angegriffenen Ge- sundheit habe er freudig diesen ehrenvollen, schwierigen Auf- trag übernommen und bis zuletzt an seiner Erfüllung ge- arbeitet. Leider sei es ihm nicht mehr vergönnt ge- Wesen, die Früchte seines unermüdlichen Strebens zu genietzen. Plötzlich und unerwartet habe ihn der rasche Tod dahingerafft- Nicht nur seine Angehörigen verlieren in ihm einen lieben und fürsorgenden Menschen und Freund, sondern ganz Deutschland trauert um ihn als einen der Führer, die dazu berufen waren, Deutschland aus der Zeit des Zusammenbruchs und des Niederganges zu neuem, glanzvollem Aufstieg zu verhelfen. Es sprach noch eine Reihe weiterer Redner, die das Bild der weitverzweigten fruchtbaren Arbeit des entschlafenen Freundes vervollständigten.. Stimmungsvoll setzte nach den Worten des letzten Redners die Orgel mit gedämpften Akkorden ein, während der Sarg langsam hinabsank. Ein Männcrchoral beschloß weihevoll die würdige Feier. Die Neuordnung des Gros;» Berliner Nettungswesens. Die Reltungspflege in Groß«Berlin, über die in letzter Zeit manckierlei Klagen laut wurden, erfährt eine entscheidende Neuordnung durch die Schaffung des«Groh« Berliner Verbandes für daS Reltuilgswesen", der vor kurzem feinen Betrieb begonnen hat. Es ist autzerordentlich viel in den einzelnen Gemeinden Glotz-Berlins für die öffentliche Krankenpflege getan worden; aber alle Matz« nahmen litten darunter, datz die Gemeinden getrennt vorgingen. Es gab städtische Rettungsstellen mit ängestellten Aerzten in Berlin, private Einrichtungen mit städtischer Beihilfe in Charlottenburg. Schöneberg und Neukölln, anderwärts städtische Einrichtungen ohne festen ärztlichen Dienst und schließlich Organisationen ohne Beteili« gung der Kommunen, wie das Rote Kreuz und die Samaritervereine. Ebenso buntscheckig waren die Vorkehrungen für die Kranken« bcsörderung, die teils in städtischer, teils in privater Hand lagen. Durch diesen Mangel an Einheitlichkeit mutzten immer wieder bedauerliche Vorkommnifle veranlatzt werden, die peinliches Auf« sehen erregten. Verunglückte ein Arbeiter jenseits der Grenze einex Gemeinde, in der sich eme Meitungsslelle befand, io drohte er ohne Hilfe zu bleiben, weil die Befugnisse der Reliungsstelle nur bis zur Grenze reichten. War die Nebersührnnq in ein Krankenhaus er« forderlich, dann wurde erst Sochnolpeinl'ch geprüft, oh der Verletzte auch Einwohner der betreffenden Gemeinde war. Da die dienst- tuenden Aerzte der Gemeinde im Weichbild dieser Gemeinde wohnen mutzten, war mancherorts Mangel an Aerzten. Bei Massenimfällen fehlte cS an einer Sammelstelle und an der Möglichkeit, schnellstens Hilfe aus dem Nachbarorte herbeizuholen. Alle Versuche, die Gemeinden Beilins zum Zwecke des Neltungswefens zusammen« zuschlietzen, scheiterten an Kirchturmsbedenken. Erst Krieg und Revolution haben mit einem Schlage alle Hemmniffe hinweggefegt. und miter Mitwirkung der meisten und grötzten Gemeinden Grotz« Berlins ist nun der Grotz-Berliner Verband für das Rettungswesen in« Leben getreten. Alle bisherigen Einrichtungen erster Hilfe und des Krankentransportes sind in diesem Verband ausgegangen. Nach