|t r.407.M.Z-chrg. Bezugspreis: VierteliShrl. 9,— Ml. monotL H— Ml, ftei ms«cm«, voraus zahlbar, Post» dezug i Monatlich MI. rxll. Zu- ftcllungsgedUhr, Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterretch- Ungarn 6,2ö MI. für da« Ubngi Ausland 10 25 Ml. bei täglich einmal. Zustellung 8 25 Mt. Poftdestellungen nehmen an Dänemarl, Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz, Eingetragen in die Poft-Zeitungs-Preisliste. Der„Dorwärts" mit der EonntagO- deilage.Voll u. Zeit* erscheint wochen» täglich zweimal. Sonntag« einmal. Abend-Ausgabe. Telegramm-Adreffe: �Soziatdemotral Verl in-. Vevlinev Dolksblätt. ( ISPfenn'g} NnzeigcnpreiS.: Dl» achlgefpaltene Nonpare!llezei>e lostet 1,55 Ml.Sleius Anzeigen-, das iengedruckte Wort 65 Pjg,(zulässig 2 settgedruikte Worte), fedcs weitere Wort tO Pfg, Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen da« erste Wort i> Psg., jede« weitere Wort 35 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag doo/o. 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Die Nachricht des Wiener Korrcipondcnzbureaus, daß die Entente dem Erzherzog Joi'eph die oberste Zivilgcwalt in Budapest übertragen habe, erregte auf der L u z e r n e r Konferenz die h e f t i g st e E n, p ö r u n g.?Nan er- blickt darin den verstärkten Beweis sür die gcgenrcvolutio- nären Tendenzen der Entente und es gibt Tclcgiertc, die sogar meinen, nach dicscm Aorbilde könne die Entente ja schließlich auch Wilhelm II. wie- der einsehen. Mau will jedoch erst nach dem Vorliegen authentischer Nachrichten Stellung nehmen. In der Resolution R c n a u d c l wurden im Zusam- menhang mit dem Protest gegen die Intervention in Ruß- land und mit der beabsichtigten Entsendung einer Studien» kommission nach Rußland unter anderein folgende fragen an die Bolschewik! gerichtet: 1. ob sie die Kommission empfangen wollen, 2. ob sie ihren Vcrnichtunqskampf gegen die anderen so- zialistischen Parteien einstellen wollen, 3. ob sie sich auf den Boden der Demokratie stellen wollen. Verschiedene Delegierte, auch der Mehrheit, geben jenen Protesten den Vorzug, die nicht an solche Bedingungen geknüpft sind, in denen man eme Vorwegnahme der Untersuchung erblickt, wenn auch das Ver- langen zu Punkt 2 allgemein geteilt wird. Man weist aber auch darauf hin, daß, wenn die Bolschewik! Ge- walt anwenden, zuerst Gewalt gegen sie an--"-�-mdct wurde, erst von den Deutschen, dann vom Ententei.mpe- r i a l»i s m u s. Man wünscht auf der Renaudcl gegneri- �schen Seite jetzt überhaupt noch keine Stellungnahme zum Bolschewismus, sondern nur aeaen die Konterrevolution. * Was die Frage anlangt, ob die Kommission der Jnter- nationale nach Rußland hereingelassen wird, so soll sie be- reits dahin entschieden sein, daß die Bolschewik! dieser Kom- Mission zwar nicht besonders günstig gesinnt sind, daß ihr aber Einlaß in Sowjetrußland gewährt werden soll. Aus den bisherigen Berichten geht die Stellungnahme des inter- nationalen Kongresses, der bekanntlich am Sonnabend ge- schlössen wurde, zu der obigen Resolution R e n a u d c I s noch nicht klar hervor. Sobald die genauen Berichte es zu- lassen, werden wir darüber berichten. Der Exkönig a!s Millionenftbmuggler. Lanüarbeitersireiks in Frankreich. Die e>, o n s 6 d 6 r a t i o ii G e n S r>i l e du T r a v a i l lmt laut Wie einem Mittagsblatte gemeldet wird, handelt es sich bei dem sozialistischen Blättern eine»r»c Gewerkschaft gebildet, welche zur schon in unserem Morgenblattc gemeldete,,«ersuch des ehemaligen Organisation der Landarbeiter dienen soll. Sie Hat i ssj ch s j s ch e n Königs, einen Teil seines BermögcnS über die außerdem auf dem Lande c.nc rührige Propaganda begonnen, nffnische Grenze zu schmuggeln, um die Teilnahme zweier Personen, die sich schon bc.iierlbar macht. D»e Landarbeiter d e s �ie nicht ganz unbekannt stnd. D-r Herr soll eine besondere Stel- e i u e- und M a r n e d e p a r t e m cn t s fange na n, die nm sächsische,, Hofe eingenommen haben, während die Dame irdei»„, e d e r z u l e g e n, so daß Militär zur Embringuilg! Namen trägt, der in der Kriegsgeschichte dec letzte» Jahre der Ernte in die Ausstaiidsgcbiete geschickt werden mußte. Im Seine» und Oise-Departcmcnt streiken die Landarbeiter cbciifalls. Es wurden freiwillige Kräfte aus anderen Lairdcstcilen zur Einbringung der Ernte herangezogen. Truppenverstarkunz in öec neutralen Rheinzone. „Chigago Tribüne" zufolge hat der Fünferrat den Vorschlag FochS angenommen, wonach Deutschland ermächtigt wird, neue Truppen in die 5lZ- K i l o m e.t e r z o n e östlich des Rheins zu legen, da die dort befindlichen deutschen Truppen, falls Streik- unruhen ausbrechen, zur Aufrechterhallung der Ordnung nicht genügen._ Streiktumulte in New ijor?. Die engliichen Blätter vom 9. August bringen eine Reuter- Meldung ans B r o o k l i n, aus der hervorgeht, daß eS Sort im Zusammenhang mit den Streiks zu e r n st e n Z u f a«> m e n- st ö tz e n gekommen ist. Mehrere Personen wurden erschossen und eine Anzahl schwer verlepr, Abflauen des Eiseubahnerstreiks. Dos Preffebttrean Radio meldet ans Washington, daß ein Teil der streitenden Arbeiter in den Eisenbahnwerk- statten die Arbeikwiederaufnimmt, wahrscheinlich infolge eines Schreibens Wilsons an Hines, ia deitr er erklärt, daß er nichts unternehnien könne, bevor die Arbeiter ihren Führern folgten. Der ßrieZensvertrag. vor öem amerikanischen Senat. Tie Ratifizierung des Friedensvertrages scheint in Amerika doch nicht so glatt vor sich gehen zu wollen, wie Wilson hofft und wünscht. Ans Washington wird gemeldet: Der Senat verlangt von Oberst Hause Erklärungen über die Haltung der amerikanischen F/icdensdclcgntion. Der Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten beschloß, von Oberst House Erklärungen über die Haltung der amerikanch schen FriedenSdelegativn in Paris zu verlangen. Falls eS sich nötig erwiesen sollte, wird eine besondere Abordnung Oberst House in Europa zu einer Unterredung aufsuchen. Auch andere Meldungen lassen auf eine starke Unzufriedenheit mit der Saltuna der amerikanischen Friedens- deleaation schließen, aleichzeitia wird die Fraae aufaeworfen. ob die in Amerika krreasaefanaencn Deutschen gleich nach der Ratifizierung oder erst, wenn mindestens drei Ententemächte '.atifiziert haben, heiinaefandt werden sollen. Soften wir das entere!