Nr.418.SS.I-hr« ( 20 Pfennig) BezuflSvretS, Sicrteljäijrt. 9,— M!> monotL>,— Mi. frei ins Sau», voran» zahlbar. Post» dezug: Monatlich a�— Mk. tilL Ru» flellungagebllhr. Unter Kreuzband fitr Deutschland und Oesterreich- Ungarn 6Lö Md. ihr da» übrig, Au»land 10 2ö Md. bei täglich ernmad Rustellung 8.Z5 Md Postdestcllungen nehmen an Dänemard Solland. Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Poft-Reitung»-Prli»liste. Der»Vorwärts� mit der Sonntag«- beilage«Volk u. ReiN erscheint wochen» täglich zweimal. Sonntag» einmal.. Telegramm-Adresse: «Sozialvemotra» Berlin-. Nerlinev VolksblAtt. Anzeigenpreis: Di« achtgespaltene Nonpareillczeile kostet iL» Md.»leine Anzeige»-. da» settgedruckte Wort St Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jede» weiter« Wort 40 Pfg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen da» eiste Wort 10 Pfg.. sede» weitere Wort 30 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50°/» Familien- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Berein»- Anzeigen dSv Md die R-ile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittags tm Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden S-öffnet von» Uhr früh dt» b Uhr abend». Zentralorgan der rozialdernokratifcben Partei Deutfchlands. Neüaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3. Ferusprecher: Amt Morinpla«, Nr. tlil ilv— tölg?. Sonntag, den 17. August 1S1N. vorwärts-verlag G.m.b. h., SW. 68, Lindenstr.3. Fernsprecher: Am» Moritiplan, Nr. 117 33—»4. Höhepunkt des obersthlesifthen Streiks. Seil Sonnabend mittag 3 Nhr sind die oberschlesischen Licht- und Kraftwerke Cborzow und Zaborze wieder in Betrieb. Der Streik geht indessen noch weiter. Tie Lichtwerke werden von Genie- truppen bedient. Es ist jedoch begründete Aussicht vorhanden, das? der Streik als solcher selbst in kürzester Zeit beendet sein wird und daß die Regierung in die Lage verseht wird, die Truppen von den Lichlwcrkeu zurückzuziehen. Auch in den Ausständen auf dem Bergwerks- uud Hütteu- betrieb, der augenblicklich fast unverändert noch weitergeht, macht sich bei der Arbeiterschaft mehr und mehr besonnene Einsicht geltend. Mehr als sonst tritt bei diesem Ausstand das Dtoment der bösesten spartakistischen Berhehung klar zutage. Diese Hetzereien sind die Seele dieser die gesamte deutsche Volkswirtschaft schwer schädigenden, direkt lähmenden Bewegung. Schwirren doch Gerüchte, daß der Streik darum weitergehe, weil unverantwortliche Hetzer die Meinung auszustreuen wußten, die Regierung beabsichtige, die neun- stündige Arbeitsschicht uud eine erhebliche Lohnreduzierung einzuführen. Das wäre der wahre Streikgrund der Massen, die durchaus sich nicht mit den sogenannte« Streikforderunqen identi- fizieren. ES kann nun amtlich versichert werden» baß doS eine grobe spartakistische Berhetzung ist. Die Regierung denkt nicht daran, an dem Achtstundentag zu rütteln, wie sie auch nicht daran denkt, die Errungenschaften der Arbeiter- schast zu beschneiden. Alierdings liegt eS auch an der Arbeiterschaft, energisch Front zu macheu gegen diese Art von Berhehung, die sich nachgerade zur Toteugraberei für unser gesamtes Wirtschaftsleben ausz»- wachsen beginnt. Zu welchen traurigen Folgen die Aufputschung der Massen führt, zeigt wieder ein Borkommuis in Mbslowitz, wo es bei der Lohn. zahlung auf Mhslowitzcr Grube eben infolge dieser skrupel- losen Agitation zu einem Zusammenstoß zwischen Militär und Streikenden kam, wobei leider vier Tote und vier Bcrwundetc zu beklagen sind. Ter tief bedauerliche Borsall wird eingebend unter- sucht und die Schuldigen, mögen sie auch sein, wer sie wollen, werden ihrer gerechten Strafe nicht entgehen. Vollsitzung öes Reichsrats. Neue Verordnungen. Gestern fand unter dem Vorsitz des Stellvertreter? des Reichskanzlers, Reichsministers der Finanzen Erz- b e r g e r, die erste öffentliche Nollsitzung des Reichsrats statt. Die 24 deutschen Länder hatten ihre Vertreter benannt. so dag sofort die Bildung des Ncichsrats erfolgen konnte, der zunächst die für die Fortführung der Geschäfte erforderlichen vorläufigen Beschlüsse faßte. Sodann wurde den Entwürfen einer Verordnung über die Erhebung eines durch Aenderung derGrundpreise fürHäute.Felle und Leder sich ergebenden Zwischengewinns, eines Gesetzes über das Arbeitsentgelt der Empfänger von Militärversorgungsgebührnissen. der Aus- führungsbestimmungen zum Gesetz über die Regelung der Kohlenwirtschaft, eines Gesetzes über Enteignungen und Entschädigungen aus Anlaß des Friedensvertrages zwischen Deutschlands und den alliierten und assoziierten Mächten, eines Gesetzes betreffend einen Anleihckredit für das Rechnungsjahr 1919, einer Verordnung betreffend Gebühren für Zeugen und Sachverständige, einer Verordnung über die Geltendmachung von Ansprüchen von Personen, die im Ausland ihren Wohnsitz haben, zugestimmt. Parteitag üer schweizerischen Sozial- üemokratie. Vor dem Eintritt in die dritte Internationale. Basel, 16. August. sEigenrr Drahtderuht deS„BorwärtS".) Der außerordentliche Parteitag der schweizerischen S o z i a l d e mv k r a t i c ist heute hier zusammengetreten. Er wurde von 359 Delegierten beschickt, lieber den Austritt»us der zweite» Juiernakiouale und de» Eintritt in die dritte Jntrr- nationale referierte Dr. Wclti, Basel, und empfahl den sofortigen Eintritt der schweizer Sozialdemokratie in die dritte Internationale. Lbwvhl sich gegen den Antrag eine starke Opposition geltend machte, ist seine Annahme wahrscheinlich. Namens der Minderheit beantragte der Nationalrat H u g g e- l e r: Tie Parteileitung solle vom Parteitag beauftragt werden, so- fort einen Anbeiterweltkongreß zur Schaffung der allgemeinen Internationale einzuberufen. H u m- bert-Troz(Genf) sprach für den Eintritt in di« dritte Jntcr- nationale, während sich Nationalrat Grahep-Chaux deS f o n d s dagegen wandte. Die Räumung Kurlands. Nordkurlaud ist vom Westen her bis zur Linie Markgrafen, nördlich Dalsen, westlich Ugalen, östlich Golöingen von deutschen Truppen geräumt. Heraus mit unseren Kriegsgefangenen! Hermann Müllers Appell an das Weltgewissen. Der ReichSministelS des Auswärtigen, Gen. Hermann Müller, hat einem Vertreter der.Agence Centrale� gegenüber eine Er» llärung zur Gefangenenfrage abgegeben, der wir folgende Kern- sätze entnehmen: Es hat bis jetzt, seit dem Ende der Sklaverei in Europa keinen Friedensvertrag gegeben, der nickt zugleich die Kriegs- gefangenschast beendet hätte. Der Friede von Versailles hat zuni eisten Male diese unlösbare Zusammengehörigkeit von Friedens- tchluß und Geiangenenheimkehr zu trennen gewußt. Freilich, der hohe Rar der Alliierten hat einen formalen Rechts- g r u n d. auf den er sich bei der Zurückhaltung berufen kann. Der Friede ist noch nicht ratifiziert, und erst nach dessen Jnkrailtreten soll, die Heimschaffung.sobald als möglich statt- finden und mit der größten Beschleunigung dtirckgesühri werden". Aber die Ralifilation ist eine blutleere, formalistische Fiktion, die den tatsächlich eingetretenen Friedenszustand und seine Pflichten nicht zu beseitigen vermag, und die Tatsache, daß die Alliierten acht Monate an dieser Fiktion fest- halten, läßt die für jeden Deutschen iurchlbare Sorge auskommen. sie könnten aui die Gummibedingungen de« Friedensvertrages„so- bald wie möglich" und„mit der größten Beschleunigung" so aus» legen und dehnen, wie eS ihnen paßt. Wenn e« in der Welt wieder einmal etwas Gemeinsame» geben kann, so müßte eS für heute und morgen das gemeiniame Bestieben aller Gerechtdeiikenden sein, für die rasche Heimkehr der deutschen Kriegsgefangenen zu wirken. Als ein unbarmherziger Militarismus gegen den Willen und Protest der deutschen Arbeiter die belgische Arbeitslosen- Abschiebung inszenierte, da ging ein Schrei der Empörung durch die ganze Welt, und da wurde der Kreuzzug gegen diesen Meiischen- Handel in ollen Völkern proklamiert. Meine Partei hat sich diesem Protcststurm damals angeschlossen, und sie war es, die eine Einstellung deS schmachvollen Abschubs erreichte. Ich wünsche von ganzem Herzen, dieselben Stimmen, die sich damals erhoben, möchten sich auch jetzt wieder hören lasse»._ Die Löhnung öer deutschen Kriegsgefangenen in England. Aus London wird gemeldet: Im Zusammenbang mit der Er- kläiung deö Ministers Hörne im Nnterhauie, daß die deutschen Kriegsgefangenen, die im englischen Ackerbau beschäftigt sind, gleiche Löhne wie die britischen Arbeiter erhalten, teilt der.Daily Herald" mit. daß die Bauern zwar den vollen Betrag aus- zahlen, aber nicht an die Kriegsgefangenen, sondern an die britische Regierung, die den Deutschen einen oder zwei Penee davon täglich auszahlt, das übrige aber zurück- behält, angeblich für den Unterhalt der Gefangenen. Rückkehr der Rote-Kreuz-Kommislion aus Rußland. ' Kopenhagen, 16. August. iEigener Drahtbericht de» ,V o r w ä r t»".) Gestern traf mit dem Dampfer„OSkar II" die deutsche Rote-Kreuz-Kommission an« Rußland hier ein. Von Omsk in Sibirien au» reisten die Mitglieder als Ge- sangene über Japau. Manillo, Honolulu. Hier wurden sie, nach- dem die Unterzeichnung deS Friedens bekannt wurde, freigelassen und über Amerika hierhe» befördert. Da« Rote Kreuz bereitete den Angekommenen einen festlichen Empfang. der Kampf gegen Clemenceau. Opposition der Radikalen und Radikalsozialisten. Die oppositionellen Knmmergruppen bereiten nach Pariser Tele- grammeni eine neue Kampagne gegen das Ministerium Clemenceau vor, um das Kabinett unmittelbar nach Ratisi- zierung des Friedensvertrages zum Rücktritt zu zwingen. Die radikal« und die radikal- sozialistische Partei werfen der Regierung anläßlich der Vorbereitungen zu den Wahlen Willküralte vor und verlangen, daß Clemenceau noch vor den Wahlen zurücktritt, weil sie befürchten, einen Teil ihrer Mandate zu verlieren, wenn die Regierung bis zum Okwber im Amt bleibt. Trotz der Unzufriedenheit breiter Bevölkerungsschichten über die RcgierungSpolitik sind die Aussichten der Opposition jedoch nicht de- sonders günstig.«Ha der Ministerpräsident für die Zeit nach den Wahlen seinen freiwilligen Rücktritt angekündigt hat, besteht in der Kammer keine Neigung, ihn vorher durch politische Manöver zu beseitigen. Zum FriedenSverEng. In der gestern unter dem Vorsitz deS ReichSmiiiisterS Dr. Bell abgehallenen Vollsitzung deS Reichs« rais wurde dem Entwurf eines Ausführungtgesetzes zum Friedensvertrag zugestimmt. Wo sind die Reichszerstörer i Graf Reventlow gehört zu jener Sorte von Journalisten, die in nachgerade zum Stumpffinn werdender Eintönigkeit auf derselben Flöte blasen. In dem Artikel„A u f d c m W e g e z n r A b r ü st u n g?' in Nr. 44 des.„Vorwärts" habe ich nachgewiesen, daß die Rückkehr Englands zum Söldnerheer keineswegs als ein Schritt auf dem Wege zur Abrüstung zu bewerten sei, den die Entente mit der Entwaffnung Deutschlands angeblich be< schritten hat. Die Abrüstung könne nicht in der Willkür- lichen Einführung kleiner Polizeitruppen verwirklicht wer- den, sondern lediglich dadurch, daß in den Heeren der all- gemeinen Wehrpflicht, der spezifischen Heeresform der Demo- kratie, die Dienstzeit erheblich verkürzt, also das Miliz- s y st e m eingeführt werde. Dagegen weiß Graf Reventlow nichts Rechtes vorzu- bringen: Um aber für die„geistig schwerfälligen Leser der „Deutschen Tageszeitung" den alten Vers: an allem i jt die Sozialdemokratie schuld, herbeten zu können, polemisiert er in dem gestrigen Leitartikel seines Blattes: „Zu s p ä t" munter drauf los gegen das, was ich nicht ge- sagt habe. Zu spät, meint er zunächst, wäre uns die Erkenntnis gekommen, daß die Entente bei ihrem Streben, den beut- scheu Militarismus zu vernichten, nicht so sehr die Beseiti- gun� eines rückständigen politischen Systems, als die end- gültige Erledigung der militärischen Machtstellung Deutschlands gemeint habe. Und nun stimmten wir, sagt er, eine vorwurfsvolle Klage und Anklage an: Ha Schlange, deshalb logst Du mir Versöhnung! Ach nein, wir Sozialdemokraten haben iins, mit wem- gen Ausnahmen, nie irgendwelchen Illusionen über unsere Feinde hingegeben. Gerade die Erkenntnis von dem i m- per i ali st i scheu Charakter des Weltkrieges lehrte uns, daß ein militärischer Sieg der Entente die Vcr- krüppelung des deutschen Wirtschaftslebens bedeuten wurde. In keinem Lande der Welt lagen die historischen Entwicke- lungsbedingungen für den Sozialismus' so günstig wie in Deutschland. Und weil wir wußten, daß der Baum des So- zialismüs sich nicht aus dem dürren Boden eines zerstörten Wirtschaftskörpers, sondern nur auf dem Nährboden eines blühenden Wirtschaftslebens entfalten kann, traten wir mit heiligem Ernst für die Landesverteidigung ein. Trotz aller Gegnerschaft gegen den Imperialismus fühlten wir tief die Schicksalsgemeinschaft, die gerade die Ar- beiterklasse mit dem eigenen Staat ver- bindet, und wir verteidigten Deutschland nicht zum wenig- sten gerade deshalb, weil wir dabei auch für die Zukunft des Sozialismus kämpften. Bei dieser Haltung der Sozialdcmo- kratie im Weltkriege ist es nichts als eine schamlose Demagogie, jetztdavon zu reden, daß wir der Entente bei der Zertrümmerung des deut- schen Militarismus zu Hilfe gekommen wären,„weil die deutsche Demokratie und Sozialdcmo- kratie vernichtend eingriffen, wohin der Arm der Feinde nicht reichte". Den inneren Umbau Deutschlands wollten wir selbst besorgen, unabhängig von den Wünschen unserer Gegner, und es war z. B. durchaus die Meinung der ge- samten- Mehrheitssozialdemokratie, was ich am 2. Oktober. als der Zusammenbruch schon sichtbar wurde, in der Schles- wig-Holsteinischen Volkszeitung ausführte: „Zwar stellt sich die Entente so, als ab sie den Krieg nur fort- fetze, um dem deutschen Volke die Segnungen der Demokratie und Freiheit zu bringen Wohl gibt es auch auf feiten der Entente gutgläubige Ideologen genug, die den Krieg um dieses idealen Zieles willen führen. Diesen sei aber gesagt, daß die deutschen Arbeiter selber Mannes genug sind, bei sich nach pem rechten zu sehen und für ihre Freiheit zu kämpfen. Im Munde der Wilson, Lloyd George und ClOnenceau sind die VolksbeglückungSPläne jedoch nichts als Kulissen, hinter denen sie ihre imperialistischen Raubziele verbergen. Und dazu hat die deutsche Arbeiterklasse wahrlich nicht ein halbes Jahrhundert lang zäh und entsagungsvoll gegen die eigenen Rtachlhal>er ge- kämpft, um sich am Ende das zehnmal schwerere Joch einer fremden Bourgeoisie ausbürden zu lassen." Um den harten Existenzkampf erfolgreich zu bestehen. war eS für Deutschland allerdings notwendig, daß es recht- zeitig eine gründliche innere Uni Wandlung er- fuhr, notwendig aus inner- wie außerpolitischen Gründen. Die Tragik unseres Schicksals lag darin, daß wir, trotz glänzender wirtschaftlicher EntWickelung und äußerer Macht- entfaltung, in ein überlebtes politisches System eingezwängt blieben, das eS unseren Feinden ermöglichte, gegen uns den .'öaß einer ganzen Welt mobil zu machen und hinter dem Schild demokratischer Ideale für die eigenen imperialistischen Raubziele zu kämpfen. Schuld an dem Unglück Deutschlands tragen die, die sich seit jeher jeden innerpolitischen Fortschritt in Teutschland borniert entgegengestemmt haben, und deren maßlose Verblendung den rechtzeitigen Frieden der Verständigung vereitelte. Noch immer ist jeder historische Fortschritt in Deutsch- land nur gegen den verbissensten Widerstand jener Kreise durchzusetzen gewesen, zu deren markantesten Vertretern heute der streitbare Graf Reventlow gehört. Wie die preu- ßischen Reformer, die Stein und Scharnhorst, von der altpreußischen Reaktion als Jakobiner" erbittert be- kämpft wurden, wie Bismarck zur Zeit der Reichsgrün- dung den damaligen Konservativen das Zorneswort zurufen mußte, sie stünden mit dem Gesicht nach dem heimischen Mist- Haufen und mit dem Rücken gegen das Reich, so steht die Partei des Grafen Reventlow auch heute hemmend und ver- neinend dem Vorwärtsweisenden, Neuen gegenüber, das sich in Teutschland gestaltet, r Geradezu rührend ist die unschuldsvolle Naivität, mit der Graf Reventlow einen Beweis dafiir verlangt, daß ein deutscher Imperialismus— der nach seiner Meinung nie existiert hat— vor dem Kriege vorhanden gewesen sei. Den- selben Geiste der während des Krieges halb Rußland und Frankreich, Belgien und die flandrische Küste annektieren wollte, Longwy-Briey verlangte und— den Mond, kann Grat Reventlow für die Zeit vor dem Kriege u. a. in den (5. R.