Nr.416.36.Ia!frs. Bezugspreis: ViertrIMrl. t/— monatt«t frei ins Saus, ootaus jahlixir. Paft» bejug: Monatlich ir- Ml. exll. gn- ftellungsgedLhr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn &2'> Ml. für das Übrig« Ausland 10 25 MI. bei tLgltch einmal. Zustellung S.SS Ml. Poftbestellungen nehmen an Dänemark, Holland, Luxemburg, Echioedkn U. die Schweiz. Etngetrageu in die Poft-Keitungs-Vretslifte. Der.Borwärls' mit der Sonrrrags» deifage.Lol! n. Zeit" erscheint Wochen» täglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adreff«: �Sozialdelnolrat Berlin". Morgen-Ausgabe. berliner Volksbltttt. ( 15 Pfennig) AuzeigeypretS: Dt« achtgefpaltene Nonpareillezeil» kostet lchll Ml.«Kleine Anzeigen", das settgedruütc Wort M Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort t0 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzetgen das erste Wort tll Psg. jedes weitere Wort 30 Pfg. Worte Übet 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50°/» Familien- Anzeigen, politische und gewertschastliche Pereins-Anzeigen 1,50 Ml. die Zeile. Anzeigen für die Nächste Stummer müssen bis« Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin EW 08, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Seöffiret oon S Uhr früh bis S Uhr abends. Zentralorgan der Ibzlaldemokrati feben parte» Deutfcblands. Neöa°tion und(Expedition: EW. öS, Lindenstr. Z. Kernsvrecher: Amt Morttzplat,. Nr. I.?Z«0— ISt t>7. Sonnabend, den 1k. August 1919. vorwärts-verlag G.m.b. H., EW. öS, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morinpiat», Nr. 117 ZZ— 54. Der Krieg im Gften. Bündnis der russischen Randstaaten. Nach einer„Times"» Meldung aus Warschau haben die Polen in Wolhynrcn eine Ossensrve begonnen. Ueber daS gepianle Lerteidigungsbündnis zwischen Finn» land, Esiland. Lellland, Lilauen, Polen und der Ukraine äusserte sich der Berlrcler Lilauens der finnifchen Presse gegenüber solgcndermaszen: Als Verbandlun-lssiy ist die Stadl Dorpat dorgelchlogen worden. Zweck des Bundes ist der Zuianimenschlvtz der einzelnen Slaaien zur Verteidigung ihrer Freiheil und Setbstäudigleit. Um sich gegen impeualiftische Angllffe schützen zu tonnen, sind eine gemeinsame Mltiläriswe Fronlbtldung und ein wlriichaft- licher Zuiammciiichluß von groster Bedeutung. Polen wird in dieies Bündnis eist nach der Regelung des Verhältnisics zu Lilauen ausgenonimen werden lönnen, Der Verireler der Ukraine meinte, die Uktaine weide»ach der vollständigen Be- siegung deö Bolschewismus im Lande dem Bündnis beilmen. Die ehemaligen rusfiitbeit Randstaaten miiszlen, ohne Rücksicht auf Rustland zu nehmen, handeln. Ein verstärlter Grenz« schütz gegen Rutzland iei äusterit ivichng. Zugleich klagt die tschechische Presse über bedrohliche polnische Trup�enansammlungen bei Tejchen. Beschränkung öes Stre-krechts in Englanö! Laut Presse, lureau Radio erklälte der britische Arbeits« minister, dei Porichlag, ein Ge'etz einzubringen, das S lrerks und A u s l p e r r n» g e n, die nlchl eine Pocke im voraus an« gciclzl wurden, lür ungeletztich erttärl, werde sorgfältig in Erioägung gezogen werden. der Konsi/kt zwischen Rumänien unü üec Entente beigelegt. Notenwechsel zwischen Paris und Budapest. Paris, 15. August. Wie Havas meldet, bot die Antwort der runiäni scheu Regierung aus die Vertreter der Grast« »»ächte einen sehr guien Eindruck gemacht, Obwohl der Tr'�i nicht ganz veröfseuUlcht ist, weist man. dast der rumänische Besebtshaber und Obertommstiar Weilungen erbailen hal, noch den Wünschen der Eni eure zu handeln.� Du die Ungarn die Rumänen ailgrist'cn, befand sich das rumänische Konlmaiido in dcni guten Glauben, dast der Waffenftillnond vom 16, November uiigütiig geworden sei. Der Oberste Rat bat darauf an die rumäniiche Regleiung eine in nicht minder der» söhntichein Tone gehaltene Anlwortnole gericklet, worin er dieie eriucht, da sie bereit sei, enliprecheiid den polunche» Genchiepunklen der Entente zu handeln, mit der lmeralllienen Siommijfion und den nach Budapest eiiljoudlen Generälen r» Per« brudung zu rrelen, um von ihnen die Wünsche der Entente ent- gegenzuuehmcn. Gesterreichischs Seso?gni))e. Gefahr eiuer Beseyung Tcutsch-��csruugarus. St. Germar» en-Lave, IS, August. In einer Note an Minister. Präsident E.cmenceau teille Stualskanzler Renner mit. er habe erfahren, daß der Befehlshaber der etwa 8000 Mann starken ungarischen Streitkräfte in Steinamanger erklärt habe, Deutsch- We st ungarn solle wieder durch Waffengewalt der ungarischen Herrschaft unterworfen werden. Nachdem Teile dieses Gebietes bereits früher durch die rücksichtslosen Beschlag- nahmungen ungarischer bolschewistischer Truppen stark gelitten hätten, hätten die Deutschen Westungarns jctzl aus Angst vor einer ähnlichen Heinisuchiing die Besetzung der bedrohten Gebiete durch Deuticköstecreich erbeten. Die Landbevölkerung von Steiermark habe idren unwiderruflichen C'iitfchluß kundgegeben, in gemein- samer Erhebung oen gefährdeten deutschen Brüdern zu helfen, falls Dcutschösterreich keine Truppen sende. Ferner seien die Deutschen Westungarns durch eine Meldung der rumänischen Presseagenrur beunruhigt, daß eine Besetzung durch rumänische Truppen bevorstünde, was für die Einwohner neue schwere Lasten bedeuten und mittelbar auch Deutschösterreich in Mitleiden- schar! ziehen würde. Stoatkkanzler Renner ersucht daher den Obersten Rat der Alliierten, durch einen Machtspruch an die Ungarn und Runiänen die bedrohten Gebiete vor einem Einmarsch und damit auch vor Plünderungen zu schützen. Deutschöstcrreick möge eS gestattet werden, durch eine Sicherheitswach- aus Gendarmerie und Volkswcbr für drc Aufrechterhaltung der Ordnung in West- Ungarn zu korgen. Eine solche würde auch die letzten Reste kommunistischer Truppen vertreiben Das Urteil im Liebknecht-prozeß. Die„Freiheit" teilt in ihrer Nr. 384 mit, der Reichspräsident habe in der Frage der Bestätigung des Urteils im Liebknechtprozeß dahin entschieden, daß das Bestätigungsrecht nicht ihm, sondern dem preußischen Staats- Ministerium zustehe. Sie knüpft hieran Angriffe gegen den Reichspräsidenten, als ob die Absicht einer Verschleppung der Entscheidung und einer Ausnahmebehandlung gerade dieses Falles vorliege. Wie wir festgestellt haben, sind die Vorwürfe der „Freiheit" unbegründet. Die Frage, ob für die Bestätigung des Urteils der Reichspräsident oder das preußische Staats- Ministerium zuständig ist, hat bei den nicht ganz klaren Be- stimmungen der Uebcrgangsgesetzgebung dem Reichsmilitär- gericht und der Reichsmilitäranwaltschaft zu Zweifeln Anlaß gegeben. Ter Reichspräsident hat sich diesen Zweisein an- geschlossen und sich daher bewogen gefühlt, die ihm vorge- legten Akten noch dem preußischen Staatsmini- sterium zur Stellungnahme zu üben'enden. Zu dieser Entschließung hat der Reichspräsident aber nicht, wie die„Freiheit" behauptet, drei Monate, sondern nur wenige Tage gebraucht. Auch hat er in diesem Falle keine von anderen Urteilen abweichende Stellung eingenommen! es war dies vielmehr der erste derartige ihm vorgelegte Fall. Ebenso unzutreffend sind die Darlegungen der„Frei- heit" über die Rechtslage. Die für die Bestätigung von Feldgerichtsurteilen zuständigen Stellen sind in einer auf Grund des 8 422 der Militärstrafgerichtsordnung ergänze- neu, noch heute gültigen Verordnung bereits festgelegt. Das Begnadigungsrecht gegenüber feldgerichtlichen Urteilen ober ist dem Präsidenten des Rcichsmilitärgcrichts durch die Ver- ordnung der Volksbeauftrogten vom 1. Februar 1919 zurzeit nur insoweit übertragen, als es sich um Angehörige ver Marine und des preußischen Kontingentes handelt, während es im übrigen den KontigentSregierungen zusteht. Ribots Zrieöensablebnuna. Die englischen Blätter kündigen die Veröffentlichung eines Weißbuches an. von dessen Inhalt besonders ein Memorandum von Interesse ist, das der französische Geschäftsträger am 27. August Lord C e c i l überreichte. In ihm wird von R i>b o t die Erklärung ausgesprochen, er könne den von dem Vatikan eingeschlagenen Weg nicht b.schreiten. Er erwarte seitens der britischen Regierung Instruktionen, um alle weiteren Versuche des Kardinalstaals sekretärs, die auf eine halb- offizielle Intervention zwischen den Kriegführenden hinzielen, zu entmutigen, Die Kommentare, die von der nationalistischen Presse an diese Meldung geknüpft werden fallen in sich zusammen. Die i Tatsache, daß auch in anderen Ländern verbrecherische ! Subjekte jede aufkeimende Fricdcnsmöglichkeit zu ertölen suchten, ist nicht imstande, die deutschen Kriegsver- längerer in irgend welcher Weise zu entschuldigen. Da- durch wird die Anklage gegen sie um nichts entkräftet. Euglis&e Waren für üas befetzte Gebiet. Die.Times" berickten. daß Montag dem Parlament eine Gesetzes Vorlage eingereickil, wird, die darnuf hiiiziell, daß England für den Handel in den besetzten Gebi-eten Eiiiovas Kredile pewäbrcn soll, dan.it die enpliiche Ansfuhr dort an Boden gewinnt. Englische Banken und Industriellen lönnen nickt aus lange Jahre Kredite gewähren, bis die Gebiete imstande wären, Vorjcküise durch eigenen Export zurück- zuzahlen. Daher müsse die englische Regierung weitgehende Garantien leisten und etwaige Gcfabtcn selbst auf sich nehmen, Nur so werde eS möglich sein, ein enpließlickeS Zusammenwirken zwischen der Negierung und dem Privalhandei zu erzielen. Um Danzigs Schicksal. Die deutsche Regierung hat in Versailles eine Note de? In- Halts überreichen lassen, daß vi« Bevölkerung von Danzig über wich- tige, in den Bestimmungei! de? Friedensvertrages nicht klargestellte Fragen dringend Auskunft zu erhalten wünsche, vor allem über die staatliche Zu geHörigkeit von dem Augenblick des Ans- scheidcns von Danzig aus dem Deutschen Reich bis zu ihrer Begründung als freie«ladt, sowie eine Entscheidung über den künftigen Anteil des Freistaates an öffentlichem Eigentum. Ferner wünscht die Bevölkerung, daß möglichst bald an die Ausarbeitung einer neuen Verfassung gegangen werde und das Berhall- nis DaniigS zu Polen eine Klärung erfabre. Da sich ans der augenblicklichen Ungewissen Lage erhebliche politische und wirtichasi- liche Unzuträgiichkeiten für die Tanziger Bevölkerung ergeben, so bittet die deutsche Regierung um baldmöglichste Einleitung oon Verhandlungen hierüber. Das Schicksal der tzilfskräste. Der Krieg ist vorbei, wir streben normalen Zeilen zu. Für viele tausende männliche und weibliche Hilfskräfte bei Behörden aller Art entsteht jetzt die Frage:„Was wird aus uns?" Es wäre töricht, an dieser Frage einfach mit dem Hinweis darauf vorbeizugehen, daß diese Männer und Frauen bei ihrer Einstellung ja gewußt hahen, ihre Tätigleit finde mit Kriegsende und dem Abbau der Kriegswirtschaft ihren Abschluß. Zügegeben wird, daß diese Kenntnis bei allen Beteiligten vor- banden ist. Doch ändert dies nichts an der Tatsache, daß hunderttausende Menschen sich der Arbeitslosigkeit gegenüber-' sehen und dem Reich die ungeheure Verpflichtung erwächst, für sie Arbeit und Verdienst zu beschaffen oder sie aus öffentlichen Mitteln zu unterhalten. In Betracht kommen etwa 49000 Angestellte der Kriegsgesellschaften, die bekanntlich so bald wie möglich abgebaut werden sollen. JFhiien schließen sich die ungezählten A u s h i l f s k r ä f r e bei der P o st und der Eisenbahn an. Weiter kommen hinzu die Kräfte, die bei anderen Behörden wie Reichsbank, Regierung, Gericht uiw. Dienst tun. Und ichließlich wird-noch ein erheblicher Ttiil der ztirnef kehrenden Kriegsgefangenen in diesem Zusammenhang mit berücksichtigt werden müssen. Bei allen Hilfskräften macht sich das Bestreben bemerkbar, die feste Uebernahme duich die Behörde, bei der sie be- schäftigt sind, zu erlangen und auch das Veamtenverhältnis mit der Möglichkeit auf Ablegung der Prüfungen und Aufrückung in Beförderungsstellen überfü!?rt zu werden. Mit Reckt weisen sie darauf hin, daß sie dem Reich od'er Staat zum Teil volle fünf Jahre treue Dienste geleistet und ihre Brauchbarkeit hierdurch besser dargetan haben, als durch Bei- bringung eines Schulzeugnisses, Auch muß anerkannt wer- den, daß viele Aushilfskräfte, Männer ivie Frauen, ganz Hervorragendes geleistet haben, so daß es nur im Interesse der Behörden liegen kann, sich ihre Dienste für immer zu sichern. Es ist aber nicht zu verkennen, daß einer solchen all- gemeinen Uebernahme Schwierigkeiten entgegen- stehen, die nicht zu überwinden sind. Zunächst einmal kommen die a l t e n Beamten aus dem Kriege und der Kriegsgefangenschaft zurück. Ferner hat das Reich und auch der preußische Staat die rechtliche Ver- pflichtung, für die Beamten zu sorgen» die in den abzu- tretenden Gebieten nicht bleiben wollen oder von dort ver- trieben werden. Die Anzahl dieser Beamten beziffert sich allein auf einige tausend. Ihr Rechtsanspruch auf Unter- bringung ist unanfechtbar. Weiter kommen die Beamten hinzu, die infolge der Auflösung des Heeres und der Marine über- z ä h l i g werden. Es tväre vom Rxick unverantwortlich, wenn es diesen Beamten die rechtlich erdiente Pension geben wollte, obne ihre Arbeitskraft weiter auszunutzen. Ein Luxus, den sich das Reich übrigens nicht leisten kann. Zu diesen Beamten gehören auch die nicht lebenslänglich angestellten unteren Beamten der Heeres- und Marineverwaltuug. die sich nach. einer zum Teil 40jähngeii, bei kärglichem Gehalt zurückgc- legten Dienstzeit der Kündigung und dem Elend gegenüber- sehen. Ta für sie eine Veipflichlung des'Reichs zur Weiter- beschäftigung nicht besteht,, geht es ihnen ebenso schleckt, wie den Elsaß-Lothriiiglichen Landesbeamten, die aus ihrer Heimat vertrieben sind und auf der Straße liegen. Der Unistand, nichts anderes als ihren Dienst erlernt zu haben, macht ihnen das Weiterkommen ungleich schwerer als jedem gelernten Kaufniann oder Arbeiter. Es ivird bei stündlich sein, daß das Reich und die Länder auf diese Leute auch eine gewiss» Rücksicht, weiden' nehmen müssen, ohne ihnen allerdings ciiß besonderes Vorrecht vor anderen Leidensgenossen einzuräunwn. Grundsatz muß sein, das; sich jeder nach Kräften selbst Helsen muß. Niemand hat das Recht, henzntage die Hände in den Schoß zu legen und gelassen abzuwarten, bis ihm Hilfe �von oben" ziiteU wird. Jeder muß zunächst einmal zusehen, ob es ihm nicht möglich ist, sich selbst ein Unterkommen zu verschaffen, auch wenn es nicht ganz seinen Wünschen entiprecken sollte. Wenn dies nicht gelingt, dann müssen allerdings Reick und Länder den notieidenden Volksgenossen mit Rat und Tat zu Hilfe kommen, und zwar dem einen sowohl wie dem andern. Zunächst wird dies darin bestehen müssen, daß die Kündigungen der Hilfskräfte nicht planlos erfolgt, sondern daß hierin nach ganz bestimmten Grundsätzen vor- gegangen wird. Es muß darauf bestanden werden'— die Not der Zeit fordert es gebieterisch—. daß kein Angestellte� ganz gleich ob Frau ob Mann, entlasten wird, bevor nicht alle diejenigen Frauen ausgeschieden sind, bei denen der Brot- erwerb kein Zwang ist. � Es ist eine bekannte Tatsache, daß im Kriege viele Frauen arbeiten gelernt und Freude am selbstverdienten Geld ge- funden haben, die unter anderen Umständen niemals die Hand im öffentlichen Dienste gerührt hätten. Unter diesen Frauen gibt es verheiratete und ledige. Sie alle können sich jetzt, nachdem der Arbeitslohn gegen früher doch immerhin beträchtlich gestiegen ist, nicht entschließen, diesem Gelderwerb zu entsagen, ganz gleich, ob sie ihn nötig haben oder nicht. Sofern die Einsicht diese Frauen nicht veranlaßt, von selber aus dem Dienst zu scheiden, muß verlangt werden, daß die Behörden die diesbezüglichen Verfügungen über Ent- lassungcn ohne Ansehung der Persofi und rücksichtslos bandhaben, damit der erstrebte Zweck auch erreicht wird. Sache der Angestellten- und ArbeiterauSschüfse ist es, über die ord- nungsmäßige Ausführung der Bestimmungen zu wachen und dahin zu wirken, daß die immer wieder auftauchenden Klagen über unterschiedliche Behandlung endlich verstuMmen. Weiter wird dahin zu streben sein, daß alleinstehende und auf Erwerb angewiesene Frauen bezüglich der Entlassung den Männern gleichgestellt werden, und daß vor allem Kriegerwitwen, sofern sie sich ihr Brot mit ihrer Hände Arbeit verdienen müssen, den Kriegs- beschädigten zugezählt werden. Die Bestrebungen, sowohl Männer als auch Frauen ihren früheren Berufen zuzuführen, müssen in jeder Weise gefördert tuerden. Dies gilt ganz besonders für die Frauen, die bis zum Kriege ihren Broterwerb mit Schneidern