den Satzungen wird nunmehr eine einheitliche Neuordnung des ge- samten ReitungS- und KraukentranSportwesens durchgeführt werden. wobei die vorhandenen Einrichtungen den einheitlichen Grundsätzen angepatzt und neue nach Matzgabe de« BedürsuiffeS geschaffen werden sollen. Zur Erholung der Schuljugend sollen vom lt. August bis S. September an den Wochentagen gesundheitlich gefährdete schwächliche Kinder nach den Austen spielplätzen Blankenkelde I und H. Buch, Wartenberg und Wuhlheide geschickt werden. Teil« nehmer sind während der vier Wochen vom Schulunterricht befreit und werden auf Antrag der Eltern allein durch die Schule zu- gelaflen. Bewerbungen bei der Deputation für die äußeren An- gelegenheiten der städii'chen Lehronstalien sind zwecklos. Die Kinder haben sich am 11. August, morgens auf den Sammelstellen einzufinden. Sie werden unter Aufsicht ans die Plätze geführt, bleiben dort den ganzerk Tag, werden verpflegt ohne Abgabe von Nabrungs- mlltelkarten und kehren abends nach Hause zurück. Ein metallener Napf oder ein Dreiviertellitertopf aus Metall ist mitzubringen. Porzellan« oder Glasgefätze sind nicht zugelassen. Der Kosten« beitrag von täglich 5» Pi. ist auf der Sammelstelle zu bezahlen. Halbta gSauSsluge finden nur nach Grunewald, Hohenschön» Hausen und Plänterwald �talt, und zwar vom 1?. August bis 6. September jeden Dienstag. Donnerstag und Sonnabend, nachmittags um 2 und'fvS Uhr von den Schulböien aus. Teil« nehmen kann ohne Vorannieldung und Bcitragslcistung jedes Berliner Schulkind, besonders solche, die nachmittags zu Hause ohne Wartung und Aufsicht sind. Auf den Plötzen wird eine Suppe per« adfolgt. Die häuslichen Schulaufgaben sind für den Tag nach den Ausflügen erlassen. Die Sammelstellen und Abmarschzeitcn werden in den Schulen bekannt gegeben. Ueber die Kalamität im Kraftdrosch kenverkrhr, von der im „Vorwärts� anlätzlich der Kommunalisierungspläne mehrfach die Rede war, äutzert sich in einer langen Zuschrift an uns ein kleiner Krastdroschkenbesitzer. Er glaubt an Leistungsfähigkeit des privaten Betriebes bei Wiederkehr normaler Verhältnisse, ctklärl das Ver« sagen des Kraftdroschkenverkehrs in der Kriegszeit aus den, Mangel der Betriebsmittel und führt die Ueberfchreilungen der Fahrpreis« tax« zurück auf die Schleichbandelswucherpreise für Brennstoff(setzt 4—5 M. pro Kilogramm). Die Aufwendungen für Brennstoff und Bereifung gibt er mit 1,60 M. pro gefahrenen Kilometer an, wäh- rend die dreifache Taxe für dieselbe Wegstrecke eben nur diesen Bettag bringe. Wir veröffentlichen auch diese Klage, müssen aber hiermit die Diskussion schlietzen. Pferdefleisch auf Karten kann infolge des besonders in der Ernte- zeit äutzerst geringerr Austriebes von Schlacktpferden nicht vor September ausgegeben werde». Der Riogistral teilt dos jetzt mit. Ter Zeitpunkt der ersten Verteilung iowie die zur Ausgabe gelangend« Menge wird er noch besondere öffentlich bekannt mawen. — Wir vermuten, datz im.ireien" Schleiibhandel auch vor September stelS Pferdefleisch zu haben sein wird— für die ZahlungS- sähitzen. Hregenwurst soll billig er werden. Die Ersatzmittelftelle