-Artikeln der„Deutschen Tageszeitung" feststellen, ein Geist, den wir Sozialdemokraten, unhöflich wie wir nun einmal zuweilen sind, seit jeher alldeutschen Wahnsinn ge- nannt haben. Auf demselben Niveau seiner übrigen Ausführungen steht auch die Bemerkung des Grafen Reventlow:„Hätte die Sozialdemokratie ihre Liebe für die r e st l o s e D u r ch- sührung der allaenieinen Wehrpflicht in den Jahren vor dem Kriege rechtzeitig betätigt, so wäre es wahrscheinlich zum großen Kriege überhaupt nicht gekommen, und wenn doch, so würde er einen anderen Verlauf genommen haben. Sehr richtig, nur vergißt hier Graf Reventlow, daß die Durch- sührung der allgemeinen Wehrpflicht niemand ehrlicher und vollständiger erstrebte, qls just die Sozialdemokrqtie mit ihrer Forderung: VolkswehranStelle der st ehe n- d e n H e e r e. Bekannt ist dos Wort Bebels: „Die allgemeine Wehrpflicht ist in der VolkSwebr eine W rk- lichkeit, nicht, wie in unserem Wehrsystem eine Phrase. Viele waffenfähige Männer können bei uns nicht eingestellt werde», weil dann die Lasten und Kosten noch größer würden." Zu diesem Kriege wäre es nicht gekommen, wenn mau uns gefolgt wäre. Freilich hätte die Erfüllung unserer Forderungen zwar eine machtvolle Organisation der natio- nalen Verteidigung geschaffen, die aktive, ängrisfsbereite Kasernenarmce aber stark verkleinert. Das aber wollte man nicht, eben aus imperialistischen Gründen. Das tiefe Unglück, in dos dos deutsche Volk durch die Schuld seiner früheren Machthaber gestürzt wurde, hat wenigstens ein Gutes gezeitigt. Wenn wir, früher oder später, zur Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht schreiten werden, dann werden uns die Reventlow und Ge- nassen nicht meftr hindernd in den Arm fallen können, und dann wird endlich die Hceresreform der Sozialdemokratie, die Fortsetzung und Vollendung des Werkes der Scharnhorst, Gneisenau und Boyen, Wirklichkeit werden können. Bernhard Rausch. Neue putstbpläne in Ser Pfalz. Die Korrespondenz Hoffmann meldet amtlich: Politische Lage in der P f a l z drängt zur Enffcheidung. Ein Teil der pfälzischen Z-n t r u m i p r e s s e, der„Boltsbote" in Kaiserslautern und der„Rheinpfälzer" in Landau, behandelt das Mionspro- gramm der bayerischen Regierung mit Hohn und Spott und pro- pagiert als alleinig: Rettung für die Pfalz den Anschluß an die in Bründung begriffene rheinische Republik. Der Bund freie» Volk— Dr. Haas und Genossen— sucht durch verstärkte Agitation gegen di« pfälzisch-baherische Regierung die Konkurrenz der rheinischen Republik unschädlich zu machen und drängt zum gewalffamen Bruch mit Bayern und Deutschland. Die französische Besatzungsbehörde gewährt bnden Richtungen vollständige Freiheit in Wort und Schrift, unterdrückt aber rückstchtS- loS jede Meinungsäußerung für treues Festhalten an Deutschland. Freies Polk, im Bunde mit der U. S. P,, beabsichtigt einen gewaltsamen Putsch in den nächsten Tagen. Da es volle Be- wegungSfreiheit und Waffen hat, die aus französischem Besitz stam- men müssen, ist die Gefahr für die Pfalz größer als je. Möge dieser Notschrei auch in der neutralen Presse Widerhall finden. „Journal" läßt sich in einem langen Artikel seines Mainzer Sonderberichterstatters melden, der Gedanke, der Rheinische» Republik habe erheblich an Ausdehnung gewonnen. Tr läßt durchblicken, daß Dr. Törten der'Wunsch nach einer Volks- abstimmung vom Obersten Rat wabrscheinlich nicht werde ab- geschlagen werden. g * fiuf üem Wege zur Vernunft. Unabhängige und Regierungsbildung. In Sachsen ist ein schwieriger Fall eingetreten. Die Un- abhängigen wollen sich nicht dem Vorwurf aussetzen, durch eine Politik der vollkommenen Verneinung die Sozialdemokratie zum Zusammenarbeiten mit den Bürgerlichen gezwungen zu haben und haben daruni eine Reihe von Bedingungen focmu- liert, unter denen sie mit den Sozialdemokraten eine gemein- same Regierung bilden wollen. Darüber gibt es nun natür- lich beim naiven Anhang der Unabhängigen viel offene Mäuler, man sagt sich dort, wie es möglich sei, daß man sich mit den Rechtssozialisten verbinden kann, die doch das Proletariat an den Kapitalismus verraten haben und überhaupt bekanntlich die größten Schufte sind, die Gottes Erdboden jemals trug. Die„Freiheit" hat nun große Mühe, ihren Lesern schonend den Gedanken beizubringen, daß die freundlichen Redensarten, mit denen man in ihren Spalten die Mehrheitspartei zu regalieren pflegt, gar nicht so ernst zu nehmen sind und daß das Zu- sanmienregieren mit den„Rechtssozialisten" unter Umständen doch eine ganz nette Sache sein könnte. Sie wird wieder, ganz wie in der schönen Zeit, da es in Berlin noch unabhängige Minister gab, hervorragend oerständig, indem sie eine theore- tische Rechtfertigung des Zusammenwirkens mit folgenden Er- Mahnungen verbindet: „Was die Kritiker des Fraktionsbeschlusses gegen diese Auf» fassung ins Feld führten, war äußerst schwach. Selbst die ent- schiedensten Verfechter des RätegedanlenS mutzten zugeben, daß der Parlamentarismus neben dem Räteshstem als brauchbar für den Kampf gegen die kapitalistische Reaktion beizubehalten ist. Um so unlogischer war es, wenn sie ohne weiteres di« Konsequenzen des PorlomentarismuS ablehnten irrit der merkwürdigen Begründung, „die Massen würden es nicht verstehen". Als ob wir unsere Stellung»och der Stimmung der unaufgeklärten Masse und nicht vielmehr nach unserer politischen Ucbcrzcugung zu rickitc» hätten! Das ist ja gerade unsere Aufgabe, die Massen aufzuklären und für den Sozialismus reif zu machen. Auch jetzt noch; denn die Unklarheit in der Arbeiterklasse ist noch immer erschreckend groß." Wahrhaftig ja! Nur können wir nicht finden, daß es die Massen richtig ausklären heißt, wenn man die Sozialdemo- kraten eimnal als Kerle hinstellt, von denen ein ehrlicher Hund kein Stück Brot nimmt, und sich daZ anderemal bereit erklärt, die Ministervortefeuilles mit ihnen zu teilen, wenn man ein- mal den Parlamentarismus als eine vollkommen überlebte oberfaule Sache hinstellt und das anderemal„die Konsequenzen� aus ihm zieht in der Richtung nach dem Ministerhotel. Die „Konsequenzen" sieht man ja ganz deutlich— aber wo ist d i e Konsequenz?_ die öehanülung Elsoß-Lothringens in französischem Lichte. Die sozialistische.Humanitv" bringt einen Artikel unter der Ueberschrifl„Die Gerechtigkeit in Lothringen". der mit den Worten beginnt: Fast«in halbe» Jahrhundert haben die Deutschen vergeblich versucht, Lothringen zu germanisieren. Ein Jabr nach der Besetzung werden die Franzosen sich rühmen können, die Lothringer so weit gebracht zu haben, daß sie sich wieber nach der deutschen Herrschaft sehnen. die deutschen in Ungarn. Beim Verweser Prinzen Joseph erschien ein« VOgliedrige Abordnung der ungarlänoischen'Deutschen, um Bürgschaften hinsichtlich der Autonomie des Deutschtums zu erbitten. Prinz Joseph erklärte, die n»u« Regierung werde nach ihrer neuen Konstituierung es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben betrachten, die Wünsche des Deutschtums der Nationalversammlung zur Entscheidung zu unterbreiten, um so die berechtigten Ansprüche sobald als möglich zu verwirklichen. Tie Südslawen protestieren gegen die Regierung Joseph. Laut ,.T c m p s" hat d!« südslawische Delegation der Konferenz eine Note überreicht, die von den Alliierten verlangt, die Regierung des Erzherzogs Joseph nicht anzuerkennen, und er- klärt, daß die Rückkehr der Dynastie Habsburg zur Macht bei den Hohenzollern Hoffnung erwecken und für die aus der Donaumonarchie entstandenes Länder eine ernstliche Gefahr bedeuten könnte. Die Note verlangt, daß in Ungarn eine Regierung gebildet werde, die aus demokratischen Elementen zu- sammengesetzt ist, Frieden und Ordnung verbürgen und sobald als möglich zu allgemeinen Wahlen schreiten wird. Die neue sinnische Regierung. Ein rein bürgerliches Kabinett. Nach einer Mitteilung der hiesigen finnischen Gesandtschaft wurde die neue finnische Regierung folgendermaßen ge- bildet:- Ministerpräsident: Professor Mennola; Auswärtiges: Holsti; Justiz: Hj. Kahelin; Inneres: Cond. jur. H. R i ta- v u o r i; Krieg: K. E. Berg; Finanzen: Bankdirektor L u nd so n; Kultus und Unterricht: Soininen; Landwirtschaft: Kallio nebst Gehilfe H a h l; Lebensmittel: Co lla n; Verkehr: Ingenieur Pohjanpalo: Handel und Industrie: Erkko; Sozialminister: Alkio; ohne Portefeuille: Luopajärvi. Von diesen gehören sechs der Fortschrittspartei, vier der Kleinbauernpartei an, zwei sind parteilos, der Kriegsminister Berg gebärt der schwedischen Partei, Pohjan- palo der Sammlungspartei an. Beide Facknninister sind� ohne Einwilligung ihrer Partei eingetreten. Nur bürgerliche Parteien sind an der Kabinettsbildung beteiligt. Die Regie- rung repräsentiert das Zentrum des Landtags. Der Privattelegrammverkehr mit Jtalieu ist wieder aufgenommen. Die Gebühr für das Wort beträgt bei gewöhnlichen Telegflimmen 30 Pf. Zugelassen sind Telegramme in offener deuffcher, französi- scher, italienischer und japanischer Sprache. Die neue Abteilung öer Nationalgalerie. Von Paul W est h e i m. Die Neu: Galerie im ehemaligen Kronprinzenpalais ist zu schnell aufgebaut worden, um schon etwas Vollgültiges zu geben. Man muß sie ansehen als eine erste Improvisation, aus der heraus so etwas wie eine„Galerie der Lebenden" erst zu machen ist. Eine solche Galerie, die das lebendige Schaffen der Gegen- wart in gewichtigen Stücken und guter Auswahl dem Pudlitum nahezubringen vermag, wird nur erstehen können, wenn die drei- ten Massen lebendigen Anteil daran nehmen, wenn sie das Gefübl boöen, daß das Museum für ihr künstlerisches Erleben da ist und nicht für die Kunstwissenschaftler oder, was noch schlimmer ist, für gewisse Interessenten: Maler und Bildhauer, die durch ihre Be- Ziehungen und Einflüsse bislang da» Museum vorwiegend ange. sehen haben als Mittel, um dem Publikum«ine bestimm Ir. meist überlebte künstlerische Einstellung aufzuzwingen. Da das Museirm so immer stumm blieb auf die Fragen, auf die die Massen Ant- wart heischten,, da es. als man sich mit dem JmpresstoniSmu» aus- ciyaiiderzusetzcn hatte, nicht mit Leibi und Liebermonn, Manct unh Monet. sondern mit Anton v. Werner, Hertel, Werner Schuch usw. anlwortete, mußte sich der Massen eine bekannte und allgc- mr r beklagte„MuseumSmüdigtsit" bemächtigen. Man kann nickst sagen, daß die neu« Galerie im Kranprinzen. palaiS schon geschickt genug dieser MuseumSmüdigkeit entgegenzu- wirken sucht. Ihre eigentliche Aufgabe sieht sie wohl darin, die Kunst der jungen Generation— das. was man mit einem viel» de itigen Schlagwort jetzt„ExpresiioniSmuS" zu nennen pflegt— dem Publikum nahezubringeii. ANein sie fühlt sich doch noch zu sehr als Museum im alten Sinne, als daß sie schon den Mut kä'tc. aus eine angebliche Vollständigkeit zu verzichten, die doch nur darin besteht, daß man als MufeumSdesucher ge langweilt und ab- peschreckt wird durch Erzeugnisse, die künstlerisches Erleben nicht)u bieten vermögen. Ein oesanderer Mangel an Psychologie zeigt sich darin, daß man gerade diesen Ballast in dem Erdgeschoß zeigt, dal der Besuckier doch zuerst betritt. Man wird daher gut tun, bei der Besichtigung dieser Galerie nicht wi« üblich mit dem Erdgeschoß zu beginnen; richtiger dürfte eS sein, einmal in den Räumen des obersten Stockwerkes zu beginnen, wo alle« in seiner ungestümen Jugendlichkeit zur Auseinandersetzung zwingt, während nach unten hin immer mehr die historische Reflexion benötigt wird. Damit ist schon angedeutet, was dieser Galeric vor allein iehlt: die Einheitlichkeit. Genau besehen, sind hier in einem Hau? drei Galerien übereinander entstanden, die miteinander nichts gemein haben. Und zwar ist weniger gegliedert nach künstlerischen als nach kunsttaktischen Gesichtspunkten. DaS Erdgeschoß, von dem ein Raum für die Sammlung Königs abgezweigt ist, und das Treppenhaus sind dem älteren Akadcmikertum überantwortet worden, das mittlere Geschoß enthält deutsche und französische Im- pressionisten, das Obergeschoß— wenn man von den zwei etwas unmotiviert wirkenden Thomas-Sälen absieht— di« junge, nachimpressionistische Kunst. Irgendeine Notwendigkeit, da» ältere Akademikertum noch einmal aufzunehmen in ein Museum, da» in den ersten, noch stür- mischen RevowtionSmonaten doch als eine„Galerie der Lebenden" gedacht war, bestand nicht. Der größte Teil dessen, waS man da sieht: die Bilder von Schulte im Hof, Laasche n, Vogel, Schlich ting. Oppler, H i tz, Hans Hermann. Jäckel, Büttner und nock> manches andere ist durch di« Ein- fügung in diese Galerie lediglich davor bewahrt worden, über kurz oder lang in den Kellern der Nationalgalerie zu verschwinden. Hätte man sich be'chvänll auf Werke wie das„Grüne Fräulein" von S ck l a b i tz, den Pfälzerwald von Stepp«?, den roten Jungen von Kampf oder dos Kaffeebausbild von König, auf Werke, die dock noch die Qualitäten haben, die diesem Akademiler- tum zugänglich sind, so wäre auch das nicht in solcher Galerie am Platze gewesen, eS wäre aber doch immevbin eine gewisse historische Begründung möglich. Jedenfalls ist zu wünschen, daß von diesen Räumen bald ein besserer Gebrauch gemacht wird. DaS mittlere Geschoß hat insofern seine eigene Stimmung, al» es aus lauter Ehrensälen besteht, gewidmet— wenn man sich die Tbomas-Räume nach hinzudenkt— den Meistern der eben äbg.- schlossenen Entwicklungsperiode, die im Zeichen des Jurpressionis- mus stand, wobei allerdings nicht zu vergessen, daß im Sinne der Franzosen von den hier vertretenen Künsttern eigentlich nur Slevogt Impressionist ist. Ein großer Saal umfaßt den Besitz der Nationalgalerie an Werken Lieber mann», darunter die be- deutsamen Früharbeiten: die kleine Schusterlverkstatt und die Flachsscheuer, die dock schon wie eine epische Dichtung anmutet. Der T r ü b n e r- S a a l, der sich anschließt, wirkt vielleicht noch am wenigsten befriedigend. Trübner war nicht stark, auck menschlich nicht bedeutend genug, um solchen Raum zu tragen. Werke wie daS arg posierte Bildnis des Sohnes, der Sieariedbrunnen oder der Odeywaldtempel gehören überdies zu den schwachen Leistungen des Karlsruher Malers. Recht fein wirkt dos klein« Kadinett mil E o r i n t h und S l e v o g t. Die Slevogtsche Trabrennbahn und das Corintbschc Frauenbildnis sind prägnante Acutzerungen dieser Berliner Sezessionisten. Ganz erlesen— trotz der etwas zu grell. gelben Wandbespannung— ist der Saal mit den französi» schen Impressionisten, mit den Cezanne», Reno:cS, Manets, Monets, RodinS und dem Degas, ein Raum, der sicherlich vielen Gewinn und Genuß bedeuten wird. Das obere Geschoß schließlich ist der neueren Kunst überlassen, um die Justi jetzt mit besonderem Eifer sich müht. DaS Interesse für diese Kunst ist in der Nationalgalerie noch zu jung, als daß schon irgendwie etwa? Abschließendes hier hätte geboten werden können. DaS Ganze wirkt ein wenig provisorisch und auch etwas zufällig. Im einzelnen ist wohl nickt genügend noch der kimstleri- schen Geltung differenziert, obgleich man sich sehr geschickt mit Leihgaben zu helfen gewußt hat. Von Kirchner gibt eS«in sehr schönes Bild: die Rheinbrücke, die die von diesem Maler erreichte, erstaunliche Veredelung des Handwerks prägnant bietet. Zum Ver. gleich hätte man daneben einen RohlfS haben müssen, der auf seine Weise auch das Handwerk zu so verblüffendem Reichtum zu steizern weiß. H e ck c l wird in dem ganzen Umfang seines Schaffens ge- wichtig dargeboten. Von L e h m b r u ck ist als charakteristische Leistung di«..Kniende", von Barlach sind zwei auS so tief mensch. licher Ergriffenheit quellende Werk« wie die„Singenden Frauen" und die„Vision" da. Bei Marc und Fe i'.! i n g« r erlebt man daS Zurückschrecken vor dem ChaoS der Wirklichkeft, die Sehnsucht nack einer Höberen geistigen Ordnung der Beziehungen zwischen den Dingen, die neue Einheit, die aus der Form heraus entwickelt ist. Von Kokoschka gibt eS di« groß« Komposition der„Freunde", die sich bcinübt, als Malerei selten stbön'und kostbar zu sein, die den Dingen ihre volle Dinglichkeit beläßt und sie doch einbezieht m die höhere Einheit großer Fläche ngeitaltung. Von den v a n Gaghs, die in diesem Raum noch hängen, ist ein vollgültiges Bild eigentlich nur das Kornfeld. Rösler und Brockhusen daneben, das offenbart