r. 198. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Oesterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonntag, den 26. August 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Varteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Der Dresdner ErpressungsProjek. n Es ist von jeher schon Brauch gewesen bei den Juristen, gewiesen hat. Indeß geht unseres Erachtens der Gerichtsho unter einige dehnbare Paragraphen des Strafgesetzbuches noch zu weit, wenn er in seiner Begründung alle Kriterien allerhand Dinge zu bringen, die man gerne strafbar der Erpressung mit Ausnahme der Verschaffung eines Vermachen möchte, deren Straf barkeit aber nicht in be- mögensvortheils für sich oder Dritte, in der Handlungsweise Als im Jahre 1878 der bekannte Weihnachtsbrief des stimmten Paragraphen ausgesprochen war. Verdankt man der Angeklagten findet. Es fehlt auch, wie der Vertheidiger damaligen Reichskanzlers die Schutzzollära in Deutschland doch diesem schönen Brauch den juristischen Merkvers: Was richtig hervorhob, noch das Element der Einschüchterung. eingeleitet hatte, als Bundesrath und Reichstag in schönem man nicht definiren kann, sieht man als groben Unfug an". Es kann doch unmöglich als Einschüchterung gelten, Einverständnisse alle erdenklichen Gegenstände mit Zöllen Als nun neuerdings in Kreisen, die sich zu einer staats- wenn der eine verhandelnde Theil die Fortdauer des be= belegten zur Hebung der einheimischen Industrie und Land- erhaltenden Thätigkeit besonders berufen glauben, immer stehenden Zustandes, also des Abbruchs aller geschäftlichen wirthschaft und zur Füllung der Reichstaffe, als die Begeisterung eifriger dafür gewirkt wurde, daß der Sozialdemokratie Ein- Beziehungen, ankündigt, falls seine Bedingungen nicht anfür den Schutzzoll zum Range eines patriotischen Gefühls halt gethan werden müsse, wäre es ein Wunder gewesen, genommen werden. Durch die Ankündigung der Fortdauer des erhoben worden war, wurden die" Bollkuriositäten" eine wenn die amtirenden Staatsanwälte sich völlig solchen Nichtverkehrs kann jemand weder eingeschüchtert noch bestehende Rubrik in den Zeitungen. Die Fälle mehrten sich patriotischen Regungen entzogen hätten. Sie wurden um so droht werden. in unbequemer Weise, daß Gegenstände auf grund mehr dazu augetrieben, im Interesse der Staatserhaltung Dieser sogenannte Erpressungsversuch" war nicht nur, der verwunderlichsten Fiktionen von einem findigen ihren Scharfsinn zur Erkennung der Strafbarkeit sozial wie selbst der Gerichtshof anerkannte, ein Messer ohne Klinge, Zollbeamten unter eine Zollrubrik gebracht wurden, demokratischer Agitation aufzubieten, als von Seiten aller sondern sogar ein Messer ohne Klinge, dem die die Ansehung eines höheren Bollsatzes er ordnungsliebenden Parteien stets und ständig gepredigt das Heft fehlt. Nur jenem vorhin charakterisirten falschen patriotischen möglichte: Eßwaaren mußten als„ Puppen" verzollt werden, wurde, daß der bedauerliche Mangel eines Sozialistengesebes weil sie mit irgend welchem Bierrath versehen waren; befand die sorgfältige Ausmuzung des ordentlichen Rechts zur Pflichteifer, nur der ständigen Aufhebung der Ordnungs sich an der Verpackung eines Gegenstandes irgend ein Niederhaltung der Umsturzmänner und ihrer Bestrebungen presse zur schärferen Anwendung des Strafgesetzbuches Metallbeschlag, so wurde auf Metallwaare diagnostizirt ihnen zur Pflicht mache. Der„ grobe Unfug"-Paragraph gegen die Sozialdemokratie ist es zuzuschreiben, daß die u. dergl. mehr. Aus Patriotismus und Diensteifer fühlten hat denn auch dem Kampf gegen die Sozialdemokratie Staatsanwaltschaft sich so vergreifen konnte. Lag doch in fich viele Zollbeamte angeftachelt, allen Scharfsinn an manche neue Anwendung zu danken. Wir erinnern nur dem Schlußworte des öffentlichen Anklägers das Zuzuwenden, um durch solche künstliche Interpretationen den daran, daß verschiedenerorts die Verrufserklärung irgend geständniß, daß er Werth auf die Anklage lege, nicht um Zolltarif im Einzelfalle zu korrigiren. einer Brauerei oder eines Schanklokals den Sozialdemo- die angebliche individuelle Missethat zu treffen, sondern Die Sache war zwar recht läftig für die Betroffenen, fraten als grober Unfug" angerechnet wurde, während noch weil er glaubte, darin ein Mittel zur Hintertreibung des die entweder sich der unerwarteten Schröpfung zu fügen niemals irgend etwas davon laut geworden ist, daß irgendwo Boykotts gefunden zu haben. hatten, oder den umständlichen und kostspieligen Weg der Polizei oder Staatsanwaltschaft die Verrufserklärung sozial- Aber noch ein besonders häßlicher Zug haftet dieser Beschwerde betreten mußten. Sie wurde in der Deffentlich- demokratischer Wirthschaften durch Behörden und Unter- ungerechtfertigten Strafverfolgung an: die unnöthige Unterfeit aber mehr von der heiteren Seite behandelt und vom nehmer, oder gar die weit schlimmere und persönlich ver- suchungshaft des erkrankten Genossen Eichhorn. Unnöthig Volte mit der sprichwörtlichen Geduld ertragen, die man in derblichere Verrufserklärung bestimmter Personen durch deshalb, weil die Verhandlungen sonnenklar erwiesen. daß von einer Verdunkelung des That Deutschland von jeher gegenüber den Extravaganzen der schwarze Listen als groben Unfug" zur Bestrafung zu haben, Beamtenschaft bewahrt hat. bringen versucht haben. Man kann nicht deutlicher den bestandes nicht die Rede sein konnte, da der Anden gauzen voll der Anklagebehörde Wenn wir diese Erinnerung hier auffrischen, so ge- Beweis erbringen, daß falsch verstandener Patriotismus geklagte mittelten Thatbestand unumwunden zugegeben hatte, und schieht das, weil in unserem Rechtsleben unerfreuliche Er- da wir persönliche Gehässigkeit doch nicht annehmen können scheinungen zu Tage treten, die auf ähnliche Regungen die betreffenden Staatshüter zu der ganz einseitigen An- da die Freisprechung nicht auf grund der Ermittelung eines patriotischen Diensteifers bei den ausführenden Be- wendung eines Strafgesetz- Paragraphen veranlaßt hat. neuer Thatsachen, sondern lediglich auf grund juristischer amten zurückzuführen sind. Sie glauben sich verpflichtet und Aehnlich verhält es sich auch mit dem Dresdner Er- Erwägungen erfolgte, auf die die Staatsanwaltschaft genau berechtigt, das Strafgesetzbuch durch künstliche Inter- pressungs- Prozeß, der Erstaunen und Unwillen überall dort so gut hätte kommen können, wie später der Gerichtshof. pretationen zu forrigiren, um den Staat vor hervorgerufen hat, wo das Rechtsgefühl nicht durch jenen Doppelt das Gerechtigkeitsgefühl verlegend war aber die der Umsturzgefahr durch die Sozialdemokratie zu falschen Patriotismus betäubt worden ist. Wir haben die Untersuchungshaft, weil sie trotz der ärzlichen Verordnung retten. Ein wesentlicher Unterschied zwischen derartigen Vorbereitungsstadien des Prozesses bereits in einem Leit- für den erkrankten Eichhorn verlängert wurde auf Wochen, Korrekturen und den Zolltarifforrekturen ist nur der, daß artikel besprochen und freuen uns, daß der Gerichtshof unserer um einem Zeugen, dem Rechtsanwalt Gerlach, eine mehrwer den neueren Auslegungen des Strafgesetzbuches zum Hoffnung gemäß dem staatsanwaltschaftlichen Versuch, die Ver- wöchige Erholung in Tyrol zu ermöglichen. Opfer fällt, weit herber darunter zu leiden hat, als wer handlungen wegen Aufhebung des Boykotts den Genossen Findeinen etwas höheren Zolljazz zahlen muß. eisen und Eichhorn als Erpressung auszulegen, zurückFeuillefont. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. er Und von diesem Rechtsanwalt Gerlach, oder doch unter seinem Mitwissen von einem Mensch, mit ungewohnten Sitten, ausländischen Gebräuchen, Tod, und Ammon hing ihre Leiber zur Warnung für und in der heidnischen wilden Sprache besser erfahren, denn andere an den Fichten auf, neben welchen der Eingang in in der vaterländischen. Als ein schmucker Bursche war er den Wald führte. Nun floh ihn und seinen Aufenthalt, von dannen gezogen, und ein wilder rauher Greis kam was in der Umgegend lebte, Regina ausgenommen, die 123 er heim, mit der Röthe eines heißen Himmelsstrichs auf das Geheimniß gefunden hatte, sich die gutmüthige Theilden benarbten Wangen, und mit geschornem Kopfe, aus nahme des verwilderten Greises zu gewinnen, inden ste welchem nur sparsam die Stoppelspitzen des weißen starren seinem polternden Wesen Gleichgiltigkeit entgegensetzte, seinen Haares wieder herauskeimten. Der Herr von Dürningen Erzählungen ihr aufmerksames Ohr nicht entzog, und ihn hatte Erbarmen mit dem alten Landstreicher und setzte ihn auf jede Weise in Schuh nahm, wenn nachbarliche Zungen in den Wald als Forst- und Wildhüter. Er hatte just die fromme Mutter vor dem alten Knechte warnten, der zu Von diesem Könige, im Verlauf mancher Jahre, nach Afrika den Diener in sein Haus geführt und ihm die Zahl der keiner Messe ging, und den geselligen Verkehr mied, wie die Nach wie vor fand das Fräulein seines Tages gesendet, um ein Gespann von Leuen zu erhandeln und nach Rehe angegeben, als fein Stündlein schlug. Aimmon schwur Sünde. Spanien zu bringen als eine Zierde der königlichen Gärten; dem unbekannten Thäter und seinem Gelichter unversöhn- Freude auf dem stillen Waldplate, und war eines Morfam's ihm plötzlich ein, daß es doch besser sei, umher zu liche Rache, und hielt sein Wort. Mit der gräßlichsten gens, wie gewöhnlich, beschäftigt, einen Kranz von Wiesenschweifen wie der freie Löwe, statt wieder in den goldenen Strenge ging er zu Werke; die Holzdiebe peitschte er zum blumen zu flechten, als der Schall mehrerer menschlichen Käfig zu kriechen. Ohne sich zu besinnen, suchte er den Sterben; die auf's Wild lauernden Räuber ereilte er wie Stimmen unter den Baumgewölben vernehmbar wurde Stimmen, die sich anriefen, und Verirrten, des Weges Weg zum gelobten Lande, wo der Herr gewandert ist in der Tod, und ehe sie sich's versahen, saß ihnen auch schon Menschengestalt. Ein widriges Geschick verfolgte ihn in der Tod im Herzen, den der wilde Ammon aus einer trag Unkundigen zu gehören schienen. Ammon," sagte Reg na Palästina, und nackt wie ein Bettler schiffte er, von einem baren Donnnerbüchse, die er selbst verfertigt hatte, schleuderte, zu dem Alten, der, univeit von ihr, ein Jägernet ausmitleidigen Schiffer aufgenommen, über's Meer, zurückge- ohne nur einmal seines Biels zu verfehlen. Diese Sicher befferte:" Geh doch hin und weise die Leute zurecht." denkend nach der Heimath. Stürme verschlugen das Fahr- heit im Schuß und der Umstand, daß ihn nimmer ein„ Ei, was!" brummte der Forstwart entgegen:" Haben zeug an die Küften des griechischen Kaiserthums, und ein Bolzen getroffen, von denen, die man oft aus Busch und sie sich hereingefunden, mögen sie auch sehen, wie sie wieder Seeräuber von dem tapferen muhamedanischen Volke, das Dickicht meuchlings gegen ihn versandte, schreckte die Böse- hinauskommen. Führt sie der Weg hierher, dann will ich Die letzten Worte bes schon beinahe ganz Griechenland unterjocht hatte, fing es wichter schon, die auf übernatürliche Künste zu schließen ihnen schon den Weg weifen." auf mit Mann und Maus. Wieder manches Jahr ver- gern bereit sind. Bald theilte das ganze Landvolk, um und gleitete er mit einer sehr nachdrücklichen Geberde, die auf lebte Ammon unter den Zelten der Sarazenen, und be- um, diese Meinung. Ammon ging nie zur Kirche, wurde keinen guten Empfang der ungeladenen Gäste schließen Regina warf ihm seine Unverträglichkeit vor, gehrte, an dem wilden Leben Freude findend, schier nimmer nie betend gesehen, und zeigte sich immer so finster und ließ. von ihnen weg, als nach einer schweren Krankheit plöglich verschlossen, daß jedermann schwur, er stehe mit dem Gott und verbot ihm ernsthaft jede Gewaltthat, insofern die ihn das Heimweh überfiel, das schon Manchen in seibeinns im Patt. Dieser Glaube schien nicht ohne Grund Verirrten hierher gerathen und nach dem Wege fragen der Fremde den Garaus gespielt hat. Da trieb es ihn zu sein, da Ammon häufig bei Nachtzeit in Wald und sollten. Sie hatte taum ausgeredet, als sich schon am Einfort auf nackten Sohlen und in die Lumpen des Elends Moor herumlief, Ottern suchte, und ihr Fett zu gewissen gange des Plates ein Mann zeigte, welchem ein Frauengehüllt, durch die Wildnisse und Moräste der Bulgarei, Salben bereitete, und seine Hütte offen stehen ließ, ohne bild folgte, und ein anderer Mann, der einige Gäule nach ohne Säumen, ohne Ruhe, bis er die Länder erreicht hatte, Furcht. Einige Wagehälse hatten zwar einmal den Augen- sich durch den Wald zog. Ach! wie ging in Reginens wo man weder den Propheten anruft, noch auf griechische blick benüßen wollen, da der Alte nicht zu Hause war, um Seele die Erinnerung an den letzten Osterabend auf, den Weise das Kreuz macht. So tam er endlich an in der dasselbe zu berauben oder in Asche zu legen, allein sie fanden sie in Frankfurt zugebracht. Denn der junge Mann, der Gegend, wo er geboren worden, ein fremder, unbekannter in einer ungeheuren Wolfsfalle auf spißigen Pfählen den so bescheiden sich nahte, um nach der rechten Straße zu Das ist eine der widerlichsten Erscheinungen in unserer an widerlichen Erscheinungen im Klassenkampfe so überaus reichen Zeit. Doch Verfolgungen und Leiden, die ihnen bald unter, bald ohne Beachtung der Rechtsformen angethan werden, sind unsere Genossen gewohnt, und wenn etwas, kann auch Eichhorn das Bewußtsein trösten, daß für unsere gemein same Sache das Wort gilt: Durch Verfolgungen und Leiden zu Sieg und Macht! Politische Ueberlicht. folgendermaßen: Einwand anhängt: " anderen Aufsichtsraths Mitgliede derf Daraus folgert unter Hinweis auf die Reichstagsverhand-[ Verlauf der der Selbstanzeige des Reichstagss Waldschlößchen- Brauerei ist die Denun- lungen, die zur Annahme dieses Paragraphen führten, das offi- Abgeordneten Stadthagen. Bekanntlich war Reichstagssiation ausgegangen, die unsern tranten ziöse Blatt, das Reich sichere nur den Wahlberechtigten Abgeordneter Stadthagen durch Urtheil des aus 4 ReichsGenossen Eichhorn unschuldig ins Gefäng- das Versammlungsrecht zu. Deshalb habe jeder Einzelstaat gerichtsräthen und 3 Rechtsanwälten bestehendem Ehrenniß brachte! das Recht, allen anderen Lenten dieses Recht zu nehmen. gerichtshof zu Leipzig aus der Rechtsanwaltschaft im NoZugegeben, daß mit einiger Wortklauberei man eine solche vember 1892 ausgeschlossen. Im Urtheil war zur BegrünDeutelung des Reichsgesehes fertigbringt. Daß der Offiziosus dung angeführt Stadthagen habe, wie dies seine Zugeständdem Geiste seiner Interpretation nicht traut, beweist er ja nisse ergaben, die Berufsrichter und insbesondere die höheren dadurch, daß er die Sache nicht auf reichsgesetzlichem Wege, Richter durchschnittlich des Streberthums und der Abhängigsondern durch den reaktionären preußischen Landtag geregelt feit gegenüber der Staatsregierung bezichtigt. Wenn er wissen will. Schmachvoll ist es für Deutschland, daß eine diese Bezichtigung in einem für eine größere Volksmenge solche unwürdige Hintertreppenpolitik überhaupt von einem bestimmten Vortrage vorbrachte, so verlegte er damit die angeblich von der Reichsregierung beeinflußten Blatt besonderen Pflichten seines Berufes. Er mußte berückempfohlen werden kann. sichtigen, daß er den Stand herabwürdigte, mit welchem er als Organ der Rechtspflege zusammenzuwirken berufen war Gegen das allgemeine Wahlrecht in den Gemeinden und mußte sich sagen, daß er durch solche Herabwendet sich die Freisinnige Zeitung" in einem Artikel, der würdigung ein ferneres erfolgreiches Zusammen sich mit" Programmerläuterungen" befaßt. Richter's Gegen wirken vereitelte." Berlin, den 24. August. Als fernerer Ausschließungsgrund Unser Parteitag bereitet dem„ Berliner Börsen- gründe sind: das Fluttuiren der Arbeiterbevölkerung und war angeführt, daß Stadthagen Herrn Brausewetter und Unser Parteitag bereitet dem„ Berliner Börsen der Grundsay, daß das Wahlrecht an eine steuerliche Gegen- deffen Beisiger als Richter wiederholt abgelehnt und da= Courier schwere Sorgen. Seine Betrachtungen schließt er leistung geknüpft sein müsse. Nur ein frostiger Verlegen durch seine Pflicht anderen Organen der Justiz gegenüber Im übrigen fällt es auf, daß in der Bekanntmachung des heitsscherz ist es, wenn der Freisinnsführer dem noch den verlegt habe. Endlich aber hatte der Ehrengerichtshof den aus der Anwaltschaft endlich herausgedrängelten Genoffen „ Die Anwendung des Reichs- Wahlrechts würde auch in kleinen Landgemeinden mit ungleichartigen Besitzverhältnissen dazu führen, den Vorwurf nachgeschleudert, der nicht einmal Gegenstand daß einzelne Großgrundbesißer durch ihre Knechte und sonstige der Anklage gewesen war, er habe bewußt Gebühren von ihnen abhängige Leute die ganze Gemeindeverwaltung be- überhoben. Stadthagen stellte sofort, als er das Erkenntniß des Ehrengerichtshofs erhielt, das diesen neuen Vorwurf herrschen." enthielt, bei der Staatsanwaltschaft den Antrag, ihn wegen strafbarer Gebührenüberhebung(§ 352 des Strafgesetzbuchs) zur strafrechtlichen Verantwortung zu ziehen. Staatsanwaltschaft und Oberstaatsanwaltschaft lehnten ein Einschreiten ab, weil Stadthagen Abgeordneter war und die Staatsanwaltschaft die Genehmigung, ihn zu verfolgen, nicht nachsuchen wolle. Da auch eine beim Justizminister erhobene Beschwerde resultatlos blieb, beantragte Stadts hagen, um die sonst eingetretene Verjährung der Strafthat" zu verhüten, die Genehmigung zur Strafverfolgung der Staatsanwaltschaft auch ohne deren Antrag zu ertheilen. Diese Genehmigung wurde bekanntlich vom Reichstag Eude April 1893 einstimmig ertheilt. Die Verjährung wurde sodann noch rechtzeitig durch richterliche Handlungen etwa 2 Wochen vor Ablauf der Verjährungsfrist unterbrochen. Aus dem Stadium staatsanwaltschaftlicher Ermittelungen kam die Sache jedoch nicht heraus. Gestern ist nun Stadthagen von der Staatsanwaltschaft der Bescheid zugegangen: Parteivorstandes sich dieses Mal die Bemerkung findet, daß von Parteigenossen einzubringende Anträge die Unterschrift des Vertrauensmannes tragen müffen, während in dem 1890 zu Salle angenommenen und seitdem nicht abgeänderten Statut ausdrücklich das Recht der Stellung von Anträgen jedem Parteigenossen ohne Einschränkung zugesprochen wurde. Fürchtet die Parteileitung etwa Ueberraschungen? " V Auf SS. 241, 242 und 272 des Protokolles des Parteitages zu Kölu würde der Börsen- Courier" Beruhigung über seine Sorgen erhalten. Der betr. Beschluß des Partei tages lautet nämlich: Der Parteitag möge beschließen, daß Anträge, welche in Zukunft von einzelnen Genossen an den Parteitag gestellt werden, nur dann entsprechend den Bestimmungen der§§ 8, 2 und 12, 2 des Organisationsstatuts auf die Tages- Ordnung gestellt werden können, wenn sie neben der Unterschrift des Antragstellers auch noch die Beglaubigung des Vertrauensmannes über die Parteizugehörigkeit des Antragstellers enthalten. Wenn sich über einen so vernünftigen Beschluß die Bourgeoisblätter wundern, so ist dies ein Beweis, daß sie Nörgler von Beruf sind. Daß eine Partei Mittel haben muß, ihre Angehörigen von Gegnern zu unterscheiden, versteht sich für jeden Verständigen von selbst. Die National- Zeitung" widmet heute dem Parteitage einen Leitartikel, der selbstverständlich eine ganze Reihe von Unrichtigkeiten enthält; so schreibt das Blatt, die bayerischen Parteiführer haben ihre Anwesenheit zugesagt". Dies ist nicht geschehen, weil es sich von selbst versteht, daß unsere bayerischen Genossen ihre Parteipflicht erfüllen werden, die Abwesenheit im vorigen Jahre dagegen war zu begründen und ist begründet worden. Bemerkenswerth au dem Artikel ist einzig das Zugeständniß, daß die Sozialdemokratie den Höhepunkt nicht überschritten habe. Herr v. Bennigsen hat sich unlängst bekanntlich in entgegengeseztem Sinne geäußert. Nun macht der große Staatsmann der nationalliberalen Partei die betrübende Erfahrung, daß eines der wichtigsten Organe seiner Partei seinen Aeußerungen gar teine Bedeutung beimißt. Um die weitere Verkümmerung des Wahlrechtes in Preußen zu ermöglichen, giebt sich die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" alle mögliche Mühe, nachzuweisen, daß die Bestimmungen des Reichswahlgesetzes dem nicht im Wege stehen. Das betreffende Paragraph lautet: Die Wahlberechtigten haben das Recht, zum Be trieb der den Reichstag betreffenden Wahlangelegenheiten Vereine zubilden und in geschlossenen Räumen unbewaffnet öffentliche Versammlungen zu veranstalten." Darauf wollten wir es ruhig ankommen lassen. Aber hauptsächlich komme doch die Stärke in Frage. Und da ist es sehr bezeichnend, daß der freisinnige Volksmann in seinem Programm noch nicht einmal eine Silbe über die Aufhebung des Dreiklassenwahlsystems verliert. Nur in der Besprechung wird gesagt, daß die Partei nie da für sich ausgesprochen habe. Weshalb denn aber nicht im Programm die Aufhebung fordern? Nun die Antwort ist klar: Darauf beruht die Freisinnsherrschaft in Berlin und den großen Städten. An der Frage des Kommunalwahlrechts zeigt sich die ganze Engherzigkeit dieser Bourgeoispartei. Erträgnisse der Börsenstener. Für die Umsatz- und die Effektensteuern in den Monaten April bis Juli 1894 ergeben sich folgende Ziffern: Umsatzsteuer: Effektenstempel: April. Mai Juni Juli 1894 Mark 1893 Mart 1894 Mart 760 715 852 335 807 698 • 1 145 353 760 482 814 101 1893 Mark 306 594 329 982 . 