Grotz« Berlin und Provinz Brandenburg gibt belanrn: Zufolge der Neuregelung der Verbältnisie auf dem Markte der Ersatzwürste auf Grund der Verordnung des Reichsernährung«« Ministers vom 28. Mai ISIS ist es möglich geworden, eine Senkung der Preise lür sämiliche Ziegenwurstsorten einireien zu lassen. Es ist zu erwarten, datz beim Aufhören de« Weidcbelr'ebs die Preise für Ziegen Weiler fallen werden und datz dann die Preise für Ziegenwurst aus die normale Höbe zurückgeführt weiden können. Herstellung und Verkaufspreise der Erlayivüiste werden von der Er- .atzmittelstelle scharf kontrolliert und Zuwiderhandlungen zur Straf« anzeige gebracht. Ein wartender Kriegsbeschädigter schreibt un«, datz über seinen am 27. Januar 1910 von ihm geltend gemachten Rentenanspruch bis heule noch keine Enticheidung vorliegi. Als er am 5. Januar 1919 au» dem Lazarett entlasten wurde, stand iein Truppenteil»n der neutralen Zone. Der Kriegsbeschädigte erhielt damals kein EntlastungSgeld, es ist ihm aber auch bis fetzt trotz aller Mahnungen noch nicdl ausgezahlt worden. Ueber die bitteren Worte, mit denen er in seinem Schreiben an uns diese Saumseligkeit beklagt, kann man sich nicht wundern. Wir müssen übrigens bei dieser Gelegen- heit wiederholt darour hliiwei'en. datz es uns wegen Rouinqiangel ganz unmöglich ist, alle von eheiiialigen N'.iegsteilieehmeln uns zu- gehenden Klagen über Langiamlelt der EiillaiiungSgeldauSzahlung oder de« RentenfestsetzungsverfahrenS zu veröffenUlchen. Ei« ne«er Mord. Auf«in geheimnisvolles Verbrechen lätzt ein Leichenfund schlietzen, der gestern im Landwehrkanal gemacht wurde. Vor dem Hause Königin-Augustastr. 38 sah ein Skiffer im Wasser ein grohes Paket treiben. Er fischte danach mit seinem Boorshaken und bemerkte dabei, datz aus einer grauen Decke ein menschliches Bern hervorragte. Es ergab sich, datz die Decke, die sich durch den Baaks- haken gelöst hatte, eine männliche Leiche barg. Dem noch un- bekannten Manne war ein« Hanfschnur um den Hals ge- legt und fest zugebunden; die Schnur war dann um die Decke ge- wickelt. Auch waren mit ihr die Bein« kurz oberhalb der Fütze zu- sanimengebunden. Beine und Oberkörper waren so zusammen- gebunden, datz die Knie fast bis zum Kinn hinaufreichten. Es scheint, datz die Leiche zusammengeschnürt worden ist, um m irgend einen Behälter, einen großen Koffer oder Korb, hineingepackt zu werden. Aus diesem ist sie dann wohl«nS Wasser geworfen worden; vielleicht von der Von-der-Heydtbrücke, vielleicht aber auch irgendwo weiter oberhalb. Aeutzere Verletzungen wurden bei der vorläufigen Besichtigung nicht wahrgenommen. Der Tote mag etwa in d e n dreitziger Jahren gestanden haben. Er ist ein kräftig aus« gewachsener Mann von gedrungener Gestalt, hat volles, blondes Haar, einen englisch gestutzten blonden Schnurrbart imd starke Äugenbrauen. Seiner Kleidung nach gehört er vielleicht dem Mittelstände an. Er trug eine grünliche Joppe, dunkelblaue Bein- kleider, ein Makkohevtd, ein buntes Vorhemd, einen weichen Leitrenkragen mit dunkelblauem Schlips und schwarze Strümpfe. Die Stiefel fehlen. Beide Strümpfe find an den Zehen