drostiich ein allerdings auch so nicht un- bemerkt gebliebenes Epigonentum. Sehr fein in feiner dekorativen Harmtmie und dem inneren Reichtum der Farbfläcken wirkt die Landschaft von Gauguin. In dem Saal mit Purrmann und Moll will e» zu einem recklen Eindruck nicht kommen. Purk- manns Malerei wirkt nicht stark genug in solcher Häufung, hätte man lediglich das„Atelier" und�baS Gladiolen-Stilleben gezeigt. so wäre die Wirkung wohl stärker gewesen. Tei� Saal der Neo- Impressionisten. unter denen der eigentliche Träger der Bewegung, Seurat, fehlt, mutet fast schon an wie eine hlftorisch: Rückschau. Diese etwa? blutlose, verstandcsmäßig systematische Malerei, die bei uns in Curt Herrmann einen charakterisffscheit Vertreter besitzt, hat, ohne je zur Größe zu gelangen, es gelcgent- lich zu erstaunlich treffenden Impressionen gebracht. Tie beiden kleinen E n s o r s, ätherische Visionen eines seltsam nervösen Temperaments, muten in solcher Umgebung einigermaßen fremd- artig an. N o l d e S Negeraquarell« gehören mit zu dem Besten, was dieser Künstler geschaffen bat. sie sind stark und groß durch die visionäre Gestaltungskraft, die in ihnen sich auslebt. Um so mehr vermißt man ein paar Bilder NvldeS. die die Galerie sich so bald als möglich zu sichern hätte. Ueberbaupt ist nicht zu vergessen, daß da» alle? nur ein Auf- takt ist, daß man immer werter hineingreifen muß in die Reihen der Jungen, der Werdenden, die neben und nach diesen schon arri- vierten Meistern emporkommen. Eine neue Volksoper für Hroß-öerltn. Ein vorbereitender Ausschuß zur Gründung einer großen Volks- oper, dem namhafte Künstler und Volksbildner nahestehen und der seinen Sitz in Berlin-Steglitz hat, teilt mit, durch ein Opernunter- nehmen größten Stils soll die Oper zum Gemeingut des Volk:? werden. Den bestehenden Opernunternehmungen Groß-BerlinS wird kein Wettbewerb gemacht werden; e» ist vielmehr in Aussicht genommen, mit der StacrtSoper, soweit dies möglich, eine künstle- vische und wirtschaftliche Gemeinschaft anzustreben, mit der sich auch der neue Leiter der Staateoper, Schillings, einverstanden erklärt hat. Auch die leitenden Männer der preußischen Staaisregierung stehen dem Plane wohlwollend gegenüber und Kaden ihm ihre Unter- stützung zugesagt. Zur Errichtung der Oper, für die 4 0 0 0 Plätze vorgesehen sind, hat die Stadt Schöneberg unter außerordentlich günstigen Bedingungen ein geeignetes Gebäude zwischen der Haupt-, Rubens, und JnnSbrucker Straße im Friedenauer O-rtsteil von Schöneberg zur Perfügung gestellt. Die Verkchrslage ist sehr günstig, weil hier die wichtigsten Verkehrsmittel des Groß-Berliner Süd- Westens zusammenlaufen. Ter Entwurf des Opernhauses ist ein Werk der Düsseldorfer Architekten Professor Wilhelm Kreis und August Jüngst. Er sieht einen monumentalen Bau von antiker Kraft und künstlerischer Schönheit vor. Seinem Gepräge als Volks- oper entsprechend, soll das neue Haus auf die übliche Abstufung nach Gesellschaftsklassen verzichten und allen Besuchern möglichst gleichwertige Plätze liefern. Von den vorgesehenen 4000 Sitzplätzen Heraus mit unseren Kriegsgefangenen! tzeute, Sonntag, 17, August, vorm. 10 Uhr, im Lehrervereinshaus, �iexanöerstraße: G!�crsl>mm!l!ngi>rsötmlisl!trlilini>ks Gr.-Skrli« mit öer Tagesordnung: freigäbe unserer Kriegsgefangenen.� Oie Parteifunktionäre müssen bereits um H Uhr im Saale fein. Der Dezirksvorftand. Amerikas Stellung zum Völkerbund. »Manchester Guardian" meldet aus Washington, daß eine zu- derlässige Schätzung der Stimmenverteilung im ameri. lanischen Senat ergibt, oatz 41 Senataren für die Vorbehalt- lose Annahme des Völkerbundes und des Friedensvertrages sind, 31 Senatoren sind unbedingt dagegen, wenn nicht einschnei- dende Aenderungen vorgenommen werden. Ueber die Ansicht von 24 Senatoren bezüglich der von ihnen gewünschten Vorbehalte oder Auslegungen herrscht Unklarheit. Für die Ratifikation sind ö4 Stimmen notwendig. Die Mehrheil ist also noch so ungewiß, daß lebhafte AuSein- andersetzungen über die Frage der Annahme des Friedens zu erwarten sind. Euglische Propaganda für den Völkerbund. Nach einer Londoner Meldung wurde eine Parlaments- kommission zur Propaganda für den Völker- b ii» d g ed a n k e n gebildet. Unter den führenden Persönlichkeiten dieser Kommission befindet sich Lord Robert Cecil. Ts sollen überall im Lande Versammlunger abgehalten werden, in denen Reden über Zweck und Bedeutung deS Völkerbundes aufklären iollcn. In London findet die erste Versammlung am 1. Oktober statt, wo Lloh George reden soll. Der belgische Streik hinausgeschoben! Reuter meldet aus Brüssel, daß der StreikauSschutz der Eisenbabn-, Post-, Telegraphen- und Telephonangestellten nach einer langen Beratung beschlossen hat. den Albeitern mitzuteilen daß er im Hinblick auf den guten Verlauf der Verhandlungen die Möglichkeit erwägt, den Streik um drei, höchstens vier Tage zu verschieben. Der Befehl zum Streik am 17. August kann jedoch proch im letzten Augenblick gegeben werden. Sine neue tschechisch-polnische Krise. Die Wiener Blätter bringe« ein« Meldung des tschechischen Blattes„Ventow", daß die Polen zu einem neuen Krieg gegen die Tschechoflawaken entschlösse» feien. Die polnischen Blätter sollen die Abseadung eines Ultimatums an den tschechoslowakischen Staat verlangen. De« mährisch-schlesischen Blatte„Tcnnik" zufolge stehen sogar in der Umgebung TetschenS stttlfiX« Polen mit starker Artillerie bereit. soll weit über ein Drittel zu Preisen von etwa 3 M- abgegeben werden. Man holst, daß die Eröffnung der„Oper der Viertausend" bereits im Herbst 1921 erfolg«, kann. DaS Bedürfnis nach weiteren Opernhäusern ist zweifellos in B'rlin vorhanden, zumal das staatliche Opernhaus mit seinen I.ViO Plötzen wesentlich ein Lu�uSinstitut ist, da» für die VolkSmasse bisher nur an Donntagnachmittagen zugänglich war. Ob freilich jetzt ein solches Projekt durchzufübren. ob die Baustoffe und die Mittel dafür vorhanden sind, ob eine Rentabilität möglich ist, das alles läßt der rosige Prospekt unerörtert. Auch die Frage, wie daS Prioatkapiial mit der Gemeinde zusammenwirken soll, bedarf woi- terer Klärung. Die Mitteilung eines MittagblatteS, daß die„Neue Freie Volksbühne", die ja für den ständig steigenden Mit- gliederzustrom neue Häuser braucht, sich mit anderthalb Millionen Mark an dieser Gründung beteiligen wird, ist jedenfalls verfrüht. Notizen. — Das OrchesteritzeS Deutschen Opernhauses zu Charlotten bürg gibt in der Winterspielzeit 1919/29 zehn Volks» t ü m l i ch e Sinfonie-Konzerte. Als Dirigent wurde Kapell- meister Rudolf Krafselt gewählt. Die Konzert« finden an Sonntag- Vormittagen statt. Bei Abonnements 19 Pcoz. Ermäßigung. — Aus dem Nachlasse Haeckel? sollen seine LebenS- erinnerungen unter der Redaktion seine» Sohne» und seines ge- treuen Heinrich Schmidt herausgegeben werden. �-Neue Filme. Im Marmorhaüs ein Film-Romau „Maria Pavlowna". Nur die Namen sind russisch, sonst nichts. Gut ist in der Titelrolle Maria Fein; sie wirkt vornehm in der Beherrschung der mimischen Mittel, vorzüglich ist das Spiel ihrer Hände. Was an ihr auf der Bühne oft als Uebermaß wirkt, paßt in den Film. In den Mozart-Lichtspielen„Die Rache d e S Titanen". Ein Beweis, daß Fern Andra, die den Film verfaßt hat und die Hauptrolle spielt— nicht spielen kann. Hier ist Johann«S»Rieman gut und geschmackvoll. M. P. — Die Zahnärzte werden Doktoren. Der preußische Kultusminister hat am 19. August d. I. die medizinischen Fakul- täten ermächtigt, die Würde eines Doktors der Zahnheilkunde zu verleihen. Die wifienschafrliche Arbeit hat ein Thema aus der prak- tischen oder theoretischen Z-chnheilkunde oder au» den die Zahnheil- künde berührenden medizinischen Fächern zu behandeln. Eine alte Forderung der Zahnärzte, die daS Publikum freilich längst durch den Sprachgebrauch erfüllt hat, wird damit verwirklicht. Die Ho-fnung, daß die Titelwirtfchaft in der Republik abnehme, erfüllt sich freilich nicht. — Im Luftschiff nach Indien. Da» englische Lust- schiff R 34. das kürzlich den Flug über den Atlantik mit Erfolg gemacht hat. soll jetzt die Reise nach Indien antreten. Ter erste Teil der Fahrt wird über Frankreich und die Schweiz nach Trieft. gehen. Von dort soll das Luftschiff daS Mittelmeer überfliegen und 1 in Kairo landen. Der Weg für die zweite Hälfte deS Fluges steht � noch nicht fest; es kommen hierfür zwei Routen in Frage: ein« über da? Rote Meer nach Aden und weiter über den Arabischen! Golf nach Madras und die andere über Arabien nach Bombah. Der letztere Weg ist ein Landweg, der jedoch die Reife um einige hun- dert Meilen verlängert. Englanüs neueste Kolonie. Englisch-persifcher Bertrag. Kopenhagen, 16. August.(Eigener Drahtbericht des„Borwärt S")„Politiken" meldet auS Paris: Die Blätter Teherans veröffentlichen den Wortlaut eines wichtigen englisch- versischen Abkommens. England überläßt Persien 999 Mil- lioncn Kran und erhält dagegen die Kontrolle über Heer, Finanzen und ander« StoatSeinrichtuugen. Tie Veröffentlichung hat ungeheures Aufsehen in Teheran hervor- gerufen. Die Opposition beschuldigt die Regierung, das L a nd v e r- kauft zu haben. Der Vertrag enthält keine Angaben über die Rechte, die Persien anderen Mächten eingeräumt hat. Im Volke herrscht darüber allgemeine Unzufriedenheit. Die in diesen Tagen angetretene Reise des Schahs von Persien nach Europa wird mit diesem Umstand in Verbindung gebracht. Dazu verbreitet Reuter folgende Meldung: Nach Verhandlungen, die neun Monate andauerten, ist zwischen der persischen Regierung und Großbritannien ein Abkommen geschlossen worden, das England in die Lage setzt, Persien die Unterstützung und den Rat von Sachverständigen zuteil werden zu lassen, wodurch der Wiederaufbau dem persischen Staate ermöglicht wird. DaS britische Schatzamt hat sich bereit erklärt, der persischen Regierung einen Vorschuß von zwei Millionen Pfund Sterling zu gewähren, der durch die persischen Zölle sichergestellt werden soll. Das Gesamtergebnis der Vereinbarungen bedeutet nicht, daß Persien in irgend einer Hinsicht in ein britisches Pro tektorat umgewandelt wird, souber» daß damit der Jntrigenherr schoft und dem eifersüchtigen Wettbe«erb ein Ende bereitet worden ist.. Nach dem Eindruck, den der Vertrag in Persien selbst gemacht hat, zu urteile», ist diese Verlautbarung des eng- lischcn amtlichen Nachrichtenbureaus nichts weiter als ein Vertuschungsmanöver. Um seine Kriegserfolge zu sichern, übernimmt England den Wiederaufbau Persiens und damit umfangreiche Hoheitsrechte—' die alte englische Kolonial- Politik unter neuer Spitzmarke. Eine englische Militärmisfio« nach Persien. Laut Preßbureau Radio ist im Bertrage zwischen Großbritan- nie« und Persien u. a. festgcfcht, daß England auf Kosten Persiens Verwaltung sbramtc und Offiziere»ach Persien entsenden wird, die das persische Heer neu organisieren sollen. Die erste Anzahlung auf die. an Persien zu leihende Summe von zwei Millionen Pfund Sterling erfolgt, sobald der britische Finanzsachverständige für Persien sein Amt daselbst übernommen hat. Aentralrat gegen Vollzugsrat. Die wilden Arbeiterratswahlen. Der Zentralrat der Deutschen Sozia- li st i scheu Republik(gez. Cohen) teilt mit: Für die Neuwahl der Arbeiterräte der beut- scheu Republik haben die Vollzugsausschüsse mancher Orte bereits mit Vorarbeiten begonnen.. Der Aktionsausschuß des Zentralrats hat inzwischen eine Wahlordnung fertiggestellt, die in emer am 21. August stattfindenden Gesamtsitzung des Zentralrats verabschiedet und sodann veröffentlicht werden soll. Die Grundlage dieser Wahlordnung bilden die vom.2 Rätekon- greß gefaßten Beschlüsse, wonach die Wahlen der Arbeiter- räte nach Betrieben und auf berufsständischer Grundlage stattzufinden haben. Der Zentralrat macht daher darauf aufmerksam, daß in den Wahlgebieten, in denen, wie in Berlin, die Borarbeiten bereits in Angriff genommen sind, diese Grundlagen ipaßgebend sein müssen. Die Vornahme der Wahl selber kann nur nach der oben angekündigten, vom Zentralrat demnach st zu erlassenden Wohlordnung stattfinden. Ein 9 Milliaröenkreüit. Gesetzentlvurf über Enteignung. Der Nationalversammlung ist der Entwurf eines Gesetzes be- treffend einen Anleihekredit für das Rechnungsjahr 1919 zuge- gangen, wonach der Reichsminister der Finanzen ermächtigt wird, zur Bestreitung einmaliger außerordentlicher Ausgaben die Summe von 9 Milliarden Mark im Wege des Kredits flüssig zu machen, den einzelnen ReichSverwaltungen die aus Anlaß des Krieges und der Demobilmachung erforderlichen Teilbeträge bis zur Höhe von 7 Milliarden Mark zu überweisen, sowie L Milliarden Mark für Leistungen aus dem Friedensverträge zu verwenden. Der Nationalversammlung ist ferner der Entwurf eines Ge» setzis über Enteignungen und Entschädigungen auS Anlaß des Friedensverrrage» zwischen Deutschland und den alliierten.und assoziierten Mächten zugegangen, wonach die Reichsregierung er- mächtigt wird, Gegenstände, welche auf Grund deS FriedenSver- trage? oder ergänzender Abkommen den alliierten und assoziierten Regierungen oder einer von ihnen oder einem Angehörigen der alliierten und assoziierten Mächte zu übertragen sind, für daS Reich zu enteignen. Der kommenöe Staatsgerichtshof. Beratung im Berfassungsausschuh. Der VerfassuiigSauSschuß trat am Sonnabendvormittag unter Vorsitz des Abg. Haußmann zur Beratung des Gesetzentwurfs über Errichtung eines StaatSgerichtShofeS zu« fammen, und nahm eine Generaldebatte vor auf Grund schriftlichen Berichtes der Abgg. Dr. S i n z h e i m e r(Soz.) und Warmuth (Dtnotl.). Der Vorsitzende sowie die Abgg. Dr. Spahn(Ztr.), Dr. Sinzheimer(Soz.) und Petersen(Dem.) regten an, sofort einen Untersuchungsausschuß nach Artikel 34 der Verfassung durch die Nationalversammlung einsetzen zu lassen, und die Regierung zu ersuchen, einen Gesetzentwurf auf Errichtung nicht eines außerordentlichen, sondern eines ordentlichen Staats- gerichtshofes gemäß Artilel 198 der Verfassung möglichst rasch vor- zulegen. Es wurde ein Unterausschuß gebildet, dem der Vorfitzende. die beiden Berichterstatter und die Abgg. Dr. Spahn(Ztr.), Graf zu Dohna(D. Vp.) und Geyer(U. Soz.) angehören, der bis Montag, wo um 6 Uhr nachmittags eine weitere Sitzung deS Ausschusses verabredet ist, einen formulierten Antrag unterbreiten wird._ Nachklänge des Lanöarbeiterftreiks. Gegen die Landratswirtschaft. Eine Parteiversammlung, die kürzlich in Stralsund stattfand, hat einstimmig beschlossen, eine Abordnung von drei Genossen au? Stralsund und dein Kreise Franzburg zum Genossen Heine nach Berlin zü entsenden, um ihm über die Borgeschichte und Entwick- lung de» Franzburger Streiks endlich einmal reinen Wein einzu- schenken. Das wurde als besonders notwendig erachtet, nachdem der Londrat von Stumpseld einen„Bericht" zu verfassen und abzusenden für gut befunden, der den Streik darstellt—„wie er eS auffaßt". ES soll die sofortige Abberufung des LandratS ver- langt werden und eine klare Aeußerung des Ministers Genossen dH e i n e: wie er sich die Entwicklung in Borpommern Venkt. Man will die politischen Aemter, vom Regierungspräsidepten ein, schließlich, endlich in sicheren Händen wissen. Es kam de Ueberzeugung zum Ausdruck, daß lediglich weaen des ZaudernS und Schwankens, wegen der Ungewißheit und Unsicherheit bei der Besetzung der politischen Aemter die Verhältnisse süb entwickeln konnten, wie gesckieben. Dies Schwanken, diese Unsicherheit sei Schuld an dem Uebermut der Junker, an der Kraftprobe de§ La ndbu ndes, am Franzburger Streik sowie an der Gefährdung der Ernte._ Tie Kohlcnliefcrung an die Entente. Verschieden« Abend- blätter meldeten gestern, unter Berufung auf eine Aeußerung des ReichSwirtschaflsministcrS, die Entente habe auf Grund von Verhandlungen eine Herabsetzung da? von Deutschland zu liefernde Kohlenquant um von 49 auf 21 oder 12,3 Millionen Tonnen zugestanden. Offiziös wird dazu erklärt, daß die Nachricht falsch sei Die Verhandlungen schweben nocki. außerdem sei Deutschland bei dem gegenwärtigen Stand seiner Kohlenproduktion auch nicht imstande, 12,3 Millionen Tonnen zu liefern. Theologen am Seminar. Dieser Tage sind am Lehrerseminar in NeubaldenSleben(Provinz Sachsen) einige Kandidaten der Theologie aufgetaucht, die dort einen AuSbildungskursuS durch- machen. Welcher Art könnte ein solcher Kursus sein? Handelt es sich um die