Ur.4y3.36.Iah?'g» Bezugspreis: Stetteliai)rt. 9�- Mt. monatL 8,— SRI frei ine Staue, ooraue jaljibat. Postbezug: Monatlich Ml. ej!L Zu- ftellungsgebühr. Unter Rreuzbanö für Deuttchiand unb Oesterreich- Ungarn SLS Mi, für bae übrige Äueiand 10 25 ML, bei täglich einmal. Aufteilung 8,23 ML Pastbestellungen nehmen an Dänemarl. Holland guxemburg, Schweben u. bie Schweijt Eingetragen in bie Post-Zeitunge-Preieiiste. Der»Vorwärts" Mi! ber Sonntage- beilage»Voll u. Seit* erscheint wachen» täglich zweimal Sonntags einmal Morgen-Ausgabe. Selcgramm-abtcfse t JSojialbemotrat öectln" berliner Oolksblskt. ( 15 Pfennig) Anzeigenpreis: Die llchtgeipaitene Nonpareillrzeile lostet 1LZ ML �Kleine Anzeigen-, das fettgebrucite Wort SO Pfg.(zulässig 2 tettgeb nickte Worte), febcs weitere Wort W Pfg, Stellengesuche unb Schiafstellenanzeigen bas erste Wort SO Pfg, febcs weitere Wort 30 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen file zwei Worte. Teuerungszuschlag 30%. Familien■ Anzeigen, politische unb gewerkschaftliche Vereins■ Anzeigen 1,50 ML bie Zeile. Anzeigen für bie nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin EW SS. Linbenstrabe 3, abgegeben werben,©eäjfnct von 9 Uhr früh bt» S Uhr avenbs. Zentralorgau der Ibzialdemokratifcbcn Partei Deutfcblands. Neöaktion und Expedition: EW. öS, Lindenstc. Z. aernfvrecher: Amt Morispln«, Nr. i.>l i»«— iäl P7. Sonnabend, den 9. August 1919. vorwärts-verlag G.m.b. H., EW. öS, Lindenstr. Z. Fernfvrpcher: Amt Mortttpla», Nr. 117 53—34. I Der verunglückte Generalstreik Streikmüöe. AuS Halte wird dem»Vorwärts' telegi-aphisch berichiet: Die namenlose»Verhandlungskommission", die gerade in dem Augenblick zum Generalstreik ausrios, wo im Kalibergbau eine Einigung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zustande gekommen war, ist mit ihrer Reaktion kläglich hereingefallen. Die Massen sind es müde geworden, der widerwillig«! Stroikparole unverantwortlicher unabhängiger und kommunistischer Streikhetzer zu folgen und ihre Familien um Phantome willen in Not und Elend zu stürzen. Mit grotzem Theaterdonner hat die.Verhandlungskommission', unterstützt von der unabhängigen Presse, den Streik in Szene gesetzt, aber der Erfolg war gering. Im ganzen haben von über 200 Kaliwerken beim höchsten Streikstand nur ungefähr 2ö Werke gestreikt. Die Nachrichten, die WTB. und„P. P. N.' vor einigen Tagen in die Welt setzten, datz zwei Drittel aller Werke streiken, waren falsch. Wahrscheinlich waren sie den irreführenden Berichten der unabhängigen Presse entnommen. Z. B. sollten nach diesen Meldungen 30 fiskalische Werke gestreikt haben, trotzdem es im ganzen nur 17 gibt. Von den einzelnen Kalirevieren ist hn Werratal, sin Nnstrutkal und im Eichsfelder Revier überhaupt nicht ge- st r e i k t worden. In Hannover haben von 60 nur 2 Werke, im Braunschwoigischen Revier auch nur wenige Werke gestreikt. Im Nordhauser Revier, wo teilweise gestreikt wurde, ist im größten Teil der streikenden Werke die Arbeit wieder aufgenom- m e n worden. Ebenso in einigen Werken des Halleschen und den größten Werken des Anhalter Reviers. Im Staßfurter Re- vier, wo die Arbeiter gegen den Streik gestimmt haben und nur durch Terror zur Einstellung der Arbeit gezwungen wurden, wird noch gestreikt. Im ganzen ruht jetzt die Arbeit höchstens in 15 Werken. Von einem Generalstreik kann nicht die Red: sein, trotz der krampf- hasten Bemühungen der verantwortungslosen»Verhandlungslom-- Mission", die Sache über Wasser zu halten. Di« unabhängige Presse berichtet jetzt recht wenig über den Stand des Streiks, macht nur weiter in hochtönenden Worten, um das klägliche Fiasko dieses..Generalstreiks' zu verschleiern. Die.Verhandlungsiommissioii', die am 3. August»ine»Kon- serenz der stveikenden Kaliarbeiter Deutschlands' einberufen hatte, hatte für Domterstog, den 7. August, bereits eine zweite einberufen, die aber gleichfalls nicht den> gewünschten Erfolg gebracht hat, so datz man für den 11. August eine dritte Konferenz einb�ufen hat. In der Zweiten Konferenz wurde eine Resolution angenommen, in der man der Regierung droht, daß man vom 11. August ab die Not- standsarbeiten verweigern würde, wenn die Regierung nicht sofort Verhandlungen einleitet. Bei dem Stand des Streiks ist das na« fiirlich eine leere Drohung, ebenso wie die Solidaritätserklärung der zu dieser Konferenz.berufenen" Bergarbeiter, wenn die Re- gierung die Forderungen der..Derhandlungskommission' nicht be- willigt, in den Streik zu treten. Die Bergarberter sind augenblick- lich alles andere als streiklustig. Die..Verhandlungskommission' will noch retten, was zu retten ist, damit ihre klägliche Niederlage nicht gar zu offenkundig wird. Die viel geschmähte Regierung ist da wieder mal der letzre Ret- wngSunker der wüstesten Streikhetzer, die tief in der Patsche sitzen und allgemach befürchten müssen, datz, wenn nicht bald Schluß ge. macht wird, die letzten streikende»! Kaliarbeiter wieder zur Arbeit ziehen. Verhandlungen mit dem Arbeits mini st er finden gegenwärtig in Weimar statt; aber auch ohne sie �gnn der große.Generalstreik" der Kaliarbeiter als erledigt gellen. Zusammenstöße in Ghemniß. , Verschärfter Bclageruugszustanv. Cbcmniv, 8. August.(Eigener Trahtöericht des„Vorwärts'.) Am Torttersteg rotteten sich einige tausend Personen zusammen und iordert n tu ich eine Teputation die Aushändigung von E i n in a ck e z u ck e r Weiter wehrten sich die Demonstranten dagegen, daß für die Juden frisches FUisch geliefert würde. In den Verhandlungen wurde festgeistellt, datz von der Stadt keine Lebensmittel zurückgehalten werden. In einer anschließenden Versammlung nahmen die Demon- stramen zu den Erklärungen der Stadt Stellung. Ein zur Ruhe mahnender Parteigenosse vom Arbriterrat wurde am Weiterreden teh'iteert b n'o f.-nr.te ein kommun'stisckier Stadtverordneter nur »mer ftoriem Widerspruch sprechen Von größtem Interesse ist St? �' lliitig, baß lau) V iebt des latnmuntstischen Ttadwerord- eie? die Sm ßrnfiidrer ber Beircst'.inq die Händlerkreife seien, die a>,.' r. Weise den freien Hatifc« wieder einführen und gegen ' Hetze» wolle« Tie spzialtft'.schtzn Parteien rücken von! !, i o. tuend-ti- ani semitischen Fahrwasser schilninmende«. ...i.it,. jb. Die Betegs, hafien ct. ich:«, den et zrotzet Veiriche> waren trotzdem geschlossen vertreten, obgleich durch amtliche Be- kanntmachungen Demonstrationen verboten waren. Zwischen Re- gierungstruppen und Demonstranten kam es zu Zusammen- stützen, wobeh. die mit Lastautos eingetroffenen Truppen entwaffnet und zum Teil mißhandelt wurden. Die Demonstranten setzten sich in den Besitz eines Maschinengewehrs und veranlatzten die Freilassung einer Anzahl Gefangener aus der staatlichen Gefangenenanstalt. Am Abend wurden die Truppen zurückgezogen. Bei dem Be- steigen eines Lastautos warf ein Soldat eine scharfe Handgranate in die Menge, wodurch ein vierjähriger Junge getötet und einige andere Teilnehmer schtvsr verletzt wur- den. Die Kommunisten verbreiteten einen Aufruf, in dem sie die Drahtzieher der Demonstrationen als„Achtgroschenjungen" be- zeichneten. Infolge der Tumulte wurde oer verschärfte Belage- rungszustand verhängt. In einer großen Versammlung wählte man je drei Vertreter der drei sozialistischen Parteien, die gemein- sam folgende Forderungen ausstellten: 1. Aufhebung des Belage- rungszustandes, 2. Zurückziehung der Regierungstruppen, 3. Vev- tetlung von Lebensmitteln. Sollten diese Forderungen nicht er- füllt werden, soll sofort der-General st reik proila- m i e r t werden. Die Erregung unter der Bevölkerung ist groß. Kampf mit Truppen. C h e m» i tz, 8. Atmust. Die Lcbensmittelkrawalle haben politischen Charakter angenommen. Um die daraus erwachsenen Unruhen zu unterdrücken, � wurden Reichswehr- t r u P P e n von außerhalb herangezogen. Als diese heute Nachmit- tag zwischen 3 und 5 Uhr am Bahnhof ausgeladen werden sollten, eröffnete» die Tumultuantcn, die Maschinengewehre und andere Waffen in ihrem Besitz hatten, ein regelrechtes Feuer auf die Truppen. Infolge des ganz unerwarteten Angriffes wurde eine kleine Abteilung gefangen genommen. Bei dem Zusammenstoß gab es auf beiden Seiten eine A n- zahl Toter und Verwundeter. Ein Teil der Waffen der Truppen fiel in die Hände der Tumultuanten. die bisher nur den Bahnhof besetzt halten. Sie fordern Aufhebung des Befagerungs- zustandes, Zurückziehung der Truppen, Verbesserung der Lebens- mittelvcchältuisse. Die Forderungen sind telegraphisch nach DreS- den weitergegeben worden. Man hofft, durch gütliche Vereinbarung Ruhe und Ordnung wieder herzustellen, so daß weiteres Blut- vergießen verhindert wird. Die Krawalle beschränken sich auf die änßeren Teile der Stadt. Ein Flugblatt, das zur Ruhe und Berföhnlichkeit mahnt, ist verbreitet worden. Verhandlungen. Amtlich wird zu den•heutige« Borgäugen in Chemnitz mitge- teilt: Nach den tätlichen Angriffen auf die Truppen und dem nötig gewordenen Einsatz stärkerer Kräfte ist es bedauerlicherweise zu Blutvergießen gekommen. Darauf Hot eine Kommission, be- stehend aus je einem Vertreter der sozialdemokratischen Partei, der Unabhängigen und der Kommunisten mit dem Komnnindcur der Truppen»erhandelt, wobei Ueberein- kunft über folgendes erzielt wurde: 1. Die bisher von den Truppen in der Stadt besetzten Wachen bleiben in der Hand der Truppen. 2. Die übrigen Truppen rücken in die Kaserne, neue ein- rückende Truppen gehen gleichfalls in die Kasernen. 3. Dir Parteien verpflichten sich, alles aufzubieten, um die Menge zu beruhige« und weitere Zusammenstöße, die von der Kommission als auch von der Militärbehörde bedauert»er- den, zu verhindern. Wegen der von der Kommission geforderten Aufhebung des Belagerungszustandes und Zurücknahme der Reichswehr- trappen hat der Kommandeur di« Kommission an die Regierung verwiesen._ Verschärfung der Streiklage in Gber- italien. (Eigener Drahtberickit des„Vorwärt s".) Ter ilalienifche Mctallnrbciterstteik breitet sich immer mehr aus. Seit dem 7 ä. sind die Metallarbeiler ganz Toskanas, der Low- bardci und Genuas im Streik. Die Arbeitgeber schließen als Gegen- maßnähme die Fabriken. Die Regierung hat die Grenzen für Aus- reisende geschlossen, schon ausgestellte Pässe für ungültig erklärt. Diese Maßnahmen richten sich sowohl gegen dkd Verbreitung von Nachrichten über den Streik, als auch gegen eventuelle Verbindungen der Streikenden mit der Schweiz. Streikabbruch in Sa'eU Basel, 8. Aiignst. Eine in Basel abaehaliene oollzählich he- suchte Brrsamniiung der Tele>?icrlcn de? ArbriierdundeS und des Altion low iees Iteichloß mil 135 gegen 28 Stimmen den Abbruch de« Sl reits Tiefet Bkichiitß wird heule den emzeiiu« Pcr- dändeit zu, wtilere» Beschi.jjfassung»oigetcgl«eide». 1 Das Ende der versammlungs» freiheit. Als auf einem Parteitag der deutschen Sozialdemokratie ein Redner— es war Stadthagen— verlangte, wir sollten in unserem Auftreten den Gegnern gegenüber„ruppiger" werden, meinte der alte Bebel, die Forderung wäre nicht neu, die hätten andere Heißsporne schon früher aufgestellt. Bebel führte dann im Anschluß hieran aus. daß im gewaltigen Geisteskampfe, wo Weltanschauungen einander gegenüberstehen, nicht der Grad der Ruppigkeit entscheide, sondern die Güle und Stichhaltigkeit der Argumente.> Die Weisheit Bebels scheint nicht auf seine Epigonen des linken Flügels der Arbeiterschaft übergegangen zu sein, denn sie scheinen es lieber zu sehen, daß im iKampse der beiden Richtungen die Ruppigkeit entscheidet und nicht die Güte und Stichhaltigkeit der Argumente. Wer heute gezwungen ist, öffentliche politische Versamm- lungen zu besuchen, wird tnit schmerzlichem Empfinden fest- stellen können, daß das Versa mnilungöleben auf einem Tiefstand angelangt ist, der füglich nicht mehr unterboten werden kann. Die tr«urigsten Zeiten des P ö b e I a n t i s e m i t i s m u s der Met Jahre reichen nicht an das heran, was man heute in öffentlichen, besonders unabhängigen Versa nimlungen er- leben kann. Geist und Wissen ist vollständig aus- geschaltet. Wer über zehn Schlagworte verfügt und sie mit ödem Füllsel zu umkleiden weiß, kann heute in jedckr Versammlung, die sich mit Politik befaßt, den größten rcdne- tischen Erfolg erzielen. Roste, Scheidcmann, Sozialisierung, Rätesystem, Diktatur des Proletariats— und das Referat, wie es heute in Hunderten von Versammlungen geboten wird, ist fertig. Diskussion und Zwischenrufe stehen auf dem gleichen Niveau. Noch nie ist die Unwissenheit und G e i st- losi gleit so zur Geltung gekommen wie in der jetzigen Zeit. Die Revolution hat eine Unmenge von Schlamm empor- gewirbelt und gar viele, vojA denen man vor dem 9. No- vember v. I. so gut wie nichts oder überhaupt nichts gewußt hat, sind zu Nutznießern der veränderten Verhältnisse ge- worden, haben niit gutem Spürsinn die Gelegenheit erfaßt, die Not des Volkes in Geld umzuniünzen. Daher kommt es, daß es im politischen Leben von Schwadroneuren jeglicher Art wimmelt und daß in Versammlungen ein so heilloser Blödsinn verzapft wird, daß es Karl Marx, wenn er es hören könnte, veranlasse« würde, sich dreimal im Grabe um- zudrehen. Tatsache ist, daß die Arbeiterschaft heute in Versamm- lungen sich gern von wilde ni Phrasengebimmel berauschen läßt. Der Redner, der die blutigste Sprache spricht, ist ihr Mann. Ob es Hand und Fuß hat, ob es Logik enthält und eine ernste Prüfung verträgt, ist völlig Nebensache.? Es genügt. daß es recht scharf klingt und den Anwesenden angenehme Zukunftsbilder vorgaukelt, »Die Volksverräter Noske, Scheidemann, Ebert müssen fort. wir verlangen das Rätesystem, die Diktatur des Proletariats, die Sozialisierung I"— Bravo I Stürmischer, Beifall! Wie das gemacht werden soll? Das zu hören hat die Mehrheit der Besucher keine Lust. Daß die besten Köpfe der Unabhängigen sehr verschieden, zum Teil sogar skeptisch und dirett ablehnend über die einzelnen Fragen denken und daß selbst Karl Liebknecht erklärt hat, fünfzig Jahre zu brauchen, um die kapitalistische Wirtschaft in die sozialistische überzu- leiten, kümmert die Masse' der.Radikalen" nicht. Ihnen ist das ein Werk, über das man sich nicht den Kopf zu zerbrechen braucht unb das im Handumdrehen gemacht ist— wenn Noske und Ebert erst weg sind I » Die unabhängigen Führer, die diesen gefähr- lichen Humbug nicht mitmachen wollen, gelten längst nichts mehr. Leute wie Kautsky, Strübel, Hilferding werden»alte Weiber' geschimpft. Ströbel hat es denn auch in einem treffenden Artikel in der„Weltbühne" beklagt, daß auf der linken Seite ein Kautsky so wenig und ein Täumig so viel gelte. Aber die radikale See schäumt und fordert ihre Opfer. Nicht ein« mal Haas? gilt mehr viel; und wer heute Versamm- sammlungen der LinkSradikalen besucht, kann feststellen, wie sehr die tt. S. P. D. im Ansehen gesiuikän und die K. P. D. gestiegen ist. Tie crstere wird gerade noch so hingenommen, alter die letzteie zieht— K. P. D. und der Sprecher hat die tineingeschränkte Synipaihie der Anwesenden. Es ist gai kein Hweijel nähr und dse»Freiheit" kann frohlocken so btel sie will über den Massenzulauf, die Unabhängigen werden in kurzer Zeit von der kommunistischen Partei überrannt oder aufgesaugt. Alle Anzeichen deuten darauf hin. Die Kommunisten sind konsequenter in ihren Forderungen; das Himmelreich, das sie versprechen, ist weit näher, kann ohne Mühe, allein durch das Bekenntnis zur K. P. D. erlangt werden und ist unendlich herrlicher, vollkommener als das ihrer Busenfreunde von der U. S. P. D. So liegen die Dinge augenblicklich im politischen Leben. Besonders hier in Berlin ist dieier Zustand bis zur Reife gediehen. Der Radikalismus beherrscht das Feld und schlägt jede andere Ansicht mit Keulen tot. Verantwortungslose Elemente, zum Teil sehr zweifelhafter Vergangenheit, terrorisieren mit einer unwissenden, ausgepeitschten Menge das politische Leben, so daß die Stimnre der Vernunft in ihrer Mitte nicht mehr zur Geltung kommen kann. Die ruhigeren, besonncren Sozialisten, die fahr- z e h n t e l a n g für ihre Ueberzcugung gekämpft und gelitten haben, ziehen sich angewidert und deprimiert zurück. Sie haben es aufgegeben, an einer Mauer von Dummheit, Beschränktheit und Böswilligkeit sich den Kopf einzurennen und warten ab, bis die Vernunft wieder einmal zum Siege gelangt. In der Nationalversammlung sagte der unabhängige Koenen: Es gibt heute zwei sehr verschiedene Schichten von Arbeitern. Die organisierte Arbeiterschaft aus der Zqit V ö r dem Kriege, die 2'/z Millionen gewerkschaftlich und die eine Million politisch organisierten Arbeiter sind in einem anderen Denken und Fühlen aufgewachsen, als die große Masse der Arbeiterschaft von heute. Diese Arbeiter seien an das Langsamgehen yurch die alte gewerkschaftliche Taktik gewöhnt. Durch den Krieg wären die Arbeiter dazu gekonimen, ein anderes Tenipo zu verlangen. Koenen sprach ivestcr über die jüngeren Arbeiter, die bei Kriegsausbruch 17 bis 2-1 Jahr alt und völlig indiffe- r e n t waren. Sie wären durch ihre furchtbaren Erlebnisse zu Stürmern und Drängern geworden,„die gewillt seien, bis ans Ende zu gehen und die aus den neuerwachten Schichten der Bevölkerung eiven Zulauf bekommen." Diese Indiffe- reuten, nicht durch die„alte Schule" gegangene Proletarier, „die in wenigen Monaten und Wochen der Revolution mehr gelernt haben, wie mancher in 3(1 bis 40 Jahren begriffen hat", sollen nach Koenen den Fels bilden, auf dem Ledebour und Mühsam ihre Kirche bauen können. Auch Marx wird zitiert, bei dem man„die Weisheit finden könne, daß in revo- lutionären Zeiten die Bevölkerung in wenigen Wochen das lernt, wozu sie sollst Jahre und Jahrzehnte braucht". Ich weiß nicht, ob Marx das verbrochen hat. Wenn er es schrieb, dann sicher nicht mit der Absicht, es so ausgelegt zu wissen, wie Koenen es tut. Nach dem unabhängigen Redner braucht der Arbeiter also nichts' mehr zu lernen noch zu lesen, die Bibliotheken können verramscht, die Kurse für Bildung aufgehoben iverden; es genügt, daß der heilige Geist der Revolution die Häupter der 17- bis 21jährigen beschattet und sie wissen viel mehr, als wir dummen Kerle. die wir uns die Nächte hindurch geplagt haben, um ein paar Körnchen Wissen in uns aufzunehmen und reifen zu lassen. Nach Koenens Ausspruch braucht man sich auch nicht mehr über den Tiefstand dex Versammlungen zu wundern, der im Grunde ein Ende der Versammlungsfreiheit bedeutet. Mit Andacht und tiefer Ehrfurcht werden diejenigen, die trotz aller Erfahrungen noch den Mut aufbringen, unab- hängige oder kommunistische Versammlungen zu besuchen oder in sozialdemokratischen Versammlungen sich die Ausführungen der erleuchteten Gegner anzuhören, in Zukunft denen lausdien, die indifferent waren und prinzipiell kein Buch gelesen haben, noch lesen, aber vom hl. Geist der Revolution erleuchtet und darum vieltaiffendmal gescheiter sind als wir dummen Kerle. Selig sind die Armen im Geiste, denn für sie ist das Himmelreich!