durchge- scheuert, so datz diese ganz herausragen. Die Decke, die als Hülle diente, ist anscheinend eine graue Militärschlafdecke, vielleicht auch eine Pferdedeck«, ein Woilach. Die Leiche hat wahrscheinlich erst wenige Tage im Wasser gelegen. Weiter wird gemeldet: Bei einer genaueren Besichtigung im Schauhause hat man bisher keine äutzeren Merkmale finden können, die auf einen gewaltsamen Ted schlietzen lasten. Aufschluß über die Todesursache kann erst die Obduktion geben. Bei der Leiche fan-o man ein kleines Fläschchen, das nach einer ätzenden Flüsfigkett riecht. Es kann sich um ein Medikament, vielleicht um ein Mittel gegen Zahnschmerzen handeln. Die Schnur um den Hals war nicht so fest geschlungen, datz dies den Tod herbeigeführt haben kann. Eine Erdrosselung liegt daher nicht vor. De Kriminalpolizei ist bemüht, die Persönlichkeit des Toten festzustellen, die ebenfalls Ausschluß darüber bringen dürfte, ob in der Tat ein Mord oder ein Selbst- mord vorliegt. Das Alter des Toten wird jetzt auf etwa 25 Jahre angenoormen. Er fft 1,79 Meter grotz und untersetzt. Am linken Unterarm hat er eine Tätowierung, die ein Herz mit Kreuz uns Anker darstellt. An der rechten Hand fehlt der kleine Finger Haid, der Ringfinger ganz._ Im SldmiralS.Palast zeigt dns neue MoncitSprogramm außer den sehr interessanten Ringkämpfen, die dort allabendlich um den„großen Preis der Deutschen Republil" ausgefochten werden, est?« neue VarietS-Altrastion. „Europa im Tanz' betitelt sich ein hervorragendes Ballett, daS van der Ballellmeisteriu Hille-Bobbe arrangiert ist. Die Mißstände in der Potsdamer Lebensmittel« Versorgung. Nachdem am Sonntag die Potsdamer Einwohnerschaft it» einer Massenkundgebung unzweideutig zum Ausdruck gebracht hatte, sie unter allen Umständen eine Aenderung in der Lebensmiltet« Versorgung verlangt und eine Kommission zur Beratung mit dem Magistrat entsandt hatte, wurde Dienstagabend im Bernhard« Münch-Tdeater der Bericht dieser Kommission über die gepflogenen Verhandlungen entgegengenommen. Wie am Sornttage, so strömten auch diesmal die Mafien zu Tausenden zusammen und der ge« räumige Saal langte bei weitem nicht zu, alle Personen zu fasten, so datz eine zweite Versammlung im Garten deS Lokals abgehalten werden mutzte. Der Magistrat hatte schon vorher in die Pots- damer Tageszeitungen zwei Artikel lanciert, in denen er die ein« zeln von der Kommission gestellten Fragen beantwortete, die Angelegenheit möglichst bedeutungslos und den Magistrat als schuld- los hinzustellen sucht. Während Gen, Ahl Bund»Solidarität'. Ortsgruppe Zierltn. Abt. I. Sonnabend: SommernachtSdnll. Möckerns!:, 114, Sonnlag: Katerbummel, Macknower Schleuse, Start 1 Uhr vei W emer. Bülowstr, 58. A d t. II, Sonntag trüb 6 Uhr und mittag» 12 Uhr: Bade- tour nach dem Werisee(Reit. Dampfschiff.) Start: Fontanepromenade IS. — Ardetter- Sttuogrophenbuud»Jnrersyftema'. Sitzung jede» Frektag 9 Uhr im.Patzenhofer', Fruchtstr. 