früheren Kurse zur Ausbildung von Schulinspektoren? Wir dachten, die geistliche Ortsschulinspeklion sei aufgehoben, also wären auch die Kurse beseitigt. Oder sollen die Herren lernen, wie niaiu Koiftirmantienunterricht erteilt? Man sollte denken, die VorbereMng für diesen Zweck hätte die Kirche zu übernehmen. Weiß das Kultusministerium um. diese Einstellungen? Ein Rcichejugendschutzgeset,. In der Sitzung de? Sozialen AuS- schusses der Nationalversammlung am Sonnabend kündigte Unter- staatssekretär Schulz die baldige Vorlage eines Reichsjugend- s ch u tz g e s e tze s an, um eine Zersplitterung auf diesem Gebiete zu verhüten. Noch vor Eintritt der Beratungspaus: sollen die Fras- tioncn in der Sache gehört werden. Der Unterstaatssekretär sprach die Hoffnung aus, daß die der Sache noch entgegenstehenden Dchivie- rigkeiten, namentlich auch auf finanziellem Gebiet, zu über- winden sein werden. Woher kommt das Geld? Wie der Hannoversche.Bollswille" mitteilt, hat der dortige Parteigenosse W. Ernst von dem Kommu- nisten Bennecke aus Singen an der Schweij�renze die Aufforderung bekommen, an der kommunistischen Agitation teilzunehmen. Er sollte mit einem angeblichen Deutsch-Amerikaner namens Deuz zunächst in 39 Städten Persammlungen abhalten und die Masse zu gewinnen suchen. Das Interessante an dem Brief ist der Schluß- satz:„Finanziell wirst D u Dich ganz gut stehe n." Geld genug haben also die Kommunisten. Woher kommt«S? Proletarier-Geld ist es ganz gewiß nicht. Welche dunkele« Kräfte stehen hinter dem Bestreben, d'e deutsche Revolution und die deutsche Republik zuschanden zu treiben? Hat das Proletariat den Klassenkampf Kewonnen? Diele Frage stellt und bejaht Genosse Dr. Werner P e i> e r in einer kleinen iheoreiistkien Streitsckrift, die im Verlag de« GeneralsekrelariotS zum Studium des Bolschewismus erschienen ist. Peiser legt dar, daß der Klassenkampf als Machtkampf der Klassen entschieden ist »nd daß das Proletariat die politische Macht talsächlich erobert hat. Damit sei aber das Endziel der proletarischen Bewegung noch keineswegs erreicht, der Kampf noch nicht zu Ende, vielmehr müsse er als Abwehrkampf zu Verteidigung, Ausbau und Sicherung des Errungenen fortgefübri werden. Dos Besircben mancher Arbeiter- kreise, den Klassenkomps in bisheriger Form zur Eroberung der politischen Macht fortzusetzen, sübrt Peiser auf eine vollständige Verkennung der durch die Revolution geschaffenen Tatsachen zurück. PeiserS Schrift, die mit großer Wärme für die Einigung der Arbeiterbewegung eintritt, stellt einen bemerkenswerten Versuch dar. den Tagesstreft der Richtungen auf ein höheres Niveau zu heben- GewerffchaflsbewMng 30 Jahre öergarbeiterverbanö. A-m 18. August d. I. kann dkr Verband der Berg- arbeiter Deutschlands auf ein dreigigjährigcs Bestehen zurückblicken. Ten Grundstein zur Organisation legte der Berg- arbeitertag in Dorstfeldbei Dortmund am 18. August 1889. Aber eS NMr nur ein kleines Häuflein klassenbewußter„Knappen", > daS sich zunächst in der Berufsorganisation zusammenfand. Nach drei Seiten mußte die junge Bewegung ihren Kampf führen: gegen den Hcrr-im-Hause-Standpunkt des llnterneh- m e r t u m S, gegen die mit allen Mitteln des Schandgesetzes kämp- sende Staatsgewalt und schließlich noch gegen die eigenen Kameraden, die durch knappenvereinliche Kirchturmspolitik und konfesfionellkirchliche Verhetzung der modernen Zusammenfassung aller Berufsangehörigen in einer großen Organisation feindlich gegenüberstanden. Wohl in keinem Beruf waren die Widerstände so stark wie bei den Bergarbeitern. War doch das Unternehmertum das kapitalkräftigste Teutschlands; durch materielle und gesellschatt- liche Interessen eng versippt prit den BSHörden, die mit allen Mit- teln— gesetzlichen und ungesetzlichen— die Grubenarbeiter in der entsetzlichsten Lohnsklaverei niederhalten wollten. Mit am schwersten wären denn auch die Lahnkämpfe, die die Bergarbeiter zu führen hatten. Wochenlang andauernde SkreirS, die manchmal bis zum Weißbluten geführt werden mußten, um- fangreiche Massenaussperrungen und schikanöse. Maßregelungen .mißliebiger„Hetzer" schwächten wohl mehr oder minder die junge, cmporblühende Organisation, konnten sie aber nicht zerschlagen. Tank der opferwilligen und unermüdlichen Tätigkeit so manches alten Sturmgesellcn hielt sich der Vielbefeindete. Er ge> dich, trotz aller Verfolgungen, trotzdem man seine Führer viele Jahre hinter Gefängnis, und sogar hinter Zucht- Hausmauern steckte. Die schweren Opfer wurden nicht umsonst gebracht! Heute scharen sich um die Fahne des Bergarbeiterverbandes Hundert- tau sende von Mitgliedern. Doch ein tief schmerzlicher Gedanke mischt sich in die Freude, die jeder klassen bewußte, klar denkende Gewerkschaftler mit den Grubenarbeitern über den ge- wältigen Ausstieg ihrer Organisation empfindet. Durch den Ge- waltfrieden von Versailles sind. große Mitgliedschaften des Berg- arbeiterverbandes vom Mutterlande losgerissen worden. Auch ihnen gilt heute das herzliche„Glückauf!"> das wir dem Bergarbei- terverbande zu seinem Ehrentage zurufen. »* Die„Bergarbeiter-Zeitung" erscheint anläßlich des Ehren- tages in festlichem Gewände. Alle alten kampferprobten Führer und Vorkämpfer der Bergarbeiter haben aus dem reichen Schatze ihrer Erfahrungen und Erinnerungen dazu beigetragen, den jüngeren Beruftgenossen ein Bild von dem'Werdegang der jetzt so sturmfesten und starken Organisation zu geben. An diese Jungen und Jüngsten wendet sich Otto H u e am Schlüsse eines warm- herzig geschriebenen Beitrages mit folgenden Worten: Der Sturm der Revolution hat mit ungeheurem Schwung auch die Mitgliedschaft des Bergarbeiterverbandes aufgehäuft. Viel gänzlich Unfertiges, sehr viel Bil- dungsbedürftiges ist der Organisation zu- geströmt. Wirrnis und Gärung konnten daher nicht aus- bleiben. Was sich der Schulung durch die Organisation entzog m hat, das muß nun zur freiwilligen Unterordnung unter die demokratischen Gebote der Organisa« tion erzogen werden. Das ist gewiß ein schweres Stück Arbeit, aber nicht schwerer als die große Leistung der„alten Verbändler", di« ihrer von gewaltiger Macht und raffinierter List umdrohten Organisation dennoch zum Triumph verhalfen. An diese Periode des BcrgarbciterverbandeS seien alle erinnert, die meinen, den Sonnenaufgang von lichter Höhe ohne Ueberstehen von Mühsal be- wundern zu können., Der Mensch wächst mit seinen höheren Zwecken. Einer Or- ganisation von Menschen fallen mit ihrem Wachsen höhere Auf. gaben zu. Das gilt auch von dem Verbände der Bergarbeiter Deutschlands. Er tritt nun erst an die Lösung von Auf. gaben heran, deren Gerechtigkeit das Einsetzen aller unserer Kraft verlangt. Da? große Werk muß und wird gelingen. Bewahret das Vermächtnis der Gründer unserer Organisation, hebt ishre Stärke nach außen, festigt sie innerlich! Zeigt ihr euch so tätig, dann, ihr Jüngsten und Jungen, ihr unsere Hoffnung, handelt ihr im Geiste der allezeit getreuen„alten Verbändler". Bewegung unter den Angestellten der 5kriegs- gescllschaften. Die Angestellten der KriegSgesellschgften treten jetzt in eine neue Bewegung ein. Eine Reihe von Kriegsgesellschasten ist über- flüssig und auflösungsreif geworden und so hat man am 13. d. M. in den meisten noch bestehenden Gesellschaften einem sehr großen Teil der Angestellten, in einigen Betrieben bis zu 39 Proz., gekündigt. Gegen diese Maßnahme erheben die Ge- kündigten jetzt Protest. Die Angestellten der Striegsjjesellschafien, unter denen sich eine nicht unbeträchtliche Zahl von Kriegsbeschädig- ten befindet, verlangen, daß ihnen für die Uebergangszeit nach der Entlastung eine Wirtschaftsbelhirse als Prämie für die geleistete Arbeit gezahlt werde. Sie wollen sich zusammenschließen, um mit Hilfe der Regierung die sich auflösen- den Betriebe zur Zahlung zu zwingen. Tie Hamburger Bankbeamten vor dem Reichsarbeits- Ministerium. Ergebnislose Verhandlungen. Die am gestrigen Sonnabend im Reichsarbeitsministerium unter dem Vorsitz Dr. Busses gepflogenen Verhandlungen sind ohne eine Einigung verlaufen. Nachdem beide Parteien die Lage dargestellt hatten, wobei die Vertreter der Hamburger Bankleitungen nochm'als betonten, daß die Banken nicht in der Lage seien, die Forderungen zu bewilligen, die Arbeitnebmer aber ebenfalls erklärten, daß die Angestellten angesichts ihrer wirtschaftlichen Notlage nicht von ihren Bedingungen abweichen könnten, machte der Vorsitzende einen Ver- mittlungsvorschlag. Danach sollten die Hamburger Banken folgende Beihilfen zahlen: Für Verbeiratetc mit Kindern 1999 M.. für Ver- beiratete ohne Kinder 899 M., für Ledige 699 M. und für Jugend- liche 599 M. Die Zahlung sollte po erfolgen, daß im Augenblick 759 M., 699 M., 459 M. und 375 M., der Rest am 15. November ausgezahlt würde. Dieser Vermittlungsvorschlag wurde von den Vertretern der Streikleitung angenommen, wäh- rend die Bankenvertreter ihn ablehnten. Die Banken seien augenblicklich nich: auf Rosen gebettet und so ließe sich die Zahlung von etwa 499 999 M. für dw Hamburger Angestellten nicht ohne weiteres durchführen. Sie erklärten, daß für sie lediglich ihr Angebot vom 15. August diskutabel fei. Der Verhandlungsleiter machte darauf den Vorschlag, daß die Zahlung der Beihilfe einst- weilen geschehen solle und daß Banken, falls die Bilanz ein un- günstiges Ergebnis zeigen sollte, die am 15. November zu zählende Restsumme den Angestellten vom fälligen Gehalt abziehen könnten. Es kam infolge des VermittlungSvorschlageZ zu heftigen und aus- gedehnten Debatten, da die Vertreter der Arbeitnehmer auS- rechneten, daß die einzelnen Banken eine Mehrbelastung von 69 999 M. erleiden würden:«ine. Summe, die für. große Finanz- institute nicht so sehr ins Gewicht safle.. Da k e i n.e Einigung zu erzielen war, machte der VerhandlungZleüer beiden Parteien den Vorschlag, am kommenden Dienstag die Streitfragen eine« km Reichsarbeitsministerium zusammentretenden SchlichtungS- a u s s ch u ß zu unterbeciten, der dann ein endgültiges Ilrteil fällen wird.— Die Forderungen der Berliner Bankbeamten wurden gestern nicht verhandelt._ Die im Serbande der Gemeinde- und StaatSardeiter organi- sierten Arbeiter. Arbeiterinnen und Lohnangeftellten der Reichs- und S t a a t s b e h ö r d e n Groß-Berlins nahmen in einer stark besuchten Versammlung in den Andreas-Festsälen zu neuen Forde- runaeil Stellung. Scbarlau führte aus: Die im März diese? Jahres im ReichsarbeitSami sestgelegien Richtlinien mit den Vertretern der Reichs» und Staatsbehörden Groß-BerlinS haben kein befriedigendes Ergebnis gezeiligt. Der direkle und indirekte Widerstand der unlergeordneten Verwaltungen hat es ferliggebracht, daß heute noch einzelne Bernfsgruppei, nicht nach den festgelegten Grundsätzen entlohnt werden. Die Gegenüberstellung des Lohn- empiängers mit dem Tiensteinkommen des Unterbeamten, der die gleicke Tätigkeit verrickitet. hat eS mit fich gebracht, daß durch äußerst einseitige ialsche Aufstellungen ein großer Teil Handwerker die festgesetzten Höchstlöhne nicht erreichte. Die Bezahlung der in die Woche fallenden Feierlage vom 1. Januar ab ist bis zur Stunde in einer ganzen Reihe von Verwaltungen noch nicht erfolgt, sodaß die Arbeiterausicbüsse in 29 Verwaltungen dem Verbände Vollmacht erteilten, um Klage beim SchlichlungSaasschuß zu führen. Die in einigen Verwaltungen bereits bestehende Einrichtung in Krankheitsfällen den Lohn weiter zu zahleii, wurde trotz aller Zu- sicherungen wieder gestrichen, so daß diese Gruppen verschlechtert wurden; z. B. das Personal des Reichstages durch den reaktionären Herrn von Jungmann. Einmütig wurde dem von allen Arbeiter« ausschüssen gestellten Antrage zugestimmt, die bestehenden Richl- linien aufzukündigen und einen neuen kollektiven Tarifvertrag ab- zuschließen. Die Vorschläge der Tarifiommission wurden nach den Aus- fübrungen Scharlaus mit übergroßer Majorität angenommen. Ge- fordert wurden strikte Durchführung aller sozialen Einrichtungen, wie sie bereits für Lohnempfänger der Stadt Berlin bestehen. Die Tarifkommission erhielt den Änstrag, die Verhandlungen abzu- brechen, wenn man nickt hierin Entgegenkommen zeige. Die Lohntabelle soll künstig nur noch in zwei Lohnklasien be- stehen: Gelernte und Ungelernte. Die Organisationsleitung wurde einstimmig beauftragt, sofort die Verhandlungen einzuleiten. Zur Lohntariskündigung der Handclsarbeiter. In dem in der Freilagmorgennummer des„Vorwärts" enthaltenen VeriammlungS- bericht ist insofern ein Irrtum enthalten, als die Lohnkommission den Versammelten die Forderung auf einen AnfangSlohn von 199 M.. nach einen, halben Jahr einen solchen von 115 M. unter- breitete. Die Versammelten gingen darüber hinauS und beschlossen. nach V, jähriger Tätigkeit einen Lohn von 129 M. zu fordern. Deutscher Holzarbeiter-Berband. Tischler! Bezirk Süd weftenund Westen! Montag, den 18 August IStS. nachm. 5 Ubr bei Schröder, Fontanc-Promcnade 18. am Kaiser-, iriedrich-Platz. Mitglieder- ver sarmnlung. Tagesordnung: 1.-Fortseyung der Distussion vom Der- bandstag. 2. Bericht von der Generalversammlung 3. Berichterftatluna der Arbeiterräte. 4. Da? neue Rätesystem. Vollzähliges Erscheinen er- wartet Die Kommission. Deutscher Transportarbeiter-Berbaud, Bezirk Gros-, Berlin. Am Montag, den 18. August, abends 7 Uhr, im KewerkschaftsdauS, Engel- uter 14/15, großer Saal, ordentliche Generalversammlung pro 2. Quartal 1919. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. GeschästS«, Kassen- und ArbeilsnachweiSbericht pro l. Quartal 1Sl9. 3. Erledigung zurückgestelller und etwa eingegangener Anträge. 4. Geschäftliches. Legitimarionskarte sowie Mitgliedsbuch find mitzubringen und zweck» Kontrolle resp. Ab- stempelmig am Eingang zum Bersammlungsiolal vorzstlegen. Wer über 8 Wochen mit seinen Beiträgen im Rüch'lande ist, hat ebenfalls keinen Zutritt. Berantw. für den redaition. Teil: Alfred Scholz, Neukölln: sür Anzeigen: Theodor Slock«, Berlin Setlag: Borwört». Verleg ß. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärte- Buchdruckerei und Berlagoanftalt Paul Singer u. Co. in Berlin. Lindenstr. Z. Hterzu 2 Brilagen jfctan� Das rein natürliche Mineralwajler„Staat!. Zachingen" ist wieder, mit alten guten verschlügen versehen, sofort lieserbar. von heilwirkenöem Einfluß bei Eicht, Diabetes, Nieren-, Olafen- und Harnleiden, Sodbrennen usw. Orunnenschriften durch das Oüro, Oerlin W 66, Wilhelmstraße 55. �tSäaj' Leipziger Sir. 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Gegenüber der dort empfohlenen Enteignung der lZieocrländer Eisenerzvorkommen muh zunächst fesb- gestellt werden, daß diese schätzungsweise nur noch 50 bis 80 Millionen Tonnen Eisenerz enthalten> Gehalt: ca. 40 Vroz. Eisen, s Proz. Mangan) gegenüber 270 bis 450 Millionen Tonnen des Jlseder Erzvorkom nienS(30 bis 33 Proz. Eisen, 1 bis 3 Prag. Man- gan). Das Jlseder Erzvorkommen beträgt also etwa das fünffache des SiegerländerS. Es kommt hinzu, dah das Siegerländcr Eisenerzvorkommen sich au? Dutzenden kleinerer und größerer Grubenbetriebe zusammensetzt, die zum überwiegenden Teil im Besitz Siegerländer und rbeinisch-ivestsälischcr Hüttenwerke sind. Die Enteignung der Gruben allein würde somit einer ganzen Reihe Hochofenanlagen die notwendige ErzbasiZ entziehen und zu bedenk- lichen wirtschaftlichen Hemmungen und Störungen führen. Die Enteignung der Gruben zugleich mit den zugehörigen Hütten würde aber eine außerordentlich umfangreich? und schwierige Ausgab? dar- stellen. Außer dem Diegerlünder Vorkommen sind bedeutende Eisen- erzvorkommen in Dcurschland leider nicht mehr vorhanden. Zei- tungSmeldungen üb« die plötzlich- Auffindung großer Eisenerz- vorkommen sind mit Vorsicht aufzunehmen. ES erfordert meist mehrjährige Untersuchungen-und Aufschlußarteiten. bis der Umfang eines größeren Eisenerzvorkommens einigermaßen übersehen werden kamr. Schon deshalb trogen alle Nachrichten über die plötzliche Auf- findung neuer großer Vorkommen den Stempel der UnWahrscheinlichkeit an sich. Auch die Befürchtung de? Einsenders, daß der st a a! l i ch e V e- trieb weniger sozial geführt werden kann, wie der bisherige Privatbetrieb, erftheint lven-ig begründet. Viele Anzeichen deuten darauf hin, daß in dem neuen Reichsschatzministerium etwas mehr sozialer Wind weht als in dem alten, verknöcherten Berg- werksbetrieb des preußischen Staate?. Darauf deutet auch die gc- plante Haudbabung der Soziali siernna der Elektrizitätsivirtfchaft hin. Darnach ist beabsichtigt, die Elektrizitätswerke in den beweg lichen Formen privatwirtschaftlicher Betrieb« fAktiengesellschosten und dergleichen) zu führen, wobei lediglich die Aktien sich im Besitz des Staates befinden. Gerade diese Form aibt die Möglichkeit, durch Beteiligung der Arbeiter an der Besetzung de! AufsichtSrateS und in der Verwaltung besonders bei der Ae- arboitung sozialer Fragen«Bau von Arbeiterwohnungen, Berw'al- tung der Konsumvereine, Tarifverträge. Annahme und Entlassung von Arbeitern, Krankenkassen- und Versicherungswesen ußv.) in weit- gehendem Maße zur tätigen Mitarbeit an der Verwal- tung heranzuziehen und die gesamte Betriebsleitung in sozialem Geiste zu führen. Wenn angeblich die Arbeiterschaft der Jb'eder Hütte gegen die Verstaattichiing protestiert bat, io ist der Gedant? nicht von der Hand zu weifen, daß sie sich im Irrtum über da? Ziel der Verstaatlichung befundeu hat. In einem Punkt muß der Zuschrift unbedingt zugestimmt werden, nämlich darin, daß die Vergesellschattimg„zur V c r) hü tun« arbeitsloser, riesiger Unternehmer- gewinne und zur Herbeiführung des sozialen Ausgleichs dienen soll". Von diesem Gesichtspunkt be- trachtet, erscheint die Höhe der Abfindungssumme, 400 bis 450 Proz. des Aktienkapitals, bedenklich. Richtig ist, daß der derzeitige Kur? der Aktien sich in der angegebenen Höhe bewegt. Ist es aber nicht voreilig, in dem jetzigen Wirrwarr und Fieberzustand Unseres Wirt- schastSlebcn» endgültige Schätzungen vornehmen zu wollen, wo doch noch keineswegs übersehen werden kann, wie sich in Zukunft die Ver- hälinisse unserer Eisenindustrie gestalten werden?