Nr. 4M.»«.Zchq. «ezngSpret», BtrrtrI1!ihrI.»/— Mk> raonofl. Ir-SL frei in« Kau,, porcus zahlbar. Postbezug: Monailich V- Mb.({0. gn» stellungsgebiihr. Unter ltrruzband für Deutl-blanb und Oesterreich- Ungarn «Lb Mb, für da» übrig, ilusland Ist W Mb. bei iSglich einmal. Anstellung SLä Mb Postbestellungen nehmen an Dänemark. Holland. Luxemburg, Echweden u. die Schwei». Eingelrageu in die Post-Zeiiirng»-Preisliste. Der.BorwSrte' mit der Sonntag» beilag?»Voll u. Feir" erscheint Wochen- täglich zweimal Sonntag» einmal. Telegramm-« dreff,: JgojlalScmotcal Berlin". Serlinev VolksblAkt. � 20 Pfennig) SWzeigenpreiS: Sie achtgespaUene Nonpareillezeil« lostet IM) Mb»kleine Anzeigen". da» leltgedruckte Wort S0 Psg.(zuläfflg st fettgedruckte Worte), fedcs weitere Wort tü Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenanzeigen das erste Wort «> Pfg.. jedes weitere Wort so Pfg. Worte über>5 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teucrungszufchlag Sv»/� Familien- Anzeigen, politifche und gewerkschasttiche Vereins- Anzeigen 1,50 Mb die Aeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin EW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bi« 6 Uhr abends. Zentratorgan der foztaldcmokratifd�cn Partei Deutfchlandq. Reüaktioa und Expedition: SW. öS, Lindenstr. Z. ihernivrecher: Amt Morrupia«. Nr. IZl 90— lül 97. Sonntag, den Ä4 August 1919. Vonvärts-Verlag G.m.b. h., SW. öS, �indenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morttzplatz. Nr. 117 5Z— 54. Konzentrier /lngriff auf Räterußlanö. Soll nach Budapest MoSst» fallen? Der Willen htx Entente ist es und sie hat alle ihre Kräfte, denn im Grunde Senonxmen sind alle die russifchen Gegenrevolutionäre ihre Vasallen zur Offensive gegen die Sowjetregierung in Bewegung gesetzt. Von allen Seiten beginnt der Vormarsch gegen Petersburg und Moskau. In Estland vollendet die Streitmacht des Fürsten Lieven und General Keller ihren Aufmarsch. Infolge ihrer Schwäche — wir berichteten in den letzten Tagen von Massendesertionen — nicht fähig allein den Angriff zu wagen, bildet sie doch, im richtigen Moment eingesetzt,� eine starke Waffe in den Händen der Engländer, deren Kanonenfutter sie ist. Im Norden gaben die Inbrandsetzung Kronstadts durch baltische Flieger und der Einbruch in den russischen Kriegshafen den Auftakt zu dem beginnenden Drama. Die Finnen scheinen sich von ihrer letzten Niederlage wieder erholt zu Habens an der Murman- bahn ist nicht um di? Offensive der roten Garde zum Stehen gekommen, sondern aiyh eine Erschütterung der russischen Front zu bemerken. Im Osten zwar ist Koltschak weit zu- rückgedrangt, rüstet aber mit amerikanischer Hilfe wieder. Am schlimmsten ist die Lage Lenins im Süden und Südwesten. Tenikin steht nicht weit mehr von Moskau, lieber die Fortschritte der Ukrainer berichtet folgendes Telegramm: Berlin, 23. August. Ein Flugzeug aus Kameneh�Podolsk bat nach hier«stern-folgende Nachrichten über die militärische Lage in der Ufrain« gebracht: Die am 1. August eingesetzte allgemeine ukrainische Offen- five gegen die Sowjettruppen hat bereits durchgreifende Erfolg« erzielt. Di« ukrainische Armee Petlsuras, der sich die aus Ost: galizien zurückgezogene westukrainische Armee 100 000 g u t disziplin ierter T r u p p e n' angeschlossen hat, befreite im raschen Vormärsche das ganze Podolien, große Teile Wolhyniens und des Kiewer GouvernemenHS und nähert stch auf der ganzen Linie dem Dnjepr-Fluß. Das Gebiet innerhalb der Linie Zbrutsch— Saslowal— nördlich Schepetiwka— östlich Schitomir— Fastow— östlich Uman— Birsula Dnjestr ist fest in den Hau- den der regulären Truppen. Der ukrainische Vormarsch wird durch einen gewaltigen Bauernaufstand unterstützt, llnaufhör- lich schließen sich den vordringenden Truppen aufständische Vauernabteilungen an und unterstellen sich sämtlich dem Ober- kommando Petlsuras..Kiew selbst ist von den Sowjettruppen geräumt worden und soll bereits durch die Grpppc Zelenyi be- setzt sein. In den befreiten Gebieten, herrscht vollkommene Ruhe und Ordnung. Besonders wird von ukrainischen Sicherheitö- organen mit rücksichtsloser Entschiedenheit allen Ausschreitungen gegen die nationalen Minderheiten vorgebeugt.- Das Telegramm beleuchtet gleichzeitig die inneren Ur- fachen der Erfolge der verbündeten weißen Garde, wenn es von„ungeheuren Bauernaufständen" spricht. . Der Grund, aus dem die Räterepublik jetzt oder später einmal zusammenbrechen wird, wie Ungarn, ist die ungeheure wirtschaftliche Not der großen Masse des Volkes, hervorge- rufen durch das Regieruiigssystem. das das Volk wedtzr ver- steht, noch unterstützt, das dem Mann aus dem Volke eine gefürchtete, bassenswerte Tvrannei ist. Eine Depesche des „8-Uhr-Ubendblatt" bestätigt die Nachricht von der Bauern- erhebung und meldet eine solche unserer Landsleute an der Wolga, die unter der Sowjetregierung ebenso entrechtet waren wie unter der Zarenknute. Das.,8-Uhr-Abenidblatt" schreibt: Bukarest, 23.«ngnst. Da» rumänische Preßbureou meldet aus Eetatea-Alda: Hier eintreffende Nachrichten besagen, daß der russische Oberst Markiewice mit zwei deutschen Kolonisten in Odcsso eingetroffen ist, die mitteilten, daß sich die Deutschen in Odessa, Wisowa und den deutschen Kolonien am Schwarzen Meer gegen die Bolsche- wisten erhoben haben. Ein aus 30 000 Mann bestehendes- Heer wurde bereits gebildet. Die bolschewistischen Truppen wurden auS der Gegend von Lustorf vertrieben. Odessa befindet stch noch in den Händen der Bolschewistcn, doch ist es von deutschen Truppen umlagert.' Auch die Zivilbevölkerung jenseits des, Dnjcstr hat sich gegen den bolschewistischen Terror erhoben. Es wurden eigene Truppenverbände gebildet, die den Kampf gegen die Bol- schewisten aufnehmen. Bei TiraSpol kam es zwischen diesen Truppen und den Bolschewisten bereit» zu heftigen Kämpfen. Die Agentur Dacie meldet: Räch hier eingetroffenen Meldungen haben die Truppen der Generäle Denikin, Gegoriew und Mal- mow eine einheitliche Front gegen die Bolschewisten gebildet. Ob das Ende Sowjetrußlands gekommen ist? Noch zählt man ungefähr ein und eine halbe Million roter Sol- daten. Vielleicht übersteht Rußland noch diesen Ansturm, sicheres wird sich erst sagen lassen, wenn sich die Nachrichten über eine innere Revolution bestätigen. Da» neue serbische Kabinett. Das neue serbische Kabinstck setzt sich au» Vertretern de» demokratischen Blocks und der Sozia- listen zusammen. Und zwar haben der demokratische Block 13.� die Sozialdemokraten 3 Sitze um«. Der KriegSminaster gehört keiner Partei an. ver oberschlesisihe örand gelöscht Verschleppung von Deutschen. Der Telearaphen-Umon wird berichtet: Nach den bisherigen amtlichen Feststellungen sind allein auS dem Bezirk Kattowitz über 200 Einwohner von den Aufständischen über die Grenze verschleppt worden. ES handelt sich in der Hauptsache um Grubenbeamte, Gemeindebeamt«, Polizei- organe und Lehrer. Man hofft, daß die Regierung unverzüglich energische Schritte unternimmt, die Verschleppten sofort in ihre Heimat zurückzuführen. Die Angehörigen der Verschleppten sind begreiflicherweise über deren Schicksal sehr beunruhigt. Eine Kam- Mission, bestehend aus 2 Offizieren sowie dem Sanitätsrat Dr. v. Mialecki und Kaufmann Chaplicki aus Kättowitz. sind bereits gestern nach Soönowice gereist, um wegen der sofortign Ausliest- rung der Verfchleppteti mit den zuständigen polnischen Stellen zu verbandeln. Die zurzeit in Kattowitz weilende amerikanisch« Kam- Mission hat sich zu diesem Zwecke nckch Sosnowice begeben., Greueltaten der oberschlesischeu Banditen. Aus dem Rybniler Aufstandsgebiet laufen täglich neue Nach- richten über unerhörte Greueltaten seitens der Aufständischen ein. Es ist festgestellt, daß sie sich nicht mit der Erschießung von in ihre Hände gefallenen Grenzschutzsoldaten begnügten, sondern diese per- siümmelteu und sogar lebendig gekreuzigt haben.— Wir müssen doch hoffen, daß sich diese Nachrichten als Uebertreibungep heraus- stellen. Langsames Abflauen des Streiks in Obcrschlesien. Dir amtliche Kundgebung des Staatskommissars au die strei- krnden Arbeiter, wonach der Streik als beendet erklärt wird und die Arbeiter verpflichtet werden, die Arbeit innerhalb 24 Stunden wiederaufzunehmen, wurde überall in den Straßen durch Trommel- schlag bekanntgegeben. Die Aufforderung hat heute weitere Erfolge gebracht, und man hofft, daß bereits am kommenden Mentag die Aufnahme der Arbeit restlos erfolgen wird. Grenzkämpfe. Die 32. Jnfanteviebrigade berichtet über den 23. August: In der Gegend von Pleß, um 4 Uhr nachmittags, starke Angriffe aus Feldwachen Lonkau und Gottschalkowjtz. Letztere wurden von pol- uischen Banden und regulären Truppen unter Führung von Ossi- zieren durch Mnenwerferstuer eingeleitet. Der in Gottschalkowitz eingebrochene Feind wurde im Gegenstoß über die Grenze zurück- geworfen. Der Angviff auf Feldwache Lonkau wurde abgewiesen. Sonst, ist der Tag im Aufstandsgebiet ruhig verlaufen. Die Aufgaben der alliierten Kommission. Die Nachricht von der mit Zustimmung der Reichs- und Staatsregicrung erfolgten Einsetzung einer besonderen rnter- alliierten Militärkommission unter dem Vorsitz des fronzösi- schen Generals Dupont hat, zum Teil durch ebenso über- triebene wie voreilige Schlußsolgerungen einiger Berliner Blätter veranlaßt, dazp geführt, daß sich in Oberschlesien die Meinung verbreiten konnte, d«s Schicksal Oberschlesiens sei nunmehr völlig von dieser Kommission abhängig und dadurch von vornherein ein einem für Deutschland ungünstigen Sinne entschieden. Der Reichs- und Staatskommissar für Schlesien und Westposen erklärt demgegenüber mit allem Nachdruck, daß das Schicksal des oberschlesischeu Abstimmungsgebietes nach wie vor nur durch die in den einschlägigen Bestimmungen des Friedensvertrages festgelegte Volksabstimmung entschieden werden kann. Denikins Zugeftänöni�e an üen Sozialismus. Bodenreform in Rnflland. Die Londoner„Times" veröffentlicht, ein Zirkular, welche? General Denikin an den Ausschuß für agrarische Angelegenheiten gerichtet hat. Darin sagt er, daß, solange die gesetzgebende Ver« sammlung in Rußland nicht zusammentreten kann, die Regierung tätig sein muß und folgende prinzipielle Grundsätze in den Vordergrund zu stellen bat: 1..S ch u tz der Interessen der arbeitenden Klassen. 2. Die Entwicklung der lleinen und mittleren Be- triebe im Ackerbau und Upberweisung von Grundstücken, welch« dem Staat oder Großgrundbesitzern gehören, zur Ver« t e i I» n g an die kleineren Ackerbaubesitzer. 3. Der Uebergang dieser Grundstücke kann entweder freiwillig oder gezwungen stattfinden, aber auf jeden Fall wird Zahlung an den gegenwärtigen Besitzer erfolgen. Das Eigentumsrecht bleibt auirech« erhalten.% 4. Eine Lusnodme wird gemacht für Länder, die den Kosaken gehören; Grundstücke, die bereits kleinen Leuten gegeben worden sinv; Ländereien, die Musterbetrieben angehören; Probestationen usw. Diest Gebiete dürfen nicht parzelliert werden. 5. Der Staat soll die kleinen Bauern unter st ützen durch Gewährung von Krediten, Liejerung von Same«) Lieh und Ackerbaugerälea. Exmission des roten Vollzugs- rates aus dem Staatsgebäude. Beschlagnahme von Flugschriften. Eine Lokalkorrespondenz meldet: Im Haust des„Roten VollzugSrates", In den Zelten 23, ist am gestrigen Sonnabend nachmittag eine Durchsuchung der Bureaus vorgenommen worden. In den ersten Nachmiltagsstunden trafen RegierungStruppen ein, welche das Gebäude umftelllen, um etwaige Fluchtversuche zu verhindern. Dann begaben sich Truppen in die Geschäftsräume des VollzugSrates, wo zahlreiche Mitglieder der Unabhängigen und Kommunistischen Partei versammelt waren. Die Mitglieder des Vollzugsrates protestierten gegen eine Haussuchung, mußten sich jedoch fügen, da der Führer der militärischen Abteilung mit ordnungsmäßigen Ausweisen versehen war. Die Anwesenden wurden aus ihre Zimmer gebracht, nachdem sie sich durch Legitimationen aus- gewiesen halten. Es wurde ihnen versichert, daß ihre persönliche Freiheit nicht angetastet werden würde. Bei der Durchsuchung wurde umfangreiches Material gefunden und beschlagnahmt. Es handelte sich um verbotene Flug- sckrislen und Aufrufe au die Berliner Bevöllerung. ES wurde lediglich einer der Anwesenden, ein gewisser Ludwig Greiner aus München festgenommen. Die Vollzugsratsmitglieder mußten daS Gebäude vorlassen, worauf die Bureaus abgeschlossen und ver« siegelr wurden.» Wie wir erfahren, ist die Haussuchung auf Veranlassung de» Oberkommandos Noske erfolgt. Es handelt sich um Aufrufe an die Berliner Bevölkerung, an den vom Unabhängige» VollzugSrat aus- geichriebenen Erfassung für die kommenden Arbeiter- ratswahlew teilzunehmen. Di« Regierung steht auf dem Standpunkt, daß der VollzugSrat nicht berechtigt ist eine derartige Wahs vorzunehmen. • Tie Erklärung der Regierung. Die eigenmächtige Ausschreibung von Neuwahlen für die Berliner Arbeiter- und Betriebsräte durch den Bollzugsrat der unabhängigen Sozialisten und Konimunisten hat die Rcichörcgierung zu energischem Einschreiten gezwungen. Auf Beschluß des Rcichsknbiiictts sind im Laufe der gestrigen Abendstunden die Räume des BollzugSrntes in den Zelten Nr. 23 militärisch besetzt worden. Die giäume bleiben unter militärischer Bewachung. Dem VollzugSrat ist die weitere Benutzung und jede Tätigkeit zur Bor- bereitung der Bornah»>r der Rrnwahleii verboten- Die hierauf bezüglichen Alten find beschlagnahmt. Der VollzugSrat hat sich diese Maßregelung selbst zuzuschreiben Sein Borgehen bedeutet den Versuch, das Zustandekommen eines ordnungsmäßig gewählten Arbeiterparlnmcuts für Groß-Berliu eigenmächtig und im Interesse einer parteipolitische» Minderheit zu durchkreuze n. Es bedeutet des ferneren den Versuch, das B e- tricdSrqlegesetz, das von der Nationalversammlung bereits in Angriff genommen ist, zu sabotieren. Die militärische Besetzung dient dazu, die gesamte Arbeiterschaft vor dem Terror Polin- scher Gruppen zu bewahren, deren Führung nur die Absicht hat, ihren eigene» Einfluß zu stärke«. Es kann gar kein Zweifel daran bestehen, daß ein Teil des in seine Teile zerfallenen Vollzugsrats nicht berechtigt und nicht imstande