1 003 862 616 986 904 213 947 813 674 044 249 165 520 122 295 283 " In der auf Ihre Selbstanzeige vom 22. Dezember 1892 gegen Sie wegen Vergehens gegen§ 352 R.-St.-G. ein Demnach hat das Erträgniß der Börsensteuer gegen das Bor- geleiteten Untersuchungsfache sehe ich Sie hiermit in Rennt jahr zugenommen, dagegen hat die Zahl und Größe der Börsen- niß, daß ich nach Prüfung des Sachverhalts geschäfte sehr stark abgenommen, da bei gleicher Geschäftsstärke mich nicht veranlaßt finden kann, gegen Sie Die wegen Gebührenüberhebung strafrechtlich das Steuererträgniß ein bedeutend höheres sein müßte. Stadthagen hat gegen diesen Organe der Börse jammern hierüber und schieben alle Schuld einzuschreiten." Börse braucht aber nicht wesentlich durch die Erhöhung der Anklage gegen ihn erhoben werde, denn, wenn er auch keines der Börsensteuer zu. Das Zurückgehen der Geschäfte an der Bescheid Beschwerde erhoben. Er verlangt, daß öffentliche Börsenstener veranlaßt zu sein, es fann im engen Zusammen- wegs sich einer Gebührenüberhebung schuldig gemacht habe, hang mit der schweren wirthschaftlichen Krise stehen. so müsse die Erhebung des dahingehenden Vorwurfs in Die konservative Korrespondenz will der national- dem Erkenntniß des Ehrengerichtshofs hinreichenden Grund liberalen in Berleumdung der Sozialdemokratie den Rang zur Strafverfolgung für die Staatsanwaltschaft ablaufen. Heute bringt die Kreuz- Zeitung" aus der„ Kon- abgeben. Ihm liege daran, durch eine öffentliche ſervativen Korrespondenz" einige ebenso unanständige wie Verhandlung klar zu stellen, ob der in dem Erkenntniß unwahre Bemerkungen über eine Agitationsreise Liebknecht's. gegen ihn erhobene Vorwurf strafbarer Gebührenüberhebung Nun ist Genosse Liebknecht gar nicht auf einer Agitations- ein so unbegründeter sei, daß unmöglich ein auch nur halb= reise begriffen. Er hat seine Ferien, die er zum Theil in wegs unparteiischer Richter ihn habe erheben können, ohne Württemberg verlebt hat, blos unterbrochen, um in Stutts daß außerhalb seiner Pflicht liegende Gründe ihn zur Auf gart einen Vortrag zu halten. Daß er dort die Anarchisten stellung einer derartig gleich unwahren wie verlegenden Be aufs energischste abführte, ist den Nährvätern der Liberalen, hauptung veranlaßten. wie Konservativen Korrespondenz gleich unangenehm. Was sich ein Pindter bieten lassen muß. Die Hamburger Nachrichten" bezeichnen die von dem Newfragen, war sie wußte es ganz gewiß der anmuthige Der schlanke Leib, sonst in Geberden und Bewegung zwang- Porter Sun" Herrn Geheimen Kommissionsrath Pindter Junker, der sie damals mit seinen Scherzen unterhalten, los frei sich regend, nahm die Stellung einer prüfenden, in den Mund gelegten Aeußerungen ebenfalls als Erfindung, der sie eine Königin genannt, und der erste Mann gewesen, mißbilligenden Herrin an, und ihr Blick wandte sich halb fügen aber zur besonderen Entkräftung hinzu, der frühere der wohlthuend ihren Reizen vor Aller Augen Gerechtigkeit verlegen gegen Ammon, in dessen Gesichte sie jedoch zu ihrer Reichskanzler habe Herrn Bindter kaum persönlich gekannt hatte widerfahren lassen. Der ernsthafte Ausgang jenes Verwunderung keine finstere Verwirrung, sondern eine wohl- und ihn überhaupt nur ein, höchstens zwei Mal im Leben fröhlich begonnenen Ostermahls hatte ihre jugendliche gefällige, seltene Heiterkeit wahrnahm. Sprecht doch mein gesehen".Brust mit Bewunderung für den fühnen Jüngling erfüllt, Urtheil," sagte hierauf Dagobert schmeichelnd, und führte Der Schluß des englischen Parlaments ist heute der die unverletzlichen Menschenrechte muthig vertheidigte Esther dem Fräulein entgegen:" Seht, holdes Fräulein, erfolgt. Aus der Thron rede theilt das offiziöse Telegraphen gegen den schnöden Vorwurf, und dann und wann dieses seltue Geschöpf und gesteht, daß selbst unter dieser bureau seiner üblen Gepflogenheit gemäß nur den auf die war des Jünglings Bild noch wiedergekehrt vor ihre niedern Hülle eine Blüthe verborgen ist, die mit den auswärtige Politif bezüglichen Theil mit. Es heißt da Seele, und hatte immer den Wunsch im Gefolge gehabt, schönsten Eures stillen Reichs den Wettstreit beginnen kann, zunächst in der stereotypen Redensart, die Beziehungen zu ihn einst wieder zu sehen, ihn bald wieder zu Eure Majestät, wie sich's gebührt, ausgenommen."-ben auswärtigen Mächten seien fortgesezt freundschaftliche " fehen; nicht im Ernst eines schon gefesselten Standes Das Fräulein mußte über diese scherzhafte Schmeichelei und friedliche, doch sei es bedauerlich, daß die verschiedenen und Alters, sondern noch im Schmuck, in der fröhlichen lächeln, und schon ließ ihre angeborene Fröhlichkeit die Fragen betreffs Afrikas zwischen England und FrankFreiheit jugendlichen Lebens. Plötzlich nun war dieser Larve der gezwungenen Bedenklichkeit sinken. Esther, die reich noch nicht hätten geregelt werden können. Die Re Wunsch erfüllt worden, und Regina, davon überrascht, es deutlicher fühlte, was in dem Busens Reginens, der kaum gierung wünsche deren unverzügliche Erledigung und zögerte nicht, ein harmloses Kind der Natur, dem Ankömm- entwickelten Jungfrau, vorging, schwieg, ergeben in ihr führe zu diesem Zweck freundschaftliche Verhandlungen. ling entgegen zu eilen, ihn zu begrüßen, seine Hand zu Schicksal und senkte erwartungsvoll die schöne Wimper über Die Lage in Siam beschäftige noch ernstlich die schütteln wie ein Mann und ihm das Anerbieten zu machen, das schönere Augen. Aufmerksamkeit der Regierung. Die Wohlfahrt eines ihn zu ihrer Mutter zu führen, die erfreut sein würde ihn Regina, zweifelnd, zögernd, nachgebend und dennoch Landes, 100 britische Handels- Interessen so überzu sehen. Dagobert, wohlthätig überrascht von diesem widerstrebend, ließ sich in abgebrochenen Worten ver wiegend seien, könne der britischen Regierung nicht gleichEmpfang, den er in diesen Wäldern nicht erwartet hatte, nehmen. Sie äußerte, es falle ihr schiver, vor ihrer lieben giltig sein. Hoffentlich würden die aus dem Vertrage warf einen forschenden Blick um sich her, und sprach zu Mutter ein Geheimniß zu haben, ob sie gleich im selben zwischen Frankreich und Siam entstehenden Fragen bald Reginen:„ Mein gutes Fräulein! Es ist als ob mich Gott Augenblicke zugab, es sei nichts leichteres, als das Geheim- endgiltig geregelt werden. Der Ausbruch des Krieges hierher geführt hätte, in diesen traulichstillen Wald und in niß zu bewahren, weil die Frau von Dürning nimmer zwischen China und Japan sei bedauerlich. Die Eure Nähe. Ihr befehlt als Herrin hier, und so Ihr diesen Platz besuche. Aber ihre Bedenklichkeiten beschränkten Regierung habe, nachdem sie mit Rußland und den anderen wolltet, könntet Ihr mir größere Huld verleihen, als ich sich endlich darauf, daß sie nicht wisse, ob es nicht eine Mächten bemüht gewesen sei, die Feindseligkeiten zu ver Euch je vergelten könnte. Wir sind seit Mitternacht ge- Sünde sei, eine Jüdin heimlich zu hegen, und ob Ammon hindern, Schritte zur Beobachtung strikter Neutralität ritten aufs Geradewohl in die Welt hinein, verfolgt von sich bewegen lassen würde, die Ungläubige in seinem Hause gethau. Die Thronrede kündigt dann den Abschluß des Ungewitter und gefährlichen Menschen, die es auf dieser aufzunehmen. Dagobert bekämpfte den ersten Theil dieses Handelsvertrages mit Japan an und bedauert die durch Jungfrau Leben abgesehen hatten. Die Nuglückliche hat Vorwandes mit der Betheuerung, Esther verlange nichts die Flottenvermehrung zum Schuße des Reiches nothwendig jedoch kein Obdach für die erste Zeit, und heilige Pflichten Sehnlicheres, als eine Chriftin zu werden, und Ammon gewordene Steuererhöhung. Ueber die innere Politik er rufen mich auf mehrere Tage von ihrer Seite. Wäret Ihr stellte seinerseits Reginen völlig sicher." Mir ist gleich", fahren wir nur, die allgemeine Ruhe sei in Irland aufwohl geneigt, meine liebliche Königin, in deren duftigen sprach er:„ ob's ein Türke, ein Heide, oder ein Jude ist, der recht erhalten, aber gewisse soziale und administrative Wald und Blumenreiche wir angekommen sind, eine kurze unter meinem Dache haust, so Ihr's befehlt, mein Fräulein. Schwierigkeiten beständen noch. Ueber die Oberhausfrage Zeit hindurch dies edle, souder Verschulden ins Elend ge- Gott ist überall, und getauft oder nicht getauft- Gottes hat sich die Regierung vorsichtig ausgeschwiegen. Sie wird rathene Mädchen in diesem stillen Hause verborgen zu Somne bescheint uns überall, und dem Heiden wachsen so aber nicht umhin können, in der Herbstsession recht deutlich halten vor jedermann, die Mutter selbst nicht aus gut seine Saaten, als dem Christen; und des Christen Feld ihre Absichten fund zu thun. Keinesfalls steht das Kabinet genommen, weil die Jungfrau hier noch keine Christin zerschlägt der Hagel eben so gut, als des Ungläubigen Korn. fefter auf seinen Füßen, als zu Beginn dieser Seffion. ist, sondern sich erst vorbereiten will, zum heiligen Bunde Sagt, ob Ihr wollt, Fräulein, und mehr bedarf es nicht." Wenn es nicht den Muth hat, in sozialen und politischen zu treten? Eine furze Frist nur, dann forge ich ferner Und da Regine einen neuen, wohlwollendern Blick auf Fragen mehr Entschiedenheit zu zeigen, wird es die nächste für Esther's Geschick;... den alten Mann dort, wenn die schöne Fremde warf, und sich nicht verhehlen konnte, Session kaum überstehen. er ihr verschwiegener Hüter sein wollte, würde ich lohnen, daß fie eben so schön sei und rein in ihren Zügen, als wie ein Fürst nur kann, und Euch ewig dankbar sein, wie das kunstreiche Marienbild im Edelhofe;- als endlich mein Fräulein!" Esther ihre Augen aufschloß, das Fräulein in den ganzen Es wallte in Reginen's Busen die Begierde auf, dem Bauber dieser Paradiesessterne sehen ließ, und mit der bewunderten jungen Manne einen Dienst zu leisten, und es schmelzend weichen Stimme, der nichts widerstehen konnte, schmeichelte nicht wenig ihrer kleinen Gitelfeit, hier, ganz die Worte sprach:" Verstoßt mich nicht, gute, edle Jung im Stillen, eine Handlung der Oberherrschaft auszuüben. frau, und vergelten wird's Euch der hochgepriesene Gott, Ihr Auge verweilte indessen forschend und ernst auf Esther's und meines Vaters Segen, und meines edlen Freundes Angesicht, und je reizender ihr dieses vorkam, je deutlicher Dankbarkeit!" Da hätte Regina nicht das gefühlvolle, wurde ihr ein geheimer Widerwille, der in ihr aufstieg, reine Mädchen sein müssen, um nicht einzuwilligen von und ihr widerrathen wollte, fich der allzuschönen Fremden Herzen. anzunehmen. Ihre Haltung wurde dadurch gemessener. -G -V ( Fortsetzung folgt.) Die englischen Radikalen bereiten eine heftige Kampagne gegen die Lordkammer vor. Die Neuorganisation oder die Abfchaffung des Oberhauses wird der Hauptartikel für das Proz gramm zu den Wahlen sein. Zur größeren Ehre der Thnastie findet die theilweise Amnestie der auf grund des Belagerungszustandes in Sizilien und Massa Carrara erst im Oktober statt. Die bürgerlichen Blätter melden, daß die Amnestie erst anläßlich der Verlegung des Wohnsitzes des Thronfolgers nach Sizilien erfolgen wird. Die Sympathien für das Haus Savoyen find verflogen und werden durch künstliche Mittel nicht mehr aufgefrischt werden. Ungefeßlichkeit, die 2. Weil bei einem etwa Der Krieg in Ostafien. Die japanische Regierung setzt, Drei große Boykott- Versammlungen fanden am Freitag[ es vorkommen, daß dieser zusammengetreten würde, und nach einer Meldung des Reuter'schen Bureaus, die militärischen in Braunschweig statt. Die Referate hatten die Genossen das wäre Sachbeschädigung, eine Rüstungen eifrig fort und sendet stets neue Verstärkungen ab. Kießling, Pistorius und Konrad übernommen. Alle verhindert werden müsse. Nach hier eingegangenen Nachrichten sind 10 000 Mann chinesischer drei Versammlungen waren überfüllt, die Stimmung eine aus eintretenden Regenwetter alle Versammlungsbesucher sich in die Truppen in Ping- jang im Begriffe nach Süden vorzubringen, gezeichnete. In allen Versammlungen wurde folgende Resolution beiden Güter der Herren Lohr und Rudolph flüchten würden, fodaß ein Zusammenstoß in nächster Zeit zu erwarten sein fast einstimmig angenommen: Die heute tagende öffentliche Volks- diese theilweise aus Holz gebaut seien und bei dem Rudolph'schen dürfte. versammlung beschließt dahin zu wirken, daß bis auf weiteres teine Gut außerdem Brennreisig und Bretter stehen, so tönnte leicht Nach einer Meldung des„ Reuter'schen Bureaus" aus Shanghai Partei-, Gewerkschafts- oder sonstige Arbeitervergnügungen ver- Feuersgefahr entstehen. Alle hiesigen Genossen sind nun vollvon heute, bestätigt ein gestern in Tschifu aus Chemulpo ein- anstaltet werden. Ebenso verpflichten sich die Anwesenden und ständig gerührt von so viel polizeilicher Fürsorge und sind der gelaufener Brief die Niederlage der Japaner. In dem Briefe erwarten dasselbe von allen Braunschweiger Arbeitern, nur bei Meinung, in diesem Jahre feine Versammlung mehr anzumelden. wird mitgetheilt, daß neunzehn japanische Kriegsschiffe und Wirthen zu verkehren sowie auch ihre sonstige Bedürfnisse nur in Doch wird es die nächste Reichstagswahl beweisen, daß diese 13 Transportschiffe am 18. d. Mts. auf dem Tatungfluffe an- solchen Geschäften zu kaufen, welche boykottfreie Biere führen, Versammlungs- Verbote nicht vermocht haben, den Siegeslauf der langten und 6000 Mann ausschifften, welche bei ihrem Marsche und nach wie vor zur Unterstützung der ausgesperrten Brauerei Sozialdemokratie in unserem hinterweltlerischen Bezirk auch nur auf Pingyang von 1000 Mann chinesischer Kavallerie angegriffen arbeiter beizutragen. wurden. Letztere zersprengte die Japaner in zwei Theile, denen um ein geringes aufzuhalten. oie auf einer Anhöhe postirte chinesische Artillerie große Verluste 3u 1000 Mart Geldstrafe wurde der Redakteur Militär- Boykott. Den Boykott, der seitens der unter Sche b3 von der Breslauer Boltswacht" verurtheilt, weil er Jeibrachte. Die Japaner zogen sich an das User zurück, wo ihre drückten Klassen hie und da ausgeübt wird, um die Uebermacht den Bergwerksdirektor Hellich in Neuweißstein beSchiffsartillerie eine weitere Verfolgung verhinderte. Die Ver- des Unternehmerthums zu brechen oder, um sich die Hergabe der leidigt haben sollte. Es hieß dort, daß ein hoher Bergbeamter, luste der Japaner sollen sich auf mehr als 1300 Mann belaufen. Säle zu Versammlungen zu erzwingen, möchten die herrschenden der ein Gehalt von ca. 20 000 m. beziehe. die Summe von Einer Depesche aus Tientsin zufolge baben die Chinesen in Klaffen am liebsten durch den Staatsanwalt mit eiserner Strenge 200 000 m. unterschlagen habe. Die Notiz beruhte auf UnTschungho durch eine Verstärkung von 10 000 Mann ihre Armee verfolgt sehen. Die Anwendung des Boykotts von Oben hin- wahrheit und ist dann widerrufen worden. Ein Name war jetzt auf 34 000 Mann gebracht. Der Kriegsrath beschloß, die gegen erscheint der Bourgeoisie als etwas ganz Selbstverständ- überhaupt nicht genannt. Trotzdem fühlte sich genannter Herr Japaner gegen den 22. d. M. anzugreifen. Chinesische Kavallerie liches. In 3 schopau, einer Heinen Stadt im sächsischen Erz- beleidigt und flagte. Der Staatsanwalt hatte 6 Wochen Gedurchstreift das Land, dieselbe hat ungefähr 100 Nachzügler auf- gebirge, wo diesen Herbst während der Dauer des Manövers fängniß beantragt. gegriffen und enthauptet. ( über 8 Wochen) eine große Anzahl Soldaten einquartirt sein wird, ist denselben der Verkehr in fünf Lokalen untersagt worden, wo Versammlungen von Arbeitervereinen stattfinden oder auch nur Arbeiterblätter ausliegen. Parteinachrichten. Aufruf an die Parteigenossen Berlins und der Provinz Brandenburg. ** Soziale Ueberlicht. S Ein Kongreß aller deutschen Freiland- Vereine soll am deutschen Freiland- Gesellschaft" beschlossen werden soll. Die 17. September in Berlin tagen, auf dem die Gründung einer Freiländer scheinen sonach durch den Mißerfolg ihrer Expedition Proselyten werden sie aber wohl nicht mehr machen. nach dem Kenia- Gebiet feineswegs entmuthigt zu sein. Biel Proselyten werden sie aber wohl nicht mehr machen. Das gleiche Recht für Alle in Deutschland". In Dortmund stehen die Gewerbegerichtswahlen bevor. An= läßlich derselben haben die reaktionären Vereine, der Zentrumsverein, der freisinnige, der liberale Bürgerverein und der evangelische Arbeiterverein beschlossen, zusammenzugehen und gemein fame Kandidaten aufzustellen. Bekanntlich untersagt das Vereinsgesetz politischen Vereinen, mit einander in Verbindung waltung hat, wie die" Boltsstimme" berichtet bis zu 4000 m." Wozu Geld vorhanden ist. Die Magdeburger Stadtver zu treten. Würde in einer Versammlung von Sozialdemokraten für den Sebanrummel bewilligt. ein solch ungesetzliches Vorgehen berathen und beschlossen, die Schuldigen" würden verfolgt werden. So will es die Bersammlung würde sicherlich der Auflösung verfallen, die rechtigkeit". " " " " Ge= Wir Gewerkschaftliches. An die Gewerkschaften Berlins! Parteigenossen! Nach dem glänzenden Aufschwung unserer Parteibewegung innerhalb der Provinz Brandenburg anläßlich der letzten Wahlkampagne halten wir es für unsere Pflicht, Euch, zu einer Partei Konferenz nach Berlin zusammenzu rufen. Auf dieser Konferenz wollen wir Rechenschaft ablegen über unsere agitatorische Thätigkeit im verflossenen Jahre. Weiter wollen wir mit Euch berathen, welche Mittel die geeignetsten find, unsere Ideen in die noch zurügebliebenen Theile der Provinz zu tragen. Die Konferenz tagt Sonntag, Bezweifelt wird die Haftentlassung des Bergarbeiters Indem wir die Gewerkschaften nochmals auf den Aufruf den 16. September, von Vormittags 9 Uhr ab in den Prukop von der Breslauer Volkswacht", indem sie schreibt: vom 10. Auguſt Nr. 184 des Vorwärts" bezüglich der AufOranienhallen, Orantenstr. 51, am Morigplatz. Im Anschluß Der Vorwärts" läßt sich berichten, daß Brufop bereits aufstellung der Gewerbegerichts- Kandidaten aufmerksam machen, an diese Bekanntmachung ersuchen wir die Parteigenoffen der freien Fuß gefeßt sei und am Tage der Freilassung desselben müssen wir ersuchen, daß die Gewerkschaften bis müssen wir ersuchen, daß die Gewerkschaften bis Reichstags- Wahlkreise, nunmehr schleunigst Versammlungen ein zwei Gendarmen verhaftet worden seien. Uns, die wir behaupten, standi baten vorgenommen und diese Kandidaten mit spätestens 1. September die Aufstellung der zuberufen und darin die Wahlen der Delegirten zur eine solche Mittheilung nicht zugegangen. Gerüchte sind in Ober- gemeldet haben. Wir müssen umsomehr darauf dringen, daß uns über die Vorgänge in Oberschlesien gut unterrichtet zu sein, ist Namen, Beruf und Wohnung dem Gewerkschafts- Bureau an Parteikonferenz vorzunehmen. Die Zahl der Delegirten jedes schlesien übrigens jetzt an der Tagesordnung, und auch die Mel- gemeldet haben. Wir müssen umsomehr darauf dringen, daß uns Kreises darf drei nicht übersteigen. Mel- Die Kandidaten bis spätestens 1. September von den Gewerk Die Kon dung des Vorwärts" dürfte auf einem solchen beruhen. ferenz wird einen Tag in Anspruch nehmen. Partei- fönnen nur wiederholen, daß uns die Nachricht von einer Seite schaften angegeben werden, da vom 1. bis 14. September genossen, die auf einen oder mehrere Tage in Berlin Logis auging, die wir für sehr glaubwürdig zu halten alle Ursache Gewerbegerichts- Wahlen stattfinden, und diese durch das Statt die Industriegruppen Versammlungen zu den nehmen wollen, werden ersucht, sich an Hermann Mattutat finden einzelner Gewerkschafts- Bersammlungen nicht behindert Berlin SO ,, Wrangelstr. 124, zu wenden. Die Tagesordnung Der dritte Landes Parteitag der galizischen Sozialwerden sollen. bestimmt die Konferenz selbst; als provisorische Tagesordnung demokratie, welcher vom 12.