— Durch die der- zeitige starke Nachfrage»ach Eisen- und Stahlprodukicn möge man sich nicht täuschen lassen. E? kommt darauf an. wie sich in Zukunft der laufende BÄars stellen wird, wenn der durch die Nach- Wirkungen der Kriegswirtschaft unnatürlich gesteigerte Bedarf befriedigt ist. Da sieht die Sache keineswegs rosig au?. Von d.'r FriedcnSproduktion von rund 20 Millionen Tonnen Stahl im Jahre emfiel etwa die Hälfte, fei»s direkt oder indirekt, auf unseren Export. In absehbarer Zeit wird ab:r zweifellos eine Reihe unserer besten ausländischen Abnehmer vollständig anSsallen, sei es. weil sie ihre Eigenproduktion erhöht hohen, oder daß sie Wirt- schaftlich unter den Wirkungen de! Krieges sehr leiden und sich de?- hakh Beschränkung auferlegen. Auch der JnlandSkonsum wird voraussichtlich später erheblich zurückgehen. Dafür sorgen neben der«llgemeiw.i Verarmung die jetzt geforderten außerordent- lick hohen Preise. Vorsichtige Wirtschaftspolitiker schätzen deshalb nach Erreichung d«S DebarrungSzustandeS die Beschäftigung unserer Stahlindustrie aus etwa 40 bis 50 Proz. ihrer Lelstungssähigkeit. Treffen diese Schätzungen zu. so sind zweisellos die Aktien des Jlseder W.'vkeS mit 400 bis 450 Proz. weitaus zu hoch be-Mt. Die zukünftig« Entwicklung kann eben heute mit Sicherheit nicht über- sehen werden. Es dürste sich deshalb dringend empfeblen, die end- gültige Festsetzung der Entschädigung noch um 1 bis Iii Jahre zu»er tagen. Ilm Härten zu vermeiden, köni-cn bis dahin auf die Entschädigungssumme angemessene Abschlagszahlungen geleistet werden. Zweckmäßig würde die Festsetzung der Entschädi- gung durch eine Kommission, die vom Neichskanzler zu ernennen wäre, und iiiHtt in öffentlicher Verhandsting erfolgen. Es ist ferner zu berücksichtigen, daß. wenn im vorliegenden Falle der derzeitige Kurs der Aktien als Grundlage Mr die Entschidigimq genommen wird, sich die Reichsregierung für alle späteren Fälle der Enteignung in ungünstiger Weis« festlegen würde. Auch die Art der Enteignung ist in mancher Beziehung nicht praktisch. ES sollen die Aktien enteignet werden. Soll das Unternehmen in der beiveglichen Form der Aktiengesellschaft weitergeführt werden, läßt sich das vermittels eines kleinen Kunstgriffs besser in anderer Weise dadurch erreichen, daß der Staat die Werke als solche enteignet und gegen Ge- Währung des gesamten Aktienkapitals m eine neu zu grün- dcnde Aktiengesellschaft einbringt. Auf diese Weise werden die Nachteile, die mit dem Erwerb der Aktien des bisherigen Unternehmens verbunden sind, vermieden. AIS solche sind zu er- wähnen: Da nock der alte AussichtSrat vorhanden ist und, falls er sich nicht freiwillig zum Rücktritt entschließt, unter Umständen Schw'erigksitc» bereiten könnte, die erst nach Ablauf der Mandats- Periode endgültig wegfallen würden, würde der Staat unter Um- ständen erst nacb Monaten in den vollen Genuß seiner Rechte ein- treten können. Ebenso übernimmt der Staat mit dem Erwerb d:r Aktien automatisch alle V e r p sli ch t u n g e n der biSh-'cigen Gc- sellschmt, insbesondere auch die langfristigen Verträge, die sie mit den verschiedenen Verbänden des Eisengroßgewerbes abgeschlossen Hai. Enteignet der Staat die Werke, so ist er von diesen Ver- pslichtungen frei. Dadurch daß der Staat bzw. die neu zu grüiidendc Gesellschaft dann nicht den Verbänden augehört, erlangt sie diejenige günstige Position, welche fiir einen ordnungsmäßigen Wieder- aufban der Verbände unbedingt notwendig ist. Vor allen Dingen kann der Staat bei einer solchen Neuregelung der Verbände be- züglich des Selbstvcrbrauchs und der Kontrolle der Preise sich ge- nügende Rechte ausbsdingen.— Endlich kommt noch eines in Be- tvacht. Unsere Schwerindustrie hat bekanntlich im Verlaufe des Krieges ungeheure Wuchergewinne gerruicht. C6 gerade die Pciner Werke, mag dahingestellt bleiben. Immerhin liegt di: Mög- lichteit vor. Besonders soll angeblich der Preis der von Peine ver- kauften Erze sehr erheblich die tatsächlichen Selbstkosten überstiegen haben. Wird da? Aktienkapital enteignet, so kann der Staat später Ansprüche auf Rückcrstattzung dieser Wuchergewinnc nicht mehr geltend machen. Erwirbt dagegen der Staat die Werke als solche. selbstverständlich einschließlich der gesamten Geschäftsbücher, deren Einlchtnchme der früheren Gesellschaft mit Rücksicht auf die geictz- lichen Vorschriften noch wahrend 10 Jahren zu gestatten wäre, so bat er Gelegenheit, durch Nachprüfung derselben sich zu ver- qewissern, ob die Gesellschaft während des Krieges nicht übermäßig? Gewinne gemacht hat. Ergibt sich dies, so könnten dieselben gc- gebeuenfalls geaen die zu gewährende Entschädigimg misgerechnet werden. Alle diese Gründe lassen es weitaus vorteilhafter erscheinen, daß der Staat nicht die Aktien, sondern die Werke al? solche ent- eignet.__ ........Ii I'™ Wenn die Frau stöhnte, so war eS auch dem Mann leichter. Kamen aber die Wehen wieder und schrie die Gebärende auf, so konnte sich der Verwundete auch nicht mehr halten, Wie ein in die Falle geratene? und vom Jäger geschlagenes Tier Ichrie er. und alle!, Iva! er durchlebte, war in diesem Schrei. Die lichlloien Tage und traumlosen Nächte... Die verstümmelte Liebe zu der Frau, die jetzt neben ihm lag... Die Hochzeil... Und dann gestern... Er wollte iinr ein bißchen Mensch iein und dachte an seine Frau, die iein Kstid triiq. Und dann röchle sich die Maschine... Jepl lag er da und wußte— er wird es nicht überleben... Und er ichrie wieder, Angst, Schmerz und machtlose, hilflose Wut waren lvie Taniende von vergiftete» Nadeln ur dielem Schrei- So ging eS die ganze Nacht. Der Arzt murine! tc, er werde wohnsinnig, die Hebaninie weinte... Daun kam der Morgen. Immer beller und heller wurde et. Die Sonne hatte das Gestern wieder vcrgejsei, und schenkte der Erde wieder ein Heute. Die Schreie des Manne? wurden immer stiller und die der Flau heftiger und hesliger... Und nm acht Uhr geschah das Wunder der Wunder, und der Vater schrie zum letzien und der Sohn zum ersten Male. Doch hörte es keiner, denn im ielben Augenblick drang in die Kammer der Ruf der Fabrikpseife und übertönte alles... Theater öer Woche. Volitüühne!„Der Auhreiaen".— Drutlchc, Theater:„Ouck ich war ei* ".üugliiifi".— rwmmerspteie:„Weib und Hampelmann".— Kleine, Schaufpiet- du»»:„Die Biichse der Pandera".-«esfing-Thrater:..?.h:>r?ev» Tniur".-■ ..'.utschc.i güiiftlerlheater:„Die Antschl'ah»".— iUit.iüleuhMm: wls-lott van der Pfalz".— Serliner Theater:„Die Dame in: Frack".— Theater de» Weste»,: „Dcisha", ab 23.„Die gra» im Hermelin".— Zrianantheatcr:„Der gute Nur". — Refidc«?»Zheater:»Da« halicre Lebe»".— genlral.heater:„Die Smönste»an allen".-- zeiedrickr-Wilhelniftiidtilche» Theater:„Der lieilige silacian".— itlcine» Theater:„Un'errn Baum der Erlrirntni,".— Aamrslhe Oper:„Schwarz- �llltagsmärchen. Von Gr. I a r ck o. Der Sonncnknß. In einem dumpfen Viertel der großen Stadt, war e? sehr beiß im Sommer und sehr kalt im Winter, denn der Himmel und die Sonne vernochlässigien e? und schienen entweder leine Lust zu haben, mit den hohen Türmen, Mauern und Häusern, die die Menschen gebaut haben, zu kämpfen oder wollten nicht das viele Elend seheti, das da wucherte. Schließlich vernachläisigten eS auch die Menschen und wohnten dort nur, wenn die Not sie dazu zwang. In diesem Viertel lebte ein kleiner Knabe. Seine Mutter ver» bat ihm den Stadtteil zu verlassen, denn sie fürchtete, der Kleine könnte sich vei irren oder e! könnte ihm etwas zustoßen. So mußte er auch immer auf derselben Straße mit denselben Ueiiic» Kindern dieselben langweilig gewordenen Spiele spiele». Einmal, als der Frübling kam, blickte in das verlassen« Viertel die Sonne. Hotte sie alles, was sie von der Stadt wußte, ver« gejien oder wollte sie nur sehen, ob die Straßen ebenso auSiahen, wie früher?... Wer weiß... Aber ihre Strahlen fielen gerade auf den kleinen Knaben;.. Die ganze Nacht konnte der Kleine nicht schlafen und eh' et noch ganz hell wurde, ging er wieder auf die Straße, in der Hoff- nung, die freudige, helle und wnrniende Sonne wieder z» erblicken. Aber da! bißche» Himmel, da? er hoch über sich sah, war ebenso grau, wie die Mauern, die ihn umzabcn... Die Sonne war nicht zu leben... Seitdem fand der Junge keine Ruhe. Jeden Morgen und jeden Abend betete er zur Sonne; er habe sie doch so lieb, sie möchte doch wieder erjcheinen und ihm noch einmal die Haare streicheln. Und schließlich erhörte ihn die Sonne. Sie blickte hernnter und sab, daß der Kleine schön und rein war und daß er sie wirklich liebt» Da küßte sie ihn auf das Köpfchen. Und zur Antwort auf diese Liebkosung von oben, auf diese Verwirklichung der unantastbarsten Träume küßte auch der Knabe den Strahl und so innig und heiß und so hingebend, daß seine Seele mil diesem Kuh nach oben hinflog. So gab er seiner Geliebten alles, wa? er hatte, denn— er hatte sie wirklich lieb... Und er sah nicht, wie sich nm ihn Leute versammelten, fühlte nicht, wie ma» ihn wegtrug, hörte nicht, wie seine Mutter jammerte und wie ein Herr mit einem goldenen Kneifer sagte: „Ein ganz ordinärer Sonnenschlag.. Die F-abrik-Pfeife. Sie lagen beide: Mann und Frau. Und der herbeigerufene Arzt wußte nicht, wem er zurrst belfen iollie. Es war icho» liefe Ruckt, vielleicht bald Morgen... Thratrr:„Jurigser Sounensckiein«.— Theat«»«ui Rollendarfplatz:„Dir Pnpvr" :— Theater der griedrichsladt: Bier Etnakier.— Waklner-Zhcater:„Da» Desetz" !— gietionaMieater:„siamilie Sanveniann".— Lajsentheatrr:„Der verlloffr::« Rehdarf".- Walhacka-Tdeater:„0 füiöiic Zeil, o felifie Zeit".— Ro'e.Theatrr: „Die Frau des Dcbutavlen".— Nefln». Theater:„Drotzftadtpslanzen". Wechselader Spielplaa. Theater ia der»iiniageätzer Ltrahe: 13., 17., 13, 11.„Musil", in., ID.,„Die fünf lkrankfurter", SS., A.„Kamerad-*". — Deutsche» vpcrnhau,: 17. a.„Martha", S4».„Ztgcunerbara::", 17., 23. ,.T>eIl-i:d", 18., St.„Troubadour", 19., 55.„mignoim, SO.„Carmen", S1. „Wajsenschmird", 23.„Martha", Gerichtszeitung. An der Rolle emeS„Sicherheitssoldaten". . Beick lagnahmen" scheinen die Spesialität eine? Dreher? Karl Stein gröber zu sein, der gestern wieder vor Gericht stand. Schon vor einiger Zeit wurde er zu sechs Jahren Zlichldau« ver- urteilt, weil er al» angeblicher„Stcherheitssoldai" zii'animen mit zwei anderen Gaunern einen Raufman» ausgeplündert Holle. In dem jetzt zur Antlage stehenden Falle handelte eS sich um einen ähnlichen au Erpressung bezw. Raub grenzenden Betrug. In der Rolle eine? Angehörigen der«icherheitSwehr und eines Ärlminal- wackitmeister? crjchie» Steingräber init zwei ondcren bei einem gewissen Hartmann und„beichlagnohmre" eine Brieflaiche mit 0800 M. Da? Gerichl erkannte auf eine Znsatzstrase von zwei Jahren Zuchthaus._ Einer der vielen von Spartakisten besreitv» Verbrecher gab gestern vor der 2. Sirafkammer des Londgerich!? I eine Gastiov«: Wegen schweren Diebstahl? im slrnsichä* senden Rückfalle war der Schlosier Albert G u S i i angellagl. Der Angeklagte war wegen zahlreicher schwerer Vergehen und Verbrechen zu acht Jahren Zuchl- hau? verurteilt worden, war dann aber ivähreud der Unruhen von SpartakuSanhängern und einem gewissen Gesindel, weiches bei der- arligen Anlässen im Trüben stich«, gewaltsam au?»er Strafanstalt befreit worden und erschien jetzt anf freiem Fuße vor Gericht Bald nach seiner Besreiung hatte er bei itiier Karosieriesabrit in der Kaisertn-Augusta-Allee Arbeit angenommen, um dann mit seinem minderjährigen und schon anderweitig abgeiirteillen Bruder eines Nackt? bei seinem Arbeitgeber einzubrechen iiiid für 5000 M. Stoffe zu stehlen. Mit Rücksicht ans da? ganze Borleben de? Angeklagten und den verübten groben Veilranensbruch erkannte die Sliof- kammer auf zwei Jahre»nd drei Monate Zucht« hau?._____ Vorträge, Vereine nnü Versammlunßen. Bund soziatistiicher chnndel- und Gen'erbctrciveudrr, Oitsgriippc Berlin. DimStaq 3 Uhr: versanMiliing allir lezialist'Ichen Handel« und Kewerdetreideuden von Ttealitz. Fried ennu. Lankwitz, Zehicndois, Lichtnselde usw. im Restaurant Loui 5 Elemenl, Steglitz, Düpvelftr. 7. Tages- ordiiung: s'egeowatt und Ziit»«Il lür da« Kleingewrrh«. threie Aussprache. L.'ctchsliuud der Kriegsdrschiidtgeeu uu» Hiiiterbliedene». Bezirk Nordost 9. Bezirrsversnnimlung Dienst.ig, 19, August, in den Nnians- Festsälen. Ereisswalder Sw. 222 Frese Durncrschast TvilmerSdorf-Zchmargeudorf. Heute Sonn- tag. 3 Uhr, auf den Vereinssvieldlätzeit in der Ke.rüeml-er glichen Straße szwischrn Feb'.dctliner und Olloner Pia») 13 Sltswngssett mit einem reiche* tiirnerüchcn Biogromm. Festzug mil der VerelnSmustl um ist, Uhr va* taoensche- Ecke Berliner Slratze. Elniritl auj dem Platz bei Konzert und eluftigunaen 50 Pf., Kinder srei! Gndeldderger Dtenoaraphen- Berei». Aussbug aulänbch selne» 57. Ttislungssesirs nach Bargsdovs. Trefsountt>20, lldr SMstner Voroik« bahndos, Fahr! bis Birtenwerder,»on da Wanderuns durch den W»:s nach BorgSdors, wo»nd Aachzüzler»d 4 Uhr ln der Konditoul Hbbnc treffen könne». MW K Me«ttiWer! sNachdruck verboten.) N cht der Gründung eines neuen, Lberfliiisigen vereii:? gilt dieser Aufruf, sondern um wichtige Jineressen bändelt es sich. Tragen S:e nicht eine Brille, sondern einen Knci'er! Tos ist zwar das Kegenteil von dem. was früher die Acrz:« anriete», aber Umstände andern die Socke, und die Aerzre haben ihre bisherige Ansicht auch geändert. Früher war die Brille da? vollkoniinensle Augenglas, steionders wenn e? darauf un.'am, nichl nur einen Noibcheif für altersschwache Augen zu haben, sonder»»in komplizierte bauliche Fehler der «ngen zu lorrigiere». Nur die Brille hat einen genügend festen Sitz bei jeder Arbeit oder körperlichen Anstrenginiac». Nur die Gläser de: Brille valiten so genau vor die Augen, daß diese bei richtiger Zusommenstellung der lünstlichen Linien imgciähr dasselbe leisten kopnien. wie normale, fehlerfreie Augen. Und nur die Brille wurde deshalb verordnet. Der Kneifer war veipönt, und damals mit Recht. Er war bei der Arbeit unbequem, weil er schlecht saß; insolgedesseu wurde et vielfach abgelegt, Ivo es zur S»onung der Augen besser ge« weien wäre, Gläier z» tragen. Er fiel beim Lesen vornüber und gab dann ein verzerrtes Bild und überanstrengte die Augen. Die Gläser hingen nach außen ieiiwärtS herab. und auck, wo da? JH>> Sprechz. 