ist, Wahlen auszuscl>relben. die in irgend- einem Sinne öffentlich-rechtliche Bedeutung hatten. Eine wirk- liche Vertretung des arbeitenden Volkes kann auf diese Weise nicht zustande kommen, sie hätte eine viel zu schwache Grund- läge, um sich gegenüber den Behörden und den Unternehmern zur Geltung bringen zu können. Da aber der unabhängig- kommunistische Vollzugsrat felbstvei ständlich alles di ansetzen würde, um den auf.seist Geheiß gewählten Arbeiterräten eine tatsächliche Machtposition zu schaffen, hat er auf einen Konflikt hingearbeitet, der wieder in den bekannten Gegensatz„demokratische Verfassung oder Rätediktatur" gipfeln müßte. An sich ist das ganze Wahlnianöver des unab- hängigen Vollzugsrats, durch das mit offener Absicht eine erhebliche Beunruhigung in die Berliner Arbeiter- schaff gebracht worden ist, eine reine Privatver- a n st a l t u n g, dessen Ergebnis keinerlei Aussicht auf behörd- liche Anerkennung haben kaitn. Wenn dieser. Vollzugsrat da- mit lediglich ein--�.privates Vergnügen" bezweckt hätte, würde ihn niemand daran haben hindern können. Die schließlichen Auswirkungen des ganzen Unternehmens sind jedoch Ver- schärfung der Konflikts st im mung. Uud daS ist ohne Zweifel auch die Absicht, die dem Ursprung deS Wahlmanövers zugrunde liegt. In diejeu sich vor- i bereitendem Konflikt bat die Regierung rasch und scharf ein- gegriffen. Ueber die Raschheit wird hier nichts zu sagen sein und auch gegen die Schärfe wird der ruhige Teil der Berliner Arbeiterschaft keine Einwendungen, erheben, weil er die ganze Vorgeschichte dcS Konfliktes kennt. Die sozialdemokratischen Arbeiterräte sind aus dem Groß- Berliner Arbciterrat und dem Bollzugsrat ausgeschieden weil man sie dort mit Haß und Gift und Galle und Schmutz in einer Weise traktiert hat. daß einem anständigen Menschen ein ferneres gemeinschaftliches Arbeiten nicht mehr zugemutet werden konnte. Der für die Staatsbedürfnisse positive Teil der Ar- beiterräte uyd sein Vollzugsrat haben sich auf private Kosten Unterkunftsräume beschaffen müssen, wohingegen der der demokratischen Staatsordnung feindliche VollzugSrat auf Staatskosten ein Riesenhaus mit allen nur erdenk- lichen Verkehrserleichterungen zur Verfügung hatte. Statt nun anständigerweise aus seiner Staatsgegnerschaft in der Richtung die Konsequenzen zu ziehen, daß er sich ebenfalls mit Privatmitteln ein eigenes Heim gründete, hat der rote Vollzugsrat diese erhebliche staatliche Unter- st ü tz u n g weiter iv Anspruch genommen und sich in den Räumen der Regierung zu einer Umsturzzentrale gegen den Staat ausgestaltet. Tie Regierung glaubt Beweise dafür in der Hand zu haben, daß in dem von ihr bereitgestellten öffentlichen Gebäude alle Fäden für eine abermalige Revo- j lution zusammenlaufen und daß in den zahlreichen Zimmern dieses großen Hauses fortgesetzt neue Schwierigkeiten für die Regierung organisiert werden. Wenn nun die Regierung aus dieser großen Gefahr, die gegen sie aufgebaut wird,' die erforderlichen vorbeugenden Konsea uenzen gezogen, und rasch und rücksichtslos die fernere Tätigkeit der Konterrevolution von links in diesem Hause unmöglich gemacht hat, so hat sie damit etwas getan, für das ihr niemand einen Vorwurf machen'kann. Der unabhängig-kommunistische Vollzugsrat wird sich selbst darüber nicht aufregen, sondern wird sich nun genau so wie der Vollzugsrat der Sozialdemokraten und Demo- kraten ein Privathaus auS eigenen Mitteln beschaffen müssen. Ten Wünschen der Arbeiter und ihrer besonderen Be- dürfnisse im neuen Staate wird durch gesetzgeberische Ga- rantien für die wirtschaftliche Eingliederung der Arbeiter- lätc entsprochen werden. Die politischen Bedürfnisse der Arbeiter kommen in der gerade vom Erfurter Programm der Sozialdemokratie geforderten Demokratie am besten zur Geltung. Das Vorgehen gegen den roten Vollzugsrat wird gerade von der Arbeiterschaft alß eine Schutzmaßnahme für die Demokratie und gegen die bolschewistische Räteherrschaft empfunden werden. die Transportkatastrophe. vir habe« in unserer Sennabend Morgenausgabe darauf hin- gewiesen, daß die bestehende Sohlennot trotz der schweren Pro- duttionsverminderung im Bergbau ihre nichsten Ursachen in dem »Slltgen Verfügen der Transportmittel hat. Da-1 bei habe« wir daruf hingewiesen, daß der Gesamtwirtschaft ein schlechter Dienst erwiese» wird, wenn ma« die Nohlennot ein» seit ig als eine Folge der verminderte» Arbeitsleistung im Berg- � bau darstellt. Den» dadurch werden die Bergleute, die die großen Nohllnvorräte vor den Schächten sehen, wenn sie die Appelle zur Grhjjhuyg der Produktion lesen, kopfscheu gemacht. In der ganze» Kohlenfrage fehlt es»och immer an«iner um- saffenden Aufklärung über all» dabei mitwirken- he« Fakvoren seitens der Regierungsstellen. Diese Aufklä- rv»g muß endlich geschaffen werden, um der Oefjentlichkeit die Möglichkeit der Einwirkung dort zu grben, wo der Hebel an unsere große Wirtschaftsnot zunächst angesetzt werden muß. Durch die Presse geht eine Notiz über die L a g e i m B r a»n- kohlenbcrgbau, au sder hervorgeht, daß auch dort die Reser- pen so gestiegen sind, daß sie der Selbftentzsindungsgefghr-usge. setzt werden. Die Stapelplätze sind Lberfsillt? es fehlt a« Transportmitteln. Nun sieht sich eine Amtsstelle, offenbar das Eisenbahn- Ministerium, zu einer Verteidigung veranlaßt, die in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" abgedruckt ist, statt daß sie an die gesamte Presse gegeben wird, um dort für die breitiste Oeffentlich- teit Aufklärung über die nächsten Ursachen der Kohlenkatastrophe zu schaffe«. ES wird höchste Zeit zu einer«mfaffendr« objektiven Darstellung her schweren wirtschaftlichen Kalamität, und darum ist es mindestens sehr merkwürdig, daß eine einzige Zeitung aber unsere VerkehrSnot als Ursache der momentanen Kohlennot infor- micrt wirb, statt der gesamten Oeffentlich keit diese Lnf- tlärung zuzuführen. Wenn man Wert darauf legt, daß die Presse ihren beruhigen- den und fördernden Einfluß geltend macht, wenn man wünscht, daß die öffentliche Meinung gegen die Schwierigkeiten, die die Regie- rung jetzt durchzufechten bat, Hilfteichen Beistand leistet, so mutz man ondrirfeitS der Presse diese Arbeit durch Passivität amt- licher Stelle« nicht unnsitz erschweren. AuS der Notiz, die anscheinend offiziös ist, geht klar dir Rich- tigkeit dessen hervor, was wir in unserer Freftag-MorgenanSgabe über dir Kohlenkatastrophe anSgefsihrt haben. ES gibt keinen Zweifel mehr, daß dir Haupturfache der Schwierigkeit in der Kohlcnverforgung die T r a n S p o r t m i t t e l n o t ist. ES fehlt namentlich an Lokomotiven und an riaer straffen Organisa- tion des Verkehrs auf den Wasserwege«. DaS ist erkannt. Nun aber auf z„ energischen Maß. nahmen für die Steigerung der Arbeitsleistung in den Lokomotivwerk st Ltten! Es muß mit Hochdruck gearbeitet werden, um unser Berlehrsspstem, das durch die Wir- kungen des Krieges und durch die Erfüllung des Waffenstillstands- abkommens in Unordnung gekommen ist, wieder in glatten Gang zu bringen. Die amerikaniscbe Opposition. Laut Pressebureau Radio hat Senator Knoj; bei einer in seinem Bureau stattgefundenen Konferenz erklärt, daß der FriedenSver- trag mit Deutschland von de» Bereimghn Staaten vüllig abgelehnt werden wird. Er sagte, die Vereinigten Staaten sollten sich über- Haupt nicht m die Verhältnisse in Europa einmischen- und hätten nichts mit d:n in dem Friedensvertrag bezüglich der zukünftigen Bestimmung der europäischen und asiatischen Völker und Gebiete getroffenen Regelung zu tun. 7 Senator Lodge äußerte, wenn der VölkerbundZvertrag aus dem Friedensvertrag herausgeschält werde, so ftete er nicht für die Ablehnung des Friedensvertrages ein. Lodge versucht gugen- blicklich die oppositionell.'!, Elemente zu sammeln. Senator Fall legte dem Präsidenten Wilson auf der Konferenz im Weißen Hause 20 Fragen vor. Die erste Frage lautet: Können Sie nicht erklären, daß der Frtedenszustand besteht, und so dem Kriegszustand ein Ende machen? — Die vierte Frage lautet: Da der Kriegszustand auf diese Weise beendet sein würde, könnten nicht Konsuln für Deutschland ernannt und die Handelsbeziehungen mif Deutschland wieder aufgenommen werden? Wilson hat auf diese Fragen folgende Antwort erteilt: Ich fühle mich zu der Erklärung verpflichtet, daß ich meine» Erachten» nicht nur nicht da» Recht habe, durch eine Proklamation zu erklären, daß der Friedenszustand besteht, sondern daß ich unter keinen Umstän. den darin einwilligen könnte, bevor der formelle Friedensvertrag ratifiziert ist. Ich muß offen herau» sagen, daß es meine» Er- achten» ei» Flecken auf unserer nationalen Ehre sein würde, den wir niemals wieder tilgen lönntcn, wenn wir, nachdem wir unsere Männer aus da? Schlachtfeld gesandt haben, um für eine gemein- same Sache zu kämpfen, unftre im Kriege Verbündeten bei der Re- gelung der FrirbenSbedingungen im Stich lassen würden und uns aller Verantwortung bezüglich dieser Bedingungen begebe«»ollten. Die oppositionellen Senatoren haben die Absicht, eine Vortrag»» rundreii'e durch ganz Amerika bi« zum Stillen Ozean anzutreten, um die öffentliche Meinung für die vollständige Ablehnung de» Friedensvertrages in seiner jetzigen Form und für die Festsetzung eines neuen Friedensverträge» ohne Völkerbund zu'gewinnen. Mexikanische Stimme« über Corranza. Nach einer Meldung de» Pressebureau» Radio au» der Stadt Mexiko fordern verschiedene Gruppen eine Aenderung der Politik llarranza» gegenüber den Bereinigten Staaten. So ersucht der Arbeiterverband der Hauptstadt Earranza, sofort ein repräsenwtive» Kabinett zu bilden und den Konflikt mit den Vereinigten Staaten beizulegen. Die liberale Konstitutionspartei fordert durch ein Zir- kular ihre Anhänger in ganz Mexiko auf, auf ein gutes Einver- nehmen zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko zu halten. Sine Gruppe von Abgeordneten des mexikanischen Kongresses will an Earranza daS Ersuchen richten, seine Politik zu ändern. Die Blätter Merican Herald, Universal und Excelsior treten für eine Aenderung der mexikanischen Politik ein. Im Gegensatz dazu meldst die Associated Preß aus Mexiko (Stadt), daß die mexikanischen Blätter fortfahren, das mexikanische Volk aufzufordern„zu erwachen" und der Gefahr, die das Land unmittelbar bedrohe, ins Auge zu sehen. Außerdem bringen ste an ausfallender Stelle Telegramme von Gouverneuren der Pro- vinzstödte an Carranza, in denen sie ihre.chedingnngslose Anhän» gerschaft" erklären. Das Schicksal öer üeutscken Kolomen. Eine Erklärung Wilsons. Au» New Dork wird gemeldet: In einer Konferenz im Weißen Hau'e erklärte Wilion, daß Teutschland, als eS im Friedensabkommen auf seine Überseeischen Gebiete verzickucte, dies ni»t tat zum Vorteil der Alliierten und Assoziierten, sondern die Entente solle lediglich die Verwaltung dieser Gebiete bis zur endqültiaen Regelung erhalte«. Es ex stieren nur vorläufige Ucbereinlüniie über das Schicksal der deutschen Kolonien, aber die Zustimmung über die endgültige Jnkrafllretung dieser Regelung sei von dem V e. s ch l u ß des Völkerbundes abhängig und dadurch auch von der Zustimmung der Vereinigten Staaten, die Mitglied des Völker» bundes werden müssen. Das einzige Abkommen, nämlich zwischen Frankreich und Großbritannien, bezüglich oftilanischen Getietes, be» trifft die Neuregelung der Rechte, welche Frankreich und England bereit» in Afrika hallen. Die alliierte Absage an Ungarn. Der Oberste alliierte Rat befaßte sich mit her Lage in Ungarn und beschloß, ein Telegramm an die interalliierte Kommission zur Kenntnisgaoe an die ungarischen Behörden zu senden, in dem e» u. a. heißt: Die alliierten und assoziierten Regierungen haben den groß- ten Wunsch, mit dem ungarischen Volke einen dauerhaften Frieden zu schließen, sie glauben jedoch, das nicht tun zu können, solange die gegenwärtige ungarische Regierung an der Machtbleibt. Diese Regierung ist nicht durch den Bolkswillen eingesetzt, sonder» durch einen von einer kleinen politischen Gruppe unter dem Schutz einer fremden Macht durchgeführten Handstreich. Sie hgt zum Ehcf ein Mitglied dcS Hauses Habsburg, das durch seine Politik und seinen Ehrgeiz zum großen Teil verantwortlich für da» Nnglück ist, unter dem die«Welt leidet. Ei» von einer solchen Regierung abgeschlossener Friede kann kein dauernder sein, anderersrit» können die alliierten und assozi- irrten Regierungen dir wirtschaftliche Hilfe nicht leisten, deren Ungarn so sehr bedarf. Erzherzog Josef hat erklärt, daß er, bevor er mit den alliierten und assoziierte» Mächten in Beziehung treten würde, sich der Volksbefragung un» «erziehen wolle. Dieser Weg kann uns nicht befriedigen, da die Abstimmung unter Aussicht einer Verwaltung vor sich gehen wird, an deren Spitze der Erzherzog selber steht. Unter den Umstän. den, in denen sich Ungarn gegenwärtig befindet, ist es schwierig, durch eine Abstimmung den genauen Willen des Volkes festzustellen. Die alliierten und assoziierten Mächte bestehen da- her darauf, daß der derzeitige Prätendent von der höchsten Stelle des Staate» Ungarn sich zu- rückzieht, um einer au» de» Parteien zusammengesetzten Re» gierung Platz zu machen. Die alliierten und assoziierten Mächte sind bereit, mit jeder Regierung zu verhandeln, deren Macht sich auf das vertrauen einer auf diese Weise gewäbsfen Nnfionelver- sammluog stützt._ 5000 Kriegsgefangene zurück. Berlin, 23. August. Die ReiKSzentralstelle für Krieg»,«nd Zivilgefangene teilt mit, daß durch warmherzige Unterstützung der amerikanischen Kommission in Berlin au« Serbien 5000 deutsche Kriegsgefangene in drei Züge« abtransportiert sind. Sämtliche drei Züge werden dem Durchgangslager Lechfcld zugeführt. Der erste Transport ist bereits eingetroffen, der zweite hat heute Wie« passiert, während der dritte sich zurzeit uach in Agram befindet. tams Lieö im August. Gerrit Engelke zum GeMchtni». Tie Roggengarbeu fliegen in Neil,' und Glied. Kam'rad, sing' mir das schSnste Soldatenlied. Ich steh' im Feld in Garben, Umweht vom Wind. .�m leisen Windeswehen manch' Träne rinnt. Der Schnitter lanscht der Sense zerreißendem Sang. Eü klingt wie Trommelwirbel »nd Pfeisenklaug. Die Vogelbeeren bluten am Weg entlang.