-_ Die neuen Grenzen Ungarns. „C'icago Tribüne" zufolge Hai der Oberste Rat vorgestern nachmittag die neuen Grenzen deS ungarischen Staate« festgelegt. Er bat serner bestimml, in welcher 'Welle die alliierten Truppen in der für die Voiisabstimmung vor- gesehenen Zone Oberschlcsiens verteilt werden sollen und die finanziellen Wiederguimachungsllauseln sür den bulgarischen Vertrag ferttgaestellt. sehr bekannt geworden ist. Der Name Bock hausen, unter den, sie in Dänemark gemeldet sind, ist fingiert. Unter den Schmnckgkgcnsiänden, die sich jetzt im Gewahrsam nnckhlngSgaüg der schwedische» Zollbehörde befinden, fällt besonders ei» Perlen- Halsband im Werte von 7 9 9 9 9 9 Kronen neben prächtigen alten deutschen und Brüsseler Spitzen auf. Im allgemeinen wird der Wert der beiden von dem Flugzeug abgeworfenen Pakete a»f mehrere Millionen Kronen geschätzt. Der Sankbeamtenftreik in Hamburg. Dir Bankbeamten in Hnmburg-Altona sind heute in den Streit eingetreten. Die Banken sind infolgedessen geschlossen. Die Bankleitungen haben die arbeitswilligen Beamten und Bote,, aufgc- fordert, sich Montag früh a» ihren ArbritSstätlen c i>, z u f i n d c u. Für Aufrechrerhaltuiig von Ruhe und Ordnung und Schutz der Ar- beitswilligen seien seitens de« Korps Lettow ausreichende Vor- kehrungen getroffen. Die Baukc» gaben jedoch bekannt, daß. falls die Mehrzahl der Angestellten nicht zur Arbeit erscheine, der Betrieb der Banken sür den Verkehr mit dem Publikum nicht auf- genommen wird. Der oberschlesische Streik. Kattowitz, 11. Aug, flt. Wie die Pressestelle des StantSkommissa« riats mitteilt, streiken 35 bis 49 Prozent des gesamten obecschlesi- schen Kohlenreviers. Die Ausständigen fordern die Wicdereinstellung der entlassenen Arbeiter und erheben Einspruch gegen den Grenzschutz, gegen die Wiedereinstcllung der von den Arbeitern entlassenen Beamten und gegen die Verhaftznig mehrerer Obmänner. öerliner ReichsVeHr nach Chemnitz! Ein Berliner Mittagsblcitt will wissen, daß gestern von Berlin zwei sskeichswehrreginienter nach Chemnitz abge- gangen sind, um dort zur Verstärkung der sächsischen Truppen zu dienen. Es ist wohl anzunehmen, daß die am Sonnabend eingeleiteten Verhandlungen ihr Eingreifen erübrigen werden. Ludcndorff als Revottilionsgewinnker. Lnldendo-rff läßt sein Bub mitgab. Dem alten Wort geht man zuleibe. Man beginnt es zu schälen, langsam seiner unsauberen Hülle zu entblößen. Rüstet euch zum großen RiÄterzug, meine Kameraden. Männer sind da. dicke, feste, sicher scheinende Männer, die nicht jede Hand begeistert ergriffen, um euch dem drohenden Opfer zu entreißen. Männer, die leben, die heute noch dick und wohl leben. Sie werden beweisen müssen, ihr toten Kameraden, daß gar nichts, kein Rettungsstroh- Halm, kein noch so winziger, da war, urn das Opfer von euch zu wenden. Sie twrden das Wort„sie wollten nicht anders" Buchstabe für Buchstabe beweisen müssen. Und wenn es ihnen nicht gelingt, wenn auch nur cm ganz geringes übrig bleibt, lvas sie verfehlten, versäumten, mit der Hand vor den Augen in beabsichtigter Blind- heit nicht sehen wollten, wenn auch nur die leiseste, nicht erschöpfte Möglichkeit sich darbietet, den Verdacht zu hegen, daß eS ander? Der Meüeraufbau als �ushängesthi'lü. In der„Freiheit" macht S. Aufhäuser ausführliche Vor- schlage zum Wiederaufbau in Nordfrankreich und Belgien. Sie decken sich fast vollinhaltlich mit einer Denkschrift, die von Dr. Max Rudolf und Dr. Herbert Auerbach verfaßt und von der Waffen- stillstaadskommissicn» veröffentlicht worden ist und mit den Verlaut- barunge» anderer unabhängiger Führer. Diese fordern bekannt- lich, daß der Wiederäusbau des zerstörten Gebietes vom Staate in Angriff genommen werden soll, und zwar unter völliger Aus- schaltung der privarkapitalistischen Unternehmer. Tie Vorschläge hören sich ganz schön an, berücksichtigen aber die Tatsache nicht, daß zu einem genossenschaftlichen Zusammenschluß der Arbeiter urtd Angestellten, die unter staatlicher Oberleitung zu arbeiten hätten, noch so gut wie gar keine Vorarbeiten getan worden sind. In Arbeitsgenossenschaften haben sich bisher freiwillig wenig mebr als 1000 Arbeiter in ganz Deutschland zusammengeschlossen. Fach- leufc. die in dee Bewegung der gemeinnützigen Arbeitsgenosscn- scherst aktiv tätig sind, stehen auf dem Standpunkt. daS diese Form des ArbeitÄbetriebeS zwar in größerem Umfange zu den Wieder- aufbauarbeiten verwendet werden kann, daß schon mit Rücksicht aus den Umfang der Arbeiten der Mithilfe des Unternehmertums nicht zu entraten ist. Diese Tatsache könnte den„Freiheit"-Männern seihr gut bekannt fein, ist ihnen aber zu unbequem, als daß sie sie ihren Lesern mitteilen. Auch wir würden es begrüßen, ywnn der Beschluß des Nllrn- berger Gewerkschaftskongresses, die Arbeiten unter Ausschluß des Privatkapitals vornehmen zu lassen, von der Rkgievung in die Tat urngesetzt werden könnte. Wo dies aber angesichts der. Schwierig- leiten der Organisation nicht möglich ist, wo vor allem die Rück- sichtnahme auf die Drrnglichkeit der Arbeiter und die beschleunigte Rückführung der Kriegsgefangenen eine Beteiligung des Pribatkapitals unerläßlich ist, darf die Teilnahme der Arbeiter- schast nicht an>den Utopie-n einiger Leute scheitern. In jedem Falle ist zu fordern, daß der genossenschaftliche Betrieb den Vorzug erhält, und auf die Durchführung der' Forderung ist ganz besonders zu dringen, wo— wie bei Einbvingurigs- und Nllfräu- mnngsarbeiten— geringe oder gar keine Betriebsmittel und Baustoffe nötig sind. Darüber hinaus ist einer Ausschaltung deS Pri- vatunternehmerS überbaupt nur dann praktisch näherzutreten, wenn tatsächlich mehrere Hunderttausend Arbeiter mit kaufmännischem und technischem Personal bereitstehen, um in Sel.swerwal- tung die Arbeit aufzunehmen.» Diesen Versuch einer großzügigen Organisation hat die U. S. P. bisher nicht gemacht. Sie überläßt das Experiment gnä- digst der Regierung, wohl wissend, daß