odeit als Haus- angestellte verdienten. Es läßt sich doch nicht leugnen, daß viele dieser Frauen nicht mehr die Absicht haben, ihren früheren Beruf wieder aufzunehmen. Hier ist nicht der Ort, die Ursachen dieser Erscheinung zu untersuchen. Festgestellt sei nur, daß es heute fast unmöglich ist, eine Stütze, ein Haus mädchen, eine Schneiderin usw. usw. auch gegen gute Ent- lohnung zu finden, daß sie fast alle bei irgendeiner Behörde Dienst tun, nun mit Zähigkeit an dieser Stelle kleben und den erwerbslosen Männern das Brot fortnehmen, anstatt ihre Kräfte jener Arbeit einzuordnen, der sie schön vor dem Kriege nachgegangen sind. Bei den Männern sind es hauptsächlich die Arbeiter der ländlichen Berufe, die in die Städte und den Behörden- dienst geströmt sind. Auch hier wird stärker als bisher daraus gedrückt werden müsten, sie ihrem früheren Beruf wieder zu- zuführen. Allgemein muß verlangt werden, daß die K ü n d i g u n g s- fristen so weit ausgedehnt werden, wie es sich irgend er- möglichen läßt, damit die Entlassenen Gelegenheit haben, sich um eine neue Stelle zu bewerben, ohne erst der Arbeitslosen- fürsorge anheimzufallen. Die Beamtenlaufbahnen sind durchweg zu sperren. Frcilverdende Stellen dürfen nur Erwerbslosen übertragen werden, die sich billigen Anforderungen nach für den Posten eignen niüssen. Die Altersgrenze ist recht weit zu ziehen. Kriegsbeschädigten. Kriegsteilnehmern und schon im Kriege bei Behörden beschäftigt gewesenen Hilfskräften könnte ein Vorrang eingeräumt werden. An den Wiedererwerb eines jungen Beamtennachwuchses zu denken, wird dann Zeit sein, wenn die ersten schweren Jahre der Wirtschaftskrisis über- wunden sind. Für die Beamtenstellen der neu zu schaffenden Reichsfinanzbehörde treffen vorstehende Ausführungen in erster Linie' zu. Es kann unter keinen Umständen angehen, daß diese Stelleu vorzugsweise an ehemalige Offt- ziere übergeben werden. Abgesehen davon, daß sie keinen Anspruch auf irgendeine Bevorzugung gegenüber anderen Kriegsteilnehmern usw. haben, besteht die Gefahr, durch diese Einrichtung einen Militärbureaukratismus hcranzuzüchten, der alles an Bureaukratie bisher Dagewesene weit in.den Schatten stellen würde. Um aber nochs weitsr der drohenden Arbeitslosigkeit vor- zubeugen, wird es gut sein, wenn sich die Regierung darüber klar wird, ob nicht noch mehr gesetzliche Maßregeln, zu er- greifen sein werden, auch Privatbetriebe zur Ein- stellung von Erwerbslosen zu zwingen. Ebenso wie Staube an öie IugenS. Von H. M. B e ck- r. Alte Leute pflegen oft und gern zu erzählen, daß zil ihrer Zeit die Fugend gesitteter gewesen sei als heutzutage. Die J»gend aber ist solchen Darlegungen gegenüber zweiflenich. Man kann dieses Verhallen der Fugend vielleicht gerade als einen Beleg der Ver- robungslheorie registrieren. Aber man kann auch darauf hin- weisen, daß besagte alte Leute, als sie noch keine alten Leute. sondern Jugend waren, den Klagen der damaligen alten Leute über die Verwahrlosung besagter Jugend ebenso zweiflerisch gegenüber gestanden haben. Die VerrohungSlheorie ist einer der diel zitierten roten ftäden, und dieser Faden wird von der einen obsterbenden Generation zur andern sortgesponnen. Das Bekennen zur VerrohungStheorie ist vielleicht die untrüglichste SenilitätSer- scheirning; in dein Augenblick, wo einer stch nicht mehr der eigenen Fttgendstreiche entsinnt, ist er ein alter Mann. Gewiß, es gibt noch Musterinnhen, die musterhafter garnicht mehr werden können. Aber das beweist doch eben nur, daß es auch im schulpflichtigen Alter schon alte Männer gibt. Nun aber hat der Standpunkt der alten Leute durch den Krieg einige Berechtigung bekommen. Und zwar in allen Ländern. Meine jungen Freunde, wollt Ihr nicht, daß das wenigstens jetzt nach Friedensschluß reckt bald wieder ander« wird? Nun ja, es liegt auf der Hand, wen letzten Endes die Sckuld trifft, wenn Uniug und üble Streiche unier der Jugend immer mehr um sich greren. Jene Herrschaften trifft sie. die zwar schon in den Windeln Muster« knaben, aber dennoch oder auch gerade deshalb den Dummenjungen« streich des Krieges abs dem Gewissen baden. Daß dieser Knrg den ZchstörimgStrieb bei Euch gefördert bat. ist kein Wunder. Verwuuderkfe ist es nur. daß viele Leute die Nievoluliait und e i n z i g die Revolution für die Verwahrlosung verantwortlich machen wollen. WaS dock die Revolution nicht alles auf dem Gewisssti haben fall! Ich würde mich nicht wundern. wenn nächstens einer beweisen wollte, daß der Krieg �äuS der R evolution entstanden fei! Nein, wer all die Fahre hindurch die Augen offengehalten hat. weiß, daß der Krieg die Ursache des unge,ügelten Zerstörung«- trieb« ist. Und wie weirdieier Trieb Macht über Euch bafl dafür sind' die öffentlichen Anlagen wohl überall ein Beweis. Merkwürdig nur. wie sehr Ihr Wert darauf legt. Euch selbst um ein Stück Lebens« freude zu bringen! Denn wir müflen uns einmal klar machen: iver dem Zer st örung-s trieb nachgibt, macht dadurch jedesmal sich selb st ärmer. Reißt aus den StrSuchern der Aulauen Aeste und Zweige.?o babt Ihr im nächsten Jahr genau dieselbe Einbuße au Blüten wie Eure Bolksgenosien. Und auf einer Bank, die Ihr zertrümmert, könnt Ihr fortan ebenso wenig sitzen wie jene. Die Anlagen sind mit all ihrem Schmuck an Büschen, Sträuchern und«asenslächen doch bei den Behörden könnte mich hier eine Beschäftigung der Frauen nur unter dem Gesichtswinkel der Erwerbsnotwendig- keit durchgeführt werden, wenigstens solange, wie es die Not erfordert. Unverkennbar gehen wir einer schweren Arbeits- k r i s e entgegen, und es ist dringend notwendig, daß schon jetzt nach Mitteln und Wegen gesucht wird, der herauf- steigenden Not mit Erfolg entgegenzutreten. Zu diesem Zweck müssen alle berufenen Stellen mit Ernst an die Sache heran- gehen und das nicht erst im letzten Augenblick, wenn die Not nicht mehr zu bannen ist. Falsch ist es aber, wenn die einzelnen Aus- schüsse der Angestellten und Arbeiter unter Umgehung der Gewerkschaften eine Abordnung nach der andern an die Nationalversammlung schicken und hier von den einzelnen Fraktionen die Zusicherung verlangen, daß diese oder jene Kategorie Angestellter oder Arbeiter nicht ent- lassen werden dürfe. Gewiß würde die Nationalversammlung und auch die Fraktionen gerne diese Zusicherung geben, wenn eS in ihrer Macht läge, das Versprechen zu halten. Doch die Verhältnisse sind stärker. Ueberdies liegt die Für- sorge für den einen Volksgenossen der Nationalversammlung ebenso sehr am Herzen wie die Fürsorge für jeden anderen Volksgenossen. Eine Bevorzugung hierin kann und darf es nicht geben. Die Sendungen dieser Abordnungen sind deshalb zwecklos und können den gewünschten Erfolg nicht haben. Die gegen die drohende Arbeitslosigkeit zu ergreifenden Maß- nahmen sollen für die Allgemeinheit bestimmt sein. Sie sollen allen in Mitleidenschaft gezogenen Volksgenossen zugute kommen. Willi Steinkopf. Der Vieöeraufbau öes Zerstörten Noröfrankreich Ueber den Stand der Verhandlungen über die Frage des Wiederaufbaus wird von amtlicher Seite ein Bericht verbreitet. Daraus geht hervor, daß erhebliche Meinungs- Verschiedenheiten der beiden vertragschließenden Parteien, der deutschen Kommission für Wiederaufbau einerseits, des fran- zösischen Ministeriums für Wiederaufbau und der französi- scheu Unternehmer und Arbeiter andererseits zu überwinden waren. Für eine Reihe von Gebieten wurden in Versailles Unterkommissionen eingesetzt, deren Beratungen noch nicht beendigt sind. Soviel scheint jetzt schon festzustehen, daß die deutsche Regierung, die nach dem Friedensvertrag der Gene- r a I u n t e r n e h m e r für denjenigen Teil der Arbeiten ist, der ihm zugewiesen wird, bestimmte Abschnitte in Austrag erhält. Im Bericht sÄbst ist über den Umfang dieser Ar- beiten noch nichts gesagt, es wird nur darauf hingewiesen, daß es sich wahrscheinlich nur um geringere Teile des ge- samten zerstörten Gebietes handeln wird, daß also große einheitliche Pläne seitens deutscher Architekten oder Organi- sationen nicht durchgeführt werden können. Belgien, das selbst Ueberfluß an Arbeitskräften hat, bedarf deutscher Ar- beitskräste zum Wiederaufbau nicht. Wer auch Frankreich macht erhebliche Schwierigkeiten. Die französischen Unter- nehmer wollen die deutsche Konkurrenz zur Erzielung mög- lichst hoher Gewinne nach Möglichkeit ausschalten. Die französischen Arbeiter ihrerseits sehen in den Wiederaufbau- arbeiten eine glänzende Konjunktur für die nächsten Jahre, die sie sich auch nicht entgehen lassen wollen. Da es käme- radschaftliche Pflicht der deutschen Arbeiter ist, nicht nach Frankreich zu gehen, wenn dies den Interessen der sranzö- fischen Arbeiter widerspricht, bedarf es noch weiterer Ver- Handlungen, um sie zu überzeugen, daß die deutschen Ar- beiter nicht als Lohndrücker auf dem französischen Arbeits- marste we'-den. Hinsichtlich der Form der Unternehmungen, die mit dem Wiederaufbau betraut werden sollen, wird in dem Bericht gesagt, daß die Reichsregierung keineswegs an dem'olten System festhalten wird, sondern daß sie gewillt ist, den Zeitverhältnissen entsprechende Neuerungen zu erproben. Dabei wi.rd vorausgesetzt, daß im Wieder- aufbaugobiet die ruhige Arbeit nicht g e st ö r t werden darf. auch Euer Eigentum. Wie würdet Ihr aber von einem Menschen denken, der seinen Hausrat und sein sonstiges Eigentum in Stücke schlüge? Auslachen würdet Ihr ihn oder auch bedauern. Und Ihr hättet keinen anderen Ehrgeiz als albern oder bedauernswert zu erscheinen? Ich glaube, meine jungen freunde, solche Fragen find'manchem Uebel- läler unter Euch heilsamer, als die dumme Drohung mit Stock oder Büttel. Zumal aber vor der Berührung mit den Gerichten solltet Jbr bewahrt bleiben. Jede gerichtliche Anllage gegen einen Jiigeiid« lichen ist ein Armutszeugnis, das die Gesellschaft stch selbst aus- stellt. Wir Großen müflen bedenken, daß wir weit eher mit Güte Euch zu guten Menschen machen werden. Man hat sich zwar in den letzten Jahren rechte Mühe gegeben, die Güte in der ganzen Welt auszurotlen, und es fragt sich, wie viel davon noch übrig geblieben ist. Aber wen?, wir Eurer armen Jugend gedenken und unS erinnern, welch begnadetes Kindergeschlechl wir einst waren, wird es uns doch vielleicht nickt daran mangeln. An Euch, den Kommenden, haben wir unendlich viel wieder gut zu machen. Die Führer batien uns in die Irre geleitel. Nun wollen wir unS beeilen, daß durch Euch die Menichheit zurückfindet auf den Weg, der auswärts führt. vke elektrische Einheitslokomotive! Wirtschaftliche Notwendigkeiten werden Deutschland zwingen, zur elektrischen Zugförderung auf allen Staatsbahnen überzugehen. Die neue Betriebsart läßt durch vorteilhafte Kraftwirtschaft, Er- sparnis an menschlicher Arbeitskraft bedeutende Vorteile gegen den Dampfbetrieb erwarten. Ueber die Entwicklung der elektrischen Lokomotiven in den letzten Jahren macht Oberbaurat Wittseld vom Miliisterium der öffentlichen Arbeiten im Zentralblatt der Bauverivaltung einige bemerkenswerte Angaben, denen wir folgendes entnehmen. Die elektrischen Lokomotiven sind in den letzten Jahren sotveit e.rt- wickelt worden, daß sie den schwiengsten Betriebsverhältnissen ohne weiteres angepaßt werden können. Trotzdem wird ein« Vereinheit- lichung der Lokomotivformen vorgeschlagen, um die Betriebstüchtig- keit zu vergrößern, die Anschaffungskosten zu vermindern, Wartung, Bedienung und betriebliche Unterhaltung sowie das Ausbessern zu erleichtern und die Leistung zu erhöhen. Hierzu soll zunächst auf den Zahnradbctrieb zurückgegriffen werden, der dem Stangen- antrieb gegenüber wesentliche Vorteile bietet. Außerdem schlägt der Verfasser vor, nur je zwei Grundformen für Güterzüge und Schnell- und Personenzüge zu wählen, die j« nach der verlangten Leistung zusammenarbeiten. Hieraus ergeben sich wieder eine Reibe von Vorteilen, in der Hauptsache die unbegrenzte Steige- rungsmöglichkeit der Leistung. Die elektrische Einrichtung aller Lokomotiven wird bei allen Lokomotivarten nach Möglichkeit gleich- artig, so daß die Bedienung wesentlich vereinfacht wird. Durch diese neuartigen Vorschläge wird die weitere Fortentwicklung der Aus Gründen der äußeren Politik will man verhindern, daß das Wiederaufbaugebiet zum Tummelplatz innerpolitischer Streitigkeiten über die Frage künftiger Untcrnehmungs- formen gemacht wird. Bor allen Dingen ist notwendig, daß ein genaues Statut der Arbeitsbedingungen ansgeuä-eitet wird, und daß eine ganze Reihe anderer Fragen geklärt wird. die augenblicklich noch zur Beratung stehen. Es kommen da in Frage die W i e d e r a u f f o r st u n g der Wälder und solcher Gebiete, die nicht mehr zu landwirtschaftlichen Zwecken verwendet werden können, die W i e d e r h e r st e II u n g der französischen Bergwerksgebiete in den nördlichen De- partements, die Frage des Transports usw. In erster Linie wird es sich ja doch auf die Aufräumungs- und Ein- ebnungsarbciten in den verwüsteten und zerschoffenen Ge- genden handeln. Die ganze Angelegenheit ist also noch in dem Stadium der Vorbereitungen und wird erst, nachdem diese abge- schlössen sind und nachdem ein W i e d e r a u f b a n- K o m- m i s s a r mit der Leitung und Organisation der Arbeiten betraut worden ist, greifbare Formen annehmen. Daß da- bei auch die Arbeiter zu Rate gezogen werden, dafür ist ja bereits gesorgt, indem Arbeilervertreter in die Wiederaufbau- Kommission hineingewählt worden sind. Ihre Aufgabe wird es sein, zu verhindern, daß das Unternehmen des Wieder- aufbauS, ähnlich wie einstmals die Kriegslieferungen, zu einem glänzenden Geschäft für Privatkapitalisten werden wird. Di« Arbeiter, die sich an dem Wiederaufbau beteiligen wollen, werden gut daran tun. sich rechtzeitig so zu organi- sieren, daß das Privatkapital für weite Gebiete des Wieder- aufbaus so gut wie ganz ausgeschaltet wird. Die für inner- deutsche Zwecke bereits gegründeten gemeinnützigen Bau- unb Betriebsgenoffenschasten bieten dafür ein geeignetes Vorbild. Ein rechtzeitiger straffer Zusammenschluß der Ar- beiter, die ihre Aufgabe ernst nehmen, wird viel dazu bei- tragen, um die Bedenken zu zerstreuen, welche gegen die Ein- filhrnng einer sozialistisch orientierten Betriebsweise bestehen, wenn das Auftreten von Elementen befürchtet werden muß, die aus dem Wiederaufbau politisches Kapital schlagen wollen. Deutsche Note über öie Räumung Letttanös. Die deutsche Regierung hat an die Entente eine Note über die Räumung Lettlands gerichtet. Sie wehrt sich darin gegen den Vorwurf, daß die Räumung Lettlands absichtlich ver- zögert werde. Die Räumung ist seit dem!9. Juli nach dem Plane, der in einer Besprechling zwischen dem General Grafen Goltz und dem General Gough festgelegt worden ist, fortgeführt worden. Die Forderung der Entente auf Abberufung des General« Grafen Goltz wird als ein Eingriff in die deutsche Komiuatidogewalt abgelehnt. Im übrigen weist die Note darauf bin, daß die Räumung Kurlands bereits begonnen hat und so schnell als möglich fortgesetzt wird. Der von der Entente gesordme Abtransport der Truppen auf dem Seewege wird von der deutschen Regierung für u n d u r ch f ü b r« bar gebalten und zwar besonder« wegen der gereizten Stimminig der Truppen gegen die lettische Regierung. Bekanntlich hat die Re-' gierung Ulmani« da« Versprechen auf Gewährung von Siedlungs- land, das den Truppen als Belohnung für ihr Ausharren gegen den Bolschewismus versprochen ivorden ist, nickt eingelöst. Die deutsche Regierung Ivarnt davor, die berests vorhandenen Rribungs- flächen nicht noch zv vergrößern, verspricht aber, die Räumung zu beschleunigen._ öethmann zum hwöenburgbrkef. Auf unsere Anfrage bei dem früheren Reichs" k a n z l e r. ob er sich zu dem in der Presse veröffentlichten Schreiben des Generalfeldmarschalls V. H i n d e n b u r g an den Prinzen Max von Baden in Sachen des Il-Boot» k r i e g e s zu äußern gedenke, teilt uns Herr v. Bethmann Hollweg mit, daß er seiner Zeit auf Ersuchen der Reichs- regierung zu diesem Schreiben ausführlich Stellung genommen habe. Er werde seine damalige Aeußerung, die allerdings in wesentlichen Punkten zu abweichenden Ergebnissen führt, bei einer zusammenhängenden Darstellung des U-Bootkrieges und einer Vorgeschichte bekannt geben. elektrischen Lokomotiven keineswegs gehindert. Entwürfe für die Einheitslokomotiven werden zurzeit von der preußischen Eisenbahn- Verwaltung und dem elektrischen Großgewerbe bearbeitet. . Notizen. — Die medizinische Fakultät gegen die Pro- fessur Friedmann. Wie die„Deutsche medizinische Wochen- schrift" mitteilt, ist die Berliner medizinische Fakultät zwar vor der Ernennung Friedmanns befragt wanden, kam aber mit ihrem Gut- allsten zu spät. Tste Fakultät machte geltend, daß weder die wissen- schaftliche Arbeit des Herrn Friedmann die Anwartschaft aus eine Prosesiur begründe, noch der Wert seines Verfahrens so weit sicher- gestellt sei, daß er zum Gegenstände eines Lehrauftrags geeignet sei, Zweifellos haben die Fakultäten manchmal zunftartige Me- thaden, mit denen sie unliebsame Neuerer und Austenseiter fern- halten. Der Minister tut gut daran, in solcken Fällen über die Köpfe der Fakultät hinweg zu handeln. Pros. Friedmann wird jetzt freilich zu erweisen baden, daß der Minister im Recht war. — Der Be r l,i n e r V o l k s- C h o r wiederholt in Gemein- schalt mit dem Männerckor Fichte-Georginia am 28., 30. August und L. September in der Philharmonie„Fausts V e r d a urm u n g" von Sektor Berkioz. Leitung Dr. Ernst Zander. — Musik. Kapellmeister©atz veranstaltet mit dem Blüthner-Orchester eine Anzahl Sonderkonzerte im Lehrer. Vereinsbaus. Das erste Konzert findet am 8. September statt. — Theaterchronik. Am 18. August findet im Wallner- Theater die dl). Ausführung des sozialistischen Dramas„Das Ge- setz* von Paul Bader statt. Infolge der außergewöhnlichen Nach- frage ist für den Monat September das Walhalla-Theater gepachtet worden, wo das Drama weiter in Szene geht. — Eine Wedekind-Uraufführung. Das Münchner Nationaltheater bringt am 1. September Frank Wedekinds„Hera- Öes" zur Uraufführung. — Z e i t g l o s s«. Der Direktor der Strafanstalt kam bleich, übermüdet zum Tämmerschoppen. Er litt an Svariakus: man hatte die ihm anvertrauten Büßer befreit.