— Ach, Mutter, laß da» Weinen die Nächte lang. Ich bin dein Kind geblieben in heil'ger Not! Ich bi» dir treu geblieben im bittern Tod! Ich bin im weiten Felde zu Staub verweht, zu Staub, darauf der Roggen in Garbe« steht. Horch, Mutter, Sensen fingen sebendig mein Lied! Ich steh' im Feld in Garben in Reih'«nd Glied. Earl Panl HieSge». Sriefe aus Sowjet-Nußlanü. Im Stuttgarter Palteiverlag von I. H. W. Dietz ist dieser Tage unter dem Titel„Brteie au» Sowft,-Rußland'«in Büchlein pon Paul O lberg(146 Seilen, Preis geb. M S.SO) erschienen. das ich der Auimerkiamkett aller denkenden Arberter und Arbeiter« innen empfehlen möckt«. Der Verfasser ist ein russischer Sozial» demokrat und gehört derjenigen Grupp, an, die sich im Krieg« die Bezeichnung.Jnternarionasisten' beigelegt bar und die in ihren damaligen Aussasiiingen den deutschen Unabhängigen cm nächsten stand. Das war allerdings zu einer Zeit, in der die Unabhängigen ihr«parme» Her., für die sogenannt» RSiediktatur noch nicht entdeckt hatten. Gerade die Schilderung der Zustande unter der Diktatur der So«jeHRäte-)Mach>hab»r. die aber ebenio wenig eine Diktatur des Proletariats wie die Mandarinenherrschast «ine Volksherrschast ist. bildet den Inhalt der 13 schlicht geschriebenen. aber tiefen Eindruck hinterlassenden Briese. Olberg, der m den letzten Kriegsjabren in Stockholm lebte, hatte die Möglichkeit, im August vor'g«n Iabre» sich auf dem Seeweg« nack Petertburg zu begeben. Er verbrachte dort utzd in Moskau «m ganzen fast drei Monate und er widmete iein« ganze Zeit dem Studium der neuen Verhältnisse. Wenn e»im Vorwort zum Büchlein heißt:.Sollte der eine oder andere Leler die ObichivitSt der Dar» stellung anzweifeln, so wäre da« nicht die Schuld de« Verfassers. sondern ein erneuter Beweis dafür, wie schwer eS sein ohne mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Obren gehört zu haben, di, in« Groteske verzerrte Wirklichkeit in Sowiet» Rußland auch nur f»r möglich ,» halten' l« wird "V*'' hierin ein Kernpunkt aller Streitigkeiten über das bolichewistiiche Problem angedeutet. Es fällt Unkundigen schwer, fich in die russisch« Wirklichkeit hineinzuversetzen. Den besonderen Wert der.Briefe aus Sowjet-Rußland' bildet daher die Objektivität der Darstellung, die für jeden, der etwa» von der Sache versiebt und ehrlich an sie herantritt, ohne weitere» einleuch- tend ist. Der Verfasser gibt sich Mühe, ohne Voreingenommenheit das Gesehene und Gehörte wiederzugeben. Gleich von Ansang ergreift aus das tiefste die Szene mit den um Brot flehenden Gepäckträgern. Sehr onichautich ist die eingebend« Beichreibung de» alltäglichen Lebens«inerDurchschniil»iam>lie. Einzelbeiten, die zum Verständni« der dortigen Zustände viel beitrage». Und doch ist das allein noch nicht a»sschlaggebend. Die ungeheuren Schwierigkeiten, denen sich die Sowjet-Negierung infolge ihrer sortwährenden Kämpfe gegen- übersiehi. dürfen nicht verkannt werden. Maßgebend ist aber, daß ihre Politik, ibre Maßnahmen, ihre Wirtsamkeit recht wenig mit dem Sozialismus gemein haben. Dank seinen Beziehungen konnte Olberg in alle Jnstiiutionen der Sowjet-Regierung sich Eingang verschassen, und er schildert außerordentlich interessant und eingehend den inneren Betrieb der Sowjet-Behörden. Nichtstun und Schmaroyerium sind unausbleibliche Begleiterscheinungen diese» Regimes. Daß der Kapitalismus in Sowjet-Rußland verschwunden ist, ist ein frommes Märchen. Eine neue mächlige Schicht von Schiebern, Spekulanten. Wucherern ist entstanden. Einflußreiche Bolichewisten gaben in Gesprächen mil Olberg den Bankerott de« Bolschewi»mis zu, trösteten fich� aber mit dem Gedanken, daß dem Sowjei-Regime der Wert eines historischen belangreichen.Experimem»' nicht abgesprochen werden könne! Ein schauderhasles Experiment, in dem ein ganzes Voll wie Versuchskaninchen behandelt werden! Aber auck die Unzulänglichleit und Wertlosigkeit des Experiments ist leider nicht zu beziveifeln. Da» Büchlein liest sich mit spannendem Interesse, und es sollte in den Srbetterfteisen die verdiente Susmerksomkeit finden. _ A. Grigorjanz. »Kameraden'. Meinhard» und Bernau« r» Hauptbühne eröffnete ihr« neue Dpielzeit mit den.Kameraden'. Im.Vater' schilderte Strindberg ein ungebildetes und abergläubische» Weih, da» tu herzloser Tücke den fteigeistigen Gatten ins Irrenhaus fteibt. Aber die«man- zipierten Frauen, die mit ihrer Aufgeklärtheit groß tun, sind in leinen Augen um nichts Vesser. Sie leben als Parasiten von den Gedanken und der Arbeit ihrer Männer, die, blind und»erliebt. nicht merken, daß der Schmuck, mit. dem jene prunken, ihnen selbst gestohlen wurde. Das ist das fllhema von Dtrindberg»„Gläu- bigern' und Kameraden'. Di« Gefährtin des Waler», die der Naive einst für«ine höher« Natur aehalten. entpuppt fich da rn ihrem ganzen kleinlich-jammerlichen Egvitmu» und ihrer lacher» lichen Ueberheblichkeit. Wütend schäumt Satz und Abscheu in ihm auf. Er schreit ihr endlich seine Verachtung in» Gesicht. Jede Sremd« von der Straße soll ihm Willkomm«»« fein als diese, die H seine Kameradin wannte. Abel war ausgezeichnet in der Wiedergabe der gutmütig- liebenswürdigen Passivität des Manne», der sich dann plötzlich zu einer unerschütterlichen Entschließung aufrafft; Maria Orsla schillerte in allen Farben weiblicher Gefallsucht, kalter Berechnung und tückisch-verbolcnen Eigensinns. De» intriganten Zwitter spielte Grete Dircks, ohne der fremdartigen Gestalt ein psychologisches Interesse abgewinnen zu können. Gut war Kurt K a t s ch in der Figur des groben rohen Hausfreundes, den Bertha brandschatzt. Ergreifender als das Auseinandergehen der Jungen wirkt in dem Stück daS Wiedersehen der beiden alten Eheleute. die sich vor zwei Jahrzehnten trennten. Di« zurückhallende tiefe Lebenstragik kam durch den Darsteller des Dr. Oestermarck, Herrn Julius Brandt zu vollem Ausdruck. dt. .D i« Frau im Hermelin'. So heißt die neue Operette, die- gestern abend bei ihrer Uraufführung im Theater des Westen» durchschlagenden Erfolg errang. Die Textdichter Rudolf Schanzer und Ernst Wehlisch haben«inen guten Griff in die Geschichte der österreichisch. venezianischen Feldzüge um 1810 getan. Die Handlung ist stofflich interessant und äußerst geschickt aufgebaut. Sie gibt Jsan Gilbert, dem Komponisten, reichlich Gelegenheit zu sehr far» bioer Jllustrierung. Gilbert, obzwar er nicht immer aus Eigenem schöpft, entfaltete hier doch fast überall originale Erfindung», und GestaltungSgabe in Gesängen, witzigen Couplet» und flüssigen Tänzen und Märschen. Kroatische Soldatenlieder. Chaiuvagner» Trink- und Tanzszenen von Offenbachschem Kolorit erhöhen den Reiz des Ganzen Die von Franz Groß inszenierte, von Kapell- meister Hauke geleitete Aufführung hatte Schmiß. Karl Grunwald al» Kroatenoberst. Margit Sucht; als Gräfin, Dora Hracht al» Primaballerina, Franz Groß als origineller Silhouettenschneider und improvisierter Graf sowie Fritz Werner als Intendant in«» gesamt gaben vorzügliche gesangliche und darstellerisch« Leistungen. Der Komponist mit den Textdichtern und den Havptmitwirkenden Wurden viel gerufen...Tie Frau»m Hermelin" wirb rasch auf allen Operettenbühnen heimisch sein. Ole. Notizen. - Theater,«ilbelm Äieinl».Kuhreigen', dessen letzte Vorstellung am 81. startfindet, aelangt am Montag in der Volks« bühne zum 23. Male zur Aiiffübrung. —.Goethe al» Naturforscher' wird das Hauptthema der diesjährigen Tagung der Goeibe-Gcsellschaft fein, die am 27. und 28. September in Weimar tagt. Prof v. KrieS auS Freiburg hält den Vortrag... —.Da» G e setz'. Paul Bader» soztale» Drama, ging nun- mehr auch im Walhalla-Theater in Halle a. S. tn Szene. Stark war Walter Graevenitz als Hubert Stein. — Eine Zeitschrift für junge Juri st en. Ein« neu» artige Zeitschrift erscheint seit 1. Juli im Welt-Berlaa. Berlin. Dorotheenstr. 83..Der Rechtsstudeni'. eine Zeitschrist für junge Juristen. Ihr Zweck ist, da» Studium zu fördern und anf das Examen vorzuberette». Die neue Wochenhilfe. Unmittelbar vor der Vertagung— man möchte sagen, mit dem Koffer in der Hand— haben die Vertreter deS beut- schen Volkes noch ein Gesetz verabschiedet, das in einer Vor« besprechung hier schon behandelt wurde und das in sozialer Hinsicht von der größten Bedeutung ist. Nachdem es im Jahre 1311 anläßlich der Beratungen über die Reichsversicherungsordnung unseren Genossen trotz der ernstesten Anstrengung und der Herbeibringung der durchschlagendsten Beweise für die Notwendigkeit einer all- gemeinen Mutter schaftsversicherung nicht gelun- gen war. diese in dos Gesetz hineinzubringen, ist man endlich im Krege zur Schaffung einer Kriegswochenhilfe ge- kommen. Die fortschreitende Demobilisation deS Heeres und das Aufhören des Hilfsdienstes brachten aber diese Kriegs- wochsnbilfe mehr und mehr zum Erlöschen, ohne daß etwas anderes an ihre Stelle trat. Wohl hatte der sozialpolitische Ausschuß der Nationalversammlung bereits Ende März in einem einstimmigen Antrage die Regierung aufgefordert, un- verzüglich einen Gesetzentwurf über eine Reichswochenhilfe einzubringen� es war aber das Mißgeschick dieses Antrages, daß er im Plenum nie zur Verhandlung kam, und daß er keinerlei Früchte zeitigte. So war es der sozialdemokratischen Frak- t i o n vorbehalten, in eingehenden Beratungen und Verhandlungen einen Gesetzentwurf auszuarbeiten, der die Möglich- keit gab, die bisherige Kriegswochenhilfe zum mindesten zu ersetzen, womöglich aber sie— sowohl was den Kreis der von ihr Betroffenen als auch was ihre Leistungen anbetrifft— in etwas zu verbessern. Durch die Verweisung an den sozial- politilchen Ausschuß ist eine erneute Durchberotung ermöglicht worden und, was die Antragsteller erfahren hatten, das zeigte sich auch hier wieder: wie ungeheuer schwer es in der gegen- wärtigen Lage Deutschlands ift, derartige soziale Aufgaben zu lösen. Zur Sozialpolitik gehört nämlich dasselbe wie zum Kriegsühren, nämlich Geld. Geld und nochmals Geld, und heute liegt es in Deutschland so, daß uns aus allen Ecken— nicht Geld, sondern ungeheure Schulden entgegenblicken. Da wir es uns als Mehrheitspartei nicht leisten können, unfrucht- bare Agitationsreden zu halten und Anträge zu stellen, son- dcrn da wir Positive Arbeit liefern müssen, so hat leider das neue Gesetz nicht den Umfang annehmen können, den wir ibm im Interesse unserer Volksgesundheit gewünscht hätten: aber wir sind doch der Ueberzeugung, daß ein ernster Schritt der gerade im Hinblick auf die Folgen des Krieges so dringend notwendigen Fürsorge für Mutter und Kind getan ist. Durch das Gesetz über..Wochenhilfe und Wochenfürsorge" erhalten zunächst die versicherten Wöchne- rinnen: einen einmaligen Beitrag zu den Entbindungs- kosten in Höhe von 53 M.; ein Wochengeld in Höh« de» Krankengelde», jedoch mindestens 1,53 M. täglich, für zehn Wochen, von denen min- bestens sechs in die Zeit nach der Niederkunst fallen müssen: eine Beihilfe bis zum Betrage von 25 M. für Hebammendienste und ärztliche Behandlung bei Schwanger- »�chaftsöeschwerden: und ein S t i I l g e l d in Höhe de« halben Krankengeldes, kzsdoch mindestens 3,75 Mk. täglich, für 12 Wochen. Den versicherungs freien Ehefrauen. Töchtern, Stief- und Pflegetöchtern stehen die gleichen Leistungen zu, mit der Beschränkung, daß hier das Wochen- bzw. Stillgeld mit 1,53 Mark bzw. 0,75 M. täglich begrenzt ist. Die Tatsache, daß die ReichSversicherungSordnuna für einen erheblichen Teil der Bevölkerung— Gewerbetreibende, Landwirte. Beamte, Töchter, die im Haufe der Eltern beschäf- tigt sind usw.— die Versicherungspflicht nicht vorsieht, machte es notwendig, durch einen weiteren Passu» Fürsorge für die durch die Krankenversicherung nicht betroffenen minder- bemittelten Wöchnerinnen zu treffen. AlS minder» bemittelt gilt eine verheiratete Wöchnerin, wenn ihres Ehemannes und ihr Gesamteinkommen 2503 M. nicht übersteigt, eine unverheiratete Wöchnerin, wenn ihr Einkommen 2333 M. nicht übersteigt. In beiden Fällen wird für jedes Kind unter 15 Jahren ein Betrag von 253 M. hinzugerechnet. Alle diese minderbemittelten Wöchnerinnen erhalten die gleich« Wochenhilfe wie die versicherungsfreien Famüienmst- glisder der Versicherten. Die weitaus schwierigste Frage war die der Deckung der K o ftze n. Auf der einen Seite kann nicht den Kassen- Mitgliedern die volle Last aufgebürdet werden, und auf der anderen Seite liegen die Finanzen deS Reiches derartig, daß jede neue Ausgabe eine neue Gefahr in sich birgt. Es ist nun ein Mittelweg gefunden worden, von dem man hofft, daß er die Krankenkassen einigermaßen zufriedenstellen und das Reich nicht gar zu sehr belasten wird: DaS Reick trägt außer der Wochenhilfe für die„Minderbemittelten" d»e Hälfte der Ausgaben für die versicherungsfreien Familienmitglieder der Versicherten. Trotzdem ist den Krankenkassen eine ziemlich weite Grenze für die Erhöhung ihrer Beiträge gelassen, um den leistungsfähigeren unter ihnen die Möglichkeit zu geben, über die Pflichtleistungen, besonders in bezug auf die Dauer der Zahlung des Wochen- und StillgeldeS, hinauszugehen. Zu begrüßen ist es, daß die in diesem Gesetz enthaltenen Verbesserungen gegenüber der Kriegs Wochenhilfe auch den noch unter die letztere fallenden Wöchnerinnen zugute kommt, ebenso wie die genannten Bezüge auch den Familienmit- giieöern der in der Landwirtschaft tätigen Arbeiter, welche nicht versichert sind, gesichert worden find. Die ganz« Wochenfür/orge ist der Krankender» sicherung angegliedert worden, um so schnell wie irgend möglich helfend eingreifen zu können, und nur hier» durch ist es möglich gewesen, sie bereits ob 1. Oktober diese» Jahres in Kraft treten zu lassen. Es ergibt sich hieraus aber von selbst der Charakter einer Notverordnung, und es konnte aus diesem Grunde nicht eine wirklich vollkommene Regelung der Wochenhilfe Platz greifen. Diese kann erst er- folgen anläßlich der vom Reichskanzler in seiner Rede vom 2?. Juli in Aussickt gestellten Reform der Reichsv erst che rungs- ordnung. . So sehr deshalb unsere Fraktion auch sachlich mit weitergebenden Anträgen vor allem der Unabhängigen Sozialdemo. kraten eiuverstandeu