_ Fritz Spiegelberg. Wie erlangen wir gute Sriefmarken? Vorschläge des Arb»itsrats für Kunst. Der Arbeitsrat für Kunst in Berlin vertritt grundsätzlich den Standpunkt, daß Wettbewerbe zu verwerfen sind. Gs ist eines Staatswesens unwürdig, eine meist sehr beträchtliche Menge von geistiger Arbeit umsonst herauszufordern. Der Wettbewerb dürfte das Pendant zu» Submissionswesen sein, daS ja gleichfalls aus Gründen der Solidität, wie auch der Solidarität zu verwerfen ist. Beide Jnstirtion-en wirken unethisch. Es ist ferner zu fordern, daß der Staat künstlerische Aufgaben an bestimmte Künstler in festem Auftrage vergibt. Allein ein solches Verfahren schafft reine Verhältnisse. Es wäre ge- eignet, auch die amtlichen Stellen wieder mit künstlerischer Ver- antwortu-ng zki erfüllen. DaS demokratisch: Prinzip kann hier- gegen wicht abgeführt werden. Auch dieses basiert auf der per- sönlichen Arbeitsleistung und dem persönlichen Verantwortlichkeits- gefühl des Beamten. Ein jeder muß voll für seine Taten ein- stehen und mutz sich ohne Scheu offen der allgemeinm Kritik stellen. Es ist also zu verlangen, daß in jedem einzelnen Falle die All- gemeinheit weiß: dieser Beamte hat diese Ausgabe an diesen Künst- ler gegeben. Sollte aber die Regierung sich zu diesem allein btftiedigenden Schritte nicht entschließen können, so ist zu fordern, daß alle zu einem Wettbewerbe Aufgerufenen entweder ein gleiches festes Honorar zugesichert erhalten oder aber gleicherweise die Arbeit ehrenhalber, nicht um ausgesetzter Preise willen(sondern allein für die Ehre der Ausführung) zu leisten haben. Auch im ersteren Falle, der Aufforderung einer beschränkten Zahl zu besoldender Künstler, besteht der Pveis lediglich in der Ehre der Ausführung. ES geht hie�rus bereits hervor, daß der Arbeitsrat für Kunst un- bedingt den Standpunkt vertritt, daß bei allen Wettbewerben der Preisträger auch den Auftrag erhält..« Eine Schwierigkeit bilden die Preisrichter. Da man für «ine Briefmarke wicht den ungeheuren Apparat einer Volksab- stimmung in Szene setzen kann, kommt man um ein Kollegium nicht herum. Doch ist bei einem Kollegium zu fordern:«S darf kein Wettbewerb erlassen warben, der unter den Bedingungen nicht die Namen der Preisrichter nennt und ferner, daß das Preisgericht einheitlich zusammengesetzt werde. Solange die Regierung sich nicht entschließen kann, nur Künfb- ler verwandten Charakters als Preisrichter zusammen zu berufen. sondern aus äußerlich demokratischen Gründen auf einer Mischung gleichberechtigter, wenn auch im Innern noch so widerstreitender Charaktere besteht, wäre zu verlangen, daß das Preisgericht zu- sammeugefetzt werde aus der gleichen Anzahl Vertreter der kon- servatiovn(Akademie) wie der radikalen Richtung. Beide Gruppen Kimmen unter sich für dou besten.Entwurf, fo daß für die ewd- Sie ohrfeigen sick» selbst. In der Sitzung des Wiener KreisarbeiterrateS vom 4. August hat Fritz Adler ein Referat über die politische Lage gehalten. Es behandelt die ersten Nachrichten vom Sturze und der wilhelminisdien Flucht Bela Kuns, aber noch nicht die Wiedereinführung der Habsburger in Ungarn, die damals noch nicht vorauszusehen war. Was Friedrich Adler, der Richter des Grafen Stürgh, ausführt, ist an sich bcmerkens- wert; es gewinnt doppelte Bedeutung dadurch, daß die „Freiheit", das Zentral organ der Unabhängigen, die Rede im Wortlaut wiedergibt,„weil sie nicht nur die durch die Vorgänge in Ungar» geschaffene Lage treffend schilfert, sondern auch für die Taktik des Proletariats richtunggebend ist". WaS an Friedrich Adlers Rede richtunggebend ist, sind offenbar die folgenden Ausführungen: „Mit dem Fall ber Rätediktaiur i» Ungarn, ja selbst wenn ouck Rußland die Praleiarierherischafl einführen sollle.'st nur eine ganz besondere Taktik des proleiarischen Klgssenkampscs. ist nur die Form der R ä t e d i k k a t u r g e>' cb e i t e r r. Dem gegenüber baben wir festzustellen, daß der Kampi um die politische Macht des Proletariats forldaiieit und daß die Erftbülteriingen, denen Europa ausgesetzt ist. keineswegs ihren Abschluß gefunden baben. Entichtidend für unsere Situation bleibt aber, dgß in den be- siegten Ländern der Wille zur Bekämpfung des Kapitalismus zwar am stäi ksten, die Dköglichkeit der Einführung des Sozialism»� abei leider eine in allen Bcziebungeii sebr verringerte ist. Dies ist zwar eine lehr irauriae Wabrbeii. aber eine Wahrheit, über die wir urs keineswegs hinlvegtäuschen. Als wir zur Zeit der Errichtung der N ä t e h e r r i ck a f t in Ungarn anfgefordert wurden, dem Beispiel zu folgen, baben wir W i d e r n a n d geleiüet, und jetzt zeigt sick. daß die Takiik, die wir eingeschlagen biben, die richtige war, so schwer verständlich sie auch manchem Arbeiter gewesen sein mag. Hätten wir die'e Takiik nicht eingeschlagen. wir wären weit früher wie Ungarn zusammengebrochen und hätten die ungarische Räierepubllk gleichfalls mitgerissen." Was Fnedricki Adler sagen will, faßt die„Soz. Korr." in diese drei sähe zusammen: 1. Die Idee der N ä t e d i k t a t u r hat Bankrott gemacht. 2. In den B esiegten Ländern ist zwar diel Wille zum Sozialismus, aber verflucht wenig Möglichkeit dafür. 3. Die Propagandisten der Rätediktatnr haben eine unverantwortlickie Gefühlspolitik getrieben, die das Land nur noch tiefer ins Unglück gestürzt hätte. Diese drei Feststellungen sind für die„Freiheit" und für die dcutsdien Unabhängigen also„richtnng- gebend". Zu gleicher Zeit auch vernichtend! Denn all die Fcbler des Leiditsinns und Irrtums, die Friedrich Adler den Kommunisten vorwirft, haben die deutschen Unab- hängigen aiidi begangen. Sie stellen mit Friedrich Adler fest. daß die Idee der Rä- tediktatur gesdi eitert und er- ledigt ist. und nehnien sie zugleich in ihr Pro- gramm ans. Sie ohrfeigen sich selb st und sind noch stolz darauf. Denn während die„Freiheit" den vollständigen Schiffbruch der Rätedikratur feststellt, bean- tragen die Unhabhätigigen in Luzern, die Mehrbeitssozialisten aus der Internationale hinanszuwerfen, ffveil sie den Wahn der Rätediktatnr nidft mitmdchen. Wo ist in der unabhän- gigen Politik nod) eine Spur von Sinn und Zusammen- hang? Die österreichischen Unabbängigen unter Führung von Fritz Adler und Otto Bauer haben die Einheit des Proletariats nicht zertrümmert, und den politischen Rätesduvindel nicht mitgemacht. Infolgedessen hat Deutsch-Oesterreich keine Selbst- zerfleisdiung der Arbeiter und keine„Freiwilligen". Dan wir sie haben, ist die Sdiuld der gewissenlosen und demagogischen Politik unserer Unabhängigen. Wieder t\n sozialdemokratischer Bürgermeister. Genosse Artur Gründlich ist als erster Bürgcrnie ster i» Sangerbausen eingeführt woiden. Gründlich war bisher G>rich:sreiereiidar in Etiterwerda. gültige Entscheidung zwei Borschläge vorliegen. Diese letzte Eni- scheidung trifft unter alleiniger letzter Verantwortung ein von beiden Gruppen gemeinsam gewählter Vertrauensmann. Stimmen, Konservative und Radikale zusammen, so kann nur ein Kompromiß herauskommen, die Emigung schließlich auf eine Form, die beiden Richtungen etwas bietet, also ohne Einheit, also schlecht ist. Stimmen dagegen beide Gruppen, einheitlich zusammen- berufen, für sich, so ist jede imstande, eine wirklich charakte- ristische und die verwandt: Art gut ausdrückende und starke Arbeit zü erfassen; es bestände dann die Möglichkeit, eine tüchtige Arbeit im konservativen und eine tüchtige Arbeit im radikalen Sinne vorzuschlagen, und sellistverständlich ist eine tüchtige Arbeit konser- vativen Charakters einem Kompromiß weit vorzuziehen. Die letzte ''Entscheidung ist an die zwei Vorschläge gebunden. Das Iamiiienheim zu Guife. Strindberg hat in seinen heute besonders lesenswerten „Schweizer Novellen", in denen er lauter verwirklichte Utopien be- handelt, eine besonders anziehende SchAderung dem Familien- heim zu Guife gewidmet, jener Schöpfung von Jean B a p t i st e G o d i n, die die soziale Frage für einen begrenzten Kreis von Arbeitern zu lösen versuchte. Sie wird in einer Zeit, wo die Ar- beiterfrage die brennendste des Tages geworden ist, besonderes Interesse finden. Der Tübinger Nationalökonom Professor Robert Wilbpandt betont in seinem soeben im Verlag von Eugen Mederichs in Jena erscheinenden großen, Werk„Sozialismus", in dem er die Wirtschaftsform des Sozialismus als den Weg zu einer neuen und tieferen Einheit des Volkes darstellt, besonders die Wichtigkeit dieser genossenschaftlichen Gründungen, wie sie Godin neben den bekann- teren Organisationen von Owen und Abbe ins Leben gerufen hat. Der sozialistische Utopist Fourier,� der rn seinen Werken ein großes Gebäude für die Gemeinwirtschaft einer harmonisch_ und idyllisch sich betätigenden Axbeiterschar, das sogenannte Phalanstere, erdacht hatte, wartete jeden Mittag eine Stunde lang auf den Mil- lionär, der ihm seinen Traum verwirklichen sollte. Wenn auch der Erfüller seiner Hoffnungen nickst kam, so fand er doch in einem Unteniehoier den praktischen Sozialisten, der seinen Gedanken in der einzig möglichen Form durchführt«: in Godin. Dieser war als Sohn eines armen Torfhandwerkers 1817 geboren worden, arbeitete sich dann als Schmied und Schlosser herauf und brachte es schließlich durch die Verwendung des Eisengusses statt des Blechs zu einem Erfolgreichen Fabrikanten. Das Genossenschafts- Prinzip erschien ihm als Lösung der sozialen Frage, und er opferte zunächst«in Drittel seines Vermögens für die Niederlassung der Anhänger Fouriers in Tiwas. Als dieser Versuch mißlang, wchm Godin die Sache selbst in die Hawd and begründete 18ög eine Kom- manditgesellschaft, für die er oin befonderes Gebäude, das„Famili- steve" errichtete. Di« Kommanditisten find die Arbeiter, die au den Erträgen der Fabrik beteiligt sind. Allmählich wurde Godin aus dem Leiter der Fabrik zu ihrem Verwaltungsdirektor� Indem er allmählich„ausbezahlt" wurde, wird die Fabrik das alleinige Eigen- tum der Arbeiter und Angestellten sowie ihrer Erben. Ein ziemlich verwickeltes Anteilverhältuis je nach der Dauer dex Teilhaberschaft Michaelis' Dsxpelspiel. Man schreibt uns: K ü h l m a n n s Erklärung dem'TcnAssen Scheidemann gegenüber, in drei bis vier Wochen würden die Verhandlungen mit England im Gange fern, enthalten durchaus keine Unwahrheit. Tatsächlich waren die Einleitungen hierzu getroffen. Auf die deutsche Antwort hin sollte die römische Kurie eine Rückfrage über Belgien nach Berlin richten, worauf die gewünschte Zusage erfolgen und an England übermittelt werden sollte. Hierauf sollten die Verhandlungen beginnen. Dieser Plan, der zurzeit der Unterredung vollkommen ge- , sichert erschien, soweit Rom und London in Betracht kamen, ist durch den damaligen Reichskanzler Michaelis hintertrieben worden, was der Staatssekretär Kühlmann nicht voraussehen konnte. Michaelis schneb den bekannten zweideutigen Brief an den römischen Nuntius und winkte bei der Kurte ab. so daß sie die Rückfrage über Belgien unterlassen mußte und England vergeblich auf die in Aussicht gestellten Mitteilungen wartete. So konnte Kühlmann tatsächlich später aus die Erinnerung Scheidcmanns an das rote Sofa und auf die Frage, was aus den verlegenen Verhandlungen geworden sei, nur mit einem Achselzucken antworten. Dieses Achselzucken bedeutete: Fragen Sie Michaelis! Wir können die Richtigkeit dieser Angaben nicht nachprüfen. halten sie aber für durchaus wahrscheinlich, da sie nirr geeignet stirb, das frevelhafte Doppelspiel des damaligen Reichskanzlers und den verbrecherischen Leichisinm mit dem er die Fr'odensfrage behandelte, erneut zu beleuchten. In diesen Mitteilungen scheint auch der tiefere Grund für die Schweigsamkeit Kühlmanns zu liegen. Neuer Eisenbahner-Generaiftrein Durch chic Zeitungen geht eine Meldung der„Franks. Ztg." über die Bildung eines Streikblocks der Eisen» bahnbeamten in Mitteldeutschland. Es kann als sicher angenommen werden, daß die überwiegende Mehrheit der Beamten nicht hinter diesem Vorgehen steht oder, soweit sie �sich etwa in der Streikorganisation hat organisieren lassen, kenntnis- und urteilslos den Vorspiegelungen weniger Verführer gefolgt ist. Trotzdem ist der Ernst der Bewegung nicht zu unterschätzen, eben weil an ihrer Spitze Männer stehen, die gewissenlos genug sind, jedes Mittel zu benutzen, um zu ihrem Ziele, der Befriedigung persönlichen Ehrgeizes, zu gelangen. So arbeiten sie hier als angebliche Volksbeglllcker, die ihren Kollegen die wahre Demokratisierung bringen wollen, in Wahrheit sich aber die nötige Gefolgschaft sammeln, die sich zugunsten ihrer ehrgeizigen Pläne ausnutzen läßt. Die Seele der Bewegung ist. wie schon am 15. Juni, der Eisenbahnsekretär Menne in Erfurt. Wie damals, so schiebt er jetzt den R e ch n u n g s r e v i s o r Schütze in den Vordergrund, sich selbst für andere, höhere Posten aufsparend. Während in der Nacht vom 20. zum 21. Juni unter Mitwirkung des jetzigen Reichsministerprasi» 'denten nach langer Verhandlung eine Vereinbarung zustande kam, die von allen Beteiligten als geeignet' angesehen wurde, die Ruhe im Bezirk Erfurt wieder herzustellen, und wahrend der Eisenbahnminister alles getan hat. um die damals gegebenen Zusagen, soweit es an ihm liegt, zu erfüllen, haben Menne und Genossen schon damals offenbar als u n- ehrliche Spieler am Verhandlungstisch gesessen. Denn schon 14 Tage später traten in Erfurt die Vertrauensleute aus ganz Mitteldeutschland zusammen und schlössen den Streikbund, dessen Bestehen jetzt in der Oeffent- lichkeit bekannt geworden ist. Inzwischen bat der Minister die Demokratisierung praktisch in Angriff genommen. Durch Er» laß vom 21. Juli hat er die bisher nur den höheren Beametn zugänglichen Stellen den mittleren und damit auch den regelt das Gemeineigentum der Betriebsangeüürigen. ES ist eine voin Arbeitgeber geschaffene Produktivgenossenschaft, in die der Arbeiter allmälstich als Teilhaber eintritt. Voraussetzung ist, daß er in dem großen, immer mehr erweiterten und verschönerten Gebäude wohnt, dem Familistere, das gsgonwärtig in 460 Wohnungen gegen 1766 Personen Unterkuirft gewährt und einen Konsumverein, Kleinkinderbcwahranstalt, Theater und Schulen, Wascbanstalt und Bäder, Bibliothek, Apotheke, Beratungssaal und Verwaltungs- bureaus umfaßt. Wie sich die Anteilnehnrer durch Arbeiter, und Uebertvachungsräte selbst verwalten und kontrollieren, so ist auch in der Schule des Familienheims der'Schülerrat die höchste Auto- rität. Für das Alter sorgen Pensionen, erhöht durch KapstalS- rente(!). Feste und Vergnügungen bringen Abwechslung. Es gibt keinen Streik, sondern nach den Schilderungen, die noch während des Krieges gegeben wurden, toaltct in dieser Oase des Famil ister« ein sttlles, harmonisches und glückliches Wesen. Jeder gestaltet seine Arbeit möglichst fruchtbringend, da er weiß, daß«in flotter Gang de» Betriebes in seinem eigenen Interesse liegt. Notizen. — Die Krise in-der Genossenschaft sozialisti- scher Künstler. Aus den Kwjsen der Genossenschaft wird die hier gegebene Darstellung der Krise bestritten. Bruno Taut und Dr. Behne waren nie Mitglieder; Genosse Natterotb fand nur Unterstützung bot Buhe. Die Genossenschaft will mit allen Kräften dahin arbeiten, ein« wirklich sozialistische Künstlergenossenschaft zu werden.