- 15. August in Lemberg ab Aufstellung ihrer Kandidaten nicht erledigt haben, so kann die Sollten einzelne Gewerkschaften bis zum 1. September die schlagen wir vor: 1. Bericht über die Thätigkeit des Agitations- lungen selbst werden wir später, wenn uns die Berichte voll- Aufstellung dieser Kandidaten in den Gruppen- Bersammlungen schlagen wir vor: 1. Bericht über die Thätigkeit des Agitations- gehalten wurde, ist glänzend verlaufen. Ueber die Verhand- Aufstellung ihrer Kandidaten nicht erledigt haben, so fann die Tomitees; 2. die fernere Gestaltung unserer Landagitation; ständig vorliegen, noch einiges nachholen. Für heute lassen wir vorgenommen werden. 3. Anträge. Alle Anfragen und Zuschriften, sowie die An- bie allgemeinen Ausführungen der Wiener Arbeiter Zeitung" vor der Wahl, die am Mittwoch, den 26. September, stattfindet, Außerdem geben wir noch bekannt, daß an einem Zage furz träge sind an den Unterzeichneten zu richten. folgen, welche diese in bezug auf den Parteitag macht. Es in allen Stadttheilen Berlins eine große Zahl von öffentlichen heißt dort: Bon Jahr zu Jahr wächst und erstarkt die proletarische sonders mit der Rechtsprechung des Gewerbegerichts und mit Gewerbegerichts Wähler Versammlungen stattfindet, die sich be sozialdemokratische Bewegung in der Heimath der Schlachzizen. dem Verhalten der einzelnen Kammer- Borsigenden befassen Vor einigen Jahren waren noch die sozialdemokratischen Ideen in Galizien fast ausschließliches Eigenthum einer kleinen Anzahl von Ideologen, fie bildeten teine gesellschaftliche Treibkraft und Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Gewertschafts- Kommission. J. A.: Auguft Völker, SO., Reichenbergerstr. 82 a. geichneten sich durch die Blässe der Kellerpflanzen aus. Wie haben sich seit dem Jahre 1890 die Sachen geändert! Bandagisten! Handschuhmacher! Die Sperre über die Die Provinzialblätter werden um Abdruck vorstehenden Tausende von Proletariern haben sich unter dem rothen Werkstatt Papajewsky, Berlin, Annenstr. 26, dauert unAufrufs gebeten. Banner ber revolutionären Sozialdemokratie zusammen- verändert fort." geschaart; sie führen jetzt den regelmäßigen Klassenkampf mit den Ausbeutern und den feindlichen Behörden, ste bilden Mit dem Wunsche, daß sich alle Kreise an dieser für uns so wichtigen Konferenz betheiligen mögen, zeichnet mit fozial demokratischem Gruß Das Agitations Romitee für die Provinz Parteiblatt: Brandenburg. haben. $ Ein sozialistischer Lehrerbund. = " werden. = = Aufruf an alle Maschinisten, Heizer und BerufsDresden nehmen unfere dortigen Genossen mit noch größerer Parteitage der galizischen Sozialdemokratie bilden die besten und Heizer für stationäre Betriebe nicht mehr vorgeschrieben Den Boykott gegen das Waldschlöschen Bier in allmälig die Grundlagen einer neuen Weltanschauung und die genossen Deutschlands! Als im Jahre 1869 nach Einführung Energie wieder auf, als vor dem unerhörten Erpressungsprozeß. Gradmesser dieser Entwickelung. Im Jahre 1892 waren es der sogenannten Gewerbefreiheit eine Prüfung der Maschinisten Die" Sächs. Urb.- 3tg." bringt in ihrer Nummer vom Sonnabend 47 Delegirte, die zum Parteitage erschienen, im Jahre 1893 war, und dem Betriebsunternehmer freigestellt, jede Person zur einen Aufruf, der in großen Lettern über die ganze Titelseite waren es 50 und heuer erschienen 53 von den 64 gewählten die Lage der Maschinisten und Heizer stetig verschlechtert. Wartung von Dampftesseln und Maschinen anzustellen, hat sich reicht und in welchem sie die Arbeiterschaft Dresdens auf Delegirten. Der diesjährige Parteitag weist außerdem noch Lange Arbeitszeit, theilweise durch die Natur des Betriebes be fordert, keinen Tropfen Waldschlößchen- Bier zu zwei erhebende Momente auf, welche der feindlichen Ausbeuter- ange Arbeitszeit, theilweise durch die Natur des Betriebes betrinken. Unser Bruderorgan begeht damit von neuem dasselbe und Bedrückerklasse zeigen sollten, daß die Masse des Volkes treu dingt, und niedrige Löhne ist die Signatur unseres Berufs. Die Verbrechen", wofür Genosse Gradnauer bereits mit sechs unter der rothen Fahne steht, durchdrungen vom sozialistischen gestellten Erhebungen über Lohn- und Arbeitsverhältnisse geben durch die organisirten Kollegen in 13 Städten Deutschlands an= Wochen verknurrt worden ist. In bezug hierauf schreibt unser Geiste. Zwei öffentliche Massenaufzüge wurden am ersten und gestellten Erhebungen über Lohn- und Arbeitsverhältnisse geben letzten Tage des Parteitages veranstaltet. Das Lemberger ein Bild von den bei der unerträglichen Hiße zu leistenden " Noch eins. Wir wissen, daß unser Beginnen von hiesigen Agitations- Komitee erließ vor dem Parteitage einen Aufruf, förperlichen Anstrengungen und den in keinem Verhältniß hierzu Gerichten für gesetzlich strafbar erklärt worden ist. Trotzdem worin es das arbeitende Volt Lembergs aufforderte, an der feier- stehenden äußerst niedrigen Löhnen. Wenn man bedenkt, daß die lassen wir von demselben keinen Augenblick ab! Nicht aus Miß- lichen Uebergabe des Denkmals auf dem Grabe des Dichters geringste Unaufmerksamkeit und Unkenntniß mit den allgemeinen achtung von Gesetz und Recht, sondern weil wir die betreffenden Boleslaw Czerwienski, des Verfasser? der Arbeiterhymne Das Mitarbeiter gefährdet, so ist es wohl an der Zeit, daß die achtung von Gesetz und Recht, sondern weil wir die betreffenden rothe Banner", Antheil zu nehmen. Mittwoch, am 15. August, Rollegen sich überall organisiren, um bessere Lohn- und ArbeitsRegeln des Dampftesselbetriebes, Leben und Gesundheit unserer Gerichtsurtheile nicht als wahres Recht anerkennen fönnen. Wir veranstaltete die Partei einen Massenaufmarsch zur Landestönnen dies nicht, weil diese Gerichte den tausendmal ausstellung, um die Früchte proletarischer Arbeit" zu befehen. Berufsgenossen die Aufforderung, in allen Städten Deutschbedingungen zu erreichen. Wir richten deshalb an unsere " gröberen Unfug", den die Gegner gegen uns durch Beide Aufzüge fielen imposant und würdig aus. lands Maschinisten und Heizervereine resp. Filialen Militärboykott, Saalabtreibungen u. s. w. begehen, ruhig zu gründen und sich dem deutschen Maschinisten und dulden und weil im ganzen übrigen Deutschland gefeßlich haben am 21. und 22. Auguſt cr. zahlreiche sozialistisch gesinute Berlin seinen Siz hat. Die Vereine resp. die Filialen haben die In Antwerpen Heizerverbande anzuschließen, der seit zwei Jahren besteht und in erlaubt ist, was man hier durch Ausdeutungen, die dem Geiste Volksschullehrer Brüssels, Antwerpens und Gents getagt und haben Aufgabe, ihre Mitglieder theoretisch wie praktisch zu unterweisen, des Gesetzes zuwiderlaufen, strafbar gemacht hat. Wir scheuen gründet. Der Bund hat fünf Biele: er will den engen Anschluß zustehen. Der Berband, welcher von den Bereinen resp. Filialen den Bund der sozialistischen Lehrer Belgiens beum auch befähigt zu sein, ihrer verantwortlichen Stellung vornicht Geld- und Gefängnißstrafen, wir folgen lediglich der Stimme aller sozialistisch gesinnten Professoren, Lehrer und Lehrerinnen zustehen. Der Verband, welcher von den Vereinen resp. Filialen unseres Gewissens, unserer Rechtsüberzeugung und fordern die herbeiführen, materiell und moralisch jedes Mitglied, das ein tüzen, so unter anderm durch Stellenvermittelung, Gewährung gebildet wird, hat die Kollegen in jeder Lebenslage zu untergebildet wird, hat die Kollegen in jeder Lebenslage zu unterArbeiterschaft auf, uns hierbei mit größter Energie zur Seite zu Opfer feiner Meinungen und der sozialen Vorurtheile geworden von Rechtsschuß, Unterstützung der Hinterbliebenen Verstorbener, tüßen, so unter anderm durch Stellenvermittelung, Gewährung ist, unterstüßen, die materiellen Intereffen der Lehrer vertheidigen Lieferung einer Fachzeitschrift u. f.m. Einzelne Kollegen an und einen internationalen sozialistischen Lehrerbund bilden. Wir machen die einzelnen Arbeiter und Arbeiterinnen dar- Das von diesem Bunde gleichzeitig aufgestellte ſehr ein- einem Orte können dem Verbande auch als Mitglieder beitreten. auf aufmerksam, daß sie beim Eintreten in diesen Kampf, bei gehende Schulprogramm verlangt unentgeltlichkeit des Volks- 3u näherer Auskunft ist gern bereit Karl Kirschnick, Berlin SO., der Propaganda für den Kampf gegen das Waldschlößchen- Bier Schulunterrichts, des mittleren und höheren Unterrichts; Bücklerstr. 3. umsichtig zu Werke gehen mögen, damit sie nicht mit den hier- Gesammtheit muß vorweg jedem Schüler die Ernährung, Kleidung in der Gerberei des Herrn Knecht wird vor Zuzug nach Elms. gleichmäßige Schulen für alle gesellschaftliche Klassen. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abbruck gebeten. orts beliebten Rechts"-Auffassungen in Konflikt gerathen." Achtung, Gerber! Wegen ausgebrochener Lohndifferenzen Wohnung, ärztliche Hilfe und Heilmittel gewährleisten, Dem Dresdener Philisterthum wird der Aufruf einen mittleren und höheren Unterricht für jeden befähigten Schüler; horn streng gewarnt. heillosen Schrecken einjagen, die reaktionären Gewalten werden der Staat muß für alle Lehrer und Lehrerinnen dasselbe Mindestertennen, daß eine Bewegung, deren Anhänger von solchem Muthe gehalt mit jährlichen Steigerungen gewährleisten. Jeder Lehrer beseelt sind, mit den blöden Mitteln der brutalen Gewalt nie- darf öffentlich seine politischen Meinungen frei äußern, kein mals mehr zum Stillstand zu bringen ist. Lehrer darf aus politischen Gründen versezt oder abgesetzt werden. Alle Schulbücher müssen umgestaltet werden auf der Grundlage der Nächstenliebe, der Verherrlichung der Arbeit und der Volksmacht und der Gleichheit der Stellungen." stehen! " Der neuen Organisation unseren Gruß und Glückwunsch! Bolizeiliches, Gerichtliches: c. Die Die Schuhmacher Segebergs sind in eine Lohnbewegung eingetreten und haben bereits eine Anzahl Arbeitgeber die Forde rungen der Arbeiter bewilligt. Ueber mehrere Geschäfte ist die Sperre verhängt worden und wird gebeten, den Zuzug streng Von der Agitation. Genosse Wurm hielt am Sonn fernzuhalten. Die Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. tag, den 19. d. Mits., eine sehr gut besuchte Versammlung in An die Tabakarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands! Aschersleben ab; Montag sprach er in Kalbe a. S., Wenige Wochen sind es noch, die uns von dem Tage trennen, am Dienstag in Staßfurt, wo die Bergarbeiter auch von an dem die Reichsregierung mit ihrem Lieblingsprodukt, der Leopoldshall sehr zahlreich gekommen waren und Wurm GeZabatfabritat- Steuer, aufs Neue vor den Reichstag legenheit nahm, die neue Arbeitsordnung der herzoglichen- Sächsischer Polizeihumor, In Euba war tritt und noch ist in den betheiligten Arbeiterkreisen von Rüstungen Musterwertstätte" im anhaltischen Salzwerk gebührend zu friti vor einiger Zeit eine unter freiem Himmel stattzufindende Ber- gegen diesen feindlichen Ansturm nichts zu bemerken. Gilt es firen. Am Mittwoch sprach Wurm in Bernburg, wo sammlung verboten worden. Für Sonntag, den 19. d. M., doch auch diesmal wieder, frühzeitig auf dem Plaße zu sein, das Schulze'sche Lotal so gefüllt war, daß ein großer Theil meldeten die dortigen Genossen von neuem eine Versammlung wenn es uns gelingen soll, den Angriff zu pariren. Vor allem der Genossen vom Garten aus zuhören mußte. Der Geist ist an und glaubten dies Mal auch alles gethan zu haben, was die müssen wir wiederum auf die maßgebenden Faktoren, die Mitin Bernburg ein lebhafter und für die zu erwartende Nachwahl hohe Obrigkeit verlangt. Sie täuschten sich. Ein Parteigenoffe glieder des Deutschen Reichstages, und die öffentliche Meinung im zweiten anhaltischen Wahlkreise ein vielversprechender. Am schreibt darüber der Burgstädter" Boltsstimme": Es stand uns einwirken. Dies kann aber nur dann geschehen, wenn die TabakDonnerstag hielt Wurm eine Versammlung in Schöneck a. E, dazu ein Platz von 5000 Quadratmeter zur Verfügung, der dem arbeiter auf dem Posten sind, wenn sie den Nachweis führen, daß ab, wo den Genoffen ein sehr großer Saal zur Verfügung steht. Gutsbesizer Ernst Lohr gehörte. Außerdem erklärte sich der Befiger es eine Unmöglichkeit ist, der Tabaffabritation oder vielmehr Jufolge des wolkenbruchartig ftrömenden Regens war die Ver- des Nachbargrundstückes, Julius Rudolph, vollständig damit den Tabakarbeitern folche ungeheuren Lasten aufzubürden, ohne Sammlung nur schwach besucht. einverstanden, daß sich Versammlungsbesucher mit auf sein Grund- daß Tausende zu Gründe gehen und Tausenden von Arbeitern In Schleswig sprach am 20. August der Reichstags- ftüdt ftellen tönnten. Um nun der Amtshauptmannschaft ihre die Arbeitslosigkeit bevorsteht. Die Tabatarbeiter dürfen sich nicht Abgeordnete Kühn über: Die Schule. Die Versammlung war Bedenken wegen der Verstöße gegen die Sittlichkeit zu entziehen, darauf verlassen, daß auch der Reichstag dieses Mal die Steuerfehr gut besucht und der Vortrag tat seine gute Wirkung nicht ver- hatten wir auch Aborte fast fertig gestellt, als ein Versammlungsvorlage ablehnen wird. Vielmehr ist zu befürchten, daß die fehlt. Genoffe Vollmar spricht am heutigen Sonntag in verbot anlangte. Dieses wurde nun folgendermaßen begründet: Barlamentarier innerhalb Jahresfrist, wie das schon so oft geSchleißheim, einem Orte im oberbayerischen Hochgebirge. 1. Weil schrägüber dem Versammlungsplaße ein Feldgrundstück schehen ist, ihre Ansichten geändert haben, umsomehr, als die bes Gutsbesitzers Rudolph mit Hafer bebaut ist, könnte Vertreter der Regierung beim Abschiede in der Tabaksteuerreds is Rommission die bestimmte Erwartung ausgesprochen, daß der Ihr seid im Unrecht!" Dies habe er seiner Zeit gegenüber den beiterschaft von 300 Mann, großentheils mit Familien, mindestens Reichstag im Herbst wohl eine andere Ansicht von der Tabat Berlinern gethan. Vor Beginn eines Streits sei zu berück- ebenso sehr am Herzen, als das Interesse einer auswärtigen Fabrikatsteuer haben würde; die Regierung könne fichtigen, ob dadurch eine möglichst dauernde oder nicht etwa Unternehmerschaft. Diese Einwohnerschaft wird nach näherer auf die Fabritatsteuer nicht verzichten. blos eine momentane Verbesserung herbeigeführt werden könne. Erkenntniß ganz unparteiisch über den Streit urtheilen. Durch Kollegen und Kolleginnen! Wir können uns auf einen heißen Leute zu einem erfolglosen Streit zu begeistern, nenne er frivol. das Vorgehen der Fabrikleitung ist indessen solche rein sachliche Rampf gefaßt machen. Deshalb werft Eure Lässigkeit, Gr empfiehlt ebenfalls ein mehrgliedriges Schiedsgericht zu Beurtheilung in höchft bedauerlicher Weise erschwert. Wenn die Euren Indifferentismus ab, um an der Abwehr wählen. Es tritt eine zweistündige Mittagspause ein. Fabrikleitung durch Maueranschlag und Zeitungsinserate vom dieses drohenden Inheils theilzunehmen. Dazu ist In der Nachmittagssigung erhält zunächst Meyer- Magde: 16. bekannt gegeben hat: Diejenigen Arbeiter, die bis längstens vorderhand nothwendig, daß die Kollegen allerorts Versamm burg nochmals das Wort. Er vertritt den Standpunkt, daß der morgen( Freitag) früh 8 Uhr die Arbeit nicht wieder auflungen der Tabatarbeiter und dann später öffentliche Volts- Zentralvorstand des Verbandes das Schiedsrichteramt ausüben genommen haben und aus dem Holzarbeiter- und Metallarbeiterversammlungen einberufen. In den Tabakarbeiter- Versammlungen möge. Verbande ausgetreten sind, werden unweigerlich nicht wieder möge man sich klar darüber werden, wie die Agitation am Philipp Düsseldorf bekämpft die Ansicht, die Regelung eingestellt- so erscheint lettere Zumuthung einer höher wirksamsten zu betreiben ist, wie man am besten die indifferenten von Streits dem Gewerkschaftskartell zu überlassen. Er halte es stehenden und der Unmündigkeit entwachsenen Arbeiterschaft und uns fernstehenden Kollegen aufrütteln kann. In den Volts- am zweckmäßigsten, ein Schiedsrichteramt aus 3 Personen zu gegenüber unhaltbar. Das Gesetz gewährleistet und die öffentversammlungen ist die Lage der Tabakarbeiter klar und deutlich schaffen. liche Meinung in großem Umfange begünstigt das Roalitionszu schildern, und der Nachweis zu führen, daß die Zustände in Fleischer Berlin spricht gegen Beibehaltung des jetzigen recht der Arbeiter als den wirksamsten Schuß gegen die überdem Gewerbe schon jetzt tieftraurige sind und es ein Verbrechen Schiedsrichtersystems. Es lasse sich mit demselben absolut nicht legene Macht des großkapitalistischen Unternehmens.§ 152 der wäre, wenn man ruhig zusehen würde, wie dieses Gewerbe gänzlich weiter wirthschaften. Möge man die Frage weiter erwägen, ob Gewerbe- Ordnung hebt ausdrücklich alle Verbote und Strafruinirt und die Tabakarbeiter vollständig dem Untergange preis- es nicht rathsamer ist, wenn dem Zentralvorstand eine Macht- bestimmungen gegen derartige Vereinigungen auf; ein mit großer gegeben würden. In den öffentlichen Versammlungen sind befugniß eingeräumt wird, mittelst derer er bei Streits ein Mehrheit gefaßter Reichstagsbeschluß beantragt, diesen VerResolutionen zu fassen, welche den maßgebenden Faktoren zu gewichtiges Wort mitsprechen kann. Er beantragt, den Verbänden juristische Persönlichkeit zu verleihen und die Leitung unterbreiten sind. Proteste des gesammten Volkes müssen zur trauensmann zu verpflichten, sich bei Ausbruch eines Streits mit einer Fabrik von 300 Arbeitern verlangt in schroffster Form den Kenntniß der Reichsregierung gebracht werden. dem Zentralvorstand in Verbindung zu setzen. Dieser Antrag Austritt aus diesen Verbänden. Sie verlangt diesen Austritt wird angenommen. und fofortige Beendigung des Streits ohne ihrerseits irgend welche Gegenleistung, die Abstellung irgend welcher Beschwerde zu verheißen, ja nach unwiderlegter Angabe, ohne die Beschwerdeführer gehört zu haben. Jene Forderung bedeutet somit das Verlangen der einseitigen Waffenauslieferung zweier streitenden Parteien, und kein billig Denkender wird es den Arbeitern_ver= denken, wenn sie auf eine solche Forderung nicht eingehen. Möge die Direktion auch der Ansicht dieses Theils der Einwohnerschaft Rechnung tragen, möge sie namentlich den in aller Form vorgetragenen Wünschen ihrer Arbeiter wenigstens Gehör schenken und das Ihrige thun, um nach Erfüllung wirklich berechtigter Forderungen endlich den allen Theilen am Herzen liegenden Frieden wiederherstellen. Das zu beanspruchen, haben nicht nur die Arbeiter, hat auch unsere ganze Einwohnerschaft für eine seit Jahrzehnten bestehende, von tüchtigen Bürgern unserer Stadt gegründete Anlage volle Berechtigung. Sorgen wir, daß nicht mit unserer Haltung zur Sache die Sozialdemokratie mit ihrer Behauptung von der einen großen reaktionärer Maffe" in diesem Falle Recht zu haben scheint. Zu einem etwa von den streitenden Parteien gewünschten Vermittelungsversuch erklären wir Unterzeichnete, als auch einzeln uns bereit." : Die Reichstags- Abgeordneten müssen, wenn irgend möglich, zu den Versammlungen eingeladen werden, um sie von der Nothwendigkeit zu überzeugen, gegen jede Mehrbelastung des Tabats einzutreten. Der Tabattann und darf nicht mehr bluten! Der Tabat ist schon jetzt überlastet; ein Mehr zieht den Untergang des ganzen Ge= werbes nach sich, hat den Ruin vieler Tausen der fleißiger Arbeiter im Gefolge. Deshalb an's Wert in rühriger, fleißiger Agitation. Bildet Kommiffionen, wo noch feine sind, welche die Agitation zu leiten haben; verpflichtet Euch aber auch, diese Kommissionen mit den nöthigen Geld mitteln zu versehen. Eine freiwillige Steuer von 5 oder 10 Pf. die Woche wird schon hinreichen, die entstehenden Kosten der Agitation zu decken. Keiner darf sich zurückziehen von diefem kleinen Opfer, beffer jetzt wenige Groschen opfern, als später ganz und gar am Hungertuche nagen, oder erwerbslos auf der Landstraße liegen. Darum nochmals: Frisch ans Wert Ihr Tabatarbeiter und Tabatarbeiterinnen. Nachdem noch Rott- Berlin, Simon- Offenbach, Darguillier München, Dreyer- Altona und andere gesprochen, schreitet man zur Abstimmung. Beschlossen wurde gegen die 4 Stimmen der Berliner Delegirten, das Schiedsgericht beizubehalten. Fleischer Berlin beantragt, den Vertrauensmann und das Fachorgan in einem Orte zu belassen. Da Bock eine Wiederwahl entschieden ablehnt, wird Markus Erfurt als Vertrauensmann gewählt. = V Eine längere Aistussion entspinnt sich über die Stellung des Bentralverbandes zu den Lokalorganisationen. Menzel Berlin( Lokal) bemerkt hierzu: Es hat mich bisher sehr angenehm berührt, daß man hier alle Anwesenden, welche sich die Anstrebung besserer Verhältnisse zur Aufgabe machen, als gleichberechtigt anerkennt, umsomehr wundert es uns, daß man bezüglich der Unterstüßung die Lokalorganisation in ihrem Kampje allein lassen will. Er bittet dringend, von diesem fanatischen Grundgedanken abzulassen. Er könne die Versicherung geben, daß es unmöglich sei, die Lokalorganisirten plöglich en bloc Der Zentralisation zuzuführen. Er bittet deshalb, hier wenigstens noch eine einjährige Frist zu gewähren. Er schildert die Opfer willigkeit der Berliner Lokalorganisirten. Wenn in diesem Falle sich das Wort von der einen reaktionären Masse" nicht bewahrheiten sollte, nun desto besser für die genannten Herren. Im Uebrigen ist durch die Erklärung jedenfalls das Eine bewiesen: nämlich, daß der Streik ein vollfommen gerechtfertigter ist. Depeschen: Die Kommission der Tabatarbeiter Berlins. Sämmtliche Arbeiterzeitungen werden um Abdruck gebeten. Anschließend an obigen Aufruf theilen wir gleichzeitig mit, daß für Berlin und Umgegend am Dienstag, den 28. Auguft, Abends 81/2 Uhr, bei Nieft, Weberstr. 