war. so mußte sie dieselben im Interesse der Durchführung giner Wochenhrlfe überhaupt doch ablehnen. Abänderungen, wie die Einfuhrung der allgemeinen Versiche» nmgspflicht für jede Person mit einem Einkommen unter 7333 M.,� sowie die obligatorische Einführung jeglicher Familienhilfe konnten nicht im Rahmen dieser Notverordnung vorgenommen wenden. Beihilfen, wie Schwangerenunter- stützung neben der Wochenhilfe in Höhe des Grundlohnes, Ge- Wahrung eines Stillgelbes fik 26 Wochen in Höhe des Krankengeldes, erfordern Mittel, die im Augenblick zu be- schaffen, so notwendig sie an sich wären, nicht möglich ist. Würde man einen Grundlohn von 6 M. zugrunde legen, so würden für jede Wöchnerin 1134 M. aufzubringen sein. Und wenn Frau Zieh wie schon im Ausschuß, so auch wieder im Plenum lange Ausführungen über die Notwendigkeit der Ein- führung vollkommen unentgeltlicher Hebammen- und Arzt- Hilfe mochte, so stimmen wir ihnen in ihrem sachlichen Teil absolut zu. Sie mußte es sich aber im Ausschuß gefallen lassen, daß ihr eigener Parteigenosse Braß nicht nur gegen ihren diesbezüglichen Antrag stimmte, sondern auf Grund seiner Erfahrungen als Krankenkassenfachmann auch die Schwierigkeiten für die Krankenkassen, diese Forderung heute durchzuführen, nachwies. So sind wir ehrlich genug zuzugeben, daß das vorliegende Gesetz keine ideale Lösung der im Interesse des Volksganzen wie zedes einzelnen so dringend notwendigen Fürsorge für Mutter und Kind bedeutet: das aber liegt nicht an uns. son- dern an den unglückseligen Wirkungen des Krieges. Unsere alte Forderung der Mutterschafts- und Familienversicherung ist dadurch jedoch in keiner Weise zurückgestellt, und wir wer- den nach wie vor, besonders bei der schon erwähnten Reform der Reichsversicherungsordnung, dafür eintreten. Wenn iedoch gerade diejenigen Kreise, die diese Mutter- schaftsversicherung verhindert haben, als sie— im Gegensatz ju heute— so leicht hätte geschaffen werden können, nämlich im Jahre 1911, jetzt einen Antrag einbrachten, im Interesse einer Verbesserung der gegenwärtigen Verordnung sie zeitlich bis �um 31. März 1921 zu begrenzen, so sind wir auch hier zu einer Ablehnung gekommen: denn niemand gibt uns die Gewähr, daß wir dann eine Mehrheit im Reichstage haben. die tatsächlich diese Verbesserung vornimmt. Für uns bedarf es einer solchen Begrenzung nicht: wir werden wachen und die Gelegenheit zu verbessern beim Schöpfe fassen, sobald die Zeit gekommen ist._ Luise Schroeder. Die vor unserer Tüchtigkeit. Der„Daily lkxpreh" erfährt von einem Engländer, der kürzlich in der Schweiz war, datz er von maßgebender deutscher Seite ver- nommen hat, daß im Schwarzwalde, in Süddeulschland, und überall, wo die Gewerkschaften nicht direkt verireten sind, die Arbeiter den Achtstundentag nickt einhalten und gerne 13 und oft sogar 14 Stunden arbeiten, sl!) Der Gewähremann des Blattes schlußfolgert daraus, daß Deutschland sehr bald wieder imstande sein wird, seinen früheren industriellen Nang zurückzugewinnen, da die deutschen Arbeiter sich im Gegensatz zu der Arbeiterschaft der Ententeländer nicht durch Streiks irreiühren lassen. So lächerlich und unwahr diese Meldung auch ist, das eine liest sich au» ihr heraus: schlotternde Angst Enalaiid» vor unserer Tüch- tigkeit, vor dem deutschen Ingenieur und Arbeiter. Amerikanischer Schutzzoll gegen die deutsche Konkurrenz. AuS Washington wird gemeldet: Der Kongreß bat das erste Schutz, ollaeietz nach Kriegsende angenommen. Das Gesetz wurde von republikanischer Leite eingebracht und bezweckt den Schutz der a«rrikaniichen Industrie gegen die deutsche Konkurreuz. Also«merila kämpft mrt England um die GregeSpalme, wer wohl am meisten die Hosen-- vor der deutschen Tüchtigkeit. war öer Krieg zu vermeiden! DaS Anteil deS Dürften Bülow. Kürst Bülow legt in einem Brief an den HauptfchriftleÄer de» .Hamburger gremdenblatt" seine Ansichten über die Ursache» de» Weltkriege» dar. Bülow steht kein« moralische Schuld der deutschen Regierung, wohl«ber ein« politische. Nachdem er auseinandergesetzt, daß ihm in seiner 12 jährigen Amtszeit da» deutsche Flottenprogramm sowie da» russtsch-französtsche Bündnis die Erhaltiwig des Friedens sehr schwierig wachten, wendet er sich gegen die Behauptung BethmannS, daß bei dessen Dienstantritt schon der Krieg unvermeidbar war. Ll» Gegenbeweis führt er au», wie erst die deutsche Orientpolitik, besonder» die Mssion de» General» Liman von Sander» Rußland zum Feind machte, nachdem schon Deutschland» Lavieren zwischen England und Frankreich das erster« abgestoßen, die Revanchegelüste de» zwei- teren gesteigert hatte. Weiter macht er der Regierung BethmannS den Vorwurf, daß sie sich„mit verbundenen Augen der Mener Führung anvertraut" habe. Der Kernpunkt, die Ausammensassung seiner Ansicht über den Ausbruch de» Weltkriege» legt er in den Satz, daß der Krieg nicht unvermeidlich gewesen war. denn»die militärischen'Abmachungen zwischen England. Rußland und Frank- reich vor dem Kriege seien nicht bindender gewesen, als die vor dem Kriege 1S7., Berlin. Druck: Borwärto- Buchdruckerei und Bulagoanftali Paul Singer u. Co. ia Berlin. Lindenstr. 3. Sterin 2 Beilagen A.WEMTMEI Waschstoffe Waschkleider Bedruckter Barchent£ OZ für Blusen und Khiderlcleider, Meter Oi�D Gestreift. 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Ein Artikel der Wiener„Arbeiter-Zoitung" klärt über die Eigen- ort dieses Volksproblems bortrefslich aus. Er folgt hier. Der größere Teil der Komitate Oedenburg, Eiscnburg und Wieselburg ist von alters her von deutschen Bauern. Arbeitern und Kleinbürgern besiedelt. Bis zur Novemberrevolution durfte sich das deutsche Volk dort freilich nicht rühren; denn über den arbeitenden Volksmasien, die deutsch sind, saßen magyarische Grundherren, ma- gyarische Bourgeois, magyarische Beamte und sie allein hielten alle Macht in ihren Händen. Magyarisch waren in dem deutschen Lande Schule, Amt und Gericht und der Deutsche, der auch nur gewagt hätte, sich einen Deutschen zu nennen, wäre als.panger- manisti scher" Hochverräter gegen den»ungarischen Staatsgedanken" bald hinter Gefängnismauern gesessen. Erst de? Novemberfturz sprengte diese Fesseln. Nun setzte in Westungarn eine starke Be- wegung ein, die sich die Vereinigung des deutschen Gebiets mit dem benachbarten stammesgleiche,! Deutschösterrsich zum Ziele setzte. Die Regierung fiarolyi suchte der Bewegung durch starke mililävische Be- setzung und durch energische Polizeimaßregeln Herr zu werden; aber dadurch stärkte sie nur die Empörung und den Haß gegen die magyarische Fremdherrschast. In recht sonderbarer Weise hat die kommunifdische Episode die Anschlußbewegung beeinflußt. Zunächst bedeutete die Räteverfas- sung an sich die Entthronung der Magyaren im Lande. Bis zur Rätediktatur waren die Städte Westungarns von der magyarischen Herrenklasse, von kleinen Klüngeln magyarischer oder doch magyavi- sierter Beamter und Bourgeois beherrscht. Die Rätevcrfasiung hat diese Gemeindevertretungen beseitigt und an ihre Stelle Räte ge- setzt, die, aus Arbeitern und Bauern zusammengesetzt, selbstverständ- lich deutsch waren. Dann aber hat die deutsche Sozialdemokratie in Ungarn, die unter Kalmars Führung schon schon seit Jahrzehnten die nationalen Rechte der deutschen»Nationalität" gegen die magya- rische Feudaloligarchie tapfer verteidigt hat, die Näiezeit benützt, um ihre nationalen Forderungen durchzusetzen. Sie setzte die na- tionale Abgrenzung Deutsch-WestungarnS durch, wobei die Verwal- tungsgrenze so weit gezogen wurde, daß sie das ganze geschlossene deuische Sprachgebiet einschließlich der angrenzenden kroatischen Sprachinseln umfaßte, und für dieses ganze Gebiet wurde eine eigene Rätevcrfassung mit sehr tveiter Autonomie geschaffen. So bekam Deutsch-Westungarn zum erstenmal eine eigene autonome deutsche Verwaltung. Und diese Verwaltung ging nun sofort dar- an, ein deutsches Schulwesen zu schassen. In der kurzen Zeit der Rätcdiktatur wurden mehr als hundert deutsche Volksschulen eröff- net und die Errichtung deutscher Mittelschulen wurde gerade in An- griff genommen, als die Regierung Kun gestürzt wurde. So hat die Episode der Räteherrschaft nicht wenig dazu beigetragen, das deutsche Volksbcwußtsein im Lande zu wecken. Wenn die Räteregierung selbst durch ihre eigenen Maßnahmen germanisiert wirkte, so wirkte andererseits die Gegnerschaft gegen die Räteregierung, der Haß gegen sie nach derselben Richtung. Denn die Bauern Westungarns waren.— wie die Bauern-Ungarys über- Haupt— Feinde der Rätediktätur und der Haß gegen die Prole?. tarierherrschaft stärkte ihren Entschluß, sich von Ungarn loszureißen, sich Deutschösterreich anzuschließen. Dadurch gelvann die Anschluß- bewcgung vorübergehend eine konterrevolutionäre Färbung: wäh- rend die sozialdemokratische Arbeiterschaft im Lande ein autonomes deutsches Wefwngarn im Nahmen der Räterepublik ausbauen wollt«, wollte sich di« konterrevolutionäre Bauernschaft von der Räterepu- blik losreißen. Aber das Bild änderte sich sofort, als die Räte- diktatur zusammenbrach und von der Diktatur der Weißen Garde abgelöst wurde. Auf di« Autonomie unter Josefs Szepter setzen die deutschen Arbeiter Westungarns nicht ihre Hoffnung, während jetzt gerade unter den reaktionärsten Elementen, die vor kurzem noch am tmdensckiaftlichsten für den Anschluß an Deutschösterreich begeistert waren, so manchem die alte Liebe für das feudale Ungarn wiedererwacht. Aber das Ergebnis der ganzen Bewegung ist doch, daß der Anschlußgedanke in allen Bevölkernngsschichten immer mächtiger erstarkt. Die Zeit des»übernationalen" Staates ist eben überall vorbei, überall setzt sich der Gedanke der nationalen Staats- bildung, der Zusammenfassung aller Volksstämme zum nationalen Einheitsstaat durch, überall erweist sich lebendige Volksgemeinschaft als stärker denn überkommene historische Grenzen. In diesem großen Prozeß der nationalen Staatsbildrmg, der nun auch in Mittel- und Osteuropa vollzieht, Ivas in West- und Südeuropa schon die bürgerliche Revolution des neunzehnten Jahrhunderts vollzogen hat, ist die westungarische Erhebung ein neuer Schritt vorwärts. Deutschösterreich wäre der Anschluß Wesnmgarns ein wesent. licher wirtschaftlicher Gewinn wohl nur dann, wenn das ganze deutsche Sprachgebiet zu uns käme, nicht nur der Teil, den die En- tent« uns zuweisen will. Denn dieser Teil ist nur an Wein und Holz reich; unsere Versorgung mit Getreide, Vieh und Milch könnte nur das Gebiet von Wieselburg und Dentfch-Altsnbnrg erleichtern, das die Entente unter magyarischer Herrschaft lassen will. Aber so wichtig der Anschluß Deutsch-WestungarnS für uns wäre, wich- tiger noch ist, daß alles vermieden werde, was dauernd Feindschaft zwischen uns und den Magyaren begründen könnte. Zu einem neuen Elsaß-Lothringen darf Deutsch-Westungarn nicht werden! Deutsch-Westungarn soll uns willkommen sein, wenn es sich mrr aus eigenem Entschluß zu uns gesellen, diesen Willen in unbeein- flußter Volksabstimmung bekräftigen will. versammlungshumor. Kleine Momcntbilder von Theodor Thomas. Wer fleißig in Versammlungen geht, wird immer wieder be- �tätigt finden, daß Freunde gesunden HmnorS und köstlicher Witze auf ihr« Rechnung kommen, wenn sie ein auftnerksames Auge, vor allem ein feines Ohr haben, für das, was bei Menschenansamm- lungen vorgeht Schon das Studium der Gesichte? liefert oft präch- tigcs Matevück für die Freunde guter Laune. Noch anziehender ist es aber, den Rednern zu lauschen und zu beachten, wie oft sie sich in den Fallstricken der deutschen Sprache winden und verfitzen, wie sie dadurch Erfolge erzielen, die durchaus nicht von ihnen beabsichtigt sind, aber gerade deshalb oft zwerchse ller! chü tternd wirken. Viel Lustiges bringt sin schlagfertiger Zwischenruser in eine Versammlung, sei es auch nur,'daß dadurch ein nicht geübter Redner das ganze Konzept über den Haufen geworfen bekommt. Heute wollen wir nur eine steine Kostprobe solcher heitere? Augenblicke zum besten geben. Natürlich läßt sich dieses Kapitel beliebig ver- größern. In der Stadtverordnetenversammlung zu Frankfurt am Main polemisierte kürzlich ein Redner gegen eine Kollegin. Er will ihr klar machen, daß sich über Nacht die Ansichten ändern können, wenn die Umstände andere geworden sind. Er sagt da» w folgendem Satz:»Ja, mein« Damen und Herren, wenn man abertds hier spricht, kann so etwa? ruhig behauptet werden, aber wenn man den nächsten Tag in andern Umständen ist, da klingt's anders... De? Redner wunderte sich nicht wenig, daß darüber viel gelacht wurde. Hübsch hört sich auch das folgende an gelegentlich einer AuS- spräche der Straßenhändler. Da wirst einer dem anderen von der Zunft vor, daß er fremde Kinder für sich hausieren lasse. Der steht auf, bekommt das Wort, um dem Anstäger zu bedeuten, seine per- sönlichcn Verhältnisse gingen ihn gar nichts an, hier würde nur wegen der polizeilichen Schikane gesprochen. Er fügt hinzu:„Ich verbitt mir, solche Sachen hier vorzubringen, sonst hau ich dir ein paar in die Fresse; hier wird nur sachlich gered't...." In einer kommunistischen Versammlung tritt ein Redner auf, um zu beweisen, daß der Kommunismus gar nichts Neues sei. Schon Jesus Christus sei Kommunist gewesen. Da ertönt von einem Zweifler ein Zwischenruf:„Ui jee, ui jee!" Der Mann am Pult versteht' das aber falsch; er antwortet:„Eben wird gerufen, Jesus Chrisüis sei bei der U.S.P, gewesen. Der verehrte Zwischenrufer wsiß anscheinend nicht, daß die U.S.P. erst Ostern 1917 gegründet worden ist...." Der Heiterkeitserfolg war nicht gering. In einer öffentlichen Versammlung wollte ein Kollege in einer Klage gegen den Werkmeister einer Firma das bekannte Wort zi- tieren:„Ich werde der Katze die Schelle umhängen und den Schleier lüften." In seiner Aufregung rief er in den Saal:„Nun will ich aber der Katze den Schleier umhängen..." Große Heiterkeit, die ihn erst auf sein« Entgleisung aufmerksam macht. Er verbessert sich schnell:.Natürlich habe ich mich versprochen, ich wollte dem Schleier die Katze anhängen." Als nun die Versammlung raste vor Ver- gnügen, wurde er fuchsteufelswild und fluchte:„Ich pfeife aus die Katze, den Werkmeister soll der Teufel holen... Ein Redner, der gern mit Fremdwörtern um sich wirst, spricht über einen Nebenavbeiter, der ihn angeblich bei der Militärbehörde denunziert haben soll. Er gebraucht dabei die Worte:„Ich halte das Vorgehen des Kollegen Kortel für impertinent." Der neben dem Vorsitzenden amtierende Schriftführer flüstert dem Leiter ins Ohr, er müsse den Redner rügen, denn das Wort, das er eben ge- braucht habe, bedeutet so viel wie flegelhaft. Der Vorsitzende selbst hat von Fremdwörtern keine Ahnung, um pbe? doch seine Pflicht zu erfüllen greift er zur Klingel und spricht:„Der Kollege R. hat eben gesagt, Kortel sei intelligent, das ist eine Beleidigung... Bei einem großen Kongreß redet ein« ältliche Dame wütend über die Rückständigkeil der Männer. Es folgt ein Zuruf:„Bleib' daheim und schäl' Kartoffeln." Die Rednerin entrüstet:„Eben�wird mir zugerufen: Bleib' daheim und schäss Kartoffeln, was sagen Sie dazu?" Stimme von der Galerie:.Hann»' se denn welche?" Eine sehr bewegte Gewerkschaftssitzung tagt. In einer Ecke wird laut geschwätzt. Dir Versammlungsleiter:„Kollege Brust, ich bitte dich ruhig zu sein, du störst die Verhandlungen." Der Gerügte Ssnntag, 24. �uguftlHIH hat aber wirklich kein Wort geredet, sondern war sehr aufmerksam. Er ruft:„Ich bin doch ganz still, was willst« denn?"