es' nicht über Nackt mit Erfolg durchgeführt werden kann. Und wenn es nicht klappt, so waren es natürlich die.Scheidemänner", die daran die Schuld haben. Die Spiegelfechterei der Unabhängigen ist ganz be- sonders deshavb festzunageln, weil selbst dann, wenn die Regie- rung den Unabhängigen folgen würde, absolut keine Gewähr dafür besteht, daß die Unabhängigen eine solche Politik später unter- stützen. Ihre bisherige Neinsagerpraxis, ihr ängstliches Zurück- weichen vor den Kommunisten, ihre Haltung zu den wilden Streiks verurteilen alle Hoffnungen dieser Art von vornherein zur Aus- .sichtslosigkeit. Ob ein denkender Arbeiter auf so blödsinnige Stimmnngs- mache hereinfällt? künstliche ftofeejiting. Die von uns in der Freitagmorgenausgabe wiedergegebene und als Korreipondenzmeldung gelenniieicknete Mitteilung der Korrespondenz Socka-cwsli über die Stellung des S. P. D.» Vollzugs r-ateS zum Wiederautbau entipricht, wie uns von diesem«uigeteilt wird, in keiner Weise den Talsacken.. Der Vollzugsrat hak' sick o'fiziell mit der Wiederouibaufrage übeihaupt noch nickt beschäftigt, weil er dazu erst das Etgebnis der Verhandlungen in Versailles ab- warten muß. Sckon aus diesem Grunde ist die attS der Lnsl gegriffene Kombitiaiioy, daß der Vollzugsrat mit der Notwendig- keit eineS Arbeitszwanges rechnet, bin fällig. Soweit mit den Regierungsvertrelem Fühlung genominen Word cn hätte kommen können ohne eure Leibcsopfcr, so wird sich die Er- inneriing an euch gegen jene zu einer riesigen Anklage verdichten. Ihr, Kameraden, werdet die Phalanx der Toten bilden und hinter denen elendgehäuft, schreckenerre.zend stehen, die euch Rechcnsckiast schuldig sind. Eure schrecklich verkrümmten und zerrissenen Leiber, das Blut eurer Millionen Wunden wird sich in brodelnden Bächen um den Kreis des furchtbaren Gerichts ziehen, das ihr zu fordern als erste ein Recht habt. Ihr, mein« toten Kameraden, ihr zuerst, ihr klagt anl Oos EuSe öes Mohols in Amerika. Während des Weltkrieges haben sich viele Dinge geändert, so gründlich geändert, daß wir baß verwundert sind, sie auf cinixtal in der neuen Form vor uns zu sehen. Im Land« der vielen und starken„drinks", der Vereinigten Staaten, ist insbesondere eine sehr merktvürdige Aenderung vor sich gegangen, die dem normalen Deutschen schier unfaßbar scheint: seit dein 1. Juli nt im ganzen Lande kein Tropien Alkohol mehr gesetzlich erlaubt! Weder Whisky noch Bier oder Wein— schreibt die„Köln. Ztg." in einer launigen Plauderei, der wir hier folgen—' darf mehr hergestellt oder ein- geführt oder ausgeschenkt oder auch nur besessen werden. Ganz so schlimm wird.es ja nun nicht sein, wie das Gesetz es will. Wenn man den Nachrichten von drüben Glauben schenken darr— und in diesem Falle darf man eS wohl—, haben die weisen Leute vor- gebaut. Ganze Keller sind mit dem verbotenen Naß gefüllt, und wer sich den nötigen Vorrat bis ans selige Ende nicht einzulegen vermochte, hat wenigstens einige Flaschen auf die Seite gebracht. Von einem öLjährigen Freunde eines starken Tropfens wird be- richtet, er habe die erforderlichen Zutaten für 100 000 Cocktails in Sicherheit, und ein anderer im Alier von 02 bat sich 100 Barrels Bourbon-Whisky eingelegt. Solche Sckerze wird eS zu taufenden geben, denn ein stärkerer Anreiz zur Umgehung eines Gesetze? ist noch nicht dagewesen, seit dte Väter die Verfassung erdachten. Man hat von jeher ein Erkleckliches in dicscin Punkte geleistet, da nach landläufiger Auffassung ein Gesetz nur dazu da ist. umgangen zu werden. Und wer dabei erfolgreich ist, hat immer die Lacher auf seiner Seite. Die Sache hat indes au;egen den Generalstreik. Halle, 11. August.(Eig. Trahtbericht deS„Vorw.") Die Leitung des Bergarbcitcrverbandes hatte zu Sonnabend, den 9. August, die Vertrauensleute sämtlicher Kali- berg werke Deutschlands zu einer Konserenz nach Halle ein- geladen. In dieser Konferenz wurde die Bezirksleitung beauftragt, einen Aufruf an die Kaliarbciter Teutschlands zu richten. In dem Aufruf, der in einem„Der General st rcilschwindel in der deutschen Kaliindustrie"'überschriebenen Flugblatt verbreitet wird, heißt es u. a.:„N i e m a l S i st g e w i s s e n l o f e r mit Tausenden von Arbciterexisteuzen gespielt worden wie im gegenwärtigen„Generalstreik" der Kaliarbeiter. Wir wollen zuerst abwarten, wie weit diz Unverfrorenheit der Peters und Konsorten geht, bevor wir den Kali- nrbcitcrn die Augen öffnen. Nun ist aber das Maß voll! Der fa< mose„Generalstreik" ist ein ausgesprochener Racheakt des Herrn Peters vom Bezstlsarbeiberrnt. Dieser junge Mann wurde bei den Verhandlungen iibcr die Bezirkstarife für das Hallesche Revier an die Luft gesetzt und von seinen eigene» Freunden im Stich gelassen. Bei seinem unfreiwilligen Abgang schwur er Rache, und von diesem Tage ab datiert die Wühk.'rci für den Generalstreik. Es spottet jeder Beschreibung, mit welchen infamen Mitteln der„Generalstreik" durchgeführt wird. Unbefugte Burschen reisen von Schacht z» Schacht und erzählen den Beleg- fchaftcn, daß sich alle deutschen Kaliarbeiter im Streik befinden und wir allein noch arbeiten. Die unab- hängigc Partciprtsse verbreitet immer noch im Fettdruck, daß der größte Teil der Kaliarbeitcr sich im Streik befinden. Kein Wort davon ist wahr! Nach genauen Feststellungen befanden stch am Sonnabend, den 9. August, von ungefähr 699 Schächten 31 Schächte(nicht Werke) im Streik. Kameraden! Nehmt endlich Vernunft an und laßt Euch nicht" weiter ins Unglück stürzen. Der Verband wird Wetter Eure Interessen wahren!" In den Berichten der unabhängigen Presse über die zweite von der„Verhandlungskommission" einberufene Konferenz am 7. August wird von einer Solidaritätserklärung der Braunkehlen- bergarbeitcr geflunkert. Auch das ist eine der allbekannten Irre- führungen. Tie Btaunkohlcnarbeiter in Geiscnthal im Halle- schon und im Magdeburger Bezirk wissen nach«anz zuverlässigen Meldungen überhaupt nichts von einem Beschluß der Berg, »rbeiter, in einen Slimpo'"iostrrik für die Kaliarbeitrr einzutreten. Ten fraglichen Solidaritatsbeschlutz haben unverantwortliche Ele- mente, die nicht Mitglieder irgendwelcher Belegschaften sind, ab- gegeben und sind danach auch zu bewerten. Zur Prpchologz'e ües§rieöensschlus?es. Aus L u z e r n sendet uns Genosse Viktor Schiff folgende Bemerkungen zu dem in unserer letzten Sonntagsausgabe er- schicnenen Erwiderungsbriefe des Professors Fr. W. Förster: „Herr Professor Förster bestreitet, daß seine Ideale Schiff. 