10—12, 5— 7, Sonnt geschlossen. Harn* mid Blutunteranchungen. Dr. med. Hollaender S4pExlalarzt Aufklärende Broschüre Nr. X. 1,10 M. gegen Nachnahme.' Berlin, Leipziger Str. 10» I täglich 11-1,5-7 Uhr, Hamburg, Kolonnaden 26/ Sonntags ll— 1 Uhr. Z)r. med. Karl Kemhardt W Berlin, PolsdamerSSr. n7(a. d.LQtzowstraße) Spezial«Arzt W b.wäbrl. fachmännische Behandlung.3 | Unentgeltliche Auskunft und autklärenüe Gratis-% Broschüren(Beschreibung sämtlich. Heilverfahren) W> in den Sprechstunden von'/, 12— 2 mittags,»/«»bis C3 >/,10 Uhr abends, Sonntags V,II— 1 Uhr(Im ver- EjH schlossenen Bnei\2S Mk.l._ �_EäM Sommersprossen Lebcrtlecke, Mitesser, Pickel, unreiner Teint Röte d. Gesichts u.d. Hände verschwind,, d. Haut wird zart, weiß u. geschmeidig durchd. erprobte|apn{r) ILedsr* Höhel-] Fahrikl MM? Bsrlomlneg ü HmenWe I verkauft direkt ohne Zwischenhandel i Kluäsasss! fand i.«ÄS?.8oSS2. iin pr. garaot. echt. Leder;. i zu billigen Preisen.| ISurt bestes Innunpsmeister• Uerlln SO •Oranie»s!r. 25.: e«*a.u..um..cwraaB»M»..> 1 Klavier evtl. FIBgef ii. Harmonium faust Scbachtschnelder, vn-tomer S froste 14, III, sPreisangabe). f üsktlMviolg (ZIelcdstrom t: Drehsfrom kamt(' »IT Berlin W 9, Linkstr. 10. 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Es folgen unwesentliche Beratungen über das Grunderwerbssteuergesetz, das Zünd- waren- und Spielkar tengesstz, die teils verändert, teils unverändert Annahme finden. »» 81. Sitzung vom Sonnabend, den 16. August, nachmittag? 3 Uhr. Am Regierungstische: Erzberger, Dr. Bell, Dr. David. Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung nach SVi Uhr. Ein Antrag des sächsischen Ministeriums für auswärtige An- gelcgenheitsn auf Genehmigung der Strafverfolgung' des Abg. Dr. Geher fU. Soz.s wegen Beleidigung der deutschen Offi- ziere wird dem Antrag deS Geschäftsordnungsausschusses ent- fprechend abgelehnt. Es folgt die zweit« Beratung des Gesetzentwurfes über er- gänzende Matznahmen gegen die Kapitalabwanderung in das Ausland. Abg. Raschig lDem.): Wir sind selbstverständlich gern bereit, alle Matzregeln zu unterstützen, die geeignet sind, die Kapitalflucht zu unterbinden, und. wenn möglich, wieder rückgängig zu machen, auch wenn es sich dabei um Matznahmen handelt, an die früher niemand zu denken gewagt hätte, z. B. die Auskunftsverpflichtung von Banken und die weitgehenden Befugnisse, wie sie durch den vom Ausschuß eingefügten§ 9a dem Reichsfinanz�rinister zum Er- laß von Verordnungen eingeräumt werden. Als bte Nachricht durch die Presse ging, es sei eine Abstempelung der Banknoten beab- sichtig'!, war die Folge ein ungeheurer V a l u t a st u r z. Kaum batte die Valuta sich einigermaßen erholt, da kam die neue An» kündigung, das Papiergeld solle umgetauscht werden. Die Folg« war ein erneuter Kurssturz. Vor solchen Plötzlichkeiten müssen wir in Zukunft geschützt sein.* Abg. Dr. Rießer lD. Vp.): Wir werden daS Gesetz annehmen, da die Kapitalflucht mit allen Mitteln gehindert werden mutz. Be- lfcnklich ist der Eintritt eines Mangels an notwendigen Z a h- lungSmitteln. Abg. Dr. Braun-Franken(Soz.): Wir stimmen für das Gesetz, weil der Kapitalflucht endlich gesteuert werden mutz. Der allge» meine Tiefstand der Mark hängt mit dem Krieg zusammen und nicht, wie hier behauptet worden ist, mit der Revolution. Schon im April 1918. also zur Zeit des alten Regime?, ist die Kapitalflucht gesetzgeberisch behandelt worden. Reichsfinanzminister Erzberger: ES handelt sich um«in schwer einschneidendes aber auch not. wendige? Gesetz; denn die Kapitalflucht, die in den letzten Mo» naten nie erwartete Formen angenommen hat, mächt rücksichtS» lose Gegenmaßnahmen erforderlich Die schwierige und verant» wortungSvollc Arbeit wird das Reichsfinanzministerium nicht nur in Verbindung mit allen anderen Ressort?, sondern auch, mit den lühtenden Balten vornehmen: gerade diesen mutz Gelegenheit zur Stellungnahme vor der endgültigen Entscheidung gegeben werden. An der Veröffentlichung gewisser Nachrichten ist das Reichsfinanz- Ministerium unschuldig. Die Nachrichten find durch Indiskretion bekannt geworden. Dennoch kann ich es nicht als richtig aner- kennen, daß dadurch der Sturz der Valuta erfolgt sein soll. Man darf die gleichzeitig erfolgten Begleitumstände nicht über- i'eben. wie beisvielsweise die Aushebung der Blockade, die ohne Wissen der Regierung Vertretern von Gemeinden und Stadtver- waltungen Gelegenheit zu Millionen-Käufen im neutralen Aus- lande gegeben hat. Ferner haben die deutschen Soldaten überall wo sie aufgetreten sind, d. h. von Finnland bis zum Kaukasus, Geldnoten binterlassen. In der letzten Zeit ist gerade von pol- n i s ch e r Seite ein« große Menge Papiergeld auf den Markt ge- warfen worden. Die von der Reichsfinanzverwaltung beabsichtigten Matznahmen können keinen Valutasturz hervorrufen, weil sie darauf gerichtet sind, die deutschen Werte zu steigern.» Alle gegen den Umtausch vor- gebrachter��edenker�können�n�ni���avonabhalten�nnt�� stärksten Mitteln vorzugehen. Es ist ein finanzielles und politisches Gebot, den Besitz für die Steuern restlos heranzuziehen. Eine Schädigung des Wirtschaftslebens wird nicbt eintreten, wohl aber eine sehr zu begrüßende Steigerung des bargeldlosen Zah- lungsverkebr?. Zwischenscheine werden nicht ausgegeben werden; wir wollen uns durch Kontingentierung der neuen Noten belfen. Verschleierungen durch Fälschung de? Stempels find so gut wie gänzlich ausgeschlossen, da der für den Zweck eigens konstruierte Stempel nach der Meinung von Fachleuten nicht nackgemacht werden kann, wenigstens nicht innerhalb zwei Monaten, die als Ab- stcmpelungszeit zunächst in Betracht kommen. Die Gesamtab- stempelung wird sich über einen sehr langen Zeitraum, vermutlich über Fahre erstrecken. Ziel de? Finanzministeriums ist, das Kapital im In- und Auslände zu erfassen. lieber die mit dem Auslände zu treffenden Verabredungen möchte ich keine Mitteilung machen' Ziel ist ferner, das versteckte.Kapital zur Steuer zu zwingen, ohne Schädigung des Wirtschaftslebens. Deshalb bitte ich um Annahme der Vorlage. Damit schließt die Besprechung. Daö Gesetz wird unter ge- ringer Aenderuny in der AuSschutzfassung zweiter und dritter Lesung angenommen. Auf Antrag Hampc lDnat. Vp.) erhält eS die Uebcrfchrift: „Gesetz gegen die Kapitalflucht." Die Gesetze über eine außerordentliche Kriegsabgabe und über eine KriegSabgobe vom VermögenSzuwachS werden in dritter Lesung angenommen und die dazu eingegängencn Petitionen für erledigt erklärt. Es folgt die dritte Beratung deS Grunderwerbssteuer. g e s« tz c s. Ein Antrag der MebrheitSparteien Sollmann(Soz.). Burlage (Z.), Fatt(Dem.) will einen§ 7a einfügen, wonach die Steuer nur zur Hälfte erhoben wird, wenn der steuerpflichtrge Betrag bei be- i bauten Grundstücken 20 000 M., bei unbebauten Grundstücken 5000 M nicht übersteigt. Abg. Dr. Beckcr-Hcssen lD. Vp.): Wir haben bei der zweiten Beratung eigentlich den gleichen Antrag eingebracht und darauf bingewiesen, welche wohltuende soziale Wirkung seine Annahme haben würde. Vielleicht ist cS zweckmäßig und billig, wenn die Herren künftig auf unsere Anregungen eingehen. Abg. Sollmann sSoz.): Der Gedanke geht ja nicht von der Deutschen VolkSpartci aus, sondern von uns, die wir ihn bereits 1909 vertreten haben. Unverständlich ist, wie ein so kluger Herr wie Dr. Becker den Unterschied zwischen seinem und unserem An- trag nicht erkennen kann. Wir haben jetzt erst den rechten sozialen Ton hineingebracht und ibm eine veredelte Form gegeben. Abg. Falk(Dem.): Wir hatten den Antrag§ 7a ursprünglich gestellt und als Antrag Wald stein vertreten, ihn mit sozialen Rücksichten begründet, die von beiden Parteien anSrkannt worden sind. Abg. Dr. Becker-Hesseu lD. Vp.l: Unsere sachliche Mitarbeit ist nicht zu bestreiten. Selbstverständlich habe ich das Bedürfnis, fach- lich mitzuarbeiten, man hat uns aber nicht gefragt, ob wir eS tun wollen. Di« Einfügung des Artikels 7a wird beschlossen. DaS Gesetz wird angenommen und die dazu eingegangenen Pe° tionen für erledigt erklärt. ES folgt die dritte Beratung d«S' Zündwarensteuer» ge fetzes. Bor der Abstimmung erklärt Abg. Dr. Mmnm(Twat. Vp.): Wir haben fleißig mitgearbeitet, können aber de« Gedanken der Man o p o l i f ie r u n g, wie er in dem Gesetz vertreten wird, nicht zustimmen. Das Gesetz wird angenommen und die Petitionen dazu für er- ledigt erklärt. In dritter Beratung wird der Entwurf eine? Spielkarten- steuergesetzes unverändert in der Fassung der zweiten Lesung endgültig angenommen. Die zweite Beratung des Gesetzentwurfes über Wochenhilfe und Wochenfürsorge, der von d«n Abgg. 2 ö b e und Gröber eingebracht ist, wird von der Tagesordnung abgesetzt, da die AuSschutzberatung noch nicht hat zum Abschluß gebracht werden können. Zu dem Verzeichnis von Petitionen, welche vom Ausschuß für ungeeignet zur Erörterung im Plenum erachtet sind, richtet Abg. Thiele lSoz.), Vorsitzender der PetitionSkommission, die Bitte an die Presse und an die gesamte Oeffentlichkeit, mit allem Nachdruck darauf hinzuwirken, daß die Naftonalverfammlung nicht, wie bisher mit Petitiene« überschwemmt werde, für die sto unzuständig sei oder bei welchen der Instanzen- weg nicht erschöpft sei oder wo das nötige Beweismaterial fehle. ES werde mit diesen Petitionen der Kommission ein ungeheures Matz ron Arbeit zugemutet: zwei ihrer Mitglieder hätten ständig allein mit der Ordnung und Sichtung der Petitionen zu tun. Eine Reihe von Berichten d-s PetitionSauSjchusscs über Pctiftonen wird daraus ohne jede Erörterung gemäß den KommissionSanträgen er- ledigt. Eine Petition auf Einführung einer ReichSinf ersten- st c u e r soll nach dem Antrage der Kommission durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt werden. Auf Antrag des Abg. Mumm wird diese Petition dem zwölften Ausschutz überwiesen, der die Um- satzsteuervorlag« zu beraten hat. Sckilutz 614 Uhr. Nächste Sitzung: Montag. 10 Uhr(Anleihekredit für 1919; 2. Beratung der Gesetzentwürfe betr. die Entschädigung der Offiziere, der Kapitulanten und der Ergänzung des MannschaftSver- sorgungSgesetzeS; 2. Lesung des Entwurfes einer ReichSgb- gabenordnung und des Gesetzentwurfes Lobe- Gröber über Wochenhilfe und Wochenfürsorge.) GroMerlln Achtung! Arbeiterratsmitglieder der S. P. D. und D. P. Montag, de« 18.. nachmittags 2 Uhr, im SitzungSsaale des Herrenhauses: Vollversammlung sämtlicher Arbciterrgte einschlich- lich der kommunalen. Tagesordnung: Stellungnahme zu den von der U.S.P.D. und K.P.D. ausgeschriebenen wilden Arbeitcrratswahlen. � B r o l a t. Fische r. Erscheinen sämtlicher Arbeitrrräte unbedingte Notwendigkeit. Schafft besseres Brot. Bon einem Arzt wird uns geschrieben: Fniimer wieder erscheinen in den Tageszeitungen Notizen, daß im Ernährungsministerium Erwägungen schweben, vom 1. LI- tober ab die Brotration zu erhöhen. Dabei vermisse ich leider den Hinweis darauf, daß viel wichtiger als eine Vermehrung der Menge eine qualitarive Verbesserung des Brote? ist. Immer wieder weisen Veröffentlichungen von Volkswirtschaftlern auf den hohen Eiweitzgehalt der Kleie und auf den Umstand hin, daß dieser Eiweitzgehalt auf dem Umwege über das Tier nur zu etwa 25 Proz. der menschlichen Ernährung nutzbar gemacht wird. Leider sind aber die menschlichen VerdauungSwerkzeiigc gar nicht in der Lage, die Kleie überhaupt zu verarbeiten. Die Aufhobung der Zensur hat uns nun aber auch die schweren Schädigungen zur Kenntnis gebracht, die durch das bis zu 94 Proz. auSgemahlene Brotgetreide entstanden sind. Hierzu gehören vor allem die be- drohlichc Vermehrung der Magengeschwüre und der Bruchein- klemmungen. Vom ärztlichen Standpunkt aus ist demnach zur Verbesserung unserer Volksernährung folgendes zu fordern: Das Brotgetreide neuer Ernte ist bis zu höchstens 82 Proz. auszu-. mahlen, da? so gewonnene Mehl darf nicht durch Beimischung von' Rückständen etwa noch notwendigen Krankenmehls verschlechtert werden. Eine> Erhöhung der Brotration darf erst vorgenomm-'n werden, nachdem vorstehend« Mindestforderung an die Oualität 'des Mehls erfüllt ist._ Tie gehört zu den„Unabhängigen"! Die.Freibeil" erzählt von Zeit zu Zeit ihren Leserü frohlockend, da« Mitglieder der iozialdemokratifckien Partei zu den„N»« abhängigen" übergetreten find. Daß auch„Unabbängige" den W-g zur fozialdemokratiichcn Partei zu,iickfinden, wird der.Freiheit" nickt unbekannt sein, aber so etwas übergeht sie mst Stillschweigen»» AuS der 13. Abteilung unserer Be»Iiner Parteiorganisation erfahren wir von dem Austritt eines Mitgliedes, das eine besondere Zierde der U. S. P. D. zu werden verspricht. Dem AbtetlungSführer schrieb eine Frau: .Bitte, streichen Sie mick, ick gehöre zu den.U n a b h ä n- gigen". So viel Schlechtes, wie ich in dieser FreibeitS- regierung erlebt, ist mir vordem nicht passiert. Ein Kistenfritze verbaute mir meine Fenster buchstäblich mit Kisten im Hofe. Als ich mich darüber beschwerte, bekomme ich die Antwort: Gehen Sie doch zur Polizei. Wir haben Freiheit! Seine Freiheit wird an uns zur Frechheit. Spendet uns die jetzige Regierung Beistand? Wabrbaftig, Wilhelm II. hat doch verstanden, solche FreiheilS- menscken in Zucht und Ordnung zu hallen. Wo soll ich jetzt mein Reckt suchen?" Wir gönnen den.Unabhängigen" diesen Zuwachs von Herzen. Wir beglückwünschen die U. S. P. D. zu dem wohl schon voll- zoaenen Uebertritt der V e r e h r« r i n W i I h e Im« II., der e? 42] Erleuchtung. Roman von Henri Barbusse � Verdeutscht von Max Hochdorf. Hier in dieser Gegend waren wir nicht als einziges Regiment auf dem Marsche. In dem Halbschatten wimmelte es überall. Durch den Raum, der den Steinbruch umlief, duschten die Menschen einher, unaufhörlich, grenzenlos, ihre �üße durchfurchten und durchgruben den Erdboden wie pflügende Pflüge. Und wir errieten, daß auch der Schatten von neuen Menschenmengen wimmelte, die auf dem Marsche waren gleich uns. um hinzumarschieren nach allen vier Rich- tungen des Unbekannten. Die kahlen Erdschollen mit den tausend eingelaufenen Wegstrecken, die niemals mehr eine �nnhMragen sollten, schleppten sich in ihren Verkrümmun- gen. Sie waren wie die Leichen der Felderfruchtbarkeiten. Nebelschwaden von Menschen stiegen von den Hängen zu Tal, und dos Aschgrau der Dämmerung lagerte über ihnen. Vom Gipfel des Hügels rollte fast das ganze Regiment der Tiefe zu. Mir war zu Mute wie einstmals, als ich das Gefübl der Unermeßlichkeit und der drohenden Kraft der Massen nicht los wurde, wie ich alledem, im AbenÄichte zu- sah. Das war die Kraft dieser Masse, die alles niedertrat, und die selbst von unsichtbaren Befehlen niedergehalten und getrieben wurde. Man machte Halt. Man verschnaufte sich. Selbst arg trübseligen Rande dieses Abgrundes wollten einige Sezl- daten nicht auf das Vergnügen verzichten, Termite auft/u- reizen. Er sollte wieder über Militarismus und Antimgli- tarismus sprechen, �ch sah Gesichter, deren Lachen da? düstere und traurige Bild der Ermüdung vertrieb. Un'd sie lachten über diesen winzigen Mann, der sich nicht mehr wahrte und mit wilden Bewegungen redete. Dann hicH es r/sieder weiter marschieren. Bei alledem war man nur im Nachtschatten vlzrbeige- kommen, und da man diese. Orte jetzt streifte, erkannte man sie nicht Nieder. Da wir die Straße abwärts marschierten, um unseren Schützengraben zu erreichen, entdeckten wir zum erstenmal die Wüstenei, die wir so oft durchkreuzt hatten. � Unermeßliche Lagunen, die in die Feldertrist einge schnitten waren, riesige Bodenstücke, die von Wasserläufen abgelöst wurden, das wirbelte in dem Sumpfgewässer und um das rauchige Bäumegestrüpp, und das schien wie ein Widerscheio des fahlen Himmöls, der von den Wolken der- schlämmt touroe. Und aus dem Boden krochen dann, weißlich wie Sandbänke, aufgeschichtet und aufgebuchtet, die Erd- hügelchen hervor. Das war das Erdreich der Schützengräben, das man;.Häuflein für Häuslein mit dem Spaten ausge- hoben hatte. All diese Erhöhungen, all diese Vertiefungen, das band ein Netz voller Verwirrung und Unmeßbarkeit. Aus dep Nähe war alles beschmutzt von der Leiblichkeit der Mensch/en und der Trümmer. Aus der Ferne war alles traurig und gleich einem entlegenen Gestirne anzusehen. Man unterschied die scharfen und in bestimmten Entfernun- gen e.fngeramnrten Pfähle und hie und da die Anschwellungen und die tintendunklen Flecken der Unterstände. Man unter- schi'/d sogar manchmal in Schlauchgängen schwarze Linien, bo& war wie eine Mauer innerhalb der übrigen Mauern. Diase Linien bewegten sich. Das waren die Arbeiter, die an ih'/em Werke der Zerstörung arbeiteten. Nach Norden streckte sich zur Höhe ein ganzer Landstrich, von dem der Wald