71. NnfängerkursuS nach Stolze« Schrey beginnt am 29. August,— Stenographische Gesellschaft »Gabelsberger'. Wilmersdorf, Berliner Str. 33, 8—10 Uhr. ?ugenüveranfta!tungen. Eöpenick. Heute, 7 Uhr, im Staditbeater öffentliche Jugendverfamm- lung. Reierent Rüdiger-Beilin:»Jugend und Zukunst.' Jugendliche, er- scheint in Masjen I_ Soziales. Aus dem idyllischen Ostpreußen. Unter dieser Ueberschrist veröfiemlichten wir in Nr. 342 einen Brief, den ein ostpreutzischer Lehrer an uns gerichiet hatte. Der Verfasser beklagte sich darüber, datz er für seine Arbeiten bei der Ernteflächenerhebnng keine Bezahlung erhalten habe, obwohl seiner' Meinung nach daS Geld dafür von der zuständigen Behörde an- gewiesen worden sei. Obgleich wir den Verfasser des Briefes nicht genannt habe», bat ihn der Wirtschaftsdirektor, dessen Verhalten der Biiesschreiber kritisiert hatte, berausgekriegt und einen Widerruf im .Vorwärts' verlangt. Der Einsender ersucht unS deshalb, folgendes zu veröffentlichen: »In Verfolg des Artikels unter»Soziales' in Nr, 342 deS „Vorwärts" übersandte mir Herr Wirlschaflsdirektor L.» Sensburg, einen Auszug der Verfügung des Herrn Staatskommissars für die Volksernährung vom 11. April 1918, in welcher es heißt:»Da« Slatistische Landesamt vergleicht die Nachweisungen mit den OrtS- listen: es prüft die Ortslisten darauihin, ob sie grobe sachliche oder rechnerische Mängel erhallen. Solche Mängel schlietzen den Er- stattiingsanspruch aus." Ferner teilt Herr L. mit:»DaS Statistische LandeSamt Berlin hat die Zahlung der ausgesetzten Vergütung abgelehnt, weil die in dieser Bestimmung vorgesehenen Bedingungen in keiner Weise erfüllt worden sind. Der Kreis selbst bat von der vorgesetzten höheren Verwaltungsstelle nicht einen Pfennig vergüret erhallen. Demzufolge haben auch Sie keinen Anspruch nach nieinem Dafürhalten auf irgend eine Eni« schädigung. Ich ersuche Sie daher auf den in Nr. 342 des»Vor« wärtS" erschienenen Artikel in derselben Zeitung einen gegenteiligen für mich rechtfertigenden Bericht erscheinen zu lassen." In Anbettackt obiger Mitteilungen erkläre ich, datz alle meine in dem Artikel gestellten Fragen und Betrachtungen hinfällig sind und datz niemand über den Verbleib nicht angewiesener Gelder Aufschliitz geben kann. Fraglich bleibt allerdings nun noch: wj Warum ich auf alle drei schriftliche Anfragen keine und nicht obige Antwort erhielt, zumal Herr L. die Verhältnisse doch schon bekannt fein mutzten, da obige Verfügung vom 11. April 1918 datiert ist. d) Warum mir bei der dritten mündlichen Anfrage seitens Herrn L. geantwortet wurde, da« Geld wäre da und die Kreis- kommunalkoffe angewiesen, die Zahlung zu bewerkstelligen. Auf Grund dieser Antworr konnte es doch nur zu den bedauerlichen Auseinandersetzungen kommen. Ich war berechtigt, so lange an die sachliche und rechnerische Richtigkeit meiner Ernteflächenerhebungen zu glauben, bis mir das Gegenteil mitgeteilt wird, was bis dahin nicht geschehen ist. So mutzte ich auch bis dahin annehmen, datz unter den nur 53 richtigen Erhebungen sich auch meine befinden, ich also auf Bezahlung An« iisip.Ähätte. Da nach obiger Mitteilung aber die Vergütung sr-rnckra fumanun abgelehnt worden ist, ist auch diese Annahme bliriamg, was aber ein gewöhniicher Sterblicher nicht ohne recht- zeittge vorherige Mitteilung wissen kann." TL Gericktszeitung. Mordprozeß Guder. Ter, dem 78 Jahre alten Privatier Ernst Guder in der Kochsir. 