„Das ist egal, dann biste eben noch stiller, aber rühig müßt du sein!" spricht der Mann ufit der Klingel. Das Folgende spielte sich in einer Zenirumsversammlung ab. Der Referent hatte die Angewohnheit, während seines Vortrages, der übrigens sehr an Kraut und Rüben erinnerte, mehr als gut war zu sagen:„Um Gott-eswillen!" oder:„Gott sei Dank!" Nach- dem er eine knappe halbe Stunde gesprochen hat, suchen die Teil nehmer in kleinen und größeren Trupps einen gewissen Ort aus, was störend wirkt. Der Redner ärgerte sich sehr darüber. Als e.r immer schlimmer wird, ruft er:„Lassen Sie doch die Lauferei, Sic können doch um Gottes willen eine Stunde warten, ohne hinauszulaufen; ich muß doch auch aushalten!" Da ruft einer von denen. die schon an der Tür sind:„Um Gottes willen schon, aber wegen so einen Sch-mus? Nein!" In einer Diskussiensstunde übe? dos Frauenwahlrciht ärgert sich ein Redner, daß er persönlich angegriffen wird, weil er seine Frau nicht organisiert hat. Er macht eine erregte Zwischenbenier- kung. Die Vortragende mit erhobener Stimme:„Ja, ja, wir kennen Sie, Sie reiten immer mif den Frauen herum!" Aus dem letzten Gewerkschaftskongreß in Nürnberg hi?lt Ge- nosse Dr. Hilserding ein Korreferat über die Sozialisierung. Er spricht immer nur zur Linken, rechts versteht man bei der schlechten Akustik im Saale kein Wort. Es wird wiederholt gerufen: „Sprechen Sie doch hierher!" oder:„Reden Sie doch auch nacb rechts!" Alles ohne Erfolg. Als wieder einer von der Rechten bc- merkt:„Reden Sie doch nicht bloß nach links, reden Sie geradeaus!", da ruft am hintersten Tisch jemand empört:„Das könnte euch so passen, der wird von uns bezahlt!" Zum Schluß noch einen unfreiwilligen Keinen Scherz von der leider so früh verstorbenen Genossin Friedländer: Sie war als Red- nerin für den Zentralverband der Handlungsgehilfen sehr tätig. So agitierte sie auch lebhast für die alte Forderung des VerbwdG' nach Sitzgelegenheit für die Verkäuferinnen. In einer Verscmnm- lung, wo dies Thema zur Sprache kam, zeigte si: den Frauen und Mädchen die Schäden des Stehens, verwies auf die Einwirkung, die eine solche Anstrengung aus die inneren Organe der Frau ha!, zeigte, wie dadurch auch der Nachwuchs gesdiädigt oder gar die Mut- terschaft gefährdet wird. Zum Schluß resümiert sie:„Wenn Jlu deshalb gesunde und zeugungskrästige Mütter- werden wolli, dam: tretet ein in den Zeiitralvecbaud der Handlungsgehilfen Für heute mag diese kleine Auslese genügen. Wer fleißig dir Versammlungen besucht, und die Reden aufmerksam verfolgt, wir! bald dicke Bücher schreiben können. Manches läßt sich gar nicht aufs Papier bringen, das mutz gehört werden, um die Komik zu vor stehen, die oft in einem Ruf, in einer Geste, in einem Satz st.gi. Theater öe? Woche. votksbMn»:„5tul?reigc»".— Dcuttchcs Thcatcr!„Auch ich war cin Iilny ling", 1.„Fault I", 24. n.„Roman", 31.„Familie Schimet".— Kammcri'>4? „Das Weib und der Hampelmann", 1.„Frühlings Erwachen", 31.„Äeip und Hampelmann".— Meines Schanspielhaus:„Die Biichsa der Pandora".- Lcssing-Theatcr:„Ehnrlens Tante."- Deutsches Ätinltlrrthratrv a.Oi» tüdatsch dahll."— Thcatcr in der Königgrähcr Strahl:„Kameraden", 23., 34,„Nusit,-"- Äomödienhaus:.Liselott nan der Pfalz,"— Zerlinet Theater:„Die Dam" i'- Frack."— Trianontheater:„Der gute Ruf."— Nesidenzweater:„Das hoher- Leben."— zentraltheatcr:„Die Schönste von Allen."— FrWptch-WyhÄl'Npil!'- tische» Theater:„Der hciliac Florian."— Ästines Theater:»lhiterp, 4� der Erkenntnis."— Ä omifchc Oper:„Schwarzwaldmiidel."—'Lustki'.tVackZ. „Sa ein Miidel."— Metropoltheater:„Die Faschin-stec."—■ Neues Opere cn Haus:„Die Dame vom Firkus."— Ralaftthenter:„Weinende Erden."— Schiller Theater:„Alt Heidelberg."— Thaliathcatcr:„Jungfer Sonnenschein."- Theater am Rollcndorfolat,:„Die Puppe."— Theater des Wes-rns:„Die Frau im Hermelin."— Thcatcr der Fricdrichstadt: Pier Einakter,— WalhMatheatcr: „O schöne Zeit, a selige Zeit."— Luiscntheatcr:„Der verflossene Rehdorf."— Easinothcater:„Grohstadtpflanzen."— Rationvltheater:„Familie Hannemann." — Rose-Thcatcr:„Sommernacht." Wechselnder Spielplan. Schiller-Theater: 34.,?!>., 23.,?7,, 31. „Alt-SeidePera," 28., 30., 1.„Der Bund der Jugend", 20,„Andere",:'!,„Wii- Helm Tell,"— Dcutsches Opernhaus: 24.„Troubadour", 23., Mignou", 20.„Cor men", 27.„Eavallcria rusticana",„Die Echmäherin von Saragora", 23.„Die mcn", 27.„Cavalleria rusticona",„Die Schweizerin von Saragossa", 23.„Die manns Erzählungen", 1.„Meistersinger von Nürnberg", 24.„Ziaennerbaron". 31.„Postillon von Loniumeou."— Wallner-T!' aier: 24„ 23., 2>>., 27,, 28, „Geisha", 20,, 30., 31., 1.„Eine Ballnacht."— Urania: 24.„Der Oberengadiu und der Splügen", 25., 28.„Der Erohglocknel", 23.„Die Insel Rllgeu", 27,"Ü. „In den Bcraen Tirols", 20.„Im Laude der Mitternachtssonne." Vorträge, vereme unÄ vTrsamm'ungen. Rufba» und Werden. Pros, Dr, Lenlfch beginnt TienSlag, 26, August, 7 Uhr. in der Aula der l. Keineindeschuie in Oöerschöneweide einen VorlragSzyklus„Weltrevoiution und Sozialismus". Die Vertrauensleute und BetriebssuiMionäre von Oberschöneweise, Niederschöne. weidc-JohanniSthgl lverücn besonders zu diescin Kursus eingeladen. Ein» tritt frei. Slrbciter-Sportkartell Lichtenberg und Nmgegrnd. Mittwoch, 27, Zlugust, 7'/, Uhr, in der Aula der Schule, Dlarktslr, 10/11, ö s s c n l I i ch e S p o r t l e r v e r s a m m l u n g. Thema: Wo soll der organisierte Ar- bester Sport treiben? Ans Massenbesuch der noch in bürgerlichen Sporü klubs sich bc findenden Parteigenossen wird gerechnet, Rrbeiter-Wassersportverbnild. Kreis 1. Alle starienden Mitglieder haben am Sonntag st, 3 Uhr zum Aufmarsch am Sprungturm iin -Htadion zu sein. Die Grnppenlprtnger um st,2 Uhr cbendort zur Ans- marschübung. Allgemein« Zyamilien-Sterbekasse. Heute von 3—6 Uhr Zahl- und Ausnahmestellc in den Restaurants Genchtllr. 12/13, und Adaiber! strasze 24. BERLIN C Sfaaniauer Str. 16 Gegründet 1815 BERLIN C Kömgstr. 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September: Beginn der WinterspielzeiL T'/g: Prafallngs Erwachen. Theater I. d. KSniggratzerStraBe 8 Uhr: Kameraden. Montag; Kameraden. Dienstag: Kameraden. Mittwoch: Kameraden. Donnerst: Musik(Mar.Orska) Freitag: Kameraden. Sonnabend; Kameraden. Sonntag naehm.; Musik. Sonntag abds.: Kameraden. KomMleites Gastspiel Lucic Höflich. 8: Liselott von der Pfalz. Berliner Theater Sonnt. 3 U.: Die toll« KomteB mit Hilde Woerner. VtS: Die Dame im Prack. Centrai-Theater Kommanoantenstralie 57. uhV Die SÄlevoß Allen. Deutsehea Opernhaus 7 uhr: Der fpouliailöiip. Friedf.-WlHielnist. Iterter Kleines Theater. S'/a Uhr; Johacnisfeuer. 7»/« Uhr: Unterm Baume der Erkenntnis Komische Oper Stg. 3'/«; Schwarzwaldmädel. uh/: Sctivarzvaidnäilei. liustspleihaas 7'/, Uhr: Sfl eiü W6ki. Metropol-Theater. 7 uhr zo: Die PaseWngsiee. hene« Operettenhans. S'/j U: Die keusche Susanne. 7vlu.:DieDanievDiiiZiPk!is. Palast-Theater 7-/. uhr- MM Erben. Oper. v. R. Danzlaer. Schlller-Theat. Charl. p/. uhr: Alt-Reldellierg. Thalla-Theator Z Uhr: Polnische Wirtschaft. w.u.JangleFSonnenseliElii TU. am\roUendort*platE SVa U.; Drei alte Schachteln. 7 V, Uhr: Dl« PliPPC. Theater de» Westens 7./.u.:öieFFauiinllerni5Dn Theater d. Frledrich.tadt 8 Uhr Unheimliches Souper. Der gutbezahlte Neumann. Vergeltung. Wer andern eine Grube gräbt. WaUn er Theater 7v, uhr: Geisha. Freitag 7>/3 Uhr Prem. Ballnacht.__ Walhalla-Theater. Vit Uhr: ß sehöne Zelt, o selige Zeit APOLLO TJHEATEK Friedrichstrahe 218{ Dir.: Jarno« Klein ' 7'U Sonnt. Vit u.7'i, Ein Sensations- j |Aüg.-Progranini.| 6 Antonetts ber.Akrob.-Familie. I Hann! u. Angela! Luft-Akt. r JeanClermontj Zirkus-Parodie. Schichtel's künstl. Menschen I Iven Andersen Tanzakt 2 Gezettys akrobat. Neunelt. Hoock&Pauly,{ die Urkomischen. Rud. Alälzer, der sächs. Komikerl| Sonnt 3V, Uhr; jed. i Erwachs. 1 Kind frei! I Ceestnjg-Theater Sommerspielz; H. Sternberg Nur noch bis 31. Au." ust 1919. Gastspiel Guido Thielscher: 8 Uhr: Charleys Tante. Deatsohe» KCnstlcr- Theater. Allabendlich 8 Uhr Max Adalbert>»: Die Butschbahn. Casino- Theater Lothringerstratte. TägI.»/«8U.: Großstadt-Pflanzen VolksstQck In 3 Akten. Vorher: Scbwsrrwaldbüble. Operettenakt m.ViktorLitzek. Dazu erstklass. Spezialitäten. Sonntag V»4: Wädciienehrt. Lülsen-Theater. Sonntag 3 Uhr: Der Leiermann und«ein Pflegekind. V/2 T�rh: V/2 Residenz- Theater. Untergrundb. Kiosterstraße, Stadtbahn Jannowilzb:(icke. W?"'."'207.Biüe N Schauspiel von Sudermann. Eugen Burg, Hans! Arnstadt, Olga Limburg, Rosa Valctti, Harry Uedtke. Sonntag 4 Uhr: Oespenr.ter. Rose-Theater. 3 U.: Die Frau des Debütanten. 79, Uhr Sommernacht. T/z Uhr Garlenbühne; Das steht sich Jeder an. Vorher Konzert u. Spezialität Trianon-Theater. Bhf.Friedrichstr.Ztr. 4927,2391 Täglich Heute 091 ftfoln 8 Uhr. zum ükJl.Mulü 9er gute ftuf Komödie von Sudermann. Sonntag 4 Uhr: Jobnniiisfcnep�_ Serliner�rater 7/9 Saltonifnaüc» 7/9. BmsllM ErsMasfiges Vatieii. jS£',fS: Ball. tlnfana P't Uhr. Voigt-Theater Badstraße 58. P/m Uhr: "1 Potsdamer Str. SÜ Der rrößte und Sensation. BoxcKampi Film der Welt Jeffries-Johnson Turmstr. 12 Hean (Leichtsinn und Genie) Hauptrolle; Friedrich Zelnik. Friedenau, Rhelnstr. 14 MäsVförne? Ein Frühllujstrnum, HolzpiarlctstraB. 72 Eiite-Ball jeden Oonneratag, Sonnabend und Sonntag. Intim. Räume. Hochmoderne Ballmusik Tanzleitung Max Badecke Anfang: wochentags 7", onntags 4*. SittrfPdJiufljchtsmdz j Bvöthsbühne, BUomUimu 5. Sepfbr. das arSssie Min Sdiöaebem �aupistir.30/31 Eröffnung demnächst Voranzeige. tierkur-LIciitspleie Pallsadenstr. 26, Ecke Strausberger Str. Neue Direktion. ErAffnongsprogramDi Freitag, den 29. Angost mit dem Monumental-Filmwerk „Das Geiiibde der Keuschheit." Das Sitienleben eines Klostermönchs In 6 Abteilungen. EratautfGhrucg Berlin O. Ferner: 3678b Oes' Oezeiehnete. Liebesroman In 4 Akten. Beginn Wochentags S'/i, Sonntags 3 Uhr. Wittfer-davten. Heute 2 Vorstellungen Kleine Preise] T'2 Dlir Kind d. Hälfte I "�Var?et6- Spielplan. — Rauchen gestattet.— logischsr Garten. Hont. (am 3. Sonntag Im Monat) t MM-JsWilWert. 200 so'k Aciua Kinder die Hälfte. AQUARIUM. :Sehw8izergarteii: www» Am Frlodpichshaln S9-3S www Borher: Variet�-Vorsteliuns:. ErSffiiung 8 Uhr, Anfmig 5 Uhr. mis-Palsst1 ZNfSNiTÜVN. JtingUämpfe um den Preis der Deutlichen Republik, i Anfang 8 Uhr. Adm2rala>Klno. Totentanz, e> i Revolution irn Boudoir Heute Sonntag Beginn der intsiMinn. RingkampI-KonidiiTeiiz t der bedeutendsteu Ringer| des In- und Auslandes-I-tj um die Slegcsprämie von lODOü Mark und wertvolle Ehrenpreise. Dazu die erstklassigen Spezialitäten und die Operette a. woch«t „Der Seekadetl" und„El« T.utel.k.rt". Beginn der Kämpfe'/« 9 Uhr. rka Vorverkauf von 10 Uhr vormittag» ab. Peltzer Qrlll HERMANN PELTZER WEIN-RESTAURANT Neue Wilhelmstr. 5 Nähe Unter den Linden. Zentrum 11 017. Theater am Bülowplate. Sommardlrcktlon Heinrich Nett. OPERN. GASTSPIEL Könstlerlscht Leitung: Maximilian Norls, Montag, den 2S. August da. ja, 25. Aufführung; Der Kuhreigen Oper von Wilhelm Ki.nzL Mittwoch, den 27. August da. j»., nachm.»Uhr, —— bei kleinen Preisen:' Die Fledermaus Operette von Johann StrauS. . Ausschneiden U Kational-Theater Cöpen. Str. 68. Nor bis 31. August Orchester-Sessel sta I. Rang-Fauteull Täglich 8 Uhrr 1— Sonder-Ve: statt 6�0 6,00. 2,50 Cöpen. Str. 68. rgS.._ AL 3,00 in kl. Garderobe unstlgiiag I Familie Kannemann, Konzertsaal-Kachscbulc. Dannerstag, IlLept„ 8 U.: Liszt- Strauß» Abend mit dem Philharmonischen Orchester i»r> Eerraann Scherchen > Leo Katzenherg. Liszt r �Maxeppa, -Toteirtanz" Italien". — Strand r„Aus KartzMJOJjSOjSjSMj�b� 24/17 reim. Wiener Restaurant Inn. JOSEF ZOLLER Berlin-Charlottenbg„ JoachimsthalerStr. 41 1 (nah« Zoo) Fernsprecher: Stelnplat* 8025 iwischen Kantstraß« und KurfQrttendamm. Im Bchaniplel iUtalltaiiHi WocUeniags ö, 8 übr S0Tiiitft7f< 4, 0, 8 Uhr Lebensmittel 60 Zwels-Geschäfte. i Vietoria-Fortiiiiiliiflgs-u. 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Spielplan j k%47 Sommerpreise I LlF Bliitligea-Konzeft. RejElishall.-Ttieat8r Stettiner Sangerj �»Anfang 7»„ Uhr, 1 tES Sonntag. 81. 8,;] , ErstrRachmltt.. ß ißsM Vorstellsmp jul halbe«®nif:n!| db 43,9. Obnifalls; Cabenba«b»In»«d.r.- X Wog a DELOO P I UM OPERESTE toq Alfred Berg Uaslk tob Karl Otto Knowi Voreerkant«. d. rsgo»k»»«o| von 13 die I Uhr.— Ab-I qeacliloeseue Vbrstellang,, Wochentage 3,8 Uhr, Sonntags 4, 6, slibr./ On pünktl. Erschsinaa wird gebeten Ij S-Ieuh-ld« 1319. Ringerwettstreit Borher: SpezIaMäteipProgra««. Heute, Sonntag, Richier(deutscher gegns Moknv( Slockmano(Tilsit) gegen Schwarz(narbb. Aiesster). Gebhardt(Neukülln) §eg«n Budru»(Ostprestsien) talzenwald(beutfch.SfltftT.) gegen Laube(Vrousberg). Beginn b. Konzerts 4 Uhr, der Vorstelinna tt Uhr, der Ringlämple 9 Uhr. Sonntags>/, Stunb« früher Dlrnetsg, Sonnststag und Sanntag i Großer Ball. Sei Rrgenmette» Schatz für 2000 Personen. Kttbsrttts- Säle, MchHnlio)»!. Ieb. Sonntag, Mittw.. 