her- untergesichelt war und es starrte aus der Fläche von Masten knie aus einem Meeresgestade. Es donnert am Himmel und ein leichter Regen fiel und die Flammen selber schössen graufarben über diese unendliche Auflösung, in die jedes Re- giment, einem verlorenen, einzelnen Menschen gleich hinein- gesprengt wurde. Wir gelangten zur Ebene, und wir verschwanden in dem Schützengraben. Jetzt war der freie Durchblick von einer darmartigen Verengung gesperrt. Mitten in dem Kugel- gepfeife mußten wir uns auf den Bauch werfen und auf dem klebrigen Boden dieses Schlundes vorwärts kriechen. Die eng aneinander geschobenen Grabenwände hinderten und scheuerten das Gepäcks das wir trugen. Wir mußten uns wie Schwimmer vorwärts schlagen, um auf dem Erdboden unter dem morderfüllten Räume vom Fleck zu kommen. Eine Sekunde lang Preßten-'Anflst und Mühsal mein Herz zusammen wie ein Albtraum, sah ich eS, als hinter mir die totbringende Winzigkeit des Grabens zugeschlossen wurde. Als wir ans Ende dieser Marter gekommen waren, richteten wir unI wieder auf und wir stemmten uns gegen das Ge- wicht unserer Rucksäcke. Die letzten Schußraketen schleuderten blutiae Morgendämmerfunken in die Frühe hinein. Ein plötzliches Durcheinander riß die Augen noch einmal empor. Gleich Trauerzypressen stiegen schwarzp Rauch- Wolken in die Luft. Von ollen Seiten, von vorwärts und von rückwärts, hörte man nur den entsetzlichen Selbstmord der Granaten. Wir marschierten bis zum Abend durch daS Innere de.S Erdbodens. Von Zeit zu Zeit schob man den Rucksack hin- auf, oder man schob die Mütze zurecht, die in dem Schweiß der Stirn hinrutschte. Wäre die Mütze zur Erde gefallen, wir hätten sie nicht wieder aufraffen können, so sehr waren wir eingezwängt in die Maschine unseres Vormarsches. Und man schickte sich weiter an, den Kampf gegen den Raun, aufzunehmen. Die Hand, die sich an den Flintenriemen klammerte, war unter dem Druck der Schulterriemen an- geschwollen und der eingeknickte Arm war wie zerbrochen. Ich horchte nach der eintönigen, immer wieder klingen- den Klage Mälussons, das war wie der ewige Widerhall eines Singsangs. Er sagte, daß er halten müsse, aber er machte niemals halt, und wenn der Pfiff zum Haltmachen abgegeben wurde, so stolperte er noch gegen einen Käme- raden, der vor ihm marschierte. Die Masse der Leute sprach kein Wort. Und die Größe dieses Schweigens und dieser vollkommene und niederschmetternde Mechanismus der Be- wegung, das brachte den Feldwebel Marcassin auf, der gern mehr Schwung gehabt hätte. Er schüttelte uns, er durchbohrte uns, er stieß gewaltsam unseren Schwärm in die Enge des Grabenschlundes hinein, und er klebte sich on ckiie Weg- Wendungen, um jeden einzelnen von unserem Truvv noch besser zu kontrollieren. Aber er trug auch keinen Tornister. Wir marschierten und stampften dabin.und unser Marschie- ren und Gestampfe hallte dumpf bis in die Weite hinein. Man hörte dazu die hallende Stimme des Feldwebels, der einen und den anderen mit Heftigkeit verwarnte. Denn Marcassin wetterte:„Du, Schweinhund, wo hast Du denn gesehen, daß es einen Patriotismus ohne Haß geben kann! Du gla'.chst also, daß man sein Land lieben kann, wenn man nicht seine Feinde verachtet?" (Forts, folgt.) „doch verstanden bat, solche Freiheitsmenschen in JJucht und Ordnung z u halten". Ist die Begründung, mit der die verbitterte Frau sich von der S. P. D. abwendet, nicht köstlich? So ähnlich sieht es in den Kopien vieler von denen aus. die m ihrem Verdrus; über große und kleine Röte dieser Zeit zu den„llnabhängigen" Uesen. „Schwerhörige!..Vorwarts"-Leser: Erscheint zahlreich zum Bortrag über da».Erfurter Programm" am Dienstag IS. August, 7 Uhr, in der Taub- stummenichule. Markusstr. 49 lNähe Bahnhos Jannowitzbrücke), Hos links 2 Ti. Neue Mitglieder werden in die Partei aufgenommen. Ein Bwlhörer ist aufgestellt Bezirksverband Groß-Berli»(S. P. D.) Sekretariat sür militärische Angelegenheiten ist verlegt nach Lrnden st raste 3, 2. Hof l. 4. Stock, Zrmmer II. Telephon: Amt Moritzplatz 14714. Auch die juristische Sprechstunde findet dort nach wte vor Dienstag und Freitag von S'/e bis 6'/, Uhr statt. Ein Notbau der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte. Mit den ersten Arbeiten sür den vom VerwaltungSrat und Dircltorium der Reichsverficherungsanstalt für Angestellte beschlossenen Notbau am Fehrbelliner Platz»st in dieser Woche begonnen worden. Es wird ein Fachwerlbau mit Lehmausstampfung er- richtet, durch den eine graste Reihe von Bureauräumen gewonnen werden soll. Die Kosten sind auf elwa 1,4 Millionen veranschlagt. Der Notbau soll durch ein Fernbeizwerk beheizt werden, besten Kosten sich schätzungsweise aus 299000 M. belaufen. Der Noibau Ivird voraussichtlich in drei Monaten fertiggestellt sein. Damit dürfle die Forderung Dresdens, die Reichsversicherungsanstalt nach dort zu verlegen, hinfällig geworden sein. Der Einbruch in die Filiale der T jdner Bank ist jetzt von der Kriminalpolizei aufgeklärt worden. Die Nachforschungen haben zur Festnahme des 16jährigen Bureauburschen Erich Gelewski geführt, der bis 1 August bei der Bankfiliale tätig gewesen st. Dieser begann seine verbrecherische Tätigkeit damit, dast er Glüh- lampen ouS der Bank stahl und sie bei dem vielfach vorbestraften Elektrotechniker August Mendt, Kaiserstr. 43. verkaufte. Zusammen mit dem Schneider Eduard Przowsnick faßte man den Plan, in den Tresor der Bant einzubrechen. Gelewski besorgte die nötigen Schlüssel, Mendt machte sie nach, fertigte eine Zeichnung der Kellerräume und besorgte die Einbruchswerkzeuge. Fast zwei Wochen gebrauchte man, um ein Loch durch den gemauerten Tresor zu schlagen. In der Nacht vom letzten Sonntag zum Montag begingen sie den Diebstahl, der ihnen die Beute von 199 999 M. einbrachte. Mendt wurde be- reitS am 14. d. M. festgenommen. Bei den? erdrückenden Beweis- Material legte er auch bald ein Geständnis ab. Der größte Teil der auf ihn entfallenden Beute an barem Gelde konnte gefunden lverden. Das ganze Tafelsilbcr und der größte Teil der gestohlenen Schmucksachen wurden in dem Keller der Wohnung seines in Lich- tenberg wohnhasten Bruders vergraben aufgefunden und der Bank zurückgegeben- Am Tage nach seiner Festnahme gelang es Mendt auf bisher noch nicht aufgeklärte Weife, aus dem Polizeige- fängnis zu entkommen. Angaben über den Verbleib der Täter nimmt Kommissar Vonberg entgegen. Aus die von der Bank ausgesetzte Belohnung von 3S 999 M. wird erneut hingewiesen. Eine neue Falschmünzerbaude ist durch die ReichSbank- Fa lschgeldabteilung unschädlick, gemacht worden. Ihre Werlstait befand sich irr Weistensee bei der Damenschneiderin Damb ock, im Hause Prenzlauer Promenade 188. wo die Falsch- urünzer eine große Anzahl falsche Fünfzig mark icheine der letzte« Biisiiabe gedruckt haben, die sie in diesen Tagen.ausgeben" ivollien. Es fehlte an den Scheinen nur noch der Schwarzdruck der Rsickierte. Die Falichmünzer hatten sich bereits eine Anzahl Probedrucke für ihre Abnehmer hergestellt und diese v e r- ausgabt. DaS führte die Kriminalpolizei aui ihre Spur. welche die ganze Bande bei einem Zechgelage ' est« ahm. Ein eigenartiges Wistgeschick traf ein Mitglied dieser Bande, den.Einbrechertönig vorn W e d d i n g Kurt Binder. Bei reiner Voriührung zur Vernehmung hatte er seinen Kneifer im Polizeigefängnis gelassen. Bei seiner Ler- nebmung sprang Binder, als er sah, daß er eingekreist war. mit einem Say aus den Schreibtisch des Kommissars, um mit einem Hechtsprung durch das F e n st e r aus die Strohe zu flüchlen. Er stieß aber mit dem Kopf gegen das Eiiengitter. das er in seiner Kurzsichiigkeii nickt gesehen halle. In seiner Wut stieß er nun mit dem Kopfe alle Fensterscheiben enifivei. rannte gegen die Wand und warf mit dem Kops die Schreibmaschine vom Tische, iodaß 4 Beamle nötig waren, ihn zu überwältigen. Die Falschmünzer- bände» zu der außer den Genannten, noch die Buchdrucker Willi Sell und Christoph Weiß gehören, ist heute in daS Unler- iuchungsgefängnis überführt worden. Ein Eisendahnüberfall nach amerikanische« Muster wurde gestern auf der Berliner Ringbahn verübr. Zwischen den Stationen Iungiernhejde und dem Güterbahnhof Moabit wurde ein Güter- zug durch einen Eingriff in die Signalanlage zum Halten gebracht, erbrochen und teilweise seines Inhalts beraubt. Die Täter ver- gruben nun in der Nähe des Tatortes«inen Teil der Beute und entkamen mit dem übrigen Raube. Ein Teil des geraubten Gutes ist wieder herbeigeschafft worden. Falsche Kriminalbeamte besuchten in Neukölln daS Milch- geschäft ton Breut in der Weichselstraße 5 und wollten Speck und Schinken„beschlagnahmen", den die Frau angeblich„verschleich- handeln" sollte. Sie alarmierte ober die Hausbewohner und nun zogen die Gauner vor, sich schleunigst zu empfehlen. In dem Wirr- warr gelang es ihnen leider, unbehelligt zu entkommen. Kurz vor. her sollen sie schon ein in der Nä-hc gelegenes Zigarrengeschäst aufgesucht und dort einen ähnlichen Streich verübt haben. Drei Mensche« vom Zuge überfahren. Aus Trebbin wird gemeldet: Der Bolizeiwachtmeister M o tz k u s hatte zwei Hüft- l i n g e. einen Man» und eine Frau, zur Gerichtsverhandlung nach Luckenwalde zu bringen. In Trebbin suchten beide Gefangene beim Einlaufen des Zuge« über das Gleis zu entkommen. Sie komeu dabei zu Fall, ebenso MotzkuS, der ihnen nachgesprungen war. Alle drei wurden vom Zuge erfaßt und auf der Stelle getötet. Bolkskouzerte des Philharmonischen Orchesters Montag, 18., Mittwoch, 29.. Freitag, 22. Auaust, Philhaemoni«, Bernburger Slr. 22/28. Beginn 8 Uhr. Vorverkauf Zentralfielle für Voltswohlior!, Augsburger Str. 61, Zigarrengeschäft von Harsch, Engeluser 15, und Konzertsäle. Eintrit 39 Pf. Kasseneröfsnung 7 Uhr. Oberschöneweide. Die Gemeiudevertretrrfitzung bewilligte für den Ausschuß zum Empiang der Kriegsgesanszenen 30999 M. In Be- iracht kommen 399—359 Gefangene Der Vertrag mit der Ossbahn wurde aboeändert. Stall der bisher geleisbeteu wagenkilomelrischen Abgabe sind nunmehr 19999 M. pro Jabr an die Gemeinde zu zahlen. Dem abgeänderten Verirag mit Lichtenberg über Wasser« lietervng. der eine Erhöbung der Gebühren um 6 Pfennig vorsieht. stimmte die Vertretung zu. Für Unterstützung bedürftiger Scküler an der höheren Schule bewilligte sie 3990 M. Unsere Fraktion batte eine dringliche Anfrage eingebracht, die den Gemeindevorsiand eri'uchle, Auskunft zu geben über die Mrrtel zur Behebung der Koblennot und einer gereckien Berie-Iung der Heizstoffe in der Gemeinde. Schöffe Besten sU. S. P.) erwiderte als Dezernent. daß aus die Koblenverie'Iung die Gemeinde keinen Einfluß habe. Holz sei in größerer Menge beschafft worden. Der Raummeter iKiefer) stellt sich aus 45.59 M. Genosse RamSbrock empfahl, den Vorschlag der Kommunalisierung der Kohlenverieilung� zu erwägen. Genosse Gierrh wünscht einen neuen Perteilungsrnodus. Siaii der Belieferung nach der Zahl der vorhandenen Zimmer, wodurch die kleineren Mieter oußerordenllich benachteiligt werden, fei gleichmäßige Zuteilung einzusühren. DieGemeinde müßte nnverzüglich mit einem solchen Antrag an die Kohlenverteilungssielle herantreten. Eine Kommission wird über weitere Schritte zur Behebung der Heizmiitelnot beraten. Eine Interpellation der Unabhängige» betraf am Orte berrlchende Wohnungsnot. Ihr Redner schlug den Bau von Baracken vor. Gen. Ramsbrock wies darauf bin, dast es die„Freiheit" war. die vor Monaten den gleichen Vorschlag der Regierung mit Entrüstung ablehnte. Ueber den Stand der Klein- hausbouten berichtete der Gemeindebaurat. dast infolge Material- mangels und mehrerer Streiks die Arbeiten sehr im Rückstand sind, Die Baukommiision werde sich mit dem ganzen Fragenkomplex demnächst beschäftigen. Angenommen wurde ein Antrag, beim Kreis die Erhöhung der Unterstützungssätze für die Kriegerfrauen und deren Angehörige zu beantragen. „Volk und Zeit"» unsere illustrierte Wochenschrift, er- halten die Groß-Berliner Abonnenten mit diesem Blatt. Grosi-Berliner Lebensmittel. Berlin. Vom 18. bis 24. August neben der Wichen Fettportion 125 Gramm Margarine(O 18). An Fetiselbtiverlorger ebensallz 125 Gramm Margarine sL 34). Für Kriegsbeschädigte(mindestens 50 Proz.) 4 Pfund Nähr. mittelzulage je Monat. Auskunft bei den Brotkommissionen. 259 Gramm ausl Hülienfrüchte(72). 259 Gramm auSl. Maismehl(77). Abschnilte sind bis Mittwoch, 29. August, obzugeben. 0 2« Kinderkarten werden vom ts. bis 22. d. M nicht mit Vollmilch beliefert. Als Ersatz Übermorgen Dienstag eine Büchse Kondensmilch (rliarloltenburg. 259 Gramm Fleisch(34). 7 Psd. Kartoffeln<ß4e bis s), Pfd. Zucker(242) 16. bis 31. Auguit. Für August bis 15. Okt. Sondcrverteiiung von 1 Pfd. Zucker. 15. bis 23. �lupult: 500 Gramm Hafcrnährmiitel(61), 500 Gramm auSl. Hülsenfrüchte(69),(70), 250 Gr. rnl. Marmelade(71), ausl. Hillsenfrllchte(72) ootn Z2. bis 30. August, 500 Gramm Graupen(76) bis 30. August, 125 Grairnn Margarine(13) bis 24. August. 250 Gramm a»Sl. Weizenmehl CT 15) bis 26. Augrist Ab. schnitte? 5 find ungültig. Räucherwaren und frische See- oder Flußfische freibändig. Tchöucberg. Bis 19. August Voranmeldung für k>90 Gramm Kunst- bonig aus 62 und 2 Psd. amerikan. Weizenmehl aus 17 15 und V 15 der Einsuhrzusatzkarte. AuSgeneben werden in der nächsten Woche ohne Vor- anmeldung 750 Gramm Nährmittel auf 61 und 69 der Kroh-BerNner Lebensmittelkarte und 125 Gramm Margarine auf 0 13 der Sinsuhrzufatz. karte. Neukölln. Weiterverkauf von ausländischen Kommende Woche je 250 Gramm ausländische 4 Psd. Frühkariofieln(34{~g). Ende de« Monats 40 Gramm Butter und 50 Gramm Braifett pro D Margarine(O 13). Für 12. Brotkommifsion 250 Hülsensächten(69, 70) Hülenirüchte(72-75) Psd. Einmachezucker. 'che, dazu 125 Gramm Gramm Harzer oder Faustköse. Für Kinder im 3.— 6. Lebensjahr 1 Büchse Malzextvakt(200 k. Auslandsmormelad« in Gläsern(2,50 M.) sreibändig. Dahlem. Vom 20. bis 22. August Ausgabe von 250 o Reis, 250 g Graupen. 250 g Marmelade. Vom 18. August ab 375 g Zucker. Sloe- beringe zum Psundpreiie von 2,35 M., Gabelbiffcn zum Preise von 2 M. sür die Dose, Morgentrank und Krabbcnextrakt werden ohne Karten ab. gegeben. Britz. Auf Groß-Berlmer Lebensmittelkarte, Abschnitt 59, 200 Gramm Sago, auf die Etnsuhr.ZuIatzkarte, Abschnitt 17 15,>/» Psd. amerikanisches Mehl, auf die Karte sür Kriegsbeschädigte, Abschnitt 81 l Psd. Sago, aus den Btitzer Ausweis, Abschnitt 53, sür werdende Mültzer 200 Gramm ge- räucherten Speck, Abschnitt 54 und gegen Vorlage dar Vollmilchkarte für Kinder'/, Psd. Kakao und 1 Dos- Malzextrakt je ein Kind. Abschnitt 55 Sonderzuteilung Aus Krankenaiteste vom Vertrauensarzt bewilligt, wird amerikanische Kondensmilch weiter ausgegeben. Freihändig werden ver- kaust Eier, Walzkaffee und Zichorirnkaffee soweit der Porrat reicht. Aus Abschnitt 34a— e 5 Pfd. Kartoffeln. Bohnsdorf. 300 Gramm Haferflocken(54). 200 Gramm Graupen 159), 500 Gramm Suppei würsel(56), 259 Gramm Maismehl s67). 250 Gramm ausländische Hüliensrückitc(70), 250 Gramm irmerikanisches AuSzugSmebl(T 15). 250 Gramm inländische Hülsenfrüchte(!)). Stralau. 23. August Vertäu! von 500 Gramm Grairpien(aui 56). 500 Gramm Suppen(ans 57), 500 Gramm Bohnen(auf 63 lind 70), 375 Gramm Zucker«aus 19). Abichnitic bis 20. August abgeben! Friedrichsfelde. Dirnstag l Pfd. Hülsenfrüchte. Knoche», pi ükextralt- Würscl gegen Housballkarte. Abgab« in den Gemeindevcr sauisstcllen. Donnerstag Einmackietabletlen(Zuckererjatz) gegen Haushalttartc. Gcmüie- konferven(HeereSbestarid) auf WarendczugStarte. Sonnabend ll4 Pfd. Suppenmehl auf Warenbezugslarte. Ausländi'cher Tee gegen Haushalt- karte. Friedrichshage». Dienstag aus Ablchnitt 22 250 Gramm fltudeln: Mittwoch aus Abschnitt 23 125 Gramm Kartoffelmehl; Dormerstzag aui Abschnitt 24 500 Gramm Graupen. Bis Freitag, 22. August, rnüfirn d!« -.Kartoffeln(10 Pfund pro Kopf) für die nächste Woche(24—30. Slugtztst) in Empfang genommen werden. Degel. Nächste Woche 250 Gramm ausländische Hülsenfrüchte, 500 Gramm Pflaumenmannelade sowie 250 Gramm Gerstenmehl sür Kinder und 250 Gramm Grieß sür allere Leute. Buchholz.>59 Gramm Graupen(46), je 509 Gramm Graupen iP6), je 250 Gramm Hüllenfrüchte(68 und 70). Voranmeldung bis Diensl zg: ebenso aus 200 Gramm Rudeln(59 jr 250 Gramm(42) und 500 Gramm Nährtuppen(57. 58) ist von jetzt ab ungültig.