48 bildete gestern den Gegenstand einer Verband- lung voi;LeM.,Sutzerordentlichen Kriegsgericht am Landgericht l. Wegen Mordes war en angeblagt der 25 Jahre alte Handlungs- gehisse Willem Gersten, der 19jährige Mschaniker Mllr Moll, sowie dch�Mverehelichte Schauspielevin Elfriede Simon. Diese hat in der.Uchersuchungshaft einen Selbstmordversuch durch Aufschneiden' dW'■tosffdetn gemacht. In der TutdH zum 21, Juni wurde Guder in seiner Wohnung ermordet und bevaustt. Man fand ihn, nur mit Unterzeug bekleidet, ui einer Fensterecke Mkammengekauert wt vor. Hände und Fütze waren mit den' Hosenträ gern des alten Mannes gefesselt. Die Mörder hatten ihrem O.'ier einen Knebel in den Mund gestoßen und im Nacken zuso datz Guder seinen Tod durch Er- sticken fand. Moll warfönsölnem Truppenteil desertiert, nach Ber- lin gekommen, hatte sichchrer herumgetrieben und ein Verhältnis zugolegt. Er hatte den eckten' Guder, der gewisse Noigungeri zu jungen Männern hatte, im Mao kennen gelernt und auf seine Ein- ladung einmal eine Nacht in' chner, Wohnung zugebracht. Im Juni lernte er den Angeklagten Mustak euf dem Potsdamer Platz kennen und im Cafe Vaterland willdß pr zunächst von Gersten dafür inttr- essiett, mit ihm»ein Dirtflj zu bpehen". Es war geplant, einen Lederhändler in der KöniggrotzOs ptvaße zu überfallen und zu de- rauben. Dieser Plan mitzglsickle, uiid'npn erinnerte sich Moll seiner -Bekanntschaft mit dem alten Gtmqt.' Dieser wurde dann als Opfer auserkoren. Di« beiden Angeklagten branoen bei ihm ein, und di« Simon mutzte von einem gegenübetNegenden Kaffeelokal aufpassen, damit keine Störung eintrat. Sie Erhielten' bei Guder dadurch Ein- laß. datz Moll behauptete, ihm einen Brief überreichen zu sollen. Moll hatte den von ihm zurechtgemachten Brief an seine eigen« „Braut" gerichtet. Er blieb liegen, als die Verbrecher sich nach der Tat schleunigst entfernien, und wurde so den Tätern zum Ver- hsingniS. Als Guder den Brief öffnen wollte, fielen Moll uns Gersten über ihn her, fesselten und knebstten ihn und stopften ihn mehrere Taschentücher in den Mund. Dann durchsuchten sie die Wohnung, raubten das vorgefundene Geld in Höhe von 38 M. und außerdem Wäsche. Der alte Mann starb am nächsten Tage. Der Angeklagte Moll suchte vor Gericht dem Angeklagten Gersten die Hauptschuld aufzubürden. Er bemühte sich, den Ge- richishof zu überzeugen, datz er in keiner Weise den Tod des Ueber- fallenen gewollt habe. Er will ciuch, als er in der Zeitung zu seinem Entsetzen gelesen, datz der Ueberfallene tot aufgefunden worden, nach einem Polizeirevier gegangen sein und sich dort freiwillig gestellt haben. Tort habe man ihm, erzählte er, gesagt, er solle sich nur wieder entfernen, denn der Täter sitze schon feit. Nun habe«r sich der Polizei nicht weiter ausdrängen wollen, habe sich schleunigst einen falschen Patz besorgt und sich bei der Reichswehr, Brigade Lettow-Vorbeck, anwerben lassest. Er ist in einem Ott bei Trebbin verhaftet worden. Gersten Willi gar wicht wissen, ob er