—„Es müssen furllstbare Augenblicke gewesen sein.* sagte Professor Tiedge mitfühlend.„Tja,* stöhnte der Direktor;„aber das dicke Ende kam erst: heute den ganzen Tag über der Ansturm der Massen! Es war nerven- zerreibend: Alles kommt, die leeren Räume zu mieten.*(„Jugend.*) — D i e ersten Friedensmarlen sind jetzt von der Schweiz und von Japan ausgegeben worden. In den Zeich- nungen kommt der Anlaß sehr deutlich zum Ausdruck. Ter Entwurf der Schweizer Iv-Centimes-Marke zeigt eine den Oelzweig über die Welt ausbreitende symbolische Figur deS Friedens. Eine andere dieser Schweizer Friedensmarken zeigt einen sterbenden Gladiator. der eine Vision des Frieden? vor sich sieht. Auf der dritten Marke schütteln sich zwei Soldaten auf einem Schlaebtfelde die Hand. Auf den japanischen Friedensmarken ist eine Taube in verschiedener künstlerischer Ausgestaltung zu sehen. Auch die Liliputrepublik von Sa« Marino wird demnächst Friedensmarken ausgebe» Kcgtcrunfl und Kriegsgefangene. Ein Schreiben des Reichspräsidenten. Auf den offenen Brief deS Bundes deutscher Frauen zur Be- freiung der Gefangenen an den Reichsprkfidente« Ebert hlll der Herr Präsident mit folgendem Schreiben geantwortet: Schwarzburg, den 15. August 1S19. Der an mich gerichtete offene Brief wegen der Freilassung unserer KriegSgesange- neu ist zu meiner Kenntnis gekommen. Daß die deutsche Regie- rung mit allen Mitteln bemüht ist, eine baldige Freilassung unserer Gefangenen zu erzielen, werden Sie aus den kürzlichcn Ausführungen deS ReichSmini st erS des Auswärtigen in der Nationalversammlung ersehen haben. Die deutschen Frauen dürfen überzeugt sein, daß auch ich mein Herz an diese Sache ge- hängt und die Regierung nach Kräften in ihrem Borgeheu bestärkt habe. Wir haben zwar bisher de» gewünschte« Erfolg in dieser Frage der einfachen Menschlichkeit nicht erreicht, das wird uns jedoch nicht abhalten, auch weiter auf unserem Verlangen zu beharren. Dem in dem offenen Briefe ausgesprochenen Wunsch nach einem Vorgehen meinerseits glaube ich nicht besser entsprechen zu können, als daß ich den Brief, dessen Worte in eindringlicher und unmittelbarer Weise das elementare Recht der Angehörigen auf Wiedergabe ihrer unbarmherzig zurückgehaltenen Lieben zum Ausdruck bringen, durch Funkspruch aller Welt, der Entente und den neutralen Regierungen zur Kenntnis gebe. gez. Ebert. vsrirrungsarbeit öes Rumpf-vollzugsrats. Eigenmächtige Ausschreibung von Wahlen. Der Vollzugsrat der Unabhängigen und Kommunisten hat ein sogenanntes Wahlreglement für Groß-Berlin er- scheinen lassen und Matznahmen zur Aufstellung von Wählerlisten zu neuen Arbeiterratswahlen getroffen. Es werden bestimmte Meldestellen angegeben, denen die Ar- beiterräte und sonstigen Vertrauensleute die Liste der in den Betrieben Beschäftigten einreichen sollen. Einzelne Wahl- berechtigte, die nicht kollektiv erfatzt werden, sollen sich per- sönlich melden. Totz auf diese Weise nichts anderes zustande kommen kann und zustande kommen soll als ein systemati- scher Wahlrechtsraub an allen nicht unabhängigen und nicht kommunistischen Elementen, ist klar. Der Rumpfvollzugsrat, der nicht im Auftrag der Berliner Gesamtarbeiterschaft, sondern nur zweier Parteigrup- Pen handelt, setzt sich mit seinem Vorgehen sowohl über die allgemeine Volksvertretung hinweg, die eben daran geht, das Vetriebsratswesen gesetzlich zu ordnen, als auch über den Z e n t r a l r a t, der vom zweiten Rätekongretz mit der Ausarbeitung eines Wahlreglements beauftragt ist. Wenn jeder auf eigene Faust vorginge, würde es in jedem Betrieb dreierlei Arbeiterräte geben: 1. die vom unab- bängig-kommunistischen Rumpf-Vollzugsrat eingesetzten, 2. die auf� Grund des Zentralrotsreglements gewählten und jl. ichlietzlich die auf Grund des Gesetzes gewählten mit ge- 'ctzlichen Funktionen versehenen Betriebsräte. Das ganze Rätewesen, für das sich die Unabhängigen und Kommunisten angeblich so lebbaft einsetzen, würde hadurch zur Farce. Dem Rumpf-Vollzugsroi kommt es nun freilich nicht darauf an, das wirtschaftliche Rätewesen auf gesunde und vernünftige Grundlagen zu stellen, sondern nur darauf, immer mebr Verwirrung und Zersplitterung in die Arbeiter- schaft zu tragen, um dann über dem so geschaffenen Chaos die eigene Partei Herrschaft aufzurichten. Im Interesse der Klarheit ist es notwendig festzustellen, daß die Arbeiterrats- Wahlen, die der Rumpfvollzugsrot vornehmen will, nichts anderes sein können als dos Privatunternehmen einiger Privatpersonen und dotz aus ihnen keine berufene Vertretung der Arbeiterschaft bervorgehen kann. Ter Zentralrat und der Vollzugsrat der S. P. D.-Ar- beiterräte werden jedenfalls noch zu diesem Unternehmen Stellung nehmen, wir können uns aber nicht denken, dotz sie zu einer anderen Aufsassung kommen kön,... als wir. dta tzüter der Revolution. Die„Freiheit" tritt in der von ihr aufgebauschten Frage�,,Neichstag oder Nationalversammlung" den Rückzug an. Sie hat sich überzeugen müssen, daß kein Mensch daran gedacht hat. der Nationalversammlung mit der Benennung als Reichstag etwa die vierjährige Legislaturperiode zuzu- legen. Die Nationalversammlung wird aufgelöst, sobald das aus inneren gesetzgeberischen Gründen möglich ist. Die Un- abbängigen können dann zeigen, wie diele Anhänger ihnen nach der Flucht ins kommunistische Lager noch geblieben sind. Die unabhängige Anklage gegen die„konterrevolutio- näre" Sozialdemokratie ist also wie eine Seifenblase geplatzt. Das ist ärgerlich. Den Aerger läßt die„Freiheit" am„Bor- wärts" aus. Wir hatten die Unabhängigen daran erinnert, daß ihnen im Winter die Wahlen viel zu früh kamen und daß sie ihnen jetzt nicht schnell genug beschert werden könnten. Tarauf antwortet die„Freiheit": Im Winter sollte die schnelle Einberufung der National- Versammlung oaZ Mittel sein, um die revolutionären Er- rungensch ästen der Arbeiter zu vernichten und die Konterrevolution zu stabilisieren.» Darum mutzte das Proletariat zu verhindern suchen, datz die Nationalversammlung zusammentrat, bevor die revolutionären Errungenschaften ge- sichert waren. Tie Führer der Sozialdemokratie wollten die Wahlen für Mitte Dezember angesetzt wissen. Die Führer der Un- abhängigen haben das verhindert. Sie wollten die Wahl bis in den April oder gar noch länger hinauszögern. Es bedurfte des Beschlusses des ersten Rätekongresses, um die Befragung des Volkes für den 19. Januar anzusetzen. Wäre um die Mitte des Dezember gewähft worden, so unterliegt es gar keinem Zweifel, daß die Nationalversamm- lung dann eme glatte sozialdemokratische Mehrheit erhalten hätte. Auch ohne die unabhängigen Mandate. Das haben die unabhängigen Führer durch ihren Widerstand verhindert. Tamit boben sie, soweit es an ihnen lag, die revolutionären Errungenschaften gemindert und die Konterrevolution stabilisiert. Selbst bei den Januarwahlen würde die Sozialdemo- kratie noch eine Mehrheit erkalten haben, wenn die Un- abhängigen ni'ft die dazwischen liegenden fünf Wojjfen zum gebäisigsten Bruderkrieg benutzt hätten. Wenn die Sozial- demokratie infolgedessen im Parlament auf die Koalition mit bürgerlichen Parteien angewiesen ist— die Unabhängigen beben die ihnen entgegengestreckte Hand ja zurückge- stoßen— so trifft dafür die unabhängigen Führer allein die Schuld. S i e sind es, die seitdem die revolutionären Errungenschaften vernichten und die Konterrevolution stabili- sieren. Und die„Freiheit" hilft täglich zweimal bei diesem sauberen Werke. » Die.Freiheit" zitiert entzückt einen Satz aus Erzbergers Rede vom Donnerstag: ES müsse einmal darauf hingewiesen werden, welche Müh« sich der jetzige Reichspräsident gegeben habe, den A u S- bruch der Revolution zu verhüten. Und sie meint, dieser Satz bedürfe der Ergänzung. Nicht nur Ebert, sondern alle seine Genossen hätten dergleichen getan, um»den Bestand der alten Gewalten zu sichern". Eine Ergänzung dieses„Freiheit"-Stückchens ist allerdings notwendig. AlS nämlich die Unabhängigen den etwas unebenen Satz Erzbergers mit einem„Hört! hört! bejubelten, fügte der Redner sofort erklärend hinzu:„An der Vermeidung von Blut- vergießen trögt der Herr Reichspräsident das Hauptverdienst." Damit ist klargestellt, was Erzberger wirklich sagen wollte und was ohnedies längst bekannt ist, datz Ebert im November 1318 mit Erfolg für einen gewaltlosen Vollzug der politischen Umwäl- zung gewirkt hat. Und dasselbe haben auch.die Scheidemann, NoSke usw." getan und damit haben sie, wer weih wie vielen Tau- senden von Arbeitern das Leben gerettet. Den Bestand der alten Gewalt aber haben sie so.gesichert", datz sie diese Gewalt daran hinderten, sich der Kanonen und Maschinengewehre zu be- dienen, die ihr damals noch in ungeheurer Masse zur Verfügung standen. Sie setzten das Schietzverbot durch, entwaffneten damit die alten Machthaber und verhinderten, datz Berlin in Blut ertrank. Beim Schietzverbot blieb es dann auch, bis durch den Sparta- kistenwcchnsinn seine Aufhebung erzwungen wurde. Eine standrechtliche Erschießung. Die standrechtliche Erschießung eines vermeintlichen Spartakisten hatte am Freitag vor dem Gericht der Reichs- wehrbrigade 3 in Potsdam eine Anklage zur Folge, die dem 24jährigen Leutnant und Adjutanten Hermann Baum die vorsätzliche Tötung eines Menschen zum Vorwurf machte. Wie in der Anklageschrift hervorgehoben wurde, lieh der Leumaut Baum am 12. März d. I. während der Lichtenberger Unruhen den 40 Jahre alten Zigarrenhändler Johann Müller aus der Memeler Str. Ig erschietzen, ohne denselben mit der Waffe in der Han? angetroffen zu haben. Leutnant Baum gehörte zum Detachement v. Grothe und war Adjutant der Pionierabteilung Berlin. Die Abteilung hatte den Befehl, die Warschauer Strahe und Warschauer Brücke von Spartakisten zu säubern. Sie war im Kaffee Komet an der Ko- perniiuSstraße einquartiert. Bei einer nächtlichen Runde, die durch Feuerüberfälle aus den Häusern auf die RegierungStrup- pen gestört wurde, trat ein bis heute unbekannt gebliebener, etwa Söjähriger Mann, der einen blauen Ausweis des Reichs- Wehrministers vorwies, nach der Angabe deS Angeklagten auf ihn zu und sagte:„Herr Leutnant, lebt der Zigarrenhändler Müller noch? Wenn Sie den kriegen, erschietzen Sie ihn, den habe ich zweimal hinter den Barrikaden gesehen I" Der Angeklagte Baum erkundigte sich bei dem Fremden, ob er den Müller mit der Waffe gesihen habe. Der Fremde erwiderte darauf:„Ich habe Familie, Herr Leutnant, mehr kann ich nicht sagen!" Der Hube- kannte entfernte sich. Am Morgen des 12. März drang die Patrouille des Leutnants Baum bis zur Schankwirtschaft, die sich im Hause Memeler S t r a tz e 19 befindet, vor. Der Wirtin wurde vom Angeklagten erklärt:.Wir müssen Ihr HauS in Trümmer schießen, wenn Sie uns nicht angeben, wer aus Ihrem Haufe geschossen hat!" Nach vielem Zögern erklärte die Frau:„Dann gehen Sie zum Zigarren- Händler Müller!" Der Angeklagte begab sich nun mit 19 Mann in daS Zigarrengeschaft. Er trai Frau M ü lss e t, an und verlangte, ihren Mann herbeizurufen. Müller war gerade beim Rasie- ren und kam mit eingeseiftem Gesicht au» dem Hinterzimmer. Der Angeklagte untersuchte ihn bis auf? Hemd und nahm dann eine Durchsuchung der Wohnung vor. Es wurden weder Massen noch Munition gefunden, dagegen brachte man acht Stra- tzenpläne Vvn Berlin, einen Ausweis deS Polizeipräsidenten Eichhorn(unterschrieben von Braun),«in« MttgltedSkarte der U. S. P. D., 149 Broschüren: WoS will Spartakus? unh ein«ingestelltes Fernglas zum Vorschein. Der Angeklagte wandte sich mit folgenden Worten an Müller:..Sie agitieren ja für Unabhängige, Sie haben 8 Karten mit verdächtigen Punkten. Ich habe von anderen gehört, Sie haben auf uns geschossen. Verabschieden Sie sich von Ihrer Frau. Es ist meine Pflicht, Sie jetzt zu erschießen!" Die Frau u»d Tochter schrien laut aus und brachen in Tränen aus. Leutnant Baum erblickte in dem stillschweigenden Verharren de» Müller ein Schuldbekenntnis und bielt sich zur Vollziehung Äs standrecktlichen Urteils für berechtigt. Auf das andauernde Schwei- gen des Müller bemerkte der Angeklagt? nach eigener Angabe: „Wenn Sie die Wahrheit sagen, daß Sie Spartakus sind, kann ich j>ie sofortige Erschiehung amvenden." Müller entgegnete nichts. Der Angeklagte ließ dem Müller nur 3 Minuten Zeit. Dann wurde Müller auf den Hof geführt und dabei soll er lächelnd gesagt haben:„Man kommt so rein und ist mitten drig!" Müller verrichtete ein Gebet, wurde dann an die Wand gestellt und 6 Mann sifiossen auf ihn. Müller brach zusammen. Ein Sanitäter sollt« sich von der Vollstreckung des Todesurteils überzeugen und die Leiche wegschaffen. Ter Sanitäter fand den Müller noch lebend. Auf Befohl des Angeklagten gab der zur Patrouille gehörende russische Schüler Alexander Köhler dem M. den G n a d e n s ch u tz. Leutnant Eckert, Anteroffizier Wsrnicke und der Köhler be- stätigten die Angaben des Angeilagten. Zwei weitere militärische Zeugen waren nicht erschienen, da sie vor acht Tagen von der Truppe entlassen waren. Ein Zeuge erklärte auf Befragen des Anklagevertreters, ich er nach seiner Ausfassung über das Verhalten des Müller denselben hätte erschietzen lassen:.Nein, ich hätte ihn erst zu meinem Vorgesetzten gebracht." Da daS Gericht Bedenken trug, die Auslegung des Schieh- erlasses ohne weiteres für richtig anzusehen, weil man Müller nicht als Kämpfer mit der Waffe angetroffen hatte, wurde die V e r- Handlung vertagt und beschlossen, den Reichswehr- minist er NoSke, die Ehefrau und Tochter des Müller und den fremden Mann mit dem Ausweis zur nächsten Verhandlung zu laden._ Unabhäagkge und Kommunisten. In der.Kommunistischen Arbeiterzeitung Hamburg" wird den Unabhängigen von ihren links von ihnen stehenden Brüdern wieder einmal bescheinigt, was für politische Abenteurer die Unabhängigen eigentlich sind: „Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei gibt vor, so- wohl für die Ziele der Sozialdemokratischen Partei als auch für die Ziele der Kommunisten zu kämpfen. Sie kämpft in Wahr- heit mit erborgtem Kriegsgerät für die Sammlung der Arbeiter unter ihre� Parteifahne zur Füllung ihrer Partei- lassen. Sie hat keinerlei Prinzipien irgendwelcher Art; der politische Kamps ist ihr nicht» als Mittel zum Mit- gliederfang Im wirtschaftlichen Kampf hält sie fest an den alten Gewerkschaften und unterscheidet sich infolgedessen in keiner Weise von der Sozialdemokratisd&en Partei— außer durch ihre Falschheit und Verlogenheit. Die hysterische Form der Kritik, mit der sie die jetzigen Machthaber im Staate überfällt, ist wie ihr ganzes revolutionäres Geschrei nichts al« ver Deckmantel, hinter dem sich ihre geistige Hohlheit und Unfruchtbarkeit, die konterrevolutionären Tendenzen ihres Kampfes um die Arbeiter. feel«, verbergen. Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei ist der gefährlichste Feind des revolutionären Proletariats, weil sie der unehrlichste, demagogischste uno skrupelloseste ist." [Dazu bemerkt unser Lübecker Parteiorgan: Diese liebenswürdige Charakterisierung wird sich die U. S. I P. D. nicht hinter den Spiegel stecken. Aber gegen die Kommu- nisten vorzugehen, wird die U. T. P. D. auch nicht wagen. Ist sie doch ganz und gar auf die Kommunisten, die ihr togtäglich Scharen von Mitgliedern ausspannen, angewiesen. Die U. S. P. D. muh kommunistische Politik treiben, ob sie will oder nicht. Sonst hat sie bald gar keine Mitglieder mehr. So.übersieht" diese Partei cksid ihre Presse geflissentlich die kommunistischen Kcnnzeich- nungen und lätzt sich, ohne zu mucken, naäf allen Regeln der Kmist verblauen. Nur aus Existenzrücksichten. Zentrum und Sozialdemokratie. Die„Deutsche Tageszeitung" gräbt aus einer Versammlung, die in Neuruppin am ö. August stal! gesundet! hat, folgende Aeutzerung eines sozialdemokratischen RednecS, des Genossen Heil- mann, aus: „Die enge Perbindung mit dem Zentrum, die vielen Ge- nassen ein Dorn im Auge sei, müsse man unter dem Gesichts- punkte betrachten, daß man das Zentrum einstweilen nicbt ent- behren könne, weil die Lage in Oberschlesien nicht geklärt sei. Wenn man das Zentrum nicht mehr brauche, werde man es laufen lassen." Genosse Heilmann hat noch viel mehr gesagt. Er hat zuliacML auseinandergesetzt, datz die Räte d�k möglich und unsinnig wäre mentarisch-demokratisch uns s e sten wäre nun der Sozialdl Mehrheit in der National! die Unabhängigen durch ihre Putsche vereitelt. Also brauche la tu r für Deutschland m >ir nch�ntigerwitje vard litten mutzten, kfjt lft pijenn sie allein Dch'ätte; aber das hätten Verzögerung der Wahl und'hre Ä«ine KoalitionSmehr- heit; ohne eine solche wäre z. Vf. der Friede abgelehnt worden. Für die Annahme des Fr�enSi für die Deutsche! Haltung Oberschlesiens und de»'NchelnlandeZ, für die neuen Steuern und S o z i a l g«'. e b e brauchten wir ein« Mthrbetc mit dem Zentrum. Für cmberie Hrozen, z. B. Kulturfragen, Uetze sich eine Mehrheit mit den�D.«hokrpte» gegen das Zentrum denken. Bei der Verfassung hätten.�wir die Mehrheit mit Zentrum und Demokraten gebildet. seien dies« MehrheitLkaAitionen keine Heiraten auf.Lebenszeit, sondern vorübergehende t e irAdi» sich je nach den Umständen änder- dt- Erfüllung bestimmter gesetzgebe. Zweckgemeinschaf. ten und begrenzt wäi vischer Aufgaben. Wenn die„De! lichung irgend et anders sind die stets aufgefaßt Szeitung" glaubt, mit ihrer Beröffent- üllen, so täuscht sie sich. So und nicht Ingen von allen beteiligten Parteien Knmisch? Kabinettskrise. HelsingforG Li„Mpyust. Infolge der Weigerung de» Generals Mannerheim/ Castren und Waiden z u i b i n e t t s ist Ob außer den demokraten unentschieden. � befehl zu übernehmen, sind Staatsminister er Soederholm, Votz-Schrader, Ramsah und i r e t e n. Mit der Bildung des neuen K a- iiSherige Finanzminister Vennola betraut worden. gehörigen der Mittelparteien auch die Sozial- neue Regierung eintreten'werden, ist noch fiehlt es sich, der Ar- ig frei zu geben, da- Das ergäbe vierund» iundvi-rzig. Gleich- wirklichen Arbeit?- von 9 bis 19 Mil- Aufforderung an duktion und die um so ein natio- Mwsterium ichSwirt- «hne Jnan- d-r Ar- stigen, im en- Jtalieniftbes Kriegsschiff gesunken. Amsterdam, 15. ttugust. Daily Mail meldet««» Suez. datz KgS italienische Kri»k>>Sschisf„Basilicata" am Eingange des Kanals infolge Kessel er plasion gesunken ist. Di« B r r» luste an Meuschenleb r n sind erheblich. Natisnaloarsammiung. (Schluß a: Abg. Boegler(D. Pp.)t beiterschaft jeden zweiten Sonn für aber wieder acht Stunden zu vierzig Wochenstunoen statt der zeitig aber bedeutet eS eine Bermel zeit um 31� Stunden oder eine Mchrfb lionen Tonnen jährlich. Wir richten die die Regierung, alles aufzubieten, um dt Leistungsfähigkeit der Eisenbahnen zu e nales Unglück zu verhüten. Re ichswi rtschastsminister Schmidt: In sind bereits Vorarbeiten im Gange, um s ch a f t S r a t auf ganz freier Grundlage spruchnahme der Gesetzgebung zu schassen. Abg. Koenen lU. Soz.): Es mutz schon um beitSlosen. die nächstens 3 Millionen betragen wi schleunigst an ein« Umorganisierung des Wir Sinne des Sozialismus gegangen werden. BeiäJ arbeiterstreik waren wir es, die auf seinen A baben. Wo ist die Amnestie für die politischen beim Kaliarbeiterstreik hat die Regierung sich lassen, durch Verhandlungen zur Schlichtung bei, Rvtchsmimster Schlicke: Ich habe mit einer Kaliarbeiter verhandelt, konnte ihnen dabei anderen Rat geben, als sich an den bestehenden Tarifver! halten. Die Kaliarbeifer traten darauf in den Streik u langten nun abermals von mir Verhandlungen; das habe ich dingS abgelehnt. Abg. Mumm(Dnat. Vp.) spricht seine Befriedigung aus, sich angesichts der drohenden Katastrophe ein« Front von Hugei berg über Jmbusch bis zu Hue— abgesehen natürlich von den Un- abhängigen— zu bilden im Begriff s-i. Abg. Loeffler(Soz.): Der Abgeordnete Koenen hat zugegeben, datz im kommenden Winter drei Millionen Arbeiter arbeitslos werden können. Das hat ihn nicht gehindert, die Braunkohlen- arbeiter mit wahrheitswidrigen Berichten in den Streik zu hetzen. In dem zu der Entschließung vorgelegten Antrag der Unab- hängigen sind die oberschlesischen Forderungen niedergelegt. Abg. Koenen(U. Soz.) weist die gegen ihn erhobenen Vor- würfe als unbegründet zurück. Damit schließt die Besprechung. Der Gesetzentwurf über die Regelung der Kohlen- Wirtschaft wird in allen drei Beratungen angenommen. Die Entschließung Loebe-Hue wird unter Ablehnung von M- änderungSanträgen der Unabhängigen angenommen, desgleichen eine Entschließung der Rechtsparteien, wonach die Natio- nalversammlung an die Regierung und an alle Beteiligten im Volke die dringende Aufforderung richtet, alles aufzubieten, um eine Erhöhung der Förderung im deutschen Kohlenbergbau und der Leistungsfähigkeit der Eisenbahnen bis zur äußersten Grenze sowie die Uebung größter Sparsamkeit im Verbrauch der Brenn- stofte herbeizuführen. Nächste Sitzung Sonnabend 3 Uhr. Dritte Beratung der Kriegsabgaben und der Steuerdorlagen. Schluß 9.49 Uhr. GMerkschoWkiMMV Nach den gescheiterten Tarisverhanölungen in der Serliner Metallinduftrie. Die unter dem Vorsitz des RegierungsratZ Dr. HauZmann im Reichsorbeitsministeriun! geiübrten Verhandlungen wegen eines neuen Lobnabkommens für gewerblilbe Arbeiter der BerlinerOketall« industrie haben, wie wir gemeldet, leider zu einem Trgcbnis nicht gefichrl. Um aber das letzte Miltel zur Vermeidung eines LobnkampfeS nicht unversucht zu lassen, machte der Vertreter deS Reichsarbeits» Ministeriums den Vorschlag, dasi nunnrehr gemäsi 22 Absatz 2 der Verordnung vom 28. Dezember 1S18 über Tarisverträge und Schlichtung von Aibeitsstreitigkeiien ein Schlichiungsausschusi beim RerchSarbeilSministerium einberufen wird, der über die Streitfragen entscheiden soll. Da beide Parteien sich mit diesem Vorschlag ein- verstanden erklärten, werden demnächst die Verhandlungen vor diesem Ausschutz beginnen.__ Die Tarifverhandlungen im Baugewerbe, die am l2. und 13. d.M. im Neichsarbeitsministcrium unler Leitung deS Regierungsrots Dr. Hausmann staltfanden, sind nach lang- wierigen Trörterungen zum Abschluß gekommen. Sie halten als Ergebnis, datz sich die Parteien darüber geeinigt haben, im Bau- gewerbe' über die Gewährung von Teuerungszulagen in örtliche Verhandlungen einzutreten. Die der Höhe nach umrissenen ejncr vjin.Ruirg moji|uu ms»» i|uuu nuci. vit Höhe entscheiden. ÄiS zu s�'iuer Entscheidung find Kampfmatznahmen unzulässig. Zu einer intcreffn».?te« Auseiandersehung über das Thema: Die der IM?.«denen Richtungen im Sozialismus zam eS in emev.' in den Sophiensälen lagenden Angestellte» oersammluiig der-iäruuneustratze. Der Referent über dieieS Tbeurr, D ä n m i g, warf den Rechts- sozialsten vor, an der.kleiubütgecl.. Hen Demokratie' zu hängen, das Erfurter Programm hätte keine Magernde Bedeutung, da.auch Partewrogramme lein Katech�smussutz' �ieien. An Stelle der fornialen Demokratie will er die proletarische Dem okratie durch das Rötesystem setzen. An dem Belriebsräiegesctzeiilw»«sk der Regierung lietz er kein gutes Haar. Beachtenswert war.-dötz Däumig zwar jeden Pulichismus verwarf, aber keinen klaren g Trennungsstrich zioiscven den Unabhängigen und den ßemmuniner,. zog. Alö einziger Di?- kuistonsredner wandte sich für die S. P. D. in äntzerst wirk- samer Weise gegen Däumig der Genosse.Dir. C a> p a r i e. Erbe- tonte mit allem Nachdruck, datz die Diltatul'' des Proletariats getreu dem Vermächtnis Marx', Engels' nitVf Bebels nur auf dem Wege der D e m o I r a r i e zu«Wichen und datz die Möglichkeit, die Dik-alur auf diesem Wege diUrchiusetzen, durch die Uneinigleir des deutschen Proletariat? dank der. Schuld der Führer der U. S. P. vernichtet worden iei. Er wie» asuch darauf hin, datz, wo auch immer der politische Rä'egcdanke in.hie Praxis umgesetzt worden sei, das Proletariat leine Besieruugr>eiuc. L. tiensverbältnisse erfahren habe. Der langanhaltende Be-fall bewi.sS, datz die Versammlung durchaus nicht von dem Siege des Plcoletarials durch die Rälediltatur überzeugt war. Däumig«'Erwidenmgen im Schlutzwort waren lendenlahm, der ihm gezollte. Peirall galt mehr der Achtung vor dem Menschen Däumig als vor der von ihm verfochtenen Idee. t "—--..•••[ W. RegserungSbaumeister als Lob. drückor? Eine eigenartige Begründung für die Ab,Hi»unq einer geforderten Gebaltserböhnug gib', wie die.De.ni.g-e Techniker-Zeuung' berichtet, der Porsland des Miliiärbauamhs III Danstg. Ein Kollege halte dort um eine«SelrnhSerhöhimg von 580 auf «50 M. gebeten. Der Herr Banamt-vorsiond lehnte diese Forde- rung Mit der Begründung ab, datz ein»? txrariig Hobe Bezahlung einein Techniker grundsätzlich nicht g.w.ihrt werden kann, schon in Rücksicht daraus, datz ein Regierungsbammeifter hestimmuiigsgemätz beträchtlich weniger erdäli._ Feiner heißt eS in seiner ablehneinde» Begründmig: Sollten sich die Techniker allqemc m mit ihren derzeitigen Be- zahlungen bei der Militärvnwat.w.ig nicht begnügeii können, io ichlägt das Bauamt vor, sie»i eiittasirn mid an ihre Sielle junge RegierungsbanmeisteH» em'uiiellen, die bestimmunr Sgemätz meist niedrigere Gehälter bezieh?» ur.o dennoch diese Stellen der Be- schäsliguiigslongkeit vorziehe» w-lirden. Wir müssen eS den jüiig' ten Negierungsbaiimeistern selbst überlassen, sich mit dielen Anichnunngen des Baurais Schnitzeigrotz, der ihnen die Rolle von Lohndiückern gegenüber de» Techniker» zuweist, auseinanderzu'etzen. Wir hoffen, datz von hiestr Seile dem Baural die gcbiihiei.c- Antwort gegeben werden wird. Aber gegen die vehaupttziig we'.'den wir uns, datz derartig hohe Gehälter grundsätzlich einem T-chväker nicht gezahlt werden können. Em Gehalt von' 450 M. für einen selbständig arbeitenden Techniker ist bei. den Heuligen Lebensoerbäliniffen und dem Stande der Löbne eher noch zu niedrig zu bezeichnen. Ganz entschieden mutz aber die herausfordernde Bemerkung zurückgewiesen werden, datz die Techniker entiusien und dafür junge Regicrungsbaumeister eingestellt werden sollen. Da»- ist der alte Herr-im-Hause-Stand- Punkt, der jeden Wunsch der Angestellten mit der Drohung der Kündigung beantwortet. Es ist höchste Zeit, datz mit diesem BureaukratismuS aufgeräumt wird, der in den untergeordneten Stellen setzt noch ebenso üppig wuchert wie vor der Revolution. Eine Abhilse können hier nur die Betriebsräte bringen, die den Angestellten ein Mitwtrkungsrecht sichern müffen._ Tarifverhandlnugen der chemischen Industrie. Temätz der Resolution, die am 11. August von. den kauftnänni- scheu und technischen An«esreLten der chemischen Industrie in den Dophiensälen gefatzt worden ist, sind die Vertreter der Arbeirs- gemeinschaft freier Angestellte»verbände am 12. August beim Reichs- arbeirsmintsterium vorstellig gowordon und haben dringend um so- fordige Einleitung von Verhandlungen gebeten. Trotz stärkster Ueberlaswng des Reichsarbc itsministeriums sollen dieselben Ansang nächsder Woche beginnen. Um den technischen Angestellten der chemi- schen Industrie es zu ermöglichen, zu den bisherigen VerhanÄungs- ergebnissen Stellung zu nehmen, hat der Bund der technischen An- gestellten und Beamten die bisherigen Ergebnisse der Tarifver- Handlungen in Druck gegeben. Es werden die Angestelltenausschüste der chemischen Industrie hiermit aufgefordert, sich umgehend diese Flugblätter k>eim Bund der technischen Angestellten und Beamten, Berlin NW. 52, Werftstr. 7, unentgeltlich abholen zu lassen und da- für Sorge zu tragen, datz sie jedem techmischen Angestellten in die Hände gelangen. Evtl. Zuschriften und Stellungnahme zu den bis- herigpn VerhandlungSergebniffen werden an die obige Adresse er- beten._ Ausstand der Arbeiterinnen in der Glühstrumpfindustrie. Zu der unter obiger Ueberstbrift in der Abendausgabe vom 13. er. ver« öffentlickten Notiz erhalten wir von den Vereinigten Glüblicht- werken G. m. b. H. eine Zuschrift, die st-b gegen den Satz: Seffent- lich gelingt eS den Arbeiterinnen, die bisher zum grotzcn Teil bc- zahlten Stundenlöhne von 30 bis 50 Pf. wesentlich zu verbessern, wendet. Dieser Satz entspreche nicht den Tatsachen. Am 5. Mai sei durch die Vermittelung deS Metallarbeiterverbai�eS mit den Ar- beiteiinnen ein Tarifabkommen geschloffen, noch welchem die Arbeilerinnen in zwei Gruppen«ingeteilt werden und SO Pf. bezw. 1 Mark Stundenlohn gezahlt werde. Auch schon vor Abichlutz des TarifabkommenS seien bedeutend höhere Löhne gezahlt worden. Solche, wie in der Notiz genannten, dürften, wenn überhaupt der Wahrheit enisprechend, zu seltenen Ausnahmen gehören. Neuerdings würden von den Arbeiterinnen an Lohnerhöhung verlangt: für Gruppe 1 1.35 M. und Gruppe 2 1,85 M. per Stunde. Die Unternehmer hätten bisher zugesagt: 1,85 bezw. 1,45 M. Eine Einigung sei bisher nicht erzielt worden. Streik bei der Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Wrundbesttzer. Von der Streikleitung der Müllkutscher bei der Wirtschafts- genossenschaft Berliner Grundbesitzer wird unS mitgeteilt: Die bei der Wirischaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer beschäftigten Arbeiter und Angestellten haben vor mehreren Tagen im Einverständnis mit dem Vollzugsrat einen Arbeitirrat ge- wählt. Die Direktion weigerte sich, diesen anzuerkennen, und daraufhin sind die Müllkutscher, Schaffner, Verladearbeiter gestern früh in den Ausstand getreten. In der gestern Nachmittag statt. gefundenen gemeinsamen Versammlung der Hand- und Kopf- arbeiter wurde seitens aller Versammelten der Beschlutz gefatzt, daß der gewählte Arbeiterrah in seinem Amt zu verbleiben hat, und datz der Ausstand nicht beendet wird, bevor die Direktion der Wirtschaflsgenossenschaft den Arbeiterrat anerkennt. Die Ange- stellten sowie auch die Nachtwächter bekundeten den Streikenden pollste Sympathie und verurteilten die Handlungsweise der Direk- tion aus das schärfste. Man sollte es gar nicht glauben, wie das Unternehmertum dauernd die Arbeiter- und Angestelltenschaft provoziert. ES lag in der Hand der Direktion der Wirtschafts- genossenschaft, diesen auch die Allgemeinheit der Berliner Bevölke- rung treffenden Streik zu vermeiden. Die Angestellten der Bank für Handel und Industrie haben gestern in einer Betriebsversammlung im großen Saal der Ger- mania-Säle eine Entschließung einstimmig angenominen, in der das Angebot der Bonklcitung wegen der heute beginnenden Ber- Handlungen im Reichsarbeitsministerium zurückgemjesen wird. Es wutfie auch zum Ausdruck gebracht, datz bei diesen Verhandlungen nur' eine Erhöhung der von der Direktion vorgeschlagenen Sätze in Frage kommen kann._ Zum Streik im Leipziger Buchhandel. Wie mitgeteilt wird, machen die Leipziger Firmen den Versuch, Streikarbeil außerhalb erledigen zu lassen. Es w:rd dringend ge- beien, jede derartige indirekte Unterstützung der Leipziger Arbeit- qeberschait, die mir üngloubiich-r Brntalilä« den Kampf provoziert bat, zu unterlassen; jede derartige Hilfeleistung schädigt die schwer kämpfenden Leipziger Buchhandelsangestellten und Transportarbenei' aufs empfindlichste. Arbeiter und Angestellte des Buchgewerbes und.Transport« gewerbes, übt Solidarität I Angestelltenverband des Buchhandels, Buch» und Zeitungsgewerbes. Deutscher Transporlarbeiieiverband. Zum Hamburger