— Würztunke Palet 25 Pf.. Backpflaumen Psd. 6 M.; Holzschuhe, Jnsanteriestiesei, Burschenjacken uv° Hosen, Männer, und Frauenbemden. — i i—3——n—n—— n Groß-Serllner partelnachrkchten. Heraus mit unseren Kriegsgefaugene«! Heute vormittog 10 Uhr: Bcrsammluug des Bezirks oerSmrdcs Groß-Berlin der S. P. D. im LehrervereinShaus, Alexanderstraße, am Alexanderplatz. Tagesordnung: Freigabe unserer Lriegsgefan« g e n e n. Referent: Daniel Stückle«» Mitglied der Nationalversammlung. Erscheint in Massen! 1K. Abt. Sonntag, 17. August, Familrenausflug nach Hirschgarten. Treffpunkt dort um 2 Uhr im Restaurant Waldburg. 20. Abt. Montag. 18. August, 71/, Uhr, Funktionärsitzung bei Rhön«- dorf, Watsäiauer Str. 86. LS.— SS. Abt. Montag, 18. August. 7 Uhr, Sitzung der Partei- funklionäre bei Heubeck, Schönbauser Allee 65. 20. Abt. Dienstag. 19. August, 7'/, Uhr. Aula Danziger Str. 23, Frauenabend. Genosse Bahlke: Die Einheitsschule. 48. Abt Dienstag, 19. August. 8 Uhr, Versammlung bei Sturm, Sprengelstr. 40. Ref.: Genoffe Brolat. Abteilung Schwerbörigengruppe. Nächste Versammlung Dienstag, 19. August. 7 Ubr, Taubstummenschule. MarkuSstr. 49, Hof links. 8 Treppen (nahe Babnhv! Jannowitzbrücke). Vortrag über das„Erfurter Pro- g r a m m Vielbörer ist ausgestellt, schwerhörige Parteigenossen, Ge- wertschasller und ,Vorwärts"-Leser erscheint zahlreich! Parteigenossen Mit- glicdsbücher mitbringen I Lankwitz. Montag. 8 Uhr, im Restaurant Piehl, Kaiser-Wilhetm- Straße 34. öffentlich« Versammlung. Genoffe Berger: Die Wege und Ziele der S. B. D. Reinickendorf. West. Dienstag, 19. August, 7'l, Uhr, bei Lüning, Scharnweberstr. 37, Milglicderverlammlung. Gen. Brolat:»Die Ver- anterung des Räteshstems in der Bersaffung". Mahlsdorf. Mittwoch, 20. August, 8 Uhr, Miigliederversommlung bei Anders. Tagesordnung: Halbjahrsabrechnung. Parteiangelegenheilen. Unsere Stellung zur Eingemeindung. Verschiedenes. ?ugenüveranstaltungea. Berel« Arbeiterjugend Gross. Berlin. DaS Jugendheim, Lindenslr. 3, ist heule von 5—' ,10 Uhr geöffnet. Abends 7 Uhr Unier- Hallungsabend mll besonderem Programm. Lichtenberg. Die örtliche Jugendorganisation richtet zum Zwecke besserer Büdung und Erziehung der jugendlichen Mädchen iogencmnte Mädchenabende ein. Der erste Abend findet Donngrslag, 21. August. im Jugendhcim, Partaue 10, statt. Für Unterhaltung ist gesorgt. Die Leitung liegt in Händen der Lehrerin Genossin Keller. Hierdurch wird einem längst empsund-PN Bedürfnis Rechnung getragen. Wir bitten die Ellern, ihre jugendlichen Töchter aus diese Einrichtung hinzuweisen und zum Besuch anzuhallen,_ Bus aller Welt. Schwerer Augzusammenftoß ia Frankreich. Versailles» 16. August.„Petit Parifien" meldet aus Nanrh vom 15. August: Ein Urlauberzug vvn Metz fuhr bei Luueville auf de« Expreßzug Paris— Straßburg. Der Pariser Zug hatte keine Verletzte, der Urlauberzug a ch t T o t e und 34 P e r- w u n d e t e, von denen einige hoffnungslos verletzt sind. Die Ur- fache des Unglücks ist das Versagen eines Signals. Ter Typhus in Spanien. Nach einer Madrider Meldung erklärt« der Abgeordnete Ro- drigues in der spanischen Kammer, daß im letzten Jahr« in Spanien über 59 999 Thphusfälle vorkamen. Davon sind 11 999 tödlich verlaufen. Er verlangt von der Regierung die Einsühru.tg ausgedehnter Reformen auf hygienischem Gebiete. Kleine Ursache»— grosie Wirkungen. Aus Bombay wird gemeldet, daß 172 Personen im Zu- sammenhang mit dem Aufruhr in Katruz in Britisch-Jndien vor Gericht gestellt wurden. Di« Ursache zu dem Aufruhr bestand darin, daß die Hindu? dagegen protestierten, daß die Mo- hammedaner eine Kuh opferten. Im Laufe de« Aufruhrs wurde da» ganze Dorf eingeäschert und 39 Mohammedaner er« mordet. A ch t angeklagte Hindus wurden zum Tode ver- urteilt und 155 ausgewiesen. Sriefttiften der RedaFticn. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anstaue füge man eine» Buchstaben und eine Nummer bei. Briefliche Auakunfi wird nicht erteilt Eilige An. fragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindenftr- 8, I. Kos po» teere links, vor. Schriftstücke und Verträge stud mitzubringen. Kirchensteuer. Jotzauuisthok. l. Ja. 2. Der Sobn muß selbst aus- scheiden. Die Kirchensteuerpflichi erfischt dann mit dem Ende de« Kalender- auartat«.— A. H. kl. 1. Ja, sofern Sie den Verbleib beim Truppen- leil nochweilen können. 2. Ten ZlnzablungSwe' t unter Berücksichtigung eines angemessenen Betrages für Abnutzung. 3. Reichen Sie beim Kriegs- Ministerium Beichwerdc ein.— Schenkendorf W. D R. 200. Das richtet sich nach den Bestimmungen dz» Kreises bezw. der Gemeinde. Er- kundigen Sie sich dort.— M. B. I». Der Vormund kann Klage aus Zahlung des Unierhalts erbeben.— G.®. 100. 1. Nein. 2. Teuerung«. zuiage ist nicht kürzungsfähig.— E. S- 29. Rem.— M. 22 III. 1. Ja, wenn der Vertrauensarzt der Krankenernährungsfteve eS anweist. 2. Ja. 3. Betchwerdekommifsion der KranlenernährungSstelle.— D. Ik. Das Trainbataillon ist hastbar. sür den Fall der Unter- schlagung auch der Abnehmer der Waffen. Wir empfehlen zunächst noch ewe Beschwerde beim GordelorpS, eventuell beim KriegSministcrium. — P. BS. 89. 1. Sein. 2. Wenden Sie sich an den Redakteur Dommnik. Graphische Presse. Elsaffer Straß«.- f>. t 2t. U.«. nicht— 9L 27, Ihre Tochter ist zur Rückgabe nicht verpflichtet.— P. Z. Eh. 08. Rein. — K. M. 110. Ja.— F. G. 39. 1. u. 2. Das hiesige Gericht ist nicht zuständig. Die Rechlsbezichnngen mll Frankreich find noch nicht gcregeit. — Z. 39. 1. An die für Ihre Wohnung zuständige Erwerbslolenmelde- stelle. 2. Es kann rückwirkend gewährt werden, wird in der Regel aber abgelehnt.— Z. 100. 1. Ungejähr l»/, Million. 2.45 000. 3. 85 000.— M. Scfi 20. Beim zuständigen Polizeirevier resp. Poltzelpräfidium.— H.®. 99. Da die Besetzung der Plalz von den Franzosen erfolgt ist. u. E. an das französische Oberkommando.— BS. U. 1. Ja. 2 Rem. tiSetterausflchte« für dos mittler« Rorddeutschlaud vis Montag mittag. Zunächst überwiegend bester und trocken, am Tage warm, sväter im Westen beginnende neue Zunahm« der Bewölkung und strichweise Gewitter. >o Sportkarva» für Damen j für Herren I8980«. 32500 m. Hermann Engel Landsberger Straße Ä, 86, 87. Drellbandtücher mit bunter Kante 47S h. Hausschuhe iür Herr tz». Damen u.(linder Marineblaue Jackenkleider von 129 M. an Tueii- und Flausch- Mäntel, Po'rmea urM., erM. Kunstseidene|-r#e■ i Strickjacken| TaffßtiOCkß in»ielen Farben von 95 M. an I ru KnabenanzOgcn und Kostümen geeignet schwarz-grau, 70 eist br ir m. Karierte und gestreifte Seidenstoffe 50 cm breit \r m. 69w M. Schulkleidehen in reizender Machart aus dunkelblauen Wollstotten In allen GröSen Kleiderröcke 1 Weiße Baiist- u. Voile- 1 ans Wollstoffen blusen TJSÄ 64t 44, 27soM.|32soMM im] Chiffon- und Seidenblusen In gr. Auswahl Modellhut- Ausstellung Aparte Neaheiten in Cyllnde-, Treasc, Seide- nnd VeloarbStco Stranßfederhalsröschen Pn 'Seidenkleider ;i25H., 198 M. 9 Wasch volle u. 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Die Kleinhändler haben die Abschnitte zu de» oben aufgerufenen Rummenl bei den Großhändlern am Donners- tag, de» 21. August 1S19 abzuliefern. IV. Nicht abgeholte Ware verfällt mit dem 20. September 1919. B c r l i u, den 15. August 1919. Magistrat. Abteilung fiir Nährmittel. Ausschreibung Nr. Ä. Auf Grund der allgemeinen Bedingungen fllr Ausfchrci- düngen des Reichsschaßministerlums(Reuhsverwertuimsamtes) vom AprU 1919 werden nachstehende Waren durch Ausfchrel- dung gegen sofortige Zahlung verlauft: M etwa 30 Feldschmieden. Die Waren lagern im Lager B a u b t l, Tempelhof, Bettiner Korso und lännen am Montag, den 18. August, dort beflchtigt werden. Letzter Tag für die Abgabe von Geboten ist der 23. August 1919. Die allgemeinen Bedingungen für die Aus» fchreibung nedst Bieteformular find erhältlich bei der Zweig- belle des Reichsschatzministerium,(Rcichsverwcrtungsamte») Berlw. Daselbst werden auch Besichtlgungsscheine ausgestellt. üeffnung der Anaedote erfolgt am Ä. August 1919, 12 Uhr mittags, tu den Räumen der Zweigstelle Berlin. Der Bieter hat keinen Anspruch auf Erteilung de« Zu- fchlages. 83/17' Reichsschatzministerinm MeichSverwertungSamt). Zweigstelle Serlln, Potsdamer Etr. 134. Ausschreibung Nr. Ü. Aus Grund der allgemeinen Bedingungen für Au»- chreibungen de» Reicheschatzmwisteriums(Reicheoerwerluugs- mtes) oom AprU 1919 werden»achstehende Waren durch Aus- hreibung gegen sofortige Zahlung verimilt: 120 SO ZOmeilWM$111- ZRWKgSSII'SeilllWoeil. Ware» lagern in Johannisthal de! der Firma oorrielvll besichtigt werden. Letzter Tag iur die Abgabe von Gebore» ist Sonnabend, den 23. August 1919. Die allgemeinen Bedingungen für die Ausschreibung nebst Bieteformular sind erhältlich bei der Zweigstelle de, Reichsschatzministeriums ------■..... mt''"" Potsdamer Str. 131. Da- ne ausgestellt. August Ii igftelle Berlin. am 23. August 1919, 10 Uhr Der Bieter hat keinen Anspruch auf Erteilung de» Zu- Ichlage». 83/18' Reichsschatzministerinm. Wilh. Perlwitz, Murtiu Cuther-Ste. 83. Rolle» dors 3521. Ailnvlilzeke«°« UllU Paetz-See mit vorz. Ackerbod. verfällst bi» 2 Morgen u. bebau! billigst untz giinsst Bebtngunngen(iemeln- lutzlge Daugenossenschait, iharlotiendurg 4, Fritschestr. 34. Ausnahm«»vn Mitglieber« Weiße ofenlackierte j SiflUlBinie Töchter- und kinöerzimtyer wasche» und vielen»Möbel Grah««vsrvahL Direkt Hb Fabrik. VelBssmilllk'- Nödel'Zniillstrle Darf in V.Grttnec weg 31 Aabrifaebäude. (Ttait armL.rx. vx e. n« wVU n' w _________ 4188. wwwWWWwwwe f Einzelmöbel Kleiderschränke, Bertifow«. Bettstellen. Spiegel, Flur- garderobe usw. usw. in großer Auswahl zu de- fannt billigen Preisen. Stolzimn, ttlli llliaice-Slr. Ii Rreuzfiiehse schöne Egemplare von 230 M. an Umarbeitungen speziell PelzmäuteL empsiehli zu soiiben Preisen unter fach- männischer Bedienung 123/11 HjirzchKerel Mmh Mite SchOmhous«»«».41» Huclifiihi-iiug: gründliche Itnterweisuua. F. Simon, Bertin W 35, Magdeburger Straße 24. Verlangen Sie gratis Probebrtei N. 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KöniggrätzerStraße Sonntag u. Montag 8: Musik. Dienstag: D. fünf Frankfurter. Komödienhaus 8: Llselott rcn der Pfalz. Berliner Theater ■.'jd: Die Dame Im Prack. Volhshllh�e a. buiowpi. i 7v3u.: Der Kuhreigen. iL.e»slnsr-Tli\'ttteJ' Sommerspielz.: ff. Zv ernberg Gastspiel Guido Thie».�her: 8 Uhr: Charle>a Tak te« Dentsche» lttln8tlevT' Theater. Allabendlich 8 Uhr Max Adalbert m: Die Rutschbahn. Trianon-Theater. Bhf.Friedrichstr. Ztr. 4077�391 Wrh"um6 343. Male 9er gute Ruf Komödie von Sudermann. Sonntag 4 Uhr: «Fohannisfener. ftomöbirnliamt Au bct Marschdllbrücke. Am SKontog, den 18. August, 8 Uhr: Zum'/«X. Male: Lustspiel in 3 Akten unb 1 Verspiel b. Sinbolf Presbcr u. Leo Walter Stein. - Haupibarsleller:■— Diercks, Ernst Dernbnrg, Leon/ illrb ventral-Theater Kornmandantenstralle 57. � Die Schönste von Älleu. Deutsches Opernhaus Wiedereröffnung: 7 uhr; Tiefland. Friedr.-Wlliielnist. Theater 3 Uhr: Der heilige Florian. �DerheiligeFIoriatt Kleines Theater. S'/j Uhr: Johannisfeuer. T5/. Uhr: Unterm Baume der Erkenntnis Komtache Oper 31/. Uhr: Schwarzwaldmüdel. uhr: Sciiwarzwalüinäilel. liustspielhaiis T/.uhr: So ein Müdel. Metropol-Theater. 7 uhr 20. Die FaseMngsIee. \©ues Operettenhaus. Z'/z u.: Die keusche Susanne. ■/2 u�DieDamevoinZirkus. Palnut-Theater fv, uhr: Weinende Erben. Oper. v. R. Danziger. Hchlller-Tlient. C'harl. ./.uhr: Alt-Heidelberg. Thnlln-Thenter 3 Uhr: Polnische Wirtschatt. ./.uJnngfer Sonnenschein Th. am\ ollen dorfp latz 8>/> U.; Drei alte Schachteln. .= uhr, Die Pappe. Theater d. Frledrichatadl h Uhr; Unheimliches Souper. Der gutbezahlte Neumann. Vergeltung. Wer andern eine Grube grübt. Wallner-Thenter ly, uhr: Das Gesetz. Residenz- Theater. untergrundb. Klosterstraße, Stadtbahn Jannowitzbiücke, ffe Hzeuum 221.Male Oas lere Leben. Schauspiel von Sudermann, Eugen Burg, Hansi Arnstüdt, Olga Limburg, Rosa Valettl, Harry Liedtke. Sonntag 4 Uhr; Gespenster. Casino- Theater LothringerstraSe. Tägl.s/«8U.: Großstadt-Pflanzen Volksstück in 3 Akten. Vorher: Schwarzwaldbflble. Operettenakt m.Viktor Lifzek von der Komischen Oper. Dazu erstklass. Spezialitäten. im Sehsuspud IteäsIitaM Wochentags 8, 8 Uhr Sonntage 4,®, 8 Uür Freikarte« unflöltlg! Walhalla-Theater. 71/? Uhr: OsÄ Zeit, o ssligeZeit. Luisen-Theater. Sonntag 3 Uhr: Der Leiermann und sein Pflegekind. V-h Täglich;?'/z Der verflossene Reßdorl.__ Rose-Theater. 3 Uhr: Maria Magdalena. 71/,: Die Frau des Debütanten. 7 V, Uhr Gartenbohne: Das sieht sich Jeder an. Vorher Konzert u. Spezialität. (Stete öaettl, Hellmuth Buche, Willy Gurtof itcr, Dtaa Engl, Ellen Herz, K. A. Römer, Ä iwin Schüfer, Aifr. Scherzer, Auguste v. Echrcx'tter, —-teilt, Hans Tills, Wolfgang.Zilzer. ItVÄ« 8 Kennen LAW in Karlshorst Alles Xfiherc siehe Anschlnjgsäalen HJaöner-Bi'fitet Wullnertheutcrstr. 35. heute letzte Sonntagsvsrii Das Gesetz von Paul Naher. Montag, 18., 71 Uhr: 50. Äussührong. Reute (am 3. Sonntag im Monat): MM'WMWett. 200 SO�Pf. Aciua lönder die Hälfte. AQUARIUM. Theater des Mestens Sonnabend, den 23. August Beginn der neuen Spielzeit. — zum 1. Mol«:—— I Die W in\ Operette in 3 Akten von Rudolf Ernst Welffch/ Mustk von Jean Dorn Hrach Margit Suchy vom Theater an her Wien als Dehut Julius Dewald Voigt-Theater Badstvatze 58. 7Vj Uhr: Franz Groit Carl Grünwaid Fritz Werner vom Thalia• Theater in Hamburg als Dehnt Vorher: Vsriete- Programm. Montag, 18. 8., VI,: Benefiz für A.Trautmann: Sie fflebetmaus Aus« schneiden! i| National-Theater'i Cöpen. Str. 58. Täglich 8 Uhr: Cöpen. Str. 68. Sonder'Vergünstigung I Orchester-Sessel statt 650 M. 3.00 inkl. Garderobe I. Rang-Fauteuil„ 6,00, 2,50„„ 1 Familie Hannemann.| APOLLO THEATE» l Friedrichstraße 218| Dir.: James Klein I 7»/. Sonnt. 3VaU.»»'4 I Ein Sensations- | Äug.-Programm 6 Antonetts J her. Akrob.-Familie. I iHanni u. Angela| 1 Luft-Akt, | Jean Clermonti Zirkus-Parodie. Schichtel's künstl. Menschen! I Iven Andersen l Tanzakt 2 Gezettys akrobat Neuheit I 1 Hoock&Pauly, j die Urkomischen.! Rud. Mälzer,] der sichs. Komikerl I 1 Sonnt 3'/, Uhr; jed.■ Erwachs. 1 Kind frei! Serliner Sstater 7/9 Kastantenallee 7/9. Neptun's Bumoielfahrt. arstkloistges Variete. In der Tanz- ftalt Viele tögiich: kpall. Anfang 4V. Uhr.__ Theater a.Kottbus.Tor Allabendlich 7'/2 Uhr SUte-Säuger 9 ehem. Mitfjl, der itettlncr Sänger Humor. Spielplan Sommerpreise I Biaibp-Konzert. J Admlralg. Palast. 1 Snfemation. Ringkämpfe um den Preis der Deutschen Republik. 1 Vorh.: Europa im Tanz. Anfang s Uhr. fYeFgnigungs-Paiast� @(ob-Betiln Odfetcheiöc 13 15. Ab 1«. August füglich: Rlngerwettstielt um den Giadiatoren.Preis 10 000 Mark. Vorher das eritfiassig« Spezialitäfen-Programm. Außerdem wer seinen Kindern S gibi das vrsf——? Q oiksstück mit Gesang und Ballett in 2 Akten. Beginn b. Konzerts 4 Uhr, der Vorstellung Ii Uhr, her Ringkämpfe 9 Uhr. Sonntags Stunde früher Zeh. Dienstag, Donner». tag and Sonntag in den 7S;(Brote Bull. 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Heute 2 Vorslellonflen Z'/, Uhr Kleine Preise Kind d Hälfte I Dbr VarletTISplefplanT — Rauchen gestattet— Noliendorf- pUts Die Tochter des Mehemed Drama mit Jriedrkhstrasse DKiog-filin-CM Wenn Männer streiken von Alfred Berg Mueik von Karl Otto Kraute Vorverkauf an der Tageskasee 12-1 Uhr IbgMeBlouing Vorestüung Um pllnktlicbee Er- rebeinen wird gebeten Freikarten angültig Karftlratendamm tleuxtaipl. iWiltdergmg bergt* RSUfCH mit Asta Nielsen Alfred Abel Carl Meinhard Be�ie: Ernst Lubii.ch Scböneberg Die Lumpenprinzesslo Schauspiel mit OunnarTolnass Klara Wieih Hasenheide Rtmiy Porten im Lustspiel Die beiden Qatten der Frau Ruth mit Kur" Götz Regie: R. Biebrach ZirkusBuseh Ge blinde. | Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag Das sensationelle Spezialitäten Programm: Jnge.Syborg.THo Balance-Künstler Elze Arhra Kontorsionistin Spyra, neuer Luftakt Die beiden Heros Die mysteriöse Puppe Gladiator Barlett i. seinen waghalsigen Produktionen Walter u. Cortv Amerik. Exzentriks Mlllgui, der berühmte indische Fakir Allne Hadgcs und Joe Biller ModerneTinze.bish. Palais de Dance Dougla u. Peel Hochspr.-Akrobaten Metz and Metz Kom. Jongleur-Akt Preise der Plätze: M. f.— b. M. 10,- Vorstellungsbeg. 8 Uhr Stg. 2 Vorstell. 4 u 8 Uhr Stg. 4 U. jeder Erwachene 1 Kind frei. Wenn Xäimer streiken... delog film OPERETTE von Alfred Barg Musik von Kerl Otto Krause Vorverkauf a. d.Tage