—(In den inncrn Streit der Gruppe können wir uns nicht einmengen; aber es wird allen Beteiligten hoffentlich klar sein, das/cine solche junge Bewegung sich den Luxus der Spaltun- gen und persönlichen Kämpfe nicht leisten kann). — Ein neuer sozialistischer Universitätslehrer. Dr. Max Adler, einer der bekanntesten Wiener Jungmarxisten, hat sich zu Wien als Dozent für Gesellschaftswissenschaft habilitiert. — Ein Ehrensold für einen plattdeutschen Dichter. Die'Bremer Nationalversammlung erhöhte den seit ISlü gewährten Ehrensold für den plattdeutschen Dichter Georg Droste, den Verfasser von„Ottjen Alldag",„Slusohr",„Dolster Langbehn", nach einstimmigem Beschluß von 1000 auf 8660 M. — Selma Lagertöi an Kurl Hamiun. Zur Feier. von Kurt Hamsuns 60. Geburtstag hat die dänische Zeitschrift „Literaturen" eine Festnummer herausgegeben. Selina Lagerlöf schreibt: Mitten im Weltkrieg, wo es sich vie Menschheit zur Auf« gäbe gemacht bat, die Arbeit von Jahrhunderten niederuireißen und zu zerstören, erscheint Dein Buch über die Freude des Erbauers, des Sämannes, des Bauern. Wäbrend Fürsten und Völker durch Mord und Brand kämpften, um Länder und Reichnimer zu ge« «viunen, lätzi Du einen Menschen der niedrigsten Arbeit init Axt und Pflug die ehrenvollsten Eroberungen machen, die je eine Feder geschildert hat. Während die Völker aus der Jagd nach neuem Gluck, sich von aller allen Knechtschaft zu befreien suchen und alle ererbten Fesseln brechen, steht da dein Buch mit einem unwider- leglichen Zeugnis, an Reiche wie Arme gerichtet, daß die schwere Mühe, die einförmige Arbeit daS einzige ist. dys von ewigen Zeilen an das Herz de« Menschen leicht, feinen Körper frisch, sein Lebe« glücklich, seinen Namen geehrt, sein Andenken gesegnet gemacht hat." unteren Beamten geöffnet. Die ersten Beförde- rungen von Beamten aus der mittleren Laufbahn, zurzeit im ganzen 1, sind erfolgt. Weitere Beförderungen stehen bevor. Die Maßnahmen für die Umwandlung der Neben- amter, deren Vorstände mittlere Beamte sind, in Vollämter und dadurch die Beförderung dieser Vorstände zu höheren Beamten, ist in Angriff genommen. Während der Minisher diese und andere Maßnahmen traf, um die Wünsche der Beamten zu erfüllen, haben Menne und Genossen emsig an der Durchbildung ihrer Streikorgani- sation gearbeitet. Es wird berichtet, daß ihre Vertrauens- leute ständig auf Reisen waren und daß die Beamten mehr oder weniger sanft zur Zahlung von Streikbeiträgen ge- nötigt würden. Es ist nicht abzusehen, wann die Organisation, die b's zum 1. September 1919 fertig sein soll, zum ersten Male zum Streik rufen wird., Das aber ergibt sich aus dem Pro- gramm des Streikblocks, daß die Führer bewußt darauf hin- arbeiten, einen Verkehrsstreik in dem Augenblick zu prokla- mieren, wo er das Wirtschaftsleben tödlich treffen muß. Es geht uns ja auch so gut, daß wir uns eine völlige Lahmlegung des Verkehrs ohne weitere Schmer- zen gestatten können._ Oer Segen öes freien Handels. Der F i s ch h a n d e l hat ein mißglücktes Exeriment hinter 'ich: Die Aushebung des Verbotes von Fischversteigerun gen hat binnen zwei Tagen dazu geführt, daß man gleich wieder zic Versteigerungen auf große Zufuhren b e- schränkte, im übrigen aber das frühere Verteilung»- svstem zu den alten Preisen wieder aufnahm. Die Ursache ist, Saß infolge der geringen Fischzufuhren— die teilweise in dem kkoblenmangel und dem damit zusammenhängenden Stilliegen eines Teiles der Fischdampfer begründet sind— die Nachfrage nach Fischen auch nicht annähernd gedeckt werden konnte, so daß die Fischstreise in Cuxhaven, Hamburg und Kiel rapide stiegen. Der Yerband der deutschen Hochseefischereien hat daher selbst im Ein- oernehmen mit dem Fischhandel und der Fischindustrie die Rückkehr zu der planmäßigen Verteilung der Fische beschlossen. Der Vorfall ist ebenso wie seinerzeit die Freigabe des Eier- Handels ein Schulbeispiel für die Folgen, die eine Wiedereinsetzung des freien Handels in seine alten Rechte haben muß, solange ein so starker Warenhunger bei geringem Angebot besteht wie heute. Solange an eine unbeschränkte Freigabe der Einfuhr von Lebens- Mitteln aus dem Auslande mit Rücksicht auf Valutaschwicrigkeiten und Kaitalabwanderung nicht zn denken ist, solange wir vor allem zur Bezahlung der Einruhr nicht genügend im Inland hergestellte Fertigwaren haben und ohne Rücksicht auf eine spätere Verschul- dung, die unsere ohnehin sehr zerrüttete Währung gänzlich rui- nieren muß, einführen können, müssen derartige Experimente mit Mißerfolgen enden, Ungarn. Die Maske., Der neue ungarische Ministerpräsident erklärte, dos neue Kabinett trete in Beziehungen freundschaftlicher Art mit der Arbeiterschaft ohne jegliche Absichten der Rache und dulde keine BolkZjustiz. Wer immer sich gegen das Land vergangen habe, Ministerpräsidcnt, Volkskommissar oder Minister, werde vor ein kompetentes Gericht gestellt werden. Die Regierung stehe auf der Basis der rcpublikani- scheu Staatsform, über deren endgültige Form die in spätestens 8 Wochen einzuberufende Nationalversammlung ent- scheiden werde. Die Wahlen sollen auf Grund des auf breitester BasiS stehenden Wahlrechts erfolgen. TaS Karolyi-Wahlrecht werde nicht zur Anwendung gelangen. Bezüglich des passiven Wahlrechts sei eine Aendcrung dahin geplant, daß nurMänner über 35 Jahre wählbar seien. Das Wahlrecht wird entgegen der heuchlerischen Zusicherung von der„breite n" Basis schon auf so schmaler Grundlag. zugeschnitten werden, daß die Monarchisten annehmen dürfen, mit der neuen Nationalversammlung ihre Ziele zu erreichen. Das Werk der Kommunisten. In völliger Ueber ei n sti mmung mit dem„Vorwärts" schreibt die„W iener Arbeiterzeitung" zu dem uwnarchiftischen Umsturz: Nun können die Arbeiter in Deutfchösterreich sehen, wohin die Kommunisten sie mit ihren Lockungen geführt hätten. Bela fthun und Konsorten glaubten mit ihrer terroristischen Taktik alle Gegenrevolution für alle Zukunft niedergeschlagen zu haben und sahen nicht, daß sie nur die Revolution niederge- schlage» haben und daß sie durch Dvuck nur die gegenrevolutio- nären Schichten aufpeitschten, sich für den unvermeidlichen Fall des Zusammenbruches zu rüsten. Sie sahen nicht, daß sie nur die Intervention des Ententsmilitarismns in seiner reaktionärsten, der ru-mänischcn Form herbeiführten, dessen erstes Werk natürlich die Wiederherstellung des kapitaliftisch-m onarchistischen Regimes sein mußte. Ganz genau dasselbe Schicksal, nur vielleicht noch etwas schneller, hätte die Proklamierung der Rätediktatur uns ge- bracht. Nicht eine einzige der Versprechungen, mit denen die Kom- munisten die Arbeiter ködern wollten, wäre in Erfüllung gegangen. So zeigt uns die neueste Wendung der Ereignisse in Ungarn die Verderblichkeit der kommunistischen Taktik. Wenn die ungarischen Meldungen uns lehren, auf der Hut zu sein, um nicht durch falsche Taktik die politischen und sozialen Er- rungenschaften der Revolution zu gefährden, so lehren sie unS zugleich aber auch, aufderHutzu sein vorderGegenrevo. l u t i o n selbst, die in hundertfacher Gestalt am Werke ist, um das Proletariat wieder zu unterjochen. Beklemmungen. Mehrere Londoner Blätter nehmen gegen die Ernennung ides Erzherzogs Josef als Vertreter der Entente in Budapest Stellung. Die Blätter erblicken darin eine Gefahr, die Ernennung könne als ein Beweis reaktionärer Ge�- s in n Ü n g angesehen werden. Die„Times" meldet, daß bereits vor Monaten hinsichtlich Un- garns ähnliche Pläne in Erwägung gezogen und daß auch schon damals besprochen wurde, Erzherzog Josef zum König von Ungarn zu ernennen. Die Entente, die angeblich für die Demo- kratie kämpft, hilft und unterstützt nun den ungarischen AM und spielt dadurch in die Karden der Revolutionäre. Aus Paris kommen gleichfalls Meldungen, daß man in Kon- serenzkreisen die Ernennung des Erzherzogs Josef unangenehm empfindet. Besonders die Amerikaner erklären, daß das Auf- treten der alliierten Vertreter gegenrevolutionär ist und daß es die dynastischen Absichten unterstützt. Auch die holländischen Blätter befassen sich ausführlich mit dieser Angelegenheit.„Nieuwe Rottcrdamsche Eourant" bezeichnet die Regentschast des Erzherzogs als eine» Schachsug der Entente den Rumänen gegenüber. Gleichzeitig aber werde diese Er- nennung� der erste Schritt �ur Wiederherstellung der habsburgifche» Monarchie fern. Dar Sieg der Entente üb« Oesterreich-Ungarn sei vollständig gewesen, doch zeige die Entente Interesse für die Wiedererrichtung der alten Monarchie in Form einer Donau-Födcration. Der Haager„Nieuwe Eourant" schreibt: Es besteht keinerlei Zweifel darüber, Latz hinter diesem Manöver der Entente sich r e- aktionäre Absichten verbergen. Schon wiederhoit haben die Franzosen Pläne für die Wiederherstellung der Donaufödera- t i o n unter Führung eines Habsburgers entwickelt. Eine Donau- föderation, die Deutschösterreich, Ungarn und Rumänien umfassen, dagegen Böhmen und Jugoslawien aus dieser Föderation aus- schließen würde, sei undenkbar Keine Lebensmittel. Nach ciNcr Neutcrmcldung vom Freitag hat der amerikanische Lebensmitteltontrolleur Hoover Befehl gegeben, alle Lebensmittel- sendungcn nach Budapest einzustellen, da die Rumänen diese Lcbcnsmitkelscndungen aus dem Lande fortschaffen. Auslieferung der Kommunisten. Der Chef der Verbandskommission teilte dem Wiener Staats- amt mit, daß das Auslieferungsbegehren gegen Bela Khun unterwegs sei und daß die österreichische Regierung für das Nicht- entweichen Bela Khuns haftbar gemacht werde. Die Auslieferung an Ui garn werde nicht wegen politischer Delikte, sondern wegen gemeiner Verbrechen verlangt. Nationalversammlung zu Weimar 7 4. Sitzung vom 8. August 1913, 3% Uhr. Am Negierungstische: Bauer, Erzbcrger, David, Noske, Gics- bcrts, Schlicke u. a. Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 4 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen zunächst 17 Anfragen. Abg. Steinßdorff(Dem.) verlangt angesichts der bevorstehenden Verdoppelung der Gebührensätze für den Fernsprech- und Tele- grammverkehr bestimmte Garantien für die Wiederherstellung des früheren normalen Verkehrs. Reichspostdirektor Köhler gibt eine Ueberficht über die Steige» rung des Verkehrs auf diesem Gebiete, die namentlich seit der De- Mobilmachung ganz außerordentlich gewesen ist. Gegenwärtig ge- schehe aber i�les, was in den Kräften des Reichspostministeriums liege, um den beklagten Mißständen abzuhelfen- Abg. Kunert sU. Soz.) tragt, ob der Regierung als erwiesen bekannt sei, daß in den sünf Jahren seit Kriegsausbruch der Volks- ernährung weit über 99 Millionen Zentner Gerste durch den Brennereibetriob entzogen worden sind und ob sie bereis sei. der Vergeudung der diesjährigen Gerstenernte durch ein völliges Verbot des Brauens und Brennens entgegenzutreten. Gebeimrat Dr. Beverlein: Nach den statistischen Unterlagen der Regierung sind seit 414 Jahren nicht 60 Millionen, sondern nur rund 95 Millionen Zentner Gerste für die Brauerei verwendet worden. Gegenwärtig beträgt die dem Brauereibetrieb zugewiesene Menge nur noch etwa l Vi Proz. der für den Konsum der Bevölkerung reservierten Gerstenmenge. A u ch für das neue Wirtschaftsjahr wird wieder eine weitere wesentliche Einschränkung erfolgen. Abg, Delius lDem.j lenkt die Aufmerksamkeit der. Regierung darauf, daß Bezirksarbcitcrräte nach wie vor ei» völliges Aufsichts- recht über den ganzen Dienstbctrieb der Behörden in Anspruch nehmen und ausüben. lind verlangt Abhilfe. Geheimrat Tiburtius: In dem Gesetzentwurf für die Betriebsräte wird auch die Befugnis dieser Bezirksarbeiterräte abgegrenzt werden. Abg. Dr. Becker(D. Vp.) ftägt, ob der Regierung bekannt ist, daß seit Monaten in der ersten Abstimmüngszone Schleswig- Hol st eins bedeutende Aufspeicherungen von Automobilen, Trägern, Maschinen usw. stattfinden, in der unverkennbaren Absicht, nach dem Ueber- gang dieser Zone an Dänemark von den Verkäufern zu erhöhten Preisen abgabefrei veräußert zu werden. Geheimrat Dr. Bachem: Die Negierung hcrf bereit? Ermitte- lungen eingeleitet; diese haben aber noch nicht zum Abschluß ge- bracht werden können. Abg. Raute(U. Soz.) weist auf die riesigen Gewinne der Viehhandelsverbände während des Krieges hin und auf die Ueberschüsse, die sie noch jetzt machen, und verlangt Maßnahmen, um diese Gewinne restlos der Allgemeinheit zuzuführen. Gebeimrat Dr. Bcyerlein: Diese Verbände haben das Recht, Aufschläge zu erheben; die Ansammlung von Uebersebüsien war er- forderlich. Bestimmung über die Verwendung der Ueberschüsse zu treffen, ist Sache der Einzelstaaten. Abg. Dr. Graf zu Dohna(D. Bv.) fragt an. welche Maßregeln die Reichsreg.lcrung gegen den völkerrechtswidrigen Zwang der wirtschaftlichen Abteilung des Besatzungsheeres in Arphen gegen Aachener Firmen zur Preisgabe wichtigster Geschäftsgeheimnisse ergreifen will. Geheimrat Frhr. v. Weiser teilt mit, daß die Angelegenheit bei den demnächstigen Berhaiidlungen zur Sprache kommen s>l. Abg. Hartmann(Dem.) fragt nach dem Ergebnis der Rechnungslegungen der Arbeiter- und Sol- d a t e n r ä t e entsprechend der Verordnung über das Finanzgebaren der Arbeiter- und Soldatenräte vom 13. Januar 1919, verlangt ferner Auskunft, in welchem Umfange Haftbarkeit einzelner Mit- glicder der Arbeiter- und Soldatenräte für nachweislich schuldhafte, unzulässige Ausgaben und Verfügungen eingetreten ist. Geheimrat Sämisch vom Reichssinanzministerium führt dazz� aus: Die Reichsregierung ist noch nicht in der Lage, über das Er- gebnis der Rechnungslegung der Arbeiter- und Soldatenräte er- schöpfende Auskunft zu erteilen, da das Material trotz allen Drän- gens nur unvollständig vorliegt.(Lebhaftes Hörtl hört! rechts.) Ein Teil der Soldatenräte hat die Rechnungslegung abgelehnt, Personenwechsel machte sie an anderen Stellen unmöglich. DerS Kriegs ministcrium glaubt aber, zum 15. August eine Gesamtüber- ficht in Aussicht stellen zu können. Das Reichsmarineamt hat noch keine näheren Unterlagen beigebracht, auS Braunschweig, wo die fraglichen Kosten zweifellos erheblich waren, steht noch ein Teil der Berichte aus. Im Augenblick ergibt sich folgendes Bild:' Die Kosten sind in der Hauptsache'persönlich, Tagegelder und Reise- kosten, in geringerem Umfange sächliche Geschäftsunkosten, daneben aber auch Ausgaben für reine Parteizwecke.(Lebhaftes Hört! hörtl rechts.) Beim Heer find an bestimmungsmäßigen Kosten bis zum 31. März etwa 38 Millionen Mark aufgewendet worden.(Lebhaftes Hört! hört! rechts und in der Mitte.) Nach den bisherigen Unterlagen hat das Reich mindestens 199 Millionen Mark eingebüßt.(Lebhaftes Hört! hört!) In Sachsen werden die Ausgaben auf 15 MA'vnen Mark beziffert. (Hört! hört!) Nach den Berichten der Reick'sbank haben erfolg- reiche, zum Teil linder Zwang durchgeführte Abhebungen in Span- dau 800 000 M. betragen, in Osnabrück 155 000, in Hanau 100 000, in Saarbrücken eine Million(Lebhaftes Hört! Isörtl), in Wittenberg 15 000, in Marienburg 20 000, in Mülheim cm der Ruhr 74 000 M. Bei der Überwiegenden Anzahl der Reichsbankanstalten sind keine Eingriffe vorgekommen. Im Bereich der Neichspostverwaltung sind rund 100 000 Mark Ausgaben entstanden: bei den übrigen Reichsbehörden find leine Ern- griffe erfolgt, lieber eine Haftbarmachung einzelner Mitglieder der Arbeiter- und Soldatenräte ist bisher nicht» bekannt geworden. V DaS ReichsfinanzmknisleriMN stellt eine GefamküVerstcht noch doch der Vertagung der Nationalversammlung in Aussicht. Abg. Dr. Herrmann-Posen(Dem.) weist in einer Anfrage auf die Lebensverhältnisse der heimatlose« Ostmarkendeutsche« hin und betont, daß die von der preußischen Regierung bisher getroffenen Fürsorgemaßnahmen unzulänglich und unzusammen- hängend sind und sich vor allem ganz uberwiegend auf Beamte und Lehrer beschränken. Er fragt, was die Reich-regierun� zur tat- kräftigen und umfassenden Förderung der hier liegenden dringen- den Aufgaben zu tun gedenkt. Geheimrat Freiherr von Weiser teilt mit, daß die Reichsregie« rung in der Angelegenheit mit der preußischen Regierung Fühlung genommen hat. aber noch nicht zur endgültigen Beantwortung der Frage in der Lage ist. Abg. Winnefeld(D. Vp.) rügt in einer Anfrage Eingriffe in die Freiheit des Koalitiot(srcchts durch Arbeiterräte, die Unorga- nisierte und„Gelbe" zur Arbeit nicht mehr zulassen und nicht organisierte Belegschaftsmitglieder durch Aushang bekanntmachen wollen. Geheimrat Dr. Tiburtius stellt fest, daß diese Masnahmen der Räte über die zulässigen Mittel mit denen die Gewerkschaften für die KoalA.on wirken kö'in'i mnausgehen, und sogt Regelung der angeführten FWe in Verbindung mit dem zustandigen Ge- werkschafiskartell zu. Präsident Fehrcnbach schlägt Aenderunysn in der Reihenfolge der Beratungen vor und stellt in Aussicht, daß die Nationalversammlung in 14 Tagen etwa in die Ferien gehen könnt«. Es folgt die Beratung des Gesetzes über ergänzende Maß- nahmen gegen die Kapitalabwanderung in das Ausland. Abg. Waldstcin(Dem.): Das Gesetz will die Devisenordnung vom 8. Febtuar 1317 aufheben, läßt aber die gleiche Materie be° treffende Verordnungen, z. B. des Bundesrats, bestehen. Das ist ein eigentümlicher widerspruchsvoller Zustand. Wir beantragen Ueberweisung an den 10. Ausschuß. Reichs finanzminister Erzberger: Für die günstige Beurteilung des Entwurfs bin ich dem Vor- redner dankbar. Ich hoffe auf rasche Erledigung deS Ge- setzes, wenn ich auch gegen Kommissionsberatung nichts einzu- wenden habe. Sie wird sich voraussichtlich sehr rasch erledigen. Die Devisenordnung wird restlos außer Kraft gesetzt werden, ehe