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Die schwedische Zeitung.Svenska Dagbladet" veröffentlicht folgenden Bericht aus Paris: Im Jubelrauich des Siegesfestes und in�der gleitenden Eleganz hochgestimmier Reden wurde wieder und wieder betont, daß Frau!» reich mehr als irgendein anderer Staat im Kriege gelitten hat- Am lt. Juli wurde man's in Paris nicht los, dieses Gespenst, das aus dem Schlachi�elde gegen anderthalb Millionen vernichtet und während des Krieges die Geburtenziffer auf die Hälfte der Zahl reduziert hat. die vor dem Kriege bestand. Seit mehr als einem Menschenalter hat Frankreich unter seiner immer mehr abnehmenden Geburtenziffer gelitten, im Kriege/ aber nahm diese Bewegung katastrophale Dimensionen an'• 19i3 wurden 604 800 lebende Kinder geboren 1« Mb 1916 1917 1916 594 300 387 800 315 100 343 800 361 500 DaS Jahr 1913 läßt fich mit den anderen Jahren nicht ganz der« gleichen, weil in jenem nur die 77 französischen Departements be rücksichtigt sind, die von den Deutschen nicht besetzt waren, während für 1918 auch die befreiten Gebiete mit eingerechnet wurden. Alle Kriegsjahre weisen eine Vermindelung von etwa der Hälfte der normalen Zahl vor dem Kriege auf. Am Donnerstag, den 17. Juli, wenige Tage nach dem Sieges- fest, erschien eine offizielle Statistik über die Kindersterblich- k e i t in Paris und seinen Vororten für das Jahr 1918, die im höchsten Matze die Sorge der Fronrosen um die Zukunft erregen dürfte. Nach dieser Veröffentlichung betrug infolge der Ent- behrungen im Kriege die Sterblichkeit der Kinder unter einem Jahr im Departement Seine 4O Proz., vor 1914 halte sie nur 10 Proz. betragen. Das Departement Seine, Paris und Vororte umfassend, halte 1911 bei der letzten Volkszählung 4 155 OpO Einwohner gezählt, vor Kriegsausbruch wahrscheinlich gegen 4'/, Millionen, d. t. un- gefäbr die doppelt« Einwohnerzahl Norwegens oder ein Achtel ganz Frankreichs. Paris gab in der Frage nach Geburt und Sterblich- keil den Durchschnitt für ganz Frankreich ab. Vor dem Kriege war die Geburtenziffer am höchsten in den nordöstlichen Industrie- gebieten, d. h. den von den Deutschen besetzten Teilen und über- Haupt in Nordfrankreich, am niedrigsten im Südwesten, im Gebiete der Garoyne und ihrer Nebenflüsse. Paris stand im allgemeinen etwas über dem Durchichnitl des ganzen Landes und in der Frage der Sterblichkeit Halle der Ausschwung in der Volkshygiene das Scinedeparlement auf eine verhälrnismätzig hohe Stufe unter den französischen Departements gehoben. Es lätzt fich daraus schlietzen, datz die Kindersterblichkeit im übrigen Frankreich gleich grotz war, wenigstens in den Städten und grötzeren Gemeinden. Dre Veröffentlichung für daS Seine» deparremenl kann als Vorbereituug für die Ausnahme der Ziffern für die ganze Republik betrachtet werden. Mit auftichliger Angst mützte jeder patriotische Franzose diesen Zahlen entgegensehen, die die .Houplsumine von dem ausmachen, was nach 20 Jahren die Wehrund Arbeitskraft des Landes darstellen wird. Fünf JahreZklasien der �ffiinzöfi'cheli Bevölkerung, gerade die jüngsten, find nur halb so zahlreich als ihre Borgänger. Das jährliche französische AushebungSkontingent beläuft sich auf 225— 250 000 Mann. Wenn der Jahrgang 1915 einberufen wird, wird seine Zahl nicht viel über 100 000 betragen. Und sollte die Kindersterblichkeit noch grötzer werden als im Jahre 1918, dann kann die Zahl der Waffenfähigen leicht noch mehr sinken. Das sind düstere ZukunftSauSsichten, die dazu führen müssen, Frankreich trotz Elsatz-LothringenS zu den schwächsten der lateinischen Schwesternnationen zu machen. Italien hat wirk- schaitlich ebenso gelitten wie Frankreich, aber seine Geburtenzahl der letzten Jahre ist etwa doppelt so hoch wie die Frankreichs. DaS- selbe gilt für Spanien. Vor 100 Jahren wurde in Frankreich eine Million Kinder geboren, in Spanien keine halbe; 1918 wurden in Frankreich 350 OOt) Kinder geboren, in Spanien über 600000. Die französische Nation hat grötzere Vaterlandsliebe, Mut und Selbstaufopferung gezeigt, als irgendeine andere. In der Geschichte wird sie als unübertreffliches Mustor leiderfüllter Vaterlandsliebe hervorleuchten. Aber Leiden und. Zköle waren so grotz, datz da» Voll nahe daran ist, an den Folgen der übermenschlichen An- strengungen zu sterben.__ GroMerlm Zum Schaden der Naturfreunde. Immer mehr ist in den letzten Jahren den Ausflügler» und Wanderern die Freude am Ausenthalt in unseren Wälder ir dura? allerlei Verbote beeinträchtigt worden. Es ist verboren, im Walde abzukochen t es ist verboten, ei» Zelt aufzuschlagen: es ist verboten— und so weiter. Ein Arbeiter, dem der Geldbeutel keine Badereisen erlaubt, klagt uns bitter, datz an dem seit langem von ihm regelmäßig ausgeiuchten G-orinsee bei Schönwatde ihm e'n Forstbeomter unlersagl hat, ein Zelt auszuschlagen. Der Beamte berief fich aus eine Anordnung der Forstverwaltung— Eigentümerin deS Waldes ist die Stadt Berlin— und begründete das Bei bot damit, datz in Zelten oft geraucht oder gekocht werde und datz man eben nicht in jedes Zelt hineinsehen könne. Wir wissen die Klage des Beschwerdeführers voll zu würdigen und vnteri'chreiben sie; denn wir alle leiden ja unter solchen und ähnlichen Anordnungen, die uns den Naturgenutz erschweren. Aber die Aeuherung des Beamten weist darauf hin. wen die Schuld an diesen Verboten trifft. Sie tiiffi die„angenehmen Mitmenschen", deren Selbstsucht und Rücksichts- losigkeit— zum Schaden der Naturfteunde— solche allgemeinen Verbote nötig macht. Es ist traurig, datz auch hier wieder mal mit den Schuldigen die Nichtichuldigen leiden müssen, die(wie upicr Beschwerdeführer) rücksichtsvoll genug wären, jede Schädigung des Waldes zu verhüten. Aber nur tu oft haben rauchende und ab- kochende Ausflügler geiährliche Waldbrände verursacht, durch die— auch zum Schaden der Naturireunde— sehr beträchtliche Teile der Wälder tn der Umgebung Berlins vernichtet wurden, so datz si» nun ausgeforstet und hiermit aus Jahrzehnte dem Verkehr entzogen werden mutzten._ �utterkartoffeln oder Speisekartoffel»? Ein« merkwürdige Kartoffelgeschichi« bat sich in der Zentral- Markthalle abgespielt. Auf den Eiscnbahnanschlutzgleisen der Markthalle waren zwei Waggons Kartoffeln angekommen. Die in der Halle stationierte Polizei erhielt davon Kenntnis und be- schlagnahmte die Kartoffeln mit der Begründung, datz sie nicht freihändig verkauft werden dürften. Ter Empfänger, ein Grotz- Händler der Markthalle, erklärte, es sei mit der Kartoffelversor- gungsstelle vereinbart, diese Kartoffeln als Futterkartoffeln zu der- kaufen. Die Polizei verweigerte zunächst die Freigabe und holte sich am nächsten Morgen nähere Auskunst bei der Versorgungs- stelle. Der Bescheid lautete, die Sache sei richtig. Als nun die Versorgungsstelle darauf aufmerksam gemacht wurde, datz die per- nieintlicben Futterkartosfeln den Eindruck von guten S p e is e k a r t o f fe l n machten, würbe sie schwankend und kün- digte den Besuch eines Sachverständigen- an. Der kam und— auch er neigt« zu der Ansicht, das seien Speisekartofseln. Nach einiger Zeit fragte die Polizei wieder bei der Veriorgungsstelle an und bat um Auskunft, was denn nun mit' den Kariofseln werden solle. Wieder lautete der Bescheid, es bandle sich um Futterkartofseln und sie seien daher freizugeben- Das tat dann die Polizei und vergnügt zog der Großhändler mft seinen Kartoffeln ab. Er ver- kaufte den Zentner mit 1'b Mark. Er selber soll 8 Mark pro Zentner bezahlt haben, so datz er am Zentner 10 Mark verdient hätte. Zwei Waggons fassen mindestens 400 Zentner. Danach kann man sich ausrechnen, was die Ladung Kortoffeln dem Händler gebracht hat. Wissen möchten wir. wo die mit 18 Mark bezahlten Futterkartoffeln geendet haben. Wir vermuten: in ganz gewöhn- liche» Menschenwägen._ Gefährdung der Aettversorguug. « Der Kohlenmangel nötig dazu, die Herstellung von Margarine stark einzuichränken. Mit Ei laubnis der zuständigen Behörden sind für Grotz-Berlin grötzere An- kaufe von Fett im Ausland gemacht worden. Einstweilen würde auch beim Ausbleibe» der Margaiine die Fettveri orgung noch nicht gefährdet fein. Sobald aber Grotz-Berltns Feitvorräte aufgebraucht sind, würde auch hier die Fettration herabgesetzt werden müssen. Temonstrationszug von Kriegsbeschädigten. In vier großen Versammlungen halte gestern nachmittag der Internationale Bund der Kriegsbeschädigten und Kr'egshinter» bliebenen wie auch der Kriegsteilnehmer seine Mitglieder von Grotz- Berlin oeriammell. In den Versammlungen hielten Redner des Bundes, u. a. T r e d r, ein früherer Propagandaredner des Reichs- verbände» zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, Referate, in denen den Kriegsbeschädigten. Kriegsreilnebmcrn und Hinter« bliebenen die Ziele des Bundes auseinander gesetzt wurden. Aus der Mine der Versammlung heraus wurde der Wunsch ausgesprochen, einen offenbar schon vorbereitete» Demonslrationszug durch die um diese Zeit äußerst be- lebte» Straßen Berlins zu veranstalten und hierdurch nickt nur den Berkehr empfindlich zu stören, sondern auch dir Kriegsverletzieir durch eine derartige Provokation in Gefahr zu bringen. AtS sich der Zug, der vom Osten herkommend über Äkotkenmarft, Spiltel» markt durch die Leipziger Straße der Wilhelmstratze näherte, sperrten starke Kommandos der Schlitzmannschaft und der Reicks- wehr die Zugänge zum Wilhelmstratzenviertel, worauf die Demon- stranten durch die Friedrichstratze nach den Linden abbogen und sich späterhin zerstreuten. Die Demonstration ist ohne Zwischen fal l. verlausen. Daß sich die Veranstalter der Gefahr, in die sie die Kriegsbeschädigren stürzen wollen, genau bewußt waren, bewies ein Schtld. welches an der Spitze des Zuges getragen wurde. Dieses� enthrelt die Aufforderung:.Kameraden, schießt nicht aus Eure Brüder und Schwestern." Selbst dem unbefangenen Beobachter mutz dieses Mittel, die berechtigten Forderungen der Kriegsbeschädigten durck- zusetzen, immerhin einigermaßen bedenklich erscheinen, zumal sich in dem Zuge auch eine ganze Anzahl von Frauen und Kindern be- fand, die durch einen Zusammenstoß mit dem zur Aufrechter Haltung der Ruhe und Ordnung betrauten Beamten in Gefahr gelornmeu wäre.(Rh. C.) Als Ergänzung deS obigen Berichts wird unS noch von zustän- diger Stelle mitgeteilt: An der E h a r l o I t« n st r a tz e kam es -wischen dem Führer der Sicher beitswebr und einem Teil der Demonstranten zu einer Auseinandersetzung. Tie Demon- stranten verlangten die Zurückziehung der Truppen, was der Fübrer der Truppen zusagte iür den Fall, datz auch die Demonstranten dann ruhig nach Haus« gehe» würden. Die Truppen wurden zurück- gezogen, warauf die Demonstranren sich ohne weiteres zer« streuren._ Gestäuduiffe deS �akkeuhagener MaffemnörderS. . Der Schlosser Friedrich Schumann aus Spandau hat mv» unter der Last der sich häufenden Beweiis« eingsstarrden, datz er autzer.dem bereits von ihm zugegebenen Totschlag oder Mord an dem Förster N i l b o ck noch eine Reihe anderer Morde und Mordversuche begangen hat, die seit Jahren dre Bewohner von Falkenhagen und Umgebung in Aufregung hielten. Auf Schumanns Konto sind nach den bereit» abgelegten Ge- ständnissen fünf Morde zu setzen. Im Mai 1917 überrasthte der Nachtwächter Engel aus Falkenhagen ihn bei einem Ein- bruch, worauf Schumann den Beamten kurzerhand niederschoß. Im Juni 1918 versuchte er eine Frau zu vergewaltigen, wurde aber durch den auf ihren Hilferuf herbeieilendn Lehrer Paul-ver- scheucht. Er schwor dem Lehrer Rache, steckte ihm einige Tage später das Hau- an und. schoß chn nieder. Eingestanden hat er. daß er auch Pfingsten 1919 den Arbeiter Kiwitt und dessen ■ Braut SS e r t h a. R c ich erüropdet hat.' Beide übernachtetet � fri einem' Zelt am Falkenhagener See.. Schumann lockte Kiwitt heraus schoß ihn nieder, vergewaltigte dann die Reich und erschoß auch stf. Er warf die� Laichen in. den See, wo ster später aufgefunden wurden. Ms fünfter Mord ist nun die Niederschietzung des Försters Nilbock dazu gekommen. � Schumann hat auch eine große Zahl Mordversuch« ciiv gestanden, die et in den Jahren 1916 und 1917 hauptsächlrch«ruf Wandervögel verübte. Ätigeschossen wurden von ihm auch ein Kaufmann G., ein Kanonier H. aus Töberitz, der einen Lungen- schütz erhielt, der Falkenhagener Förster, den er schwer verletzte, ein Soldat und dessen Braut, die er im Walde übersiel. Er über siel ferner eine in Falkeithagen wohnende Frau M., schoß auf sie, steckte einige Wochen später ihre Villa an und verülte nach einiger Zeit dort noch einen Einbruch. Auch auf den Förster Nilbock, der letzt dem Mordbuben zum Opfer gefallen ist, hatte er früher schon ein- mal geschossen. Er hat auch zugegeben, in den letzten Jahren im Falkenhagener Forst über zwanzig Frauen vergewal- t i g t zu haben. Der Mord an dem Arbeiter Lemm, der zunächst gleichfalls ihm zur Last gelegt wurde, ist reicht auf sein Konto zu setzen. 