Bankbeamtenstreik. Eine Sympathiekundgebung für die streikenden Bank- beamreu wurde einer Hamburger Meldung zukolge am Donnerstag- abend von der Arbeilsgemeinschafl freier Angcslelltenverbände ver- anstaltet. In Anwesenheit von aunähernd 4000 Personen wurde von den Vertretern von etwa 20 der der Arüensgeinsinschasl angeschlossenen Berufsorganisationen erklärt, datz sie, wenn etwa die Bankbeamten ihren Beistand anrufen iolllen. geschlossen dieier Auk« sorderuog Folge leisten würden, um den wirtschaftlichen Kamvf, in dem gleiche Interessen oller Angestellten auf dem Spiele ständen. gemeinsam durchzufechten. Gleichzeitig wurde von soft allen Rednern betont, datz man jeden Versuch, diesen wiriichauliaien»ampf auf parteipolitisches Gebiet zu ziehen, energiick abweisen werde. Eine entsprechende Entschließung wurde augenoimnen. * Wie den„P. P. N." gemeldet wird, tourte das Angebot der Bankdirektionen im Hamburger Bankbeamtenstreik in einer Ver- sammlung der Bankangestellten mit 2 gegen 1590 Stimmen bei 8/ Stimmenthaltungen abgelehnt. Unter den Angestellten herrsch: der feste Wille, auszuharren bis zum Sieg. Die Vorsteher der Depofftenkassen haben erslärt, daß sie unter diesen Verhältnissen nicht in den Depositen lassen arbeiten können und wollen diesen fernbleiben. In einer großen öffentlichen Versaminlung wurde ge- sagt, daß der Streik der Bankbeamten eine Machtsrage zwischen dem Unternehmertum und der Angestelltenschaft bedeute; ein Unter- liegen der Bankbeamten würde für di« Angestellten die allerhärtesten Folge» haben. Deshalb gelte es, die Angestellten in ihrem Kamp: mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen. AIS letztes Mittel wurde der Sympathiestreik der gewerkschaftlichen organisierten freien Angestellten in Erwägung gezogen. Angesichts der drohenden Gefahr trifft das Bürgertum bereits Vorbereitungen, um einen Dürgerstreik zur Abwehr ins Leben zu rufen. parteinachrichten. Eine Reichskonfcrcnz zur Einigung der Sozialdemokratie fand am 10. und 11. August in Berlin statt. Ter von der Zentralstelle für Einigung der Sozialdemokratie einberufene Sozialisteutag Patte eine parnätische Kommission von 14 Mitgliedern beider Parteien gewählt mit dem Auttrag: die aus den Anträgen des Sozialisien- lacses hervorgetretenen Gedanken und alle drei sozialikiiichen Parteien. beichäftigenden Probleme auszuarbeiten zu Richtlinien, welche die Wiedervereinigung herbeiführen— oder doch vorbereiten sollen. Zkach einer lebhaften Aussprache wählt« die Konferenz eine Komiiüssion von fünf Genossen, welche iofort die politische wirk- schasliiche Äuikiäruugsarbril ,u organisieren beginnt, fernab von jeder parteipolitischen Verhetzung. Für die Arr und Weise der Einigungspropaganda verdichteten sich mehrere dieses Tbema behandelnden Anträge zu solgeudem einstimmig gefaßten Beschlutz: Bis zur Regelung der EinignugSbewegung durch ein zR der- einbarendeS Programm, est in der Agitation für die Einigung alles zu vermeiden, waS bestehende sozialistische Organiiationen schädigt oder spoliet. Die herrschenden Gegensätze sind möglichst zu überbrücken, theoretisch« Propaganda im Sinne einer Organisation und das Ein- treten kür die R ö r e d i i t a l u r iit zu unterlasse». In der Räiefrage selbst stellte die Konieienz Richilmien auf. die eine Zuiammentassung der Prpdukiivlrä'ie oller volksschichien in ähnlichem Sinne voriehen, wie sie Genosse Kaliski s inerzeil verlrat. Neben der Volkskammer deS allgemeinen Wahlrecht« wird die Kammer der Arbeit befürworiel. Vorträge, verewe und Versammlungen. Rrichebund der Kriegsdcschädtg e», Bezirk 8. Bezirks vcrimmnlung Montag t8. August. 71/, Uhr, Schuhmachers l-iliä.c. Stalitzer Str. 126. Ausnahme neuer Mitglieder. Kamera!» Alien: Siede- lung und Tozialisicrung. «rbeiier-Samariterbund, Kolonne«roh-Berlin. Sehrftnnd- habe» nüchlli Woche; Montag. Ifi. August, 7'/, Uvr: BezirtTernpelhoi. Berliner Str. 32, im Nestamant, Bezirk D il c n Lichtenberg Scharnivcbcrl!!. 60. im Nenaurant; DonnerStao, LI. Auguil: Bezirl W c st c n. 6. A b I. Eha.Ioltenbulg. Kaiser-Fricd>ich>Slr 4sb, im Nestau rant; Fleitag. 22. August; Bezirk Norden, Iljed mitr W im Nc an rant, Bezirk Süden, 3. Abt. Neukölln, Rcichielnr. 8. Jdralpassage Gölte haben Fnlritt. Verontw. für den redaktion. Teil: Alseed Scholz, llieniiilln: silr Anzeigen: Theodor Stocke, Derlln Verlag: Vorwürto-Berlag v. m. b. H., Berlin. Druck: Voroiirta. Buchdrucker,, und Berloasanstal« Paul Singer u. To. in Berlin. Linden ür. Z. Hierzu 1 ivritogc. Sozialdemokratischer Verein Köln. Wir lnch:-:- zum mbglichft baldigen Antritt einen rund organisatorischer Befiihlgung, ckähruna illr die Berrvaltrurg eine» n«(21 000 Mitglieder) beftzt. Kaisen- werden»»«sonders verwaltet. Außerdem id'drei Hilfskriifte tätig. Rur erst- lträste wollen sich inelden. Schalt h den Bedingungen de» Verein» Ardeiterprcsse enstprechenden Teuerungszulagen. Bewerbungen Wieden erbeten bis Mvl '23. August an da» SozWe®. MkelsettekM i« M. Ssoo-iustr. 19" iC9. 2 10/4 Portier Drehermeister, langjährig erfahren im Maschinenhau, in der Reinen abiikation und durchaus sicher In der Fcsisetiung von Akkordzeiten zum baldi en Antritt von gröberer Maschinenfabrik gesucht. Ausführliche Bewerbungen mit Zeugnisabschriften, Angabe der Referenzen, des frühesten Eintriustermin*, der üehalttan- spiüche unter K. 32 an die Haupte.cpediiion des Blattes. mD* m\ elWOßlle SksMO SSoff, sucht zur Ausbreiwng de« Jeden. Unfall, HastpMcht. Seschilrt» in Groß-Berlw in guibezahfie Siellnaa. Nichiinchieute... Bewerbungen unter n. 6732 N. an Haasensteln& Vogler A.-fl. Berlin W. 35, erbeten. 83 16 erfnlicrne und ttichlig« Herren werden eingenzdeitel. kieMerii.�mmerpzszei'. Tüdstige Arbeitor stinn-n sofort gut bezahlte Arbeit in unserer Schwefelsäurefabrit erhallen. 10/20- Den Norske Super fosfatfabrik Knarrevik, nahe Bergen. Norwegen._ ZentralverbaM der Fleischer 1 I Bezirk Hamburg, sucht baldigst tinm| I. Bcw!!raä(!)tigtcn möglichst Berufoangehbrigen.— Reflektiert wird j nur auf tüchtige Kraft. Bewerbungen mit Leben»- lauf und Abhandlung Über die Aufgaben eine« ! Bevollmädittgten sind b!» zum 30. August mit der! ! Aufschrist„B«»rrbung" an P. Bargmanu, I Mnniburtc, Haffelbraokftroße 122, zu senden, i poMtags-pelfter fggf Werkmeister"VW lür Abt Stanzerei und Werkzeugbau. Es wird nur auf eine hervorragende tüchtige Kraft reflektiert, welche mit kom- pliziertepi Scbnilibau sowie mit den rationellen Arbeits- ms hoden der Stanzerei vollkommen vertraut ist ne- Werbungen zunächst einmal nur schriftlich, mit Angaben der Gehaitsansnrüche und Zeugnisabschriften, wenn möglich Bild, zu richten an 363 ch Glektr. Ges. Peraa, Betlln N 4, Bergstr. 34. Werkmeister für den Bau von«laushaUungsmeschtnen und Ivt Drehen zum sefeetigen Antritt gesucht wtt er« MM leren Betrieb sefdstitndiz teilen tbnnen und mit dem Lohn» E« wollen sich mir erste KcSfte melden, welche einen min- wescn eollstitnd:g oeriraut ftnd. Offerten mit heugnieabsckriften, Referenzen ansprüchen unter Q. P. 803 an Rudeif Moffe, Berlin SW 19 SO'Z und Sedults- Ankerwicklsr, 1 tüchtig und selbständig im, Wickeln von Dreh- und Sieich- stronimawrcn, feiert für dauernde Stellung gesucht. krllvdsrg& Kurda, SharioNeadurg, Berliner Ltr. 79. KMNSMe für leichte Atmtorarbeiten und zur Besorgnng von Sängen zum sesertiqen Sintritt gefucht Perl ältliche Borstellung unter Borlage von Schriftproben er- beten an MBD mit weitgehendsten»rfahningen in, Bau von riettr. Maschinen und Apparaten s os art gesucht— Ausführlich ee Angebet mit Reugnisabschrtsfen und Sehalteansprüchsn unter Thiffri l 0. 14 432 an Rudolf Masse, Berlin SW 19. 19/1! Parteisekretär il zur Uebetnah-ne dtr organisatorischen und agitatorischen Arbeiten einiger in nächster Nähe Königsbergs gelegenen Landkreise zum Eintritt ab L September d. j. oder frDher gesucht Schrlttliche Bewerbungen unter Angabe der bisnerlgen Tätigkeit sind zu richten an 216/9 Albert Borowskl, Königsberg, Lindenstr. 28/29. BetWeiiroDcifiBitö- mUM, Aktlcngescilachatt, W 9, liöltjenet S!t. 28/29. für garnierte fiitiöer Pnbln in uns. Atelier« bouernbe StelluRg. Lettmann& Loewcnstcin, Zäqenstr. 28, bot L L6Z2b EmlemlNeg und 3uacbc4fCTianm f. mein Pnxateiier verlangt per sofort ober später 20/2 Liexm. ftlssFen, mannt, ii 12. «ÄeTsiilescrSEilerinflea für garnierte Kleider finden in uns. Atelier» dauernde Stellung. Lotsmann& Loewenstein, Jäg-rstr. 96. Hos i»«31b Verdzlsttz- seelimker zesucstt, äer in«>ser 5»-� 2? N?. 416 ♦ 36. Jahrgang OMsge-öes VsrWZrts vnvti Go�mebenK, 16. August 1414 Nationalversammlung. Kohlenberatuug i« Weimar. Die Veriammlnng ist sich des Ernstes der Lage bewuht. Keine Barieipolemik, keine persönstchen Zänkereien. TZe Hohkcnintsrpcllation der Densschngtionalen steht auf der Tagesordnung. Huzenberg, gu:er Fachkenner, begründe: sie, frei von vor- würfen gegen die Regierung, was immerhin bei einer deutsch- nationalen Rede bemerkenswert erscheint. Die Interpellation enl- hält«lagen. Hinweise aus die kommende Katastrophe?. neue Bor- schlüge vermag sie nicht zu bring«:. Der ReichswurtichaftSminister Genosse Schmidt erhalt das Wort. Er stellt die gegeuwürtige Lage dar, unterstreicht ihren Ernst, appelliert. an das S o l id a r i t ä t S g e fü h l der Ärbsnerschail. Energische Worte findet er gegen daS nicht genug zu verurteilende verbrecherische Treiben der Kommunisten, die mit dem Lolkswohl ihr Parteijüppchen kochen. Genosie H u e erbebt sich. Älter Vorkämpfer der ArSeiterschast. der ro manchen Straust für sie durchgefochten hat, am dessen Smmne sie eher Hoven iiollle, als auf verantwortungslose Phrasen sparla» kistischer Wirrköpfe. Er wirft de»..— von UNS längst erwarteten— neuen,.tiiestchlspunit in die Debatte, nämlich, daß die augenblick- ticke Unruhe nichr lediglich Folge der Reuoluiron. sondern eine Folge deS RaubbguS mit der Arbciterkraft in der v�> r revolutio- .n, in der W r th e l m i n t sch e n Sera ist.»!S erster Redner aus dem Haufe versteht er eS, den Kernpunkt deS Problems herauszuschälen, daS in der Forderung glpsett: schleunige S.vz i.a lisi eru n g durch restlose Beseitigung jeder Äapira lSrente. ->'... n v.r.'.:•'•aK II' I.in} C-.vi 80. Sitzung, Freitag, den lö. August 1919, nachmittags Z Uhr. Präsident Fehrenbach«öffnet, die Sitzung ö Uhr 20 Minuten. «ster GcZciistand der Tagesordnung: Anfragen. Wg. p. Greese Wnqt. Pp.) fragt an, ob die ReichScegierung gcwill: und bernt' seis daZ gesamte A n k la g« m a t e r ia I aber die schlechte Behandlung deulfcher.K r i e g S g e f a n g e n e r, soweit e? chllwanhfrei feststchi, beschueuaigt und möglichst noch vor Tintreffdn detz'AuslieferungSlipen der Keuche in Loilständigleit zu rcvcnejrUichen. ?segieFUNZSkpmn.«.isar erwidert, daß BerciiS eingehe: che Dar- stelsuit�e» über hdlf �Handlung tnUscher Kriegsgefangener, m franzSsischer' und ebenso in englischer Gefangeuichaft erschienen seien. Den Äeröffentlichungen liege a m tlich eS Materral zii�runde-.. Den Zeitpunkt, für. VeröfsenUichang weiteren MateriglS ' ehälte Pch W Lieaieruna bar.". was, nachdem daS Be- - ,1.....>...'po�'Mem Kur rung seinrp flszheren.tzändelSoeziehtUigen nach Kopenhagen reisen- den Kaufmann die H i n t ii. r l e g u n g seines halben Per." mög.enZ pir..hie...!luMllung..deS AudlaniHpafscs verlangt habe. die ReichSregierUtitz gehen derartige ErschNKrungeN kurze: Aus- landsreisen zu tuv gedenke. UnterstaatSseiretär im Relchsfinanznrinisterium Mösle: Die Erteilung von Auslandspässen richte sich von Fall zu Fall nach den persönlichen Verhältnissen des einzelnen. Die Be- bürden haben aber die Erfahrung gemacht, daß mehrfach Reisende, die ihn zu Bwenr�Bui vorübergehenden Aufenthalt im Ausland« voraus» �weroen� gaß me«-cgery-ursvorichrisien nicyt solchen Per- innen' Schwieriflseikewchcreijicn, für die ihr Vermögen iknd ihr Rur bürgen lanq. Tollte in einzelnen Fällen die'em Gesichtspunkr nicht' �Sggi—' A M�chtverde'bei der gt aber beim Reiche. HWWIWWWU, �WI. HW�ieWMaierpng die ihr stiiiclien schwer schädigenden Acußernngen der Presse über die cW Austvä« 'ft Ter seinen Abscbie d'g est ö: n wen habe, weil er die Darstel�ing 'es F inan z mi n i st e: s Erzberger als wahrheitSwidrig nicht für zulässig gehalten habe. Reichsminister deS Auswärtigen Müller: Tre Reichsregierung lehnt es grundsäpkich ab, über did Gründe Auskunft zu erteilen, welche«nzelne Beamte-verankafie», um ihren' Abschied einzu. kommen,! Lan diesem Grundsatz kann im Falle Rosenberg nicht abgewichen ward-n» wo bereits am ast.Jfujri der Antrag auf Dienst- entlassjing gestellt und am 29, Juli wieder aufgenommen ist. .'---.ii.. if.i i Ergänzend fragt Abg. Schiele(Dnat. Vp.); Ist der ReichZregierung bekannt, daß v. Rosenberg allerdings seinen Abschied zum ersten Male nach der F rie d e n su n te rz ei chn un g einreichte, aber auf den ihm ausgesprochenen dringenden Wunsch, Ellar zu vermeiden, zu- rückzog, daß er dann nach den angeblichen Enlhüvingen des Reich?.- finanzminist« rs Erzberger vom ub.Juli ungesäumt nach Weimar gereist und nunmehr auf. lofortige L«villiPiag seines Abschiedes dyvng, weil er als Leiter der polnischen Abteilung, de? Auswärtigen Amtes den öffentlichen Gebrauch von Akten, die.seinem Ressort entnommen waren, für eine der Wahrheit nicht entsprechende Dar- stellung durch den Ministet nicht mit seinem PAantwortlichkeits- gefühl verbinden zu können glaubte!. Reichsminister des Aeußeren Müller: Der Herr Abgeordnete scheint nicht gehört zu haben, daß ich in meiner Antwort mitteilte, daß die Regierung derartige Auskünste grundsätzlich aölehn«. Da- mit ist auch die zweite Anstagc erledigt.(Lachen' rechtS. Unruhe.) Den mündlichen Bericht des Elften AuSfchuffe» über den Eni- wurst eines Rayonsteuergesetzes erstattet Abg. SssKmao«(Gaz.)? Die Auhschußberatung hat«wen nega- tiven AuSgang� genommen. Die Notwendigkeit baldigster Und mög- lichst umfangreicher Aufhebung der bestehenden Rcchonbeschränkm?aen trat durchaus in den Vordergrund. Die Berstet«? der Nechetung baden ein bodenpolitijches Gesetz angekündigt» sie dräng- ten aber auf die sofoxrige Verabschiedung deS Entwurfes, tDer Ausschuß hat sich dem nicht angeschlossen, sondern besteht auf.der unverzüglichen Ausarbeitung des bodenpolitischen Gesetzes und schlägt dem Hause vor. zu beschließen, den Entwurf zurückzustellen und die Reichsregierung zu ersuchen, schleunigst eigen Gesetz- «ntwurf vorzulegen, der das von Rahonbeschränkungen frei werdende Gelände in dem erforderlichen Umfange der Bodenspekulation ent- zieht und die ausreichende Möglichkeit bietet, daS Gelände zu ge- meinnützigen Zwecken in den Gemeindebesip überzuführen. Ohne Erörterung wird demgemäß beschlossen. r Der Antrag Löoer(SoA.'>--Gr o eb«r(Z.) apf An. nähme eines Gesetzentwurfes über W o ch e n h..i l f e und Wochen- fürsorge wird auf Vorschlag deS Präsidenten ohne Erörterung dem sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Es folgt die Jnterpelsirtion der Deutschen Volk spart ei und der Deutschnationalen betreffend Rückgang m der Kohlenfördetung. Wa» gedenk: die Regierung zu tun, um den itngeheuiren Gefahren rechtzeitig zu begegnen, die der Wirtschaft und inneren Ruhe des Landes euS diesem Zustande drohen? Mt der Interpellation verbunden w-std die Becaturig des Gesetz- entwnrfS wegen Abänderung deS Gesetzes über die Regelung der Kohlenwirtschaft vom 23. März 1919. Durch diese Vor- läge wird der TtaatenauSschuß ermächtigt, tdie Mitgliederzahl des Reichskohlenrates und die Verteilung der Sitze auf die ewzsl.ien Gruppen abzuändern.