das Gesetz seinerseits in Kraft tritt. Für den raschen Abbau der Kriegswirtschaft ist die ganze Regierung. Der Post- und Tele- graphenverkehr nach dem Ausland unterliegt keinen Ein- schränkungen mehr»n-d wird ohne Anhalten nach dem Ausland abgefertigt. Auch geschlossene Briefe gehen jetzt wieder ins Ausland. Damit ist der G e s ch ä f t s v e r be h r sehr erleichtert. Die gleiche Erleichterung soll der Depeschenverkehr erhalten. Wir sind also im Begriff, den notwendigen Abbau der Kriegswirt- schaft mit möglichster Beschleunigung herbeizuführen. Das Gesetz wird dem 10. Ausschuß überwiesen. Es folgt die erste Beratung des Gesetzes betreffend die So- zialisierung der Elektrizitätswirtschaft. Reichsschgtzminister Mayer: Der vorliegende Gesetzentwurf, durch den auf Grund des So- zialisierungsgesctzes die Elektrizitätswirtschaft sozialisiert werden soll, bezweckt erstens die Schaffung eines in Reichseigentum stehen- den elektrischen Höchstspannungsleitiingsnetzes. daS sich im Laufe der Jahre ähnlich dem deutschen Eisenbahnnetz über das ganze 3! eich ausbreiten soll, und zweitens die Sicherung eineS maßgebenden Einflüsse? de» Reichs auf die bestehenden und noch zu errichtenden ElektrizitätS- erzeugungsanlagen größeren Stils. Bis vor noch� nicht langer Zeit mochte ein so weitgestecktes Ziel noch als ein kühner Traum er- scheinen: heute wird auf der Leitung Bitter feld-Berlin schon elektrische Energie von hunderttausend Volt in durchaus Wirt- schaftlicher Weise übertragen, und Versuche haben einwandfrei ergeben, daß bei einer Spannung von 150 000 Volt, wie sse in Amerika heute sckion für Fernleitungen benutzt wird,«ine Kraftiiber» tragnng auf 250 Kilometer in durchaus wirtschaftlicher Weise durch- führbar ist. Aber auch fiir die Uebertragung elektrischer Arbeit auf noch weitere Strecken sind theoretisch die Wege bereits geebnet, uns man wird der Industrie zutrauen können, daß sie auch diese wie andere Aufgaben, z. B. die Zurückverwandlung des Hoch- spannungsgleichstroms in Drebstrom, lösen wird. Mit Durchführung dieses Gesetzes übernimmt das Reich monopolistisch die Aufgabe de? Großtransports der elektrischen Energie. Hochspannungsleitungen sind fotta» Reichssache. Zu einer einheitlichen Elekirizitätswirtschaft gehört nun serner eine Beherrschung der wichtigsten und größten Stromerzeugu n g s- anlagen durch die öffentliche Hand. Allerdings erscheint es hier nicht möglich, ein Monopol des Reichs festzulegen; es muß darauf Rücksicht genommen werden, daß sichjetzt schon ein erheblicher Teil der großen Elektrizitätserzeugungsstätten in der Hand von Kom- munen und Ländern befindet, und«S erscheint daher ausreichend, nur die privatkapitalistische Beteiligung an solchen großen Kraft- werken in die Hände deS Reich? u legen und auf die Weis« vor allen Dingen auch den Kommunen ie wirtschaftliche Stütze zu erhalten, die sie bisher an ihren Eier- trizitätswerken gehabt hatten. Die Entschädigungsfrage soll auf der Grundlage ge- regelt werden, daß eine Vergütung der Gestehungskosten unter Berücksichtigung der Abschreibungen gewährt werden soll.� Es ist vielfach die Auffassung zutage getreten, als solle die hier bor- gesehene Regelung gewissermaßen der Typ sein für alle künftigen SGialisierungSvorlagen. Das ist unrichtig; die jeweiligen gefetz- lichcn Bestimmungen über die Höhe der Entschädigungen werden sich dielmehr in jedem Falle nach den Bedürfnissen des betreffen- den BstriebSzweiges zu richten haben. Der Gesetzentwurf ist vor allem dazu bestimmt, die Lücke in unserer Kohlenvers-rgung, mit der wir nun einmal rechnen müssen, nach Möglichkeit und mit tunlichster Beschleunigung auszugleichen. Freilich wird daS Ziel in vollem Umfange erst in Jahren erreicht werden, doch wer- den sich kleine Erfolge auch schon für den bevorstehenden Winter erreichen lassen. Redner erörtert die zu dem Zwecke in den ein- zelnen Ländern und Provinzen geplanten Projekte. Wie Mitteldeutschland ein großes, einheitliches Netz darstellen wird, so wird auch Süddeutschland sich ausgestalten. In Bayern ist ein Höchstspannungswerk in Aussicht genommen, das basieren wird auf dem bereits verstaatlichten Krastwasserwerk am Walchensee. DaS Reich führt also mit dem Entwurf auch eine Bereicherung der Gliedstaaten, nicht aber eine Beraubung herbei. Neben seinen allgemeinen Witt- schaftlichen Zielen erstrebt die Vorlage noch erhebliche Ersparnisse innerhalb unserer Elektrizitätswirtschaft selbst, vor allem durch Verringerung und Konzentrierung der Kraftquelletzs deren wir jetzt über 4000 besitzen, durch Abstellung irrationeller ArbeitSme- thoden der einzelnen Werke. Man hat dem Entwurf vorgeworfen, daß er gar keine Sozialisierung, sondern eine Planwirt- schaft anstrebt, andererseits � daß die vorgeschlagene Form des Zu» sammenschlusses durch Verreichlichung alimodisch sei. � Beide Vorwürfe sind ungerecht. Die Führung des Reiches auf diesem Gebiete soll durchgreifend und vollwirksam ausgestaltet werden; andererseits legt sich der Entwurf Selbstbeschränkung auf, denn er bttngt nicht das allgemeine Elektrizitätsmonopol, sondern sichett nur dem Reiche das Neuerrichtungsmonopol. Tritt die VolkSvettretung auf den Boden der Vorlage und verhilft sie ihrem Grundgedanken zur Durchführung, so wird sie der Welt zeigen, daß Deutschland weiterleben will und auch in einer Zeit der tiefsten Erniedrigung die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und auf den Wiederaus- stieg nicht fahren läßt.(Beifall.) Um 6 Uhr wird die Fottsetzung der Beratung auf Sonuabeud, 3 Uhr, vertagt., GewerffchaMWMk Tie Lohnbewegung der Holzarbeiter. AuS den verschiedensten Teilen des NeicheS tv'tb— wie die .Holzaibeiler.Acnnnk� milicilt— Lber ansflebrochene©t reife berichtet. Diese Arveiisemstellunflen bedeuten eine empfindliche Störung unseres Witlschaflslebcns. Im Hulzeewerbe deriicht �ur> zeit im ullgemeinen-ein guier Geschäilsgang. Wenn die Ausnutzung der günstigen Konjunktur durch die Slieils beeiiitiächligl wird, dann haben sich das die Unternehmer durch ihr unverständiges Verhallen selbst zuzuschreiben. Tie kommen um die Gewährung der ge» forderten Zugeständnisse nicht herum, aber sie bäiien es billiger haben können, wenn sie den Abschluß des Reichslarifs nicht ver» hindert hätten. Zu S t r e i k S ist eS gekommen in Breslau. Frankfurt a. M.. Hamburg. Lübeck und Halle.— In Mannheim. Därmstadl, Eßlingen, Fürth und Krimmilschau wurden Vereinbarungen erzielt, die eine Arbeitsniederlegung unnötig machten. Ter Streik im chemischen Großhandel. Die Streikleitung teilt mit: Von den verschiedensten Seiten werden Ungenauigkeiten über das Entstehen des Streiks ini che-» mischen Großhandel verbreitet. Tatsache ist, daß von den An. gestellten Verhandlungen über einen ZZtrrifvertrag am 3t. Mai durch die beteiligten Verbände, den Zcntralverband der Handlungs- gehilsen und den Bund der technischen Angestellten und Beamten, mit dem Arbeitgeberverband der chemischen Industrie und des Großhandels angebahnt' wurden. Seit diesem Termin fanden eine Reihe von Verhandlungen statt, wobei es sich zeigte, daß Aussicht für eine Einigung nur mit den Arbeitgebern der Industrie, jedoch nicht mit dem Großhandel möglich wäre. Die Arbeitgeber des Großhandels erklärten wiederholt, daß sie insolge schlechter Berdienstmöglichkelt nicht in der Lage seien, die Sätze der Industrie akzeptieren zu können. Dies wurde in voller Sachkenntnis von dem beteiligten Angestellten bestritten. Abgesehen davon, daß die Arbeitsleistung eines Angestelltem, ganz gleich: wo sein Tätigkeitsgebiet liegt, im Großhandel wie im der Industrie dieselbe ist. muß sestgestellt werden, daß die überwiegenide Zahl der Firmen des Großhandels mit Leichtigkeit in der Lage wäre, für einen Buchhalter ein Anfang?» geholt von 350 M. bei den heutigen Verhältnissen zu zahlen. Mäh- reitd soweit die Verhandlungen gemeinsam mit der Industrie und dem Großhandel geführt wurden, zweigten sich die Arbeitgeber ds§ Großhandels plötzlich.von den Verhandlungen ab. Daraufhin stellten die Angestellten dem Großhandel am l. Juli auf Grund einer Versammlung die Forderung, daß bis 31. Juli der Tarif- vertrag getätigt sein muß. Der Arbsitgeberverband des chemischen Großhandels erteilte cm die Arbeitsgemeinschaft freier Angestellten- verbände seine Antwort dahingehend, daß ihm weitere Zugeständ- misse unmöglich seien. Dies bedeutete, daß die Arbeitgeber für den oben erwähnten Buchhalter glatt 100 M. weniger boten, während die Industrie 350 M. anerkannt hatte. Gleichzeitig brachten die ÄrbCttyeber zum Ausdruck, daß ihnen weitere Verhandlungen altz wenig aussickfisroich erscheinen. Darausbin beschlossen die Ange- stellten und Arbeiter, weil ihnen gar nichts weiter übrig blieb, am Montag, den 4. August einmütig den Streik. Den beteiligten Arbeitern wurden aber Verhandlungen überhaupt abgelehnt. Die bisher verbreitet« Meldung, wonach die Angestellten mach Eintritt in den Streik neue Forderungen aufgestellt haben, ist unwahr. Die Angestellten und Arbeiter vertreten nach wie vor die schon seinerzeit dem Aübeitgeberverband unterbreiteten Forderun- gen und verlangen, daß der Großhandel die Sätze der chemischen Industrie anerkennen soll. Alle Streikenden haben am 4. Aügust unter Führung des Jen- trakverbandes der Handlungsgehilfen und deS Deutschen Trans- portärbeiterverbandes den Streik durchgeführt. Erst am nachfolgenden Tage meldeten sich andere Verbände, um die Führung des Streiks zu übernehmen. Dies haben alle Beteiligten abgelehnt und beschlossen, daß di: Streikleitung und auch die weiteren VerHand- lungen mit dem Arbeitgeberverbamd nur durch die freien Gewerk- schiften geführt werden sollen. Diese haben auch berests gegen die letztgenannte Verordnung durch gewerbsmäßige Stellcnvermittler oder private Vereine ist seitens des Polizei- Präsidiums wegen der Bestrafung der Beschuldigten das Erfor- derliche veranlaßt worden, nachdem— wie vorgeschrieben— ein entsprechender Strafantrag des Demobilmachungskommissars ein- geholt worden ist. Die kaufmännischen Angestellten der Krawattenbranche hielten am 7. August eine stark besuchte Versammlung ab, welche sich mit dem letzten Angebot der Arbeitgeber beschäftigte. Es wurde be- schlössen: Die Versammelten können dem Provisorium nur unter scügeäiben Aenderungen zustimmen: Rückzahlung aller gekürzten Ge- hälter; Gehaltsstufen von 175 M. und 223 M. sind nach Beeirdi- gung der Lshrzsit bzw. nach Vollendung des 17. Lebensjahres zu zahlen. Geltungsdauer ab 1. Juni 1919 bis spätestens 30. Sep- tember 1919. Es ist sofort in Verhandlungen über den eingereichten Tarifvertrag einzutreten bzw. eine Unterkommission, bestehend aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern, sowie Vertretern des Arbeit- gsberverbinde? und Arbeituehmerverbandes einzusetzen, welche die Frage der Klalssifizierung zu lösen hat. Tie Buchbindereibefitzer und der Werkmeistertarif. Nachdem fast in allen größeren Städten des Reiches Stimmen de? Univillens und Proieslkundgebungcn laut wurden, welche sich gegen die Verschleppung der Tarifangelegenheil rickreten, fand am 28. Fiilr im BuchgewerbehauS zu Leipzig eine Verbandlung unter deni Vorfitz des KommerJenrals Sperling über den ReubStarii statt. An dieser nahmen neben den Leipziger PrinzipaiSverlretern der V rn sitzende des Welkmeiileivirbaiipee für das deiiiicbe Buch- bindergewerbe uns verw.nnirr Beruie Drews- Berlin sowie der Verireler des Deutschen Weikmeislerverbandcs Rernsberg-Berlin, Tcrnct eine Anzahl Berlreler der Werkmeister au? den veischiedensten Städten des Reiche« teil. Als Wortiübrer der Prinzipale trat dir Syndikus des Buw- bindereibesitzerverbandes. Herr Dr. Schiller, mit seinen Aus'ührungen besonders hei vor und crllärle, daß dei-�Lori'iand nur die Möglich- keil babe, auf der Grundlage eines Drei« be«w. Vierstädteta nies zu verhandeln, da München bereils einen Tarri abgeschlossen habe und in Slultgart ein TacU nichl gewüi ichl wird. Dorr ist ein allgemein güil ger Angeilellleiilarif abaeichiosien Wolde», welchen sich auch die Prmzivale unsere«'BeruieS zu Eigen uiarveii wollien. Für München käme der zur. Beratung stehende Taris nur tn Frage, wenn die Erklärung beigebracht würde, Saß durch Abschluß des Vertrages der in München abgescdlossene Tarif au°geboren wird. Für das übrige Reich hielte sich der Vorstand nrchr'ür be- rechtigl. einen Tarif ab nichliegen. Seitens der Werlmeister wurde mit aller Bestimmtheit erliärt, daß unter ollen Umsiänden an der Forderung eines ReichsiarilS festgehalten werden müsse, da sich dre Mitglieder des Prinzipal« Verbandes üder das ganze Reirfi erstrecken. ~ nf Als Kardinalfrage wurde di?Gehall«f:aac behandelt. Während die Werkmeister mit aller Enlichiedenheit für die im Zarifeniwurf festgelegten Sätze, den örtlich, zu zahlenden höchsten Eebilfenlohn sowie Teuerungsruschläge mit 25 Proz. Ausschlag als Kerkneiiler- Mindestgehall festzulegen, einrrmen, wurden tieie Sätze von Seiren der Prinzipale als zu hoch bezeichnet. Ausschlaggebend war für dieie Haltung anscheinend ein Schreiben der Berliner Piinz pale, welche den Vorstand verpflichteten, die 25 Proz. nur auf den Ge- hilienlohn, nichl aber auch aus die Teuerunzszuichläge zu ge« währen. Die Annehmbarkeit dieies Vorschlages wurde mit dem H'rweis auf das Münchener Beispiel begründet. Leider war der Münchener Verlreter verhindert, an der Ver- Handlung teilzunehmen und die Begründung für den abgeschlosseu?» Vertrag vorzutragen. Da eine Festlegung in dieser Form nicht möglich war, hm- gegen die Werkmeister aus ihren Forderungen bebarrlen. mußte die Verhandlung über diesen Punkt veitagi werden bis die Prinzipale sich bierüber unlereinandcr verständigt haben. Nachdem dre übrigen Tariipuntie mit unwesentlichen Aende- rungen angenommen wurden, wurde ein neuer Verhandiungstermin festgeietzi. Die Berlin« Werkmeister nahmen in ihrer Beriammlung am letzten Sonntag zu der Angelegenheit Stellung— Sie wieien da? Angebot der Prinzipale zurück und beauftragten den Zentral« vorstand, aus einen Tarifabichluß in der im Einwurf festge'etzien Gehaltshöbe binzuwirken. Kommt eine Einigung nicht zustande, so»st das Re-.chsarbeitsamt anzurufen. Sattler, Täschner, Portefeuiller. Heute, Sonnabend, von 12 Nhr mittags bk? ö llhr abends, findet in folgenden Lokalen die Wahl der Delegierten zum VerbandStag in Nürnberg statt: Crumbach, Warschauer Str. 61; D a h m S,©chlegelstr. 9; Bieberstein, Adalberistr. 59; Rathmann, Wilhelmstr. IIS; Klude, Ritterstr. 32; Schmidt, Neukölln, Münchener Str. 23; Steinmetz, Spandau, Bismarckstr. 8. Auf den gedruckten Slimmzeltelii sind 30 Kandidaten nominiert, von denen lö als Anhänger de« reinen Räteshücms jRätedikiarur) und 15 als Anhänger der alten Gcwerkichaflsrichlung bezeichnet sindss Wer nicht will, daß unsere Organisalion zum Spietball der wüstesten Parteitreibereien wird, wer vielmehr die Kraft der Organisalion zur Wahrnehmung seiner wiilschalltichen Jnlercssen, zur Verbesi'erung der Lohn- und Arbeitsbedingungen sichergestellt wiiiea will, der kann nur den Berlretern der seit Jahrzehuren erprobten alten Gewerlichaftsrichiuiig seine Siimme geben. Mehr als 11 Namen darf kein Stimmzettel enthalten. Auf zur W a b ll Derantw. für den redaktlon. Teil: Alfred Scholz, Neukölln; für Anzeigen: Theodor klocke. Berlin. Verlag: Bo.rwäris-Berlag und bes eilt ab meinem Fabnkla�er franko I I gegen Nachnahme I Paket, enthaltend: <> prima Schnihher äM. 2.90=1 7,40 Oprima Wa!«chbür»ienä M. 1 65= 9.90 6primaSchenerbnrst.äM 1.85=11.10 Porto u. Verpackung_ 2— 82/1 9* Zusammen M. 40 40 Die Waren sind aus bester Rotwurzel hergestellt und wiid vorzüglichste Scheuer- fähigkeit u. größte Haltbarkeit garantiert. Heinrich Auel, froisdorf(Nid.) Gute Antiquitäten Möbel. Porzellans, üimäide, Gocelint ut«. ALTKUNST O. m. b. H, Wilhelmstr. 40 A. Feuerzeuge, Qaszünder und Ersatz-Zündstcine fast aller jorten. 12 vers hied. Feuei zeuce. nur gangbare Muster. M. 19,23 franko Nachn. freibl Fordern Sie Preisliste, auch üb. Zigaretten-Etuis, Taschenlampen, Rasler-Apparate usw. Johann Lichtenfeld, Hamburg. 100 SpcePHort 6.(Gcg:ründet lSttl) Hielpr-iger.11es»e. Idi-ewdner Hof II 154. Unsere DG Reparaiur- WerKs/a/jt ist eröffnet Wir liefern M&iser Annahme in niialext /fa/3- jeder Art In großer Auswahl und guter Ausführung au! Ssar oder Urcdlt» Möbel-Gross Gr. Frankfurier Str. 141, Invaiidenstr.5, eint Ackerstr. HMIM ■ MW M ZIGARREN pro Mille von 650 Mark an gibt in großen und kleineren Posten ab* , Päckch. sciS/.rSchnupftabsakis Ziäarren-Engros-Haus Neukölln ]V r □ k tt I I n, SchlnkewtraBo 4-5. nboiascliineGzatirtle- stets neueste Modelle am Lager. Rep.-Werkstan I. shmtl. Systeme.|*! Farbbänder VmielMiZWZSMLie Kohlepapier! � Einkaul Wachspapier veri««! BuVeaumSbel C2, Burgstr. 29 Leichnitz& Lichlsnberg Tel:\'d. 12 493}>J r An kaut, Xj teMosa SclAtzunga« wertvoller Antiquitäten ALTKUNST _v G. m. b. H. vj». Wilhelropir. 40A. Zentr. 349.'> Isaüprtan KüDtEföraht, Litzen iina W. ihsdrabf, Internationale Einfuhrmesse Sl GummiASJfäüe, alte Mlie kaust«edes Qu au mm zu baden P retten. lag-.- auch adhuleit...y- bknchrmsteir, 0. m. b.et. Coarl.ll.«Na: Windsdieldtlr. ü. Frankfurt am Main MM | aus garantiert nur reiner xau t hrtci>sua,i'cmi , fiieurtiureau SchHctning l:ri:n W 9, LinKsiraße 10 tel.; i.