'bruch erlitten haben. Niemand von uns mutet ihm zu, daß er seine pazifistischen Ueberzeugungen unter dem Eindruck der Ver- saillcr Bedingungen aufgebe, ebensowenig wie irgendeiner von uns seinen Glauben an den endgültigen Sieg des Sozialismus preis- ibt, weil der Friedensvertrag'die sozialistischen Gedanken und Forderungen Mit Füßen tritt. Aber ist es nicht bezeichnend für die Richtigkeit meiner Behauptung des— selbstverständlich nur vorläufigen— Schiffbruchs des Pazifismus,»,enn ein so überzeugter Pazifist wie Förster durch den Inhalt de? Frie- denkvertrages derart enttäuscht und entseht war, daß er(in seinem von mir erwähnten Brief an Theodor Wolff vor der Wei- marer Entscheidung) zur Ablehnung der Bedingungen dringend riet? Seinem Bedauern einer mangelnden Aufklärung des deutschen Volkes über vergangene Fehler, Sünden und Verbrechen batte ich znich ausdrücklich angeschlossen, aber meinen Einwand, daß die fortwährenden Unruhen und Putsche seit der Revolution eine solche Aufklärungsarbeit fast unmöglich machten, balte ich aufrecht. Die Behauptung Försters, daß.gerade diese Halbbcit der neuen Männer so weite Kreise des deutschen Volkes dem Putscbismus zuführte", hält einer ernsten Prüfung nicht stand und kann nur durch einen Hositiker aufgestellt werden, der die Ereignisse uicbt unmittelbar, sondern von einem stillen, neu-, � tralen Winkel aus erlebte. Gau, abgesehen davon, daß es den Berliner„radikalen" Massen sowohl im Januar wie im März herzlich wenig auf die Förstersche Aufklärungstheorie ankam, so genügt es wohl auf die Tatsache hinzuweisen, daß sogar Kurt Eisner in den Spartakisten seine erbittertsten Gegner hatte, die hie kommunistische Revolution gegen ihn gerade in den Ta- gen vorbereiteten, als er von gegenrevolutionärcr Seite hinge- mordet wurde., Meine Behauptung, daß Männsr wie Ger lach, Herzog, Greiling daS Mißtrauen gegen das neue Deutsch. land genährt haben, könnte ich jeder Zeit— bei günstigeren Raumverhältnissen— mit Zitaten aus der französischen Presse belegen. Wie die größten Pariser Tageszeitungen— unb die find es, die in erster Linie die öffentliche Meinung weniger ver- treten als„machen"— die Elaborate und Aeuherungen dieser Männer�gegen das neue Deutschland ausgeschlachtet haben, dürfte Herrn Förster ebenso bekannt sein, wie mir selbst. Die Absicht, Deutschland bzw. seinen„neuen Männern" zu schätzen, lasse ich dahingestellt, die tatsächliche Wirkung aber stelle ich hiermit erneut fest. Nur noch eins: Prof. Förster sagt bezüglich der Veröffent. lichung der Kautskhschen Akten, die er vor den Friedensverhand» lungen vermißte:„Was das Ausland tut oder nicht tut, darf uns dabei nicht berübren". Das ist ein Standpunkt, den viele ehrliche Idealisten außer Förster, unter anderem Kurt Eisner, konsequent vertreten haben. Ich würde-allerdings mit sachlichen Einwendun» gen dagegen polemisieren, wenn nicht Förster selbst mir diese Mübe erspart hätte, indem er einige Zeilen weiter schrieb, man könnte nicht genug das deutsche Volk darauf hinweisen, daß eZ n i ch Eg e g e n Engel, sondern gegen Menschen Krieg führte, die uns vielfach mit Haß und Rachsucht gegenüberstanden. Quock erat demonstrandum. Meine ganze Polemik gegen Professor Försters Artikel im„Berliner Tageblatt" wollte nichts anderes beweisen." Rücktritt des Ssierrcichisckien Gesandten in VerNa. Der deutsch. osterrc.chnche Geiandt« in Berlin. Dr. L. R,.Hartmann, hat heute. nachoem er schon kürzlich dem Staatskanzler sein Amt zur Ver- sügung gestellt hatte. Dr- Renner mündlich seine Demission gegeben. Der Staatskanzler hat die Demission zur Kenntnis genommen und Hartmann gebeten, einstweilen die Geschäfte in Berlin fortzu-, führen. 1 ?nöustrie und Kandel. Börsc. An der D ö rs e bewegte Jich dos Geschäft in sehr engen Grenzen. Die Haltung war eher etwas schwächer mit Rücksicht auf die Streikbewegung der Bankbeamten in Hamburg, von der man fürch- tet, daß sie auf Berlin übergreisen würde. Montanwert« zeigten geteilte Haltung. Schiffahrtsat tien waren schwächer, Farbwerte uneinheitlich. Elektro- und Rüstungs- papiere lustlos. Höhere Kurse erzielten Kolonialpapiere, die ziemlich lebhaft umgesetzt wurden. Petroleum-Aktien waren ungefähr behauptet; heimische Rentenwerte gaben teilweise noch. Kriegsanleihen stellten sich auf ungefähr SO1!». Partemachrichten. Internationales Komitee sozialistischer Studenten. Infolge einer Anregung, die im Februar d. I. von den revolutionären sozialistischen Studenten Frankreichs ausging und bei den sozio- listischen Studenten anderer Länder' Anklang fand, gründeten einige Genfer Genossen kürzlich das Internationale Komitee der sozialistischen Studenten(Comitö International des Etudiants socialisteS, C. I. E. S.). Dieses Komitee hat die- Ausgabe, die sozialistischen sowie die kommunistischen und revolutionären Stu- dentengruppen jedes Landes zu sammeln und im Lauf« des nach- stcn Dezember einen internationalen Kongreß in Gens einzuberufen. Dos Komitee teilt nüt, daß es eine ständige Subskriptions- liste eingerichtet hat, und daß es alle Gaben zu empfangen und alle Auskünste zu erteilen bereit ist: Comits International des Etu- diants socialistcs, 8, Rue- deS ChaudronnicrS, Genevc(Suisse). GroßSerlw Unnütz« Scherereien. Uns wird geschrieben: Ich bin Schwede und seit 21 Jahre in Deutschland. ansässig und seit 1095 nicht mehr in Schweden gewesen. Da ich jetzt Ferien habe, wollte ich nach dort fahren, um mich zu erholen und meine Verwandten zu besuchen. Aber das war leichter gedacht, wie ausgeführt. Z-unächst holte ich mir vom Polizeirevier einen Fragebogen, den ich sorgfältig ausfüllte und ans welchem das Revier berichtete, daß kein Hindernis für die Reise vom Revier aus vorlag. Am Tage darauf war ich um 7 Uhr früh auf dem Polizei Präsidium, um eine» Sichtvermerk zu bekommen. Mehrere hundert Personen warteten schon da. ViQ Uhr kam ein Beamter und rief: „Ausländer sollen vortreten und nach dem Zimmer 153 gehen". Nach oben gekommen, wurde mir gesadt:„Heute zu spät. Die Marken sind schon verteilt. Sie müssen morgen wiederkommen." Dann bin ich nach zwei anderen Zimmern geschickt worden, wo auf dem Fragebogen vermerkt wurde, daß nichts gegen mein« Aus- reise vorlag. Nächsten Tag war ich wieder, da. Aber da nur zirka 69.Marlen jeden Tag ausgegeben werden, kam ich natürlich zu spät. Es ist mir unverständlich geblieben, wie die Behörden nur ein Z i m m e x für diesen- Zweck im Präsidium, eingerichtet haben. wenn beinahe Hundert täglich hinkommen, um Pässe zu besorgen. Zwei Tage später war ich wieder früh 7 Uhr im Präsidium, mußte-mich anstellen und bekam denn glücklicherweise eine Marie Nr. 19. Als icb um 19 Uhr abgefertigt werden soll!