48) Erleuchtung. Roma» von Henri Barbusse. Verdeutscht von Max Hochdors. Und vom Gipfel bemerkten wir unten in der Tiefe die bebende Flut, dampfüberblendet, dumpf und murmelnd. Sie füllte jetzt die Schützengräben aus, die wir eben verlassen hatten, und schon schienen die Massen aus dem Schlünde überzufluten. Aber unsere Augen und unsere Ohren wurden gewaltsam von den beiden Geschützen gefesselt, zwischen denen wir durchmutzten. Die Äanonen schössen aus die Unendlichkeit des Angreiiers und sie zerschossen mit jedem Schlag ein Stück Leben des Feindes. Niemals waren mir die zerreißenden Bilder des Geschützfeuers so voller Gewalt erschienen. Die Rohre bellten und kläfften mit einem fast unerträglichen Geschmettere. Uno sie glitten auf ihren Bahnen mit phantastischer Leiden- schaff und unbeschreiblich sprühenden Sprüngen hin und her. Aus den Höhlungen, in die man die Geschütze eingebaut hatte. tauchten die Artilleristen auf. Sie standen in einem Fächer von Licht und Phosphor, wenn sie die Granaten in die Geschützrohre hineinschoben. Ihre Arme, ihre Brust, das strahlte wie abgeschält unter dem roten Aufblitzen, jedes Mal. wenn die Geschützläufe eingestellt wurden. Man hätte glauben können, daß erbitterte Arbeiter im Hochofen am Werke wären. Die Geschützläuie lieien in der Hitze der Explosionen rot an. der Stahl der Geschütze entzündete sich und er leuchtete durch das Abenddunkel. Seit einigen Minuten schaffen die Feinde langsamer. Es schien, daß auch sie erschöpft wurden. Nur zerstreute �chüsie. Dann schießen auch unsere Geschütze nich: mehr, und der Brand des Stahlmeeres erlischt langsam. Mitten aus dem Abgrund des Schweigens wimmert ein Artillerist:„Wir haben keine Granaten mehr!" Der Dämmerschatten schwingt sich wieder zum Himmelsgewölbe hinauf. Ganz leer ist der Himmel geworden. Ein .rrosi weht. Es herrscht eine entsetzliche und' geheimnisvolle Trübieligkeit. � Iii» mich nur ein Geseufze, das durch den Halbschatten uckert, nur ein Äekeuche, von Last eingebogene Rücken, die davonhuschen. Augen, die entsetzt sind, und Be- wegungen von Menschen, die sich den Schweiß von der Stirne wischen. Der Befehl zum Rückzug wird wiederholt. Es ge- schieht in einem bewegenden Tone, der uns schwer trifft. Man spürt, daß es ein Ton des Leides ist. Und wir marschieren noch eine Weile durcheinander, und dann steigen wir zur an- deren Seite des Hügels nieder, und wir ziehen uns auf dem gleichen Wege zurück, auf dem wir hergekommen sind. In der Menschenmaffe schleppt sich einer schwerfällig hinter dem anderen, und jeder fängt von neuem sein Gctrabe an, das hinunterführt in den Schlund, in den Abgrund. -4 Als wir am Fuße des Hügels angekommen sind, befinden wir uns in der Einbuchtung eines neuen Tales. Denn eine neue Anhöhe beginnt. Bevor wir hinaufklettern, halten wir an, um Atem zu schöpfen, und wir sind bereit, unsere Flucht fortzusetzen, wenn sich die feindliche Menschenwelle auch bis dorthin wälzen würde. Wir stehen auf einem Grasgelände. wir haben weder einen Schützengraben noch einen Unter- stand und sind ganz erstaunt, daß wir keine Truppe bemerken, die uns zu Hilfe kommen könnte. Es ist, als wanderte man durch eine Einöde, die von jeglichem Leben verlassen ist. Dann setzen wir uns hier und da nieder. Plötzlich findet einer den Gedanken, der uns alle erlöst und alles ausdrückt. Ein Ka- merad sitzt zusammengekrümmt, er beugt die Slirne zu Bo- den, fast bis auf diö Knie, und sagt:„Uns trifft keine Schuld.". Unser Leutnant ist auch da. Er geht auf den Kameraden zu, er legt ihm die Hand auf die Schulter und sogt behut- sam:'„Nein, Freunde, uns trifft gar kein« Schuld". Dann treffen wir auf einige Abteilungen, die unS jagen:„Wir gehören zum Nachtrupp." Andere erzählen, daß nun auch die beiden 75«r-Ge)chütze genommen sind. Ein Pfeifenfignal erschallt:„Vorwärts, Marsch!" Also setzen wir unseren Rück- zug fort. Wir sind im ganzen zwei Bataillone. Kein Soldat vor uns, kein französischer Soldat hinter uns. Man mar- schiert neben Kameraden, die man nicht kennt, neben Sol- baten, die keiner Ordnung mehr gehorchen. Man marschiert niedergeschlagen und buntscheckig nebeneinander. Artillerie- und Genietruppen. Unbekannte Nachbarn marschieren heran. sie marschieren wieder ab. Alles das hat einen Augenblick Leben, und sie marschieren wieder vorbei. Alles daS ge- winnt Leben für einen Augenblick, alles das scheint schnell wieder hinzusterben. Da merkt man, daß auch in die Vorgesetzten die Ver- wirrung eingeschlagen hat. Ein Generalstabsoffizier taucht von irgendwoher auf. Er stürzt sich vor unsere Reihen. Er versperrt uns den Weg und mit dramatischer Stimme ruft er uns an:„Was tut Ihr denn? Ihr flieht! Vorwärts! Im Namen Frankreichs vorwärts! Ich beschwöre Euch, kehrt wieder um, und marschiert vorwärts!" Die Soldaten, die niemals ahne Befehl zurückgewichen wären, wissen nicht mehr aus und ein, und sie verstehen nichts von alledem. „Sa doch, man ist zurückgegangen, weil mau uns be- fohlen hat, zurückzugehen!" Und sie gehorchen. Sie machen wieder kehrt. Ein Teil der Truppe fängt schon wieder an, vorwärts zu marschieren, und er ruft die übrigen Kameraden herbei:„Dorthin, dort- hin scheints doch, daß wir marschieren müssen!" Aber der Befehl, daß wir uns zurückziehen sollen, wird nun endgültig und wiederum gegeben. Man gehorcht von neuem, und man mault gegen die Offiziere, die nicht wissen, was sie sagen. Die Fluchtwelle verschluckt auch den Offizier, der uns mit seinem Schrei nach der anderen Rieh- tung hatte fortreißen wollen. Der Rückmarsch wird schleu- niger. Er wird überstürzt und verstört. Man wird von einem Schwung fortgetragen, dem man bald verfällt, und man weiß doch nicht, woher er kommt. Und man klettert den zweiten Hügel hinauf, der in der jetzt vollkommen herrschen- den Nacht wie ein ganzes Gebirge aussteht. Wir langen bei der ersten Hochfläche an. Da hören wir rings herum und von allen Seiten und ganz nahe ein gräßliches Gehämmer« und langes leises Gepfeife, wie wenn Gras niedergemäht würde. Ein Ticktock�Schlagen wird hörbar, aus de? Ferne kommt es, irgendwo vom Himmel kommt es her, und die Kameraden, die sich eine Weile in dem entsetzlichen Unwetter umdrehen, bemerken, wie sich die Wolkenwipfel in der steilen Höhe mit innerem Lichte erleuchten. Man begreift, daß der Feind auf den Gipfel den wir soeben verlassen haben, Ma- schinengewehre aufgestellt hat. Und der Ort, an dem wir uns jetzt befinden, wird von den Gewehrkugeln zerhackt. Von allen Seiten wirbeln und straucheln die Soldaten durchsin- ander. Sie fluchen,- sie seufzen, sie schreien. Einer klammert sich an den anbeten, einer stößt den anderen, einer packt den anderen, wie wenn man sich prügelte.(Forts, folgt.) Erst die Ermord-iing des Försters Nilbock führte dazu, dcch der kaltblütige Massenmörder entdeckt und dingfest gemacht wurde. Die Beweggründe zü dieser langen Kette seiner Untaten sind noch nicht klar. Er selber hat in seinen Geständnissen meist die Darstellung gegeben, daß er sich über die betreffenden Personen geärgert und deshalb auf sie geschossen habe. Früher wurde ver- mutet, daß der geheimnisvolle Falkenhagener Schütze ein geistes kranker Soldat sei. Bei Schumann soll von Geisteskrank' heit nichts zu merken sein; doch ist(jegcnüber dieser beispiellosen Mordsucht eine andere Erklärung kaum denkbar. »ES dauert noch eine» Monat". Zu der Notiz in Nr. 423 schreibt uns der Borstand des Kranken' in ihauses der jüdi sckien Gemeinde, die Hebamme habe nach den ihr von der Schwangeren gemachlen Mitteilungen und nach dem äußeren Be- fund mit Recht annehmen müssen, daß die Niederkunft erst nach einem Monat au erwarten sei. Mit wieviel.Recht", das lehrt die Tatiache, daß sich soglech nach der Heimkehr Wehen einstellten und schon noch 82 Stunden die Niederkunft von statten ging. Daran wild auch durch die Versicherung, die staatlich geprüfte Hebamme werde von Äerzten für durchaus zuverlässig erklärt, nichts ge- ändert. 400 Mark verlor gestern ein Maurer im Gewerkschaftshaus. entweder auf der Treppe oder im Bureau deS vauarbeiterverbandeS fZimmer 68). Er halte den Betrag zu sich gesteckt, um einen B«r- wandten aufzusuchen, dem er Schulden bezahlen wollte. Der ehr» liche Finder wird gebeten, das Geld im Bureau de« Bauarbeiter- Verbandes abzugeben. Sm Straßenbahnzufammenstoß ereignete sich gestern Ecke Acker- und Feldstraße zwischen einem Wagen der Siemens» u. HalSke»Bahn und einem Wagen der Linie 8. Beide Wagen wurden au« den Gleisen gehoben, wobei die Fenstericheiben zertrümmert wurden. Verletzungen erlitten der Fahrer eines Wagen« und mehrere Fahr» gaste, die von GlaSsvlittern überschüiiet wurden. An dem Wagen der Siemens- u. Halste»Bahn soll die Bremsvorrichtung versagt haben. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, er- halten die Groß-Berliner Abonnenten mit diesem Blatt. VorzugSkurse für Heimkehrer für die Woche Pom 26. bi» 81. August: Lmerila England Frankreich Belgien Noicn Scheck Noten Scheck Noten Scheck Nolen Scheck LI IS 100 S0 280 226 260 220 BolkSkonzerte deS Philharmonischen Orchesters am 23., 27. und 20 August in dei� Philharmonie, Bern burger Sir. 22/23. Beginn 8 Uhr. Vorverkauf: Zentralstelle für Bolkswohlsahrt, AugSburger S:r. St, Zigarrengeichäsl von Horich, Engelufer 16, und Konzertsäle. Der Eintrittspreis 80 Pf.. Kosseneröffnung 7 Uhr. Im yerltuer«quarlum sind kürzlich sieden Knurrhühn« au» der Nordlee eingelroffcn, von denen süns da» große Seewasserdecken Nr. L und zwei den Helgoländer yehchter Rr. 7 bcoSllern. Diel« glsch« gehören wegen ihres ganzen Körperbaue« mit dem groben, breite», auffallenden Kops und wegen ihres schönen, schmetlerlingSartigen Aussehens mit den sehr viidreUeiien, prächtig himmelblauen«ruilflossen zu den merkwürdigsten Slscheiuungen der Tierwelt. Sie sallen ganz besonders durch di- eigen- artig« Umbildung der vorderen Bruslflossensirahlen in fingerartig» fflei)» Heine auf. mit denen sich diese Grund sis che w der Tat lausend aus der Unterlag« soribewegew Neuköllner Stadtrat Lachmuud fU. ß.) ist kürzlich von der«n- abhängigen Partei au»' der Organisation Neukölln« ausgeschlossen worden, weil er Parteigelder umeriwlagen haben soll. Gegen den AudWüuß hat et Protest erhoben. Er bittet un« nun mnzuteilen, daß er nicht flüchtig ist, sondern sich wieder in Neukölln defindet. Er bebauvtel, daß.von der ganzen Unterschlagung nichts wahr ist, und alle diese Märchen jeder Grundlage entbehren." Lachmund will gegen alle Verbreiter solcher Nachrichten gerichtlich vorgeben. � Neukölln. Wie Blamagen iu Siege umgelogeu werde», kann dar«rufinerksanre Beobachter unseres kommunalen Lebens des öfteren ivahrnehmen. wenn er in der.Freiheit" die Berichte über hie Neuköllner Stadtverordnetenverfammlun- en liest. Die hiesigen Unabhängigen suchten am ersten äg: ihre? Wirken« ihren Mangel an kommunalpoli- tischer Kenntnis durch entsprechend größere Mund» tätigkest zu ersetzen. Dabei setzten sie sich natürlich in so stark« Widersprüche, gerieten mit den geläufigsten Auffassungen sozialdemokratischer Kommunalpolitik in so schreienden Gegensatz, daß unabhängige Kommunalpolitiker anderer Orte ihr blaues Wunder erleben mußten. Für die bürgerlichen Frak- tionen boten die neuen Stadtvertreter am ersten Tage ihre» Wir. kenS di« Zielscheibe bittersten Spottes, um so mehr, als diese un- treier Neulinge auf kommunalpolitischem Gebiete sind und daher sich erst einarbeiten müssen, wird niemand al» ein« Schande an- sehen, daß diese Neulinge aber den Mangel an Kenntnis auf den verschiedensten Gebieten durch rüde« Betragen und hochfahrend«» Debattieren zu ersetzen suchten, machte sie von vornherein zum Gespött. Dies« offenkundigen Tatsachen hinderten den unab» HSngigen Kommunalberichterstatter nicht, in der.Freiheit" völlig tendenziös« Berichte zu veröffentlichen, in denen di« nichtswissenden und arroganten Neuköllner unabhängigen Stadwäter als dl« i; Pelden des Tages gsfeiert wurden. Dies« Berichte nn Ver- «in mit dem notorischer Mangel an Selbstkritik gegenüber der eigenen Sckwäche wirkeg geradezu wie eine Aufforderung zu neuen Dummheiten. Aber wenn schon der Berichterstatter und die unab- bängigen Neuköllner Stadtväter nicht wissen, woran sie kranken, sollte da» unabhängige Organ verständig genug sein, Ihre eigenen Parteigenossen zu belehren und nicht iede begangene Dummheit kritiklos geschehen lassen. Daß die Neuköllner Unabhängigen zum Etat und der Aufbringung der Steuer- mittel eine von ihren Groß-Vekliner FraktionSgenossen völlig abweichende Haltung einnehmen.— von anderen Dingen ganz zu schweigen— ist ein« Erscheinung, die in der Groß-Berliner Sozialdemokratie ehemalz undenkbar gewesen wäre. Ge.adezu gewissenlos aber ist es, einem solchen Dilettanten- und Moal- Heldentum aus dem Gebiete kommunaler Tätigkeit durch eine ccn- denzihse Berichterstattung den Mantel d«S Sieger« umzuhängen. AuS ihr muß notwendigerweise politische Vergiftung und unsrucht- bares Wirken im Interesse der Allgemeinheit hervorgehen. Pankow. Große öffentliche Versammlung de« ArbeiterratS am Moniaa, 25. Auguss, 7 Uhr. in LindnerS Konzerll'aal, Breitestr. 84. Ernst Däumig:.Die SchtcksalSstunde der deutschen Arbeiterschaft". Otto Gilller:»Di« Tätigkeit des Arbeiterrats in Pankow". Wittenau. AuS der Gemeindevertretung. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde von der Fraktion der U. E. P. D. ein Antrag eingebracht auf Erhöhung der Besoldung der beiden ArbeiterratS- Mitglieder. Mit 8 gegen 7 Stimmen wurde die Dringlichkeit nicht anerkannt, so daß der Antrag also nicht zur Beratung kam. ES wurde dann Kenntnis gegeben, daß die Gemeinde Wittenau den Schiedsspruch hinsichtlich d«S Lohntarifs für die Gemeindcarbeiier anerkannt hat. Die Vertretung genehmigte dann die Erhöhung de» Strompreises für elektrische Energie von 8ch auf 14,5 Pf. vro Kilowattstunde unter Berücksichtigung der Kohlenklausel. Di« An. wohner der Trift- und Bahnhofstraße haben ssch beschwert, daß der Gasdruck ungenügend sei, was darauf zurückzuführen ist. daß in. folge Petroleumnot jetzt sämtliche Anwohner Anschluß an die Gas- leitung haben herstellen lassen. Die verlegten ZuleitungSröhren haben'lich nun als zu eng erwiesen und die Vertretung beschloß deihakb. neu«, größer« Röhren zu verlegen und bewilligte für die beiden Straßenzüge 28 800 M. Für Lieferung von Pflastersteinen wurden rund 160 000 M. nachgefordert, die die Bertretun« bewilligte. Zur Arrondierung de« am Lindenweg und an der Roedern-Allee Hierselbst belegenen HeimstättengeländeS wurde beschlossen, die auf Reinickendorfer Gebiet belegenen Parzellen für 90 000 M. anzukaufen. Heber die Bewilligung der Kosten für den katholischen RelegionSunterricht entspannen sich längere Debatten. Die Vertreter der U. S. P. D. bekämpften mit scharfen Worten den ReliaionSunwrricht in den Schulen. Mit knapper Mehrheit wurde beschlossen, die Kosten nicht zu bewilligen, trotzdem von der Regierung mitgeteilt worden war, daß dann die Zwangsetatisierung erfolgen müßte. Aul einen Antrag der S. P. D. wurde einstimmig beschlossen, beim Kohlenverbande Groß Berlin einen Antrag dabin einzn- reichen, daß im kommenden Winter Ofenkarten für Fünf- und SechSzimmcrwobnungen nur für vier Zimmer ausgegeben werden sollen. Die hierdurch freiwerdenden Kohlenmengcn sollen den Leuten zugute kommen, die nur ein bis drei Zimmer einschließlich Küche innehaben. Cöpenick. D!