- Die Erpichtuirg. des ReWälohl«nrates hat spätestens bis riiti SO. September 1919 zu erfolgen. Abg. Dr. Hilgenberg>Dnat. Vd.): Es handle sich um eine Frage von so unmittelbarer Lebensgefahr vürras deutsche Volk, daß alles briimt dann zur Zahletun äti Trenn««de zurückgestellt wevqgp muff«... Begründung der Interpellation. oiu ilmfangrelches Zah-enmatevial bei, wobei er auf die AeusterungyiT des Essen b ah n m in ister s und' deSRtichSkohIenkommifsarS aus der letzten Zeit Be- zug nimmt. Ohne Kohle keine ArbcitSmöglichkeit in Deuvichlanh.' ohne Arbeit keine Ausfuhr, ohne WuSfuSr keine Lebensmitfel und Rohstoffe vom MSktmtze. Hostentlich werdest etz' die Alliierten nicht durch die Umstände für gebchen erachten, däs Ruhrfohlengebiot zu besetzen. Um'.so mehr ist cS aber Pflicht aller beteiligten Bolks- schichten, alles austzubieten, um daS äußerste zu verhüien. Eine große Rolle spielt im' Ruhrgehiet diö E r n ä'h r u n g s- frage. Es muß alles goian werden, um der bergmännischen Be- votktztung die zum Ausglejch der bisherigen Unterernährung nötigen Lebensmittel zuzufMton; geschieht das. dann braucht für die bennr- stchwden Monate die. Ernährungsstags kein HjnderniS fät'- die nötig? Steigerung der Förderung'zu fein. Bon' ivefentlicher'Ae- deutirng fütz die Höhe der Förderung ist auch der Lohnstand. So- fort wirkiam würde nur ein« Vermehrung der Hauer, der ge- lernten Bergleute, sein: im übrigen müßten 20- bis BOCiO ungelernte Arbeiter dem Bergbau tvieder zugeführt� werden. Geling? «S, die Forderung zu'heben und die mhöhte Förderung- abzufahren, so wird sich, falls unS nicht im letzten Monrenr die Entente einen Strich distrch die Rechnunfj machst wenigstens der Naistgnd des letztest WinterS erheblich mwdetzn ldffen. Die WiedBoerhöhung der Förde- rung auf den Stand vor dem Kriege ist ein« Arbeit auf längvre Sicht. Reichswirtschastsminister Schmidt: Eine Kohlennot herrscht allgemein w.ganz Europa. Die klr- fache dieser Kohlcnnot, der Nächgong der FZrdeniug. ist meiner An- ficht nach im wesentlichen eine Nachwirkung des Krieges. Es hat im itriege durchweg eine übermäßig« Nnspamiung sowohl der Bergwerk- betrlck.Stinricht unigen wie der Bergarbeiter stattgefunden. Für uns ist Deutschland kommt'diM, daß wir wichtige Kohlrnprodtcktionöstatten verloren haben und auf der anderen. Ssite. uns Lieferungen an die Entente eufoytouitoOt word.n sind, daß. ß kaum möglich sein wird, das A'blirferiiiigssoll zu erreichen. Der Berbte�tch an Kohlen ist schön soweit eingr schränkt, daß weitere Einschränkungen nahezu undenk- bar find, wenn stricht- Re schwersten wirtschaftliche« Rachteile ein» treten sollen.... Es' ist eviit anßrroröendlrch betrübende Erscheinung, daß wir die Vkenschgn noch nicht zur freiwillige« Ihc-bcrnahone per Pflichten erzogen haben. Sie sitz als Opfer dem Gemeinwohl darbringen müsten: Zuweilen Hort man den Eindruck, daß bestimmte Arbeiter- grupper. strHen. nur um damit ihre kl nisti ibehrlichfci t zu'beweisen. Hoffentlich gelingt eS bald, die Aibeiterfchcift von ihrem Irrweg wk> zubringen.' �_'■ 1■-- Kohlennot bedeutet vermehrte Arbritsrofl�rit, Niedergang d«S Transportwesens und der LebeirSmittstlinduftrie, Verderben von für die menschliche Ernährung bestimmten Lebens- rmttel, Unbehaglichkeit des Lebens ohne Brennmaterial im eigenen Hause.' Die Artefterschast darf sich vor der Tatfache in«ht ver- schließen, daß sie sechst die aller sch werften Opfer bei all diesen Entbehrungen zu tragen haben wird, Sie muß e-lnsehen lernen,' daß' pian in einer solchen Zeit liebgewordene. Grundsätze im ststtereffe. des GemeinwshleZ zurückstellen muß. lLebh. Zisttim- M'na.) Nur ein g'esitstder lebensfähiger WfrischafftzargahismuS. der erst wieder ausgerichtet werden mpst verfügt auch über die er- wünschte Leifwngsfähigreit in sozialpolitischer'Hinsicht. Wie ist dem Uebel abzlthelse»? Dafür HÄ auch der Begründer der Interpellation, trotzdem er ein »pichncher K-xn-r des Bc'MueS.ist, nur sehr wenige An- so auszez? ragungen g- a. min' wirklich durchgreifendes. Mittel ist weder von Mi, Noch väp ander u Hefte im Vorschlag gebrächt worden. Die Steigerung der Produktion ist. das erste Erfordernis. Dem- Ii*'*"'—-A-- ft.t ft"..- v«. t.. L----— Ss». Yt» 1-.*.*1(.VI ftst � i-iij iC,?>- l dgtzi diMl stellen, D�R�ft'rung untt'.rWt gegenwärtig, wstweft«S möglich ist, tziä Arbeiterschaft' in vern'.ahrtem Umfange nach dem Ruht» kohlenbezirk. dem'wichtigsten, hinzuztehen. An der Durch- füll nu ng von H ilfStn a ßnahlli en, itzfe Besserung der- Wohnun�Sder- bäliniise, Mstieinfame Mckfefr IWfstre Leköstigunh. namentlich auch der ledigen Arbeiter, wird- sie»es nicht sichten lassen. Die Wichtigkeit der Wohnungsfrage ist unbestreitbar. Aber eine augenblickliche Hilfe wird durch die für ih:� Losung beteiligten Mitteil der KoHznoersorgüng nicht herbeigeführt. �Picht so ungünstig wie im- Steinkohlenlbsrgbau steht«S mit der Förde» rilmgÄgijtuug rur-Brautckohlenberglau. Hier ist. auch eine Produk- fionSseoigeriing seichter wegen der Möstlicht ei t der Verwendung un- odieruter«rstejt«, die im Steinkochlenberghau nu-r in beschränktem Umfange untere»bracht werden können. Hier besteht auch die Möglichkeit, durch Einchf en. einer größeren Anzahl Arbeiter wemastms eui�o.Deil deS Notiiaiides Au peseiiigeir Ander« Mittel sind locher ö' r von der Arbeiterschaft abgelehnt toorden. l« ist noch nicht gÄungen. die Ardviterschaft davon zu überzeugen, daß' die Notlage am wirksamsten durch eine gesteigerte Jnemsttruchvabme ihrer'LeistiingSnWgkeit in einem beschränkten Keitrauan, durch Verlängerung der Arbeitszeit für eine bestimmte Zeit um eine Stund: bekämpft würbe. Vielleicht gelingt die lieber- wintzung des K!iß»MUö!>s der Arbeiter gegen diesen Lorschlag. bei den auHi-nblietttche« Davifverhazidlungen. Die AckÄterfchast. tz.n Kotzlsngeviet»ä»e sich vergogewvürtigen,. daß sie die� Industrie- arbeite rsch«-ft g�inn'Dezttschlands für.de,: kommendsu Winter in die schitierste Gefahr-brir�tr- Deshalb appellier« ich von dieser-stelle aus�ay. das-.ll..- SolidarAStsgesichl.-dor gesamten Arbeiterschaft. .ie Regierung ist bereit, den Wünschen der Arbeifeschast Hinsichtich der Reform de? stzn a p p's ch a ftSwesenS zu entsprechen. fLchch. Hört, hör:! tc.chts.» g Dcchu sind aber ftlbswerstchchiich- mn-- gchende- Beratrrr-gen notwendig.» Kür den Hausbedarf in depsgroßen Städten wird durch die- Korstherwaftungen Holz bereitgeftollr wer- den müssen.■' i ij tur.i c E? ZW>•!.' Di« Not der Zeit zwingt unS zum Raw.'bcm in den Bestän- den unmittetzdar in de«.Nähe der großen.Städte. Dieses Usbel ist erkÄglich im Hinblick, auf die wisdschaftlich.i unid politische Lage. Wir sind selbst bestrebt, trotz aller schweren entgegenstehenden IfrWOTiijas chit.'« 1.,jBt)wL'rö'.'.!,3}?a eo'i zn..'!?. amerikanische Kohlen für Industrien binzu-fiiihren, die durch Ausfuhr ein«: Ausgleich schaffen können. � r..,■.— v- V'Qififer«ur hier und da einige I 41] Roman von Heckt: i Barbusse. Verdeutscht von Max Sochdorf. Iinmer wiedgr und unendlich oft erfolgte der Bescheid, der den Soldaten kurz und bündig zu seinem Regiment zurück- stzickto. Riemand ivurds ausgenommen, jeder mitßte mar- schieren. Einen Augenblick würde' die'.' heisere und klägliche Siimme eines Mannes hörbar, der sich wieder ankleidete und dabei beklagte. Der Arzt war gutmütig und zasikte mit dem Mann herum, dann. aber sag�e er Plötzlich und viel ernster: „Was willst Du. mein Sohn, ich kann Dich nicht vom Dienst- beiroien. Zch.ihad' meine Jnstrllttionen. Also Kopf hoch! Wirst noch eine Weile kömien." Einer nach dem andern ichchanktfu' sie hinaus, all di�jp Geschöpfe mit dem ver- bogen«. n Brustkorb und den erschlafften Bewegungen. Einer stützte.sich auf den anderen, einer klammerte sich an den anderen, und sie murmelten:„Nichts zu machen, nichts zu muck««!"■-■»»kS-»a-rwn ,ouos>.-- Der Keine Melusson stand auch bei uns. Sein Außdnlck war gespannt und leidend, mid seine lange rosafarbene Nase zo; sich zwischen den brandtzoten Wangenknochen in die Wttstei Er stand unier uns in der mußgen Reihe, die von der Morgenstunde gestreift wurde. Er halte sich nicht in der Kränkenstube atzmeldet, aber er sagte:„Heute wird'S noch geben,'SolH tznorgen schlage ich auch hin." Mall achlcte nicht auf die Worte MelusionS, bald aber nmn/'e einei von uu-j:„Tiefe Instruklioiieu, die der Stabs- arzt erhalten Hut. das hat sicher allerhand zu bedeuten." -- ii ij.!« vi roi im Heilte morgen steckie der Häuptmann beim Rapport die Nase in ein Papier und er sagte:..Auf allerhöchsten Befehl—" De.Nti näselte' er einige Namen. Man.hatrx einige Soldaten erschössen, wcst sie den Geh'orsarn verweigert hatten. Die Erschossenen gehörten zu unserer Angade. Zhre Namen bis- dcieu eine lange Liste. Als der Hauptmann zu lese», an- fing, ging etr, leiieö Krollen bei un» im Kreise herum. Als die Eigenii'men höpbar und ftzdem im Schwärm verständlich tonrdien. bärte da« Grollen auf. Da wir so unmittelbar mit den Gespenstern der Vei urteilten in Verübrnng kamen, streifte uns etne Wutdivelle des Entsetzens, null wer zogen die Kopse ein. TViatiiuucTti Ä tzSck in::.".;?' imoti«!,".-.'- isjii'S ü- i;:.-- u■-:> Durch alle dies« Maßnahmen werden ' a* An den folgenden Tagen geschah das gleiche. Nack einem Rapport versammelte der Major, den man sonst selten sah, die vier Kompagnien auf-einem freitzn Platz.' Wir mußten feldmarschmäßig antreten. Er sprach von der militärischen Lage.. Sie wäre für ims auf der ganzen Front besonders gühstig� und dgr endgültige Sieg würde nicht mehr lang? ausbleiben. Dex Major machte uns Vepsprechungen:„Bald werdet Ihr wieder zu Hause sein!" Zum ersten Male fand er ein Lächeln für uns und er sagte:„Liebe Freunde, ich Iveiß nicht, was uns noch zustoßen>mrd. aber, wenn es sein muß, dann rechne ich auf Euch. Tut wie immer schweigend Eure Pflicht. ES ist so schlicht, seine Pflicht zu tun und zu schweigen." Dann traten wir ab und zerstreuten un? wieder. Als wir in das Lager zurückkamen, erfuhren wir. daß der Haupt- tuann die Patronen und die Nahrungsmittelreserven rem- d ieren wollte. Man hatte, kaum Zeit zum essen.. Majorat ärgerte sich, und er vertraute seinen Aerger Termite an, der immer ein guter Zuhörer war:„Alles das ist nur die Schuld von diesem Ststck Unglück von einem Hauptmann. Wie die Sklaven ist man ja bloß!" Er drohte, während er so sprach, nach dein Dorfplatz hinunter, wo die Kommandantur lag. , Aber Termite zuckte nur die'Schultern nnd er blickte bös- artig aus seinen Kameraden und er sagte:„Dn qpcrtlchst. wie'n Hühnerei. Das Hcmpt'.uäynU und all die anderen Leute an der Spritze, das sind ja gar nicht die, die all das Reglement erfinden. Das sind ja nur vergöldete Ma- sännen, die bloß weniger kosten als Tu, aber sie sind auch bloß Majchinen, wie Du stelber. Wenn Tu die Diszi- plin abschaffen willst, dann' schaff auch den Krieg- ab, mein Freund und Kupferstecher 1"'*// Mäjoret blieb ganz befwinrt stehen und die andere» apch. Fch aber mußte'die besonders Geschicklichkeit bewunderst, mit der Termite, unser Äntimilitarist die Antworten umging, uin sich trotzdem, immer ins. Recht zu setzen. In diesen Tagen mußten wir immer mehr UebungS- Märsche unternehmen und immer tzifriger ezerzie.en,. damit die Offiziere die Trupps fester in die Hsr.d bekämen. Tieft Uebungen ermüdeten uns außerordentlich und hefonders.die Scheinangriffe auf Walbhähen, die eineZ Abends- in dem Gelände der Schluchten und deZ Gesträuches vorgenommen wurden. Als wir heimkamen, warfen stch die meisten sofort ---..'.v:•" o.•- ll neben ilrren. Rucksäcken, auf den Boderitz' Sie hatten nicht einmal den Mut zum essen und schlicfcu.. sofort schwer ein. Als alles mittel* in der Dchlaslähmuns der Uefen Nacht lag, schrillte.plötzlich ein Schrei dprch die Wände,: Alarm!. Zu. den Dassen!". Man:war so-müde. Dieses gransame Erwachen schwn den schlotternden und crbgerackerten Leuten zuerst.wie der Schlag eines bösen Traumes. Als dann durch die offene Tür der kalte Wind hereipwehte und als man das Herum- trampelst der Lqtte ruf döst vorderen Linien auf dem Straßenpflaster hörte, und als die Unteroffiziere Licht an- zündeten und uns mit ihrer Stimme aufjagten, da richtete man sich auf.. Und man war noch ganz verkrümmt und ver- bogen, während man seine Sachen herrichtete. Dann reckte man sich und man rüstete sich zähneklappernd. Die Beine wpM wie aus-wweicht und das Herz war zecknetet uich-wie in Scherben-, und nran machte sich zur Straße auf, die ganz von Dunkelheit bedeckt wurde. Dantt der Appell und einige Befehle und Gegenbefehle. Und hgnn hörte man:„Marsch, Marsch!" Und man mar- schtert'ö, awS dem Lüget, und man'stand doch schön, am Ende seiner Kräfte, als wenn man eben erst ins Lager, einmar- schieß., späte.. Derart brach, man. Man wußte nicht, nach welchem, Zlst.. Zuerst'„Wen es ein Auszug wie all die übrigen Auszüge auch. Wir entfernten uns auf dem gleichen Weg, den wir immer gegangen waren und wir bohrten uns in die gleichen großen Kreise der Finsteriüs hinein, in die wir uns immer eistaebohrt betten. Wir gtztangien bis vr f'! i- frchrif. Titz war verbrochen. Dann kgniest' wir an den Steinbruch, den die Dämmerimg eben hastete und mit Schmutzfarbe jjversvarf.. Meser Stein- bruch machte die Trostlosigleft noch trostloser. Düster trau- reg schichtete sich? stje. Müdigkeit in uns anft und sie legte sich lähmend an unseren Marsch. Die GösiHter schienen leidens- bleich und hart ansgeholilt und wie bedeckt von einem düste- ren Gewitter. Wir wsisdonchtäNdw nur nmfckmirrt von Km Schrei«:„BorwoUs morich? Vorwärts mprschl" Das wurde poW asien� Rickstntzgen'ans uns und in die Dämmerung hin- elst umd hinunter gestfmtettet't. Und die Dornmerung sickerte vom Himmel auf die Erde und die Dämmerung kroch von der.Gide zum Himmel hinauf. Und jedesmal kostete es noch größere Anstrengw-g damit wir uns pon liffwn Ruheplätzen wieder losrissen.-(Forts, folgt.) -£.;r.ist an ftaeji-jp ichitMmkl ps'.? NotstSnk- BcffiHgt, Da» g?Sßte KAel ist die ZerrSttung d«» Transportwesens. Die Eiien!>ahnvern>altung ist heute nicht einmal mehr m der Lage, für die vollständige Abfuhr der Bestände aus den Halden ju sorgen. Mit Entsetzen sehe ich dem Zustand« entgegen, der eintreten inutz, wenn da? WagenmaderiÄ für die Abfuhr von Kartoffeln, Nüven ustv. in Anspruch genommen wer- den muß. Da dierb'l kein andere» Mittel»'s die Einstellung de» Personenverkehrs. Der Gülervekchr ist das wichtigste. Mit so großen Nachteilen di« Ein- stellung des Personanverkr�rs auch verbunden sein mag. e» bleibt kein anderer AuUvrg, wenn die Neparaturtoerlstätten nicht ein« größere LeislungSsähiAcit aufbringen, die möglich ist angesichts der großen Zahl der Ardeiter und det reparaturbedürftigen BctricdSmaterialS, das vergeblich auf Ausbesserung wartet Lhne Nückficht auf ändert Interessen wird an die Auffüllung der Lager der Eiscndahnver- waltungen gegangen werden. Wenn diese mcht über Bestände für 20 bis 30 Tage verfügen, drobi der Zusammenbruch. ES soll all-S geschehen, nm diesen auch für di« östlichen Provinzen»u vermeiden. Eine Partei, di« nicht wegen ihrer Starke, sondern wegen ihres rücksschtLlosen Terror» Einfluß bat, sucht di« revolutionären Eisenbahner zu nrißdrauchen. um durch Streil» das gesamte Wirtschaftsleben zu erschüttern. Ein R im Lischreche» des Parteisekretärs gibt offen zu. daß di« Streik» pslittfchc Ziele verfolgen, von denen di« Eisenbahner rchtS wissen dürfen. Diesen Schleuchwegcn ist nachzugehen. Der oocrsch.lefische Streik ist eine der frevelhaftesten Unter- nebmungen. die auf diese Taktik zurückzuführen ist. Die Eisen- bal>ner mögen stch hüten, stch zu solchen, nach dem Geständnis dex Partei�huen�frrmden Streiks irreführen zu lassen. Osider fehlt die notwendigr Aufklärung, um die gewissenlosen Agitation«, sich fernzuhalten. Flug- blättkr such seit Wochen sehr stark im Gange. In scheinheiliger Manier werden Landarbeiter und Kleink lern gegen die heutige Wirtschafttrichtuny aufgehetzt zum Scha" m der gesamten Arbeiter» schaft, nur um skrupekla» für ein politisches Proarmmn Stimmung zu machen, das die Partei wich: offen erkennen laßt. Dies« Parte, und ihre Agitation ist eine Gefahr, der mit aller Entschiedenheit eatgeqengetreton werden muß. Wenn di« Negierung g-gen di« klare Parole einer nicht einflußlosen Partei zu scharfen Mitteln greift, so wt sie eS aus einer Notwendigkeit, verbrecherische Maßnahmen entschieden zu bekämpfen und kein Mittel un- versucht zu lassen, einer derartigen politischen Agitation und den mit ihr veüiundenen Boykotten entgegenzutreten. Die kommunistisch« Partei hat nur ei«»»kitische» Program« und«ine Initiative, ihre Politik und Taktik darauf einzurichten, daß unser« Wirtschaft schnell verfällt. Ihre Haltung gegen die Un- abhängigen zeugt dabei von Ui�onbboxkeit. Nur unter unklaren und unreifen Köpfen kann st« ihre stark« Anhängerschaft ge- Winnen, mit dem verbrecherischen Bestreben, unser Wirtschaftsleben an den Rand de» Abgrtmdes zu führen. Für jede Anregung ist die Regierung dankbar, di« di« Kohlennot hebt. Die nimmt j«de Unterstützung an, von der Gedeihen und Sicherheit der Deutsche« Republik zu erwarten ist.