«, hieß es: ..Steuerbescheinigung!" Eine Sieuerquittung wurde vor� gezeigt, genügte aber nicht. Es mußte eine Bescheinigung v o m S t e u e r a m t sein, damit von dort aus nichts im Wefte lag für die Ausreise. Ich ging sofort und kam dann gegen 12 Uhr mit der gewünschten Bescheinigung zurück. In dem. Zimmer saßen drei Damen, einer davon übergab ich mein« Papiere. Sie sagte in einem jw'crnenhofton«:„Was, Sie wollen nach Schweden auf Besuch fahren I Das gibt's nicht! Ohne Kranken attest sind keine„Vergnügungsreisen nach dem'Aus- lande" gestattet. Daß ich dadurch aufgeregt wu-rde, nachdem man s-oi-t vier Tagen hin und her gerannt war, kann man sich wohl denken. Da ich'mir erlaubte z-u sogen, daß ich mich beschweren werde, wurde mir- in schrosfam Tone geantwortet:„S i e haben sich gar nicht zu beschweren; Sie haben sich ruhig zu verhalten." Darauf habe ich mich denn zum Polizoipräsi- deuten führen Idsscn. Ich habe ibm mein Leid geklagt und mich über die DeHandlung der Frau beschwert. Es tat ihm leid, aber er er- klärte, nichts gegen bestehende Vorschriften machen zu können. Rur in dringenden Fällen dürften Reisen üLer die Grenzen er- laubt werden. Er sagte, daß ich fahren dürfte, jedoch nicht wieder zurückkommen könnte. Ich habe ihm entgegnet, daß ich ca. 2t Jahre in Deutschland bin und seit 1995 nicht in Schweden gewesen bin, daß ich mich hier zu Hause fühle und hHr meine Eristenz habe. Einen Tag darauf bin ich dann noch drc schwedischen Gesandtschaft gefahren und habe von dort aus'ein Schreiben bekommen, in welchem die deutschen Behörden gebeten wurden, mich fahren zu lassen.— Nun wieder noch dem Präsidium, erhielt aber nur dieselbe Erklärung wie vorher, von Reisen nur in allerdrmgenldsten Fällen. Ich sprach darüber meine Verwunderung aus und erlaubte mir auch zu bemerken, daß es mir komisch vorkam, daß deutsche Kaufleute taglich hin und her fahren dürfen, aber ich als neu- traler AuSlänser nicht fahren dürfe. Es ist ein Skandal für die deutsche Republik, daß solche rück ständigen Zustände noch bestehen.— Aber die Herren wollen sich nichts sagen lassen— und ich muß jetzt in Deutschland blei-bcn. Umfangreiche Entlafsnngen von PostanshilfSkräften. Zu dieser Notiz im Abendblatt vom Freitag, den 3. August, wird uns vom TrcmSportarbeitcrverband geschrieben: Daß die durch die Demobilisierung und die Entlassung aus der Gefangenschast frei werdenden, vor dem Kriege bereits festcmge- stellten Postbeamten automatisch wieder in ihre Stellungen ein- rücken müssen, ist selbstverständlich. Wir möchten aber die Frage austversen, wieviel Postbcamte wohl noch aus der KriegSgesangen- schast zurückkehren können, da doch der allergrößte Teil der Post- beamten reklamiert war. Wir vertreten den Standpunkt, daß die aus der Gefangenschaft zurückkehrenden Postbeamten gegenüber den 23 999 in Groß-Berliu im Postdienst stehenden Aushilfskräften in keinem Verhältnis stehen, so daß hier berechftgterweise von Massenentlassungen gesprochen werden könnte. Außerdem ist uns als zuständige Organisation von einer solchen amtlichen Bekanntmachung den AushilsSkräften gegenüber nichts bekannt. Wir müssen vermuten, daß die Verwaltung versuchen will, die Posthilfskräfte aus dem Grunde abzustoßen, weil sie beabsichtigt, Postboten und Postbotenanwärter einzustellen, die in einem be- deutend geringeren Tagelohn stehen. Außerdem haben die Hilss- fräste mit den Postboten unsere Organisation beauftragt, der Reichs- poswcrwaltung und der Oberpostdirektton einen Tarifvertragsent- Wurf mit Lohntarif zu überreichen. Dies ist geschehen. VerHand- lungen habezi bereits am Mittwoch yr't der Oberpostdireftion statt» gefunden. Eine bindende Antwort ist noch nicht erfolgt. Sollte dies die Antwort sein?—• Im Anschluß hieran sehen wir unS nun gezwungen, auf die Entlassungen selbst zurückzukommen. Laut Schiedsspruch des Reichs» arbeitsminifteriums vom 23. Mai dürfen Entlassungen von Krieger- Witwen' und Kricqerirauen, deren Männer sich noch in Kriegs- gefangenschaft befinden, nicht stattfinden; demgegenüber ist in vielen Fällen verbindlich festgestellt, daß Kriegerwitwen und Kriegerfraueu tatsächlich von der Postverwal- kung zur Entlassung gebracht worden sind, man aber aus der anderen Seite junge Mädchen oder Frauen, deren Männer Erwerb hatten, eingestellt hat. Ferner sind Kricgcrwitwen entlassen worden, aber Fraüen, deren Männer Beschäftigung haben, mit der Begründung weiter beschäftigt wanden, daß diese letzteren aus„technischen" Gründe» nicht zu entbehven sind. Ferner sell laut Schiedsspruch bei Neueinstcllung der paritätische Arbeits- rwdhweis benutzt werden(R ü ck e r st r a ß e 9). Laut DemobilmachungSgesetz sollen ferner alle Personen usw., die nach dem 1. August 1914 nach Berlin zugezogen sind, uack den für die einzelnen zutreffenden Bestimmungen wieder abgeschoben werden Im Unterlassungsfall« wird jedem Arbeitgeber bis zu 19 999 M. Geldstrafe angedroht. Was tut die Postverwa-Ibung?—- Sie zieht noch Arbeitskräfte nach Berlin heran.' So find auf einem Postamte zirka 599 Auswärtig«, einem an- deren Postamt« zirka 199 Auswärtige ohne Bc- Nutzung des.Arbeitsnachweises eingestellt war- den. Auf anderen Postämtern sind die in Frage- kommenden entlassen worden, um nach vier Wochen wieder eingestellt zu werden. So achtet die Poswcrwaltung ministerielle Abmachungen und bestehende Reichsgesetze!