17, eine große Verbandstag Deutscher Schneider und Schneiderinnen öffentliche Versammlung der Tabatarbeiter und Arbeiterinnen in Erfurt. Sigung vom Freitag, den 24. August. Timm stattfindet, in der Reichstags- Abgeordneter J. Auer Berlin hält das einleitende Referat über das Thema: Lohneinen Vortrag halten wird. Im Anschluß hieran wird dann die bewegungen, Agitation, die Verhältnisse der Konfektion und unter Frage erörtert werden, auf welche Weise eine regere Agitation welchen Voraussetzungen ist ein erfolgreiches Vorgehen denkbar? für die Interessen der Tabakarbeiter entfaltet werden kann. Wir Nach einer regen Diskussion über diesen Punkt gelangen nacherwarten, daß die Tabatarbeiter sich recht zahlreich an diefer folgende Resolutionen zur einstimmigen Annahme: Versammlung betheiligen werden, um ihrerseits zu bekunden, daß Um eine planmäßige Durchführung der Forderungen in der ( Wolff's Telegravhen- Bureau.) fie die Wichtigkeit der vorzunehmenden Agitation voll und ganz Konfektionsbranche zu ermöglichen, ist die erste Vorbedingung ein Danzig, 25. August. Der Polizeidirektor giebt bekannt: begriffen haben. einheitliches Zusammenwirken sowohl der Kollegen und In der Quarantäneanstalt Neufahrwasser ist der Kapitän des haupt. Kolleginnen eines Ortes, als auch der Deutschlands über- russischen Dampfers Windau" an asiatischer Cholera erkrankt. Diese Vorbedingung sehen wir im Beitritt Drei von der Cholera genesene Personen wurden gestern aus zur Zentralorgnisation, dem deutschen Schneider- und Schneide- dem städtischen Lazareth entlassen. rinnen- Verband. Nur so ist der Erfolg gesichert. Der Verbandstag erklärt, daß diejenigen Gruppen, welche sich von der Allgemeinheit absondern, bei ausbrechenden Kämpfen ebenfalls auf sich selbst angewiesen sind. " handlung gegen die Arbeiter Josef Krajicek und Franz Drexler Wien, 25. August. Heute wurde die Schwurgerichts- Verzu Ende geführt. Beide werden beschuldigt, in einer Arbeiterversammlung Hoch die Anarchie!" gerufen zu haben. Drexler wird außerdem beschuldigt, Sprengstoffe für ein geplantes Attentat hergestellt zu haben. Krajicet, welcher erklärte, er wisse nicht, was Anarchie sei, und habe nur" Hoch" gerufen, weil Andere Hoch" riefen, wurde zu einem Monat Gefängniß, Drexler, welcher sich als„ Anarchist aus Ueberzeugung" bekannte und zugab, ein Bombenattentat in einem belebten Raffeehaufe Wiens geplant zu haben, wurde zu vier Jahren schweren Kerkers verurtheilt. Die Verhandlung wurde unter Ausschluß Karwin, 25. August. Infolge des günstigen Ergebnisses daselbst heute Vormittag wieder aufgenommen. Der Seilerstreit in Schlotheim dauert fort. Der Lohn der Seiler betrug im Durchschnitt 8-9 Mart, höchstens 10 Mart pro Woche und würde nach Bewilligung ihrer Forderungen 12 Mart betragen. Die Fabrikanten haben in ihren Versamm lungen erklärt, daß sie die Forderungen wohl bewilligen könnten, aber sie wollen die Arbeiter wegen ihrer anmaßenden Begehr lichkeit"(!) bestrafen und warten sehnsüchtig auf den Moment. In Erwägung, daß die Lohn- und Arbeitsbedingungen in wo den Streifenden die Mittel ausgehen. Sie selbst find in unserem Gewerbe gefahrdrohend für die Gesundheit der Arbeiter der größten Verlegenheit und falls die Ausständigen und Arbeiterinnen sind, hält es der Verbandstag für nothwendig, in der Lage sind noch einige Wochen Unterstützung daß die Kommission für Arbeiterstatistik auf grund des§ 120 ชิน zahlen, so wird der Sieg gewiß auf ihrer Absatz 3 der Gewerbe- Ordnung eine Erhebung über die Art Seite fein. Ein von der betheiligten Seite uns zugehendes und Weise der Beschäftigung der zur Bekleidungsindustrie gehörigen Schreiben bemerkt noch, daß die Schlotheimer Seiler es gewiß Berjonen, sowie über Arbeitszeit, Lohn-, Werkstellen- und Geschäftsverdienten, von den Organisationen unterstützt zu werden. Alle verhältnisse veranstaltet: dortigen Seiler haben stets der Organisation angehört und troh 1. Ueber die Zahl der Betriebe, welche dem Fabrik- der Oeffentlichkeit geführt. des geringen Lohnes feien fie bei Streits anderen Gewerkschaften inspektorate resp. einer fanitären Kontrolle unterworfen waren; ftets mit Geldunterstügungen beigesprungen. Würde der Streit 2. über die Zahl der in einzelnen Fabriken, Geschäften, sowie bei der Probe- Einfahrt in den Franziska- Schacht wurde die Arbeit verloren gehen, so würden eine große Zahl von Maßregelungen Kleinmeistern u. s. w. beschäftigten Personen, welche sich aus und noch größere Ausbeutung der Uebrigen die Folge fein. folgenden Kategorien zusammensetzen: a) Fabrik-, WerkstattDie Streifenden ersuchen denn um reichliche materielle Unter- fowie Plagarbeiter, b) Hausarbeiter, sowie sogenannte Schwiß- Wien, 25. August. In einer Schmiede zu Kleinreifling fand stügung. Geldsendungen und Briefe sind zu richten an G. Schaad, meister, c) Personen, welche beim Schwihmeister beschäftigt sind; eine Dynamiterplosion statt, wobei die Schmiede zerstört und ein Kampftr. 24, 2 Tr., Hamburg. über Lohn- und Arbeitsverhältnisse, welche sich folgendermaßen Gehilfe schwer verletzt wurde. Die Behörde leitete sofort die Deutscher Schuhmacherkongreß Erfurt. Zum zweiten Bergliedern laffen: a) über die tägliche Arbeitszeit, b) über den Untersuchung über die Ursache der Explosion ein. Punkt der Tagesordnung: Form der Organisation des Schieds- der Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig ist drittens eine Statistit zu veran- wagen von mastirten Räubern vollständig ausgeplündert. Einem täglichen resp. wöchentlichen Verdienst, c) über Art und Dauer Venedig, 25. Auguft. Bei Abbassanta wurde ein Postgerichts liegt ein Antrag Göller- Frankfurt a. M. vor. Der- stalten über die am Orte wohnenden Personen, welche in diesem der Passagiere, einem Steuereinnehmer, nahmen die Räuber allein felbe lautet folgendermaßen: Die Delegirten des Schuhmacherkongresses protestiren auf Industriezweige ihre Berufsthätigkeit ausüben, um ein genaues 13 000 Sire ab. Bild der herrschenden Arbeitslosigkeit zu geben. 4. Ueber die das entschiedenste gegen das Verhalten der Magdeburger Boltsftimme", weil felbiges Blatt die Berichtigung des Schiedsrichters Art und Weise der vorhandenen Schuhvorrichtungen, Arbeits- einigungen ,, Ligue libérale" und„ Association libérale" wurde Bock in Sachen der Echuhmacherbewegung in Burg nicht aufgenommen hat. Der Kongreß nennt diese Handlungsweise eine unqualifizirbare." Meyer- Magdeburg vertheidigt die Redaktion der„ Volks" 11 stimme". Bock Gotha nimmt an, daß Redakteur Schmidt jedenfalls infolge falscher Berichterstattung über den wahren Sachverhalt im Unklaren gewesen, daß aber eine Berichtigung nicht erfolgt, nachdem das Schuhmacherblatt den wirklichen Sachverhalt geschildert, müsse ihn befremden. zu veranstalten. ( Depeschen- Burean Herold.) Brüssel, 25. August. Zwischen den beiden liberalen Verordnungen, Vereinbarungen von Kündigungsfristen, sowie sonstiger gestern Abend nach langen Unterhandlungen bezüglich der Oktoberwahlen eine Verständigung herbeigeführt. Das ProMaßnahmen, welchen die Arbeiter unterworfen sind. Ferner stellen wir es der Kommission anheim, neben diesen gramm der christlich- demokratischen Partei ist jetzt erschienen und schriftlichen Erhebungen gleichzeitig eine mündliche Erhebung lautet:„ Religion und Familie bilden die Basis der Gesellschaft. Anzustreben ist die proportionelle Vertretung im Parlament, den einstimmig angenommen: Betreffend Agitation und Streiks wurde folgender Antrag Provinzial- und Gemeinderäthen, sowie die Anwendung der einstimmig angenommen: vlämischen Sprache im Parlament von allen Abgeordneten bezirke einzutheilen, unter Berücksichtigung einer größeren fommensteuer, auf die Abschaffung der Erbschaftssteuer für ErbDer Vorstand wird beauftragt, Deutschland in Agitations- vlämischer Provinzen. Weiter ist auf eine progressive EinDezentralisation als bisher. In diesen Bezirken hat der Vor- schaften in direkter Linie und der Tabaksteuer zu dringen. Ferner Es erfolgt Abstimmung über den Antrag Göller- Frankfurt. dem die Funktion zufällt, sich mit dem Vorstand über Streits arbeits- Verhältnisse durch Gewerberäthe, Förderung des Kolonial stand Vororte zu ernennen, die einen Vertrauensmann wählen, ist zu fordern zollfreie Getreide- Einfuhr, Regelung der FabrikDerselbe wird mit großer Majorität angenommen. Meister- Wiesbaden wünscht, daß in Zukunft das Drte sind verpflichtet, bei diesen Fragen die Vertrauensleute zu Kriegsetats und Einführung der freiwilligen Armee. und Agitation zu verständigen. Die zu einem Bezirke gehörigen wesens, obligatorischer Schulunterricht, Verminderung des Schiedsgericht aus zwei Personen bestehe. Er bezweifelt, daß berichten. Bei Verständigung über gemeinsame Aktionspunkte es richtig ist, wenn eine Person allein über so wichtige verschiedener Bezirke können die betreffenden Vertrauensleute Fragen zu entscheiden hat. Das zu wählende Schiedsgericht hat zusammentreten und in Gemeinschaft mit dem Vorstand das bei Streits mit dem örtlichen Gewerkschaftskartell Fühlung zu Weitere regeln. nehmen. # gemeldet, der Anarchist Baron Sternberg sei von der Polizei in Brüffel, 25. August. Aus Köln wird einem hiesigen Blatt Schlesien verhaftet worden. Amtlich wird jedoch mitgetheilt, daß der Lütticher Polizei hiervon nichts bekannt ist. Die Meldung Ueber die Nothwendigkeit des Abhaltens einer Bezirks- fand hier übrigens wenig Glauben. Egeling Hannover will nicht den Schiedsrichter allein London, 25. August. Einer Blättermeldung zufolge wird entscheiden lassen. Letzterer foll den Ausschuß zu Rathe ziehen. konferenz ist die Einwilligung des Vorstandes einzuholen. Den auf den Bekleidungsindustrie- Kongreß beschlossenen Lord Rosebery einen Theil der parlamentarischen Ferien in Paris Göller Frankfurt glaubt, es sei hohe Zeit, den realen Ver- Kartellvertrag nimmt der Verbandstag ohne Debatte einzubringen. hältnissen mehr Rechnung zu tragen; nicht die Stärke einer stimmig an. Organisation ist für den Ort bestimmend, daß ein Streit geLondon, 25. August. Wie verlautet, sollen in der Thron wonnen oder verloren geht, sondern die Ursache ist eine ganz die gestellten Anträge zur Aenderung der Statuten eingetreten. Darauf wird in die Berathung und Beschlußfaffung über rede beim Sessionsschluß des Parlaments hauptsächlich Fragen der äußeren Politik berührt werden. andere. Es müsse bei unseren Rämpfen eine andere Taktik eingeschlagen werden. Ein Schiedsgericht, wie es bisher bestanden, In Deutschland noch nie dagewesen dürfte es sein, daß London, 25. Auguft. Wie die" Times" aus Shanghai erschwere nur die Agitation. Es müsse also eine Aenderung die gesammte Einwohnerschaft, ja die„ Honorationen" einer Stadt melden, haben mehrere japanische Transportschiffe an der Mün herbeigeführt werden. eintreten für die streifenden Arbeiter in ihrem Orte. Dieses Un- dung des Taidon- Flusses Truppen abgefeßt. Ferner berichten v. Elm hält es für unmöglich, die Regelung eines Streits dem glaubliche hat sich ereignet und zwar in Güstrow. In unserer die" Times" aus Yokohama, daß die japanische Flotte gegen örtlichen Gewerkschaftskartell zu übertragen. Die Gewerkschafts- gestrigen Notiz über den Stand des Streits bemerften wir bereits, wärtig im chinesischen Meere den Feind aufzufinden sucht. Bis fartelle haben bisher noch nie das Recht für sich in Anspruch genommen daß die Sympathien der Bevölkerung auf Seiten der Streitenden jezt sind bereits 35 000 Japaner auf Korea gelandet, Verüber die Zentralisation zu richten. Dies könne wohl nur bei sind. Die Volkszeitung" ist nun in der Lage, die folgende Er- stärkungen sollen noch erfolgen. Regelung von Unterstützungsfragen in bezug auf die in der Be- flärung zu veröffentlichen, welche der Bürgermeister Süßerot, in Pennsylvanien wurden infolge eines Erdrutsches 20 Arbeiter New- York, 25. August. In den Bergwerken von Gilberton wegung befindlichen Nichtorganisirten zutreffen. Die Fabrikanten Landbaumeister und Fabrikinspektor Hennemann, Domprediger werden sicherlich nach wie vor jede Vermittelung bei Streits Wilhelm, Oberlehrer Dr. Erzgräber und Kaufmann Krause an verschüttet. Ihre Rettung ist unmöglich. burch Nichtfachleute als infompetent zurückweisen. Im übrigen die Einwohner von Güstrow gerichtet haben. Dieselbe hat befindet sich ja das örtliche Gewerkschaftskartell gewissermaßen folgenden Wortlaut: " Briefkaffen der Redaktion. selbst in der Bewegung. Jede der beiden Parteien werde eben Zum Streit unserer Waggonfabrik erscheint es uns Ehren wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Zahn danach trachten, seinem Gegner eine möglichst schwere Niederlage fache aller billig Denkenden, zunächst gegen die augenscheinlich anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. zu bereiten. auf einseitiger Auffassung und ungenügender Sachkenntniß be Geißler Hof erklärt, daß er gelegentlich eines Streits ruhende Kritik der Presse öffentliche Verwahrung einzulegen und in der ersten Septemberwoche nach Berlin zurück. Sechster Wahlkreis. Liebknecht ist abwesend. Kehrt erst in Hof die Erfahrung gemacht, daß das örtliche Kartell von dies nicht allein den Arbeitern zu überlassen. Ob der Streik R. R. 875. Jm Diez'schen Verlage wird im Jahre 1896 den Fabrikanten als Schiedsrichter nicht anerkannt worden vom Zaun gebrochen oder nicht, vielmehr, wie inzwischen be- eine Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung erscheinen. Vorist. Es sei nicht nothwendig, mit dem Schiedsgericht zu fannt geworden und bei einem opfervollen und im Ausgange läufig fehlt eine empfehlenswerthe Darstellung der Anfänge brechen, vielmehr müffe, nur eine Verbesserung ungewiffen Streit von vornherein nicht unwahrscheinlich, die unserer Partei. Das Buch von Georg Adler, Geschichte ersten des Systems herbeigeführt werden. Er schließt sich daher, dem Folge anhaltender nicht erhörter, ob berechtigter oder unberech- der sozialpolitischen Arbeiter Be= Wunsche des Vorredners auf Gründung eines dreigliedrigen tigter Beschwerden seitens der Arbeiterschaft ist, fonnte eben nur wegung in Deutschland fönnen Sie durch unsere BuchSchiedsgerichts an. genaue Sachkenntniß entscheiden. Um so mehr hätte vorschnelle handlung beziehen. Dieselbe stützt sich zum großen Theile auf Bock Gotha: Eine Dezentralisation macht das Schieds- Parteinahme in unserer führenden Presse vermieden werden polizeiliche Quellen, vornehmlich auf das berüchtigte Stiebergericht zu einem schwerfälligen Apparat. Dem Schiedsrichter müssen, wie sie aus derselben leider auch in andere Blätter Wermuth'sche Machwerk. Trotzdem ist das Buch wegen der muß es gestattet sein, ein unparteiisches Urtheil auszusprechen unseres Landes übergegangen ist. Der Güstrower Einwohner- Menge des verarbeiteten Materials für diejenigen, die mit und den Streifenden seine Ueberzeugung auch sagen zu tönnen: schaft liegt sicherlich das Wohl und Wehe einer anfässigen Ar- fritischem Auge zu lesen verstehen, nicht werthlos. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. = Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 198. worden. Sonntag, den 26. August 1894. Arbeiter! Parteigenoffen! 11. Jahrg. Der brutale Willkürakt des Brauereirings harrt noch der Sühne. Den Hunderten unschuldig aufs Pflaster geworfenen Arbeitern ist noch keine Genugthuung geArbeiter und Parteigenossen! Ohne Eure opferwillige Unterstützung würden die Gemaßregelten der bittersten Noth verfallen und gezwungen sein, um Gnade zu betteln. Die Hochherzigkeit der Berliner Arbeiterschaft hat diese Schmach verhindert. Der erste Sturmlauf des Prozenthums scheiterte an Eurem Solidaritätsgefühl. Nicht eine Bresche vermochte der Bierring in Eure Reihen zu legen. Einig, geschlossen, kampfesmuthig und opferwillig seid Ihr fest entschlossen, den entbrannten Kampf zum siegreichen Ende zu führen. Arbeiter, Parteigenossen! Euer Wollen garantirt Euer Können! Ihr könnt, wenn Ihr wollt. Den zweiten Sturmlauf auf Euere Phalanx mußten die dem Bierring Lebensdienste leistenden Saalbesizer unternehmen. Die Agitation sollte unterbunden, das Mundtodtmachungssystem praktizirt werden. Auf der Mine, die sie gegraben, sind die Saalbesitzer aufgeflogen. Ihr Wehgeschrei fönnte Mitleid erwecken. Arbeiter, Parteigenossen! Selbst der Himmel, auf den der Bierring seine letzte Hoffnung setzte, ist mit uns im Bunde. Die Saison kann dem Ring nicht mehr über die Verlegenheiten hinweghelfen, die mit jedem Tag des weiteren Kampfes fich thurmhoch häufen. Ausharren bedeutet für uns siegen. Unsere Position ist uneinnehmbar. Der Stand des Boykotts ist ein vorzüglicher. Wir können zuwarten, ohne entbehren zu müssen. Arbeiter, Genossen! Je konsequenter der Boykott durchgeführt wird, desto nachhaltiger seine Wirkung, desto entscheidender der Sieg. Duldet keine Ausflüchte, keine Ausreden. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Soweit unser Einfluß reicht, muß das Ringbier verpönt werden. Nicht ein Tropfen darf getrunken werden. Arbeiter, Genoffen! Die Bierzufuhr ist eine geregelte. Sie wird mit jedem Tag der Fortdauer des Boykotts eine bessere. Alle Ansprüche können befriedigt werden. Darum widersteht jeder Versuchung, Ringbier zu trinken. Die schwerste Arbeit ist gethan. Die Periode der Organisirung des Kampfes war die aufreibendste. Jetzt wird uns der Kampf leicht, weil wir das Terrain zum guten Theil beherrschen. Der Sieg muß unser werden, wenn wie bisher mit gleicher Schärfe und Ausdauer der Parole gefolgt wird Hoch der Boykott sämmtlicher Ringbrauereien! Trinkt feinen Tropfen Ringbier! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kinz u. Ro., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Exportbrauerei Rathenow, Niederlage bei Max Denn hardt, N.W., Hannoversche Straße 18a. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank furt a. D. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlöschen, Eberswalde. Niederlage Edm. Nenter, Swinemünderstr. 45. Berg Brauerei, Brandenburg. Vertreter: H. Wolff, N., Dragonerstr. 31. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: Max Fleischer, Reichenbergerstr. 155. Bürgerliches Brauhaus, Hamburg Gilbeck, Kellerei und Niederlage, SW., Berlängerte Trebbinerstr. 7. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage G. Spiekermann, Weberstr. 66. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, Mühlenstraße 49a. = Brauerei in Storkow( in Firma A. Miethe), Vertreter: hätten. Die Boykottkommiſsion. Dann durch welche er aus einem armen Schlucker von nothleidendem| straße zur Verbüßung ihrer zehnmonatlichen Gefängnißstrafe zu Landwirth ein Mann geworden war, der fest in seinen Schuhen melden. Zur Verwerfung der Revision gegen das Urtheil vom stand, felbft beim Sekttrinken. In diese günstige 12. Juli 1892 hat das Reichsgericht 2 Jahre Zeit gebraucht! Position tam dadurch ein schändlicher Riß, daß den In der Zwischenzeit mußte Fräulein Wabnis sich einer UnterMannschaften einer Kaserne ein Schnaps oder kochendes suchungshaft von mehreren Monaten unterwerfen. Nachdem heißes Kaffeewasser gratis gereicht wurde, wenn sie endlich die Untersuchungshaft, für deren Verhängung eigentdie Latrinen eines benachbarten Wirthshauses statt jene ihrer lich ein greifbarer Anlaß nicht vorlag, durch Gerichts Kaserne zu benutzen pflegten. beschluß aufgehoben war, wurde Fräulein Wabniz Jafolge dessen fand Dekonom 2. einen Theil der von ihm über eine Woche lang ohne jeglichen gefeg. gepachteten Latrinen stets ohne den gewünschten Inhalt und lichen Grund in der Charitee zurückgehalten. wurde daher die Kommandantur unter Hinweis auf die theure mußte Fräulein Wabniß es sich gefallen laffen, auf polizeiliche Pacht angelegentlichst gebeten, den Mannschaften zu befehlen, Requisition als gemeingefährlich geistestrant" nach Dalldorf daß sie für ihre Bedürfnisse die Latrinen der Kaserne zu benußen transportirt zu werden. Als sie der flaren Sachlage entsprechend, da zur Annahme einer Gemeingefährlichkeit" so wenig Grund vorlag, wie zur Annahme einer Geisteskrankheit, auch von dort entlassen und schwerkrank endlich der Freiheit wiedergegeben wurde, wurde versucht, gegen sie das Entmündigungsverjahren einzuleiten. Der dahin gerichtete Antrag des Staatsanwalts wurde bekanntlich vom Gericht abgelehnt. Zur Bewurde im Lauf dieser Verfahren, deren Anzahl einen Gesunden gründung ihrer Gemeingefährlichkeit“ und„ Geisteskrankheit" fast frant machen könnte, u. a. die Erregung darüber geltend gemacht, daß Behörden dem Gesez zuwider Einsicht in für sie nicht bestimmte Briefe genommen und diese zurückbehalten hatten. Auf die zehnmonatliche Haft ist der schwergeprüften Genossin auch nicht eine Minute der ohne ihr Verschulden in Gefängnissen und Irrenhäusern zugebrachten Beit angerechnet. Wir leben in Preußen. Hoffentlich übersteht Fräulein Wabnitz ohne Schaden für ihre Gesundheit die zehnmonatliche Gefängnißzeit. So gern der Kommandant der Festung auch dem ihm befreundeten Gutsbesizer 2. geholfen hätte, so fonnte er sich doch der Einficht nicht verschließen, daß ein derartiger Befehl militärisch unzulässig sei und den Befehlshaber nur blamiren könne. Der weniger militärisch geschulte Gutsbesitzer dagegen Gerichts anrufen zu können; leider empfing 2. auch von dieser glaubte in seiner heiligen Profitgier mit Erfolg die Hilfe des Behörde die juristische Belehrung, daß seine Ansprüche auf Schadenersatz nicht berechtigt seien. Auf diesen Düngerboykott gestatten wir uns hinzuweisen, damit der Bierdespot Rösicke in seinem Aerger den Trost finden kann, Leidensgefährten zu haben. Dauert der Berliner Vierboykott eigentlich noch fort? Diese naive Frage wird auch von der„ Berliner Börsen- Zeitung" aufgeworfen und von ihr ernsthaft nach ihrer Weise- erörtert. Das edle Börsenblatt kommt dabei zu dem Schlusse, daß der Boykott inhaltlos geworden sei, denn die meisten Brauereiarbeiter seien hier oder anderwärts untergebracht, andere seien von den Kein Nichter'sches Zukunftsstaats- Bild. Der Arbeiter boykottirten Brauereien wieder eingestellt worden, da deren Ab- Karl K. war in der Zeit vom 15. April 1893 bis 23. August fat sich gehoben habe und dieselben frische Arbeitskräfte brauchen. Dieses Jahres in dem Betriebe der Ludwig Löwe'schen Fabrik zu Der nationalliberale Börsenmoniteur scheint thatsächlich an Martinikenfelde als Wächter beschäftigt gewesen. Seine Arbeit Hallucinationen zu leiden, indem er die mehrfachen neuerdings stattgehabten Arbeiterentlassungen seitens Ber- laut Zeugniß zur Zufriedenheit der Firma verrichtet, auch war hat K., was Fleiß, Leistung, Pünktlichkeit, Betragen(!) betrifft, liner boykottirter Brauereien wegen mangelnden Absatzes der Erzeugnisse für Einstellungen von Arbeitern infolge Mannes zu entledigen. Trotzdem wurde K. zu seinem Schreck sonst kein geschäftlich zwingender Grund zu erkennen, sich des gesteigerten Abfayzes der Produkte boykottirter Brauereien mit einem Male entlassen. Warum? Es lagen ethische" ansieht! Außerdem scheint das edle Blatt nicht zu wissen oder doch Gründe vor. Eines Tages im Anfang dieses Monats rief der nicht wissen zu wollen, daß noch immer gegen 300 Ausgesperrte Sie sollen Schulden auf der Straße liegen. Wenn dasselbe seine Weisheit schließlich Direktor Hönisch den Wächter zu sich. auch noch fortdauert, so hat er seine Wirkung doch vollständig Schulden nicht" bezahlen?"" Ich bin durch Krankheitsfälle in in dem Schlußsaße zusammenfaßt:„ Wenn der Boykott formell haben"." Wieso?"" Sie haben diverse Möbel auf Abzahlung genommen?"" Ja, wen geht das was an?" Sie wollen Ihre verfehlt und wenn es ferner meint, daß der Boykott dem un- meiner Familie nicht immer in der Lage gewesen, regelmäßig ausbleiblichen Schicksale der Versumpfung verfallen werde, so er die Termine einzuhalten."" Der Händler will Sie verklagen." Du lieber Himmel, aber wen geht denn das hier alles was an?" scheint es überflüssig, diesen neuen Tric, gegen den Boykott Stimmung zu machen, nochmals zu widerlegen. Die 37 Volts-" 2 Alle bisher von Seiten der Boykottkommission und der Bier- Börsen- Zeitung" eine andere Meinung über Inhalt und Wirkung weitere Erkundigungen eingezogen habe, werde ich Ihnen Versammlungen vom Freitag werden vielleicht auch der Berliner" Ja", meint der Direktor, ich werde Sie wegen dieses Falles tommiffion zur Ausgabe gelangten Blakate sind von jetzt an un- Börsen- Zeitung" eine andere Meinung über Inhalt und Wirkung entlassen müssen. Sobald ich in betreff Ihrer Schulden des Berliner Bierboykotts beibringen. das Erforderliche mittheilen." Der Direktor muß sich gültig, und ersuchen wir die Genossen, streng darauf zu achten, daß dieselben, wo sie noch aushängen, entfernt werden. Die Boykottkommission. Spietermann, Weberstraße 68. Brauerei Hildebrandt, Nowawes. Vertreter: H. Hensel, Krausenstraße 18. Tokales. der Kontrolle und Renntlichmachung der Gastwirthe, welche tein Achtung! Parteigenossen. Zur besseren Durchführung boykottirtes Bier führen, werden von heute ab neue Platate mit der Aufschrift: " Hier wird kein Ringbier ausgefchänft" herausgegeben Diefe Plakate sind mit dem Stempel der Boykotttommission versehen. " " " Ein Caalverweigerer. Wohin unsere Landparthie? nun des Weiteren über die privaten Verhältnisse Des Nicht mehr nach Beelitzhof! Der Wirth des Lokals Wilhelms- Wächters K. informirt haben, denn am 23. August, wie ge höhe, Herr Meyer, der die Genossen des ersten Wahlkreises aus sagt, wurde er entlassen seiner Privatschulden halber! Ohrfeigen von rechts nud links. Die Deutsche Gast- seinem alten Lokal, Wilhelmstr. 118, seinerzeit gewaltsam ent- Es war doch schlimm in alten Zeiten, als man Schulden wirths- Zeitung" erörtert die Frage, warum die Saalverweigerer fernen und arretiren ließ, als sie den Versuch der Gründung halber in den dunklen Thurm geworfen wurde. Im Zeitalter es gar so eilig damit hatten, sich dem Brauereiring mit ge- eines Wahlvereins machten, derselbe Herr hatte bekanntlich eine sozialer Fürsorge wird der Arbeiter, der seinen Gläubiger nicht bundenen Händen auszuliefern. Man hätte wenigstens versuchen Beitlang anscheinend seine Gesinnung geändert und fein Lokal befriedigt, höchstens der Strafe des Verhungerne überantwortet. sollen, die seit langem strittige Frage des Flaschenbierhandels in als boykottfrei im Vorwärts" annonzirt. Jetzt ist er jedoch einer für die Wirthe günstigen Weise zu regeln. Dafür aber, wieder zur alten Liebe zurückgekehrt. Als einige Parteigenossen tapitalistischen Himmel den Arbeiter eindringlich Mores lehren, daß der Verein der Saalbesitzer sich von den Großbrauereien dieser Tage den Saal zur Lassallefeier miethen wollten, hat er lamentiren nationalliberale Blätter immer noch, daß das heilige überrumpeln ließ und ihnen blindlings Heeresfolge leistete, erhält die Hergabe desselben unter den nichtigsten Ausflüchten ver- Eigenthum nicht genügend geschüßt sei. er zu allem andern Leid noch folgende Liebenswürdigkeiten hin- weigert. Das Lokal„ Wilhelmshöhe" gilt also als gesperrt. geworfen: Der Wirth vom Schweizergarten ist jetzt ebenfalls Die Kellerei- Hilfsarbeiter der Firma Heyden und So aber bleibt, wenn durch die werthvolle Hilfe der Saal offiziell den Saalverweigerern beigetreten. Dieser Fall ist insoweit Kuhner, Waßmannstraße 25/26, haben Freitag Mittag die Sie wurden zu diesem Schritt befizer der Kampf wirklich zu gunsten der Brauereien entschieden ohne Bedeutung, als das Lotal sowieso nicht von Arbeitern Arbeit niedergelegt. ist, der alte Kampf bestehen, und wir, die wir mit gesiegt haben, besucht wurde, weil in ihm boykottirtes Bier geschänkt wird. nicht eigentlich durch die Arbeitsverhältnisse getrieben, trotzdem sind die eigentlichen Unterlegenen, denn die Brauereien sind Aus der Lokalliste sind zu streichen die Gastwirthe Thiele, diese, sowohl was die Lohnhöhe als auch was die Länge der Der Grund zu dann mächtiger wie je zuvor. Wir haben ihnen die Kastanien Köpnickerstr. 151/52; 3iegelmann, Elbingerstraße 10; und dem Schritt, der den Arbeitern in der gegenwärtigen schlimmen aus dem Feuer geholt, dafür machen sie uus auch nachher G. Schulze, zur Lohmühle, Hermanstr. 42, Rixdorf. wieder soviel empfindlichere Ronkurrenz mit dem FlaschenbierBeit schwer genug wurde, lag vielmehr in der allzu zarten Irrthümlich von der Liste gestrichen ist der Schankwirth Liebenswürdigkeit, mit der ein vom Prinzipal besonders Handel. Arndt, Steglitzerstr. 11. Derselbe führt nach wie vor boykott bevorzugter Angestellter, der 54 jährige Heinrich Röber Lebten schon vorher so viele Kollegen in Abhängigkeit von dem großbrauerischen Geldsack, wieviel schlimmer wird es wäh- freies Bier. Boykottfreies Bier schänkt auch der Gastwirth seine Kollegen, und besonders einen derselben, behandelte. Das rend der Boykott- Periode geworden sein, in der die Brauereien A. Mehlan, Josephstr. 13, dessen Aufnahme in die Liste gestern Benehmen dieses Röber war den Arbeitern zum Ekel geworden, In Neu- Treptow führt der Gastwirth und sie baten den Chef gemeinschaftlich in einer Zuſchrift, sie sprungen sind, um ihn nachher um so sester in den Fängen zu Hermann boykottfreies Bier, desgleichen die Wirthe Henneberg von der allzu warmen Freundschaft dieses Mannes zu befreien. so manchem geldschwachen Kollegen menschenfreundlich beige- versäumt wurde. in Johannisthal und Hajerland in Ober- Schön Als der Chef auf diese Bitte nicht einging, beschlossen die Arhaben." beiter, gemeinschaftlich die Arbeit aufzugeben. Wir wollen der" Gastwirths Zeitung" wenigstens weide. den einen Trost Es verdient als typisch für die Gepflogenheiten unserer geben, daß das Unglüc von den 1uter imposanter Betheiligung vollzog sich gestern die Saalbesitzern nicht alleine getragen zu werden braucht. Die Beerdigung des am 21. d. M. gestorbenen Böttchers D. Schmidt. Unternehmer wie unserer Sicherheitsbehörde hervorgehoben zu Arbeiterschaft verspürt bekanntlich nicht das geringste Verlangen, Die ausgesperrten Kollegen ließen es sich nicht nehmen, den werden, daß der Herr Heyden bei dieser Affäre, die sich den Ring fiegen" zu lassen und ist, wie das Blatt ja selber Verstorbenen, der mit Umficht und Eifer für die Organisation durchaus ruhig abspielte, sofort die Hülfe" der Polizei für weiß, unermüdlich dabei, die boykottirten Brauereien derart aufs gewirkt hatte, in corpore zu Grabe zu geleiten. Zwei große sich beanspruchte, und daß vom Revierbureau aus auch wirklich Trockene zu sehen, daß mit der gegenwärtig in der ringfreund- Kränze, von den Gemaßregelten gestiftet, wurden dem Zeichenzuge ein Kriminalbeamter und ein Schuhmann zur Stelle geschickt Weiter waren Kränze gespendet von der wurden. Beide fanden natürlich keine Gelegenheit, gegen die Ar lichen Presse so sehr beliebten„ Bersumpfung" des Boykotts gar voran getragen. bald wieder aufgeräumt werden muß. Ringbrauer und Saal- Hauptfiliale zu Bremen, sowie von den Filialen Berlin und beiter vorzugehen. besitzer mögen sich aber beide damit trösten, daß getheilter Hamburg, von den Arbeitern am Münchener Brauhaus, sowie Franen im Staatsdienst. Ein Leser schreibt uns:„ Auf Schmerz halber Schmerz ist. Gleichgiltig, ob die Ohrfeigen von aus den Werkstätten von Miersch, Müller, Borsigstraße, und meinen Geschäftsgängen komme ich auch in die Gegend hinter Die Spenden wurden mit den Worten: Unserm Wit Bahnhof Gesundbrunnen, wo die neue Stettiner Bahn geebnet " Kollegen" oder von Sozialdemokraten ausgetheilt werden. fämpfer für Wahrheit, Freiheit und Recht" niedergelegt. Die wird. Ein Vorarbeiter, mit dem Krückstock in der Hand, komBöttcher werden das Andenken ihres verstorbenen Kollegen in mandirt dort acht Männer und zwei Frauen; eine jede dieser hohen Ehren halten. Personen arbeitet mit hölzernem Hammer daran, die Schwellen unter den Schienen zu verstopfen. Ich staune die Gruppe an und frage mich verwundert, ob die Frauen im Staatsdienst # Aurüchiges. Einen Guano- und Dünger- Boykott, höchst erbaulich und belehrend für Bierdespoten à la Röside, erlebte der Gutsbesitzer Laz, welcher nach dem Feldzuge 1870/71 in der Festung Wesel a. Rh. die Latrinen der Kasernen in Pacht hatte. Diese Latrinenpacht war für 2. eine wahre Goldgrube gewesen, Mette. Fräulein Wabnitz hat die Aufforderung erhalten, fich spätestens am 28. d. M. in dem Weibergefängniß in der Barnim thätig sind, weil es etwa in Berlin feine männlichen Arbeits-| Störung gezeigt und war dieserhalb in einer Nerven- Heilanstalt fräfte mehr aufzugabeln giebt? Der Schachtmeister, der mein in Pankow in Behandlung. Während Frau Gruber am Freitag Staunen bemerkt haben mochte, ließ sich fordial mit mir ein und Mittag aus dem Gasthofe abwesend war, um wiederum ingab den im Schweiße ihres Angesichts schuftenden Frauen das Pankom ein Unterkommen zu suchen, legte der bedauernswerthe rühmende Zeugniß die arbeiten mehr als vier Männer! Auf Mann Hand an sich selbst. Er verschloß das Zimmer und jagte sich meine Frage, wo die Bedürfnißanstalt für die Frauen sei, zuckte aus einem Revolver, dessen Vorhandensein der Gattin unbekannt der Vorarbeiter mit den Achseln und meinte: das Feld sei geblieben sein muß, eine Kugel in die rechte Schläfe. Er wurde ja groß genug!" auf dem Fußboden liegend todt aufgefunden. Es wird im heiligen Preußen immer schöner in puncto Sozialreform. Solidarität. Die von einem hiesigen Agenten für die Güstrower Waggonfabrik angeworbenen Metallarbeiter, 38 an der Zahl, haben Güstrow sofort wieder verlassen, nachdem sie erfahren hatten, daß die Arbeiter des genannten Etablissements im Streit liegen. Die 20 Mann, welche geſtern ( Sonnabend) nach dort reisen sollten, haben sich schon hier eines besseren besonnen, sie haben es abgelehnt, die traurige Rolle von Streitbrechern zu spielen. Während die Unternehmer für die ersten 38 Mann das Fahrgeld hinterlegt hatten, ist dem Agenten nunmehr mitgetheilt, daß solches nicht mehr bezahlt werde. Hoffentlich werden sich keine Berliner Arbeiter dazu hergeben, ihren kämpfenden Genossen in Güstrow in den Rücken zu fallen.( Siehe auch" G fallen.( Siehe auch„ Gewerkschaftliches".) Selbst in Potsdam wird der Eifer des Kirchengründers Freiherrn v. Mirbach nicht nach Gebühr gewürdigt. Die Voss. Zeitung" berichtet über eine verfehlte Agitations- Versammlung des Herrn Oberhofmeisters: Gegen den Bau einer zweiten Kirche der Friedenskirchen- Gemeinde zu Potsdam hat sich am Donnerstag Abend eine Gemeinde- Versammlung ausgesprochen. Der Oberhofmeister der Kaiſerin, Freiherr v. Mir bach hatte schon am Vormittag in feiner Wohnung eine Versammlung von einflußreichen Angehörigen der Parochie abgehalten und trat lebhaft für den Kirchenbau ein. Als Gegner traten die Stadtverordneten Schmerwitz und Dietrich, sowie der Lehrer Henkel auf, während Der Oberbürgermeister Boie eine vermittelnde Stellung einnahm. Schließlich wurde fast einstimmig eine Erklärung gegen den Kirchenbau angenommen. Der Bau der Kirche wird von der Kaiserin lebhaft gewünscht. Mit den jeht so sehr fashionabeln Kirchengründungen scheinen die Frommen auch im gottlosen Nixdorf fein Glück zu haben. Uns wird berichtet: Der Bau einer zweiten evangelischen Kirche war feitens des Ronfiftoriums bei dem Rixdorfer Gemeinde- Kirchenrath in Anregung gebracht worden. Dieser hat jedoch erklärt, daß hierfür ein Bedürfniß nicht vorhanden, da die jetzige Kirche nicht einmal zu füllen sei. Und da schreit man noch allenthalben über Kirchenmangel! Gerichts- Beitung. Der Zigarrenarbeiter Paul Kempe aus Neu- Weißensee hatte sich geſtern wegen öffentlicher Beamtenbeleidigung vor dem Schöffengericht am Amtsgericht II zu verantworten. Am 5. Mai dieses Jahres fand in Weißensee eine Versammlung des„ Disfutirflubs" der Unabhängigen statt, in welcher der Vorsitzende Die unverehelichte Marie Kurkowska, welche bekannt lutionen des Alterthums behandelte. Nach der Vorlesung stellte einen Zeitungsartikel zur Verlesung brachte, welcher die Nevolich am vorigen Sonntag von einem Unbekannten in dem Hause Kempe die Anfrage, ob ein Polizeibeamter mehr Rechte und FreiWeberstraße 40 überfallen wurde, befindet sich noch immer nicht heiten besize, als andere Staatsbürger. Ihm wurde darauf außer Lebensgefahr. Die polizeilichen Ermittelungen nach dem erwidert, daß nach dem Gesetze die Polizeibeamten eine Stufe Thäter haben bis jetzt noch zu keinem Resultat geführt; mehrere höher ständen, als andere Leute, z. B. die Genossen. Darauf erdes Verbrechens angeschuldigte Personen mußten, da sich fein flärte der Angeklagte und wiederholte dies mehrere Male, daß Anhaltepunkt für den Beweis ihrer Thäterschaft ergab, wieder feiner Ueberzeugung nach jeder Polizeibeamte eine Stufe niedriger entlassen werden. stehe, als wie er selbst. Die Gendarmen Opitz und Bröt, welche Die Gemeinde Nigdorf legt jetzt eine neue VerbindungsStraße nach Treptow an, zu welcher von Proving, Kreis und Interessenten namhafte Beiträge gezeichnet werden. Zwei weitere Straßen nach Treptow sollen im künftigen Frühjahr zur Anlage kommen. In hilflosem Zustande wurde am Freitag Nachmittag gegen 4 Uhr ein etwa 60 Jahre alter Greis an der Ecke der Wrangel- und Manteuffelstraße aufgefunden und auf Veranlassung der Polizei nach Bethanien gebracht. Dort ist er alsbald gestorben. Die Persönlichkeit ist bisher nicht festzustellen gewesen und die Leiche ist daher dem Schauhause zugeführt worden. Der Unbekannte hat schwarzes Haar, einen helleren Schaurrbart und war mit einem dunklen Anzug bekleidet. 17 Der Ver Einen interessanten Fund machten am Freitag Arbeiter die Versammlung überwachten, bezogen diese Aeußerung auf sich, in der Kiesgrube des Eigenthümers F. W. Körner in Britz. In erstatteten Bericht an das Gendarmerie- Kommando und dieses beträchtlicher Tiefe fanden dieselben in einer Riesschicht den verstellte Strafantrag. Obwohl der Angeklagte behauptete, die Steinerten Riesenknochen eines Mammuths. Der interessante Gendarmen nicht gemeint zu haben, hielt der Gerichtshof dennoch Fund soll dem Märkischen Provinzial- Museum überwiesen werden. eine Beleidigung für vorliegend und erkannte auf 10 M. GeldEine Mafern- Epidemie ist seit einigen Tagen unter den strafe oder 2 Tage Gefängniß. Schulkindern von Alt- Glienicke ausgebrochen. An ein und Ein Paletotmarder. Im April ds. J. wurden die Vor demselben Tage war etwa die Hälfte der vierten Knabenklasse räume der Hörsäle in der kgl. Universität durch einen Paletots erkrankt. Bis jetzt sind glücklicher Weise die übrigen Klassen von marder unsicher gemacht. Innerhalb furzer Zeit vermißten zehn der Krankheit nur wenig betroffen, so daß mit der Schließung Studenten ihre Ueberzieher. Der Pedell betrachtete alle Studenten, diefer einen Klasse, die in furzer Zeit erfolgen dürfte, eine Weiter die ihm nicht bekannt waren, mit Argusaugen. Eines Tages verbreitung der Krankheit hoffentlich nicht mehr stattfindet. hielt er einen jungen Menschen an, der ihm verdächtig vorkam. berichtet, daß seitens der polizeilichen Bau- Inspektion die Vereine solche auf den Namen eines Studenten lautend, dessen Bezüglich des Unglücksbaues in der Kochstr. 73 wird er fragte denselben nach seiner Karte. Der junge Mann gab ihm fügung ergangen ist, den Abbruch des noch stehen gebliebenen Ueberzieher Tags zuvor gestohlen worden war. Theiles des alten Gebäudes zuzulassen. Demgemäß wird jetzt auch dächtige wurde zur Wache geführt. Es war der 22jährige Buchdie Frontmauer niedergelegt. Dagegen ist der Weiterbau auch bis drucker Leopold Baum aus Breslau, welcher eingestand, alle zehn Diebstähle ausgeführt zu haben. In seiner Wohnung wurden jezt noch nicht zugelassen worden. eine Menge Handschuhe, Visitenkarten, Bigarrentaschen und andere egenstände gefunden, welche sich in den gestohlenen Ueberziehern befunden hatten. Der Angeklagte entschuldigte sich mit Nothlage, ein Einwand, den der Staatsanwalt nicht gelten laffen wollte, ein Buchdrucker, der sich um Arbeit bemühe, fände solche immer. Bei der Gewerbs mäßigkeit, mit der der Angeklagte seinem gemeingefährlichen Treiben obgelegen, erkannte der Gerichtshof nach dem Antrage des Staatsanwalts auf anderthalb Jahre Gefängniß und einjährigen Ehrverlust. Ghrverlust. Wir haben keine Ursache, uns für den verurtheilten Tieb exurtbeifte aufzuwerfen, wohl aber fönnen wir uns nicht versagen, dem Staatsanwalt ein Wort der Bewunderung über feine Kenntniß Wie der Kapitalismus arbeitet, zeigt ein Inserat im von der sozialen Lage der Buchdrucker zu zollen.