« im Bapvischen Hof abaehalien« Versammlung war von ungefähr 800 Personen besucht. Genosse Setzschold refe- rierte. E? meldeten sich drei Gegner zum Wort, die ober bei dem gute« Geist der Versammlung nicht allzuviel ausrichten konnten. Groß-Perliuer Lebensmittel. «rosi-verltu. Brot aus Karte.Schiller». Berlin, Vom 26. bi» 8t out ReichSfleischkgrte ausländisches Pökel» fleisch iPsund ÖS M.i. Stall de» PökelfleilcheS auch Näbrmittel und»war in d'pvelter Wenge. Umiausch der Fletschkarlen gegen ander««arten ist dazu nlchi erforderlich. Da» Pökelfleisch muß. da stark gefällten, vor der Zuberelwng gewässert werden. Große Stücke müssen S b«S g Tage w Irisches, häufig zu erneuernde» Paffer gelegt werden. Zweckmäßiger Ist da« Fleisch in kleinere Stücke sEoulaich-Würfel) zu zerschneiden, weil dann eine Wässerung von kiwa S bi» 8 Stunden genügt Da» so debandelle Fleisch quillt gleichzeitig wieder aus und schmeckt beim Kochen mir Gemüsen, die nicht gesalzen zu werden brauchen, ausgezeichnet. Di« Dollmilchlorten für Oktober werden w den zur Fettftell« Groß- verlin gehörenden Gemeinden in den nächsten Tagen ausgegeben, und zwar in Berlin für die Kinder im t und 2. LebenSsadre am Mittwoch und Donnerstag, für die Kinder im 8. und 4. Lebcnjabre am Freitag und Sonnabend, für di« Kinder im 6. und S. Lebensjahr« am Montag, den 1. September und Dienstag, den S. September. Jedoch find den Hausbaliungcn, denen Karten für verfchkedene Alters- stule» zustehen, sämtliche Milchtarten an einem Tage auszuhändigen. Die Okioder-Karten dt» zum 10. September einschließlich dem Klein- Händler vorzulegen. Inhaber von.4.'- und.8-. Sinderkarten und von Karten über Liter, welch« mit.4' gekennzeichnet find, dürfen sich nur in den durch Plakat gelennzeichnelen.4"« und.S"- Milchgeschästen, In- Haber der übrigen VollmUchkarten nur w den ,0"- Milchgeschäften anmelden. NöbrmittelbezugSschewe über je 1 Psund werden an die am t. Oktober 1vt7 und später geborenen Kinder zusammen mit den Milchtarten ver- auSgabt. Die Magermilchkarten für die Monate Ottober, November und Dezember kommen in den zur Fettstelle Groß-Bertin(Milch) gehörenden Gemeinden in den nächsten Tagen zur«u«gabe. Jeder Haushalt erhält für jede« in der Zeit vom 1. Oktober 1907 bi» 80. September 1918 gedoiene Kind «ine MaoermUchkarte. Ummeldungen während der GülliakeitSdauer der Karten find nur bei einem DobnungSwechiel gestattet. Die Karten find spätestens bi» 5. September einschl. dem Milchhändler vorzulegen_ 1 Auf eine Magermilchkarte soll, soweit dieS nach den zur Verfügung ftebenden Beständen möglich ist, wöchentlich je ein Liter Mager- oder Butter- milch bezirlSweise abgegeben werden. Falls iniolge ungenügender Bestände ein Liter nicht verabfolgt werden kann, wird die zur Verausgabung ge- langende Menge durch ein entsprechendes Plakat an der EinaangStür de« Milchgeschäftes bekanntgegeben Die Magermilchkarte» dürfe» von den Händlern nicht tn Gewahrsam genommen werden. Die Magermilchkarlen find in Berlin vom Montag bi» Donnerstag einscilkeßlich von den Vrotlommissionen abzuholen. DaS Alter de« für den Bezug in Betracht kommenden Kinde« ist erforderlichenfalls durch Bor- Icgung einer amtlichen Urtunde nachzuweisen. Der Preis für ein Pfund Speisekartosseln aus die Abschnitt« SS und folgende darf 15 Pfennig nicht übersteigen. itaieverteilnng. Das Mittelstück der zur Zeit gültigen Gpessefettkart»» ist bis zum Ende der kommenden Woche(den 81. August) für den Käse- bezug bei der quartterweisen Verteilung aufzubewahren und nicht jortzu- Wersen. (kstarlottenburg. 10 Psd.«artasseln. davon S Pfd. auf die Abschnitt« 247 der roten NahrungSmittelkarte(Sonderbelieserung) bi» einichließlich Dienstag, den SS. August und ö Pjd. auf die Abschnitt» 35»—« der Kar- iasselkarte. 2 Psd. aus.'lbichntit 248 der roten NahruugSmMelkarte. Vom 1. August bis 15. Ottober auf Abschnitt L88 der Charlottenburger roten NabrungSmittelkarte Sonderoerteilung in Höhe von t Pfd. Zucker. Aus allgemeine Groß-Berliner Lebensmittelkarte ausländische Hüttenfrüchte 250 Gramm auf Abschnitt 72 vom 22. bis 30. Graupen 300 Gramm aus Abschnitt 7S vom 22. bis 30. ilrnerik. Maissabrikate 250 Gramm aus Abschnitt 77 vom 29. Aug. b!S S. September. 250 Gramm ausländ. Geizen- mehi aus die Abschnitte kl 15 vom Mittwoch, den 27. bi» einschl. Dhprstag, den 2. September. Die bisher in der Kneiebecknr S2 untergebrachte« Ge- schästSrüume der Lebensmittelabteilung B(Kolonialwarenabtellung) befinden sich fett dem 22. August in der Schulstr. 14. TchSneberg. Bis zum 26. Voranmeldung für 250 Gr. Marmelade aus Abschnitt 63, deSgl. bi» 27. für 500 Gr. Nährmittel auf Abschnitt Ii der Groß-Berliner Lebensmittelkarte. Ausgegeben werden in der nächst«, Woche obne Voranmeleung: 500 Gr. Nährmittel aus die Adschnstt« 70 und 77 der Groß-Berliner LebenSmitlellarte und ein Lrieschen Sügstoss au' Doppelabschnitt 24 der Schön-berger Bezugkarte. Ferner werden aus» gegeben: Je'/. Psd. ornent Weizenmehl aus die Abschnitte 17 15 und V 15 und 200 Gr. Margarine aus Abschnitt? 13 der Einfuhrzusatztarie, 150 Gr. Margarine aus Abschnitt 3 36 der Fettkarte sür Feltielbitversorger und 500 Gr. Kunsthonig aus Abschnitt 62 der Groß-Berliner LebenSmitteikart«. Wilmersdorf. Fleisch: 250 Gramm aus 35. Kartoffeln: 7 Pfd. Früh- kartoffeln aus die Doppelabschnitte 35» bi« 85(f. Zucker: 375 Gramm auf 71 sür 16. bi« 31. August Speiseselt gemäß besonderer Beianntmachuna Haferflocken: 250 Tramm(0,45 bezw. 0.88 W.).; Kartoffclstärkemebl: 2Ä> Gramm(0.39 M.), beides auf 57. Ausländliche Hülsenfrüchte: 250 Gramm auf 70(1,25 M. sür 1 Psd). Kunsthonig: 250 Gramm auf 58(0.80 bez«. 0,78 M. lür 1 Psd.). Zucker aus die BezugSlart« für einzelne P rionen: 500 Gramm aus G als Sonderausgabe. Für Kinder: 250 Gramm Kala« aus 23, 4 2, 31 B 1, B 2, C 1 und C 2(5)25 M.); 125 Gramm Kakao und Schokolade(2,65 M.); 1 Tafel, 100 Gramm(1,80 M.) für Kinder im 7. und 8. Lebensjahre. 200 Gramm Margarine auf die Sinsuhrzulaßtarte auf P 18 (2,40 M.). Weizenmehl aus V 15 und W 15, je 250 Gramm(0,42 bezw. 0.16 M.). Fortsetzung bei srelhändigen Verlaul« von srijchen See- und Flußfischen sowie Räucherwaren. Für wertende Mütter: 125 Gramm Speck vom 5. Monat ab. 1 Dose Malzextratt(2,85 R.). 1 Dos« Preißelbeeren (6,65 M.), Eierpulver bi« zu 1 Psund-(19,9ö M. da« Psund). Für stillend« Mütter:: 1 Doje Malzextrakt(2,35 M.), 1 Doje Preißelbeeren(6,65 M). Eier für Kranke Ende der Woche auf 35. Tegel. Vom 25. bi« 31. August 250 Gramm Graupen, 200 Gramm Grieß, 300 Gramm Teigwaren und 250 Gramm Maismehl. Groß-öerliner parteinachrichten. 17. Abt. Mittwoch, 7 Uhr, in der Schulaula, Hohenlohestt. 11. Einjüh'.ungSabend iür Mufik, verbunden mtt Gesang und Rezitation. Hierzu find die Frauen besonder» eingeladen. Eintrittstarten tz 25 Pf. bei allen BezirkSsührern. 18. Abt. Montag, abend« pünkllich 7 Uhr. Funktionär fitzung bei Junge, Litauer Sttaße 17. Vollzählige» Erscheinen dringend er- wünscht. 23. Abt. Heute. Familienausflug nach FriedrichSbogen-Erkner. Abfahrt früh 6,83, 6.53 und 7,08 ab Schlei. Sahnbos bi« KriednchShagen, daselbst Sammelpunkt am Bahnhos. Unter andere« findet auch«ine Ver, losung für Kinder statt. £t». Abt. Mittwoch, 7>/( Uhr. Versammlung im Bürgerdetm, Alt« Schönhauser Straße 28/24, Vortrag über Konsumgenossenichallen. 30. Abt. Mittwoch, 27. August, 7>/, Uhr. Versammlung in Köhler» Salon, Tieckftraße 84. Stadt». Genosse Ritter:.EinhellSgemeinde Groß- Berlin". Diskussion. LbteilungSangelegenhelten. Fraueuabend, Montag: - 6.. 8. Ab»., 7'/, Uhr, bei Dchwachenwald. Virwald., Ecke Gneiienaustrahe. Relerenttn: Genosän K r a m m:.Elternbeiräte". IL. Abt.. 7'/, Uhr. Graphisches Vereinshaus, Alexandrinenstrahe 44. Referent: Gen. Brun«:.Waüenpflege". 80., 21., 22. Abt.. VU Uhr. bei Stessen«. Landsberger Alle« 150. Referent: Gen. Köhler:.Revoluttonä« Arbeiterdichtungen". Treptow, VI, Uhr, bei Ebert, Groetzstr. 1, und Haß. Baumschulen. straße. Res.: Ben. Kißner u. Gen. Todenhagen:.Die Fürsorg« für die Kriegshinterbliebenen und die heimkehrenden Kriegsgefangenen". Reintckcndork-Weft, 7'/, Uhr, bei Lüning. Schaimweberstiaße 37. Referent: Gen. D o m n i ck:.Die Mitarbeit der gran w der Kommune-. Dienstag: 37. Abt.. 7'/, Uhr,»ei Butenboss. WUSnacker Straß« 86. Referent: Genossin Riedger:.EinbeitSfchule und Erziehung". Ebarlottenuurg, Gruppe 14. VI, Uhr, bei Arndt, Kansstr. 51. Ref.: Gen. W oe glich:.Die Federungen der modernen Frauenbewegung-. Sieuköllu. Frauenabeud Mvnlag, 8 Uhr, in folgenden Lokalen: I.Abt Bez. 1—10 Panniersttaße II. Abt. Bez. 11—19 Schwengler, Elbestraße 8. IJL Abt Be,. 20-27 Jurka. Jnnstr. 30. IV. 2161. Bez. 28—86 Lebmann. Schudomaslraße, Ecke Böhmische Straße. V. lllbt Bez. 37— 45 Ponte, Her- mannstr. 114. VI. Abt Bez. 46-63 Krüh«, Lewestr. 1. VN Abt. Bez. 58-59 Golfe, Hermannftr. 198. VIU. Abt. Bez. 60-65 Hensschel Herr- surthstr. 27. IX. Abt. Bez. 66-75 Schmidt. Münchener Str. 23. Thema: Der Stadthaushaltsplan. Referenten: Heitmann, So mm er du ta; «ock. Fritz Karl. Kunze, Heyn.«ück». R. Schul«. B u r b s. mhel Direkt u Private Seblsfela. 947-77WM. L-ontwnter uhs-otsü, Herrenrirn. 968-6260, Wohasin. 7U-28M. ! KOohenela». 455-242», 1 500 gc-dieseae Blnrich- tuagen Ualenenlg vor- ritlgFrw'to Lieferung. ' Aalktixende Diuck- axcnea gratis PWapparate Prlernenbrinokels kauft«u günstigen Preisen Sttefcel- mann, Potsdamer Str. 135. Mandoline. laute. Gitarre. wondermaad»! 45.—. etltfUSS.—. ttonzarlliml« 124-, 144-(Unterricht 4- Monalsdonorar,«mtL 10 fite. Zchueltkur!-! Nünstierolottar mit ZudehSr 144—, ftenzmcl. «loa 85.—, Ernst, Otonten- 166 IU.* NlmmÄ'MK ISÄtsÄ-tt orbower. Friedrichstr. 45, Ecke gnnmerstr. und«eorgen- kicchstr. 50, nahe dem Alexander» platz. 9-12'/» 2>/,-7. 53/14. Gold. Silber, gahnaedisse tautt km Uip, Ärnnlk. U fsiala-tppalals aller Art Ptjotogr, Artikel Tellrahlntig gestattet für Kasse 10% Rabatt KsUL umsonst u. pertofr. Jonass&CoJieriiflSVai BeUe-AllUaee-Str. 7—14 UtSbel extr« billig. gcblat'.* Speise-, HcrreB-Zlmaier. KSchca, große Auswählt Zahlungserlelchterung auf Wunsch. 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J°- hannie?ricdhofes(PISßen- see> au» statt Für die zahlreichen Be- weise der Teilnahme beim Hinscheiden unsere» teuren llr. fluüo Hslnsmaao sagen wir unseren herzlichen Dant. 3ll9üb Berlin. August ISIS. Di« Hinterbliebene u. Iura« 24,1« vr. Th, Hess, Magen-, Darm- u. innere Kr. Friedenau.Friedr.-Wilh.-PI. 14. Zur»« 36876* Dr. Saenger, Arzt für Ohren-, tstasen- und Halsleiden, Hauptstraße 163. SediZWe-�S.� prcult. vruuouuitr. IS. trouanele t'ru.» sühn meinen hygienischen Be- darfsartikel, ders. genießt volles ärztl. Vertrauen, D. Präparat, ist hvaien. einwandfrei, vallk. unschädlich u. m der Wirkung unbedingt sicher. Verlangen Sie Prospekt durch Bersmidhau» »Koenro«*, Berlin-Nosenthal I. ifyußfn. Wune-rbarge' wirkt Vhal bei mir Ihr ßiiiiilcchtenmi'.tel nPara»aiiM. Es ist von allen Mitteln das beste, was Ich »sli vier Jahien angewendet nahe, liestrab ung n und. alles andere luden nicht»o geholfen, wie Ihr lerühmtes Speilalmltte). Bitte senden Sie mir no h eine stlascbe 8. 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MMWWel Wlerm Für die in der Fluazeugmcisterei beschäftigt gewesenen Mitglieder der sozialbemstvathchen Partei findet am Dicon- tag, den 20. Ztugu/t, nochuüttdg» 4'/] Uhr,«ine Yersammlung Im ehotnoNgen tsorranhernse(großer Sitzungssaal) statt Tagesordnung: üiericht der S. P. D.-Arb.-Räte. Eingeladen sind alle Arbelior, Angestellten und Dcamtt welche der S. P. D. und D. P. angehören. Mitgliedsbuch der Parte! oder rate Plagausweiskarte legitin«»«. 36976 Z.«. b«e s. p. v.t vstsch. + Erste und älteste Hell-Ar Spezial=ArztDlr. Harn» u. Blutuntersuchun�en. El ssi RosentJiaiep Stf. 69-70, Anstalt LBser Dr. Skottt - Löser senior„ Elektr. u. mediz. Bäi Linieastraii«. -9, Sonnt 9-1. .°A° Bäder. Dr. med. Karl KeUmardt Berlin, Potsdamer Str I17(a, d. LfitzowstraUe) j SpezialsArzt bewährte faciunännlsche Bahnndluuj;. Unentgeltliche Auskunft und aulklärende Gratis BroschürenlBeschreibung sämtlich. Heilverfahren) m den Sprechstanden von'/, 12—2 mittags,>/,b bis l/,I0 Uhr abends, Sonntsgs>1,11—1 Uhr lim verschlossenen Brief 1.25 Mk.l* Dos Schöffengericht S3crD TenipglHos hat in seiner Siming vom 29. Juli 1919 für Recht erkannt: Der Angeklagte, Milch- Händler(Suslau Saute in Berlin, Ehiauer Str. 9, wird wegen wissentlicher Milchfälschnug zu einer Geldstrafe von 300 Mark, im Nichtbeitreibungssall« 30 Tagen Gefängnis imd zur Tragung der Kosten des Berfahrens verurteilt Dieses Urteil ist rechts- lrästig geworden. OOöD Berlin, den 2L 8. 1919. Der Gerichtsschreider des Amtsgericht« Berstn- Tenipelhof,?!dt 14. 24/15 Aufruf! Kameraden, die den Feld- polizei-Konimissar-SteLveelre. ter Dr. Erich örnst Schulze aus Schlachtensee gekannt hoben, werden herzlichst ge- beten, fich zu melden. KI.»eck,«ugr.sfile. 9t II Hotel und Penfionat Fernsprecher: Norden 8S45. 209 Ml MhüMg! Zu der Nach! vom 22. zum TS. b. fT.. find mir 12 Mit- fchineririemengefiahlen worden. Wer mir zur Erlangung der Dleb« verlülft, erhält obioe Be- lohnung. Set;ev, Brißer Str. 7. Spezlälarzt Dr» med. Cölettiän Epremswnden 9—1, 5-8. Sonntags 9—1. ZlieMMM 91 92 KZ""" ♦ z,Xine 4"Spezial-Be!iani!lBag Süha �foo'-ß- SHso-cctn 75 I Ecke Breslauer dicht am Schles. bnf. ÄliUTCaWir. 10, I Sorechr. 10—12, 5—7, Sonnt geschlossen, i■ tlarn- und Biutuntersnchnngcnu»v Spezielarzt Dr. Hascht Sprechstunden 10— L 5—8. Sonnt 10— L ZtieMsWe 99 5vaumbe!Äke."" Stammeln, Lispeln, Nervosität und Angstgefühl vor dem Sprechen, Atemnot ttp. ueseitlgi gründlich Dr. Schräder» Spezial-Instltnt für Stotterer erc. 1672* Berlin W, LfitzowstraBe 30. S|Jk.4-7,aua. Son abend u. Sonnlag. Jeder.derstotterfrei singt erhält eine flleüendenatfl ri-Spraehe Aus Hrrressteständ. zn geteilt: Ii- ello Viartri Weifte Mil.-Ztpperuuter- Hofen.,..,, 8�0 3IL Graut Teikottmterqosen (dick! Ware)... 8.90. Schwarze Mänuersocken, Paar 4,—, Graue wollene Unter- jacke»... Stück 17,80„ Brdr. 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