—... Wir appellieren hiermit durch die Oeffentl-ichkcit an den De< mobilmachunqsausschuß Groß-Be-rlins, um hier ganz energisch und dringend Abhilfe zu schaffen. Tifferenzen bei den Berliner Bckleidnngsämtern. Die Einschränkung der Militärbetriebe hat zu Differenzen zwischen der Intendantur und den Angestellten der Korps-Beklei- dungsämter geführt. Durch Bekanntmachung war den Angestellten und Handwerkern kürzlich mitgetilt worden, daß infolge der Aus- lösung des alten Heeres und die Herabsetzung der Reichswehr coli 299 999 Mann die Bekleidungsämter in ihrer bestehenden»Form nicht mehr weitergeführt werden könnten und daß die Entlassung des allergrößten Teils der Handwerker und anderen Angestellten unvermeidlich sei. Es wurde den augenblicklich noch in den Beklei- dungsstellen Beschäftigten der Rat erteilt, sich rechtzeitig nach einer anderen Beschäftigung umzusehen Gegen diese Verfügung der In- tendantur erhoben die Arbeiter Protest und verlangen eine lang- fristige Kündigung, da sie ohne weiteres nicht in anderen Berufen unterkommen könnten. Da jcdock das KriegSministerium kein« Mittel mehr für die Aufrechterhaltung dieser Riesenbetriebe zur Perfügung stellen kann, hat auch die Intendanwr die Zahlung wer- terer Löhne verweigert. Die Handwerker und Angestellten erklären nach wie vor, daß sie bis guf weiteres in deü Bettieben bleiben, bis die Entlassungsfrage geregelt sei. Eine Kammission will sich an daS Kriegsm-inisterium wenden, um di« Intendantur zur Bereitstellung der gestern fälligen Löhne zu veranlassen. Borzngsknrse für Heimkehrer für die Woche vom 11. 8. bis 17. 8: Amerika Noten! Scheck 17 1b England Noten! Scheck 75 68 Frantrenv Noten I Scheck 239 215 Belgien Noten! Scheck 220 295 Ein Radfahrer ermordet. Auf der Chaussee Schwanekrilg— Paust» bei Spandau wurde am Sonnabend abend die Leiche eines etwa 45 jährigen Radfahrers mit einer tödlichen, Schlißverletznng ausgefnnden. Der Ermordete batte keine Papiere bei sich und war seiner Barschast beraubt. Der Mörd scheint in der dritten Nachmittagsstnnde veiübt ivorden zu sein. In dieser Zeit wurde in der dortigen Gegend ein anderer Radfahrer gesehen, der vielleicht als Täter in Betracht kommt. Der Vetdächligs ist 39 bis 4C Jahre oft, eiwa 1,79 Meter groß, bartlo» und trug Militäranzug mit auffallend weiter Hose. Tiebstithl bei einer Filiale her Dresdner Bank. Vom Sonn- abend bis heute morgen sind aus der Filiale der Dresdner Bank, Landsberger Straße 199, ans einem Tresor 95 999 M. bare» Geld und für mehrere 109 900 M. Wertpapiere verschwunden.'Ter Diebstahl sttll mittels Nachschlüssels ausgeführt worden sein. Im Tiergarten erschossen hat sich in der vergangenen Nackt -ein noch unbekannter junger Mann. Er wurde in der Nähe des Spielplatzes am Schncckenberg mit einer Schnßtvunde im Kopf auf einer Bank liegend bewußtlos aufgefunden. Der Selbstmörder wurde nach der Charite gebracht, verstarb.aber bier kurz nach der Aufnahme. Ausweispapiere hat der Tore keine bei sich. Er ist eiwa 22 Jahre alt und scheint nack seiner Kleidung den bessergestellten Kreisen angehört zu haben. Ein Siegelring,-den e? bei sich hatte, ist W. K. gezeichnet. Unglück auf der Oberspree. In der Nacht zum Sonntag ken» tert« auf der Oberspree zwischen Abtei und Eierhäuschen ein Wasser- rad, das mit sieben Personen besetzt war. Einem hinzugekommenen Schleppdampfer und Ruderern gelang es, fünf Personen, die dem Ertrinken nahe waren, zu retten, während zwei Fahrgäste, die ettva 29jährige Martha Hermann aus der Vautzener Straße 19 und ein l8jähriger junger Mann aus der Frankfurter Slraße, ertranken. Grofj-Berliner Lebensmittel. Reinickendorf. Aus Abschnitt 7 der Wemeinde-Beziigskarte für August t Päcklten Sützsloff. Aus Abschnitt S ein Päckchen Sühstoss nur noch bis morgen. VcrlnuisvrciS für ein Päckchen SÜMIoff E jetzt 50 Pf. Bohnsdorf. Aus Abschnitt 40 der KreiSlcbcnSmittrlkarte 200 Gramm Hnjerflocken(33 PI.), Abschnitt 43 und 44 je 150 Gramm Graupe»<14 Pj), Abschnitt 53 250 Gramm gedörrte Kartosselicheiben(90 Pst, Abschnitt SS 250 Gramm anslöndische Hülsen srüchte(63 Ps), Abschnitt I< 12 der Ein- wbrzusatzkmte 250 Gramm amciitanisches Auszugsmehl(42 Ps.) und aus Abschnitt 4L sür Jupendlichc 250 Grawm Nudeln(34 Ps.) Anmeldungen bis einichl. Mittwoch, den 13. Warenausgabe norn Freitag ab.— Auf Abschnitt 8 der Bohnsdofter Lebensmittelkarte iür ältere Perlonen 100 Gramm Kakao(2 M.). Anmeldungen bis Mittwoch, Warenausgabe Freiiag. Freitag bei den hiesigen Kanfleuten an schwangere Frauen im 4—6. Monat und an Kinder im S.— 13. Lebensjahre je l Dose amcrikani- sche Kondensmilch(3 M.) gegen Bezugschein; jcrner beim Kausmann Joses Knoblauch. Dorstlatz 22, an Kinder im lt. und 12. Lebensjahre 1 Tafel Gfjfchoknlnde(1,70 M.) gegen Bezugschein. Bezugscheine biS Mittwoch, den 13. im Gemeindebureau 5.___ Vorträge, vereine und Versammlungen. Stenographische Gesellschaft Gabelsbargcr. Dienstag, abend« 8 Uhr, Bürger-Kasino, Schöneberg, Hauptstr. 107. Groß-öerliner Partemachrichten. 33. Abtlg. Heule 7'/, Uhr Propagandakommisfion Sitzung bei Tamme, Putbuser- Ecke Ramlerilrasie. Reukölln. Heute 8 Uhr Fiinktionäifitzling Kindl-Brauerei. Hermannsir. Grosi-Lichtersclde. Mittwoch, 7'/. Uhr, Aula Realgymnasium, Drake- slrafje: Mitgliederversammlnng. Vorträg deS Gen. K a l i s k i über Räte- shtlem und PrtdullionSaufbau. Wichtige VercinSangelegenheiten. Gäste willkommen. Rcinickendorf-Oft. Mittwoch Zahlabcud. 1., 2., 3. Bezirk bei Ziaasch. Residcnzstr. 127. 4., 5. Bezirk bei Reetzer, Schillervromenade. 6., 7. Bez. Residenzilr. 76. 8., 9., 10. Bezirk Provinz- Ecke Beuleslrajze. 