„ Ein BuchBerl. Tageblatt" von gestern. Es heißt dort: Besteingerichtete Fabrik täglichen Bedarfsartikels ist sehr billig zu haben. Er nach 10 Uhr in der Altonaerstraße. Der Arbeiter Halles, der dort den Sunderten von Buchdruckern, die theilweise feit Monaten Ein blutiger Zusammenstoß ereignete sich Freitag Abend drucker, der sich um Arbeit bemüht, findet solche immer," meint der Herr, Vielleicht hat er die Gewogenheit, forderlich 30 Mille. Billige Arbeitskräfte. Rentabilität nach wohnt, war mit dem die Aufsicht führenden Privatwächter, welcher den Hunderten von Buchdruckern, die theilweise feit Monaten weisbar. Auskunft giebt aus Gefälligkeit der frühere erst seit furzem an stelle des städtischen Wächters dort Dienst ver- vergebens nach Arbeit ausschauen, an praktischen Bei= Bei billigen Arbeitsträften ist das Wort„ billig" in dreimal ficht, in Streit gerathen und ging schließlich mit einem Meffer aufpiel en die Richtigkeit seiner Meinung zu veranschaulichen. feinen Gegner los. Die Warnungsrufe des Wächters waren verfetter Schrift gedruckt, wogegen die nachweisbare Rentabilität" geblich und in höchster Bedrängniß sah sich dieser genöthigt, um den Gegensatz zwischen Arbeitslohn und Gewinn nicht seinen Revolver zu ziehen, mit welchem er zunächst einen Schuß gar zu schreiend hervortreten zu lassen in Petitschrift gedruckt ist. in die Luft feuerte. Da aber H., so berichtet das Kl. Journal", Das Ausbeuterthum im Kirchengebet. Das origineliste Und nun beachte man: Aus reiner Gefälligkeit fortgesetzt mit gezücktem Meffer auf den Wächter" eindrang, so Kirchengebet, fo meldet ein Berichterstatter, wird zweifellos allund Menschenfreundlichkeit giebt der frühere Betriebsschoß dieser seinem Angreifer in den Hals und verwundete ihn sonntäglich von der Kanzel der Kirche zu Forst( Nieder- Lausit direktor die Auskunft. Die Rentabilität für den Käufer wird so schwer, daß seine sofortige Ueberführung in ein Krankenhaus zum Himmel gesandt. Dort wird nämlich der Segen Gottes gewährleistet, und der Arbeiter?-nun, der liefert die bil erfolgen mußte. Der Wächter wurde gleich nach der That nicht allein auf den Landesherrn, das königliche Haus, die hohe figen Arbeitskräfte und mag zusehen, wie er mit seinem polizeilich vernommen. Obrigkeit 2c., sondern auch auf die zahlreichen industriellen Hungerlohne zurecht kommt. Etablissements der Stadt herabgefleht. Es hat damit seine eigene Bewandtniß. Seit alter Zeit wurde allein die Stadtmühle in das Kirchengebet eingeschlossen, wie es heißt, weil dieselbe häufig vom Unglück heimgesucht wurde. Der Rath der Stadt traf deshalb mit der Kirche das Abkommen, daß die Stadtmühle in das Kirchengebet ein geschlossen wurde. Ob das Unglück dadurch gebannt worden ist, sagt selbst als die Mühle in Privatbesitz überging und zum Theil die Chronik nicht, doch ist es bei diesem alten Brauch geblieben, sogar in eine Tuchfabrik umgewandelt wurde. In neuerer Zeit haben sich aber die Bürger darüber beschwert ,, daß für ein einzelnes Privat- Unternehmen von der Kanzel herab gebetet würde, und da man aus irgend welchen Gründen mit dem alten Brauch nicht brechen fonnte oder wollte, so wurde ein Ausgleich dadurch her beigeführt, daß alle die zahlreichen industriellen Etablissements der Stadt fortan in das Kirchengebet eingeschlossen wurden. Die Cholera. Danzig, 24. August. Der Staats= kommissar für das Weichselgebiet theilt mit: Cholera ist bakteriologisch festgestellt bei einem Manne in Klein- Plehnendorf und einer Frau in Gollub. Amsterdam, 24. August. Hier ist eine Erkrankung an Cholera, in Maastricht eine Gr franfung und ein Todesfall zu verzeichnen; auch in Amstelveen E bei Amsterdam kam ein Cholerafall vor. Der Koch des von Riga in Ymuiden angekommenen Dampfers Dordrecht" ist unter verdächtigen Krankheitserscheinungen gestorben. Betriebsdirektor unter " Polizeibericht. Am 24, d. M. Morgens wurden ein Mann Einen gewaltigen Auflauf verursachte am Freitag Abend in seiner Wohnung, in der Zwinglistraße, und eine Frau in der die Verhaftung eines Mannes in Frauenkleidern. Eine jüdischen Altersversorgungs- Anstalt, in der Großen Hamburger Prostituirte glaubte in einer vor ihr lustwandelnden Dame" Straße, erhängt vorgefunden. Dame" traße, erhängt vorgefunden. In der Alten Leipzigerstraße fiel einen Zuhälter zu erkennen und machte von ihrer Beobachtung Mittags ein Droschfenfutscher beim Besteigen feines Wagens einem Schuhmann Mittheilung, der in Gemeinschaft mit mehreren herab und erlitt bedeutende Verlegungen am Kopfe. Abends anderen Beamten die Verfolgung desselben aufnahm und diesen feuerte ein Privatwächter in der Altonaerstraße auf einen Ar auch nach etwa 25 minutenlangem Suchen aus dem Hause beiter, der ihn mit einem Messer bedroht haben soll, zwei Landsbergerstr. 62 herausholte, woselbst er sich hingeflüchtet Revolverschüsse ab und verlegte ihn schwer am Halse und an der hatte. Bekleidet mit einem hellen Frauen- Regenmantel und Brust. In der Nacht zum 25. d. m. versuchte ein Mann in rundem Strohhut, wurde der Sonderling, der jedenfalls die feiner Wohnung, in der Gartenstraße, sich zu erschießen, verletzte Frauenkleider zu unlauteren Zwecken angelegt, unter Begleitung sich jedoch nur leicht an der Brust. Im Laufe des Tages einer tausendtopfigen Menge nach dem Polizeirevier in der Lietz fanden vier Brände statt. mannstraße gebracht. Beschlagnahmt wurde Freitag Mittag die Nr. 35 des Sozialist" auf grund des§ 6 des Preßgeseges wegen nicht vor. schriftsmäßiger Angabe des Druckers und Berlegers. Witterungsübersicht vom 25. August 1894. Den Berliner Fremdenführern wird von der Berliner Stationen. Polizei eine verschärfte Aufmerksamkeit zugewandt. Sämmtliche Fremdenführer müssen im Besit nicht nur eines Gewerbescheines, sondern auch einer polizeilichen Legitimation sein. Personen, die nicht im Besitz derartiger Papiere sind, dürfen in Zukunft in Swinemünde Berlin nicht als Fremdenführer funktioniren. Hamburg Die herrlichste der Welten. Als am Sonnabend Morgen Berlin gegen 6 Uhr ein Knecht den Pferdestall des Grundstücks am Wiesbaden. Gartenplay 2/3 betrat, fand er die Leiche eines Mannes, der sich München durch Erhängen das Leben genommen hatte. Neben dem Todten Wien Tag ein Bettel folgenden Inhalts:„ Ich bin der am 2. August Haparanda 1855 geborene Rutscher Adolf Thiele, wohne Ackerstraße 117 und Petersburg war meiner förperlichen Schwäche wegen der Heimstätte zu MalCort. chow überwiesen. Von hier wieder entlassen, konnte ich keine Aberdeen Arbeit finden, da man mich für zu schwach hielt. Ich habe mich erhängt, weil ich die Noth nicht mehr ertragen konnte." Paris Barometerstand in mm, ៩៩៩៩à reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung 764 767 766 766 2 Windstärke TALLINNA( Stala 1-12) Wetter Temperatur 150.40 R.) ( nach Celsius WSW WNW ED 766 751 MNW 6 halb bedeckt bedeckt wolkig wolkig halb bedeckt halb bedeckt wolkenlos 19 19 14 13 14 19 10 754 halb bedeckt 14 763 WNW bedeckt 14 770 5 bedeckt 763 బి bedeckt 14 19 ៩៩៩០០ Wetter- Prognose für Conntag, den 26. August 1894. leber den Selbstmord eines Gerichtsreferendars wird Ein wenig wärmeres, vielfach heiteres, zeitweise wolfiges berichtet: Am 21. d. Mts. kehrte der 31 Jahre alte Referendar Wetter mit meist nur schwacher Luftbewegung, Gewitter nicht Karl Gruber aus Bentheim mit seiner Gattin in einem Gasthof ausgeschlossen, sonst trocken. der Friedrichstadt ein. Er hatte schon früher Spuren geistiger Für den Inhalt der Inierate über Theater Unter den Linden. Die Fledermaus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Berliner Wetterbureau. Dermischtes. Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Zaht anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. T. S. Der Gastwirth Otto, Wallstr. 63, welcher nur bontottfreies Bier führt, ist nur durch ein Versehen beim Zusammenstellen der gestern veröffentlichten Liste des 3. Wahlfreises ausgelassen worden. Hausfrau. Lesen Sie den Artikel noch einmal und machen Sie sich die Bedeutung der beiden Fremdworte aus einem Wörterbuche klar. sehen. C. Ludwig. Die betreffende Zeitung fönnen Sie hier ein H. Gellines, Friedenstraße 65. Ihre Zuschrift bleibt I uns unverständlich. Bitte sprechen Sie bei uns vor. Adolph Ernst- Theater Castan's nimmt die Redaktion dem Publikum Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Charley's Tante. gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 26. August. Opernhaus. Lohengrin. Montag: Die verkaufte Braut. Schauspielhaus. Das Räthchen von Heilbronn, oder: Die Feuerprobe. Montag: Der Tugendwächter. Lessing- Theater. Madame SansGene. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neues Theater. Das neue Gebot. Montag: Dieselbe Vorstellung. Rehdenz Theater. Jugend. Montag: Dieselbe Borstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz- Theater. Ber: botene Liebe. Montag: Dieselbe Vorstellung. National Theater. Susanne Bade. Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenVorstellung. Wintergarten. Spezialitäten- Vorstellung. Schwank in 8 Aften v. Brandon Thomas. Vorher: 3 Die Bajazzi. Parodiſtiſche Boffe in einem Aft von Eduard und Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. National- Theater. In Szene geſetzt von Adolph Ernst. Novität. Große Frankfurterstraße 132. Novität. Zum 15. Male: Susanne im Bade. Große Posse mit Gesang in 5 Aufzügen von Eugen Prudens. Mufit von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Samft. Raffenöffnung 2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne: Italien in Berlin, großes humoristisches Quodlibet, von Karl Peters, sowie Auftreten von Spezialitäten ersten Ranges. Nachm. 3 Uhr: Rassenöffnung 2 Uhr: Ein Fest auf der Bastille. im Trauerspiel in 4 Aften v. Franz Held. Morgen: Susanne im Bade. Räder, alle Sorten, billigst 2511b Pallisadenstr. 101. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Borstellung. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Armin- Hallen Kommandantenstraße Nr. 20. Täglich: Frei- Konzert im schönen Natur Garten. Säle. Vereinszimmer. Heute Sonntag: Ungar. Magnaten- Kapelle Sarközi Lajos. Nachmittags von 3 Uhr an Kaffeeküche. Panoptikum. Hawaiische Königs- Tänzerinnen. der schwerste Mensch der Welt Passage- Panopticum. Der Araber Hassan Ali, 51 wilde Weiber aus Dahomey. Das lesende Kind alt 13 Jahr. J. Jablonsky, Nannyuftr. 37 empfiehlt seinen fräftigen Mittags. u. Abendtisch zu solid. Preisen. Ausschant des Münchener Brauhauses, sowie von ff. Weißbier u. Gräger Export. Unserem pünktlichen Türnball zu seinem am Montag stattfindenden Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch! 2515b Allegro. Wir wünschen unserm Genossen Eduard Peschel unverdrossen Zu seinem Wiegenfeste Heut das Allerbeste: Gesundheit, Glück und Wohlergehn/ Ede, la f' die Nudeln stehn! R. St. G. H.( E. E. Sch. Sch. P. P. P. 25416 L. L. W. B. D. M. M. Unserm Freunde und Genossen, dem Badeofen Schuster Carl Leps u seinem heutigen Geburtstag ein träftiges Hoch. Au Tonnevette! Karl, heute wird aber das Boykottfreie fließen! 2537b Der Dicke und sein Feldwebel. Früher baſt Du lamentirt, Achtung, Danneberg, Achtung! Weil's Geschäft nicht mehr rentirt; Doch boykottirt und ein Bingbier Du geführt, Geht es jetzt gleich wie gefchmiert. Herzlich sei nun gratulirt Zum heut'gen Fest. Bist Du gerührt, Nun so wird, wie sich's gebührt, Morgen brav und gut geschmiert. Die fettigen Schraubendreher 24766] aus der Blücherstr. 35. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Dienstag, 28. August, Abds. 8½ Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 35: Dersammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Metzner. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Fragekasten. 283/9 Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 26. Auguft, Abends 8 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobftraße 48a: Versammlung. E 118/9 13entral- Kranken- u. Sterbekasse der Zimmerer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Zimmerer Johann Gebauer Roh- Tabak alle Sorten, billigste Preise. Max Jacoby, 1248* Frol. Schlafft. Marienstr. 27, H. 8 Tr. I. Fr. Schlafft., fep. E., Simeonftr. 29, 1V. I. Frol. Schlafft. f. Herrn, sep., 6 M. Langestr. 3, v. 4 Tr. bei Hirius. Strelitzerstraße Nr.52. Schlafftelle zu verm. Berlängerte am 22. d. Mts. verstorben ist. 295/4 schaft sucht für Berlin u. die Provinz Eine alte deutsche Feuer- Vers.- Gesell- Tresckowstr. 8. b. Probst. Eine möbl. Schlafstelle ist zu vera Die Beerdigung findet heute, Nachthätige Haupt- u. Spezial- Agenten. miethen b. Ww. Kirsch, Manteuffelmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der Hohe fortlaufende Bezüge event. auch straße 57, v. 2 Tr. 24996 Heiligen Kreuzkirche zu Mariendorf festes Gehalt werden zugesichert. aus statt. Um rege Betheiligung bittet Offerten unter 0. P. 2 nimmt die Möbl. Schlafstelle Wallstr. 35, 2. Tr., Der Vorstand der Filiale 1. Expedition entgegen. 219L bei Giffen. J. A.: J. Raumann, Culmstraße 36. Allen Freunden und Bekannten Solides möbl. Zimmer billig an 1 empfehle mein Bigarren- u. Tabak- oder 2 Herren Rottbuser Ufer 53, geschäft.. wibbing, Spree Admiralbrüde, v. 2 Ir. straße 10C. 2525b Verband der Geschäftsdiener, Vader und Berufsgenossen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß 135/4 Vortrag des Herrn Th. Metzner über: Die Förderung sittlicher unser Kollege Kultur"; wozu auch Gäste, Damen wie Herren, Zutritt haben. Nachdem: Geselliges Beisammensein und Tany. 100 Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule de ( Nord). de fusi Heute, Sonntag, 26. August, Ab. 7 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergersir. 23. Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Schriftsteller Heinrich Schulz über: Die Sturm- und Drangperiode in der Dichtkunst". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.-Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Gäste, Damen und Herren, willkommen. 10/20 Achtung! Der Obmannt. Achtung! Zwei große Volfs- Versammlungen 1. am Montag, den 27. August 1894, Abends 8 Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 35. Tages- Ordnun ung: 118/10 1. Die Frau und die Deffentlichkeit. Referent Genosse Peus aus Tesau. 2. Diskussion. 2. Am Dienstag, den 28. August 1894, Abends 8 Uhr, im Lokale ,, Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Tagesordnung: Vortrag: Die Bedeutung Lassalles in der Geschichte der Sozialdemokratie. Referent Genosse Peus aus Dessau. Diskussion. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch, besonders der Frauen, ersucht Die Frauen- Agitationskommission. Achtung! Filzschuharbeiter Achtung! und alle in der Filzschuh- und Pantoffelbranche beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. KES Vereins- Versammlung Carl Fitzner ( Möbeltransport- Arbeiter) am Donnerstag, den 23. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 26. d. M., Nachm. 5 Uhr, vom Trauer: hause, Fehrbellinerstr. 19a, nach dem Zionstirchhof in Weißensee statt. 2495b 2496b Frol. Schlafftelle verm. Matthey, 24976 Jede Nähmaschine Brinzessinnenstr. 27. reparire unbedingt gut u. bill., Grſag- Schlafstelle zu vermiethen Stalizer70..., Spulen 20 Pf. Auch theile berechne äußerst bill., Schiffchen straße 46, v. 4 Er. b. Hinz. 24986 Pf. " verkaufe neue Maschinen, beste Qual., Gut möbl. Schlafst., 2 Fenster, Einsehr preiswerth. Empfehle den 042/11 Hofrichter. Parteigenossen, ble michangang sep., Brizerstr. 12, v. 2 Tr. b. u W. Maaske, Schwedterstr. 31. Bitte genau auf die Nr. zu achten. ähmaschine, Bettstelle, Matrage, Um zahlreiche Betheiligung ersucht Rinderwagen, Sophatisch, Feldlaube, Der Vorstand. Nachruf! Das Mitglied des sozialdemokratischen Wahlvereins des 6.Berliner ReichstagsWahlkreises Andreas Wedel, Drechsler, verstorben am 14. 8. 94 zu Brotterode. 279/3 Der Vorstand. Bei der Beerdigung meines Mannes für die Sammlung von 21,40 M. sage ich allen Kollegen meinen herzlichsten Dank! Wwe. Frau Böhlke, Wilhelmshavenerstr. 27. 2562b Achtung! Süd- Ost. Infolge eines Versehens ist in der gestrigen Veröffentlichung der Liste jener Wirthe, welche boykottfreies Bier führen, der Gastwirth Kabelib. Grünauerstr. 35, vergessen worden; folgende Wirthe wohnen nicht GrünauerStraße, sondern Grünauerstr. 35, Kabeliz. Kottbuserstr. 6, Hübler. 10a, Gimmler. 1, Fellner. " 8, Stehr. 4, Wendt. " " 9, Ramphausen. In dem gestrigen Gastwirths- Veram Montag, den 27. August 1894, Abends 82 Uhr, zeichniß muß es unter 4. Wahlkreis bei Röllig, Ner: Friedrichstraße 44. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Mattutat über: Die Kartelle und die Gewertschaften. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 125/3 Es ist Pflicht eines jeden Kollegen und Kollegin, in dieser Versammlung Der Vorstand. J. A.: A. Jänsch. zu erscheinen. Tabakarbeiter und Tabakarbeiterinnen. Dienstag, den 28. August, Abends 812 Uhr, bei Nieft, Weberstrasse 17. 239/7 Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten J. Auer. 2. Bericht der Gewerbegerichts Beisitzer und Aufstellung der neuen Kandidaten. 3. Bericht des Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission und Neuwahl desselben. 4. Rechnungslegung der Kommission und Beschlußfassung über eine wirksame Entfaltung der Agitation. Die Kommission der Tabakarbeiter. Lackirer! Große öffentliche Versammlung am Montag, den 27. d. Mts., Abends Punkt 8/2 Uhr, in Deigmüller's Saal, Alte Jakobftr. 48a. am Lohmühlenweg zu verkaufen. 9559b Krüger, Guvrystr. 35. Restauration, wöchentl. 8 halbe T. Bairisch, 2 halbe. Weißbier, für 900 m. verkäuft. Näheres Mulachstr. 9, Cigarren- Laden. 2553b Bergstr. 74a, Mittagtisch 30 Pf. Leber, Karbonade, Rührei, Braten, Kartoffeln 25 Pf. 2555b Möbel, Betten, Kleidungsstücke 2c. nehmen jederzeit zur Auftion an, auch wird auf Wunsch Vorschuß gegeben. 25076 Timme& Werther, Auftionat., Oberwasserstr. 12a. Charlottenburg. Kaninchen, zur Zucht und zum Große gut gepflegte, gesunde Schlachten, find billig zu verkaufen. Straße I, Haus Alte, hinter der Stadtbahn an der Leibnizstraße. 2453b Kinderwagen. # Kasten, Leiter und Sport Wagen. Größtes Lager Berlins. Fabrikpreise. Stets das Neueste auf Lager. Keine Marktschreierei. Theilzahlung gestattet. Musterbücher gratis. Auch stehen alte Wagen zum Verkauf. 53 Andreas- Straße 53 parterre und 1. Etage. Swinemünderstr. 45/46. Billige 5721L* 25026 Frol. Schlafft. zu verm. Naunyn= straße 90, 4 r., b. Ww. Meyer. Genosse sucht Theilnehmer zum möbl. 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Dit) heißen: Bogel, Elbinger freundl. Wohnungen. Borderh.: 2 und Girafftr. 34, 5. 2 Ir. L ( Oft) straße 9, nicht 7. Verein deutscher Schuhmacher Filiale 3. Versammlung Montag, den 27. August, Abends 81/2 Uhr bei Werner, Bülowstraße 59. " Vortrag des Roll. 3unter über 3 Tr. zwei 2fenftrige Stuben u. Küche 315 M. und 330 M., Hinterh.: Stube u. Rüche 162 M. Näheres b. Verw. 45 Sehr billige Wohnungen, Stube u. Küche, Wasserl. u. Closet, von 48-54 Thlr. Rigdorf, Prinz Handjerystr. 50. Eisen.- und PferdebahnVerb. nach allen Richtungen. 2450b M. Schlafft. f. 1 S. Manteuffelstr. 92, v. 2 Tr. 1. 2560b E. Schlafft. f. H. zu verm. Reichenbergerstr. 52 Hof 4 Tr. r. 2561b Eine freundl. möbl. Schlafft. f. Herrn straße 7, v. 3 2524b Schlafft., Preis 6 M., b. Möschte, 2526b Königsbergerstr. 1, 4 Tr. Materialismus Diskussion u. Ber- Wohnungen Prestige. 223 au perm. b. Eckhardt, Prinzessinnen eins- Angelegenheiten. Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. 222/7 Berliner Aquarium. 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Tages Ordnung: Berichterstattung vom Bekleidungsindustrie- Kongreß in Erfurt. Berichterstatter: Kollegen W. Schulze und J. Timm. Die Agitations- Kommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Nach beendeter Inventur Prenzlauer Allee Kleine freundliche Wohnungen per 1. 10. 94. Grünauerstr. 25.[ 25186* Swinemünderstr. 73 Kleine und Mittelwohnungen billig zu verm. Frol. Wohnung Stube u. Küche v. Schlafft. f. Schuhm. z. v. Schüßen3 Tr., am Wasser, z. verm. Kottbuserstraße 15, 3 r. 1. bei Plöger.