• Die Desprechur« der Interpellation wird beschlossen. Zur zweiten Beratung der Novelle zum K ohlenwirt, schaftSgesetz ist inzwischen von den Abgeordneten LSbe, H u«. I« b u s ch und Genossen«in« Entschließung eingereicht war- den. welche zur Verhinderung der furchtbaren, das Poll al» Folge der außerordentlich«, Kohlennot bedrohenden Katastrophe schnelle und durchgreifende Maßnahme« für eine erhebliche Erhöhung der Kohlengewinnung und für ihren regelmäßigen Antransport fordert, vornehmlich werden empfohlen: Erhöhung der B«rgarbett«rlöhne auf einen Beirag. der al» auskömmliche Gegenleistung für die anstrenqende borg- männifche Tätigkeit angesehen werden kann, besser« Er- n ä h r u n g der Bergarbeiterschaft und bessere Versorgung mit Berufskleidung und Schuhz«u«. Abschluß von Tarif» verträgao. ein Reichsberggesetz. Heranziehung der Betriebsräte zur Mitarbeit und Kontroll«. Erhöhung der Knappschaft»» renten. Erlaß eine« Reichsknappschaftsgesetze». Vermehrung der«rb«it»kräft«, schleunigste und großzügige Beschaffung von Wohnungen unter Gewährung von Reichs- beihilfen, vorzugsweise Belieftrung der Kihtengruben. Kokereien und Brikettfahrtken mit Arbeitsmaschinen und. Geräten, möglichst rollständig« Aulnutzung aller BetrtebSaalagen, Einleitung von zw« vollen Forderschichten, stärkste Belegung der mächtigeren Flösse. regelmäßige Gestellung von Eisenbahnwagen, Durchführung der Sozialisierung. Abg. Hue(Soz.): Den Gesetzentwurf zur Kohlenwirtschoft können Wir wohl ohne Kommissionsberatung annehmen. In dem Bereich unserer Kohlen- industrie sehe ich nur eine einzige dunkle Fläche, keinen Lichtstrahl. Wen» e» heute einigen wenigen spartakistische« WirrkSpfen gelingt, ganze Belegschaften in den Bann ihr«r Agitation zu zwingen, so beweist das nur, daß unsere Arbeiterschaft, auch dt« Beamtenschast. durch den furchtbaren Krieg nervenkrank ge- worden ist. Schon lange vor dem Krieg« bildete der Rückgang der Kohlenförderung pro Kopf d«r Belegschaft die Sorg« unserer Wirt» fchastlpolitiker. Da« jetzige Problem hat mit Diaatsformen. mit sozialpolitischen WirtschattSformcn nichts zu tun. es hat stch auf- gebaut auf natürlichen, technischen Umständen und ist schon wahrend des Kriege» gefahrdrohend in die Erscheinung getreten. Der Krieg war ein, Hochkonjunktur von außergewöhnlicher Länge, und da hat man di« kohlenreichsten Flötze vorzugSlv«ise abgebaut und die VorrichtungSarbeiten zu- rückgestellt. Dennoch trat schon 1V17 eine erhebliche Kohlennot auf, die zur Einsetzung des Reich»kohl«nkan,missar« führte. Bs«st ein gefährlicher Aberglauben, daß die Kohlennot da» Ergebnis der revolutionären Umwälzung de» voxi» p?« November sei. Die Hungerblockade hat auch auf die Er- höhung der Krankheitsziffer sehr verderbenbringend eingewirkt. Dia Bergarbeiter sind durch die jahrelange Unterernährung so herabgekommen, daß Ueberschichten ihnen jetzt nicht zugemutet werden können. Wir schlagen deshalb«n unserem Antrag picht Echichtverlänzeruna, sondern ErnährungSverbesseruog vor. Nur kein Druck, kein Zwang, sondern gute? Zureden und vor allem gute» Essen. Wir haben den verantwortlichen Stellen m der Regierung andeutungsweise schon lSlb. in aller Schärfe 1817 vorausgesagt. wa» kommen mußt«. Der Bergbaulich« Verein aber hat bei allen Wünschen der Bergarbeiterschast versagt. Redner erörtert hierauf im einzelnen die in der mitgeteilten Entschließung aufgestellten Forderungen und schließt m»t einer dringenden Mahnung zur Sozialisierung und mit der Auf- forderuna an die Unternehmerschaft, die nutzlose AgiWnon dagegen zu unterlassen. Unter Sozialisierung versteh« ich ,m Bergbau die restlos« Beseitigung jeder KapitalSrenle.(Beifall b. d. Soz.) Lbg. Jmbnsch(8): Der Rückgang d« Kohlenförderung hängt nicht allein von dem gute» Willen und der Ardeitslraft der Arbeiter ab, sonder« auch von der Art de» Abhaue», dem Umfang der Nebenarbeiren, der Verwendung von Maschinen usw. D«r Rückgang ist im uhrigen «ine international« Erscheinung, die sich in erster Linie auk die KriegSverhältNisse gründet. Die Verkürzung der Arbeitszeit hat keineswegs unrer allen Umständen-ine Verminderung der Leistungen zur Folge. Und das wird auch hier«intreten, sobald di« Einrichtungen und die Arbeiter sich darauf eingestellt Hab».(Zu- rufe recht»: llmnöglichl Illusion!) Ich verstehe von der prat- tischen BorgmannSarbeit vielleicht mehr al» Sie(nach recht?). Ein weiterer Grund ist das Sinken der Arbeitsfähigkeit und der Ar- deittfreudigkeit infolge dcZ Raubbau«», der an der Kraft de« Arbeiters während des Kriege- getrieben worden ist infolge der schlechten Ernährung, nicht zuletzt auch infolge der ungerechten und unwürdigen Behandlung. Roch kurz vor dem Kriege betrachteten die Unternehmer ja den Bergmann nicht al» e,n«n gleichwertigen Vertragschließenden, sondern al» einen Untergebenen. Man hat dem Bergarbeiter die Lieb« zu seinem Beruf geradezu planmäßig auSzeprligelt. Die Lohnfestsetzung erfolgt einseitig und ungerecht, di« Löhne sind nicht ausreichend, die Arbeitszeit war. namentlich im Kriege, viel zu lang. Urlaub wird den Bergarbeitern heute n.sch nicht ge- geben. Aus allen diesen Verhältnissen erklären sich die erschreckend Hohen Krankenziffern und dj« Kühe Invalid ltäl. erklärt sich aber auch da» Emporkommen einer Stimmung in den'»Berg. arbeiterkreisen, die den Hetzern ihre Arbeit nur zu leicht gemacht hat.(Tckhr richtig! und Zustimmung.) Um Abhilfe zu schaften. sind vor oben Dingen notwendig ausreichend hohe Löhne, nicht allein im Hinblick auf die Schwere des Bergarbeiterberufes, sondern auch aus dem Grunde, weil in der BergbauberufSgruppe zum Unterschied von allen anderen die Zahl der Kinder in den letzten Jahren nicht gefallen, sondern gestiegen ist. Auch die Lebensmittelversorgung reicht hmt« noch«icht au». Der Regierung müsse e» doch leicht lein, ferner den Bergarbeitern Tabak, besonder» Kaiitabak, zur Verfügung zu stellen.(Beifall rechts.) Durch rücksichtsvoller, Behandlung der Bergarbeiter uno günstigere Gestaltung der Renten wäre manche» gewonnen. Unter Hinzuziehung der Nrbeiterrät« müssen die einzelnen Gruben daraufhin«nterfuebt werden, od de« Bergarbeitern Ihr Hilfe» Material in zwsckvoller Art zur Berfflgimg steht.'(Beifall) Ge« lernte Arbeiter gehören überall vor di«.Kohlen.(Zustimmunn' Di« Reichen dürfen nicht übergenug Kohlen haben, während die Armen frieren. Ich richte an d:« Bergarbeiter den Ruf. noch«in- mal ihre ganze Kraft zusammenzureißen, mn unser Wirtschaft-- leben vor dem Zusammenbruch zu beivahren. l Lebhafter Beifall.) Abg. Ziezlrr(Dem.): Dem Gesetzentwurf stimmen mein« Kol- legen und Freund« zu. Die Wahrheit, daß die Kahlenversorgung in allernächster Zeit in ganz neu« Bahnen gelenkt werden muß. findet noch längst nicht überall Beachtung. Die Interpellanten sollten sich darüber klar sein, daß sie selbst die Ursachen der augenblicklichen Notlag« nicht verstehen. Die hinter den Interpellanten, stehenden Unternehmer fällten sich darüber klar sein, daß sie di« Notwendig» Kit eines viel früheren Abschlüsse» von Tarifverträgen im Bergbau nickt erkannt haben.(Zustimmung.) Trotz offenkundiger Mißstände können wir daö Aufputschen der Bergarbeiter auf die Dauer nicht ertragen. o r (Schluß im Hauptblatt.) GroßSerün vom Gesundheitszustand der VolkSfchultiuder. Der Bericht über di» Tätigkeit der die Temeindeschukn verlin» überwachenden Schulärzte im Schuljahr 1817/15, zu- iammengeitellt vom Medizinolam, durch Prof. Dr. Grotjahn. ist jetzt vom Magistrat veröffentlicht worden. Sein Wert wird dadurch beeinträchtigt, daß er erst reichlich 1'/� Jähr nach Abschluß de! Schuljahres erscheint, zu einer Zeit, wo der Gesundheitszustand unlerer Bolksschullinder schon wieder ein« Veränderung erlitten haben kann. Auch sind viel« der ö0 Schulärzte Berlin» an dickem Bericht gar«ich, beteiligt, so daß ein Vergleich mit den Ergebnissen früherer Jahre nickt möglich ist. Die 86 Schularzt«, die dietmal an der Berichterstattung teil» nahmen, uniersuchten 23 333 Schulanfänger. 1S88 davon wurden wegen körperticher oder geistiger Sckuluniäbigkeit zurückgestellt, das sind 8 Proz- der Untersuchten.(Auch in 181647 ha, die Zahl der Zurvckge stellten 8 Proz, der hamal» Untersuchten betragen.) S3tS Schulanfänger mit gleichfalls nicht einwandfreiem Sciundhcitsznstand wurden zwar eingestellt, aber bis auf weitere« in ärztlich» Heber- wackung genommen. Di« Gesamtzahl die'« und der noch aus früheren Jahren in Ueberwachnng gebliebenen Kinder belief sich auf 23»28. Unter den Krankheiten, die Zurückstellung und Ueber- wackung vorig mochten, war ungenügender Kräfte- zustand(Blutarmut) am häufigsten: 781 mal bei den Zurückgestellten. 728 mal bei den in Ueberwachung genommenen. 8821 mal bei der Gesammtzahl der in 1817/18 Ueberwächten., Unter dem Einfluß des Hungertriege» auf die Er- „ährung der Kinder äußern sich die Einzelberichte der Schulärzte Wider'prechend. Man liest da Angaben, daß die Kinder velhölmis- mätzig nicht fchlechr genäbrt waren, und andererseits ebenso oft, daß,«folge der Kriegskost ihr Ernährungszustand schlechter als sonst war und daß hierdurch die Entstehung von Kranlbeiten de- günftigt wurde. Widersprüche dieser Art findet man sogar bei Nebeneinanderstellung von Schularztdeztrken, deren BivStkerungS- zufammensetzung fi-v in nichts von einander unterscheidet. Si« er klären sich daraus, daß solch» Urleil« zu sehr abhängen von der Perion de« Beurteiler« und seinen besonderen Ansichten darüber, was man.gur genährt' oder»schlecht genährt' zu nennen Hai. Im ganzen haben wir den Eindruck, datz viele der S ck u l- irzt« im Laufe de» Kriege« in ihren Anforde- rungen an den Gesundheitszustand der Kinder immer.bescheidener' geworden sind. Uebereinstimmimg besteht unter ihnen nur in der Beurtoilung der Wirkungen, die der La n d au fe n r h a lt ans die veriner Kinder ausgeübt bat. Allgemein wird von den Schulärzten hervor« gehoben und gerühmt, daß die Kinder«ine» Gewinn davon hatlen. iiele machen aber dabei die Einschränkung, datz die Heimkehrende» oft Hautkrankbetten und Ungeziefer mitbrachten. Wa» wir in dem Bericht vermissen, ist dieBetonuztg der Not- wendigteit einer Vermehrung der Schulä'rzjä. In 1817/16 mutzt« feder Schularzt durchschnittlich etwa 8o0 Schukan- fänger, also für di« Einschulung jeden Halbjahre» durchschnitrlich 825 Kinder untersuchen. Do kann man sich deuten, wie.gründlich' du Untersuchung manchmal gewesen fem mag.,? i Zur Neubildung der Berliner Sicherheitspolizei. Di« von uns in Str. 887 des.Vorwärts' wvedergegebenen Pläne zur Neubildung einer Sicherheitspolizei haben— wie un» in einer Zuschrift von Angehörigen der Hauplwach« der Kommen- dantnr mrtgereilt wird in weiten Kreisen de» bisherige« Sich«- heitSdienste» großes Befremden erregt. Mau beruft sich daragf, datz die Angehörigen der Haiiptwack« in den schwierigen Zeiten ter Putsche ihren Mann gestanden hätten, datz sie infoksiedesien er- höhten«nfpiuch darauf besitzen, hei einer neuzugründenden Sicherheitspolizei berücksichtigt zu wekdeu. Gerade bri den An- gehörigen der Haupiwach« der Sommonvanrur band«!:««» sich mein um verheiratet« Leute au» Berlin, di« den Sicherheit»- dienst in der Stadt besser versehen könnten, al« irgendwelche fremde Zugezogen«. Mit der Umbildung der Sicherheirspolizei ist die Existenz vieler dieser Lcure in Frage gestellt, waS natürlich allgemeine Beunruhigung bervorrufk. E« bedarf keine» Worte», datz die verdienten Angehörigen de« bisherigen Sickerheirs dienst«» unter leinen Umständen einfach auf die«>trah» gefetzt tverden dürfen, daß viel- mehr urner allen Umständen für die Kicherstellung ihrer Existenz Sekorgt werden mutz. Ob die« aber UN Rahmen der neuen Sicher« eirßvolizet möglich ist, erscheint un» iragli». Für die Neubildung der Drupp« war maßgebend, daß sie eine stet» alarmbereite Vchuymannschaft darstellen sollte. Wenn man dies« Ab- 8 cht billigt, so kann man den Organiiatioiilplan. wie er von den e Hörden ouSgearbeiier ist. Nicht ganz umwerfen.. Wir möchten jedoch dazu ein« Anregung geben. Such alarmbereite > kolernierke Truppen haben in KnegSzeiten beschränkten Urlaub er- teilen können. Wenn nun Angehörige de» bisherigen StclK.'heilS- dienste« sich verpflichten, tn der Kaserne zu wohnen und von einem IlrlaiibSaniprnch nur geringen Gebrauch zu machen, so müßte es bei einigem guten Willen'iwon möglich jew. unter Wahrung der Alormbereitjckast erheblich« Teile der alte» EickerbeitSwebr in die neu zu bildende Truppe zu übernehmen. Pielleichl befassen sich einmal die zuständigen Stellen mit diesem Vorschlag. Da hört doch alles auf! ll-ber die Mißstände in der Warmwasserversorgung entnebmen wir einer Zuschrift folgende».- Di« Verordnung'. über WasierveriorgiingSanlaaen vom 22 Juni lv>9 wrrv von den Haus- wirren in höchst eigennütziger ffleiie ohne Riicksichi auf di» Mierer ousgebeirtel. So ist-z. B. der Mietsprei» für eine 8 Zimmer« Wohnung, nachdem er 1916 wegen Einjchröntung der Warmwosier» veriorgung herabgesetzt worden war, in de» letzten drei Jahren mn 83 Prozent erböhl worden. Tamtl nicht genug, fordert der Wirt unter�Bezugnahme auf die obengenonnie Verordnung CIN# Weitere Erhöhung de» Mietpreise« und zwar rückwirkend ob J. Juli, obwohl die Gegenleistung im Berhälmi» zu der Steigerung gleich null ist. Da hört doch wirklich alle» auf. Die Verordnung ist ohne Zweifel nicht dazu erlassen Warden, derartig« Auswüchse in der Mtetlieigerung gerechlfertigt»lichemen ,u lassen. S« ist un» dcdiugr noiwcndtg, daß die zuständigen MieiSeiniaungSämter umrr allen Umsläuden in Fällen eines solchen MietswucherS dem Wirt gehörig die Leviten lesen. Steuerliche Benachteiligung der Kriegsteilnehmer. Die Steuerveranlagung eriotgt votsckrift«c>emätz nach dem Ein« kommen de» vorausgegangenen Kalenderjahre» oder, fall» ein solche? nicht vorliegt, nach dem mutmaßkiwen Etnkommcn de» Steuer« iadre», iür da« veranlag» wird. Für die Mehrzahl der Arbeiter und Angestellten ist da» Einkommen zur« zeit Häher, al» e« im Kolenderjabr 1818 war. Bei den nach dem 1. Januar 1919 entlassenen Kriegsteilnehmern wird der Einschätzung da» jetzige Einkommen zugrunde gelegt, während die anderen nach dem Emlommen vom Kalenderjahr 1818 veranlagt werden. Dieie Handhabung, die allerdings dem Buchstaben' des Gesetze» entspricht, führt zur Be. nachteiligung der Kriegsteilnehmer auch in steuerlicher Hinsicht. Bei der Ochoffimg der GefetzeSb-stimmung ist an die jetzigen abnormen Verhältnisse nicht gedacht wprden. Da» Finanzministerium bat auch, in Berücksichtigung dieser Uebelstände, durch Erlaß vom 2. August(II 16286) die Beranlagirn.gS» behörden angewiesen, durch eine möglichst entgegen- kommende Handhabung de» 6 20 Einkommensteuergesetze»«ine Milderung der Härten herbe,- zuführen. Der§ 98 gestattet die Ermäßigung der Steuersätze bi» zu drei Stufen wegen besonderer, die Leistungsfähigkeit beeinliäch- »igender wirtschaftlicher Verhältnisse. Auch sollen noch demselben Erlaß, wenn infolge Verzögerung der Veranlagung mehrer« viertel« iahrSraten fällig werden, durch Stundung und Bewilligung von Teilzahlungen Erleichterungen gewährt weiden. Kriegsteilnehmern empfehlen wir die Bezugnahme auf obigen Erlaß bei ihren Einsprüchen«nd StundungSgefuchen. Nochmals: Tie«nverbefferliche„Freiheit"! Die.Freiheit' kann sich nicht genug tun in boshafter Schadenfreude darüber, daß wir in der Angelegenheit de» Kartoffelver- kauf» bei dsr OmnibuSgefellschaft wieder eimnal hineingelegt worden seien. Wir gönnen ihr diesen Triumph von Herzen, schon des- wegen, weil er tatsächlich nur in ihrer Einbildung besteht. Wir ver- treten nach wie vor da», wa» wir ki irnserzr ersten Notiz gesagt haben. Der Vertrauensmann der Lackierer und Schinfede von der Zentvalwerpstatt, Köpenicker Str. 24». hat un« im Smverständni» mtt der Mebrhekt seiner Kakkcgen die Zuschrift gesandt, die wir im Auszüge veröffentlicht haben. Wer nun mebr Leute, hinter sich hat. der Gewährsmann der.Kreiheit' oder der unsere» BlatteS. da» ouSzuftrobsln überlassen wir der feMger echten Herrlichkeit der .Freiheit'. Die Einsender der von uns veröffentlichten Zuschrift sin» noch heute der Anficht, daß dio OmnihuSgesellschaft«S nur gut mit ihre« Leuten gemeinl hat. An die Fach- und Fortbildungsschullehrer! All« Lehrer, die auf dem Boden der€>. P. D stehen,«erden um Einsendung ihrer Adresse an da» Jugendselretoriat. V 8. vellevuestr. 7, gebeten._ An die Pfllchtfortbildungsschüler! Alle Schüler, die Strafanzeigen wegen de» Sckulftreik»«rbol�n haben, können sich im Jugendsekretariat, W 6, Bellevuestr. 