11., 12. Bez. bei Heinicke, Provinz- Ecke Hoppestrahe. Mus aller Welt. Eisenbahnunglück bei Ahlen. Nach einer amtlichen Meldung fuhr am 9. August nackinillags bei Ahlen sWeftsalen) ein Postzug einem Eilgülerzug in die Flanke. Drei Militäipersoncn wurden getötet, zwei schwer und drei leicht verletzt. Der Materialschaden ist erheblich. I Uli»( MS Der Achtstundentag der Bühnenarbeiter. Eine am Sonntag abgehaltene Versammlung des technischen Personals der Berliner Bühnen nahm folgende Resolution an: Die Vossversammlung des technischen Bühnenpersonals von Groß-Berlm protestkrt mit allem Nachdruck gegen die Bestrebun- gen des Herrn Gregori, Vorsitzender der Vereinigung künstlerischer Bühnenvorstände, den Bühnenarbeitern den Achtstundentag durch einseitige Jnlvrmation an die Behörden illusorisch zu machen. Das technische Bühnenpersonal wird mit allen ihm zu Gebote stehenden sWcrchtmitteln an dem Achtstundentag festhalten. Herr Gregori soll sich hüten, das technische Bühnenpersonal durch Sonderbestimmun- gen über die gesetzliche Arbeitszeit zu provozieren. Aus der Angestelltenbewegung. Von freigewerkschastlicher Seite tvird uns geschrieben: ' In der G ew erks chaftsbewegung der Angestellten soll anscheinend keine Ruhe eintreten. Heute Gswerkschaftsbund, morgen freier An- gostelltenverband, übermorgen Arbeitsausschuß und wie die Standes- und Revolutionsgründungen sonst heißen. Das tollste Stück leistet sich aber ein Organisatiönchen»freier Angestelltenverband", eine Gründung von ein paar Leuten, die vor dem Kriege kaum� daran gedacht haben, daß es in Deutschland überhaupt eine Gewerkschafts- bewegung gibt. Typisch»nicht gelb— nicht rot" heißt es in dem schönen Plakat, dazwischen liegen natürlich nur rein privatkapi- talistische Interessen und diese wird der freie Angestellterwerband wahrscheinlich vertreten; doch die Angestellten erkennen mehr und mehr, daß die wirkliche Interessenvertretung nur bei der Arbeits- gemeinschast freier Angestelltenverbände mit ihren über 700 000 Mitglieder zählenden Organisationen zu suchen ist. Forderungen der Augestellten im Zeitnngsgewerbe. Die Tariskoinmission der Angestellten des Groß« Berliner sseitungsgewerbes hatte für Sonntag eine Versammlung einberufen. Ettva 700 Personen waren erschienen. Den Bericht gab der Ge« schäflsführer deS Angestellten-Verbandes Dr. Pfirrmann. Er legte der Versammlung einen Tarifentwurf vor, der folgende Forderungen enthält: Ueber Fragen der Lohn« und Arbeitsbedingungen entscheidet die GcschäftSlcitung unter gleichberechtigter Mitwirkung des Arbeiter« ausschusscs. Vor jeder Ncueinstessung, Kündigung, Entlassung. Ver« setzung oder Beförderung ist die Zustimmung des Ausschusscs einzu- holen. Die Arbeitszeit beträgt 42 Stunden. Mindestgehälter: Jugend- liche Angestellte und Lehrlinge erhatten entsprechend ihrem Alter Gehälter zwischen 75 und 300 M. Angestellte für einfache oder schematische Arbeiten 350, Angestellte mit giialtftziertenArbeiten400M., Angestellte mit besonderen"Fachkenntnissen 450 M., Angestellte in leitenden Stellungen erhalten 450 M. und 25 Proz. FUnltions- zulage. Für jedes Berufsjahr werden Gehaltszulagen gefordert, und' zwar monatlich 25 M. bis zur Höchstgrenze von 10 Berufs« jähren, lieberstunden werden mit mindestens 3 M, pro Stunde entschädigt. In Krankheitsfällen wird das Gehalt bis zur Pauer von S Wochen, bei Angestellten mit Tätigkeit über 10 Jahre im Hause- bis 3 Monate weiter gezahlt, llrlaub wird je nach dem Alter von S Tagen bis 24 Tagen verlangt. Ferner werden Wirt« schaftsbeihilfen von 300— 800 M. verlangt. Der Tarifoertragsentwurs wurde gegen 7 Stimmen an« genommen und der Angestelllenverband und der Zentralverband der Handlungsgehilfen beauftragt, mit den Groß-Berliner Zeitungs- firmen in Verhandlungen zwecks Abschlusses eines Tarifvertrages auf Grund des beschlossenen Entwurfs einzutreten. vertrag zu kündigen. Die- eingereichten Forderungen sahen für die verschiedenen Gruppen eine Lohnerhöhung von 80 bis 40 Proz. vor. Wie der Bericht der Lohnkommission ergab, zeitigten die geführten Verhandlungen dos Ergebnis, daß die Arbeitgeber Zugeständnisse machten, welche für die verschiedenen Arbeitergruppen eine Lohn- aufbesserung von 21.— 20 Vi Proz. ergaben. Danach erhöhl sich der Wochcnlohn gegenüber den Sätzen des alten Vertrages wie folgt: Für Schwerfuhrwerkdkutscher von SO auf 114 M., Leichtfuhrwerks. kutscher von 75 auf SO M. Für jugendliche Kutscher bis 18 Jahren von 50 auf 00 M. Für Stalleute und Wächter von SO auf 114 M. Für Leichifuhrwsrkskutscher, die durch Aller oder Invalidität weniger leistungsfähig sind, soll der Lohn nicht unter 80 M. pro Woche betragen. Der Lohn für Arbeiter bezw. Mit« fahrer soll in Zukunft anstatt SO ebenfalls 114 M. pro Woche betragen. Stuirbenweise beschäftigte Arbeiter erholten pro Stunde 2.50 M. Außer diesen Verbesserungen haben die Fuhrwerksdesitzer noch folgende Zugeständnisse gemacht: Ueberstunden sollen anstatt mit 2 mit 2,50 M. und Nachtarbeit anstatt mit 2.25 mit 3 M. pro Stunde bezahlt werden. Die Pflege der Pferde vor Beginn und Ende der Arbeitszeit soll anstatt mit 2 mit 2,50 M. pro Stunde ver- gütet werden. Fuhrenleistung in dringenden Fälle» an Sonntagen wird mit 100 Proz. Aufschlag bezahlt. Für Stallwache an Sonn« tagnachmittagen erhalten die Kutscher Anstatt 2 in Zukunft 2,50 M. pro Stufide. Die Arbeitszeit beträgt wie bisher 8 Stunden innerhalb 10 Stunden. Ferner haben die Arbeitgeber den Arbeiter« auSschüssen in den Betrieben das Mitbestimmungsrecht bei Ein- stellungen und Entlassungen zugestanden. Alle übrigen Bestimmungen deS allen Vertrages werden beibehalten. Nach einer eingehenden sachlichen Aussprache wurden die Zu« qeständoisse der Arbeitgeber angenommen und die Kommission beauftragt, den Vertrag abzuschlteßen. Tariferneuerung i»n Schwcrfnhrwerksgewerbe. Die Kutscher, Stalleute und Arbeiter in diesem Gewerbe nahmen in einer überfüllten. Versammlung den Bericht der Lohnlomniissioii entgegen. Die Kutscher hatten Ende.Mai beschlossen, ihren Tarif- Anlockung zum seemännischen Beruf. Die„Hamburger Beiträge" schreiben: In Tageszeitungen er- scheinen regelmäßig Anzeigen von sogenannten»seemännischen AuskumftSbureauS", die unter verlockenden Bedingungen Leute aller Berufsklassen Anstellung im seemännischen Beruf in Aussicht stellen. Wie wir auf Grund eines uns vorliegenden umfassenden Materials feststellen können, handelt es sich in allen solchen Fällen ausnahms- los um die Machenschaften Unberufener, die mit dem Seemanns- betrieb wicht das mindeste zu tun haben, wie z. B. Gastwirte, und die sich auf diese Weise nur