ütro* 1765 und h518.« Cren für die Ee�cUckune aus d&m In- und Äus�nJ. An ai,en und ClRirelC ungcR an d-.» M!cfl SMIti TrS- K'UF, LM 1.3 Sl, Festhaiie. IPr C.ron-Berlim Die'Geschäftsstelle der Hand« Jkatnm« Frankfurt a. W in Berlin V-f 9..-.enfrua» 1 w.agff.ilrch.. JLIML. aS�iüSSi SBCch I. bis 1 S. Oktober 1919 i■ rrag.':» / , Tabaken h njest., üefer'. I. 1j«Si. zu>1 To IOO u. f- ISci�'izsrs.jnp. ipl�cfcia,':8is.�hi:,T'-Bei'.i Ar.'c.ir Drmif, i; Fn rc w.si,pigr. tj i Nr. 403 ❖ 30. Jahrgang Seilage öes Vorwärts Sonnabend, 0. flugust 1919 Das neue Statut üer Internationale. Beschlossen in Luzern zur Vorlage an den nächste» Jnteruationalen Sozialistenkongrest. Einleitung. Di« Internationale beruht auf folgenden Grundsätzen: 1. Die politische und wirtschaftliche Organisation der Ar- beiterllasse zwecks Abschaffung der kapitalistischen Eesellschafts- form und Sicherung der völligen Befreiung der Menschheit, durch die Eroberung der politischen Macht und der Sozialisierung der Produttions- und Austauschmitiel. 2. Die internationale Einheit und Aktion für die Organi- sation des wahren Völkerbundes, der der Bund der Völker sein wird, die ihrer Geschicke Herr sein werden, durch den Kampf gegen Chauvinismus und Imperialismus, und für die allgemeine und gleichzeitige Abschaffung des Militarismus und deS Regimes der Rüstungen, um den Weltfrieden zu sichern, das heitzt, durch Um- goftaltung der kapitalistischen Gesellschaft in eine kollektivistische oder antikapitalistische. 3. Die Vertretung und Verteidigung der Interessen- der uniterdrückten Völker und Rassen. 4. Zur Erreichung dieser Prinzipien dienen der Arbeiter» klasse drei Formen des Kampfes, deren jede auf einer anderen Entwicklungsstufe steht und ihre besondere Aufgabe erfüllt: die politische, die genossenschaftliche: die gewerkschaftliche. Diese der- schieoenen Organisationen müssen als autonome Körperschaften weiter trachten, ihren Einfluß in den verschiedenen Ländern immer mehr zur Geltung zu bringen und die internationale Geschlossen- heit zu festigen. Da diese Organisationen denselben Zielen zu- streben und jede eine Erscheinung der einen großen Bewegung darstellt, darf keine Gelegenheit versäumt werden,(Ich zu verständigen, um gemeinichasjlich in internationalistischem und revo- iutionärem Geiste für die Erhaltung des Friedens zu wirken. Statuten. i. Die Jrrternationale ist eine Föderation von nationale» Sektionen, die sämtliche Arbeiter- und sozialistischen Organisatio- nen eines Staates oder einer Nationalität umfassen, deren Recht auf ihre Autonomie oder Unabhängigkeit von den internationalen Kongressen anerkannt wurde und die auf den Grundsätzen beruhen. die in der Einleitung ausgesprochen sind, 2. Die International« besitzt als permanente Organe: a) den Kongreß, b)'" a).. b) den Internationalen Rat, c) das Exekutivkomitee, d) daS Sekretariat. Vertretung der nationalen Sektionen. Z. Die Nationalen Sektionen regeln selbst im Rahme» der Bestimmungen ihre Vertretung für die verschiedenen Organ« der Jnternaftonale. Aber sie werden eine gerechte Vertretung der Minderheiten sichern. Tie Parteien oder Organisationen, die angeschlossenen sowohl wie die nichtangeschlossenen, haben das Recht, gegen die Entscher. düngen der nationalen Sektionen an die Internationale salbst zn berufen, deren Entscheidungen souverän sind. Ter Kongreß. 4. a) Der Kongreß ist die oberste Instanz der Jiriernationale. Er setzt die Prinzipien fest, nach welchen das Exekuiiv-Komitee, der Internationale Rat, die Parteien und die angeschlossenen Or- ganisationen ihre Aktion zu führen haben. Er stellt dre Grund- sähe fest für die Aktion des Exekutiv-KomiteeS, deS Jnternatio- nalen Rates, der Parteien und der angegliederten Organisationen. Eine angegliederte Organisation kann dem E.-K. jeden Verstoß gegen die Grundsätze melden, den sich eine Organisation zu schulden kommen lassen würde. Das E.-K. w�rd eine Untersuchung der- anstalten und deren Ergebnis dem nächsten Kongreß oder dem zu dieser Zeit tagenden Kongreß überreichen. b) Er setzt sich aus den Delegierten der nationalen Sektionen zusammen. Jeder nationalen Sektion steht das Recht zu, den Kongreß mit mindestens 6 Delegierten zu besch'cken, aber mit höchstens so vielen, als der doppelte» Zahl der ihr vom Jnter- nationalen Rat für die gewöhnliche Ausübung zugesprochenen Stimmen entspricht. Die nationalen Sektionen können sich aus dem Kongreß nicht durch Mitglieder anderer Sektionen vertreten lassen. c) Der Kongreß tritt regelmäßig alle zwei Jahre zusammen, und wird vom Exekulib-Komitee im Einvernehmen mit dem Jmee- nationalen Rat einberufen, und er muß es tun, wenn Sektionen, die zusammen ein Drittel der stimmen vertreten, es verlangen. DaS Exekutiv-Komitce ist berechtigt, auch außerhalb dieser Frist einen außerordentlichen Kongreß einzubevufen. sOer nächste reguläre KPigretz findet im August 1921 statt. d) Tit Einladungen für den Kongreß werden vom inier- nationalen Sekretär den Sekretären der nationalen Sektionen zugeschickt, die die Weiterbeförderung für ihr Land übernehmen. Die Namen der Delegierten für den regulären Kongreß und der Betrag ihrer Kongveßtaxe müssen mindestens einen Monat vor Abhaltung des Kongresses im Besitz des internationalen Sekretärs sein. Ihre Mandate werden vom Internationalen Rat überprüft, der sich zu diesem Zweck am Vorabend des Kongresses versammelt und darüber Bericht erstattet. e) Die nationalen Sektionen oder Parteien, die eine an die Internationale angeschlossene nationale Sektion bilden, haben für den alle Mei Jahre stattfindenÄcn Kongreß, einen Bericht über ihre Tätigkeit seit dem letzten Kongreß auszuarbeiten und denselben vvr dem 1. Juni des Kongreßjahres dem Sekretär zuzusenden, Diese Berichte werden von der Internationale in französischer, deutscher oder englischer Sprache veröffentlicht und den Delegievten aus dem Kongreß übergeben. Der Kongreßbericht wird in französischer, deutscher und eng- lischer Sprache herausgegeben. k) Der Text der für den regulären Kongreß bestimmten Resolutionen und die Vorschläge für die Ernennung des Präsidenten, des Kassierers und Sekretärs sowie für die Funktionen des Mit- gliedes des Exekutiv-Komitees müssen bis spätestens.16. Februar (deS Kongreßjahres) im Besitz des Sekretärs sein. g) Die Tagesordnung für den Kongreß wird vom Jnter- nationalen Rat nach den Vorschlägen der Sektionen festgesetzt und allsogleich den nationalen Sektionen übermittelt. Neue Fragen können nur im Einvernehmen mit dem Jnter- nationalen Rat oder durch eine Entscheidung des Kongresses selbst auf die Tagesordnung gesetzt werden. b) Der Internationale Rat ist befugt, jede Frage, die auf der Tagesordnung des Kongresses steht, einer Spezialkommission zur Prüfung zu überweisen, deren Bericht noch rechtzeitig vor dem Kongreß den nationalen Sektionen übermitteln wirb. Die Anzahl der vom Kongreß zu ernennenden Kommissionen, bleibt auf höchstens sechs beschränkt. i) Jede angeschlossene naftonale. Sektion, die mit ihren Bei- trägen für die dem Kongreß vorangehende» Jahre im Rückstand ist, wird nicht zum Kongreß zugelassen. Der Internationale Rat. 6.») Der Internationale Rat setzt die Arbeiten des Kon- gresseS fort. Er soll bestehen aus zwei Delegierten einer nationalen Sektion, die von der nationalen Sektion selbst ernannt wer- den, und aus den Mitgliedern deS Exekutiv-Komiiees. b) Der Internationale Rat versammelt sich in der Zeit zwischen zwei Kongressen mindestens zweimal, und zwar das erste- mal im April, das ist 8 Monate nach dem Kongreß, und das zweite- mal vier Monate vor Abhaltung deS neuen Kongresses. In der Uebergangsperiode bis zum August-Kongreß von 1921 wird der Internationale Rat im August 1929 und im April 1921 zusammentreten. c) Die Sitzungen des Internationalen Rates werden vom Sekretär im Einvernehmen mit dem Exetutiv-Komitse einberufen. d) Der Text der für den Internationalen Rat bestimmten Vorschläge muß spätestens S Wochen vor dem Zeitpunkt, zu welchem der Internationale Rat einberufen wurde, in den Händen des Sekretärs sein. Andere Fragen können nur im Einvernehmen mit dem. Exe- kutiv-Komiiee oder durch eine Entscheidung des Internationalen Rates selbst ans die Tagesordnung gesetzt werden. e) Der Text der Tagesordnung wird vom Sekretär vier Wochen vor der Sitzung des Internationalen Rates den Sekre- tären der nationalen Sektionen zugesariht. i) Die Spesen der M: ig i jeder, die an den Sitzungen deS Jnternatwnalen Rates teilnehmen, werden ans einem gemein- samen Fonds gedeckt, dessen Reglement vom Internationalen Rat festgesetzt wird. Das Exekutiv-Komitee., V. z) DaS Exekutiv Komitee ist das administrative Organ der Internationale und untersteht der Kontrolle und der Aussicht deS Internationalen Rates und ler Kongresse: b) Das Exekutiv-KomitLe setzt sich zusammen aus dem Präsi- denten, dem Kassierer und dem Sekretär der Internationale und sechs anderen Mitgliedern c) Es versammelt sich mindestens einmal vierteljährlich und hat an den Internationalen Rat und an den Kongreß Bericht zu erstatten. d) Die Spesen für die im Auftrag der Internationale unter« nommenen Reisen der Mitglieder des Exekutiv-Komitees werden vom Fonds der Internationale nach einem vom Internationalen Rat festzusetzenden Reglement gedeckt. e)'Der Sekretär ist der Hauptfunktionär der Internationale. Er ist dauernd angestellt nnd seine Bezüge werden vom Internationalen Rat festgesetzt. Er ernennt sein Personal. In außer- gewöhnlichen Fällen ist er befugt, an Stelle des Exekutiv-Komitees die Resolutionen von Kongressen durchzuführen. Auch kann er im Einvernehmen mit dem Exekutiv-Komitee eine Geschäftssitzung mit einzelnen oder allen Sekretären ein- berufen. k) Dem Kassierer obliegt als Funktionär die finanzielle Ge- barung der Internationale. Er hat jedem Kongreß eine Bilanz der Ausgaben und Ein. nahmen vorzulegen. g) Der Präsident führt den Vorsitz in den Sitzungen des Exe- kutiv-Komitees und des Internationalen Rates sowie in den Eröffnungssitzungen der Kongresse. b) Der Präsident, der Kassierer und der Sekretär sowie die übrigen sechs Mitglieder deS Exekutiv-Komitees werden vom Jnter- nationalen Rat ernannt, und zwar in einer Sitzung, die während der Kongrehdauer abgehalten wird. Sämtliche Mitglieder können aus allen nationalen Sektionen gewählt werden. Die Abstimmung. 7. Die Abstimmung in den Sitzungen des Internationalen Rates nnd auf den Kongressen ist persönlich, kann jedoch, falls drei Sektionen es v.clangen, nach einer Stimmenskala erfolgen, die zwischen eins und dreißig variiert. Diese Skala wird vom Internationalen Rat festgesetzt und von ihm von Zeit zu Zeit revidiert. Es wird dabei berücksichtigt werden: a) die Anzahl der zahlenden Mitglieder im Verhältnis zur Einwohnerzahl; b) die Bedeutung der Nation; c) die Stärke der gewerkschaftlichen, genossenschaftlichen und politischen Organi- sationen; d) der politische Einfluß der einzelnen oder all-er� sozialistischen und Arbeiterparteien. Die Verteil-ung der Stimmen innerhalb jeder Sektion wird von der Sektion selbst geregelt. Wird keine Einigung erzielt, entscheidet endgültig der Jnter- nationale Rat. Parlamentarische Sitzungen. DaS Exekutiv-Komitee kann Zusammenkünfte mit Abordnun- gen einiger oder aller parlamentarischen Gruppen einberufen. Der� Sekretär versieht hierbei daS Amt eines interparlamentarischen Sekretärs. Presse. 9. Dem Sekretariat wird ein Pressebureau angegliedert, das sich speziell mit der Organisation und Verbreitung der Arbeiter- und sozialistischen Presse befassen wird. Das Pressebureau wird außerdem ein in drei Sprachen erscheinendes Bulletin heraus- geben, das mindestens einmal vierteljährlich erscheinen und alle die nationalen Sektionen interessierenden wichtigen Dokumente der angeschlossenen Organisationen wie auch der parlamentarischen Gruppen beröffentlichen wird. Jede nationale Sektion verpflichtet sich ihrerseits, mindestens ztveimal im Monat ein Bulletin zu veröffentlichen, das die Orga- nisationen der anderen Länder über die Ereignisse ihres eigenen Landes dokumentieren wird. Löf Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdorf. Nun war ich allein, und ein Schauer durchlief mich. Die Müdigkeit hatte meine Gedanken ausgeschöpft, und die Er- mattung lastete auf meinem Herzen. Ich trat an die Schieß- sckiarte heran, ich sperrte die Augen auf, ich starrte spähend durch die feindlich: Nacht, die unergründlich war und beladen von Rätseln. Ich glaubte, daß ich Sckptten sähe überall. Sie husch- ten durch dos farblose Schattengetriebe des freien Feldes und durch den Schlund des Waldesdickichts. Ich war ausgeliefert an dos Entsetzen und an das Gefühl meiner ungeheuren Verantwortlichkeit, und ich erstickte kaum einen' Angstschrei. Aber neinj Die volle Finsternis wälzte sich nun vor meinen Augen ganz und entsetzlich heran. Tie Unbeweglichkeit aller Dinge reckte sich vor mir auf. Rucksack und Brotsack hatte ich ab- geschnallt. Ich wickelte mich in meine Decke. Ich blieb stille und stand eingekreist in den Krieg, der seelenlos sein Spiel zum Horizont hinspielte. Und üblr mir das lebendige Donnern der Geschütze. Ganz sachte erleichterte und beruhigte mich das Aus- harren in der Wachsamkeit. Alles, was mich selber anging, ich schaltete es aus meinen Gedanken aus. Was ich wollte und wähnte, das war nur Spähen und Spähen. Doch ich sah nichts, ich wußte nichts. Erst nach zwei Stunden gelangte ich wieder vollkommen zu mir zurück. Der wohltätige Schritt der Ablösung wurdd ver- nehmbar. Ich riß mich von dem Ort los, an den ich so lange verankert gewesen war, und ich machte mich auf den Weg, um in unserem Unterstand zum Schlafe zulainmenzukriechm. Der Unterstand war sehr geräumig, aber so niedrig, daß ich an man- chen Stellen auf den Ellbogen vorwärts rutschen mußt:, um unter dem schweren, knorrig geschwungenen Deckenverlxiu vor- wärtszukommen. Unser Unterstand war voll von dicker Feuchtig- keit und warnt von Menschen. Ich streckte mich auf der Strohstreu meines Schlafplatzes ans, ich legte den Kopf auf den Tornister, ich schloß die Augen, mir wurde wohl dabei. Als ich die Augen wieder aufschlug, be- merkte icb eine Soldatengrnpve, die im Kreis herumkauerte. Sie aßen aus ber gle cki.m Lchiissel und in der Finsternis des niedrigen Gewölbes waren äbre Gesichter gleich verlöschten Bildern anzuseben, Ihre Füße standen aneinandergereiht um die Schüssel Die Fußsormen waren unförmig, schwarz und schart'g w-e"isa grabeiie Sl.'ine£if aßen geme-n'eiiafil-ch und ebne Zii�zciig Jeder bediente sich nur seiner eigenen Hände. i Mein Nachbar schickte sich an, auf Wache zu ziehen. Er be- eilte sich nicht. Er stopfte seine Pfeife und zog aus der Tasche einen Zündschwamm, der lang wie ein Bandwurm war, und jagte:„Du hast erst um 6 wieder Wache. Ach, Du kannst von Glück sagen!" Die dicken Rauchschwaden seines Tabaks mischten sich mit den Ausdünstungen der Körper ringsumher. Der Kamerad sah alledem aufmerksam zu. Und um uns lagen die übrigen; sie schliefen und schnarchten. Der Kamerad kniete vor mir, um seine Sachen zurechtzumachen, und dann gab er mir einen Rat: „Pah, mach Dir doch nichts draus I Hier passiert ja doch nie- mals'was. Das Schlimmste ist bloß, bis man rangezottelt ist. Wenn Du hertrippelst, dann schießt's in die Glieder, besonders, wenn Du noch nicht wach geworden bist. Aber nachher, da denkst Du gar nicht mehr dran! Das Schlimmste ist, wenn,s bei freiem Himmel drunter weggeht. Aber bei meine Bekannten ist noch keiner angezappt worden. Immer nur bei die anderen. Ja, Junge, zwei Monat schon, und wir können sagen, daß wir den Krieg ohne Wehwehchen überstanden haben." Beim Morgengrauen bezog ich wieder die Wache an dem Schießloch. Das Gesträuch und das kahle Gezweige auf der Senkung des kleinen Waldgehölzcs sind mit Wassertropfcn llbertaut. Dort vor mir, wo das Totenfeld liegt, das ständig von den Geschossen übersprüht wird, ist alles noch ebenso unbestimmt wie die Tagesdämmerung. Das freie Feld ähnelt nur beiläufig einem freien Felde. Die Landstraße ähnelt nur ober- flächlich einer Landstraße. Hie und da kann man einige Leichen unterscheiden. Aber welch seltsam winzige Sache ist so ein Leich- nam auf einem Felde: Er ist wie etwa ein verwischter Blumen- duschen," den die geringsten Gräsergertlein schon verderben. Ein Sonnenstrahl, der plötzlich aufblinkt. Er gleicht einem Etwas, das sofort in die Vergangenheit verschluckt wird. So gingen die Tage hin. die Wochen und die Monate. Vier Tage im vordersten Graben. Dann Rückmarsch und dann wieder Vormarsch, der die Glieder zerrieb. Tie ein- tönigen Wachen. Der Ausluck auf die Feldertrift. Die Sinneneinschläferung, die von dem wildweitcn Gelände aus den Menschen überströmte. Die Wüstenei des Wortens und Wartens. Und dann vier Tage Ruhe, die aber von Märschen ausgefüllt wurden, dann wurde alles durch und durchgesehen und geprüft. Straßen und Sachen mußten gewaltig ge- säubert werden. Der Befehl war streng, und allerhand Strosen konnte man einheimsen. Tanscndc Gebote und Verbote, mit denen man bei der geringsten Bewegung hart zusammenstieß. Die Litanei des hoffnungsvollen, körver- losen, wesenlosen Geredes in den Heeresberichten und ein Hauptmann, der immer nur an