[ 2573b Ufer 52. Frol. Schlafft. Adalbertstr. 72, Agb. II, r. 25436 Möblirte Schlafstelle, Fürstenberger straße 8. 2 Tr. I. Ww. Eibenstein. Freundl. Schlafft. f. Serren, sep. Ging. zu verm. bei Dieter, Grünauerstr. 25. straße 68, v. 4 Tr. Möbl. Schlafft. b. Schwarz, Wiener 2552b Freundl. Schlafft. f. Herren, Mark grafenftr. 8, Hof 2 Tr. Hummel. Möblirte Schlafstellen für Herren. Wienerstr. 1/6, 8. Aufg. 4 Tr. r. Schlafz. m. offn. Balkon u. Benuz. d. Badeeinricht. an 2 H. zu verm. 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Auch in zwölf Monatsbänden à 60 Pf.( 120 Seiten, 5 Illuftrationen; hochelegante geschmackvolle Einbanddecke.) Die Tendenz des Werkes ist: den volksvergiftenden Colportageroman, welcher in hunderttausenden von Exemplaren auf den Markt ge= langt und unendliche Verwüstungen in der Boltsseele anrichtet, zu ver drängen und durch eine prinzipielle Romanliteratur zu ersehen, die das Volt zum Denken erzieht, sich aber freihält von liebedienerischer Verhérr lichung der Ideen und Einrichtungen der bürgerlichen Klasse. Das Werk ist vor allen Dingen für indifferente und Frauen- Kreise geschaffen und wandelt die Bahnen der modernen Literaturströmung und des Sozialismus. Aus dem Inhalt der ersten Serie heben wir hervor: aigni Ein Arbeiterroman in zwei Theilen von Emil Frühlingstürme! Rosenow. Es ist ein Stück moderner Arbeiterbewegung, welches uns in diesem überaus flott und spannend geschriebenen Roman vorgeführt wird, dessen größter Vorzug der ist, daß sein Verfasser weiß, was er will und vor allen Dingen ein prinzipielles Buch geschrieben hat. Gleich einem frischen träftigenden Winde durchweht die sozialdemokratische Weltanschauung daz Wert, ohne sich aufdringlich oder gesucht zu zeigen. Wenn einmal der Verfasser in der Schilderung seiner Individualitäten eine Pause macht, hört der Leser die moderne Arbeiterbewegung vorüberfluthen. Er sieht die Arbeiter im Lohnkampfe mit einem übermächtigen Kapitalisten und sieht, wie es ihnen schließlich gelingt, ihn im politischen Rainpfe zu stürzen. Es ist lebendige Gegenwart, die sich uns in diesem Roman zeigt. Nach Sibiren verbannt! Erzählung aus dein Leben der russischen Gesellschaft von Friedrich Thieme. Bei Veröffentlichung in Arbeiterblättern hat diese ausgezeichnete Dar stellung russischer Willkürherrschaft ungetheilten Beifall gefunden, so daß wir mit dieser, vom Verfasser durchgesehenen und verbesserten Buchausgabe vielen Wünschen entgegenkommen. Die Schicksale der Mitglieder des Bundes der Freimüthigen, der unglücklichen Familie Sidorski, des charakterstarken Felix Volkhofsky vermögen jeden Leser zu interessiren. Namentlich die Schilderungen der russischen Judenverfolgungen, des Unter suchungs- und Verschickungssystems auf administrativem Wege, die Greuel der Gefangenschaft in Sibirien und der Zwangsarbeit in den Minen von Rara sind meisterhaft gegeben. Dabei hat sich der Verfasser von sensationellen Uebertreibungen ferngehalten, so daß sein Buch durchaus lebenswahr ist. Die Drohnen der Gesellschaft! Roman aus dem Wiener Leben von Leo Norberg. " Großstadt- Romane sind viele geschrieben worden, deren Verfasser ihre Unfähigkeit Charaktere und wirkliche Volkstypen zu zeichnen, durch selbst gefällige Hervorkehrung ihrer Lokalkenntnisse zu verbergen suchten. Der Verfasser aber, der längst einen Namen von literarischem Klang hat, kennt Wien wirklich. Er fennt nicht nur die Gesellschaft", er tennt das Wiener Leben. Und so schildert er uns Typen. Adelige Nichtsthuer, deren Beschäftigung der Sport ist, raffgierige Kapitalisten, blasirte Lebemänner, die genußsüchtigen Damen der Bourgeoisie die ganze Wiener Gesellschaft" fin de siècle. Daneben sehen wir das zertretene Proletariat in seinem Kampf um die Existenz. Gleich der Beginn des Romans, der Gerüfteinsturz an einem Neubau, aus dessen Trümmern m man die Proletarier mit zerschmetterten Gliedern hervorholt, hat ernsten sozialen Hintergrund. Dabei zeichnet sich der Roman durch eine außerordentlich lebhafte Sprache aus und ist höchst aktuell. Roman von Kristofer Janson. Die Kinder des Millionärs. Autor. Ueberfegung v. Ernst Brause wetter. Der berühmte norwegisch- amerikanische Schriftsteller ist in deutschen Arbeiterfreisen fast unbekannt. Er hat als Wanderlehrer und Vorfämpfer für die sogenannten Volks- Hochschulen gewirkt und wandelt als Lyriker, Novellist und Dramatiker in den Bahnen Björnson's. Obiger Roman ist eines seiner besten Werke, um nicht zu sagen sein bestes Wert. Es spielt in Minneapolis in Nordamerika und zeigt uns die Uebermacht eines strupellofen tapitalistischen Barvenüs und die völlige Rechtlosigkeit der breiten Volksmassen. In spannender Weise wird hier die Frauenfrage, die Frage der geistigen Erziehung der Jugend, die Arbeiterfrage in freiheitlichem Sinne behandelt. Ein gewaltiges, packendes Wert, welches bei dem Leser einen tiefen Eindruck hinterläßt. Außer diesen Romanen veröffentlichen wir noch Beiträge von obengenannten Mitarbeitern und mustergiltige Hebersetzungen aus fremden Zungen. 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Würde der Ring, heute nochmals vor was er gethan; ganz allein Herr im Hause zu sein, die Wahl gestellt, einen derartigen Kampf mit seinen un- ist für die Dauer auch nicht angenehm( Heiterkeit), berechenbaren Folgen vom Zaune zu brechen, die Sache jetzt sehen sie, wie jener Professor, gar zu Viele, die nicht da gewiß zwei Mal überlegen. sehr die gesammte sind, und das werden sie schon mit der Zeit begreifen, daß wir Arbeiterschaft den Kern der ganzen Sache richtig erfaßt hat, geht gegen unanständige Gegner auch die vollste Rückauch daraus hervor, daß keine Stimme in unserem Lager laut fich tslosigkeit walten lassen können.( Beifall.) Die geworden, welche den Boykott als verfehlte Maßregel hingestellt" Saalsperre" nehmen wir, was ihren Effekt betrifft, nur lächelnd hätte. Einmal in die Arena gedrängt, zum Kampfe gezwungen, mit in den Kauf, denn ohne Zweifel haben wir auch in diesem verlassen wir den Kampfplatz auch nicht früher, bis einer der Kampfe den längsten Athem und wenn Rösicke in seinem letzten Gegner auf der Strecke bleibt; es giebt kein Zurück mehr, es Birkular sagt, der Kampf kann lange dauern, so sind wir auch giebt nur ein:„ Vorwärts!" damit einverstanden. Wir unterstüßen unsere Ausgesperrten und führen den Boykott so lange mit Zähigkeit durch, bis der Gegner mürbe und damit zum Frieden bereit ist.( Stürmischer Beifall.) " Mit der Erörterung dieser Tagesordnung beschäftigten sich am Freitag Abend 37 Versammlungen. Von diesen tagten 30 in Berlin und 7 in den Vororten. Allgemein war der Besuch ein sehr guter, nur in zwei oder drei kleineren Lokalen war die Betheiligung feine besonders rege; dem gegenüber wiesen aber die anderen Lokale einen um so stärkeren Zuspruch auf, so daß deren Absperrung schon sehr zeitig erfolgte. Wenn auch die Versammlungen zum Theil in für Berliner Verhältnisse kleinen Nicht wie bei einem Streit, wo die soziale Stellung Lokalen tagten, die Gesammtzahl der Versammlungsbesucher war der Einzelnen gefährdet ist, bedarf es hier großer per gewiß nicht geringer als diejenige zu Anfang des Boykotts; und die sönlicher Opfer: das Proletariat wirkt hier durch seine stille Hoffnung unserer Gegner, der Boykott würde versanden, 3 a hl. Sind die Chancen auch dort für uns ungünstig, wo der wegen seiner Wirkungslosigkeit ganz im Geheimen aufgehoben Umfang des Geldbeutels entscheidet, so ist hier, wo die Stärke in werden, ist gewiß dem tiefschmerzlichen Gefühl gewichen, daß es der Zahl liegt, die Sache für die Arbeiterschaft so vortheilhaft, daß bei den sozialdemokratischen Arbeitern in Verfolgung der von es nur der Ausdauer bedarf, um den Sieg an unsere Fersen ihnen gesteckten Biele und Aufgaben kein Rückwärts, sondern nur zu heften. Wenn es darauf ankäme, wer am meisten Kapital einein Vorwärts giebt. büßen kann, würden die Millionen der Gegner triumphiren, so tritt aber aber der Arbeiter als Konsument auf den Plan: das giebt den Ausschlag. Der Feind ist riesenstart," wie der Dichter singt, und troh ungünstiger Geschäftsperiode hat die Brauerei Schultheiß bekanntlich im vorigen Jahre noch lo pet. DiviEinen Kampf, geführt in solchem Umfange und mit solcher dende erzielt aber ein so dickes Fell wie die Bourgeoisie im Energie, wie diesen Bierkrieg. hat Deutschland jedenfalls noch allgemeinen auch hat, sie ist doch sehr feinfühlig in puncto nicht erlebt. Grundfalsch ist es, und nicht oft genug fann das Profit. Verdienen wird groß geschrieben und wenn eine betont werden, daß die Arbeiterschaft diesen Kampf weder ge- Nachricht den Ringinteressenten unangenehm war, so gilt das wünscht noch vorbereitet hat, um, wie das beliebte Schlagwort von der Ankündigung der 13 pGEt. Schultheiß- Dividende. Unsere lautet eine Kraftprobe zu machen". Aktien können nicht fallen, die Gewißheit haben wir und damit auch das größte Uebergewicht gegenüber unseren Gegnern. In den vom Ringe ausgehenden Erklärungen" verschmäht man es nicht, das in der Puttkamer'schen Aera viel gebrauchte Wort von der Untergrabung der Existenz" durch die böse Sozial demokratie wieder aufzufrischen. Die jetzt gestellten Bedingungen, unter denen die Brauereien doch schon einige Jahre geschmachtet" haben( Arbeitsnachweis 2c.), tönnen aber doch unmöglich schlimme Wirkungen zeitigen, wenn dabei so hohe Dividenden gezahlt werden konnten. Das ist die Untergrabung der Existenz der Brauereien! Jedenfalls denkt in der Katzbachstraße Niemand daran, Brauereidirektor zu werden.( Heiterkeit und Beifall.) Welcher Widerspruch besteht im Weiteren darin, daß in der Erflärung vom 16. Mai die Entlassung" der 20 pCt. als Nothwehr hingestellt wird, während Rösicke im Zentralblatt" nachher von 15 pet. und die inspirirte National- Zeitung" sogar blos von 11-12 pt. spricht, die wegen der Beendigung der Mälzereiperiode auf die Straße gesetzt werden mußten. In welchem Lichte erscheint diese Heuchelei, diese Umwandlung der Fanfare in eine Chamade freilich ist das nicht die einzige und nicht die gröbste Lüge.( Sehr richtig.) " Wer von den Sozialdemokraten hätte das voraussehen können, daß dieser Sommer unter dem Zeichen des Bierfrieges stehen würde! Niemand! Ob in bezug auf die Brauereien dasselbe zutrifft, darf allerdings noch bezweifelt werden. Notorisch ist, daß in den Kreisen der Letzteren das Abkommen vom Jahre 1890, wo den Brauerei- Arbeitern gewisse höchst bescheidene Rechte eingeräumt waren, immer als eine sehr unbequeme Last empfunden ist. Konstatirt muß ferner werden, daß, als der Rampf entbrannt war, von unserer Seite nicht unversucht geblieben ist man ging bis an die Grenze des Entgegen tommens, um feinen gewissermaßen anständigen Ausgleich herbeizuführen. Durch den Vorwärts", der in diesem Falle feine Schuldigkeit voll und ganz gethan und den Kampf mit Geschick und Umsicht führt, sind wohl Alle darüber unterrichtet, welche Erfolge bis jetzt zu verzeichnen sind. Gegenüber den 31 verrufenen" haben wir 19 ringfreie Brauereien, welche den Berliner Arbeitern gern ihre Produkte ablassen, abgesehen von den vielen auswärtigen Brauereien, die vordem schon Niederlagen in Berlin errichtet hatten. Mit Stolz tann die kämpfende Schaar der klassenbewußten Arbeiter auch darauf verweisen, daß weit über 2000 Gastwirthe 2c. sich von dem Ringbier emanzipirt haben, trotz der folossalen Schwierigkeiten, welche gerade hierbei zu überwinden waren. Wer jetzt noch ein wirit, man habe nicht genügend boykottfreies Bier, verdient ausgelacht zu werden. Der Plan des großen Röficke, das Bier von Berlin fernzuhalten und die norddeutsche Brausteuer Gemeinschaft den Zwecken des Ringes dienstbar zu machen, ist Sonntagsplauderet. " " " In allen Versammlungen wurde nachfolgende Resolution vorgeschlagen und angenommen: Resolution: Da der Brauereiring bei seinen Feind feligkeiten gegen die organisirte Arbeiterschaft Berlins beharrt, erklären sich die am 24. August versammelten Arbeiter von Berlin und Umgegend einverstanden mit der Fortführung des Boykotts der Ningbrauereien, und verpflichten sich, durch unablässige Agitation den Boykott in immer weitere Volfskreise zu tragen, sowie mit aller Kraft dahin zu wirken, daß kein Ringbier mehr von den Arbeitern und Arbeiterinnen Berlins getrunken wird. Die Versammlung erklärt ferner, energisch dafür eintreten zu wollen, daß diejenigen Wirthe und Saalbesitzer, die sich zu Helfershelfern des Brauereirings hergegeben haben, jed. weder Arbeiterkundschaft verlustig gehen. Wir geben in folgendem nunmehr unseren Lesern über den Besuch der Versammlungen einen kurzen Ueberblick. Die bei Röllig, Neue Friedrichstraße, tagende Versammlung war von 300 Personen besucht. Das Referat des Genossen Borchardt wurde mit großem Beifall aufgenommen und nach kurzer Diskussion gelangte die Resolution einstimmig zur Annahme. Im Mehlhaus am Kupfergraben referirte Genosse Mattutat, dessen treffende Ausführungen über den Stand des Boykotts oft von lebhaftem Beifall unterbrochen wurden. Die von 350 Personen besuchte Versammlung nahm dann die Resolution einstimmig an. Die Tellersammlung, welche am Schluß der Versammlung fortgesetzt wurde, soll den ausgesperrten Brauerei- Arbeitern überwiesen werden. Der Saal des Märkischen Hofs", Admiralstr. 18c ( Möhring), laut polizeilicher Schäßung 500 Personen fassend, war ebenfalls bis auf den letzten Platz gefüllt. Stadtverordneter Theodor Mehner verstand es in ausgezeichneter Weise, die Eine ganze Reihe von Alberaheiten sind von der gegnerischen Versammelten zu überzeugen, daß die Arbeiterschaft absolut keine Bresse verübt worden, so z. B. das hysterische Zetern nach der Ursache habe, an dem endlichen Siege ihrerseits in diesem Kampfe Polizeihilfe und nach dem Bruder Staatsanwalt. In partei- zu zweifeln. politischer Hinsicht ist es außerordentlich interessant, wie diese Im Lokai von Kraay, Schönleinstr. 6, referirte Genosse Schüßer des Mittelstandes" bestrebt sind, um wenn auch ver- Antrick, oft von zustimmenden Beifallsäußerungen unters geblich dem Großkapital den Sieg zu verleihen. Von den brochen. Da das Lokal nur etwa 200 Personen faßt, so mußten Saalbesitzern bereut jetzt schon der größte Theil das die später Erschienenen dem Vortrage vom Hof aus durch die M philiftrösen Vorwurf von ihm zu kosten bekommen: Nix den sollen, aufzustellen. Die Bewunderer des staunens. möcht er, als grad saufen möcht er! werthen Werkes rufen Hallelujah! nun komme noch einer Was ist im Grunde die Forderung, der Arbeiterschaft und sage: Wir Freifinnigen haben uns nicht „ Gegen das Interesse hilft keine Disputation!" So den ersten Mai als Feiertag zu belassen? Ist das Ver- von Sankt Manchester entfernt! Wir wären nicht rief Lassalle in einem Briefe aus dem Jahre 1863 aus; langen so unbändig, solch himmelschreiendes Verbrechen? wagemuthig! Wir sind wagemuthig, mit außer und das Wort gilt heute mehr denn je. Man mag das Und was haben sich schon für Verwicklungen ergeben, weil ordentlicher Bedachtsamkeit, heißt das. Rect sind Vernünftigste vernünftig erörtern, man mag auf sein Recht das Klasseninteresse der Besitzenden auf keine verständige wir vom starren Manchesterthum abgesprungen, natürlich pochen, so klar und unantastbar es sei: wer im Besitz ist Erwägung hören will und sich durch die Maifeier beleidigt nicht in sozialistische Abgründe hinein, sondern ein und stumpf seinem Klaffeninteresse folgt, der wird gegen wähnt! Die auf die Majestät des geheiligten Eigenthums Schrittchen oder zwei seitwärts, von wo wir immer noch Recht und Vernunft sein Ohr sich verstopfen. Gegen schwören, sind sofort entsetzt und schreien: Wir sind pro- bei gelegener Zeit frisch- fröhlich zurückhüpfen können. Das das Interesse hilft keine Disputation. Jeder neue vozirt, Richter und Büttel herbei gegen die Provokanten, eine und das zweite Schrittchen aber ist so manchem Tag bringt neue Belege für diese Wahrheit. Wo wenn die Arbeiterschaft einmal selbst nur von ihrem schwer Vorwärtsstürmer in der freisinnigen Partei noch immer sich, wie in unserer Bourgeoisie, die anarchische errungenen Recht Gebrauch macht, um freier aufathmen zu zu wenig. Sie fühlen Heldenmark in ihren Gliedern, die Freiheit, aus seinent Nebenmenschen unumschränkte Vor- fönnen. Die Bierkönige Berlins haben ihr Gewohnheits- Arnold Perls und Vollrath, die einstmals so demüthig, so theile zu ziehen, zum Gewohnheitsrecht ausgebildet hat, da recht", mißliebige Arbeiter zu entfernen, immer als etwas schwärmerisch verzückt zum Donnerer Eugen aufblickten wird jeder Versuch, der Allgemeinheit Menschenrechte und Selbstverständliches hingenommen, und jetzt, da die Berliner und möchten gern ein drittes Schrittchen wagen! Ei ja, Menschenwürde zu erobern, wie eine Rebellion angesehen Arbeiterschaft die Macht in sich fühlt, durch den Boykott sie sind's im Stande, die Titaniden der Partei. und bestraft. Oft, wenn ich Großbürger oder selbst Meister die Unbill, die unausgesetzt ihren Genossen widerfuhr, wett- Dem wuchtig vorwärts brängenden Proletariat erscheint fleiner Betriebe über die empörende Widerborstigkeit und zumachen, da auf einmal soll alle Moral auf den Kopf ge- der freisinnige Froschmäuseler Krieg wie ein kurioses Begehrlichkeit ihrer Arbeiter" Klagen hörte, war ich mit stellt sein. Da ruft man gegen die schreckbare Verworfenheit Zwischenspiel. Dreißig Jahre sind hingegangen, seit Laffalle's mir im Zweifel, ist es mehr Heuchelei, ist es mehr wirk- und Frivolität Gericht und Polizei zu Hilfe. Und doch Mund auf immer verstummt ist. Seine Auflagen gegen die liche naive Empörung, was sie äußern; und ich hatte konnten Polizei und Gericht selbst im Lande des bornirtesten deutsche Bourgeoisie und deren linken Flügel, die Fortzum Schluß doch die Empfindung, daß ihr Zorn gegen Klasseninteresses, im Musterland Sachsen, die sonderbare schrittspartei, klingen heute noch so, als ließen sie die Rebellen minder geheuchelt sei, als daß als daß er„ Moral" der Besitzenden nicht retten. Herr Bier die lebendigste Nuzanwendung für die Gegenwart zu. Die vielmehr dem Unvermögen entstamme, selbstverständliche und Herr Gerlach im frommen Dresden sammt Warnungen Lassalle's, je etwas Energisches von dieser Rechte anderer Menschen anzuerkennen. Jener Bier ihrem Anhang werden freilich nach nach wie vor die Seite zu erwarten, leben heute fest eingegraben im Bephilister in München, in dessen Seele der Dichter und Hände über dem Kopf zusammenschlagen und weh- wußtsein des gesammten Proletariats. Illustrator Busch geschaut hat, als Busch noch nicht flagen: So giebt es denn keine Gerichtsstätte in Deutsch- Wenige Tage noch und die Arbeiterschaft feiert die Erpietistischen Anwandlungen ergeben war und irdische Dinge land, die sozialdemokratischen Frevlern, wie diese Eichhorn innerung an Lassalle, der ihr am 31. August 1864 entrissen noch in freiem Humor zu betrachten verstand, ist der und Findeisen sind, das Handwerk legen könnte. Die ward. Von allen Leuten, die leidend und handelnd in dem Typus dieser naiven Poltrone. Breit und behäbig hat er staatliche Autorität hat doch gewiß alles versucht, was sie gewaltigen Kampf des Proletariats, der unserer Zeit auf dem Bierkeller sich niedergelassen und reichliches Essen uur versuchen konnte, sie hat die sozialistischen Verbrecher" bas charakteristische Merkmal leiht, auftraten, steht mit reichlichem Naß befeuchtet. Im süßen Bierdusel ver- sogar über 2 Monate im Untersuchungsgefängniß festge- Lassalle der proletarischen Volksseele wohl menschsunken sitt er da und ein dürftiges Menschenkind tritt an halten, was verzwickte Juristenparagraphen nur bieten können, lich am nächsten. Gie umfaßt sein Charakterbild, ihn heran und spricht ihn um ein paar Pfennige an. Das wurde aufgeboten, man scheute sich, die Anklage völlig in sein heißaufloderndes Temperament, seine Irrthümer selbst wurmt ihn und stört des Mannes Behagen. Auf springt nichts zusammenbrechen zu lassen und sprach die Angeklagten und seine allzu menschlichen Schwächen mit poetischer er und wird puterroth im Gesicht und herrscht den frei, blos aus Mangel an Beweisen", wie der merkwürdige Empfindung gleichsam. Das Jünglingshafte in Lassalle armen Schelm an; und er, der selber etliche Sächsische Urtheilsspruch indirekt lautete; und trotzdem werden erquickt ihre Phantasie. Der moderne Feuergeist ist diese wohlgefüllte Maße hinter die Binde gegossen hatte, die Herren Bier und Genossen den Dresdener Richtern nicht Bollsscele, die sich vielleicht vor