7 III, 8— ö Uhr( Minwoch und greilag 6—8 Uhr) melden. Vortrag„Wissevschaftlicher Sozialismus", Fortsetzung am Sonn- Jag. 17. August, vormniag» 8'/, Uhr, un Jugendheim, Lindenstr. S. iefcrenl Möglich-Eteg'.jtz. Di« beverprheode Schließung der Mittelstands-«nd Beamten- küchen und der Bottskaffe«» und Spei,«hallen beschäftigte gestern eine Konferenz. Erschienen waren viel« Vertreter der Magistrate von Berlin. Scköneberg, Tharlorteubürg, Lichtenberg, Polsdan?, vom Auswärtigen Am», vorn Retch»arb«lt«omt. vom Reichspostministerium. vom Roten Kreuz, von der Zentral« für Volkswohl« fahrt und anderen gemeinnützigen Veremigunge«. Folgende Ent- Ichlietzung wurde angenommen:.Die Versammlung bezeichnet d,» Einrichtung von gemeinnützigen Speiiungsanstalte« als notwendig und durchführbar. Sie beschließt die. Gründung einer ge- mein nützigen Gaststättengesellschast' in die Weg« zu leiten. Die in der Berlommiung vertretenen Körperschaften, Verbände, vereine»md EinzVperionen werden di« Gründung»nd Durchführung der Aufgab« d.i jeder Weis« fördern und unter- stützen,' Zu de« Autisemitentumult am kurfürstendam«, über den wir am Donnerstag abend berichteten, wird fetz« eine vom Berliner Polizeipräsidium gegeben« Darstellung verbreitet. Der Kaufmann Zucker, der einem Zeilungöbändler ein antisemitische» Plakat vom Stücken gerissen hatte, wurde von der Menge verfolgt und zu Boden pelwlagcu und gab in der Notwehr au» einem Revolver mehrere Schüsse ob. Er traf den ZSjährrgen W'lek und wurv« dann selber von der Menge nochmals in der roheften Weife mißhandelt, wobe, er einen' doppelten Schenkelbruch, einen Bruch de« Nasenbeins und verschiedene ander« Kopsverletzungen erlitt. T'chechiickc Posträubcrci. Im Anschluß an den Einbruch bei« deutschösterreichischen Konsulat und an die Spionage de» tschechischen Generailoniul» in Berliu wird von einer Stell«, die Erfahrungen auf diesen, Gebiete bat. darauf hingewiesen, datz Posticndungen in der Tschecko-Slowaket ganz willkürlich aufgehalten werden und viel- fach abhanden kommen. Man tut gut, bei der Korreipondcnz. na- meutlich mir Deutschen im t'checho-flowakiichen Gebiet, vorsichtig zu sein, auch.wenn e» sich bloß um rein wirtschaftliche und prrvare Angelegenheiren handelt. Das Zossen« Lrauduuzlück hat«inen Schaden v p u mehreren dunderirausend Mark veruriackt. Ein« vekleiduugskaminer ist vollständig ausgebrannt. Die anderen nieder- gebronvlen Baracken enthiellen Heere« gerät« der Garniionverwal« lung. wie tisch«. Stühle, Bänke. Tauiynde von emaillierten Etz« schllsseln. Wassertannen ustv. Bei der Enila»rung«anstalt ist der arvtze Benzmbehäller auch ein Opftr der Flammen geworden. Meuichenlrden(in» nick» zu beklagen. E< wurden zohirerch« Per- soueti, sog. Schlachlfelahyanen, verhaftet. Doppelt verfchedriit Gelatiu». Ein« Schiebung mit Gelati«« wurde gestern durch die Sicherheittmannschafren der Ko»mnaudautur entdeckt. Etn>»<, endlicher Händler datt« sich in einer Kneipe in der!/losenlhaler Siratze einen Arachtkrief angeeignet, der aus fünf KSsier lautete. In der AnNohme, ei bandle sich um Butter, läste er mit einem Kuischer die füni Fässer, die Gelatine enthielten,«in, verkaufte eins an einen Grünkrambändler für ISlXI M. und suchte seine übrigen beiden Fässer an den Mann zu bringen, indem er mit einem Handtragen van HauS zu Hau» fuhr. Dabei wurde er iestgenommen. S» stellte st» heraus, doh dt« Gelatine»benfall» Tchieberware war. die ur Berlin unter der Hand in den Handel gebracht werden sollte. ,•>>' NevtSlln; Juxendaeihe 21. EcPiemter 1Ö19. Anmeldungen zur Jitpeudweibe können b'.i?>!m S0. Äuauft in der Porwärtsipedition Neckarstrabe und Sicgfriedsiratze S?�Z sowie im Jupendsckrelariat in Berlin. Bellevueftratze 7 IN. schriftlich gemacht werden. Groh-Berliner LedenSmittel. Mrost-Yerlin. Bam IS. bi» 24.«ugnft Brot aus.»seist-. Vertut, vis Ticnstaa. IS. AugnN, für l24.. 12S.. 127.. 128.. 1Z0. 132., Ibri., rLS. die Mmwoch, für die 121. und 1*2. Brotlommtssion 250 0c. Käse. (pantovu. 250 Gramm Mannelade(SS). Gr�-Serliner parteinachrichten. 15. Abteilung. .Hmigilgec Wolf". "vrd.ub»atn Schk Trcsspuu» Stlis-..Laldetlu!.". Stach 10 Uhr eintresjende Teilnehmer kommen »ach oem.Hunzilzcn Wol>. .ürniiiastarf. Montag, 18. Angust 8 Nhr. bei Klnzler Aachs.: tSjtta. Wed'vcreindverlammlun«. Sonrag de« Ge». yahnle. icoiialdemotraiischer Verein verliu. Sonilobend, den SO. August, 4 Ubr. findet unser zwelico S o in m e r s» st i?i de» Gesomträumen de« Äallalla-Thealei« stau. Eintritt 75 Ps. Aassenpre Z l Zl!. Tbeatcrbesucher 1 M. extra. Plätze leerten ausgelost. Korten bei sämilichen Funktionären. TuNfttoziaiss'.is»« Veretutiiuug. sS. P. P.) Morge». Gomita!,- Wanderung nach B-inau-Hellsee. Tresspuntt's, 7 Uhr, SicNiiicr Vorort» Bu h»b»s. B. Meher Bl ei ding. Zvsannnenkunst aller L. P. D.»Kol« legen Montag. Ib. August.< Uhr, bei Sachse, Llndower Strait«. Eilcnl-at/uer-Kr-erbeauoschiis'. Aächft« Sihung: Montag, IL. August. i Iklir. Tcsiauer Gaiten, Dejsaiier- Sa'« KöniggiSher Ctrahe. Wichtiges durch Genrssen Thurau. BezsikSoertranmslkilte unbedingt erscheinen. Fachgmofsen willkovimen. Stcuausnahnlen. Zahlabend. Sericktszeitung. EmontS Flucht vor Gericht. Mit der Flucht de« Bankbeamten Smonts hatte sich gestern da» außerordentliche otriegSgerichl de» Landgerichts 1 indirekt gu beschäftigen, und zwar auf Grund einer Anklage wegen fahrlässigen E n t w eiche n l a s s e n» ein«» Gesänge» sich Geschäftsführer de» Allgemeinen Äanill'camtenverein» ermöglicht n e n. die Diese waren en zwei alte bewährt« Gefangenenaufseher richtete uldigt,«» durch Fahrlässie.keit dem verhüteten W»» Baiikbcamlenbe M> u haben, während einer Sitzung des r Urlaub erhalten hatte, zu entfliehen. IS Bankgewerbe", zu der er Urlaub erhalten hatte, zu entfliehen. Bon den NechiSenwälten Dr. Puppe und Dr. Frey wurde vor Gericht der Linwand der Un-uständigkeit erhoben mit folgen- der Begründung: Der Zweck de» Be!ogerung»gnstandSgesetze» ist im wesentuchen der, den Ttaatsde Hörden bei dringender Gefahr für die öffentlich« Sicherheit«in schnellere» und festere« Singreisen zu«rniSglichen. Den auf Grund diese» Gesetzes gebildeten außerordentlichen Kriegsgerichten sind durch Z 10 bestimmte verbrechen und vergeben zur Aburteilung zugewiesen, insbesondere Hochver- rat, Landesverrat, Mord, Aufruhr. Widerstand. Zerstörung von Tisenbabiten und Bekegraphen. Meuterei, GefanAZnenbefreiung. Müh, Plünderung usw. Diese Zusammenstellung IS ist deutlich erkenne», dag da» KrieMericht sich mit Ttrafiaten beschafttsten soll, die auf Gewalttätigkeiten und Vorsatz beruhen und wenn in diesem Zusainnvnhange auch Gefangenenbefreiung erwähnt werde, so sr es ohne Zweifel, dah damit die vors ätz- lich« tzzw. unter gewaltsamer Oefknung der Gefängnisse oe- gavgene Gcfmngencnbefreiun« gemeint sei, nicht aber ein fahr- lässig e» Eniweichenlassen. welche» bisher vom Tchöffsng� recht gewöhnlich mit einer kleinen Geldstrafe geahndet wurde. Die An- geNagwn würde» durch dies« unrichteze Anwendung de» Gesetzes auch stark benachteiligt werden, da die Urteile der Kriegsgerichts sofort rechtskräfrig werden, während den!h>rg«klagteu weist drei Instanzen. Schöffengericht. Strafkammer und Kammergericht. zur Verfügung stehen. Da» Kriegsgericht erklärte sich selvst für unzuständig, da der Wortlaut de» Gesetzes erkennen lasse, daß die Kriegsgericht« nur für solch« verbrech«» und Bergehen«in- gesetzt seien, welche im Interesse der öffentlichen Ordnung und des Staates eine besonder» schnelle Aburteilung erfordern. Hierzu gehöre aber nicht ein fahrlässiges Entweichenlaslen im Ginne des Z 347 Abs. L._ Die Hantztaschr ohne Bode». Sine alte WarenhanSdiebin er- schien gestern in der Person der Frau Anna Klingbeil wieder einmal vor dem Slrosriibter. Sie.arbeite!«" früher in der Weile. daß sie eine ZLachswchhandtasche obne Boden unausfällig über die zu stehlenden Gegenstände stellte, diese dann in geschickter Weise in die Tasche hineinzog und an den darin befindlichen Haken befestigt«. Jetzt war si« in einem Warenhauie in der Leipziger Straße wieder obgcfofit worden, wie sie mit unheimlicher Geschicklichkeit zwei Herreniacken und ein ganze» kinderllcid hatte verschwinden laiien. DaS Gericht»erurteille die rückfällige Diebin zu«iu«m Jahr und sechs Monaten Gefängnis. Soziales. Das Lündigungäverbot für Schwerbeschädigte. Bekanntlich hat sich die Reickktzregierung am 1..Februar de? Jahre» genötigt gesehen, ein Kündtgungsverbor für Schwerkriegs- beschädigte und Schwerunfallverletzte zu erlassen, weit sonst zu be- fürchten war. dast diese Persone» völlig von d«n> Arbcilsmarkt Ver« drängt weraen würden. Dieses Kündigungsverbot ist durch ein« Reihe weiterer Verordnungen, zuletzt bi» zum t. September de« Jahre», verlänger i worden. Die Reichsregterung hofft, diese« Verbot beseitige» z» können, sobald da» Gesetz über den Einstellung«- zwang ,n Kraft lxiit. da« zurzeit in dem Reichsarbeit«- ininisterium vorbereitet wild. Um den Abbau bei Kündigungsverbot« aber schon fetz» vorzubereiten, hat der ReichSarbeiisminister neuer- ding» angeoednel. daß Kündigungen Schwerbeschädigter wirksam sind, wenn ihnen die zuständige Hanptsürsorgestelle der Krieg«- beschädigrentüriorge oder die Stelle, die von der Houptsürsorxe- stelle für die Durchführung des Einstellungszwanges bestimmt ist, zugestimmt hat. Diese Zustimmung mutz erteilt werden, wenn ei» anderer angemesiener Arbeitsplatz für den Schwerbeschädigten ge- sichert ist. Diese Bestimmungen gelten nicht nur für die Zukunft, sondern auch für all« Kündigungen, deren Wirksamkeit bisher durch da« Kündigungsvcrbot ausgeschlossen war. Die Vereinigungen der Kriegebeschädigten sind vor dieser neuen Verordnung gehört worden und haben ihr zugestimmt._ Ms alier Welt. „Und ernähret sie in der Teuerung". Mit dicker Ueberscheift teilt da« in Elberfeld erscheinende evon- gelifche Wochenblatt.Lickt und Leben" folgendes Geschichtchen aus Hannover mit:»Tin Diener Gottes batie vor Jahren die Hilfe Gotle» durch ein Wunder erfahren. Bei allem Flettz und Treu« war dreier Bender mit feiner schwer leidenden Frau und acht unmündigen Kindern in große Not geraten. Das fette ver« trauen zu Sott bewahrt« ihn bor Verzagtheit. Eines Abends in der Zeit der Sntzersten Rot und inneren Anfechtungen machte er einen Rundgong durch die Stobt. In der Nähe des Rathauses aui dem Bürgerfteig sieht er plötzlich einen grohen, silberschuppigen Fiich zappeln, wie er einen solchen noch nie gesehen hatte. Der Bruder machte �ich dabei, denselben mir dem Evazier- stock zu töten, aber vergebltch, er mutzt« erst einen Metzger herbei- rufen, der ihn tötete. An diesem Fische hatte die grotze Familie acht Tage lang zu zehren. Der Bruder erkannte, datz es ein Wunder Gottes in der Rot war. und donkfe Galt dafür. Diese« Srlebnr« kann durch den Bruder, der e» selbst erlebt, hat, beglaubigt werden." Ach. die Glücklichen, die an solchen Traltätchen- Anekdoten sich satt zu lesen vermögen! Briefkasten üer NeKekLüen. Ma. Blu. I. 1. Wegen de» Paste« werden Sie nochmal« beim Be- zirkslommgndo vorstelliq. Di« Amnestie beziebt sich nicht auf bereits ver- bllsic Strafen.-<£■. S. 1887. 1. Die Wil«!chast»!ach-n gehören dem Ehe- mann«, der Lbeia« Nachlatz ihm zur Hästte. zur anderen Hälfte den Eltern. 2. Kinder Ehemann 3. Nach eriolgter Scheidung hat der Mann auf die von der Frau eingebrachten Wirtichnfrssachcci keinen Anspruch. 4. Ladimg vor da« Amtsgericht zum Sübnetermin, ist dleier«rwlglot, beim Landgericht durch einen Rechlsanwalt.— R. 50. Militär- Landgericht durch SM und ftnli ist geicklich Klag»_______________. MWWWW... rente ohne Zuschläge und Zulagen und die Jnpalidenrent«.— 2l. 200. —«S.«. 1. und L. Ja. :tz!ich unznlisfig. WWW 1. Ja. soweit die allgemeinen strafrechtlichen vorichrilten .. WWDW. W. werden. 2. Alle his zum Jnkraftreten de« Milctze« vor- ekvmmenen vergeben dezw. die In der Vorordiiiltlg genannten verbreche. Di« genannte Steuer —«. T. 189.'» nicht ühelschritlen werden. ---' 1 1 1 der vorortnlttlg �nannten verbrechen. IÄ.?.»ein.—' Carolattz IT. Die Witwe kann aus Grund de«§ 1258 der Neichi vcrficherunakordnnng Wilwenrcnle deanfpruchen. Der Antrag ist I«! der LandeSvcisichernngSanftolt zu sicllen. An die BeiufSgenosfen- schast hält« die Witwe dann cwen Anspruch, wenn der Tod mit dem Unfall in ursächlichem Zusammenhang steht.— H.<0. 81. Falls im Mieis- v ertrag. da« Halten von Tieren untersagt ist, kann der Bermieter Ad« schaffimg fordern.— A. Z. 09. 1. Ihr« Mutter mutz bei dem zuständigen Armenvorsteber den Antrag ilcllcn. 2. Ecjehltch nicht. 3. und 4. Ja b. Wuiter und lkstuder haben ebenfalls ülnipuich ans die Üinier- laffenfchait. Zunächst sind aber die veerdigungskosten zu dicken. e. Ja. 7. Ja.»aiv der Stellungnahme der Armeukommpsioi,. etwa 80 M — 383. vrof. Dr. Fricdmann, Meiniäelw. b— 1380 M Ja,«oU. AuSkimstsstelle Vberpvstdiretlian(auch telephonisch). O. v. Fragen Sie leim Magistrat, Abi. Vahlsortbiidungsichulen an.—<£. 00. Unbekannt.— S(. Cdj—iteia. Näheres erteilt Sekretariat mtl. Angelegenhellen. verlin, Ltndenftr. III.— G. L7. Noch nicht.— W. P. 31. Verlag Mohr, Tübingc».— I. 30. Uns undekai'nt, vielleicht genauer durch Herrn Waernicke. Berlin, Zieaelstr. 8.— S. R. Existiert noch nicht. — Dt. Hvsfmanu, Tenpi«,. Zniländig ist da» Potizetvint Ihre« Orte«. —-n Die Oelubtu Theater 1. lt. KöniggrätzerStraße 8 Uhr Musik. (Klara: Maria Orska.) Sonntag und Montag; Musik. Dienstag; D. tünf Frankfurter. Rouißdieiihaus 8; Llselott von der Pfalz. BerllEer Theater t/jg; Die Dame Im Prack. Centrnl-Tiienter Kommandantenstraöe 57. Deutseheo Operuhnns Sonntag, den>7. August: Wledcrerüffnunx 7 uhr: TieHAnd« Frieilr.-Willielnist. Theater �DerheUigeFlorian Kleines Theater. T/, Uhr: Unterm Baume der Erkenntnis Komische Oper ü%; Schwarzwai'Jmädel. Stg. z>/«: SchwarzwaldmSdel. DnatspleUians TV.Uhr: SO eil? NZäSi. Metropol-Theater. 7 u� 20: Oie Fasehliigslee. üfeaes Operettenhtia«. 7v,u.:DleEa!i;e luii! Zirkus. Pslnst-Theater 7>/,uhr: VchiEnite EtIkil Oper. v. R. Dantiger. «chlUer-Thctit. Chnrl. p/, uhr: Alt-Beiöslbprg. Thnlln-TUestcr f/sü.:___ Th.smXoilendorfplatz jv, uhr: Die Pappe. Theater d. Prledrlchstadt 8 Uhr: Unheimliches Souper. Oer gutbczahlie Neumann. Vergeltung. Wer andern eine Grube grübt. Wall» er-Tlicnter PI, Uhr: Resiöenz- Theater. üntergrundb. Klosterstraße, Stadtbahn JannowItzbrOcke. ?«?"S' 220. Male M lere Ledei. Schauspiel von Sudermann. Fugen Burg, Hans! Arnstadt, Olga Limburg, Rosa Valettl, Paul Bild». Sonntag Hihr: Ge»peM«tor. Casino- Theater l.othrlngerstraBe. T8gl,»/,SU.: GroSstadt-Fflanzen Volksstüdt In 3 Akten. Vorher: SchvarzwaldbUble. Opc rettenakt m.Viktor Litzek von der Komischen Oper. Dazu erstklass. SpetialltÜten. TrianoB-Theater. Bhf.FriedrichstT.Ztr.xs»27d!3bl '.'C'S* 34), Male Komödie von Sudermann. Sonntag 4 Uhr: Johsnnlsfeaer. Walhnlla-Theater. 7*/» Uhr; 0 schöne Zeil o selige. Zeit. Kurffirsteadimm 236. Dir.: Siegb. Qoldschnildt. Maria PUroroman In 4 Akten Tlteleolle: Maria Fein Kegle; Emil Jusfltz. Außerdem: Wer uns getraut... Lustspiel in 2 Akten. '1,4 615 8M,r \jxjkJ' HolzmorktätraUo 72 Eiite-Sall jeden Dounerslag, Sonnabend und Sonntag. Intime Rünme. Uacbmoderae Ballmusik Tanzlcltung Max Badecke Anfarfg: wochentags 7"», Sonntags 4». VülksMhce �.owp.: 7'/.u. JerRahrelsen. i.«HHlnc-Thcster Sommerspielz: H. Sternberg Gastspiel Guido Thielscher: 8 Uhr: Charlcys Tanto. Dontnehen Itttnotler- Theater. Allabendlich 8 Uhr; Max Adalbert in: Die Rntschhahn. luisen-Theater. V/i?'/z Der verflossene Reßdorf. Sonntag 3 Uhr; Der Leiermann und«ein Pflegekind.__ Rose-Theater. T»/,: Die Frau des Debütanten. 7>(, Uhr Oartenbühne: Das sieht sieh jeder an. Vorher Konzert u. Spezialität. SerUner trater 7/9 Raftanieiicß« 7/9: Msptun's BunifRelfaiirt. SrftNnsslge» Oactetb. SlcT" tttflll�: Bßil* Anfang Vi, Uhr. BciclishallEn Dönhoff Brettl Reue« Programm l Ansang isohnL a ll�r. senäudurg Andreasatr. 64. FreierRivgkMp!? Winzer/Paradanoif. Ferner ringen: Siange/Heider, Dougln,/ Gametta, Schikat/ Zum- busch.— Pilmprogramm i Prinzeß Tatjana. Harry Hlges. Möbel Beis8r9 Lothringer Straße 07 liefert gegen bar und T etlzah lu ng zu mäßigen Preisen Bürs«rllefas Wohnzimmer, Schlarzintmcr, Spelnezlntmer, Herne nai ratner in groBor Auswahl. Heutet l ö. MimUM. Sonnabend, 16- 8., Sonntag. 17.8, und Montag. IS. 8.. 8 llhr: Twengemlllb» In 4 Bildern um Krank Wedeiwd. �anpfbaeffeOet: Maria O cslo, Iahanna Zimmermann, Srieba Richard, e-.iullr Rucj, ftertmanb oon Alten. Bein.;(Sttebo, Slutt Ratsch, Bruno Sichgrßn, Hugo Bann. Boconjrlg« t vfenstaz, 19.8.: V aeanjeig«> Die fünf Frankfurter. Voigt-Theater Badstras:- 68. P/, llhr: Borher: Variet�-Vorstellune. Sräffmrn® 8 Uhr, Ansang 6 Uhr. 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