den alten Mann mitgeknebelt oder ihm'Taschentücher in den Mund gestopft habe. Bei seiner Festnahme bin Bahnhof Friedttchstratze nahm, wie der Vorsitzende erwähnte, las Publikum zunächst für ihn Partei. Die Angeklagte S i m« n bestritt. Schmiere gestanden zu halben. I Nach kurzer Beweisaufnahme, die Neues nicht brachte, bean- ttagte der Vertreter der Anklage Kegen Moll und Gersten das schul- big wegen Mordes und gegen beiDe die Todesstrafe, gegen die Simon Ueberweisung an das ordentliche Gericht, da nur Beihilf« zum Diebstahl vorliege. Das Gericht sprach die beiden männlichen Angeklagten rur des schweren Rcubes mit TodeSettolg schuldig und verurtsille Gersten und M oll zu lebenslänglichem Zuchthaus und dauerndem Shrt'erlust. Die Angeklagte Simon wurde dem ordentlichen Gerichte ülberwiesem Sriefkaften der �eöaktkon. Sei)« für den«rieflasten bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Briefliche Auskunst wird nicht erteilt. Eilige An- fragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. Z, l. Haf pa» terre links, vor. Schriftstücke und Verträge sind mitzubringen. H. C. 4. FallS die Verlobung ohne gei'etzlichen Grund gelöst ist, ist der Mann, zu Herausgabe der Geschenke, evtl. Wertersatz, sowie zum Ersatz asker w Erwartung der Ehe gemachten Nnfwendungen verpflichtet. Ihr« Nichte braucht den Ring in einem solchen Falle nicht zurückzugeben."- W. II. tleider nicht.—(£. 91, 45, 1. Ja. 2. Versuchen Sie eS mit einer gütlichen Einigung.—®. H. 2. Ja, salls/, Uhr, auf dem Retnicken- dorfer Gemeinde-Friedhof, Humboldtstrahe, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 245/2 Set vorstand. »•«•«•doe i„Fredy" iiimneftne! Brunnenstr. 17, Zigarren (Sigarettenl Amt Norden 2343.* Zentralverband der ßandiungsgeljllfen Ortsgruppe Sroß.B«lw. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Johannes Teubier am 6. August verstorben ist. Ehre seinem Anbeute» l Die Beerdigung findet Sonnabend, den S. August, Uhr nachmittag-, auf dem städtischen Friedhof in Buch statt. 41/14 Rege Beteiligung er- wartet D!» Ortsoerwaltnng. 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Der Weg, der zur Verdammnis führt. .Teil. ISSTriiS Allabendlich 7", Uhr: Stettiner Sänger ysel, ttritfor k Steidl ufw. Reieiistiallen Dönhoff-Brettl Nene» Programm! Anfang 7-/z, Sonnt. 5 Uhr. Aloxauderplatr Die Lumpenprlnzesila Schauspiel in iL BunnapToinaes Klara Wloth Weinberpsweg König Krause Yolksstück mit Konrad Dreher Melita Petrl Leo Peukert Schöneberg 8. Woch« Die Austernprinzessin Das grösete deu tacke Lustspiel Eaaen beide Die Sünderin Filmnovelle mit Eis« Dassermann Erika Giässner_ Wochentags S» 8 Uhr/ sonntags 4, 6, 8 Uhr Strindbergs Baosoli mit Ästa Nielsen Alfred Abel Carl Meinhard Regit: Ernst Lubltsch Nollendorfplatz Der letzte Zeuge Schauspiel mit Ik, Der letzte Zeuge Schauspiel mit üibeft iasserniäRn Eis« a&ssermann Wochsntagi 6 8 Uhr/ Sonntags 4, 6. 8 Uhr ilOOO ZK. ÄsS. Silier ig demjenigen, weicher ihn in der Engl fch-amerifanifchen! Vj Athletik bcfifcit. Aonktirrenzkampf am J*| (i Freitag und Sonncibenb. heu 8. an» g. 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