die Patronen nnd an die eiserne Ration im Freßsack dächte. Das Regiment hatte keine Verluste oder säst keine Verluste. Beim Ausbruch nur - einige Verwundungen und manchmal ein oder zwei Todes- fälle, und man redete davon wie von einem gewöhnlichen Unglücksfall. Man machte nur riesige Strapazen durch, und war eine Strapaze überstanden, so folgte ihr die neue. Die Soldaten behaupteten, daß man alles in allem doch wie im Frieden lebe. Marie schrieb mir:„Bei den Piots hat mem neulich sehr nett von Dir gesprochen." Oder:„Der junge Trompson ist Leutnant geworden." Oder:„Wenn Du all die Schiebun- gen wüßtest, die man hier unternimmt, um sein Gold zu verstecken! Denn seit einiger Zeit fordert man das Gold sehr dringend ein. Wenn Du all die Skandalgeschichten wüßtest!" Oder:„Hier ist noch immer alles ganz beim alten." ♦ Eines Tages kehrten wir zu unserem gewöhnten Dorf in der rückwärtigen Linie zurück. Aber zum großen Leid- wesen der Leute, die am Ende ihrer Kraft waren und unter dem Gewicht des Tornisters keucksten, wurde nicht halt ge- macht. So marschierten wir mit eingezogenem Nacken weiter durch die Abenddämmerung. Eine Stunde später zerstreuten wir uns zwischen den dunkel verhüllten Häuserreihen, den finsteren Wegweisern in einem unbekannten Ort. Man stopfte uns in Schatten hinein, die neuartige Formen aufwiesen. Seitdem wurden wir bei jeder Ablösung in ein neues Torf gesteckt, und man wußte es immer erst, wenn' man schon einmarschiert war. Ich wurde in Scheunen unter- ssebracht, in die man sich auf einer Leiter hineinschob. Oder ich wohnte in Ställen, in denen es schwammig und dumpf dunstete, oder auch in Kellern, in denen der ununterbrochene Zugwind die Verwesungsgerüche aufstöberte. Die Ver- wesung, die von dem schlechten Wetter gebraut wurde, hing in den'baufälligen geborstenen Scheunen. Sie hastete in den zerschlissenen Gerüsten nnd Buden, die krankschwankend in den wiedererbauten Dörfern standen wie Trümmer einer durch»nd durch zerschmetterten Welt eingestämmt mitten rn diese Gespensterei der Schlünde und der Kellersckiächte. Während man schlief war man dem Wind und Wetter ausgesetzt. Manchmal behalf man sich sehr barbarisch mit kleinen Holzplutöflein ssege» die herandringende Kälte, aber der Kops zersprang schier in der vergifteten Glut. Und sobald man wieder an einen anderen Ort gelangte, verga' man gas alles. Ich hatte orgefangem die Namen der Ort ickiasten aufzuschreiben, wa wir durchmarschirrten, doch icl verlor mich in dem dunk'en W'-bel d-ek"- Worte, wenn id mein Geschreibsel wi-der las. l'nd die Buntkeit. und dar Gewimmel der Menschen rivg� herum war so verworren daß ich kaum dm einzelnen Gesichier nach den lliichiig� Namen erkennen konnte. lFortsetzung folg:.) Die permanenten Delegierten. 10. Diejenigen Organisationen, d-ie tont Sitz des Sekretariats tneit entfernt liegen, können permanente Delegierte ernennen, die dom Exekuliv Komitee und vom Sekretariat über alle diese Orga> nisationen interessierenden Fragen zu Rate gezogen werden sollen. 11. Der Jnternationgse Rat ist berechtigt, permanente Dole- gierte zu ernennen, die an den Lorstands- und Ansschußsitzungen der nationalen Sektionen mit beratender Stimme teilnehmen werden. Diese Delegierten können nicht nationalen Organisationen angehören, bei welchen sie akkreditiert werden. Finanzen. 12. Das Finanzjahr der Internationale schließt mit dem 31. Dezember. Jede an die Internationale angeschlossene Sektion zahlt einen jährlichen Mindestbeitrag in der Höhe von 20 Pfund Sterling pro Stimmte. Diese Summe ist am 1ö. Januar jedes Jahres zu entrichten. Zur Deckung der Organisationskosten und der Heraus- gäbe der Berichte wird den nationalen Sekttonen für jeden Tele. gierten, den sie auf den Kongreß schicken, ein Betrag von 2 Pfund Sterling auferlegt. Stimmenverteilung. GroMerün Gewerkschaftler gegen Schleichhändler. Die Mitarbeit von Gewerkschaftlern im Landespolizei- a m t, wo ihnen die wichtige Ausgabe der Bekämpfung von Schleich- Handel und Lebensmittelwucher zufällt, ist— wie im„Vorwärts" bereits mitgeteilt.wurde— aus eine Anregung des Reichs- ernährungsministers Robert Schmidt zurückzuführen. Jetzt wird da? Schreiben bekannt, das Genosse Schmidt hierüber am 21. Juli an die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands gerichtet hat. Es lautet: Durch Rundschreiben vom 29. April d. I.— A II 5514— sind die Regierungen der Freistaaten ersucht worden, zur Be- kämpfung des Schleichhandels und des Kricgswuchers, insbesondere bei der Kontrolle der Ablieferungspflicht der landwirtschaftlichen «» Erzeugnisse und bei dem Verkehr mit Lebensmitteln, geeignete Vertreter aus den Kreisen der Verbraucher, namentlich der werk- tätigen Bevölkerung, heranzuzieben. Insbesondere ist die Zu- ziehung von Vertretern der werktätigen Bevölkerung der' Städte und Jndustriegemeinden sGewerkschaften, Konsumentenausschüsse, Arbeiter- und Bauernräte und dergl. bei der Bildung von Kam- Missionen, die die Erfüllung der Lieferuitgspflicht in den Liefer- kreisen feststellen sollen, und bei der Gewinnung von Hilfskräften seitens der Polizeibehörden für die Bekämpfung des gewerbs- mäßigen Schleichhandels empfohlen worden. In Preußen ist außerdem neuerdings seitens des Landes- Polizeiamts beim Staatskommissar für Volksernährung Anord- nung ergangen, daß in allen Städten über 100 000 Einwöhner sowie in den größeren Industriestädten besondere Wucherdezernate zu errichten sind, deren Bearbeiter dem Landespolizeiamt beim Staatskommissar für Volksernährung namentlich mitzuteilen sind. Indem ich hiervon Kenntnis gebe, bitte ich, die Zentralen der Arbeiterorganisationen ergcbcnst, bei ihren Unterverbänden darauf hinwirken zu wollen, daß sie sich gegenüber den an sie er- gehenden Ersuchen der Behörden auf Mitwirkung und auf Be- nennung geeigneter Personen zwecks Abordnung in die Fest- stellungskommissioncn und zwecks Heranziehung als H i l f s- organe bei der Bekämpfung des Schleichhandels und Ktiegswuebers entgegenkommend verhallen und zur wirksamen uizd einheitlichen Bekämpfung des Schleichhandels und Wuchers mit den Wucherdezernaten bei den Polizeibehörden Fühlung nehmen. Seitens des Landespolizeizmts beim Staatskommissar für Volksernährung wird eine Mitteilung an die Polizeibehörden der Großstädte und größeren Industriestädte ergehen, daß die Wucherdezerntte mit den örtlichen Arbeiterorganisationen entsprechende örtliche Fühlung halten sollen. Ich wäre dankbar, wenn auch seitens der dortigen Orgarn- sationen den beim Zentralrat angeschlossenen örtlichen Arbeiter- räten mitgeteilt würde, daß sie sich gegenüber einem solchen Er- suchen entgegenkommend verhalten und gegebenenfalls«nt- sprechend Fühlung nehmen. Die Freistaaten außerhalb Preußens sind ersucht worden, soweit es noch nicht geschehen ist, in ähnlichem Sinne wie es in Preußen geschehen ist, vorzugehen und die Kriegswucherverfolgung ■und Schleichhandels bekämpfung wirksamer als bisher zu gestalten. gez.: Schmidt. Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes fGeneralkommission) hat den vom Minister in diesem Schreiben gegebenen Anregungen entsprochen und die Gewerkschaftskreise aus-� gefordert, bei der Bekämpfung des Schleichhandels entschieden mit- zuwucke«._ Neue Lebensmittelschiebnugen. Die Schiebungen mit Speck und Schmalz aus Altena i 23. nehmen immer größeren Umkana an. Nawdem am gestrigen Tage wiederum-wei Waggons mit Sveck in Lichienberg von der Polizei befchlagnohmt worden sind, haben in besonderem Dienst siebende Eüenbabnbedmte in Lichterfelde zwei mt Fetiwaren beladene Ei'enbabnwagen entdeckt, die ans Altena kamen und nach Berlin bestimmt waren. Die Wagen waren an einen Güterzug ongebäagt, der dort umrangiert wurde und sollten wahr- scheinlich nach einem Berliner Babnbof dirigiert werden. Der eine Waggon war während der Fahrt bereits erbrochen und ein Teil de« Inhalts gestohlen worden. Die Ermitilungen der Polizeibehörden sind'noch immer nicht abgeschlossen. So weit bis- her sesigestellt worden ist, haben die Inhaber der Lebensmittel- geiellschost Nacken. Amsterdam, in Berlin ein Bureau unterhalten, das die Bestellungen von hier nach Altena weitergab und die Aus- ladung der Waggons leitete. ES ist au» festgestellt, daß die kürz« lich genannten Kaufleute sich häufig in Berlin aufhielten, hier je- dock, um jede Spur zu verwischen, ständig ihren Wobnort wechselten. Ge- isse Anzeichen deuten darauf hin. daß aus den Giiierbahnböfen feste Organisationen bestanden haben, die in unauffälliger Weise das Umrangieren der Lebensmittelwagen übernahmen. Es wird vermutet, daß aus das Konto dieser Banden auch das Verschwinden anderer Eisenbahnwagen mit wertvollen Gütern zu setzen»jt. Uever �ortbilimngSschulunterrkcht«nd ArveitSzett. Immer wieder versuchen die Untenehmer, die Bestimmungen über den Achtstundentag zu umgehen, indem sie die Zeit, welche durch den Schulunterricht versäumt wird, nacharbeiten lassen, und Aufräumungsarbeiten während der Arbeitszeit rncht gestatten. Dazu erhalten wir vom Reichsministerium nachstehende Zuschrift: Beim ReichsarbeitSminifterium ist wiederholt angefragt wor- den, ob die Zeit zum Besuch der Fortbildungsschule, zu der die gewerblichen tätigen Leute gemäß§ 120 der Gewerbeordnung verpflichtet sind, auf die Arbeitszeit im Sinne der Anordnung des Demobilmachungsministeriums über die Regelung der Arbeits- zeit der gewerblichen Arbeiter vom 23. November 1918 anzurechnen ist. Das Demobilmachungsmirnsterium hat seinerzeit auf ähnliche Anfragen erklärt, daß die Zeit nicht anzurechnen sei. Ich kann dieser Ansicht nicht beitreten, denn sie entspricht meines Er- achtens nicht dem Geist und Zweck der Anordnung vom' 23. No- vember 1918 und kann�unter Umständen zu recht unerwünschten Verhältnissen führen. So ist zum Beispiel schon die Slbsicht ausgesprochen worden, die jungen Leute, welche den Fortbildungs- schulunterricht besucht haben, ant folgenden Tage um diese gleiche Zeit länger zu beschäftigen. Wenn also der Unterricht zwei Stunden gedauert hat, so würden die in Betracht kommenden jungen Leute am nächsten Tage zwei Stunden über die gewöhnliche achtstündige Arbeitszeit hinaus, im Ganzen also zehn Stunden beschäftigt werden. Das widerspricht aber dem klaren Wortlaut der Anordnung vom 23. November 191� wonach die Arbeitszeit acht Stunden nicht überschreiten darf. Bei der Beurteilung der Angelegenheit ist zu berücksichtigen, daß die Besucher des Fort- bitdungsschulunterichts unter 18 Jahre alt sind. Sie stehen daher noch in der Entwicklung und bedürfen eher der Schonung als die erwachsenen Arbeiter. Es geht daher nicht an, daß ihre Arbeitszeit länger als die der Erwachsenen ist. Ich bin der Ansicht, daß die Zeit zum Besuch der Fortbildungs- schule als Arbeitszeit anzurechnen ist und habe demgemäß ange- regt, in dem neuen Entwurf eines Gesetzes über die Regelung der Arbeitszeit der gewerblichen Arbeiter eine entsprechende Be- stimmung aufzunehmen. Da aber voraussichtlich noch einige Zeit dahingehen dürfte, bis dieses Gesetz in Kraft treten kann, so er- scheint es mir nokwendig, darauf hinzuwirken, daß nach den von mir entwickelten Grundsätzen schon jetzt verfahren wird. Zu dem Zwecke dürfte es genügen, die beteiligten Kreise darauf hinzu- weisen, daß die von dem Demobilmachungsministerium ausgesprochene Ansicht nicht mehr aufrechterhalten werden kann, son- dern nach meiner Ansicht die Zeit zum Besuch des Fort- bildungsschulunterrichts auf die Arbeitszeit an- zurechnen ist. Die letzte Entscheidung darüber, wie die Anordnung auszu- legen ist, mutz selbstverständlich den Gerichten überlassen bleiben. Sollten diese zu einer abweichenden Stellung kommen, so bitte ich, mir davon Kenntnis zu geben, da ich alsdann anregen würde, die Angelegenheit durch eine Verordnung zu regeln. Die Jugendschutzkommission des„Vereins Arbeiter-Jugend Groß-Berlin" hat unermüdlich dafür gewirkt, daß die Demobil- machungsverfügung vom 23. November 1018 aufgehoben wird. Der Arbeitsrninister verwirft ein« Ausbeutung von Lehrlingen dadurch, daß die achtstündige. Llrbeitszeit um die Schulzeit ver- längert wird. Wir ersuchen alle Lehrling«, jugendliche Arbeiter und?lrbeitcrinnen bei jeder Ueberschreitung d�s'Achtstundentages uns Mitteilung zu machen. Die Arbeitgeber werden auf diese Verfügung aufmerksam gemacht. Wir erinnern gleichzeitig daran, daß Aufräumungsarbeiten während der Arbeitszeit verrichtet wer- den müssen. Beschwerden sind an das Jugend sekretariat, Berlins W. 9, Bellevuestr. 7, Mittwochs und Freitags abends von 6—9 oder auch schriftlich zu richten. Berein der Arbeiter-Jugend Groß-Berlin. Die Jugeudschutzkommission. Aus der Groh- Berliner Ertverbslosenfürsorge. Sllid) im Juli war wieder ein Rückgang der E-Werbsloien in Groß-Berlin zu verzeichnen. Wäbrdnd zu Begiün des Monat« noch rund 140 000 Erwerbsloie(99 000 männliche und 41 000 weibliche) unterstützt wurden, belief sich ihre Zahl am Ende des Monals auf rund 115 000(86 000 männliche und 29 000 weibliche). Die Zahl der Erwerbslosen, die im Laufe de? Juli ausschieden, beträgt rund 87 000<23 000 männliche und 14 000 weibliche), der Zugang rund 12 000(etwa 10 000 männliche und 2l 00 weibliche). Die Summe der während des Juli ausgezahlten Unterstützungen beläuft sich auf über 12 000 000 M. Die Gesamtaulwendungen für die Erwerbs- losenfürsorge in Groß-Berlin von ihrer Einführung bis Ende Juli haben damit eine Höhe von über 148 Millionen Mark erreicht. Unteroffizierstagung. Der Reichsbund der akliyen Unteroffiziere der deutschen Bezirks- kommandos hielt gestern eine Verireitrtagung sämtlicher Korps- verbände des Reiches ab. Der Vorsitzende Schmidt machte Vor- schlage zur Enlmililarisierung der Bezirkskommandos. Die ein- zelnen Korpsvettreter schilderten die trostlose Lage bei den ein- zelnen Korps. Hauptmann Schröder vom VersorgungSdeparte- m e n t im Kriegsministerium gab bekannt, daß zwecks Ueber- nähme geeigneten Personals verhandelt werde. Er verspricht, sich für die Interessen der Unteroffiziete in jeder Weiie einzusetzen. Schmidt erklärte nochmals, der Bund werde dassir eintreten, daß alle Unterossiziere. gletckgiiltig wie lange sie dienen, über- nommen werden. Eine Resolunon, die von der ReichSregierung. dem Reichsarbeits- und Knegsiniinsterium verlangt� endlich Klarheit darüber zu schaffen, ob alle Unlerossiziere übernommen werden. ob sie die neue Stellung als Lebensberuf ansehen können und ob die Uebernabme als Beamte erfolgt, wird einstimmig ange» nommen.— Ein Redner klagte, daß die Versorgungsämter zu langsam arbeiten so daß Anträge vom Januar noch nicht er- l e d i g t sind. Ein Vertreter des Kriegs Ministeriums bat, alle Wünsche, Beschwerden und Anregungen schrisilich einzu- reichen und sagte größtmöglichste Benicksichiigung zu. Von einem Vertreter deS 18. Armcelorps wurde die Einlassung der Zivilange- stellten als notwendig bezeichnet. Einige Redner hoben hervor, daß die VersorgungSstellen sehr gut mit djpm Reichsbund deS Kriegsbeschädigten znsammarbeiten. Die Kriegsbeschädigten wollen nur mit Zivilpetsonen, jedoch mit Fachleitlen zuiammenatbeiten. Am Schluß der Taguna beschäfligte man sich mit dem Ausbau und der Umgestaltung der Organisation nach erfolgter Entmilitari» sierung der Bezirkslommandos. Ausbildung von FortbildungSschullehrerinnen. Die staatliche Handels« und Gewerbeschule für Mäochen in PoiSdam, das Pestqlozzi- Flöbelhaus II und der Lette-Verein veranstalten im Oktober dieses Jahres Notlehrgänge zur Ausbildung von Lehrerinnen, die sowohl die Handarbeitslehrerinnen-, als auch die hauSwirtschailliche Lehre- rinnenprüfung abgelegt haben, für die Erleilung von Forlbildmigs- schulunterricht an Mädchen der ungelernten Arbeiietinnenklassen. Anmeldungen bis 15. August beim LandeSgewerbeamt. In der Angelegenheit deS franzSsischcn Sergeanten Manheim ist eS jetzt gelungen, den größten Teil des Gepäcks des Gelöteten wieder herbeizuschaffen, daS von einem Soldaten aus dem Hoiel in der Mittelstraße abgeholt worden und seitdem verschwunden war. Gesucht wurde außer nach dem Täter selbst, der bisher noch nicht bat ermittelt werden können, nach dem Unterosfizier Bäum er. der das Gepäck an sich genommen hatte. Endlich tauchte er in Hannover auf und versuchte dort unter falschem Namen, sich Lebens- mittel zu verichaffen. Er wurde festgenommen und man fand dann in der Wohnung seiner Braut Selma Langner aus Breslau auch Papiere auf den Namen deS Sergeanten Manheim sowie noch emige Sachen de» Getöteten. Beide hatten bereit« verschiedene Sachen herkauft. Für die Bluttat kommt Bäumer nicht in Frage. Die Angaben, die er über die Vorgänge in der fraglichen Nacht macht, decken sich zum Teil nicht mit den Aussagen anderer Zeugen. Zum Leichcnfund im Landwehrkaual. Der 28 Jahre alte Irntd« wirtschaftliche Inspektor Kart Blau, der in dem Toten ermittelt worden ist, hat zuletzt in München aus hier noch nicht bekannten Gründen eine Gefängnisstrafe verbüßt. In Briefen, die er von München aus an seine Frau richtete, beteuerte er wiederholt, daß er unschuldig verurteilt worden ser, und äußerte auch Selbstmord- gedanken. Soll es möglich sein, daß er hier seine Selbstmord- gedanken verwirklicht hat? Er müßte dann, ebenso wie der Arbeiter Heide, der am vergangenen Dienstag