größerer männlicher spricht voll polternden Grolls die tlaffischen Worte: Nix dankbar sein. Die nichtsnußigen Boykotterklärer à la Gewalt und Entschiedenheit in scheuer Ehrerbietung verneigt, möcht er, als grad saufen möcht er! Eichhorn und Findeisen müßten verbrannt werden, auf weil in zärtlicher Liebe zugethan; und wo immer forschende Darum ist nichts lächerlicher und kleinlicher, als die daß ein abschreckendes Exempel statuirt werde, wie es Kritik im Leben und Geist solchen Feuerkopfes Mängel und Gebete und Beschwörungen andächtiger Schwärmer, die den in der Sprache der großen und der kleinen Bourgeoisie Einseitigkeiten entdeckte, solche Liebe breitet freudig den Interessenten predigen: Fügt nicht zu eurem reichen Besitz heißt. Mantel der Vergebung darüber. noch trasse Brutalität. Sänftigt durch Wohlthaten die In demselben Brief, in dem Lassalle's Stoßseufzer vor- Was scharfäugige Gegnerschaft, was nie rastende BösErbitterten. Und zu den Enterbten sprechen sie begütigend: kommt: Gegen das Interesse hilft keine Disputation, beklagt willigkeit über Lassalle ausgestreut haben mochte, die Wärme, Fordert bescheiden und Euch wird gewährt werden. Ob es Lassalle, daß dank der Beschaffenheit der deutschen mit der Lassalle's Angedenken gehegt wird, vermochten sie bescheiden, ob unbescheiden, das ist aber vor dem Klassen- Bourgeoisie noch 15 Jahre nach 1848 eine Partei wie nicht in faltes Mißtrauen zu wandeln. Wollte einer ein interesse einerlei. So lang der proletarische Kämpfer nicht die Fortschrittspartei möglich war. Welch bitteren überheroisches Maß an Lassalle anlegen, so würde man ihm mit Macht und Nachdruck seine Forderung aufstellen tann, Hohn, welch grimmige Satire würde Lassalle über abwehrend entgegnen: wir wollen gar nicht, daß er uns so wird er, mag seine Forderung auch ein Gebot die bedaueruswerthe Klitterung ergießen, sich wie Kleisten's Prinz von Homburg vom Brandenburger der bescheidensten Humanität sein, in der Regel Programm der freisinnigen Volkspartei nennt, wenn Lassalle Kurfürsten spricht, starr wie die Antike entgegentritt". ein starres Nein" als Antwort vernehmen. Er wird heute noch lebte! und was muß es dabei für Mühe ge- Sein menschlich Maß hat ihn von je uns theuer gemacht, sich unmännlich demüthigen, wie der arme Teufel vor dem fostet haben, die verwaschenen Kompromißverträge, die nun den todten Mann auf dem Juden- Friedhof zu Breslau. progigen Münchener Bürger, und wird doch nur den auf dem großen Parteifongreß zu Eisenach berathen wer die Alpha, Wohl über 200 Personen hatten sich in Specht's 2otal, Martgrafen str. 83, versammelt. Die Referentin, Fräulein Wabniß, führte den Anwesenden das Vorgehen der Bierprogen vor Augen. Das bisherige Verhalten der Arbeiter habe diesen Herren aber gezeigt, daß sie es mit einer Macht zu thun haben, mit welcher sie rechnen müssen. Giebt doch selbst ein Theil der noch wenigen angestellten Ringbierfahrer zu, daß der Boykott doch unangenehm wirke. Dies aber sei nur dem Solidaritätsgefühl der gesammten Arbeiterschaft zu verdanken. Trotzdem der Vorsitzende die anwesenden Gegner, Antisemiten, aufforderte, sich zum Wort zu melden, zogen sie es vor, das größte Stillschweigen zu bewahren. Bei Heise, Lichtenbergerstr. 21, sprach Genosse zu Millarg vor ca. 100 Personen. Die Resolution wurde ein- Schwarz stimmig angenommen. " " geöffneten Fenster zuhören. Den anfeuernden Worter des Re-| waren nach dem Elysium hinausgepilgert, wo um 9 Uhr stimmigen Annahme. Es wurde dann noch darauf hingewiesen, ferenten zur energischen Durchführung des Boykotts und der Abends der Reichstagsabgeordnete Auer unter allgemeiner Auf- daß auch der Gastwirth Jbert zu Hohen- Neuendorf neben ringSaalsperre folgte stürmischer Applaus und die einstimmige An- merksamkeit das Wort ergriff. Wiederholt wurden die packenden freiem auch Boykottbier schänke. Beide Lokale find als gesperrt nahme der Resolution. Schilderungen des Redners von Beifallsstürmen unterbrochen. zu betrachten. Auf Antrag Schüler's verzichtete man auf jede Diskussion In Charlottenburg tagten zwei Versammlungen. und trennte sich, nachdem alle Anwesenden durch Handaufheben Die Versammlung in Triefethaus Salon war mäßig dafür eingetreten waren, daß der Boykott seinen Fortgang nimmt. besucht. Das Referat hatte Genoffe Täterow übernommen. Bei Bolzmann. Lichtenbergerstr. 16, füllte sich Jm Saale des Etablissements Bismarckshöhe" waren der Saal erst in später Stunde. Hier hatte Genosse Faber etwa 1000 Personen versammelt. Hier referirte der Genosse das Referat. Nachdem die Resolution mit allen Stimmen an Wa ch. Die Aufnahme des Referats, welches zur energischen genommen war, wurde ein weiterer Antrag, diejenigen Säle, Weiterführung des Boykotts und zu reger Agitation für denwelche am 1. September noch nicht frei sind, auf ein Jahr zu selben ermunterte, bewies, daß man auch in Charlottenburg sperren, der Lokalkommission zur Erwägung überwiesen. durchaus nicht daran denkt, den Boykott einschlafen laffen. Der in der Diskussion vom Genossen den Bauarbeitern gemachte Vorwurf, nicht im erwünschten Maße boykottfest zu sein, wurde seitens Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Saal bei In Nieft's Salon, Weberstr. 17, referirte Genosse einiger Genossen aus dem Baugewerbe mit der Begründung Poppe, Lindenstr. 106. Sämmtliche Tische waren entfernt Gerisch vor einer sehr start besuchten Versammlung. Nach zurückgewiesen, daß es in jedem Beruf große Massen. In und dafür alle Gartenstühle im Lokal untergebracht. Trogdem einer lebhaften Debatte fand auch hier die Resolution einstimmige differenter gebe. Genosse Siegerist verwies auf die Wirkungsmußten viele von den Anwesenden den Vortrag der Frau Annahme. Es waren ca. 500 Personen anwesend. Tofigkeit der Machenschaften mancher Unternehmer, welche Greifenberg stehend anhören. Die Ursachen des Boykotts Im Swinemünder Gesellschaftshause war der den Ring" unterstüßen möchten. Bei Siemens u. Halste nur kurz streifend, ging die Referentin des näheren auf die Andrang wieder ein geradezu beängstigender. Um 8 Uhr Abends zum Beispiel seien vor dem Boykott in der Kantine Saalverweigerer ein. Den anwesenden Frauen legte die Vor- wurde das Lokal bereits gesperrt, wohl an 800 Personen, Frauen des Konsums" täglich acht Tonnen verzapft worden, jetzt tragende ans Herz, mehr denn je den Männern treu zur Seite und Männer, füllten die oberen Räumlichkeiten. Viele hatten würden höchstens 11/2 Tonne verbraucht und das Bier fließe zu stehen, damit die Niederlage der Bierproben eine absolute das Lokal, aus dem Tische und Stühle entfernt worden waren, meistens in die Kehlen der vielen Beamten des Riesenbetriebes. schon vor der durch verspätetes Eintreffen des Referenten unlieb- Anderes Bier für die Kantine zu erlangen, sei den Arbeitern Der große Saal der Arminhallen konnte die fam verzögerten Gröffnung der Versammlung wieder verlassen, nicht gelungen, gescheitert am Widerstande der Fabrikleitung. hinzuftrömenden Massen nicht fassen. Es mochten ungefähr Hunderte fanden keinen Einlaß. An den mit großem Beifall Sämmtliche Redner traten für die energischste Fortführung des 900 Personen sein, die dichtgedrängt Saal und Nebenräume aufgenommenen Vortrag des Genossen Borgmann fnüpfte sich Boykotts ein, die Resolution fand einstimmige füllten. Die Flügelthüren zum seitwärts gelegenen Gartensaal eine lebhafte Diskussion und fand die Resolution zu gunsten Annahme. Als dritter Punkt stand auf der Tagesordnung waren weit geöffnet und Kopf an Kopf stehend hörten die An- des Bierboykotts einstimmige Annahme. der Versammlung„ Der Streit der Weberinnen in der Fabrik wesenden aufmerksam dem Vortrage des Genossen Bruhn 3 Das Jägerhaus( Schönhauser Allee 103), einer der vor von Hahn". Genosse Görte fonnte nur feststellen, daß alle über den gegenwärtigen Stand des Bierboykotts zu, um nach geschobensten Posten, war auch diesmal wieder von Frauen und Streikenden zur Arbeit zurückgekehrt wären und zu den vom kurzer Diskussion, an der sich die Genossen Haupt und Männern gut besetzt. Anwesend waren gegen 300 Personen. Fabrikanten aufgezwungenen Preisen arbeiten. Einen Erfolg Grauer betheiligten, der Refolution zuzustimmen. Genosse Robert Schmidt hielt hier das Referat und nahm habe der Streit wenigstens gehabt: die bisher unorganisirten Bei Deigmüller, in der alten Jakobstraße, referirte die Versammlung die vorgesch gene Resolution widerspruchs- Arbeiterinnen begännen sich zu organisiren. Genosse Scharen. Genosse Pötsch vor einer Versammlung von zirka 400 Per- los an. berg berichtete, daß die Sammlungen für die Gewerbegerichtssonen unter lebhaftem Beifall über obiges Thema. An der Im Kelle'schen Lokale, Schönhauser Allee 28, hatten sich, wahlen einen Ueberschuß von 42,25 M. ergeben hätten. Das furzen Debatte betheiligten sich die Genossen Börner und nachdem der Saal möglichst ausgeräumt war, mindestens 500 Ge- Geld wurde dem Wahlverein überwiesen. Tschernig. nossinnen und Genossen zusammengefunden, sodaß die polizeiliche Sperrung des Lokals erfolgte. Das Referat des Genossen Naet her fand jubelnde Zustimmung, die Resolution einhellige Annahme. werde. In der von ungefähr 200 Personen besuchten Versammlung bei Ehrenberg, in der Annenstraße, hielt der Genosse Schöpflin eine feurige Ansprache. Auch hier fand eine turze Diskussion statt, an der sich die Genossen Schweizer, Hoch und Schmidt betheiligten. Fröllig's Salon, Schönhauser Allee 163, hatte nicht allein einen vollbesetzten Saal aufzuweisen, nein, auch der Garten, auf den die Saalfenster hinausgehen, wies einen stattlichen Besuch auf. Die Gesammtzahl kann wohl auf 800 Personen angenommen werden. Alle folgten mit großem Interesse den Darlegungen des Genossen Kiesel und stimmten nach furzer Debatte einmüthig der Resolution zut. Schneider's Salon, Belforterstraße, war gleichfalls polizeilich gesperrt. 7-800 Personen hatten sich im Saale zufammengedrängt. Genosse Stabernad als Referent wußte die Situation trefflich klarzulegen, so daß die Resolution einstimmige Annahme fand. Konzerthaus„ Sanssouci", Rottbuserstr. 4a, vermochte kaum die Hälfte der Personen zu fassen, welche Ginlaß begehrten. Lange vor Eröffnung der Versammlung wurde der Eingang zum Saal, in dem sich ca. 1500 Personen, worunter auch viele Frauen, befanden, mit Schuhleuten besetzt. Den Versammelten bot sich ein genußreicher Abend. Reichstags- Abgeord= neter Richard Fischer geißelte in trefflicher Weise sowohl die Zwangsmaßregeln, mie sie seitens vieler brutaler Unternehmer ihren Arbeitern gegenüber in Anwendung gebracht werden, wie auch die Uebergriffe einzelner behördlichen Organe, welche gegen solche Wirthe versucht werden, die ringfreies" Bier führen, und Im Kolberger Salon, Rolbergerst r. 28, war die forderte zum Schluß die Versammlung auf, troy den Heßereien Versammlung von 800 Personen besucht, welche mit lebhaftem der bürgerlichen Presse in diesem für die Arbeiterschaft so ernsten Beifall dem Vortrage des Genossen A. Hoffmann zuhörten. Kampfe unentwegt auszuharren. Die Versammlung bewies ihr In der Schulstr. 29, Wedding Kasino, referirte vollstes Einverständniß mit dem Referenten durch wiederholten Genoffe Jahn. In dem dicht besetzten Lokale herrschte unter stürmischen Beifall und die einstimmige Annahme der Reso- den Anwesenden eine rege Begeisterung für die Durchführung Lution. des Boykotts. Die Resolution wurde von den ca. 500 Versamm: In Hoffmann's Festsaal, Oranienstr. 180, referirte lungs- Besuchern einstimmig angenommen. Am Schlusse der VerGenosse Friz Hansen vor etwa 400 Personen. Er legte die fammlung erfolgte nochmalige Tellersammlung. Der Ertrag Nothwendigkeit der bisher von der überzeugten Arbeiterschaft in derselben soll den gemaßregelten Brauerei- Arbeitern überwiesen Sachen des Boykotts beobachteten Haltung dar und ermahnte, werden. die Agitation für denselben in immer weitere Kreise zu tragen. Dicht gedrängt standen in Reichert's Festsälen, Ullrich's Vereinshaus Süd- Ost", Waldemar Müllerstr. 7, wohl an 800 Personen. Kein Pläßchen war straße 75, annähernd 500 Personen fassend, wurde gegen 8 Uhr frei. In beredten Worten gab Genosse Vogtherr eine Darpolizeilich abgesperrt. Genosse Dr. Heymann referirte. Wie stellung des gegenwärtigen Kampfes, und erfolgte sodann nach unser Berichterstatter, dem der Zutritt seitens des Polizei- einer regen Diskussion die einstimmige Annahme der Resolution. beamten sonderbarer Weise ebenfalls versagt wurde, nach- Gleichfalls überfüllt war die in der Badstr. 12 im träglich erfuhr, gelangte die Resolution zur einstimmigen An- Vittoriagarten tagende Versammlung. Auch hier standen nahme. dicht gedrängt an 500 Personen. Tische und Stühle mußten beseitigt werden, um dem Andrange zu genügen. Das Referat batte hier Genosse E. Hoffmann übernommen, dessen Mahnung an die Anwesenden, den Boykott überall hoch zu halten, begeisterten Widerhall in der Versammlung fand. Die Versammlungen in den Vororten erfreuten sich gleichfalls eines sehr guten Besuches. In Nixdorf waren beide Lokale überfüllt. Die für Adlershof und Köpenit einberufene Versammlung war von etwa 500 Personen, darunter vielen Frauen, besucht. In der lebhaften Diskussion, die dem Vortrage des Fräulein Baader folgte, sprachen sämmtliche Redner für die fortgesetzte strenge Durchführung des Bierboykotts. Im Kurhause zu Friedenau referirte Genosse Cas per vor einer gutbesuchten Versammlung. " In Brener's Salon, Große Frankfurtersiraße 74, hatten sich 500 Personen, Männer wie Frauen, eingefunden, die den Ausführungen des Referenten Hente mit Intereffe folgten und durch ihren Beifall sowie durch einstimmige Annahme der Resolution ihre Zustimmung beurkundeten. Bet Fiebig, Große Frankfurtersiraße 28, füllte sich der große Saal sehr schnell bis auf den letzten Play. Als man um 81/2 Uhr weiteren Ankömmlingen den Zutritt sperrte, mochten an 1000 Personen anwesend sein. Das Referat hielt Genosse Glode. In der Memelerstraße hatte Albrecht's Salon, der 500 Personen faßt, sich gleichfalls zeitig bis auf den letzten Platz gefüllt. Unter dem Beifall der Anwesenden referirte hier Reichstags- Abgeordneter 3ubeil. Als eine edle Dreiftigkeit ist das Verhalten des Herrn Förster, Gastwirth und Saalinhaber in Reinickendorf, Amendeftr. 1, zu bezeichnen, der in der gestrigen Boykott- Versammlung Ringbier unter falscher Flagge vorsezte. Der Referent Georg Wagner geißelte dies Verhalten in seinem Vortrage, indem er, ebenso wie verschiedene Reinickendorfer und Pankower Genossen, dies Gebahren des Wirthes in einer BoykottVersammlung, als direkten Betrug bezeichnete. Nach Beendigung des Referats und der Diskussion, welche durch obigen Zwischen Mehr als 1000 Proletarier beiderlei Geschlechts fall besonders lebhaft wurde, gelangte die Resolution zur einIn Schneider's Gesellschaftshaus in der Proskauerstraße ( an der Grenze von Friedrichsberg) mochten es 400 Personen sein, die den interessanten Ausführungen des Genossen A. Franke mit Aufmerksamkeit folgten. Restaurant zur Gleichheit, Andreas str. 26, referirte Genosse Wilke. In dem überfüllten kleinen Saale und den Nebenräumen waren ca. 150 Personen anwesend und fand die Resolution einstimmige Annahme. Schlosser u. Maschinenbauer! Von der Reise zurückgekehrt J. Kallmann Lüdeke's Nachflg. straße 18. Sprechst, für Zahnleidende, ununterbrochen wieder von 8 Uhr Morgens bis Die öffentliche Schlosser- und Maschinenbauer- Münzftr. 15 und Kaiser WilhelmVersammlung findet nicht Montag, sondern Dienstag, den 28. August, 174/15 Derlammlungen: Verein deutscher Schuhmacher( Filiale 3). Montag, Abends 8% Uhr, " Materialismus". ersammlung bei Werner, Bülowstr. 59. Vortrag des Kollegen Bunker über Privat- Theatergesellschaft Crescendo. Sonntag, den 26. b. M.: Große Vorstellung. in Jäger's Gesellschaftshaus, Gartenstr. 13-14. Anfang 6 Uhr, Programm 30 Pf. Vergnügungsverein Frohlinn. Sonntag, den 26. August, Gesellfchaftsabend in Neumann's Festfalen, Rosenthalerstr. 36. Sterbekaffe von Arbeitern der Berliner Maschinenbau- Aktengesellhaft. Heute Zahltag: Ackerstr. 123 bei Stümte und Stallschreiberstr. 68 bet Witte. Vergnügungsverein Bonita. Sonntag, Abends 6 Uhr: Sigung mit Damen bei J. Palacz, Raupachstr. 6. Sierauf: Fidelitas mit Tanz. Kein Ringbier. Alle 14 Tage Sonntags Sigung. Geselliger Verein Anker. Montag, den 27. Auguft, Abends 8% Uhr, bei Scheps, Reinickendorferstr. 7: Sigung. Vergnügungsverein Waldemar. Sonntag Nachmittags 5-6 Uhr, Sigung im Admiralsgarten, Admiralstraße 88. Nachher: Fidelitas. Gäſte willkommen. Arbeiter Bildungsschule. Montag Abends 8-10% thr: NordSchule, Müllerstr. 179a und Südost- Schule, Waldemarstr. 14: Nationalökonomie. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen Bei allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jest, im Laufe des Semesters, eintreten. Montag, Abends 8%-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: unterricht in Gefegestunde. Südost- Schule, Reichenbergerstraße 133: Deutsch. Oft- Schule, Martusstr. 31, Unterricht in Gefegestunde. Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs. Mar Kayser, Reimer, jeden Montag, Abends 9 Uhr, bei Rudolph Bahr, Gerichtsstr. 19. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. 1. Vorsitzender: Alle Aenderungen im Vereinstalender Ad. Neumann, Pasewalterstr. 8. v. 2 Tr. find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstraße 49, Montag, Abends 9-11, Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. 6, der Male r ,, Annenstraße iedertafel bet Ehrenberg. Deutscher Männerfang, Belforterstr. 15, Schneiders Gesellschaftshaus. Frisch zur Fretheit, Simeonstraße 23 bei Flic. wiederhall, köpenickerstraße 191 bet Foge. Butunft I, Steglib, Ahornftr. 15a, Schelhose's Gambrinus. Harmonie II, Weinstr. 11 bet Feindt. Bruderherz, Krautstr. 6, bei Rudolf.- Arbeiter- Gefangverein Vorwärts III, Lichtenberg- Friedrichsfelde, Prinzen- Allee 6 bei Karl Schulz. Myrthe, Alte Jakobstr. 68 bei Diefenbach. Liederzweig, Waidmannsluft Berlinerstraße bei Berbe.- 2te desfreiheit II, Strausberg, Wilhelmstraße, A. Weber's Kaffeehaus.- Glodenrein( gemischter Chor) Echönhauser Allee 46 bei Höhne.- Rosalia, Rebuserstraße 5, bei A. Nemiz. Solidarität, Oranienfir. 109 bei Greifer. Syrene, Schönhauser Auee 28 bei Stelle.- Arbeiter- Gefangverein Wacht auf II, Woltersdorf bet Grtner, Restaurant Gillmann, Wilhelmshöhe".- Arbeiter- Gesangverein der Enter bten, Swinemünderstr. 49. Hoffnung II, Deutsch- Wilmersdorf, jeden Sonntag Vormittags 10% Uhr im Restaur. Schömann, Seimftr. 16. Günzelstr. 39. 1 1 BerBund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. ( Alle Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, find zu richten an P. Gent, Adalbertstr. 95.) Sonntag: Theatergesellschaft" to= melia" alle 14 Tage, Adalbertstraße 8 bet Sauermann. gnügungsflub Oft end, Krautstr. 6 bet Rudolf von 5-6 Uhr. Ber= gnügungsverein Helgoland 2, Langeftr. 9 bei Styczewsky, alle 14 Tage 4-6 Uhr Nachm. Bergnügungsverein Seerofe, strautstr. 6 bet Rudolf. Vergnügungsverein Glück stern 2, Fennstr. 2 bet Wiesner.- Montag: Pfeifentlub elfenfe ft Andreasstr. 26 bei Wilte. Humoristischer BerBergnügungsverein elfen ein ipifar bei krösche, Fichteftr. 29. fe ft", Rigdorf, Hermannstraße Nr. 167 bei Fülleborn, 8% Uhr.- Kartenklub Lustige Brüder", Krautftr. 48 bei Ratite, Abends 8 Uhr. Privat Theaterverein Crescendo, Sonntags 5 Uhr bei Meißner( Effighaus). Bergnügungsverein Normannia II( früher Luftige intenstr. 142-143. Jugend), Sigung Uhr im Admiralsgarten, Admiralſtr. 38. Nachher: Fidelitas. Herren und Damen als Mitglieder erwünscht. BegnügungsKlub Ostend, Krautfir. 6 bet Rudolf. Sonntag 6 Uhr: Zanz und Vortrag. Bergnügungsverein Bruderherz, Sonntag, Gäste herzlich willkommen. Raupachstr. 6: Sigung und Fidelitas. Frete Vereinigung der Raufleute. Jeben Montag gemüth liches Beifammensein im Restaurant Rosenthalerstr. 11-12 bet Brüning. Achtung! Hiermit zur Kenntniß, daß die Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend 8 Uhr Abends. Sonntags v. 8-3 Uhr. mit dem heutigen Tage nach dem Für Krankenkassen- Mitglieder bis zum 100/2 Abends 8 Uhr, in den Arminhallen( großer Saal) statt. Deshalb findet die öffentliche Drücker- Ver- 1. Oftober von 7-9, in ben winter Restaurant Wernan, Rosenthalerstr. 57 sammlung erst am Mittwoch, den 29. August, in den Arminhallen, statt. Die Vertrauensmänner: Rich. Wegner, Oranienstraße 28a. Paul Hetz, Straußbergerstraße 20. Achtung! 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