eine Quelle müheloser Einnahmen auf Kosten Irregeführter schaffen wollen. Gegen das vorher einzusen- dende Honorar wird den Interessenten stets nur ein gedrucktes Formular übersandt, in dem' bestenfalls ein paar Winke über die Beschaffung von Ausweisen, Genehmigung der Eltern oder Vor- münder usw., im übrigen aber nur die Adressen einiger Heuer- burewus gegeben werden. Irgendeinen Auftrag von Reedereien zur Anwerbung seemännischen Personals haben diese AuskunftSbuveaus nicht. Den Bewerbern wird also nutzlos Geld aus der Tasche ge- zogen. Diese Machenschaften sind um so verwerflicher in Anbetracht der sattsam bekannten, traurigen Lage der deutschen Seeschiffahrt, angesichts der Ablieferung fast unserer gesamten deutschen Handels- flotte an die Feinde, die nur noch für einen kleinen Teil der deut- schon Seeleute die Möglichkeit einer Beschäftigung bietet. Es ist also ganz unverantwortlich, Unerfahrene zum Eintritt in den See« mannsberuf zu ermuntern und ihnen damit Hoffnungen zu er- wecken, die dann bei einem direkten Verhandeln mit den berufenen Heuerstellen unausbleiblich enttäuscht werden müssen. Es kann daher im öffentlichen Interesse nur aus das Eindringlichste davor gewarnt werden, derartigen Anzeigen tn den Zettungen Beachtung zu schenken. Alle arbeiterfrtzundlichen Blätter'werden um Nachdruck vor« stehender Notiz gebeten. Deutscher TranSPortarbkhter-Bicrbnnd. Kollegen und Kolleginnen aus der Chemikalien-, Drogen-, Farben-, Oclc-, Feile-, Parsilmerie-, Seifen«, Verbandssloff-, Chirurgische BcdarsSartiiel- und Apothckenbranche. Dienstag, den 12. August, abends 7 Uhr, im Königstadt-Kasino, Holzmartt- straffe 72, Branchenversammlung: Bericht vom Verbandstag in Stuttgart. Soziales. Zur Erhöhung der Versicherungsprämien. Man schreibt uns: Es war verständlich, daß wegen der Steigerung der allgemeinen Verwaltungskosten, der Schmälerung von Zinseinnahmen und nicht zumindest wegen der Erhöhung der Gefahren eine Reihe von Ver- sicherungszweigen ihre Prämien erheblich erhöhten. Ein rationeller Ausbau des Versicherungswesens würde aber eine bedeutende Er- Mäßigung der Prämien bringen können. Das Versicherungsbedürf- nis ist ein so allgemeines, daß die Volkswirtschaft ein Interesse dar- an hat, insbesondere dem verbreiteten Provisionsunwesen ein Ende bereitet zu wissen. Vor allem die Abschlußprovisionen, deren wahrer Anteil nicht einmal den sich hart mühenden Vermittlern, sondern deren Zwischcnarbektgebern, den sogenannten Provisions-General- agenten, zufällt, erhöhen die sachlich notwendigen Versicherungskosten erheblich. Nichts schädigt daber mehr- das Ansehen des privaten Versicherungswesens als das Bestehen der Provisions-Generalagen- turen, die ohne volkswirtschaftliche Notwendigkeit und wertvolle Arbeitsleistung, nur durch Ausnutzung ihrer Vermittlerrollen, reine Einkommen von 80 000 M. bis 120 000 M. leicht«bwerfen. Direkte Verwaltungsstellen der Bersicherungsunternehmungen ver- meiden dieses Provisionsunwesen und bedienen auch das Publikum sachlicher und selbstloser. Mit der Erhöhung der Versicherunzs- Prämie muß daher von de» Versickerungsgesellschaften und auch von der Reichsaufsicht gefordert werden, daß die Umwandlung der ProvisionS-Generalagenturen endlich erfolgt. GeriGtszeikimz. Zwei Schwerverbrecher wurden von dem außerordentlichen Kriegsgericht des Landgerichts III auf stele Jahre hinaus unschädlich gemacht. Wegen Mordversuchs, Raubes bzw. räuberischer Erpressung, Diebstahls und Widerstands gegen die Staatsgewalt waren der Matrose jKoch) Robert Eon- tram und der- Matrose Georg Janßen angeklagt. Die Ange- flagten, die beide fahnenflüchtig geworden waren, kamen vor einiger Zeit nach Berlin in der ausgesprochnien Absicht, von den hier b?» stehenden unsicheren Verhältnissen zu profitieren. Um sich Geld zu machen, fuhren sie nach Karow, wo sie auf der Landstraße nach echter Wegelagererart den vom Felde kommenden Kutscher Paul Markowski mft vorgehaltener Parabellumpistole anhielten und ihn zwangen, ihnen den mit zwei Pferden im Wert« von 11 000 M. bespannten Ackerwagen zu überlassen. Um zu verhindern, daß M. die Polizei benachrichtige, ehe sie mit dem Raube in Berlin unier- getaucht waren, wurde M. an Händen und Füßen gefesselt und, nachdem man ihm einen Knebel in den Mund gesteckt und ihm so- gc« die Stiefel ausgezogen hatte, in den Chausseegraben gelegt. M. gelang es. den Knebel mit der Zunge aus dem Munde zu stoßen und Hilfe zu rufen. MS■ die Diebe Pankow passierten, wurden sie von der dortigen OrtSpolizei angehalten. Auf der Po- lizeiwacke feuerte Janßen gegen den Wachtmeister ein paar Pi- swlcnschüsse ab, und beide entkamen dann durch einen Sturz aus dem Fenster. Aus der Straße bedrohten sie den Verfolger mit den Schußwaffen. Ein ihnen �entgegenkommender Radfahrer wurde unter Bedrohung mit der Pistole zur Hergabe seines Rades ge- zwungen. Janßen wollte sich mit dem Rade schneller in Sicherheit bringen. Als er seinen Komplizen Gontram hinten aufftellen ließ, riß die Kette. Nach längerer Hetzjagd ivurden die Verbrecher dann endlich in der Brehmestraß: gefaßt. Vor Gericht beantragte der Vertretm: der Anklage gegen Gontram 10 Jahre und gegen Janßen 15 Jahre Zuchthaus. Das Gericht erkannte dann aus juristischen Gründen wegen des Mordversuchs aus Frei- sprechung. Dagegen wurden die Angeklagten wegen schweren Raubes, Gontram zu 9 Jachren Zuchthaus, Janßen zu»1 2 Jahren Zuchthaus sowie je 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Pvlizeiauffkbt verurteilt. Verantw. fttt den redaktioil. Teil: Älfrcd Scholz, Neukölln: Mr Anzeiqen: Theodor Klockc, Berlin. Vertag: Vorwärts-Verlag®. m. b. H., Berlin. Druck: Borwarlo» Buchdruckcrci und Berlagsanstalt Paul Einger u. Co. in Berlin, Lindenslr. 3. IwiM- ftanos Verlauf im Fabritmagazin N 31, Waltslr. 17/18. iT�nrvTVs üSfi pfv Zahnpasta Hekodont ■V sorgt für weisse gfesunde Zähne X V;- Alleiniger Meretellor; C.W. Hengstmann, Charlottenburg II Pumpen für jeden Zweck und (i röste, kleinsteHand- pumpen zum Selbst- aufsiell.nach kostenlosen Anleitung. fachmänn. Rat. AltesSpezialhaus Viele Anerkennung. 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