an der Weidendammer Brücke an Händen und Füßen gefesselt aus der Spree gelandet wurde, sich selbst in die Decke eingewickelt, sich die Hanfschnur um den Hals gelegt und die Beine gebunden haben, um auch sicher den Tod im Wasser, zu finden. Ein Raubüderfall bei Potsdam beslbästigt die Berliner Kriminalpolizei, da es sich wahrscheinlich um Räuber aus Berlin handelt. Der Obstzückner Karl Hartmann aus Bornim bei Pots- dam wurde auf der Choustee von Potsdam nack) Bornim von drei Wegelagerern, zwei in Zivil« und einer in Mililärkleidung, plötzlich überfallen und zu Boden geschlagen. Die Täier raubten ihrem Opfer ein braunledernes Portemonnaie mit 25 Mark und die goldene Uhr und zogen ihm dann auch noch die Hose und die Stiefel aus. Einer der Räuber zog die geraubten Kleidungsstücke gleich an und ließ dafür seine abgelragene Hose und zerrissenen Sckuhe liegen. Nachdem die Räuber ihr Opfer noch geknebelt und an Händen und Füßen gefesselt hatten, schleppten sie es in ein Kartvffelfeld und ließen es dort hilslos liegen. Sie entfernten sich mit ihrer Beute und entkamen unerkannt. Die beiden Zivilisten sind 1.70 bis 1.75 Meter groß und trugen dunkle Anzüge und dunkle Mützen. Die Miliiärperion ist kleiner und trug eine blaue Schirmmütze und eine feldgraue Litewka und Hose. Die geraubte Hose ist eine Offiziers- Extrahose aus graugrünem Stoff, der Hosenboden ist neu ein- gesetzt von dunklem Mantelstoff. Die Trittriemen find frisch abgeschnitten. Die Stiefel sind Militär-Extrastiefel mit ledernen Sporenhalter. Eine Ehetragödie. Der 53 Jahre alte Fabrikarbeiter Hugo Sckoder aus der Gubener Str. 11 stürzte sich gestern aus seiner im dritten Stockwerk des Vorderhauses belegenen ZSohnung auf die Straße hinab und blieb dort mit zcrichmetlerien Gliedein rot liegen. Er beging den Selbstmord aus Gram über den Tod seiner Frau, die sich vor acht Tagen aus demselben Fenster auf die Straße gestürzt halte und an den Folgen der Verletzungen einige Tage da- I rauf im Krankenhaus verstorben war. Frau Schober war nerven- krank und war in einem Anfalle ihres Leidens aus dem Fenster gesprungen. Heute sollte ihre Beerdigung staltfinden. Seine» ganzen MonatSlohn in Höhe von etwa 360 M. büßte am Mittwoch abend ein armer Postausbelfer ein, der seine lungen- kranke Frau zum Bahnhof begleileie. Um 7 Uhr bestieg er an der Ecke der Tempeihernistraße den städt. Ostring und verließ ihn an der Haltestelle Georgensttaße. Eist am Bahnhos Friedrichstraße be- morkte er seinen Verlust, der den Verlierer um so empfindlicher trifft, als er selbst jahrelang krankiund erwerbsunfähig war. Der ehrliche Finder wird gebeten, den Fund gegen hohe Belohnung im Polizeipräsidium, Zimmer 101g, abzugeben. Deutscher Transportarbeiter- Berband. Technisches Bühnen- personal Sounlag. den 10., morgens S Uhr, Mitgllederversammlung,®e» werkjchasishaus, Engeluser 15. Bericht der Tariskommission. Neukölln. Tie Ferienspiele für Schulkinder, die von der Stadt in diesem Jahre auf dem in der Königsheide gemieteten Spielplatz veranstaltet wurden, haben am gestrigen Freitag mit einer kleinen Schlußfeier ihr fröhliches Ende erreicht. Das waren schöne Wochen für die 5000— 6000 Knaben und Mädchen, die sich Toz für Tag auf dem von Kiefernwald umgebenen Gelände tummeln dursten. An jedem Morgen sammelten sich die Kinder an sechs über die Stadt verteilten Sammelstellen, mit ihren Führern und Führe- rinnen marschierten sie nach den nächsten Bahnhöfen, und Sonder- züge brachten dann die ganze Schar nach Niederschäneweide- Johannisthal, von wo der kurz« Marsch nach der nahegelegenen Königsheide angetreten wurde. Aus dem Spielplatz, der' grasigen Boden hat und zum Teil mit Unterholz bestanden ist, entwickelt« sich ein lustiges Treiben, das von Zwang so frei wie möglich war. Daß gemeinsam« Spiele veranstaltet wurden, versteht sich von selber, ober daneben blieb den Kindern im Laufe des Tage? noch reichlich Zeit für Betätigung nach eigener Wahl übrig. Auch für Beköstigung war da draußen gesorgt, vor allem für ein ebenso schmackhaftes wie nahrhaftes Mittagessen, das in Baracken der benachbarten Pro- pellerwerke auf eigens zu diesem Zweck geschaffenen Kochvorrich- tungen zubereitet wurde. Die Kinder zahlten, soweit die Eltern dazu imstande waren, zu den Gesamtauiwendungen einen täglichen Kostenbeitrag, der weit hinter den Selbstkosten zurückblieb. Fa- Milien mit mehreren den Spielplatz besuchenden Kindern erhielten eine dementsprechende Ermäßigung, bedürftigen Familien wurde der Beitrag ganz erlassen. An der Leitung der Ferienspiele be- tciligten sich sozialistische Frauen und Männer aus der Neuköllner Bevölkerung, und erfreulicherweise wurde wenigstens auf diesem Gebiet eine gemeinsame Arbeit der verschiedenen Parteischattie- rungen möglich._ Groh-Berliner Lebensmittel. Berlin. Pro Kopf 250 Gramm Käst bis 11. August w den Brot- kommiisionen 108, 110, 203, 220, 221. bis 12. August w den Bröl- konimissionen 107, 112, 114, 118, 119, 204, 209. Vom 11. bis 17. August auf A 9 der Einsuhrzuiatzkarie 250 Gramm amerikanisch- Spcckwaren für 2,08 M.— Ter Uebcnsmitlclocrband Groß-Bcrlin beschlagnahmte aus Grund von Anordnungen der zentialen EinädrungSstellen und in deren Einvecnedwen übermäßige Oebensmittelvorräte in gewerblichen Betrieben, Kübi- und Lao-i hSustrii, Gnstwtrtschasten, Plioaihansbaltungen uiw., ferner ei hebliche Mengen ans dem gewerbsmäßigen Schleichhandel Aus diesen Beständen werden jetzt erslmaOg 100 000 Kilogramm hochwertige N äch r m i t t e l verleilt, und zwar durch die Krankenernährungsstellen der Groß-Beriiner Gemeinden an arme Kranke, die auf Grund von Armen« a t t e st e n Ernäbrungs-.�lagen benöligen. Lichtenberg. 3Pe der Macislrai bekannt gibt, ist die Zufubr von Frühke-«"ofieln zurzeil außerordentlich reichlich, so daß neben den bereits kür/ die zur Ausgabe bestimmten lieben Psund K a r t o s s e t n Weiler« drei Piund Frühtartoiseln aus 392 E I LI K 3 der Lichten- berger Lebensmiileliarie verteilt werden können. Es liegt im Jnieresst des Pubiitums. die Händler zu veranlassen, daß diele die benötigten Kar- tosselmengen, welche aus dem Bahnboi ausreichend vordanden sind, gegen Bezugschein sosort in Empfang zu nebmen, da die Gültigkeit der Kartoffclabichnilte mit dem 14. August unwiderruiiich abläuit. Britz. In der Kemeindeverkaufsitelle loiort lL Piund Hülstnsrllchte je Person. Ein weiteres'st Psund Hlllstnsrüchte je Person ab 11. Au iuit. Für Kinder mit Milchkarte A 1 und 2, B 1 und 2, 0 1 und 2 und sür Jugendliche je'(, Piund Kakao für 1,25 M. in der Gemeinde- verk.iUisslelle bis 9. August.— Heimkehrende Kriegsgesangene, Ziviigesangene(aus leindlicher, Geiangenschast) und AuS'- landsdeutschc, die in der hiesigen Gemeinde ihren dauern- den Wohnsitz nehmen, d. h. polizeilich angemeldet sind, werden vom Geineindevorstand aufgefordert, zur Regelung einer sür dt« etilen sechs Wochen noch der Heimkehr geplanten Sonderzuteilung von Lebensmitteln, sich unter Vorzeigung sämtlicher Ausweis- Papiere, besonder« der-von den Durchgangslagern ausgestellten Entlassungs. papicre im Lebensmitlelbureau Hippclstr. 3(Zimmer für Kranken- criiährung), anzumelden in der Zeit von 8—2 Uhr. Am eigenen Interesse der Genannten ist umgehende Meldung nach Zuzug erforderlich. Mariendorf. Bis 12. August an Kranke, werdende und stillende Mütter, Kinder bis zum S. Lebensjahre. Jugendliche und an alte Leute je Kops ein Ei.— Uebermorgen, Montag. Tolsstreu, jede Menge, Zentner 7 M. Bezahlung 11 biS 1,45 Uhr Zimmer 20/21, Rathau«. Ausgabe 1 bi« 3 Uhr Gymnasium.— Am 12. August Gestügelbacksutler, Schweinesulter, Phosph. Kalk jede Menge. Bezahlung 11 bis 1,45 Zimmer 20/21, Rathaus, Ausgab« 1 biS 3.— V, Liter Petroleum und» Lichte. Bezugscheine und Lichte Polizeigebäude, Zimmer 3.— 12. August, 4 bis 6 Uhr Ä bis G, Mittwoch H biS Qu, DonnerSlag R bis Z. PeleoleuniauSaabe Pumpstation. A bis K Donnersiag. 7bts1�1bis4.Hbi»O« greilog. R bis Z Sonn- abend 7 bis 12. ftattfutv. Vom 9. Nugust aB auf M, 69 nwB"W Jis 250 Gramm, also zusammen 750 Gramm, ausländische Hülsenfrüchte, daS Psund zu Hermsdorf. Vom t3. bis 16. August 125 Gramm Reis für 50 Ps., für Jugendliche 250 Gramm Nudeln sür 33 Ps. Bestellabschnitte bis S. Augult bei den Händlern abliesern! Nowawcs. Ab beute Heringe. Ein dänisches Ei(20). 250 Gramm Pflaumenmus(21). 25Q_öjramm suHpen(22). 200 Gramm Graupe(59). 500 Gramm Gries(60). 250 Gramm Maismehl(67). 250 Gramm aus- ländliche Hüljcnsrüchte(KS). 250 Gramm Auslandsmehl(D 10). 1 Paket MUchpuddmg(40).'Anmeldung Montag und Dienstag. Groß-Serliner Parteinachrichten. Abt. SO., 81» 32. Sonntag, 10. August: gemeinschaftlicher Spaziergang nach Weipensce. Teilnahme am Voltssommersest der Weißenseer Ge- nosien im Garten de? SchlobrcstaurantS. Treffpunkt und Abmarsch 2 Uhr bei Grünau, Stahlheimerstr. 30 am Humannvlap. Lichtenberg. Montag, lt. August, 71/, Uhr, Funktionärfftzung bei Kuriowsti, Psarr'traffe 74. Wichtige Tagesordnung. NeutöUn. Heute, im Schultheiß-Ausschank, Hasenheide 22, Sommer- fest des Wahloereins. Ter Werdeausschus; der Post hält an jedem Dienstag und Freitag (ausgenommen Feiertage) nachmittags von 5—7 Uhr, im Bureau der Be- zirtsorganisation— Bellcvucstr. 7. II, GeschäslSitiinden ab. Anfragen jeder Art können in dieser Zeit persönli� oder tclephonisch— Lützow 7834— erledigt werden.• Vorträge, vereine unö Versammlungen. Freie Turnerschast Berlin. Turnsahrten: 1. Knaben-Abt. Bade- Partie Schmöckwitz, ftrossin-See. 71/, Uhr früh Görlitzer Bhs.— 1. Mädchen. Abt. ftönigSwuster Hausen, Uklei-Sce. 6'/, Uhr früh Görlitzer Bhs.(Unfall- station).— ReichSbuud der Kriegsbeschädigte». Bezirks. Südost. Bezirksversammlung der Hinterbliebenenseklion. Montag, 11. August, TL Uhr, in Schubmachers Festsälen, Berlin, Skalitzer Str. 126. Mitglieds. karte legitimiert. Ausnahme neuer Mitglieder.— Bez. Lichtenberg. Mitgliederversammlung Dienstag, 12. August. TL Uhr, bei Schwarz, Möllendorfjtr. 25—26. Ohne Ausweis keinen Zulritr. Gerichtszeitung. Ein sensationeller Amnestiefall. Der.Fall Breuer", der vor zehn Jahren so grojjeS Aufsehen erregte, hat eine überraschende Wendung genommen. Der Renn- fahrer Breuer, der damals wegen Mordes zum Tod« verurteilt, dann aber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden ist, hat seit 1911 sein Leben in verschiedenen Zuchthäusern zugebracht. Auf Grund der Amnestieverordnung vom 3. Dezember 1913 wurde jetzt die Amnestie ausgesprochen. Nach Abs. 2 des§ 3 kann Amnestie auch in anderen Fällen erfolgen, auch wenn die zu per- büßende Strafe noch mehr als ein Jahr beträgt, falls die Er- Wartung gerechtfWRgt wird, daß dier TmMstierte die Freiheit nicht zu neuen Straftaten mißbrauchen werde. Durch Verfügung de» Justizministeriums vom 4. August d. I. ist die Staatsanwaltschaft zu Trier angewiesen worden, Breueraus der Haft zu ent- lassen. Die Bemühungen auf Wiederaufnahme des ganzen Vrr- fahrens werden ihren Fortgang haben. Sriefkastev öe? Neöaktton. R. 18. Wenden Sie sich an die Gemeinnützige Bau- und Betriebs» genossenschast, W 35, BlumeSbos 9.— W. 7. Bund techn. Beamten, Berlin, Werststr. 7.— K. K. 1 Reichswirischaitsomt. Berlin, Bunsenftr. 2. Finanzministerimn. Am Kupserqroben 1.— G. 200. Lehnen Sie die Herausgabe der Maschine ab. Weitere Schritte können Sie u. E. nicht mehr möglich machen.— St. M. 25. 1. u. 2. Nein. 3. Ein notarielles Einkommen ist zweckmäßig, Soften etwa 40 M.— A. St. 4. 1. DaS mit Rcchtskrastattest versehene Scheidungsurteil und, falls Kinder aus erster Ehe vorhanden find, eine AuScinandersetzungsbefchenngnng dcS Vormund- schastsgerichis. 2. Eine Verlesung findet nicht statt.— Walter 250. Seit Dezember v.J. nicht. U. W. ist in allernachiicr Zeit eine falchc auch nicht zu erwarten.— Z. 4. 1. Ja. in den Barmitiagsfiunden an die PcüiungS- stelle, LandeSausttellungSpark, Jnvaiidenstr. 2. Gesuch an das Justiz- Ministerium.— 8. 1. Falls die Weigerung mehrere Monate andauert, ja.— W. 15. An daS Preußische Ministerium dcS Innern.— P. T. 31. Ja, Sie können beim Amisgericht Kiagf erheben.»— W. W. 9. Nein. Am 6. August, vormittags 9 Uhr, verschied saust mein lieber Manu, der Stein- vrucker 17/18 Mdelm Kiibe im 63. Lebensjahre Im Namen aller Hinter- blicbsne» Auguste kube. geb. D ubrow, Romintener Straße 53. Beerdigung findet Man- tag, den 11., nachmittags 31/, Uhr, von der Leichen- halle des Zione-Fnedhofcs, Nordend, aus statt. Von der Reise zurück Dr.Priebatsch Frauenarzt, 16/12* Potsdamer StraBe 48, Ecke Kuriürstenstr. Sprchst.12-1,5-5 Spezialarzt Gr. Haedicke Frledrictetr. 187/88 (an der Mohrenstraße). Sprechzeit: Ii-1,3—7. 72L* Sonnmgs: 11—1 Speziallst cand. med. Stesshanoff Seit 1�15 Vertreter' der Spezial-Aerzte Sprechstunden 10—1 u 6—8 AinZirkus4!n, gegenüb.Zirkus Schumann, n. Bnh.Fhedrichst. Beratung unentgeltiich, für Behandl.Teilzahlunggestattet S Auskunft umsonst bei ewsrkorigkeit Odrger., verr. Oh>-schnierz Uber un|. taujend' bewhrt.patemantr Mich HLrtrvmmelr öeau. u. unüchtdv! IU tragen. chlibiz. Anerkenn. SanlaVersand.München. Sit llmmUmMe der Männer, als Folge fügend- licher Benrrungen und Aus- ichweiiüngen. Ursachen, Ber- hutung und Hellung von Dr. ü. Wendel. 5. Austage. Preis 1 M Zu dezleden durch das Institut sstr Mesund- h-ttopflege, Wieobudeu 47 oder durch jede Buchhandlung. Bgr u. Teilzablung Wohnzimmer, Schlafs, Speise», Herrenzimmer, Polster waren, Farbige Küchen, Einzel.Möbel. Riesen-Acsw� billige Preise GröBte Kulanz Uefere auch nach auswärts * Lieferung frei Haus Kriegsanleih. U.Sparkassen- bllcher nehme in Zahlung. Möbel-Cohn Gr.Frankft.Str. 58 5 Min. vom Alexanderplatz. Filiale: t?. 48. Kuhla- IHanos Berlaui im Fabritmagazw N 31, Wattstr. 17/18. Elektromolore Gleicbstrom:; Drebstrom kauft[• Ingeiiiemteeaa Schüchting Berlin W 9, Linkstr. 10. Tel. Lützow 3705 und 8518, oeseitipi D�tVah'sHaussalbe jert. hautausscht, Flecht., Hautjuck., bcs.Beinschad., Krampfadern der Frauen u.dergl. in Onglnaldosen 4 50. 7 50 erhältlich in der „Elefamen-Apotheke" Berlin 213, Leipziger StraB« 74 ia. DönhotlnM Ein Herren- Fahrrad mit Gummibereifung, einGohroet» unzug, mittlere Figur, la Stoff, j. verlaufen. Sprechzeit o. 8—8. P. Lublti, Wildau. 541® KautjucUen! bes. in d. Bettwäi me zu lastig, Kratzen reizend, rote Punkte, kl.wässerige Bläschen, Krätze heilt völlig ApoiiuSclianz Haut- ausschlaggalbe. 2 Töofe(zu elnerKur unbedingt erforderl.) 6M. Glänz. Heilberichte. Versand per Nachn. nur durch Apotheker Schanz, Einsiedel bei Chemnitz I. Sa. 37. 55/17* MtmfmtovnZemml Technisch. Mureau j. Fehlüerg, Stralsund, !!!Geld!!! stirsede Wertlache. Höchste An» lau, spreite für Pfandscheine, Brillanten. Goldgegenftände. Teppiche, Bllcher ulw. Wollt, Friedrich»tr.4I 1», Ecke Ztochstr. 8e!iel!se!s.- kauft nahni Dircksenstr. 2. Spezialarzt Dr. Hascht ».. eorechfiunben 10-1, 5-8. Sonnt 10-L MUAliße 90 A»äL- 1 Spezial-Behandlung Kühn sei."«? Ändreasslr. 15, 1 !. BnL ecke Breslauer Mr., dicht am Schles. Spreche. 10—12, 5—7, Sonnt geschlossen. Harn, und Blutuntersuchnngcn.' Keine Wanze mehr«.!,'5» nur mit Kammeriäger Bergs NIcodaal I u. II zu erzielen. Rcistluse Wanzen- u. Brutyernicli tnng Erlole verblüffend. Kinderleicht anzuwenden. Gesetzlich geschützt— Viele Dankschreiben.— Dopoelpaket M, 2 50. Ausreichend für 1 bis 3 Zimmer und Betten.* Alleinverkauf: Sämtlicbe Warenhäuser A. Wertheim. Bei Ein», von M. 2,70, oder Postscheckkonto Berlin 31 286 portofr Zus durch H.A. Oroesel. Berlin, Könlggrätzer Str. 49 Englische ZigareUen Gold Fläke und gleichwertige Marken, banderoliert, trotz de, hohen Goldzolles ZU M. pro Mille liefert franko In perficherten Wertpaketen an Wirte, Kantinen, Vereine und Private nicht unter 5va Stück nur gegen Voreinlendung des Betrages(einzuzahlen auf Post- sch-cklonto Köln 00602). 17/14» Gustav Koch, TafcaMrikale. min o. Herpourthstrufi« 19, geenfpe. A 8099. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. ♦ N 64, Linieustraste 83/85. Fernsprecher: Amt Norden 18ö, 1239, 1987, 9714.— Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Achtung! Kollegen und Kolleginnen! Achtung! Am Sonntag, den 17. August ISIS, von IS Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags, finden die Wahlen zur Ii.(MI. BetOanDsgenenMitinilatig in SlnllM 128/8» Osten. 1. Rott, Eiraßinamiftr. 29. 2. Comeulussäle, Memeler Str.67. 3. König, Lang'str. 53. 4. Rauter, Gr. Frankfurter Str. 10. 5. Pilzbäcker, Blumenstr. 34. Nordosten. 0. Späth, Georgenkrrchstr. 65. 7. Wiese, Elbinger Sir. 35. Nordwesten. 8. Markgraf, Huttenstr. 23. 9. Trick, Berlichmgenftr. 5. 19. Pärsch, Oldenburger Str. 10. 11. Krüger, Putiitzstr. 19. 12. Hämmerer, Birkenstr. 57. Norden. 13. Büttner, Schwcdicr Str. 23. 14. Hummel, Sophienslr. 5. 15. Giiesche, Kopenhagener Str. 74. 15. Baumann, Gerichtsir. 74. 17. Sarzeit, Hussiienstr. 35. 18. Waldt. Pflugltr. 5. 19. CaruS, Voilgstr. 87. 29. Köwenbr.. Hoch- Ecke Badftr. 21. Ztzritsch. Dronlheimer Str. 4. 22. Rast, Mapür. 12. 23. Beyer, Müllerstr. 125. 24. Evan, Trtststr. 57. Süden. 25. Fröhlich. MuSkauer Str. 1. 26. Eichhorn. Reichenberger Str. 85. 27. Blenkte. Bopp- Eck« Schönleinftr. 28. Büttner, Gneisenaustr. 56. L9.GewcrkslyaftshatrS,Engekuserl5. 30.ToPP,AlleJakob. EckeHollmannstr. Südosten. 31. Winter. Ritterstr. 117. statt, und zwar in folgenden Lokalen: Westen. 32. Wiener, Bülowftr. 58. Adlershof. 33. Stropp, Radickestr. 15. Baumschulenweg. 34. Boche, Baumschulenftr. 57. Charlottenburg. 35. BoltShauS, Rofinenfir. 3. 35. Porfchel.Kaiser-Friedrich-Str.BL. Köpenick. 37. Kas»er,Augusia-ViktorIa-Gir.29. Friedenau. 38. Tanz. Holsteinische Str. 22. Friedrichshagen. 39. TiniuS. Frtedrichstr. 121. Lichtenberg. 40. Blume. Ali-Boxbagen 55. 41. Schulz. Kronprwzenltr. 47. 42. DahmeS. Mainzer Str. 23. Mariendorf. 43. Tchreiter, Chaussee- Ecke Stur- sürstenstr. Neukölln. 44 Ideal-Klause, Mareschstr. 14/16. 45. Ideal-Kasino, Deichselfir. 8. 46. Rültheim. Berg-EckeBahnstraß«. 47. Jdeu, Boddinstr. 68. 48. Kirchner, Hermannstr. 159. Oberschöneweide. 49. Kodaneck. Ailhelminenhosstr. 18. Niederschöneweide. 50. Rethel, Grünauer Straße. Pankow. 51. Schmidt. Florastr. 15. Reinickendorf-West. 52. Glamaun, Schillingstraße. Schöneberg. 53. Obst, Martin-Luther-Str. 69. Seegefeld. 54. Baier» Kruppstraße. Siemensstadt. 55. Müller, Nonnendamm» Allee Ecke Märkischer Steig. Spandau. 55. Steinmetz. Bismarckltr. 8. 57. Dannenbergs Bierhallen, Chailoiien- Ecke Potsdamer Sir. 58. Windt. Pichelsdarser Sir. 5. Staaken. 59. Dhiehle, Berliner Straße. Steglitz. 60. Henke, Flensburger Str. 7. Tegel. 61. Sehnhardt, Berliner Straße. Tempelhof. 52. Bürgergarte». Berliner Straße, am Bahnhof. Treptow. 53. Ganter, Harzer Str. 88. Weistcnsee. 54. Masche, Berliner Allee 251. Wildau. 55. Sommer, Schwartzlopssstraße. Es ist unbedingte Pflicht der Kollegen und Kolleginnen, sich zu beteiligen. recht zahlreich an der Wahl Die Ortsverwaltung. ZZr. med.}forl Reinhardt Berlin, PotsdamcrStr 117(a, d.Lutzowstraßc)| Spezial'Arzt bewährte lachmänniscbe Behandlung. Unentgeltliche Auskunft und aufklärende Gratis droschüren(Beschreibung sämtlich. Heilverfahren n den Sprechstunden von'/, 12— 2 mittags,>/,d bis 1 'j 10 Uhr abends, Sonntags>/,>>— I Uhr(im ver schlossenen Brief 1,25 Mk.).* oftene Füße, Krampf- aderleiden heilt sogar i. verzweifelten Fällen mit oft überraschend. Erfolg die baotbU- _________ dende schmerz- und -ickreizstillende �Vater Phlllpp.Salbe-. Preis 2,70 und 5,10 AL; erhältlich in der Auguste- Viktoria- Apitbeke, Könlggrätzer Str., und Simons-Apotheke, Kronen-, Victoria- und in der Minerva-Apotheke, Charlottenburg. Man hüte sich vor Nachahmungen und bestelle, wo nicht erhältlich direkib.Tutagcn-Labaratarlum.Szittkcbmen-llomintenS, Impr. Seidenmäntel(Riesenauswahl) 118, 135, 156, 178, 212 Kunstseidene Strickjacken, bellblau, rosa, gold etc. 98. 115. 133, 148, 165 Sportjacken 35, 41 Tatretjacken 75, 98 Qabardine-Mäntel, wasserdicht, 106, 127. Jetzt noch billig!! Fesche Dlster Ccaifsw PßrasM Füse PitWoltl weiche, mollige Stoffe, flotte Point, gedieg. Felle, Priedensqualitäten, auf Damass6 geiüttert, ISO, 185. 215, 300 1200, 1500. 1800, 2500. beste Qualitäten, neueste Foimen, 875, 525, 700, 950. «[ Aus derKeicbsbekleidungssielle gegen Berliner Magistratsschein Reinwollene Kostüme 90,—, 206,25, 237,50 Feine Plüschmärtel 228,75. 230.10, 311,70 H Entzückende Stoifröcke 33,—. Seidemöcke 86,—. Winter-Sportjacken 75,—. Westmann I.Geschäft: Berlin W 8, 2. Geschäft: Berlin KO, Mohrenstr. 37a. Gr. Frankfurter Str. 115. Sonntagg gggoblosgenl Kriegsanleihe wird zum Kurse von 86"fc in Zahlung genommen. Bnein follaliwfr. WMMk» Stsg-Bedim. Montag, den 11. August, nachm. 5 Uhr, in»Höver- lands Festsälen»(Ii. Saal), Neue griedrichstr. 35: Iliitgliedet-vetiammloiig. Tag esordnung: 1. Zahlung der Beiträge. 2. Srgänzungswaht des Bor- stände«. 8. Vortrag des Parieigenoffen Ztrimwalkommiffar» Krüger über:»Verfassung und Vertvalluug». 4. Auf- nähme neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes. gW Alle Kameraden, die auf dem Boden der sozial- bemviratischen Partei stehen, find herzlichst eingeladen. 213 9 I. A.: Alblau», I. Vorsitzender. BeMD in Safifn i. vmeWN Sin die Sollegen und Kolleginnen, die aus i>em vodcu unserer ölten GeiverksSiaftsrichtnug stehen t Am Sonnabend, de» S. August, tn nachstehenden Lokalen In der Zeit von 12— K Uhr Telegicrteuwahlen zum Berbandstag. verlin 0> Krumbach, Darich au er Str. 61: verliu kt! Dahme. Schlegelstr. 9; verliu SO: Birbersiein, Adaldertstr. 59; verliu SW- Rathmann. Wllhelmstr, 115: verliu S- Kinde, Ritterstr. 32; Spanbau: Steinmetz, Blsmaeckstr. 8; Neuis lln! Schmidt, Münd>suer Str. 23. 35kld Die Berliner Generalversammlung am 17. Juli hat eine Liste A(Räteshstcm) und eine Liste S(Alte Richtung) auigestestt, Wir bitten untere Freunde, von»er Liste A den Borsitzendcn Kollegen VottnetinIK und von der Lifte« noch IV Kollegen hiuzuzuwähleu. Jeder versehe sich mit genügendem Au weis und übe(cht Wahlrecht aus. Venige Freund« sllr Einigung. SnwrMtiWtfSmtcii für Bielefeld und llmgegend. Gesucht wird ein In gewerkschaftliche« und sozial- politischen Aufgaben erfahrener Sekretär, der auch daS Blldonsuwcsen beherrscht und auf diesem Gebiete tätig fein soll. wird nur ans eine erste Kraft reflektiert. Gebalt nach Ueder- etelunfL Antritt zum 1. Oktober d. I. event. früher. Bewerbungen mit Angaben über die bisherige Tätig- keit und mit der Aufschrist„Bewerbung» sind bis zum 24. August d. I. einzureichen an das 215/13» Gewerkschafks-Sekrekariat Marktstr. 8. Zwei tüchtige Glasschleifer auf Mc�stu�aretten und 2 Messiuggtaser gesucht bei hohem 3. Schilling, Sodeuhaun, Strandves, Landskronagade 6, Meister gründlicher Erfahrung auf dem Dcdlete der Stanz-, i C n Schnitt- und Ziehwerkzeuge und der Massensabri- K»»«, kation gestanzter und gedrehter Teile wollen An- fit U gedote mit Lebenslauf und Gehaltsausprllchen sowie feWÄ Apparate-Fabrik, _ verliu N 31,«ckerstr. 21/78._ 35576* guoerliisfiger Regiftratur- beamter zu sofort gesuchL Derselbe hat auch Velen- glluge zu übernehmen. Persönliche Vorstellung mit geugniffe» del 35746 DeutsrlieBeFgiiau-GesEüsch. m. d. H„ Schiitzeustr, S. rachliger SoaMmen- NeSsler für sofort gesuchL 35LSd J. KrUtan G. m. d. IL, Lwdenstraße 16/17. Nach Köln! Valsterer•>•><> Lezieller für Lederlludsessel zum d'öchsten Stundeulatze geluchL Nur ein- gearbeitete gewünscht Schrift» ich« ober mündlich« Angebote an Karl U-lner, Äöl», Komödieustr. 18. Ledermöbclfabrik. Reis« nach Köln IIL«lasse wird vergütet._ 17/16» Glasbläser auf Zsolierstaschen sucht Theeoios iUt.lcne eieUschost «urfürftenitr. 146.(17/17 Klempner psucht auf Wagen- und Karosseriebau. Es wird nur auf eingearbeitete Leute reflektiert.. 453D» Alexis Kellner Berlin NW. 87 Kaiserin- Augusta- Allee 101. Zum Betriebe einer 523D» ZfümtonWgs- - m\m wird ein ans diesem Gebiet« erf lliwerh. Mann gesucht. Ausführt Anged, u>, wehalt». anfpr., frühesten Eintrittstermtn erb, unt N 31 an 6. Exp. 6. 81 MM-. WS-. MM- l!rveikeri»ttm.»i/ii. perfekte ,de> hdchsten Ldhnenfnchl Um Selultz,&XatS. ss Wir tief«* direkt aa Privete«U Spealelltät: �— Bürgerliche Wohnunss-Einrichtunsen y Tsfa*>§*J-£ r* m) M C& vrt nfv&fnfrtl'r In Jeder Hol*- und Stliart zu soliden Preisen tLr q. FA � Eetohe iMwihl In emku-s.leen 116b«!« dlezumA-serleoso,:«,. Bsslehtli ir ücj'Iui C. 33 tRfcxandrrsUnui& 42 ___ tehtlgnnr■n.erer omfanexelohmo Lager tat »unseht Bahn freie Ltetenng dar ah ginn DecteehUnd direkt ab Fabrikgebkude. V Bentnehea Theater. 7 Vi Uhr: Auch Ich war ein Jlingllnz.. (Schwank). Kam in erspiele. Allabendlich Z Uhr: Leopoldine Konstantin in Das Weib u. der Hampelmann. Theater des Westens Allabendlich 7,/i Uhr- Mla Werber und Hans Wass- mann m Die Geisha. Theater I. ä. KSniggrätzerStraße Va8 Uhr: Der NSuptllnx. Komoäianhans 8; Llsclott von der Flnlz. Berliner Theater 7.15: Die Dame im Prack. Central-Theater Kommandantenstraße 57. L'h'r.- Die Schönste JBiÄltea. Frledr.-Wilhelfflst. Thcster u2Derh0ilijeFlorian Kieines Theater. 7-/. Uhr; Unterm Baume der Erkenntnis Komisohe Oper Jhr; SEhwarzwälilinäiel. liuntspielhaii» 7'/. Uhr: SO 610 MM. Metropol-Theater. 7 uhr zo: Die Fasehionsiee. Veuew Operettenhaas. 7.«u.:DieDani8¥0!nZirkGS. Palnst-Theoter* 7-,. uhr: Weinende Erten Oper. v. R. Danziaer. SchiUer-Theat. Charl. T/s Uhr: ThBlla-TheBtcr TUV.i__ � Th, am 5. ollendortplatz 7'/. Uhr: Alg?0De. Theater d. Priedrichstadt TL u.: Unheimliches Souper. Der gutbezahlte Kenmann. Vergeltung. Wer andern eine Grube gräbt. Wallner-Theater Tz, uhr: Das Gesetz. Luisen-Theater. V/i �'ich: V/z Der verflossene Resdorf. Sonntag 3 Uhr; Der Leiermann und sein Pflegeldndj�_ BsSer fraiar 7/9 RcftauiennHee 7/9. Neptun's Büiiiioelfatirt. iv luyiiuf.« Anfang �'2 Uhr. Vbigt-Theater fflabfkoSe 58. 7t/, Uljc: Das fnenlicta. Borher ;-Vors Eröffnung 3 Uhr. Anfang 5 Uhr. Variete-Vorstel lung. -Uhr löniifals-Paliist. SntsmatioH. AwskKmpjE um den Preis der Deutschen Republik. Anfang Jf i Der Weg, der*ur Verdammnis f&hrt« II. Teil. Tbeatei a.iLoitbus.Tor Allabendlich"< 1h Uhr LMs-LSngsr ~9 ehem. Mittl. der Stettiner Sänger Humor. Spielplan Sommernreise I Direktion Siegbert Goldschmidt Knrfürstentiamni 236- (Leichtsinn und Genie) Filmschauspisi in 5 Abteilungen mit Benutzung von Alezander Dumas' Drama„Kean" f. d Film bearbeitet von H. Fredall. Hauptrolle; ÄÄ« Außerdem das Lustspiel: Tante Bella muß rutschen. 3 Akte v. Ludwif C/emy. Volksbühne Theater am Bülowplatz. 7»/, Uhr; DerKuhrefgen Oper von Wilh. Kienzl. (.osHlKK-Tueater Sommerspielz.: H. Sternberg Gastspiel Guido Thielscher: 8 Uhr; Charleys Tante. Deutsches KUustler- Theater. Allabendlich 8 Uhr Max Adalbert m: Die Rutschbahn. "Trianon-Theater. Bhf.Friedrichstr. Ztr. 4927�391 ?S!?"Ä' 335. Male Oergntefln} Komödie von Sudermann. Sonntag 4 Uhr: Johanriisfeaer. Mose-Theater. 7t/,: Die Frau des Debütanten. 'T/t Uhr Gartenbohne: Das sieht sich jeder an. Vorher Konzen U. Spezialität Wailiaila-Theater. TL Uhr: sclions Zelt, o selige Zelt. Residenz- Theater. Untergrundb. KlosterstraEe Stadtbahn Jannowitzbrücke. Äh"zum* 21 3. Male Engen Burg u. Paul Bildt Das iere M. Schauspiel von Sudermann. Sonntag 4 Uhr: Gespenster« Winter- Geite» Täglich 7'/, Uhrs Varietg-Spielplan Raueheu gestattet! iFOLLQ THEATKK Fnedrichstraße 218 Dir.: James Klein 7»/. Sonnt. 3»/, u.T1/, Ein Ssosations- jÄug.-Programiii. 6 Antonetts her. Akrob.-Familie. iHanni u. Angela Luft-Akt. Eing Locis&Sohn die Todesleiter j Jean Clermont 1 Zirkus-Parodie. Schichtel's künstl. Menschen I Iven Andersen Tanzakt 2 Gezettys akrobat. Neuheit. 1 Koock&Pauly, die Urkomischen.- Rud. Mälzer, der sächs. Komiker I Sonnt S1/, Uhr; jed. 1 Erwachs. 1 Kind freil E2ieiis!iiill.-TliEst£r Allabendlich 7-,, Uhr: Stettiner Sänger Mtyscl, rtrlttoa Max Stfllill usw. Rdchsliallen uü??..,. Dönhoff Brettl Stcuc« Pro gram«! �nfan�7'/a, Sonnt. 5 Uhr. VerpOgungs- Palast SeWoSbr, Mvewz Haupistr. ia2/I38. Sonnabend.ö.Aug.; BmaieeM Sis W 4 O' 8 (Reger. tttjamp.) , gegen j Gebhardt(»«.«-») lum bie Prämie von 800 D!.,) 1 welche von einigen Reu- köllner Sportsleuten ge- stiftet wurde. Ztveittt MsikiüvgskaWs 1 Retitjesn(Berlin)! ! gegen! !(ErllisDn(Dänemk.)! SMel GemmeliNürnbg.) . s°v-n visier(Salzburq). Kupkerdrähte rtabel Litzen r jür Aus/tudthvdar� .»ult Kabetnenrict P aUburn 4W icachim Pncdrlc» straße iL• Mlnet A« GastfpleldireMon Walker vromm» Ae öesfoiis» ss« beiils! !l! mit 524D* Mk bAllS»5» IIAlS SMÄS 7'5 Uhr IBP Att8> > schneiden!| �SationaS-Theater| Cöpen. Str. 58. Täglich 8 Uhr: Cöpen. Str. 68. Sonder.Vergünstlgung;; Orchester-Sessel statt 6,50 M. 3.00 inkl. Garderobe 1. Rang-Fauteuil„ 6,00„ 2,50„ Familie Hannemann. JÄL, W Isums Konzert- und Festsäle ® Koppenstr. 20 Sonnabend: OroSer SwiZelltenizgii unter Leitung des Tanzmeisters Walter Fiabig. Anfang; 7 Uhr. VolkS'Sommerfest des Sozlaldemokratircben Vereins Niederbarnlm Bezirk Welßenaee. Schloß Weißensee und Borusala.Branerel Sonntac, den 10. August i GROSSES GARTEN-KONZERT. Kapelle Maxim. Fischer Auf der Qartenbühne im Schloß: KostQmtänze mit Mandolinenbegleltung Walter Sturm: Rezitationen— Sologesänge—„Klink mällerscbes Doppelquartett— Chorgesänge;„Berliner Schubertchor" Salzburger Original-Schuhplattler (Verein zur Erhaltung bayer. Sitten u. Volkstrachten' 20 Tanzpaare— Solotänze: Karl und MirzT, preis gekrönte bayerische Solotänzer GroBes Lauten Orchester— Gesangshumorist Holtmann Im Saals der Borussia- Brauerei: GroBer Tanz bei vollem Orchester von 5 Uhr an Eintritt I M„ gültig für beide Lokale. Anfang z Uhr Kaffee In Kannen— Billige Preise— Kein Trinkgeld Weißbier-Ausschank— Volksbelustigungen. Verkaufsstände— Jedermann herzlich willkommen. Des Geschirrmangels wegen bitten wir unsere werten Gäste, sich möglichst Tassen mitzubringen. Stadt-, In- und Auslandstransporte-«»«jj /| A. Sjcblfsr[ I Bei tf n«Wiii»ersd erf WMietencaua 3« Stadt-, In- und Aualandstransporte ääi ZAelzer-GMe» Am Frledrichsbain 29/32 Sonnabend, b. 9. August: italiesiscbe Bactit (Sine Ttachk in Venedig Gr. ßFillant-FeuerwerK Dazu die großen SpeziuiilSken und die Auastattungsoperetke Serim- Mell— üollGtsvUügyei. i Borvert.p.1kl>/zU.vorm.ad. ZekÄUdurK Anbreasftr.ßf, a. SchLBhf. Ringkämpfe Stegemann(Berlin) gegen Douglas(Elldamerika). Paradanoff(Rußland) — eu R�Ke(Altona). I in große: Auswahl, ele- I gante, erstklassizePianot I günstrgeKauigeiegenhen Max Becker j Cianohams Osten Andrensstr. 47 I.* Stocfmann(l gegen Rüflltmf'ch. Entscheidung: SSoiff(Albano) geg. Schikat. FUmschau— Bühnenschau. „Cjar&asfütftm." Pers.«uftr.: Max Marcelli. Begntn 6, Ringtämpfe S1/,. Vorverkauf 11—1 Uhr. Möbel Baiser, Lothringer Straße 67 liefert gegen bar und T eilzäh lung zu mäßigen Preisen Bürgerliche MsMHMtllM Wohnzimmer, Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzitnmer großer Auswahl. I in Künstliche Zähne mit echtem Pnrakauischuk, ffialblronen und Brücken» Präzifionsarb., Rep. u. Umarb. sof. Ueber SO I. sachlälig. Keine Uuxuspreise. ZnhnpraxiS Griiger, Brinzenstr. 66a, an der Dresdener Str. Ksrnipr.: Moritzpi. 11253. 3ö5hb* Skei'bäWiiiljL�-FZi'LiieiiZtsiizZii'. Morg Sonntag u. tägL außer Sonnabends Dampferfahrten nach Worksrsdorfer Schlenfe nnd Tlen-gerlngsdorf. Außerdem Dienstags und Mittwochs nach Jleu-vlühle, Abfahrt Wochentag» 9 Uhr vorm.. EonnL 8 Uhr tchmittags. 540D ......* Tel.: Morißpiah 8197. vormittags und T/, Uhr na< Reederei KIECK, Falckensteinftr. 4S üeeiiereiKalintyfirtzBr.lÄ �fagnen�3"«SlNvIlMl!. j3e#SSbÄ0u1}«�- Teapitz{xV%r) | Sehen Sonntag{ äszwsteabaig B38D Qcbraud)tc Kiftcn, Weinkiste» und andere, lagernd Tempehof, großen Posten preiswert abzugeben. zsTSb Angebote«nter A. 33 an die Haupt» pedi-tioi» des„Vorwärts". S a CO Em « CS s» 1-5 OD c» BB 53 s SS 15 Laubenland�iarzellen . eigenen Obst- und Gemüsegärten in Buckow bei Britz, eingeteilt zu 60 Olv-Rut. ä 36 M.— 2100 M,'/, Anz., Rest 5 Zahr sefn Straßenbahn Rr. 28 Buckow, anzutreffen Sonntag, 10. Augu«, nachmitt. 8—1 Uhr, bei der Bahnftation Buckow.[* Nähere» Mcrre», ftnctefiocft. Gundclfingerktr. 35. zu Preisen, wie solche nach Meldungen des«Berliner Tageblatts", des .Vorwärts" u. a., aus Holland zu haben sind(45 Pfennig Kleinverkauf) suchen wir zu kaufen. Wir möchten unserer Kundschaft glrn» eine leidlich anständige Zigarre zu 45 Pfennig das Stück liefern und sind bereit, einen Einkaufspreis von 40 Pfennig franko Berlin für das Stück anzulegen. Selbstverständlich muß die Ware aus reinen Tabaken bestehen und darf kein Buchenlaub oder andere Veredlungskräuter enthalten. Wir suchen für den ersten Ansturm 5£G00£SMjegen�� Wenn wir die Ware erhalten, so werden wir die Zigarren unserem Raucherpublikum an dieser Stelle anbieten. Sollte dieses innerhalb der nächsten 14 Tage nicht geschehen, so bitten wir das Publikum zu glauben, daß die Meldung von den billigen holländischen Zigarren auf falschen Informationen der Zeitungen beruht, und daß solche Meldungen viel Aehniichkeit haben mit den Enten, die alle Jahre zur Sommerzeit aufflattern. Früher waren solche Meidungen unschädlich— heute tragen sie zur Irreführung bei. Weshalb geschieht dies? Solange die billigen Holländer noch auf sich warten lassen(beim Kurse von ca. 16 Pf. für die Mark wird dies noch ein Weilchen dauern) bitten wir unsere Kundschaft, zu glauben, daß sie bei uns so billig bedient wird, wie möglich. Hochachtungsvoll, iWMÄMWliM Qute Jftnsik im eigeaen Keim durch unsere erstklassigen Spreehmasehinen Settallplatten. Torfälirung koEtenloa in separaten Vorspielräumen. Sämtliche Musik-Instrumente steigen ♦ Klatidoltnen Sauten 4 stitarre« Zithem» Akkordeons. Größte Auswahl— Billige Preise. Nur erstklassige Qualität. Beil&Voss, Musik Berlin C 54, Rosenthaler Str. 16/17. Sicherste und beste Kapitalaniage Norddeutsche Oemüsebau-Qcnossenscbait«.Q. m.b.H., Berlin C I, ßurgstr. 17. Tel,: Nord 7139. Eigener Grundbesitz, ia Boden. — 30 Verteiiungsstetlen in Berlin und Vororten.— Bisher über 40C0 Mifghcder. Neu-Äufnahmen können noch erfolgen. Krlegs-Aolcihe wird noch kurze Zeit zum Ntnnweti in Za lun glommen Millionen-Blechziehartikel von ganz unschätzbarer Xerbienff* und Abiahmüglichisit enormer flonfum— Export unb Messe-Schlager, leichi zu fabrizieren, fof. lieferbar, mehrst gef. gesch.. gänzl. neu, conknrrenzias, zertentfprechend, vertäust für ganz Leulfch. ianS und Export billig Alleinvertrieb n.??abrikatio:.srechi Vi. A. Lxxe. Berlin S W tÄ. IJnd.nstr. Ä4. Berliner Anfragen nur rnÜnvlich H578> I l HlMlZ'MMNI WU! J Vi f„Votw Ä Ib. Vir tm 43 üuu?tai ISIS ei chleneurn Nnmmern de» Qetra&tto* werden tzv kaufen gesucht. Angebote unter an die k.a'inte�pedition de, B! ittes